12/06/2016 - 13/06/2016

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Pressedossier

12/06/2016 - 13/06/2016

sonntag, den 12. juni 2016 und montag, den 13. juni 2016

schwerpunkt animationsfilme

Anlässlich des « Festival international du film d’animation d’Annecy » im Juni zeigt ARTE sein

alljährliches Animationsfilm-Special. Den Auftakt bildet Hayao Miyazakis Wie der Wind sich hebt.

Anders als in den Mangas und Märchen, mit denen er seinen Ruhm begründete, wendet sich der

Gründer des mythischen Studio Ghibli in seinem letzten bildgewaltigen Werk einer historischen

Figur zu. Er erzählt die Geschichte des japanischen Ingenieurs Jiro Horikoshi, der während des

Zweiten Weltkrieges schlagkräftige Militärflugzeuge konstruiert. Dem melancholischen Grundton

zum Trotz versteht sich der Film als Hymne auf das Leben, getreu dem Paul Valéry entliehenen

Motto: « Le vent se lève il faut tenter de vivre » (Der Wind erhebt sich, man muss versuchen zu

leben).

Es folgt ein Schwergewicht der anderen Art: Akira , die Verfilmung der gleichnamigen Manga-

Serie durch ihren Autor, Katsuhiro Otomo. Die Geschichte spielt in einem post-atomaren Tokio

zwischen Jugendlichen, die in ein militärisches Forschungsprojekt verwickelt werden. Uraufgeführt

bei der Berlinale 1989, wurde die technische Meisterschaft gefeiert, die Gewaltverherrlichung

stieß aber auch auf Kritik. Im Jahr seines Kinostarts in Japan spielte der Film so viel ein wie « Die

Rückkehr der Jedi-Ritter ».

Im Fokus des diesjährigen Festivals von Annecy steht auch die französische Trickfilmproduktion.

ARTE zeigt Der Tag der Krähen, in dem ein Wolfsjunge tief in einem märchenhaften Wald bei

seinem griesgrämigen Vater aufwächst. Als dieser verletzt wird, macht sich der Junge auf den

Weg in das Dorf jenseits des Waldes und muss sich in einer ihm bis dahin unbekannten Welt

zurechtfinden. Neben den mit lebensechten Dialogen ausgestatteten Figuren beeindrucken die

Waldszenen mit ihren lichten, gemalten Hintergründen von einer Tiefe, in die man einzutauchen

scheint.


inhalt

schwerpunkt animationsfilme

3 animationsfilme

wie der wind sich hebt

12/06/2016, 20.15 uhr

03

akira

12/06/2016, 22.20 uhr

04

der tag der krähen

13/06/2016, 22.05 uhr

05


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schwerpunkt animationsfilme

3

12/06/2016

sonntag, den 12. juni 2016 um 20.15 uhr

wie der wind sich hebt

Animationsfilm von Hayao Miyazaki

Japan 2013, 126 Min.

erstausstrahlung

Der kleine Jiro möchte Flugzeugkonstrukteur werden

und setzt alles daran, seinen Traum zu verwirklichen.

Er wird erfolgreicher Ingenieur und trifft Naoko, die Liebe seines Lebens. Doch dann nehmen

die Dinge einen schlimmen Verlauf und Jiros Leben gleicht weniger einem Traum als einem

Alptraum. In seinem letzten Film erzählt Oscarpreisträger Hayao Miyazaki die Geschichte von

Jiro Horikoshi, dem japanischen Flugzeugpionier, dessen Konstruktionen im Pazifik-Krieg

eingesetzt wurden.

Jede Nacht träumt der kleine Jiro von

Flugzeugen. Wenn er einmal groß ist, möchte er

Flugzeugkonstrukteur werden und Flugzeuge

bauen, die vom Wind überallhin getragen

werden. In seinen Träumen trifft er oft sein

Vorbild, den großen Luftfahrtingenieur Gianni

Caproni, der Jiro dazu ermutigt, seinen Traum

zu leben. Als Jiro als junger Mann mit dem

Zug nach Tokio fährt, um dort zu studieren,

wird er Zeuge eines schrecklichen Ereignisses:

Das Kanto-Erdbeben im Jahr 1923 fordert viele

Opfer und richtet großen materiellen Schaden

an. Doch es markiert auch den Zeitpunkt,

an dem Jiro eine junge Frau namens Naoko

kennenlernt, die ihn vom ersten Moment an

fasziniert. Allerdings verlieren sich die beiden

aus den Augen. Jiro besucht die Universität,

wo er fleißig auf sein Ziel hinarbeitet. Er gilt

als begabter Student und bekommt seinen

ersten Job bei Mitsubishi, wo er sich aber

erstmal behaupten muss. Einige Jahre später

treffen sich Jiro und Naoko wieder; dieses Mal

halten sie einander fest. Sie heiraten, doch ein

unbeschwertes Leben zu zweit ist kaum möglich:

Naoko ist schwer an Tuberkulose erkrankt und

erleidet immer heftigere Schübe. Jiro arbeitet

viel und verdrängt in seinem Wahn, die besten

Kriegsflugzeuge bauen zu wollen, wozu diese

letztendlich dienen. Ein atemberaubender Film,

der zeigt, wie wichtig Fantasie und Träume sind.

Taumelnde Zeit und wirres Wetter, rollendes

Gelände und schwebende Flugobjekte man

möchte eintauchen in diese Welt.

Wie der Wind sich hebt ist nach seiner eigenen Aussage der letzte Film von Hayao Miyazaki,

der 1985 das berühmte japanische Zeichentrickstudio Ghibli gründete. Seine Filme, die zu den

Klassikern der Animes zählen, wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem Chihiros Reise

ins Zauberland mit dem Oscar und dem Goldenen Bären. Wie der Wind sich hebt war der

erfolgreichste Film 2013 in Japan.


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schwerpunkt animationsfilme

4

12/06/2016

sonntag, den 12. juni 2016 um 22.20 Uhr

akira

Animationsfilm von Katsuhiro Otomo

Japan 1988, 120 Min.

Akira führt in das futuristische Neo-Tokio

des Jahres 2019: Die Stadt befindet sich

im Chaos. Aus dem Volk revoltieren vor

allem die Studenten gegen eine Obrigkeit, die sie bei den Reformen übergangen hat. Doch

der Staat schlägt brutal zurück. Kaneda ist Anführer einer Motorradgang und muss zusehen,

wie sein Freund Tetsuo nach einem Unfall übersinnliche Fähigkeiten entwickelt. Mit seinen

Allmachtsfantasien und seiner Zerstörungswut ähnelt er immer mehr Akira, dem Monster, das

vor 30 Jahren Tokio zerstört hat. Kaneda versucht alles, um die Katastrophe zu verhindern.

2019, über 30 Jahre nach dem Beginn des

Dritten Weltkriegs, in Neo-Tokio: Obwohl

die politische Lage alles andere als stabil

ist, bereitet sich Neo-Tokio gerade auf die

Ausrichtung der Olympischen Spiele vor.

Kaneda ist Anführer einer Motorradgang,

die auf den Straßen dieser futuristischen

Stadt erbittert gegen die rivalisierende Gang

der Clowns kämpft. Nicht untypisch für

die junge Generation der Tokioter, die sich

in Drogenrausch oder Massenschlägereien

flüchten. Die Zeichen stehen auf Revolte, denn

das Volk wurde bei den Modernisierungen und

Reformen durch den Staat übergangen. Die

Obrigkeit versucht, die Studentenaufstände

niederzuschlagen, doch die Situation eskaliert

und die Stadt versinkt im Chaos. Tetsuo, ein

Mitglied der Motorradgang, wird bei einem

Unfall verletzt und, hilflos wie er ist, von einer

Spezialeinheit des Militärs verschleppt; er soll

als Versuchsobjekt für die Operation Akira

herhalten. Bei dem Unfall ist er mit einem

kleinen Jungen mit greisenhaften Zügen und

übernatürlichen Kräften zusammengeprallt.

Bald entwickelt er selbst telekinetische

Fähigkeiten, die er wahllos einsetzt und mit

denen er große Zerstörung anrichtet. Als er

erfährt, dass seine Fähigkeiten denen Akiras

gleichen, macht er sich auf die Suche nach

diesem Monster, das für die Zerstörung der

Stadt vor über 30 Jahren verantwortlich sein

soll. Kaneda erkennt seinen Freund Tetsuo

nicht wieder und versucht mit allen Mitteln, ihn

zu stoppen, doch es scheint zu spät: Tetsuo

entwickelt sich in ein Monster mit ungeahnter

Akira ist das Anime-Meisterwerk von Katsuhiro Otomo, das auf seinem gleichnamigen Manga

basiert. Der Film erzählt eine Geschichte über Macht und die Kontrolle darüber, über Autorität

und jugendliches Aufbegehren. Das Tempo des Films ist schnell, die Bilder sind überwältigend und

die Musik mitreißend: Ein monumentaler Zeichentrick-Actionfilm mit pseudo-philosophischem

Unterton. (Lexikon des Internationalen Films)


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schwerpunkt animationsfilme

5

13/06/2016

montag, den 13. juni 2016 um 22.05 uhr

der Tag der krähen

Animationsfilm von Jean-Christophe Dessaint

Frankreich 2012, 90 Min.

erstausstrahlung

Ein Junge lebt mit seinem griesgrämigen Vater im

Wald. Als dieser schwer verletzt wird, sucht sein Sohn

Hilfe und verlässt zum ersten Mal den Wald, was ihm

der Vater streng verboten hatte. Der Sohn entdeckt,

dass es jenseits des Waldes noch etwas anderes gibt: Menschen, die ihn wie einen der ihren

aufnehmen. Doch nach der Genesung des Vaters kehrt der Sohn mit ihm zurück in den Wald. Er

lässt nicht locker und findet schließlich heraus, was es mit der Rohheit des Vaters auf sich hat.

Und das mit Hilfe seiner toten Mutter, die ihm aus einer anderen Welt den Weg weist.

Im Herzen des großen Waldes, der bevölkert wird

von wilden Tieren und Geistern mit Tierköpfen,

lebt ein wilder Junge. Er wird von seinem

Vater großgezogen, einem mürrischen und

furchteinflößenden Kauz, der ihm stets erzählt,

dass die Welt am Rande des Waldes aufhört

und niemals betreten werden sollte. Doch eines

Tages stürzt der Vater bei einem Sturm aus

dem Baumhaus, verliert das Bewusstsein und

muss dringend medizinisch versorgt werden.

Die Geister des Waldes drängen den Jungen,

Hilfe außerhalb des Waldes zu suchen, und

zögerlich begibt sich der kleine Wilde in das

Abenteuer: Er entdeckt ein Dorf und muss

sich erstmal in der unbekannten, zivilisierten

Welt zurechtfinden. Seinem Vater wird

geholfen und der Sohn lernt Manon kennen,

die gleichaltrige Tochter des Doktors, die sich

des wilden Jungen annimmt und die ihn mit der

Zivilisation bekanntmacht. Nicht alle sind den

Neuankömmlingen freundlich gesonnen; viele

Dorfbewohner hegen Misstrauen und Argwohn

gegen den Alten. Der Sohn stößt auf eine alte

Geschichte: Vor vielen Jahren verliebte sich sein

Vater in eine junge Frau die Mutter des

Jungen. Doch die Familie der jungen

Frau lehnte die Verbindung ab und so

flüchtete das Liebespaar aus dem Dorf

in den Wald. Seitdem wird der Vater

beschuldigt, die junge Frau entführt zu

haben in Wahrheit aber verbirgt sich

hinter der Rohheit des Vaters ein tiefer

Schmerz. So begibt sich der kleine Sohn

auf die Spuren seiner Vergangenheit

und damit auf die Suche nach der

verloren gegangenen Liebe des Vaters.

Der auf dem gleichnamigen Roman « Le Jour des corneilles » von Jean-François Beauchemin

basierende Zeichentrickfilm ist der Debütfilm von Jean-Christophe Dessaint. Er erzählt eine

Geschichte für Erwachsene und Kinder, die sich zwischen märchenhaft und wirklichkeitsnah

bewegt; die ergründet, was die Menschen umtreibt, was sie glücklich und was sie traurig macht.

Der Zuschauer begibt sich mit den Figuren auf ein Abenteuer, das ihn an geheimnisvolle Orte

führt, in dem er auf fabelhafte Wesen trifft, so dass er unsere Welt schließlich mit einem anderen

Blick betrachtet.


ARTE G.E.I.E.

4 quai du Chanoine Winterer

cs 20035

Strasbourg Cedex

67080 Strasbourg Cedex

Postfach 1980 - 77679 Kehl

Pressekontakt:

Katja Birnmeier

katja.birnmeier@arte.tv

T +33 3 88 14 21 52

Bildrechte:

S. 1: © finalement / Arte France / © 2013 Studio Ghibli/NDHDMTK

s. 3: © 2013 Studio Ghibli/NDHDMTK

s. 4: arte france

s. 5: © finalement

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