Zugpferde und Außenseiter - Tenuta Sarno 1860

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Zugpferde und Außenseiter - Tenuta Sarno 1860

teile beiseite räumen und begreifen, dass Fiano

di Avellino und Greco di Tufo selbst im

heißen 2011 so saftig, lebendig und schmelzig

geraten, wie sonst nur Weine aus dem

Norden. Zig Newcomer und Kleinbetriebe

boten den bekannten Größen Mastroberardino,

Feudi di San Gregorio, Villa Matilde

und Terredora die Stirn – und schnitten

großartig ab. Greco di Tufo von Bambinuto,

Di Marzo, Tenuta Cavalier Pepe, Pietracupa,

Cantina dellʼAngelo, Montesole u.a.

überzeugten mit rasanter Säure, salzig-mineralischen

Komponenten und Nusstönen.

Betrinken mochte man sich am saftig-salzigen

Fiano di Avellino des Autoditakten Ciro

Picarello, der im Traumjahrgang 2010 sogar

noch spektakulärer geraten war. Picarellos

Weine gehören zu den wenigen der

neuen Generation, die es bis nach Deutschland

geschafft haben (Weinimport Striehn/

Stuttgart). Die Villa Diamante schnitt beim

rauchigen Fiano Vigna della Congregazione

toll ab, Pietracupa überzeugt in allen Disziplinen,

der Fiano der neuen Tenuta Sarno

1860 verführt mit exotischen Fruchtnoten.

Raffaele Troisi von Valdiaperti hat sich zwar

der Ehrenrettung der Sorte Coda di Volpe

verschrieben, bringt aber auch einen noch

interessanteren vielschichtigen, an Blüten

und kandierte Zitrusfrüchte erinnernden

Fiano hervor. Es lohnt sich, diese unprätentiösen

Winzer in der Hügel-und Berglandschaft

der Irpinia zu entdecken samt der

(stillgelegten) Schwefelmine und Schwefelfabrik

der Di-Marzo-Dynastie in Tufo und

den »Patriarchen« genannten, riesigen Urreben

im Besitz von Feudi di San Gregorio.

Man versteht die Weine einfach besser,

auch den Aglianico, der mit seinem heftigen

Gerbstoffgehalt die gleichen Kommunikationsschwierigkeiten

hat wie Nebbiolo.

Nicht von ungefähr wird der Taurasi als

»Barolo des Südens« beschrieben. Nur ist

sein Ruhm verblasster als der des Barolo.

Nicht nur verlorene Liebesmüh’

Bleiben wir bei Kampanien, kommen wir

zur Ernüchterung. Selten entdeckt man in

den Portfolios der Importeure und Fachgroßhändler

noch hochwertige Weißweine

aus der Irpinia. Das liegt nicht nur an

der stets zitierten neuen deutschen Liebe

am eigenen Wein. Die Preise sind ob der

Produktionskosten und kleinen Erträge einfach

zu hoch, als dass sich der Einkauf für

8–9 Euro Grundpreis die Flasche bei Handwerker-Winzern

lohnen könnte. »Die Wei-

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