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E_1930_Zeitung_Nr.008

E_1930_Zeitung_Nr.008

einem durchschnittlichen

einem durchschnittlichen Gasolinsteuersatz von etwa 3 1/8 Cts. Die Qasolinsteuer betrug also rund 18,6% des sonstigen Kleinverkaufspreises. Die Steuererhebung erfolgt mit einer einzigen nicht beachtlichen Ausnahme (Pennsylvania) beim Gasolinerzeuger-Grosshändler bzw. -Importeur. Die Steuerbehörde hat also nur mit einer kleinen Anzahl von steuerpflichtigen Betrieben zu verhandeln, so dass hierdurch die Verwaltung der Gasolinsteuer erheblich vereinfacht wird. Die Betriebe reichen im Regelfalle monatlich einen Bestandsund Steuerbericht ein und führen die einbehaltenen Steuern an den Staat ab. Das Problem der Gewährung von Steuerbefreiungen für Gasolinverbraucher ausserhalb der Landstrasse (Motorboote, Luftfahrzeuge, Wäschereien, Färbereien usw.) ist nicht einheitlich gelöst. In 14 Staaten wird grundsätzlich keine Befreiung gewährt, sondern ohne Rücksicht auf den Verwendungszweck eine Steuer erhoben. Zwei Staaten geben Gasolin an bestimmten Stellen gegen bestimmte Anträge ohne Steuer ab, während der Rest der Staaten das Gasolin stets mit einem Steuersatz belegt veräussern lässt, aber dem Benutzer für Zwecke ausserhalb der Landstrasse ein Rückerstattungsrecht für den Steuerbetrag einräumt. Eine Kontrolle der Angaben der Steuerpflichtigen bzw. der Benutzer von Gasolin für Zwecke ausserhalb der Landstrasse erfolgte, von unbedeutenden Ausnahmen abgesehen, bisher nicht, da der Umfang der Steuerhinterziehung gering sein soll und die Kosten des Kontrollapparates den Betrag der auf diesem Wege hereinzuholenden Steuern überschreiten würde. Die Gesamtsumme der rückvergüteten Beträge der Gasolinsteuer ist überdies bisher nicht erheblich. Sie betrug im Jahre 1928 in den drei Hauptgasolinverbrauchsstaaten, Kalifornien 8%, in Ohio 3% und in Indiana 4%. Das Aufkommen an Gasolinsteuern in den Staaten zeigt in den letzten Jahren stark erhöhte Ziffern. 1928 wurden 304 Millionen Dollars durch die Gasolinsteuer aufgebracht, und in der Zeit seit der Einführung bis 1928 über eine Milliarde Dollars. Für 1929 schätzt das American Petroleum Institute die Steuereinnahmen auf 450 Millionen Dollars. Der dritte Hauptteil der Denkschrift behandelt die Studienergebnisse in bezug auf das Landstrassenwesen der Union. Ausser besonderer Berücksichtigung der Verwaltungs-, Organisations- und Finanzierungsprobleme wird auch über die bisherige Entwicklung des Landstrassenwesens und ihre Bedeutung für den gegenwärtigen Zustand, das System des Landstrassenwesens und die Technik des Landstrassenbaues berichtet. Da die Federal Aid- und die Staatsstrassen ausschliesslich Spitzennetze umfassen, haben sie nach ihrer Streckenlänge nuT einen verhältnismässig geringen Anteil, etwa 10% am gesamten Strassennetz der Union. Als Hauptverkehrsadern bestehen sie aber in der Regel aus hochwertigeren Strassentypen. Das gesamte Strassennetz der Vereinigten Staaten hat einen Umfang von rund 4,8 Millionen Kilometer. Hiervon sind jedoch nur 943.000 Kilometer (19,56%) als befestigte Strassen zu bezeichnen, während alle übrigen Strassen unbefestigt, d. h. nach unseren Begriffen bessere Feldwege, und nur zum Teil geebnet und entwässert sind. In der neueren Entwicklung der Anlage der Strassen werden vielfach in verkehrsreichen Punkten sogenannte «Super Highways» gebaut, die einen Sondertyp besonders breiter Strassen darstellen. Die Aufbringung der Mittel für Strassenbau und -Unterhaltung obliegt, mit Ausnahme der Bundeszuschüsse, den Staaten und ihren nachgeordneten Körperschaften; die Einnahmequellen sind Steuern und Anleihen. Ausstellungen New Yorker Auto-Salon. Wir haben in unserem ersten Bericht von der amerikanischen Automobilausstellung, die am 11. Januar in New York zu Ende ging, erwähnt, dass die Ausstellung nicht besonders viel Neues bot. Immerhin Hess die New Yorker Schau erkennen, wie sehr die Automobilkonstrukteure nach neuen Lösungen suchen. Die amerikanische Industrie befindet sich heute in einem vorbereitenden Zeitabschnitt, in dem bewährte Konstruktionen stark dominieren, aber bereits Vorläufer für neue Entwicklungsrichtungen vorhanden sind.. Diese Epoche lässt sich als Zeitabschnitt gegenläufiger Tendenzen charakterisieren. Die Gleichförmigkeit in der Entwicklung der letzten Jahre findet jetzt ihren Abschluss und wird in den nächsten Jahren neuen Richtlinien weichen, die jetzt durch ein paar markante Vorläufer angedeutet werden. Technische Fortschritte. Im amerikanischen Automobilbau ist vorerst eine bedeutende Zunahme der Vierganggetriebe mit geräuschlosem dritten Gang oder, wie man sie auch nennt, Schnellganggetriebe zu verzeichnen, was aus dem allgemeinen Wunsch nach Wagen mit einem vorzüglichen Anzugsmoment und einer hohen Bergsteigfähigkeit bei guten Tourenwagen höherer Preisklasse verstanden werden kann. Interessant ist auch die beinahe völlige Verdrängung des Unterdruck - Benzinförderers durch die Brennstoffpumpe. Eine originelle Neukonstruktion ist sogar so weit gegangen, das Ansaugprinzip auch für die Zufuhr von Brennstoff vom Vergaser in die Zylinder zurückzudrängen und die Schwerkraft zu Hilfe zu ziehen. Der Vergaser wurde so hoch gelegt, dass der Motor das Gemisch durch Gefälle erhält, was natürlich den Füllungsgrad der Zylinder und damit auch die Motorleistung bei hohen Touren erheblich verbessert. Der doppelgekröpfte Niederrahmen findet bei amerikanischen Modellen mehr und mehr Eingang, indem die Konstrukteure daranf hintendieren, den Schwerpunkt des Wagens tiefer zu legen und auch die Sitze tiefer zu setzen. Bei den Wagen oberer Preisklasse und bei den Luxuswagen ist ein starkes Fortschreiten der Zentralchassisschmierung zu konstatieren. Schliesslich erwähnen wir noch die ständig wachsende Bevorzugung der Gummiaufhängung des Motors und als neueste Errungenschaft die «Sile.ntblock»-Fe4eraufhängung. J '^ Neae Motoren. •;,.,J";:;',.';*"' Das «rste Modell desi neuen Cadillac V-16 haben wir in unserem Berichte bereits erwähnt und können heute noch nachstehende Ergänzungen anbringen : Der Motor besitzt einen Hubraum von 7,5 Liter und leistet bei 3400 Umdrehungen 175 PS. Die beiden Zylin* derblöcke, die in einem Winkel von 45 Grad zu einander stehen, besitzen hängende Ventile. Dieselben werden von einer einzigen Nockenwelle mit Stossstangen und Kipphebel betätigt, einer neuen Konstruktion mit einer Ausgleichsvorrichtung für die Wärmedehnung. Zwei Vergaser besorgen die Brennstoffzufuhr für sämtliche 16 Zylinder. Die Cadillac-Werke stellen selbst nur das Chassis her, dessen Abstand 3,76 Meter beträgt, und überlassen den Spezialfabriken die Karossierung dieses kolossalen und hochleistungsfähigen Wagens. Als interessante Spezialkonstruktion ist noch der Elcar-Hebelmotor beachtenswert. Bei diesem Motor greift die Pleuelstange nicht unmittelbar die Kurbelwelle an, sondern steht mit einem Hebelarm in Verbindung, dessen Drehpunkt fest am Kurbelgehäuse gelagert Ist. Die Kolbenbewegung wird nach dieser Weise halbiert, so dass der Kurbelkreis nur zur Hälfte dem Kolbenhub entspricht. AUTOMOBIL-REVUE Der Kurbelwelle wird dabei das. doppelte Drehmoment erteilt. Das Aeussere der Karosserien. Grössere Abweichungen von den typischen Linien des amerikanischen Karosseriebaues bringen eigentlich nur die Wagen mit Vorderradantrieb, die mit zwei Modellen vertreten sind. Der Spitzkühler, der sich in Europa noch in wenigen charakteristischen Formen erhalten hat, ist in Amerika wieder im Vormarsch. Gelegentlich finden sich an Wagen der Ausstellung auch wieder spitz zulaufende Windschutzscheiben. Die Wagen höherer Preisklasse eignen sich immer mehr die automatische Kühlerjalousie als Standardausriistung an. Die meisten Wagen sind heute zweifarbig angestrichen. Die grellen Färbungen haben angenehmen Farbkompositionen weichen müssen. La. V«»*!««-»!*» Nachtfahrverbot? Anlässlich der Beratung des regierungsrätlichen Geschäftsberichtes wurde im zürcherischen Kantonsrat im Februar 1928 ein Postulat eingereicht mit folgendem Wortlaut: «Der Regierungsrat wird eingeladen, die Frage der Revision des Automobilgesetzes vom 18. Februar 1923 und der bezüglichen Verordnung vom 20. Januar 1923, unter Einbezug der folgenden Punkte, zu prüfen : 1. Nachtfahrverbot der Lastautomobile und Motorvelos. 2. Besetzung der Lastautomobile mit Anhängern mit zwei Mann, Chauffeur und Mitfahrer. 3. Regelung der Arbeitszeit der Chauffeure. 4. Aufhebung der jährlichen Gebühren für Fahrräder. Die zur Beratung dieses Postulates bezeichnete Kommission, welche unter dem Vorsitz von Herrn Kantonsrat Gassmann stand, hat die Vorschläge nach allen Seiten geprüft und kommt zu deren Ablehnung, was nicht anders zu erwarten war. Die Kommission schlägt deshalb dem Rate vor, dem Antrag des Regierungsrates, das Postulat abzuschreiben, zuzustimmen. Der Regierungsrat hat Vorschläge aus Kreisen der Verkehrsinteressenten betr. Revision des kantonalen Gesetzes verschiedentlieh mit dem Hinweis auf das kommende eidgenössische Verkehrsgesetz abgelehnt, so dass nun im heutigen Zeitpunkt wohl auch kein Grund mehr besteht, wegen obigen, zum Teil sehr bestrittenen Vorschlägen, die kantonalen BesÖrrimungen einer Aenderujig zu unte^ie« hen. Im übrigen hat sich der «Drang" nach Nachtfahryerboten», der sich epWemteärmlfch in verschiedenen kantonalen Parlamenten zu einer Zeit geltend machte, in der Zwischenzeit wieder ordentlich gelegt. Die Erfahrungen In den mit derartigen Verboten belegten Kantonen smd bestimmt für eine Nachahmung nicht sehr ermunternd und zudem hat sich gezeigt, dass es mancherlei wirksamere und vorab gerechtere Mittel gibt, um dem unnötigen Nachtlärm zu steuern. Die Vorschläge für die zeitweise Einschränkung des Lastfahrzeugverkehrs während der Nacht können ja beim heutigen Stand der Nutzfahrzeugtechnik, kaum mehr ernstlich mit der Begründung einer ungebührlichen Ruhestörung durch diese Transportmittel gestützt werden. Man hat auch in weiten Kreisen der Bevölkerung sehr bald erkannt, dass diese Verlangen nach Nachtfahrverboten vielfach ei- 1030 - WS nen Pferdefuss aufwiesen, der sehr stark nach bahnfreundlichen Interessen hindeutete. Dies scheint wohl auch für die Punkte drei und vier des hier in Frage stehenden Postulates der Fall zu sein, und soviel von den Beratungen der Kommission in Erfahrung gebracht werden konnte, hat auch die dortige Diskussion gezeigt, dass mehr übertriebene Bahnfreundlichkeit als Verkehrsver* ständnis bei der Ausarbeitung des Postulates zu Gevatter standen. Es ist nach der Lag« der Dinge anzunehmen, dass der Rat dem Vorschlag der Kommission zustimmen wird, doch können wir uns bei der Behandlung des Geschäftes im Kantonsrat wohl noch auf eine angeregte Diskussion gefasst machen, welche zwar nicht viel Neues zu Tage fördern wird, uns aber wenigstens darüber orientieren kann, wie der Wind in Verkehrsangelegenheiten überhaupt im Kantonsrat weht b. Vorsicht beim Vorfahren. Ein Schwurgerichtsfall in Zürich. Das Geschworenengericht Zürich hatte am 21. Januar ein Urteil zu sprechen gegen zwei der fahrlässigen Tötung angeklagte Automobilisten. Es betrifft den 29 Jahre alten Chemiker B. und den 39jährigen Chauffeur H. Die beiden fuhren am 22. März 1929, nachmittags um 4 Uhr, durch Altstetten. B. führte einen leichten Personenwagen, H. einen mit drei Tonnen beladenen Lastwagen. Als sie sich der neun Meter" breiten Badenerstrasse näherten, kam es an der Stelle, wo die Unterdorfstrasse einmündet und die alte Badenerstrasse weiterläuft, während die neue Badenerstrasse eine leichte Rechtskurve beschreibt, zum Unfälle. Die Strasse ist übersichtlich, sie war in der kritischen Zeit trocken und in gutem Zustande. Kein Hindernis störte die Fahrbahn; auf der linken Seite — rechts liegt das Geleise der Strassenbahn — ging eine Frau Marie Caflisch von Altstetten und zog einen kleinen Leiterwagen hinter sich her. Der Unfall kam dadurch zustande, dass vor der Einmündung der Unterdorfstrasse der Angeklagte B. dem H. links vorfahren wollte. Im gleichen Augenblick steuerte dieser sein Fahrzeug ebenfalls nach links, um in die Unterdorfstrasse einzubiegen. B. fühlte sich bedroht, riss seinen Wagen nach links, konnte aber nicht mehr rechtzeitig stoppen, so dass die am Strassenrand gehende Frau Caflisch angefahren und durch das Personenauto unter die hintern Räder des Lastwagens geschleudert wurde. Die Frau wurde überfahren und verschied auf dem Transport in das Spital. Ihre letzten Worte waren: «Ich bin doch ganz links gegangen!» — Sie veranschaulichen deutlich die Ahnungslosigkeit der Frau, als sie durch das Automobil angefahren wurde. Der Staatsanwalt erhob Anklage wegen* fahrlässiger Tönung. Dem B. wurde es als strafbares Verschulden angerechnet, dass er den andern Äit über 40-km Geschwindigkeit fiberholen: wollte,"wobei er, als hn gleichen Moment der Lastwagen nach links fuhr, wegen des übersetzten Tempos nicht imstande war, rechtzeitig sein Fahrzeug anzuhalten. Dem H. wurde es als Fahrlässigkeit angerechnet, dass er mit dem schwer beladenen Lastauto mit 25 km fuhr und, ohne Signal zu geben, nach links abschwenkte und die Kurve schnitt — Die Beweisverhandlungen und der Augenschein ergaben die Richtigkeit der in der Anklage gemachten Vorhalte. B. und H. bestritten ihre Schuld und jeder wollte den andern für das tragische Ereignis verantwortlich machen. Die technischen Experten erblickten der eine im Verhalten des B. ein strafbares Verschulden, der andere im Verhalten des H„ weil er ohne Signa] von der Fahrrichtung abgewichen sei. Die Geschworenen erklärten nach mehr als cinstfindiger Beratung beide Fahrer schuldig. B. wurde zu zwei Monaten, H. zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt Beiden wurde der bedingte Strafaufschub gewährt, und zwar weil es sich nicht um grobe Fahrlässigkeit handelte und die Persönlichkeit der Angeklagten die Zubilligung des Strafaufschubes rechtfertigte, rr. als wenn Sie bei dieser Gelegenheit ein wenig brutal waren.» «Brutal wohl, aber ich war hieTzu genötigt, denn an jenem Abend fing es an.» «Was fing an?» «All der heimliche Kram dort auf dem Edelhof. Es ist traurig, dass es nun dazu gekommen ist, nachdem wir so viele Jahre in Frieden gelebt haben. Ich darf Ihnen wohl versichern, dass ich grosse Stücke auf Gjaernaes halte, er ist viel tüchtiger und ordentlicher und auch weniger jähzornig, als der Alte war.» Hier unterbrach ihn Asbjörn Krag. «Sie meinen den verstorbenen Vater von Gjaernaes?» «Ja.» Damit kam der Detektiv also" wieder auf den längst vergessenen Todesfall zurück. «Weiss man denn sicher, dass er ertrunken ist?» fragte er. «Ja,» antwortete der Verwalter, «er ist ertrunken. Das Boot trieb kieloben draussen zwischen den Schären an Land... Ja, wie gesagt, an jenem Abend fing es an,» fuhr er fort. «Ein Mann kam mit einem Briefe zu Gjaernaes; als er den gelesen hafte, raste er wie toll durch die Zimmer und rief nach dem Fräulein.» «Wissen Sie, woher der Brief kam?» «Nein, das weiss ich nicht, aber ich stand gerade in Gjaernaes' Arbeitszimmer, als er anlangte. Es war ein grosser, gelber Umschlag.» «Sahen Sie die Handschrift?» «Nein, aber während Gjaernaes die Aufschrift las, wurde er plötzlich so wunderlich.» «Sagte er etwas?» «Ja, er sagte: .Grosser Gott, das ist mir noch niemals vorgekommen'... Dann erbrach er den Brief und las ihn. Kaum hatte er aber die ersten Zeilen gelesen, da schien er in Ohnmacht fallen zu wollen. Jedenfalls wurde er entsetzlich blass, ja, während er auf dem Stuhle sass, war er so bleich wie der Tod. Ich habe niemals etwas so Seltsames erlebt» «Sie sagten, dass er durch die Zimmer rannte ?» «Ja; das geschah, nachdem er sich etwas erholt hatte, aber vorher warf er mich hinaus. ,Sie dürfen hier nicht länger bleiben,' sagte er, ,Tod und Teufel, Sie dürfen hier nicht länger bleiben.' Er wartete nicht erst ab, bis ich gegangen war, sondern raste ohne Sinn und Verstand durch die Zimmer und rief dem Fräulein.» «War sie zu Hause?» «Ja, sie war daheim.» «Was sagte er zu ihr?» «Das weiss ich nicht, denn ich ging hinaus. Aber nachher hörte ich von den Mägden, dass das Fräulein aufgeschrien, dann aber versucht hätte, Gjaernaes zu beruhigen. Die beiden sprachen lange in der Bibliothek hinter verschlossenen Türen und Fenstern miteinander. Alsdann wurde ich hereingerufen. .Hören Sie, lieber Inspektor,' sagte Gjaernaes, jch bekam vorhin einen überraschenden Brief. Er war in gewissem Sinne sehr traurig, aber anderseits auch recht erfreulich. Jedenfalls habe ich mich beim Lesen stark aufgeregt; ich bitte Sie, den Auftritt zu vergessen und zu niemandem hierüber zu sprechen. Es handelt sich um eine ganz private Sache, über die es weiter nichts zu reden gibt.' Das glaubte ich ihm allerdings nicht, denn Gjaernaes war noch immer sehr bleich.» «Wann geschah das?» «Gegen neun Uhr abends.» '«Also ehe Forstmeister Blinde anlangte?» «Ja, eine halbe Stunde zuvor. Als er kam, wollte Gjaernaes ihm erst den Zutritt ver- weigern, aber das Fräulein Hess ihn ein- Die drei hatten ein langes Gespräch zusammen, und gegen Schluss dieses Gesprächs kameo Sie.» Hier nickte der Verwalter mir zu. «Das Fräulein sah Sie durch das Fenster,* fuhr er fort. «Sie kam zu mir herausgelaufen und bat mich, Sie nicht einzulassen. Auch Gjaernaes selbst kam herbei und fing an, wie toll zu schreien: .Ich muss allein bleiben," rief er, .sehen Sie denn nicht, dass ich krank bin?' Deshalb musste ich so brutal zu Ihnen werden, das war der einzige Grund hierfür.» «Hörten Sie denn gar nicht, wovon Besprochen wurde?» fragte der Detektiv. «Nein, nichts weiter. Einmal hörte ich allerdings noch, dass das Fräulein mit allerlei Vorwürfen auf Gjaernaes losfuhr. Du solltest dich freuen,' sagte sie, ,und statt dessen bist du zu Tode verzweifelt.'» «Was erwiderte er hierauf?» «Er sagte: ,Ja, gewiss freu« ich mich, Hilde, aber schrecklich ist es doch immerhin. Wie sollen wir das verheimlichen?' Ich hörte auch, dass er noch etwas anderes! sagte.» (Fortsetzung folgtJ,

_ 1QSA AUroMoBiL-kevue Indianapolis-Rennen. Das Reglement für den Grossen Preis von Indianapolis, der am 30. Mai zur Austragung gelangt, ist auch für die europäische Industrie nicht gleichgültig, sind doch Preise im Gesamtbeträge von 100,000 Dollar (also einer halben Million Franken) ausgesetzt. Zugelassen sind zu den Rennen der nächsten vier Jahre alle Wagen bis zu 6000 ccm Zylinderinhalt. Leergewicht 207 kg auf je 1000 ccm, im Minimum 794 kg, zweisitzige Karosserie gemäss den internationalen Bestimmungen. Die Distanz des Rennens beträgt 500 Meilen, d. h. 804,5 km. Für die amerikanischen Bewerber finden, wie fiblich, Ausscheidungsrennen statt, in denen eine Mindestgeschwindigkeit erreicht werden muss. Die Sternfahrt nach Monte Carlo. Zum 9. Male beginnt dieser Tage die Sternfahrt nach Monte Carlo, die alljährlich den Auftakt zu den sportlichen Veranstaltungen des Jahres bildet. Dieses Jahr verspricht die Fahrt ein besonders grosser Erfolg zu werden. Einmal liegen nicht weniger als 142 Einschreibungen vor, was an sich schon einen Rekord bedeutet. Dann sind weiter die Schnee- und Wetterverhältnisse ausserordentlich günstig. Die grössten Schwierigkeiten dürften die Teilnehmer von Athen und Saloniki antreffen, während die Fahrer aus dem Norden mit fast schneefreien Strassen rechnen können. Die ersten Abfahrten fanden am 24. Januar von Athen statt; die Ankunft in Monte Carlo muss spätestens am 29. Januar, um 16 Uhr, erfolgen. Tatra. Mehr als die Hälfte aller Wagen sind Sechszylinder. -o- Die Abfahrten. 24 Januar: von Athen: Frau Mareuse (Peugeot) und zwei andere Konkurrenten. 25. Januar: Von Jassy (3518 km). 15 Konkurrenten. Von Tallin (3474 km), 29 Konkurrenten. Von Sundsvall (3424 km). 9 Konkurrenten. Von Saloniki (3202 km), 1 Konkurrent Von Riga (3034 km), 14 Konkurrenten. Von Stockholm (2988 km), 2 Konkurrenten. Von Oslo (2970 km). 1 Konkurrent. Von John o'Groats (2956 km), 27 Konkurrenten. 26. Januar: Von Lwow (Lemberjf), 2990 km, 2 Konkurrenten. Von Königsberg (2644 km), 4 Konkurrenten. Von Warschau (2614 km), 2 Konkurrenten. Vom Glasgow (2454 km). 1 Konkurrent. •on Gibraltar (2316 km), 6 Konkurrenten. Von Land's End (2268 km), 1 Konkurrent. Von Lissabon (2178 km), 1 Konkurrent. 27. Januar: Von Berlin (2054 km). 4 Konkurrenten. Von Budapest (2016 km). 2 Konkurrenten. Ferner finden an diesem Tage noch die Abfahrten von London, Wien, Boulogne und Amsterdam statt Am 28. Januar starten die Teilnehmer von München, Brüssel, San Sebastian. Paris und Triest. Nach den neuesten Meldungen mussten bereits acht Teilnehmer aus Tallin aufgeben. Das gleiche passierte einem Teilnehmer aus Athen, dessen Austin in Belgrad eine Panne hatte. Das weitere Programm. Das Programm der mit der Sternfahrt zusammenhängenden Veranstaltungen sei im folgenden noch erwähnt: 29. Januar. 10—16 Uhr: Ankunft der Teilnehmer an der Sternfahrt. 30. Januar: Zuverlässigkeitsprüfung, 2 X 160 km über den Col de Braus. 31. Januar: Ausstattungswettbewerb. 1. Februar: Bergrennen am Mont des Mules (fakultativ). Ein wahrer Völkerbund von Wagen. Wie die Statistik zeigt, sind unter den 142 eingeschriebenen Wagen alle bekannten Marken aus zehn Ländern vertreten. Frankreich steht an der Spitze mit 37 Wagen und 17 Marken, dann folgen Amerika mit 31 Wagen und 16 Marken, England mit 26 Wagen und 13 Marken und Deutschland mit 21 Wagen und 12 Marken. Italien schickt 11 Wagen, die sich auf drei verschiedene Marken verteilen, Oesterreich 9, von denen 8 Steyr sind, Belgien hat 2 Minervawagen angemeldet, die Tschechoslowakei zwei Praga, und Polen ebenfalls zwei seiner Nationalmarke Uebersiohtskarte zur Sternfahrt nach Monte Carlo Erweiterung des städtischen Omnibusbetriebes. Der Stadtrat Hess vor wenigen Tagen zwei Weisungen an den Grossen Stadtrat ergehen, welche den Ausbau des bisherigen Omnibusverkehrs anstreben. Es soll durch eine neue Linie, die vom Bucheggplatz über die neue Kornhausbrücke zum Bezirksgebäude an der Badenerstrasse führt, eine bessere Verbindung zwischen den beiden Stadtkreisen 5 und 6 geschaffen werden. Ein Verkehrsbedürfnis in der vorerwähnten Richtung besteht zweifellos und darf demselben um so eher Rechnung getragen werden, als vorläufig vom Bau einer ähnlich verlaufenden Strassenbahnlinie abgesehen wurde. Die Linie erhält eine Betriebslänge von zirka 2,8 km und werden auf ihr 8 Zwischenhaltestellen eingerichtet. Interessanterweise schlägt der Stadtrat vor, die Linie in das Taxsystem der Strassenbahn einzugliedern, während bekanntlich die einzige bisher betriebene äussere Ringlinie ihre eigene Tarifskala hat. Bei einem zwölfminutigen Betrieb werden zwei Wagen und ein Reserveomnibus benötigt. Eventuell sollen Wagen mit Rohölmotoren Verwendung finden. Der dafür benötigte Kredit beträgt Fr. 200,000.—. Die zweite projektierte Linie soll vom Klusplatz ausgehen und bis nach Witikon hinaufführen. Es wurde seinerzeit der Bau einer Strassenbahnlinie geprüft und dabei festgestellt, dass dieser gewaltige Aufwendungen insbesondere wegen kostspieligem Strassenbau erfordern würde, so dass deren Verwirklichung auf Jahre hinaus verschoben werden müsste. Der Omnibusverkehr könnte dagegen mit geringen baulichen Verbesserungen der Strasse eingerichtet werden. Zur reibungslosen Organisation des Betriebes müssten zwei Kehrplätze hergerichtet werden, wovon der eine von der Gemeinde Witikon kostenlos zur Verfügung gestellt wird und der andere durch Umgestaltung des Klusplatzes ersteht, was etwa 28,000 Fr. Kosten verursachen wird. Die Linie wird eine Betriebslänge von 2,5 km aufweisen und mit vier Zwischenhaltestellen versehen. Bei Inbetriebnahme von zwei Wagen kann ein viertelstündiger Verkehr durchgeführt werden. Diese Linie soll ebenfalls in das Netz der Strassenbahn eingegliedert werden. Sie wird teilweise in Konkurrenz zu den von der Post geführten Kurse zwischen Zürich-Witikon und Maur treten, doch hofft die Stadtverwaltung die benötigte Konzession gleichwohl zu erhalten. Es sollen ebenfalls zwei Betriebsund ein Reserveomnibus angekauft werden. Der geforderte Kredit beläuft sich auf 200,000 Franken. Mit der Verwirklichung dieser beiden Projekte erfährt das Betriebsnetz des städtischen Omnibus schon eine stattliche Erweiterung, und kann wohl erwartet werden, dass die Entwicklung, wenn auch langsam, im Sinne einer stärkeren Kooperation zwischen Motorfahrzeug und Strassenbahn erfolgt. Von der Strassenbahndirektion sind zwar für beide Linien Rückschläge in den Ergebnissen vorgesehen, die aber nicht dem Betriebssystem selbst, sondern den an und für sich ungünstigen Betriebsvoraussetzungen zur Last gelegt werden müssen. Eine Strassenbahn als Ersatz wäre der Erstellungskosten wegen vorläufig gar nicht denkbar und müsste zudem noch weit grössere Defizite bringen. z. Der Ausbau des Schaffhauserplatzes, für welchen ein Kredit von 460,000 Fr. zu genehmigen war, wurde vom Grossen Stadtrat in seiner letzten Sitzung beschlossen. Freilich wurden die Anträge der Kommission nicht mit Unrecht einer bestimmten Kritik unterzogen, wobei der Standpunkt der Ver kehrsinteressenten vorab durch Herrn Gassmann vertreten wurde. Es sind nämlich neben den beiden Hauptinselperrons, welche den Trampassagieren als Warte- und Schutzinseln dienen sollen, noch eine Anzahl kleine Inseln vorgesehen. Wie vom Vertreter des Stadtrates ausgeführt wird, sind diese zum doppelten Zweck vorgesehen, um einmal den Fussgängern den Weg über den Platz zu erleichtern und um gleichzeitig auch den Fahrzeuglenkern den Weg zu weisen. Nun ist aber die Anlage der Inseln so gedacht, dass sie eher geeignet sind, die Fahrer über die einzuhaltende Richtung in Zweifel zu bringen. Was der Schutz der Fussgänger anbetrifft, so dürften die beiden mächtigen Inseln in der Mitte sicher genügen, und wurde richtig darauf hingewiesen, dass die bisherigen Erfahrungen in der Stadt kaum den Schluss zuassen, dass die Passanten den Platz nun gerade in der Richtung dieser als Ruhepunkte und Zufluchtsstätte gedachten Inseln überqueren. Es gibt Beispiele genug für die Erahrungstatsache, dass diese Refugien zwar n einer guten Absicht erstellt worden sind, nichtsdestoweniger aber vom gesamten Publikum ständig umgangen werden (siehe Einmündung des Neumühlequais in den Platz beim Central etc.!). Bei nebligem Wetter, wie wir es gerade zur Zeit in reichem Masse «geniessen» und bei nasser Witterung bilden diese oft erst im letzten Augenblick beachteten Ueberhöhungen nur eine Gefahr. Sie sollen zwar, wie vom Stadtratstische aus mitgeteilt wird, samt und sonders beleuchtet werden, was ihre Gefährdung für den Verkehr bedeutend herabmindert, ihre allgemeine Zweckmässigkeit aber kaum stark erhöht. Weiterhin wurde auch die von uns bereits früher beanstandete wenig flüssige Führung der Fahrbahnen kritisiert. Endlich verlangte Herr Gassmann auch die Schmälerung der einen der beiden Hauptinseln, welche eine Breite von 6 m aufweisen soll, um 2 m, wodurch der Fahrstreifen entsprechend erweitert werden könnte. Nachdem es sich hier um ein Teilstück der einen der beiden Ausfallstrassen nach der Ostschweiz handelt und der dortige Verkehr bestimmt eine beträchtliche Steigerung erfahren wird, wäre eine 8 m breite Fahrbahn sicher kein Luxus gewesen. Die Abänderungsvorschläge wurden vom Rate lediglich zur Kenntnis genommen, vermochten aber nicht die Annahme der Kommissionsanträge zu verhindern. b. Helft mit! Die «Basler Nachrichten» haben eine Sammlung eröffnet, deren Ertrag zur Linderung des Kinderelends in der Berggemeinde Spiringen dienen soll. Welcher Automobilfahrer kennt Spiringen nicht, das nur etwa 20 Kilometer von der Klausenpasshöhe entfernt liegt? Was aber weniger bekannt sein dürfte, ist die Not dieses Bergdorfes, eine Not, in die auch etwa 130 Schulkinder schuldlos hineingezogen sind. Ihre Lebensverhältnisse sind in vielen Fällen äusserst misslich. Stundenlang erkämpfen sie sich im Winter, oft durch Sturm und Wind, ihren Weg zur Schule. Was kann die Gemeinde diesen Aermsten bieten? Aus einem leider sehr bedenklich kleinen Fonds etwa 35 Tage Gratisschulsuppe. Das ist alles. — Wer hilft mit, dieses Kinderelend zu mildern? Wir empfehlen diesen Aufruf dem Wohlwollen unserer geschätzten Leser und zweifein nicht daran, dass sich da und dort, vielleicht in einer Clubversammlung, gütige Hände öffnen werden, um den armen Kindern von Spiringen zu helfen. Geldbeträge sind zu senden auf das Postcheckkonto V2400 der «Basler Nachrichten» in Basel. Eine Statistik des Lärms. Die Stadtverwaltung von Paris hat in einem verhältmsmässig stillen Winkel der französischen Hauptstadt ein Mikrophon aufgestellt und Grammophonplatten von dem aufgenommenen Lärm herstellen lassen. Es ergibt sich daraus, dass Autohupen und Sirenen 25 Prozent des Grossstadtlärms ausmachen; Motorengeräusch absorbiert 36 Prozent. Trambahnen und Lastwagen verursachen 11 Prozent des Lärms, das Geräusch beim .Abladen von Warengütern 9 Prozent, das Knirschen der Bremsen 2 Prozent, der Auspuff von Motorrädern 5. Prozent, Pfeifen der Polizisten 1 Prozent. Der Rest entfällt auf diverse Geräusche, wie Hammersch'äge, Kindergeschrei usw.