Sanierung und Ensembleschutz - Regierung von Unterfranken

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Sanierung und Ensembleschutz - Regierung von Unterfranken

Städtebauförderungstagung

05. Juli 2012 in Großostheim

Sanierung

und

Ensembleschutz

Josef Mend

Erster Bürgermeister Stadt Iphofen

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Sanierung und Ensembleschutz

Fluch oder Segen?

„Der Eigentümer mit Bindung an

seine Gemeinde, seinen Stadtteil,

mit Kapital und der Baukultur verpflichtet,

gerät in Minderheit.“

Günther Hoffmann

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Sanierung und Ensembleschutz

„Dank des Amtes für

Denkmalpflege in

München kann

dieses Haus seit 20

Jahren nicht

renoviert werden.“

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Sanierung und Ensembleschutz

• Baukultur = lokale Visitenkarte

- Schaffen von Identität

- Respekt vor Bestand

- Recht auf Schönheit

• Herausforderung für neues Bauen

• Ganzheitlicher Ansatz

• Ständige Fortschreibung

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Sanierung und Ensembleschutz

Chancen für die Zukunft

• Nachhaltige Stadtentwicklung durch

Bestandsschutz/Ressourcenschutz

• Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor

• Tradition = Attraktion für Tourismus/Standortvorteil

• Unverwechselbarer Lebensraum

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Sanierung und Ensembleschutz

Chancen für die Zukunft

• Schlüsselfaktor für Stadtentwicklung

• Einkaufs- und Erlebnisraum Altstadt

• Neue Verantwortungskultur

- Zusammenarbeit der Verantwortungsträger

- moderne Bürgerbeteiligung

- Identifikation der Bürger

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Sanierung und Ensembleschutz

Es gibt keine Alternativen!

• Herausforderung für die Zukunft

• Finanznot darf kein Hindernis sein, sich dieser

Aufgabe zu stellen.

• Risiken bei „Nichtstun“

• Klarer politischer Wille mit Geschlossenheit

unabdingbar

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Iphofen – eine Weinstadt mit Kultur

• 7.804 ha Gesamtfläche, davon

• 2.200 ha Wald

• ca. 4.000 ha landw. Flächen

• 300 ha Rebflächen

• 7 Stadtteile

• Einwohner des Stadtteils

Iphofen: 2.867 (31.12.2011)

• Altstadt = denkmalgeschütztes

Ensemble

• Altstadtgebiet ca. 16 ha (mit

Wallanlagen ca. 25 ha)

• Altstadt umfasst 300 Anwesen,

davon ca. 130 Einzeldenkmäler

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Sanierung und Ensembleschutz

Ziele

• Schutz und Pflege des städtebaulichen und

baukulturellen Erbes der Altstadt und des

Gräbenviertels

• Förderung und Entwicklung städtebaulicher und

baulicher Qualitäten

• Verhinderung gestalterischer Missgriffe

• Förderung neuen Bauens mit Elementen und

Materialien zeitgenössischer Architektur

• Verträgliche Einbindung energiepolitischer

Herausforderungen

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Sanierung und Ensembleschutz

Ausgangssituation vor Sanierungsbeginn

• Schlechte Infrastruktur

• Zerfall der Gebäudesubstanz

• Betriebsaussiedlungen,

-aufgaben

• Geschäftsaufgaben

• Leerstände von Geschäften,

Wohnhäusern und Hofstellen

• Siedlung statt Altstadt

• Bevölkerung sah Denkmal als

Belastung nicht als Chance

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Sanierung und Ensembleschutz

Weg / Umsetzung / Hilfen

• Beginn 1979 - vorbereitende Untersuchungen

• Einfacher Bebauungsplan für Sanierungsgebiet

• 1982 – Erlass Gestaltungssatzung (3. Novelle 2005)

• Qualifizierte Bebauungspläne ausgesuchter Bereiche

• Feinuntersuchung mit städtebaul. Einzelplanung

• Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot

• Städtebaulicher Wettbewerb

• Auszeichnung beispielgebender Sanierungen

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Sanierung und Ensembleschutz

Weg / Umsetzung / Hilfen

• Information der Neueigentümer

• Enge Zusammenarbeit mit Bauherrn/Architekten/

Fach- und Genehmigungsbehörden

• Bauberatung (regelmäßig, baubegleitend)

• Zwischenerwerb

• Nutzungsüberlegungen durch Stadt/Stadtplaner

• Weiterverkauf (evtl. nach eigener Sanierung)

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Sanierung und Ensembleschutz

Beispiel Zwischenerwerb

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Sanierung und Ensembleschutz

Beispiel Umnutzung

ehem. Gasthaus „Goldenes Kreuz“,

jetzt Zahnarztpraxis und Wohnen

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Innenhof Weingut Wirsching

Sanierung und Ensembleschutz

Beispiel Weinbauten

Weingut Olinger

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Sanierung und Ensembleschutz

Weg / Umsetzung / Hilfen

• Städtebauförderung

• Kostenerstattung

• seit 1992 Kommunales Förderprogramm (KommFP)

Förderung 30 % - max. 15.000 €

• seit 2010 Ergänzung des KommFP für

Zweitmaßnahmen

• Zuschüsse aus der Denkmalpflege

• Zuwendungen Bezirk, Landkreis, Bayer.

Landesstiftung

• erhöhte Steuerabschreibungen

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Sanierung und Ensembleschutz

Aktuelle Herausforderung Dienstleistungszentrum

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Sanierung und Ensembleschutz

Denkmalschutz im Widerspruch zur Energieeffizienz?

• Umweltschutz wesentliche Wurzel des

Denkmalschutzes

• Maßnahmen zur Energieeffizienz erfordern bei

Denkmälern besondere Rücksichtnahme

• Denkmalpflegerisches Ziel ist Kompromiss im

Einzelfall – auch in Fragen der Energieeffizienz

• Verknüpfung Denkmalschutz mit der Frage nach

erneuerbaren Energien

• Gesetzlicher Auftrag der Denkmalpflege beinhaltet

sinnvolle Nutzung

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Sanierung und Ensembleschutz

Energiewende

Erwartungen an den Energienutzungsplan:

• Überblick über die Energieversorgung der gesamten Gemeinde

• räumliche Koordination leitungsgebundener Energieträger

• Überprüfung der Nutzung des vorhandenen Biomassepotentials

• Grundlage für energiepolitische Förderung und Beratung

• definiert Planungsanweisungen für die kommunalen

Liegenschaften und ermöglicht Energieversorgern eine

nachhaltige Planung

• zeigt Maßnahmen auf zur Erreichung der energetischen Ziele

einer Kommune

• Formulierung kommunaler Energieziele im Zusammenhang mit

raumplanerischen Zielen

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Sanierung und Ensembleschutz

Energiewende

Energienutzungsplan unter besonderer Berücksichtigung

des Denkmalschutzes am Beispiel Iphofen

„Untersuchung des Potenzials von Nahwärme-

versorgungskonzepten in Verbindung mit

Sanierungskonzepten denkmalgeschützter Gebäude

in innerörtlichen Quartieren.“

(Laufzeit 01.01.2011 – 30.09.2012, Forschungsteam TU München)

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Sanierung und Ensembleschutz

Energiewende

Übertragbarkeit

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Sanierung und Ensembleschutz

Energiewende

Ergebnisse des Energienutzungsplanes:

• Denkmalschutzstatus

• Denkmalverträglichkeit

• Denkmaltypologie

• Dachflächenpotential

• Erdwärme

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Sanierung und Ensembleschutz

Denkmalschutzstatus

Forschungsthema

Energienutzungsplan

TU München

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Sanierung und Ensembleschutz

Denkmalverträglichkeit

Untersuchungsschwerpunkte:

• Handlungsspielräume für Sanierungsmaßnahmen

(z. B. Baumaterial, Bauphysik, Ausbau, Dämmung)

• Erneuerbare Potenziale

(z. B. Holzrechte, Solarnutzung als

Einzelfallentscheidung)

• Versorgung

(z. B. Netzverlegung, effiziente Anlagentechnik)

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Sanierung und Ensembleschutz

Denkmaltypologie

Forschungsthema

Energienutzungsplan

TU München

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Sanierung und Ensembleschutz

Dachflächenpotential

Forschungsthema

Energienutzungsplan

TU München

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Sanierung und Ensembleschutz

Erdwärme

Forschungsthema

Energienutzungsplan

TU München

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Sanierung und Ensembleschutz

Fazit

„Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss diese

Gegend verlassen, wo sie gelten.“

(Johann Wolfgang von Goethe)

Zur Sanierung gibt es keine Alternativen.

VIELEN DANK

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