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E_1931_Zeitung_Nr.090

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14 AUTOMOBIL-REVUE 19dl

14 AUTOMOBIL-REVUE 19dl — «l^s 80 sich in rasenden Wirbeln. Man lebte, man wurde gelebt. Irgendwo waren nun Sie, in dieser Stunde. Irgendwo lebten Feinde. Die letzten Blumen des Jahres hoben sich ergreifend ins Licht. Und waren doch Kinder des Nebels. Ueber den goldflammenden Herbstbäumen strahlte letzte gütige Sonne. Lange schliefen wir beide. Ganz in meiner Nähe lebte ein etwa 35- Jähriger Epileptiker. Der arme Mensch trieb rasch der geistigen Auflösung entgegen. Wenn ich neben ihm sass, lächelte er. Er litt unter furchtbaren Minderwertigkeitsgefühlen. Seine Sprache war schwer, sie brach sich langsam Bahn. An einem Wort konnte er einige Sekunden sich mühen. Die Sätze bekamen dadurch ein ergreifendes Gewicht und grosse Tiefe. Sein Gesicht war von Narben zerrissen, der arme Mund geiferte oft. Die kleinen Kinder hatten an ihm grosse Freude, er war ein ideales Spielzeug. Arbeiten machte ihm Freude, aber jedes Werk ging ihm so langsam von der Hand, dass er nur Spott und Undank erntete. Er verfluchte seine Angehörigen. Ihre selbstverständliche Zufriedenheit, ihre Normalheit erregte ihn. Er litt unter dem Gedanken, dass nur unter seiner Existenz sich die grausige Tiefe eines Verhängnisses aufriss, während alle Menschen, die ihm in seinem streng beschränkten Leben entgegentraten, scheinbar ohne jede Krankhaftigkeit waren. Oft plauderte ich mit ihm. Er war von grosser seelischer Schamhaftigkeit; als er mir sein Leiden gestand, lächelte er wie um Verzeihung bittend. üttmor im Wahlkampf. In den Ernst des Wahlkampfes, wie wir ihn soeben wieder hinter uns haben, setzt ein gütiges Geschick dann und wann ein helles Sternlein des Humors, und es schadet sicher nichts, wenn wir das freundliche Lichtlein ruhig leuchten lassen. Bei der Milchsuppe von Kappel haben sich ja die Eidgenossen auch lachend auf die Finger geklopft. Also: Kommt da ein Grossrat und Redaktor aus der Welschschweiz ins Wallis hinauf gereist, um die Leute des kleinen Dorfes Miege oberhalb Siders mit seiner Lehre zu beglücken. Auf dem Dorfplatz sollte «ine Versammlung stattfinden, um die Stimmberechtigten des Dorfes auf die entsprechende Nationalratsliste einzuschwören. Als aber der Apostel ankam, da hing bereits an einem starken Baumast dicht am Dorfplatz eine schöne Glocke, und kaum öffnete der Redner den Mund, so schlug auch schon der Klöppel der Glocke an. Vergebens kämpfte der Mann gegen das schallende Erz, so dass er sich schliesslich darein ergab, seine Rede nicht anbringen zu können. Da aber zeigten sich die Leute von Miege Mit fünfzehn Jahren erhielt er im Religionsunterricht einmal eine solche Ohrfeige, dass er daran erkrankte. Der erste epileptische Anfall ereilte ihn unter dem Webstuhl. Darauf wurde er als arbeitsunfähig aus der Fabrik entlassen und auf die Strasse gestellt. Ich erzählte ihm von meinem nächsten Besuche und versprach ihm, er werde dann eine besonders angenehme Ueberraschung erleben. Er gab mir langsam und schwer zur Antwort: «Dann lebe ich nicht mehr.» Gnädige Frau, in diesem Momente dachte ich an Sie, an die gemeinsamen Genüsse, die wir dem Leben dankten, an den vielen Freuden, die bunten Farben, die strahlenden Lichter, die blauen Himmel, die Nachmittage in flimmernder Hitze, die vielen gelesenen Bücher. Es schien mir irgend etwas an der Liebenswürdigkeit, mit der Sie mich empfangen, beinahe wie ein Unrecht, wie freche Selbstverständlichkeit. Später bummelte ich durch den herbstlichen Wald. Die Füsse rauschten im hohen, leichten Laub. Der Goldton der sinkenden Sonne legte sich über die Hügel. Flammend standen die gelben und roten Bäume. Da wusste ich wieder, dass dies doch alles Leben ist und dass nichts vorlaut gefordert ist Hartes, wildes, süsses Leben! Nun kann ich mich Ihrer Güte wieder freuen. Ich bleibe in aufrichtiger Dankbarkeit Ihr bo. Bunte Chronik aus aller Welt wiederum als echte Walliser: den Redner wollten sie nicht anhören, aber als Gast führten sie ihn freundlich in die Dorfpinte, kredenzten ihm ein gutes Glas Wein zum Trost und setzten ihn zum Schluss auf einen Gamion, der ihn nach der Bahnstation hinunter brachte... Ein lustiges Intermezzo ereignete sich kürzlich in Amsterdam. In einer der belebtesten Strassen der Stadt fiel ein Schwein aus einem Transportwagen und richtete eine heillose Verwirrung an. Nachdem es sich von seinem ersten Schrekken erholt hatte, trollte es durch die offene Türe eines grossen Kaffeehauses hinein und sah sich verwundert die vielen eleganten Gäste an; dann fand es anscheinend Vergnügen an den herrlichen Garderoben und beschloss, diese etwas näher zu untersuchen. Es begann eine wilde Jagd auf den grunzenden Vierfüssler, wobei die Tische samt Tassen, Tellern und Inhalt zu Boden stürzten. Als man wieder zur Besinnung gekommen war, war das Schwein bereits wieder verschwunden. Es wurde später durch einen Schutzmann «verhaftet». Der Geizhals von Bordeaux. Dieser Tage starb der in ganz Bordeaux bekannte Millionär Falliaux, Besitzer umfangreicher Weinberge und, wie sich kurz nach seinem Tode herausstellte, unzähliger Säcke voll Gold und Silber, die er in dem Keller seiner Villa aufgestapelt hatte. Als die Aorzte die Ursache seines Todes untersuchten, stellte sich heraus, dass Falliaux, der ein fanatischer Geizhals war, in den letzten Jahren so gut wie gar nichts gegessen hatte und daher buchstäblich verhungert war. Dieser Geizhals stellte in jeder Beziehung ein Phänomen dar. Während er nämlich auf der einen Seite sich selbst nichts gönnte, sich niemals etwas anschaffte und nur von den Früchten seiner Felder lebte, verpachtete er sein Land halb umsonst an arme Bauern, allerdings unter der Bedingung, dass der Pachtzins an jedem Quartalsersten kurz vor Sonnenaufgang bei ihm abgeliefert wurde. Ausserdem weigerte er sich, jemals Banknoten oder sonstige Zahlungsanweisungen anzunehmen, und ging darin so weit, dass er, als ihm ein Bruder etwa 40 000 Fr. in Wertpapieren vermachte, dieses Vermögen sofort verbrannte. Seine ewige Leidenschaft waren Gold und Silber, die jetzt, nach dem schrecklichen Tode des Sonderlings, wahrscheinlich der Stadt zufallen dürften. Kanadas « schwimmender » Pfarrer. Der Pfarrer der beiden kleinen Gemeinden Blout und Leitch im Nordwesten von Ontario hat es nicht leicht, zu seinen Pfarrkindern zu kommen. Um zu ihnen zu gelangen und predigen zu können, muss er jedesmal einen Fluss, den Abitivi River, durchschwimmen. Er entledigt sich an einem Ufer seiner Kleider, wickelt sie in •seinen Regenmantel ein und schwimmt mit ihnen auf dem Rücken durch den Fluss. Auf der anderen Seite angelangt, zieht er sich wieder an und beginnt, am Ziel angekommen, mit der Ausübung seines Hirtendienstes. Offenbar bedauern die verstreut wohnenden Ansiedler, aus denen die Gemeinde des «schwimmenden» Pastors besteht, ihren Pfarrer; sie sind nämlich jetzt bei der kanadischen Regierung darum eingekommen, dass ihm eine kleine Fähre zur Erleichterung seines Dienstes zur Verfügung gestellt werde. Der «Blue Boy» schwer beschädigt. " Das weltberühmte Meisterwerk Gainsbo- '•roughs, der « Blue Boy», soll durch eine kürzlich vergenommene Restauration vollkommen verdorben sein. Ein unvorsichtiger Restaurator soll die alten Firnislagen mit einer chemischen Lösung beseitigt haben, die die zarten Farben des Bildes empfindlich angriff. Dadurch ist nicht nur die Patina über dem einzigartigen Blau verschwunden, auch der Grundton des Bildes ist wahrscheinlich Vergissmeinnicht Es kommt immer ganz anders, Sei getrost and gib Ruh; Ueber Nacht kommt die Sonne Und der Himmel dazu. Es kommt immer ganz anders Als dein Peiniger will, Es wächst nichts zum Himmel, Drum sei lieb und sei still. Der, der Tauben und Lilien Und des Abendstern denkt, Auch deiner armen Seele Ein Vergissmelnnicht schenkt. Jakob Haringer. endgültig verlorengegangen. Die schlimmsten Verheerungen soll die Flüssigkeit an dem zarten Rosa des Gesichts angerichtet haben. Augenzeugen, die das Bild vor kurzem gesehen haben, berichten, dass es viel gröber wirke. Bekanntlich stellt das Gemälde den jungen Master Butall im blauseidenen Kostüm vor. Es gilt als ein Hauptwerk des berühmten Malers Gainsborough, das sich im Besitz des Herzogs von Westminster befunden hat. Vor dem Krieg kaufte der berühmte Londoner Kunsthändler Dureen das Bild, weil er hoffte, es an einen berühmten amerikanischen Sammler veräussem zu können, der kurz vorher die < Mühle» von Rembrandt für 2,5 Millionen Fr. erworben hatte. Dieser aber verzichtete auf den Kauf des Bildes. Erst später wurde der « Blue Boy » für 4,5 Millionen nach den Vereinigten Staaten verkauft. Schon in London wurde das Bild restauriert, und schon damals soll es etwas gelitten haben. Jetzt aber soll der Schaden, den das berühmte Kunstwerk erlitten hat, so bedeutend sein, dass das Bild in seiner Eigenart nie wieder herzustellen ist. Man kann es leichter haben. Es ist jedenfalls kein besonderes Vergnügen, 15 Jahre lang zwei Nadeln im Leib mit sich herumzutragen. Einem amerikanischen Arzt, der darüber berichtet, ist aber ein solcher Patient zugegangen. Der Mann klagte über Schmerzen im Magen, so dass man annahm, er leide an Magengeschwüren, und zwar schon volle 15 Jahre. Er war merkwürdig zurückhaltend, als er etwas aus seinem Leben erzählen sollte, das vielleicht Licht auf sein Leiden geworfen hätte, beichtete aber dem Priester, er habe vor Jahren in selbstmörderischer Absicht sich zwei Nadeln in den Leib gestossen. Richtig fand man sie beim Durchleuchten im Leib stecken. Eine war unterdessen zerbrochen. Eine Operation befreite ihn bald von seinen langjährigen Begleitern. Eine Nadel hatte sich in der Leber eingenistet und die andere in dem Band, mit dem die Leber am Zwerchfell befestigt ist. iardimen Kostenlose Berötuna ohne Kaufewanq. Albrecht-Schläpfer&Co., Zürichi AUTO WAIJS Pflü OllAllTVr

N° «0 — 1931 AUlUMUBIL-kCVUE ziehen die Männer Frauen vor? Muss eine Frau intelligent sein? Diese Frage ist nicht so dumm, wie sie auf den ersten Blick hin scheint?Wir kennen eine ganze Anzahl von Frauen, deren Verstand zu nichts mehr reicht als zu einem beschränkten Weibchentum und die auch körperlich keine solchen Qualitäten besitzen, dass man etwa aus diesem Grunde die Erhaltung der menschlichen Rasse gerade durch sie für besonders wünschenswert halten würde. Sie sind verheiratet und haben Kinder. Und vir kennen eine ganze Anzahl von Frauen, die so gescheit sind wie die gescheitesten Männer, gut anzusehen und eine Freude für jeden Eugeniker. Sie bleiben allein und kinderlos. Warum? Das fragt man sich oft und oft, denn sie sind keine Ehefeindinnen und auch materielle Erwägungen können nicht den Ausschlag geben, da die meisten dieser Frauen einen ihrer Intelligenz angemessenen Beruf haben und ein entsprechendes Einkommen beziehen. Was ist also der Grund, so fragt im « N. Wiener Journal » eine Schriftstellerin ? Sie sind zu gescheit! Das soll beileibe nicht heissen, dass alle verheirateten Frauen dumm sind und alle unverheirateten intelligent oder dass es für gescheite Frauen keine gescheiten Männer gäbe. Aber jeder wird sich oft bei sich selbst gewundert haben, warum viele der Besten ihres Geschlechts «übrigbleiben», wie der schöne Ausdruck dafür lautet. Zyniker werden behaupten, es sei gerade ein Zeichen besonderer Intelligenz, wenn man nicht heiratet, aber es soll hier versucht werden, eine einleuchtendere Erklärung für diesen sonderbaren Umstand zu finden. Es liegt hauptsächlich an der männlichen Einstellung der gescheiten Frau gegenüber —: Gentlemen prefer stupid. Da sind einmal die Männer, die die gescheite Frau grundsätzlich ablehnen. Sie würden ihr Gottesgnadentum durch eine geistig gleichgestellte Partnerin gefährdet fühlen, wobei sie allerdings meist doch die auf gleicher Verstandesstufe stehende bekommen: nämlich eine dumme, die allein zu ihnen passt. Um diese Männer wollen wir nicht trauern, sie können niemals die richtigen Gefährten für gescheite Frauen sein. Zürcher Wochenprogramm Di. abends Mi. abends Do. abends Fr. abends Sa. abends ODIEEIDQ Warum Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 2% Uhr. 3. NOT. Tanzabend des Zürcher Theatervereins. 4. Nov. Im weisseri Rössl (9. Abon.). 5. Nov. Wozzek, Volksvorstellung. Die Meistersinger von Nürnberg. 6. Nov. (9. Abon.) Stadttheater 7. Nov. Im weissen Rössl. SO. nachm. 8. NOV. Der Rosenkavalier, Oper v. Richard Strauss. So. abends 8.NOV. Im weissen Rössl. SGhaUSpielhaUS Abends 8K Uhr 1 tag nachm. VA Uhr. Di. abends 3. NOV. Gestern und heute. Mi. abends 4. Nov. Die fünf Frankfurter. DO. abends 5. NOV. Candida, von Bernhard Shaw. Fr. abends 6. Nov. Die fünf Frankfurter. Sa. abends 7. Nov. Candida. So. nachm. 8. Nov. Gestern und heute. So. abends 8. Nov. Die fünf Frankfurter. Die Brüder Karämasoff. Cinema Apo HDdSB SIEBTE Variete COrSO abends 8K Uhr: Journal der Liebe. Grosse Wiener Rovue. Cabaret Mascotte ^nds . , K f v } r: Gastspiel dos Intimen Theaters Berlin: Hoheit steigt fünf Treppen, etc. COPSO Bar ^- Bellevue: Täglich abends 8 Uhr: Gastspiel der Tanzkapelle «The Melody-Dandies>. Grand Cafe Astoria st. Peterstrasse, tagl. nachm. u. abends: Eddie Dittke and his Bys in seiner unvergleichlichen Bühnenschau. Cafe Esplanade , b stadttheat«. Tanzr kapelle Nie Fuslys Band. RfiSt. GlnhllS Bahnhofbrücke. Nachm. und. abends Künstler- konzerte. ReSt. HUfigaria Beatengasse. Nachm. und abends Künstlerkonzerte. QdeOn-Bar b - Belfevue. Alph. Ritter aus München. Humorvolle Unterhaltung«- und Tanzkapelle. ER^EU Dann gibt es aber gescheite Männer, von denen man annehmen sollte, dass sie auch gescheite Frauen heiraten. Geschieht es, dann ist die Möglichkeit für eine wirklich ideale Ehe gegeben. Meistens geschieht es jedoch merkwürdigerweise nicht, vorwiegend aus Bequemlichkeit. Eine geistig hochstehende Ehefrau ist sehr unbequem. Sie zweifelt, sie fühlt sich am Ende gar gleichberechtigt. Und dann, wenn man schon den ganzen Tag als Mann in seinem Beruf die Verpflichtung hat, gescheit zu sein, so will man sich am Abend davon ausruhen. Man erwählt also lieber eine Frau, die gerade noch den Durchschnitt erreicht. Das genügt für den Hausgebrauch. Ganz unterschiedlich denkt die gescheite Frau. Man wird sehr selten finden, dass eine wirklich gescheite Frau einen geistig unter ihr stehenden Mann heiratet. Für sie ist die Ehe etwas mehr als eine rein körperliche Angelegenheit oder die Frage eines geordneten Hauswesens, sie träumt auch von einem Partner ihres Gehirns. Endlich gibt es gescheite Männer, die die gescheite Frau als gleichwertig gelten lassen, sie schätzen, ihre Gesellschaft suchen, auf ihre Meinung Wert legen — und die dabei leider vergessen, dass die gescheite Frau nicht nur gescheit, sondern — was sehr wichtig ist — auch Frau ist. Neulich einmal hatte ich ein paar gute Freunde zu mir gebeten, darunter auch einen unverheirateten Mann und eine unverheiratete Frau, beide hochgeistige Menschen und auch sonst wie eigens füreinander geschaffen. Sie können sich gegenseitig sehr gut leiden und unterhielten sich ausschliesslich miteinander. Es war ein Qenuss, ihnen zuzuhören. Am nächsten Tag traf ich meine Freundin und gab scherzhaft meiner Ueberzeugung Ausdruck, dass sie und dieser Mann ein ideales Paar abgeben würden. «Nein,» sagte sie zu meinem Erstaunen, «du irrst. Wir haben uns wohl den ganzen Abend unterhalten wie Menschen, die aneinander Gefallen finden, weil sie wissen, dass sie auch bei hochgestellten geistigen Ansprüchen voneinander nicht enttäuscht sein werden. Aber ich kann nicht helfen und zu meiner Beschämung muss ich es gestehen: ich habe doch einen Augenblick gewünscht, dass er zu mir nicht wie zu einem gescheiten Mann, sondern wie zu einer dummen Frau sprechen würde.» Da sieht man wieder einmal die weibliche Unlogik, nicht wahr, meine Herren? Jetzt hat sie endlich, was sie will, man behandelt sie heisst es, entweder Frau oder gescheit, weshalb sich der Mann, von einer solchen Voraussetzung ausgehend, gewöhnlich für die Frau entscheidet. Manche werden nun von einer ausgleichenden Gerechtigkeit sprechen, die durch den Umweg über Urinstinkte gerade den Schwachen hilft, die sich nicht selber helfen können. Andere werden dagegen einwenden, dass man sich bemüht, edle Kaninchen, Hunde und Pferde hochzuzüchten, nur bei den Menschen ist man nicht wählerisch, da schliesst man oft die dazu Berufensten von der Fortpflanzung aus, während man der Mittelmässigkeit gestattet, sich fleissig zu vermehren. Vielleicht haben beide recht, und das Menschengeschlecht soll weder über ein gewisses Niveau hinauswachsen, noch unter ein gewisses Niveau hinabsinken. Wer weiss es. Aber deswegen muss ich doch immer wieder fragen: Warum eigentlich ziehen die Männer dumme Frauen vor? Von Anja Trivas. Mit dem Feigenblatt begann der Siegeszug der Bekleidungsindustrie. Eva hatte das ewige Decollete satt. Sie brauchte Abwechslung. Und war von ihrem ersten «kleinen Kleidchen» ebenso begeistert wie eine verwöhnte Modedame anno 1931 vor ihrem letzten Pariser Modell. Was der einen ihr Chiffon-Ensemble, ist der andern ihr Feigenblatt. Wie leicht hatte es damals die Modeindustrie. Die Technik kam ihr in keiner Weise in die Quere. Bei der Gemächlichkeit, mit der der Umzug aus der paradiesischen Sommerfrische vor sich ging, bei der Harmlosigkeit der im wahren Sinne des Wortes «vorsintflutlichen» Verkehrsmittel war die Garderobenfrage sehr bequem zu lösen. Das «Feuille de vigne-Modell» eignete sich für alle Zwecke und Gelegenheiten. * Wie leicht hatte es damals die Mode. Und wie schwer hat sie es jetzt! Es ist für die moderne Eva nicht einfach, in ihrer Garderobe mit der Entwicklung der Technik Schritt zu halten. Schwierigkeiten entstehen für sie schon, weil man heute auf die Mode von vorgestern zurückgreift, während bereits technische Errungenschaften von übermorgen aktuell sind! Man denke an das augenblicklich moderne, ganz schräg aufgesetzte Hütchen, Modell 1860! Dies kecke, herausfordernde Hütchen, zu dem von rechtswegen hinten zwei Samtbander gehören, wurde seinerzeit in Paris: «Suivez-moi, jeune homme!» genannt. Was nützt aber heute den Kavalieren diese freundliche Aufforderung, wenn die Schöne blitzschnell in ihrem Roadster bzw. Flugzeug davonsaust? Was kann die elegante Frau von 1931 mit ihrem noch so feschen Pelzkostüm anfangen, wenn sie im Schneegestöber den als gleichwertiges Intelligenzwesen, und nun kränkt sie sich, weil sie in männlichen Augen Schienen-Zepp besteigt, aber bereits in ein aufgehört hat, ein inferiores Weibchen zu paar Stunden in der stechenden Sonne einer sein. Das ist es ja eben, was immer vergessen Riviera-Landschaft schmoren muss? (Zum wird. Die gescheite Frau ist trotzdem Frau, Umziehen hat sie während der Blitzfahrt ebenso wie der gescheite Mann trotzdem weiss Gott keine Zeit!) Mann ist. Nur findet man es bei ihm selbstverständlich und bei ihr unvereinbar, da gänzlich neue Probleme: Welche Für die Mode von morgen aber entstehen Farben BEIM FAHREN "werden Ihre Kleider voll dieselben wieder bei der Chem.Waschanstilt und Kleidarfärbeni, dumme MAGENSCHMERZEN sind äusserst unangenehm. Dieselben verschwinden aber nach kurzer Zeit beim Gebrauch von „COLUMBA"-Magenpulver unschädliches Mittel gegen Verdauungsstörungen. Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Magenkrampf, Uebelkeit, Erbrechen, Magendrücken, Sodbrennen, Blähungen, Aufstossen, übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 3.—. Machen Sie einen Versuch und Sie werden von dessen Güte wie schon Hunderte anderer Kunden überzeugt sein. Einzig erhältlich bei Apotheke zur Taube, Schaffhausen WOLLERAU Hotel Bellevue am ZÜriCliSBB am schönsten Aussichtspunkt: ein Güggeli, einen edlen Tropfen beim gemütlichen Wirt. VIER UNVERQESSLIOHE DINGE Otto. Mode von Morgen Staub. Oel- und Fettflecken, lassen Sie in Ordnung bringen. 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Welches ist der wirkungsvollste Dress für einen Dauerflug um die Erde? Bis jetzt hat sich die Technik jahrtausendelang in den Dienst der Mode gestellt. Nun muss nach dem Prinzip ausgleichender Gerechtigkeit die Mode etwas für die Technik tun! Bei ihrer Erfindungsgabe wird das der Bekleidungsindustrie sicherlich nicht schwer fallen! Ich sehe schon in diesen Tagen den neuesten «Schienen crepe» in den Auslagen prangen. Raffinierte, ganz winterlich anmutende Modelle, die mit ein paar Griffen in leichte Sommergewänder umzuwandeln sind. Ein «Stratosphären-Indanthrens, gegen Luft-, Nebel- und Strahlenwirkungen in 16 000 Meter Höhe unempfindlich! Die neue wärmende «Arktis-Krepseide»: für grosse Abendkleider bei Nordpolempfängen! Die Modeindustrie soll für alle Eventualitäten gerüstet sein. Wer weiss: vielleicht wird nächstes Jahr bereits eine «Miss Nordpol» zur «Miss Universum». Und es muss schon jetzt für einen geeigneten Krönungsmantel gesorgt werden! Die Altersunterschiede in der Ehe Dafür gibt es keinen Paragraphen. In hundert und tausend Fällen kommt es vor, dass «Sie» älter ist als «Er», nicht nur um ein oder zwei, nein, sogar fünf und zehn Jahre. Heute spielt dies erst recht keine Rolle mehr, wo sich die Frau soviel Freiheiten eingeräumt hat, wo sie mit dem Manne gleichsam auf gleicher Stufe steht und sie sich nicht bei jeder Gelegenheit sagen muss: ich bin schon so und so alt, für mich schickt sich das und jenes nicht mehr. Die heutige Zeit rechnet weniger mit ihren Jahren, um so mehr aber mit ihren modernen, freien Anschauungen. Sie geht schon allein aus diesem Grunde viel hemmungsloser ihren Weg und gewinnt dabei den grossen Vorteil, länger jung zu bleiben. Ihr ganzer äusserer Aufzug trägt viel dazu i IT an Fr. 360,- na nn vom Einfachsten bis zum Elegantesten von Fr. 875. - an an otHpaie von Fr. 95.- an Verlangen Sie unsere Offerte!