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E_1930_Zeitung_Nr.008

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A. C. S. Der

A. C. S. Der Direktionsrat des A. C. S. hielt am Donnerstagnachmittag am Zentralsitz in Genf eine Sitzung ab, unter dem Präsidium von Herrn Dr. Mende, Zentralpräsident. Das von der N.S. K. ausgearbeitete Sportreglement wurde genehmigt und soll dem Zentralkomitee zur Annahme empfohlen werden. Bisher war nur mit der D. A. S. ein Rechtsversicherungs-Vertrag abgeschlossen. In Zukunft wird die C. A.P. ebenfalls in den Vertrag eingeschlossen. Der Direktionsrat beschloss, für das Jahr 1930 der Strassenverkehrsliga einen Beitrag von 5000 Franken auszurichten. Im Bedarfsfalle kann dieser Beitrag erhöht werden. Ein jährlicher Beitrag von 500 Franken soll dem Schweizerischen Autostrassenverein ausgerichtet werden. Der Teilnahme des A. C. S. an der Schweizerischen Hygiene- und Sport-Ausstellung in Bern wurde im Prinzip zugestimmt. Man prüfte die Frage eines besondern A. C. S.-Standes am nächsten Automobilsalon in Genf. Der Direktionsrat befasste sich ferner mit der Reorganisation der offiziellen Zeitung. Verhandlungen mit dem Verlag sind im Gange. Das Komitee genehmigte die neuen Verträge betreffs Führer und Jahrbuch. Ebenso wurden die neuen Verlagsbestimmungen für eine schweizerische Karte im Massstab 1:250,000 genehmigt. Die nächste Einberufung des Zentralkomitees wird Ende März sein. Die Frühjahrs- Delegiertenversammlung soll Mitte Mai in Bern stattfinden, mit vorausgehender Sitzung des Direktionsrates und des Zentralkomitees. sr. A.C.S. SEKTION BERN. Es wird noch einmal auf den Vortrag tVom finnischen Meerbusen zum Eismeer» von Ihr. E. Wegmann aufmerksam gemacht, der am 3. Februar. 20 Uhr. im Uebungssaal des Casino (Eingang Herrengasse) stattfindet. A.C.S. SEKTION ZÜRICH. Der alljährliche Clubball der Sektion Zürich des A.C.S. bildet neben dem Theaterball und dem grossen Ball des Lesezirkels Hottingen zweifellos das grosse gesellschaftliche Ereignis der Limmatstadt. Waren es letztes Jahr rund 400 Ballteilnehmer, so ist nun dieses Jahr die Zahl der anwesenden Personen auf 570 emporgeschnellt Man sieht, das Zürcher Fest hat Tradition und besten Klane, besonders wenn es sich in solch vorzüglicher, festbeschwingter Stimmung abspielt, wie dies am 25. Januar 1930 der Fall war. Schon kurz nach 8 Uhr setzte die Anfahrt der zahlreichen Autos ein, deren über 200 die Strassen um das Grand Hotel «Dolder» bevölkerten, getreulich bewacht von Zürcher Verkehrspolizisten. Und drin in den eleganten, festlich geschmückten Bäumen herrschte bald ein bunter, auf eine elegante Note abgestimmter Ballbetrieb. Der Präsident der Vergnügungskommission, Herr Töndury, hatte das Vergnügen, ein erstklassiges Programm von Darbietungen und Konkurrenzen ankündigen zu können, die denn auch bester Aufnahme begegneten Mit dem berühmten französischen Jongleur Palmer hatte man sich eine Glanznummer verschrieben, die wohl ihresgleichen heute vergebens sucht. Frau Liane Frank erfreute mit amüsanten Gesangsvorträgen, und das Ballett des Stadttheaters spendete eine hübsche Tanzvorführung, ein prächtiges Augenbild. Bald setzte auch der erste Ballteilnehmer- Wettbewerb ein. eine Tanzkonkurrenz für Walzer. Foxtrott und Tango, die gut beschickt der verantwortungsvollen Jury keine so leichte Arbeit schuf. Dazwischen hinein ernteten die bestbekannten Künstler des Stadttheaters, die Damen Brosig und Hörn und die Herren Melzer und Tomming. stürmischen Applaus. Und erst der Ballbetrieb 1 Unermüdlich eiferten die beiden Kapellen Ammonini und Cattaneo mit ihren schmissigen Weisen zur Tanzbetätigung an; ein farbenfrohes Bild bot sich auf allen Tanzparketten, es war ein Ball vornehmer Eleganz und frohbeschwingter Stimmung. Einen besonders amüsanten Ton schuf die traditionelle «A.G.S.-Kissenschlacht». wo auf hohem Gestell die Meister des Volants von ihren sonstigen gymnastischen Fähigkeiten Zeugnis ablegen konnten. So war es denn nicht zu verwundern, dass noch 4 Uhr morgens kaum einer ans Heimgehen dachte. Denn es gibt wohl nicht so leicht einen zweiten gesellschaftlichen Anlass in Zürich, wo neben dem eleganten, farbenfrohen Ballbetrieb bester Gesellschaft auch eine so freudig abgetönte und amüsante Feststimmung die grosse Ballgemeinde begeistert und nia ausser Atem kommen lässt. Der 1930er Ball der nun 2500 Mitglieder zählenden Zürcher Sektion des A.G.S. verdient beste Note. Möge auch seinen Nachfolgern ein solch guter Stern beschieden sein ! s. ¥. C. S. AUTO-SEKTION ST. GALLEN-APPENZELL DES T. C. S. Generalversammlung. Wir laden unsere Mitglieder erneut zu der kommenden Sonntag, den 2. Februar, nachmittags 2 Uhr." stattfindenden Generalversammlung ein. Dieselbe wird im Frohsinnsaale im «Schützengarten» St. Gallen durchgeführt. Die umfangreiche und wichtige Traktanden enthaltende Geschäftsliste lässt erwarten. dass unsere werten Mitglieder möglichst zahlreich an der Versammlung teilnehmen. Wir verweisen auf Nr. 6 der «Automobil-Revue», in welcher die genaue Traktandenliste publiziert worden ist. Der Vorstand. AUTO-SEKTION WALDSTÄTTE DES T.C. S. Kaum hat sich die Sturmflut der Weihnachts- und Neujahrsgriisse gelegt, melden sich schon die Vorboten einer neuen Zeitepoche Altem Brauche folgend, bilden Wahl des Frite

8 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Neuer Vorschlag zur Verkehrsregelung In den Citys der Grossstädte ist bekanntlich die reibungslose Verkehrsregelung trotz dig ab. In einem Zuge dürfen nur mehr die dabei von einer zur andern Strasse bestän- Einwegstrasse, Signaltürmen und Polizeilegionen zu einem Problem geworden, das fenden) Hauptstrassen durchfahren werden. (in der Skizze von oben nach unten verlau- fast unlösbar zu sein scheint. Wenn man Die Querstrassen dagegen sind jeweils bei in einzelnen Stadtteilen New Yorks zuFuss der nächsten Kreuzung in der Geradeausschon rascher vorwärts kommt als mit dem Richtung gesperrt und müssen gleichsam Automobil, dann muss es wirklich mit den im Zickzack durchfahren werden. Verkehrsverhältnissen schon schlimm stehen. einen schweren Nachteil des Systems dar, Anscheinend stellt dieser letzte Umstand Ein bekannter amerikanischer Verkehrsfachmann hat nun ein neues Verkehrsrege- verlangsamt. Bei näherem Zusehen entdeckt indem er den Verkehr in der Querrichtung lungs-System «erfunden> und in einer der man aber, dass das von einer gewissen Verkehrsdichte an nicht mehr gilt. Es ergibt sich grössten dortigen Zeitungen zur allgemeinen Beurteilung veröffentlicht. Die untenstehende der Vorteil, dass der Verkehrsstrom ununterbrochen laufen kann, da, wie man sich Zeichnung zeigt den dazugehörigen Plan. an In dem neuen System ist vorgesehen, dass alle Strassen zu Einwegstrassen gemacht werden. Die erlaubte Fahrrichtung wechselt Schema des vorgeschlagenen Einwesfrerkehrt. Hand der Skizze selbst überzeugen kann, keine Kreuzungen mehr vorkommen. Wo bis jetzt zwei rechtwinklig gegeneinander zu fahrende Fahrzeuge einander kreuzen mussten, was immer das eine von ihnen zum Anhalten zwang, ergibt sich beim vorgeschlagenen Verkehrssystem nur mehr ein Einbiegen in eine gemeinsame Richtung. Verkehrspolizisten sollen dadurch mehr oder weniger überflüssig werden und der ganze Verkehr bleibt dauernd im Fluss. Verfolgt man die Route, die ein Fahrer einzuschlagen hat, wenn er von A nach B gelangen will, so erkennt man, dass er dabei wohl einen ziemlich grossen Umweg machen muss. Da er dabei aber nie anzuhalten braucht, wird er wahrscheinlich doch schneller ans Ziel kommen als wenn er, wie beim alten System, vielleicht an allen Kreuzungen, mindestens deren drei, hätte anhalten müssen, um zuerst andern Verkehr passieren zu lassen. Dasselbe gilt für den Fahrer, der von E nach F will. Beim Fahren von C nach D entspricht die vorgeschriebene ohne weiteres auch der kürzesten Route. Das vorliegende System hat vieles für sich und könnte in diesem oder jenen Fall auch bei weniger amerikanischen brauchbar sein, Verhältnissen ma. Stand der Alpenstrassen. Touristikbulletin des A.C.S. vom 24. Januar 1930. I. Strassen. Schweiz: Die stabile Wetterlage der letzten Wochen bat die Passierbarkeit der Hauptverkehrswego im ganzen Land gefördert. Jura, Mittelland und Voralpen sind sozusagen schneefrei, doch empfiehlt es sich, auf höher gelegenen Strassen wegen Vereisungen Ketten mitzuführen. Appenzellerland: Alle Hauptstrassen schneefrei. Ketten fiberflüssig. Toggenburg: Uebergang Unterwasser-Wildhaus- Gams an vereisten Stellen gesandet. Ketten nicht notwendig. Ricken, schneefrei. Hulftegg. gänzlich schneefrei, Ketten überflüssig. Zürcher Oberland: Tösstal, ohne Ketten befahrbar Ṡchwyz: Zufahrtsstrassen Zürich-Einsiedeln und Rapperswil - Schindellegi. ohne Ketten fahrbar Strasse Schindellegi-Sattel-Schwyz teilweise schneefrei, Ketten überflüssig. Strasse Einsiedeln-Iberger Skigebiet befahrbar bis Oberiberg. Ketten ab Eutal ratsam. Wäggital schneefrei. Glarnerland: Talstrasse bis Linthal ohne Ketten befahrbar. Sernftal schneefrei. Kerenzerberg. im Strassenzug Rapperswil-Chur. schneefrei. Strasse nach Amden ohne Ketten fahrbaT. Graubünden: Strasse Landcruart-Davos mit Ketten bis Klosters (Schwierigkeiten beim Ausweichen) Strasse Chur-St. Moritz über Lenzerheide-Oberhalbstein befahrbar bis Mühlen (Ketten). Albulastrasse fahrbar mit Ketten bis Filisur. Wagen mit schmaler Fahrspur bis Bergan. Schynpass streckenweise vereist, Ketten notwendig. Strasse Landeck-St. Moritz fahrbar von Schute abwärts, Schuls-St. Moritz eingeschneit. Strasse Chur-Flims-Oberalp passierbar bis Disentis, Ketten ab Firma. Splügenstrasse mit Ketten durch die Viamala bis Splügen-Dorf. Ma- Ioja, Ketten notwendig, breite Fahrspur. Strasse Chur-Arosa vorläufig nicht zu empfehlen. Gotthard: Strasse auf der Nordseite bis kurz unterhalb Göschenen aper und bis Göschenen ohne Ketten befahrbar; Schöllenen vereist, nicht empfehlenswert; Südseite von Airolo-Dorf abwärts ohne Ketten fahrbar. Für das kurze Stück Airolo-Station-Gotthardstrasse sind Ketten notwendig. Innerschweiz: Strasse Luzern-Interlaken über den Brünigpasa schneefrei, sowohl nach Brien7 wie nach Meiringen ohne Ketten passierbar. Strasse Luzern-Engelberg bis Station Grünenwald srut, Schlussstrecke bis Engelberg vereist. Berner Oberland: Grimselstrasse. im Haslital mit Ketten bis Guttannen. Interlaken-Lauterbruanen schwach vereist. Interlaken-Grindelwald. Ketten ab Zweilütschinen empfohlen. Strasse Frutigen-Adelboden kotig, Ketten für stärkere Wagen überflüssig. Frutigen-Kandersteg gefroren (Ketten). Strasse Spiez - Zweisimmen - Chateau-d'Oex schneefrei bis Zweisimmen. Ketten über die Höhe von Saanenmöser. Gurnigelbad jetzt ohne Ketten. Jaunpass gesperrt. Berner und Neuenburger Jura: Alle Hauptstrassen sind ohne Ketten befahrbar. An der Vue des Alpes (Strasse Neuenburg-La Chaux-de-Fonds) sind Ketten empfohlen. Westschweiz: Uebergänge nach Frankreich: Vallorbe-Pontarlier, La Cure, ohne Ketten befahrbar, Faucille mit Ketten. Strassen Montreux-Les Avants und Montreux-Caux ohne Ketten passierbar. Strasse Aigle-Ollon-Cbesieres-Villars mit Ketten, das Strassenstück Villars-Gryon ist für den Automobilverkehr polizeilich geschlossen. II. Transport von Automobilen durch die Alpentunnels. Gegenwärtig hat der Ein- und Auslad an folgenden Stationen zu erfolgen: St. Gotthard, Göschenen-Airolo. Lötschberg, Kandersteg-Brig. Arlberg, Langen-St. Anton. Albula. Filisur-Bevers. Simplon, Brig-Domodossola. Mont Cenis. Modane-Bardonnechia. III. Verkehrsvorschriften. Deutschland: Es mehren sich die Klagen schweizerischer Automobilisten, dass ihnen beim Ueberschreiten der deutschen Grenze wegen den Abmessungen des N'ationalitätenzeichens Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Nach den Vorschriften des internationalen Abkommens über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen betragen die Masse bei Kraftwagen: Schildbreite 30 cm, Schildhöhe 18 cm, Schrifthöhe 10 cm bei einer Strichbreite von 15 mm, Automobilisten mit Schildern, welche diesen Abmessungen nicht genügen, laufen Gefahr, an der Grenze zurückgewiesen zu werden. Ein neuer Motor, der eine Nacht lang gestanden hat, sollte immer zuerst mit der Handkurbel angeworfen werden. Es ist unnötig und töricht, etwas zu riskieren. Das Motto jedes verständigen Automobilisten muss < Safety Hrst » heissen. Uesbergerstrasse 15 Schöne, helle, geheizte Räume. Modern eingerichtete Werkstätten. Peugeot-Vertretung für den Kanton Bern. Platz für 80 Wagen. Einzige Qrossgarage im Kirchenfeld. E.