▶l Film Die Summe

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SKIP - Das Kinomagazin, Ausgabe März 2012
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▶l Film Die

meiner einzelnen Teile Ein erfolgreicher Mathematiker versucht nach einem Zusammenbruch wieder Halt im Leben zu finden: Hans Weingartner (Das weiße Rauschen, Die fetten Jahre sind vorbei) erforscht in seinem Psychodrama erneut die Realität abseits der Normalität. endlicH darf Martin Blunt (Peter Schneider) wieder raus. Durchatmen, ohne Bewachung eigene Schritte machen. in seinem alten Leben war der hochbegabte Mathematiker ein respektabler Mann mit tollem Job und hinreißender Freundin, dann warf ihn ein psychischer Zusammenbruch völlig aus der Bahn und in die Psychiatrie. Jetzt will er seinen alten Platz in der Gesellschaft zurück. Doch die frühere Freundin (Julia Jentsch) ist längst mit einem anderen glücklich, sein Ex-Boss teilt ihm mit, dass unter „diesen umständen“ eine Rückkehr an seinen ehemaligen Arbeitsplatz ausgeschlossen sei – und so gibts statt eines bequemen ▶l 30 03 2012 Psychodrama. oT: DiE SuMME MEiNER EiNZELNEN TEiLE. Deutschland 2012. Länge: 120 Min. Buch & regie: Hans Weingartner, Cüneyt Kaya. Kamera: Henner Besuch. schniTT: Andreas Wodraschke, Dirk Oetelshoven. musiK: ian Hooper, The Mighty Oaks. ProduKTion: Hans Weingartner, Jonas Dornbach. darsTeLLer: Peter Schneider, Timur Massold, Henrike von Kuick, Julia Jentsch. VerLeih: Einhorn. 088 sKiP März Ein obdachloses Mathematikgenie und der verwaiste Sohn einer Drogentoten: zwei ungleiche Freunde, die einander ähnlicher sind, als sie denken. Neustarts in einem chicen Penthouse einen unsanften Realitycheck mit dem versifften Teppichboden einer grindigen, winzigen Wohnung „vom Amt“. und auch das geht nicht lange gut. Martin, ziellos und verloren, nimmt seine Medikamente nicht und beginnt wieder zu trinken. Er fliegt aus der Sozialwohnung und lebt von nun an auf der Straße: frierend, hungrig und ziemlich irre. Bis er Viktor (Timur Massold) unter seine Fittiche nimmt – oder ist es umgekehrt? Viktor ist 11, kommt aus der ukraine und lebt seit dem Tod seiner drogensüchtigen Mutter in ständiger Angst vor Jugendamt, Abschiebung oder Schlimmerem. Martin beschützt Viktor vor halbstarken Rowdies, Viktor zeigt ihm dafür, wie man auf der Straße überlebt. Gemeinsam trotzen die beiden dem langen Berliner Winter, suchen vergebens bei Martins verbittertem, gewalttätigem Vater Schutz und finden schließlich in den riesigen Wäldern nördlich der Hauptstadt sowas wie ein Zuhause. Aus zusammengesuchtem und -gefladertem Gerümpel, aus Holz und Steinen bauen sie eine kleine Hütte – und je stabiler die wird, desto stabiler scheint auch Martins Psyche zu werden. Keine Auszucker mehr wie noch vor kurzem, als er einer Frau neben sich in der S-Bahn das Rätselheft entriss und die Sudoku-Aufgabe löste, weil die sich so blöd angestellt hatte. Stattdessen kehrt in ihm Ruhe ein, erstmals seit Monaten, nein, Jahren. Doch innere Freiheit ist in unserer heutigen Gesellschaft eine unerwünschte Eigenschaft … Der Filmemacher und studierte Neuropsychologe Hans Weingartner beschäftigt sich in seinen Filmen meist mit der unüberbrückbaren Diskrepanz zwischen innerer und äußerer ungerechtigkeit, zwischen dem Können, dem Wollen, dem Dürfen und dem Müssen. Die Summe meiner einzelnen Teile ist nicht nur die Geschichte einer verbeulten Seele, sondern auch eine messerscharfe Analyse der dunklen Seiten des Shopping-Zeitalters – mit überraschendem Ende. gB

EXKLUSIV-INTERVIEW FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2) HANS WEINGARTNER HANS WEINGARTNER, 1970 in Vorarlberg geboren, ist Spezialist für die fi lmische Erforschung des seelischen und gesellschaftlichen Notstands. SKIP traf ihn zum Vieraugengespräch in seiner Wahlheimat Berlin. QUERSUMME SKIP: Wie hat Sie diese Geschichte gefunden? HANS WEINGARTNER: Gut gestellt, die Frage. Meistens sagt mans ja umgekehrt – und in diesem Fall stimmt die Version wirklich. Es war auch nicht unkompliziert, die Geschichte kam aus verschiedenen Richtungen. Einerseits wollte ich was Soziales machen, weil sich Deutschland gerade extrem auseinanderdividiert. Deutschland geht den amerikanischen Weg, das bekommt man in Österreich vielleicht gar nicht so mit. Es werden immer mehr Billigjobs eingeführt und Sozialleistungen gekürzt. Alles, um Deutschland „wettbewerbsfähig“ zu halten. Bei der Recherche war ich ein paar Wochen mit einem Gerichtsvollzieher unterwegs, der die Leute auf die Straße setzt, die wirklich ganz unten gelandet sind. Ich wollte eigentlich einen Film über Gerichtsvollzieher machen, aber dann hat mich das Schicksal der Betroffenen so bewegt, dass ich mir dachte, ich mach das jetzt aus deren Perspektive. Es geht letztendlich um jemanden, der zu sensibel und nicht fit genug ist, um im Wettbewerbskampf der modernen Arbeitswelt mitzuhalten. Hauptdarsteller Peter Schneider schafft perfekt die schwierige Gratwanderung zwischen zu übertrieben und zu distanziert … Das ist immer die Gefahr, wenn Wahnsinn dargestellt werden soll. Das ist für jeden Schauspieler natürlich ein Fest, dann packt der richtig aus und gibt Gas, das hat dann aber meistens nichts mit der Realität zu tun. Peter hat sehr viel recherchiert, war auch in verschiedenen Psychiatrien, und ist wochenlang als Martin Blunt durch Leipzig gelaufen, um zu schauen, wie die Leute auf ihn reagieren. „Man darf nicht mehr einfach nur existieren, man muss immer was leisten.“ Im Film beginnt dieser Martin Blunt, im Wald, beim Selber-Sachen-machen, sich selbst wiederzufi nden. Was bedeutet für dich das Zurück-zur-Natur-Prinzip? Ein Rückschritt kann auch eine Selbstfi ndung sein. Natürlich können wir jetzt nicht alle in die Wälder zurück und dort in Hütten leben. Aber darum gehts auch gar nicht, in einem Film gehts ja nicht um konkrete Handlungsanleitungen. Genausowenig gehts mir darum, dass jetzt die Jugend der Welt loszieht und in Villen einbricht wie in Die fetten Jahre sind vorbei. Es geht um die grundsätzlichen Fragen, die dabei aufgeworfen werden. Ich fi nds schön, wenn der Film dazu anregt, darüber nachzudenken: „Wer bin ich eigentlich – bin ich noch ich selbst oder ein Zivilisationsprodukt? Und wie sehr lasse ich mich eigentlich beurteilen?“ Man wird ja permanent permanent beurteilt von morgens bis abends. Inzwischen nicht mehr allein allein in der Realität sondern sondern auch noch auf Facebook. Facebook. Man defi niert sich ja auch hauptsächlich über seine Funktion. Man darf nicht mehr einfach nur existieren, man muss immer immer was leisten. Diese Funktionalisierung ist inzwischen inzwischen schon eine Selbstverständlichkeit geworden. Du als Filmemacher bist da ja noch exponierter. Du wirst ja gewissermagewissermaßen von Berufs wegen beurteilt. Das habe ich mittelweile gelernt, zu trennen. Wenn du etwas über meine meine Filme sagst, sagst du damit nicht unbedingt auch etwas etwas über mich. ▶l GINI BRENNER Wir sind alle Piraten? Nein, das sind wir nicht! Die coole Augenklappe ist nicht etwa ein politisches Statement – Hans Weingartner durchlitt gerade eine heftige Bindehautentzündung.

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