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SUOMALAISEN ELÄIN- JA<br />

KASVITIETEELLISEN SEURAN<br />

VANAMON<br />

KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />

OSA 15<br />

ANNALES BOTANICI<br />

SOCIETATIS ZOOLOGIC^-BOTANIC/E<br />

FENNIC.€<br />

VANAMO<br />

TOM. 15<br />

Naikin tiedekirjasto<br />

HELSINGIN YLIOPISTO<br />

HELSINKI 1939-19 11


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OSA 15. - TOM. 15.<br />

N:o 1. ELO, J. E., Vergleichende anatomisch-pharrnakognostische<br />

Untersuchung von Plantago alpina L, und Plantago montana<br />

Lam. (14 Abbildungen und 1 Tabelle im Text nebst<br />

2 Tafeln.) 1939 I - IV; 1 - 44<br />

Suomenkielinen selostus: Plantago alpinan L. ja P. montanan<br />

Lam. vertaileva anatomis-farmakognostinen tutkimus<br />

45<br />

N:o 2. LAURILA, MATTI, Addenda ad floram Fenniae lichenologicam.<br />

1940 I - II; ' 1 - 15<br />

^ Suomenkielinen selostus: Lisätietoja Suomen jäkäläkasvistoon<br />

16<br />

N:o 3. TUOMIKOSKI, R., Calliergon megalophyllum Mikut. und<br />

Drepanocladus capillifolius (Warnst.) Warnst, in Finnland.<br />

(2 Abbildungen im Text.) 1940 I - II; 1- 28<br />

Suomenkielinen selostus: Calliergon megalophyllum Mikut.<br />

ja Drepanocladus capillifolius (Warnst.) Warnst.<br />

Suomessa 29<br />

N:o 4. SöYiUNKi, NIILO, Beiträge zur vertikalen Verbreitung der<br />

Phanerogamen und Gefässkryptogamen in den Bayerischen<br />

Alpen. 1940 1 - II; 1- 45<br />

Suomenkielinen selostus: Havaintoja siemenkasvien ja<br />

putkilosanikkaisten vertikaalisesta levinneisyydestä<br />

Baijerin Alpeilla 46 - 47<br />

N:o 5. MARISTO, LAURI, Die Seetypen Finnlands auf floristischer<br />

' Grundlage. (26 Abbildungen, 5 Karten und 10 Tabellen<br />

im Text nebst einer Tabellenbeilage.) 1941 I - VI; 1-312<br />

Suomenkielinen selostus: Suomen järvityypit suurkasvillisuuden<br />

perusteella 313-314


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ÜBERREICHT VON VERFASSER<br />

SUOMALAISEN ELÄIN- JA KASVITIETEELLISEN SEURAN VANAMON<br />

KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />

OSA 15. N:o 1.<br />

ANNALES BOTANICI SOCIETATIS ZOOLOGICIE-BOTANIC^ FENNICA VANAMO<br />

TOM. 15. N:o 1.<br />

VERGLEICHENDE<br />

ANATOMISCH-PHARMAKOGNOSTISGHE<br />

UNTERSUCHUNG VON PLANTAGO ALFINA L.<br />

UND PLANTAGO MONTANA LAM.<br />

J. E. ELO<br />

Aus der Pharmakognostischen Abteilung des Pharmazeutischen<br />

Institutes der Eidgenössischen Technischen Hochschule<br />

in Zürich<br />

Mit 14 Textfiguren, 1 Tabelle und 2 Tafeln<br />

Suomenkielinen selostus:<br />

Plantago alpinan L. ja P. montanan Lam. vertaileva<br />

anatomis-farmakognostinen tutkimus<br />

HELSINKI 1939


HELSINKI 1939<br />

DRUCKENEI-A.G. DER FINNISCHEN LITBRATURGESBLLSCHAFT


INHALTSVERZEICHNIS.<br />

Seite<br />

1. Einleitung l<br />

2. Untersuchungsmethoden 2<br />

3. Die Anatomie von Plantago alpina L 3<br />

4. Die Anatomie von Plantago montana Lam 18<br />

5. Vergleichende Betrachtung der untersuchten Arten nebst kurzem<br />

tabellarischem Vergleich von Plantago lanceolata, P. major,<br />

P. media, P. alpina und P. montana 30<br />

6. Bestandteile der I I andelsdrogen 39<br />

7. Zusammenfassung 41<br />

Literaturverzeichnis<br />

Suomenkielinen selostus 45


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1. EINLEITUNG.<br />

Die Blätter oder die gesamten oberirdisclien Organe von Plantago<br />

alpina spielen in der Volksmedizin der Bewohner der Alpen eine<br />

recht bedeutende Rolle als Arzneidroge und werden hier auch in<br />

beträchtlichem Ausmass gesammelt, teils zur Selbstversorgung, teils<br />

auch zur Belieferung des Drogenhandels, Die Blätter und Kräuter<br />

von Planlago inontana werden gelegentlich ebenfalls gesammelt und<br />

bei der Ähnlichkeit der beiden fraglichen Arten kann es leicht vorkommen,<br />

dass als Verwechslung oder als Verfälschung P. montana<br />

in die relativ teure Droge Herba oder Folia Plantaginis alpinae gelangt.<br />

Da bis heute einlässliche pharmakognostische Beschreibungen<br />

der betreffenden Drogen fehlen, schien es uns wertvoll, die beiden<br />

Arten und die daraus resultierenden Drogen pharmakognostischanatoniisch<br />

genauer zu studieren, um so die Möglichkeit einer<br />

pharmakognostischen Diagnose zu schaffen.<br />

Anatomische Untersuchungen über beide Arten stammen von<br />

KUHLMANN (1887) und PILGER (1898), wobei ersterer das Uhizom<br />

und letzterer das Blatt und den Blütenstengel untersucht haben.<br />

Beide Arbeiten sind ohne Berücksichtigung der rein pharmakognostischen<br />

Belange durchgeführt worden und zum Teil nur recht<br />

summarisch gehalten.<br />

Viel eingehender sind in der letzten Zeit die Blattdrogen von<br />

Plantago lanceolaia, P. major und P. media untersucht worden<br />

(KURER 1917; ROSENKRANZ 1926; UNGER 1926; WILL 1931; FUCHS<br />

1932; ÜEIOI 1932; FISCHER 1937). Wir werden auf diese Arbeiten<br />

gelegentlich zurückzukommen haben.<br />

In der vorliegenden Arbeit werden alle in der Droge vorkommenden<br />

Organe von Plantago alpina und P. montana ausführlich anatomisch<br />

beschrieben und dann vergleichend betrachtet. Danach<br />

folgt eine vergleichende Übersicht der beiden genannten Arten mit<br />

den drei anderen, als Blattdroge gebrauchten Spezies: Plantago lan-


2 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />

ceolaia, P. major und P. media an Hand der Arbeiten von KUHL-<br />

MANN (1887), HEGI (1918), UNGER (1926), WILL (1931), FUCHS<br />

(1932) und OEHM (1932). Endlich wird über die Zusammensetzung<br />

der Handelsdrogen berichtet.<br />

Die Untersuchung wurde während des Frühlings und Sommers<br />

1939 im Pharmazeutischen Institut der Eidgenössischen Technischen<br />

Hochschule in Zürich ausgeführt.<br />

Meinem Lehrer und Freund Prof. Dr. H. FLÜCK, der die Anregung<br />

gab, durch Rat und Tat meine Arbeit unterstützte und mit<br />

unermüdlichem Interesse das Fortschreiten derselben verfolgte,<br />

spreche ich an dieser Stelle meinen wärmsten Dank aus.<br />

Herbarmaterial verdanke ich Herrn Priv. Doz. Dr. E. SCHÄIID-<br />

GAMS vom Botanischen Garten Zürich und Herrn Direktor Dr. W.<br />

LÜDI vom Geobotanischen Institut Rübel in Zürich.<br />

Mit Dankbarkeit erwähne ich, dass ich für die Ausführung meiner<br />

Arbeit notwendige Hilfsgelder von dem Unterrichtsministerium<br />

in Finnland und der Universität Helsinki<br />

erhalten habe.<br />

2. UNTERSUCHUNGSMETHODEN.<br />

Die vorliegende Untersuchung umfasst sowohl alle oberirdischen<br />

Organe als auch den obersten unterirdischen Teil der Pflanze, da<br />

nach unseren Befunden alle diese Organe in der Droge vorkommen<br />

können. Für die gute Differenzierung der beiden Arten wurde das<br />

Material aus zahlreichen Verbreitungsgebieten der Alpen gesammelt.<br />

Ferner stand für Vergleichszwecke auch Herbarmaterial aus dem<br />

Pharmazeutischen Institut der E. T. IL, aus dem Geobotanischen<br />

Institut Rübel und aus dem Botanischen Garten Zürich mit bekannten<br />

Standortsverhältnissen zur Verfügung.<br />

Bestimmung und Benennung erfolgten an Hand von HEGI<br />

(1918) und SCHINZ u. KELLER (1923). Zur Fixierung wurde das<br />

frische Material sogleich in Carnoy-Mischung (Glyzerin 10 T., Acid,<br />

acetic, conc. 10 T., Spiritus 80 T.) eingelegt. Zur Untersuchung<br />

gelangten frisches und Herbarmaterial. Flächenansichten wurden<br />

in der für alle Organe sehr gut geeigneten Chlorallactophenol-Lösung<br />

(Chloralum hydratum 2 T., Acidum lacLicum 1 T., Phenolum 1 T.)<br />

aufgehellt und beobachtet. Die einzelnen Pflanzenbestandteile wur-


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 3<br />

den zur Aufhellung in ChlorallacLophenol 2-20 Minuten aufgekocht.<br />

Mikrotomschnitte (hauptsächlich Querschnitte) verschiedener<br />

Organe von einigen Exemplaren wurden nach der Paraffin-Methode<br />

aus in Carnoy fixiertem Material hergestellt und zur Untersuchung<br />

der Struktur und Gewebearten mit Alaun-Hämatoxylin<br />

bzw. Thionin (WEBER 1937, S. 730) gefärbt.<br />

In den einzelnen Organen wurden die Schnitte wie folgt ausgeführt:<br />

R h i z o m: Durch die obersten Teile.<br />

Blatt: In der Blattmitte sowie im unteren und oberen Blattdrittel.<br />

Blütenstengel: Durch die unteren, mittleren und oberen<br />

Teile des jungen und alten Stengels. - Bei der Blüte wurden<br />

keine Querschnitte ausgeführt, da von ihnen keine differentialdiagnostisch<br />

verwertbaren Merkmale zu erwarten waren.<br />

Same: Querschnitte in mittlerer Höhe.<br />

In der Regel wurden Spaltöffnungen, Haare und Pollen gemessen.<br />

In einigen Epidermisabbildungen des Blattes ist teilweise auch<br />

das unterliegende Palisadengewebe zur Demonstration des Verhältnisses<br />

Epidermis/Palisaden nach WALLIS U. FOESDIKE (1938) abgebildet.<br />

3. DIE ANATOMIE VON PLANTAGO ALPINA L.<br />

Plantago alpina L. {= P, ovina Vill., = P. maritima L. y alpina Bé^uinot,<br />

= P. alpina L. var. dioritica[Ko\sc\iy, = Arnoglossum alpinum S. F. Gray).<br />

Deutsch: Alpenwegericli. Volksnamen: Adelgras (Berner Oberland, Bregenzerwald),<br />

Rütz (Algäu, Vorarlberg), Ritz (Graubünden), fälsclilich Romeie<br />

(Waldstätten, Graubünden). - Romanisch: Plantaja und ritz.<br />

In den meisten systematischen Arbeiten wird von Plantago<br />

alpina L. als eigene Art Plantago serpentina All. (= P. Wulfenii<br />

Bernh., = P. maritima Koch p. p., nec L.) abgetrennt (HEGI 1918,<br />

S. 190-; ScHiNZ u. KELLER 1923, S. 028; ENGLER U. DIELS 1937,<br />

S. 182 u. 193). Dabei wird meist bemerkt, dass die Abgrenzung<br />

der zweiten Art sehr schwierig sei. Als einzige Unterscheidungsmerkmale<br />

werden die Abstünde der Seitennerven vom Blattrand<br />

und Mittelnerv, das Längenverhältnis vom Tragblatt zum Kelch<br />

und die Fruchtform angegeben. Da beide Arten an denselben Standorten<br />

wachsen und auch für den Systematiker nur sehr schwierig<br />

zu differenzieren sind, war es wahrscheinlich, dass beide Arten auch<br />

in der Droge anzutreffen sein würden. Wir haben daher an Hand<br />

einer grösseren Anzahl von Exemplaren geprüft, wie weit sich beide


16 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />

Arten überhaupt unterscheiden hissen. Gestützt auf einlässliche<br />

Messungen finden wir, dass Exemplare vorkommen, die das eine<br />

Charaktermerkmal von Plantago alpina und das andere von P. serpentina<br />

aufweisen. Eine sichere Unterscheidung ist daher in vielen<br />

Fällen überhaupt nicht möglich. Es wäre denkbar, dass diese unsicheren<br />

Formen Bastarde sind. Ebenso gut möglich ist es indessen,<br />

dass Plantago serpentina nicht als eigene Art zu werten ist. Für<br />

pharmakognostische Belange möchten wir auf alle Fälle Plantago<br />

serpentina nicht als eigene Art auffassen und vereinigen sie mit<br />

P. alpina.<br />

Pflanze ausdauernd, 2-25 cm hoch. Hhizom kräftig, senkrecht<br />

absteigend, spindelförmig, mehrköpfig, durch die Reste der abgestorbenen<br />

Blätter schopfig. Alle Laubblätter in einer grundständigen<br />

Rosette angeordnet. Blütenstengel aufrecht. Ähre walzlich oder<br />

länglich, 1 - 5 cm lang, in\ Knospenzustand kahl, vor der Blüte<br />

(bisweilen auch bei der Blüte) nickend, nachher stets steif aufrecht.<br />

Standort. Auf Alpenwiesen, Weiden, besonders auf tiefgründigem,<br />

nährstoffreiclieni Boden, seltener auf Felsscliutt der Voralpen und Alpen;<br />

ein sicherer Indikator einer guten Weide. In der Schweiz zwischen 1 380 und<br />

3 000 m, in Bayern zwischen 1 300 und 2 250 in, in Tirol zwischen 1 000 und<br />

2 250 ni, nacii Osten zu seltener werdend.<br />

A11 g e in e i n e Verbreitung. Spanien, Pyrenäen, Auvergne, Jura,<br />

westliche Alpen; für Island und Schottland unsicher.<br />

Standorte des untersuchten Materials. Rigi-Kulm,<br />

1 750 in Ü.:M.; Ob St. Rheniy, Aostatal, Italien, 1 700 m ü.M.; Breitfeldalp<br />

(Lungern), 1 600 m ü.M., Alpweide; Arosa, in der Nähe der eidg. Versuchsanstalt,<br />

1 860 in ü.M.; Morteratsch bei Pontresina, 1 900 m ü.M.; Albula,<br />

2 315 m ü.M.; Berninahäuser, 2 200 in ü.M.; Maloja, 1 900 in ü.M.; Zürich,<br />

Botan. Garten der Universität, 412 m Ü.JNI.<br />

Makroskopische Merkmale.<br />

Blatt. Alle Laubblätter schmal, lineal-lanzettlich, 2-15 cm<br />

lang und 1.5-5 mm breit (bei kultivierten Exemplaren bis 9 mm<br />

breit; vgl. SCHKOETEH 1923-26, S. 587), dicklich, etwas fleischig; im<br />

frischen Zustand nur der Mittelnerv deutlich, im getrockneten Zustand<br />

bei breiteren Blättern noch 2 parallele, entweder dem Rand<br />

genäherte oder vom Rande gleichweit entfernte Nebennerven sichtbar;<br />

am Grunde stets mit langen, seidigen Haaren versehen. Spreite<br />

kahl oder besonders auf dem Mittel nerv kurzhaarig, der Rand sei-


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 5<br />

lener ganz glatt und kahl, häufiger mit kleinen Börslchen bewimpert<br />

und mit einigen seichten bis spitzen Seitenzähnen (vgl. z.B. HEGI<br />

1918, S. 191), stets von einem schmalen, durchsichtigen Rändchen<br />

eingefasst. Beim Trocknen werden die Blätter sehr leicht schwarz.<br />

B 1 ü t e n s t e n g e 1. Stielrund, mit feinen Härchen besetzt,<br />

länger als die Blätter.<br />

B 1 ü t e. Tragblätter kahnförmig, kurz zugespitzt, kürzer bis<br />

etwas länger als der Kelch (vgl. SCHINZ U. KELLEII 1923, S. 628)»<br />

grün, mit schmalem, ziemlich scharf abgesetztem, membranösem<br />

Rand, am Rande kurzwimperig. Kelchblätter ganz gleich oder die<br />

beiden hinteren sehr wenig grösser (vgl. z.B. STEBLER U. SCHRÖTER<br />

1889, S. 107; HEGI 1. c.), breit bis länglich eiförmig, grün, spitz,<br />

scharf gekielt, häutig berandet, besonders am Rand und am<br />

Kiel fein-borstig behaart. Dünnhäutige Blumenkrone 2 - i mm<br />

lang, mit in der unteren Hälfte behaarter Röhre und mit fein zugespitzten,<br />

weisslichen Zipfeln. Staubblätter mit langen, weit herausragenden<br />

Staubfäden und mit weissgelben Antheren. Kapsel 3 mm<br />

lang, länger als der Kelch, eiförmig, 2 - lOsamig (durch Verkümmerung<br />

oft Isamig); Dehiszenzspalte in Va bis 1/3 Höhe über dem<br />

Grunde auftretend. Samen eiförmig bis ellipsoidisch, 2-2.5 mm lang,<br />

braun, auf der Rückenseite gewölbt, auf der Bauchseite flach gefurcht<br />

und hier unterhalb der Mitte eine kleine häutige Membran<br />

oder einen dunklen Fleck (Hilum) aufweisend.<br />

Mikroskopische Merkmale.<br />

Rhizorn.<br />

Im folgenden wird die Anatomie des obersten, in der Droge<br />

anzutreffenden Teils des Rhizoms beschrieben.<br />

Querschnitt (s. auch Taf. I, Abb. 1): Rundlich. - A 11 ss<br />

e II r i n d e: Epidermis: Meist abgeworfen, ab und zu streckenweise<br />

noch erhalten als tangential gestreckte Zellen mit allseitig<br />

scliwach verdickten Wänden. - Kork: Einige (1 - 8) Lagen ± flacher,<br />

dünnwandiger, in tangentialen und radialen Reihen angeordneter<br />

ZeWcn. - Phellogen: 1-2 Lagen gerad-dünnwandiger, tangential gestreckter<br />

Z.Q\]Qn. - Phelloderm: Fehlend oder undeutlich nur 1-2<br />

Lagen länglicher, dünnwandiger Zellen. - Parenchijm: Besteht aus


6 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />

rundlichen, grosslumigcn, stärkefreien, ziemlich dünnwandigen Zellen<br />

mit vielen grossen Interzellularen. - Sieinzellen: Fehlen. - Gefässbündel:<br />

Stellenweise oberhalb der primären Markstrahlen 1-3<br />

geschlossene, als isolierte Gruppen liegende, kollaterale, rindenständige<br />

Bündel (vgl. SOLEREDER 1899, S. 727; siehe auch ENGLER<br />

u. PRANTL 1897, S. 369). Die den Bündelstrang umgebenden, rundlichen<br />

Zellen sind kollenchymatisch schwach verdickt. - Phloem:<br />

Sehr schwach entwickelt, aus einigen zarten, ziemlich kleinzelligen<br />

Elementen bestehend. - Englumige Spiral- und Ringgefässe<br />

radial geordnet, in zartem Holzparenchym eingebettet.<br />

Innenrinde: Primäre Markstrahlen: Sehr oft viele Zellen<br />

breit, parenchymatisch, Zellen ± rundlich, kleiner als in der Aussenrinde,<br />

in radialen Reihen geordnet. - Rindenstrahlen: 8-10 Gefässbündelstränge<br />

mit rundlichen bis polygonalen, dünnwandigen,<br />

kleinzelligen, in radialen Reihen angeordneten Elementen.<br />

Kambium: 1-3 Lagen normaler Kambiumzellen, nur im<br />

faszikulären Teile deutlich erkennbar.<br />

llolzkörper: Primäre Markstrahlen: Bestehen aus parenchymatischen,<br />

radial gestreckten, länglichen Zellen (vgl. ENGLER<br />

u. PRANTL 1897, S. 365; SOLEREDER 1908, S. 258). - Holzstrahlen:<br />

Gleichviele Gefässbündelstränge wie in der Rinde, aus ± in radialen<br />

Reihen geordneten, ziemlich englumigen Spiral-, Ring- und Netzgefässen<br />

bestehend, in zartem Holzparenchym eingebettet. Gegen<br />

das Kambium können die Zellen schwach dickwandig werden. -<br />

Gefässbiindel: Sehr oft im untersten Teil der primären Markstrahlen<br />

oder unterhalb derselben ein kleines, geschlossenes, markständiges<br />

Bündel, besonders nur englumige Spiral- und Ringgefässe deutlich<br />

entwickelt (vgl. SOLEREDER 1899, S. 727; 1908, S. 258). - Mark:<br />

Ziemlich gross, aus rundlichen, kleineren und grösseren Parenchymzellen<br />

mit zahlreichen, grossen Interzellularen (vgl. PILGER 1898,<br />

S. 313).<br />

Laiibblatt.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t (s. auch Abb. 9:i, S. 17): Obere Epidermis:<br />

Besteht aus quadratischen bis rechteckigen, geradlinigen bis<br />

schwach welligen, sehr dünn- und glattwandigen Zellen, die in ziemlich<br />

regelmässigen Reihen angeordnet sind. Gegen den Blattgrund


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 7<br />

werden die Zellen geradwandig und in der Längsrichtung langgestreckt,<br />

die Zellreihen sehr deutlich. Am Blattrand in der Regel<br />

3-5 Reihen rechteckiger, ziemlich dickwandiger, geradliniger, in<br />

der Nervenrichtung langgestreckter, 15- 18 /i breiter Zellen. Diese<br />

Zellen fehlen an der Spitze und an der Blattbasis. - Untere Epidermis:<br />

An der Blattspreite gleich gebaut wie die obere. Über dem<br />

Mittelnerv einige Reihen ± rechteckiger, geradwandiger (bis schwach<br />

welliger), langgestreckter, ziemlich dünnwandiger, in regelmässigen<br />

Reihen geordneter Zellen. Am Blattrand gleiche Zellen wie<br />

in der oberen Epidermis, jedoch in grösserer Zahl. Gewöhnlich<br />

treten 2-5 deutlich vorgewölbte Längsleisten über dem Mittelnerv<br />

auf. - Spaltöffnungen: Beiderseits sehr reichlich, jedoch an der Blattbasis<br />

etwas spärlicher, in der Richtung der Blattlängsachse orientiert,<br />

von breitovalem Umriss, (18 -) 21 - 30 lang, (15 -) 2\ -24 fi<br />

breit, mit 2 - 3 (- 5), meistenteils mit 2 Nebenzellen, die in der Regel<br />

senkrecht zur wSpalte inseriert sind. - Haare: 1. Sehr oft (36-) 165-<br />

365 (- 690) ju lange, nicht anliegende Gliederhaare (Abb. 1) mit etwas<br />

vergrösserter, länglichrunder Basalzelle (die<br />

umgebenden Epidermiszellen mit Spaltöffnungen<br />

sind verhältnismässig selten radial<br />

angeordnet) und 1-5, gewöhnlich nur 2-8<br />

stark verdickten, beinahe gleich langen Zellen<br />

mit ± geradlinigen, dicken Zwischenwänden.<br />

Die Haare sind meist etwas exzentrisch in der<br />

Basalzelle inseriert. Sie sind von einer ziemlich<br />

dicken, glatten bis fein warzigen Kutikula<br />

überzogen. Oberseits Gliederhaare am<br />

Blattrand häufiger (liier sind die Haare<br />

in der Regel kürzer als anderswo), auf der i. Plantago alpina,<br />

r, 1 • 1 .. r- . Laubblatt, untere Epi-<br />

Spreite seltener bis häufig, unterseits vor Flächenanallem<br />

am Blattrand und über dem Mittelnerv. sieht. Vergr. 150 x.<br />

Die Blattspitze ist frei von diesen Haaren.<br />

2. An der Blattbasis sehr reichlich mehrere mm lange, sehr dünnwandige,<br />

vielzellige, gelbliche, oft kollabierte Gliederhaare (Abb.<br />

9:4) mit (39-) 150-300 (-135) /i langen und 15-21 (-33) ju<br />

breiten Zellen, mit geradlinigen Zwischenwänden. Länge der<br />

zugespitzten Endzellen 120-675 /


8 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />

24-30 (-39) n langem, 12-18 (-21) /t breitem Stiel und einem<br />

2-8 (5 - 8zelligc Köpfchenhaare stellenweise unterseits über dem<br />

Mittel nerv), meistens izelligen, ±<br />

rechteckig vertikal und horizontal<br />

geteilten, (27 -) 30-18 (-75)<br />

langen, (18 -) 21-27 [x breiten<br />

Köpfchen. Die umgebenden Epidermiszellen<br />

sind meist nicht radial<br />

Abb. 2. Plantago alpina. Verschiedene<br />

Pfanmgo-Köpfchenliaare des<br />

Laubblattes. Yergr. 200 X.<br />

angeordnet. Beiderseits treten die<br />

Haare zahlreich auf, vor allem<br />

an der Spitze und der Blattbasis<br />

sowie über den Nerven.<br />

Q II e r s c h u i t t (s. auch Taf. I, Abb. 2 u. 3): Blatts pr eil e:<br />

Obeu uud unten gerade, undeutlich monofazialer Bau. - Obere Epidermis:<br />

Schwach iiorizontal gestreckte Zellen mit schwach verdickten<br />

Aussenwänden (vgl. PILGER 1898, S. 301 u. 311), von einer<br />

dünnen Kutikula überzogen. Einzelne Zellen sind deutlich vergrössert<br />

und bilden Basalzellen für den ersten Haartypus. - Untere Epidermis:<br />

Etwas grosszelliger als die obere, sonst gleich gebaut<br />

wie diese. - Spaltöffnungen: Schliesszellen oben und unten sehr<br />

schwach über die b^pidermisebene erhoben. - Palisaden: Blattoberseitc<br />

2 bis undeutlich 3 Zellreihen mit nur schwach palisadcnartig<br />

gestreckten, ziemlich locker nebeneinander stehenden Elementen.<br />

IJlaltunterseite 1-2 Zellreihen mit noch weniger palisadenartig gestreckten,<br />

lockeren Elementen und zahlreichen Interzellularen (vgl.<br />

PILGER 1898, S. 307 u. 335). - Schwammpareneliijm: Viele Lagen ±<br />

kugeliger, grösserer und kleinerer Zellen mit zahlreichen, verhältnismässig<br />

kleinen Interzellularräumen. - Endodermis: Eine deutliche<br />

Lage rundlicher, dünnwandiger, chlorophyllfreier Zellen, den Bündelstrang<br />

umschliessend. - Gefässbiindel: Kollaterale, grössere und<br />

kleinere Bündel mit feinen Leit- und ziemlich wenigen Festigungselementen<br />

im Mesophyll verteilt. - Oxalat: Fehlt.<br />

Ii l a 11 r a n d: Epidermis: Ziemlich dickwandige, ± runde<br />

Zellen, die Basalzellen für den ersten Haartypus deutlich grösser. -<br />

Kollenclujm: Vor allem am Mittelteil des Blattes unter der Epidermis<br />

ein Bündel runder, dickwandiger, kollenchymatischer Zellen (s. auch<br />

die Flächenansicht).


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 9<br />

Mitteln er v: Oben schwach konkav, unten fhicli konvex.<br />

Überdies bildel die untere Epidermis am Mittelnerv 2-5 zapfenartige<br />

Ausstülpungen. - Obere Epidermis: ± tangential gestreckte<br />

Zellen mit dünnem Kutikularbelag. - Untere Epidermis: ± isodiametrische,<br />

allseitig etwas verdickte, von einer dünnen Kutikula<br />

überzogene Zellen, einzelne Zellen vergrössert wie in der Spreite. -<br />

Spaltöffnungen: Oben immer vorhanden, unten nur an der Seite. -<br />

Kollenchym: Oben fehlend und hier durch eine ± durchgehende<br />

Palisadenlage ersetzt, unten 1 - 3 Lagen rundlicher ^ kollenchymatisch<br />

verdickter Zellen, besonders in den zapfenartigen Ausstülpungen<br />

entwickelt. - Grundgewehe: Oben und besonders unten stark<br />

entwickelt, besteht aus rundlichen, ± grosslumigen, dünnwandigen,<br />

chlorophyllführenden Zellen mit zahlreichen Interzellularen. - Endodermis:<br />

Immer gut differenziert, aus einer den Bündelstrang umschliessenden<br />

Zellage ziemlich grosszelliger, ± tangential gestreckter,<br />

länglicher, oft etwas verdickter Zellen mit CASPARYschen Punkten<br />

bestehend. - Perizykel: Oben und unten 1-6 (unten al) und<br />

zu 8) Zellagen als halbmondförmige Beläge ziemlich stark verdickter<br />

Fasern (vgl. PILGER 1898, S. 308). - Gefässbündel: Ein kollateraler,<br />

geschlossener, ausnahmsweise offener Strang. - Xijlcm: Spiral- und<br />

Ringgefässe zahlreich, radial angeordnet, in zartem Ilolzparenchym<br />

eingebettet. - Kambium: Sehr schwach oder nicht vom Phloem<br />

differenziert. - Phloem: Zarte, englumige Elemente in Gruppen, in<br />

dünnwandigem, ziemlich kleinzelligem Phlcemparenchym verteilt. -<br />

Markslrahlen: 1 - 3reihig, aus dünnwandigen, polygonalen Zellen<br />

bestehend. - Mark: Fehlt oder besteht undeutlich aus einigen dünnwandigen,<br />

± runden Parenchymzellen.<br />

Blütensteiigel.<br />

F1 ä c h e n a n s ic h t (s. auch Abb. 3): Epidermis: Aus gerad-dünnwandigen,<br />

i viereckigen, in der Richtung des Stengels<br />

langgestreckten Zellen bestehend. - Spaltöffnungen: Verhältnismässig<br />

häufig, länglich-ellipsoidisch, in der Richtung der Stengelachse<br />

orientiert, 33 - 51 /i lang, 21 - 24 ^ breit, meistens nur mit 2 Nebenzellen.<br />

- Haare (Abb. 3 u. 4): 1. Häufig (250-) 100-650 (-720) fi<br />

lange, schräg abstehende Gliederhaare, aus einer ± vier-fünfeckigen,


10 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />

Abb. 3. Plantago alpina.<br />

Blütenstengel, Epidermis<br />

in Flächen ansieht.<br />

Vergr. 150 X.<br />

langgestreckten Epidermiszelle entspringend,<br />

mit 3-4 (6) beinahe gleich langen, in der<br />

Regel dickwandigen, von einer deutlichen,<br />

glatten bis fein warzigen Kutikula überzogenen<br />

Zellen oder mit einer etwas kürzeren,<br />

wenig gebogenen Endzelle. Diese Zelle ist in<br />

der Regel zugespitzt und dickwandig. Die<br />

Zwischenwand schief bis geradlinig und dick.<br />

Dann und wann sind die Haare wenig gabelig.<br />

Haargrund farblos oder schwach gelblich.<br />

2. Planiago-Köpiclienhaarc vereinzelt, gewöhnlich<br />

1 - Gzellig.<br />

Querschnitt (s. auch Taf. H, Abb.<br />

1): Rundlich. - Aiissenrindc: Epidermis:<br />

± runde, von einer dünnen Kutikula<br />

überzogene Zellen, deren Wände (besonders<br />

die Aussenwände) im Alter deutlich dicker<br />

werden. Die Basalzellen der Gliederhaare sind<br />

wesentlich vergrössert. - Spaltöffnungen:<br />

Spärlich, sehr schwach über der Epidermis<br />

erhoben, mit einer verhältnismässig<br />

grossen Atemliöhle.<br />

- Kollenchijm: Unter<br />

der Epidermis eine Reihe<br />

rundlicher, undeutlich differenzierter<br />

Zellen, die« am<br />

älteren Stengel schwach kollenchymatisch<br />

verdickt wer-<br />

den. - Grundgewebe: 5-8 Lagen runder, gegen die<br />

Mitte etwas grösser werdender, chlorophyllführender<br />

Parenchymzellen; von zahlreichen Interzellularen<br />

durchsetzt. - Endodermis: Nicht differenziert<br />

(vgl. PILGER 1898, S. 309).<br />

Zentralzylinder: Perizykel: Ringförmig,<br />

aus mehreren Lagen ziemlich dickwandiger (im Alter ^^«mago<br />

verholzender), runder bis polygonaler Fasern beste- htfare^vom'^B^ü<br />

hend. - Gefässbündel: 18-22 beinahe gleich grosse, tenstengel<br />

geschlossene, als isolierte Gruppen liegende, auf Vergr. 150 x.


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 11<br />

einem Kreise angeordnete, kollaterale Bündel. - P/j/oSm; Sehr schwach<br />

entwickelt, besteht aus einigen zarten, kleinzelligen, meistenteils polygonalen<br />

Elementen, von Perizykelfasern umgeben. -Xj/Ze/n: 2-4 (-6)<br />

kurze Reihen radial angeordneter, nebeneinanderlaufender Ring- und<br />

Spiralgefässe, im unteren Teil von englumigen dünnwandigen, polygonalen,<br />

später grösstenteils verholzenden, parenchymatischen Zellen<br />

umgeben. - Markstrahlen: Fehlen. - Mark: Im Zentrum parenchymatische,<br />

grosse, dünnwandige, rundliche bis schwach polygonale<br />

Zellen, mit grossen Interzellularen, gegen die Gefässbündel hin allmählicher<br />

Übergang zu kleineren, polygonalen, etwas verdickten<br />

Zellformen. Am älteren Stengel befindet sich immer eine grosse<br />

Markhöhle, nur mit Resten der Markzellen.<br />

Blüte.<br />

T r a g b 1 a 11.<br />

F1 ä c h e n a n s i c h t (s. auch Abb. 5): Äussere Epidermis: ± 4 -<br />

öeckige, geradlinige bis schwach<br />

wellige, ± in der Nervenrichtung<br />

gestreckte, dünnwandige Zellen.<br />

- Innere Epidermis: Stark wellige,<br />

in der Längsrichtung gestreckte,<br />

an der Blattbasis dickwandige<br />

Zellen, Gegen den häutigen<br />

Blattrand werden die Zellen<br />

allmählich dünnwandig. An der<br />

Spitze ist die Epidermis wie oberseits<br />

gebaut. - Spaltöffnungen: Beiderseits<br />

ziemlich häufig, besonders<br />

in der Nähe des Mittelnervs, am<br />

häutigen Blattrand fehlend, in<br />

der Richtung der Nervenachse<br />

orientiert, 36-42/i lang, 27-30/4<br />

Abb. 5. Plantago alpina. Tragblatt,<br />

äussere Epidermis in Flächenansicht.<br />

Vergr. 220 X.<br />

breit, mit 2-4 Nebenzellen. - Haare: 1. Am Blattrand und oberseits<br />

an der Blattbasis häufig, seltener auch beiderseits an den<br />

Spreiten dickwandige, l-3zellige, (45-) 105- 195 (-285) yw lange<br />

Gliederhaare, aus einer oberen Epidermiszelle entspringend, von


12 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />

einer Kutikula überzogen. Stellenweise haben zwei Haare dieselbe<br />

Basalzelle. 2. Beiderseits Plantago-Köpfchenhaarc vereinzelt 'am<br />

Mittelteil des Blattes, gewöhnlich 4zellig.<br />

K e 1 c h b 1 a t t.<br />

F 1 ä c h e 11 a n s i c h t (s. auch Abb. 6 u. 7): Äussere Epidermis:<br />

Aus welligen, sehr dünnwandigen, ± gestreckten Zellen bestehend,<br />

die gegen die Blattbasis über dem Mittelnerv gcradwandig, ± vier-<br />

Abb. 6. Plantago alpina. Kelchblatt, äussere<br />

Epidermis in Flächenansiclit.<br />

Vergr. 220 x.<br />

Abb. 7. Plantago alpina.<br />

Kelchblatt, innere Epidermis<br />

in Flächenansicht.<br />

Vergr. 220 X.<br />

eckig werden. - Innere Epidermis: Besteht aus stark welligen, sehr<br />

dickwandigen, in der Richtung der Blattlängsachse gestreckten<br />

Zellen, gegen den Blattrand und die Spitze dünnwandiger werdend.<br />

- Spaltöffnungen: Beiderseits vereinzelt, hauptsächlich in der Nähe<br />

des Mittelnervs, von breitovalem Umriss, gewöhnlich mit 2 Nebenzellen.<br />

- Haare: 1. Sehr häufig oberseits am Kiel 1-3 (6)zellige,<br />

dickwandige, (39-) 120-225 (-450) fi lange, von einer Kutikula<br />

überzogene Gliederhaare, die dann und wann gegabelt sind. Gleiche<br />

Haare treten in der Regel am Blattrand, wo sie gegen die Spitze<br />

länger und mehrzelliger werden, und seltener auf der Spreite auf.


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 13<br />

An (ler Spitze sehr oft gabelige und gebogene Gliederliaare, deren<br />

Basalzelle zuweilen zwischen den beiden Epidermen eingesenkt ist.<br />

Die innere Spreite ist gewöhnlich ganz kahl. 2, Oberseits vereinzelt<br />

jP/an/aj/o-Köpfchenhaare, dzellig.<br />

K r o n e.<br />

Krön röhre.<br />

F lachen a n s i c h t (s. auch Abb.<br />

8): Äussere Epidermis: Gerad-dünnwandige,<br />

in der Richtung der Längsachse orientierte,<br />

± rechteckige Zellen, oft mit fein<br />

knotig verdickten Wänden, - Ilaare: Reichlich<br />

an der unteren Hälfte der Kronröhre<br />

l-3zellige, (60-) 90-210 fi lange, ziemlich<br />

dünnwandige, von einer dünnen Kulikula<br />

überzogene Gliederhaare mit einer<br />

Basalzelle, die in der Regel etwas länger<br />

als die übrigen Epidermiszellen ist, und<br />

oftmals kollabierten Zellen. Haargrund gewöhnlich<br />

gelblich. - Innere Epidermis: Im<br />

grossen und ganzen gleich gebaut wie die<br />

äussere, aber ohne Haare.<br />

Kronzipfel.<br />

Abb. 8. Plantago alpina.<br />

Kronrölire, äussere Epidermis<br />

in Flächenansicht.<br />

Vergr. 220 X.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Äussere Epidermis: Aus 4 - Geckigen,<br />

welligen, in der Längsrichtung langgestreckten, sehr dünnwandigen,<br />

in regelmässigen Reihen geordneten Zellen bestehend. - Innere Epidermis:<br />

Stark wellige, dünnwandige, in der Nervenrichtung langgestreckte<br />

Zellen, gegen den Mittelnerv dickwandiger und weniger<br />

wellig werdend. - Haare: Vereinzelt am unteren Blattrand 1-2zellige<br />

(45-) CO-120 ß lange, dickwandige, von einer Kutikula<br />

überzogene Gliederhaare.<br />

2


I I E. Elo, Anal.-i)harni. Unters, v. Plantago alpina L. u, P. montana Lam.<br />

A n d r ö c c u ni.<br />

Staubfaden.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c 11 t: Epidermis: xVus recliteckigen, sehr<br />

dünnwandigen, in der Richtung der Längsachse langgestreclvten,<br />

geradlinigen, in regelmässigen I^Mhen angeordneten Zellen bestehend.<br />

Staubbeutel.<br />

F 1 ä c il e n ansieht: Epidermis: Tangential gestreckte, sehr<br />

dünnwandige, schwach kurzwellige, papillös ausgebuchtete Zellen.<br />

In der Furche und an der unteren, aufgesetzten Spitze sind die Zellen<br />

dagegen in der Längsrichtung langgestreckt und wellig. - Fibriöse<br />

Schicht: Aus polygonalen, ± in der Richtung der Längsachse gestreckten,<br />

geradlinigen Zellen mit ringförmigen Verdickungsleisten<br />

l)estehen(l. - Ilaure: Ab und zu an den oberen Spitzen wenige 2-3zellige,<br />

(150-) 225-285 /i lange, ziemlich dünnwandige, von einer<br />

dünnen Kutikula überzogene (iliederhaare.<br />

Pollenkorn.<br />

(27-) 33-42 fi gross, scheibenförmig, glattwandig, mit dünner<br />

Exine und Intine.<br />

G y n ä c e u m.<br />

Fruchtknoten.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Aus ± isodiametrischen,<br />

stark welligen, dünnwandigen Zellen bestehend, die gegen die Basis<br />

nach und nach noch dünnwandiger und geradlinig werden. - Haare:<br />

Sehr oft am obersten Teil 1 - 2zellige, (30 -) 50 - 105 /i lange, dickwandige,<br />

von einer Kutikula überzogene (Iliederhaare. - Hijpodermis:<br />

Im grossen und ganzen gleich gebaut wie die äussere Epidermis,<br />

jedoch grosszelliger und dickwandiger. Gegen den unteren<br />

Teil verschwindet die Ilypodermis allmählich.<br />

Griffel.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Besteht aus rechteckigen,<br />

in der Längsrichtung langgestreckten, gerad-dünnwandigen, in regel-


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 15<br />

massigen Heilien geordneten Zellen. - Haare: Sehr oft am Basalteil<br />

gleichgebante Haare wie am Frnchtknoten.<br />

Blühende Narbe.<br />

F 1 ä c Ii e n a n s i c h t: Epidermis: Gleich gebaut wie die Grifl'elepidermis,<br />

die Zellen werden jedoch gegen die Spitze länger. -<br />

Papillen: Reichlich, einzellig, (120-) 165-240 lang.<br />

Frucht.<br />

Im Kelch silzenbleibende Büchse.<br />

1 ä c ii,e II a n s i c h (: Äussere Epidermis: Polygonale bis<br />

schwach buchtige, in der Längsrichtung der Frucht gestreckte,<br />

dünnwandige Zellen. - Innere Epidermis: Gleich gebaut wie die<br />

äussere. - Trennungszone: 2-3 Schichten tangential gestreckter,<br />

länglicher, in regelmässigen Reihen angeordneter, sehr dünnwandiger<br />

Zellen.<br />

Abspringender Deckel.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h 1: Äussere Epidermis: Besteht aus polygonalen,<br />

gerad-dünnwandigen, ± in der Richtung der Frucht gestreckten<br />

Zellen, gegen die Spitze wellig und noch dünnwandiger<br />

werdend. An den Gefässbündeln in der Längsrichtung langgestreckt,<br />

geradlinig. - Ilaare: Dann und wann an der Spitze einige 1 - 2zellige,<br />

(30-) 50- 105 /t lange, dickwandige, von einer Kutikula überzogene<br />

Gliederhaare. - Innere Epidermis: ± isodiametrisehe, stark wellige,<br />

ziemlich dickwandige, getüpfelte Zellen. - Ilypodermis: Aus ± isodiametrischen,<br />

stark welligen, sehr dickwandigen, getüpfelten Zellen<br />

liestehend, die gegen die Spitze in der Längsrichtung gestreckt<br />

und noch dickwandiger werden. - Trennungszone: 3-1 Schichten<br />

tangential gestreckter, i länglicher, dickwandiger, in regelmässigen<br />

Reihen geordneter Zellen.<br />

Narbenrest.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: isodiametrisehe, viereckige,<br />

dünnwandige, 10- 15 fi breite, in regelmässigen Reihen ange-


28 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />

ordnete Zellen. - Papillen: Einzellig, 30- 105 /j, lang, reichlich beinahe<br />

bis zur Basis. - Haare: Sehr oft an der Basis 1 - 2zellige, 30-<br />

75 /.i lange, dickwandige, von einer Kutikula überzogene Gliederhaare.<br />

Scheidewand.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Aus polygonalen, geradlinigen<br />

bis welligen, gestreckten, typischen Netzleistenzellen bestehend.<br />

Same.<br />

Q u e r s c h n i t t: Bohnenförniig. - T e s I a: 1. Epidermis:<br />

Radial schwach gestreckte, ± rechteckige, aussen etwas ausgestülpte,<br />

von einer zarten Kutikula überzogene Zellen, deren Zellmembran<br />

dünn ist und deren Seitenwände mächtige Sclileimschichten<br />

angelagert haben. Das Lumen nimmt beim Quellen in Wasser<br />

Sanduhrform an. - 2. Schicht: Eine Lage ± rechteckiger, tangential<br />

gestreckter, schwach dickwandiger Pigmentzellen mit braunem<br />

Inhalt.<br />

E n d 0 s p c r m: Besieht auf der Rücken- und Bauchfläche des<br />

Samens aus 2 - l, an den Seiten aus 6 - 10 Reihen polygonaler bis<br />

rundlicher, ziemlich difck- und glattwandiger Zellen, die nur kleine,<br />

runde Aleuronkörner (keine Stärke) führen (vgl. ULOTH 1875, S. 195<br />

u. Taf. VI, Abb. 1 u. 5).<br />

E m b r ij o: Kotyledonen: Halbmondförmig, die äusserste Schicht<br />

besteht aus isodiametrischen, ± viereckigen, dünnwandigen Zellen,<br />

das Grundgewebe dagegen aus rundlichen Zellen mit kleinen Interzellularen.<br />

Nahezu in der Mitte befinden sich eine grössere und an<br />

den beiden Seiten eine kleinere Gruppe englumiger, dünnwandiger,<br />

runder bis polygonaler Zellen als Gefässbündelanlagen. Als Zellinhalt<br />

treten kleine, runde Aleuronkörner auf.<br />

Pulver.<br />

Es ist ja für jede Droge wertvoll, die Mikroskopie des Pulvers<br />

zu kennen. Dies gilt auch für Herba oder Folia Plantaginis alpinae,<br />

um so mehr, als diese in verschiedene Arzneispezialitäten und Geheimmittel<br />

in Pulverform inkorporiert werden.


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 17<br />

]3a die Droge meist audi mehr oder weniger viel Hhizomteile,<br />

Hlütenstengel, Blüten und Früchte enthält, haben wir zunächst eine<br />

solche Ganzdroge pulverisiert und untersucht. Die Zerkleinerung<br />

erfolgte in einer Kreuzschlagmühle. Die Siebporenweite betrug<br />

0,8 mm. Um auch ein reines Blattpulver zu haben, wurde ein ausgelesenes<br />

Blattmaterial unter den gleichen Bedingungen pulverisiert.<br />

Wir geben im folgenden die Beschreibung und die Abbildung (Abb. 9)<br />

eines Pulvers aus der Handelsdroge und lassen dann die Beschreibung<br />

eines reinen Blattpulvers folgen. Die Abbildungen der Elemente<br />

dieses zweiten Pulvers finden sich in der vVbbildung des Pulvers<br />

der Handelsdroge.<br />

i. Pulver der Handelsdroge (Abb. 9):<br />

F a r 1) e: Graugrün.<br />

Ci e r u c h: Ein eigenartiges, dem Schal)zieger ähnliches Aroma<br />

(ScHROETEii 1923-26, S. 588).<br />

1 L_„<br />

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/ —<br />

1<br />

1<br />

Abb. 9. Plamago alpina. Piilverbestandteile der Handelsdroge. Vergr. 220 x


18 E. Elo, Anat.-pliarm. Unters, v. Plantago alpina L. u. P. montana I.ani.<br />

1. Fragmente der Epidermis der Blattober- und -Unterseite in<br />

Flächenansicht, mit den typischen Spaltöffnungen s e h r<br />

häufig.<br />

2. 1 - Szellige, dickwandige, mit Kutikula überzogene Haare<br />

oder ihre Fragmente vereinzelt.<br />

3. In der Regel 4zellige P/a/i/a(/o-Köpfchenliaare vereinzelt.<br />

4. Fragmente der vielzelligen, dünnwandigen Gliederhaare sehr<br />

häufig.<br />

5. Fragmente der Ring- und Spiralgefässe, besoiulers aus dem<br />

Rhizom und Blatt ziemlich häufig.<br />

(). Fragmente der Nebennerven des Blattes im Querschnitt v e re<br />

i n z e 1 t.<br />

7. Fragmente der Fasern aus dem Blatt und dem Blütenstengel<br />

h ä u f i g.<br />

8. Fragmente des Tragblattes in Flächenansicht vereinzelt.<br />

9. Fragmente des Kelchblattes in Flächenansicht v e r e i nzelt.<br />

10. Pollen vereinzelt.<br />

Charakteristische Elemente: 1, 2, 4, 8.<br />

2. Pulver der reinen Blattdroge (s. auch Abb. 9):<br />

Die Farb e und der Geruch sind wie oben.<br />

1. Fragmente der Epidermis der Blattober- und -Unterseite in<br />

Flächenansiclit, mit den typischen Spaltöffnungen s e h r<br />

häufig.<br />

2. 1 - Szellige, dickwandige, mit Kutikula überzogene Haare<br />

oder ihre Fragmente ziemlich häufig.<br />

3. In der Regel 4zellige P/a/j/ajyo-Köpfchenhaare ziemlich<br />

häufig.<br />

4. Fragmente der vielzelligen, dünnwandigen Gliederhaare sehr<br />

selten.<br />

5. Fragmente der Ring- und Spiralgefässe vereinzelt.<br />

ti. Fragmente der Nebennerven des Blattes im Querschnitt v e re<br />

i n z e 1 t.<br />

7. Fragmente der Fasern vereinzelt.<br />

Charakteristische Elemente: 1, 2, 3.<br />

4. DIE ANATOMIE VON PLANTAGO IMONTANA LAM.<br />

Plantago montana Luni. (= P. atrata Moppe). Von dieser Art werden eine<br />

Reihe von Varietäten und L'ormen unterschieden, die alle in der Droge vorkommen<br />

können. Bezüglich der Unterteilung der Art vgl. KNGLEU II. DIELS<br />

(1937,8.284-).<br />

Deutsch: liergvvegerich. Volksnanien: Adelgras, Ilütz, Uitz.- Französisch:<br />

Plantain des montagnes.


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 19<br />

Pflanze aiisdanernd, 2-18 cm hoch, l^hizom dick, knrz, wenig<br />

ästig. Alle Lanbblätter in grundständiger Rosette. Blütenstengel<br />

vor der Blüte aufrecht oder aufsteigend, zuletzt niederliegend. Ähre<br />

kugelig oder kurz walzlicii, 0.5- 1.5 cm lang, im Knospenzustand<br />

oft von langen, spinnweharlig verflochtenen Haaren ganz hedeckl.<br />

Standort. Stelletuveise liiuifit? \mil verbreitet auf Mager- und Fettmatten,<br />

Weiden, kahlem Felsschutt der Alpen, besonders auf tiefgründigem<br />

Boden; mit Vorliebe auf Kalk, seltener auf Urgestein. In der Schweiz von<br />

1 500 bis 2 700 m. in liayern von 1 000 bis 2 150 m, in Tirol von I 500 bis<br />

2 370 m.<br />

A 11 g e m 0 i n e Ve r 1) r e i I u n g. Pyrenäen, Ceveunen, Alpen, Jura,<br />

Sudeten, Karpaten, Ai)enninen, illyrische und griechische Gebirge.<br />

Standorte des u n t e r s \i r h t e n Materials. Conters-Casanna,<br />

Gra\ib., 1 5^iO m ü.M., Weide; Tschiertschen, 1 560 m ü.M.; Speer,<br />

Nagelfluh, I 700 m ü.M.; St. Moritz, Oberalpina, I 8.'U) m ü.M.; Lindernenalj)-<br />

Kaiserstock, 2 100 m ü.M.; Arosa, in der Nähe der eidg. Versuchsanstalt,<br />

1 800 ni ü.M.; Morteralsch bei Pontresina, 1 900 m ü.M.; Albula, 2 315 m ü.M.<br />

Makroskopische Merkmale.<br />

B I a t t. (irundständige Lanbblätter breit-lineal bis elliptisch,<br />

spitz, nach oben und unten verschmälert, mit einer bleichen, häutigen<br />

Scheide den Stengel umfassend. Spreite 3-10 cm lang und<br />

2-15 mm breit (bei kultivierten Exemplaren bis 17 cm lang und<br />

1-17 mm breit), drei- bis siebennervig. Nerven oberseits lief eingegraben,<br />

unterseits hervortretend. Spreite kahl oder am Rande und<br />

an den Nerven von langen, spinnwebig verflochtenen, vereinzelten<br />

Haaren zottig, am Rande ganz oder entfernt und seicht gezälinell.<br />

B 1 ü t e n s t e n g e 1. Stielrund, nicht gefurcht, am Grunde<br />

spärlich, sonst dicht anliegend weichhaarig, in der Regel so lang oder<br />

wenig länger als die Lanbblätter.<br />

B 1 ü t e. Tragblätter breit rundlich, trockenhäutig, mit grünem<br />

oder schwärzlichem Mittelnerv und scharf davon abgesetzten, membranösen,<br />

bräunlich gefärbten, stumpfen Randlappen, an der Spitze<br />

oder auch teils am Rande bärtig gewimperl. Kelchblätter alle gleich<br />

gestaltet, frei, eiförmig, mit kleinem, grünem, krautigem Teil und<br />

breitem, braunem, liäutigem liand, nicht gekielt, bloss an der Spitze<br />

bärtig gewimpert. Dünnhäutige Blumenkrone etwa 2 mm lang,<br />

braun, mit vollständig kahler Röhre und zugespitzten, weisslichen<br />

Zipfeln. Staubblätter 2-3mal länger als die Blumenkrone, weiss-


2ü E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Plantago alpina L. u. F. monlaiia Lain.<br />

lieh, mit blassgelben Antheren. Kapsel bis 5 nini lang, eiförmig,<br />

nur an der änssersten Spitze von der vertrockneten Krone bedeckt;<br />

üehiszenzspalte in Höhe über dem Grunde der Frucht auftretend.<br />

Samen I.5 mm lang, meist 2 in jeder Kapsel, ])eckenförmig,<br />

nmzelig, mit hervorragender Mittelrippe.<br />

Mikroskopische Merkmale.<br />

Rhizoin und Ilauplwurzel.<br />

Im folgenden wird die Anatomie des Rhizoms und diejenige des<br />

obersten, in der Droge vorkommenden Teils der Mauptwurzel beschrieben.<br />

H h i z o m.<br />

Q u e r s c h n i t t; Hundlich. - /I n s s e n r i n d e: Epidermis:<br />

Meistens ganz abgeworfen. - Kork: 2-4, stellenweise mehrere Lagen<br />

flacher, dünnwandiger, schwach in tangentialen und radialen Reihen<br />

geordneter 7.Q\\cn. - Phellogen: 1 - 2 Lagen tangential gestreckter,<br />

zarter Zellen. - Plielloderm: Fehlt oder besteht undeutlich aus 1-2<br />

Lagen dünnwandiger Zellen. - Parenchym: Besteht aus vielen Lagen<br />

zarter, tangential gestreckter, ziemlich grosslumiger, länglicher bis<br />

schwach polygonaler, stärkefreier Zellen mit kleinen Interzellularen.<br />

- Sieinzellen: Im Rindenparenchym treten stellenweise grössere und<br />

kleinere Gruppen polygonaler, dickwandiger, reich getüpfelter Steinzellen<br />

auf (vgl. SOLEBEDER 1899, S. 727).<br />

I n II e n r i n d e: Primäre Markstrahlen: Meistenteils viele Reihen<br />

parenchymatischer, runder bis radial gestreckter, länglicher<br />

Zellen mit kleinen Interzellularen. - Rindenslrahlen: 8-10 Gefässbündelstränge<br />

mit zarten, rundlichen bis schwach polygonalen,<br />

kleinzelligen, in radialen Reihen geordneten Elementen.<br />

Kambium: 1-3 Lagen normaler Kambiumzellen, nur im<br />

faszikulüren Teil deutlich erkennbar.<br />

II olzkörp e r: Primäre Markstrahlen: Ziemlich schnuil, aus<br />

zarten, radial gestreckten, länglichen Parenchymzellen mit kleinen<br />

Interzellularen bestehend. - Holzstrahlen: Gleichviele Gefässbündelstränge<br />

wie in der Rinde, aus Netz-, Ring- und Spiralgefässen bestehend,<br />

radial in unverholztem, polygonalem Parenchym angeord-


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 21<br />

net. - Mark: Verhältnismässig klein, aus riuullichen bis polygonalen,<br />

parenchymatisclien Zellen mit kleinen Interzellularen gebaut. -<br />

Steinzellen: Wenige Gruppen, gleich gebaut wie in der Aussenrinde.<br />

- Selbständige, ausgeprägte rinden- und markständige Gefäss])ündel<br />

kommen nicht vor.<br />

11 a u j) t w u r z e 1.<br />

Das Khizom geht allmählich in die Wurzel über. Im grossen<br />

und ganzen ist die Wurzel gleich wie das Rhizom gebaut, jedoch<br />

fehlen die Steinzellen, Markstrahlen und das Mark.<br />

Laubblatt.<br />

Fläc h e n a n s i c h t (s. auch Abb. 10 u. 11): Obere Epidermis:<br />

An der Spitze ± viereckige, geradlinige bis schwach wellige Zellen<br />

Abb. 10. Plantago motitana. Laul)- Abb. II. Plantngo montana. Laiibblatt,<br />

obere EpideriiiLs feilweise mit blatt, untere Epidermis teilweise mit<br />

darunterliegenden Palisadenzellen in darunterliegenden Palisadenzellen in<br />

FJäclienansicht. Vergr. 220 x. Fl.ächenansiclit. Vergr. 220 X.<br />

mit dünnen, glatten oder fein knotig verdickten Wänden. In der<br />

Milte und an der Basis sind die Zellen wellig bis geradwandig, in<br />

der Längsrichtung gestreckt. Am Blattrand gewöhnlich langge-


22 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />

streckte, gerad-dünnwandige Zellen. Am Jilattgnind alle Zellen<br />

gleich gebaut wie am Blattrand. In den Nervenfiirchen, die an der<br />

Spitze und am Blattgrund ganz fehlen, sind die Zellen quadratisch<br />

bis rechteckig, geradwandig. - Untere Epidermis: Schwach<br />

wellig-buchtige oder polygonale, dünnwandige, in der Längsrichtung<br />

gestreckte Zellen, gegen die Blattbasis schmäler, länger und geradwandig<br />

werdend. Über dem Mittelnerv und den nächstliegenden<br />

Hauptseitennerven viele Heihen langgestreckter, ± rechteckiger,<br />

gerad-dünnwandiger Zellen, in der Hegel ohne Spaltöffnungen.<br />

Blattrand und Blattgrund gleich gebaut wie oberseits. - Spallöffniingen:<br />

Beiderseits sehr reichlich, verhältnismässig wenig am Blattgrund,<br />

in der Richtung der Blattlängsachse orientiert, länglich,<br />

(21 -) 27-33 fi lang, (15-) 18-21 fi breit, mit 2-1, meistens 3<br />

Nebenzellen, leicht vorgewölbt. - Haare: 1. Ciewöhnlich nur sehr<br />

typische (550-) 700- 1 150 (-2 400) lange (k-lenkhaare (Abb. 12,<br />

a b<br />

Abb. 12. Plantago montuiiu. La)il)l)lat t,<br />

a. untere Epidermis mit der Basalzelle<br />

des Gelenkliaares in Flächenansicht,<br />

b. Blattrand mit der Basis des (ieloiikhaares.<br />

Vergr. 220 x.<br />

s. auch Abb. 14) mit etwas vergrösserter,<br />

länglichrunder Basalzelle<br />

(selten ist die Basalzelle<br />

auch nicht vergrössert und die<br />

umgebenden Epidermiszellen<br />

mit Spaltöffnungen sind meist<br />

nicht radial angeordnet), der<br />

zentrisch eine kurze, ziemlich<br />

stark verdickte, bräunliche<br />

llalszt'lle aufsitzt, die dann 2-<br />

8, gewöhnlich 4 - G obere, längere,<br />

dünn- bis verhältnismässig<br />

dickwandige, in der Regel<br />

zapfenartig miteinander verwachsene<br />

Zellen trägt. Besonders<br />

am Basalteil sind die<br />

Ilaare deutlich von einer ziemlich dünnen, glatten Kutikula überzogen.<br />

Oberseits Gelenkhaare am Blattrand, selten an der<br />

Spreite selbst, unterseits sowohl am Blattrand als auch über dem<br />

Mittelnerv uiul an den Hauptseitennerven. 2. An der Blattbasis<br />

ziemlich reichlich mehrere mm lange, dünnwandige, vielzellige,<br />

farblose, oft kollabierte Gliederhaare mit 135-210 jli langen und<br />

15-27 /x breiten Zellen, mit geradlinigen oder gewölbten Zwischen


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. FtMin. Vanamo, 15, n:o 1. 23<br />

Avänden. Länge der zugespitzten Endzellen 165~;iG(),u. Planlago-<br />

Köpfchenhaare (Abb. 11) mit einzelligem, (18-) 21-30 //langem,<br />

15-18 jLi breitem Stiel und einem zweizeiligen, vertikal geteilten,<br />


24 ii. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Plantago alpina L. u. P. montaiia Lam.<br />

Mittelner v: Oben sehr stark konkav, unten schwach konvex.<br />

- Obere Epidermis: ± rundlich-polygonale, gegen die Spreite<br />

länglich werdende Zellen. - Untere Epidermis: Runde, allseitig etw^as<br />

verdickte Zellen, von einer dünnen Kutikula überzogen, einzelne<br />

Zellen vergrössert wie in der Spreite. - Spaltöffnungen: Fehlen. -<br />

Kollenchijm: Oben zwisciien der Epidermis und der Endodermis<br />

eine Gruppe rundlich-polygonaler, weitlumiger, schwach verdickter<br />

Zellen. Unten 3-1 Lagen rundlicher, ziemlich deutlich verdickter<br />

Zellen, seitlich allmählich ins Grundgewebe übergehend. - Grundgewebe:<br />

Vor allem unten stark entwickelt, aus rundlichen, grosslumigen,<br />

dünnwandigen, chlorophyllführenden bis chlorophyllfreien<br />

Zellen mit Interzellularen bestehend. - Endodermis: Eine Zellage<br />

breite Bündelscheide, besteht aus gut differenzierten, ± länglichen,<br />

ziemlich weitlumigen, dünnwandigen, chlorophylU'reien Zellen mit<br />

CASPARYschen Punkten. - Perizijkel: Über dem Xylem und unter<br />

dem Phloem je ein 1 - () (- 8) Zellagen breiter, halbmondförmiger<br />

Belag ziemlich dicker, i englumiger Fasern. - Gefässbündel: Ein<br />

kollateraler, in der Hegel geschlossener Strang. - Xylem: Gut entwickelt,<br />

zahlreich Hing- und Spiralgefässe, radial in unverholztem<br />

l\arenchym angeordnet. - Kambium: Sehr schwach oder nicht vom<br />

Phloem differenziert. - Phloem: Zarte, englumige Phlcenielemente<br />

im entsprechenden, dünnwandigen Parenchym eingebettet. - Markstrahlen:<br />

Eine Zellreihe breit, aus dünnwandigen, polygonalen Zellen<br />

bestehend. - Mark: Sehr oft aus einigen dünnwandigen, ± runden<br />

Parenchymzellen l)esteliend.<br />

Blüteiistengel.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t (s. auch Abb. 13): Epidermis: Geradlinige,<br />

± viereckige, in der Richtung des Stengels langgestreckte,<br />

dünnwandige Zellen. - Spaltöffnungen: Ziemlich häufig, in der Längsrichtung<br />

orientiert, länglich, 39 - 18 /t lang, 21-24 /n breit, mit<br />

3 - 4, meistenteils 1 Nebenzellen. - Haare (Abb. 11): Reichlich (800-)<br />

1 050 - 2 350 lange, schräg nach der Ähre gerichtete, verschiedenartig<br />

gebaute Gliederhaare, aus länglicher Epidermiszelle entspringend,<br />

mit einer zentrisch liegenden, kurzen, verdickten, braunen<br />

Grundzelle und 4-7 (-11) oberen, verschieden langen, dünn- bis<br />

dickwandigen Zellen. 1. (ielenkhaare mit dickwandigen, zapfen-


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 25<br />

Abb. 13. Plantago inontana.<br />

Blütenstengel, Epidermis in<br />

Fläclienansichl. Vergr. 220 x .<br />

artig miteinander verwaciisenen Zellen.<br />

2. Gewölinliche Gliederhaare ziemlich<br />

dünnwandig mit geradlinigen oder schrägen<br />

Zwischenwänden (vgl. SOLEREDER<br />

1899,8.725, Abb. 153). 3. Übergangsformen<br />

von Gelenk- zn Gliederhaaren.<br />

In demselben Haar können dann sowohl<br />

dick- und dünnwandige Zellen als<br />

auch gewölbte bis halbrunde, scliräge<br />

oder geradlinige Zwischenwändevorkommen<br />

(vgl. OEKM1932,<br />

S. 28, Abb. 1). - Nur<br />

der Basalteil des Haares<br />

deutlich von einer<br />

dünnen, glatten Kuti-<br />

kula überzogen. 1. -Köpfchenhaare wie<br />

diejenigen des Laubblattes vereinzelt.<br />

Querschnitt (s. auch Taf. H, Abb. 2):<br />

Hundlich. - A iis sc ii r i n d e: Epidermis: i iso-<br />


26 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />

serii. - Gefässbümlel: 8- K) grössere, geschlossene Stränge und viele<br />

kleinere Siehröhrenhündel liegen als isolierte Gruppen, an der<br />

Grenze des Markes und des Perizykelrings verteilt, zu einem Kreise<br />

geordnet. Grössere Gefässbündel sind kollateral mit deutlich erkennbaren<br />

Phloem- und Xylemgruppen (vgl. PILGER 1898, S. 309;<br />

SOLEREDER 1908, S. 259). - Phloem: Schwach entwickelt, aus zarten,<br />

englumigen, rundlichen bis polygonalen Elementen bestehend. -<br />

Xijlem: Gewöhnlich drei kurze Reihen Hing- und Spiralgefässe, radial<br />

angeordnet, in kleinzelligem, dünnwandigem, rundlich-polygonalem,<br />

unverholztem Holzparenchym eingebettet. Das umgebende Parenchym<br />

wird im Alter schwach verholzt. - Markslrahlen: Fehlen. -<br />

Mark: Der grosse, zentrale Teil wird von parenchymatischen, grosslumig-rundlichen<br />

und kleineren, streng polygonalen, dünnwandigen<br />

Zellen mit ziemlich kleinen Interzellularen gebildet. Im Alter verschwinden<br />

l)einahe alle Markzellen, und es entsteht eine grosse<br />

Markhöhle.<br />

Hlüte.<br />

T r a g 1) 1 a t t.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Äussere Epidermis des mesophyHführenden<br />

Millelteils: Geradlinige bis schwach buchtige, dünnwandige<br />

Zellen, die gegen den Blattgrund wellig und etwas in der Nervenrichtung<br />

gestreckt sind. Die Grenze gegen die Randlappen ziemlich<br />

deutlich. - Spaliöjjnunyen: Häufig, in der Richtung der Blattlängsachse<br />

orientiert, von schmal- bis breitovalem Umriss, 24 - 30<br />

18-21 /t breit, mit 3-1 Nebenzellen. - Haare: 1. Am äussersten,<br />

rundlichen Blattrand reichlich dünnwandige, 3 - 5 (- 7)"zellige,<br />

650 - 1 350 fi lange Gliederhaare mit einer bräunlichen Grundzelle<br />

und oftmals kollabierten Zellen, mit geradlinigen oder gewölbten<br />

Zwischenwänden (vgl. ENGLER U. DIELS 1937, S. 285, Fig. 30, Abb.<br />

1 - 6). 2. Zweizeilige Plantago-Köpichenhaare ziemlich häufig. -<br />

Äussere Epidermis der häutigen Randlappen: ± geradwandige, in<br />

der Längsrichtung gestreckte, i viereckige, ziemlich dünnwandige<br />

Zellen, gegen die Spitze schwach wellig werdend. Spaltöffnungen<br />

fehlen. - Haare: 1. Am oberen Blattrand in der Regel gegen die<br />

Mitte verlängerte Gliederhaare wie oben. 2. Köpfchenhaare fehlen.<br />

- Irmere Epidermis: Über dem Mittelnerv wellige, dünnwandige,


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 27<br />

gegen den Blallgrnnd verlängerte Zellen. Spärlich Spaltöffnungen<br />

und Köpfchenhaare, nur an der Spitze. An den Randlappen sind<br />

die Zellen gleichniässig wellig, dünnwandig, in der Längsrichtung<br />

gestreckt; weder Spaltöffnungen noch Köpfchenhaare. - Haare:<br />

Häufig an der Anheftungsstelle des Tragblattes und der Kelchblätter<br />

lange, sehr dünnwandige (iliederhaare von gleichem Bau wie<br />

die Haare der I.aubblattbasis,<br />

K e 1 c h 1) 1 a t t.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Äussere Epidermis: (ieradlinige, dünnwandige,<br />

in der Nervenrichtung gestreckte, zlz rechteckige Zellen,<br />

gegen den Blattrand schwach wellig werdend. - Spaltöffnungen: Vereinzelt<br />

am grünen Basalteil, mit Ii - 1 Nebenzellen. - Innere Epidermis:<br />

Wellige, dünnwandige, in der Richtung der Längsachse langgestreckte<br />

Zellen, gegen den Hlattrand noch welliger werdend. Spaltöffnungen<br />

fehlen. - Haare: .'i - ozellige, 210-360 lange, dünnwandige<br />

Gliederhaare mit einer kurzen Grundzelle und mit geradlinigen<br />

Zwischenwänden, häufig am mittleren, meistens eingebuchteten<br />

Blattrand.<br />

K r 0 n e.<br />

Kronröhre.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c ii t: Epidermis: Beiderseits gerad- und<br />

dünnwandige, in der Längsrichtung gestreckte, 4-5eckige (innere<br />

Epidermis mehreckig) Zellen.<br />

Kronzipfel.<br />

Fläche n ansieht: Epidermis: Oberseits werden die sehr<br />

dünnwandigen, gestreckten Zellen allmählich stark wellig, unterseits<br />

dagegen nur schwach wellig begrenzt. - Haare: Stellenweise an<br />

der Spitze 1 - 2 ziendich kurze, dünnwandige Gliederhaare.<br />

A n (1 r ö c e u m.<br />

Staubfaden.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Rechteckige, sehr dünngeradwandige,<br />

in der Längsrichtung langgestreckte, in regelmässigen<br />

Reihen angeordnete Zellen.


28 E. Elo, Anat.-pharni. Unters, v. Plcmtago alpina L. \\. P. montana Lam.<br />

vStaubbeiitel,<br />

Fläc h e n a II s i c 11 1: Epidermis: Aus tangential gestreckten,<br />

dünnwandigen, welligen, papillös ausgebuchteten Zellen bestehend,<br />

die gegen die untere, aufgesetzte Spitze ± isodiametrisch und in<br />

derselben langgestreckt, dickwandiger werden. In der Furche geradwandig<br />

bis schwach wellig. - Fibriöse Schicht: Polygonale, ± isodiametrische,<br />

geradwandige Zellen mit ringförmigen^ Verdickungsleisten.<br />

Pollenkorn.<br />

33-39 (-48) gross, glattwandig, scheibcMiförmig, mit dünner<br />

Exine und Inline.<br />

G y u ä c e u in.<br />

Fruchtknoten.<br />

F1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Polygonale, geradlinige bis<br />

schwach wellige, ± tangential gestreckte, dünnwandige Zellen, die<br />

gegen die Basis noch dünnwandiger werden. - Hypodermis: ± isodiametrische,<br />

geradwandige bis schwach wellige, dünnwandige Zellen.<br />

Griffel.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Aus viereckigen, in der<br />

Richtung der Längsachse gestreckten, gerad-dünnwandigen, in regelmässigen<br />

Reihen geordneten Zellen bestehend.<br />

Blühende Narbe.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Die Zellen mehr langgestreckt,<br />

sonst gleich gebaut wie die Griffelepidermis. - Papillen:<br />

Reichlich, 1 - 2zellig, 180 - 240 ^ lang.<br />

Frucht.<br />

Im Kelch sitzenbleibende Büchse.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Äussere Epidermis: Aus polygonalen,<br />

geradwandigen bis schwach welligen, tangential gestreckten, an der


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 29<br />

Basis dagegen schwach in der Längsrichtung der Frucht gestreckten,<br />

dünnwandigen Zellen bestehend. - Innere Epidermis: 4 - 5eckige,<br />

gerad-diinnwandige, langgestreckte Zellen. - Trennungszone: Eine<br />

Reihe rundlicher, schwach langenlial gestreckter Zellen.<br />

Abspringender Deckel.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Äussere Epidermis: Polygonale bis wellige,<br />

tangential gestreckte, sehr dünnwandige Zellen, gegen den Basalteil<br />

dickwandiger werdend. An den Cxefässbündeln in der Längsrichtung<br />

schwach gestreckt, geradwandig. - Innere Epidermis: 4-5eckige<br />

l)is wellige, sehr dünnwandige, in der Richtung der Frucht<br />

langgestreckte Zellen. - Ilijpodernüs: Besteht aus stark welligen, in<br />

der Längsrichtung langgestreckten, ziemlich dickwandigen, reich<br />

getüpfelten Zellen, gegen den unteren Teil sehr dünnwandig werdend.<br />

- Trennungszone: Aus 1-3 Reihen runder bis schwach polygonaler,<br />

ziemlich dickwandiger, in u n regel massigen Reihen geordneter Zellen<br />

bestehend.<br />

Narbenrest.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: ± isodiametrische, viereckige,<br />

dünnwandige, in regelmässigen Reihen angeordnete Zellen.<br />

- Papillen: 1 - 2zellig, 40- 110 (150) fi lang, reichlich, gegen die<br />

Basis selten werdend.<br />

Scheidewand.<br />

F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Polygonale, dünnwandige,<br />

± gestreckte, reich getüpfelte Zellen.<br />

Same.<br />

Q u e r s c h n i t t: Nierenformig. - T c s t a: 1. Epidermis:<br />

lm grossen und ganzen gleich gebaut wie bei Planlago alpina. -<br />

2. Schichl: Besteht aus quadratischen bis tangential gestreckten,<br />

ziemlich dünnwandigen, braungefärbten Zellen.<br />

Endosper m: Auf der Rücken- und Bauchfläche des Samens<br />

aus 5-8, an den Seilen dagegen aus zahlreichen Reihen rundlicher<br />

3


30 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Plantago alpina L. ii. P. montana Lam.<br />

bis schwach polygonaler, stark dickwandiger, reich und grob getüpfelter<br />

Zellen bestehend, mit kleinen, runden Aleuronkörnern.<br />

Embryo: Kotyledonen: Halbmondförmig, die äussere Scliichl<br />

besteht aus quadratischen, dünnwandigen, das Gruudgewebe aus<br />

zarten, ± rundlichen Zellen mit kleinen Interzellularen. In der<br />

Mitte kommen eine grössere und an den Seiten eine kleinere (lefässbündelanlage<br />

kleiner, zarter, schwach polygonaler Zellen vor. Die<br />

Zellen enthalten nur kleine, rundliche Aleuronkörner.<br />

5. VERGLEICHENDE BETRACHTUNG DER UNTER-<br />

SUCHTEN ARTEN NEBST KURZEM TABELLARISCHEM<br />

VERGLEICH VON PLANTAGO LANCEOLATA, P. MA.IOR,<br />

P. MEDIA, P. ALPINA UND P. MONTANA.<br />

Im folgenden werden kurz zusammenfassend die wesentlichen<br />

und differentialdiagnostisch wichtigen Merkmale der vorstehend<br />

beschriebenen Plantago-Arten in Hinsicht auf einzelne Organe und<br />

13 est a n d t ei 1 e d a rges t e 111.<br />

Rhizom.<br />

Das Rhizom, das sich stets ± reichlicli in den Drogen vorfindet,<br />

ergibt wesentliche Merkmale zur Differentialdiagnose. Der Wurzelstock<br />

von Plantago alpina ist kräftig und lang, derjenige von P. montana<br />

dagegen dick und kurz. Der Kork der Aussenrinde ist bei<br />

P. alpina immer deutlich in tangentialen und radialen Reihen angeordnet,<br />

bei P. montana aber undeutlich. Das Rindenparenchym<br />

besteht bei P. alpina aus rundlichen Zellen mit vielen grossen Interzellularen,<br />

während es bei P. montana aus tangential gestreckten,<br />

länglichen bis schwach polygonalen Zellen mit kleinen Interzellularen<br />

aufgebaut ist. Nur bei P. montana treten im Rindenparenchym<br />

stellenweise grössere und kleinere Gruppen von Steinzellen auf, und<br />

gleichfalls auch nur bei P. alpina kommen selbständige, rinden- und<br />

markständige Ciefässbündel vor. Mark-, Rinden- und Ilolzstrahten<br />

sind zur Differenzierung nicht anwendbar. Das Mark bei P. alpina<br />

ist gross, ohne Steinzellengruppen, und besteht aus rundlichen<br />

Parenchymzellen mit zahlreichen, grossen Interzellularen. Bei<br />

P. montana hingegen führt das Mark einige kleine Steinzcliengruppen


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 31<br />

und besteht aus rundlichen bis polygonalen Parenchymzellen mit<br />

kleinen Interzellularen.<br />

Blatt.<br />

B 1 a t t s p r e i t e. Differentialdiagnostisch gut verwertbare<br />

Merkmale sind: die Umrissformen der Laubblätter und der Epidermiszellen,<br />

die Spaltöffnungen mit Nebenzellen, die verschiedenen<br />

Haartypen, die Ausbildung des Kollenchyms und des Schwammparenchyms.<br />

Das Blatt von P. alpina ist schmal, lineal-lanzettlich, 2-15 cm<br />

lang und 1.5-5 mm breit - im frischen Zustand ist nur der Mittelnerv<br />

deutlich -, während dasjenige von P. montana breit-lineal,<br />

deutlich drei- bis siebennervig, 3-10 cm lang und 2-15 mm breit<br />

ist, mit einer bleichen, häutigen Scheide den Stengel umfassend.<br />

Die obere Epidermis bei P. alpina ist flach und besteht aus<br />

quadratischen bis rechteckigen, meist schwach welligen, glattwandigen<br />

Zellen, die in ziemlich regelmässigen Reihen angeordnet sind.<br />

Gegen die Blattbasis werden sie geradwandig und langgestreckt. Am<br />

mittleren Blattrand kommen in der Regel 3-5 Reihen rechteckiger,<br />

ziemlich dickwandiger Zellen vor. Bei P. montana ist die obere Epidermis<br />

dagegen über den llauptseitennerven eingesenkt und da aus<br />

± viereckigen, geradwandigen Zellen gebaut, auf der Blattspreito<br />

aber besteht sie aus ± viereckigen, geradlinigen bis schwach welligen<br />

Zellen mit glatten oder fein knotig verdickten Wänden, gegen<br />

die Blattbasis geradlinig und langgestreckt werdend. Am Blattrand<br />

treten nur dünnwandige, langgestreckte Zellen auf.<br />

Die untere Epidermis ist bei beiden Arten iin grossen und ganzen<br />

gleich gebaut wie die obere.<br />

Beiderseits sind die Spaltöffnungen bei P. alpina in der Richtung<br />

der Blattlängsachse orientiert, (18-) 24-30 fi lang und (15-) 21 -<br />

21 fi breit, meistens mit 2 Nebenzellen. Bei P. montana hingegen<br />

sind die beidseitig vorhandenen, (21 -) 27-33 /t langen und (15-)<br />

18-21 fi breiten Spaltöffnungen, meist mit 3 Nebenzellen, ziemlich<br />

u n regel massig angeordnet.<br />

Auf den Blattflächen findet man bei beiden Arten zwei Maartypen,<br />

die Glieder- und die Köpfchenhaare, und an der Blattbasis<br />

noch einen zweiten Typus von Gliederhaaren. Die erstgenannten<br />

Gliederhaare sind bei P. alpina dickwandig, meist 2 - 3zellig, von


32 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />

einer ziemlich dicken, glatten bis fein warzigen Kutikiila überzogen,<br />

bei P. montana dagegen sehr typische, dünn- bis dickwandige, gewöhnlich<br />

4 - Gzellige (dazu eine dickwandige, bräunliche Halszelle)<br />

(ielenkhaare, die nur am Basalteil deutlich von einer dünnen, glatten<br />

Kutikula überzogen sind.<br />

Beide Arten haben zahlreich Plantago-Köplchcnhiiaro, deren<br />

Köpfchen bei P. alpina meistens vierzellig, bei P. montana dagegen<br />

zweizeilig sind.<br />

Nur an der Blattbasis der beiden Arten treten reichlich (bei<br />

P. alpina reichlicher) mehrere mm lange, dünnwandige Gliederhaare<br />

auf, die bei P. alpina gelblich, mit geradlinigen Zwischenwänden und<br />

mit 420 - ()75 fj, langen Endzellen sind, während sie bei P. montana<br />

farblos, mit geradlinigen oder gewölbten Zwischenwänden und<br />

mit 105-300 jj, langen Endzellen auftreten.<br />

Die Blattspreite ist bei P. alpina oben und unten gerade, bei<br />

P. montana dagegen über den Hauptseitennerven oben stark konkav<br />

und unten konvex. Die Struktur des Blattquerschnittes weist bei<br />

beiden Arten immer undeutlich monofazialen Bau auf. Bei P. alpina<br />

kommen am Blattrand verdickte Zellen vor, die bei P. montana<br />

fehlen. Nur bei P. montana treten die schwach dickwandigen Kollenchymzellen<br />

an den beiden Seiten der Hauptseitennerven, wo auch<br />

die Palisaden fehlen, hervor. Die Palisaden sind gleich gebaut,<br />

das Schwammparenchym aber ist verschieden mächtig. Bei P. alpina<br />

umfasst es viele Lagen und bei P. montana nur 2 - 4 Lagen Schwanimparenchymzellen.<br />

Mittel n e r v. Die obere Epidermis ist bei P. alpina gleich<br />

gebaut wie diejenige der Blattspreite und bei P. montana wie diejenige<br />

über den Hauptseitennerven. Die untere Epidermis dagegen<br />

ist bei beiden Arten gleich gebaut. Nur bei P. alpina kommen<br />

unten 2-5 deutlich vorgewölbte Längsleisten vor. Die Gliederhaare<br />

(Haartypus 1.) befinden sich beiderseits, wie auch die Köpfchenhaare,<br />

die oberseits bei P, montana ein ziemlich kurzes Köpfchen<br />

haben, die Gelenkhaare aber nur unterseits.<br />

Der Querschnitt weist einige gute Differenzierungsmöglichkeiten<br />

auf. Der Miltelnerv bei P. alpina ist oben schwach konkav und<br />

unten flach konvex mit einigen zapfenartigen Ausstülpungen, bei<br />

P. montana hingegen oben stark konkav und unten nur schwach<br />

konvex ohne Ausstülpungen; Spaltöffnungen treten nur bei P. alpina


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 33<br />

auf. Das Kollenchym bei P. alpina felill oben ganz und ist hier<br />

durch eine ± durcligehende Palisadenreihe ersetzt, während l)ei<br />

P. montana hier eine Gruppe kaum verdickter, rundlicher Zellen vorkommt.<br />

Unterseits ist das Kollenchym hei P. alpina vor allem in<br />

den Leistenausstülpungen tleutlich und bei P. montana besteht es<br />

aus 3-4 Lagen ziemlich deullich verdickter Zellen. Das Grundgewebe<br />

ist bei P. alpina chlorophyllführend, mit zahlreichen Interzellularen,<br />

bei P. montana dagegen chlorophyllführend bis chlorophyllfrei,<br />

mit ziemlich kleinen Interzellularen. Das Gefässbündel<br />

selbst ergibt fast gar keine wesentlichen Merkmale, die Markstrahlen<br />

bei P. alpina sind 1 - 3reihig und bei P. montana in der Regel einreihig.<br />

Blütenstengel.<br />

In der Überflächenansicht ergeben die ^Spaltöffnungen und die<br />

Maare differentialdiagnostisch wichtige Merkmale. Die Epidermis<br />

ist bei beiden Arten aus gerad-dünnwandigen, in der Richtung des<br />

Stengels langgestreckten Zellen gebaut. Die Spaltöffnungen treten<br />

ziemlich häufig auf. Sie sind bei P. alpina 33 - 51 /t lang und 21 -<br />

24 [jb breit, meist mit 2 Nebenzellen, bei P. montana hingegen 39 - 48<br />

[X lang und 21 -24 ^ breit, meist mit 4 Nebenzellen. Rei P. alpina<br />

sind die Gliederhaare im grossen und ganzen gleich gebaut wie diejenigen<br />

(Haartypus 1.) des Laubblattes, jedoch etwas länger und<br />

vielzelliger. Bei P. montana dagegen treten die verschiedenartig<br />

gebauten, 4 - 7zelligen Gliederhaare mit einer kurzen, braunen, verdickten<br />

Grundzelle in drei Formen auf: 1. die typischen Gelenkhaare<br />

wie auf der Blattspreite, 2. die gewöhnlichen, ziemlich dünnwandigen<br />

Gliederhaare, 3. die Übergangsformen der Gelenk- und<br />

Gliederhaare.<br />

Anhaltspunkte für die Differenzierung des Querschnittes ergeben<br />

die Dicke und die Ausbildung des Grundgewebes, die Endodermis<br />

und besonders die Anzahl und die Anordnung der Gefässbündel.<br />

Unter den ± runden Epidermiszellen haben beide Arten eine Lage<br />

rundlicher, im Alter kollenchymatisch verdickender Zellen, die jedoch<br />

bei P. montana dickwandiger als bei P. alpina werden. Das Grundgewebe<br />

der Aussenrinde ist ganz gewöhnlich gebaut, enthält aber<br />

bei P. alpina nur 5-8, bei P. montana dagegen mehrere Zellagen.<br />

Die Endodermis, die bei P. alpina nicht differenziert ist, besteht bei


34 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />

P. montana aus grosslumigeii Zellen. Der ringförmige Perizykel<br />

ist bei P. montana 4-6 und bei P. alpina mehrere Zellagen dick.<br />

Bei P. alpina treten 18-22 beinahe gleich grosse, ziemlich kleine,<br />

kollaterale Gefässbündel auf, bei P. montana hingegen 8-10 grössere<br />

kollaterale Gefässbündel und viele kleinere Siebröhrenbündel.<br />

Alle Bündel sind auf einem Kreise an der Grenze des Markes und des<br />

Perizykelrings angeordnet. Die die Ring- und Spiralgefässe umgebenden,<br />

parenchymatischen Zellen werden nur bei P. alpina im<br />

Alter deutlich verholzt. Das Mark weist grösstenteils grosslumige,<br />

dünnwandige Zellen mit zahlreichen Interzellularen auf. Gegen die<br />

Gefässbündel hin findet mau besonders bei P. alpina kleinere, i)olygonale,<br />

verdickte und meist auch schwach verholzte Zellen. Am<br />

älteren Stengel kommt Ijei beiden Arten eine grosse Markhöhle mit<br />

Resten der Markzellen vor.<br />

Blüte.<br />

T r a g b I a t t. Die Form, die innere Epidermis, die Grösse der<br />

Spaltöffnungen und die Haare sind gut verwendbare Differenziernngsmerkmale.<br />

P. alpina hat ein kahnförmiges, kurz zugespitztes Tragblatt mit<br />

einem schmalen, farblosen, häutigen Rand, während (hisjenige bei<br />

P. montana breit rundlich, mit einem breiten, ])raunen, häutigen<br />

Randlappen ist. Die äussere Epidermis ist zur Differenzierung nicht<br />

gut verwendbar. Die innere Epidermis bei P. alpina besteht aus<br />

welligen, besonders an der Blattbasis dickwandigen Zellen. Bei<br />

P. montana dagegen ist die Epidermis überall dünnwandig. Die auf<br />

den beiden Seiten des mesophyllführenden Teils auftretenden Spaltöffnungen<br />

sind bei P. alpina 36- 42 fi lang und 27-30 /ti breit mit<br />

2-4 Nebenzellen, bei P. montana hingegen 24-30 /t lang und<br />

18-21 /t breit mit 3-4 Nebenzellen. Die dickwandigen, 1 - 3zelligen<br />

Gliederhaare bei P. alpina kommen hauptsächlich am Blattrand<br />

und oberseits an der Blattbasis vor, während J)ei P. montana<br />

3-5zellige, dünnwandige Gliederhaare mit einer bräunlichen (irundzelle<br />

am äussersten Blattrand auftreten. P. montana weist noch<br />

einen weiteren Ilaartypus auf. An der Anhaftungsstelle des Tragund<br />

Kelchblattes gibt es häufig (iliederhaare von gleichem Bau wie<br />

diejenigen der Laiibblattbasis.


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 35<br />

lv o I c h b 1 a t t. Die Kolchblätler ergeben eJ)enfaIls gute Beitrüge<br />

zur Diiferenliakliagnose. Bei P. alpina ist das Kelchblatt<br />

länglicli eiförmig, grün, zugespitzt, scharf gekielt und häutig berandet,<br />

wälirend es bei P. inoiilana eiförmig mit einem kleinen, grünen,<br />

krautigen Teil und mit einem breiten, braunen, häutigen Band<br />

und nicht gekielt ist. Die äussere Epidermis bei P. alpina ist hauptsächlicli<br />

ans düunwandigen, welligen, bei P. moniana hingegen aus<br />

gestreckten, ± reclUeckigen Zellen gebaut. Die innere Epidermis<br />

besteht l)ei beiden Arten aus welligeu Zellen, die bei P. alpina (besonders<br />

am Mittelteil des Kelchblattes) sehr dickwandig sind. 13ie<br />

breitovalen Spaltöffnungen treten bei P. alpina beiderseits auf, bei<br />

P. moniana aber nur oberseits. Die Anzahl der Nebenzellen ist gleich<br />

wie am Laubblatt. Oberseits am Kiel und Blattrand kommen bei<br />

P. alpina 1 - Izellige, dickwandige (lliederhaare vor, während<br />

P. moniana am mittleren, meist eingebuchteten Blattrand 3-5y.ellige,<br />

dünnwandige Clliederhaare hal. Nur bei P. alpina treten<br />

oberseits einige typische Köpfchenhaare auf.<br />

K r o n e. Kronrölire: Die beiden Epidermen weisen keine verwendbaren<br />

Merkmale auf, mit Ausnahme der Ilaare, die allein bei<br />

P. alpina oberseits vorkommen. Die Gliederhaare sind l-3zellig<br />

und dnmmiuuWg. - Kronzipfel: Bei beiden Arten ist die äussere<br />

lilpidermis im grossen nnd ganzen gleicii gebaut. Die innere Epidermis<br />

ist bei P. alpina stark wellig, bei P. moniana (higegen schwach<br />

wellig. Der unlere Blattrand weist bei P. alpina einige 1 -2zellige,<br />

dickwandige, die Sj)itze hingegen bei P. moniana stellenweise 1 -2<br />

ilünnwandige (lliederhaare auf.<br />

A n (1 r ö c e u m. Stanbhcnkl: Die Epidermiszellen sind bei<br />

P. alpina schwach kurzwellig und bei P. moniana wellig. Im übrigen<br />

ist die Epidermis, wie auch die fibriöse Schicht bei beiden Arten<br />

ziemlich gleich gebaut. Nur bei P. alpina treten stellenweise an den<br />

oberen S])ilzen einige dünnwandige Gliederhaare auf. - Die Pollenkörner<br />

der beiden Arten sind scheibenförmig und gleich gross.<br />

G y n ä c e u m. Fniclüknotcn: Bei P. alpina besteht die E()idermis<br />

grösstenteils aus sehr welligen, bei P. moniana hingegen aus<br />

geradlinigen bis schwach welligen Zellen. Die Ilypodermis ist bei<br />

P. alpina welliger und dickwandiger als bei P. moniana. Allein bei<br />

P. alpina kommen am obersten Teil kurze, dickwandige Gliederhaare<br />

vor. - Griffel: Die Epidermis ist bei beiden Arten gleich ge-


36 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Plantago alpina L. u. P. montana Lam.<br />

Tabelle 1. Verteilung der differentialdiagnostisch wichtigen Merkmale bei<br />

Pflanzenteil Plantago lanceolata Plantago major<br />

Ilhizoni Rindenständige Gefässbündel,Steinzellengruppen<br />

in Aussenrinde und<br />

Mark<br />

Rinden- und markständige<br />

Gef ässbündel<br />

Blatt:<br />

Kutikula Gestreift fein gestreift<br />

Epiderniiszellen Obere Epidermis: polygonal<br />

bis wellig, schwach gestreckt;<br />

untere Epidermis:<br />

wellig<br />

Spaltöffnungen 20-25 II Jang, 15- 18<br />

breit, mit 2 - 3 (- 4) Nebenzellen<br />

Haare Dickwandige Gelenkhaare<br />

2-4zellig, 430 -760 (-<br />

1000) [i lang; dünnwandige<br />

Gliederhaare vielzellig,<br />

(0.1-) 1-2 cm lang; Köpfrhenhaare<br />

vielzellig<br />

Hlattbau Undeutlich monofazial,<br />

oben 2-3, unten 1-2<br />

Reihen Palisaden<br />

Hlattstiel<br />

Schwach dreieckig, Kutikula<br />

schwach gestreift<br />

Blütenstengel Sfurchig Stielrund<br />

Obere Epidermis:<br />

polygonal bis wellig;<br />

untere Epidermis:<br />

wellig bis welligbuchtig<br />

(20 -) 28-30/< lang,<br />

15-18 n breit, mit<br />

3-5 Nebenzellen |<br />

Dünnwandige Gliederhaare2-5zellig,<br />

(50-) 130-450<br />

jti lang; Köpfchenhaare<br />

zweizeilig<br />

Bifazial, oben 1-2<br />

(-3) Reihen Palisaden<br />

Ausgej)rägt dreikantig,<br />

Kutikula<br />

nicht gestreift<br />

Blüte:<br />

Tragblatt Eiförmig, braun Eiförmig, gi'ün, kürzer<br />

als der Kelcli<br />

Kelch Sspaltig, Kelchblatt gekielt<br />

4spaltig, Kelchblatt<br />

gekielt<br />

Krone Kronröhre kahl Kronröhre kahl<br />

Kapsel 2samig, 3-4 mm lang 8samjg, 2-4 mm<br />

lang "


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 1. 87<br />

den Arten Plantago lanceolata, P. major^ P. media, P. alpina und P. montana.<br />

Plantago media Plantago alpina Plantago montana<br />

Rinden- und markständige<br />

Gef ässbündel<br />

Nicht gestreift<br />

Obere Epidermis:<br />

wellig; untere Epidermis:wellig-buchtig<br />

20-30 /i lang, 15-<br />

18/i breit, mit 3-4<br />

Nebenzellen<br />

Dünnwandige Gliederhaare<br />

3-9 (-16)<br />

zellig, 800 - 1 300<br />

(- 5 300) IX lang;<br />

Köpfchenhaare<br />

zweizeilig<br />

Bifazial, oben 2-3<br />

Reihen Palisaden<br />

Ausgeprägt dreikantig,<br />

Kutikula<br />

enggestreift<br />

Stielrund<br />

Eiförmig, grün, viel<br />

kürzer als der Kelch<br />

4spaltig, Kelchblatt<br />

nicht gekielt<br />

Kronröhre kahl<br />

4samig, 3-4 mm<br />

lang<br />

Rinden- und markständige<br />

Gefässbündel, Steinzellengruppen<br />

fehlen<br />

Nicht gestreifl<br />

Obere Epidermis: ({uadratisch<br />

bis rechteckig, meist<br />

schwach wellig; untere<br />

Epidermis: gleich wie die<br />

obere<br />

(18-) 24-30/i lang, (15-)<br />

21-24^1 breit, mit 2-3<br />

(- 5) Nebenzellen<br />

Dickwandige Gliederhaare<br />

l-5zellig, (36 -) 165 -<br />

365 (-690) n lang; dünnwandige<br />

Gliederhaare vielzellig,<br />

mehrere mm lang;<br />

Köpfchenhaare 2-4 (-8)<br />

zellig<br />

Undeutlich monofazial,<br />

oben 2-3, unten 1-2<br />

Reihen Palisaden<br />

Fehlt<br />

Stielrund<br />

Kahnförmig, grün, kürzer<br />

bis länger als der Kelch<br />

4spaltig, KelchblatI gekielt<br />

Kronröhre behaart<br />

2 - lOsamig (durch Verkümmerung<br />

oft Isamig),<br />

3 mm lang<br />

Rinden- und markständigeGefässbündel<br />

fehlen, Steinzellengruppen<br />

in Aussenrinde<br />

und Mark<br />

Nicht gestreift<br />

Obere Epidermis:<br />

rt viereckig, meist<br />

schwach wellig; untere<br />

Epidermis: polygonal<br />

bis welligbuchtig,<br />

gestreckt<br />

(21 -) 27-33/1 lang,<br />

(15-) 18-21/fbreit,<br />

mit 2 - 4 Nebenzellen<br />

Dünn- bis dickwandige<br />

Gelenkhaare<br />

2 - Szellig, (550 -)<br />

700 - 1 450 (-2 400)<br />

fi lang; dünnwandige<br />

Gliederhaare<br />

vielzellig, mehrere<br />

mm lang; Kö[)fchenhaare<br />

zweizeilig<br />

Undeutlicli monofazial,<br />

oben 2-3,<br />

unten 1-2 Reihen j<br />

Palisaden j<br />

Fehlt i<br />

Stieliimd<br />

Rundlicli, braun<br />

4sj)altig, Kelchblatt<br />

nicht gekielt<br />

Kronröhre kahl<br />

2samig, 5 mm lang


38 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />

l)aut. Am Basalteil des Griffels weist nur P. alpina kurze, dickwandige<br />

Gliederhaare auf. - Die blühende Narbe und die Papillen<br />

ergeben keine wichtigen Merkmale.<br />

Frucht.<br />

I m Kelch sitz e n b 1 e i 1) e n d e B ü c h s e. Die Deliiszeiizspalte<br />

der 3 mm langen Kapsel von P. alpina liegt zwischen dem<br />

untersten Drittel und der Mitte der Kapsel, diejenige der 5 mm langen<br />

Kapsel von P. montana dagegen nur in ^/5 Höhe über dem Grunde der<br />

Fruclit. Die beiden Epidermen bei P. alpina sind aus in der Längsrichtung<br />

der Frucht gestreckten, polygonalen bis schwach buchtigen<br />

Zellen gebaut, wälirend l)ci P. montana die äussere Epidermis aus<br />

polygonalen bis schwach welligen, grösstenteils tangential gestreckten,<br />

die innere Epidermis aus geradwandigen, langgestreckten Zellen<br />

bestehen. In der Trennungszone treten bei P. alpina 2-3 Lagen<br />

tangential gestreckter, länglicher Zellen auf, bei P. montana hingegen<br />

eine Lage rundlicher Zellen.<br />

A b s p r i n g e n der D e c k e 1. Differentialdiagnostisch wertvoll<br />

erweisen sich die Epidermen und die Trennungszone. Die äussere<br />

Epidermis bei P, alpina besteht in Fiächenansicht aus polygonalen,<br />

dünnwandigen, in der Längsrichtung der Frucht gestreckten<br />

Zellen, die gegen die Spitze wellig und sehr dünnwandig werden, bei<br />

P. montana dagegen aus polygonalen bis welligen, dünnwandigen,<br />

tangential gestreckten, gegen den Basalteil schwach dickwandig<br />

werdenden Zellen. Die innere Epidermis ist bei P. alpina aus stark<br />

welligen, ziemlich dickwandigen und bei P. montana aus 4 - 5eckigen<br />

bis welligen, dünnwandigen Zellen gebaut. An der Spitze des Deckels<br />

treten bei P. alpina einige kurze, dickwandige Gliederliaare auf, die<br />

bei P. montana fehlen. Die Trennungszone enthält bei P. alpina<br />

3-4 Lagen tangential länglicher, dickwandiger, in regelmässigen<br />

Reihen angeordneter Zellen, bei P. montana hingegen 1-3 Lagen<br />

± runder, ziemlich dickwandiger, in unregelmässigen Reiiien geordneter<br />

Zellen.<br />

N a r b e n r e s t. Die an der Basis vorkommenden, l - 2zelUgen,<br />

dickwandigen Ilaare, die nur bei P. alpina auftreten, bilden<br />

ein gutes Unterscheidungsmerkmal.


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 39<br />

S a ni e. Im besonderen die Grösse des Samens und die Ausbildung<br />

des Endosperms geben gute Anhaltspunkte für die Differenzierung.<br />

Die Samen bei P. alpina sind nur 2 - 2,6 mm lang und<br />

bei P. monlana 4.5 mm lang. Das Endosperm bei P. alpina besteht<br />

aus ziemlich dick- und glatlwandigen Zellen, während es bei P. monlana<br />

aus stark dickwandigen, reich und grob getüpfelten Zellen gebaut<br />

ist.<br />

In Tab. 1 werden in sehr kurz zusammengefasster Form die<br />

wesentlichen und differetitialdiagnoslisch wertvollen Merknude von<br />

Planlago lanceolala, P. major, P. media, P. alpina und P. monlana<br />

für die einzelnen Organe und Restandteile einander gegenübergestellt.<br />

(). BlLSrANDlEILE DER HANDELSDROGEN.<br />

b'ür den Pharnuikognosleji, Apotheker und nicht minder auch<br />

für den Drogenhandel ist von Wichtigkeit, über die Zusammensetzung<br />

und Reinheit der Ilandelsdrogen orientiert zu sein. Dies<br />

trifft ganz besonders für Krautdrogen zu, wo sehr verschiedene<br />

Organe ein und (lersol])en Pflanze die Droge bilden. Die einzelnen<br />

Organe werden bestimmt verschiedene Wirkstoffgehalte aufweisen<br />

und der therapeutische Effekt der Droge hängt daher letztendlich<br />

auch von den Anteih'n der Pfhuizenorgane an der Droge ab.<br />

Daher haben bereits einige Arzneibücher (z.D. Ph. Ilelv., Ed. V.;<br />

Cod. med. Gall., 1937) ausdrücklich für einzelne Drogen z.B. den<br />

.Stengelanteil normiert. Überdies sind schon etliche Versuche gemacht<br />

worden (DE GRAAF 1937, etc.), um die Drogenqualitäten zu<br />

normieren, und bei diesen Versuchen s])ielt neben Wirkstoffgehalt,<br />

Aschengehalt, etc., die Zusammensetzung der Droge nach Organanteilen<br />

eine bedeutende Rolle. Wir haben daher eine Anzahl liandelsdrogen<br />

von verschiedenen schweizerischen Grosshandelsfirmen<br />

und aus verschiedenen .Jahren bezogen und diese auf ihre botanische<br />

Zusammensetzung nach Spezies und Organteilen analysiert. Die<br />

Drogen waren alle von den Händlern als Eolium Plantaginis alpinae<br />

deklariert. Allgemein ist zu sagen, dass alle untersuchten Handelsmuster<br />

eigentlich als Ilerba Plantaginis alpinae zu bezeichnen sind,<br />

denn in allen fanden sich vor allem ganze Pflanzen mit Rhizom,<br />

Laubblättern und Blütenorganen vor. Keine einzige Droge bestand


40 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />

nur aus Blaltniaterial, Oft waren die Rhizomteile noch sehr lang<br />

und es wäre schon aus Gründen des Naturschutzes wünschenwert,.<br />

wenn die Drogenhändler darauf achten würden, dass die Sammler<br />

nicht das Rhizom mit einsammeln.<br />

In bezug auf die Stammpflanze enthielten von fünf Drogen vier<br />

im wesentlichen nur Material von Plantago alpina. Nur ein Muster<br />

aus dem Jahre 1937 enthielt 24.2 % Exemplare von P. montana.<br />

Diese letztere Art scheint daher nur gelegentlich als Verfälschung,<br />

bzw. Verwechslung in Folia Plantaginis alpinae zu gelangen. Als<br />

weitere Fremdpflanzen, die zweifellos durch Unachtsamkeit der<br />

Sammler hineinkommen, fanden sich verschiedene alpine Gramineen,,<br />

Ranunculus-, Trifolium- und Taraxacum-Blätter.<br />

Die vier anderen Muster wiesen folgende Zusammensetzung auf:<br />

Blatt Blütenstengel<br />

mit Blüten<br />

Rhizom Unrelnigkeiten<br />

(Gramineen etc.><br />

Droge l (1937) . • 78.2% 9.8 % 0.9 % 2.1 %<br />

Droge 2 (1938) . . 67.8% 3.9 % 19.B % O.o %<br />

Droge 3 (1939) . . 30.8% 36.0 % 27.4 % 5.8 %<br />

Droge 1 (1939) . . 32.9% 31.3 % 26.5 % 9.3 %<br />

Aus der obigen Zusammenstellung ist ersichtlich, dass der Anteil<br />

der einzelnen Organe ein sehr schwankender ist. So schwankt der<br />

Blattanteil von 30.8 % bis auf 78.2 %. Auffällig ist dann auch die<br />

ganz enorme Schwankung im Gehalt an Blütenstengeln und Blütenorganen<br />

(3.9-36.0%). Dies dürfte eventuell etwas vom Klima<br />

der einzelnen Jalire abhängen; denn z.B. im Jahre 1939 war der Vorsommer<br />

sehr nass, so dass die Sammler erst mit der Drogengewinnung<br />

beginnen konnten, als die Pflanzen bereits die Blütenstengel voll<br />

entwickelt hatten.<br />

Der Ciehalt an Blütenorganen dürfte ebenfalls seinen Einfluss auf<br />

den therapeutischen Wert der Droge haben, indem einerseits schon<br />

sehr früh in den Blütenständen reife Samen auftreten und die Samen<br />

schleimreich sind und anderseits Plantago alpina als Husten- und<br />

Blutreinigungsdroge verwendet wird, wobei der Schleimgehalt sicher<br />

nicht ganz indifferent ist.<br />

Abschliessend möchten wir zur Zusammensetzung der Droge<br />

sagen, dass bei der Deklaration als Folium Plantaginis alpinae


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 41<br />

praktisch nur Blattniaterial darin enllialton sein sollte, und wir<br />

glauben, dass man in Analogie zu anderen Blalldrogen für eine<br />

erste Qualität einen Blattgelialt von 98 % ruhig fordern dürfte.<br />

Wenn man dagegen die Blütenstengel, Blüten und Fruchtorgane<br />

mit in die Droge einbeziehen will, so sollte diese eben als Herba<br />

Plantaginis alpinae deklariert werden. Wir möchten davon absehen,<br />

für eine solche Droge jetzt schon genauere Normen anzugeben, da<br />

unsere Untersuchungen in dieser Bichl ung zu wenig umfassend<br />

sind. Immerhin mochten wir wegleitend sagen, dass ein Blattgehall<br />

von 40-60 % und ein Gehalt an IMütenstengeln und Blütenbzw,<br />

Fruchtständen von ebenfalls '10-60% uns erreichbar zu<br />

sein scheint. Ablehnen möcliten wir das Vorkommen von Rhizom<br />

in der Droge. Bis heute ist absolut nichts bekannt, dass das Bhizom<br />

therapeutisch wertvoll sei, und daher scheint es uns nicht gerechtfertigl,<br />

dieses Organ mit in die Droge einzubeziehen.<br />

Es verbleibt noch ein Wort über die Farl)e der Droge zu sagen.<br />

Die meisten Handelsdrogen weisen relativ schön grüne Blätter auf.<br />

In einzelnen Mustern traten auch braune Blätter auf, jedoch waren<br />

niemals alle Blätter so stark braun gefärbt, wie dies für Folia Plantaginis<br />

lanceolatae gelegentlich der Fall ist. Es scheint daher, dass<br />

der Gehalt an Aucubin, das für die Braunfärbung der Blätter von<br />

P. lanceolata verantwortlich ist, in P. alpina nicht so gross ist.<br />

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die heute im Handel befindliche<br />

Droge fast restlos eine Herba Plantaginis alpinae und<br />

keine Blattdroge darstellt und dass sie relativ viel nicht zur Droge<br />

gehörige Bestandteile (Rhizom, Fremdpflanzen) enthält.<br />

7. ZUSAMMENFASSUNG.<br />

I. Von den Arten Plantago alpina L. und Planiacjo nionlana Lum.<br />

wird eine ausführliche morphologische und anatoniisch-pharmakognostische<br />

Beschreibung der ober- und unterirdischen Organe der<br />

Droge Herba oder Folia Plantaginis alpinae gegeben.<br />

n. Der differentialdiagnostische Wert der einzelnen anatomischen<br />

und morphologischen Merkmale wird dargelegt. Folgende Charakteristika<br />

der verschiedenen Organe erweisen sich in dieser Hinsicht<br />

ills besonders wertvoll.


42 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />

Rhizom.<br />

1. Auftreten oder Fehlen der Gruppen von Steinzellen in Aussenrinde<br />

und Mark. 2. Auftreten oder Fehlen der rinden- und markständigen<br />

Gefässbündel.<br />

Blatt.<br />

1. Flächenbild der Epidermis. 2. Morphologie der Behaarung<br />

und ihre Verteilung. 3. Struktur des Mittelnervs.<br />

Blüteiisteiigel.<br />

1. Morphologie der Behaarung. 2. Auftreten oder Fehlen eiuer<br />

Endodermis. 3. Anzahl und Anordnung der Gefässbündel.<br />

Blüte.<br />

a. T r a g 1) 1 a t l: 1. Formen- und GrössenverhälLnisse. 2.<br />

Fläclienbild der inneren Epidermis. 3. Morphologie der Behaarung<br />

und ihre Verteilung.<br />

b. Kelchblatt: 1. Fornienverhällnisse. 2. Flächenbild der<br />

Epidermis. 3. Morphologie der Behaarung und ihre Verteilung.<br />

c. Krone: 1. Auftreten oder Fehlen der Behaarung der Kronröhre.<br />

2. Morphologie der Behaarung und ihre Verteilung am Kronzipfel.<br />

d. A n d r ö c e u m: Flächenbild der Staubbeutelepidermis.<br />

e. G y n ä c e u m: 1. Flächenbild der Fruchtknotenepidermis.<br />

2, Auftreten oder Felden der Behaarung des Fruchtknotens und<br />

Griffels.<br />

Frucht.<br />

1. Höhe der Dehiszenzspalte, Flächenbild der Epidermis und<br />

Trennungszone der im Kelch sitzenbleibenden Büchse. 2. Flächenbild<br />

der Epidermis und Trennungszone des abspringenden Deckels.<br />

3. Auftreten oder Fehlen der Behaarung des Narbenrestes. 1. Grösseiiverhältnisse<br />

und Morphologie des Endosj)ermes des Samens.<br />

III. Es wird die Zusammensetzung von 4 Handelsdrogen nach<br />

einzelnen Organen (Blatt, Stengel, Blüte etc.) angegeben. Entgegen<br />

der gewöhnlichen Handelsbezeichnung Folium Plantaginis alpinae<br />

müsste die heutige Droge richtiger Herba Plantaginis alpinae heissen.<br />

IV. Das Pulver der Handelsdroge und der reinen Blattdroge wird<br />

beschrieben.


I. ITE R ATUR VERZEIC HN IS.<br />

C 0 (1 c X in 0 d i c a in e n t u r i n s G alli v u s, Pharnuicoi)ée frangaise,<br />

f>e éd. Rennes 1937.<br />

DUAGKNDOIIFF, GEORG, 1898, Die Heilpflanzen der verschiedenen Völker und<br />

Zeiten. Stuttgart.<br />

ENGLEH, A. U. DIELS, L,, 1937, Das Pflanzenreich. IV: 209, Plantaginacoae<br />

von LLOBEKT PILGER. Leipzig.<br />

ENGLEH, A. U. PHANTL, K., 1897, Die natiirlichen Pflanzenfauiilien. Teil IV,<br />

Abt. 3 a u. 31). Leipzig.<br />

FISCHER, FERDINAND, 1937, Beiträge zur Pharmakognosie der Plantaginalen<br />

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zur Pharmacopoea Helvetica Editio Quinta. Zürich.<br />

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HEGI, GUSTAV, 1918, Illustrierte Flora von jMittel-Europa. VI: 1. München.<br />

KUHLMANN, ERNST, 1887, Uel)er den anatomischen Bau des Stengels der<br />

Gattung Plantago. Diss. Rostock (Kiel).<br />

KURER, GALLUS ANTON, 1917, Kutikularfalten und Protuberanzen an Haaren<br />

und Epidermen und ihre Verwendung zur Differenzialdiagnose offizineller<br />

Blätter. Inaug.-Diss. d. Univ. Bern. Züricli.<br />

OEHM, GUSTAV, 1932, Beitrag zur Kenntnis der Blattanatomie und Behaarung<br />

von Plantago media L., PL major L. und PI. lanceolata L., mit besonderer<br />

Berücksichtigung der Unterscheidungsmöglichkeit der Blätter<br />

auch in Bruchstücken. Beih. z. Bot. Gentralbl., 50, S. 20-43.<br />

l' h a r m a c o p o e a H e 1 v e t i c a. Editio V, Bern. 1933.<br />

PILGER, ROBERT, 1898, Vergleichen


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—»— 1908, Id., Ergänzungsband. Stuttgart.<br />

STEBLER, F. G. U. ScHRÖTEn, C., 1889, Die Alpen-Futterj)flanzen. Bern.<br />

ULOTII, W., 1875, Ueber Pflanzenschleilu und seine Entstellung in der Sanienepidermis<br />

von Plantago maritima \md Lepidium sativum. Flora, 58,<br />

S. 193-200, 209-216.<br />

UNGER, W., 1926, Ein Beitrag zur anatomischen Kenntnis der Kräuterdrogen<br />

(Folia Plantaginis). Archiv d. Pharm, u. Ber. d. Deutsch. Pharm. Ges.,<br />

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certain adulterants of Belladonna Leaf and Stramonium, especially<br />

Scopolia carniolica and Solanum nigrum. Quarterly Journ. of<br />

Pharmacy a. Pharmacology, 11, S. 700-708.<br />

WEBER, ULRICH, 1937, Kork-, Kutikula-, Fett- und Sclileimfärbungen an<br />

Drogen und Drogenpulvern. Süddeutsche Apotheker-Zeitung, 77,<br />

S. 729-731.<br />

WILL, II., 1931, Ilerba Plantaginis. Deutsche Ajjotheker-Zeitung, 46, S.<br />

765-767.<br />

Y.ÖRNIG, HEINRICH, 1911, Arzneidrogen. II. Leipzig.


TA KE I. I.<br />

A 1.1).


tak[':L il.<br />

TA K HL I.<br />

Ahl). I. Ahb. 2.<br />

A])l). I. 1'lanla^o alpina, lihizom im Quei'.scliiiiU. i Kork, l{iii(len[»ai'eii-<br />

< liym, f3 .Markstralil, l llindenstrahl, ö Kiuii}>iiini, H llolzstralil, 7 niarkstän-<br />

(lif^'e.s Gefässl)ün(iel, Mark. Vergr. Ilo x.<br />

Ahl). 2. Planta»o alpina. Hluttspreito im Quor.sciuiill. i ol)ero Epidermis<br />

mit Spaltöflnungeii, Pali.sadon, 3 Seiteniiorv, Scliwammi)ar(!ncliym, J untere<br />

Epidermis mit liasis eines Gliederhaares, ß Kollenehvm des Hlat t rändes.<br />

Vergr. 90 x.<br />

Ahl). .'{. l'lanlagu alpina. .Mittelnerv im Quersclmitl. 1 ohere E))idermis<br />

mit l^asis eines Gliederjiaares, Palisaden, JEndodermis, i Fasern des 1'erizykels,<br />

5 Xylem, ii Phloem, 7 Parenchym, 8 Kollenehym, 9 untere Epidermis<br />

mit zapfenartigen Ausstülpungen. Vergr. 105 x.<br />

Ahl), 'i. Plantaiio )nontana. Blattspreite im Querschnitt. i ohere Epidermis,<br />

2 Palisadeti, 3 Seitemierv, 4 Schwannnparenrhym, 5 untere Epidermis mit<br />

.Si)altöfl'nungen. Vergr. 90 x.<br />

Ahl), o. /Hantüfio iHontana. .Mittelnerv im Querschnitt. i ohere Epidermis,<br />

2 Palisaden, 3 oberes Kollenchym, i Endodermis, ö Fasern des Perizykels,<br />

0 Xylem, 7 Phloem, -S'Parenchym, bunteres Kollenchym, /


SUOMENKIELINEN SELOSTUS.<br />

PLANTAGO ALPINAN L. JA F. MONTANAN LAM. VERTAILEVA<br />

ANATOMIS-FARMAKOGNOSTINEN TUTKIMUS.<br />

Esilläolevassa työssä on soloslettu Plantago alpinan L. ja P. montanaix<br />

Laai. sekä maanalaisten että maanpäällisten osien, jotka esiintyvät rohdoksessa<br />

Horba tai Folia Plantaginis alpinae, morfologiset ja anatoniis-farmakognostiset<br />

ominaisuudet.<br />

Tällöin ovat seuraavat tuntomerkit osoittautuneet differentiali-diagnostisesti<br />

arvokkaiksi:<br />

Juurakko. Kivisohijen ja jolitojännekimppujen esiintyminen tai<br />

puuttuminen kuoriosassa ja ytimessä.<br />

Loht i. Päällysketon pintakuva, karvojen muoto ja sijainti sekä keskisuonen<br />

rakenne.<br />

Vana. Karvojen nuioto, sisäketon esiintyminen tai puuttuminen, johtojänteiden<br />

lukumäärä ja sijainti.<br />

K u k k a. Suojuslehti: Muoto ja suuruus, sisäpinnan pintakuva, karvojen<br />

muoto ja sijainti. - Verholehti: Muoto, päällysketon pintakuva, karvojen<br />

muoto ja sijainti. - Teriö: Karvojen esiintyminen tai puuttuminen teriön<br />

torvessa, karvojen muoto ja sijainti teriön liuskoissa. - Hetiö: Ponnenlokeron<br />

päällysketon pintakuva. - Emiö: Sikiäimen päällysketon pintakuva, karvojen<br />

osiintyniinon tai puuttuminen sikiäimen ja vartalon pinn


i.. I. 1; ;•!! T'; -flv'<br />

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SUOMALAISEN ELÄIN- JA KASVITIETEELLISEN SEURAN VANAMON<br />

KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />

OSA 15. N:o 2.<br />

ANNALES BOTAXICI SOCIETATIS ZOOLOGIC/E-BOTANICIE FENNICA VANAMO<br />

TOM. 15. N:o 2.<br />

ADDENDA AD FLORAM FENNIAE<br />

LICHENOLOGICAM<br />

SCRl PSIT<br />

MATTI LAURILA<br />

Suomenkielinen selostus:<br />

Lisätietoja Suomen jäkäläkasvistoon<br />

IIELSINGIAE 194 0


II E L s I N G 1 A E 19 4 0<br />

EX OFFICINA TYPOGHAPHICA SUOMALAISEN KIUJALLISUUDEN SEURAN<br />

KIRJAPAINON OY.


VoiiiefTeiider Aufsatz cnlhälL Vcrbreiliin^Jsan|»al)cn von insf^esamt<br />

77 verschiedenen, in Finnland seltenen Flechtenarten, die Verfasser<br />

in den .lahren 1931 -39 hauptsächlich in unseren naturwissenschaftlichen<br />

Provinzen Satakunta (St) und Kuusamo (Ks), einige auch<br />

in den Provinzen Regio lurkuensis (aboensis; Rt), Tavastia australis<br />

(Ta), Tavastia horealis (Tb) sowie Karelia borealis (Kb) gesammelt<br />

hat. Aus der Floren])rovinz Kuusamo sind hier nur relativ wenig<br />

Arten berücksichtigt worden, weil der Verfasser hofft, die anscheinend<br />

sehr reiche Flechtenflora dieser Provinz in der Zukunft besonders<br />

behandeln zu können.<br />

In der Arbeit werden mehrere Arten angeführt, die in der Literatur<br />

nicht früher aus dem naturwissenschaftlichen (lebiet Finnlands<br />

erwähnt worden sind und von denen auch einheimische Relegexem])lare<br />

in den öffentlichen Sammlungen der Universitäten in<br />

Helsinki und Turku fehlen. Als solche sind folgende 12 Mechtenarten<br />

und I Varietäten zu erwähnen:<br />

Usnea loiujissinia var. leniiis lonaspis cijanocarpa<br />

Slcreocaulon spissum I. cpulotica<br />

Karschia lujnijota I. cpulolica var. arclica<br />

Collcma lujdrocliaruni KmhoUdiuin populneum<br />

Tlujrca rddiala Cliacnothcca brunueola var. cilians<br />

Sijnalissa siimphorea Pohjblastia singularis<br />

Placijulhiiim suhradialuni l\ llicleodcs<br />

Gijalccla Fricsii TheUdiiim papularc var. arenariuin<br />

Als neu für das staatliche Gebiet Finnlands schliessen sich noch<br />

zwei Arten diesem Verzeichnis an, nämlich:<br />

Tliclopsis mdatlielia Polijhlaslia Iiijperborca


2 M. Laurila, Adciencia a(i floram Fenniae lichenologicam.<br />

Als neu für die Wissenschaft werden eine Art, Emholidiiim fcniiicum,<br />

und zwei Formen, Mijcocaliciiun pallescens f. tiiberculata und<br />

Chaenotheca stemonen f. ramosa, l)eschriel)en.<br />

Die Arten sind nacli dem System von VAINIO eingereiht.<br />

Für viele lichenologische Ratschläge, die ich im Laufe vieler<br />

Jahre habe erhalten dürfen, stehe ich in grosser Dankesschuld<br />

meinem verehrten Lehrer Dr. VELI RÄSÄNEN in Kurkijoki. Der<br />

Finnischen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft Vanamo ebenso wie<br />

der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Turku, die<br />

durch Hilfsgelder, erstere i.J. 1938, letztere i.J. 1939, meine Reisen<br />

nach Kuusamo unterstützten, will ich auch meinen besten Dank<br />

aussprechen.<br />

Turku, September 1939.<br />

Der Verfasser.


DISCOLICHENES<br />

CYCLOGARPEAE<br />

G I) r o p ho r a r i g i d a DR. - Ks, S a 11 a, ad f lumen Tuntsa,<br />

Naalioja (ad lat. bor. 67°10'), loco iiudo in pariete aito, ad septentrionem<br />

versus exposito rupis graniticae in convalle montana, in<br />

reg. silvatica, pcc (specimen unicum inventum). - Ster.<br />

U s ne a l o n g i s s i m a Acli. var. tenuis Th. Fr. - Ks,<br />

K u u s a m o, Paanajärvi, in valle humili rivi Lohilammenpuro,<br />

locis tribus ad ramulos praesertim desiccatos Piceae excelsae in<br />

piceetis vir^ineis (det. V. RÄSÄNEN). - Ster.<br />

U. c h a e l o p h o r a Stirt, - Si, K a n k a a n j) ä ä, Santaskylä,<br />

Leppiluoma, ad ramos Piceae excelsae in piceeto turfoso (det.<br />

V. RÄSÄNEN). - Ster.<br />

A l e c t o r i a b i c o lo r (Ehrh.) Nyi. - Iit, L o h j a, Martti,<br />

Mustasaari, inter muscos in latere praerupto, aito et ad septentrionem<br />

versus exposito rupis ad rij)am apertam lacus. - Ks, K u u s a m o,<br />

ad meridiem versus ab flumine Tavajoki, locis tribus ad cacumen<br />

montis Iso-Kiiankuuro, in lateribus imprimis ad septentrionem<br />

versus declivibus lapidum magnorum erraticoruni in ^reg. alpina;<br />

ad septentrionem versus ab lacu Paanajärvi, in ripa meridionali<br />

stagni Pahakurunlampi, ad lapides magnos erraticos (praesertim<br />

in lateribus septentrionalibus eorum), ad pedem parietis ad septentrionem<br />

versus exj)ositi rui)is graniticae. - Ster.<br />

C et r a r i a c i l i a r e Ach. - St, S i i k a i n e n, Vuorijärvi,<br />

ad occidentem versus ab ])alu(le Vääräneva, ad ramos ca. Ji-'^l.s cm<br />

crassos in cacuminibus betularum (recens prostratarum) in pineto<br />

montoso desertoque, pluribus locis, sed semper ])arce et sterile<br />

inventa et una cum lichenibus sequentibus crescens: Evernia fiirjuracea,<br />

Cetraria sepincola, Parmelia sulcata, P. plujsodes, P. oUvacea,


4 M. Laurila, Adciencia a(i floram Fenniae lichenologicam.<br />

P. iiibulosn, Lecanord clilarona, L. vciria, Campijlada epidermidis.<br />

- S ter.<br />

P a r m cl i Ü a n .s i e r o d e s Nyi. - Ks, K u ii s a m o, Kitkajoki,<br />

Päähkänänkailio, in pariete ad orientein versus exposito<br />

rupis; Salla, Korja, Nurniitunluri, ad ramuin desiccatuni et<br />

cortice orhatuni IHni siluestris-, Kuntasjoki (ad lat. i)or. ()7°'l4'),<br />

ad radices denudatas Pic.eae excelsae prolapsae in valle silvosa rivi.<br />

- Ster.<br />

P. p e r t II s a (Sclirank) Sciiaer. - Tb, Virrat, Torisevanjärvi,<br />

in pariete septentrionali, muscoso rupis graniticae in piceeto<br />

ad ripam lacus. - Ster.<br />

P. o l i V a r i a (Ach.) Th. Fr. - Ta, l\ u o v e s i, Melvetinjärvi,<br />

Hclvetinkolu, in pariete nieridionali rupis schistosac in silva nemorosa.<br />

- Ster.<br />

S l e r c o c a II l o n s p i s s n m Nyi. - Ri, T urku, Asemapuisto,<br />

supra tegulas vetustas in tecto domus in Iiorto parvo ojipidi,<br />

st cp. - Fert.<br />

S. p i leal II m Ach. - St, Lavi a, Laviankylä, Velhovuori,<br />

in declivi nieridionali rupis micaceo-schistosae in silva; Siikainen,<br />

Vuorijärvi, Itä-Suomilampi, loco nudo ad rupem graniticam<br />

et a pri cam in pineto. - Ster.<br />

5. (j lure, o s ii m (Sav.) I I. Magn. - St, P o r i, Yyteri, ad<br />

terram arenosam gramine tenni tectam in colic ad litus apertum<br />

maris. - Ster.<br />

.9. (J r a n d c H. Magn. - Syn. S. paschale var. (jrande H. Magn.,<br />

Bor. Ster., 1926, p. 49. - Kh, Pielisjärvi, Kitsinvaara, ad<br />

lacus Kangas-Piilo, ad terram arenosam in declivi abrupto ripae<br />

fluminis Ukonjoki. In provincia Kuusamo pluribus locis invcntum.<br />

- Fert.<br />

Lecanora t risti color Th. Fr., Lich. Scand., I, 1871,<br />

p. 269; H. Magn., Medd. (iöteb. Bot. Trädg., 6, 1930, p. 19. - Ht,<br />

Karjalohja, Maila, Ämmänuuninkallio, in pariete orientali<br />

rupis ad ri[)am apertam lacus. - Ks, Sali a, ail finnien Tuntsa,<br />

Naalioja (ad lat. bor. ()7°10'), in pariete ad septentrioncm versus<br />

exposito convallis montanae. Semper, etiam in Karelia ladogensi,<br />

locis facile putrescentibus in rupibus, e lapide scliistoso ferrum<br />

± continente constitutis crescit. - Ster.


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 5<br />

P C r I II s a r i a R a e s a e n e n i i Erichs., Rabli. Krypt. Fl.,<br />

IX, Abt. V: 1, 1936, p. 1G2. - St, K a n k a a n p ä ü, Venesjärvi,<br />

Sinahmi, ad ramum recens dcsiccatum Popiili tremulae in silva<br />

(det. V. RÄSÄxNEN). - Fert.<br />

Sporae (in KOH) 10-75 X 18-30 fx.<br />

Placodi II m j l a v o v i r c s c e n s (Wulf.) Vain. - Ks,<br />

Salla, Kutsajoki, .Jäniskongäs, in pariete meridionali et aprico<br />

rupis graniticae. - Fert.<br />

P. s n I) o l i V a c e II m (Th. Fr.) M. Laiir. comb. n. - Syn.<br />

Caloplaca jiingennaniiiae (Vahl) Tli. Fr. *siiboUvacen Th. Fr., Lieh.<br />

Spitsl)., 1867, ]). 26; Caloplaca siibolivacea Lynge, Lieh. Nov. Zemlya,<br />

1928, p. 221. - KH, Salla, Sovajärvi, Päiväniemi, Riihilahti, supra<br />

planlas destructas in declivi meridionali et aprico rupis calcariae<br />

ad ripam lacus. - Fert.<br />

H i n o di n a c oi o h i n a (Ach.) Th. I"r. - Rl, Kaari n a,<br />

ad occidentem versus ab lacu Littoistenjärvi, ad caudicem Populi<br />

Iremulac in silva. - SI, K a n k a a n p ä ä, Viiiteljärvi, ad rivum<br />

iacus Isovesi, ad caudicem Populi tremulae magnae in silva mixta<br />

aprica; Verttuujärvi (Räs., Licli. Fenn. Exsicc., n:o M l). - Fert. -<br />

llaec species in Fennia adhuc alibi non reperta.<br />

R. e X i (j u a (Ach.) S. Gray. - Sf, K a n k a a n p ä ä, Venesjärvi,<br />

Lehtinen, ad trabes vetustas domus iuxta viani magnani. - Fert,<br />

R. p o l}] s p o r a Th. I'r. - St, K a n k a a n j) ä ä, Venesjärvi,<br />

Lintulahti, ad caudicem Sorbi aiicupariae teiiuioris in silva Irondosa.<br />

- Fert.<br />

R. laevigata (Ach.) Malme, Sv. Hot. Tidskr., 21, 1927,<br />

p. 251. - Syn. R. archaea (Ach.) 1". 3. et 1., Malme, Rin. soi)h. o,<br />

H. exig., 1895, p. 26; ? R. albana Mass. - St, K a n k a a n [) ä ä,<br />

Venesjärvi, Koski, ad corticem Sorbi aiicupariae prope domuin.<br />

K a r s c h i a I i (j ny o t a (Fr.) Sacc. - Syn. K. Strickeri Kbr;<br />

Artlionia nielaspermella Nyl., Flora 18()5, p. 605; Hue, Add. nova<br />

Lieh. Fur., 1886, j). 261. - St, N o o r m a r k k u, Kortelampi inter<br />

Poikeljärvi et l^)osjoki; S i i k a i n e n. Vuorijärvi, Vääräneva. -<br />

Ad lignum cariosum ad caudices Populi trenuilae prolajjsos. - J'ert.<br />

Sj)ecics liuellias valde afl'inis et, etsi mycelio gonidiis omnino<br />

destituto [)()lius in hoe genus inserenda. Cfr. etiam NANNFELDT<br />

(1932, p. 323).


6 M. Laurila, Addenda ad florain lu'iiniae lichcnologicain.<br />

P el ti g e r a D e g e n i i (iyeln. - St, Kankaanpää, Viliteljärvi<br />

et Venesjärvi locis numerosis. - Ks, K u u s a ni o, Paanajärvi,<br />

Kometto. - In piceetis et silvis nemorosis crescit. - Species<br />

in Fennia forsan haud rara insignisque videtiir. Diametro sporarum<br />

est quasi intermedia inter P. polgdactylonem et P. horizontalem<br />

sed ab ambabus thallo subtus venis angustis, albidis differt. - Fert.<br />

Nephroma l ii s i t a n i c ii m Schaer. - St, N o o r m a r k k u,<br />

ad ripam occidentalem lacus Sulkjärvi, in latere boreo-orientali<br />

ad eaudicem l)asalem Populi tremiilae magnae in silva mixta nemorosa,<br />

ad septentrionem versus leviter declivi; Kankaanpää,<br />

Venesjärvi, ad orientem versus ab lacu Sinahmi, ad latus lapidis<br />

magni in silva. - Fert.<br />

Salorina s p o n g i o s a (Sm.) Anzi. - Ks, Salla, Sovajärvi,<br />

Päiväniemi, Riihilahti, in fissuris arenosis in pariete meridionali<br />

et luci solis exposito rupis calcariae et Talaslahti, solo arenoso<br />

calcario in declivi aprico silvae. - Fert.<br />

Leptogiiim c ij a n e s c e n s (Ach.) Kbr. - St, Noormarkku,<br />

pluribus locis secundum ripas nemorosas fluminis Poosjoki,<br />

ad caudices basales Populi tremiilae, semel Salicis capreae;<br />

Siikainen, Otamo, Niemijärvi, ad lapidem humilem in silva<br />

mixta ai)rica ripae lacus. - Ta, Ruovesi, Helvetinjärvi, Helvetinkolu,<br />

ad basim versus in pariete muscoso et ad occidentem<br />

versus exposito rimae altae rupis schistosae. - Ster.<br />

L. ter eli us c ui n m (Flk.) Arn.; IL Magn., Bot. Not. 1931,<br />

p. 459. - Syn. L. microscopiciim Nyi., Synops. Lieh., 1, 1858, p. 122.<br />

- lit, Kaarina, ad occidentem versus ab lacu Littoistenjärvi,<br />

ad caudicem Sorhi aiicupariae magnae in silva subumbrosa. - St,<br />

Siikainen, Vuorijärvi, Itä-Suomilampi, ad corticem trunci<br />

erecti et alti Populi tremiilae magnae emortuae in silva mixta deserta;<br />

Kankaanpää, Verttuujärvi, ad caudicem basalem Populi<br />

tremiilae magnae in silva aprica una cum Rinodina colobina. - Ster.<br />

C 0 II e m a h g d r o c h a r u m (Wg) Ach. - Rt, K a r j a 1 o h j a,<br />

Maila, Ammänuuninkallio, in pariete rupis calcariae ad ripam<br />

lacus. - Fert.<br />

T h y r e a r a d i a t a (Smrft) Zahlbr. - Syn. Collema radiatum<br />

Th. Fr., Lieh. Aret., 18G0, p. 288. - Ks, K u u s a m o, Kitkajoki,<br />

Juuma, Jäkälävuoma, loco nudo, interdum irrigato in pariete dolomitico<br />

ad septentrionem versus exposito convallis montanae. - Ster.


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 7<br />

ij n a I i s s a s ij m p h o r c a (Ach.) Nyi. - Syn. S. ramulosa<br />

(Hoffm.) Forss. - Rt, Karjalohja, Maila, Ämmäniiuninkallio,<br />

in pariete aperto ad orientem versus exposito rupis calcariae acl<br />

ripam lacus. - Ks, Kuusamo, Paanajärvi, Ruskcakallio, in<br />

pariete meridionali et aprico rupis leucodiahasicae ad ripam lacus;<br />

.luuma, Jäkälävuoma, in jiariete dolomitico ad boreo-occidentem<br />

versus exposito convallis montanae. - Species in Fennia antea<br />

haud collecta, nam specimen a cel. J. P. NORRLIN in Karelia ladogensi<br />

inventum sec. RÄSÄNEN (1939, p. 122) ad Ledoplujsma fennicum<br />

Räs. pertinet. - Fert.<br />

P l a c i] n ih i u m s u h r a d i a t u m (Nyi.) Arn. - Syn. Pterygium<br />

siibradiatum Nyi., Notis. Sällsk. F. Fl. Fenn., i, 1859, p. 23G.<br />

- Ks, Salla, Sovajärvi, Päiväniemi, Talaslahti, loco sicco ad<br />

lapidem calcarium magnum ad ripam lacus. - Ster.<br />

L i c h i na co n f i n i s (Müll.) C. A. Ag. - Ks, Salla, Kutsajoki,<br />

Jyrhämä, Alimmainen-Riekinlampi, loco interdum aqua<br />

pluviali irrigato in pariete orientali rupis quarzosae ad ripam silvosam<br />

lacus. - Ster.<br />

T h e l o c a r p o n i m p r e s s e 11 u m Nyi. - Ks, Salla,<br />

Kutsajoki, Alimmainen-Kursuoja, in ligno madido ad trahem Piceac<br />

excelsae interdum inundatam ad ripam rivi nemorosam. - Fert.<br />

G i] a l e c t a F r i e s i i (Mass.) Kbr. - Syn. G, dcnudata (Smrft)<br />

Th. Fr., Lieh. Aret., 1800, }). 140. - Ks, K u u s a m o, ad meridiem<br />

versus ab flumine Tavajoki, Ali-Tiakkajärvi, loco umbroso<br />

in terra luimoso-turfosa ad radices Piceac exelsae in declivi abrupto<br />

et ad boreo-orientem versus exposito rupis graniticae. - Fert.<br />

Sporae subfusoideae, rarius subcuneatae, apicibus sat obtusis,<br />

interdum uno latere partim applanatae, semper 3-sci)tatae, ad<br />

septa non constrictae, iiyalinae, ca. 15-18 (-20) x 4-5 p, (sec.<br />

FRIES I.e. paullo minores, 12-IG [-22J x 3-4 p). Asci cylindrici,<br />

ca. 80 - 85 X 0-7 //; sporae in ascis oblique monostichae. Paraphyses<br />

arcte cohaerentes apices versus leviter incrassatae. Hymenium<br />

crassit. 80 - 90 p, inferne distincte limitatum. E])ithecium<br />

distinctum nullum. Hypothecium crassit. ca. 180/i incoloratum,<br />

ex hyphis dense irregulariter intricatis, leptodermaticis, ca. 2 - 3 p<br />

crassis. Perithecium crassum (inferne usque 200/i), ex hyphis<br />

subradiantibus, indistinctis, conglutinatis, usque G p crassis, leptodermaticis,<br />

septatis, in strato superficiali angusto (usque 50 p)


8 M. Laurila, Adciencia a(i floram Fenniae lichenologicam.<br />

et superne sensim tenuescente, sed etiam in margine evoluto, gonidia<br />

fovens. Straliim superficiale perithecii pallide rufescens in margine<br />

cellulis irregiilariter rotundatis, leptodermaticis, diarn. ca. 1 - 7 ß.<br />

Gonidia chroolepidea, angulato-globosa, diam. ca. 12-20 subviridia.<br />

G i) al c c t a k u k r i e n s i s Räs., Fleclitenfl. nördl. Kiisteng.<br />

Laatokka, 1939, p. 176. - Syn. G. ciipularis var. kiikriensis Räs.,<br />

Flechtenstand, u. Flechtenveg. Nordfinnl., 1927, [). 16. - Ks, K u iis<br />

a m o. Kitkajoki, Jnuma, Jäkälävuoma, in pariete dolomitico<br />

et ad septentrionem versus exposito convallis montanae; Salla,<br />

Nivajärvi, Hirveäkallio, in pariete horeo-orientali rupis calcariae<br />

in declivi silvoso. - Fert.<br />

Ajjotlieciis primum subliyaiinis et sporis apices versus conspecte<br />

attenuatis liaec species facile dignoscitur. Comparanda etiam<br />

cum G. sciitellari Bagl. et Carest.<br />

I o n a s p i s c ij ano car p a (Anzi) Tii. Fr.; H. Magn., IMonogr.<br />

Licli. (ien. lonaspis, 1933, p. 32. - In provincia Kuusamo haec<br />

species non est rara. Locis pluribus, velut in paroecia Salla in<br />

cataractis Leppäköngäs (prope lacum Jyrhämäjärvi), Auhtiköngäs<br />

(prope lacum Nivajärvi) et Pieni-Jänisköngäs fluminis Kutsajoki;<br />

in paroecia K u u s a m o circa lacum Paanajärvi pluribi collecta.<br />

- Ad saxa dura granitica interdum inundata ad ripas fluminum<br />

rivulorumque crescit. - Fert.<br />

/. e piilo lie a (Ach.) Tii. Fr. - Ks, Kuusamo, in ripa<br />

meridional! lacus Paanajärvi prope praedium Mäntyniemi, in lapide<br />

a fluctibus aquae interdum irrigato ad ripam lacus; Salla, inter<br />

lacus Auhtijärvi et Hosijärvi, Painotunturinlampi, in ])ariete inundato<br />

rupis calcariae in deiectu rivi ])er convallem umbrosam fluentis<br />

una cum Jonaspi annulari 11. Magn. Ambo specimina e locis supra<br />

indicatis collecta ad var. criistosam H. Magn. vergunt. - Fert.<br />

var. a r c t i c a (Ly nge) 11, Magn., I.e., p. 16. - Ks, Salla, in<br />

cataractis Leppäköngäs et Pieni Jänisköngäs fluminis Kutsajoki,<br />

ad saxa rui)esque quarzosas vei graniticas interdum inundatas<br />

riparias. - Fert.<br />

/. o (1 o r a (Ach.) Th. Fr. - Ta, H u o v e s i, Koveronjärvi,<br />

loco interdum uudis irrigato ad rupem graniticam ripae lacus.-Fert.<br />

L e c a n a c t i s a biet i n a (Ach.) Kbr. - Si, Kulla a,<br />

Palus, Palomäki; Lavi a, Myöntäjä, Mäntyniemi; N o o r m a r k-


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 9<br />

k u, pluribus locis circa lacus Sulkjärvi et Poosjärvi; ad lacum<br />

Poikeljärvi et ad rivum laciis Eriträskijärvi; P o m a r k k u, Längelmäki,<br />

pluril)i circa stagnum Piispanlampi. - Fere semper ad caudices<br />

basales Piceac cxcelsae praesertimque in laterihus ad septentrionem<br />

versus expositis eorum in piceetis turfosis suhumbrosis-<br />

(jue, saepissime una cum Arlhonia leiicopellaca collecta. Species<br />

in Fennia distributione austro-occidentalis, adluic tantum e provinciis<br />

/I/, N, SI et 7V/ comperta. - Fert.<br />

IIYSTERIKAE<br />

Arth o n i a d i s per s a (Schrad.) Nyi. - Rl, Karjalohja,<br />

Maila ,in ramis Rihis alpini. - Ks, Salla, Kutsajoki, Nilultijärvi,<br />

in ramis Rihis rubri. - Fert.<br />

.1. e X c i p i e n cl a Nyi. - Ks, Sali a. Vuorijärvi, in parte orientali<br />

convallis montanae nomine Pyhäkuru, ad corticem Daphnis<br />

mezerei in nemore. - Fert.<br />

COS IOCARPEAE<br />

C a I i c i n m q u c r c i n ii m (Hetz.) Pers. var. d c c i p i c n s<br />

(Mass.) Vain., Lichenogr. Fenn., Ill, 1927, p. 'M).-Rt, Lohja.<br />

Torhola, in cortice crasso ad caudicem S(dicis sp. (frayilis?) magnae<br />

prope domum. - Fert.<br />

C. .V i k k alen s e Vain., I.e., p. 19. - Ks, K u u s a m o, ad<br />

meridiem versus ab lacu Paanajärvi, Kometto, in ligno vetusto ad<br />

latus trunci lietulac sji. in declivi piceeti unibrosi in silva virginea,<br />

cp. - Fert.<br />

C. s u l) p u s i 11 II m Vain., I.e., p. 50. - St, N o o r m a r k k u,<br />

Poosjoki, Enträskijärvi, ad lignum cariosum trunci erecti et alti<br />

Aini (jlulinosac emortuae ad ripam lacus. - b^ert.<br />

C a l i c i e 11 a s n b p a r o i c a (Nyi.) Vain. - St, K a n k a a np<br />

ä ä, Pieni-Madesjärvi, in Ihallo Crocijniac tatebrarnm ad parietem<br />

siccum, borealem rupis in silva. - Fert.<br />

Emboli d i n m i n a e 7 u a l n in \'ain., I.e., p. 60. - Rt, K u us<br />

i s t o, ad praedium Kuusisto, in ligno denudato ad caudicem Sorbi<br />

aucupariae annosae. - S/, Noormarkku, Sulkjärvi, in cortice<br />

crasso ad latus meridionale caudicis lietulae sp. semiemortuae. - Fert.


10 M. Laurila, Addenda ad florain lu'iiniae lichcnologicain.<br />

E. p 0 p II l n e II m (de Brond.) Vain., I.e., p. 59. - Syn. Caliciiim<br />

popiilneum NyL, Synops. Lieh., I, 1858, p. 159. - Ks, Kuusamo,<br />

Kaijanlainpi ad septentrionein versus ab lacu Paanajärvi, ad rainos<br />

Popiili trenuilae (recens prolapsae) in silva; Salla, Auhtijärvi,<br />

Ilaukkakallio, ad ramos vivos vei recens emortuos Ribis rubri in<br />

pariete rupis nemorosae. - Fert.<br />

E. I e n n i c ii m M. Laur. sp.n. - Mycelium gonidiis desliluliim;<br />

apolhecia in ligno canescenie, sulcata sat dispersa, capitido usque Oj\<br />

mm lato, primum late turbinato, deinde vulgo lenticulari, nigro, disco<br />

vei rarius capitulo toto ei apice stipitis tenuiter glauco-pruinoso, stipite<br />

longit. 1.0-2.2 mm, crassit. 0.o9-0.n mm toto nigro vel fusconigro<br />

(etiam sub microscopio), intus praesertim in basi pallescente, strato<br />

lujalino nullo obducto. Rärins apothecia subnuda sunt. - Sporae 7-0<br />

X 2 - 3 /I, elUptico-oblongae vel inlerdum subcuneatae, lateribus subcijlindricis,<br />

apicibus rotundatis, medio 1-septatae vel rarissime aseptatae,<br />

septo distincto, luuid constrictae, intense fuscae, monostichae. Asci<br />

cylindrici, S-spori, membrana tenui, gelatinosa, mox cum paraplujsibus<br />

in gelatinam dijfluxi. Epithecium fusco-nigricans. Mazaedium non<br />

evohitum. Stipes ex lujphis (in aqua) 2-6 fi crassis, longitudinaliter<br />

vel basi irregulariter inte.riis in superficie stipitis fuscis, intus hijalinis.<br />

Hab. in ligno ad caudices truncosque erectos Pini silvestris<br />

decorticatos in pinetis in proviiicia K u u s a m o Fenniae borealis,<br />

leg. Matti Laurila.<br />

Typus in lierbario nieo; cotypi in Herbario Musei Botanici Universitatis<br />

Turkuensis in Turku et in Herbario Musei Fennici in Melsingia.<br />

Iluic speciei proxima forsan est Embolidium elevatum Vain.<br />

(Enumer. lieh. fl. Konda, 1928, j). 110), species e Sibiria descripta,<br />

quae tarnen sporis latioribus apotheciis nudisque differt. Embolidium<br />

norvegicum Vain. sec. specim. originale in herb. Vain. stipite fuscescenti-pallido,<br />

breviore, valde pruinoso, mazaedio bene evoluto recedit.<br />

A Mijcocalicio cinerascente (Nyi.) Vain. et M. plumbeato (Norm.)<br />

n. Magn. sporis 1-septatis notis aliisque distat.<br />

Ks, K u u s a m o, Paanajärvi, Kerkkälä et Sovajoki, Tervajärvi;<br />

Salla, ad flumen Tuntsa, Hassersokka (ad lat. bor. 67° 31') ad<br />

caudicem erectum Pini silvestris olim desiccatae et decorticatac in<br />

pineto sicco in silva virginea, 30. VIT. 1938 (Typus). - Fert.


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 11<br />

S t r o n g ij I o p s i s I c ii c o p n s Vain. var. p all i di or ain.<br />

-SI, K a n k a a n p ä ä, Vihteljärvi, ad rivurn laciis Isovesi, ad<br />

corticem crassum trunci crecLi et alti Piceae excdsae emortuae in<br />

piceeto umbroso. - Fert.<br />

C h aenot II ecop sis p u s i o I a Vain. - St, Siikainen,<br />

Vuorijärvi, Itä-Suomilampi, ad lignum denudatuni rami desiccati<br />

Betulae sp. in palude; Kankaanpää, Venesjärvi, Kahilakeidas,<br />

ad ramum desiccatum decorticatumque Aini incanae (?) in nemore.<br />

- Fert.<br />

S t r o n g ij l e II in a ex s er him (Nyl.) Vain. - St, K a n k a a np<br />

ä ä, Pieni-Madesjärvi, in thallo IJaeniatommalis porphijrii et ochroleiici<br />

ad parietem siccum rupis in silva (ex parte var. hemileuciini<br />

[Vain.]). - Ks, K u u s a m o, ad meridiem versus ab fhimine Tavajoki,<br />

Ali-Tiakkajärvi, in thallo soredioso Lecanactidis Dillenianae ad<br />

latus umbrosum lapidis. - Fert.<br />

In specimine in thallo Lecanactidis crescente apothecia stipite<br />

saepe bene evoluto, longit, usque 1 mm, erassit. O.io-O.ismm, saepe<br />

ramoso.<br />

5. p a r 0 i c Ii m (Nyi.) Vain. - St, Kaukaa n p ä ä, Pieni-<br />

Madesjärvi, in thallo IlaeincUommatis porphijrii et II. ocliroleiici ad<br />

parietem borealem, siccum rupis in silva. - Fert.<br />

M ij c o c ai i c i II m p r a e c e d e n s (Nyi.) Vain. - SI, K a nk<br />

a a n p ä ä, Venesjärvi, Sinahmi et Luomajärvi, Vääräneva. - In<br />

ranmlis vigentibus vei recens demortuis Popiili tremiilae. - Fert.<br />

M. p allescen s (Nyi.) Vain. f. t aber c iil at a M. Laur. f.n. -<br />

A typo differt apotheciis capitulo deinde constanter et conspeete<br />

tuberculato-diviso. Interdum etiam stipes frutieuloso-divisus est.<br />

Stipes fuscescenti-pallidus basi albido-pallidus. - Ks, K u u s a m o.<br />

Kitkajoki, Matalakoski, in ligno denudato ad latus septentrionale<br />

trunci erecti et alti Pini silvestris emortuae in declivi silvae. - Fert.<br />

Chaenotheca brun neo la (Ach.) Müll.-Arg. var. dli ans<br />

Th.Fr. - S/, Noormarkku, inter lacus Sulkjärvi et Torajärvi,<br />

supra pileos vetustos Corioli abietini ad truncum erectum et altum<br />

Piceae excelsae deiectae in i)iceeto turfoso. - Fert.<br />

C. st emon e a (Ach.) Zwackii f. ra mo s a M. Laur. f.n. - Apothecia<br />

saepe stipite ramoso, sed ceterum vix a apotheciis typicis<br />

Chaenothecae stemoneae differunt. Proxima est f. nmscicolae Nyi. -


12 M. Laurila, Addenda ad florain lu'iiniae lichcnologicain.<br />

Ilaec forma memorabilis in laterihus nudis rupium crescit. Thalliis<br />

forsan est propriiis vel forsan alienus Croajniae lalebrarum. Etiam<br />

status fertilis C. laiebrariirn esse potest. Tarnen C. lalehrarum verisiniiliter<br />

e speeiebus diversis sterilihus constat. - St, Kankaanpää,<br />

Pieni-Madesjärvi, in ])ariete septentrionali rupis in silva. - Ks, K u us<br />

a m o, ad meridiem versus a i'lumine Tavajoki, Ali-Tiakkajärvi, ad<br />

latus umbrosum lapidis. - Fert.<br />

C. S c haereri (De Not.) Zahlbr. f. (j r an ii l a l o-v c r r iic<br />

0 s a (Schaer.) Vain. - St, Kankaan p ä ä, Venesjärvi, Kiimaliohka,<br />

ad corticem Pini silvestris in pineto vetusto. - Fert.<br />

C o ni o cijh c s ui p hur e a (Hetz.) Nyi. - N o o r m a r k k u<br />

inter lacus Sulkjärvi et Torajärvi; Siikainen, Vuorijärvi, Vääräneva;<br />

Kankaanpää, Venesjärvi, Sinalimi. - Ks, Kuusamo,<br />

Juuma, Jäkälävuoma. - In cortice et ligno ad bases truncorum erectorum<br />

et altorum lietulae sp. et Aini sp. emortuorum in piceetis<br />

umbrosis crescit; specimen e Jäkälävuoma in caverna umbrosa ad<br />

basim trunci corticati Piceae excelsac magnae inventum.<br />

C. (j r a c i l e n l a Ach. - N o o r m a r k k u, inter lacus Sulkjärvi<br />

et Torajärvi, in ligno denudato ad basim trunci erecti et alti<br />

Betulae sp. magnae emortuae in piceeto umbroso. - Ks, K u u s a m o,<br />

Juuma, Jäkälävuoma, in caverna umbrosa ad basim trunci corticati<br />

Piceae excelsae magnae et eodem loco supra Polijtriclia vetusta in<br />

caverna umbrosa ad basim parietis dolomitici ad septentrionem versus<br />

expositi; Salla, Sovajärvi, Päiväniemi, Talaslahti, supra<br />

muscos vetustos in basi umbrosa et sicca rupis calcariae in silva.<br />

C. gracillima Vain., Adjum. Lieh. Lapp., I, 1881, p. 97;<br />

Vain., Lichenogr. Fenn., Ill, 1927, p. 128. - Å7, Siikainen,<br />

Vuorijärvi, Vääräneva. - Ks, K u u s a m o, inter montes Ukontunturi<br />

et Poika-Ukkonen; ad montem Possosiiro et in silva Pitkämurto<br />

ad meridiem versus a flumine Tavajoki; ad montem Kometto in<br />

deserto silvoso ad meridiem versus a lacu Paanajärvi. - Semper ad<br />

bases truncorum erectorum altorumque Betulae sp. emortuorum in<br />

piceetis umbrosis subumbrosiscjue saepe una cum Coniocybe sulpluirea,<br />

C. furfuracea et C. obscuripede collecta. - I'ert.<br />

Species ex proxima affinitate Cliaenolhecae brunneolae (Ach.)<br />

Müll.-Arg. Variat stipite GO - 80 crasso.<br />

C. obscuripes Nyl. - St, Noormarkku, ad rivum lacus<br />

Sulkjärvi; ad lacum Poikeljärvi et duobus locis ad rivulum lacus


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 13<br />

Enträskijärvi ])roj)e flumen Poosjoki. - Ks, Sail a, Kutsajoki, duobus<br />

locis ad lacum Alimmaincn-Kursujärvi; ad flumen Tuntsa, prope<br />

ostium rivi Peurahaara (ad lat. bor. 67° 37'). - Ad bases truncorum<br />

caudicumque lielulac sp., Alrii gliitinosae, rarius Piceae excdsac in<br />

silvis plerumque umbrosis crescit; specimen e Peurahaara ad ramos<br />

inferiores Piceae e.rcelsac magnae desiccaios inventum. - Fert.<br />

P VRENOLICIIENES<br />

D e r m a f 0 c a r p 0 n d e m i n ii e n s Vain. - Ks, Salla,<br />

Sovajärvi, Päiväniemi, Nivanlampi, ad lapidem interdum inundatum<br />

in rivo. - Fert.<br />

D. daedaleiim (Kremph.) Th. Fr. - Ks, K u u s a m o, Juuma,<br />

liautaniittyvuoma; Sali a, Kutsajoki, Pieni-Jänisküngüs;<br />

Nivajärvi, Hirveäkallio et prope pontem; Aulitijärvi, Haukkakallio.<br />

- In parietibus rupium dolomiticarum vei metabasiticarum altiorum.<br />

Verrucaria Integra Nyi. - Ks, Salla, Sovajärvi,<br />

Päiväniemi, Rikkasalmi, in pariete subumbroso et boreali rupis<br />

calcariae in silva.<br />

V. l ai eb r o s a Kbr. - Ks, Salla, Kutsajoki, Jänisköngäs,<br />

ad lapides graniticos interdum inundatos ad ripam fluminis. - Fert.<br />

Verrucaria paclujderma Arn. sec. spec, authenticum in herb.<br />

Vainioi vix ulla nota gravioris momenti ab hac specie differt.<br />

P o I ij b I as t i a hyperborea Th. Fr. - Ks, Salla, Sovajärvi,<br />

Päiväniemi, Talaslahti, in pariete boreo-occidentali rupis<br />

calcariae in silva riparia. - Fert.<br />

P. S e n d t n er i Kremph. - Ks, Salla, in ripa occidentali<br />

lacus Nivajärvi, supra muscos in pariete ad boreo-orientem versus<br />

exposito rupis metabasiticae. - Fert.<br />

P. s i n g n l a r i s (Kremph.) Arn.; Th. Fr., Polybl. Scand.,<br />

1878, p. 25. - Ks, Salla, Kutsajoki, Ala-Kursuojankuru, ad<br />

lapidem humilem calcarium in declivi abrupto, orientali piceeti. -<br />

Fert.<br />

P. ierresiris Th. Fr. - Ks, Salla, Nivajärvi, Hirveäkallio,<br />

praesertim ad lapillos parvos solo argilloso-humoso in declivi<br />

boreo-orientali et abrupto rupis metabasiticae calcenujue continentis.<br />

- Fert.


14 M. Laurila, Addenda ad florani Fenniae lichenologicam.<br />

P. t hei codes (Smrft) Th. Fr., PolybI. Scand., 1878, p. 10.<br />

- Ks, K II u s a m o, Kitkajoki, Juuma, Ilautaniittyvuoma, in pariete<br />

dolomitico et ad boreo-orientem versus exposito convallis montanae.<br />

- Fert.<br />

T i c h o t h e c i II m microcarpii m (Arn.) Sacc. - Kb,<br />

P i e li s j ä r V i, Kitsinvaara, Ylinen-Pitkäjärvi, in tliallo et apotheciis<br />

Placodii cerini (Ehrh.) Vain. var. borealis Vain. ad corticem<br />

Sorbi aiiciipariae. - Fert.<br />

T hei i di um papiilare (Fr.) Arn. var. ar en ar in m (Mepp)<br />

Arn. - Ks, Salla, Sovajärvi, Päiväniemi, Talaslahti et Riihilahti<br />

ad saxa riipesque calcarias. - Fert.<br />

T.decipiescens Vain., Lichenogr. Fenn., I, 1921, p. 123.<br />

- Ks, Salla, Sovajärvi, Päiväniemi, locis pluribus in parietibus<br />

ad septentrionem versus expositis rupium calcariarum. - Fert.<br />

D i d y m 0 s p h a e r i a analepioides (Bagl. et Carest.)<br />

Relmi. - Syn. Mijcomicrothelia macnlaris (Mass.) Keissl., Rabh.<br />

Krypt. Fl., IX, Abt. 1:2, 1938, p. 36. - Ks, Kuusamo, Juuma,<br />

Jäkälävuoma, in ramis desiccatis Ribis rnbri; Salla, Auhtijärvi,<br />

ad ramum desiccatum Ribis rnbri ad rupem; Kutsajoki, Nivajärvi<br />

et Ala-Kursuojankuru, ambae ad corticem Daphnis mezerei<br />

in nemore graminoso. - Fert.<br />

D. r ib e s i eli a (Nyi.) Vain. - SI, Kankaanpää, Venesjärvi,<br />

Koski, in ramulis Ribis grossnlarii vigentibus in horto. - Fert.<br />

Species insignis, a praecedente omnino diversa, nullo modo solum<br />

forma eius ut opponit KEISSLER (I.e., p. 36).<br />

T h el e n ell a c o r r o s a (Kbr) Vain. - S/, L a v i a, Laviankylä,<br />

Velhovuori, ad lapides micaceo-schistosos in declivi meridionali<br />

nemoris. - Fert.<br />

T h el o p s i s m el alh eli a Nyi. - Ks, Salla, Sovajärvi,<br />

Päiväniemi, Keskilahti, in pariete septentrional! rupis calcariae<br />

ad ripam lacus; Kutsajoki, Leppäköngäs prope lacum Jyrhämäjärvi,<br />

ad rupem umbrosam ad ripam cataractae; in ripa orientali<br />

lacus Niluttijärvi, in fissura ad parietem subumbro^um et septentrionalem<br />

rupis in silva. - Fert.<br />

C ampijl a ci a p s ilo i e r a (Nyi.) Vain. - St, Kaukaa np<br />

ä ä, Venesjärvi, Sinahmi, Jokilahti, ad corticem Daphnis mezerei<br />

in luco pascuo. - Fert.


OPERA GITATA.<br />

ERICHSEN, G. F. E., 1936, Pertusariaceae. RABENHORST, Kryptogamenflora<br />

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NYLANDER, W., 1865, Addenda nova ad lichenographi&m europaeam. Flora,<br />

39 (n. Reihe 14), p. 601 -606.<br />

—»— 1866, Lichenes Lapponiae orientalis. Notis. Sällsk. F. Fl. Fenn., 8<br />

(ny ser. 5), p. 101 -192.<br />

RÄSÄNEN, V., 1927, Über Flechtenstandorte und Flechtenvegetation im<br />

westlichen Nordfinnland. Ann. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 7,<br />

p. 1 -202.<br />

—»— 1939, Die Flechtenflora der nördlichen Küstengegenden am Laatokka-<br />

See. Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot, Fenn. Vanamo, 12, n:o 1, p. 1 -240.<br />

VAINIO, E. A., 1881, Adjumenta ad lichenographiam Lapponiae fennicae<br />

atque Fenniae borealis. I. Medd. Soc. F. Fl. Fenn., 6, p. 77 - 182,<br />

—»— 1921, Lichenographia fennica. I. Pyrenolichenes iisque proximi Pyrenomycetes<br />

et Lichenes imperfecti. Acta Soc, F. Fl. Fenn., 49, n:o 2,<br />

p. 1 - 274.<br />

—»— 1927, Id., III. Coniocarpeae. Ibid., 57, n:o 1, p. 1-138.<br />

—»— 1928, Enumeratio lichenum in viciniis fluminis Konda (circ. 60° lat. bor.)<br />

in Sibiria occidentali crescentium. Muistiinpanoja A. Ahlquistin kolmannelta<br />

tutkimusretkeltä Länsi-Siperiassa (v. 1880). IV. Ann, Acad.<br />

Scient. Fenn., ser. A, 27, n:o 6 b, p. 65 -122.<br />

SUOMENKIELINEN SELOSTUS,<br />

LISÄTIETOJA SUOMEN JÄKÄLÄKASVISTOON,<br />

Kirjoituksessa esitetään levinneisyystietoja yhteensä 77:stä eri jäkälälajista<br />

perustuen kirjoittajan vv. 1934-39 etupäässä maakunnista St ja<br />

Ks keräämään aineistoon. Kuusamossa on kirjoittaja suorittanut jäkäläetsintöjä<br />

vuosina 1937 - 39. Lajit luetellaan VAINIOU järjestelmän mukaisessa<br />

järjestyksessä. Jolidannossa mainitaan kirjoituksessa esiintyvät luonnontieteelliseltä<br />

alueeltamme ennen tuntemattomat 12 lajia ja 4 muunnosta<br />

sekä pari valtiollisen Suomen alueelle uutta lajia. Tieteelle uutena lajina<br />

selitetään Kuusamon kelomännyillä kasvava Embolidium fennicum sekä pari<br />

muuta Coniocarpeae ryhmään kuuluvaa muotoa.


SUOMALAISEN ELÄIN- JA KASVITIETEELLISEN SEURAN VANAMON<br />

KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />

OSA15. N:O3.<br />

ANNALES BOTANICI SOCIETATIS ZOOLOGICIE-BOTANICIE FENNIC^ VANAMO<br />

TOM. 15. N:o 3.<br />

CALLIERGON MEGALOPHYLLUM MIKUT.<br />

UND DREPANOCLADUS CAPILLIFOLIUS<br />

(WARNST.) WARNST. IN FINNLAND<br />

R. T U O M I K O S K I<br />

2 Abbildungen im Text<br />

Siiomcnkiolinen selostus:<br />

Calliergon inegalopliylUiin Mikut. ja Drepanocladus<br />

capillifolius (Warnst.) Warnst. Suomessa<br />

HELSINKI 19 40


HELSINKI 1940<br />

DRUCKEREI-A.G. DER FINNISCHEN LITERATURGESEM.SCHAFT


Die mangelhafte Kenntnis der nnsere zahlreichen Gewässer bewohnenden<br />

Lanl)moosarten veranlasste mich vor einigen Jahren<br />

bei der von mir für die vor kurzem ersciiienene Lanl)moosfh)ra C. JEN-<br />

SENS, »Skandinaviens Bladmossflora» (1939) vorgenommenen Revision<br />

der im Botanischen Museum der Universität Helsinki aufbewahrten<br />

Sammlungen diesen vernachlässigten Pflanzen eingehendere<br />

Beachtung zu schenken, erstenhands um der in der systematischen<br />

Bewertung gewisser lärmen bereits obwaltenden Unklarheit Abhilfe<br />

zu tun. Dabei stellte sich heraus, dass es bei uns einige (hauptsächlich<br />

zu der Gattung Drepnnocladiis gehörende) Arten gibt, die allgemein<br />

übersehen worden sind, weil man sie letzterzeit gewöhnlich nur<br />

als geringfügige Formen anderen Arten untergeordnet hat. Über diese<br />

Arten habe ich bereits ein paar vorläufige Mitteilungen veröffentlicht<br />

(TUOMIKOSKI 1937, 1910). Im vorliegenden Zusammenhang bietet<br />

sich mir die Gelegenheit zwei von diesen Arten, nämlich CaJliergon<br />

me(jalophi}Uiim Mikut. und Drcpanocladus capillijolius (Warnst.)<br />

Warnst, etwas einlässlicher zu erörtern. Herrn Doktor HERMAN<br />

PERSSON in Göteborg schulde ich Dank für einen regen brieflichen<br />

Gedankenanstausch ebenso wie dafür, dass er durch die Übersendung<br />

einiger Drepunocladiis-Prohen meine Aufmerksamkeit auf WARNS-<br />

TORFj Drcpanocladus capillifoliiis lenkte, welche Art ich bisher nicht<br />

untersucht hatte. - Infolge des waltenden Kriegszustandes habe ich<br />

leider nicht die einschlägige Literatur, desgleichen auch nicht die<br />

Sammlungen in vollem Masse ausnutzen können.<br />

Calliergoii inegalopliijlliiin Mikut.<br />

Unter den in unseren Seen vorkommenden Laubmoosarten gehört<br />

zu den auffälligsten eine Calliergon-Form, der man in geschützten und<br />

seichten Buchten oft reichlich im Schutze der von den Luftblattkräutern<br />

(Phragmiies, Eqiiisetum, Carex) gebildeten Bestände l)cgegnet.


2 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />

In Finnland, und augenscheinlich wohl auch in Skandinavien, ist<br />

dieser Callicrgon-Typ bis in die letzten Jalire gewöhnlich unter dem<br />

Namen C. gigaiüeum gegangen. Sein abweichendes Aussehen hat<br />

indessen wohl öfters die Aufmerksamkeit der Botaniker auf sich<br />

gelenkt, so ist er von S. 0. LINDBERG in seinem Herbarium Ilypnum<br />

giganteiini grandijolium und Arnblijstegiiim giganteum var. remotum<br />

betitelt worden, welche beiden Benennungen auf Charaktermerkmale<br />

weisen, die diesen Typ von CalUergon giganteum trennen. Andererseits<br />

haben einige Ähnlichkeiten desselben mit C. Richnrdsonii veranlasst,<br />

dass der Typ gelegentlich auch dieser Art zugeführt worden<br />

ist (Amblijstegium Richardsonit var. rohustuni LIXDIJERG 8C ARNELL<br />

1890, p. 126, vgl. audi ARNELL 1894, p. 62; Ili/pnum Richardsonii var.<br />

fluitans BRYIIX 1902, p. 23).<br />

Die gleiche Calliergon-Fonn fiel auch MIKUTOWICZ in Lettland auf,<br />

und er füiirte sie in seiner »Bryotheca Baltica» als neue Art, C. megaloplujllum,<br />

der Wissenschaft zu. WARNSTORF (1914, p, 251 des Separats)<br />

ersah keinen greifbaren Unterschied, der dazu berechtigt hätte,<br />

C. megaloplujltnm als besondere Art vom vielgestaltigen C. giganteum<br />

getrennt zu halten. LOESKE (MALTA 1930, p. 161) stellte sich der Art<br />

gegenüber auf Grund der ihm zugesandten Prolien vorsichtiger und<br />

liess die Frage an seinem eigenen Teil offen. MALTA (I.e.) zitiert nur<br />

MIKUTOWICZ und bringt eine Abbildung der Art, entzieht sich aber<br />

einer Stellungnahme bezüglich ihres systematischen Wertes. Später<br />

haben lettische Forscher (OZOLINA 1931, p. 13 u.a.; Anxis & LÄcis<br />

1934, p. 50) die Art MIKUTOWICZ' in ihren Untersuchungen erwähnt.<br />

Bei der Revision der hiesigen Calliergon-Proben lenkte sich nun<br />

meine Aufmerksamkeit i.J. 1936 auf diese Art und ihren deutlichen<br />

Unterschied gegenüber C. giganteum (TUOMIKOSKI 1937). Da ich<br />

mich al)er mit der Art in der Natur nicht viel befasst hatte, kam es<br />

nicht zu einer genaueren Untersuchung ihres Verhältnisses zu C. Richardsonii.<br />

Als dann die bekannten Bryologen Dr. C. MEYLAX in<br />

St. Croix und Dr. II. PERSSON nach Ansicht einiger Proben der Art<br />

mir im Brief bemerkten, dass sie tatsächlicli C. Richardsonii recht<br />

nahe steht und möglicherweise nur eine Wasserform der letzteren<br />

darstellt, begann ich, unter Kenntnis der oft trügerischen und unerwartet<br />

grossen Variabilität der Wassermoose, mich wirklich dem<br />

Glauben zuzuneigen, dass es sich dennoch nur um eine submerse<br />

Modifikation des C. Richardsonii handelte. War sie ja schon ehedem


Ann. Bot. Soc. Zool.-13ot. Fenn. Vananio, 15, n:o 3. 3<br />

von AKNELL und BRYHN ZU der genannten Art gerechnet worden.<br />

Ich beschloss jedoch bei Gelegenheit die Artengruppe in der Natur<br />

einer eingehenderen Untersuchung zu unterziehen, um erst dann<br />

zu dieser Frage endgültig Stellung zu nehmen.<br />

Später hat sich JENSEN in seiner Lauhmoosflora (1939, p. 149) dem<br />

selbständigen Artrecht des C. meyaloplujllum angeschlossen, ebenso<br />

Ii. PERSSON nach der genaueren Überprüfung eines umfangreicheren<br />

Materials. In der liiesigen Literatur ist die Art ein paarmal vorgetragen<br />

worden: VAAEAMA (1938, p. 198) erwähnt sie aus dem Kallavesi<br />

und LEVANTO (1910, p. 8) aus dem Vesijärvi. Auch in einigen Seen des<br />

Kuusamo-Gebietes ist die Art neuerdings angetroffen worden (TUO-<br />

MIKOSKI 1939, p. 79).<br />

Da nun C. megalophijlliim bis jetzt so wenig bekannt gewesen ist<br />

und sein Artrecht im Zweifel gestanden hat, finde ich es veranlasst,<br />

die Beobachtungen mitzuteilen, auf welche sich meine Auffassung<br />

über die Selbständigkeit der Art gründet.<br />

Wie erwähnt erinnert CalUergon nmjalophijlliim in vielen Beziehungen<br />

mehr an C. Richardsonii als an C. giganteum. Sein Verzweigungstypus<br />

mit relativ wenigen, gewöhnlich niciit so stark vom<br />

llauptstamm differenzierten Ästen ebenso wie der schwächere<br />

Blattnerv sind solche auf C. Richardsonii weisende Merkmale. Die<br />

handlichsten Kennzeichen, die die Art von C. Richardsonii zu unterscheiden<br />

hätten, sind: die behauptete Zweihäusigkeit der Art (C. Richardsonii<br />

ist bekanntlich autözisch) und der im allgemeinen längere,<br />

ziemlich bis zur Blattspitze reichende Blattnerv. Als trennende<br />

Züge könnten noch erwähnt werden der verschiedene ökologische<br />

Charakter der beiden Arten, das Fehlen der für C. Richardsonii<br />

oft kennzeichnenden rötlichen Farbtönung u.dgl.m.<br />

Keines dieser trennenden Merkmale (andere, obwohl schwerer zu<br />

charakterisierende, sind natürlich auch vorhanden) erscheint ganz<br />

überzeugend. Man könnte ja behaupten, dass die Unterschiede lediglich<br />

auf den abweichenden Standort, d. h. die submerse Lebensweise<br />

der Pflanze zurückzuführen seien. So Hessen sich mit einem Hinweis<br />

auf den Standort vielleicht die Unterschiede in der Grosse, Färbung,<br />

Blattform, im Bau des Blattnervs u.a. erklären, die ja sämtlich bei<br />

den Laubmoosen im allgemeinen leicht modifizierbare Merkmale<br />

darstellen. Auch die Geschlechtsverhältnisse waren bei C.megalophijl-


4 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />

liim SO unzulänglich bekannt, dass ihnen keine ausschlaggebende<br />

Bedeutung beigemessen werden konnte.<br />

Als ich die fraglichen Arten sowohl in den Sammlungen als in der<br />

Natur studierte, stiess ich jedocii nie auf etwa vermittelnde Formen<br />

zwischen den beiden Arten. Freilich fanden sich Individuen von<br />

C. Richardsonii, bei denen mehrere Blätter einen langen, bis zur Blattspitze<br />

reichenden Mittelnerv hatten, im übrigen waren aber die Pflanzen<br />

vollkommen typisch. Ebenso konnte ich feststellen, dass bei verkümmerten,<br />

kleinblättrigen, beim Sinken des Wasserspiegels auf<br />

trocknem Lande entstandenen C. inegalophylluniSprosscn der Blattnerv<br />

verkürzt war, im übrigen erinnerten aber auch diese nicht an<br />

C. Richardsonii. Auch submerse Formen von C. Richardsonii habe<br />

ich gesehen; u.a. Amblijstegiiini Richardsonii f. immersa aus Sibirien<br />

(LINDEERG & ARNELL 1890, p. 125) ist ein typisches Calliergon Richardsonii.<br />

Zur völligen Sicherstellung der Sache wäre es jedoch nötig geweaen<br />

einen Platz zu sehen, wo die beiden Arten in der Natur nebeneinander<br />

vorkämen, solche Mischbestände haben sich nämlicii bei der<br />

Erforschung der Drepanocladen als ausserordentlich ergiebig erwiesen.<br />

Obwohl auch C. Richardsonii oft an Seen, insbesondere an quelligen<br />

Stellen vorkommt, ist es mir nie gelungen, die Art zusammen mit<br />

C. megalophylliim anzutreffen. Die Arten scheinen hinsichtlich ihrer<br />

Standortsansprüche in hohem Masse differenziert zu sein.<br />

Aus diesem Anlass stellte ich Ende Mai 1939 einen kleinen Versuch<br />

an. Calliergon Richardsonii, eingesammelt bei Messilä im Kirchsp.<br />

Hollola, wurde auf einer mit Drahtnetz umgrenzten Fläche in der<br />

Bucht Sarvanlahti des Sees Vesijärvi mitten in einen Bestand von<br />

C. megalopIujUum ausgepflanzt. Iiier wächst im seichten Wasser ein<br />

Schachtelhalmbestand, in welchem neben C. megalophijlluni u.a. reichlich<br />

Elodea canadensis vorkommt. Gleichzeitig wurde auf einer<br />

Uferwiese der gleichen Bucht aus dem vorgenannten Bestand entnommenes<br />

C. niegalophijlhim an dem Standort von C. giganlenm,<br />

C. Richardsonii und C. cordifolinm ausgepflanzt. Im Spätsommer<br />

(August) wurden die an den beiden neuen Standorten aufgekommenen<br />

Sprosse untersucht. Calliergon Richardsonii hatte im Wasser<br />

unter C. rnegalophyllum Sprosse entwickelt, die in allen Beziehungen,<br />

u.a. auch in bezug auf den Bau des Blattnervs die Eigenschaften<br />

der Art beibehalten hatten. Entsprechendes war der Fall mit


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 5<br />

C. meg (dop Inj Ull m. auf der Uferwiese, doch waren die Blätter der<br />

neuentstandenen ^Sprosse kleiner als i)ei den Wassersprossen.<br />

Dieser Versuch sprach keineswegs für die Vereinigung der beiden<br />

Arten. Docli kann ihm meines Erachtens auch keine endgültig entscheidende<br />

Bedeutung zugesprochen werden, denn wenigstens theoretisch<br />

ist in einem so kurzen Versucii eine eventuelle Nachwirkung<br />

der eliemaligen Verhältnisse in Rücksicht zu ziehen.<br />

Desiialb lag auch der Grund vor, eine genauere Untersuchung der<br />

Geschlechtsverhältnisse von Calliergon megalophijlliim vorzunehmen,<br />

in denen nach MIKUTOWICZ ein deutlicher Unterschied vorliegen<br />

sollte. MIKUTOWICZ hatte seine Art als diöziscli auf dem Grunde angesprochen,<br />

dass er bei einigen Proben zwar Archegonienstände, aber<br />

keine Antheridienstände angetroffen hatte, welche letzteren also ihm<br />

unbekannt waren. Die hiesigen Proben schafften in der Frage keine<br />

Abhilfe, weil sie anscheinend völlig steril sind, wie man es von einer<br />

submersen Pflanze aucli erwarten konnte. Im Sommer 1938 versuchte<br />

ich Gametangienstände tragende Sprosse an solchen Stellen zu finden,<br />

wo die Art während des Sommers aufs Trockne geraten war und kleinblättrige<br />

Sprosse entwickelt hatte. An diesen Sprossen entdeckte ich<br />

auch tatsächlich Gametangienstände mit jungen Archegonien, aber<br />

Antheridienstände waren nicht zu finden. Die Zweihäusigkeit der Art<br />

blieb aber auch nach diesem Fund nach wie vor ungewiss, denn es war<br />

ja möglich, dass die fraglichen Sprosse, an denen sich höchstens 6<br />

Archegonienstände befanden, noch nicht Zeit gehabt iiatten, ihre<br />

Antheridienstände hervorbrechen zu lassen. Bei C. Richardsonii<br />

treten nämhch die gleichgeschlechtigen Gametangienstände oft in<br />

einer besonderen Gruppe am Spross auf.<br />

Als ich von Konsulent A. IIüLPHERSin Skövde, Schweden, erfuhr,<br />

dass sich in seiner Sammlung eine wahrscheinlich zu C. megalophijlliim<br />

gehörende Probe mit Sporogonen befand, erbat icii sie mir von ihm<br />

zur Ansicht, da es zu erwarten war, dass sich an ihr beiderlei Geschlechtsorgane<br />

in ihrer vollen Entwicklung finden würden. Und ich<br />

täuschte mich aucli nicht, denn die Probe erwies sich als höchst aufschlussreich.<br />

Sie (die Daten lauten: Schweden, Dalsland, Kirchsp.<br />

Skållerud, Svankila, Moorgelände am Svanfjorden. 17. 7. 1919 leg.<br />

P. A. Larsson) enthielt anscheinend sterile Sprosse 15, weibliche 20<br />

und männliche 13. Fünf »Individuen» beider Geschlechter wurden<br />

genauer untersucht. Deutlich liessen sich Gametangienstände zweier


86 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />

Wachstumsperioden untersclieideii: in den apikalen Sprossteilen junge,<br />

meist nocli ungeöffnete Gametangien enthaltende Gametangienstände<br />

und weiter unten durch einen etwa 2 cm langen sterilen Sprossabschnitt<br />

getrennt, solche der älteren Wachstumsperiode mit fast ausschliesslich<br />

schon entleerten Antheridien oder geöffneten braungefärbten<br />

Archegonien, von denen einige einen Sporophyten entwickelt<br />

hatten. Die eventuellen noch älteren Perioden waren bereits so zerstört,<br />

dass sie nicht untersucht werden konnten. Die Zahl der Gametangienstände<br />

schwankte erheblich, meist waren sie jedoch an den<br />

männlichen Sprossen reichhcher vorhanden als an den weiblichen,<br />

wie es nachstehende Zusammenstellung erweist:<br />

Gametangienstände<br />

der jüngsten der nächstälte-<br />

Periode sten Periode<br />

•Pflanze Nr. 1 12 22<br />

» » 2 6 7<br />

» 1) 3 7 7<br />

)> » 4 9 0<br />

» )> 5 6 4<br />

Mittel 8 8<br />

•Pflanze Nr. 1 1 3<br />

» » 2 4 0<br />

» 3 3 4<br />

» » 4 3 4<br />

» i> 5 0 1<br />

Mittel<br />

Die Sporogone kamen an den Sprossen gewöhnlich in der Einzahl,<br />

höchstens zu drei vor.<br />

Im Sommer 1939 gelang es mir an mehreren Stellen am Vesijärvi<br />

(Ta) lebendes Material mit Gametangienständen zu sammeln. Seine<br />

nähere Untersuchung bestätigte vollauf die Ergebnisse, zu denen ich<br />

bei der Untersuchung der vorhererwähnten Larssonschen Probe<br />

gekommen war. Calliergon Richardsonii erwies sich in meinem Material<br />

ausnahmslos als autözisch.<br />

Diese Beobachtungen geben mit einer so grossen Wahrscheinlichkeit,<br />

wie es ohne Kulturversuche überhaupt möglich ist, zur<br />

I land, dass Calliergon m e g a l o p h \j 11 u m eine wahr-


Anil. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 3. 7<br />

haft (1 i ö z i s c h e (haplodiözisclie, haplohcterözische) Art<br />

ist und sich dadurch vom a u t ö z i s c Ii e n (haplomonüzisclicn,<br />

haplosynözischen) C all i er g o n R i c h a r d s o n i i<br />

unterscheidet. Beide Typen sind also in dieser Beziehung<br />

erblich verschieden. Ziehen wir auch die übrigen morphologischen<br />

Unterschiede zwischen ihnen in Betracht, desgleichen ihre verschiedene<br />

Ökologie und auch geographische Verbreitung, liegt kein Anlass<br />

vor, ihnen gegenseitig das Artrecht zu entreissen.<br />

Noch ist zu erörtern das Verhältnis des Calliergon megalophylliim<br />

zum ebenfalls diözischen C. giganteum. Obwohl sich die beiden Arten<br />

hinsichtlich ihrer Geschlechtsverhältnisse gleichen, gibt es doch andere<br />

Unterschiede. Schon mit dem blossen Auge gewahrt man eine charakteristische<br />

Differenz in der Verzweigungsweise des Sprosses: Bei C. giganteum<br />

stehen nämlich die Äste gewöhnlich viel dichter und sind vom<br />

Abb. 1. Calliergon giganteum (links) und C. megalophylliim (rechts) aus einem<br />

halbsubmersen Mischbestand im Sublitoral des Sees Kolmanjärvi in Joroinen<br />

(Sb). - Nat. Gr.


8 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />

Hauptstamin deutlicher differenziert als bei C. megalophyllum, die<br />

Blätter sind an den Ästen oft viel kleiner als am Ilauptspross und<br />

bemerkenswert schmal. Der Blattnerv ist auch bei C. giganteiim im<br />

allgemeinen kräftiger und deutlich dick bis zur Blattspitze reichend.<br />

Bei C. giganteiim stehen die Blattspitzen in der Endknospe des Sprosses<br />

gewöhnlich ein wenig lockerer, wodurch die Sprossspitze nicht<br />

jenen glattrunden »pungens)>-Iiabitus wie oft bei C. megalophijlliim<br />

zeigt. Doch ist zu bemerken, dass auch C. giganteiim submerse grossblättrige<br />

Formen zu erzeugen vermag, bei denen, obwohl sie durch<br />

den Blattnerv und die grössere Breite der Blattflügelzellengruppe<br />

kenntlicli sind, die trennenden Merkmale gegenüber C. megalophijlliim<br />

undeutlich, wörtlich »verwaschen» sind.<br />

Trotzdem ich über die Verschiedenheit von Calliergon giganteiim<br />

und C. megalophijlliim überzeugt war, wollte ich jedoch noch einen<br />

endgültig sicheren Beweis über die Richtigkeit dieser Auffassung erhalten.<br />

Der vorgenannte kleine Versuch sprach allerdings schon dafür,<br />

wie aber bereits erwähnt, konnte er wegen seiner Kürze nicht als bindend<br />

betrachtet werden. Deshalb versuchte ich im Sommer 1939 eine<br />

Stelle 2U finden, wo die beiden Arten schon lange in Mischbeständen<br />

beieinander gewachsen waren. Eine solche Stelle fand sich schliesslich<br />

am Ufer des Sees Kolmanjärvi in Joroinen (Sb). Beide Arten wuchsen<br />

hier durcheinander zusammen mit Scorpidiiim scorpioides (dominierend),<br />

Drepanodadus Sendtneri und D. tiindrae ^ im Schachtelhalmbestand<br />

des seichten Uferwassers. Alle vorgenannten Unterscheidungsmerkmale:<br />

die Verzweigungsweise, der Blattbau etc. waren in<br />

voller Ausbildung festzustellen und die Arten daher überaus leicht<br />

voneinander unterscheidbar. In dieser Weise war also mit völlig bindender<br />

Sicherheit die Beobachtung MIKUTOWICZ' (1918, vgl. auch<br />

TUOMIKOSKI 1937, p. 40) über die Versciiiedenheit der Arten auch<br />

unter gleichen Standortsbedingungen wiederholt worden und festgestellt,<br />

dass Calliergon megalophyllum sich von<br />

C. g i g a n t e 11 m noch d e u 11 i' c h e r unterscheidet<br />

als von C. R i c h a r d s o n i i, und dass nichts uns dazu recht-<br />

^ Drepanodadus tundrae (Arnell apud Lindberg & Arnell) Loeske ist eine in<br />

Fennoskandien, Ostbaltikuni, Ostpreussen, Sibirien und Nordamerika heimische<br />

Art, die gegen die Auffassung der meisten heutigen Forsclier m.E. von<br />

D. exannulatus s.str. getrennt zu halten ist.


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 9<br />

fertigt, die beiden erstgenannten Arten zu einer geineinsamen Kollektivart<br />

zu vereinigen.<br />

Calliergon megalophijlliini kenne ich aus Ostfennoskandien von folgenden<br />

Fundorten:<br />

Al: Sund, Övre Viken (G. Gedercreutz 1939). - Ab: Maaria, Kärsämäki, cp<br />

im Wasser eines kleinen Weiliers (A. V. Auer 1937). Lohja, Ojamo, Seeufer<br />

(S. O. Lindberg 1877); Humppila, »Carex acu/a-Formation», im Wasser (C. E.<br />

Boldt 1891), »Carex ampullacea-Formniion» (ebenso); Hormajärvi, Jantoniemi,<br />

Lampilahti (ders. 1892). Karjalohja, Tallnäs-Pellonkylä, am See (ders. 1891).<br />

- N: Tuusula, Saksa (V. F. Brotherus 1871); Südspitze des Sees Tuusulanjärvi,<br />

im Verlandungsweissmoor des Seeufers (R. Tuomikoski 1936). Askola, Monninkylä,<br />

im Bach beim Felsen Haukkasten kallio (T. Tynni 1935). Porvoo, »Maren»<br />

(E. Iläyrén 1921). - Ka: Hamina, Kirkkojärvi, unter den dominierenden Arten<br />

eines Verlandungsmoores mit Phragmites (R. Tuomikoski 1936); Mullinkoski, am<br />

Strom (ebenso). - Ik: Valkjärvi, im See Valkjärvi in O.s m tiefem Wasser<br />

(II. Lindberg 1895). - St: Ylöjärvi, Pengonpohja, auf dem Ufersand (angeschwemmt?)<br />

(A.A.Sola 1905). Tyrvää, Vangimusjärvi, »in aqua circa 4-pollicari»<br />

(Ilj. Hjelt 1882). Kiikoinen? (Th. Simming 1859). Oripää, Myliylähde,<br />

im Verlandungsweissmoor eines Quellenweihers (R. Tuomikoski 1935).- Ta:<br />

Vesilahti, Kaltsilanjärvi, am schlammigen Ufer des Sees (N. Söyrinki 1932).<br />

Vanaja, in einer Wassergrube beim Gute Kattis (O. Collin 1880). Koski<br />

(? 1862). Lempäälä, im Kanal (»ruotsin» kanava; B. Malmio 1907). Hollola,<br />

Vesijärvi, mehrerorts im seichten Uferwasser geschützter Buchten (T. Levanto<br />

1936 - 39, R. Tuomikoski 1938,1939). Asikkala, Päijänne, Äeslaiiti (R. Tuomikoski<br />

1939). Sysmä, xMajuvesi, Ihananiemi, im seichten Wasser (L. Maristo<br />

1938). - Sa: Landgem. Mikkeli, Saimaa, Kivisilta, an der Wasserlinie; Porrassalmi,<br />

Pellosniemi; Pitkäjärvi; Syysjärvi (R. Tuomikoski 1937). - A7: Hiitola,<br />

Vavoja (J.Linden 1888). Suistamo, Jänisjärvi (V.F.Brotherus 1876).<br />

- Koi: Mandroga (Fr. Elfving 1875). - Tb: Uurainen, Uuraisjärvi, im 2 m<br />

Tiefe cp (L. Maristo 1937). Äänekoski, Keitele (P. V. Sirkka). Laukaa<br />

(V. I'^. Brotherus 1869). - Sb: Joroinen, Jokijärvi, Schachtelhalmbestand am<br />

Ufer; Kolmanjärvi, ebenso (R. Tuomikoski 1939). Kirchsp. Kuopio, Puutossalmi,<br />

Kuhastenlampi, im dichten Röhricht auf dem Schlickboden des<br />

Weihers in 50 cm Tiefe (A. Vaarama 1932); Riistavesi, Huttulansaari, Saarenlahti,<br />

am Seegrund (K. Linkola 1909). Iisalmi (M. Brenner 1864, J. Sahlberg<br />

1878). - Kb: Suojärvi, Hyrsylänjärvi, im Röhrichtbestand des Seeufers;<br />

Hyrsylä, in einer Moorgrube; Kaivoinen (R. Tuomikoski 1939). Tuupovaara,<br />

Kinnasjärvi; Sonkajanrannanjärvi (ders. 1940). - Om: Lappajärvi, Harju, in<br />

einem Torfausstich; Ähtävänjoki, Perälänlampi (A. L. Backman 1903). -<br />

Ob: Alatornio, Martimojärvi, im Seggenbestand des Ufers dicht an der Wasser- •<br />

linie (A. V. Auer 1937), Ylitornio, Vähä Lohijärvi, in O.s - 1 m Tiefe (L. Maristo<br />

1938). Rovaniemi, Jaatila, Suolijärvi, am Seegrund nahe beim Ufer<br />

(A. V. Auer 1935). - Ks: Posio, Posionjärvi, in 0.5-2 m Tiefe (L. Maristo 1937).<br />

Kuusamo, Saapunkijärvi, in 3.5 m Tiefe; Paanajärvi, am W-Ende des Sees<br />

(ebenso). - Lk: Muonio, Äkäsjärvi, in 1.3-2 m Tiefe (L. Maristo 1937).


10 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />

Ausserdem erwähnen melirere unserer Seenforscher »Calliergon<br />

(jiganteiinn aus verschiedenen Seen in Süd- und Mittelfinnland, so<br />

HULKKONEN (1927, p. ÖO) aus der verlandenden Bucht Tuhkalampi<br />

bei der Stadt Sortavala (Kl), INGMAN (1930, p. 170) aus dem See Savijärvi<br />

in Nummi (Ab), LEVANTO (1936, p. 171) aus dem See Vesijärvi<br />

(Ta), MARISTO (1935, p. 24) aus der Bucht Aitolahti im See Näsijärvi<br />

(Ta), METSO (1936, p. 7 nebst Tab.) aus mehreren Kleingewässern<br />

in Konnevesi (Tb), PANTSAR (1933, p. 110) und POHJALA (1933, p. 85)<br />

aus dem Äyräpäänjärvi (Ik), REINIKAINEN (1935) aus der Gegend von<br />

Kuopio (Sb) und schliesslich VAHERI (1932, p. 16) aus dem See Jyväsjärvi<br />

(Tb). Mehrere von diesen beschreiben Calliergon-Bestände. von<br />

nicht geringer Ausdehnung. Es ist zu glauben, dass es sich hierbei in<br />

den meisten Fällen eben um C. inegalophyllum handelt, obzwar mir,<br />

abgesehen von ein paar Ausnalimen, keine Proben vorgelegen liaben.<br />

Culliergon megalophijlhim ist eine typische Wasserpflanze, und<br />

zwar in nocli lioherem Grade als unsere anderen Calliergon-Arten.<br />

MIKUTOWICZ (1918) beschreibt ihre Standorte folgendermassen: »Sie<br />

wächst nur in versumpften Mündungen kleiner Bäche in Seen . . .<br />

oder in ganz versumpften resp. vermoorten Bächen auf ausgedehnten<br />

Grünmooren ... an Stellen also, die mit dem Boot garnicht und zu<br />

Fuss nur mit Gefahr des Versinkens und bis an die Hüften durch<br />

Schlamm und limnetische Vegetation watend zu erreichen sind. Es<br />

sind Standortsverhältnisse, wie sie Elodea, Ilydrocliaris und Glijceria<br />

bevorzugen.» OZOLINA (1931, p. 13) schildert das Auftreten der Art<br />

im Usma-See: »Bildet im Wasser sclnvimmende Rasen . . . zwischen<br />

den gleichfalls schwimmenden Phragmiies communis- und Tijpha<br />

(ingiisiifolia -Beständen . . . und zwisciien Eqiüseiiim hcicocharis»;<br />

ferner begegnet man nach ihr (p. 35) der Art an »Verlandungsstellen,<br />

im Magnocaricetum, an schlammigen Buchten; sumpfige Wiesen ...»<br />

und (p. 46) ». . , . in Lücken zwischen den Carex siricta-Höschen.»<br />

Nach VAARAMA (1938, p. 198) bildet die Art im Kallavesi »entweder<br />

reine, kräftig entwickelte Bestände ... oder auch tritt sie als Beimischung<br />

in anderen Wassermoosbeständen auf . . . Die Vorkommnisse<br />

liegen durchgehends im oberen Sublitoral im Tiefenbereich von<br />

10 - 100 cm geschützt von mehr oder minder dichten Luftblattkrautgesellschaften<br />

.. . Reine Artbestände können selbst 100 %ige Deckung<br />

erreichen.» LEVANTO (1940, p. 8) führt von dem See Vesijärvi an:<br />

». ... befindet sich auf der Innenseite des Phragmiies-Cjürlch auf einer


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 11<br />

Tiefe von ungefähr 10 - 100 cm ein Gürtel, in welchem der Schilf<br />

oder der Schachtelhalm fehlt; der Boden wird vollständig von Elodea<br />

canadensis oder Calliergon megaloplujllum bedeckt.»<br />

Ähnlich sind auch die Beschreibungen der »Calliergon giganleunn-<br />

Bestände unserer Seen l)ei manchen anderen unserer Seenforscher.<br />

METSO (I.e.) gibt die Art von der Wasseroberfläche bis zur Tiefe<br />

von 2 - 3 m am Seegrund wachsend an, INGMAN (I.e.) von 25-35<br />

cm l)is über 100 cm. In dem von PANTSAR und POHJALA untersuchten<br />

See Äyräpäänjärvi trat die Art in einer Tiefe von 10-50 cm auf,<br />

bildete aber die dichtesten reinen Bestände im Tiefenbereich von<br />

25-35 cm. MARLSTO erhielt die Art mit der Dredsche aus mehr als<br />

2 m Tiefe. METSO gibt als pH-Wert des Wassers an den Standorten<br />

der Art (»C. gigantewn») zu etwa 6.5 an, AriNis und LÄcis zu 7.2 - 7.8,<br />

und REINIKAINEN (1935, Tabelle) hat »C. giganteiinn in Gewässern<br />

angetroffen, deren pH G.s - 7.3 betrug. HULKKONEN (I.e.) macht<br />

interessante Angaben über die Konkurrenzfähigkeit des »Amblijstegiiim<br />

giganteum» gegenüber den Phanerogamen, leider ist aber nicht<br />

zu schliessen, um welche Art es sich handelt.<br />

Meine eigenen Beobachtungen bringen in das obige nichts wesentlich<br />

neues. Wir können sagen, dass man der Art in dichteren Beständen<br />

am sichersten in mehr oder minder eutrophen, weichgründigen<br />

und seichten Ufergewässern begegnet. Obwohl ihre Massenvorkommnisse<br />

meistens anscheinend für einebeträchtliche Eutrophie des Standorts<br />

zeugen (vgl. REINIKAINEN op.C., p. 21), hat mau sich zu erinnern,<br />

dass die Art wohl auch in saureren Gewässern zu finden ist (in der<br />

Tabelle bei METSO tritt »C. giganteum» noch in der Gruppe der »sauersten<br />

braunen Gewässer» auf, ob aber wirklich C. megaloplujllum'?). Ihre<br />

charakteristischen Begleitarten unter den Moosen sind mich meinen<br />

Beobachtungen Drepanocladus Sendtncri und Scorpidium scorpioides,<br />

doch auch Drepanocladus iundrae nebst anderen Formen der Kollektivart<br />

D. exannulatus, Fontinalis lujpnoides, Drepanocladus aduncus,<br />

seltener Acrocladium cuspidatum, Calliergon giganteum, Ricciocarpus<br />

natans, Drepanocladus capillifolius u.a.<br />

Calliergon megaloplujllum wird sich in unseren Seen und warum<br />

nicht auch in ruhigen I'Iussgewässern, Moorgruben, Weihern u.dgl.m.<br />

sicher als gar häufig erweisen. Die Art scheint stehende, siciierlich<br />

sauerstoffarme und durch Zersetzungsprodukte verunreinigte Gewässer<br />

besser zu ertragen als C. giganteum. An einigen Moorgruben habe


12 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />

ich C. giganteiim bis an den Wasserrand, nicht aber in das Wasser<br />

selbst gehen sehen, wo wiederum C. megalophyllum submers auftrat.<br />

Auch sonst glaube ich, dass C. giganteiim verhältnismässig selten in<br />

grossen untergetauchten Beständen zu finden ist und dann für fliessendes,<br />

oft Quellenwasser zeugt.<br />

Calliergon megalophijllum ist vorläufig nicht in reichlicherer Menge<br />

in Nordfinnland angetroffen worden. Zum Teil kommt dies von der<br />

Unzulänglichkeit des Materials aus jenen Gegenden, hat ja LOHAM-<br />

MAR die Art als einen häufigen Bewohner der Seen in Norrbotten<br />

gefunden und ist sie ja in Europa wahrscheinlich eine nordische Art.<br />

In Anbetracht der im allgemeinen weitumfassenden Verbreitung der<br />

Wasserpflanzen ist zu erwarten, dass die Art noch an vielen Orten<br />

auch in Nordfinnland zu finden sein wird, ist sie ja in Sibirien selbst<br />

so weit nördlich wie im Tundragebiet von Nikandrowskij ostrov<br />

(70° 20' n.Br.) angetroffen worden.<br />

Wie alt die Art als Bürger unserer Moosflora ist, lässt sich natürlich<br />

nur mit Schwierigkeit schliessen; aus den Torfschichten, die uns in<br />

dieser Hinsicht Aufschluss geben könnten, sind bei uns noch sehr<br />

wenig Moose bestimmt worden. In einigen von der Ancylusj)eriode<br />

stammenden Schichtproben, die ich von Dozent Dr. A. L. BACKMAN<br />

zur Ansicht erhielt, ist mir die Feststellung der Art gelungen. Die<br />

gleichen Proben enthielten auch Reste jener bekannten und interessanten<br />

anspruchsvollen Wasser- und Sumpfpflanzen, die ehemals<br />

weiter als heute gegen den Norden verbreitet waren. Diese Torfproben,<br />

in denen C. megalophyllum auftrat, sind grösstenteils aus Mittel-<br />

Pohjanmaa, und zwar stammen sie von folgenden Orten:<br />

Oin: Kärsämäki, Staatsforst Onkilampi (in der Probe u.a. Carex pseudocyperus,<br />

Ceratophyllum demersum, Myriophyllum spicaturn). Haapajärvi, Sikoneva<br />

[Ceratophyllum, Myriophyllum); Po])']o\a. [Carex pseudocyperus, Lycopus)\<br />

Nuottijärvi [Carex pseudocyperus, Lycopus, Rumex hydrolapathum). Pyhäjärvi,<br />

Staatsforst Selkäinjärvi, Hoikkaneva [Carex pseudocyperus nebst anderen);<br />

Staatsforst Kärsätnäjärvi, nahe beim Teich Viitalampi [Lycopus, Carex<br />

pseudocyperus?). Toholampi, Takkulampi,' nicht weit von der Grenze zum<br />

Kirchsp. Kannus [Lycopus). - Tb-. Kinnula, Moor Haavikkoniemen suo (vgl.<br />

BACKMAN 1934, p. 30).<br />

Wir können annehmen, dass in den derzeitigen Seen und sicher<br />

wohl auch in den zahlreichen Buchten des Ancylussees selbst unsere<br />

Art mindestens ebenso häufig und reichlich als heute auftrat. Es<br />

dürfte auch kaum zu gewagt sein, jenem grossen Binnensee eine


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 13<br />

anselmliche Bedeutung für die Ausbreitung der Art über ihr jetziges<br />

Gebiet zuzuschreiben.<br />

Über die Gesamtverbreitung von Calliergon megalophijlliim sind<br />

die Angaben vorläufig noch sehr mangelhaft. Man kennt die Art aus<br />

drei Seen (Bal)it, Lobe und Usma) und von ein paar Moorgebieten<br />

in Lettland. In Fennoskandien nimmt die Art nach JENSEN (1939,<br />

p. 150) im Osten und im Binnenlande Schwedens gegen Norden zu<br />

und soll in Norwegen an einigen Orten in Buskerud, Opland und<br />

in Tromsö angetroffen worden sein. Audi ist die Art nach hier<br />

vorliegenden Proben in Nordrussland und in Sibirien gesammelt<br />

worden. Ob die von WARNSTORF (1914, p. 251) erwähnte C. gigariteiim<br />

var. laxifoliiim aus dem Moskauer Gouvernement möglicherweise<br />

in den Kreis dieser Art gehört, ist in Ermanglung der Proben<br />

unentschieden geblieben.<br />

Es könnte vielleicht begründet sein, (mit Ausnahme der von<br />

MIKUTOWICZ in der »Bryotheca Baltica» n:ri Ml, 141 a und 141 b<br />

veröffentlichten) die wenigen ausserfinnischen Fundorte aufzuzählen,<br />

von denen mir Proben vorgelegen haben:<br />

Norwegen: Buskerud, Hönefoss.in Sümpfen, N. Bryhn 1901 (E. BAUER,<br />

Musci Europaei exsiccati, n:o 637, als C. Richardsonii var. jluitans Bryhn f. turgescens<br />

Brylin, und n:o 638, als Ilypnurn Richardsonii var. pungens var. nova).<br />

Sonstige Angaben ül)er das Auftreten der Art in Norwegen sind unkontrolliert.<br />

Seh w eden: Dalsland. Ånirnskog, heim Hafen von Vinga, G. Ilellsing<br />

1915 (als Amhhjstegium Richardsonii). Skållerud, Svankila, Moor am Svanfjorden,<br />

P. A. Larsson 1919. - Östergötland. Linköping, E. Adlerz 1881 (als Aniblysiegiurn<br />

giganteum). - Närke. Örebro, in einem Sumpf, T.Svedberg 1902<br />

(als Ilypnurn giganteum). - Uppland. Stockholm, bei Uggelviken, im Sumpf,<br />

S. O. Lindberg 1863 (als Ilypnurn giganteum grandijolium). - Värmland. Tveta,<br />

Mossvik, im See, 11. A. Fröding 1925. Sunne, Arneby, am See Fryken, II. A.<br />

Fröding 1910.<br />

U S S R: Moskau, Altwasser der Moskwa in Ssrebrainii Bor bei Ghoronhowo,<br />

E. Zickendraht 1890 (als Hypnum Breidleri, lockere Form). - Rossia bor. or.,<br />

Zameschnaja, im See, A. Osw. Kihlman 1891 (als Calliergon giganteum). - Tobolsk,<br />

am Flusse Kasym, R. Polde 1913. - Jeniseisk, Dudinka, in Tümpeln;<br />

Nikandrovskij cstrov, in Pfützen, II.W. Arnell 1876 (ah Arnblystegiurn Richardsonii<br />

var. robustum). - Jakutsk, Bassin dos Tjugjunja-FIusses, Eren-Kjol, R. L<br />

Abolin 1912. - Transbaikalien, Kreis Nertschinskii Savod, Wassersclieide zw.<br />

Schilka und Tschern. Urjum, an der IMündung des Schuljginaja-Flusses, N. V.<br />

Blagoveschtschenski & II. I. Poplovskaja 1909.<br />

Diese allerdings mangelhaften Verbreitungsangaben geben Anlass<br />

zur Annahme, dass die Art in ihrer Verbreitung faktisch nordisch-


14 R. Tuomikoski, Calliergon incgalophyHuin und Drepanocladus . . .<br />

kontinental ist und in Mitteleuropa feiilt, wo sie doch kaum hätte<br />

übersehen werden können. Es ist zu erwarten, dass sie noch z.B. in den<br />

ostpreussischen Seen angetroffen wird. Über das eventuelle Vorkommen<br />

der Art in Nordamerika wissen wir vorläufig nichts.<br />

Drepanocladus capillifoliiis (Warnst.) Warnst.<br />

Die Gattung Drepanocladus gehört allbekannt zu den kritischten<br />

Laubmoosgattungen, deren europäische Arten trotz zahlreicher Spezialstudien<br />

(LOESKE 1907; MÖNKEMEYER 1906, 1909, 1914 und 1927;<br />

RENATJLD 1880, 1881, 1891, 1906, 1907 und 1909; ROTH 1909 a u.a.;<br />

SANIO 1880, 1881, 1883, 1885, 1887 und 1890; WARNSTORP 1903<br />

und 1906) auch heute noch nicht als endgültig geklärt angesehen werden<br />

können. Eine jener Arten, ül)er deren Wert die Ansichten stark<br />

auseinander gegangen sind, ist die von WARXSTORF i.J. 1877 unter<br />

dem Namen Hijpnum capillifoliiim beschriebene Art Drepanocladus<br />

capillifoUus (Warnst.) Warnst.<br />

Während WARNSTORF selbst und RENAULD sich der selbständigen<br />

Stellung dieser Art wohl ])ewusst waren, haben sich insbesondere<br />

MÖNKEMEYER und mit ihm LOESKE der Ansicht zugeneigt, dass Drepanocladus<br />

capillifoUus keine selbständige Art sei, sondern dass es<br />

sich um eine heterogene Gruppe ähnlicher Formen (Modifikationen?)<br />

anderer Arten, zunächst wohl D. aduncus (Iledw.) Mönkem. und<br />

D. Sendineri (Schimp.) Warnst, handle. SANIO verleiht der Art eine<br />

verhältnismässig selbständige Stellung, auch wenn er sie wohl dem<br />

D. aduncus (Hypnum aduncum Schirnperi) zuzählt; zu bemerken ist<br />

nämlich, dass seine »Arten» sehr kollektiv gefasst sind, u.a. hat<br />

D. Sendineri die gleiche Stellung (Hypnum aduncum legiiimum) erhalten<br />

wie D. capillifoUus. ROTH führt D. capillifoUus zwar wohl als<br />

eigene Art an, beschreibt sogar mehrere Varietäten derselben, bei ihm<br />

sind aber auch viele offenbar ganz zufällige Formen gleichbedeutend<br />

mit Arten, weshalb seinen Ansichten keine grosse Bedeutung beigemessen<br />

werden kann. LIMPRICHT (1898, p. 403) führt D. capillifoUus,<br />

obwohl unter Zweifel, ebenfalls als Art an. Die meisten Verfasser<br />

neuerer Florenwerke scheinen der Auktorität MÖNKEMEYERS ZU folgen<br />

und verteilen die fraglichen Formen auf sowohl D. aduncus und<br />

D. Sendineri, und zwar als D. aduncus f. capillifolia und D. Sendineri<br />

f. aristinervis (z.B. JENSEN 1923 und 1939; BROTHERUS 1923; GROUT


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 15<br />

1931). Eine Ausnahme macht DIETZOW (1938), der stark die Selbständigkeit<br />

der Art hervorgehoben hat, indem er seine Ansicht auf<br />

mehrjährige Beobachtungen in der Natur gründet.<br />

Das Studium der Drepanocladus-kTi&n ist bekanntlicii erschwert<br />

worden und wird auch lieute noch erschwert durch die grosse Modifizierbarkeit<br />

dieser Moose, und namentlich noch gerade in denjenigen<br />

Beziehungen, die als trennende Merkmale zwischen den einzelnen<br />

Arten Gebrauch gefunden haben. Mehrere submerse Formen sind<br />

auf Grund ihres abweichenden Aussehens als eigene Arten beschrieben<br />

worden, während wirkliche, aber geringfügiger wirkende genotypische<br />

Unterschiede keine genügende Wertschätzung gefunden<br />

haben. Unter Berücksichtigung der grossen Veränderlichkeit dieser<br />

Moose ist es auch durchaus verständlich, wenn man sich gegenüber<br />

vielen Drepanocladiis-Arten, und nicht minder gerade den von WARNS-<br />

TORF unterscliiedenen - und oft auch offenbar mit vollem Grunde -<br />

kritisch gestellt und sie als »Varietäten» und »Formen» von altersher<br />

bekannter Arten erklärt hat. So ist es, wie erwähnt, auch mit D. capillifoliiis<br />

gewesen, die heute in der Gefahr ist, völlig in Vergessenheit zu<br />

geraten. MÖNKEMEYER, der insbesondere gegen den Artwert von<br />

D. capillifoliiis aufgetreten ist, führt als Belege seiner eigenen Auffassung<br />

u.a. solche »Zwischenformen» an, bei denen die Blätter zum Teil<br />

typische cnpiUifoliiis-BVAtter, zum Teil wiederum typische adimciis-<br />

(bzw. Sendtneri-) Blätter sind (1906, p. 13). Ein solcher Beweis, den er<br />

allerdings nicht eingehender darbringt, wirkt im Buche gelesen tatsächlich<br />

recht überzeugend, und es ist denn auch nicht zu verwundern,<br />

wenn man sich in der letzten Zeit meist der Auffassung MÖNKE-<br />

MEYERS angeschlossen hat.<br />

Tritt man aber näher an die Sache heran, so erweist sich D. capillifoliiis<br />

als eine durchaus selbständige Art. Dass es sich bei ihm wenigstens<br />

nicht um eine durch äussere Faktoren hervorgerufene Modifikation<br />

von D. adiinciis oder 73. Sendtneri handeln kann, geht daraus hervor,<br />

dass man sie zusammen mit den beiden genannten Arten völlig<br />

durcheinander in veritablen Mischrasen antreffen kann, wo man an<br />

jedem einzelnen Spross sofort erkennen kann, zu welcher Art er gehört.<br />

Ich habe Gelegenheit gehabt, an vielen Orten (Ta\ Hollola, Vesijärvi,<br />

Petäjälahti und Vehkosaari; Kb\ Suojärvi, Hyrsylä und Kaivoinen;<br />

Sh: Joroinen, Jokijärvi) verschiedene solche Mischbestände sowohl in<br />

der freien Natur als im Mikroskop zu untersuchen. Es waren zum Teil<br />

2


16 R. Tuomikoski, Calliergon incgalophyHuin und Drepanocladus . . .<br />

Abb. 2. Drepanocladus Sendtneri (links) und ü. capillifolius<br />

(rechts) aus einem submersen Moosbestand (Fontinalis hypnoides,<br />

Calliergon rnegalophyllum, Scorpidium scorpioides) im Sublitoral<br />

der Bucht Petäjälähti im See Vesijärvi (Ta). Equisetetum,.<br />

Bodentiefe etwa 70 cm. Man beaclite bei D. capillifolius die<br />

schmäler und länger zugespitzten' Blätter, deren kräftiger<br />

Mittelnerv an den alten halbzerstörten Blättern des Stammgrundes<br />

sichtbar bleibt. - Va-<br />

Mischbestände von D. adiincus und D. capillifolius, zum Teil solche<br />

von D. Sendineri und D. capillifolius, ja auch solche Bestände traf<br />

ich an. in denen alle drei Arten beisammen wuchsen (Vesijärvi, Petäjälähti).<br />

Die Mischbestände waren zum Teil submers, zum Teil auch


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 17<br />

emers. Icli habe ausdrücklich nach den von MÖNKEMEYEB erwähnten<br />

Zwischenformen gesucht, doch ohne Resultat; jedes einzelne Individuum<br />

liess sicli stets schon mit dem blossen Auge alseine der drei<br />

Arten erkennen.<br />

Ähnliche Erfahrungen haben auch andere gehabt. DIETZOW (1938,<br />

p. 69) hebt ausdrücklich hervor, dass er oft D. capillijoliiis an gemeinsamen<br />

Standorten mit anderen Arten untersucht hat; stets ist die Art<br />

in jenen Fällen kenntlich gewesen. Mag. phil. L. MARISTO, der viel<br />

unsere Seen studiert hat, hat mir submerse D. ca pill i f alius-Proben<br />

und von den gleichen Stellen des Sees auch solche von D. adiinciis<br />

oder/). Sendlneri zur Ansicht gebracht. Desgleichen hat Dr. II. PERS-<br />

SON in dem umfangreichen Material LOHAMMARS aus schwedischen<br />

Seen die Art von mehreren Punkten zusammen mit D. adiincus und<br />

D. Sendlneri festgestellt. ARNELL SC JENSEN (1915, p. 30) erwähnen<br />

D. Sendlneri und dessen Varietät cfjpi/Zi/o/nj.s von gemeinsamen Standorten.<br />

In der Tat dürften sowohl MÖNKEMEYER als LOESKE, die sich<br />

ja dem Artwert von D. capillifalius entgegengesetzt haben, solche<br />

Mischproben zur Maud bekommen haben, ersterer iuit sogar einen<br />

derartigen Fall abgebildet (1927, p. 761, Fig. 174 a), merkwürdigerweise<br />

aber meinen sie darin nur eine Stütze für ihre eigene Auffassung<br />

gesehen zu haben. Wie das möglich ist, ist schwer zu verstehen,<br />

sofern es sich nun nicht vielleicht um was anderes als um wirkliche<br />

C(tpillilalius-Formcn, z.B. um Formen von D. aduncus oder auch<br />

1). Sendleri (f. subcapillifolia, vgl. ARNELL & JENSEN op.c., p. 28)<br />

mit lang ausgezogener Blattspitze gehandelt hat. Andererseits ist<br />

wohl zu bemerken, dass in Mischbeständen die gemeinsamen äusseren<br />

Lebensverhältnisse den verschiedenen Drepanocladiis-Arlcn ein<br />

recht gleichartiges Gepräge verleihen und sie gleiciisam einander<br />

kopieren lassen.<br />

Ausser in der Natur habe ich auch in den Sammlungen vergebens<br />

nach Zwischenformen zwischen D. capillifolius und den beiden anderen<br />

Arten gesucht. Im (iegenteil hat diese Suche wieder weitere Belege<br />

in der Form von Mischproben (z.B. eine intime Mischung von D. aduncus<br />

und D. capillifolius aus Kurkijoki, Ovaska, leg. E, Juslin 1874)<br />

hervorgebracht.<br />

Die unter der Lupe und im Mikroskop von Spross zu Spross vorgenommene<br />

Untersuchung jener Mischproben überzeugt besser als<br />

irgend anders von der Selbständigkeit der Arl. Indem die Arten wahr-


18 R. Tuomikoski, Calliergon incgalophyHuin und Drepanocladus . . .<br />

scheinlich mehrere Jahre hindurch unter den gleichen oder gleichartig<br />

wechselnden Bedingungen gewachsen sind, kann man nicht behaupten,<br />

dass die übergangslose Verschiedenheit derselben durch äussere<br />

Faktoren hervorgerufen sei. Einen besseren Versuch als diesen von<br />

der Natur selbst angeordneten, kann man sich wohl kaum noch wünschen^.<br />

Ks ist klar, dass man bei der Untersuchung der Mischproben<br />

auch die Fehicrmöglichkeiten in Betracht zu ziehen hat, die sich durch<br />

das verschiedene Alter, den eventuellen Entwicklungsgrad und die<br />

Lage des Sprosses im Rasen ebenso wie durch einen eventuellen<br />

Geschleciitsdimorphismus ergeben.<br />

Auch wenn wir also mit Stütze des oben gesagten Drepanocladiis<br />

capillifolius als sowohl von D. adimciis als von D. Sendtneri genotypisch<br />

verschieden i)etrachten, lässt sich vielleicht die Frage vorwerfen,<br />

ob sie nicht der einen oder der anderen dieser beiden Arten so<br />

nahe verwandt ist, dass sie als eine gute Varietät oder auch Unterart<br />

derselben anzusprechen sein könnte.<br />

Meines Erachtens ist jedoch D. capillifolius als eine selbständige<br />

Art zu betrachten. Man gewinnt im allgemeinen nichts damit, dass<br />

man Typen, die von einander genotypisch deutlich differieren und<br />

auch sonst in allen Beziehungen, u.a. in ihrer Verbreitung und ökolologie,<br />

wie jede andere echte Art auftreten, zu heterogenen Kollektivarten<br />

vereint. Noch weniger liegt dazu Anlass vor, wenn es sich um<br />

einen Fall wie D. capillifolius handelt, welche Art stets kenntlich ist<br />

und auch nicht desto näher mit D. aduncus oder D. Sendlncri verwandt<br />

zu sein scheint. Zwar erinnert sie in gewissen phänotypischen<br />

Beziehungen, wie z.B. durch die Ganzrandigkeit der Blätter wohl an<br />

diese Arten und besonders an D. aduncus, eine derartige Ähnlichkeit<br />

braucht aber nicht notwendig den Beweis einer nahen phylogenetischen<br />

Verwandtschaft darzustellen, wie sie allein eine Unterordnung der<br />

Art oder die Vereinigung zu einer Kollektivart rechtfertigen würde.<br />

Ausserdem ist auf dem Gebiete der Moosforschung die »Varietät»<br />

leider auch heute noch alles andere als ein klarer, wohldefinierbarer<br />

Begriff; l)ezeichnet man deshalb irgendeine Sippe als Varietät,<br />

bedeutet das, dass sie praktisch fast alles von einer Modifikation bis<br />

zur Art vertreten kann, ihr Wert wird unklar und die Arbeit, die<br />

^ Auch SAVICZ (1936, p. 540) hat sich der Miscliproben als Zeugnis der Verschiedenheit<br />

zweier Drepanocladus-Artm (D. latifolius und D. Sendtneri)<br />

bedient.


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 19<br />

man in das Studium ihrer Selbständigkeit niedergelegt liat, kommt<br />

nicht zur Geltung. Was den Unterart-Begriff betrifft, ist dieser<br />

unter den Bryologen bisher noch verhältnismässig wenig zur Anwendung<br />

gekommen, und es ist unklar, welcher Inhalt diesem Begriff<br />

eben bei Rede von den Moosen zu geben ist (olme weiteres lassen<br />

sich gleichnamige Kategorien bei den Moosen und z.B. bei den Phanerogamen<br />

nicht gleichstellen), falls er nun im bryologischen Gebrauch<br />

überhaupt notwendig erscheint.<br />

Drepanocladiis capillifoliiis ist auch für eine Drepanocladm-\ri<br />

erstaunlich variabel, wie auch schon daraus hervorgeht, dass es<br />

gelegentlich (MÖWCEMEYER) auf zwei voneinander doch recht stark<br />

abweichende Arten verteilt worden ist. Diejenigen, die die Art als<br />

eine selbständige Form betrachtet haben, haben von ihr verschiedene<br />

Typen abgetrennt, die auch ihre eigenen Benennungen erhalten<br />

haben. So finden wir bei SANIO (1885, p. GO, als Ihjpmim adimciim<br />

Scliimperi) die Formen a) capillifoliiim Warnst, mit den Subformen<br />

Warnstorfii San. und (1887 a, p. 39) silesicicum San., b) Lindhcnjii<br />

San. und c) pseiidointermediiim San. WARNSTOKF (1906,<br />

p. 1007-1008) unterscheidet: var. jalcatus Warnst., war. sqiiarrosiis<br />

Warnst., var. laxifoliiis Warnst., var. aiigustifoliiis Warnst, und var.<br />

gracilescens Warnst. Bei ROTH (1909 b, p. 212-213) begegnen wir<br />

ferner var. cavifoliiis Roth und var. dichelijrnoides Woth, weiter {V3l\,<br />

p. 30C - 308) var. Inlifoliiis Roth und var. robustiis Roth sowüe noch<br />

(1914, p. 153) var. pseudo-Sendtneri Woth. DIETZOW (1938, p. G9) führt<br />

drei Formen an: var. Warnstorfii Dietz., var. adiinciformis Dietz. und<br />

var. aristatiis (Kindb.). An Namen zur Schilderung der Variabilität<br />

der Art dürfte es mithin nicht feiilen, und es wäre zu wünschen, dass<br />

solche ohne eine gründliche Untersuchung nicht mehr hinzukämen.<br />

Ich habe mich nicht an ein genaues Studium dieser Namen und der<br />

sich hinter denselben verbergenden Phänotypen machen können. Es<br />

ist möglich, dass sich darunter auch solches befindet, das gar nicht in<br />

den Kreis der Art gehört, und ganz unmöglich ist natürlich auch<br />

nicht, dass sich künftig von der Art selbst kleinere genotypisch<br />

verschiededene Sippen unterscheiden lassen, am wahrscheinlichsten<br />

ist aber doch, dass die meisten jener Namen lediglich Ausdrücke<br />

von durch äussere Faktoren hervorgerufenen Modifikationen darstellen,<br />

die nach heute allgemein geltender Auffassung eines mit<br />

Autorenzitat versehenen Namens überhaupt kaum bedürfen.


20 R. 2\wniikoski, Calliergon megalophylluni und Drepanocladus . . .<br />

Bezeichnend für die Variabilität der Art ist, dass MÖNKEMEYER<br />

(1906, p. 14-15; 1914, p. 135; 1927, p. 760) hervorhebt, dass jedes<br />

D. adunciis in einer f. capÜlifoUa auftreten kann, und das gleiche<br />

betrifft nach ihm auch die verschiedenen D. Seiidliieri-Formen. Nach<br />

meiner Auffassung ist dies so zu äussern, dass D. capillifoliiis eine so<br />

varial)le Art darstellt, dass in ihrem Kreise fast sämtliciie den verschiedenen<br />

Phänotypen von D. adiincns und D. Sendtneri entsprechende<br />

Typen (wahrscheinlich Modifikationen) anzutreffen sind.<br />

Dies ist ja leichter verständlich und passt auch besser in die Lehre<br />

MÖNKEMEYERS und LOESKES über die »Parallelformen» als MÖNKE-<br />

MEYERS eigene verkehrte und ohne Zweifel etwas unlogische Äusserung.<br />

t<br />

Trotz seiner grossen Veränderlichkeit ist D. capillifoliiis stets<br />

am Blattnerv zu erkennen. In den übrigen Beziehungen sind die<br />

Unterschiede diagnostisch nicht so wertvoll, sondern sind lediglich<br />

»quantitativ», also hauptsächlich nur variationsstatistisch nachw^eisbar<br />

und überdies aufs höchste von äusseren Faktoren abhängig.<br />

Der Blattnerv ist bei dieser Art bekanntlich recht kräftig und reicht<br />

bis in die Blattspitze hinein, gewöhnlich auch mehr oder minder<br />

aus derselben heraustretend. Die Blattform ebenso wie die Länge<br />

der Hippe variieren i)eträchtlich. Im allgemeinen kann man sagen,<br />

dass an emers aufgewachsenen S])rossen die Blätter kürzer, deutlicher<br />

sichelförmig gekrümmt und ihre Zellen kurz (oft am Blattgrund sich<br />

der isodiametrischen Form nähernd, was der Art einen charakteristischen<br />

mikroskoi)ischen Habitus verleiht) sind, und dass der Mittelnerv,<br />

obwohl sehr kräftig, kaum viel aus der Blattspitze heraustritt.<br />

Bei manchen juvenilen verkümmerten Blättern reicht der Blattnerv<br />

nicht einmal ganz bis zur Blattspitze heran (so insbesondere an jenen<br />

kleinen, unvollständig entwickelten Blättern, denen man am Sprossgrund<br />

begegnet; sicherlich haben wir in diesen Fällen gerade jene<br />

»typischen rtf/imcn.s--Blätter» MÖNKEMEYERS vor uns), meist ist das aber<br />

der Fall oder die Blattspitze wird von der Hippe völlig ausgefüllt. Bei<br />

D. adimciis ist, wie schon HENAULD (1906, p. 92) hervorhebt, der<br />

Mittelnerv verhältnismässig schwach und erstreckt sich meist nur bis<br />

zu der Blattlänge heran unberuhend davon, ob es sich um ein<br />

kurzes emerses oder ein langes submerses Blatt handelt.<br />

Nebenbei sei erwähnt, dass unter denjenigen Modifikationen, die<br />

DANTLOV SC LADYSCHENSKAJA (1931) in ihren Kulturversuclien mit


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 21<br />

D. adimciis hervorgebracht haben, sich keine einzige befindet, bei<br />

welcher eine Verlängerung der Rippe über das Normale hinaus zu<br />

beobachten gewesen wäre.<br />

Im allgemeinen lassen sich nur bei solchen Arten, die einen vollständigen,<br />

bis zur Blattspitze reichenden Blattnerv haben, Modifikationen<br />

mit einem wirklich heraustretenden Mittelnerv erwarten;<br />

solche sind Ilijgramblystegiiim, Craioneiiriim, Drepanocladiis exanniilaliis<br />

u.a. Der lange, pfriemartig hervortretende Mittelnerv entwickelt<br />

sich bei D. capillijolim zumal bei den submersen langl)lättrigen<br />

Modifikationen, die man ganz anderen Arten zuzuschreiben<br />

geneigt wäre, träfe man nicht Sprosse an, deren unterer Teil sich<br />

im Wasser, der obere aber über der Wasseroberfläche entwickelt<br />

liat. Vielleiclit haben MÜNKEMEYEK gerade solclie Sprosse vorgelegen,<br />

denn ihr oberer Teil erinnert bei flüchtiger und nachlässiger<br />

Betrachtung tatsächlich an D. adiincm. Auch die Ausbildung<br />

des Blattgrundes weist Schwankungen auf, weicht aber dennoch vom<br />

Typus des D. adunciis und noch mehr des D. Sendtneri ab; seine<br />

Beschreil)ung ist indessen niciit leicht.<br />

Drepanocladiis capillijoliiis wurde schon von LINDBERG (1901,<br />

p. 3ß) und WARNSTORF (1903, p. 411) aus Finnland festgestellt. Dr.<br />

II. LINDBERG hat mir die Bemerkung geäussert, dass es sich seiner<br />

Ansicht nach wirklich um eine gute Art zu handeln scheint. Der<br />

gleichen Ansicht ist auch Dr. H. BUCH, der die Art in Lappee (Sa)<br />

gesanmielt hat. Seitdem ist die Art bei uns unbeachtet geblieben; bei<br />

BROTHERUS (1923, p. 184) tritt sie gemäss MÜNKEP:MYER als D. Sendtneri<br />

f. capillifolia auf und wird von insgesamt drei Orten in Finnland<br />

angegeben. Obwohl ich die Art von mehreren neuen Fundorten habe<br />

feststellen können, ist ihre Verbreitung bei uns noch als sehr unzulänglich<br />

bekannt zu betrachten. Von folgenden Orten haben mir Proben<br />

vorgelegen:<br />

Al. Saltvik, Borgboda träsk (J. O. Boiiianssori I8G6, als 1). fluitans); Fremrnanby<br />

(ders. 1879, als D. Kneif f ii); Kvarnbo (ders. 1864, als I). fluitatis)\<br />

Kvarnbo, Ploglandet (II. Rancken 1905). Siind, Övre Viken luul Nedre Viken<br />

(C. Cedercreutz 1939). - Ah\ Parainen, Piukala (V. F. Brotlierus 1912, al:^<br />

D. aduncus var. pohjcarpus f. capillifolius-, A. V. Auer 1935, als I). Sendtneri)]<br />

Skräbböle (Suonia Valle 1935, als D. Sendtneri var. IFtYsonti); Mustf inn träsk<br />

(L. Maristo 1937). Lohja, Jalassaari, Inars, »Hochstannnformation» ani l^fer<br />

(G. E. Boldt 1894). - Ka: Räisälä, Salokylä, auf feuchter Uferwiese des Flusses<br />

Vuoksi (H.Lindberg 1897); Gehöft Räisälä (J. Linden 1888, als D.fhd-


22 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />

tans). - Ta: Hollola, Vesijärvi, Petäjälahti und Vehkosaari (R. Tuomikoski<br />

1939). Padasjoki (J. F. Norrlin 1866, als D. Kneiffii var.). Tyrväntö, Tykölänjärvi<br />

(K. Linkola 1932, als D. Sendtneri f. capillifolia). Hauho, Jokijärvi<br />

(ders. 1932). - Sa: Lappee, Hanhijärvi, feuchte Wiese (H. Uuch 1905). Mikkeli,<br />

Porrassalmi, Surnunlampi (R. Tuomikoski 1939). - Kl: Kurkijoki, Ovaska<br />

(E. Juslin 1874, als D. aduncus). Sortavala, Kuokkajärvi (L. Maristo 1938),<br />

Ruskeala, Vahvajärvi (ebenso). - Koh Vosnessenje (Fr. Elfving 1875, als<br />

D. Sendtneri). - Oa: Björkö (Th. Simming, als D. aduncus). - Sb-, Joroinen,<br />

Jokijärvi (R. Tuomikoski 1939). - Kb: Suojärvi, Hyrsylä, in einer Braunmoorgrube<br />

und am Ufer des Sees Hyrsylänjärvi (R. Tuomikoski 1939); Kaivoinen<br />

(ebenso). - Kon: Koselma (Th. Simming 1863, als D. Kneiffii var.). -<br />

Um: Kronoby, Åsfjärden (B. Klockars 1936). - Ob: Simo (H. Lindberg 1902).<br />

Oulu, Kiviniemi (L Leiviskä, nach BROTHERUS 1923, p. 484, nicht gesehen!).<br />

Hailuoto (M.Brenner 1864, als D.fluitans). Rovaniemi, Jaatikanlampi<br />

(ders. 1864). - Lk: Muonio, Äkäsjärvi (L. Maristo 1937).<br />

Nach clem, was wir vorläufig über das Auftreten von D. capillifolius<br />

in unserem Lande wissen, scheint die Art vorwiegend in der<br />

südlichen Hälfte des Landes, und zwar meistens in verhältnismässig<br />

geringer Meereshöhe angetroffen worden zu sein. Aus den Verbreitungsangaben<br />

lässt sich schon schliessen, dass es sich um eine recht<br />

anspruchsvolle Art handelt, die gerne auf kalkhaltiger Unterlage<br />

oder wenigstens in solchen Gegenden unseres Landes auftritt, wo ein<br />

beträchtlicher Kalkgehalt des Felsgrundes oder der losen Bodenablagerungen<br />

Eutrophie hervorrufen. Hierauf deuten die Vorkommnisse<br />

der Art auf Ahvenanmaa, in Parainen (hier u.a. in den Wassergruben<br />

der alten Kalkbrüche gesammelt). Ruskeala, Suojärvi, Lappee, Muonio<br />

u.a. In dem Material LOIIAMMARS aus schwedischen Seen erweist<br />

sich die Art nach H. PERSSON (briefl.) als die anspruchsvollste unter<br />

sämtlichen ein wenig häufigeren Arten. WARNSTORF (1906, p. 1007)<br />

gibt über das Auftreten der Art in der Mark Brandenburg an: »In<br />

kalkhaltigen Wiesengräben, Carex- und Torfsümpfen . . .». Doch ist<br />

dies nicht so zu verstehen, dass die Art etwa streng kalkfordernd<br />

wäre. Sie wird bei uns meistens submers im Uferwasser mehr oder<br />

minder eutropher Seen und Teiche bis mindestens zu einer Tiefe von<br />

2 m, ferner auf Uferwiesen sowie in Gruben und Tümpeln angetroffen.<br />

Offenbar ist es eine konkurrenzschwache Art, denn ich habe sie stets<br />

nur zurücktretend unter anderen Arten gesehen, grössere Bestände<br />

dürfte sie wohl kaum bilden können, sondern wird von ihren stärkeren<br />

Standortsgenossen (Scorpidium scorpioides, Calliergon megalophijlliim,<br />

Drepanocladus Sendtneri, D. tundrae, D. aduncus) zurück-


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 23<br />

gedrängt. Auf jene an die Anspruchsvollheit gebundene Konkurrenzschwäche<br />

der Art deutet auch der Umstand, dass sie nirgends häufig<br />

anzutreffen ist. WARNSTORF (I.E.) und DIETZOW (1938, p. 69), die<br />

wohl die Art am besten gekannt haben, heben die Seltenheit und das<br />

lokale Vorkommen derselben in ihren Untersuchungsgebieten hervor.<br />

Ein bei der Art in unserem Lande anscheinend hervortretender Zug<br />

ist der, dass sie bei uns wohl nie auf dickerem Moortorf angetroffen<br />

worden sein dürfte. DIETZOW (I.E.) macht aufmerksam auf<br />

die Abhängigkeit einiger Formen der Art von der Beschaffenheit<br />

des Mineralgrundes. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen,<br />

dass die nördlicheren Funde bei uns merkwürdigerweise<br />

meist westlich, im Bereich des Bottnischen Meerbusens liegen,<br />

während z.B. aus Kainuu und der Provinz Kuusamo bis jetzt<br />

noch überhaupt keine Funde vorliegen. Künftige Einsammlungen<br />

werden vielleicht zeigen, ob dies nur von der Unzulänglichkeit des<br />

Materials lierrührt, oder ob es sich um eine wirkliche, durch die<br />

rezenten edaphischen Verhältnisse verursachte oder gegen florengeschichtliche<br />

Gründe zu betrachtende Regelgel)undenheit handelt^.<br />

Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst Fennoskandien, das Ostbaltikum<br />

und Norddeutschland, ferner ist sie in Sibirien sowie vielerorts<br />

in den Vereinigten Staaten und Kanada angetroffen worden.<br />

Aus Norwegen dürfte die Art zuerst von BRYHN (1902, p, 20) aus<br />

Romedal (Probe von WARNSTORF geprüft) gemeldet worden sein.<br />

Auch in unseren Sammlungen befindet sich eine Probe von BRYHN<br />

vom gleichen Ort. HAGEN (1899- 1901, p. 323) erwähnt die Art so<br />

nördlich wie aus Finmarken (Kistrand).<br />

In Schweden ist die Art einigemal in der Literatur als Varietät<br />

anderer Arten zur Erwähnung gelangt (zuerst von ARNELL 188G,<br />

p. 125). II. LiNDBPmG (1901, p. 36) dürfte als erster sie als eigene Art<br />

aus Schweden gemeldet haben. Sonst ist die Art sehr wenig beachtet<br />

worden, falls man nicht die Erwähnungen ARNELLS (ARNELL SC JEN-<br />

SEN 1915, p. 30-31) über dieselbe in Betracht zieht.<br />

^ Als vorliegender Aufsalz bereits als Korrektur vorlag, erhielt ich von<br />

Mag. phil. L. MARISTO von folgenden Fundorten zusätzliches Material zur<br />

Durchsicht, das indessen niclit wesentlich auf das Verbreitungsbild der Art<br />

bei uns einzuwirken vermag:<br />

Oa: Vöyri, Kalapääträsk (L. Maristo 1936). - Ob: Rovaniemi, Narkausjärvi<br />

(ders. 1937). Ylitornio, Vähä Lohijärvi (ebenso).


24 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />

In seiner »Bryotheca Baltica» hat MIKUTOVVICZ capillifolius-Forrnen<br />

aus Estland verteilt (MALTA 1930, p. 153 - 154). Mir haben die<br />

n:ri 88 und 89 vorgelegen, die sich als D. capillifoUiis erwiesen. Selbst<br />

liabe ich die Art auf wSaaremaa (ösel) gesammelt.<br />

In Lettland hat insbesondere v. BOCK die Art von mehreren Orten<br />

gesammelt und Proben derselben an ROTH gesandt, der die Funde<br />

unter Beschreibung neuer Varietäten der Art veröffentlicht hat.<br />

BOCKS Einsammlungen sind ferner auch durch E. BAUER in seinen<br />

»Musci Europaei exsiccati» zur Veröffentlichung gelangt; die n:ri M57,<br />

M62 a, 1463 a und 14G4 habe ich gesehen und die Artzugehörigkeit zu<br />

D. capillifoliiis festgestellt.<br />

Aus Deutschland haben mir Proben meist nur von bekannten,<br />

in der Literatur behandelten Fundorten vorgelegen, wie Lyck (Sanio)<br />

und Goldap (A. Wessling), Breslau (leg. ?, 1867), Neuruppin<br />

und Wittenberge (Warnstorf). Ein Teil dieser Proben sind in Exsikkatenwerken<br />

enthalten (E. BAUER, »Musci Europaei exsiccati»,<br />

n:o 1453 b; E. PRÄGER, »Sammlung europäischer Harpidium- und<br />

Calliergon-¥ovmem, n:ri 10-15).<br />

Aus Sibirien erwähnt SANIO (1885, p. 40) die Art von einem<br />

Fundort (Jeniseisk, Antsiferova, H. W. Arnell 1876). Die Art ist<br />

dort anscheinend nicht selten, denn das Herbarium Brotherus enthält<br />

eine Menge Proben von insgesamt sieben Fundorten in verschiedenen<br />

Teilen Sibiriens:<br />

Tobolsk: Distr. Beresow, im See (ß. N. GorodkoW 1914). - Tomsk: Dislr.<br />

Narym, Moltschanowa (N. I. Kusnezow und B. X. Klopolow 1911); Jurty<br />

Kasyrbak (K. P. Onisimow 1912). - Irkutsk: Distr. Vercholensk, im See<br />

zwisclien Golovniscli und Tutur im Leaa-Tal (N. I. Kusnezow 1910); Tal des<br />

Tschikan-Fhissss bei der Mündung des Tyktit-Fhisses (ebenso). - Jakutsk:<br />

Tal des Vatoma-Flusses (F. V. Sokolow 1912). Distr. Jakutsk, beim See<br />

Tschal-Kjol an der Lena (G. I. Golenko 1912).<br />

Sämtliche Funde stammen aus der Waldregion, Die Art dürfte<br />

in Sibirien entsprechendartige Verbreitung und Standorte haben<br />

wie in Europa.<br />

Die von mir gesehenen nordamerikanischen Proben (u.a. Diclielijma<br />

longinerve, Vancouver Island, 1887, »Canadian Musci», n:o391)<br />

scheinen von den europäischen nicht abzuweichen. Leider ist der Art<br />

auch dort nicht genügende Beachtung geschenkt worden, sondern<br />

man hat sie oft als Form von Drepanocladus adiinciis oder D. Scndlneri


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 25<br />

betrachtet, weshalb es scliwer ist, sich von ihrer Verbreitung in der<br />

Neuen Welt einen Begriff zu bilden. BARNES (1897, p. 357) führt als<br />

Fundorte der Art an: »Idalio; Wasliington; Vancouver Is; British<br />

Columbia», doch hat sicli die Zahl derselben seither vermehrt. Wie<br />

erwähnt, führt GKOUT (1931) D. capillifolius nicht als eigene Art an.<br />

Auf der südliciien Hemispliäre vikariiert die ausserordentlich<br />

naheverwandte Art Drepanocladiis Barbeiji (Ren. & Card.) (Hypniim<br />

Barbeiji Ren. Sc Card.). Diese Art, die sich durch ihre robustere<br />

Tracht und stark sichelförmige, oft faltige Blätter mit vielleicht<br />

noch stärkerem Nerv kennzeichnet, im übrigen aber D. capillifolius<br />

überaus änhlich ist, habe ich unter verschiedenen Namen aus Bolivien<br />

(Mandon, Herzog), Südpatagonien (Dusén), von den Crozet-<br />

Inseln (Vanhöffer) und Kerguelen (Wertii) gesehen. Ihr zuzuordnen<br />

sind meines Erachtens Craioneuriim perplicaium (r3us.) Broth.<br />

{Hijpnum perplicaium Dus.), C. drepanocladioides Broth, und C. submersum<br />

Herz., die sicii von der Gattung Craloneurum durch das<br />

Fehlen der Paraphyllien unterscheiden.<br />

Diese beiden kennzeichnenden Arten, Drcpanocladus capillifolius<br />

von der nördlichen Hemisphäre und D. Barbeyi von der südlichen,<br />

bilden zusammen eine charakteristische, unter den anderen Drepanocladen<br />

ziemlich isoliert stehende Gruppe, die vielleicht mit ebenso<br />

guten Gründen wie die anderen von LOESKE (1907) abgetrennten<br />

Gruppen als selbständige Untergattung aufgestellt zu werden<br />

verdiente. Die Kenntnisse über die Verbreitung dieser Gruppe deuten<br />

darauf hin, dass es sich um einen bipolaren Verbreitungstypus<br />

mit Andeutungen einer Verbindung der Teilareale über die »andine<br />

Brücke» handelt.


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—»— 1881, Classification systématique de la section IIar[)idium du genre Ilypnum<br />

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—»— 1894, Section Ilarjiidium. IIUSNOT, Museologia Gallica, p. 367 - 395.<br />

Le Mans.<br />

—»— 1906 und 1907, Causerie sur les llarpidia. Rev. Bryol., 33, p. 89 - 100;<br />

34, p. 7 - 14.


28 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />

RENAULD, F., 1909, Notes siir quelques Drepanocladus (Harpidia). Ibid., 36,<br />

p. 129-138.<br />

ROTH, G., 1909 a, Übersicht über die europäischen Drepanocladen, einschliesslich<br />

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—»— 1909 b, Nachtrag zur Übersicht über die Drepanocladen. Ibid., 48,<br />

p. 212 - 214.<br />

—»— 1911, 1914, Neuere und noch weniger bekannte europäische Laubmoose<br />

Ibid., 50, p. 299 - 310; 55, p. 148 - 156.<br />

SANTO, C., 1880, Commentatio de Harpidiis europaeis inductiva. Botan. Gentralbl.,<br />

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—»— 1883, Additamentum secundum in Ilarpidiorum cognitionem. Ibid., 13,<br />

p.425 - 440.<br />

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während der schwedischen Expedition nach Sibirien im Jalire 1876<br />

gesammelt wurden. Bih. K. Svenska Vet.-Akad. llandl., 10, n:o 1,<br />

p. 1 - 62.<br />

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44.<br />

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—»— 1940, Muutamista vesiemme ja rantojemme sammalista. Luonnon<br />

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VAAUAMA, A., 1938, Wasservegetationsstudien am Grosssee Kallavesi. Ann.<br />

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—»— 1914, Zur Bryogeographie des Russischen Reiches. Hedwigia, 54, p. 22 -<br />

182.


SUOiMENKIELINEN SELOSTUS.<br />

GALLlERGON MEGALOPIIYLLUM MIKUT. JA DHEPANOCLADUS<br />

GAPILLIFOLIUS (WARNST.) WARNST. SUOMESSA.<br />

Kirjoituksessa esitellään kaksi niaassaiiime esiintyvää, vesissä ja rannoilla<br />

tavattavaa, aikaisemn)in vaillinaisesti tunnettua lehtisanirnallajia,<br />

Calliergon megalophyllum on tavallisesti pidelty kuuluvana joko lajiin<br />

C. Richardsonii tai C. giganteum, mutta on täydellä syyllä luettava omaksi<br />

itsenäiseksi lajikseen. C. Richardsoniisi^ se poikkeaa mm. kaksikotisuutensa,<br />

C. giganteumisla mm. lieikornman lehtisuonensa kautta. Laji on todellinen<br />

vesikasvi, joka esiintyy jopa suhteellisen isojakin kasvustoja muodostavana<br />

varsinkin eutrofisissa matalissa suojaisissa rantavesissä. Se on tavattu suurimmasta<br />

osasta Suomea maan pohjoisimpia osia lukuunottanuitta; muualta<br />

se tunnetaan Skandinaviasta, Latviasta, Pohjois-Venäjältä ja Pohjois-Aasiasta.<br />

Drepanocladus capillifolius on viime aikoina tavallisesti luettu lajien<br />

D. uduncus tai D. Scndtneri muodoiksi, nmtta on sekin ilmeisesti itsenäinen<br />

laji, joka poikkeaa molemmista mainituista lajeista vahvan lehdestä ulospistävän<br />

keskisuonensa puolesta. 1). capillifolius on huomattavan vaatelias<br />

vesi- ja rantasammal, jonka levinneisyysalue meillä muistuttaa edellisen lajin<br />

levinneisyysaluetta; kuitenkin on laji meillä harvinaisempi ja paikoittaisempi<br />

ollen ilmeisesti keskittynyt eutrofisimmille, usein kalkkirikkaille seuduille.<br />

Muualta laji tunnetaan Skandinaviasta, Eestistä, Latviasta, Saksasta, Siperiasta<br />

ja Pohjois-Amerikasta. Eteläisellä paMonpuoliskolla vikarioi eriltäin<br />

läheinen hiji, Drepanocladus Darbeiji.


p<br />

R


SUOMALAISKN KLÄIN- JA KASVITIETEELLISEN SEURAN VANAMON<br />

KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />

OSA 15. N:o 4.<br />

ANNALKS BOTANICI SOCIETATIS ZOOLOGICIE-BOTANIC/E FENNIC^E VANAMO<br />

TOM. 15. N:o 4.<br />

BEITRÄGE ZUR VERTIKALEN<br />

VERBREITUNG DER PHANEROGAMEN<br />

UND GEIÄSSKRYPTOGAMEN IN DEN<br />

BAYERISCHEN ALPEN<br />

NIILO SÖ Y RINKI<br />

Suomenkielinen selostus:<br />

Havaintoja siemenkasvien ja putkilosanikkaisten vertikaalisesta<br />

levinneisyydestä Baijerin Alpeilla<br />

HELSINKI 19 40


n 15 1- s I N K I 19 4 0<br />

DHUCKEREI-A.G. DER FINNISCHEN LITE H ATU lUJESEM.SC IIA FT


(A)is (lem Botaiiisclien Institut der Universität Helsinki, Finnland.)<br />

Während der Sommermonate der Jahre 193G und 1937 hatte<br />

ich die Gelegenheit, die Alpenvegetation und Flora in der Umgebung<br />

des Alpengartens am S c ii a c hen i m W e 11 e r s t e i n g e-<br />

I) i r g e (Mittelstock der bayerischen Alpen) zu studieren. Meine<br />

l^eobaciitungen, deren Bearbeifung ich bereits in Angriff genommen<br />

habe, riciiteten sich dabei in erster Linie auf die Pflanzengesellschaften<br />

und die Vermehrungsökologic der verschiedenen Pflanzenarten<br />

in der alpinen vStufe des Gebietes; daneben wurde aber auch<br />

der vertikalen Ausdehnung einzelner Phanerogamen- und Gefüsskryptogamenarten<br />

recht grosse Aufmerksamkeit geschenkt und<br />

zumal die Lage der höchsten Vorkommnisse der meisten Arten<br />

möglichst genau festgestellt. Ein Vergleich mit den früher aus<br />

Bayern veröffentlichten diesbezüglichen Beobachtungen ergab,<br />

dass eine überraschend grosse Zahl bayerischer Gefässpflanzenarten<br />

gerade im Schachengebiet ihre - wenigstens heute bekannte - Höchstgrenze<br />

erreicht.<br />

Die vertikale Verbreitung der Pflanzenarten ist schon lange in<br />

Bayern, wie in allen Gebirgsländern, Gegenstand des wissenschaftlichen<br />

Studiums gewesen. In seinem grundlegenden, klassischen<br />

Werke »Die Vegetations-Verhältnisse Südbayerns» vom .Jahre 1851<br />

liat SKNDT.NER auch die Ilöhengrcnzen - wenn möglich sowohl die<br />

unteren als die oberen - der bayerischen Gefässpflanzenarten angegeben.<br />

Die meisten hat er selbst auf zahlreichen mühsamen Exkursionen<br />

und Gipfeltouren (vgl. Ross 1910) gemessen - eine Riesenarbeit,<br />

deren Wert wir um so besser verstehen, wenn wir uns daran<br />

erinnern, dass die von ihm ermittelten Höhengrenzen, wie PAUL<br />

(1939, S. 9) neuerdings betont hat, auch heute nocli zum grössten<br />

Teil gelten. Bei PRANTL (1881) finden wir nämlich in aller Hauptsache<br />

die SiONDTNERschen Zahlen wieder, jetzt nur die pariser Füsse<br />

in Metern umgerechnet. Und das gleiche gilt eigentlich auch für<br />

HEGT (1905), obwohl er (S. 9) angibt: »Besondere Aufmerksamkeit


2 iV. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Piianerogaiuen . . .<br />

wurde auch der Verbreitung^ der Arten in vertikaler Richtung<br />

geschenkt und zahlreiciie Höhenangaben P r a n 11 s ergänzt oder<br />

richtig gestellt.» In der Natur seihst hat HEGI nur in geringerem<br />

Masse genaue Hohenmessungen gemacht, vielmehr hat er die Höhenlagen<br />

meistens nur nach dem Augenmass geschätzt, wie ich im<br />

Schachengebiet mehrmals feststellen konnte. So berichtet er z.B.<br />

(op.c., S. 100), dass er »wenig unter dem Westgipfel der Dreithorspitze<br />

im Wettersteingebirge, 2 633 m, noch vereinzelte Exemplare<br />

von Carex ornithopodioides, Draba tommtosa und Valeriana supina»<br />

beobachtete, und später (1907) fügt er diesen noch Tlilaspi rotundifolium<br />

an. Ich fand dagegen auf dem genannten Gipfel im Sommer<br />

1937 Fcsliica rupicapnna, Cerastium latifolium, Papaver pijrenaiaim<br />

ssp. Sendtneri, Hiitchinsia alpina, Draba tonicntosa, Saxifraga<br />

aphylla und S. oppositifolia, also von den von HEGI genannten<br />

Arten nur Drahn tomeniosa; Thlaspi rotimdifoliiini beobachtete ich<br />

zusammen mit mehreren anderen Arten erst bei 2 590 m und Carex<br />

ornithopodioides bei 2 570 m; die letzten Individuen von Valeriana<br />

supina wuchsen bei 2 510.m. Aus vielen Beispielen im nachfolgenden<br />

Artenverzeichnis geht ebenfalls hervor, dass HEGI nur relativ<br />

selten detaillierte Höhenmessungen gemacht hat. Es ist ja natürlicii<br />

ebenfalls möglich, dass während der letzten Jahrzehnte manclie<br />

Veränderungen in der vertikalen Verbreitung der einzelnen Arten<br />

eingetreten sind, so sehr belangvoll dürften diese indessen nicht<br />

sein; dafür spricht z.B., dass schon KIENDL (SENDTNER 1854, S. 731)<br />

das oben erwähnte Papaver pijrenaicwn auf der Dreitorspitze beobachtet<br />

hat.<br />

Nach dem Erscheinen der Flora von PIIANTL finden wir in den<br />

von VOLLMANN (1901; 1907; 1910) zusammengestellten Ergänzungsheften<br />

»Neue Beobachtungen über die Phanerogamen- und Gefässkryptogamenflora<br />

von Bayern» reichlich wertvolle Angaben über<br />

die Höhengrenzen. In VOLLMANNS »Flora von Bayern» (1914 a)<br />

sind dann alle bisherigen diesbezüglichen Bo;obachtungen zusammengefasst<br />

worden, und sein Werk bedeutet aucii in dieser Hinsicht<br />

einen grossen Vorstoss im Studium der bayerischen Flora. Es ist<br />

jedoch zu bemerken, dass VOLLMANN für eine Anzahl Arten niedrigere<br />

- und nach meinen Beobachtungen zugleich weniger richtige -<br />

Höchstgrenzen angibt als SENDTNER oder PRANTL (z.B. Festuca<br />

pumila, Euphrasia salisbur


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. I-'enn. Vanamo, 15, n;o 1. 3<br />

iium, Cirsiiiin spiiiusissirnum), hei eini^Jen sind die Höhenzalilen<br />

wiederum ganz weggefallen (z.B. Petrocallis pijrcnaica, Mijosotis<br />

silvatica var. alpestris); in l)eiden Fällen kann es sich aher lediglich<br />

um Druckfehler handeln. PAUL (1930, S. 03, Fussn.) hat audi<br />

schon darauf aufmerksam gemacht, dass VOLLMANN Androsace<br />

helvetica »die am höchsten hinaufgehende Phanerogame» der l)ayerischen<br />

Alpen nennt, mit Angabe der Höchstgrenze 2 760 m, welche<br />

auf PßANTL und zuletzt auf SENDTNER (1854, S. 847; 5 700' ~ 8 500'<br />

mit der Bemerkung: »Ihr höchstes Vorkommen dürfte auf der Zugspitze<br />

seyn, auf deren Grat sie E i u s e 1 e gefunden hat») zurückgeht.<br />

Doch erwähnt VOLLMANN selbst, ebenso wie schon PRANTL,<br />

mehrere Arten aus noch grösseren Höhen: Draha toineiiiosa, Saxifraga<br />

aiidrosacea und S. aphijlla von 2 900 m, Soldanclla


4 iV. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Piianerogaiuen . . .<br />

11 ö Ii e n g r e n z e II für 13 a y e r n 1' e s t g e s t e 11 t w ii rd<br />

e n, ebenso diejenigen, welche hier zu ihrer<br />

früher angegebenen Höhe h i n a u f g e Ii e n. Die<br />

letzteren sind hier deswegen mitgenommen worden, weil aus der<br />

Literatur lange nicht bei allen Arten hervorgeht, an welcher Stelle und<br />

unter welchen Standortsverhältnissen sie ihre maximale Höhenlage<br />

erreichen. Die Messungen sind alle mittels eines kompensierten<br />

Höhenmessers ausgefüiirt worden. Als Stützpunkte dienten das Unterkunftshaus<br />

am Schachen (l 800 m), die Meiierhütte (2 37ü m)<br />

und die umliegenden Berge (Schachentorkopf 1 957.8 m, Frauenalpe<br />

2 220 m, Frauenalpkopf 2 531.7 m, Törlspitze 2 443 m, Westgipfel<br />

der Dreitorspitze 2 G33 m). In schwierigen oder irgendwie<br />

zweifelhaften Fällen wurden stets Pflanzenproben zwecks naciiheriger<br />

Prüfung eingesammelt. Bei der Bestimmung der kritischen<br />

Arten haben mir die Herren Professoren Dr. H. PAUL und Dr.<br />

KAHL SUERSENGUTII in München selir wertvolle Hilfe geleistet;<br />

es sei mir daher gestattet, ihnen hier meinen tief empfundenen<br />

Dank auszusprechen. Ebenfalls bin ich dem Direktor der Botanischen<br />

Staatsanstalten in München-Nymphenburg und des Höhenlaboratoriums<br />

am Schachen, Herrn Professor Dr. F. VON FABEK<br />

für sein freundschaftliches Entgegenkommen zum ehrerbietigsten<br />

Dank verpflichtet.<br />

In der Nomenklatur bin ich in aller Hauptsache VOLLMANX<br />

(1914 a) gefolgt. Die angegebenen Sprosslängen (-höhen) beziehen<br />

sich auf den gestreckten Spross.<br />

VERZEICHNIS DER ARTEN, BEI DENEN IM SCHACHEN-<br />

(^EBIET IHR HÖCHSTES BZW. UNTERSTES VORKOMMEN<br />

IN BAYERN FEST(iESTELi;r WURDE.<br />

IHendophyia<br />

AUiyriuin alpcslrc (Hoppe) Rylands. Die höchsten Standorte:<br />

Am I'.-Hang unterhalb des Schachenhauses im Rhododendron ferriigineum<br />

-Gebüsch bei 1 820 m; am Abstieg ins Reintal im Alniis<br />

viridis -Gebüsch l)is l 860 m (Höhe der Individuen bei l 840 -<br />

1 850 m noch bis 135 cm); am S-Hang der l^'rauenalpe im Schutze<br />

der Steine bei 2 120 m (einige 1(> cm hohe, sterile Zwergindividuen).


Aim. Bot. Soc. Zool.-Bot. Feiin. Vanamo, 15, n:o 1. 5<br />

- Nach VOLLMANN (H)M a) his 1 800 m. HEGI (1907) iieiiul die<br />

Arl unter den alpinen Arten des Schachengel)ietes, ohne jedoch<br />

die Möhengrenze anzugehen; Aihijriiun filix femina erwähnt er<br />

dagegen unter den bis 1 860 m hinaufsteigenden Arten. Es hegt<br />

aber die Vermutung nalie, dass er (He heiden Arten verwechselt<br />

hat, denn ich iiahe filix femina im Gebiet nicht l)cobachtet, und<br />

aucli VÜLLMANN hat IIEGIS Mitteihing niciit berücksichtigt, sondern<br />

tier Art für Bayern die obere Grenze von 1 KU) m gegeben.<br />

Dnjopteris robeiiiana (Moffm.) C. Ghristensen. Die höchsten<br />

Standorte: Im Gamskar am Fusse eines Stein blocks aui W-lIang<br />

bei 1 920 m; im Angerl-Loch in Felsenritzen bei 2 160 m; am S-Hang<br />

der Frauenalj)e in Spalten und Vertiefungen der Karrenfelsen bei<br />

2 180, 2 200 und 2 220 m (Höhe der Wedel am 27. Vlll. 1037 2.5-<br />

25.5 cm. Breite 1.5-9.b cm); am SK-Felshang am Fusse der Frauenalpspitze<br />

])ei 2 310 m; unterhalb der Meilerhütte am Weg zur Dreilorspilze<br />

in In^lsenritzen am SE-Hang bei 2 330 m (1.2-19 cm<br />

hoch, 1.8-7.cm breit). Die Art wurde stets nur steril beobachtet.<br />

- Nach VOLLMANN bis 1 700 m, PXIUL hat aber die Art am Feldkogel<br />

am Funtensee (Salzburger Alpen) noch bei 1 870 m beobachtet<br />

(SI'EJ^SKNOUTII 1931, S. 2). Nach HEGI (Aspidinm robcrlianuni)<br />

im Schachengebiet bis 1 600 - 1 700 m.<br />

1). maniana (Vogler) 0. Ktze. Unterhalb des Schachenhauses<br />

(im lUiodüdendnm ferrwjinenm -(iebüsch) unter einem Pinns cembra-<br />

Individuum bei 1 815 m (Höhe der Wedel bis 61 cm; fertil). - Nach<br />

VOLLMANN bis 1 ()50 m. Nach FAL'L und v. SCIIOENAU (1933, S. 52)<br />

in Berchtesgaden bis etwas über 1 700 m. Nach MEGI {Aspidinm<br />

monl(uinm) am Weg zum Schachen bis etwa 1 100 m.<br />

I). riffida (lloffm.) Underwood. Die höchsten Standorte: Am<br />

SW-Ilang am Fusse des Frauenalpkopfes im Schutze eines Steinblocks<br />

bei 2 200 m (zusammen mit Cijsloplcris monlana) und 2 230 m<br />

(ein Individuum mit wenigen, etwa 18 cm hohen Wedeln; fertil).<br />

- Nach VOLLMANN bis 2 150 m. HEGI hat die Art (Aspidinm rigidnm),<br />

jedoch ohne Höhenangabe, unter den alpinen Pflanzen des<br />

Schachengebietes erwähnt.<br />

I). spinnlosa (Müll.) O. Ktze. Die höchsten Standorte: AniS-Ilang<br />

der Frauenalpe in Vertiefungen der Karrenfelsen bei 2 200 m


6 iV. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Piianerogaiuen . . .<br />

zusammen mit Polijstichum loncliitis und P. aciileaium (wenige<br />

13-14 cm hohe Individuen, ein grosswüchsigerer Wedel war offenbar<br />

von weidenden Schafen abgebrochen worden; steril); f. monstr.<br />

erosa auf der Frauenalpe in einer Felsenvertiefung in N-Exposition<br />

bei 2 220 m (17-24 cm hoch). - Nach VOLLMANN bis 2 170 m. Nach<br />

HEGI (Aspidiiim spinulosum) im Gebiet bis 1 860 m.<br />

Polysiiclium lonchiüs (L.) Roth. Die höchsten Standorte: Am<br />

W-Hang des Hirschbiclil-Kopfes auf Felsen bis 2 140 m; im Angerl-<br />

Loch bei 2 160 m; am S-Hang der Frauenalpe auf Felsen an zwei<br />

Stellen bei 2 180 m, in Vertiefungen der Karrenfelsen bei 2 200 m<br />

(zusammen mit Polijstichum aculealiim und Dnjopteris spinulosa) und<br />

bei 2 220 m (bis 23 cm hohe, fertile Wedel); am S-Hang des Frauenalpkopfes<br />

am Fusse von Steinblocken bei 2 240 und 2 280 m (zusammen<br />

mit Polysiiclium aculeaium, Cysiopteris fragilis, C. montana<br />

und Asplenium viride); am SE-Hang der Frauenalpspitze l)ei 2 300<br />

und 2 310 m; unterhalb der Meilerhütte am Weg zur Dreitorspitze<br />

am SE-Felshang bei 2 330 m (16 - 20 cm hoch; fertil). - Nach VOLL-<br />

MANN bis 2 000 m, nach MAGNUS (1915, S. 340) in Berchtesgaden<br />

bis 2 113 m. HEGI hat die Art aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />

P. aculeaium (L.) Roth ssp. lobaium Huds. Am S-Hang der<br />

Frauenalpe in einer Karrenvertiefung bei 2 200 m zusammen mit<br />

Polijstichum lonchitis und Dnjopteris spinulosa (1 Individuum mit<br />

19 cm hohen und 3.i cm breiten Wedeln); am S-Hang des Frauenalpkopfes<br />

am Fusse eines Steinblocks bei 2 280 m zusammen mit<br />

Polysiiclium lonchitis, Cysiopteris fragilis, C. montana und Asplenium<br />

viride (1 Individuum mit 4.5-16 cm hohen und 1.8-3.4 cm<br />

breiten Wedeln; bei den kleinsten war die Spitze braun, offenbar<br />

als Folge einer Frostbeschädigung). Die Art war an beiden Stellen<br />

steril. - Nach VOLLMANN bis 1 500 m. HEGI hat die Art aus dem<br />

Gebiet nicht erwähnt.<br />

Cysiopteris fragilis (L.) Beruh. Zerstreut in Felsenritzen und<br />

im (ieröll an mehr oder minder sonnigen Hängen: am S-Hang des<br />

Frauenalpkoi)fes bis 2 290 m; auf der Frauenalpspitze bis 2 360 m.<br />

Die Höhe der Wedel betrug im Gamskar bei 1 920 m ])is 27 cm,<br />

auf der Frauenalpe in S-Exposition bei 2 200 m l)is 25 cm und<br />

unterludb der Meilerhütte am Weg zur Dreitorspitzc bei 2 340 m<br />

bis 19 cm. Noch an den höchsten Standorten fertil. - NacliVoLL-


Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 7<br />

MAN^' his 1 ()20 in. Nach PAUL und v. SCHOENAU (1933, S. 51) in<br />

Herchtesgaden his 1 700 ni. IIEGI liat die Haiiptart aus dem Gebiet<br />

iiiclil erwähnt.<br />

C. Iragilis (L.) Bernii. ssp, regia Presl. Zerstreut bis 2 100 in.<br />

Höhe der Wedel unterhalb der Meilerhütte am Weg zur Dreitorspitze<br />

am SE-IIang bei 2 310 m 3 - 13 cm (fertil), am SE-Hang der Törlsi)itze<br />

bei 2 100 m 1 - 9 cm (fertil; auch zu der Hauptart vermittelnde<br />

Formen an der Stelle) und am S-Hang des Mustersteins bei<br />

2 100 m 2.7-3.5 cm (steril). - Nach VOLLMANJJ bis 2 360 m. HEGI<br />

hat die Unterart unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt,<br />

aber keine llöheugrenze angegeben.<br />

C. molilalia (Lam.) Desv. Die höchsten Standorte: Am S-Haiig<br />

des Frauenalpk()j)fes am Fusse von Steinblöcken bei 2 210 und<br />

2 280 m (an letzterer Stelle ein Individuum zusammen mit Cijstoptcris<br />

(ragilis, Polijsiichiim lonchitis, P. aciileatum und Aspleniiim virkle).<br />

Oberhalb 2 200 m nur steril angetroffen. - Nach VOLLMANN bis<br />

2 210 m. Nach HEGI im Gei)iet bis 1 600-1 700 m.<br />

Aspleniiim viridc Huds. Ziemlich häufig in Felseiiritzen und<br />

im (ieröll: am SE-Hang der Frauenalpspitze bis 2 320 m; am SE-<br />

Hang des Frauenalpkopfes bis 2 330 m; am SE-Hang der Törlspitze<br />

bis 2 420 m (hier im Carex semperuirens -Rnsen 2.5-6 cm<br />

hoch); am SE-Hang des Westgipfels der Drei torspitze bis 2 540 m.<br />

Noch an den höchsten Standorten fertil. - Nach VOLLMANN bis<br />

2 300 m. Nach HEGI im (iebiet l)is 1 8()0 m.<br />

/I. ruta muraria L. Höchster Standort unterhalb der Meilerhütte<br />

am Weg zur Dreitorsi)itze in Felsenritzen am SE-Hang<br />

bei 2 330 m (wenige Individuen mit 3.3 - 4,7 cm hohen Wedeln;<br />

fertil). Nach VOLLMANN bis 1 959 m. Nach HEGI im Gebiet bis<br />

1 950 M.<br />

Botrijchiiim limaria (L.) Sw. Die höchsten Standorte: Am S- und<br />

W-Hang der Frauenalpe auf Felsenwiesen bei 2 190 m (einige<br />

3-6 cm hohe, fertile Individuen); am SE-Hang des Frauenalpsattels<br />

in einer Wiesensiedlung bei 2 300 m; am SIvHang der Frauenalpspitze<br />

auf feinem Kalksciuitt bei 2 310 m; unterhalb der Meilerhütte<br />

am Weg zur Dreitorspitze an einer humusreichen Stelle am


Ami. Jiot. Soc. Zool.-Bot. I'enii. Vauaiuo, 15, n:o 1. 9<br />

wenigstens his 2 310 ni {Soldanella pzisi//«-Sciineebodensiedlung am<br />

SW-Hang des Frauenalj)kopfes; fertil). - Nach VOLLMANN L)is<br />

2 370 m. HEGI hat die Art unter den alpinen Arten des Geljietes<br />

erwähnt.<br />

Agrostis tennis Sibth. Am Teiifelsgsass auf Wiesen am W-Hang<br />

i)is 1 910 m; auf der Frauenalpe an Bachrändern und in kleinen<br />

Hachuferipoorsiedlungen am S-lIang hei 2 190, 2 210 und 2 220 m<br />

reichlich (am 27. VIII. 1937 waren die Blütenrispen völlig hervorgehrochen,<br />

das Blühen hatte aher noch nicht begonnen; Höhe der<br />

Individuen 18-26 cm), am Rande des N-Abhangs in einer humusreichen<br />

Wiesensiedlung bei 2 220 m. - Nach VOLLMANN bis 1 800 m.<br />

Nach IIEGI (Agrostis vulgaris) im Gebiet bis 1 860 m.<br />

A. alpina vScop. Auf Wiesen und Felsen zerstreut. Die höchsten<br />

Standorte: Auf der Anhöhe hinter der Frauenalps])itze in Carex<br />

firnui -Polstern bei 2 310 m; am Scheitel des Frauenalpkopfes auf<br />

Felsen bei 2 350 m; am SE-Hang der Törlspitze in Carex firma-linsen<br />

bei 2 120 m (ziemlich reichlich, auch hier nocli fertil). - Nach VOLL-<br />

MANN bis 2 110 m. Von MEGI unter den alpinen Arten des (iel)ietes<br />

erwähnt.<br />

A. rnijestris All. Auf Wiesen verbreitet l)is 2 310 m (SW-lIang<br />

des Frauenalpkopfes; schön entwickelle I»asen, fertil). - Nach VOLL-<br />

MANN bis 2 300 m. Von IIP:GI unter den alpinen Arten des (iebietes<br />

erwähnt.<br />

Calaniagrostis Daria (Schrad.) Host. Steigt in den Pinns monlana-<br />

(iebüschen bis 2 010 m (am NW-Hang der Schacheni)latLe am Weg<br />

zur Meilerhütte; einige sterile Sprosse). - Nach VOLLMANN bis 2 000 m.<br />

Nach IIEGI im (iebiet bis 1 860 m.<br />

Deschampsia caespitosa (L.) IMi. Auf der Frauenalpe oft massenlud't<br />

an Bachrändern und in feuchten Vertiefungen der Haibler<br />

Schichten bei 2 200-2 220 m; die letzten Siedlungen am S-llang<br />

des Frauenalpkopfes am Bachufer bei 2 300 m (vereinzelt noch in<br />

einer Soldanella />IMI7/«-Schneebodensiedlung bei 2 310 m); am<br />

Weg zur Meilerhütte in NW-Exposition bei 2 330 m (ein Individuum,<br />

die Blülenrisj)en waren am 21.VIH. 1937 hervorgebrochen, das<br />

Blühen hatte aber noch nicht begonnen); bei der Meilerhütte an<br />

der Abladestelle bei 2 37;") m (mehrere fertile Individuen). - Nach


10 N. Söyriiiki, Vertikale Verbreitung der Pluuierogaineii . . .<br />

VOLLMANN his 2 200 m. HEGI hat die Hölieiif^renzc iin (iehiet iiiclit<br />

angegehen.<br />

Trisetum flavescens (L.) P.B. Bei der Meilerhütte an der Abladestelle<br />

hei 2 375 m (einige Indiviciuen, am 30. VIII. 1937 waren die<br />

Blütenrispen völlig hervorgebrochen, das Blühen hatte aber noch<br />

nicht begonnen; die Höhe der Individuen mass bis 40 cm). - Nach<br />

VOLLMANN bis 2 260 m. Nacli HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />

T. distichophyllnm (Vill.) P.B. Am S-Hang des Frauenalpsattels<br />

unterhalb der Dreitorspitze im Verwitterungsgrus bis 2 290 m;<br />

an der Frauenaipspitze im Geröll und auf den Felsen am W-Hang<br />

zwischen 2 290 und 2 310 m, im Verwitterungsgrus am E-Hang<br />

bei 2 310 m, hinter dem Gipfel auf einem E-Felsen und im Verwitterungsgrus<br />

in NW-Exposition bei 2 330 m; am S-Hang der<br />

Törlspitze auf Felsen bis 2 110 m (am 22. VIII. 1937 eben im Aufblühen);<br />

am SE-IIang des Westgipfels der Dreitorspitze bis 2 610<br />

m (am 27. VIII. 1937 Blütenrispen eben in Entfaltung begriffen, das<br />

Blühen hatte aber noch nicht begonnen). Überall mehr oder minder<br />

reichlich. - Nach VOLLMANN bis 2 240 m. ANGEREK liat die Art am<br />

Hundstod (Salzburger Alpen) zwischen 2 100 und 2 300 m beobachtet<br />

(SUESSENGUTH 1934, S. 8). Nach HEGI im Gebiet nur in der<br />

Nadel (unterhalb des Hirschbichl-Kopfes, etwa bei 1 600- 1 700 m).<br />

Avena versicolor Vill. Zwischen Frauenalpkopf und Frauenalpspitze<br />

auf Humuspolstern in N-Exposition bei 2 300 m (zwei fertile<br />

Sprosse, 26 und 28 cm hoch; am 31. VIII. 1937 waren die Staubfäden<br />

noch in den Blüten eingeschlossen). - Nach VOLLMANN bis<br />

2 280 m. Schon SENDTNER (1854, S. 898) erwähnt die Art von der<br />

Frauenalpe, HEGI hat sie jedoch nicht wiedergefunden, sondern<br />

hat sie mit einem Fragezeichen versehen. Die Art kommt hier<br />

auch sehr spärlich vor, denn ausser an der erwähnten Stelle habe<br />

ich sie nur am Rande des N-Abhangs der Frauenalpe bei 2 215<br />

m (5 fertile Sprosse) beobachtet.<br />

Sesleria caerulea Scop. ssp. calcaria Öel. 13iese im Gebiet iiäufige<br />

Art steigt auf den Felsen am SE-Hang des Westgipfels der Dreitorspitze<br />

bis 2 560 m (auch hier noch fertil). - Nach VOLLMANN<br />

bis 2 480 m. HEGI hat die Höhengrenze im Gebiet nicht angegel)en.<br />

Phraymiies communis Irin. Am Weg nach Elhnau ein kleines<br />

Phragmites-Moov und einige Siedlungen am Bachufer bei 1 150 m.


Ann, Hol. Soc. Zool.-Hot. l-'onn. Vanamo, 15, n:o 1. 11<br />

- Nacii VOLLMAXN bis I 010 ni. Von IIEGI im (iebiel nicht beol)aclitet.<br />

Moliiiia cacndea (L.) Mncii. Am hL-Mang des SciiaclienLorkopfes<br />

schöne Siedlungen auf den Felsenabsätzen bis 1 875 m (fertil). -<br />

Nach VOLLMANN bis 1 700 m, PAUL (1937, S. 37) hat aber die Art<br />

in Berchtesgaden noch in 1 850 m Mühe angetroffen. Nach HEGI<br />

im Gebiet bis etwa 1 000 m.<br />

Melica montaiia lluds. (M. nutans L. z.T.). Die höchsten<br />

Standorte: x\m Abstieg ins Reintal auf den Felsenabsätzen am<br />

W-IIang bei 1 800 m; am NF-Hang unterhalb des Schachenhauses<br />

im Rhododendron Idrsuhini -Gebüsch bei 1 820 m; am E-Hang des<br />

Schachentorkopfes auf Felsenabsätzcn rasenbildend bei 1 880-<br />

1 885 m (auch hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 1 100 m.<br />

Nach HEGI im Gebiet bis etwa 1 300 - L 100 m.<br />

Briza media L. Höchster Standort am Schachenschloss bei<br />

1 870 m. - Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im Gebiet<br />

bis 1 860 m.<br />

Dactjjlis (jlomcraia L. Am IvHang des Schacheutorkopfes bis<br />

1 900 m; am Teufelsgsass einzelne Individuen bis 1 950 m (fertil).<br />

- Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />

Poa annua L. var. supina Rchb. Bei der Meilerhütte an der<br />

Abladestelle bei 2 375 m (reichlich und fertil). An natürlichen Standorten<br />

bis 2 300 ni Siedlungen l)ildend (am S-Hang des Frauenalpkopfes<br />

in einem Schneetälchen). - Nach VOLLMANN bis 2 377 m.<br />

HEGI hat die Ilöhengrenze im (lebiet nicht angegeben.<br />

P. minor Gaud. Im (ieröll und auf Felsen verbreitet bis<br />

2 610 m (E-Hang des Westgipfels der Dreitorspitze; auch hier noch<br />

fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 470 m. Von HEGI unter den alpinen<br />

Arten des (lebietes erwähnt.<br />

P. Irivialis L. Unten am W-Hang des Teufelsgsass am Bachufer<br />

bei 1 860 m; am NW'-Hang der Schachenplatte am Weg zur<br />

Meilerhütte bei 2 040 m; am Frauenalpsattel vor einer kleinen<br />

Felshöhle am W-Hang bei 2 220 m (eine kleine Gruppe am Lagerplatz<br />

der Schafe; auch Poa pratensis an der Stelle); bei der Meilerhütte<br />

an der Abladestelle bei 2 375 m (mehrere Individuen, auch


12 iV. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Piianerogaiuen . . .<br />

hier iiocli fertil). - Nach VOLLMANN bis 1 682 m. HEGI liat die Art<br />

aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />

P. pratensis L. Am W-Hang des Frauenalpsattels vor einer<br />

kleinen Felshöhle bei 2 220 m eine Ü.s x 3 m^ grosse Siedlung (die<br />

Blütenrispen waren am 28. VIII. 1937 hervorgebrochen, das Blühen<br />

hatte aber noch nicht begonnen; Hohe der Individuen 31 -51 cm);<br />

bei der Meilerhütte an der Abladestelle bei 2 375 m (mehrere Individuen,<br />

am 30, VIII. 1937 mit völlig hervorgebrochenen Rispen,<br />

aber noch nicht in der Blüte; Höhe der Individuen 37-49 cm). -<br />

Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />

P. lujbrida Gaud. Höchster Standort am E-Hang des Teufelsgsass<br />

bei 1 950 m (ein fertiles Individuum). - Nach VOLLMANN bis 1 950 m.<br />

HEGI hat die Art aus dem (iebiet nicht erwähnt.<br />

Fesüica nipicaprina (Hack.) Kern. Verbreitet auf Felsen bis<br />

2 630 m (Westgipfel der Dreitorspitze; auch hier noch fertil). -<br />

Nach VOLLMANN bis 2 580 m. Von HEGI unter den alpinen Arten<br />

des Gebietes erwähnt.<br />

F. piimila Vill. Auf humusreichen Felsen und Wiesen verbreitet:<br />

auf dem Frauenalpkopf bis 2 350 m; auf der Törlspitze bis 2 440 m;<br />

am SE-Hang des Westgipfcis der Dreitorspilze bis 2 580 m (auch<br />

hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 300 m, nach PRANTL aber<br />

bis 2 580 m und nach SENDTNER (1854, S. 901) bis 7 952'. HEGI hat<br />

die Art unter den alpinen Arten des Gebietes erwäimt.<br />

F. pulchella Schrad. Die höchsten Standorte: Am SI^>Hang der<br />

Frauenalpspitze in Felsenritzen bei 2 300 und 2 310 m (s{)ärlicli<br />

und steril; das letzte fertile Individuum am SW-Hang der Frauenalpe<br />

bei 2 060 m). - Nach VOLLMANN bis 2 240 m. Nach HEGI im<br />

Gebiet bis 1 800 - 1 900 m.<br />

Cobresia ßellardii (All.) Degland {Elijna Bellarilii K. Koch).<br />

Unterster Standort: Im Wang unterhalb des Schachenhauses auf<br />

einem /)rf/as-Felsen bei 1 790 m (zwei fertile Hasen von etwa 4 dm-).<br />

Der Samentransport zur Stelle kann leicht von der gleich oberhalb<br />

gelegenen Frauenalpe stattgefunden haben, wo die Art zwischen<br />

2 220 und 2 350 m (Frauenalpkopf) verbreitet ist. - Nach VOLLMANN<br />

von 2 050 bis 2 580 m. HEGI hat die Art aus dem (iebiet nicht erwähnt


Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 13<br />

(nach VoLLMAxNN ist der einzige Fundort im Mittelstock der liayerisciien<br />

Alpen der Gamsangerl am Wetterstein).<br />

Carex atralu L. ssp. ni(jra AU. Höchster Standort am SE-Felshang<br />

der T()rlsi)itze bei 2 105 m (ein Individuum, am 25. VIII. 1937<br />

mit vollentwickelten Früchten). - Nach VOLLMANN (1917, S. 30) am<br />

Linkerskopf (Allgäuer Alpen) bei 2 300 - 2 400 HL IIEGI hat C. nigra<br />

unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt, ohne die Höliengrenze<br />

anzugeben (VOLLMANN kennt die Unterart nicht vom Mittelstock<br />

der bayerischen Alpen, nach HEGI [1905, S. 11 - 15] ist sie aber dort<br />

ziemlich verbreitet).<br />

C. Verna Vill. Im Wang unterhalb des Schachenhauses auf einer<br />

kurzwüchsigen Wiese bei 1 800 m (einige Individuen, fertil). - Nach<br />

VOLLMANN bis 1 700 m. Von IIEGI aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />

C. panicea L. Am F-Hang unterhalb des Schachenhauses auf<br />

Wiesen zerstreut bis 1 830 m (fertil). - Nach VOLLMANN bis 1 620<br />

m. HEGI hat die Art aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />

C. mucronaia All. Die höchsten Standorte: Unterhalb der Meiler"<br />

hütte am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m; am<br />

SE-Ilang der Frauenalpspitze bei 2 300 und 2 320 m, oben auf<br />

dem (iipfel ])ei 2 3t)0 m (reichlich und fertil). - Nach VOLLMANN<br />

bis 2 300 m. Von IIEGI unter den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />

C. ferruginea Scoj). Höchster Standort am S-Mang der Frauenalpe<br />

auf einem Felsen bei 2 200 m (spärlicli und steril; 20 m unterhalb<br />

am 27. VIII. 1937 mit reifen Früchten). - Nach VOLLMANN<br />

bis 2 200 m. HEGI hat die Art unter den aljjinen Pflanzen des Gebietes<br />

erwähnt.<br />

C. sernperuirens Vill. Verbreitet bis 2 120 m (SE-I lang der Törlspitze;<br />

hier noch schön entwickelte, fertile Rasen auf den Felsen).<br />

- Nach VOLLMANN bis 2 370 m. Von HEGI, jedoch ohne Höhenangabe,<br />

unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

C. capillaris L. Die höchsten Standorte: An der Frauenalpspitze<br />

am SE-Verwitterungshang bei 2 310 m; auf der Anhöhe hinter der<br />

Frauenalpspitze auf einem Felsblock bei 2 330 m (mehrere fertile<br />

Individuen). - Nach VOLLMANN bis 2 300 m. Von HEGI unter den<br />

alpinen Arten des Gebietes erwähnt.


14 A'. Söijrinki, Vertikale Verhreitung der Phaiierogainen . . .<br />

C. Oederi Hetz. Steigt am NIvHaiig des Teufelsgsass in der Carex<br />

ferruginea -Wiese bis 1 880 rn (einzelne fertile Individuen). - Nach<br />

VOLLMANN i)is 1 780 m. Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />

Eriophoriirn Scheiichzeri Hoppe. Die höchsten Siedlungen auf<br />

der Frauenalpe bei 2 215 m (fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 100 m<br />

(unter den Fundorten ist jedoch auch die Frauenalpe genannt!).<br />

Von HEGI, jedoch ohne Ilöhenangabe, unter den alpinen Arten des<br />

Gebietes erwähnt.<br />

E. pohjstachijum L. Am W-Hang des Teufelsgsass in einer Callha<br />

palustris -Siedlung am Bachufer noch bei 1 865 m (Früchte am<br />

19. VIII. 1937 eben in Ausstreuung begriffen). - Nach VOLLMANN<br />

bis 1 850 m. Nacii HEGI {Eriophoriirn angiisHfolium) im Gel)iet bis<br />

1 682 m (Schachensee).<br />

Jimciis filiforinis L. Höchster Standort am SSW-Hang der<br />

Frauenalpe im Carex Goodenowii -Moor an einem Bachufer bei<br />

2 190 m (ziemlich reichlich, steril). - Nach VOLLMANN bis 1 860 m.<br />

Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />

Luziila silvaiica (Huds.) Gaud. Verbreitet bis 2 100 m (Felsenwiese<br />

am NW-Hang der Schachenplatte am Weg zur Meilerhütte;<br />

auch hier noch mehrere fertile Individuen). - Nach VOLLMANN bis<br />

2 100 m. Nacli HEGI im Gebiet bis 1 860 M.<br />

L. spadicea (All.) Lani. & DC. Steigt am S-Hang des Frauenalpkopfes<br />

l)is 2 310 m (Soldanella p«.si7/a-Schneebodensiedlung; hier<br />

mehrere sterile Individuen). - Nach VOLLMANN bis 2 270 m. Nach<br />

HEGI im Gebiet am Teufelsgsass (also nicht über 2 000 m).<br />

Polijgonaliim verticillalum (L.) All. Höchster Standort am W-Hang<br />

des Teufelsgsass auf einer Wiese zwischen Felsen bei 1 920 m (einige<br />

sterile Individuen). - Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI<br />

im (iebiet bis 1 860 m.<br />

Conuallaria majalis L. Am E-Hang ties Schachentorkopfes auf<br />

einer Gebüschwiese bei 1 870 m (mehrere sterile Individuen). -<br />

Nach VOLLMANN bis 1 780 m. Nach HEGI im Gebiet bis 1 750 m.<br />

Majanthcmum bifoliuni (L.) F. W. Schmidt. Am E-Hang unterhalb<br />

des Schachenhauses auf Moosbülten zusammen mit Rhododen-


Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, lö, n:o -1. 15<br />

liron ferriigineuni l)ei 1 820 m (einige fertile Individuen). — Nack<br />

VOLLMANN bis 1 G8Ü m. Nacli IIP:GI ini Gel)iet bis 1 600- 1 700 ni.<br />

(Ihamaeorchis alpiniis (I..) Rieh. Die liöchsten Standorte: Auf<br />

der Anliölie iiinter der l^'rauenaipspitze in Carex finna -Pohlern<br />

am S-Hang bei 2 320 m (8 fertile Individuen), auf der folgenden<br />

Anluihe am IvIIang bei 2 330 m (ein fertiles Individuum) und am<br />

SK-l Iang bei 2 310 m (ein fertiles Individuum). - Nach VÜLLMANN<br />

bis 2 270 m. I IEGI hat die Art unter den alpinen Arten des Gebietes<br />

erwähnt, ohne jedoch die Höhengrenze anzugeben.<br />

Gijnmadenia albida (L.) I^ich. Der höchste Standort am SE-Verwitlerungshang<br />

des Frauenalpkoj)fes bei 2 310 m (ein 8 cm hohes<br />

Individuum mit verkümmerten Blüten und fünf Individuen ohne<br />

Blütenstände). - Nach VOLLMANN bis 2 130 m. HEGI hat die Art<br />

aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />

IleUehorine alripurpurca (Haf.) Vollm. Am E-Mang des Schachenlorkopfes<br />

auf einer Gebüschwiese bei 1 870 m (drei fertile und ein<br />

steriles Individuum). - Nach VOLLMANX bis 1 500Sn. Nach HEGI<br />

(Hpipactis ruhiginosa) im (iebiet bis etwa 1 000 m.<br />

Listcra ovala U.Br. Am Weg ins Oberrcintal am W-IIang bei<br />

1 G80 m (einige fertile Individuen). - Nach VOLLMANN bis 1 680 m.<br />

Nacli HEGI im (iebiet bis 1 300 - L 100 m.<br />

J:, ,<br />

Dicolijledoneae<br />

Salix herbaceu L. Höchster Standort auf der Anhöhe hinter der<br />

b'rauenalps})itzc bei 2 310 m (ziemlich reichlich, fertil). - Nach<br />

VOLLMANN bis 2 313 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des<br />

(iebietes erwähnt.<br />

S. glabra Scop. Kleine sterile Zwergindividuen hier und da in<br />

ludsenritzen l)is 2 330 m (SE-Hang des Frauenalpkopfes); das<br />

letzte fertile Individuum unterhalb der Meilerhütte am Weg zur<br />

Dreilorspitze am SE-Hang bei 2 320 m (50 cm hoch; ?). - Nach<br />

VOLLMANN bis 1 980 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des<br />

Gebietes erwähnt.<br />

S. grandi j oli a Ser. Eertil bis 1915 m (S-Fels am W-Iiang des<br />

Teufelsgsass). Sterile Individuen: am W-Hang der Schachenplatte


16 A'. Söyrinki, Vertikule Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />

bei 1 990 m; am S-Haii^» der Frauenalpe auf l^Ylsen l)ei 2 080 uiul<br />

2 180 m (ein schöner, 10 cm hoher Strauch); unterhalb der Meilerhütte<br />

am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m (15 cm<br />

hoher Strauch). - Nach VOLLMANN bis 1 910 m. HEGT hat die Art<br />

unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

S. urhuscula auct. (ob L.?). Kleine vereinzelte, gewöhnlich sterile<br />

Individuen zerstreut auf Felsen und Wiesen bis 2 560 m (SK-<br />

Hang des Westgipfels der Dreitorspitze; hier 15 cm hoch mit weiblichen<br />

Kätzchen). - Nach VOLLMANN bis 2 160 m. Von HEGT unter<br />

den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

Urtiai dioeca L. Am Schachenhaus bei 1 860 m; am W-Hang<br />

des Schachentorkopfes in einer Waldlichtung bei 1 870 m; bei der<br />

Meilerhütte an der Abladestelle bei 2 375 m (mehrere Individuen,<br />

audi liier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 1 800 m. HEGT hat<br />

die Art aus dem Gebiet nicht angegeben.<br />

Polygonum vivipanim L. Häufig bis 2 570 m (SE-llang des Westgipfels<br />

der Dreitorspitze; die Bulbillen waren hier am 27. VIII. 1937<br />

ausgestreut). - Nach VOLLMANN bis 2 570 m. Von HEGI unter den<br />

alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

Silenc acaiilis L. Verbreitet bis 2 570 m (Sh:-1 lang des Westgipfels<br />

der Dreitorspitze; steril). - Nach VOLLMANN bis 2 570 m.<br />

Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

S. vulgaris (Mnch) Gcke ssp. alpina (Lam.) Thomas. Im Geröll<br />

ziemUch verbreitet. Die höchsten Standorte: Am S-I lang des Frauenalpkopfes<br />

bei 2 300 m (12-20 cm hoch, am 31. VIII. 1937 sowohl<br />

mit vollentwickelten Früchten als mit Blüten); am SE-Hang der<br />

Frauenalpspitze bei 2 310 m; am S-Hang der Anhöhe hinter der<br />

Frauenalpspitze bei 2 320 m; unterhalb der Meilerhütte am SE-Hang<br />

am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m (mehrere Individuen, auch<br />

hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 300 m. Nach HEGI (Silenc<br />

venosa) im Gebiet bis 1 860 m.<br />

Stellaria nemorum L. Höchster Standort am Teufelsgsass am<br />

Weg zur Meilerhütte auf einer Alchemilla -reichen Wiese bei 1 950 m<br />

(fertil). - Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im (iebiet bis<br />

1 860 M.


Ann. Bot. Soc. Zool.-liot. Fonn. Vanamo, 15, n:


18 N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der F^hanerogamen . . .<br />

Ranunculus alpestris L. Häufig l)is 2 590 ni (SE-i lang des Weslgipfels<br />

der Dreitorspitzc; steril, aber etwa 20 m unterhalb noch<br />

fertil), - Nach VOLLMANN bis 2 500 rn. Von HEGI unter den alpinen<br />

Arten des Gebietes erwähnt.<br />

Ii. repens L. Am Schaclienhaus bei 1 8G0 ni; bei der Meilerhütte<br />

an der Abladestelle bei 2 375 m (mehrere Individuen, steril), - Nach<br />

VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGE im (iebiet bis 1 860 m.<br />

Thaliclrum aquilegiifolium L. Höchster Standort am Teufelsgsass<br />

auf einem Steinl)lock am Weg zur Meilerhütte bei 1 910 m (ein<br />

fertiles Individuum). - Nach VOLLMANN L)is 1 910 m. Nach HEGT<br />

im Gei)iet bis 1 860 m.<br />

Biscutella leviyala L. Hei der Meilerhütte afi der Abladestelle bei<br />

2 375 m (am 25. VIII. 1937 in Hlüte). An natürlichen Standorten<br />

bis 2 210 m (S-IIang des b>auenalpko})fes; vereinzelte Individuen,<br />

fertil). - Nach VOLLMANN L)is 2 210 m. HEGI iiat die Art aus dem<br />

Gebiet nicht angegeben.<br />

Petrocallis pijrenaica L. Niedrigster Standort bei etwa 2 050 m<br />

(im Gamskar am SW-Felshang), der höchste bei 2 610 m (am SEllang<br />

des Westgipfels der Dreitorspitze; hier am 27. VIII, 1937<br />

mit reifen Früchten). - VOLLMANN hat keine Höhengrenzen angegeben.<br />

Nach SENDTNEII (1851, S. 737) isl die Art zwischen 6 28()<br />

und (über) 8 000 pariser Fuss angetroffen worden, nach PRANTL<br />

(Draba pijrenaica L.) zwischen 2 080 und 2 600 m. HEGI hat sie<br />

im Gebiet erst oberiialb etwa 2 200 m angetroffen.<br />

Arabis puniila .Jacq. Auf Felsen bis 2 610 m verbreitet (Slv<br />

Hang des Westgipfels der Dreitorspitze; hier am 27, VIII. 1937<br />

mit teilweise ausgestreuten Samen). - Nach VOLLMANN bis 2 470<br />

m. Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt,<br />

Sedurn atraturn L, Veri)reitet bis 2 570 m (SE-IIang des Westgipfels<br />

der Dreitorspitze). - Nach VOLLMANN bis 2 570 m, HE(H<br />

hat die Art unter den alpinen Pflanzen des (icbietes erwühnt.<br />

Saxifraija rolundifolia L. Höchster Standort am SW-Hang der<br />

Frauenalpe zwischen Steinblöcken bei 2 130 m (wenige sterile Individuen).<br />

- Nach VOLLMANN bis 2 110 m. Von HEGI unter den alpinen<br />

Arten des Gebietes erwähnt,


Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, lö, n:o -1. 19<br />

S. aplujlla Slernl). (S. sienopeUila Gaud.). Verbreitet zwischen<br />

1 780 m (W^aiig iinterlialb des Sehaclienhaiises) und 2 G30 m (West-<br />

Gipfel der Dreitorspitze). - Nacli VOLLMANN zwischen 1 900 und<br />

2 900 m. Von IIEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

Chnjsosplcnium aliernifoliiim L. Am Teufelsgsass am Weg zur<br />

Meilerhütte in einer feuchten Wiesensiedlung bei 1 950 m (mehrere<br />

fertile Indivi(hien). - Nacii VOLLMAN'N bis 1 850 m. Nach HEGT im<br />

Gebiet bis 1600-1700 m.<br />

Paniassia paliislris L. Höchster Standort in einer Wiesensiedhiug<br />

am S-Haug der Anhöhe hinter der Frauenalpspitze l)ei 2 320 m<br />

(mehrere Individuen; am 29. VIII. 1937 teilweise mit weit entwickelten<br />

Früchten, teilweise im Ausblühen). - Nach VOLLMANN<br />

bis 2 320 in. Nacli IlEca im Gebiet bis 2 200 m (Frauenalpe).<br />

liiibiis Huxatilis L, Höchster vSUuidort am Teufelsgsass am Weg zur<br />

Meilerhütte bei 1 950 m (spärlich und steril). - Nach VOLLMANN bis<br />

1 950 m. Nach MEGI im Gebiet bis 1 600-1 700 m.<br />

Polenlilla caiilcscens L. Am Schachentorkoj)f au Felswänden von<br />

etwa 1 870 bis 1 950 m; im Gamskar am SW-IIang von 1 920 bis etwa<br />

2 100 m; unterhalb der Meilerhütte am SE-Hang am Weg zur Dreitorspitze<br />

bei 2 330 m (mehrere Individuen, fertil); am SE-Hang der<br />

Törlsjntze bei 2 130 m (ein kleines steriles Individuum). - Nach VOLL-<br />

MANN bis 1 880 m, nach MAGNUS aber in Herchtesgaflen bis 2 050 m<br />

(Moosscheibe). Nach HEGI im Gebiol nur in tieferen Lagen. Schon<br />

OIJHIÖT (1901, S. 57) hat die Art vom Schachen angegeben, HEGI<br />

(1905, S. 71) aber schreibt, dass die von ihm genuichte Angabe<br />

»Schacheiikopf» nach neueren Untersuchungen P. cliisUma .lacq.<br />

betrifft, und dass auch die beiden anderen von OHKLST erwähnten<br />

V^orkommnisse von P. cnnlescens am .Schaclien (»Felswände am Schachentor<br />

und Teufelsgsass») daher wohl auf climuna zu beziehen<br />

sein dürften. HEGI liat offenbar die beiden Arten verwechselt, denn<br />

ich habe im Gebiet nur P. caulescens gefunden, die nach VOLLMANN<br />

(1911, S. 360) aucii um Miltenwald in der montanen Stufe verbreitet<br />

ist. Der einzige Fundort für die ostalpine P. clusiana im Mittelstock<br />

der bayerischen Alpen, Schachenkopf (HEGI 1905, S. 107; VOLLMANN'<br />

1911 b) ist also zu streichen.


20 N. Söyrinki, Vertikale Verbreitung (ter Phanerogameii . . .<br />

P. dubia (Cr.) Zimm. (P. niiiiinia Mall.). Verbreitet bis 2 420 III<br />

(SE-Han^ der Törlspitze; ein fertiles Individuum). - Nach VOLLMANN<br />

bis 2 100 m, später hat VOLLMANN aber die Art zusammen mit ARNOLD<br />

und TYRELL auf dem Gipfel des Linkerskopfes (Allgäuer Alpen) bei<br />

2 155 m gefunden (VOLLMANN 1017, S. 16). Von HEGI unter den<br />

ali)inen Arten des (iebietes erwähnt.<br />

P. (lurcü L. Verbreitet bis 2 350 m (Scheitel des l'raueualpkopfes;<br />

auch hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 280 m. N'on I IEGI unter<br />

den alpinen Arten des (lel)ieLes angegeben.<br />

lieiim rivalc I.. Höchster Standort am W-IIang des Teufelsgsass<br />

in einer Wiesensiedlung bei 1 910 m (fertil). - Nach VOLLMANN bis<br />

1 800 m. Nach MEGI im (iebiet bis 1 8()0 m.<br />

Diijas odopeiala f.. Auf dem Frauenalpkopf bis 2 350 m; am Sli-<br />

I hing der Törlspitze in Carex /ir/na-Polstern bei 2 120 m; am Sl^-<br />

Hang des Westgipfels tier Dreitorspitze auf Felsen bis 2 570 m (auch<br />

hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 ,'I^O m. Von HEGI unter<br />

den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />

Sorbiis cliamuemespilus (L.) Cr. Höchster Standort am NW-Hang<br />

der Schachenplatte am Weg zur Meilerhütte im Pinns monlana-<br />

(iebüsch hei 2 000 m (steril; 10 m tiefer noch fertil). - Nach VOLL-<br />

MANN l)is 1 850 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes<br />

angegeben.<br />

Allgäuer Alj)en: am Weg zwischen Nebelhorn und Daumen bei<br />

1 900 M.<br />

S. (uicuparia L. Das letzte Individuum am NW-Hang der Schachenplatte<br />

rechts vom Weg zur Meilerhütte im Pinns nwntana-<br />

Gebüsch bei L 980 m (180 cm hoch, mit mehreren Stämmen). - Nach<br />

VOLLMANN bis 1 860 m. HEGI hat die Art aus dem Gebiet nicht<br />

erwähnt.<br />

Trifolium badiuni Schreb. Die höchsten Standorte auf der Frauenalpe<br />

auf den Wiesen der Hail)ler Schichten in S-Fxposition bei 2 200 -<br />

2 210 m (zahlreiche Individuen, fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 100 m.<br />

Von HEGI unter den alpinen Arten des (lel)ietes erwähnt.<br />

T. repens L. Am Teufelsgsass bis I 950 m (am Weg zur Meilerhülte);<br />

auf der Fraueiuil|)e auf Wiesen und an Hachrändern bei 2 190


Anu. fiol. Soc. Zoüi.-Büt. Fenn. V^ananio, 15, 11:0 4. 21<br />

- 2 220 ni (zienilicli reichlich und fertil). - Nach VOLLMANN bis<br />

1 910 m. Nach KEGI im Gebiet bis 1 860 in.<br />

Anlliijllis vulncraria L. var. alpesiris Kit. Die höchsten Standorte:<br />

Aul' der Anhöiie hinter der Frauenalpspitze in Carcx finna- Polstern<br />

am S-Hang bei 2 320 m (mehrere sterile Individuen, etwas tiefer<br />

aucii fertil); am wSP2-Mang der Törlspitze in C. //rm«-Polstern bei<br />

2 m (ein fertiles Individuum) und bei 2 100 m (ein kräftiges Individuum<br />

mit 21 Blütenständen, am 25. Vlll. 1937 ausklingendes<br />

Hlühen). - Nach VOLLMANN bis 2 310 m. Nacli MEGI im Gebiet bis<br />

2 200 m (I'rauenalpe).<br />

Luliis cornicAilaliis L, Die höciisten Standorte: An der Frauenalpe<br />

auf Wiesen am SW-Hang bei 2 130M und am S-Hang bei<br />

2 190 m (ein fertiles Individuum); am SE-Hang der Frauenalpspitze<br />

am l^^isse eines Felsens hei 2 310 m (ein fertiles Individuum, am<br />

11. VI 11. 1936 in voller J^lüte). - Nach VOLLMANN bis 1 9X0 m. MEGL<br />

hat aus dem (iebiet keine Ilöhengrenzen angegeben.<br />

llippocrepis comosa L. Im (xamskar an verwitterten Kalkfelseii<br />

der S-Hänge zerstreut bis 1 970 m (5 - 15 cm hoch, am 19. VIII. 1937<br />

mit vollentwickelten Früchten). - Nach VOLLMANN bis 1 930 m. HEGI<br />

hat die Art am Weg zum Schachen bei Ellnuui (I 100 m) angetroffen.<br />

Oxalis aceloseUa L. Hier und da in IHiiiis monlana- und Alniis<br />

uiridis-Cidhünchen sowie an schattigen Felsen bis 1 910 m (W-IIang<br />

des Teufelsgsass, hier am 19. VI. 1936 in voller Blüte). - Nach VOLL-<br />

MANN bis 1 750 m. HEGI hat die Art aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />

IJiuini aüharlicum L. Höchster Standort am SE-Hang der Frauenalpspitze<br />

im Kalkgrus bei 2 310 m (einige Individuen von 12 cm<br />

Höhe, am 29. VIII. 1937 mit Knospen, geöffneten Blüten und weit<br />

entwickelten Früchten). - Nach VOLLMANN bis 2 010 m. Nach HEGI<br />

im (iebiet bis 1 860 m.<br />

Poiygnla vulgare L. Aufwiesen verbreitet bis (mindestens) 1 920 m<br />

(W-Hang des Teufelsgsass; Iiier am 19. VI. 1936 im Aufblühen). -<br />

Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im (iebiet bis 1 860 m.<br />

P. chaniaehu.viis I.. Am Schachentorkopf bis 1 950 m (am<br />

29. VI. 1937 in voller Blüte); im (iamskar im Kalkgrus am S-Hatig<br />

zerstreut bis I 970 m (steril; am W^-Hang bei 1 920 m am Rande eines


22 A'. Söyrinki, Vertikule Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />

Pinns montana-Gebüsches am 8. VI 1,1930 in voller Blüte); uiiterhall)<br />

der Meilerhütte am SE-Felsliaiig am Weg zur Dreitorspitze hei<br />

2 330 m (ziemlich spärlich und steril). - Nach VOLLMANN bis 1 720 rn.<br />

Nach HEGI vereinzelt bis etwa 1 150 m (Wettersteinalpe am Weg<br />

zum Scliachen). SUESSENGUTII (1931, S. 31) fand die Art unter der<br />

Hiffelscharte (Wetterstein, Mittelstock der Bayerischen Alpen) bis<br />

1 850 m hinaufsteigend.<br />

Jiluimnus pumila L. Höchster Standort unterhall) der Meilerhütte<br />

am SK-Felshang am zur Dreitorspitze bei 2 330 m (einige Tndividuen,<br />

am 21. VIII. 1937 mit bläulich gefärbten Früchten). - Nach<br />

VOLLMANN bis 2 030 m, nach PKANTL aber bis 2 300 m und nach<br />

SENDTNEU (1851, .S. 756) bis Ü 215'.<br />

Hypericum muculatum Cr. (//. qiuidranyuliim L. ?). Hier und da<br />

auf Wiesen und an Felsen bis 1 910 m (W-Ilang des Teufelsgsass<br />

am Weg zur Meilerhütte; hier am 11. VIII. 1937 in voller Blüte). -<br />

Nach VOLLMANN bis 1 800 m. Nach HEGI im Oebiet bis 1 8(50 in.<br />

Helianthemiwi chamdccistus Mill. {IL vulgare (iaertn.). Höchster<br />

Standort hinter der Frauenalpspitze im Kalkschutt an einem verwitterten<br />

S-Felshang bei 2310 m(ein fertiles Individuum, am29.Vni.<br />

1937 im Ausblühen begriffen; wahrscheinlich ssp. hirsiüiim |Thuill.|<br />

Mér. f. ohsciirnm [Pers.] Janch.). - Nach VOLLMANN bis 2 230 m.<br />

HEGI hat die Art aus dem (iebiet niclit erwähnt.<br />

II. alpesire (Jacq.) Dun. Auf Kalkfelsen verbreitet bis 2 540 m<br />

(am SE-Hang des Westgipfels der Dreitorspitze; hier noch fertil). -<br />

Nach VOLLMANN bis 2 5 10 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des<br />

(iebietes erwähnt.<br />

Viola biflora L. Aufwiesen und Felsen verbreitet: am Fraueiudpkopf<br />

bis 2 350 m; am SE-Hang der Törlspitze bis 2 410 m; am SE-<br />

Hang des Westgipfels der Dreitorspitze bis 2 530 m (hier am 27. VI II.<br />

1937 mit vollentwickelten Früchten). - Nach VOLLMANN bis 2 280 m.<br />

Von HEGI unter den alpinen Arten des (iebietes angegeben.<br />

Daphne mezereum L. Zerstreut auf Wiesen, an Felsen und auf<br />

Steinblöcken bis 1 950 m (W-Hang des Teufelsgsass am Weg zur<br />

Meilerhütte). - Nach VOLLMANN bis 1 880 m. HEGI hat die Art aus<br />

dem (Iebiet nicht erwähnt.


Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 23<br />

I), striata 'rratt. Die liöchsLen Standorte: Im Angerl-Locli ani'<br />

einer Felsenwiese am SE-IIang bei 2 220 m; anf der Franenalpe an<br />

einem SE-Felsiiang l)ei 2 22Ü m; am SE-Felsliang der Frauenalpspitze<br />

im Kalkgrus bei 2 32Ü m; unterhalb der Meilerhütte am SK-<br />

Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m (mehrere Individuen);<br />

am SE-liang der Törlspitze vor einer kleinen Felshöhle ziemlicli<br />

reichlieh auf etwa 1 m^ i)ei 2 100 m (bis 10 cm hoch; am 25. VIII. 1937<br />

noch beinahe in voller Blüte, sogar noch Knosjien). - Nach VOLLMAXN<br />

bis 2 200 m. Von IIEGI unter den al])inen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

(Ihamacnerium angmtifolium (L.) Scoj). Höchster Standort am<br />

Aussichtsjilatz am Schachen bei 1 875 m (mehrere Individuen; am<br />

22. VIII. 193G waren die untersten Blüten schon verwelkt, die mittleren<br />

voll (Mitl'altet und die obersten erst im Knospenstadium;<br />

am 13. VIII. 1937 war das Starlium der vollen Blüte schon überholt).<br />

- Nach VOLLMANN bis 1 800 m. RUBNER (1917, S. 3()2) hat aber die<br />

Art auf dem Jännergij)fel bei Berchtesgaden el)enfalls bei 1 875 m<br />

angetroffen und schreibt: »Die Blüten der hier gefundenen Exem-<br />

})lare waren Mitte August noch völlig unentwickelt, die Blätter klein,<br />

derb, mit stark gewelltem Band; alles deutliche Anpassungen an das<br />

Höhenklima.» Meiner Erfahrung nach kann man aber bei dieser Art<br />

nicht von einer »Anpassung an das Höhenklima» sprechen, sondern<br />

es handelt sich wohl eher um eine entwicklungshemmende Wirkung<br />

des Höhenklimas, an das sich die Art nicht genügend ange])asst hat<br />

(vgl. SÖYRINKI 1939, S. 302). Nach HEGI steigt die Art im (iebiet<br />

bis 1 8(50 m.<br />

Epilobium alpestrc (.Jaccj.) Krock. {E. Iriijonuni Schrk.). Am<br />

Abstieg ins Beintal im Alniis viridis -Gvhnsch bei L 850 m; am Weg<br />

zum Aussichtsplatz am Schachen bei 1 870 m (ziendich sjiärlich;<br />

fertil). - Nach VOLLMANX bis 1 810 m. \'on HEGI unter den alpinen<br />

Arten des (iebietes erwähnt.<br />

K. alsinifolium Vill. Die höciisten Standorte: Auf der P^rauenal|)e<br />

an Bachrändern in S-l^xj)osili()n bei 2 190-2 210 m (fertil, am<br />

29. VIII. 1937 zum Teil mit vollentwickelten Früchten). - Nach<br />

VOLLMANN bis 2 000 m. HEGI hat die Art unter den alj)inen Arten<br />

des (lel)ietes erwähnt.<br />

Asirantia maior L. Die iiöchsten Vorkommnisse: Am Abstieg ins<br />

lU'intal am W-Hang bis 1 800 m; am b>Hang des Schachentorkopfes


24 A'. .S'ö/y/7/jA'i, Vertikale Verbreitimg der IMiaiverogaiueii ...<br />

auf Felsenwiesen J)ei 1 880 in (vereinzeile Indivifluen, ierlil). - Nach<br />

VOLLMANN bis 1 750 ni. Nacii MEGI im (lebiet bis 1 BOO - 1 700 ni.<br />

Chaerophijllum Iiirsiitiim L. ssp. cicularia (Vill.) Bri([. Höchster<br />

Standort am W-Han^ des Teufelsgsass in einer Wiesensiedlung zwischen<br />

Felsen bei 1 920 m (vereinzelte Individuen; am M. VIII. 1937<br />

mit weit entwickelten Früchten). - VOLLMANN hat für die Linterart<br />

keine Höhengrenze angegeben, nach PRANTL verläuft sie aber bei<br />

2 010 ni. Nach HEGI im (lebiet bis 1 (IOO - 1 700 ni.<br />

Anthrisciis siluester (L.) Iloffm. liei der Meilerhütte an der Abladestelle<br />

bei 2 375 m (ein steriles Individuum). - Nach VOLLMANN bis<br />

1 160 m. IlFAjr hat die Art aus dem (lei)iet nicht erwähnt.<br />

Carum carvi L. Am Schacheniiaus an der Al)la(leslelle bei 1 81)0 m<br />

(einige Individuen; am 2. IX. 1937 in voller Blüte). - Nach VOLLMANN<br />

bis 1 800 m. MEGI hat die Art aus dem (iebiet nicht erwähnt,<br />

Pimpinella niuior (L.) Huds. (I\ magna L.). Verbreitet bis<br />

I 900 m (IvHang des Schachentorkopfes; fertil). - Nach VOLLMANN<br />

bis 1 900 m. Nach HEGI im (iebiet bis 1 860 m.<br />

P. saxifraga L. var. minor Spreng, (nicht ssp. alpestris, wie bei<br />

VOLLMANN; vgl. PAUL in SUESSENGUTII 1931, S. 37). Auf der Frauenalpe<br />

zerstreut auf Wiesen zwischen 2 220 und 2 320 m (S-I lang des<br />

Frauenalpkopfes, hier 1-5 cm hoch, am 25. VIH. 1937 z.T. mit<br />

Blüten oder Knos[)en, z.T. ausgeblüht). - Nach VOLLMANN steigt<br />

P. saxijraga hinauf bis 2 210 m. HEGI hat die Art aus dem (iebiet<br />

nicht erwähnt. Die Varietät ist im Mittelstock der bayerischen Alpen<br />

früher am Karwendel angetroffen werden, ausserdem in Bayern nur<br />

am Höfats (Allgäuer Al|)en).<br />

Alhamanla cretensis L. Die höchsten Standorte: Hinter der l'rauenalpspitze<br />

im (ieröll am Fusse eines S-Felshangs bei 2 320 m (fertil);<br />

unterhalb der Meilerhütte am SK-Felshang am Weg zur Dreitorspitze<br />

bei 2 330 m (am 21. VIH. 1937 mit weit entwickelten Früchten); am<br />

SK-Felshang der Törlspitze bei 2 120 m (auch hier noch mehrere<br />

fertile Individuen). - Nach VOLLMANN bis 2 200 m. Von HEGI unter<br />

den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />

IJgiislicum mulellina (L.) O. (Meum miitellina (iaertn.) Verbreitet<br />

bis 2 310 m (S-Hang des Frauenalpkopfes); am SF-Hang der


Anil. l^ol. Soc. Zool.-Bot. Femi. Vaiianio, 15, 11:0 1. 25<br />

Törlspitze im Vorwitteriings^rus hei 2 120 ni (inehroro ü|)[)ige, forlilo<br />

Individuen). - Nach VOLLMANX his 2 310 ni. Von llroGi unter den<br />

al[)inen Arten des (lehietes erwähnt.<br />

Rhododendron feriiujinenm T.. Verbreitet his 2 030 ni (NW-llang<br />

der Schachenplatte am Wei» zur Meilerhütte oherhalh des letzten<br />

Pinns moniana -Gebüsches auf Humus). - Nach VOLLMAXN his<br />

2 030 m. Nach HEGT im (Vehiet nicht über 1 900 m.<br />

]{. hirsutnni L. Auf Kalkfelsen verbreitet bis 2 030 ni (Slvllan,i»<br />

des Westgipfels der Dreitorspitze). - Nach VOLLMAX bis 2 130 m.<br />

Von HEGI unter den alpinen Arten des (lehietes erwähnt.<br />

Ii. inlernicdinm Tausch. (H. (criiujineiim x liirsnluin). Die höchsten<br />

Standorte: am S-Hang der Frauenalpe auf Wiesen hei 2 170 und<br />

2 200 m. - VOLLMANX wie PUAN^RL haben keine llöhengreuzen angei,'eben.<br />

Hp:GI hal den liastard aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />

Arcloslaplujlos (dpina Spreng. Die höchsten Standorte: Auf der<br />

Frauenalpe am hunius- und moosl)edeckten N-I"elshang am [lande<br />

der l^latte bei 2 220 m (schöne 'rep[)iche); am SK-Ilang der b>auenalpspitze<br />

auf einem Felsenabsatz im Verwitterungsgrus bei 2 310 m<br />

(ein steriles Individuum). - Nach VOLLMAXX bis 2 110 m. N'on HEGI<br />

unter den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />

Yaccinium nujiiillns i^. Höchster Standort am S-Hang der Anhöhe<br />

hinter der Frauenalpspitze in einer Wiesensiedlung bei 2 330 m<br />

(steril). - Nach VOLLMAXX bis 2 280 ni. HEGI hat die Art aus dem<br />

Gebiet nicht erwähnt.<br />

V, uliginosnm L. In (Uue.r firmn -Polstern am S-Hang der Anhöhe<br />

hinter der Frauenalpspitze bei 2 310 m; auf dem Frauenalpkopf bis<br />

2 350 m; am SK-Hang der Törlspitze bei 2 120 m (zahlreiche Zwergindividuen<br />

mit 3-7 mm langen und 2.5-5.5 mm breiten Blättern,<br />

ähnlich der f. nücropliijllnm arktischer (iebiete). Oberhalb 2 200 m<br />

nur steril angetroffen. - Nach VOLLMAXX bis 2 280 m. Von HEGI<br />

unter den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />

V. vitis idacdl.. Die höchsten Standorte: In (Uirex firma -i\)lstern<br />

am SE-Hang des Frauenalpsattels zerstreut bei 2 300 m; am S- und<br />

W-Hang der Frauenalpspitze bei 2 310 m. Oberhalb 2 200 m nur<br />

steril beobachtet. - Nach VOLLMAX.X bis 2 270 m. HK(ii hat die Art<br />

aus dem (iebiet nicht erwähnt.


2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />

Erica cariiea L, Die liöclisteii Standorte: Am SK-Mang der Fraiicnalpspitze<br />

im Kalkgnis bei 2 310 m; unteriialb der Meilerhütte am<br />

SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m (mehrere Individuen;<br />

am 21. VIII. 1937 noch Blüten, zum Teil aber mit weit entwickelten<br />

Früchten). - Nach VOLLMANN bis 2 300 m. Von I IEGI unter<br />

den alpinen Arten des (ie])ietes erwähnt.<br />

Primula (arinosa L. Die höchsten Standorte: Am S-Hang des<br />

Frauenalpkopfes auf Wiesen bis 2 320 m; am S-Hang der Anhöhe<br />

hinter der I'rauenalpspitze in Care.v firma -Polstern l)ei 2 310 m.<br />

(ziemlich reichlich und fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 280 m. I IEGI<br />

hat für die Art keine Höhengrenzen im Gebiet angegeben.<br />

P. auricula L. Auf Kalkfelsen verbreitet bis 2 130 m (S-Hang der<br />

Törlspitze; hier mehrere Individuen, am 11. VII. 1937 in voller Blüte).<br />

- Nach VOLLMANN bis 2 360 m. Von HEGI unter den alpinen Arten<br />

des (iebietes erwähnt.<br />

Genliana pannonica Scoj). Am W-Hang des Teufelsgsass auf Wiesen<br />

zerstreut l)is 1 910 m (fertil); am NW-Mang der Schachenplatte<br />

im letzten Pinus montana-Gehüsch aju Weg zur Meilerhütte l)ei<br />

2 010 m (steril); am SW-IIang der Frauenalpe auf Wiesen am Fusse<br />

der l'elsen bei 2 050 - 2 060 m (zaiilreiche fertile Individuen). - Nach<br />

VOLLMANN bis 1 900 m, nach ScinViXD in den Allgäuer Alpen bis<br />

2 000 m (SUESSENGUTH 1931, S. 39). Von HEGI unter den aipinen<br />

Arten des (iebietes erwähnt.<br />

(i. nivalis 1^. Höchster Standort am SE-Hang der Törisi)itze in<br />

(Airc.v scmperuirciis -Basen bei 2 120 m (mehrere Individuen, 3 - 5 cm<br />

hoch, mit einer einzigen I^lüte; am 25. VI II. 1937 z.T. in voller Blüte,<br />

z.T. ausgeblüiit). - Nach VOLLMAXN bis 2 100 m. Von HEGF unter<br />

den alpinen Arten des (Iebietes erwähnt.<br />

G. acaulis L. ssp. Clusii Perr. & Song. {G. vuUjaria (i. Beck).<br />

Höchster Standort am SR-Hang der Törlspitze in CAUCX semperuirenslUisen<br />

bei 2 120 m (ziemlicli reichlich; fertil). - Hach VOLLMAXN bis<br />

2 350 m. HEGI hat die Art unter den alpinen Arten des (iebietes<br />

erwähnt.<br />

G. asclepiadea L. Steigt am E-Hang des Schachentorkopfes bis<br />

1 870 m hinauf (steril). - Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI<br />

im (iebiet bis 1 860 m.


Ann. Hot. Soc. Zool.-Fiot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 1. 27<br />

Mijusotis silualica (l^lirli.) llolTni. var. alpestris Schmidt. Aul" Wiesen<br />

und im Geröll ziemlich verbreitet bis 2 350 m (Frauenalpkopf;<br />

auch hier noch fertil). - Nach VOLLMANN steigt die Art hinauf bis<br />

1 860 in, für die Varietät ist keine Höhengrenze besonders angegeben;<br />

nach SF:NDTNEII (1854, WS. 830) kommt dagegen M. alpestris bis 7 47'!'<br />

vor, nach PRANTL var. alpestris bis 2 430 m. Von HEGI unter den<br />

alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />

(Udamintha alpina (L.)i^am. 1 löchster Standort hinter der Frauenalpspilze<br />

im Kalk.schutt am S-Mang bei 2 320 m (ziemlicii spärlich,<br />

fertil, und zwar am 29. VIII. 1937 im Ausblühen begriffen). - Nach<br />

VOLLMANN bis 2 2 10 m. Von HEGI (Saturefa alpina) unter den alpinen<br />

Arten des (iebietes erwähnt.<br />

Veronica serpyllifolia L. Die höchsten Standorte: Auf der Frauenalpe<br />

an ßachrändern und auf feuchten Schneeböden zwischen 2 190<br />

und 2 220 m; am S-Uang des FYauenalpkopfes in einer Wiesensiedlung<br />

bei 2 340 m (ziemlich spärlich, 7-11 cm hoch, am 26. VIII. 1937<br />

mit weit entwickelten Früchten); bei der Meilerhütte an der Abladesteile<br />

bei 2 375 m (fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 000 tn. Nach<br />

IlE(;r im (iebiet bis 1 860 m.<br />

Melampijnun pralense I.. Steigt im (lamskar in den Pinns nionlana-Cichü^chcn<br />

des W-I längs bis 1 930 ni; am Teufelsgsass am Weg<br />

zur Meilerhülte bei 1 950 ni (mehrere Individuen, ferlil). - Nach<br />

VOLLMANN bis 1 900 m. HEGI hat die Art aus dem (iebiet nicht<br />

erwähnt. i<br />

Knphrasia salisbnrgcnsis I'ck. Die höchsten Standorte: Auf der<br />

Frauenalpe auf Felsen und Wiesen verbreitet zwischen 2 200 und<br />

2 350 m (Frauenalpkopf); unterhalb der Meilerhütte am SlvFelshang<br />

am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m; am SE-Hang der Törlspitze<br />

in Carcx sempervirens-lin&cn bei 2 420 m (1..5-4 cm hoch, am<br />

25. VHl. 1937 z.T. in voller Blüte, z.T. mit Knospen). - Nach VOLL-^<br />

MANN bis etwa 2 000 m, aber nach PRANTL bis 2 300 m und nach<br />

SENJYRNER (1851, S. 811) bis 7 100'. Von HEGI unter den alpinen<br />

Arten des Gebietes erwähnt.<br />

E. nünima Jacq. Noch auf der Frauenalpe auf Wiesen zwischen<br />

2 200 und 2 310 m verbreitet (S-Hang des Frauenalpkopfes, hier am


28 A'. Söijrinki, Vertikale Verhreitung der Phaiierogainen . . .<br />

26. Vlll. 1937 die untersten Früchte sclion weit entwickelt, an der<br />

Spitze gewöhnlich noch eine Blüte). - Nach VOLLMANN bis 2 100 m,<br />

nach PRANTL bis 2 360 m und nach SENDTISER (1851, VS. 841) l)is<br />

6 960', Von HEGI unter den alpinen Arten des (lebietes erwälint.<br />

Pediciilaris rostralo-capiiaia Cr, {P. Jacqiiini Koch). Auf Wiesen<br />

und Felsen verbreitet bis 2 120 m (in Carex firma -Polstern am<br />

SE-Hang der Törlspitze, hier am 25. VIII. 1937 z. F. mit weit entwickelten<br />

Früchten, z.T. noch in voller Blüte). - Nach VOLLMATSN<br />

bis 2 300 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des (lebietes erwähnt.<br />

Pinguiciila alpina L, Die höchsten Standorte: Auf der Frauenalpe<br />

an einem SE-Felshang bei 2 220 m; am SE-Iiang des Frauenalpsattels<br />

in Carex firma -Polstern bei 2 300 m; am SE-F>lshang der<br />

Frauenalpspitze bei 2 310 und 2 320 m; am S-Hang der Aniiöhe hinter<br />

der Frauenalpspitze in Carex firma -Polstern bei 2 330 m; unterhalb<br />

der Meilerhütte am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze<br />

bei 2 330 m (fertil, am 21. VIII, 1937 mit weil entwickelten Früchten).<br />

- Nach VOLLMANN bis 2 200 m. Nach HEGI im (iebiet i)is 1 600-<br />

1 700 m.<br />

Globularia cordifolia L, Die höchsten Standorte: Am S-Hang der<br />

F'rauenalpe auf einem Felsen bei 2 200 m; am SE-I lang der Frauenalpspitze<br />

im Verwitterurigsgrus l)ei 2 320 m; unteriialb der Meilerhütte<br />

am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m; am<br />

SE-Hang der Törlspitze in Carex sempervirens -Rasen bei 2 120 ni<br />

(auch hier noch fertil), - Nach VOLLMANN bis 2 200 m. Von HEGI<br />

unter den alpinen Arten des (lebietes erwähnt.<br />

Plantago maior L. Am Teufelsgsass am Weg zur Meilerhütte l)ei<br />

1 950 m (fertil); bei der Meilerhütte an der Abladesteile bei 2 375 m<br />

(ein fertiles Individuum). - Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI<br />

im Gebiet bis 1 860 m.<br />

Galium helveticum Weigel. Am SE-Felshang des Westgipfels der<br />

Dreitorspitze zerstreut bis 2 610 m (fertil, und zwar am 27.VIII.1937<br />

schon ausgeblüht). - Nach VOLLMANN bis 2 600 m. Nach HEGI<br />

an der S-Seite der Dreitorspitze.<br />

G. piimilum Murray ssp. alpeslre Claud. {G. anisophylliim Vill.).<br />

Am Frauenalpkopf auf Wiesen und Felsen verbreitet bis 2 350 m;<br />

am SE-Hang der Törls})itze in Carex //r/n«-Polstern bei 2 420 m


Ann. I^ot. Soc. Zool.-Bot. Ft'un. Vanamo, 15, 11:0 1. 29<br />

(bis 8 cm liocli, lerlil; am 25. VI11. 1937 z.T. in voller Blüte, z.T.<br />

ausgeblüht); am SE-Hang des Westgipfels der Dreitorspitze auf<br />

Felsen zerstreut bis 2 500 m (hier am 27. VIII. 1937 ausgeblüht).<br />

- Nach VoLLMANN bis 2 300 m. Von HK(JI unter den alpinen Arten<br />

des Gebietes erwähnt.<br />

Loniccra


2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />

ausgeblüht, z.T. uocli mit Knospen). - Nacii VOLLMANN bis 2 320 m.,<br />

1 IEGI bat die Art aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />

)'<br />

Campanula cochleariifolia Lam. (C. piisillä Haenke). Auf<br />

Felsen verbreitet: auf der Törlspitze i)is 2 440 ni; am wSE-Hang des<br />

Westgipfels der Dreitors[)itze bis 2 590 m (fertil, und zwar am<br />

27. VIII. 1937 im Aufblühen begriffen). - Nach VOLLMANN bis<br />

2 430 m. Von IIEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

C. Sclieiichzeri Vill. Verbreitet bis 2 420 m (am SE-IIang der<br />

'iorlspitze in CAirex sempervirens -Hasen, am 22. VIII. 1937 mit kleinen<br />

Knospen). - Nach VOLLMANN bis 2 420 m. Von MEGT unter den<br />

alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />

Plujteiiiua hemispliaericiim L. I4öchster Standort auf dem Frauenalpkopf<br />

in einer Wiesensiedlung auf den Rai))ler Schichten bei<br />

2 350 m (meiirere fertile Individuen, und zwar am 25. VIII. 1937<br />

in voller Blüte). - VOLLMANN (1917, S. 63) hat die Art bei 2 205 m<br />

auf dem Fürschiesser (Allgäuer Alpen) angetroffen. IIEGI hat sie<br />

von der Frauenalpe (etwa 2 200 m) erwähnt.<br />

Ph. orbiculnre L. Auf Wiesen und Felsen verbreitet. Die höchsten<br />

Standorte: am SE-Ilang der Frauenalpspitze auf einem Felsenabsatz<br />

bei 2 310 m (fertil); hinter der Frauenalpspitze im Kalkschutt eines<br />

.S-1 längs bei 2 310 m (ein fertiles Individuum, am 29. VIII. 1937<br />

in voller Blüte) und 2 320 m (steril); unterhalb der Meilerhütte am<br />

SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 320 m (fertil, und<br />

zwar am 21. VIII. 1937 in voller Blüte); am SE-IIang der TÖrU<br />

spitze in Carex semperoirens -Unsen bei 2 420 ni (einige sterile Individuen).<br />

- Nach VOLLMANN bis 2 280 m. MEGI hat die Art aus dem<br />

(iebiet nicht erwähnt.<br />

Adenostijles glabra (Mill.) DC. (.4. alpina Bl. Sc Fing.). Die höchsten<br />

Standorte: Am SE-IIang des Frauenalpsattels im Kalkgrus bei<br />

2 250 m (ein kleines fertiles Individuum); hinter der Frauenalpspitze<br />

am S-IIang im Geröll bei 2 320 m (ein steriles Individuum); unterhalb<br />

der Meilerhütte am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze<br />

bei 2 320 m (ein steriles und ein fertiles Individuum, am 21. VIII.'<br />

1937 in voller 131üte); zwischen Jörlspitze und Musterstein am SE-<br />

Felshang bei 2 400 und 2 410 m (an beiden Stellen ein kleines fertiles


Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 31<br />

Individuum). - Nach VOLLMANN his 2 250 m. Von HEGI unter<br />

den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

liellidiastruin Michelii Cass. (Aster hellidiaslriim Scop.), Auf Felsen<br />

und Wiesen verbreitet. Die höchsten Standorte: Am SE-Hang<br />

der Frauenalpspitze auf einem Felsenabsatz bei 2 310 m (fertil);<br />

unterhalb der Meilerhütte am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze<br />

bei 2 330 m (steril); auf dem Frauenalpkopf zerstreut bis<br />

2 350 m (hier steril?); am SE-Hang der Törlspitze in Carex senipervircns<br />

-Hasen bei 2 420 m (mehrere fertile Individuen, und zwar am<br />

15. VIN. 1937 ausgel)lüht). - Nach VOLLMANN bis 2 280 m. Nach<br />

llEor im Gebiet bis 1 860 m.<br />

Gmiphaliiim supinum L. Auf Schneeböden und mehr oder minder<br />

spät ausapernden Wiesen häufig und oft reichlich bis 2 350 m (Frauenalpkopf,<br />

auch hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 050 m. Nach<br />

MAGNUS (1915, S. 194) auf der Funtenseetauern in Berchtesgaden<br />

bis 2 200 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

G. hoppeamim Koch. Auf Wiesen zerstreut bis 2 310 m (E-Hang<br />

der Frauenalpspitze, hier 1.5-3 cm hoch, fertil). - Nach VOLL-<br />

MANN bis 2 080 m, doch liegt hier offenbar ein Druckfehler vor, denn<br />

nach PRANTL steigt die Art bis 2 280 m und nach SENDTNER (1854,<br />

S. 794) bis 7 034', ja, am Muttenkopf wächst sie sogar noch bei 7 284'.<br />

Von HEGI unter den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />

Tussilago farfara L. Höchster Standort am SE-Hang des Frauenali)sattels<br />

im Verwitterungsgrus bei 2 300 m (eine Siedlung von<br />

einigen Quadratmetern, zusammen mit Chrysanthemum atratum;<br />

steril). - Nach VOLLMANN bis 2 215 m (an der Nordwand des Ilochra])penkopfes.<br />

Allgäuer Alpen; VOLLMANN 1912, S. 445-446). Nach<br />

HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />

Petasites albus (L.) Gaertn. Am E-Hang des Schachentorkopfes<br />

auf einer feuchten Wiese bei 1 900 m; am W-Hang des Teufelsgsass<br />

am Rande eines Quellenbaches bei 1 860 m und in einer Wiesensiedlung<br />

bei 1 910 m. An allen lieobachtungsorten eine kleine,<br />

sterile Siedlung. - Nach VOLLMANN bis 1 690 m. HEGI hat die Art<br />

aus dem Gebiet erwähnt, ohne jedoch die Höhengrenze anzugeben.<br />

Homogijne alpina (L.) Cass. Auf Wiesen und Schneeböden häufig<br />

und gewöhnlich reichlich. Die höchsten Standorte: Am S-Hang der<br />

3


2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />

Anhöhe liinter der Frauenalpsj)itze in Carex firma -Polstern l)ei<br />

2 310 m; auf dem Frauenalpkopf bis 2 350 m (hier am 2. VII. 1937<br />

im Aufblühen); am SE-Hang der Törlspitze in Carex sempervirens-<br />

Rasen bei 2 420 m (auch hier noch ziemlich reichlich und am 9. VII.<br />

1937 in voller Blüte). - Nach VOLLMANN bis 2 300 m. Von HEGI<br />

unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />

Senecio vulgaris L. Am Schaclienhaus an der Abladestelle bei<br />

1 8G0 m (wenige Individuen, am 2. IX. 1937 eben im Aufblühen).<br />

Nach VOLLMANN bis 860 m (nach SENDTNER [1854, S. 799] bis<br />

1 920'). HEGI hat die Art aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />

(larduua defloratus L. Die höchsten Standorte: Am SE-Hang der<br />

Frauenalpspitze im Kalkgrus bei 2 310 m (einige fertile Individuen,<br />

am 15. VIII. 1936 mit angeschwollenen Knospen, am 28. VIII. 1937<br />

im Aufblühen); am S-Hang hinter der Frauenalpspitze bei 2 320 m<br />

(mehrere fertile und sterile Individuen; am 29. VIH. 1937 in voller<br />

Blüte); unterhalb der Meilerhütte am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze<br />

bei 2 320 m (ein fertiles und einige junge sterile Individuen,<br />

am 21. VIH. 1937 in voller Blüte). - Nach VOLLMANN bis 2 270 m.<br />

Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />

Cirslimi spinosissiniurn (L.) Scop. Die höchsten Standorte: Am<br />

SE- und SW-Hang der Frauenalpspitze im Vervvitterungsgrus bei<br />

2 310 m; am S-Hang der Frauenalpspitze in einer Wiesensiedlung bei<br />

2 340 m (einige fertile Individuen, am 25. VIH. 1937 z.T. ausgeblüht,<br />

z.T. noch in der Blüte; junge sterile Individuen auch auf<br />

den nahegelegenen Schneeböden); am Fusse des Westgipfels der<br />

Dreitorspitze im Geröll am SE-Hang bei 2 460 m (mehrere fertile<br />

Individuen; am 27. VIH. 1937 z.T. schon ausgei)lüht, z.T. erst in<br />

der Knospe). - MAGNUS (1915, S. 504) hat die Art am Wildpalfen in<br />

Berchtesgaden bei 2 040 m gefunden. Nach VOLLMANN bis 2 020 m,<br />

nach PKANTL aber bis 2 320 m und nach SENDTNER (1854, S. 801)<br />

bis 7 150' (Druckfehler bei VOLLMANN?).<br />

Leontodon taraxaci (Vill.) Lois. Die liöchsten Standorte: Am<br />

S-Hang der Törlspitze im Kalkschutt bei 2 420 m (mehrere fertile<br />

Individuen, am 22. VIH. 1937 im Aufblühen); am SE-Hang des<br />

Westgipfels der Dreitorspitze zerstreut bis 2 560 m (auch hier noch<br />

fertil, am 27. VIH. 1937 im Aufblühen). - Nach VOLLMANN bis<br />

2 300 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.


Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 33<br />

L. hispidiis L. Auf Wiesen häufig. Die höchsten Standorte: Am<br />

S-Hang des Frauenalpkopfes in einer Poa alpina -reichen Wiesensiedhing<br />

bei 2 340 m (6 - 8 cm holie Zwergindividuen, am 26. VIII.<br />

1937 im Ausblühen); bei der Meilerhütte an der Abladesteile bei<br />

2 375 m (mehrere fertile Individuen, am 22. VIII. 1937 in voller<br />

Blüte). - Nach VOLLMANN bis 2 240 rn. Nach HEGI im Gebiet noch<br />

auf der Frauenalpe (etwa 2 200 m).<br />

L. hispidm L. var. hastilis L. Höchster Standort am S-Hang der<br />

Frauenalpe auf einer Felsenwiese bei 2 170 m (Individuen 26-29 cm<br />

]u)ch, am 28. VIII. 1937 z.T. ausgeblüht, z.T. noch in voller Blüte).<br />

- Nach VOLLMANN bis 1 800 m. Nach HEGI (L. hastilis) im Gebiet<br />

bis 1 860 m.<br />

Taraxacum officinale Web. (coll.). Auf Felsen und Wiesen verbreitet<br />

bis 2 590 m (SE-Hang des Westgipfels der Dreitorspitze,<br />

hier am 27. VHI. 1937 zum Teil in voller Blüte). - Nach VOLLMANN<br />

bis 2 510 m. HEGI hat die Art in Gebiet noch auf der Frauenalpe<br />

(etwa 2 200 m) beobachtet.<br />

Crepis aurea (L.) Gass. Die höchsten Standorte: Am S-Hang des<br />

Frauenalpkopfes in einer Soldanella piisi/Za-Scimeebodensiedluug<br />

bei 2 310 m (zahlreiche sterile und ein fertiles Individuum) und in<br />

einer Poa alpina -reichen Wiesensiedlung bei 2 340 m (mehrere<br />

fertile Individuen von 10- 11 cm Höhe, am 20. VIII. 1937 in voller<br />

Blüte). - Nach VOLLMANN bis 2 270 m. Von HEGI unter den alpinen<br />

Arten des Gebietes erwähnt.<br />

C. Jacquini Tausch. Die höchsten Standorte: Am W-Hang des<br />

Frauenalpsattels auf Felsen zwischen Carex firma -Polstern bei<br />

2 210 m; am SE-Hang der Frauenalpspitze im Kalkgrus bei<br />

2 320 m (4-5 cm hohe Individuen, am 28. VHI. 1937 in voller<br />

Blüte, ein ausgeblühtes Individuum 10 cm hoch; Pflanzen stets<br />

nur mit einem einzigen Körbchen); unterhalb der Meilerhütte am<br />

SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m (mehrere Individuen,<br />

am 21. VHI. 1936 und am 21. VHI. 1937 im Ausblühen);<br />

am SE-Hang der Törls})itze bei 2 430 m (ein Individuum mit einer<br />

Blütenknospe am 22. VHI. 1937). - Nach VOLLMANN bis 2 120 m.<br />

Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.


N. Söi/ritiki, Vertikale Verbreitung (fer Fhanerogamen . . .<br />

C. paliidosa (I..) Much. Am Abstieg ins Heintal an einein Quellenbach<br />

bei 1 810 m (ziemlich reichlich zusammen mit Crepis blattanoides,<br />

etwa 60 cm hoch, am 13. Vlir. 1937 in voller Blüte); am E-Hang<br />

des Schachentorkopfes in einer feuchten Wiesepsiedlung bei 1880 m<br />

(fertil); am W-Hang des Teufelsgsass in kleinen feuchten Vertiefungen<br />

bei 1 920 m (mehrere Individuen, 33 - 11 cm hoch, am<br />

20. VI 11. 1937 im Ausblühen). - Nach VOLLMANN bis 1 (520 m. Von<br />

HEGI aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />

Prenanthes purpurea L. Höchster Standort im Gamskar in den<br />

Pinus montana -Gebüschen des W-Hangs bei l 920 m (einige sterile<br />

und fertile Individuen, am 19. VIII. 1937 mit Knospen). - Nach<br />

VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />

AI.L(iKMKlNK ÜBHHSJCHT.<br />

Das vorstehende Verzeichnis enthält insgesamt 178 Gefässpflanzenarten.<br />

Zwei von diesen, Chaerophylluni hirsutum ssp. cicutaria und<br />

Mijosotis silvatica var. alpestris wurden mitgenommen, weil VOLL-<br />

MANN für sie keine Höhengrenzen angegeben hat, trotzdem sie nach<br />

PRANTL in Bayern höher hinaufgehen als im Schachengebiet. Für<br />

Rhododendron intermedium ist in der Literatur überhaupt keine<br />

Höchstgrenze mitgeteilt worden; dieser Bastard verdient jedoch<br />

wenigstens nach seinem Vorkommen am Schachen völlig wie eine<br />

selbständige Art behandelt zu werden. Alle übrigen Arten sind hier<br />

an ihrer unteren bzw. oberen Höhengrenze angetroffen worden.<br />

1' ü r drei von den angeführten Arten ergibt<br />

sich eine neue untere Grenze ihrer vertikalen<br />

Verbreitung in Bayern, nähmlich für Cobresia Dellardii,<br />

Saxifraga aphylla und Petrocallis pijrenaica. Für die letztgenannte<br />

hat VOLLMANN, wie eingangs schon erwähnt, keine Höhenzahlen<br />

angegeben, sie geht aber hier ein wenig tiefer - ebenso wie auch höher<br />

- als nach PRANTL. In diesem Zusammenhang möchte ich auch<br />

Achillea Clavenae L. von den Salzburger Alpen erwähnen. Ich traf<br />

nämlich diese Art, die nach VOLI^MANN bis 1 560 m hinuntergeht,<br />

am Weg zum Funtensee in der Nähe der Unter-Lahner Alm auf<br />

einem Stein im Schrainbach bei etwa 1 000 m an.


Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, lö, n:o -1. 35<br />

Folgende Arien gehen im Sc Ii a c h e n g e h i e L<br />

zur gleichen Höhe wie an ihren bisher a n g e g ebenen<br />

höchsten Standorten in Bayern (Höhenunterschiede<br />

unter 10 m sind nicht berücksichtigt):<br />

Phleum alpinum<br />

Poa annua v.'\r. supina<br />

P, hybrida<br />

Carex atrata ssp. nigra<br />

C. jerruginea (steril)<br />

fMZula silvatica<br />

Listera ovata<br />

Salix herhacea<br />

Polygonum viviparum<br />

Silene acaulis (steril)<br />

Thaliclrmn aquilegiijoliuni<br />

Sedmn at rat um<br />

Parnassia palustris<br />

Ilubus saxatilis (steril)<br />

ffelianthemuin alpestre<br />

Chamaeneriuni angustifoliuni<br />

Pimpinella tnaior<br />

Hhododendron jerrugineuv) (steril)<br />

Ca mp a n u la Sch e u cli zer i<br />

insgesamt 19 Arten, von denen vier an ihrem letzten Standort ausschliesslich<br />

steril (ohne Blüten bzw. Früchte) vorkamen, doch<br />

auch diese wurden sämtlich schon einige zehn Meter tiefer fertil<br />

angetroffen. Zwei Arten, Phleum alpinum und Pon annua var.<br />

supina, erreichen ihre Höchstgrenze als Ruderaten an der Abladestelle<br />

bei der Meilerhütte, wohin sie offenbar durch die Tätigkeit des<br />

Menschen gelangt sind. Beide diese Arten machen an ihren natürlichen<br />

Standorten im Gebiet schon etwas liefer halt.<br />

Bei insgesamt loi A r t e n wurde i m S c h a c h e ngebiet<br />

eine neue ober e H ö h e n g r e n z e für Bayer n<br />

festgestellt. Um eine bessere Übersicht zu gewinnen, gruppieren<br />

wir die Arten danach, um welchen Betrag sie ihre bisher angegebene<br />

Höchstgrenze überschreiten, folgendermassen:<br />

l. Arte n, die ihre b i s iv e r b e kannte 11 ö c ii s tgrenze<br />

mit 1 O — 5 O m ü b e r s c h r e i t e n:<br />

Dryopteris spinulosa (steril)<br />

Cystopteris jragilis ssp. regia<br />

C. montana (steril)<br />

Juniperus communis var. montana<br />

(steril)<br />

Agrostis riipestris<br />

Calamagroslis varia (sterit)<br />

Ävena versicolor<br />

Molinia caerulea<br />

liriza media<br />

Festuca rupicaprina<br />

Carex sempercirens<br />

C. capillaris<br />

Eriophorutn polystachyum<br />

Luzula spadicea (steril)<br />

Silene vulgaris ssp. alpina<br />

Cerastium trigynum<br />

Sagina Linnaei


2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />

Calthu palustris<br />

Pelrocallis pyrenaica<br />

Saxifraga rotundifolia (steril)<br />

Potent illa dubia<br />

llippocrepis comosa<br />

Epilobium alpestre<br />

Vaccinium myrtillus (steril)<br />

T'. vitis idaea (steril)<br />

Erica carnea<br />

Gentiana nivalis<br />

G. asclepiadea (steril)<br />

Melampyrum pratense<br />

Galium helveticum<br />

Scabiosa columbaria ssj). lucida<br />

Carduus defloratus<br />

ins^esanil also 32 Arten, von denen 1) an ihren höchstgelegenen<br />

Standorten nur steril angetroffen wurden.<br />

2. A r t e n, die ihr e i) i s h e r 1) e k a n n t e H ö c h s ti»<br />

r e n /. e ni il (i O - 1 O O ni ii h e r s c h r e i t e n :<br />

Dryopteris montana<br />

D. rigida<br />

S el a g in elia sela g in o ides<br />

Sesleria caerulea ssp. calcarea<br />

Festuca pulchella (steril)<br />

Dactylis glomerata<br />

Ca rex ver n a<br />

C. mucronata<br />

C. Oederi<br />

Polygonatum verticillatum (steril)<br />

Convallaria majalis (steril)<br />

Chamaeorchis alpina<br />

Stellaria nemorum<br />

Moehringia ciliata<br />

Aquilegia vulgaris var. atriviolacea.<br />

(steril)<br />

Hanunculus alpestris<br />

Chrysosplen ium altern ifoliuin<br />

Patentilla aurea<br />

Geuni rival e<br />

^iuthyllis vulneraria var. alpestris<br />

Polygala vulgare<br />

llelianthemum chamaecistus<br />

Daphne tnezercum<br />

Carum carvi<br />

Pimpinella saxifraga var. minor<br />

Ligusticum mutellina<br />

Rhododendron hirsutum (steril?)<br />

Primula farinosa<br />

P. auricula<br />

Gentiana pannonica<br />

G. acaulis ssp. Clusii<br />

Calamintha alpina<br />

Lonicera alpigena<br />

Valeriana tripteris<br />

Phyteuma hemisphaericum<br />

Tussilago farfara (steril)<br />

Taraxacum officinale coll.<br />

Crepis aurea<br />

Prenanthes purpurea<br />

insgesamt Iii) Arten. Von diesen wurden 5 Arten an ihren liochstgelegenen<br />

Standorten nur steril festgestellt, bezüglich Rhododendron<br />

hir.mtnni fehlt eine sichere Beobachtung gerade vom höchsten Standort;<br />

einige zehn Meter tiefer kam sie jedenfalls nocii fertil vor. Zu<br />

den Huderalpflanzen gehört nur eine Art, Carum carvi.<br />

3. r t e n, d i e i li r e b i s h e r b e k a n n t e II ö c h s tg<br />

r e n /. e mit 11 O - 2 O O m überschreiten;


Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 37<br />

Hotrychium lunaria Oxalis acetosella<br />

Equisetum urvense (steril?) Hypericum maculalum<br />

Lycopodium selago Daphne striata<br />

Pinus montana (steril?) Astrantia maior<br />

Deschainpsia cnespilosn Arctostaphylos alpina, (steril)<br />

Triselum flavescens Vacciniutn uliginosum (steril)<br />

Phragmites communis Pedicularis rostrato-capitata<br />

I'oa minor Pinguicula alpina<br />

Eriophorum Scheuchzeri Valeriana saxatilis<br />

Majanthemum bifolium Campanula cochleariifolia<br />

(iymnadenia albida Phyteuma orbiculare (s((M'il)<br />

fiiscutella levigata Adenostyles glabra,<br />

Arabis pumila Bellidiaslrum Michelii<br />

Sorbus chamacmcspilus Gnaphalium supinum<br />

S. aucuparia (steril) flomogyne alpina<br />

Trifolium hadium Leontodon hispidus<br />

insgesamt 32 Arten. Von diesen wurden vier an iiiren höchstgelegeneii<br />

wStandorten ausschliesslicli steril angetroffen; Gymnadenia albida<br />

wurde mit verkümmerten Blütenknospen gefunden. Bei Sorbus<br />

cliamaemespiliis wurden die letzten fertilen Sträucher 10 m unterhall)<br />

des höchsten Vorkommisses angetroffen. Auch S. auciiparia<br />

vegetierte noch an ihrer Verbreitungsgrenze so üi)pig, dass es ihr<br />

offenbar keineswegs unmöglich ist, in bestimmten Jahren zur Blüte<br />

zu kommen; die letzten blütentragenden Individuen wurden bei<br />

etwa 1 900 m festgestellt. Über die Fertilität von Pinns niontana<br />

feidt eine direkte Beobachtung, weil die höchstgelegenen Sträucher<br />

an einer mir unzugänglichen Stelle wuchsen; Eqniselnni arvensc<br />

wiederum wurde erst im Herbst mit den in der Regel sterilen Sommertrieben<br />

vorgefunden. Phijtcnnia orbicnlare überholte auch l)lühend<br />

die von VOLLMANN angegebene Höchstgrenze um 10 m.<br />

Deschampsia caespUosa, Triseiurn flavescens, Biscutella levigata<br />

und Leontodon liispidus erreichen ihre Höchstgrenze als Ruderaten<br />

an der Abladesteile bei der Meilerhütte. Von diesen Arten bleibt<br />

Triselum flavesccns an iliren natürlichen Standorten im Gebiet<br />

unter der von VOLLMANN angegebenen Höhengrenze zurück, während<br />

IHsc.uieUa levigala genau zu der gleichen Höhe hinaufgeht.<br />

L A r t e n, d i e ihre b i s h e r b e k a n n 1 e H ö c h s t-<br />

" r e n z e mii 2 1 O - O O m ü b e r s c li r e i t e n :


38 2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />

Poiystichum lonchitis<br />

Asplenium viridc<br />

A. ruta muraria<br />

{Festuca pumila)<br />

Carex panicea<br />

Moehringa muscosa<br />

Dryas octopetala<br />

lÄnum cathariicum<br />

(Rhamnus pumila]<br />

Viola biflora<br />

Epilohium alsinijolium<br />

Alhamanta. cretensis<br />

{Euphrasia minima)<br />

Globularia cordifolia<br />

Galium pumilum ssp. vulgaium<br />

Valeriana monlana (steril)<br />

Knaulia silvatica<br />

(Gnaphalium hoppeanuni)<br />

Petasites albus (steril)<br />

Leontodon taraxaci<br />

(^repis paludosa<br />

insgesamt 21 Arten; für die in Klammern aufgeführten Arten haben<br />

jedoch schon PRANTL sowie SENDTNER - wie eingangs bereits erwähnt<br />

- eine höhere vertikale Verbreitung angegeben als VOLLMANN, diese<br />

Tatsache dürfte aber in Vergessenheit geraten sein, weil VOLLMANNS<br />

Höhengrenzen bisher nocli niclit nachgeprüft worden sind.<br />

Nur zwei Arten dieser Gruppe wurden an ihren höchstgelegenen<br />

Standorten steril angetroffen, und auch von diesen liatte Valeriana<br />

montana noch 20 m tiefer einen fertilen Spross entwickelt. Knautia<br />

silvatica erreicht ihre Höchstgrenze als Huderat an der Abladestelle<br />

i)ei der Meilerhütte, wo ein blühendes Individuum angetroffen<br />

wurde; an ihren natürlichen Standorten bleibt die Art im Gebiet<br />

10 m unter der von VOLLMANN angegel)enen oberen Grenze zurück.<br />

5. A r t e n, die ihre bis<br />

grenze m i t .'i 1 O - 5 O O m<br />

Athyrium alpestre (steril)<br />

Dryopteris roherliana (steril)<br />

Agrostis tenuis<br />

A. alpina<br />

Trisetum distichophyllum<br />

Melica montana<br />

Juncus filiformis (steril)<br />

Hellehorine atripurpurea<br />

Salix glabra<br />

S. grandifolia (steril)<br />

S. arbuscula<br />

her b e k a n n t e H ö c h s tü<br />

b e r s c h r e i t e n :<br />

Clematis vitalba<br />

Potentilla caulescens (steril)<br />

Trifolium repens<br />

Lotus corniculatus<br />

Polygala chamaebuxus (steril)<br />

Veronica serpyllifolia<br />

(Eu phras ia salisburgen s is)<br />

{G irs ium sp i n os iss im um)<br />

Ixontodon hispidus var. hastilis<br />

Crepis Jacquini<br />

insgesamt 21 Arten; für Euphrasia salisburycnsis und Cirsiiini spiiiosissimiim<br />

haben aber PRANTL sowie SENDTNER eine liöliere (irenze<br />

angegeben als VOLLMANN.


Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, lö, n:o -1. 39<br />

Sechs von diesen Arten kamen an ihrer oberen Verbreitungsgrenze<br />

ausscliliesshch steril vor. Auch Salix glabra und S. arbusciila sind an<br />

ihren höchsten Standorten gewöhnhch durch sterile Zwergindividuen<br />

vertreten, wenngleich sie an den günstigsten Lokalitäten wohl zur<br />

Blüte gelangen. Poicntilla cMulescens war an ihrem letzten Standort<br />

nur durch ein einziges kleines Individuum vertreten, hundert Meter<br />

tiefer wuchs sie aber noch ü])pig fertil. Die Art überschreitet also<br />

auf jeden Fall die für sie angegebene vertikale Verbreitungsgrenze<br />

in den bayerischen Alpen recht bedeutend. Veronica serpijllifolia<br />

erreicht ihren letzten Standort als Ruderat, sie geht aber auch in der<br />

ursprünglichen Vegetation ])einahe zur gleichen Höhe.<br />

(). A r t e n, d i e i li r e bis h e r I) e k a n n t e M ö c h s tg<br />

r e n z e m i l m e Ii r als 5 O O m ü 1) e r s c h r e i t e n :<br />

Pob/stichuni (iruleahun ss]). lohdlmii Urtica dioeca<br />

(steril) /{anunculus repens (steril)<br />

Cijslopteris frngilis .Inthriscus silvester /steril)<br />

Poa trivialis Plantago maior<br />

J*. pratensLs Senecio vulgaris<br />

insgesamt 9 Arten, von denen drei an iiiren höchsten Standorten<br />

steril angetroffen wurden. Die iieiden Pteridophyten ausgenommen<br />

erreichen die Arten dieser (iruppe ihre Höchstgrenze als Uuderaten,<br />

und zwar die meisten bei der Meilerhütte; nur Senecio vulgaris macht<br />

bereits am Schachenhaus hall, aber auch diese Stelle liegt schon<br />

tausend Meter höher als die bisher bekannte Höchstgrenze für<br />

dieses Unkraut in Bayern.<br />

Der Anteil der Ruderalpflanzen in den obigen Artenlisten verdient<br />

überhaui)t eine nähere Betrachtung, denn nicht weniger als<br />

17 Arten oder etwa 10 Prozent von allen erwähnten Arten sind<br />

durch den Menschen zu ihren höchstgelegenen Standorten beförderl<br />

worden. Bei den meisten dieser Arten hat die Einwanderung offenbar<br />

erst ziemlich neulich stattgefunden; dieses gilt besonders für die<br />

bei der Äleilerhütte beobachteten Arten, aber auch vom Schachen<br />

hat HEGI solche Arten wie Urtica dioeca, CAirnm carvi und Senecio<br />

vulgaris (sowie die oben nicht erwähnte Yicia sepiiun) nicht angegeben.<br />

Es ist auch gar nicht sicher, ob diese Arten sich hier fortdauernd<br />

erhalten können, denn wenigstens einjährige oder sonst<br />

zur vegetativen Ausbreitung unfähige Arten sind oft ausschlagge-


2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />

bend von einer Samenzufuhr aus der Ebene abhängig, weil sie im<br />

rauhen Höhenklima ihre Früchte kaum zur Reife bringen können.<br />

Deshalb ist die Ruderalflora hier in bezug auf ihre Artenzusammensetzung<br />

recht wahrscheinlich beträciitlichen Veränderungen<br />

unterworfen, weil ja natürlicli nicht die Diasporen gerade ein und<br />

derselben Pflanzenarten alljährlich ihren Weg hierher hinauffinden.<br />

Dafür zeugt seinerseits auch der Umstand, dass ich solche<br />

Arten wie Cheiwpodiiim bonus Henriciis, Slellaria media und Plantaga<br />

lanceolata, die IIEGI vom Schachen erwähnt hat, daselbst nicht beobachten<br />

konnte.<br />

Diese Huderaipflanzen sind also hier im Gebirge solchen Arten<br />

wärmerer Klimate gleichzustellen, deren Diasporen gelegentlich zu<br />

unseren Häfen und Bahnhöfen gelangen, die sich aber dort nur unter<br />

den günstigsten Verhältnissen selbständig fortpflanzen können.<br />

Solche Arten dagegen, die mit einem vegetativen Vermehrungsvermögen<br />

ausgerüstet sind, können oft am Standort erhalten bleiben,<br />

auch wenn sie dort zu einer Samenproduktion unfähig wären.<br />

Neben den mehr oder minder kosmopolitischen Unkräutern<br />

haben wir auch einige Arten der sjjontanen Flora des (iebietes<br />

erwähnt, die an ihrem höchsten Standort als Ruderaten vorkommen<br />

(z.B. Plileuni alpinum, Bisciitella levigata, Knautia silvatica, Leontodon<br />

hispidiis). Von diesen Arten können wir also ebenfalls mit Sicheriieit<br />

behaupten, dass sie erst neuerdings durch Vermittlung wandernder<br />

Bergsteiger und lastentragender Maultiere ihre jetzige vertikale<br />

Verbreitungsgrenze erreiciit haben. Offenbar gibt es auch<br />

unter den nur an Wildstandorten wachsenden Arten solche, die an<br />

der oberen Grenze ihrer Verbreitung im Gebiet als verhältnismässig<br />

junge Ansiedler zu betrachten sind. Zu diesen gehören mehrere<br />

Pteridophyten (z.B. Athijriiim alpeslre, Cyslopteris robertiana, Polystichum<br />

aculeatwn ssp. lobalnm, Asplenimn ruta nuiraria, Lijcopodium<br />

selago), die in wenigen kümmerlichen Individuen weit oberhalb ihres<br />

allgemeinen Areals angetroffen wurden. Vermittels ihrer winzigen,<br />

leicht l)eweglichen Sporen ist es ihnen ja möglich, weite Strecken<br />

auch aufwärts verbreitet zu werden. Dasselbe gilt den Weiden (Salix<br />

glabra, S. grandifolia, S. arbuscula), die in zwerghaften, gewöhnlich<br />

sterilen Individuen hoch in die alpine Stufe hinaufklettern; solche<br />

Sträuchlein haben natürlich den mit Flugorgan ausgerüsteten Samen<br />

für ihren Ursprung zu danken.


Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 41<br />

Auch unter den übrigen Arten können sich naturgemäss solche<br />

befinden, die zu ihren Vorpostenstandorten erst vor kurzem eingewandert<br />

sind. Man ziehe sicii aus unserem Verzeichnis nur in Erinnerung,<br />

dass ein junges steriles Individuum von Potcntilla caulescens<br />

ganz allein hundert Meter oberhalb ihrer mutmasslichen Mutterindividuen<br />

beobachtet wurde. Dieses Beispiel zeigt, dass sogar ein<br />

Aufwärtstransport schwerer, der Bewegungsorgane entbehrender<br />

Diasporen auf diese oder jene Weise stattfinden kann. Als Samenverbreiter<br />

in dieser Richtung kommen vielleicht in erster Linie Tiere<br />

(Schneehühner, Hasen, Scluife usw.) in Betracht; das Vorkommen<br />

einzelner Individuen solcher Arten wie Juniperus communis, Anthijllis<br />

vulneraria und Lotus corniculalus - m\\ von den Sorftw.s-Arten und<br />

den beerenfrüchtigen Pflanzen gar nicht zu reden - weit voneinander,<br />

lässt unbedingt an die Tiere denken.<br />

Der hauptsächlichste Teil der oben angeführten Arten dürfte<br />

jedoch ihre Vorpostenstandorte im (iebiel schon seit langem erobert<br />

haben; dafür spricht die allgemeine Zusammensetzung der W^getation<br />

an den meisten Standorten. Wie kommt es denn a})er, dass so viele<br />

Arten - wenigslens nach unseren heutigen Kenntnissen - gerade hier<br />

ihr höchstes Vorkommen in den ganzen bayerischen Alpen aufweisen?<br />

Die Antwort ist in den günstigen Naturverhältnissen des Gebietes zu<br />

suclien. Neben den gewöhnlichen kalkhaltigen (iesteinen der l)ayerischen<br />

Alpenkette finden sich hier leicht verwitternde, silikathaltige<br />

Schiefergesteine, die eine schöne, artenreiche Wiesenvegetation hervorrufen,<br />

während die steilen Ivalkfelsen und ausgedehnten (ierölle<br />

vielen kalkliebenden Pflanzen einen geeigneten Wohnort darl)ieteri.<br />

Auch hinsichtlich der Exposition stehen hier alle Möglichkeiten zur<br />

Auswahl. Es fehlen niclit schattige, i'onchte Nordiiänge, nnd die sonnigen,<br />

trocknen Südhänge sind ebenfalls reichlich vertreten; gerade<br />

an den letztgenannten Stellen erreichen viele licht- und wärmeliebende<br />

Arten bedeutende Höhenlagen.<br />

Aus den allgemeinen Naturverhältnissen folgt also, dass die<br />

(iegend die Wohnstätte einer vielgestaltigen Vegetation und Flora<br />

ist. Nicht weniger als etwa 350 (iefässi)flanzenarten wachsen hier in<br />

einer Höhenlage über 1 800 Meter auf einem Areal von etwa 1,5 x 1.5<br />

Quadratkilometern; unter diesen finden sich 185 Arten oder 5() l^rozent<br />

von denjenigen 3.T2 Arten der bayerischen Flora, die HEGI (H)05,<br />

S. 10-57) als »alpin» bezeichnet. Von den im Mittelstock der bayeri-


12 A'. Söijrinki, Vertikale Verbreiliiiig der Phanerogaineu . . .<br />

seilen Alpen angetroffenen 2()2 alpinen Arten im Sinne lip:Gis kommen<br />

am Sehaehen 71 Prozent vor. HEGIS Einteilnng ist möglicherweise<br />

nicht ganz treffend, weil er in ihr besonders die Verbreitung in der<br />

bayerischen Alpenkette berücksichtigt imd auch eine Menge solcher<br />

Arten mitgenommen hat, die ökologisch betrachtet nicht alpin genannt<br />

werden können, die obigen Zahlen geben aber trotzdem ein<br />

recht anschauliches Bild vom Artenreichtum der alpinen Flora im<br />

Schachengebiet.<br />

Von diesen alpinen Arten des Gebietes erreichen ganze 85 hier<br />

die obere Grenze ihrer vertikalen Verbreitung in Bayern; prozentuell<br />

machen sie also 2G Prozent von den alpinen Arten Bayerns und 32<br />

Prozent von denjenigen des Mittelstocks der bayerischen Alpen aus.<br />

Diese Verhältniszahlen sind also recht hoch, wenn wir auf das bescheidene<br />

Areal des Untersuchungsgebietes Rücksicht nehmen. Aus diesem<br />

(irunde halte ich es auch gar nicht für unmöglich, dass man<br />

liierher gehörende Arten irgendwo in den bayerisclien Alpen sell)st<br />

noch an höher gelegenen Standorten, sei es denn im (iebiet des Zugspitzmassivs,<br />

in tlen Berclitesgadener Alpen oder auf den Pflanzenreichen<br />

Bergen des Allgäus, antreffen könnte. Dasselbe gilt offenbar<br />

auch für die übrige alpine Flora Bayerns. Eine Revision der Höhengrenzen<br />

der l)ayerischen Ali)enpflanzen wäre also für einen klettertüchtigen<br />

Botaniker eine sehr lohnende Aufgabe, die ganz siclier viel<br />

Neues hervorbringen würde.<br />

Betrachten wir noch das Verhalten der niclUalpinen Flora - nach<br />

wie vor im Sinne HEGIS - des Schachengebietes näher, so ergibt sicli,<br />

dass von ihren etwa 1()5 die Höliengrenze von 1 800 m überschreitenden<br />

Arten 84 oder etwa die Hälfte hier ihr liöchstes Vorkommen in<br />

Bayern erreichen. Diese Zahl ist auch ohne Zweifel verhältnismässig<br />

hoch, besonders wenn wir uns vergegenwärtigen, dass es sich hier<br />

grösstenteils um Arten handelt, die eine weite V'erbreitung in der<br />

bayerischen Alpenkette besitzen. Der Umstand, dass die obere Verbreitungsgrenze<br />

bei mehreren dieser Arten im Schachengebiet recht<br />

bedeutend höher liegt als bisher aus Bayern angegeben worden ist,<br />

dürfte meines Frachtens darauf hinweisen, dass die vertikale Verbreitung<br />

auch bei diesen Arten erst mehr oder weniger mangelhaft<br />

bekannt ist, und dass also eine Revision der Höhengrenzen der ganzen<br />

Flora der bayerischen Alpenkette nötig wäre. Nach der gleichen<br />

Richtung hin deuten auch die neuen Funde, die PAUL und v. SCHOEN-


Ann. Hol. Soc. Zool.-F^ol. l'"enn. Vaniuno, 15, nro 4. 13<br />

AU in (len letzten Jahren im vielbesncliten Naturscluitzgehiet bei<br />

Berchtesgaden gemacht haben.<br />

Das zuletzt Gesagte wird aber durchaus verständlich, wenn wir<br />

an die grossen vSchwierigkeiten denken, welche mit der genauen<br />

lu'-ststellung der Höhengrenzen besonders bei kleinen und unansehnlichen<br />

Pflanzen verknüpft sind. An dieser Stelle können wir uns an<br />

die Worte SENDTNERS, des grossen Hahnbrechers im Studium der<br />

vertikalen Verbreitung der bayerischen Flora erinnern: »So leicht es<br />

ist, mit freiem Auge oder mit Hülfe des Fernrohrs die (irenzen ausgezeichneter<br />

Bäume, wie der Buche, der Fichte u.s.w. von Ferne zu<br />

überschauen, und sicii dabei zu versichern, dass die beobachteten<br />

obersten und untersten Pflanzen es wirklich sind; so schwer wird es,<br />

bei kleinen Pflanzen sich ihres höchsten oder niedrigsten Standortes<br />

zu versichern, und es bleibt dem Zufalle ül)erlassen, ob die letzten<br />

l^xemplare oder die ersten, an welchen der I^fad vorüberführt, wirklich<br />

die Grenzpunkte ihres allgemeinen Auftretens einnehmen. Es<br />

hängt hier natürlich von der V^ervielfältigung der Beobachtungen ab,<br />

um das wahre herauszufinden.» Wie aus diesen Worten hervorgeht,<br />

erfordert die Ermittlung der untersten und der obersten Standorte<br />

der einzelnen Pflanzenarten zeitraubende, detaillierte Beobachtungen,<br />

die am besten in einem kleinen Gebiet, etwa wie im Schachengebiet,<br />

durchzuführen sind. Ferner bemerken wir aus dem Zitat, dass<br />

SENDTNER in erster Linie die allgemeine vertikale Verbreitung der<br />

Pflanzenarten berücksichtigt hat, wenngleich er auch, soweit möglich,<br />

die absoluten Maxima und Minima festgestellt hat; indem wir<br />

aber auch hinsichtlich der letzteren in Bayern selbst noch heute zum<br />

bedeutenden Teil auf seine Arbeit angewiesen sind, wird es um so<br />

verständlicher, dass eine Nachprüfung derselben sehr erwünschl<br />

wäre, weil sie sicher viele wertvolle Tatsachen über die regionale Verbreitung<br />

der bayerischen Flora an den Tag bringen könnte.<br />

Die Ausführung der vorliegenden Arbeit wurde durch ein von der<br />

A 1 e X a n d e r v. H u m b o 1 d t - S t i f t u n g in Berlin dem Verfasser<br />

für Studien in Deutschland im Studienjahr lO.'if)-,'}() zuerteiltes<br />

Stipendium, ferner durch die vom K a n z 1 e r d er U n i v e r s i t ä t<br />

Helsinki sowie von der Stiftung Niilo Helanderin Säätiö<br />

in Helsinki für die Alpenfahrten im Sommer 193() und 1937 bewilligten<br />

Reisegelder ermöglicht. Für alle diese Unterstützungen bittet<br />

Verfasser seinen verbindlichsten Dank auszuprechen.


LITERATURVERZEICHNIS.<br />

ADE, A., 1911, Vorarbeiten zur Durchforschung des Pflanzenschonbezirkes<br />

bei Berchtesgaden. -10. Bericlit des Vereins zum Schutze und zur Pflege<br />

der Alpenpflanzen.<br />

BROCKMANN-JEUOSCH^H., 1907, Die Flora des Puschlav (Bezirk Bernina, Kanton<br />

Graubünden) und ihre Pflanzengesellschaften. (Die Pflanzengesellschaften<br />

der Scliweizeralpen. I.) Leipzig.<br />

HEGI, GUSTAV, 1905, Beiträge zur Pflanzengeographie der bayerischen Alpenflora.<br />

- Ber. Bayer. Bot. Ges., 10, [n:o 7], S. 1 - 189.<br />

—»— 1907, Die Vegetationsverhältnisse des Schachengebietes. - 6. Bericht des<br />

Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen,<br />

MAGNUS, KARL, 1915, Die Vegetationsverhältnisse des Pflanzenschonbezirkes<br />

bei Berchtesgaden. - Ber. Bayer. Bot. Ges., 15, S. 300 - 585,<br />

NAEGELE, FRITZ, 1899, Cruciferen, II, in »Vorarbeiten zu einer Flora von<br />

Bayern». - Ibid., 6, S. 199 - 246.<br />

OnRisT, J., 1901, Zusammenstellung der Flora des Schachen und seiner Umgebung.<br />

1. Bericht des Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen.<br />

- Zitiert nach HEGI (1905).<br />

PAUL, H., 1922, Neue Beobachtungen über die Phanerogamen- und Gefässkryptogamenflora<br />

von Bayern. VI. - Ber. Bayer. Bot. Ges., 17, S. 68 - 97.<br />

—»— 1937, BotanischeWanderungen im östlichen Königsseegebiet. (Die naturwissenschaftliche<br />

Durchforschung des Naturschutzgebietes Berchtesgaden.<br />

IX.) - Jahrbuch des Vereins zum Schutze der Alpenpflanzen und<br />

-Tiere, 9, S. 22 -47.<br />

—»— 1939, Die Verbreitung südlicher Pflanzen in den bayerischen Alpen.<br />

- Ibid., 11, S. 9-34.<br />

PAUL, II. und v. SCHOENAU, K., 1930, Die Pflanzenbestände auf den Schottern<br />

des oberen Wimbachtales. (Die naturwissenschaftliche Durchforschung<br />

des Naturschutzgebietes Berchtesgaden. IV.) - Ibid., 2, S. 58-81.<br />

—»— 1933. 1. Der Straussfarn, Onoclea Struthopteris Hoffm. in den Berchtesgadener<br />

Alpen, zugleich eine Übersicht über die Gefässkryptogamenflora<br />

des Schutzgebietes. 2. Blütenpflanzen. (Id. VII. A. Botanische<br />

Ergebnisse.) - Ibid., 3, S. 45 - 60.<br />

—»— 1935, Botanische Streifzüge im Funtenseegebiet. (Id. VIII.) - Ibid., 7,<br />

S. 31 - 53.


Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 157<br />

PRANTL, K., 1884, Exkursionsflora für das Königreich Bayern. Eine Anleitung<br />

zum Bestimmen der in den bayerischen Gebietsteilen wildwachsenden,<br />

verwilderten und häufig kultivierten Gefässpflanzen nebst Angabe<br />

ihrer Verbreitung. Stuttgart.<br />

Ross, IIEUMANN, 1910, Otto Sendtner. - Ber. Bayer. Bot. Ges., 12, S. 73 - 89.<br />

RUBNER, KONRAD, 1917, Die Epilobien der Reichenhaller und Berchtesgadener<br />

Umgebung. - Mitt. Bayer. Bot. Ges., 3, S. 361 - 364.<br />

SENDTNER, OTTO, 1854, Die Vegetations-Verhältnisse Südbayerns nach den<br />

Grundsätzen der Pflanzengeogra[)liie und mit Bezugnahme auf Landescultur.<br />

München.<br />

SöYRiNKi, Niii.o, 1939, Studien über die generative und vegetative Vermehrung<br />

der Samenpflanzen in der alpinen Vegetation Petsamo-Lapplands.<br />

II. Spezieller Teil. - Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 14, n:o 1,<br />

S. 1 - 404.<br />

SUESSENGUTH, KARL, 1934, Neue Beobachtungen über die Phanerogamenund<br />

Gefässkryptogamenflora von Bayern. VII.- Ber. Bayer. Bot. Ges.,<br />

21, S. 1-57.<br />

VOLLMANN, FRANZ, 1904, Neue Beobachtungen über die Phanerogamen- und<br />

Gefässkryptogamenflora von Bayern. - Ibid., 9, [n:o 1], S. 1 - 63.<br />

—»— 1907, Id. II. - Ibid., 11, S. 176 -230.<br />

—»— 1910, Id. III. - Ibid., 12, S. 116-135.<br />

—»— 1911, Skizze der Vegetationsverhältnisse der Umgebung von Mittenwald.<br />

- Mitt. Bayer. Bot. Ges., 2, S. 357 - 366.<br />

—»— 1912, Die Vegetationsverhältnisse der Algäuer Alpen. - Ibid., 2, S.<br />

437 - 464.<br />

—t— 1914 a. Flora von Bayern. Stuttgart.<br />

—»>— 1914 b. Neue Beobachtungen über die Phanerogamen- und Gefässkryptogamenflora<br />

von Bayern. IV, - Ber. Bayer. Bot. Ges., 14, S. 109 - 144.<br />

—»— 1917, Id. V. - Ibid., 16, S, 22 - 75.


SUOMENKIFiLINEN SELOSTUS.<br />

HAVAINTOJA SIEMENKASVIEN JA PUTKILOSANIK-<br />

KAISTEN VERTIKAALISESTA LEVINNEISYYDESTÄ<br />

BAIJERIN ALPEILLA.<br />

Edellä esitetyt havainnot on tehty vuosina 1936 ju 1937 Baijerin Alpeilla<br />

Wetterstein-vuoristossa Schachenin alppikasvitarhan ympäristössä suoritettujen<br />

kasvitieteellisten tutkimusten yhteydessä. Niiden julkaiseminen erikseen<br />

on aiheutunut siitä, että vertailu aikaisemmin julkaistuihin tietoihin on<br />

osoittanut yllättävän monen kasvilajin - ainakin nykyisen tuntemuksen mukaan<br />

- saavuttavan levinneisyytensä korkeusrajan Baijerin Alpeilla juuri<br />

Schachenin alueella.<br />

Kasvilajien vertikaalisen levinneisyyden selvittely Baijerissa juontaa<br />

alkunsa SENDTNERIU klassillisesta teoksesta (1854), jossa esitetyt korkeusrajat<br />

vielä nykyäänkin pitävät suurelta osalta paikkansa. PRANTL (1884) ja<br />

HEGI (1905) ovat pääasiassa tyytyneet toistamaan SENDTNERIN tiedot. VOLL-<br />

MANNin teos (1914 a) sitä vastoin sisältää tässäkin suhteessa kaikki ne lisähavainnot,<br />

jotka on tehty sen ilmestymiseen mennessä. Nykyiset tiedot putkilokasvien<br />

vertikaalisesta levinneisyydestä Baijerissa pohjautuvatkin juuri<br />

tähän teokseen sekä sen täydennysvihkoihin (VOLLMANN 1914 1) ja 1917;<br />

PAUL 1922; SUESSENGUTH 1934). Mitään erityistä pyrkimystä korkeusrajahavaintojen<br />

tarkistamiseen ei viime aikoina ole ilmennyt, vaikka uusia arvokkaita<br />

yksityishavaintoja onkin jatkuvasti julkaistu; ensi sijassa on mainittava<br />

PAULin (1937; 1939) sekä PAULin ja v. ScuoENAun (1930; 1933; 1935) tiedonannot<br />

Berchtesgadenista.<br />

S. 4 - 34 on esitetty kasvupaikkahavainnot korkeuslukuineen kaikkiaan<br />

178:sta Schachenin alueen putkilokasvilajista. Vertailun vuoksi on mainittu<br />

IlEGin (1907) samalta alueelta julkaisemat korkeusrajatiedot sekä kunkin<br />

lajin tähänastinen tunnettu korkeusraja Baijerin Alpeilta.<br />

Yhteenvedosta s. 34 - 43 käy ilmi, että mainituista lajeista yksi, nimittäin<br />

Petrocallis pyrenaica, saavuttaa Schachenin alueella levinneisyytensä<br />

sekä ala- että ylärajan Baijerissa. Kahdella lajilla (Cobresia Bellardii ja Saxifraga<br />

aphylla) on todettu alueella uusi levinneisyyden alaraja. Petrocallis<br />

pyrenaica mukaanluettuna on kaikkiaan 173 putkilokasvilajia tavattu Schachenissa<br />

levinneisyytensä ylärajalla Baijerissa; näistä on 19 jo aikaisemmin löy-


Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 47<br />

detty ylitä korkealta, muilla 154 lajilla sitä vastoin on mitattu uusi levinneisyyden<br />

yläraja. Luetteloon on lisäksi otettu kaksi lajia [Chaerophyllum hirsutum<br />

ssp. cicutaria ja Myosotis sihatica var. alpesiris), joille VOLLMANN ei ole<br />

maininnut mitään korkeusrajoja, vaikka ne I-'iUNTLin mukaan on tavattu<br />

Baijerissa korkeammallakin kuin ne Schaclienissa kasvavat, samoin Rhododendron<br />

intermedium [R. jerrugineum X R.hirsutum), jolle ei kirjallisvmdessa<br />

ole mitään korkeusrajoja esitetty. Aikaisemmin tunnetun vertikaalisen levinneisyysrajansa<br />

yläpuolelta löydetyt lajit on yleiskatsauksen saamiseksi jaettu<br />

kuuteen ryhmään sen perustalla, miten paljon ne ylittävät tähänastisen tunnetun<br />

levinneisyysrajansa Baijerissa (s. 35- 39).<br />

Useimmat lajit ovat kukkineet vielä ylimmilläkin esiintymispaikoillaan.<br />

Osa lajeista saavuttaa levinneisyytensä ylärajan ruderaatteina alppimajojen<br />

vierellä, jonne ne ovat levinneet ihmisen välityksellä. Näiden joukossa on<br />

sellaisia, jotka ilmeisestikin suhteellisen myöhään ovat saapuneet tänne.<br />

Myös jotkut luonnollisilla kasvupaikoilla tavatuista lajeista ovat todennäköisesti<br />

verraten nuoria tulokkaita ylimmillä esiintymispaikoillaan (esim.<br />

eräät saniaiset sekä -S'a/iaj-lajit), mutta useimmat ovat kasvillisuuden rakenteesta<br />

päätellen kasvaneet niillä jo kauan.<br />

Se seikka, että niin monet kasvilajit saavuttavat levinneisyytensä ylärajan<br />

Baijerissa juuri Scliachenin alueella, johtuu varmaan suurelta osalta<br />

alueen erittäin suotuisista luonnonsuhteista. Kallioperä on nniodostunut paitsi<br />

kalkkikivistä myös silikaattipitoisista liuskeista, joten kasvupaikkavaatimuksiltaan<br />

erilaiset lajit löytävät täällä sopivan kasvualustan; lisäksi ekspositiosuhteetkin<br />

ovat sangen vaihtelevat. Niinpä alueella kasvaakin 1 800 metrin<br />

yläpuolella n. l.s x 1.5 neliökilometrin alalla kokonaista 350 putkilokasvilajia.<br />

Näistä kuuluu 185 lajia niiliin 332:een, jotka IIKGHI (1905) nuikaan<br />

muodostavat Baijerin »alpiinisen» lajiston, ja kaikkiaan 85 alpiinista lajia<br />

eli siis 26 prosenttia koko Baijerin alpiinisesta lajistosta saavuttaa tällä pienellä<br />

alueella leviinieisyytensä ylärajan. Myös Sachenin alueen ei-alpiinisesta<br />

lajistosta kasvaa niin yllättävän suuri osa täällä nykyisten tietojen mukaan<br />

ylimmillä esiintymispaikoillaan Baijerissa, että se näyttäisi suorastaan viittaavan<br />

siihen, ettei asia ole selvitettävissä ainoastaan alueen edullisten luonnonsuhteitten<br />

perustalla, vaan johtuisi osaltaan myös lajien vertikaalisen<br />

levinneisyyden puutteellisesta tuntemuksesta Baijerin Alppien muissa osissa.<br />

Korkeusrajahavaintojen tarkistaminen näyttäisi siis Baijerin Alpeilla tarpeelliselta<br />

ja varsin antoisalta tehtävältä.


iM •<br />

f" S'<br />

PH


SUOMALAISEN ELÄIN- JA KASVITIETEELLISEN SEURAN VANAMON<br />

KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />

OSA 15. N:o 5.<br />

ANNALES BOTANICI SOCIETATIS ZOOLOGICIE-BOTANICIE FENNIC^ VANAMO<br />

TOM. 15. N:o 5.<br />

DIE SEETYPEN FINNLANDS<br />

AUF FLORISTISCHER UND VEGETA-<br />

TION SPHYSIOGNOMI SCHER<br />

GRUNDLAGE<br />

LAURI MARISTO<br />

2G Abbildungen, 5 Karlen und 10 Tubollen im Text<br />

nebst einer Tabellenbeilage<br />

Suoinenldelinen selostus:<br />

Suomen järvityypit, suurkasvillisuuden perusteella<br />

II ELSI N KI 19 4 1


HELSINKI 1941<br />

DRUCKEREI-A.C. DER FINNISCHEN LITERATURGESELLSCHAFT


VORWORT.<br />

Die praktischen Feldarbeiten der vorliegenden, die botanischen<br />

Seetypen Finnlands behandeln den floristisch-ökologischen Untersuchung<br />

wurden in den Sommern der Jahre 1936-39 ausgeführt. In den<br />

drei ersten Sommern erstreckten sie sich auf die Monate Juli und<br />

August, im Sommer 1939 unternahm ich nur vereinzelte Reisen um<br />

die gleiche Zeit. Im ersten Arbeitssommer, als sich die Untersuchungsmethoden<br />

noch nicht endgültig stabilisiert hatten, gestaltete sich die<br />

Arbeit lediglich orientierend aus, indem es dabei zunächst vorwiegend<br />

darauf ankam, die verschiedenen Seetypen möglichst gut repräsentierende<br />

Untersuchungsflächen zu finden. Diese Beobachtungen wurden<br />

dann durch die Untersuchungen der folgenden Sommer planmässig<br />

ergänzt.<br />

Wegen des l)eträchtlichen Umfangs des vorliegenden Themas bin<br />

ich genötigt gewesen, es konsequent einzig auf die zentralste Seetypenfrage<br />

zu beschränken. Bei den Feldarbeiten hat sich indessen<br />

auch ein beträchtliches sowohl die Autökologie als insbesondere die<br />

Verbreitung der Wasserpflanzen beleuchtendes Material angesammelt.<br />

Das letztere ist der vorliegenden Untersuchung in Gestalt<br />

einer Tabellenbeilage beigefügt, obwohl seine nähere Behandlung<br />

einem anderen Zusammenhang überlassen werden muss. Ich hoffe<br />

jedoch in der allernächsten Zukunft auf die Frage nach der Verbreitung<br />

der Makrophytenflora unserer Gewässer in ihrem ganzen<br />

Umfang und unter Verwertung der jetzt veröffenllichten Fundortsangaben<br />

zurückkommen zu können.<br />

Für die Anregung zu der vorliegenden Untersuchung danke ich<br />

meinem verehrten Lehrer, Professor Dr. K. LINKOLA, unter dessen<br />

Leitung ich bereits im Jahre 1932 eine kleinere Wasservegetationsuntersuchung<br />

durchführte. Ich schulde ihm für zahlreiche wertvolle<br />

Ratschläge sowohl beim Entwurf des Arbeitsj)rogramms als bei der


IV L. Marista, Die floristisclicn SeeLy|)en Fimilands.<br />

Ausführung der eigentlichen Arbeit, desgleichen für das grosse Wohlwollen,<br />

mit. welchem er das Fortschreiten derselben verfolgt hat, meinen<br />

liefgefühlten Dank.<br />

Weiter möchte ich an dieser Stelle auch allen denjenigen danken,<br />

die mir in mannigfacher anderer Weise behilflich gewesen sind, vor<br />

allem Adj. Dr. MAUNO J. KOTILAINEN und Prof. Dr. M. .JÄRNEFELT<br />

für ihre rege Anteilnahme an dem Werden der Arbeit und wertvolle<br />

Hilfe bei der Wahl der Untersuchungsflächen. Die Wassermoose des<br />

Materials hat Mag.phil. K. TUOMIKOSKI sachkundig bestimmt, die<br />

Bestimmung der Charazeen wurde freundlichst von Dr. C. CEÜEK-<br />

CILEUTZ übernommen und bei der Bestimmung der kritischsten<br />

(lefässpflanzenproben haben mir Kustos Dr. HARALD LINDBERG und<br />

Aman. Mag.phil. T. IIHTONEN das grösste Zuvorkommen erwiesen.<br />

Allen diesen Herren gegenüber fühle ich micii sehr verpflichtet.<br />

Ewig dankbar gedenke ich meiner geliebten verscliiedenen bVau,<br />

die während zweier Sommer mit mir in unermüdlicher Treue alle<br />

Mühen der Wanderungen teilte und bis zu allerletzt mit inniger Teilnahme<br />

das Fortschreiten meiner Arbeit verfolgte. - An dieser Stelle<br />

möchte ich auch meinem späteren Gehilfen, Stud. MIES PILVIÜ,<br />

danken.<br />

Die {)raktische Durchführung sowie die Drucklegung der vorliegenden<br />

Untersuchung wurde einzig durch die mir reichlich zuteil<br />

gewordene ökonomische Unterstützung ermöglicht. Für die Feldarbeiten<br />

der Sommer 1936-38 erhielt ich (ieldbeihilfen von der<br />

Sohlberg-Delegation der Finnischen W i s s e n s c h a f t s s oz<br />

i e t ä t, i. J. 1938 wurde mir von der Universität Helsinki<br />

ein halbjähriges Stipendium aus dem Fonds vom .Jahre 1928 und<br />

i.J. 1940 von der Finnischen Z o o 1 o g i s c h - ß o t a n ischen<br />

Gesellschaft Vanamo ein Hilfsgeld aus dem<br />

Fonds für junge Botaniker bewilligt. Für die Drucklegung der Arbeit<br />

erhielt ich Unterstützung aus den Donationsmitteln des Verlages<br />

Werner S ö d e r s t r ö m O/Y. Allen obengenannten Institutionen<br />

möchte ich für das meiner Arbeit entgegengebrachte Wohl-<br />

Avollen bestens danken. - Die Übersetzung des Manuskriptes ins<br />

Deutsche hat Herr HERBERT EDELMANN besorgt.<br />

Helsinki, 22. Dezember 1910<br />

LAURI MARISTO


INHALTSVERZEICHNIS.<br />

1. Zur ]<br />

I. Tiefenverhiiltnisse und Uferlopogra|)iiie 206<br />

^ Ivorngrüsse und Nährsloffgelialt des Seehodens 210^<br />

;T. Farbe und Transparenz des Wassers 22H<br />

't. pH und Nährstoffgehalt des Wassers 2:{8<br />

5. Geographische Lage und klimatisclie Faktoren 247<br />

G. Exposition und Erosion 25;{<br />

7. Einfluss der Kultur 202<br />

S. Konkurrenz ' 270<br />

i^icki)iick 275<br />

VI. Üi)er das Verhältnis der auf die Grossvegetation begründeten Seelypen<br />

zu den linuiologischen Seetypeneinteilungen 277<br />

VII. Die regionale Verbreitung der botanisciien Seetypen in Finnland . . 2«f><br />

Vlll. Schlussübersirlit 'Mi<br />

Iiiteralur\ei7.eichnis<br />

Suomenkielinen selostus "il'f


I. ZUR EINLEITUNG.<br />

In der zweiten Hälfte des vorigen Jaiirhunderts wurde die Lebewelt<br />

des Wassers zum Gegenstand eines regen Studiums. Man begann,<br />

in den einzelnen Gewässern, wie den Seen, Teichen, Bächen u.dgl.,<br />

selbständige »Lebenseinlieiten» zu erblicken, die mitsamt ihrer Organismenwelt<br />

nach ganz bestimmten Gesetzen entstehen, sich fortentwickeln<br />

und schliesslich wieder verschwinden. Es erschienen zahlreiche<br />

Abhandlungen, die sich mit einer oder mehreren Organismengru{)pen<br />

der Binnengewässer, insbesondere der Seen, beschäftigten.<br />

Dal)ei stellte es sich heraus, dass auch in der Lebewelt des Wassers,<br />

trotz lokaler Verschiedenheiten, gemeinsame, durch die Gleichart der<br />

Umgebungsfaktoren bedingte durchgehende Züge obwalten. So kam<br />

man notgedrungen dazu, wohin ein deskriptives Studium scidiesslich<br />

immer führt, zum System, zur Klassifizierung, die früher oder später<br />

auf jeden Fall notwendig wird, um das zusammcngebrachle Tatsachenmaterial<br />

in einen geordneten Zustand zu bringen. Es entstanden<br />

allmählich auf verschiedenen (irundlagen ryi)eueinteilungen<br />

der Seen, zunächst zugute der reinen Wissenschaft, später aber auch<br />

mit Bezug auf das praktische Leben, unter gleichzeitiger Bestrebung,<br />

in dieser Weise ein Miltei zur georihieten Zusammenführung der<br />

wichtigsten Leistungen entweder eines oder mehrerer verwandten<br />

Teilgebiete der Gewässerforscluuig zu finden.<br />

Seetypeneinteilungen sind bisher auf geologisch-geographischer,<br />

auf physikalisch-chemischer sowie auf biologischer (irundlage durchgeführt<br />

worden. In den meisten Fällen hat sich indessen diese Einteilung<br />

nicht aussciüiesslich auf das Gebiet einer einzigen Faktorengruppe<br />

begrenzen lassen. Ganz wie die einzelnen Umgebungsfaktoren<br />

im Wasser stets zusanmien und gleichzeitig wirken, ist man bei<br />

den meisten Typensystemen genötigt gewesen, mehrere Faktorenkomplexe<br />

auf einmal zu berücksichtigen. Wir übergeiien hier sämt-


2 L. Marislo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />

liehe geolügiseh-geographischen Gewässer- und .Seetypensysteme uiid<br />

begnügen uns lediglich mit einem kurzen Hinweis auf die wichtigsten<br />

auf biologischer bzw. physikaliseii-chemischer (irundlage durchgeführten<br />

Typeneinteilungen. Von den ersteren gründen sicii die meisten<br />

auf die Artenzusammensetzung entweder des Planktons oder der<br />

Bodentierwelt. APSTEIN (189G) führte in seiner Flanktoimntersuchuug<br />

als erster eine Einteilung der norddeutschen Seen durch, und eine<br />

entsprechende Einteilung der Seen Norwegens finden wir bei IIUIT-<br />

FKLU-KAAS (lOOü), Solche sich auf die, sei es ilenu genaue Kenntnis<br />

einer einzigen Organismengruppe gründenden Einteilungen haben<br />

indessen den Nachteil, dass sie nnr einem ganz begrenzten Teil des<br />

gesamten Forschungsfeldes zu dienen imstande sind. Fussen sie<br />

überdies auf lieobaclitungen von selir engen geographischen Gel)ieten,<br />

wird ihre Bedeutung und Anwendbarkeit noch weiter herabgesetzt;<br />

So ergab sich alsbald die Notwendigkeit, eine breitere Basis für<br />

die gesamte Seetypenforschung zu finden. Es erschien das Bedürfnis,<br />

eine Gewässereinteilung zu schaffen, die sich uneingeschränkt auf<br />

sämtliche Binnengewässer übertragen Hesse. Den ersten Schritt auf<br />

diesem Wege bildete die Wahl der Produktionsbiologie als Grund<br />

für den Seetypenbegriff. Den Anfang machte TIIIENEXMANN (1914,<br />

p. 295) mit seiner Einteilung der Eifelmaare nach dem gegenseitigen<br />

Abhängigkeitsverhältnis ihres Sauerstoffhaushaltes und der Zusammensetzung<br />

ihrer Bodenfauna. Von nun an begann die produktionsbiologische<br />

Seenforschung namentlich in Deutschland rasche Fortschritte<br />

zu maciien — es mögen hier nur die auf die Bodenfauna<br />

bezüglichen Untersuchungen von KOPPE (1923), LENZ (1925) und<br />

LUNDBP:CK (192()) genannt werden, die auch in diesem Sinne durchgeführte<br />

Seetypeneinteihingen enthalten. I^ntsprechende Planktonuntersuchungen<br />

wurden, wie die vorigen in Norddentschland, zu der<br />

gleichen Zeit u.a. von UTERMÖIIL (1925) betrieben.<br />

Inzwischen war auch der Gedanke einer Übertragung der Seetypeneinteilungen<br />

in den Dienst der praktischen Wissenschaften<br />

wach geworden. THIENEMANN (1921 b, p. L) hob als erster die fischereiliche<br />

Bedeutung der Seetypenforschung hervor. Diesem Grunde<br />

entsprangen dann auch mehrere Untersuchungen, von denen u, a.<br />

diejenigen von ALM (1922) aus Schweden sowie von SELIGO (1922)<br />

und WILLER (1924; 1925) aus Deutschland hier erwähnt werden mögen.<br />

WILLER (1924, p, 438) bringt in seiner Arbeit eine lokale Eintei-


Anil. liot. Soc. Zool.-liot. I'enii. Vaiiaiiio, 15, 11:0 5. ,'{<br />

lung der Seen Ostpreussens, mit liezug auf die Seetypeneinteilung<br />

von THIENEMANN.<br />

Sämtliciie vorgenannten Untersuchungen sind aber insofern einseitig,<br />

als sie sich lediglich auf die Erforschung einer einzigen Hiozönose<br />

beschränken. Inzwischen war in Schweden NAUMANN von<br />

Planktonuntersuchungen ausgehend zu einem der Zweiteilung der<br />

Seen nach TIIIENEMANN entsprechenden l^rgebnis gekommen. Seine<br />

Einteilung der Seen in oligotrophe und eutrophe (iewässer basierte<br />

NAUMANN (1917; 1919) auf die Phytojilanktonproduktion. Als diese<br />

Seetypeneinteilungen sodann auf die Seen in ihrem Lk^griffe einer<br />

Lebenseinheit erweitert wurden, bei deren Charakterisierung der<br />

gesamten Vielheit der wirkenden Faktoren Ueclinung gelragen ist,<br />

und als die [)roduktionsbiologisciien IJntersucliungeii eine regionale<br />

Problemstellung erhielten, fand ein ganz neuer Forschungszweig<br />

ihren Anfang: die regionale Limnologie. TiriENEMANN (1921 a) schloss<br />

seinen ursprünglichen zwei llaupttypen noch einen dritten, den<br />

dystrophen Tyj) an und diese Einteilung zusammen mit dem Seetypensystem<br />

NAUMANNS wurde dann zum Ausgangspunkt für alle<br />

Seenuntersuchungen, ganz einerlei mit welciien Organismengruppen<br />

sich diese beschäftigten. NAUAIANN (1929) arbeitete dann sein<br />

Seetypensystem weiter zu sieiien produktionsbiologischen Oewässertyjien<br />

aus, die seither als das letzte Wort der regionalen Limnologie<br />

auch in der Seetypenfrage gegolten haben. Der Umstand, dass ganz<br />

in den letzten Jahren auch gegen diese Typen und zumal gegen ihre<br />

(Charakterisierung Einwände erhoben worden sind, zeugt nur dafür,<br />

dass das Studium auch auf diesem Gebiet gegen vollständigere und<br />

allgemeingültigere ICrrungenschaften fori schrei t et.<br />

Vorstehende kurze Übersicht ist notwendig, um den (Irund zu<br />

verstehen, dem die auf die höhere Wasservegetation basierten Seetypenuntersuchungen<br />

entsprangen. In mehreren jiroduktionsbiologischen<br />

Seestudien der 192()er .Jahre wurde wohl nebenbei auf die<br />

Regelmässigkeiten hingewiesen, denen man auch in der Wasservegetation<br />

und in ihrer Artenzusammensetzung begegnet, ja diese<br />

wurden gelegentlich neben der zu behandelnden 1 lauptfrage sogar<br />

kurz beschrieben, nur aber, um schliesslich doch in ein fremdes<br />

Schema, in den llahmen einer auf ganz andere Untersuchungsobjekte<br />

basierte Einteilung eingezwängt zu werden. So verfuhren u. a.


4 L. Marislo, Die floristischen Seetypen Fhnilands.<br />

DECKSBACH (1924), KUPFFER (1925), THIENEMANN (1925) und mehrere<br />

andere.<br />

(iegen diesen Hintergrund betrachtet ist es um so bemerkenswerter,<br />

dass schon vor dem Erscheinen der oben genannten Untersuchungen<br />

bei uns in Finnland eine erste, allerdings lokale, rein botanische<br />

Seetypeneinteilung geschaffen worden war. In seiner umfassenden<br />

])flanzengeographischen Arbeit aus Laatokka-Karelien teilt LINKOLA<br />

(I91(), p. 192-19G) die Seen seines Untersuchungsgebietes vornehmlich<br />

auf (irund der Artenzusammensetzung und Physiognomie ihrer<br />

höheren Vegetation in nährstoffreiche und dürftigere Binnenseen<br />

ein und reiht diesen als dritte Gruppe die Uferbuchten des Riesensees<br />

Laatokka nebst den anschliessenden lehmgründigen Hinnenseen<br />

und I'lussmündungen an.<br />

Die erste auf dieses Problem eingehende Spezialuntersuchung<br />

stammt von S.UIUELSSOX (1925), der in seiner Arbeit über die Seen<br />

der Provinz Dalarne zu seiner bekannten Vierteilung der Seegewässer<br />

kommt, ALMQUIST (1929, p. 92) baut sodann das System noch mit<br />

einer weiteren (irup])e, dem alkalisclien (Charazeen-Typ aus, auf<br />

dessen wahrscheinliche l^Lxistenz freilich auch schon SAMUELSSON<br />

selbst (op. c., p. 12) hinweist. Diese Einteilung ist wohl natürlich,<br />

aber nicht ganz konsequent. Indem ihr überdies nur ein relativ<br />

eng begrenztes geograi)hisches Gebiet zugrunde liegt, kann sie kaum<br />

alle Seetypen in sich einschliessen, die es in einem Lande von der<br />

(irösse Schwedens und mit einer so beträchtlichen Längenausdehnung<br />

in nord-südlicher Richtung wohl sicher geben dürfte. Die meisten<br />

Seetypen SAMUELSSONS sind offensichtlich kollektiv, was wenigstens<br />

zum Teil seinen Grund darin haben dürfte, dass die Einteilung auf<br />

rein floristischer (Grundlage, ohne jegliche ergänzende Bezugnahme<br />

auf die wichtigsten Eigenschaften des Wassers durchgeführt worden<br />

ist. Darum sind auch Kritiken (GAMS 1927, p. 57-63; NAUMANN 1932,<br />

p. 93-91), zumal gegen das seltenste Glied der Typeneinteilung<br />

SAMUELSSONS, die Lagunenseen, erhoben worden, indem der Typ<br />

lediglich als eine durch abweichende hydrographische Verhältnisse<br />

bedingte Tyjienvariante angesprochen wird, die in sich sowohl oligotrophe<br />

als eutro})he Seen einschliesst. Dieser Seetyp ist indessen<br />

z.B. von ALMQUIST (1929, J). 92) in Uppland als floristisch durchaus<br />

selbständig festgelegt worden, l^benso hat HRAARUI) (1932, p. 90;<br />

BUAARU]) Si AALEN 1938, J). 35) aus Norwegen einige Seen beschrie-


Ann. liot. Soc. ZooI.-BoL Fcmi. Vainuno, 15, 11:0 5. 5<br />

J)en, (lie sich eng an den Lagunentyp ansciiliessen. xVus unserem Lande<br />

sind hierliergehorcnde Seen l)is auf weiteres nicht besciiriehen worden,<br />

doch ist es möglich, dass einige von den Durchflussseen der Provinz<br />

Pohjanmaa, die ausserhali) des Kahmens der vorliegenden Untersucluing<br />

gebliehen sind, hei diesem Typ eingereiht werden könnten.<br />

Der ol)en berührten Mängel seiner Typeneinteilung ist sich SAMUELS-<br />

SON.,(o}). c., p. 5) audi selbst wohl bewusst, ihrer ungeachtet behält<br />

aber das System seine grundlegende Bedeutung zu jeder Zeit bei.<br />

Im folgenden Jahre nach SAMUELSSON veröffentlichte DONAT (192())<br />

seine auf die (Irossvegetation begründete Seetypenuntersuchung aus<br />

Norddeutschland. Sie baut auf die biologische Seetypeneinteilung<br />

TIIIENEMANNS (1921a), die Charakterisierung und Nennung der Typen<br />

hat aber vieles mit SAMUELSSON gemein. DONAT kommt in<br />

seiner Darstellung auf drei Seetypen hinaus und erörtert besonders<br />

die verschiedenen Formen der Oligotrophie. Alle Seetypen SAMUELS-<br />

SONS kann er nicht hilligen, weil ein Teil der von SAMUELSSON untersuchten<br />

Seen stark kulturbeeinflusst ist. Indessen kann eine Seetypeneinteiliing,<br />

in welcher ausschliesslich die von jeder Kultureinwirkung<br />

freien Quellseen Berücksichtigung gefunden haben, nie eine<br />

grössere Hedeutung erreichen, eben weil es solche Seen wenigstens in<br />

Mittel- und Nordeurojia nicht mehr viele gibt.<br />

Der folgenden auf die Makrophylenvegetation des Wassers bezüglichen<br />

Untersuchung aus Norddeutschland begegnen wir in der erstenhands<br />

soziologisch angelegten Arbeit SAUERS (11)37) aus Osl-I loistein.<br />

Da die Arbeil dazu gute (lelegenheit bot, ist in ihr auch die See-<br />

Lypenfrage behandelt worden. Und indem ferner die Untersuchung in<br />

einem Gebiet zur Ausführung gelangte, wo der eulrophe »baltische<br />

Seetypus» TIIIENEMANNS bzw. Polaniof/clon-SAMUELSSONS, die<br />

SAUER ohne Bedenken identifiziert, vorherrschend ist, fällt der<br />

Schweri)unkt der Darstellung auf diesen Tyj). SAUfyii fasst den Seetyp<br />

kollektiv auf und gliedert ihn nach der Makroflora und den am Ufer<br />

vorkoinnuMiden nichl-eigentlichen Wasserpflanzeiuirlen in vier Varianten.<br />

Die (irobeinteilung in zwei Uiitertypen erfolgt in (lemässheit<br />

mit IvorPE (1923) und UTKUMÖHL (1925) auf (irund der Beschaffeuheiti<br />

des Bodenschlammes. Diese lunteilung SAUERS trägt eine stark<br />

lokale Betonung. Ausserdem erstreckt sie sich auf eine grosse Zahl<br />

von Teichen und stellt mithin keine Seety[)eneinteilung im eigentlichen<br />

Sinne dar.


() L Marislo, Die llorislischon Sooty))en I-Mnnlands.<br />

Auch ALMQVIST (1929) berührt gelegentlich seiner soziologisch-<br />

I'loristischen Untersuchung aus Uj)plan(l die Seetypenfrage. Die<br />

Arbeit enthält zahlreiche Angaben über die Makrophytenvegetation<br />

der Seen in der genannten Provinz, eine neue Seetypeneinteilung wird<br />

aber nicht dargestellt, weil der Verfasser seine auf die einzelnen Seen<br />

bezüglichen Aufzeichnungen nicht als hinreichend genug dafür erachtet.<br />

Ausserdem repräsentieren die Seen des Gebietes gar einseitig<br />

die eutrophe Typengrupjje. ALMQUIST konstatiert ebenfalls die Unzulänglichkeit<br />

der vorhandenen Seetypeneinteilungen vom Standpunkt<br />

der Vegetationsforschung, begnügt sich aber mit der lunteilung<br />

SAMUELSSONS unter llinzufügung eines fünften Typs, des Charazeen-Typs.<br />

Der gleichen Einteilung haben sich auch HRAARUD IT AALEN<br />

(19.3cS) bei ihren Untersuchungen in Südnorwegen bedient. Weil der<br />

Felsgrund dort in der Hauptsache aus archäischen kristallini.schen<br />

(iesteinsarten besteht, bietet uns diese allerdings in einem geogral)Jiisch<br />

recht eng begrenzten Gebiet ausgeführte Ar))eit trotz der bedeutejulen<br />

klimatisclien Unterscliiede vorzügliche Vergleichs[)uukte<br />

auch im Hinblick auf die finnischen X'erhältnisse dar.<br />

Der Lösung der Seetypenfrage ist auch auf dem Wege des ökologischen<br />

Studiums nachgestrebt worden. So finden wir bei IVERSKN<br />

(1929) eine l^jnteilung der Gewässer nach ihrem pH-Wert und gleichzeitig<br />

ein Seetypensystem nach dem Einfluss desselben auf die Wasservegetation<br />

vor. Wie zu erwarten, wird ein in dieser Weise durch<br />

die alleinige Hervorhebung eines einzigen Standortsfaktors zuwegegebrachtes<br />

Tyi)ensystem notgedrungen einseitig, auch wenn<br />

ihm eine gewisse Hedeutung nicht strittig gemacht werden kann.<br />

]">höhte Vergleichsmöglichkeiten mit den limnologischen hjnteilungen<br />

ergeben sich durch die Kalkanalysen des Wassers sowie durch die<br />

Angaben über (las Phytoplankton. Vom Standpunkt der Vegetationsforschung<br />

hingegen ist zu bedauern, dass die Hel()j)hyten als lunteilungsgrund<br />

nahezu unbeachtet geblieben sind.<br />

iMue die W^asservegetation und die chemischen Verhältnisse des<br />

Wassers recht eingehend beluuulelnde Untersuchung hat kürzlich<br />

LOHAMMAR (1938) in Schweden veröffentlicht. Seine Arbeit gründet<br />

sich auf verschiedenjährlich und zu verschiedenen Zeiten des Jahres<br />

gemachte genaue Wasseranalysen, und sein Material lässt mehrere<br />

bedeutende Hegelmässigkeiten hervortreten. In bezug auf die See-


Alin. Hol. Soc. Zool.-Bol. 1'enn. Vanamo, 15, 11:0 5. 7<br />

typollfrage liaL sich auch LÜHAMMAR ledighch INIL einer kritischen<br />

Stolhiiignahnie l)egnügl. Unter anderem verwirft er (p. 230-232) die<br />

Erklärung SAMIJI


8 L. Marislo, Die floristisclicn vSeetypeii Finnlands.<br />

sucliungsgebiet in Westfinnland in Anlehnung an LINKOLA (1916)<br />

ein besonderes ornitho-ökologisches Seetypensystem aufgestellt.<br />

Neben den obigen sind in P^innland eine ganze Menge entweder<br />

einzelne Seen oder sämtliche Gewässer eines begrenzten Gebietes<br />

J)etreffende Makrophytenstudien veröffentlicht worden. Diese bringen<br />

in die Seetypenfrage nichts wesentlich Neues, nichtsdestoweniger<br />

sind aber solche monographische Untersuchungen im Iiinl)lick auf<br />

das Gesamtprol)lem von grosser Bedeutung. 1 lier mögen nur folgende<br />

Namen herausgegriffen werden: LINKOLA (1911; 1933 b), VAIIERI<br />

(1932), AARIO (1933), POHJALA (1933), MAKISTO (1935), REINIKAINEN<br />

(1935), LEVANTO (1936) und VAAKAMA (1938). xVusserdem sind<br />

einige (juantitative und ökologische Wasservegetationsuiitersuchungen<br />

veröffentlicht worden.<br />

Von grossem Wert bei der b>örterung der Seetyjienfrage sind<br />

ferner einige andere, hier noch nicht genannte Wasservegetationsuntersuchungen.<br />

Solche sind u.a. die umfassenden Bodensee-Unter-<br />

suchungen von KIRCHNER SC SCHRÖTER (1902) und BAUMANN (1911),<br />

ferner die zahlreichen Arbeiten der P^ngländer WPJST und PEARSALL<br />

(siehe im Literaturverzeichnis) nebst anderen. Und besonders in<br />

Skandinavien sind makrophytische Gewässerstudien geleistet worden,<br />

von denen die gleichzeitig auf mehrere Seen bezüglichen Un-<br />

tersucluingen von CARLSON (1902) und ARWIDSSON (1920) aus Schweden<br />

und BRAARUI) (1932) aus Norwegen sowie die monographischen<br />

Makrophytenstudien von WESENBERG-LUND (1919), BLOMGREN &<br />

NAUMANN (1925), BRAARUD (1928) und RININMARK (1931) als die<br />

wichtigsten zu nennen sind.<br />

Welches ist denn das Ziel, dem man bei der lü'gründung der Vegetationstypen<br />

der Seen entgegenzustreben hat? Zunächst gilt es, das<br />

Studium so auszudehnen, dass es neben entweder auf einen einzigen<br />

See oder ein enges Gebiet bezüglichen monographisciien Darstellungen<br />

auch grössere zusammenhängende Florengebiete, z.B. floristische<br />

Grossprovinzen umfasst. Zweitens hat sich das Studium auf einem<br />

einzelnen See nicht bloss auf die Errichtung einer vollständigen<br />

Artenliste einzustellen, sondern es gilt daneben auch Angaben<br />

über die Frequenz und Ueichlichkeit der einzelnen Arten sowie<br />

über das Auftreten der wichtigsten Pflanzengesellschaften im Bereich<br />

eines jeden Seetyps und deren Varianten zu erhalten. Meiner


Ann. Bot. Soc. Zool.-liot. Feiui, Vanamo, 15, n:o 5. 1)<br />

Ansicht nach vermag indessen eine rein fh)ristisch-sozi()lügische<br />

Einteihing nicht allein die einer auf die Grossvegetation begründeten<br />

Seetypeneinteilung zukommende Aufgabe als Ergänzung<br />

der limnologischen Seetyi)eneinteilungen zu erfüllen. Als Einteilungsgründe<br />

sind der Flora und der Vegetation auch die auf ihr<br />

(iedeihen einwirkenden wichtigsten Faktoren anzuschlicssen. Die<br />

Untersuchungen müssen Angaben auch über den Felsgrund und die<br />

Bodenarten eines jeden Untersuchungsgebietes, ferner über die wichtigsten<br />

die Vegetationsentwicklung beeinflussenden Eigenschaften<br />

des Wassers enthalten. Von den letztgenannten stehen an erster<br />

Stelle die Farbe des Wassers, die Sichttiefe, das j)!! sowie die Ca-,<br />

P- und N-Spektra. Seetypen, bei deren Aufstellung neben der<br />

l'lora und der Vegetation auch diesen Faktoren Rechnung getragen<br />

worden ist, lassen sich mühelos den schon existierenden produktionsbiologischen<br />

und allgemeinlimnologischen Einteilungen gleichstellen,<br />

in denen sämtlichen die obengenannten Eigenschaften des Wassers<br />

Berücksichtigung gefunden haben. Ermittelt man dann für die in<br />

ihre endgültige Form gebrachten Seetypen an Hand von quantitativen<br />

Untersuchungen die Produktion an Pflanzenmasse, so gelangt<br />

man damit schon in den Kreis der angewandten Wissenschaft. Alles<br />

(lies setzt indessen voraus, dass die auf die Grossvegetation begründeten<br />

Seetypen klar umrissen und also leicht auseinanderkennbar<br />

sind-eine Bedingung, die an jede Einteilung zu stellen ist.<br />

Die in der obigen Weise einzeln für jedes Land aufgestellten<br />

Seetypen würden allerdings, hauptsächlich infolge der regionalen<br />

Klima- und Bodenunterschiede, einigermassen voneinander abweichen.<br />

Trotzdem halte ich es für wahrscheinlich, dass sie sich vereinigen<br />

und - als endgültiges Ziel - zu einer für sämtliche seinerzeit vom<br />

Landeis bedeckten zirkumpolaren (iebiete gemeinsamen, allgemeinen<br />

Seetypeneinteilung generalisieren Hessen. Dazu verhilft uns andererseits<br />

auch der Umstand, dass ein grosser Teil der Wasserpflanzenarten<br />

für das ganze genannte Gebiet gemeinsam ist. Im Rahmen<br />

einer solchen Einteilung wäre es möglich, alle daselbst geleisteten<br />

Wasservegetationsuntersuchungen unter sicli vergleichbar zu machen.<br />

Bis wie weit ist dann in der vorliegenden Untersuchung nach<br />

einer Verwirklichung des oben skizzierten Programmentwurfes gestrebt<br />

worden? Seine restlose Befolgung ist unmöglich gewesen.<br />

Schon die Grösse des in Frage stehenden Gebietes - ganz Finnland-


10 L. jMarisio, Die floristischcn Seetj-peii Finnlands.<br />

slelll crliebiiche Grenzen, denn die Kosten sind ansehnlich und die<br />

zur Verfügung stehende Zeit begrenzt. Weil das Thema ausdrücklich<br />

eine Behandlung in grossen Zügen voraussetzt, hat auch die intensive<br />

Arbeitsweise öfters der extensiven den Platz räumen müssen.<br />

So ist es nicht möglich gewesen, zu einer systematisch durchgeführten<br />

soziologischen Feldarbeit mit ganz bestimmten Probeflächenanalysen<br />

zu schreiten, wie sie zur Methodik der nu)nographischen Erforschung<br />

einzelner Seen gehört. Die Gründe dazu sind nuuinigfach. Vor allem<br />

die grosse Labilität der Wasserpflanzengesellschaften (vgl. ALMQUIST<br />

1929, p. (H) bedingt es aber, dass man zu klar umrissenen und auch<br />

regional anwendbaren Seetypen auf diesem Wege wohl kaum kommen<br />

würde. Jene Labilität und Selbständigkeit der verschiedeneu<br />

Lei)ensformen ist so gross, dass eine klare Trennung der pflanzensoziologischen<br />

I'jnheiten innerhalb einiger wichtigsten Seetypen<br />

L^nnlands undurchführbar ist, wie von VAARAMA (1938, p. 16-01)<br />

ausführlich dargetan worden ist. Wohl kann man hingegen auf<br />

floristisch-ökologischem Wege zu einer botanischen Typeneinteilung<br />

der Seen gelangen, die sich sowohl auf dürftige als auf vegetationsreiciie<br />

Seen übertragen lässt. Eine solche Einteilung gestattet zugleich<br />

auch die Inachtnahme der meisten vom limnologisclien Standpunkt<br />

wichtigsten Umgebungsfaktoren. Auf dem so geschaffenen<br />

Grund ermöglicht sich dann schon ein detailliertes pflanzensoziologisches<br />

Arl)eiten, ja, ist als Ergänzung der Vegetationsbeschreibung<br />

sogar sehr erwünscht.<br />

Als den grössten Mangel der vorliegenden Untersuchung erachte<br />

ich den Umstand, dass es mir auf meinen lleisen nicht möglich war,<br />

vollständige Wasseranalysen eines jeden der untersuchten Seen auszuführen.<br />

Das Mitführen von Wasserproben zwecks später vorzunehmender<br />

Analyse kam ebenfalls nicht in Frage. Dieser Nachteil<br />

wird indessen einigernuissen dadurch aufgehoben, dass bezüglich<br />

einiger Seen Analysen des W^assers in den limnologisclien Arbeiten<br />

von .JÄRNKFB:I/r und VALLE (siehe im Literaturverzeichnis) bereits<br />

vorliegen.<br />

Die in der vorliegenden Untersuchung dargestellte Typeneinteilung<br />

der Seen Finnlands strebt nach einer möglichst grossen Einfachheit,<br />

damit sie auch für andere als einzig für Botaniker und<br />

F'achleute des (iebietes anwendbar wäre. Tritt man an das Ufer eines<br />

Sees heran und ])ildet sich zunächst z.B. an Hand der auf dem See-


Ann. liol. Sof. Zool.-Hot. Fcnn. Vanamo, IT), 11:0 5, 11<br />

grund liegenden Gegenstände, Steine u.dgl. einen annähernden Begriff<br />

von der Farbe und der Sichttiefe des Wassers und schreitet dann<br />

eine kurze Strecke das Ufer entlang, um die Wasservegetation in<br />

Augenschein zu nehmen, so ist man in der Lage, schon daraufhin<br />

mit ziemlich grosser Sicherheit zu schliessen, um welchen Typ oder<br />

wenigstens um welche Typengruppe es sich im betreffenden Falle<br />

handelt - dies ist das praktische Ziel, welches sich die neue Typeneinteilung<br />

gestellt hat. Die Ermittlung solcher möglichst deutlichen<br />

Kennzeichen für jeden Seetyp aus der Gesamtmenge der augenfälligsten<br />

Pflanzengesellschaften, also derjenigen der llelophyten und der<br />

Schwimmblättrigen, erwies sich indessen in manchen Fällen als eine<br />

übermächtige Aufgabe. Besonders hervortretende Dominanten gibt<br />

CS in jenen Gruppen schliesslich dennoch weniger als es die Zahl der<br />

zu unterscheidenden Seetypen voraussetzt, und auch von diesen<br />

Alten können manche in mehr als einem Seetyp dominierend oder<br />

wenigstens als Charakterarten auftreten. Man iiat sich also genötigt<br />

gesehen, in die Typencharakteristik und Typennomenklatur auch<br />

andere Lebensformen, wie die Wasserblattkräuter, die Grundblattkräuter<br />

und selbst die Charazeen aufzunehmen. Ihre Feststellung<br />

erfordert indessen zumeist eine Gelegenheit zum Befaliren des vSees<br />

und auch schon eine einfaciiere Apparatur, was daran angetan ist,<br />

die Untersuchungsarbeit umständlicher zu machen.<br />

Die Grupi)ierung der typischsten Seen des Materials hat keine<br />

grösseren Schwierigkeiten bereitet, weil ein ansehnlicher Teil der zu<br />

untersuchenden Seen aus der Periplierie der Gewässersysteme gewählt<br />

wurde, wo der Einfluss der Kultur und die Wirkung der »Fernumgebung»<br />

(JÄRNEFELT 1929 a, p. 105) auf ein Minimum beschränkt<br />

sind. Dadurch ergab sicli zugleich auch ein möglichst gutes Bild von<br />

der direkten Einwirkung der den See umgebenden losen Bodenablagerungen<br />

sowie des Felsgrundes auf die Wasservegetation und<br />

das Wasser. In der Natur sind aber scliroffe Grenzen selten - die<br />

Natur macht keine Sprünge - also muss es auch Grenzfülle geben.<br />

Die Unterbringung jener Grenzfälle ist denn auch entsprechend um<br />

so schwieriger gewesen, insbesondere wenn mehrere verschiedene<br />

Kultureinwirkungen gleichzeitig mitgespielt haben. Zu mehreren<br />

vieldeutigen Fragen musste ferner Stellung genommen werden, und<br />

hinsichtlich mehrerer hier vorgebrachter Ansichten wird man sicherlich<br />

verschiedener Meinung sein können. Die vorliegende Unter-<br />

2


12 L. Muristo, Die Uoristischeii Seetyi)en Finnlaiuls.<br />

sucliung stellt aber den ersten Versuch dar, die hier skizzierte Frage<br />

mit Geltung für ein ausgedehnteres Gebiet zu lösen. Sie hat meiner<br />

Auffassung nach sclion zum Teil ihren Zweck erfüllt, wenn durch sie<br />

der Grund geschaffen ist, von welchem aus man mittels vollkommnerer<br />

Methoden und durch die ihr anhaftenden Mängel belehrt, daran<br />

schreiten kann, dauerliafte Resultate auszubauen.


II. UNTERSUCHUNGSMETHODEN.<br />

Allgemeines. Bei der praktischen Ausarbeitung des Arbeitsprogramms<br />

ergab sich als erste Schwierigkeit die Ermittlung der<br />

Grundlagen, an Hand deren die Untersuchungsgebiete zu wählen<br />

waren, da ja in die Untersuchung nur ein kleiner Bruchteil der Seen<br />

Finnlands einbezogen werden konnte. Icli betrachtete es am sachgemässten,<br />

dass die Untersuchungsgebiete zum grossen Teil Quellseen<br />

mit möglichst spärlichen Zuflüssen zu sein hatten. Dann bleibt<br />

nämlich der Einfluss der Fernumgebung, dessen Feststellung und<br />

Klärung oft nicht wenig schwierig ist, auf sein möglichstes Minimum<br />

besciiränkt. In solchen Seen gelangt am deutlichsten z.B. die Einwirkung<br />

der geologischen Bescliaffenheit der Umgebung auf die<br />

Lebewelt des Sees zum Ausdruck und auch die übrigen Umgebungsfaktoren<br />

treten liier in ihren klarsten Umrissen hervor. Anidererseits<br />

wälilte ich mir als Untersuchungsgebiete auch eine genügende<br />

Anzahl der in Finnland so allgemeinen in die Gewässersysteme<br />

eingeschalteten Kettenseen aus. Und über dem Ganzen galt<br />

es'dann natürlich, die Untersuchungsgebiete im Hinblick auf den<br />

Gewässerreichtum der verschiedenen Teile des Landes möglichst<br />

"Zweckmässig zu verteilen.<br />

Bestimmend bei der Wahl der Untersuchungsflächen waren zunächst<br />

die praktischen Umstände, vor allem die Kommunikationsverbindungen.<br />

Von lokalen Faktoren waren am wichtigsten die geologischen<br />

und hydrographischen Verhältnisse ebenso wie die Menge<br />

der verschiedenartigen Kultureinflüsse, soweit darüber auf Grund<br />

des Kartenmaterials und der Literatur zu schliessen war. Bei grossen<br />

Seen galt es wiederum ein Gebiet zu wählen, das insbesondere in<br />

bezug auf die Expositionsfaktoren den See möglichst gut repräsentierte.<br />

'


14 L. Muristo, Die Uoristischeii Seetyi)en Finnlaiuls.<br />

Sowohl praktische wie auch wirtschaftliche Gründe, unter den<br />

ersteren besonders die Transportschwierigkeiten, entschieden über<br />

die zu wählenden Untersuchungsmethoden. Als Prinzip galt die Bestrebung,<br />

mit Hilfe möglichst weniger (ieräte und einfacher Methoden<br />

ein dennoch befriedigendes Material zusammenzubringen. Hoffentlich<br />

ist meine vorliegende Untersuchung imstande, als Grundlage<br />

für spätere, mit feinerer Apparatur und nach detaillierteren Untersuchungsmetlioden<br />

ausgeführte Spezialuntersuchungen zu dienen.<br />

Erforschung der Vegetation. Der Wert der ganzen<br />

Untersuchung blieb zum grossen Teil darauf beruhen, nach welchen<br />

Methoden die Erforschung der Vegetation geschehen sollte. Als<br />

nächste bei der Hand standen ja die von den Pflanzensoziologen gebrauchten<br />

Methoden der Vegetationsforschung, die Kartierung, die<br />

Probeflächenaufnahme und die Linientaxierung. Wie aber schon<br />

vorhin (S. 10) bemerkt wurde, wären sämtliche diese Methoden im<br />

Hinblick auf eine derart umfassende regionale Untersuchungsarbeit<br />

weitaus zu zeitraubend gewesen und hätten sich in ihrer jetzigen Form<br />

wohl auch nicht alle zur Herausbringung des gewünschten Resultats<br />

geeignet. Da ausserdem sowohl das Thema,als das Ziel der vorliegenden<br />

Untersuchung die Verlegung des Hauptgewichtes auf die<br />

Betrachtung der Flora voraussetzten, gestaltete sich die Vegetationsforschung<br />

in der Hauptsache lediglich deskriptiv aus. Dagegen ergab<br />

sich die Ermittlung der Frequenz und der Reichlichkeit der einzelnen<br />

Wasserpflanzenarten in jedem Untersuchungsgebiet oder also die<br />

Klarlegung des Anteils einer jeden Art als Komponente der Wasservegetation<br />

als derjenige Umstand, um dessen klarer Hervorbringung<br />

es sich am ehesten handelte.<br />

Die Frequenz der Pflanzenarten ist bei uns bis heute nach der<br />

Frequenzskala von NOBULIN (1871, p. 134): »sehr allgemein», »allgemein»<br />

usf. (Tab. 1) zum Ausdruck gebracht worden. Trotz ihrer<br />

klaren Fassung lassen sich indes bei ihrer Anwendung durch die<br />

Subjektivität der Schätzung bedingte Unterschiede doch nicht<br />

gänzlich vermeiden. Zu dessen Umgehung hat ULVINEN (1937, p.<br />

40-41) als erster eine exakte Anwendungsweise der NoEELiNschen<br />

Frequenzskala zu Zwecken der probeflächenmässigen Vegetationsaufnahme<br />

ausgearbeitet, und neuerdings hat NYBTRÖM (1938)<br />

dieselbe graphisch in einer leicht verwendbaren Form wiedergege-


Ann. Bot, Soo. Zool.-Fiot. iM'nn. Vaninno, IT), n:o T). 15<br />

rabt^lt' I. Du^ in dor vorliegonden UiiLorsiicliung hel'olgl.t' Applik.ifionsfonn<br />

der NouuLiNsclien Frequonzskala,<br />

Frequenzskala nach NORKLIN<br />

soJir allgemein ....<br />

allgemein<br />

ziemlich allgemein ..<br />

hier (Uid da<br />

zieuilicli selten ....<br />

selten<br />

sehr selten<br />

fq<br />

st. Iq<br />

1'<br />

st R<br />

!•<br />

IT<br />

Zahlenwert<br />

der<br />

Frequenz<br />

F)<br />

1<br />

;t<br />

2<br />

1<br />

Anteil der<br />

Bestände an der<br />

gesamten Uferlänge<br />

1/ _ 1 /<br />

/1 /2<br />

Vl«""V32<br />

(732-Ve.)<br />

(Vfl,-Vm)<br />

Anzajil der Fundstellen<br />

bzw. der<br />

Kleinbestände<br />

(6r>- 128)<br />

V2-V4<br />

64)<br />

'A-Vs 1 ! 17-32<br />

Vs-Vi. 'J- 16<br />

-«<br />

2 -<br />

1<br />

ben. Hire Anwendung I)ei meiner Untersuciuing war indes nieiiL<br />

möglich, (la ich mich keiner Pr()l)cflächen bedient iuibe. Doch kam<br />

es bei der vorliegenden Untersuchung gerade auf eine genaue Schätzung<br />

der Frequenz an, die - abgesehen von ULVINKN - in allen frülieren<br />

Wasservegetationsuntersuchungen ja lediglich einzig auf den»<br />

subjektiven Urteil des einzelnen Forschers beruhend geblieben war.<br />

Dies wiederum ist Ursache dazu, dass die früheren Wasservegetationsuntersuchungen<br />

von diesem Standpunkt aus nicht ohne weiteres<br />

untereinander vergleichstauglich sind. So formte sich allmählicii<br />

nach dem ersten Arbeitssommer jene auf die höhere Wasservegetation<br />

applizierbare Modifikation der NoiuiLiNschen Frequenzskala<br />

aus, deren ich mich bei der Aufzeichnung der 1 läufigkeitswerte bedient<br />

habe (Tab. 1). Diese gründet sich darauf, dass nuin vom Ruderboot<br />

oder vom Ufer aus, die Uferlinie folgend, die Länge des von einer<br />

Art gebildeten Bestandes, oder eines solchen Mischbestandes, an<br />

dessen Bildung diese Art beteiligt ist, schätzt und notierl. Daraus<br />

oder aus der Längensumnu! jener Bestände ergibt sich dann durch<br />

Schätzung, einen wie grossen Teil der Uferlinie des zu untersuchenden<br />

Sees oder Teiles desselben die betr. Art eingenommen hat, wonach<br />

die Wiedergabe des Frequenzwertes in der angegebenen Weise erfolgt.<br />

Bei einzeln oder in kleinen Beständen anftretenden Arten wird entsprechend<br />

die Zahl der Vorkommnisse oder der Bestände vermerkt.<br />

Die Tabelle zeigt, dass, wenn man sich bei der Mitte der Skala<br />

und damit bei den am schwierigsten l)estimmbaren Fällen befindet,<br />

man oft auf zwei Wegen zum Endresultat gelangen kann, oder we-


16 L. Muristo, Die Uoristischeii Seetyi)en Finnlaiuls.<br />

nigstens lässt sich das Resultat in dieser Weise kontrollieren. In<br />

solchen Fällen, wie es z.B. Abb. 1 zeigt, wo neben ein paar ausgedehnteren<br />

Phragmites communis-Beständen mehrere ganz kleine<br />

Vorkommrtisse zu sehen sind, bezüglich deren man unter Befolgung'<br />

Abb. 1. Scheinatische Darstolliing einer Sainiaa-Jiuclil etwa 8 kiTi südlich von<br />

Puumala. - Weiss: liauptsächlicli Luftblattkräuter; schwarz: Phragmites-,<br />

Kreise: Schwinunblattkräuter; punktierte Linie: äussere Grenze der Ornndblattkrautbestände;<br />

Kreuze: Steine.<br />

verschiedener Taxierungsgründe zu antereinander etwas abweichenden<br />

Resultaten kommen würde, ist stets dasjenige Resultat massgebend,<br />

das sich durch Berechnung des Längenanteiles der Bestände<br />

an der Länge der Uferlinie ergibt. Mit (k^rlei hat man es nuMstens<br />

gerade bei den Helophyten zu tun.<br />

Ganz ohne Nachteile ist auch diese Metiu)de niclrt. Am schwierigsten<br />

ist ihre Anwendung bei gewissen kleinen und seichten Seen,,<br />

die völlig oder wenigstens nahezu ganz von einer Vegetation eingenommen<br />

sind, wie z.B. die Seen Nr. 106 Ylisenjärvi und Nr. 129<br />

Mustfinnträsk. Dann habe ich mir die weiter vom Ufer gelegenen<br />

Bestände, besonders im Falle deren grösserer Ausdehnung, auf die<br />

Uferlinie projiziert gedacht und dann die Frequenz in der oben beschriebenen<br />

Weise bestimmt. Bei kleineren Beständen entschied die


Ann. Bot, Soc. Zool.-Hot, Fenn. Vananio, 15, n:o 5. 17<br />

Anzahl. An die Taxierung der vegetationsbeiierrscliten Uferanteile<br />

gewöhnt man sich im Felde schnell. Der entstehende Fehler wächst<br />

dann nicht über einen Skalengrad hinaus, und die gleiche Fehlermöglichkeit<br />

ergibt sich ja in Grenzfällen selbst bei der Kartierung.<br />

Die Taxierung erfolgte gewöhnlich erst nach einmaligem Inspektionsgang<br />

um das zu untersuchende Wassergebiet. Soweit möglicli wurde<br />

dabei für die endgültige Taxierung ein liöher gelegener Uferpunkt<br />

aufgesucht, von wo aus sich ein guter Überblick über die betreffende<br />

Fläche als Stütze für die Annotationen und zur Bestätigung der<br />

zuvor erhaltenen Taxierungsergebnisse erbot.<br />

Je grösser das zu untersuchende Wassergebiet ist, desto schwieriger<br />

wird die Anwendung der Skahi auf Grund einer i)h)ssen okulären<br />

Schätzung. Im Laufe der Untersuchung hat es sich jedoch gezeigt,<br />

dass auch z.B. an den grossen Binnenseen ein Untersuchungsgebiet,<br />

das eine Uferlänge von etwa 10 km in sicii einschliesst, völlig zur<br />

Charakterisierung der Vegetation, wenn nicht immer des ganzen<br />

Sees, so doch immerhin eines grossen Teiles desselben genügt, vorausgesetzt,<br />

dass die Wahl des Untersuchungsgebietes unter Berücksichtigung<br />

der vorgenannten Gesichtspunkte stattgefuntlen hat. Den<br />

genannten Wert an Grösse übertreffende Untersuchungsflächen wurden<br />

indes nur in Ansnahmefällen gewählt, einige Seen, deren Uferlänge<br />

reichlich ül)er 10 km lieträgt, wurden allerdings in ihrer Gesamtheit<br />

untersucht.<br />

Wie vorhin (S. 15) bereits erwähnt, wurde diese Taxierungsmethode<br />

erst im zweiten Arbeitssommer in Gebrauch genommen.<br />

Indem ich aber im ersten Sommer in sonstiger Minsicht noch genauere<br />

Aufzeichnungen über die Zusammensetzung der Vegetation<br />

ebenso wie die Häufigkeit der einzelnen Arten in den untersuchten<br />

Seen machte, haben sich diese Angaben nachträglich wohl auf die<br />

endgültige Frequenzskala übertragen lassen.<br />

Während der ganzen Untersuchung wurde das I lauptaugenmerk<br />

auf die eigentlichen Wasserpflanzeniirten (LINKOLA 1933 a) gerichtet.<br />

Doch liaben audi eine Menge andere sog. »Uferpflauzen» Berücksichtigung<br />

gefunden, die sowohl im Supra- als im Eiditoral wachsen,<br />

die aber LINKOLA (1. c.) nicht zu den Wasserpflanzen im eigentlichen<br />

Sinne zählt. Bezüglich dieser letzteren sind jedoch die mitgeteilten<br />

Frequenzangaben weniger vollständig. Nach den Aufzeichnungen des<br />

Sommers 1930 lassen sich auch keine Frequenz- oder Beichlichkeits-


IN i.. Marisin. Dit* floristisehen Seelypen Finalaiuls.<br />

zahlen für «lie Uferpflanzen angeben, sondern icli bin genötit worden,<br />

mieli lediglich mit einer blossen Angabe des Vorkommens bzw.<br />

Pehlens der betr. Art im untersuchten" Gebiet zu begnügen (Tab. 2<br />

inul Beilage). Bei Seen mit spärlicher Vegetation sind die die Uferpl'lanzen<br />

betreffenden lläufigkeitsangaben am genauesten, da es ihretwegen<br />

nicht nötig wurde, jedesmal aus dem Boot ans Land zu steigen.<br />

Umgekehrt sind wiederum bei flachuferigen Seen mit breiten, das<br />

Ufer umsäumenden Höhrichten, wie z.B. Nr. 113 Uidasjärvi,Nr. 129<br />

Sääksjärvi u.a., die betr. Angaben mangelhaft, da es an Zeit fehlte,<br />

i den ganzen See auch vom Ufer aus zu inspizieren. Die Aufzeichnun-<br />

1 gen beziehen sich daher auch lediglich auf Sticliprobeti von zahlreichen<br />

JUferpunkten ringst um den See.<br />

Dass von den eigentlichen Wasserpflanzen - besonders trifft dies<br />

für die Wasser- und die (irundblattkräuter zu - hin und wieder<br />

irgend ein Kleinbestand unbemerkt geblieben oder die betr. Art im<br />

untersuchten Gebiet trotz fleissigen Dredschens ganz übersehen worden<br />

sein kann, ist zu verstehen. .Te trüber das Wasser des Sees ist.<br />

desto grössere Möglichkeiten sind dazu vorhanden. Die Bedeutung<br />

jener Arten als Vegetationskom[)onenten ist indessen in solchen Fällen<br />

gering, und man kann auch sagen, dass die Frecjuenzwerte derjenigen<br />

Arten, die der Vegetation eines Sees ihr physiognomisches Gepräge<br />

verleihen, stets zuverlässig sind, da es sich dabei ja vorzugsweise<br />

um Ilelophyten- oder Schwimmblattkräuter handelt, deren Beobachtung<br />

am leichtesten ist. - Aus allem Obenangeführten folgt,<br />

«lass die in den Häufigkeitswerten möglicherweise hervortretenden<br />

Fehler durchgehends in der gleichen Bichtung liegen, d.h. die Werte<br />

sind in dem Fall etwas zu niedrig.<br />

Ausser der Frequenz Vv^urde auf jeder Untersuchungsfläche auch<br />

die Reichlichkeit der einzelnen Wasserpflanzenarten ermittelt, und<br />

zwar nach~der"allgemeinen Reichlichkeitsskala NORRLIÖVS, die sich<br />

mit der von mir gebrauchten Frequenzskala recht gut in Einklang<br />

t)ringen lässt. Sie erwies sich zugleich auch als die zweckmässigste<br />

im Gebrauch bei raschem Arbeiten und hatte ausserdem den Vorteil,<br />

dass sie eine kurze zahlenmässige Wiedergabe der Reichlichkeit in<br />

der gleichen Weise wie auch die Frequenzskala NORHX,INS gestattete.<br />

Als Nachteil ergibt sich für diese allgemeine Reichlichkeitsskala<br />


Ann. Bot. Sor. ZooL-Iiot. Fenn. Vananio, 15, n:o "). li)^<br />

tiir die Wasservegetationsforseliiui}.«, wie vorhin bei der Frequenz,<br />

ist viel schwieriger. Ein paar Beispiele mögen dies beleuchten. In<br />

einem üntersuchungsgebiet mit offener Wasserfläche finden sich<br />

am Windufer hier und da im Schutze von Steinblöcken kleine<br />

Bestände von Phragmites communis mit nur einigen Stengeln in<br />

0.5-1 m Entfernung voneinander. In ein paar geschützten Buchten<br />

ist es dagegen zur Bildung von recht ausgedehnten Schilfröhrichteri<br />

gekommen, in denen durchschn. 20-25 Sprosse auf dem Quadratmeter<br />

stehen. Als Reichlichkeit ist dabei der mittlere Keichlichkeitswert<br />

anzuschlagen, der sich durch Taxierung sämtlicher Schilfröhrichte<br />

des Untersuchungsgebietes und unter gleichzeitiger Berücksichtigung<br />

des durchschnittlichen Zahlenverhältnisses der dichten<br />

und der lichten Bestände ergibt. Im zweiten Fall stösst man in<br />

den verschiedenen Teilen eines Sees auf 5-20 m^ grosse Bestände<br />

von Ranimciiliis pelialus, überdies kommt aber die Art dort audi<br />

vereinzelt vor. Als Heichlichkeit ist auch hier der Mittelwert zwischen<br />

der taxierten Individuenzahl der Bestände sowie der Einzelvorkommnisse<br />

zu betrachten, und zwar nach wie vor mit Bezug auf das gegenseitige<br />

Zaiilenverliältnis beider.<br />

Aus diesen Beispielen ist ersichtlich, dass man auf diese Art in<br />

der Reiciilichkeit dem Dichtebegriff erheblich nahe kommt, und in<br />

den meisten Fallen gibt auch der Ueichlichkeitswert direkt den verallgemeinerten<br />

Diclitegrad an. Hierzu gelangt man, denn würde man<br />

in den Reichlichkeitsl)egriff eine Taxierung der Anzahl der Vorkommnisse<br />

auf der betreffenden öntersuchungsfläche einbegreifen,<br />

so wäre er mit dem Frecjuenzbegriff im oben dargelegten Sinne alsbald<br />

identisch.<br />

Die in der vorliegenden Arbeit mitgeteilten Reiithlichkeitswerle<br />

gründen sich also auf eine ziemlich subjektive Schätzung, die neben<br />

der lläufigkeitstaxierung an Hand der auf jeder einzelnen Untersuchungsfläche<br />

gemachten Aufzeichnungen durchgeführt worden isl.<br />

Sie besitzen also nicht den gleichen Genauigkeitswert wie die Frequenzzahlen,<br />

eignen sich aber auf jeden Fall vorzüglich als Komplettierung<br />

der kurzen Vegetationsbeschreibung, bilden wohl auch die<br />

einzige Möglichkeit zur zeitersparenden Wiedergabe der Reichlichkeitsverhältnisse<br />

der einzelnen Arten in einer derart extensiven Untersuchung.<br />

Die bei Wasservegetationsuntersuchungen oft gebrauchte-<br />

Methode der Abundanzbereciuuing (VAHEHI 19H2; POH.TALA 1933;


20 /-. Maristo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />

MARISTO 1935; u.a.) liätte indessen in einer so beweglichen und<br />

raschen Untersuchungsarbeit wie die vorliegende einen allzu beträchtlichen<br />

Zeitaufwand erfordert. Ich habe zwar in Helophytenbeständen<br />

einige Sprosszählungen auf Probequadraten zu 1 m^ unternommen,<br />

nicht aber so viel und auch nicht so planmässig, dass sich<br />

die erhaltenen Zahlen zur Wiedergabe der Reicliliclikeit verwerten<br />

Hessen.<br />

Die übrige Vegetatioiisuntersuchung hat sich dann lediglich darauf<br />

beschränkt, dass icli von einigen typischen Ufergebieten rasche<br />

Ivartenentwürfe gemacht habe; die Al)stände gründen sich dabei<br />

z. T. auf Schätzung, z. T. bediente ich mich eines kleinen optischen<br />

Abstandsmessers. Ebenso habe ich einige rechtwinklig vom Ufer<br />

gegen das offene Wasser verhiufende Vegetationsprofile ausgearbeitet.<br />

'<br />

Das AufsucJien der submersen Arten ebenso wie die Ermittlung<br />

ihrer Frequenz und Heichliclikeit fanden einzig mit Hilfe der<br />

Dredsche statt, wenn das Wasser<br />

so schwach durchsichtig war,'<br />

dass das unbewaffnete Auge<br />

nicht ohne Scliwierigkeiten bis<br />

zum Seegrund hinabzudringen<br />

vennociite. Die von mir gebrauchte<br />

Dredsche liat 10 Zinken<br />

und einen bleiernen Rumpf<br />

(Abb. 2); ilire Masse sind: Gewicht<br />

1.5 kg, Länge des Kumpfes<br />

IG cm und Durchmesser 3 cm,<br />

Länge der Zinken 12 cm. Dieser<br />

Typ hat sich von allen anderen,<br />

deren ich mich zuvor<br />

bedient liabe, am zweckmässigsten<br />

erwiesen; die Dredsche<br />

stellt sich am Seegrund stets<br />

auf ihre Zinken und sammelt<br />

auch alle kleineren Pflanzen-<br />

. individuen auf. Ihres Gewich-<br />

Abb, 2. Der ]tci der vorlioj'cuden Untei'- , , i i • i • j<br />

, ttJS wegen habe ich sie danesuchung'<br />

verwtMitlel.e Bodenstecher, gc- "<br />

öffnet 11 nd ühno Stiel. Daneben die hen auch zur Messung der Washre


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, li"), nro 5. 21<br />

E r m i L11 II n g der wichtigsten S t a ii d o r t s f a kt<br />

o r e n. Die Beschaffenheit und Korngrösse des Seebodens wurde<br />

stets okular bestimmt. Vom Standpunkt einer Klärung der Ökologie<br />

der einzelnen Arten wären natürlich erschöpfende,Bodenanalysen<br />

sehr wünschenswert gewesen, ihre Durchführung erwies sich aber<br />

aus mehr als einem Grunde unmöglicii. Zur Wiedergabe der Korngrösse<br />

des Seegrundes habe ich mich der allgemeinen Skala Stein-,<br />

Grus-, Sand-, Feinsand-, Schluff-, Sandlehm- und Lehmboden bedient.<br />

Die Nomenklatur der Bodenarten richtet sich wiederum in<br />

der Hauptsache nach LUNDQVIST (1927). Zur Probeentnahme in der<br />

Litoralzone habe ich einen einfachen, leicht transportablen Apparat<br />

konstruiert. Es ist ein 35 cm langes und 3 cm im Diameter messendes,<br />

an seinen beiden Enden offenes Stahlrohr (Abb. 2), der Länge<br />

nach so aufgespalten, dass die beiden Hälften gegeneinander um<br />

ein Scharnier drehbar sind, so dass das Rohr sich-also öffnen und<br />

schliessen lässt; der Verschluss wird durch Stahlfederung zustandegebracht.<br />

Am oberen Ende des Rohres ist eine Tülle angebracht, vermittels<br />

welcher das Rohr an einen als Stiel dienenden Stab befestigt<br />

werden kann, den man sich jederzeit aus dem naheliegenden Wald<br />

holen kann. Die Länge des Stieles wiederum bestimmt die mögliche<br />

Tiefe der Probeentnahme. Beim Eintreiben des Rohres in den Seegrund<br />

tritt das Wasser durch das obere Ende aus. Die geringe Stärke<br />

der Rohrwandung bewirkt, dass die Bodenprobe beim Stechen nur<br />

wenig zusammenschrumpft. Von der Beschaffenheit des Bodens<br />

ebenso wie dem i)eim Stechen entwickelten Kraftaufwand hängt<br />

wiederum ab, wie tief der Bodenstecher einzudringen vermag,<br />

(jleich nach erfolgten Stechen wird das Rolir wieder ausgehoben<br />

imd die Verschlusshaken geöffnet, und die Probe kann nun sofort in<br />

Augenschein genommen werden. In einen besonders weichen Bodenschlamm,<br />

wie z.B. beim See Nr. 135 Sotkajärvi, kann das Rohr weil<br />

über einen Meter tief eindringen. Auch in solchem Fall erhält man<br />

jedoch gewöhnlich eine befriedigende Bodenprobe aus der ersten<br />

festeren Bodenschicht, deren Tiefe sich wenigstens annähernd an<br />

dem am Rohrstiel haften gebliebenen Schlamm berechnen lässt. In<br />

den meisten Fällen funktionierte dieser einfache Bodenholer einwandfrei.<br />

Seine grösste Anwendungstiefe belief sich in nieinen Untersuchungen<br />

auf etwa 4 m.<br />

Von meinen Beobachtungen bezüglich der Eigenschaften des<br />

Wassers mag zunächst die Transparenz erwähnt werden. Ihre Er-


22 L. Maristo, Die floristischcn Seetypeii Finnlands.<br />

riiittluiij» erfolgte mit einer weissen Secclii-Normaischeilje von 25 cm<br />

Durchmesser, stets vom Boot in der Weise, dass die Scheibe jedesmal<br />

an der Schatten- l)zw. Leeseite des Bootes hinab in das Wasser gelassen<br />

und dann das geschirmte Auge dicht über (ier Wasseroberfläche<br />

lialtend mit dem Bück verfolgt wurde, wobei ich mich bemühte,<br />

jede störende Wasserbewegung möglichst zu vermeiden. Die Scheibe<br />

wurde zuerst so weit hinabgelassen, bis sie völlig verschwand, und<br />

dann wieder langsam gehoben, bis ihre Umrisse im Wasser sichtbar<br />

wurden. Soweit möglich wurden die Messungen der Sichttiefe zur<br />

Mittagszeit zwischen 10 und 14 Uhr bei vollem Sonnenlicht ausgeführt.<br />

Bei der Bestimmung der Farbe des Wassers habe ich mich stets<br />

einzig auf nu^inen }nirl)sinn verlassen. Die Bestimmung erfolgte<br />

jedesmal unmittelbar nach vollzogener Sichttiefenmessung so, dass<br />

ich die Secchischeibe wieder auf etwa ein Viertel der ermittelten<br />

Sichttiefe zurück ins Wasser senkte und sodann die Farbe notierte,<br />

wie sie gegen die Scheibe zu sehen war.<br />

Der Wasserstoffionenkonzentration des Wassers ist in ökologischen<br />

Wasservegetationsuntersuchungen schon lange der Wert eines<br />


Ann, Bot. Soo. Zool.-Kol, Penn. Vaniuuo, 15, n:(» 5. 2H<br />


If v i<br />

7<br />

III. BESCHREIBUNG DER UNTERSUGHUNGS-<br />

GEBIETE.<br />

Zu den in diesem Abschnitt erfolgenden kurzen Beschreibungen<br />

der einzelnen Untersuchungsgebiete seien nachstehend noch einige<br />

zusätzliche Erläuterungen vorausgeschickt.<br />

Bei grösseren, Kettenseen wird gewöhnlich ausser dem Namen<br />

,(ies Hauptsees auch der Name desjenigen Seeabschnitts genannt, in<br />

dessen Bereich' die untersuchte Fläche liegt. Diesem (finn. »järvi»<br />

,= See) folgt dann in Klammern die Angabe des Kirchspiels bzw.<br />

der Kirchspiele, die vom Untersuchungsgebiet berührt werden.<br />

.Die geograi)hische Breitenangabe bezieht sich bei grösseren Seen<br />

lediglich auf das untersuchte Gebiet. Die Flächenausdehnung der<br />

Untersuchungsg^biete ,hat sich durch, Berechnung vermittels einer<br />

Glasscheibe mit quadratischer Teilung von den Kartenblättern des<br />

ökonomischen Kartenwerkes (1:100 000), in einigen Fällen von topographischen<br />

Messtischblättern oder, falls beide nicht verfügbar, von<br />

der Generalkarte (1:400 000) ergeben. Die Höhenangaben entstammen<br />

hauptsächlich den ökonomischen Kartenblättern, ferner verschiedenen<br />

finnischen oder älteren russischen topographischen Messtischblättern,<br />

den Jahrbüchern des Hydrographisclien Bureaus, den<br />

Streckenprofilen der Eisenbahnverwaltung sowie den Archiven der<br />

Weg- und Wasserbauverwaltung; für eine Menge von Seen waren<br />

indessen überhaupt keine Höhenangaben aufzubringen. Die Längenmasse<br />

der Seen sind aus den gleichen Kartenblättern wie das Areal<br />

errechnet worden.<br />

Nr. 1. L o m m t r ä s k (Pohja). 03' N, O.i? km^, 26 m ü.d.M.<br />

Grösste Länge 750 m W-E. - 10. VH. 1936.<br />

Abflussloser, von Reisermooren und Hügeianhöhen umgebener<br />

Waldsee am seicht abfallenden Westhang des Lolijanselkä. Der Seegrund<br />

besteht im Litoral fast durchgehends aus Dy. An ein paar


Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 25<br />

Stellen erstreckt sich ein Felsenansläufer bis an das Ufer, der grösste<br />

Teil des letzteren wird aber von einer Torfböschung gebildet. Das<br />

Wasser ist gelbbraun, die Sichttiefe beträgt 1.4 m, pH 5.9.<br />

Die Wasservegetation ist ungewöhnlich dürftig. Dem Schachtelhalm<br />

begegnet man spärlich in einigen Buchten und an einer Stelle<br />

stehen einige Phragmiies-Stengel. Die Schwimmblattkräuter sind<br />

einzig durcli Nuphar luteum vertreten. Wasserblattkräuter kommen<br />

überhaupt nicht vor und von Grundblattkräutern wurde nur etwas<br />

Lohelia gefunden. Von Uferpflanzen waren nur Carex rosirata,<br />

C. lasiocarpa und Memjanihes irijoliaia spärlich zu finden.<br />

Nr. ^^S u o v a n j ä r V i (Suistamo). G2° Ol' N, 1.63 km^, 162 ni<br />

ü.d.M.'^Länge 4.o km NW-SE, grösste Breite O.s km. Grösstenteils<br />

weniger als 2 m tief, tiefster Punkt 7.85 m (VALLE 1928, p. 209). -<br />

6. VIII. 1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus Gneisgranit. An den Ufern ist die<br />

'Moräne vorherrschend, doch gibt es auch reichlich Torf, so besonders<br />

am Ostufer. Der Seegrund besteht aus Grus oder Sand und<br />

ist von einer Dyschicht von variierender Dicke bedeckt. Auch See-<br />

Erz begegnet man einigermassen. Der See ist von Staatsforsten<br />

umgeben, die Wälder vom Vaccinium- oder Calhmn-Typ oder<br />

Reisermoore enthalten. Auch etwas Äcker gibt es, denn am Ostufer<br />

liegen einige Neusiedlungen. Zuflüsse erhält der See nur durch einen<br />

Bach vom nahegelegenen Petäjärvi. Abfluss am Nordende. Farbe<br />

des Wassers braun, Sichttiefe 1.3 m, pH 5.8.<br />

Häufigster Helophyt ist Phragmiies communis, ist aber nur hier<br />

und da in sehr lichten Beständen anzutreffen. Von Equisetum<br />

limosum waren nur zwei Bestän(,le vorhanden. Die Schwimmblätlrigen<br />

sind schon etwas reichlicher vertreten, am häufigsten die beiden<br />

Nuphar-Arten, doch auch Spargaiüum affine wurde an einigen<br />

Stellen gefunden. Wasserblattkräuter traf ich überhaupt<br />

nicht an, und auch von Grundblatlkräutern wurden nur IsoStes<br />

lacusire und Lobelia dorlmanna gefunden. Erstere Art trat am reichlichsten<br />

am Nordende des Sees auf, das auch im übrigen die reichlialtigste<br />

Flora aufwies. Am Ufer waren Lysimachia ihijrsiflora und<br />

unter den Seggen Carex rostrata die häufigsten Arten (Abb. 15). Wassermoose,<br />

insbesondere Drepanocladus trichophijllus, gab es reicldicli.<br />

Nr. 3. Äglä järvi (Korpiselkä). 62® 19'N, 7.9 (7.5) km^,<br />

165 m ü.d.M. Inselreich und von unbestimmter Form, grösste<br />

'Länge 6.2 km NW-SE. Das untersuchte Gebiet, reichlich l km-,<br />

umfasst die mittleren und südlichen Teile des Sees. - 11. VIII. 1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus Gneisgranit und tritt besonders auf<br />

den Inseln zutage. Im untersuchten Gebiet ist die Moräne die vorherrschende<br />

Bodenart, am Nordende des Sees gibt es in reichlichem<br />

'Umfang auch Torfufer und am Westufer Osmaterial. Der Seegrund


")() L. Marislo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />

hesleiil vorwiegend uus Sand oder aus Grus, nur in den Buchten<br />

ist der Sand von einer verschieden starken Dyscliicht bedeckt;<br />

aucli See-Erz wurde notiert. Die Ufer sind zur Hauptsache von<br />

Heidewald oder Reisernioor eingenommen, Ackerflächen treten<br />

in nennenswerterer Menge nur heim Dorf Ägläjärvi an den See<br />

heran. Zuflüsse erhält der See aus verschiedenen KicJitungen von<br />

einigen Teichseen. Abfluss am Ostufer. Farbe des Wassers braun,<br />

Sichttiefe 2.o m, pH 5.8.<br />

Die Wasservegetation ist äusserst dürftig, in grösserem Ausniass<br />

begegnet man ihr nur beim Dorf sowie bei der den westlichen<br />

und den östlichen Seeabschnitt verbindenden Wasserenge. Häufigste<br />

Art ist Eqiiiselum, obwolil auch ihr Frequenzwert recht niedrig<br />

bleibt. An folgender Stelle steht Phragmiles, und in geringer Menge<br />

wurde auch Scirpus Inciisler angetroffen. Die Schwimmblättrigen<br />

sind durch fünf Arten vertreten; die beiden Njip/mr-Arten sind die<br />

liäufigsten. Die Wasserblattkräuter fehlen völlig. Von Grundblattkräutern<br />

wurden (in der Häufigkeitsreihenfolge aufgezählt)<br />

Lobelia dorimanna, Isoetes laciistre und Ranunculus reptans angetroffen.<br />

Carex lasiocarpa, die häufigste der Uferpflanzen, wuchs<br />

hier und da zerstreut oder in kleinen Beständen. Wassermoose<br />

traf ich nicht an.<br />

Nr. 4. Hietajärvi (Suojärvi). ()2°17'N, l.i km2, 174 m<br />

u.d.M. Länge I.9 km NW-SE, grösste Breite l.i km. - 12. VHI. 1938.<br />

Der am Ostufer zutage tretende Felsgrund bestellt aus Gneisgranit.<br />

Unter den losen Bodenarten herrscht am Westufer meist<br />

der Torf, an den übrigen Ufern der Sand und die Moräne. Der<br />

Seegrund besteht in der Hauptsache aus Grus oder Sand, untermischt<br />

mit grossen Steinblöcken (Abb. 26). Der See ist ringsum von<br />

unbesiedelten Waldböden umgeben. Am Westufer trennt ein niedriger<br />

Schotterwall den See von einem ausgedehnten Reisermoor. In<br />

(las Nordende mündet ein kleiner Bach, der Abfluss liegt am Südende.<br />

Das Wasser ist braun, Siclittiefe 1.8 m, pH 6.0.<br />

Verhältnismässig spärliche Wasservegetation. Häufigster lielophyt<br />

ist Phragmiies in lichtem Stand hier und da. Die Schachtelhalmbestände<br />

sind zwar dichter, treten aber in geringerer Zahl<br />

auf. Die Schwimmblättrigen sind nur durch die beiden Nuphar-<br />

Arten nebst ihrem Hybrid sowie durch Sparganium affine vertreten;<br />

am häufigsten tritt Nuphar luteum auf. Von Wasser-Schwimmblattkräutern<br />

wurde nur ein recht bedeutender Potamogeton alpinus-<br />

Bestand angetroffen, von den eigentliclien Wasserblattkräutern<br />

nur ein Vorkommnis von Utricularia intermedia an der Bachmündung.<br />

Das reichste Kontingent der Wasservegetation repräsentieren<br />

die Grundblattkräuter, denen man u.a. am sandigen Anlandungsufer<br />

begegnete; häufigste Art Isoetes lacustre. Beachtung verdient<br />

die Auffindung von Subularia aquatiea. Lijsimachia thijrsiflorai^ar<br />

an den Ufern häufig zu finden. Häufigste Segge Carex lasiocarpa.


Ann. Hot. Soc. Zool.-liot. I'Y'iin. Vanaino, 15, 11:0 5. 27<br />

Nr. 5. S V e d j a L r ä s k (Karjaa). ()()° 03' N, (i ha, 39 in ii.d.M.<br />

(russ. topogr. MessUschhl.). Naliezii 500 111 langer und mindestens<br />

T) m tiefer See auf dem Os Loiijanselkä. - 10. VH. 193().<br />

Das Ostufer besteht aus Osniaterial, das Nordufer aus Sand,<br />

sonst herrscht die Moräne vor. Der See ist von Kiefernheide uingehen,<br />

Kullurfläciien kommen nicht vor, am Südufer steht aher eine<br />

Bahnwärterstube. Einen natürlichen oberirdischen Abfluss hat der<br />

See nicht, am Nordufer befindet sich aber ein künstlich angelegter<br />

kleiner Abzugsgraben. Entgegen dem, was man von einem solchen<br />

Os-See zu erwarten, ist das Wasser braun. Die Sichttiefe beträgt<br />

1.2 m, pl I 6.0.<br />

Die Vegetation ist recht spärlich. Am meisten findet man Schwimniblattkräuter,<br />

als wichtigste Art Niiphar luteum. Der Schachtelhalm<br />

umsäumt in lichtem Stand die Ufer, von Phragmilcs findet nu\n nur<br />

einen einzigen Bestand am Nordostufer. Am südlichen (irusufer findet<br />

sich ein schmaler Lobelia-Ciürtoi, von sonstigen (irundblatlkräutern<br />

war aber nur Scirpus acicularis vorhanden. Wasserblatlkräuter fehlen.<br />

Wichtigste Uferpflanze Care.v lasiocnrpa.<br />

Nr. 6', V i r o j ä r V i (Luumäki), t)0° 51' N, 0.7 km^ 7() m u.d.M.<br />

(irösste Länge mehr als 2 km N-S, Breite 200-300 m. - 13. VIL<br />

11)38.<br />

Abb. ',]. Nr. 0 Virojürvi. Liclitor Schaclitelliulnibestand mit schön ausgübildelein<br />

Nymphaea Candida - Nuphar luleuni -(}nvie\.


28 L. Maristo, Die i'Iorislischen vSeety[)eii Fiiinlaiuls.<br />

Der am Osluler stelleiiwoise zum Vorsclieiii kommeiule Fcls-<br />

^riHul besteht aus llapakivigranit. Unter den losen B()denal)lageriingen<br />

ist die Moräne vorherrschend, in einigen Buchten stösst<br />

man ausserdem auf etwas Torfufer. Am Seegrund herrschen Grus<br />

und Sand, in grösserer Tiefe hegt zuol)erst eine dünne Schhimmsciiicht.<br />

Stellenweise wiederum herrsciit der Dyboden. Kulturflächen<br />

gibt es in der Nähe des Ufers nur wenig, im übrigen sind<br />

die Ufer von einem als Viehweide benutzten Miscliwald eingenommen.<br />

Das Ostufer ist im allgemeinen höher ansteigend als das Westufer.<br />

Zuflüsse eriiält der See von kleinen Teichseen; der Abfluss<br />

befindet sich am Südendc. Das Wasser ist braun, Sichttiefe l.cm,.<br />

pll 5.9.<br />

Vorliersschende Art ist Eqiiiselum limosum. Sciij)iis eupaliisier<br />

begegnet man ebenfalls hier und da, hauptsächlich auf dem Sandboden,<br />

aber Phidcjinites tritt schon relativ selten auf. Die Wasserblattkräuter<br />

fehlen völlig. Schwimmblättrige sind dagegen reichlich<br />

vorhanden, stellenweise zieht sich ausserhalb des Schachtelhalmgürtels<br />

ein deutlich ausgebildeter Wasserrosengürtel mit Nijmphaea<br />

Candida und Nuphar luteum das Ufer entlang (Abb. 3). Auch<br />

Ghjceria fhiilans ist hier, wohl infolge der Beweidung, als häufige<br />

Art zu finden. Von Grundblattkräutern begegnet man nur Isoetc.s<br />

lacusirc in licliter Verteilung, desgleichen etwas Elatinc Iiijdropiper.<br />

Eine relativ häufige Art ist auch Lijsimachia thyrsiflora. Häufigste<br />

Segge ist Carex rosirata. Auch das Wassermoos Fontinalis antipijreiica<br />

wurde in geringer Menge angetroffen.<br />

Nr. 7. V a i n o 1 a n j ä r v i (Luumäki). (>0° 56' N, etwa 1 km^,<br />

72 m ü.d.M. Grösste Länge 1.2 km W-E; viele liuchten. - IL VIL<br />

1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus Rapakivigranit. Lose Ablagerungen<br />

sind am Südufer der Torf, am Nordwestufer der lleidesand, an<br />

den übrigen Ufern hauptsächlich die Moräne. Der Seegrund ist<br />

von wechselnder Beschaffenheit. Es gibt steinigen (irund, Grusund<br />

auch Sand, in den Buchten des Südufers stösst nuin auf Dy.<br />

Die menschliche liesiedhing ist an den Ufern nur durch einige Sommerwohnungen<br />

vertreten, Ackerflächen sind nur dem Namen nach<br />

vorhanden. Das Süd- und das Südwestufer sind von Reisermoor<br />

beherrscht, die übrigen Ufer sind bewaldet. ]])er Vainolanjärvi<br />

ist ein zwischen den Salpausselkä-Wällen gelegener zuflussloser Quellsee;<br />

der Abfluss liegt am üstufer. Die Farbe des Wassers ist braun,<br />

die Sichttiefe beträgt Lo m. Das Wasser ist überdies reclit eisenhaltig,<br />

wie es die an der Dredsche haften bleibenden See-b>zplatten<br />

/eigen. pH ü.3.<br />

Unter den Ilelophyten dominiert Eqniselum limosum, nennenswertere<br />

Röhrichte sind aber nicht vorhanden. Die Wasserblattebenso<br />

wie die Wasser-Schwimmblattkräuter fehlen völlig, und


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bol. Feiin. Vaiiaiuo, 15, n:o 5. 29<br />

auch von den ScInviininhläUrigeii ist nur Niiphar lulciini verhältnismässig<br />

häufig zu finden, (lanel)en eine , wahrsciieinlich<br />

S. affine. Von den Grundblattkräutern seien erwähnt Lobdia<br />

dorlmanna und Isoefes echinosporum, denen man aui" härterem<br />

Boden in lichter Verteilung begegnet. In einigen Ausbuchtungen<br />

des Reisermoorufers gedeiht auf dem Dyboden Splia(jinum plalijphijllum<br />

massenhaft bis über 1 m tief. Vom Ufer sei noch erwähnt Liysimachia<br />

ihijrsiflora, häufig lichte Bestände bildend. Häufigste Segge<br />

ist Car ex roslrala.<br />

Nr. ,S". lUioste järvi (Tanmiela). (U)° IH'X, I.75 km2,<br />

119 m ü.d.iNI. (Irösster Durchmesser 2.2 km W-1^. Untersucht<br />

wurde der südliche Teil des Sees, etwa 0.75 knr. - 17. VII. 193(5.<br />

Das Nordufer besteht zum grössten Teil aus Osmaterial, sonst<br />

in der Hauptsache aus l^Y'insand, die südliche Bucht wird von einem<br />

Torfufer umsäumt. An ein paar I.andzungen tritt der granitische<br />

Felsgrund zutage. Kulturflächen kommen in der Nähe des Ufers<br />

kaum nennenswert vor. liin Quellsee, der Zufluss nur von dem nördlich<br />

gelegenen Moor sowie von einem Teichsee erhält. Abfluss am<br />

Ostende des Sees. Das Wasser ist eisenhaltig (See-Erz), braun. Sichttiefe<br />

1,9 m, pH G.i.<br />

Häufigster Vertreter der Helophylen ist, obwohl nur lichte<br />

Bestände bildend, Equiselum limosiim, ebenso ist Phraiimiles nur<br />

in ganz sj)ärlicher Verteilung vorhanden. Besonders die exponierteren<br />

ITer sind hier weitgehend vegetationslos. Den reichsten Fflanzenwuchs<br />

weist die südliche Bucht auf; dort findet man auch Schwimmblattkräuter,<br />

als wichtigste Arten Nuplutr luteum und Spanjaiüum<br />

Friesii. Wasserblatlkräuter sind überhaupt nicht vorhanden und<br />

auch (irundblattkräuter trifft nuin nur wenig an, meist J^ohelia,<br />

der nuin in lichtem Stand auch auf exi)oniertem Sandboden begegnet.<br />

Nr. F i n n backa L i 11 s j ö (Karjaa). 60° O V N, 8 ha,<br />

18 m u.d.M. Ivtwa 150x250 m messender Weiher. - 11. VH. 193r).<br />

(h'össlenleils von bewaldeten Felsen umgeben, am Nordende<br />

befinden sich ein {)aar Behausungen mit zugehörigem Ackerland.<br />

Der Weiher erhält an seinem Nordende Zufluss vom (iålisjö (Nr. 31);<br />

Abfluss ebendort. Das Wasser ist trübgelb, Sichttiefe I.2 m, pH 0.3.<br />

Der Schachtelhalm herrscht vor, Wasser- wie auch (irundblattkräuter<br />

sind überhau])t nicht vorhanden, Schwimmblal tkräuter,<br />

vor allem Polainogelon nalans und Nupluw luleuin, kommen dagegen<br />

reichlich vor. Phraqmilcs trifft man nur dem Namen nach an,<br />

Carex lasiocarpa ist die wichtigste Uferi)flanze.<br />

Nr. 10. Vuorijärvi (Parkano). (V>° 02' N, etwa 1.6 km^,<br />

113 m ü.d.IM. Grösste Länge 1 km N - S. Der Seespiegel wurde i.J.<br />

1911 um 80 cm gesenkt. Das untersuchte Ciebiel umfasst am östlichen<br />

und südlichen Ufer etwa 8.5 km2. - 27. VH. 1936.


30 J.. Marista, Die floristisehen Seetyi^eii Finnlamls.<br />

Der See liegt in einem (Iranitgebiel. An den I'l'ern wiegen die<br />

Moräne, der Tort und der [.elini einander annähernd auf; im Osten<br />

dominieren Lehm und Torf, am Westufer wiederum Moräne und<br />

Lehm, und am Südufer erstreckt sich eine lange und schmale, aus<br />

Osmaterial aufgebaute Landzunge in den See hinaus. Kulturflächen<br />

finden sich hauptsächlich im Hereicli des Lehmes, höchstens zu<br />

der gesamten Uferlänge. Die Ufer sind fast durchweg beweidet.<br />

Zuflüsse erhält der See von zwei nördlich gelegenen Seen, die wiederum<br />

ihr Wasser von Moorgebieten beziehen. Abfluss am Südostufer.<br />

Das Wasser ist nach den am Ufer angetroffenen l^rzgeldern zu<br />

schlie.ssen eisenhaltig. Seine Farbe ist dunkelbraun, Sichttiefe l.j m,<br />

pH ()..i.<br />

Unter den I lelophyten dominiert Equisetum limosiini, gefolgt von<br />

Scirpiis eiipaliister, während sich die übrigen Arten nur einen bescheidenen<br />

Anteil erringen. Von den Schwimmblättrigen sind am häufigsten<br />

Spar(janiiim Friesii und Nuphar tiitcum, erstere Art bildet<br />

in manchen Buchten rccht ansehnliche Bestände. Wasserblattkräuter<br />

kommen überhaupt nicht vor, von den zahlreichen (irundblattkräutern<br />

ist Hanimciiliis reptans die wichtigste Art. Beiden Elatine-ArU'n<br />

begegnet man in geringer Menge am l)eweideten Lehmufer. - Drepanocladus<br />

trichophijUiis kommt in den seichten Buchten reichlich vor.<br />

Nr. 11. K o r h o s j ä r V i (Kihniö). 62° 14' N, 2.o (I.7) km2.<br />

(irösster Durchmesser 2 km. Quellsee des Seinäjoki auf der Wasserscheide<br />

des Kokemäenjoki-Systems. - 28. VIL 193().<br />

Der See liegt in einem Granitgebiet. Nach der Bodenkarle<br />

beherrscht die Moräne die Insel sowie das Südostufer des Sees, während<br />

alles übrige vom Lehm eingenommen ist. Nach meinen Beobachtungen<br />

gibt es jedoch sowohl am Süd- als am Nordende des<br />

Sees Torfufer, in der Südwestecke auch Sandufer, lüwa ein Viertel<br />

der üferlänge ist von Kulturflächen eingenommen. Seinen Abfluss<br />

findet der See am Nordende; Zuflüsse sind nicht vorhanden, wohl<br />

aber münden Drainagegraben von den nahegelegenen Moorkulturflächen<br />

in den See ein. Das Wasser ist braun, die Sichttiefe beträgt<br />

1.2 m, pH 0.5.<br />

In der Vegetation des Sees herrscht der Schachtelhalm vor, der<br />

Anteil der übrigen Helophyten ist nur gering. Von den Schwimmblättrigen<br />

ist Nuplutr luteum am wichtigsten. Die Wasserblattkräuter<br />

fehlen völlig und auch Grundblattkräuter kommen nur wenig vor,<br />

u.a. etwas Lobelia. Wassermoose, besonders Drepanoeladus Irieliophijllus,<br />

findet man im Seichtwasser der Buchten.<br />

Nr. J ämi j är vi (.Jämijärvi). 01° 18'N, 9.75 (8.0) km^,<br />

101 m ü.d.M. Zweiteiliger See, dessen l)ei(le 'J'eile miteinander durch<br />

eine schmale, stromartige Wasserstrasse verbunden sind. Von den<br />

Teilseen ist derwestliche grösser, beide sind sehr inselreich und bilden


Ami. lioL Soc. Zool.-liol. I'cnn. Vniuuno, l.'), iko 5. ,'{1<br />

ein Lal)yriiitli von Inseln iind dazwischenliegenden Wasseri'Uichen.<br />

Das iinlersnchle Wasser^"el)iet nnifasst ini wesLliclien Teil etwa 1 km-,<br />

im östlichen etwa 2.5 kni^. Der Wasserspici^el ist i.J. 1932 nm 80 cm<br />

K'esenkt worden. - 25. VII. 193{).<br />

Der See lietit in einem ans^edehnten einheitlichen (iranilgebiet,<br />

die losen Ablagerungen wechseln dagegen so, dass der grösste 'i'eil<br />

der Ufer von der Moräne beherrscht wird, aber auch Lehmuter ganz<br />

am Westende bei der Mündung des Flusses .Jämijoki, bei der die<br />

beiden Teilseen verbindenden Wasserstrasse ebenso wie am Nordufer<br />

der Bucht Mielahti anzutreffen sind. Das grösste Torfgebiet findet<br />

sich wiederum am Westufer der genannten Bucht. Die Ufer stehen<br />

grösstenteils (etwa 75 %) unter Kultur, nur an) Südufer gibt es grössere<br />

Heidewaldflächen oder sonstige unbebaute (lebiete. An seinem<br />

Westende erhält der See Zufluss durch Vermittlung von zwei Flüssen<br />

von weither aus den grossen Moorgel)ieten in Parkano und Karvia.<br />

Abfluss am Ostende. Sichttiefe bei der Mitte des östlichen Teiles in<br />

Syväsalmi 1.3 m; in der Bucht Mielahti ist das Wasser wahrscheinlich<br />

noch klarer. Die Farbe des Wassers ist überall klarbraun, im westlichen<br />

Teil dunkler. Der Eisengehalt dürfte beträchtlich sein, da<br />

ich am Westufer reichlich Gelderz antraf. pH (>.3.<br />

Dem obigen zufolge variiert auch die Vegetation in den verschiedenen<br />

Teilen des Sees sehr. Im westlichen Teilsee dominiert in den<br />

Höhrichten Scirpus lacusier, doch auch der Schachtelhalm ist hier<br />

reichlich zu finden. Schwimmblättrige sind zwar einigermassen vorhanden,<br />

Wasserblattkräuter dagegen überhaupt nicht, lunigen<br />

Grundblattkräutern begegnet man - auf trocknem Boden! Im östlichen<br />

Teilsee herrscht Eqniscliim vor, gofolgt von PhraginUcs und erst<br />

an letzter Stelle von Scirpus laciislcr.<br />

Nr. 13. K ö V h ä i n j ä r v i (Heisjärvi). 03° 3()' N, 0.» km-,<br />

122 m ü.d.M. Länge I.H km NW-SE, Breite 700 m. - 7. Vlll. H)3().<br />

Der Felsgrund besteht aus Granit und tritt nur an einem Punkt<br />

des im übrigen von der Moräne beherrschten Südwestufers zutage.<br />

Das gegenüberliegende Ufer ist dagegen hauptsächlich ein Torfufer,<br />

vielerorts jedoch lehmgründig. Der grösste Teil der ITer grenzt<br />

unmittelbar an Kultiirflächen. Dem See fliessen nur ein paar ganz<br />

unbedeutende Bäche zu. Das Wasser zeigt eine stark braune I'ärbung.<br />

Sichttiefe 1 m, pll ().5.<br />

rüjiiiseluiu liinosuin dominiert in der Vegetation deutlich, einen<br />

bedeutenden Anteil erringt sich jedoch auch Phrmjmiics. Unter den<br />

Scluvimmblättrigen ist am wichtigsten Nnphav luteum. Die Grundblattkräuter<br />

sind durch I Arten vertreten, von diesen sind 2 eutraphent.<br />

Am meisten fällt jedoch das Auftreten von f^olanaujclou pcrfoliaius<br />

in einem so braunen Wasser auf.<br />

Nr. 14. K e s k i s t r ä s k (Oravainen). ()3° 09' N, O.tir, km^.<br />

Durclnnesser 1 .n km, tiefster gemessener Punkt 1.5 m. - 1. V111. 193(),


'.VI L. Maristo, Die I'loristischcn Seetypeu Miiiilands.<br />

Der iHvlsgruiul tritt nirgends zutage. Drei Viertel der Uferlänge<br />

sind von der 0.5-1 ni hohen Torfl)öscluing eines Weissnioores eingenommen.<br />

Nur das Nordostufer l)eim Dorf besteht aus grobem Sand,<br />

und liier gil)t es auch Anbauflächen. Den Seegrund bildel von Dy<br />

oder braunem Schlamm bedeckter Lehm. Zuflüsse erhält der See<br />

vom südlichen Moor sowie vom trockengelegten Kaurajärvi. Vom<br />

Nordende ergiesst er sich in den Rüykästräsk (Nr. /•>). Da der See<br />

inmitten offenen (ieländes liegt und zugleich nur eine geringe Tiefe<br />

besitzt, wird er bei windigem Wetter bis auf den (irund durchgewühit.<br />

So wehte auch bei meinem Besuch ein starker Wind, das<br />

Wasser war dick braun und die Sichttiefe betrug nur 15 cm! pll b.s.<br />

Nur zwei Wasserpflanzenarten - Equisetum limosuiu und Scirpus<br />

cupalusier. Ersterem begegnet man hier und da als lichten (nirtel,<br />

letzterer wächst auf San(il)oden am Dorfufer. Seggen gibt es am<br />

IVIoorufer reichlich,'vorherrschende Art ist Cnrex Insiocarpa.<br />

Nr. 15. l\ ö y k ä s t r ä s k (Oravainen, Vöyri). (>3° 12' N,<br />

1.7 km^. Länge H km NK-SW, grösste Breite 1 km. Tiefe unbedeutend.<br />

- aO. VIL und 1. VIIL 1936.<br />

l'elsgrund der Umgebung (Ineisgranil, der jedoch durchweg unter<br />

losen Ablagerungen verdeckt ist. Von den letzteren erringt sich den<br />

Hauptanteil die Moräne, die am Westufer die Uferstrecke zwischen<br />

dem Zu- und dem Abfluss beherrscht. Am Nordende dominiert der<br />

Lehm, der aber gleichwie am Südende des Sees zum Teil torfbedeckt<br />

ist. Die meisten Anbauflächen liegen am Ostufer, welches an seinem<br />

Nordende aus Moräne, am Südende aus Sand besteht. Zufluss erhält<br />

der See von drei südlicli gelegenen kleinen Seen sowie von einem<br />

Moor. Der Seespiegel ist seinerzeit gesenkt w^orden. l'arbe des Wassers<br />

braun. Sich! liefe - zum Teil durch Planktontrübung beeinflusst-<br />

80 cm. pH 6.5.<br />

Bemerkenswert ist das völlige Fehlen von Phrmjmiles und Scirpus<br />

lacusier. Nur dem Schachtelhalm und Scirj)us eupnlusiar begegnet<br />

man in einigem Umfang. Unter den Schwimmblättrigen ist Glijceria<br />

jliüfans geradezu eine Typenart der steinigen und beweideten Westund<br />

Ostufer, sonstige Arten dieser (Iruppe findet man nur s])ärlich<br />

am Nordende des Sees. Eigentliche Wasserblattkräuter fehlen ül)erhaupt<br />

und auch (irundblattkräuter gibt es nur wenig.<br />

Nr. IG. H u o k o j ä r v i (Ruskeala). 62° N, 3.2 km^, 75 m ü.d.IM.<br />

Länge 3.8 km N-S, grösste Breite L2 km. - 3. VIH. 1938.<br />

Der nur in ganz unbedeutendem Umfang zutage tretende Felsgrund<br />

besteht aus Stauroiithschiefer. Der See liegt inmitten i)ewaldeter<br />

Moränenhügel und auch an den Ufern ist die Moräne die vorherrschende<br />

Bodenart. Am Nordende des Sees gibt es ausserdem<br />

Moore und Torfufer. Das Ostufer ist steiniger und demgemäss karger,<br />

am Westufer wiederum besieht der Seegrund auf langer Strecke<br />

aus Schluff, den eine dünne Schlammschicht bedeckt. Am Nordende


Aim. Bol. Sue. Zool.-Bot. Feiiii. Vanamo, 15, 11:0 T).<br />

lierrscht hauptsäclilicli der Dyboden, überall sonst bilden (irns und<br />

Steine das Bodenmaterial. Ackerflächen gilit es an den Ufern nur<br />

wenig, Behausungen finden sich nur am Südende des Sees. I^n<br />

Durchflusssee, dem durch den in das Nordende einmündenden<br />

Tolimajoki die Wässer mehrerer kleinen und mit teigrossen Seen<br />

sowie, zahlreicher Moore zugeführt werden. Das Wasser ist braun,<br />

Sichttiefe 2.o, pH 6.2.<br />

Kölirichte breiten sich hauptsächlich am Westufer aus. Ihre<br />

Komponenten sind Phragniiies und Sciri)iis laciisler, von denen<br />

erstere Art etwas häufiger auftritt, obwolil das Keichlichkeitsverliältnis<br />

beider in den Beständen ungefähr das gleiche ist. Equiseluni<br />

[imosiim tritt in grösster Reichlichkeit am Nordende des Sees auf.<br />

Sämtliche Bestände der obengenannten Arten sind recht licht. Die<br />

Schwimmblättrigen sind durch mehrere Arten vertreten, am häufigsten<br />

findet man Nijmphaea alba. Auch Poiamogeton natans und<br />

Niiphar luleum wurden hier und da gefunden, und Nijmphaea tetraf/una<br />

gab es an der nördlichen Flussmündung. Von Wasserblattkräiilern<br />

waren nur Polamogclon pc.rfoJiatns unci MijriopIujUum allcrniflonim,<br />

erstere Art allerdings häufig, vorhanden. Grundblattkräuter<br />

spärlich, u.a. fehlt Lobelia völlig. Am Ufer mehrere vSeggenarten,<br />

am meisten Care.v rostrata.<br />

Nr. /7. K a 1 a p ä ä träs k (Vöyri). (>3° 10' N, O.ss kiiV^. Länge<br />

3..') km. Breite 200-300 m. (irösste konstatierte Tiefe 1.5 m. -<br />

31. VII. 1930.<br />

Der I'VIsgrund, der nur an einer Stelle am Ostufer zutage tritt,<br />

besteht aus porjihyrischem Gneisgranit. Das ganze Nordende des<br />

Sees wie auch grösstenteils das Ostufer sind von der Moräne<br />

beherrscht, in den übrigen Teilen bedeckt eine dünne Torfschichl<br />

den Lehm oder die gröberen Bodenarten. Mehr als die Hälfte der<br />

Ufer, besonders im Westen und im Südosten, steht unter Kultur.<br />

Den Seegrund bildet am Nordende zum grössten Teil der Dy. Hier<br />

findet der See seinen Abfluss und hier liegt auch die Mündung des<br />

i'inzigen Zuflussbaches. Die Farbe des Wassers ist gelb, die Sichttiefe<br />

dürfte sich auf mindestens 2.5 m lielaufen, obwohl die geringe Wassertiefe<br />

nicht ihre Ermittlung gestattete. pH O.i.<br />

Vorherrschender Helophyt ist Equiseluni limosum, dessen Rest<br />

ände auf mehr als der halben Länge die Ufer umsäumen. Phra-<br />

(jmiies tritt nur in kleinen Beständen, oft innerhalb des Schachtelhalmgürtels<br />

auf. Unter den Schwimmblättrigen ist Polamoijelou<br />

natans die wichtigste Art und erst an zweiter Stelle kommen die<br />

beiden Nuphar-Arten. Von Wasserblattkräutern wurden - allerdings<br />

in recht beträchtlicher Menge - nur Polanwgelon perfoliaius und von<br />

Grundblattkräutern nur Suhularia aqualica gefunden. Statt dessen<br />

wird der Seegrund weit und breit von Wassermoosen bedeckt, in<br />

tieferem Wasser DrepanocUulns exaniuiialus und (Uilliergon megalo-


34 J.. Maristo, J3ic floristischcn Soetyi)oti b'innlaiuls.<br />

phijllum, in den Se^>gcnl)eständeii des seichleii Uferwassers Drvpaiiocladiis<br />

(liiilans. Das Vorkommen von Clinra frm/ilis in einem so<br />

saner l)elonten See ist besonders liervorznhel)en.<br />

Nr. 18. S a 1 k o 1 a n j ä r V i (Somerniemi). (>0° 38' N, 2.5 km^,<br />

115 m ii.d.M. Län^e 3.2 km NIC-SW. Südliche Hällte (I.2 km^)<br />

nntersnclit. - 1(5. VII. 1936.<br />

(leliört zu den südlichsten Quellseen des Kokemäenjoki-Systems,<br />

umgehen von liciit besiedeltem Hochland mit recht wechselndei-<br />

Hodenbeschaffenheit: Moräne, Osmaterial, Meidesand und an l)eiden<br />

Fienden des Sees etwas Torfi)oden. Nur beim Dorf hall)wegs am Westufer<br />

breiten sicli Ackerflächen auf einer Länge von etwa O.s km tius.<br />

Zufluss erhält der See nur durch einen beim Südende einmündenden<br />

Walddrainagegraben. Abfluss vom Nordende. Dieser wie auch seine<br />

Nachbarseen sind bekannt für ihr stark einsenhaltiges Wasser (AAR-<br />

NIO 1917, p. 12-43), was sich auch beim Dredschen durch die anhaftenden<br />

Krzklumi)en l)emerkl)ar machte. Das Wasser ist braun, Sichttiefe<br />

2.5 m, pH ().7.<br />

Die Höhrichte sind von lichter Beschaffenheit und gering an<br />

Zalil, Phracjimtes und Scirpus eiipaliisler sind gleicli häufig vorhanden.<br />

Von den Schwimml)lattkräutern ist am bedeutsamsten Spargcmiiim<br />

Friesii. Von Wasserblattkräutern findet man nur Mijrioplujlhim<br />

aller nij lov um. Unter den (irundblattkräutern wiederum erringen<br />

sich den wichtigsten Anteil Isoetcs laciistre und Lobelia, von<br />

denen insl)esondere letztgenannte Art verhältnismässig reichlich anzutreffen<br />

ist.<br />

Nr. 19 und 20 (sieiie auch Nr. 107, S. 88). E v i j ä r v i (l^vijärvi).<br />

()3° 21' N, 26.2 km-, 16 m ü.d.M. Verhältnismässig seichter<br />

und inselreicher See, mit seinem gesamten Niederschlagsgebiet auf<br />

Gneisgrund gelegen; von anderen (ieüteinsarten finden sich an den<br />

Ufern nur drei kleine Amphibolitvorkommnisse. Am grössten Teil der<br />

Ufer waltet die Moräne, aber auch Weissmoorufer gibt es reichlich,<br />

l^ehmboden kommen sehr spärlich vor. PLin Durchflusssee, der sein<br />

Wasser durch den beim Südende einmündenden Ahtävänjoki aus dem<br />

gro.ssen, zullu.ssreichen Lappajärvi erhält. Der Abfluss liegt in der<br />

Nordwestecke des Sees. Der Sees[)iegel wurde in den .Jahren 18()9-7r)<br />

sowie i.J. 1908 gesenkt, im letztgenannten .lahr um O.i m. Drei<br />

Untersuchungsflächen, Kvijärvi 1, II und III. - 1.-5. VIII. 1930.<br />

Nr. 19. V i j ä r V i I. lun 1.2 km^ grosses (lebiet an der am<br />

Westufer gelegenen, gleichwie der gesamte See relativ seichten Lahdenkylä-Bucht.<br />

Die Ufer stehen etwa zur Hälfte unter Kultur. An<br />

der Buchtmündung liegt der (Ineisfels nackt im Tage, sonst herrschen<br />

Sand, Moräne und Torf. Das Wasser ist braun, Sichttiefe<br />

2.0 m, pH 6.5.<br />

Im Höhricht dominiert Sdrpns laciislcr, obwohl nicht besonders<br />

dichte Bestände bildend. lujiüseliiTn findet man in nahezu gleicher


Alin. liol. Soc. Zool.-Bot. l-'enn. Vniiiimo, 15, 11:0 .'). ,'},")<br />

Mi'iigo. Wichtigstes Sclnviininl)lattkraut ist Sparganium Friesii, das<br />

hier aiieii Hinohestände (vgl. POHJALA j). 92) i)ihiet. \Vasserl)hUtkräuter<br />

sind ebenfalls in einiger Menge vorhanden, desgleichen<br />

(irnndhlattkränter, von denen Isoeies laciistre hier reichlicher<br />

auftrat als in den iil)rigen Teilen des Sees. Wasserniocse,<br />

u.a. Scorpidium scorpioides unci Dreptinodadus (luiUins, findet man<br />

recht reichlich im Klitoral.<br />

Nr. 20. E V i j ä r V i II. liuchl i)eim Dorf Inankylä am Ncrdende<br />

des Sees. Das untersuchte (xehiet umfasst l.i km'-^. l^twa<br />

-/5 der Ufer stehen in unmittelbarer Verbindung mit Anbauflächen.<br />

Der Grund besteht am Ufer aus Sand, Moräne, torfbedecktem Lehm<br />

und 'lorf. Das Wasser ist braun, Sichttiefe 1.5 m, ])H 6.».<br />

Scir})iis laciister dominiert deutlich in sämtlichen geschützten<br />

gyttjagründigen Huchten und ist auf der Uferseite meist vom Schachtelhalm<br />

oder dem Schilf begleitet. An steinigen, exponierten Ufern<br />

tritt wiederum als äusserste Zone Sparyanium Friesii auf, darinnerhalb<br />

Phragmiles oder auch Equiseium in lichtem Stand und zuinnerst<br />

etwas Lobelia. Sparf/aniiim Friesii ist auch unter den Schwimmblättrigen<br />

die absolut wichtigste Art und bildet ausgedehnte Bestände<br />

besonders im Schutze der Insel Inansaari. Auch W^asser- und Grundblattkräuter<br />

sind einigermassen vorhanden, von letzteren wohl<br />

am meisten J^obelia.<br />

Nr. 21. M a a r i j ä r v i (Vehmaa, Kalanti). 60° 13' N, O.Ö km^,<br />

10 m ii.tl.M. Länge 2 km N-S. An beiden Enden des Sees je ein<br />

durch dichtes Röhricht vom übrigen See getrennter kleiner Weiher,<br />

deren Vegetation Iiier nicht berücksichtigt worden ist.-7. VI IL 1037.<br />

Der aus Hapakivigranit bestehende Felsgrund tritt vielerorts<br />

an den Ufern zutage. Nach der geologischen Karte herrscht am<br />

Südende des Sees durchweg der Lelim, ich konnte aber kein derart<br />

reiches Vorkommen konstatieren. Das Nordende steht im<br />

Besitz des Torfes und der Moräne. Der Seegnind besteht an den<br />

Ufern aus Dy und (iyttja, unter dem ersteren liegt aber der Sand<br />

oder der Lehm recht nahe. Bebaute Flächen treten im Ilaujitabschnitt<br />

des Sees nur an das Westufer heran, ferner begegnet<br />

man solchen an den Ufern der erwähnten abgeschnürten \Veiher.<br />

Im übrigen erstrecken sich bewaldete Felsen Iiis zum Ufer hinab,<br />

liin paar aus dem Walde kommende liäche münden in den See,<br />

der seinen Abfluss am Südende hat. Das Wasser ist braun, die<br />

Sichttiefe beläuft sich jedoch auf 2.I m, pll G.B.<br />

Dominierende Art ist Seirpiis lac.usier, Plirmjmiles findet man<br />

nur mit der vorigen untermischt. Der Schachtelhalm erringt sich<br />

einen nennenswerteren Anteil nur an den beiden Enden des Sees.<br />

Unter den Schwimmblättrigen ist Nuphar luleum die häufigste Art.<br />

Jlijdrocliaris morsiis-ranae wurde im Hinsicht am beweideten Llfer<br />

des Nordendes gefundeu. Bemerkenswert ist das Fehlen der Wasser-


'M\ J,. Marislo, Die I'loristischeii Seetypen I'Mnnlaiuls.<br />

l)laUkiirutor wie auch das spärliche Vorkoininen der (Trundl)hitlkräuler<br />

und der Wassernioose. Lobelia findet man allerdings hier<br />

und da.<br />

Nr. Ta i ]) a 1 e e n j ä r vi (Kalanti, Lokalahti). 60° 13'N,<br />

1.1 kni^, 1 m ii.d.M. Länge Ls km grösste gemessene Tiefe<br />

3 m. - 5. VII. 1937.<br />

Der aus (ineis bestehende Felsgrund tritt am Ostende sowie am<br />

Südufer zutage. Moräne, J.ehm und Torf bedecken die Ufer, den Seegrund<br />

bildet weiche (iyttja. Ivulturufer gibt es mir an den beiden<br />

Enden des Sees, etwa zu ^/g der ganzen Uferiänge, sonst dominiert<br />

die Kiefernheide oder birkenreicher, vom Vieh beweideter Mischwald.<br />

Zuflüsse sind nicht vorhanden, Abfluss am Westende. Der Seespiegel<br />

ist in den .Jahren 1908 und 1912 insgesamt um etwa einen Meter gesenkt<br />

worden. Far])e des Wassers J)raun, vSichttiefe I.2 m, pH 6,5.<br />

Dominierende Art ist Phragmües, dessen stellenweise gar dichte<br />

Hestände die Ufer etwa zur Hälfte ihrer Länge umsäumen. Auch<br />

Scirpus laciisler ist recht reichlich vorhanden, dagegen tritt der<br />

Schachtelhalm nur sehr spärlich auf. Von Schwimmblättrigen<br />

findet iiuui Nijmphaea alba reichlich, und vielerorts breitet sich<br />

ausserlialb des Höhriclits ein Sparganiiun Friesii-Ciiirtel aus. Wasserblattkräuter<br />

sind überhaupt nicht vorhanden, wohl aber Grundblattkräuter<br />

als Untermischung in den Schwimmblattkrautbeständen<br />

ebenso wie im lUihricht. Typha angusiifolia und Lobelia nebeneinander<br />

bieten hier einen seltsamen Kontrast.<br />

Nr. 23. 0 i n a s j ä r v i (Somerniemi). 60° 32' N, I.2 km^, 71 m<br />

u.d.M. Länge 2.2 km NW-SK. - I L VII. 1936.<br />

Der iH'lsgriiiid besteht aus (ineis oder aus (iranit und tritt nur<br />

an ein j)aar Stellen zutage. I'Uwa der Uferlänge stehen unter<br />

Kultur. Im Litoral herrscht der Lehm- bzAV. Lehmgyttjaboden,<br />

am Ostufer stösst man aber stellenweise auf Geröll und Steine.<br />

In die Südostecke des Sees tritt ein lebhaft strömender Fluss ein, mit<br />

Wässern aus zahlreichen kleinen Seen und Teichseen von Moränenund<br />

auch Moorgel)ieten. Das Wasser in jenen Seen ist stark eisenhaltig<br />

(Suomenmaa, H, [). 33) und bedingt es, dass der iMufluss<br />

der Fernumgebung sich im See Oinasjärvi ausnahmsweise stark<br />

i)emerkbar und dadurch wohl gewisse einander widersprechende<br />

Züge in der Wasservegetation desselben verständlich macht. Ausser-<br />


Ann. liol. Soc. Zool.-I^ol. l-'cnn. Vjinnnio, 1.'), n:o 5. 'M<br />

niiiin I'^ricsii. Von (iniii(ll)lalIkräiiLern I'indel man I'^lalinc Jn/dropiper<br />

uiid Jiaiumculiis reptans hauplsächlicli an den Lelmuilern,<br />

während am dürftigeren OsLiiler Lobelia in ziemlich reichlich f^edeihl.<br />

Dort slössl man auch auf Mijriophijllum aUerniflorwn. Isoeics hwuairc<br />

traf ich nur im Wasser umhersciiwimmend an, der Ursprung der<br />

Pflanzen ])liel) aber unermittell. Die wichtigste Segge war (Utvcx<br />

rostratü. Wasseruioose wurden uur spärlich angetroffen.<br />

Nr. 24. äyri n g i n j ä r v i (Veteli). 68° 23' N, km^. Länge<br />

I km NW-SK, grösstc Breite l.s km, Tiefe unl)edeuten(l. Das<br />

untersuchte (iebiet umfasst das Westufer, etwa die Hälfte des<br />

Sees. - 5. Vin. 193G.<br />

Der FeJsgrund, der im uutersuchteii Gebiet nirgends zutage tritt,<br />

besteht auf der ganzen Länge des Westufers aus Auijihibolit, am<br />

Ostufer wiederum aus Gneis. Die Ufer stehen fast durchweg unter<br />

Kulliir. Der Boflen l)esteht zum grössten 'J'eil aus Sand und torfbedecktem<br />

Sandlehm, etwa bei der Mitte des Sees stösst uian au<br />

l)eiden Ufern auf Moräne. An der Wasserlinie ist das Ufer vielerorts<br />

.steinig, der Seegrund l)esteht jedoch meistens aus Sandlehm, bedeckt<br />

von einer dünneu (lyttjaschicht. Der See ist ein Quellsee und erhält<br />

oberirdischen Zufluss nur durch einige unliedeutende Gräben. Abfluss<br />

am Südwestufer. Das Wasser ist gelb, Sichttiefe 2,f, m, ])II ().7.<br />

PhrdginilcH ist hier dominierend, mässig findet mau jedoch auch<br />

Scirpiis hicusicr und lujuisetiim vor. Die typisciie Zonation gestaltet<br />

sich vom Ufer ausgehend wie folgt: (Atrcx


;i8 L. Maristo, Die 1'lorislisehen Seelyi)en I^'iiinlaiuis.<br />

iiimiiil der Sciiachlelhalin ein, seine Bestände sind aber recht hcht.<br />

Der See ist untief und in seiner Mitte steilen ein paar runde Inseli)estände<br />

von Pliragniiies. Unter den Schwimmblättrigen ist Sayillarid<br />

nalans die wiclitigste Art. Von \Vasserl)lattkräutern findet<br />

man Mifriophijlliim allerniflorum stellenweise reichlich, desgleichen<br />

Spar(j(tiiium simplex (f. nalans). Die Grundblattkräuter sind ausserordentlich<br />

reich, u.a. durch zwei eutraphente Arten vertreten,<br />

am häufigsten ist Siihnlaria aqiialica. Lobelia fehlt aber völlig. Wassermoose,<br />

vor allem Drepanocladus Sendlneri, treten reichlich bis zu<br />

i'iner Tiefe von 2.8 m auf.<br />

Nr. 26. Pirttijärvi (Sotkamo). G OD' N, I.2 (l.o) km^^,<br />

138 m ü.d.M. Die östliche Hälfte des Sees, 2.7 (2.5) km^, untersucht.<br />

- 21. VH 1. 1936.<br />

Der Felsgrund in der Umgebung besteht aus (ineisgranit und<br />

tritt auf einer Insel im See nackt zutage. Von losen Bodenablagerungen<br />

findet man am Südufer Sand und Osmaterial, am Nordufer<br />

hauptsächlich Moräne. Der Seegrund besteht grossenteils aus<br />

Sand, in den Buchten beim Kirchdorf aus Sandlehm. Am Ostende<br />

breitet sich ein karges Steinufer aus. Das Ufergelände ist von<br />

Kiefernheidewälder eingenommen. Kulturland gibt es in der unmittelbaren<br />

Nähe des Ufers recht wenig. Der See ist ein typischer<br />

Durchflusssee und erhält Zuflüsse aus drei verschiedenen Richtungen:<br />

in das Ostende münden von Norden her die Wässer des Ciewässersystems<br />

Kuhmo ein, in die Südostecke ergiesst sich der Sotkamojärvi<br />

und an der Südseite treten die durch den Sapsojärvi strömenden<br />

Wässer in den wSee ein. Der Abfluss befindet sich am Westende, Farbe<br />

des Wassers gelbbraun, Sichttiefe 2,8 m, pH 6.».<br />

Im Helophyteni)estan(l wiegen Phragmiles, Eqiiiselum limosiim<br />

und Scirpus lacusler einander annähernd auf. Häufigstes Schwimml)lattkraut<br />

ist Sagillaria nalans besonders an besiedelten Ufern;<br />

antlere Arten sind nur spärlich vorhanden. Auch die Wasserblattkräuter<br />

sind durch einige, obwohl ebenfalls nur in geringer Menge<br />

vorkommende Arten vertreten. Wichtigstes (iruntlblatlkraut ist<br />

Suhularia aqualica, der man auf Sandl)oden reichlich begegnet.<br />

f.obelia fehlt, Wassermoose sind mässig vorhanden.<br />

Nr, K a n a j ä r V i (Kalvola), 60° 56'N, 1,91 (1,75) km^<br />

110 m ü,d,M, (irösste Länge 2,i km F-W, grösste Tiefe 7,5 m<br />

(Suomenmaa, IV, p, 83), - 12,-13. VH. 1937.<br />

Der 1'elsgrund tritt am Ostufer zutage und besteht hieraus (irauit,<br />

auf der grössten Insel des Sees aber aus Phyllit. Das West- und<br />

das Norclufer sind lorfbedeckt. Das am Nordufer sich i)is zum See<br />

heran erstreckende Moor ist zum Teil durch Entwässerung urbar<br />

gemacht, am Westufer tritt aber das Ueisernu)or ganz bis an den<br />

Wasserrand heran. Sonst herrschen felsige Ufer oder Moränenböden


Alin. liol. Soc. Zool.-Hol. l"enn. Vanamo, 15, n:o 5. 3!)<br />

vor, und auch im übrigen isl das Ufer vielerorts ausserordenllicii<br />

.steinig. Der Seegrund bestellt im Litoral zum grossen Teil aus Dy.<br />

Der See liegt im supraaciuatischen Gebiet und gehört zu den höchstgelegenen<br />

Seen des Hochlandes von Kalvola. Zuflüsse erhält der<br />

See nur von einem Moorweiher. Abfluss in der Südwestecke. Debaute<br />

b'lächen finden sich nur beim (iehöft Kanajärvi. Das Wasser<br />

ist ])raun, Sichttiefe 2.7 m, pH (5.8.<br />

Unter den Schilfgewächsen findet man Phragmiies am häufigsten<br />

vor, doch bildet auch Scirpus lacusler einige ausgedehnte, obwohl<br />

weniger dichte ]3estände. Die Schwimmblättrigen sind fast einzig<br />

durcli Nupiiar luleum nebst Nijinphaea c(uulida vertreten. Wasserblattkräuter<br />

sind mässig reichlich, (irundblattkräuter dagegen<br />

merkwürdigerweise überhaupt nicht vorhanden, trotzdem z.B. die<br />

Trans[)arenz des Wassers diesbezüglich kein Hindernis darstellen<br />

dürfte. Auch sonst macht der See einen sehr dürftigen Allgemeineindruck.<br />

Tijpha lalifolin wurde ganz am Ufer des Gehöftes gefunden<br />

und ist hier ganz offeniiar eingeschleppt. Häufigste Segge an<br />

den Ufern war Carex lasiocarpa.<br />

Xr. 2H. K i v e s j ä r v i - (Paltanu)). G4° 27' N, 31 (29) km2,<br />

135 m ü.d.M. (irösste Länge 11.5 km N-S, grösste Breite etwa<br />

1 km. Untersuchtes Gebiet am Ostufer etwa 5 km im Vogelflug<br />

südwärts vom Haltpunkt Kivesjärvi, ausserdem einige Inseln. -<br />

18. VIII. 193().<br />

Der I'elsgrund besteht am Westufer aus Granit, am Ostufer aus<br />

(juarzit und tritt an einigen Stellen am Ostufer sowie auf den<br />

Inseln zutage. Die Bodenbedeckung bildet hauptsächlich die<br />

Moräne, Torfböden kommen recht wenig vor. Auch Kulturland<br />

gibt es liier nur spärlich. Die Moränenböden sind von Vaccinium-<br />

I leidewald bestanden. Der Seeboden besteht vielerorts aus (irus<br />

oder Steinen, südlicii vom Haltpunkt Kivesjärvi breiten sich aber<br />

ausgedehnte Sandufer aus. An geschützteren Stellen liegt zuoberst<br />

eine (iyttjaschicht. Der See erhält nördlichen Zufluss von mehreren<br />

grossen und kleineren, in Torf- und Moränengebieten auf Schiefergrund<br />

gelegenen Seen. Der am Ostufer einmündende kleine Vaarainjoki<br />

hat seinen Ursprung im jenseits des Kivesvaara gelegenen Dolomitgebiet.<br />

Der See hat zwei Abflüsse, die beide nach dem Oulujärvi<br />

führen: am Westufer durch den Alanteenjoki und in der Südostecke<br />

in die Bucht Varislahti des Hauptsees. Von diesen wird<br />

aber der erstere infolge der Landhebung voraussichtlich alsbald<br />

seine Bedeutung verlieren. Farbe des Wassers bräunlich gelb,<br />

Sichttiefe 3.1 m, pH ().8,<br />

Dominierender Helophyt ist Phragnüles, dem man stellenweise<br />

in ausgedehnten, reinen Beständen begegnet, doch gibt es auf<br />

langen Strecken steinige Ufer, an denen nur Lobelia ganz s])äiiich


")() L. Marislo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />

gedeiliL Auch die wSch\vininil)lältrigeii sind nur schwach vertreten,<br />

häufigste Art ist Polijtjonum amphibium. Unter den Wasserbhittkräutern<br />

hat Potamogeloii perfoliatiis die Überhand und kommt<br />

insbesondere auf sandigem Grund in einer sehr kleinwüclisigen<br />

Form vor. Isoeies laciisire und sonstige (Irundl)lattkräuter treten<br />

nur in ganz lichter Verteilung auf.<br />

Nr. 29. P a r k k i m a j ä r v i (Pyhäjärvi, Regierungsbezirk<br />

Oulu). 68° 15' N, etwa 11.5 km^, 115 m ii.d.M. Grösste Länge 7 km<br />

NW-SE, grösste Breite 2.8 km. Das untersuchte Gebiet, 9 km^,<br />

erstreckt sich nicht })is auf die ])eiden äussersten Enden des Sees.-<br />

8. VIII. 1936.<br />

Der hauptsäclilich aus (ineisgranit bestehende Felsgrund tritt<br />

an den Ufern nirgends zutage. Unter den losen Ablagerungen dominiert<br />

die Moräne, doch gibt es auch Torf in bedeutender Menge. An<br />

der Wasserlinie ist das Ufer jedoch stellenweise steinig, an anderen<br />

Stellen wiederum slösst man im Litoral auf reinen Sand; z.H. am<br />

Nordostufer herrscht der Sand auf einer Strecke von mindestens<br />

1.5 km vor. Nahezu die Hälfte der gesamten Uferlänge steht unter<br />

Kultur. Zuflüsse hat der See nicht, nur einen Ai)fiuss am Südende.<br />

Das Wasser ist gelbgrün, Sichttiefe 3.7 m, pH 6.6.<br />

Vorherrschende Art ist der Schilf, der insbesondere an steinigen<br />

und sandigen Ufern reine, obwohl nur mässig lichte Bestände bildet.<br />

Am kurz al)geweideten Schluffufer bildet wiederum Sdrpus eupaliisier<br />

den innersten Vegetationsgürtel, nach aussen hin umsäumt<br />

von Equiselum in lichtem Stand. Die Schwimmblattkräuter sind<br />

nur durch die in annähernd gleicher Häufigkeit auftretenden Arten<br />

Spargiinhim Friesii und Polygonum amphibium vertreten. Das<br />

wichtigste Wasserblattkraut ist Polamogelon per(oliatus. Die (irundblattkrautflora<br />

ist reich an Arten, und ausserhalb des Röhrichtgürtels<br />

hat sich hier eine typische Zone von Isoeles P^onlinalis<br />

aniipijrelica gebi 1 de t.<br />

Nr. 30. Y 1 i s j ä r v i (Uusikirkko). 60° 14' N, 3.7 (3.62) km-,<br />

19 m ü.d.M., trotzdem der See nur 6 km vom Meer entfernt liegt.<br />

Grösste Länge 4 km NW-SE, grösste Breite nahezu 2 km. - 22. VII.<br />

1938.<br />

Der See ist in der Hauptsache von Sandböden umgeben, ferner<br />

findet man Torfufer am Ostende sowie an einer langen Bucht<br />

am Nordende des Sees, Auch der Seegrund besteht zum grössten<br />

Teil aus Sand, der im tieferen Wasser stellenweise von einer Gyttjaschicht<br />

überlagert ist; die Bucht am Nordende des Sees ist durchweg<br />

gyttjagründig. Die Ufer sind zum Teil von Heidewald eingenommen,<br />

das Westufer besteht zum Teil aus Heisermoor. Auch<br />

Äcker sind an mehreren Stellen zu finden, die meisten am Nordende<br />

des Sees. Zuflüsse erhält der See nur durch ein paar Bäche;


Anil. liot. Soc. Zool.-Hot. l'^Miii. Vanamo, 15, nro 5. n<br />

Abfluss am Nordende. Farbe des Wassers grüngelb, Siclitliefe 8.2 ni,<br />

])H 6.4.<br />

In J)ezug' auf seine Vegetation weicht der llauptteil des Sees<br />

bedeutend von der flussartig schmalen und schlammgründigen<br />

Bucht am Nordende des Sees al). PhKujmites tritt dort vorherrschend<br />

auf, bildet aber nicht sehr dichte Bestände. Eqmseluni<br />

limosum sowie Scirpus lacusicr l)egegnet man wiederum hau[)tsächlich<br />

an der I-lussmündung am Nordende des Sees, wo sicli auch<br />

7Avei dichte Tijpha /a///o/i«-Bestände gebildet haben. Von Wasserblattkräutern<br />

wurden nur Poiamo(jcton perfoUaliis (häufiger insbesondere<br />

am Nordende des Sees) und P. pusillus gefunden. P. nalaiis<br />

bildet am Nordende des Sees ausgedehnte l^estände in (iesellschaft<br />

mit Nuphar luteum und Sparganium Friesii (beide reichlich), im<br />

übrigen Teil des Sees tritt wiederum Ihyhjqonum (unphibium häufiger<br />

auf.- Die Grundblattkräuter sind verhältnismässig reichlich vertreten,<br />

am meisten findet man Isoiites lacuslrc, auf Sandboden ist jedoch<br />

auch Lobelia ziemlich häufig. Am Nordende des Sees gedeiht Carex<br />

roslrata reichlich, desgleichen auf dem Gyttjaboden das Wassermoos<br />

Fonlinalis üutipijrelica. Auf dem Sandboden wurde stellenweise<br />

Nitella flexilis angetroffen,<br />

Nr. G å 1 i s j ö (Karjaa). (iO°O I'N, 68 luv, 26 m U.d.M.<br />

(irösste Länge 1.8 km NE-S\\\ Breite 600 m. Nur das Westende,<br />

etwa die Hälfte der (iesamtfläche, untersucht, (irössle gemessene<br />

Tiefe .'J.s m. - 11. VH. 1936.<br />

Abb. 4. Nr. 31 Gålisjö. Gescliützte liuclit am Südiifer mit einom Misclil)estarul<br />

von Sparganium Friesii, Potamogeton nataiis und Nuphar luteum,<br />

dazu etwas Equisetum.


42 L. Maristo, Die florisliscluMi Seetypeii Finiilaiuts.<br />

In (ler Uingehiuig zum grössten Teil bewaldete Moräiienhügel,<br />

nur am Nordufer finden sich ein j)aar nehausiingen mit etwas<br />

Ackerland. In der nordöstlichen sowie in der südwestliciien Ecke<br />

gibt es etwas Torfufer. Merklichere Zuflüsse hat der See nicht,<br />

tier Abfluss findet aus der Südwestecke statt. Farbe des Wassers<br />

braungelb, Sichttiefe 3.0 m, pH 6.:?.<br />

Phragrnites und Scirpus lacuster treten, sowohl einzeln als untermischt,<br />

erstere Art jedoch häufiger, zu lichten Beständen zusammen.<br />

Der Schachtelhalm erringt sich nur einen geringen Anteil.<br />

Von den Schwimmblattkräutern umsäumt Sparganium Friesii die<br />

Ivöhrichte auf deren ganzer Länge, doch auch Nuphar luteum, Potamogeton<br />

natans, Polygonum amphibium und Nymphaea alba bilden<br />

sowohl reine als gemischte Bestände (Abb. 4). Unter den Wasserblattkräutern<br />

begegnet man am häufigsten Myriophijllum alterniflorum.<br />

Becht typisch ist auch der von Iso'etes lacustre und Moosen gebildete<br />

(lürtel, der den Seegrund auf weiten Flächen ausserhalb der Makrophytenbestände<br />

bedeckt. Vereinzelte Moose (insbesondere Drepanocladus<br />

Sendtneri und Calliergon megalophijllum) fand ich noch an<br />

den tiefsten (3.5 m) von mir gemessenen Stellen.<br />

NT. 32. L i 11 o i s t e n j ä r V i (l.ieto, Kaarina). üO° 27' N, 1.4 km^,<br />

36 m ü.D.M. (WAHLBERG 1014, p. 5). Grösster Durchmesser 1.6 km,<br />

grösste Tiefe 3.45 m. - 3. VII. 1937.<br />

Der vielerorts an den Lfern zutage tretende Felsgrund besteht<br />

aus Gneis, die losen Ablagerungen sind hier die Moräne und am<br />

Westende des Sees Sand. Anbauflächen gibt es an den Ufern nur<br />

wenig, dessenungeachtet macht sich der Einfluss der Kultui in<br />

vielfältiger Weise bemerkbar. Am Ostende liegt ganz am Ufer<br />

die grosse Tuchfabrik, dessen sämtliche Abwässer in den See gelangen.<br />

Am Südufer liegen wiederum zahlreiche Sommerwohnungen<br />

und am Westende des Sees befindet sich ein allgemeiner Badestrand.<br />

Die übrigen Uferanteile beherrscht der Heidewald. Zuflüsse hat<br />

der See nicht, der Abfluss liegt in der Südostecke. Die Farbe des<br />

Wassers war bei starkem Wind graugrün, die Sichttiefe 2.« m,<br />

pH 6.8.<br />

Von der Vegetation des Sees erhält man vom Fabriksufer ausgehend<br />

ein falsches Bild, denn hier breiten sich stattliche Bestände<br />

von Phragmiles und Scirpus lacuster aus, die jedoch nur den Ausdruck<br />

einer lokalen Eutrophierung repräsentieren, desgleichen<br />

Lemna minor, der ich dort begegnete. Auf dem Sand- und Grusboden<br />

des Nordufers ist dagegen Lobelia reichlich zu finden, und<br />

auch die Böhrichte haben an Dichte erheblich abgenommen. Häufigstes<br />

Schwimmblattkraut ist Nympliaea alba, Wasserblattkräuter<br />

kommen ebenfalls vor. Isoetes lacustre bildet ausserhalb der Helophytenbestände<br />

einen dichten Teppich, und in grösserer Tiefe gibt<br />

es reichlich Wassermoose, Drepanocladus Sendtneri.


Ann. Bot. Soc. Zool.-Hot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. Iii<br />

Nr. 33. Oks järvi (Nastola). (>1° 03'N, 2.m (2..t) km^, etwa<br />

KO m ü.d.M. (irösste T.änge 2.5 km NW-SE, Breite 1-1.5 km. -<br />


11 L. Marislo, Die floristisclien Scctypen Finnlands.<br />

Seen des Gel)ieles. Das häufigste Grundblattkraiit ist Lobelia, kommt<br />

aber ebenfalls nur spärlich vor. Wichtigste Uferpflanze ist Carex<br />

lasiocarpa.<br />

Nr. 35. Uurainen (Uurainen). 62° 27' N, 1.3 lanS. Grösster<br />

Durchmesser 1.75kmN-S. - 19. VII. 1937.<br />

Der Felsgrund besteht aus Granit. Unter den losen Ablagerungen<br />

dominiert die Moräne, doch findet man am Südufer sowie an der<br />

langen in das Westufer einschneidenden Bucht auch Torf. Den<br />

Seegrund bedeckt an den Ufern der Sand oder der Dy, weiter hinaus<br />

die Gyttja. Etwa der gesamten Uferlänge steht unter Kultur,<br />

sonst sind die Ufer bewaldet. Zuflüsse erhält der See nördlich vom<br />

Pieni Uurainen (Nr. 65) und östlich von ein paar Teichseen. Abfluss<br />

am Westufer. Farbe des Wassers bräunlichgelb, Sichttiefe 3.8 m,<br />

pH 0.6.<br />

Die Vegetation ist einigermassen reicher als im vorhergelienden<br />

See, was seine Ursache im gesteigerten Einfluss der Kultur wie auch<br />

darin hat, dass die enge Bucht am Westufer völlig im Besitz der<br />

Vegetation steht und so eine Erhöhung der Gesamtartenzahl bewirkt.<br />

Equiselum uiid Phragmiles sind gleich häufig, doch steht der<br />

Schachtelhalm dem Schilf an Reichlichkeit voran. Von Schwimmblättrigen<br />

findet man am meisten Spnnjanium Friesii und Nymphaea<br />

Candida, Beachtung verdient aber danei)en auch Potamogeton natans.<br />

Von Wasserblattkräutern l)egegnet man Myrioplujllum allcrnijlorum<br />

reichlich, Potamogeton perfoliatus fehlt aber auch in diesem sujmiaquatischen<br />

See. (Vrundblattkräuter und Wassermoose, namentlich<br />

Drepanocladus tricJioplujlliis in der vorgenannten ]3ucht, sind ebenfalls<br />

reichlich vorhanden.<br />

Nr. 36. K y n e 1 m y k s e n j ä r v i (Sippola,Luumäki). 60° 52' N,<br />

1.25 km^, 07 m ü.d.M. Der See hat die Form des Buchstabens h, mit<br />

drei langen, 100-200 m breiten Buchten, (irösste Länge luihezu<br />

4 km NE-vSW. Die Wassertiefe dürfte stellenweise recht beträchtlich<br />

sein. - 11. VII. 1938.<br />

Die Ufer sind vielerorts hoch ansteigend und die Baj)akivi-Felsen<br />

senken sich stellenweise steil in das Wasser hinab. Die Bodenbedeckung<br />

besteht hauptsächlich aus der Moräne, doch gibt es z.B. im<br />

Westen auch Torfufer in recht reichlicher Menge. l)er Seegrund<br />

besteht in der Hauptsache aus Grus, Sand oder Dy. Anbauflächen<br />

gibt es an den Ufern nur an ein paar Stellen. Der Wald ist auf härterem<br />

Boden ein Vacci/in/m-IIeidewald, auf niederem Gelände<br />

herrscht der Brucliwald. Am Westende des Sees gibt es Beisermocr.<br />

Zuflüsse sind nicht vorhanden; Abfluss am Westende. Das Wasser<br />

ist gell)lich, Sichttiefe 3.9 m, pH 6.5.<br />

Unter den Helophyten i)ilden nur Phragmiles (häufiger) und<br />

Equiselum geschlossene Bestände. Das einzige eigentliche Wasserblattkraut,<br />

dem ich begegnete, war Utricularia minor in spärlichem


Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 45<br />

Vorkominen in einer versumpfenden Buciil. lläuligsles Selivvimmblattkaut<br />

ist Nijmphaea Candida, doch trifft man hier und da auch<br />

Niiphar hileiim an. Als wichtigster Unterschied gegenüber dem nahegelegenen<br />

Virojärvi (Nr. 6) gilt das verhältnismässig häufige Vorkommen<br />

von Lobelia. Ausgedelintere Seggenbestände traf ich niclit an.<br />

Wassermoose wurden nur spärlich gefunden.<br />

Nr. 37. Kotkajärvi (Kalvola). 61° N, 2.72 km^, 120.5 m<br />

ü.d.M. Grösster Durchmesser 2.5 km. Grösste Tiefe 11 m (Suomenmaa,<br />

IV, p. 82). Untersuchtes Gebiet unter Ausschluss des südlichen<br />

Endes des Sees etwa 2 km2. - 13. VII. 1037.<br />

Die bis an den See herantretenden Felsen bestehen aus (iranit,<br />

die sich ein Stück vom Nordufer erhebende Anhöhe ist dagegen<br />

aus Amphibolitschiefer aufgebaut. Unter den losen Ablagerungen<br />

herrscht grösstenteils die Moräne, nur zuinnerst an einigen Buchten<br />

breitet sich ein Torfufer aus. Der Seegrund besteht vielerorts auf<br />

mehrere hundert Meter langen Strecken aus ganz sterilem Ciestein oder<br />

Geröll. Bebaute Flächen sind nur dem Namen nach vorhanden, wohl<br />

aber gibt es als Viehweide benutzte Mischwaldflächen. Der See<br />

erhält Zufluss durch zwei kleine Bäche am Ostufer. Abfluss in der<br />

Nordwestecke. Farbe des Wassers gelb, Sichttiefe 3.7 m, pH ß.


11 L. Marislo, Die floristisclien Scctypen Finnlands.<br />

Vorherrschende Art ist der allerdings nur in lichten Beständen<br />

auftretende Schachtelhahn. An zw'eiter Stelle steht Phragmites,<br />

während Sdrpus laciister schon als ziemlich selten zu gelten liat.<br />

Unter den Schwimmblättrigen sind die Niiphai-Arten die häufigsten,<br />

von sonstigen begegnet man nur Nijrnphaea alba und Potamoqcton<br />

milans. Häufigstes Wasserblattkraut war Potamogeloii pcrfoliatiis,<br />

und Uliicularia intermedia war hier und da auf dem Dyboden zu<br />

finden. Als einziges Grundblattkraut wurde Lohelia in geringer<br />

Menge am Ostufer gefunden. Auf eine starke Kalkwirkung weist<br />

das Vorkommen von Char a fragilis und C. strigosa hin, denen man<br />

stellenweise in geradezu reichlicher Menge hauptsächlich in der<br />

Tiefenlage von etwa 1 m begegnete, - Wassermoose, Drepanocladiis<br />

iundrae, wurden massig reichlich angetroffen.<br />

Nr. .'jfA S y v ä j ä r V i (Suojärvi). G2° 17'N, O.92 km^. Länge<br />

etwa l.G km N-S, grösste Breite 500 m. - 10. Vm. 1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus Phyllit und Dolomit, tritt aber nirgends<br />

zum Vorschein. Vorherrschende Bodenarten sind am Westufer der<br />

Torf, am Ostufer die Moräne und am Nordende des Sees Sand und<br />

Osmaterial. Das Westufer ist hauptsächlich von Reisermoor eingenommen,<br />

im übrigen herrscht der Mischwald. Am Südende des<br />

Sees stehen ein paar Häuser, deren Ackerflächen bis zum Ufer<br />

heranreichen. Der Seegrund besteht, selbst an den Reisermoorufern,<br />

in der Hauptsache aus Sand, der in grösserer Tiefe allerdings von<br />

einer dünnen Gyttja- oder Dyschicht bedeckt ist. An vielen Stellen<br />

wurde zuoberst eine etwa 3 cm dicke Lage Dy, dann etwa 10 cm<br />

Sand und zuunterst fester Lehm gefunden. Nennenswertere Zuflüsse<br />

sind nicht vorhanden, der Abfluss befindet sich am Ostufer, Das<br />

Wasser ist gelbi)raun, Sichttiefe 2.i m, pH 7,o.<br />

Eqiiiseium und Scirpus lacusler treten annähernd gleich häufig<br />

auf, Phragmites findet man weniger. Sämtliche Arten l)ilden meist<br />

Mischbestände von sehr unregelmässigem Aufbau, Die Schwimmblättrigen<br />

sind durch mehrere Arten vertreten, am häufigsten findet<br />

nuui die beiden Niiphar- Arten vor. Als ganz besondere Typenart<br />

gilt Polamogelon gramincm in häufigem Vorkommen auf sandigem<br />

Grund, desgleichen unter den eigentlichen Wasserblattkräutern<br />

Polamogelon liicens X gramineus (P. Zizii, in den Artenverzeichnissen<br />

zu P. lucens geführt). Auch Polamogelon perfolialus und Myrioplujlliim<br />

allerniflornm waren hier und da zu finden. Von Grundblättrigen<br />

wurde ausser Lobelia noch Rannnculiis replans gefunden.<br />

Die Seggen waren durch nicht weniger als 5 Arten vertreten, als<br />

häufigste Carex lasiocarpa. Wie beim vorhergehenden See traten<br />

auch hier Chara fragilis und C. strigosa in beträchtlicher Reichlichkeit<br />

auf. Auch Wassermoose, besonders Scorpidium scorpioides,<br />

waren reichlich vorhanden.


Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 47<br />

Nr. 40. Vi L trä s k (Kirkkonummi). 60° 11'N, J.7 (l.c) km'-,<br />

19 m ii.d.]\I. Länge 3.5 km NW-SE, Breite 1.5-2 km. (irösste<br />

Tiefe 20 m (JÄILXEFELT 1929 b, p. 182). Das Nordende des Sees (etwa<br />

2 km2) iintersiicht. - 7. VII. 1936.<br />

Der See liegt zwiselien miscli- und nadelwaldbedeckten Moränenliügeln,<br />

der granitische Felsgrund tritt nur auf einigen I^andzungen<br />

zutage. Am Nordufer gibt es einigermassen Sand und am Südende<br />

des Sees Torf, sonst sind die Moränenufer vorherrschend. Kulturflächen<br />

finden sich sowohl am Nord- als am Südufer auf einer<br />

gesamten Strecke von etwa 1 km. An den Ufern sind in letzter<br />

Ahh. 5. Nr. 40 Vitträsk. Ausgedehnter Scliill'hoslarul [Phraj^mites) am<br />

Nordendo dos Soos.<br />

Zeit zahlreiche Sommerwohnungen entstanden. Der (irus- und Feinsandboden<br />

des Litorals entbehrt fast völlig einer Gyttjaschicht;<br />

stellenweise stösst man auch auf steinigen (Irund. Oberirdische<br />

Zuflüsse l)esitzt der See nicht, nach Aussage der Ortsbewohner<br />

dürften aber am Seegrund reichlich Quellen zu finden sein. Abfluss<br />

vom Südende des Sees. Farbe des Wassers grünlichgrau, Sichttiefe<br />

3.7 m (nach .JÄRNEFELT I.e., 3.I m), pll O.i.<br />

Die ausgedehntesten zusammenhängenden Bestände befinden<br />

sich am Nordnfer (Abb. 5), während das steinige Westufer auf<br />

einer Strecke von melir als 1 km fast völlig der Vegetation entbehrt.<br />

Phragmites herrscht vor, Scirpus lacuster findet man nur im Röhricht<br />

des Nordufers eingestreut. Der Anteil der Schwimmblattkräuter<br />

ist recht gering, nur Spanjaniiim Friesii bildet ausserhalb des<br />

Hührlchtgürtels kleine Bestände. Von den Wasserblattkräutern<br />

ist Poiamof/elon perfoliülua am häufigsten, kommt aber ebenfalls


48 L. Maristo, Die floristischcn Seetypeii Finnlands.<br />

nur verhältnismässig spärlich vor. Die Grundhhittkräuter gedeiiien<br />

wolil noch im lichten Röliricht, von 2 m abwärts findet man aber<br />

entgegen dem, was man nach der Durchsichtigkeit des Wassers<br />

schliessen könnte, keinen /soe/e.s'-Moos-Gürtel mehr vor. Die<br />

Eutraphenten Iris und Lemna minor wurden beim Anlegeplatz des<br />

Ciehöfts Hvitträsk gefunden.<br />

Nr. Lestijärvi (Lestijärvi). 63° 31' N, G5 km^. Grösste<br />

I.änge etwa 13 km NW-SE, grösste Breite etwa 7 km. Ein sehr<br />

offener und recht seichter See, der grösste in Mittel-Pohjanmaa.<br />

Das eigentliche Untersuchungsgebiet umfasst das Westufer etwa<br />

5 km von der Kirche nordwärts, Beobachtungen wurden jedoch<br />

auch in der östlich der Landzunge Itäniemi gelegenen Bucht am<br />

Ostufer angestellt. - 6. VIII. 1936.<br />

Der Felsgrund des Ufergeländes besteht zum Hauptteil aus<br />

Granit, der jedoch nur selten nackt zutage tritt. Auf einer Strecke<br />

von etwa 5 km von der Kirche südostwärts gibt es Sandufer. Die<br />

übrigen Ufer werden in der Hauptsache von der Moräne oder dem<br />

Torf beherrscht. Kleine Zuflüsse erhält der See vorwiegend aus<br />

südwestlicher Richtung. Sie entspringen kleinen, inmitten ausgedehnter<br />

Torfmoore gelegenen Waldseen, die dem See recht humushaltiges<br />

Wasser zuführen. Abfluss am Nordufer. Im Jahre 1874<br />

wurde der Seespiegel um 50 cm gesenkt. Farbe des Wassers grünlich<br />

gelb, Sichttiefe 3 m, pH 6.5.<br />

Phrngmiles und Eqiüseiiim limosum wiegen einander annähernd<br />

auf, und zwar so, dass der Schilf am Sandufer, der Schachtelhalm<br />

wiederum in den dygründigen Buchten dominiert. Auf Sandboden<br />

waren von den Schwimmblättrigen am häufigsten Sparganiiun<br />

Fricsii und Polygonum ampldbium, auf dem Dyboden wiederum<br />

die Nuphar-Arten. Auch Wasser- und Grundblattkräuter sind hier<br />

zu finden, unter den letzteren Isoetes lacustre verhältnismässig reichlich.<br />

Die Eutraphenten Tillaea und Elatine triandra wurden nur beim<br />

Kirchdorfufer, doch auch dort nur spärlich angetroffen.<br />

Nr. 42. Pyhäjärvi (I^yhäjärvi, Regierungsbezirk Oulu).<br />

63° 40'N, 135 kni2, 131 m ü.d.M.' Zahlreici'ie Inseln und langgestreckte<br />

Landzungen teilen den See in mehrere getrennte Wasserflächen<br />

ein. Grösste Länge 26 km N-S, grösste Tiefe (JÄRNEFELT<br />

1936 b, p. 116) 25 m. Das untersuchte Gebiet umfasst vom Nordende<br />

des Sees, der sog. Junttilanlahti-Bucht, den südlichen Teil, dazu<br />

ein (iebiet etwa 1.5 km südwärts von der Eiscnbahnbrücke, insgesamt<br />

etwa 5 km2. - 10. VI II. 1936.<br />

Der aus Granit, Gneis sowie aus Cineisgraniten bestehende Feisgrund<br />

tritt vielerorts an den Ufern der Inseln und der Landzungen<br />

zutage. Die wichtigste lose Bodenart an den von mir untersuchten<br />

Ufern ist der Lehm, der die Bucht Junttilanlahti überall umsäumt<br />

und sich das Ostufer entlan« von der Eisenbahnbrücke südwärts


Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 49<br />

in gerader Linie etwa 8 km weit erstreckt. yVuch anderwärts findet<br />

man zuinnerst in den Bucliten Lehm, im i


")() L. Marislo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />

eiipalusler. Von Scluvimmhiättrigen begegnet man n.a. Sparganiiint<br />

Friesii in liciiter Verteilnng. Wasserblattkräuter kommen überhaupt<br />

nicht vor, nur liammciiliis pelialus wird in geringer Menge angetroffen.<br />

Unter den (irundblattkräutern ist Isoeies lacuslre am bedeutsamsten,<br />

aber z.l^. Lobelia fehlt völlig. Die Vegetation trägt allgemein<br />

ein sehr dürftiges Gepräge.<br />

II. Nr. 44. K u 1 u n t a 1 a h t i (Kajaani). 64° 16' N. Nördlichste<br />

Bucht des Rehjanselkä. Das untersuchte Gebiet umfasst den innersten<br />

Teil der Bucht, etwa I.7 km2. - 20. VIII. 1936.<br />

Der I'elsgrund besteht am Westufer aus Adergneis, am Ostufer<br />

aus Granit, ist aber am ersteren unter dicken Sandschichten, am<br />

letzteren unter der Moräne verdeckt. Der Seegrund besteht jedoch<br />

fast über das ganze Untersuchungsgebiet aus Sand, der in grösserer<br />

Tiefe von einer Gyttjaschicht übergelagert ist. Stellenweise erstreckt<br />

sich das seichte Sandufer nur einige 10 cm tief bis über 100 m gegen<br />

die Seemitte. Zuinnerst an der Bucht gibt es Kulturflächen. Zuflüsse<br />

von nennenswerterer Bedeutung hat die Bucht nicht. Die Farl)e<br />

des Wassers ist bräunlichgelb, Sichttiefe 3.2 m, pM 6.7.<br />

Phragmites tritt hier ausgesi)rochcn als Typenart auf, in gleicher<br />

Häufigkeit findet man aber auch Sdrpiis eupaliisler auf dem Sandboden<br />

der seichten Ufer vor. Die Schwimmblättrigen sind relativ<br />

spärlich vertreten, häufigste Art ist Polygonum amphibium. Unter<br />

den Wasserblattkräutern erringt sich den wichtigsten Anteil Potamogeton<br />

perloliaüis und von den zahlreichen Grundblattkräutern<br />

Isoeles lacuslre. Auch Wassermoosen begegnet man in Gesellschaft<br />

mit der vorgenannten Art, auf dem .Sandboden gewöhnlich auch<br />

Nilella flenilis.<br />

Nr. 45 und 46', Oulujärvi. 900 km'^, seiner Grösse nach der<br />

fünfte unserer Binnenseen, 122.5 m ü.d.M. (irösste Tiefe 34 m, durchsclin.<br />

7.1m. Ein ausserordentlicii offener See, der sich in vier getrennte<br />

Wasserflächen (»selkä») aufteilen lässt, an deren östlichster, der Paltaselkä,<br />

die beiden von mir untersuchten Gebiete liegen. Zentralsee<br />

des Gewässersystems des Oulujoki, denn in der Paltaselkä vereinigen<br />

sich sowohl die vom Norden als vom Osten iier kommenden zwei<br />

Teilsysteme. Die Ufer bestehen auf recht weiten Flächen aus vSand,<br />

der stellenweise zu hohen Böschungen ansteigt. Südlich wiederum<br />

wird der See stellenweise auf weiten Strecken von Torfufer umsäumt.<br />

Nr. 45. S o k a j ä r v i (Kajaani). 64° 15' N. In den Hauptsee<br />

schmal ausmündende Bucht. Etwa 5 km^, davon etwa 2 km- (das<br />

Nordende und die Ufer der zum Hauptsee führenden Wasserenge)<br />

untersucht. - 15. VIII. 1936.<br />

Der Eelsgrund besteht im allgemeinen aus Granit, am Nordende<br />

mit seinen Inseln jedoch aus gneisartigem Schiefer, und tritt stellenweise<br />

am Ostufer sowie auf einigen Inseln nackt zutage. Die losen<br />

Ablagerungen bestehen am Süclende aus Sand, das Ostufer wird


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fcnn. Vanamo, lö, n:o 5. öl<br />

von (ler Aloräne untl (las WesLufer fast durchweg vom Torf eingenommen.<br />

Am letztgenannten Ufer gibt es Äcker und Kulturwiesen,<br />

geringen Ackerflächen begegnet man auch am Ostufer, sonst herrscht<br />

aber der Heidewald vor. l)er See erhält Zufluss durch einen von<br />

ein paar Teichseen kommenden Bach. Das Wasser ist gelbbraun,<br />

die Sichttiefe beträgt 2.5 m, pH G.G.<br />

Die Vegetation ist zumal an den weniger guten Ufern dürftig.<br />

PliragmUes dominiert zwar, vermag aber nicht zu grösseren iieständen<br />

zusammenzutreten. Eqniseliun findet man in lichter Verteilung<br />

hier und da. In den sandlelimgründigen kleinen Buchten begegnet<br />

man wohl Schwimmblattkräntern, am häufigsten Sagiltaria iialans,<br />

und auch die Wasserblattkräuter sind neben den (irun(ll)lattkräutern<br />

hier vertreten. Unter den letzteren fällt jedoch das Fehlen von<br />

Lohelia auf. Tn der Nordwestecke des Sees befindet sich eine von<br />

Anbauflächen umgebene seichtuferige Bucht, in welche ein Bach<br />

einmündet. Diese Bucht weicht von dem übrigen See ganz schroff<br />

ab. Scirpiis laciister dominiert unter den Helo))hyten, die Schwimm-<br />

])lättrigen sind reichlich vertreten, ebenso findet man reichlich Slraiiotes<br />

aloidcs und Wassermoose. Es handelt sich Iiier wohl sicher<br />

um ein ganz lokales Vorkommnis basischer Schiefer, die eine Erhöhung<br />

des Kalkgehalts des Wassers zuwegegebracht haben.<br />

Nr. 46. M e 1 a 1 a h t i (i\\ltamo). G4° 23' N. Nördliche Bucht<br />

des Paltaselkä. Das untersuchte Gebiet, O.7.5 km^, ])efindet sich<br />

zuinnerst an der Bucht. - 17. VIII. 193(5.<br />

Der Felsgrund des (iebietes ist bekannt für seine Eigenart. Er<br />

besteht aus Quarzit, durchdrungen von verschiedenen basischen<br />

Schiefern, wie Metal)asiten, Serpentinen und Dolomitadern, und<br />

tritt stellenw'eise durch die übergelagerte dünne Moränendecke hervor.<br />

In die Nordwestecke der Bucht mündet die schmale, flussartige<br />

Bucht Melajoki ein und zuinnerst in diese, in die sog. Turusenperä-<br />

Bucht, wie(lerum ein kleiner Bach, der seinen Ursprung im Dolomitgebiet<br />

des Kivesvaara hat. Die Farbe des Wassers ist braungelb<br />

mit einem schwachen grünlichen Anflug. Die Sichttiefe beträgt<br />

3.3 m, pH 6.8.<br />

Hier sind also die besten Voraussetzungen für das Aufkommen<br />

einer kalkliebenden Wasservegetation gegeben. Einer solchen<br />

begegnet man auch in ausserordentlich üj)piger Ausbildung in der<br />

'rurusenj)erä-Bucht sowie im Melajoki, doch in der Hauptbucht<br />

(Melalahti) selbst wird der genannte Einfluss bereits durch das Wasser<br />

der nahen Paltaselkä geschwächt. Plmu/mites bildet stellenweise<br />

Jiestände von mässiger Grösse, Sparganiuni Friesii und Sogittaria<br />

natans sind unter den Schwimmblättrigen die wichtigsten Arten.<br />

Wasser- und Grundblattkräuter sind in mässiger Heichlichkeit vorhanden,<br />

Lobelia fehlt indessen völlig. Auch Wassermoose treten hier<br />

als äusserste Zone der Wasserveaetation auf.


11 L. Marislo, Die floristisclien Scctypen Finnlands.<br />

xNr. 47-4fJ. Pyhäjärvi (Honkilahti, Eura, Säkylä, Yläne).<br />

165 km^, 46 m ii.d.M. Grösste Länge 25.5 km NW-SE, grösste<br />

Breite 9.5 km. Maximale Tiefe 20 m, der grüsste Teil des Sees<br />

erreicht ai^er nicht 7 m (LAITAKARI 1925, p. 30). Der grösste vSee<br />

Südwestfinnlands und zugleich sehr offen, denn nur bei Säkylä und<br />

Kauttua liegen kleine Inseln. Uferentwicklung LTGS (JÄRNEFELT<br />

1927 b, p. 108). - 20., 21. und 23. VIL 1936.<br />

Der Felsgrund besteht am Westufer zur Hauptsache aus Rapakivigranit<br />

und am Nordwestufer überdies stellenweise aus Diabas.<br />

Am Seeboden trifft man auf Sandstein (LAITAKARI op.C., p. 28).<br />

Der nackte Felsgrund tritt vorwiegend nur am Westufer zutage,<br />

wo die Moräne die häufigste Bodenablagerung bildet. Prächtige<br />

Sandufer umsäumen den See am Südende, desgleichen zwischen<br />

Säkylä und Kauttua. Südlicii von Säkylä folgt auf einer Strecke<br />

von mehreren Kilometern Torfufer und dann Moräne bis zur Grenze<br />

von Yläne. Lehm gibt es an den Ufern verhältnismässig wenig und<br />

demzufolge ist auch der Anteil des Kulturgeländes an diesem See<br />

gering. Den meisten Kullurflächen begegnet man in Säkylä, sonst<br />

erstrecken sie sich nur selten bis an das Ufer. Im allgemeinen ist<br />

das Westufer steiler als das östliche. Der Seegrund besteht im Litorai<br />

aus Sand oder Grus, weiter nach aussen aus gyttjabedecktem Lehm<br />

(LAITAKARI op. c., p. 30). Eingehende Angaben über die Bodenbedeckung<br />

finden sich bei JÄRNEFELT (1927 b). Am Südende mündet<br />

in den See der Yläne-Fluss und am Ostufer liegen die Mündungen<br />

zweier kleinerer Flüsse. Sämtliche kommen von bebauten Sand- und<br />

Lehmgebieten. Abfluss am Nordende des Sees. - Drei verschiedene<br />

Gebiete wurden untersucht.<br />

Nr. P y Ii ä j ä r V i I (Yläne). 60° 55' N. Das Südende des<br />

Sees vom Hause Kalikka bis zum Gehöft Huvitus. Zum grössten<br />

Teil völlig offenes Sandufer. Farbe des Wassers grün, Sichttiefe 3 m.<br />

pH 6.8.<br />

Die Wasservegetation ist äusserst dürftig. Von den Helophyten<br />

halten es nur Scirpus eupaluster und von den Schwimmblattkräutern<br />

nur Alopecuriis nequalis am offenen Ufer aus. Stellenweise haben<br />

Wasserblattkräuter zwischen den Steinen Wurzel gefasst, desgleichen<br />

Grundblattkräuter, hauptsächlich Ranimciiliis reptans und Scirpus<br />

aciciilaris, Isoeies laciistre war aber nicht zu finden. Die einzige eutraphente<br />

Pflanzenart, Iris pseiidacoriis, wurde am Ufer beim Gehöft<br />

Huvitus gefunden.<br />

Nr. 48. Pyhäjärvi II (Säkylä). 61° 02' N. Das Untersuchungsgebiet<br />

umfasst die Strecke vom Ufer des Iso Säkylä bis<br />

nahe an die Mündung des Pyhäjoki. Im allgemeinen recht vegetationsarmes<br />

Sand- oder Steinufer, im Schutze der kleinen Inseln an<br />

der Mündung des Sarvanoja breitet sich aber die üppigste Wasservegetation<br />

aus: hier macht sich die lokal eutrophierende Wirkung


Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 53<br />

eines kleinen, durch Kiilliirgelände fliessenden Flusses aufs deutlichste<br />

bemerkbar. - Die Sichttiefenmessung wurde durch starken<br />

Sturm vereitelt. pH G.s.<br />

An der Mündung des wSarvanoja breiten sich ausgedehnte<br />

l^öhrichte und Schachtelha]ml)estände aus, und dort kann man<br />

Tijpha laiifolia, Sparganium ramosuin und Lobelia nebeneinander<br />

wachsen sehen. Von den Schwimml)lattkräutern ist am liäufigsten<br />

Nuphar luteum, Wasserblattkräuter findet man verhältnismässig<br />

wenig und unter den Grundblattkräutern hat sich hier schon auch<br />

Isoeies lacustre in spärlichem Vorkommen eingefunden.<br />

Nr. 49. Pyhäjärvi III (Eura, Säkylä). 61° 06' N. Das<br />

IJntersuchungsgebiet umfasst die Bucht von Kauttua und dazu noch<br />

eine Uferstrecke von 2 km im Bereich des Kirchspiels Säkylä. Die<br />

Sichttiefe betrug infolge einer durch den Wind verursachten Trübung<br />

nur 3 m. Farbe des Wassers gelblichgrün. pl I 6.9.<br />

liier begegnet man an auch nur ein wenig geschützteren Stellen<br />

ausgedehnten PAröf/mi7es-Beständen. Der Anteil des Schachtelhalms<br />

sowie der übrigen röhrichtbildenden Arien ist geringer. Von den<br />

Schwimmblättrigen ist Sparganium Friesii am bedeutsamsten, unter<br />

den Wasserblattkräutern kommt Potamogeton pcrjoliatus recht häufig<br />

vor. Auch Isoetes trifft man stellenweise auf dem gyttjabedeckten<br />

Sandboden gar reichlich an, und an manchen Stellen hat sich ausserhalb<br />

der Schilfbestände ein regelrechter /soe/es-IMocs-Gürtel<br />

ausgebildet. Auch Nilella flexilis ist hier zu finden.<br />

Nr. 50. J ä ä s j ä r V i (Martola). 61° 'M' N, 65.i km^, 91 m ü.d.M.<br />

Der Wasserspiegel wurde in den Jahren 1852-51 um mehr als<br />

einen Meter gesenkt. Länge des Sees 18 km N-S, grösste Breite<br />

etwa 10 km. Das untersuclite Gebiet umfasst etwa 3 km^ halbwegs<br />

am Westufer. - 27. VIII. 1938.<br />

Im Bereich des untersuchten (lebietes besteht der l'elsgrund aus<br />

Granit und tritt hauptsächlich auf den Inseln zutage. In den übrigen<br />

Teilen des Sees gibt es stellenweise auch Glimmergneis. Die losen<br />

Bodenablagerungen bestehen am Westufer hauptsächlich aus Sand,<br />

sonst herrscht die Moräne, am Ostufer gibt es auch recht reichlich<br />

Torf. Auf den grösseren Inseln stösst man auch auf geringfügige<br />

Lehmflüchen. Der Seegrund besteht im untersuchten Gebiet hauptsächlich<br />

aus Sandlehm oder Lehm, der besonders in grösserer Tiefe<br />

von Lehmgyttja übergelagert ist. Ackerflächen treten stellenweise bis<br />

an das Ufer heran. Aus nördlicher Bichtung erhält der See reichliche<br />

Zuflüsse, der Abfluss liegt am Südwestufer. Das Wasser war trüb<br />

grünlich, Sichttiefe 3.o m, {)Ii 6.7.<br />

Im untersuchten Gebiet herrscht eine reiche Wasservegetation,<br />

was wohl zum Teil auf die geringe Wassertiefe zurückzuführen ist.<br />

Dominierende Art ist der Scliilf, der insbesondere am flachen Festlandsufer<br />

ausgedehnte, zusammenhängende Bestände bildet. Siel-


")() L. Marislo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />

lenweise tritt als Unterinischung Scirpus laciister auf. Hin und wieder<br />

breiten sich auf der Uferseite des Röhrichts Schachtelhahnbestände,<br />

dazwischen wiederum Kleinrölirichte von Scirpus eiipalusier<br />

aus. Bei der Wasserlinie haben sich wiederum gewöhnlich<br />

ausgedehnte Carex rostrata -Bestände gebildet. Häufigste Schwimmblattkräuter<br />

waren Sparganiiim Friesii und Potamogeton natans.<br />

Potamogeton grainineus gedieh stellenweise auf dem Sandlehmboden,<br />

und unter den eigentlichen Wasserblattkräutern waren P. perfoliatiis<br />

und Mijriophijlliim aliernifloriim die häufigsten. Von Grundblattkräutern<br />

wurde besonders Isoeies laciistre in beträchtlicher Menge gefunden.<br />

Seggen gab es nicht minder als 6 Arten, u.a. Carex aqiiaiilis,<br />

Nr. 31. .1 ä n i s s e 1 k ä, Kylmänperänlahti (Rääkkylä). 62° 22' N,<br />

76 m ii.d.M. Das etwa 5 km^ grosse Untersuchungsgebiet umfasst<br />

den grossten Teil der in der NW-SE-Richtung liegenden Bucht<br />

der Jänisselkä. - 17. VIII. 1938.<br />

Der stellenweise am Südwestufer der Bucht zutage tretende<br />

Felsgrund besteht aus Glimmerschiefer. Vom Buchtinneren ausgehend<br />

folgt auf der Nordostseite zunächst auf einer Strecke von etwa<br />

2 km Sand, danach Osschotter l)is zu der die Wasserflächen der<br />

Jänisselkä und Pyhäselkä trennenden Insel Tikansaari. Am Südwestufer<br />

gibt es neben dem Osschotter auch etwas Lehm und Moräne.<br />

Der Seegrund besteht auf ausgedehnten Flächen aus reinem Sand,<br />

im vorderen Teil der Bucht herrscht wiederum meistens der Grusoder<br />

der steinige Grund. Am Südufer liegt ein Sägewerk, sonst al)er<br />

ist keine nennenswertere Besiedlung zu verzeichnen. Das Wasser<br />

ist gelbbraun, Sichttiefe 3.5 m, pH 6.G.<br />

Infolge der Offenheit des Ufers ist die Wasservegetation spärlich<br />

entwickelt. Dominierende Art ist Phragmites, dessen ausgedehnten<br />

Tnselbeständen man auf dem Sandboden des Buchtinneren weit<br />

vom Ufer entfernt begegnet; sonst sind die Bestände lichter. Stellenweise<br />

gedeiht im seicliten Wasser reichlich Scirpus eupaluster.<br />

Scinvimmblättrige wurden nur in einigen geschützten Buchten gefunden,<br />

am meisten Polygonum amphibium und Nuphar luteum. Von<br />

Wasserblattkräutern traf ich nur Mijriophijllum allernijlorum an.<br />

Cirundblattkräuter waren merkwürdig wenig vorhanden. Auch an<br />

den windexponiertesten Ufern gediehen die typischen Uferpflanzen<br />

offener Wasserflächen: Phalaris arundiuacea, Carex gracilis und<br />

Lijthrum salicaria.<br />

Nr. 52. Paasivesi, Purnunlahti (Savonranta). 62° 11' N,<br />

76 m ü.d.M. Die südlichste Selkä des Orivesi, das etwa 2 km^ messende<br />

Untersuchungsgebiet umfasst die am Nordwestufer gelegene<br />

Bucht. - 18. VI II. 1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus Glimmerschiefer und Glimmergneis.<br />

Vorherrschende Bodenart ist die Moräne, nur in einigen Buchten<br />

stosst man auf Torf. x\n exponierten Ufern herrscht der steinige


Anil. Bot. Soc. Zool.-Bot. I^'enn. Vanamo, 15, n:o 5. 55<br />

(jrund oder der Grus, in geschiitzlereii J:5uchten liegt am (Iriinde<br />

eine Gyttjascliiclit von variierender Stärke. Die Ufer sind unbewohnt<br />

und vorwiegend von Heidewaid l)e.standen. Farbe des Wassers<br />

l>raungelb, .Sichttiefe 3.7 m, pH O.e.<br />

Dominierende Art ist Phragmites, als Untermischung findet man<br />

(lanel)en auch etwas Scirpiis laciisier. Häufigstes Sciiwimmblattkraut<br />

ist Polijflonum arnphihium, etwas seltener, aber dichte I^estände<br />

bildend Polamogelon nainns. Hier und da gedeiht auch Sugillaria<br />

nutans. Von Wasserblattkräutern waren nur Potamogeion perfoliaüis<br />

und (häufiger) Mijriophijllum allernifloriini vorhanden. ]3ie Grundblattkräuter<br />

waren reclit artenreich vertreten, als häufigste Art<br />

Isoeies lacustre überall dort, wo die Beschaffenheit des Grundes es<br />

nur irgend gestattete. Auch die Eutraphenten Tillaea aqiiatica und<br />

Elatinc iriandra wurden an ein j)aar Stellen angetroffen. Häufigste<br />

Uferpflanze war Phalaris anindinacea und unter den Seggen Carex<br />

gracilis. Ausserhalb des /.9oe/e.S"-Gürtels gab es stelkunveise Wassermoose,<br />

in einigen Buchten uferwärts vom Röhricht geradezu massenhaft<br />

Drepanocladus irichophijlliis und Sphagniini CAispidatiim.<br />

Nr. 53. H a u k i v e s i, Varparanta (Sääminki). 61° 59' N, 70 m<br />

ü.d.M. Das etwa 2 km^ messende Untersuchungsgebiet liegt am Ostufer<br />

des grossen und offenen Haukivesi und umfasst sowohl exponierte<br />

als im Schutze von Inseln gelegene Ufer. - 19. VHI. 1938,<br />

Der nur in geringem Ausmass zutage tretende Felsgrund besteht<br />

iius Hornblendeschiefer. Vorherrschende Bodenarten sind der Sand<br />

und der Osschotter. Am Ufer ebenso wie auf den Inseln erheben<br />

sich mächtige Grushügel und -rücken stellenweise steil aus dem See.<br />

Auch der Seegrund l)esteht aus Grus und Sand, in einigen geschützten<br />

Buchten von Dy und Gyttja übergelagert. Die Umgcl)ungist hauptsächlich<br />

vom Heidev^'ald beherrscht, und das Wasser wird von den<br />

vorhandenen Kulturflächen in keiner Weise beeinflusst. Das Wasser<br />

ist gelblich, Sichttiefe 4.1 m, pH G.s.<br />

Vorherrschende Art ist der Schilf. Auch Scirpus eupalusler geileiht<br />

reichlich auf dem Sandboden einiger Ladeplätze, wo der Schilf<br />

zum Weichen gezwungen worden ist; auch Caltha palustris und Lysimachia<br />

Ihijrsiflora scheinen diese Ladeplätze besonders zu bevorzugen.<br />

Schwimmblättrige findet man reichlich in einigen engen, in Osgruben<br />

gelegenen Buchten, am reichlichsten Polggoniim amphibiiun, Polamogelon<br />

nalans und Niiphar luteum. Wasserblattkräuter spärlich, vornehmlich<br />

Mijriopliijllum allerniflorum. Isoiiles lacustre gedeiht überall,<br />

wo der Seegrund nicht allzu grob ist, Carex gracilis ist geradezu iiäufig<br />

und tritt stellenweise selbst an stark exponierten Ufern auf;<br />

gleiches gilt auch für Phalaris arumlinacea.<br />

Nr. 54. S a i m a a, Lehmäinselkä (Puumala). 01° 31' N, 70.o m<br />

ü.d.M. Das etwa A.s, km- messende Untersuchungsgebiet umfasst<br />

das Nordufer der Lehmäinselkä von Puumalansalmi bis zur Insel


")() L. Marislo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />

Kotkatsaari sowie die nördlich davon gelegenen Buchten. ~ 22. VIII.<br />

1938.<br />

Die Felsen bestehen aus Adergneis, die losen Bodenarten hauptsächlich<br />

aus der Moräne. Am Nordnfer der Insel Kotkatsaari herrscht<br />

jedocli der Sand sowie der Osschotter, zuinnerst in einigen Buchten<br />

findet man Torfufer. Am offenen Ufer herrscht in der Hauptsache<br />

steiniger Grund oder Grus. Auch Sandboden gibt es hier und da,<br />

in den gescliütztesten Buchten Dy und Gyttja. Die Ufer sind völlig<br />

unbesiedelt und von Nadelwald bedeckt. Das Wasser ist gelblich,<br />

Sichttiefe 4.7 m, ])H 6.6.<br />

Das exponierte Ufer bietet ein für die offenen Wasserflächen des<br />

Saimaa charakteristisches Artenverzeichnis. Von Schilfgewächsen<br />

begegnet man Phragmües hier und da in lichtem Stand, Scirpiis eupaluster<br />

kann es dagegen stellenweise, insbesondere auf sandigem Grund,<br />

gar reichlich geben. Hin und wieder stösst man auf vereinzelte Individuen<br />

von Ranunculus peltatus oder Myriophylluni alterniflorum. Auf<br />

dem Seegrund gedeihen Isoeies lacuslre und Ranunculus reptans, stellenweise<br />

auch etwas Lobelia. Wichtigste Art des Supralitorals ist Plialaris<br />

arundinacea, hier und da vorkommend sind Carex gracilis und<br />

Lijlhrum salicaria. In den eng mündenden Buchten treten dann noch<br />

Schwimmblüttrige hinzu: Potamogeton naians. Polygonum amphibium,<br />

Nuphar luteum, Nymphaea Candida und Sparganium Friesii,<br />

oft gerade in der angeführten Häufigkeitsfolge. Auch etwas Equiselum<br />

und Scirpus lacuster haben sich eingefunden. Dem Seggenbestand<br />

gesellen sich Carex rosirala und C. elata zu. Erwähnt sei ferner Liiorella<br />

uniflora, der ich auf dem Sandi)oden am Nordufer der Insel<br />

Kotkatsaari begegnete.<br />

Nr. 65. L u o n t a r i, Harvionselkä (Anttola). Gl° 35' N, 76 m<br />

ü.d.M. Auch dieses Untersuchungsgebiet umfasst eng an den<br />

eigenthciien Saimaa anschliessende Wassergebiete. Die Grösse des<br />

untersuchten Gebietes beträgt etwa l.r. km^ und umfasst hauptsächlich<br />

die nördlich vom Kirchdorf Anttola gelegene Bucht. -<br />

23. VIII. 1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus Glimmerschiefer, unter den losen<br />

Bodenablagerungen ist die Moräne vorherrschend. Der Seegrund<br />

besteht jedoch in der vorgenannten Bucht aus Lehm, Schluff und<br />

Feinsand, im Bereich der Harvionselkä im Litoralgebiete jedoch<br />

aus Grus mit Steinen. Die nächste Umgebung der Buclit ist intensiv<br />

besiedelt. Farbe des W^assers gelbgrün, Sichttiefe 5.4 m, pH 6.7.<br />

Im geschützten Teil des Untersuchungsgebietes herrscht eine<br />

recht reiche Wasservegetation. Phragmiies dominiert, Bestände<br />

von Scirpus lacuster gibt es hier und da, in geringer Menge aucli<br />

solche von Equiseium limosum. Häufigste Art unter den Schwimmblättrigen<br />

ist Polygonum amphibiuni, gefolgt von Polamogelon nutans.<br />

Wasserbhittkräuter sind niclit gar viel anzutreffen. Häufigste Art


Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 57<br />

ist Mijriophyllum allernijlorurn (hier und da zerstreut), doch auch<br />

Elodea canadensis verdient Erwälmung. Die Grundblattkräuter<br />

sind durch nicht weniger als 8 Arten vertreten, an erster Stelle<br />

natürlich Isoeles lacustre. Dieser Artenreichtum ist auf die Rechnung<br />

des Schluffes zu schreiben.<br />

Nr. 56. L o u h i V e s i (Ristiina). 61° 32' N, 76 m ü.d.M. Das<br />

etwa 1.5 km^ messende Untersucluingsgebiet umfasst das nordwestliche<br />

Ende des Louhivesi und schliesst sich eng an das von<br />

RENKONEN (1935) an diesem See untersuchte Gebiet an. - 24,VIII.<br />

1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus Adergneis. Unter den losen Bodenablagerungen<br />

ist hauptsächlich die Moräne vorherrschend, am<br />

Nordufer der untersuchten Buclit erstreckt sich eine Sandlieide<br />

bis an das Ufer heran. Der Seegrund bestellt am offenen Louhivesi<br />

aus Grus nebst Steinen, in der geschützten Bucht am Nordwestende<br />

herrschen aber der Lehm und der Sandlehm, von einer Gyttjaschicht<br />

von variierender Dicke übergelagert, vor. Kulturflächen gibt es an<br />

der Bucht reichlich. Das Wasser war an der offenen Fläche des Louhivesi<br />

gelbgrün, Sichttiefe 4.o m, pH 7.i.<br />

Unter Berücksichtigung des gesamten untersuchten Gebietes<br />

gilt Phragmiles als dominierende Art, in der vorgenannten, von<br />

Kulturflächen umgebenen Bucht hat aber Scirpus laciister die Ci)erhand.<br />

Dort begegnet man auch ausgedehnten Beständen von<br />

Potainoydon natans und Polygonum ampbihium. Auch andere<br />

Schwimmblattkräuter wareu verhältnismässig reichlich vorhanden.<br />

Hier und da zwischen dem Röhricht und dem Ufer wuchs im seichten<br />

Wasser Polamoyeion yraniineiis. Von eigentlichen Wasserl)lattkräutern<br />

traf ich Polamogeton perfoliaiiis und MyriophylUun alterniflorum<br />

in lichter Verteilung an. Grundblattkräuter waren mässig<br />

reichlich vorhanden, am meisten Isoetes lacustre. Litorella uniflora<br />

wurde nur umherschwimmend angetroffen. Am Kulturufer breiteten<br />

sicli stellenweise ansehidiche Seggenl)estände aus, hauptsächlich<br />

Carex veskaria. Die Vegetation des windexponierten Ufers<br />

ähnelt ungefähr derjenigen z.B. der Lehmäinselkä (Nr. 54). Es möge<br />

bemerkt werden, dass ich hier nicht alle die von RENKONEN (1935)<br />

aus seinem benachbarten Untersucluingsgebiet angeführten Arten<br />

antraf, dagegen notierte ich einige Arten, die wiederum bei REN-<br />

KONEN fehlen.<br />

Nr. 57. Näsijärvi (Aitolahti). 61° 30'N, 275 kni^, 95 m<br />

ü.d.M. Länge etwa 40 km N-S, Breite 5-7 km. Grösste Tiefe ^<br />

55 m, mittlere Tiefe 12.4 m. Das untersuchte Gebiet, 10 km-, umfasst<br />

die in der Südostecke des Sees liegende Bucht Aitolahti nebst einem<br />

Uferstück an der anschliessenden Wasserfläche des Näsiselkä (siehe<br />

M ARISTO 1935). - VII.-IX. 1932.


58 L. Marista, Die florisLischen Scetypeii Finnlands.<br />

Der Felsgriind besLeht zur Hauptsache aus Adergneis und (iranil<br />

und tritt am Ufer stellenweise zutage. Unter den losen Ablagerungen<br />

waltet am Ufer hauptsächlich die Moräne, hier und da breiten sich<br />

aber in den Buchten auch geringfügigere Leiimflächen aus. Im<br />

Litoral der Buchten herrscht die Gyttja, an den Bachmündungen<br />

der Dy und an den exponierten Uferstrecken (irus und Geröll. Farbe<br />

des Wassers gelblich, Sichttiefe 3.8 m, pH ü.o.<br />

Vorherrschende Art ist Phraqmitcs, doch erringt sich auch der<br />

Schachtelhalm zumal in verschiedenen Mischbeständen eine erhebliche<br />

Bedeutung. In geschützten Buchten herrscht eine reiche Vegetation<br />

von Schwimmblattkräutern, zuäusserst umsäumt von typischen<br />

Isoeies- und Wassermoosgürteln. Bezüglich des Näheren<br />

sei auf MAIIISTO (op. c.) verwiesen,<br />

Nr. 58. Päijänne (Padasjoki). 61° 20' N, 1 065 km2, 78.o m<br />

ü.d.M. Länge etwa 115 km N-S, grösste Tiefe 93 m, mittlere Tiefe<br />

17 m. Das untersuchte Gebiet umfasst den mittleren und hinteren<br />

Teil der westlich von Kirjosniemi gelegenen Bucht, insgesamt etwa<br />

4 km^. - 30. VIIr. 1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus Glimmergneis und tritt vielerorts<br />

zum Vorschein. Im Inneren der Bucht herrscht an den Ufern der<br />

Lehm, im übrigen die Moräne. Audi der Seegrund besteht im<br />

Buchtinneren aus Schluff und Lehm, im übrigen Teil des untersuchten<br />

Gebietes aus Grus. Das Ostufer der Bucht ist höher ansteigend<br />

und bewaldet, an den übrigen Ufern erstrecken sich die Ackerflächen<br />

vielerorts ganz bis an den See heran. Im Buchtinneren<br />

liegen die Mündungen dreier kleiner Flüsse. ]3as Wasser ist grüngelb,<br />

Sichttiefe 4.8 m, pH G.s.<br />

Typische Vegetation eines offenen Wassergebietes, einer Selkä.<br />

Phragmilcs dominiert, obzwar die Bestände wohl nicht als besonders<br />

dicht zu gelten haben. Schachtelhalmbestände sind nur wenig zu<br />

finden. Schwimmblättrige gibt es in den geschützteren Buchten, am<br />

reichlichsten Polygonum amphibiiim und Sparganiiim Friesii. Einzige<br />

Wasserblattkräuter sind Polaniogelon perfolialiis und Mijrioplujlliim<br />

alleriüflorum. Auch Grundblattkräuter sind mässig reichlich vorhanden,<br />

Isoelcs laciislre bildet stellenweise eine eigene Zone ausserhalb<br />

des Böhrichts. Häufigste Segge ist Curex gracilis. Wassermoose<br />

wurden wenig gefunden.<br />

Nr. 5.9. P u u 1 a V e s i, Kaijanlahti (Hirvensalmi). 61° 41'N,<br />

467.3 km^, 94.1 m ü.d.M. Das etwa 2.2 km^ grosse Untersuchungsgebiet<br />

umfasst die am Südende des Puulavesi gelegene eng mündende<br />

Bucht Kaijanlahti nebst angrenzenden Wassergebieten am offenen<br />

Puulavesi. Der Seespiegel ist in den .Jaiiren 1831-54 um mehr als<br />

2 m gesenkt worden (HKLLAAKOSKI 1928, p. 3). - 26. VIH. 1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus verschiedenartigen Graniten oder aus<br />

Glimmergneis. Die Bucht Kaijanlahti ist zur Hauptsache von


Ami. Bot. Soc. Zool.-liol. Feiiii. Vaiuuiio, 15, n.o 5. 59<br />

oilier '1 orri)ö.scliuii^ umsäunil. Sie ist von Ileiseriiiooren umgehen,<br />

nur am Ostnfer zieht sich ein niedriger, bewaldeter Schotterrücken<br />

hin. AM offenen Pnnlavesi herrsclit hanptsäclihch die Moräne.<br />

Der Seegrnnd ist in der Hnclit Kaijanlahti nnter dicken Dymassen<br />

verdeckt, nnr in der Sü(h)stecke der Hnchl slcisst man im seichtcn<br />

Wasser anf etwas Sand. Im l)y ver.7.<br />

Wie aus dem Obigen schon zu schliessen ist, ist die Wasservegetation<br />

recht si)ärlich und trägt ein dürftiges (iepräge (vgl.<br />

.lÄRNEi'^Ki/r 10:}2a, p. 1()2). Im Bereich der Bucht Kaijanlahti findet<br />

man nur etwas lujuiscliuii linwsum, im Wasser und an der<br />

Dyböschung (MICX roslrata und C. lasiocnipa. Dazu gibt es etwas


()() L. Marislo, Die florislisclien Scolyiien Finiilaiuls.<br />

Niiphar liileinn und audi vereiiizelle Individuen von jMijriopiujllum<br />

alterniflorum ^edeilien liier und da. Am Puulavesi lial)en sicii einii>e<br />

lichte Bestände von Phragmites juiel)ildet, hin und wieder stösst<br />

man auf ein Alisina phmlafjo-^mVwidmim und von Grundl)läitri


Ann. Hol. Sioc. Zool.-Bol. Fciiii. Vanamo, 15, 0:0 •"). ül<br />

gel)ieUMi vorkommenden Bestände von Ghjccria md.vinui erwähnt<br />

/Al werden. Von sonstigen Lnfthlattkräutern wurde Alisnid pl(inl(i(jo<br />

hier und (hi angetroffen. Häufige Wasserhlattkräuter sind Poliiiiiofjcion<br />

jx'rfolialüs, MijriophijUum nUcrnijlorum und l)is mindestens<br />

1 m tief hinal) Elodea canadensis. Unter den Schwimmhiättrigen<br />

tritt Polygonum amphibium in der grössten Häufigkeit auf. Nel)en<br />

seinen Beständen findet mau auch solciie von Polamogelon nalans<br />

und Nuphar luteum. Freischwimmer wurden hau{)tsäcldich in der<br />

Bucht von Toupihi angetroffen. (>run(l])lattkräuter waren in iiciiter<br />

Verteilung fast überall dort zu finden, wo nur ein steinfreier Seegrund<br />

ihr Auftreten gestattete. Seggen gab es an den Ufern nur<br />

im Schutz des Böhrichts einiger Ikichten. Nilella jhwilis und (lliara<br />

jragilis gediehen auf dem Sandboden bis über l m tief. Wassermoose<br />

wurden nur spärlich gefunden.<br />

Nr. 61. M ylly j ä r v i (Korpiselkä). ()2° 18' N, O.Ö.^ km^, 171 m<br />

ü.d.M. Länge Li km N-S, grösste Breite etwa 1 km. 13. VHl. 1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus Gneisgranit. Vorlierrsciiende Bodenarten<br />

sind am Ost- und am Südufer der Osschotter, am Weslufer<br />

wiederum der Torf. Der Seegrund besteht hauptsächlich aus (irus<br />

und Sand, in einigen Buchten stössl man auf dyhaltigen (irobdelritus.<br />

Der See gehört in den Bereich des Naturparkes Tolvajärvi. Die<br />

Ufer sind unbesiedelt, bewaldet. Das Ostul'er wird von dem steil<br />

ansteigenden Os Hirvasharju gebildet. Am Westufer lleisermoor,<br />

sonst Heidewald vom Vaccinium-ryp. Am Südende führt eine<br />

schmale, überbrückte Öffnung hinü ber zum Koli järvi (Nr. 02). luirbe<br />

des Wassers grünlich gell), Sichttiefe l.om, j)H (>.2.<br />

Häufigster Helophyt ist Phragniiles in kleinen, lichten Beständen<br />

längs dem Süd- und dem Ostufer, während am Westufer Equiseium<br />

die l'lberhand hat. Auch Seirpus eupalusler begegnet man in lichtem<br />

Stand. Unter den Schwimmblättrigen ist Nuphar luteum die häufigste<br />

Art, hinzu hat sich auch Pohjgonum amphibium gesellt. Das einzige<br />

eigentliche Wasserblattkraut ist Mipiophgllnm alterniflorum. (irundhlattkräuter<br />

sind recht reichlich vorlianden, als häufigste Art Lobelia,<br />

der man fast auf der ganzen l.änge des Süd- wie auch des Ostufers<br />

begegnet; an nächster Stelle steht Isoetes lacustre. Seggen gibt es<br />

insliesondere am Westufer, häufigste Art Carex rosfrala. Auch Wassermoose<br />

wurden angetroffen und am (irunde einiger Buchten u.a.<br />

reichlich Sphagnum papillosum.<br />

Nr. 02. K o t i j ä r v i (Korpiselkä). 02° 17' N, 8.(j (7. i) km-, 171 m<br />

ü.d.M. Länge G km NW-Sl^, grösste Breite etwa 2.5 km. Untersucht<br />

wurde der nordwestliche Teil des Sees, etwa 2.5 km^. - 13. VHI.<br />

19.38.<br />

Der aus Gneisgranit bestehende Felsgrund tritt stellenweise an<br />

den Ufern zum Vorschein. Die losen Bodenablagerungen bestehen im<br />

Bereich des ganzen Nordendes des Sees, wo der für seine Natur-


(>2 f.. Maristo, Die floristisclien Sectypeu Finnlands.<br />

Schönheit bekannte 'I'olvajärvi-Os liegt, aus Sand und Osschotter,<br />

sonst sind die Moräne und das Torfufer vorherrschend. Der Seegrund<br />

besteht am Nordufer aus Sand, in den übrigen Teilen stellenweise<br />

ausserdem aus (irus, in grösserer Tiefe gibt es auch Gyttja. Am Nordwestufer<br />

liegt das Dorf Tolvajärvi mit seinen Behausungen und<br />

Ackerflächen, deren letzteren man auch am Nordende der mitten<br />

im See gelegenen grossen Insel begegnet. Zuflüsse erhält der See am<br />

Nordende von drei kleineren Seen. Abfluss am Südende. Farbe des<br />

Wassers grüngelb, Sichttiefe I.3 m, pH 6.:;.<br />

Vorherrschende Art ist Phrngmiles, dessen l^estände jedoch nicht<br />

besonders dicht sind. lujiüseliim und Scirpiis cnpalmler wiegen einander<br />

an Häufigkeit annähernd auf. Schwimmblättrige gil)t es schon<br />

ganze 0 Arten, am häufigsten Niiphar luteum und Sparf/nnium Friesii.<br />

Von eigentlichen Wasserblattkräutern wurde nur Mijrioplujllum<br />

(üterniflovum gefunden und als ziemlich selten notiert. Ranunculus<br />

pelialus war in grosserer Ueichlichkeit u.a. bei den mitten im See gelegenen<br />

Untiefen zu finden. Lohelia trat häufig insbesondere am Sandufer<br />

auf, und auch Isoeies lacuslre war ziemlich reichlich vorhanden.<br />

Beim Dorf hatte sicli auch Alisnia planlagu am Ufer eingefunden.<br />

Seggen wie auch Wassermoose wurden nur spärlich gefunden.<br />

Nr. 03. V a 1 k i a j ä r V i (Kankaanpää). ül° 50' N, l.tkm^, 118 m<br />

u.d.M. Grösster Durchmesser I.7 km N-S, tiefste von mir gemessene<br />

Stelle 3.5 m. - 21. VII. 1930.<br />

Das Ost- und das Westufer des Sees sind von einer Sandheide<br />

eingenommen, sonst herrscht das Torfufer vor. Kulturflächen gibt es<br />

am See nicht, am Südufer liegt aber das Militärübungslager von<br />

Niinisalo. Zufluss erhält der See durch einen kleinen Bach am<br />

Nordende. Abfluss am Ostufer. Farbe des Wassers grünlichgelb,<br />

die tiefste Stelle reichte nicht zur Ermittlung der Sichttiefe aus, die<br />

sich bei l m bewegen dürfte, pll 0.8.<br />

Vorherrschende Art ist Phragmites. Schwimmblättrige sind wenig<br />

vorhanden, wichtigste Art ist Sparganium Friesii. Die Wasserblattkräuter<br />

fehlen überhaupt, (irundblattkräuter sind dagegen reichhch<br />

vorhanden. Unter ihnen hebt sich, unter Berücksichtigung der<br />

gesamten Makrophytenflora, Lobelia als Typenpflanze ab. Das zum<br />

Teil seichte Ufer und der vorherrschende Gyttjaboden geben jedoch<br />

dem Wasser schon eine gelbliche Tönung und vermindern seine<br />

Durchsichtigkeit. Von grösster Wirkung wird jedoch in der Zukunft<br />

die Nähe der Kasernen des Militärlagers sein, denn schon nach<br />

zweijähriger Tätigkeit des letzteren lassen sich deutliche Anzeichen<br />

einer Verunreinigung des Wassers bemerken.<br />

Nr, 64. S i m u n a (Uurainen), 02° 27' N, O.25 km-. Grösster Durchmesser<br />

etwa 800 m. - 20, VII. 1937.<br />

Der Felsgrund besteht aus Granit. Das Südufer steht im Besitz<br />

der Moräne, am Nordufer dominiert der Torf. Der See liegt in bewal-


Alin, IJol. Soc. Zool.-Iiol. Fcnn. Vanamo, 15, n:() ."). (».'J<br />

deter Umgel)un^, nur am Sikluler liegt auf einer Aniiölie ein Haus.<br />

Der Seegrund besteht aus Sand und Dy, weiter hinaus aus (lyttja.<br />

Zuflüsse fehlen, seinen Abfluss hat der See am Südende. Der See liegt<br />

im hügeligen Gelände eines Wasserscheidengehietes. Farbe des Wassers<br />

gelbgrün, Sichttiefe 5.o m, pH 0.7.<br />

Unter den Schilfgewächsen ist Phragmifes am häufigsten, docii<br />

nur in lichten Beständen vorhanden; etwas dichter steht dagegen<br />

schon der Schachtelhalm. Sparganium Friesii tritt zu melireren lichten<br />

Beständen zusammen, auch Nuphar luteum und Njiniplinea Candida<br />

begegnet man iiier und da. Die Wasserlilattkräuter sind nur durch<br />

MijrioplujUuin allcmijlonim (reichlich) und IJtricularia intermedia<br />

vertreten. Auch Lohelia und Jsoetes lacuslre findet man in lieträchtlicher<br />

Menge vor, während Wassermoose nur sjiärlicli angetroffen<br />

wurden. Die häufigste Ufersegge ist hier (Mrex rostrata.<br />

Nr. Oo. Pieni U u r a i n e n (Uurainen). ()2° 26' N, 0.8 km-,<br />

C.rössteLänge l..ikmNW-SE. - 19. VII. 1937.<br />

Der granitische Felsgrund tritt nirgends am See zutage, h^r wird<br />

am Südufer von dicken, sich vom benachbarten Meidei)lateau in Form<br />

einer 8 -10 m hohen, steilen Böschung zum See hinabsenkenden<br />

Lagen glazifluvialen Osschotters und Sand bedeckt. Am Nordufer<br />

herrscht die Moräne, in ein jiaar Buchten stösst man auf etwas Torfufer<br />

und Dyboden. Ausser dem gewöhnlichen Sand- oder Grusboden<br />

wurde an ein paar Stellen auch Sandlehm angetroffen. Anbauflächen<br />

finden sich nur wenig am Nordufer, im übrigen grenzt der Meidewald<br />

an den See. Zuflüsse fehlen, seinen Abfluss findel der See in<br />

der Nordwestecke. Farbe des Wassers grün, Sichttiefe 5.t m, pi I (i.H.<br />

Die Vegetation ist rlurchweg licht. Phragmiles ist unter den Schilfgewäclisen<br />

die häufigste Art, in gleicher Beichlichkeit findet man aber<br />

auch den Schachtelhalm. Scliwfnimblätlrige sind nur spärlich vorhanden,<br />

am meisten begegnet man Sptnganium Friesii und Nuphar<br />

luteum. Auch die Wasserblattkräuter sind nur spärlich vertreten,<br />

die Grundblattkräuter nur durch drei Arten, Isoeies lacustre, Lohelia<br />

und Ranunculus replans, von denen jedoch die beiden erstgenannten<br />

in grösserer Menge zu finden sind. Von Wassermoosen gibt es mehrere<br />

Arten. Die nahezu einzigen Uferjiflanzen sind Carex rostrata und<br />

C. lasiocarpa.<br />

Nr. 06. L u n k i n j ä r V i (Kalvola, Tammela, Koijärvi). üO° ")()'<br />

N, 1.25 km=^, 132 m ü.d.M. Grösste Länge 2.i km W-K. (irösste Tiefe<br />

().8 m (Suomenmaa, IV, p. 83). - 12. VII. 1937.<br />

l^in typischer Kinödensee ohne jegliche Uferbesiedlung. Granitischer<br />

b\»lsgrund; lose Ablagerungen sind sowohl am West- wie am<br />

Ostende des Sees, wo sich die Moore bis an das Ufer erstrecken, der<br />

Torf, am Südufer Osmaterial und Sand, am Nordufer wiederum<br />

zum grössten Teil die Moräne. Den Seegrund bedeckt an den beiden<br />

landen sowie in den Buchten im allgemeinen ein dygemischler Grob-


()1 L. Murista, Die I'lorislischt'ii Si'clypeu i


Ann. Hol. Soc. Zool.-Uot, Fenn. Vananio, 15, n:o 5. 155<br />

Nr. ()9. V a h v a j ä r v i (lluskcaJa). (>1° ")()' N, 11.8 (K).?) kin-,<br />


66 L. Maristo, Die floristisehcn Seetypen Finnlands.<br />

etwa 2 km langen stroniartigen Kalmosahni in den Viinijärvi, Obwohl<br />

die Strömung hier scliwach ist, liahe ich den Venepohja dennoch<br />

als einen selbständigen See betrachtet (vgl. JÄRINEFELT op. c.). Das<br />

Wasser ist grünlich, Sichttiefe 6.5 m, pH G.n.<br />

Vorherrschende Art ist Pliragmiies. Auf langen Strecken sind die<br />

Ufer völlig frei vom Röhricht, stellenweise erreicht aber dieses eine<br />

relativ beträchtliche Ausdelinung. Scirpus eiipaliister übertrifft an<br />

Häufigkeit den Schachtelhalm, S. lacuster findet man dagegen nur<br />

ganz wenig. Auch die Schwimmblättrigen sind nur spärlich vertreten,<br />

häufigste Arten sind Spanfaniiim Friesii und Polygonum amphibium.<br />

Von Wasserblattkräutern findet man Poininogelon perfoliutus und<br />

MijriophijUiim allcrniflorum hier und da in lichter Verteilung. Grundblattkräuter<br />

sind dagegen reichlich vorhanden; besonders Isoeies<br />

laciistrc begegnet man fast überall dort, wo der Seegrund nicht zu<br />

steinig ist, während Lobelia hauptsächlich am Sandufer zu finden<br />

ist. Carex rostrala ist am Ufer die wichtigste Seggenart, tritt al^er<br />

ebenfalls nur hier und da auf. Moose recht spärlich.<br />

Nr. 7J. Urajärvi (Asikkala). 61° 09' N, 1.75 (U) km- und<br />

mindestens 80 m ü.d.M. Länge 5.5 km N-S, Breite durciischn. 1 km.<br />

[nselreicher See, dessen Südende, etwa die Hälfte der Gesamtfläche,<br />

untersucht wurde. - ö. VH. 1938.<br />

Das Süd- und das Ostufer sind steiler abfallend als das Westufer.<br />

Auch Granitfelsen gibt es insbesondere am Ostufer und auf den<br />

Inseln. Lose Ablagerungen sind hauptsächlich die Moräne, am<br />

Südende das Osmaterial, und in manchen Ausbuchtungen des Ufers<br />

stösst man auf geringfügige Torf Vorkommnisse. Die Ufer sind im<br />

allgemeinen steinig, den Seegrund bedecken Grus und Sand. In der<br />

Südecke nahe beim (iehöft Urajärvi gibt es auch etwas Lehmboden.<br />

Die Ufer sind bewaldet, Anbauflächen finden sicii nur am Südende<br />

in geringer Menge. Zuflüsse erhält der See nur von ein paar kleinen<br />

Teichseen; der Abfluss befindet sich am Westufer. Das Wasser ist<br />

grünlich, Sichttiefe bei ungünstiger Witterung gemessen 6.8 m, pH O.D.<br />

Die Helophytenvegetation ist ziemlich dürftig. Häufigste Art ist<br />

Pill (ig Uli les, bildet aber nur lichte Bestände. Häufigstes Wasserblattkraut<br />

ist Mijriophijlluin aller in flonim, tritt aber jedesmal nur in<br />

einigen Individuen auf, ferner findet man Polamogelon praelongus<br />

und (weniger häufig) P. perfoUalus. Die Auffindung von Elodea canadensis<br />

in einem so isolierten See verdient Beachtung. Besonders<br />

charakteristisch ist liannnculns pelialus. Neben einigen ausgedehnten<br />

Beständen findet man zahlreiche Vorkommnisse von nur zwei bis<br />

drei Individuen. Die Schwimmblättrigen sind recht artenreich vertreten,<br />

sämtliche Arten treten indessen nur spärlich auf. Ein geringfügiger<br />

Fund von Lemna minor am Wäschestrand eines Hauses, dazu<br />

einige Vorkommnisse von Iris pseudacorus sind noch zu erwähnen.<br />

Unter den (irundblattkräutern sind nätürlich Isoeies lacuslre und


Ann. Hol. Soc. Zool.-Hol. I-'enn. Vanamo, 15, n:o 5. 07<br />

Lobelia die häufigsten Arten, letztere kommt jedoch vielerorts wegen<br />

der Steinigkeit des Ufers nicht richtig zu ihrem Recht; in grösserer<br />

Tiefe findet man ihre sterilen lilattrosetten stellenweise reichlich<br />

vor. Isoetes lacustre geht bis 3 m hinai), und ausserhalb folgt dann<br />

stellenweise noch ein dichter Gürtel von Nitella flexilis })is zur Tiefe<br />

von etwa 5.5 m. Bei r).()-().2 m hat sieh ein Wassermoosgürtel ausgebildet.<br />

Nr. 72. S u u r i j ä r v i (Heinola). 01° 07' N. O.n km^, 117 m<br />

ü.d.M. Länge 1.5 km N--S. - 7. VII. lO.'iS.<br />

Der See liegt in einer Osgrube des inneren Salpausselkä. Seine<br />

Ufer sind steil und von Kiefernwald bedeckt. Am Oslufer stehen<br />

einige (iranitfelsen, die losen Hodenablagerungeu sind ausschliesslich<br />

durch das Osmaterial vertreten. Die Ufer sind gänzlich unbesiedelt.<br />

Der See erhält Zufluss von einem Weiher. Abfluss am Westufer.<br />

l'arbe des Wassers gelbgrün, Siebttiefe ü.o m, pH G.


()S Mdi'islo, Die floristischen Scetypeii Finnlaiuls.<br />

^oliuuleii, iliren StaiidorL wieder in die alto Tiel'e zuriickzuveiiejJcn.<br />

Die Ufer sind vielerorts sehr flach, und man begegnet an ihnen Scir-<br />

})iis eiipaliister neben sämtlichen Grundblaltkräutern in voller Blüte<br />

weit oberhali) der Wasserlinie. Die Wasserl)lattkräuter Potaniogelon<br />

])erl()li(itiis und Mijriopliijlluin altcriiiflonim sind hier relativ häufig,<br />

lUmunciiliis pelialus tritt geradezu als Charakterart auf. Schwimml)lättrige<br />

sind nur dem Namen nach vorhanden, am häufigsten, obwohl<br />

ebenfalls nur hier und da, Alopeciirus aequalis. Die dominierende<br />

Lebensform sind jedoch die Grundblattkräuter. Am reichlichsten<br />

findet man Litorella uniflora sowie Isoetes laciistrc als dichte Matte<br />

l)eiderseits des Steilrandes. Im seichteren Wasser gedeiht sodann<br />

jMbcIia, vielerorts unter Bildung von ausgedehnten blühenden Wiesen<br />

(xVbb. 19). Seggen traf icii überhaupt nicht an, einzige Uferpflanze<br />

war Lijlhriim salicaria. Auch Wassermoose wurden nicht<br />

angetroffen, dagegen trat Nilclla (Icxilis in beträchtlicher Häufigkeit<br />

ausserhalb des (irundblattkrautgürtels bis zu 1 m hinab auf.<br />

Nr. 74. Särki j ä r v i (Tohmajärvi). Ü2° 21' N, lO.-t km^, 88 m<br />

ü.d.M. Länge 0.5 km NW-SE, grösste Breite 2.5 km. Das untersuchte<br />

(iebiet, etwa 7 kni^, erstreckt sich nicht bis zum Südostende des<br />

Sees. - 15. VIII. 11)38.<br />

Der Felsgrund besteht am Westufer auf der ganzen Strecke vom<br />

Nordende des Sees bis zur (iegend von Nousiala aus Phyllit, in der<br />

übrigen Umgebung des Sees aus (iiimmerschiefer, und kommt<br />

luuiptsächlich auf einigen kleinen Inseln am Nordende des Sees<br />

zum Vorschein. Die lose Bodenbedeckung besteht am Nord- und am<br />

Ostufer, denen entlang sich ein zum inneren Salpausselkä gehörender<br />

Osrücken hinzieht, aus Osschotter. Am West- sowie am Südufer<br />

herrscht die Moräne. Der Seegrund ist zum grössten Teil von Sand<br />

oder Grus gebildet, nur in einigen gut geschützten Buchten stösst<br />

man auf Dy. Weiter nach aussen wird der Sand von einer dünnen Gyttjaschicht<br />

bedeckt. Am Westufer ist der Boden an der Wasserlinie<br />

und im seichten Wasser auf einer Strecke von mindestens 2 km steinig<br />

und entbehrt jeder Vegetation. Behausungen mit anschliessenden<br />

Ackerflächen gil)t es vor\\iegen(l am Südende des Sees, während am<br />

Nordende einige Sommerwohnungen liegen. Zuflüsse kommen nur von<br />

ein paar Teichseen, Abfluss am Nordufer. Farbe des Wassers grünblau,<br />

Sichttiefe 8 m, i)II 6.8.<br />

Vorherrschende Art ist Phrmjmiles cunimimis und bildet besonders<br />

am Nord- ebenso wie am üstufer einige recht grosse, reine und<br />

stellenweise auch gar dichte Bestände. Equisdum lünosiiin gedieh<br />

nur in einigen geschützten Buchten, und Scirpus laciister wurde<br />

nur.an einer einzigen Stelle gefunden. Schwimmblättrige sind recht<br />

wenig .vorhanden, häufigste Art war Niipliar liileiini. Von Wasserblattkräutern<br />

waren PoUimoqelon perjolialuH und Mijriophijlllun al-<br />

Icrniflonim ziemlich häufig, sojist wurde nur IJtricuUirid intermedia


Ann. Soc. Zool.-Fiol. b'enn. N'ananio, 15, n:() .">. (59<br />

aiioc'lrol Teii. Die Wasser-Scliwiinnvhlalt kräiiLer waren durch die'hier<br />

und (h» vorkoninienden lianiinculus pelialus und Polanuujelun f/niminens<br />

vertreten, (irundhlattkräuter waren reichlich voriuvivdeu. Ani<br />

meisten wurde auf dem Sandboden Litorella lacusiris gefunden, im<br />

IIiid)lick auf das gesamte Untersuchungsgebiet trat aber Jsoelcs<br />

Idcuslre gleicli häufig auf. Lobelia gab es weniger. Die Uferpflan-<br />

/,en waren (juantitativ schwach vertreten. Wassernioose traf icli<br />

nicht an, ckigegen wurde auf dem Sandboden in der Tiefe von 3-4 ni<br />

slelk>nweisc Chara fraf/ilis in grosser Heichlichkeit angetroffen, in<br />

noch grösserer 'l'iefe auch Nilclla {lexili.s.<br />

Xr. 7J. Valkjärvi (Somero). 60° 30' N, O.-.' km^, 103 m<br />

ii.d.Mi Mindestens 10 m tief. - 15. VII. 1


70 L. Marislo, Die riorislischcn SeclypiMi l


Ann. Hol. .Soc. Zool.-fiol. I'\'tin. N'aiiamo, 15, n:


72 L. Maristo, Die floristischcn Seetypeii Finnlands.<br />

Der Felsi^ruud besieht aus Adergneis und Cilinimerscliierer. Die<br />

losen Bodenablagerungen bestehen an den Ufern aus Sand und Osinaterial,<br />

der Seegrund aus Grus oder Sand, in grösserer Tiefe bedeckt<br />

den (irund eine dünne Gyttjaschicht. In der Umgebung herrschen<br />

hauptsächlich Kiefernheide oder I{eisermoor, welcli letzteres jedoch<br />

durch einen Sandwall vom See getrennt ist. Am Westufer Anbauflächen<br />

in mässiger Ausdelinutig. Ein Quellsee, der Zuflüsse nur durch<br />

einige Moordrainagegräben erhält. Das Wasser ist klar blaugrün,<br />

Sichttiefe 8.2 m, pll ().«.<br />

l.uftblattkräuter sind möglichst wenig vorhanden, nur an ein paar<br />

Stellen Kquiscliim limosum und Scirpus eiipaliislcr, ausserdem ein<br />

Inind von Alisma pUmtiKjo. Auf kilometerlangen Strecken ist blühende<br />

Lobelia die einzige sich über die Wasseroberfläche erhebende<br />

Pflanzenart. Die SchwimuTblättrigen sind einzig durch Spar()anium<br />

affina vertreten. Von den drei Wasserblattkräutern ist Mijriophijlhini<br />

(lUerniflorum die häufigste Art. Hammculus pelialus begegnet man<br />

hier und da, steril bis 5 m Tiefe. Grundblattkräuter gibt es reichlich,<br />

.'im meisten Lobelia und Lsoelea laemlre, letztere Art bis zur Tiefe<br />

von I) m. Wassermoose sind sehr sjjärlich vorhanden, auf dem Saudgrund<br />

stösst jnan auf Nilella jle.vilis.<br />

Nr. SO. K u o r i n k a j ä r v i (Liperi). 62° 37' N, 12.6 kni^. Länge<br />

() km N-S. Breite etwa 1 km. Offener See, grösste Tiefe etwa 30 m<br />

(JÄBNEFRLT 193Ga, p. 4). - 21. VIIL 1937.<br />

Der phyllitische ludsgrund tritt nur auf einigen kleinen Inseln<br />

zutage, überall sonst ist er unter dem Sand verdeckt; am Südostufer<br />

findet man etwas ^Moräne. Die Uferwälder sind zum Teil Heidewälder<br />

vom Vacciiium-Ty\), am Südende wiederum findet man als Viehweide<br />

benutzten Mischwald. Am Seegrund herrscht der Sand, ausser am<br />

Südost- sowie am Südufer, wo stellenweise Sandlehm zu finden ist.<br />

l^ehausungen gibt es in der Nähe des Sees nur am Ostufer. Quellsee<br />

ohne Zuflüsse. Das Wasser ist ungewöhnlich klar, blaugrün, die Sichttiefe-<br />

12.5m - die grösste, die mir in Finnland je begegnet ist. pl l O.u.<br />

Die Wasservegetation ist äusserst dürftig. Wichtigster Helopliyt<br />

ist Phragmiles, dessen lichte Bestände man am offenen Ufer gewöhnlich<br />

weit draussen am Steilrand, im Schutze der Inseln wiederum<br />

näher beim Ufer antrifft. Scirpus cupalusler ist ebenfalls hier und da<br />

zu finden, dagegen ist die Bedeutung von Equiselum limosum und<br />

Scirpus lacuslcr ganz sekundär. Als einzigstes Schwimmblatt kraut<br />

tritt Sparganium affine ziemlich selten auf. Unter den Wasserblattkräutern<br />

ist am häufigsten Mijriophijllum allernijlorum, welcher Art<br />

nuui neben Raminculus pelialus stellenweise bis zu einer recht beträchtlichen<br />

Tiefe steril begegnet. Auch Polamogelon praelongus verdient<br />

Hrwähnung, Die Grundblattkräuter sind reichlich und durch<br />

zahlreiche Arten vertreten. Die häufigsten sind Lobelia und Lwi'les<br />

lacuslre, von denen letztgenannte Art, obwohl nicht überall, bis 7 m<br />

tief hinalmeht.


Ann. Hol. Soc. ZooI.^Bol. l-'enn. X'anaino, 15, 11:0 ä.<br />

Nr. SI. Y 1 ä k i t k a j ä r v i, Vasaraperä (Knusanio). (H)° Oö' X,<br />

227.3 km^, 238 m ii.(l.!M. Grösste Länge 15 km. Maximale Tiefe .'50 m<br />

(HÄNNINEN 1915, p. 1 13). Das iinlersuchte Gebiet umfasst am Oslufer<br />

die Biiclit Naatikkalahti in Vasarai)erä, 1 km^ nnd einen Teil<br />

des Südufers der Landzunge 1 laatajanniemi. Tiefe der Bucht Naatikkalahti<br />

bis 10 m (HÄNNINEN op.' c., Taf. VH). - 31. VH. 1937.<br />

Im untersuchten Gebiet ist der Felsgrund von allen übrigen Uferstrecken<br />

des Sees am stärksten basisch, denn die Landzunge Haatajanniemi<br />

besteht zum grossen Teil aus Dolomit. Am Nordufer von<br />

Vasaraperä herrscht wiederum, wie audi sonst im Yläkitka-Gebiet,<br />

der Quarzit und der Diabas. Die Ufer sind aus Osnuiterial und Moräne<br />

aufgebaut. Der Seegrund ist im Litoral steinig, sandig oder von Sandlehm<br />

bedeckt. Der F'influss der Kultur in der I^rm von Anbauflächen<br />

ist gering, Farbe des Wassers gelbgrün. Die Sichttiefe liess sich wegen<br />

des starken Windes und der geringen Wassertiefe an den Ufern nicht<br />

genau ermitteln, dürfte sich aber etwa bei l.s m bewegen. pH 7.f..<br />

An windexponierten Ufern fehlen die Röhrichte völlig, am Grunde<br />

findet man zwischen den Steinen nur (h'undblattkräuter und Mijriophijlliim<br />

aUerniflonun. An geschützten Stellen begegnet nuin Schilfund<br />

Schachtelhalmbeständen in ungefähr gleichem Verhältnis. Besonders<br />

auffallend ist das Fehlen solcher Schwimmblattkräuter wie<br />

Niiphur liiieum, Pofamogeton nutans und Polygonum amphihinm.<br />

Wasserblattkräuter und Grundblattkräuter sind reichlich vorhanden.<br />

Trotz der beträchtlichen Grösse des Sees begegnet nuui auch hier<br />

alkaliphilen Typenarten wie z.B. Pütamoijclon filijormis und Calliiriche<br />

aiiliimndlis. Auch Chara slrifjond ist hier zu finden. Die Wassermoose,<br />

besonders Scorpidium scorpioidcs, sind verhältnismässig reichlich<br />

vertreten.<br />

Nr. S2. S a a p u n k i j ä r v i (Kuusamo), (iß® N, 2.i km^. Grösste<br />

Länge etwa 5 km W-E. - 27. VII. 1937.<br />

Der Felsgrund besteht an den Ufern hauptsächlich aus Melabasit,<br />

ausser zuinnerst an der südostwärts ausgehenden langen Bucht, wo<br />

der schieferige (ineisgranit vorherrscht. Der Ilsgrund tritt indessen<br />

nur an ein ])aar Stellen nackt zutage, das ganze Südufer des Sees<br />

bedeckt eine Sandheide. Das Sandufer dominiert auf mehr als der<br />

halben Uferlänge, die übrigen Ufer sind steinig, in ein paar Buchten<br />

stösst man auf Sandlehm; in grösserer Tiefe herrscht die Gyttja.<br />

Kulturflächen finden sich am Nordufer, wohl etwa zu 10 % von der<br />

gesamten Uferlänge. Zuflüsse erhält der See von zwei Teichseen, deren<br />

einer ebenfalls in einein Metabasitgebiet gelegen ist. Abfluss am Westonde.<br />

Farbe des Wassers gelbgrün, Sichttiefe bei Wind und trübem<br />

Wetter 1.5 m, pH 7.3.<br />

Phragnüles dominiert ausgesprochen und bildet stellenweise relativ<br />

dichte Bestände, lujiiiselnm findet man am meisten in der sich<br />

nach Osten einschiebenden langen Bucht, die den kargslen Teil des


74 L. Maristo, Die floristischcn Seetypeii Finnlands.<br />

Sees repräsentiert. Hire typischste Ausl)il(lung zeigt die Vegetation an<br />

den Sandufern. Durch die Einwirivung der Winderosion ist es besonders<br />

am Südufer zur Bildung einer l - 5 m lu)lien Sandlxischung<br />

gekommen. Auf der darunterhalh gelegenen Uferbank stösst man im<br />

Wasser auf Polamogelon filiforrnis, CalUlriche auliinmalis und (irundblattkräuter.<br />

Am Steilrand folgt dann ein Schwimmblattgürtel mit<br />

Nuphar luteum und Spaiganium affine, welchen sich dann noch der<br />

Schachtelhalm in lichtem Stand zugesellt hat. I)asell)st findet man<br />

auch Mijriophijllum alter ni flor um und in etwas tieferem Wasser<br />

Jianunculus reptans nebst Polamogeton perfoliatus, welch letztere Art<br />

auch sonst im See reichlich auftritt. Alkaliphile Arten findet man<br />

ferner Potamo


Ami. Hol. Soc. Zool.-Hol. Ihmhi. N'mumio, 1.'), 11:0 .'). 7r.<br />

f4e war Carcx<br />

{/racilis, hiklete aber nur schmale Bestände in einigen Huchlen.<br />

Nr. 84. 0 i va n k i j ä r v i (Kuusamo). ()()° ().'}' N, 'A.ru, km'-.<br />

Schmale Wassereuf^en teilen den See in vier Teilabschnille ein.<br />

('.rosste Länjoe 1.6 km NW-Slv - 20. VII. WVM.<br />

-isÜWWB';<br />

AM). 8. "Sr. 84 Oivankijiirvi. Die Islarwas-serbiiclil Kyhnänporänlalili. I/iiiks<br />

oiii kloiiuM- /V


76 L. Mdrislo, Die llorislischcii Sc'el\ i)eii l^'iiiiilaiuls.<br />

Phraymites (loniinierl imlcr den 1 k'l()i)liyleii ganz überlegen. Der<br />

Schilf umsäumt an den Sandulern gürlelarlig den Steilrand und wird<br />

auf der Aussenseile von einem Scinvimmblaltgürtel vorgelagert, in<br />

welchem als häufigste Art Xuphar luleuni, gleich reichlich aber auch<br />

Polijijomim iimpldbiiim auftritt, welch letzlere Art in den vorhergehenden<br />

Seen fehlte. Häufigstes Wasserblatlkraut ist Potaimxjclon<br />

pcrjolinlm, verhältnismässig häufig war aber auch /\ filiformis zu<br />

finden. Auch andere alkaliphile Arten wurden angetroffen, so (UiUi-<br />

Iviche. (luliuntudis, Mijriophijlluin spicalnm und an zwei Stellen auch<br />

je ein Vorkoniiniiis von Polanwfjelon zoslerifolius. Die (Irundblattkräuter<br />

waren recht reich vertreten, Wassermoose wurden dagegen<br />

nur dem Nanu'n nach angetroffen. Chara slru/osa gedeiht reichlich<br />

insbesondere in der lUicht Kylmänperänlahti.<br />

Nr. 80. 11 y y ]) i ö j ä r v i (Kuusamo). ()G° 05' N, O.os km^. Länge<br />

etwa 2 km W-K. - 30. VII. 19.37.<br />

Der stellenweise an den Ufern zutage tretende Felsgrund besteht<br />

durchweg aus Metabasit. Auf langen Strecken herrscht ein karges»<br />

eintöniges Steimifer, Sandufer gibt es nur an ein i)aar Stellen. Auf<br />

dem Seegrund erringt sich der Sand allerdings einen belrächtlicheren<br />

Anteil, ist aber äusserst arman jeglicher Vegetation, indem sich<br />

seine oberste, etwa 1 cm messende Schicht zu einer harten, brüchigen<br />

Kruste erhärtet hat. Anbauflächen gibt es nur wenig am Süd- und<br />

am Nordufer, im übrigen sind die Ufer durchweg bewaldet. Von<br />

Osten her ergiesst sich ein Teichsee in den See, der seinen Abfluss am<br />

westlichen Ende hat. Farbe des Wassers grüngelb, Sichttiefe 5.1 m,<br />

pll 7.5.<br />

Die Wasservegetation ist äusserst dürftig. Phrcujmiles ist wichtigster<br />

IIelo])hyt, vermag aber auch nicht uiehr als lediglich lichte<br />

Bestände hier und'da zu bilden. Häufigstes Schwimmblattkraut ist<br />

Spaiyaiiium alfiiie, Beachtung verdient auch PoUinuuiclon nalans.<br />

Wasser- und (Irundblattkräuter sind nicht gerade reichlich vorhanden.<br />

Von den ersteren findet man am häufigsten Polanuxjeion filiformis<br />

auf dem Sandboden. P. (jramincns tritt recht häufig auf. Chara<br />

slriffosa und NiUila flexilis kommen in der Tiefenlage von 3 m vor.<br />

Wassermoose sind spärlich vorhanden.<br />

Nr. 86. Horkan lampi (Paltamo). () 1° 25' N, 10 ha. Kin<br />

Kisenbahndamm teilt den See in zwei Teile so, dass der Hauptteil<br />

auf der NordseHe zu liegen kommt. iNIindeslens m tief. -<br />

17. VIH. n)3().<br />

Der aus (juarzit und Dolomit bestehende l'elsgrund ist stellenweise<br />

am Ufer sowie am Seeboden unbedeckt. Die liodenbedeckung<br />

bestellt aus Moräne. Der See liegt in einer von Anhöhen umgebenen<br />

(leländevertiefung und fliesst nach Südosten ab. Der (irund ist von<br />

einer (lyttjaschicht bedeckt. Das Wasser ist blaugrün, Sicht liefe<br />

5.0 m, pi 1 7.1.


Ann. Hol. Soc. Zool.-liol. l-'cnn. Vananio, 15, 11:0 5. 77<br />

Sj)äi]iclie ] lel()])liylonvef*elali()n; iiiir etwas .Scliachlollialni und<br />

Scirpus lac.usler. Die SchwininibläLlriiiieii sind durch drei Arten ver-<br />

IrcLen, von denen Poltimof/clon n


7S Marisin, Die floristisclion Soetypeii I'Miinlaiuls.<br />

äusserst spärlich, vertreten. \Vasserl)lattkräiiter ^iht es dagegen mehrere<br />

Arten, am reichlichsten Potaniogelon perfoliaius, (lanel)en auch<br />

die alkaMphilen P.. filiformis und P. pruelongiis. Von (Irundhlattkräutern<br />

findet man nur wenig Isoetes echinosjwruni und Baniinciilus<br />

replans. An ein j)aar Stellen wurde Chara sfrigosa in mässi.ger l»eichlichkeit<br />

angetroffen.<br />

Nr. 5.9. Korvasjärvi (Salla). 6()° 2:r N-, \.> kin\ 2;]8 n><br />

u.d.M. Länge nahezu l km W-E, Breite O.I-O.Ö km. -21. VII. 1937.<br />

Der stellenweise an den Ufern zutage tretende Felsgrund besteht<br />

aus Dolomit und (ilimmerschiefer in annähernd gleiclien Flächenanteilen;<br />

u.a. wird das Westende des Sees vom Dolomit beherrscht.<br />

Lose Hodenablagerungen sind der Torf, Osmaterial und Moräne.<br />

Den Grund bedeckt eine nach aussen hin an Stärke zunehmende<br />

Kalkgyttjaschicht. In der seichten Hucht am Westende des Sees findet<br />

man sie als mächtiges Polster mit nur 20 - 30 cm Wasser darüber.<br />

Schon die geringste Beunruhigung des Wassers lässt (lasblasen aus<br />

dem Grund emporsteigen. Der See befindet sich in völligem Natur-<br />

•zustand inmitten von Vaara-Anhöhen, die ein von der Kultur noch<br />

gänzlich unberührter und von Braunmooren durchsetzter Wald be-<br />

equenzwert.<br />

Von Schwimmblättrigen gibt es nur wenig Nupliar luteum,<br />

die Grundblattkräuter fehlen völlig. Wasserblattkräuter sind dagegen<br />

reichlich vorhanden, am meisten Polamogeton filifarniis, weicher<br />

Art man ziemlich häufig im seichten Wasser begegnet. P. perloliaius<br />

und P. praeloiKjus kommen gleichfalls hier und da vor und eine geradezu<br />

gemeine Art ist P. grannneus. Auch ein wenig Wassermoose<br />

wurden angetroffen, in 2- 3 m Tiefe stellenweise auch Chara strigosa.<br />

Nr. 90. I n a r i j ä r v i, Ukonselkä (Inari). 00° 51' N, 1 000 km^,<br />

118 m ü.d.M. Länge nahezu 100 km SW-NK, grösste Breite etwa<br />

35 km. Das Ufer auf einer Länge von etwa ') km südostwärls von<br />

der Kirche in Inari untersucht. - 12. VIH. 1939.<br />

Das westliche Fnde mit dem untersuchten Gebiet liegt im Bereich<br />


Ann. Hol. Soo, ZodI.-üoI. l-enn. Viinanio, lä, n:o T), 7!)<br />

.U/7/7j7//;,s-Z\ver{>strau('hliei(le ^eliörenden WaJd ein{*enonin)eii. Nicht<br />

weil voin westlichen Teil des Untersiicluings^ebietes iiuindet der<br />

.loenjoki in den See ein; der Abfluss befindet sich am Ostnfer. l'arbe<br />

des Wassers gelbriin, Sichtliefe Ü.o ni, j)!! (>,8.<br />

Äusserst sjiärliche 1 lelopiiytenvegetation: nur etwas Equiselum<br />

limosum hier und da. Von Schwiniinblaltrigen wurde Sparganium<br />

(iffine in ausgedehnten, aber weniger dichten Beständen im seichten<br />

Wasser angetroffen. Die Wasserblattkräuter waren artenreich vertreten,<br />

am meisten gab es PolanKMjcton perfoJialiis und Mijriophiflliim<br />

(lUeruiflorum. Polamogeton (jramineua trat fast überall auf dem Sandboden<br />

auf und war auch überhaupt der überlegen wichtigste Ilydro-<br />

])hyt im untersuchten (iebiet. Die (irundblattkräuter bilden stellenweise<br />

einen dichten Tej)j)ich, in welchem Isoeles lacnslrc bis 3 m tief<br />

anzutreffen ist; darausserhalb findet man dann nocii stellenweise<br />

reichlich Nitclla fle.vilis und in einiger Menge Wassermoose. Die<br />

charakteristischsten Arten des Untersuchungsgebietes waren jedoch<br />

die Seggen, vor allem (jtrc.v («jualilis, die dort, wo das Ufer auch<br />

nur ein wenig geschützter war, die augenfälligsten l^estände bildete.<br />

Nr. !)J. V a s I u s j ä r v i (Inari). (>9° 05' N, 1.25 km'-. 1 17 m<br />

u.d.M. (Irössle Länge ä.c, km NK--SW, Breite 0.5-1 km. Am Nordende<br />

weite Mächen unter 2 m tief. Das untersuchte (iebiet, etwa<br />

2.5 km2, umfasst nicht die beiden Huden des Sees. - 1.}. Vlll.<br />

Der migmatitische Felsgrund tritt auf einigen Landzungen zutage.<br />

Am Nordende breiten sich ausgedehnte Alluvialwiesenufer, teilweise<br />

auch Moorufer aus. Im mittleren Teil des Sees herrschen steinige<br />

Moränenufer, mit Wäldern haui)tsächlich vom l^mpclnun-Myrlilliis-<br />

Typ bewachsen. Der Seegrund besteht zur Hauptsache aus Sand<br />

oder .sauflgemischter (iyttja, in einigen Buchten aus Dy. (lyttja<br />

findet man am reichlichsten am Nordeude. Halbwegs am Weslufer<br />

liegen einige Ackerflächen. Anschluss an den Kaanujsjoki sowohl<br />

am Nordende als bei der Mitte des Westufers, l-arbe des Wassers<br />

gelbgrün, Sichttiefe O.a m, |)H (>.


80 J.. Marislo, Die florislischeii Sct'lypcn Finnlands.<br />

wiesen des Nordwestii(ers bildel. Ani steinigen lifer i'indet man wiederum<br />

C. lasiocarpa unrl C. aqiiatilis.<br />

Nr. 92. T a 1 v i L u p a j ä r v i (Inari). 68° 10' N, 0.15 kni^-<br />

Grössle Länge 1 km NW-SK, orösste Breite 500 m. - 11. VIII. 1939.<br />

Der granulitische Felsgrinul ist dnrehweg unter den losen Bodenahlagerungen,<br />

am Westufer dem Osseliotter, am Ostufer stellenweise<br />

auch dem Moortorf, verileckt. Am Seegrund herrseiit ziemlich üi)erall<br />

eine dünne Schicht hraungrauer (ij4tja, in einigen Buchten findet<br />

man auch eine Ockerschicht. Die Ufer sind zum Teil vom Ileidewald,<br />

zum Teil von Ileisermoor beherrscht. Am Südoslende liegt eine<br />

Neusiedlung. Zufluss erhält der See durch einen von I\jehhveihern<br />

kommenden Bach. Abfluss am Oslufer. Das Wasser ist grün, Sichttiefe<br />

7.H m, 1)11 ().8.<br />

Der einzige Vertreter der I lelophytenvegetation, Equiscluni<br />

limosum, bildet an weniger steil ansteigenden Ufern massig Uchte<br />

Bestän(k\ Von Schwimmblätlrigen wurden einige grosse Sparganinm<br />

a f fine-Bcsüindc notiert. Wasserblattkräuter wenig, nur J///r/oplujlliun<br />

(ilterniflonim trat häufig auf. Auch (irundblattkräuter<br />

waren nur spärlich vorhanden. Am Ufer l)il(lete (jirex roslrala einen<br />

last ununterbrochenen (Uirtel um den ganzen See iierum, an Torfufern<br />

untermischt mil C. /asiocarpa. Auch hier traten also die Seggen<br />

als das tongebende Vegetationselemeut des Ufers auf.<br />

Nr. S a i V e 1 j ä r V i (Sodankylä). ()7° 10' N, 2.7 km'-, (irösste<br />

Länge 2.5 km W-I% Breile 1.5-2 km. Tiefste Punkte etwa 4 m,<br />

grösstenteils bleibt aber die Wassertiefe unter 2 m. - IG. Vlfl. 1939.<br />

Der aus Ampliibolil- und Amphibolit-C.hloritschieferii bestehende<br />

Felsgruiid ist überall an den Ufern unter mächtigen Bodenablagerungen<br />

verdeckt. Die IHer sind von dicktorfigen Braun- oder Ileisermooren<br />

beherrscht. Der Seegrund besteht stellenweise aus sehr loser<br />

Detritusgyttja, stellenweise wiederum ist er von kleinem (irünschiel'ergeslein<br />

bedeckl, der auf einer Lehmunterlage ruht. Abfluss am<br />

Ostufer. Weit und breil in der Umgebung des Sees keine KuKur.<br />

Wasservögel kommen reichlich vor und dürften durch ihre Exkremente<br />

einen hjnfluss auf den Nährstoffgehalt des Wassers haben.<br />

Plankton schien in erheblichen Mengen vorhanden zu sein. Das<br />

filtrierte Wasser ist grünlich, im See zeigt aber das Wasser eine rötlichbraune<br />

Tönung. Sichttiefe l.o m, pH 7.o.<br />

Auf härterem (irund Pludfiiniles in lichlem Stand. Der Schilf<br />

soll hier früher häufiger gewesen sein, ist aber va)n der Bisamratte<br />

beeinträchtigt worden. Auch etwas Sciiachtelhalm wurde gefunden.<br />

Schwimmblattkräuter wenig, am meisten Nnphar luleum. Unter den<br />

Wasserblaltkräutern trat Polamogcton pusillus liäufig auf, aber<br />

z.B. P. perfolialna wurde nur spärlich angetroffen. Die (Irundblattkräuter<br />

fehlen völlig. Das charakteristischste Vegetationsbild bildet<br />

jedoch der die Ufer umsäumende vSeggengürtel, der hier hauptsächlich<br />

von (Utrox aqiinlUis aufgebaut ist.


Ann. Hol. Soc. Zool.-Hol. l-'enn. N'aniuno, 15, n:() ."). (SI<br />

Nr. 94. 0 r a j ä r v i (Sodankylä). (>7° 22' N, D.H kin'-. Lanoo 7 km<br />

\V-K, ^»rössU', Hreile km. 7.5 km-, unter Ausschluss dor kuij>iMi<br />

Bucht am Ostuler, wurden untersucht. Am Süd- sowie am Westul'er<br />

sind weite I'lächen weniger als 3 m tief. - 17. VI II. 191^9.<br />

Der brüchige Felsgrund tritt stellenweise auch an den Ufern<br />

yutage. Er l)esteht am Süd- und am Westul'er aus (ilimmerschiefer,<br />

iun Nordul'er aus Quarzit. Unter den losen Bodenal)lagerungen<br />

herrscht iiau])tsächlich die Moräne, am Westende gibt es aucli l^orlul'er.<br />

Fast das ganze Südufer und ein Teil des Nordufers sind steinig.<br />

Weiler hinaus waltet jedoch haujitsäclilich der vSandboden, überlagert<br />

von einer (iyttjaschicht von variierender Stärke. Am Ufer<br />

liegen etwa zwanzig Häuser, deren Ackerflächen ungef. der<br />

Uferlänge einnehmen. Zuflüsse erhält der See nur durch ein j)aar<br />

Bäche; Abfluss am Nordwestufer, b'arbe des Wassers grüngelb,<br />

Siclittiefe m, ])II ().«.<br />

Vorherrschende Art ist Phr(i(jnüles\ am Westufer bildet der Schilf<br />

Jiuf hartem (Irund stellenweise recht ausgedehnte Bestände. Auch<br />

einige Schachtelhalmbeslände haben sich gebildet. Die Schwimiiiblatlkräuter<br />

sind durch mehrere Arten vertreten, von denen Spar-<br />


y.. Marislo, Die llorislisclicii SoelyixMi iMiinlands.<br />

Iiandeii, Siutnjaniuni simplex trat ausschliesslich in seiner schwiniinl)lätlrien<br />

Form aui". Schwininihlätlriffe gai) es reiciiJieh in den Grossnihricliten<br />

am Südende des Sees. Spanjanium Friesii, S. affine und<br />

Mupluir luteum bilden stellenweise umfangreiche und sehr dichte<br />

Bestände, andere Arten sind weniger vorhanden. Häufigstes Wasserhlattkraut<br />

ist PoUwuH/elon perfolialus, doch auch die Kutrajjhenten<br />

Lemna Irisulca und PoUmuHjelon zoslenfolius wurden am Südufer<br />

gefunden, l'nter den Grundhiattkräutern iiatte Jsoeles laruslre die<br />

Oberhand und Wassermoose traten stellenweise ganz massenhaft<br />

auf, an einer Stelle am Südufer auch reichlich Cliara fragilis. Seggen<br />

und sonstige l'ferjjflanzen gab es nur wenig, von ersteren wurde nur<br />

(jirex roshdld notiert.<br />

Nr. P o s i o j ä r v i (Posio). 6()° 07' X, 1 D.a km-, 231) m ü.d.M.<br />

(irösste Länge LÖ km NW-SK, grösste Tiefe 11 m (IIÄXMXE.X 1915,<br />

)). 1 I;I). Das untersuchte (lebiet \imfasst das Ostufer der Karhunselkä<br />

von Ahola bis nach Ahvensalmi, ein Wassergebiet von insgesamt etwa<br />

km-. - 2. VIII. 1937.<br />

Der l'elsgrnnd ))esteht in der Hauptsache aus Quarzit, nahe bei<br />

Ahvensalmi findet man etwas Metabasit. An den übrigen Ufern des<br />

Sees begegnet man Adergneis und (ilimmerschiefer im Granit. J)er<br />

l'elsgrund tritt indessen an den Ufern nur selten unter der ihn überall<br />

bedeckenden Moräne zutage. Die l'fer sind flach und steinig, der Seegrnnd<br />

ebenfalls steinig oder aus Grus und Sandlehm, an manchen Stellen<br />

wohl auch aus Lelim gebildet. Tiefer herrscht die Gyttja. Der See<br />

wurde zuletzt um das Jahr 1910 um nahezu einen Meter ge.senkt. Hei<br />

meinem Besuch war der Wasserstand niedriger als seil .Jahrzehnten.<br />

Anbauflächen gibt es an den Ufern nur wenig. Zuflüsse erhält der See<br />

von mehreren Kleinseen, der Abfluss beginnt am Südende. Die Farbe<br />

des Wassers war braungelb und trübe, wohl infolge der Winde, die den<br />

Schlamm vom seichten (irund aufgetrieben hatten. Die Sichttiefe<br />

betrug 2.7 m, pl I 7.3.<br />

luiuiselum limosiun dominiert und bildet stellenweise recht ausgedehnte<br />

Bestände. Von Schwimm blättrigen findet man insbesondere<br />

Spar(i(mium Friesii und S. affine in grossen Beständen, dagegen sind<br />

die Wasserblattkräuter, vor allem durch das Fehlen der alkaliphilen<br />

Arten, viel spärlicher vertreten; ebenso fehlen Pohumujelon gramineus<br />

und Chara slrignsa, denen man in den PoUumnjeUm filiformis- Chnra-<br />

Seen von Kuusamo begegnete. Grundblattkräuter, von denen ein<br />

grosser Teil infolge des niedrigen Wasserstandes aufs Trockne geraten<br />

war, waren sehr reichlich vorhanden, am meisten lianuneulus replans<br />

und Scirpus acicularis. Als Besonderheit wurde hier Alisma planlago<br />

notiert. In einigen Buchten wurden Wassermoose in ausserordentlicher<br />

Menge gefunden. Die Armleuchtergewächse sind durch Xifelht<br />

fle.rilis vertreten.


Ann. Jiol. Soc. Zool.-Hol. I'enn. Vanaino, IT), 11:0 0. Sli<br />

Nr. .9?'. N a r k ii II s j ä r V i (Hovaiiieini). ()()° 17' N, l.i km-,<br />

(irössie I.äni^c etwa 2 km NE-SW. - 3. VIII. 11)38.<br />

Der Fels,


. Auf dem ganzen See<br />

he^efJneL luan nur einigen wenigen P/j/Y/f//7u7c.s'-Beständen, und noch<br />

spärlicher tritt der Sciuiciiteliuilm auf. Unter den Scluvimmhlättri-<br />

^^en können nur ein paar «.»rössere Bestände von Sparganium Fricsii im<br />

Sciuitze der Inseln erwähnt werden. Die Wasserblattkräuter stehen<br />

auch hier in relativer Mehrzahl. Polmmujdon perfolialus, P. pusilliis<br />

und Myrioplu/lliim aUerniflorum kommen ziendich reichlich vor. Auch<br />

(irundl)lattkräuter findet man in mässial) es siellenweise<br />

reichlich Wassermoose wie z.B. CaUievqon nm/aloplujllum y\\n\ Scorpiiliuiu<br />

srorpiüidcs nnd auf Sandhoden Nilclla flc.rilis.<br />

Nr. 100. Särkijärvi (Mnonio). ()7° 51' N, 1.4 km'^. In der<br />

NW-SK -Richtung über km lang und etwa 2 km breit. - Iii. VIII.<br />

11)37.<br />

Der See liegt in eiiunn (Tranitgebiet. Die Ufer tragen ein ganz<br />

besonders dürftiges (iepräge, indem der VaccinLum-llcidcwuld<br />

grösstenteils bis au den See herantritt. Am Nordnfer gibt es auch<br />

rieisernmor. Das steinige Ufer und ebensolcher Seegrund herrschen<br />

vor, weniger findet man Sand, lunige Buchten am Nordufer sind<br />

von Torf umsäumt und haben einen dyhalligen Boden. Am Westende<br />

des Sees unbedeutende Kulturflächen. Keine Zuflüsse, Abfluss am<br />

Westende. Das Wasser ist, wohl infolge des Planktons, verhältnismässig<br />

trübe, gelbgrün, Sichttiefe 2.o m, pil 7.5.<br />

Die Piöhrichte fehlen überhaupt, nur ein i)aar kleine lujuisclnm<br />

Umosuni-Hcsliuuie haben sich gebildet. Einziges Schwimiublattkraut<br />

ist Spanianium Friesii. Von Wasserblattkräutern findet man<br />

PolamniH'Um pcrfoliatm nebst Mijrioplujllum alleniiflonim hier und<br />

da in lichter Verteilung. Die Wasscr-Schwinnnblattkräuter sind<br />

ebenfalls durch drei Arten vertreten, häufigste Art ist lUiiuiiiciilns<br />

pelialus. An manchen Stellen bedecken die (Irundblattkräuter den<br />

Seegruud überall dort, wo er zwischen den Steinen frei bleibt; am häufigsten<br />

findet uuui Isoeies lacustre. An den Ufern hier und da kleine<br />

Ctirex /^.v/zv/Za-Bestände. Wassermoose und t^harazecn fand ich überhaupt<br />

nicht.<br />

Nr. 10J. Y 1 i n e n S i e p p i j ä r v i (Kolari). 67° 19' N, 2 km^.<br />

(irösste Länge etwa 3 km N-S, Breite durchschn. 7()()-8()0 m, tiefster<br />

angetroffener Punkt 2 m. - l i. VHl. P.);}7.<br />

Der ül)erall verdeckte bVlsgruud besteht durcheinander aus<br />

Adergneis, (lliunuerschiefer und (Iranit. Das Ostufer wird von einem<br />

birkenreichen l»eisernu)()r eingenommen, au den beiden landen des


Ann. Jiol. Soc. /ool.-Hol. l-'eini. N nnanio, 15, n:() 5. tSf)<br />

Soi's breiten sich Moorwiesen aus und am WesLnfer erhebt sich eine<br />

von Mischwald bedeckte Anhölie. Der Seerun(I besteilt /um t^rössten<br />

'J'eil aus weicher (iyttja, an den beiden luiden des Sees aus I)y und<br />

am Weslul'er stellenweise aus Sandlehm. Die Ufer sind ^Ȋnzlich<br />

unbesiedell. Zuflüsse fehlen. Abfluss am Südende. Farbe des Wassers<br />

j)raun, Siclitliefe 1.7 m, ])I1 7.2.<br />

Überall länjj;s den Ufern stehen dichte Bestände von Sciij)iift<br />

lacuslev und ICquisclum liinosiini, jene haui)tsächlich auf (lyll jaboden,<br />

diese wiederum auf dem Dy. Im Ver}>leicli zu diesen zwei Arten ist<br />

der Anteil von Phragmilcs ^vruu^. Unter den Schwimmblättri^'en bilden<br />

Sparganinni Friesii und Nnphiir lulciim die «»rössten llestände.<br />

I lier be^ei>net man auch schon \ijm})h(i('(i caudidd. Unter rlen Wasser-<br />

])lattkräutern ist Pohtinoficlon perfolialiis häufif:[, und auch P. pusillus<br />

wird hier und da angetroffen. (Irundblaltkräuter il)t es nur auf dem<br />

Sandlehmboden des Westufers, doch auch dort nur sjnirlich. Sp


t'ly])eii Fiiinlaiuls.<br />

lij^slen - lasL überall vorhanden - Po Uuno (je lo n imfoUalus auf. In<br />

manchen Hnchlcn des Nordufers sLösst man ansserdem auf eine bemerkenswerte<br />

Anzahl eutraphenler Wasserblattkräuter, auch Kalkarten<br />

wie Ceralopliijllum demersum, Lcmna Irisuka, Callilriclie aulum-<br />

/ja//.s-, ferner Polamogeton pusillns und P. oblusifolium. Wenigstens nach<br />

der ^Geologischen Karle dürften indessen nirends am See basische<br />

(iesteinsarten /u finden sein. Audi (IrundblatlkräuLer sind vorhanden,<br />

hauptsächlich jedoch am Nortlufer, wo auch etwas Loftc/Zr/gefunden<br />

wurde. Sparfjanium simplex gedeiht reichlich im seichten Wasser<br />

innerhalb des I^öhrichtgürlels und Curex gracilis tritt am Ufer stellenweise<br />

reichlich auf. Auch Wassermoose gibt es in Menge, besonders<br />

in den leuchten des Nordufers.<br />

Nr. I0;i. M a j a m a 1 o m p o 1 o (Ylitornio). ()()° N, 2.i km^.<br />

Länge etwa IJ.s km NK-SW. - 17. VIII. 1937.<br />

Felsgrund und lose Hodenablagerungen wie beim vorhergehenden<br />

See, docil erringt sich der Sand sowohl am Ufer wie am Seegrund<br />

einen grösseren Anteil, so hauptsächlich am Südufer. Auch dieser<br />

See ist ein Durchflusssee, in welchem sich die den Vähä Lohijärvi passierenden<br />

sowie die von Norden herkommenden Wässer vereinigen.<br />

Kulturflächen sind an den Ufern nicht in nennenswerterer Menge<br />

vorhanden. Das W^asser ist braun, Sichttiefe 2.i m, j)H ß.i».<br />

Die Vegetation ist derjenigen des Vähä Lohijärvi sehr ähnlich.<br />

Scirpus [(tcusier dominiert ausgesjiroclien und bildet besonders am<br />

Nordufer ausgedehnte und dichte Hestände. Auch die Wasserblaltkräuter<br />

sind sonst die gleichen, s(att (ATuloplujlliini denuTsuin wurde<br />

aber hier Potanuujelon zoslerifolins gefunden. I'erner sind hier die<br />

(irundblattkräuter infolge der grösseren Ausdehnung des festen<br />

Hodens reichlicher vertreten. Curex (jracilis nebst C. (uiuatilis treten<br />

sowohl hier als am Vähä I.ohijärvi häufiger als C. roslraia auf. -<br />

Wassermoose sind reichlich vorhanden.<br />

Nr. J04. P e r u n k a j ä r v i (Hovaniemi). (Ui® KS' N, 1.8 km-.<br />

C.rösste Länge nahezu .'i km NK-SW. - I. VIII. 1937.<br />

Der iH'lsgrund besteht zum grössten Teil aus Ouarzit, im nordöstlichen<br />

Abschnitt gibt es jedoch Dolomit, lauter den losen Ablagerungen<br />

ist die ]\loräne vorherrschend, das Südufer ist jedoch ein<br />

Torfufer. Den Seegrund bedeckt der (Irns oder der Sandlehm, am<br />

Südufer der Dy, in grösserer Tiefe herrscht der (lyttjaboden. Das<br />

Ostufer steht zum Teil unter Kultur. Zuflüsse erhält der See ncirdlich<br />

von mehreren auf (juarzitischer Unterlage gelegenen kleinen Seen und<br />

reichseen, Abfluss am Südende. Braunes Wasser, Sichttiefe Loin,<br />

pll 7.2.<br />

Im nordöstlichen Seeabschnitt macht sich die Nähe des Dolomits<br />

bemerkbar. Scirpus Incuster breitet sich in l'orm üppig entwickelter<br />

Hestände aus (Abb. 21), und ganz besonders möge das reichliche Auftreten<br />

der Wasserblattkräuter hervorgehoben werden. Polanuujelon


Ann. Hot. Soc. Zool.-Hol. I-'cnn. Vnniinio, lo, n:o 5. S?<br />

zosterifoliiis, P. oblmifoliiis sowie Siralinles (tloidcs findet man dorl<br />

neben zaiilreic.iien weniger anspruchsvollen Arten reichlieh vor, desgleichen<br />

sind Wasseniioose in üheraus reicher Menge vertreten. Der<br />

ganze übrige See ist dagegen ganz augenfällig dürftiger. Phragmilcs<br />

und Eqiiiscfum linwsuni in lichten Heständen herrschen vor, (irundblattkräuter<br />

treten in einigem Masse auf. Die grössten wSchwinimblattkrautbestände<br />

bildet Polaniogeton nalans. Eine im Bereich des ganzen<br />

Sees häufige Art ist P. perjolidlus. Ziendich häufig ist auch Xilella<br />

llexilis.<br />

Nr. lOÖ. Sulk u e n j ä r v i (Kihniö). 12' N, l.i kni^, VM m<br />

il.d.M. (irösster Durchmesser 1.5 km N--S. -29. VII. 19;U).<br />

Der Felsgrund der Umgebung besteht aus (Iranit. Das Westufer<br />

ist ein Sandufer und der See grenzt hier an eine Kiefernheide. In<br />

grösserer Tiefe ist der Sand von einer Schicht loser Gyttja bedeckt.<br />

Im Osten dominierl der Lehm; das Oslufer ist zun) grössten Teil<br />

bebaut, hier liegt das kleine Kirchdorf Kihniö. Zuflüsse hat der See<br />

nicht, nur einen Abfluss am Südende. Die h'arbe des Wassers ist<br />

braun, Sichttiefe 1 m, )>II ().?.<br />

Angesichts dessen, dass es sich um einen in einem kargen Wasserscheidengebiet<br />

gelegenen Quellsee handelt, ist seine Vegetation als<br />

recht reich zu betrachten. Die ausgesprochen dominierende Art ist<br />

Scirpiis lacnslcr, der insbesondere am Nord- und am Westufer grosse<br />

und dichte Hestän2'^ 17' N, km-. Länge<br />

:i.5 km N\V-SK, grösste iireite l.i km. Tiefster angetroffener Punkt<br />

Ls m. Die nördliche Ilälfle des Sees, etwa Lo kni'^, untersucht.-<br />

8. VID. 1939.<br />

Der Felsgrund besteht am Südende des Sees aus Gneisgranit, am<br />

Nordende wiederum aus Metabasit und Phyllit. Er tritt wenigstens<br />

an ein paar Stellen des höheren Ostufers zum Vorschein. Das Torfufer<br />

herrscht vor, doch gibt, es auch Moräne, und halbwegs am Westufer<br />

folgt auf langer Strecke ein niedriger aus Osniaterial aufgebauter<br />

Uferwall dem Ufer gleich oberhalb der Wasserlinie. Der Seegrund<br />

besteht in der Ufernähe aus Dy, weiter nach au.ssen aus loser Gyttja.<br />

Behausungen sind am Ufer nicht vorhanden, desgleichen auch keine<br />

Ackerflächen, die Seggenbestände der Verlandungsufer werden aber<br />

alljährlig gemäht. Zwei Bäche führen dem See Wasser häui)tsächlich


88 L. Marislo, Die florisLisclicn Seetyj)eii iMiinlauds,<br />

von MooriJehielon zu. Ahl'luss am Nordwosliij'er. l^'arhe des Wassers<br />

J)raiiii. Sichlüel'e O.o m, pii 7.i.<br />

Die Vegetalioii zeif


Alin. ]}ol. Soc. Zool.-Jiol. l-'ciin. Vaiiiiiuo, 15, nu) 5. 8Ü<br />

Ahl). 9. Nr. 108 Xäläntöjärvi. Seichte Hiicht ani Nordweslendo dos Sees.<br />

Im Vordersrnnd geniähler Carcx roslmla -VnnvM. Die fjfanze Biielil IxMiecken<br />

liosliindo von SagiUaria iifilans, l'olainoßeloii tnUaiis, Sparganiuiii. Friesii,<br />

u.a., dazwischon einj^esii-eut Insolhostände von Scirpus lacusler.<br />

crliüU der See gerade von solchen ^Mooren. J3er Seegrund Ixvslelit denn<br />

auch zum gro.s.sen 'l'eil aus Sandlehm und l.ehmgyLl ja. Die meislen<br />

Zuflüsse koiumen von Norden, seinen Abfluss findel der See in der<br />

NordwesLecke. Ani>el)aute Mäciien gil)l es an den IMern des .Sees<br />

nur wenig, etwa zu ^/g von der gesamten Uferlänge. Die Ufer sind<br />

stark beweidet und bis weit hinauf auf die umgebenden Anliöheu<br />

von der b'rle bewachsen. Alles Hrandkulturgebiet. l'arbe des Wassers<br />

rotl)raun, Siclitliefe 1 m, pH ().r,.<br />

Die N'egelation erinnert selir an die südlielier gelegenen (u'wässer<br />

des Kirchs})iels, die eutrophierende Wirkung der Lehme beginnt<br />

sich jedoch schon allmählich unter den saureren llumuswässern zu<br />

verdecken. Scirpus lacusfer ist auch hier die wichtigste röhrichtbildende<br />

Art, hat aber nicht mehr so ausgesprochen die Überhand.<br />

Schwiuimblattkräuter findet nuui recht reichlich, besonders in der<br />

Nordwestecke füllen sie auf einer Fläche von elwa 1 km^ die ganze<br />

liucht aus (Al)b. 9). Wichtigste Arten sind Spanianiiini Friesii, Nuphitr<br />

}>uiuilum und Poinmoijclou iidlaiis. Wasseriilattkräuter sind überbau])!<br />

nicht vorhanden, nur Callilrichc venia begegnet mun stellenweise<br />

reichlich. lauter den (irundblattkräuteru tritt EUiliuc Iviandra<br />

ausges{)r()chen am häufigsten auf und gedeiht ausserdem bis viel tiefer<br />

hinab als die übrigen Arten.<br />

Nr, 109. Kiuruvesi (Kiuruvesi), (i.r 3


IX) L. Maristo, Die floristischcii Sec'tyi)en I'iiinlaiuls.<br />

lind inolircre LAII^e Buchten entsendender See. (Irösste Tiefe (.IÄKN'E-<br />

FELT 19.'}()b, j), 81) 8.5 m, im übrigen ist aber der See recht untief.<br />

Das untersuchte (iel)iet erstreckt sich von der Kirclie in Kiuruvesi<br />

etwa I i


Ann. Bot. Soc. Zool.-BoL l


!)2 L. Maristo, l)k' florislisilu-n Scclypcii h'iiinlaiids.<br />

Ahl). 10. Ni'. 112 Stor Lonokstriisk. Hroitcr I'l/pho (ingualijolui -Vini'[o\ am<br />

Woshifor, (larinnorliall) ein Scirpiis Innisicr -Ciin^tA.<br />

f>NMHL hoslolil iilierall aus wcichciu Lohin oder Dy^^yLlja. Der IMIIt'liiss<br />

der Nahuinjf>el)unj> wird indessen dadurch eliminiert, dass der<br />

See ein Dnrchflusssee ist, der seinen Zufluss zum Teil aus dem südlicher<br />

.


Aim. Hot. Soc. Zool.-Hol. Fenii. Vaiiiimo, 15, 11:0 .">. !)l}<br />

/nt. lis. II i (I a s j ä r v i (I lyviiikiwi^ (>()" N, 2.;. kin'^ 82 ju<br />

ii.d.lVI. ni'r ist fast rund, dcM* Durchniesser helrä^t etwa 2 kin.<br />

Tiefster ani>etr()tTener trinkt 1.« m. -- i. YJl. Hm.<br />

Der ]Vl.sj>riii)e sind von I»eiserinoor Ciorfnler) einf»enoniinen, nnr das<br />

Xord- nnd das Ostufer stellen /.um Teil besiedeltes Leluiif^elände<br />

dar, ani Nordufer stösst man auch auf etwas Moräne. Der Seejirund<br />

besteht überall aus loser Dy^yttja oder (iyttja. An einer Stelle mass<br />

ich zuoberst IJö em brauner Detritusjiiytlja und unter derselben<br />

mindestens ebenso viel blaugraueV, loser Lehm^yttja. Zuflüsse erhält<br />

der See am Nordufer von einem anderen ^deich^rossen See und von<br />

einigen Weihern. Abfluss am Südufer, l^ube des Wassers «»"elbbraun,<br />

Sichttiefe 0.« m, pll 7..5.<br />

Die Ufer sind in ihrer ganzen Länge von mächtigen IJöhrichten<br />

umsäumt, und Scirpiis lacusler bildet vielerorts Inselbestände auch<br />

draiissen auf dem offenen Wasser. Die Breite des llöhrichtgürtels<br />

variiert meist zwischen 100 und 300 m. Die ausgesprochen vorherrschende<br />

Art ist Scirpiis Idciislcr, dessen stellenweise erheblich dichte<br />

Bestände bis etwa 00 cm lief hiiuiusgehen. Phra(jmiles trilt nnr hier<br />

lind da als Untermischiing auf. Kquisclum Junosiuu bildet einige recht<br />

ausgedehnte, al)cr lichte liestände, Die Wasserblattkräuter sind nur<br />

durch den s|)ärlich vorkommenden Potamogeton pcvfoUdliis vertreten,<br />

die (Irundblattkräuter fehlen überhaupt. Schwimmblättrige wurden<br />

in einiger Menge sow^ohl in den lichteren Teikui des 1 »öliriclils als<br />

auch ausserhalb desselben angetroffen, und zwar Xiiphar lulciim,<br />

Sfjinpluicd (-(indida und Potamom'lon nalans in annähernd gleicher<br />

Heichlichkeit. Die einzige eutrai)hente .\rt war hin psciKlaconis.<br />

Häufigste Seggen (Unc.v roslrata und (l. vesivärin, i-in deutlicher Seggengürtel<br />

hat sich aber nur an ein paar SIellen entwickelt, Wassermoüse,<br />

hauptsächlich DrepanocUulus lluilans, wuchsen slelleuweise<br />

im seichten Wasser. Mässige Wasserblüte.<br />

Nr. 114. K ö y 1 i ö n j ä r v i (Köyliö). (»1° 07' X, lb (1 1.7) km%<br />

-10 m ü.d.M. (irösste Länge 9.3 km N-S, durchschu. Breite I.ö km.<br />

Wassertiefe durc-hweg verhält nismässig gering. Das untersuchte Wassergebiet,<br />

etwa S km^, umfasst die beiden Ufer im mittleren Teil des<br />

Sees und die Insel Köyliö. - 21.-22. VH. lO.'Ul.<br />

Die IT'er bestehen durchweg aus flachem Kulturgelände. Der<br />

nackle ludsgrund tritt nirgends an den Tag. Lehmufer sind vorherrschend,<br />

am Nordende des Sees sowie auf der Insel Köyliö<br />

dominiert der Sand: am Südende gibt es neben dem Lehm auch einigermassen<br />

Torf- und Sandufer. Den Seegrund bildet fast überall im<br />

untersuchten (iebiet die Lehmgyttja. Zufluss erhält der See durch<br />

drei Bäche, die sämtlich bebautes Land durchfliessen, der Abfluss<br />

liegt im Nordwest teil. Das Wasser ist trübe gelblichgrün, die Sichttiefe<br />

beträgt nur 0.8 m, pH 7.i.


260 L. Marista, Die floristisclieii Seetypeii Finnlands.<br />

Die Kohriclite zeiie üp{)igste Stelle, der ich<br />

begegnete, befand sicii am Ostufer der Insel Köyliö bei der zum Festland<br />

hinüberführenden Brücke. Hier wuchsen in den Lücken des<br />

Röhrichts u.a. Ilijdrocluwis morsus-ranae, Lemna minor. Spirodela<br />

poli]rrliiza, Jiiitomns unibelUdus, Iris pseudacorus, Potamoyeton ohtusifolius<br />

u.a. - Wasserblüte war in einigem Umfang zu bemerken.<br />

Nr. 115. V a 1 k j ä r v i (Kärkölä). ßO° 52' N, l.t km^, 87 m ü.d.M.<br />

(irösster Durchmesser l.r. km X-S. Um das Jahr 1930 gesenkt. -<br />

f). VIL 1938.<br />

Der granitische Felsgrund tritt am Nordostufer sowie auf der<br />

Landzunge am Westufer zutage; hier ist das Gelände von kiefernreichem<br />

Wald beherrsciit. Der Anteil des Kulturlandes — zum Teil<br />

Moorkulturen - beläuft sich auf etwa 65 % der gesamten Uferlänge.<br />

Beim Torfurer herrscht dyhaltiger Boden, sonst besteht der Boden<br />

aus einer dem Lehm übergelagerten, 10-60 cm starken Gyttjaschicht.<br />

Zufluss erhält der wSee nur von einem anderen kleinen See; der Abfluss<br />

befindet sich am Nordufer. Das Wasser ist grüngelb und zeigte Lehmtrübung<br />

nebst Wasserblüte. Sichttiefe 1.7 ni, pH 7.i.<br />

In der Wasservegetation macht sich die stattgefundene Seensenkung<br />

deutlich bemerkbar, indem die äussere Grenze der Röhrichte<br />

in geringerer Tiefe, als erwartet, liegt. Scirpus lacuslcr dominiert ausgesi)rochen,<br />

Eqiiiseiiim und Phraqmiies treten untereinander in etwa<br />

gleichen Mengenanteilen auf, wobei der Schachtelhalm stellenweise<br />

ausserhalb der Scirpus lacuster-'s'nidiungün zu finden ist. Sciiwimmblättrige<br />

gibt es recht spärlich, am reichlichsten Potcumujelon u(duns<br />

und Alopcvurus ucqualis. Grundblattkräuter gab es ein wenig auf<br />

Grus- und Sandboden, zum Teil oberhall) der Wasserlinie. Alisma<br />

und Lijsimachia llujrsiflora waren häufig zu finden. Wassermoose und<br />

Charazeen wurden nicht angetroffen.<br />

Nr. 116. Maj u vesi (Sysmä). G T 30' N, etwa 7 km2, 78 m<br />

ü.d.M. Länge etwa G km N-S. Etwa 2 km^ani Nordende untersucht.<br />

Eigentlich eine Bucht des Päijänne, von diesem durch zwei untiefe<br />

und schmale Wasserengen mit schwacher Strömung getrennt. - 29.<br />

VIIL 1938.<br />

Der Felsgrund besteht aus (ilimmergneis, am Südufer aus Granit.<br />

Im überwiegenden Teil der Ufer, u.a. im ganzen untersuchten Gebiet,


Ann. Jiül. Süc. Zoo].-lit)l. Fenn. N'aniuno, 15, n:o 5. 95<br />

Abb. 11. Ni'. 116 Majuvesi. Von Wasser- und Schwiininblattkräutem überfiillter<br />

Kanal im ii|)j)igon'Sf lii]rröln'iclit nahe l)oi der Kirche in Sysinä.<br />

horrsclit der Lehm. Der See^rnnd besieht aus Lehm inid l.ehmjjyl Ija.<br />

Die Ufer stehen mit Ausnahme des Sü(h)stuiers seit altem unter<br />

Kultur, am Nordende des Sees lie


90 J.. xMarislo, Die I'lorislisc-hcn St't'ly|)i'ii I


Ann. Hol. Soc. Zool.-lioL l-'nin. N'anaino, 1.'). 11:0 .'). 07<br />

iUu'Dperus und (I. ix'sicitrid, heoleilcl von mehreren anderen IJterprUinzen.<br />

Ausserhall) des P»()liricliLs reiclilieli Scliwininihlallkränler, vor<br />

alleni Niirnj)h(U'


98 L. Murista, Die florislischon vS(.'ely|)en l'Miiiihiiuls.<br />

Der aus Hapakivij^nuiit heslclieiidc b^'ls^rund trill sU'lleinveise<br />

am Ost- und am Siidweslut'er zutage. Die losen liodenablagerungcn<br />

bestehen überall aus Lehm, der Seegrund aus Lehmgyttja. In einigen<br />

Huchten liegt jedoch im seichten Wasser dem Lehm eine dünne<br />

Sandschicht auf. Das Seebecken stellt nur eine seichte Vertiefung<br />

eines ausgedehnten Tongebietes dar. Drei Viertel der Ufer stehen<br />

unter Kultur, nur am Süd- und am Südwestufer herrscht der Laubwald.<br />

Zuflüsse erhält der See durch vier hauptsächlich durch Kulturgelände<br />

fliessende Bäche. Abfluss am Westufer. Das Wasser wies eine<br />

ausserordentlich starke Lehintrübnng auf, so dass die Sichttiefe sich<br />

nur auf 0.3 m belief. Aus dem gleichen (irunde ist auch der erhaltene<br />

|)ll-Wert, 7.7, etwas unsicher.<br />

Die Höhrichte erreichen eine mächtige Ausbildung. Häufigste<br />

Art ist Phriujmiles, dessen 5()-L")() m breite, dichte Bestände sich bis<br />

zu einer Tiefe von etwa 1 m erstrecken. I'ast überall innerhalb des<br />

Schilfgürtels hat sich eine dichte Zone von Equiscliun linwsuin<br />

gebildet. Bei der Wasserlinie folgt dann ein Seggengürtel, mit Carc.v<br />

(jracilis als hauptsächlichste Art, oder auch findet man hier (iürtelbestände<br />

von Scirpiis eupalusivr. Stellenweise, insbesondere am Südufer,<br />

findet nuin au der Stelle von PliKUjinilcs dichte Bestände von<br />

Scirpus lüciisier. Ausserdem bilden 'I'lJplKi mujmlijoUa und Sparffuniiini<br />

ramosiim einige stattliche, reine Bestände am Ostufer, erstere<br />

Art daneben auch Mischbestände mit J*]ir(rfmiles und Seirpiis Idciislcr.<br />

Von übrigen Ilelophyten sei noch die >-ei hältnisjnässig häufig auftretende<br />

Lijsimdchia Uujrsijlora erwähnt. Schwimmblättrige sind nur<br />

wenig vorhanden, als häufigste Art Polijf/onuin (tmpliihium. Auffallend<br />

ist das In-hlen der -Arten. Die einzige ausserhalb des Höhrichtgürtels<br />

gedeihende Art und zugleich der einzige Verlreter der<br />

Wasserldaltkräuter ist Potamogelon jh'rfoUatus. Von (Irundblattkräutern<br />

wurde nur lidniinciiliis rrphins in geringer Menge angetroffen.<br />

Xr. 121. K u o k k a j ä r v i (Sortavala). (>1° ;i9' N, 2.5.i km-,<br />

21 m u.d.M. Länge 3.-' km NW-SL, grösste P>reile 1.5 km. Tiefster<br />

Punkt 18.0 ni (Suomenmaa, V, p. X)l). - 2. VIII. 1938.<br />

Der I'el.sgrund, der in der Lorm einiger kleiner Felsen am Ufer<br />

zutage tritt, besteht aus Adergneis oder (iranit. Vorherrschende<br />

Bodenart ist der Lehm, nur am Westufer erstreckt sich ein Moränenhügel<br />

1MS an das Ufer. Der Seegrund besteht überall aus Lehm, der<br />

von einer dünnen (lyttjaschicht übergelagert ist (VALLE 1928, p. 1.'}).<br />

Auch See-lM-z findet man am (Irunde. J)ie l'fer stellen hauptsächlich<br />

auf Anlandungsboden entstandene Wiesen dar, hinter welchen<br />

sich I.ehmäcker ausbreiten. Nur an ein ])aai' Stellen kommt der<br />

.Mischwald bis an das Ufer heran. Die ganze t^mgebung des Sees<br />

ist besiedelt. Zuflüsse erhält der See südwärts von ein i)aar kleineren<br />

Seen. Abfluss am Weslufer. Der Sees|)iegel wurde in den 189()er


Anil. Hol. Soc. Zool.-Bül. l'\'üii. Vanamo, If), n:o 5. 99<br />

.Taliren nni iiiolir als I-inen Motor ^osonkl, (VALLIO OJ). C., |). F'J).<br />

Das Wasser wies sowoiil Lohin- als Planklonlrühuiig aul'. Soino<br />

I"arl)e ist grünlich, vSichttiol'e 1.'? in (vgl. VALLE I. c.), pH (>.8.<br />

13er ganze See ist von einem fast unnnterbroclienen Melophytengiirtel<br />

nmsäunit, der enlweder von Eqiiisefum linwsum allein oder von<br />

(lieser Art nel)st Phraijmitea gebildet ist, in welchem I'alle der Schilf<br />

die änssere Zone re])räsentiert. Sdrpm hicusier hat es nur zur 1 >ildnng<br />

eines einzigen Bestandes gel)racht, S. enpahisicr tritt dagegen an den<br />

Lehnuifern verhältnismässig hänfig anf. Von eigentlichen Lnfthlaltkräutern<br />

bilden Smjillaria sagillifolia nnd Lijsinidchid lliijrsiflord<br />

hier und da kleine Bestände, und gleich liäufig ist auch Alisina pUiiil(i(j().<br />

Schwimmblättrigo sind befremdend wenig vorhanden. SiMn/aniiim<br />

Fricsii tritt zwar hänfig anf, in geringer Menge auch Xiipliar<br />

})umilum, dagegen fehlen Poiamogeion n


100 Marislo. Dir rioiislischcn Set'lypeii I-'innlaiuls.<br />

Ahl). 12. Nr. 122 Ofilainoyin'vl.Stratiotf-stdoides-Ay'wsv» riehst Tiiplia «in^Ksiijolia<br />

iuii Noi'dcnric des Sees.<br />

nichls hesoiidcros aul'/iiweiscii. Dort j>il)l es xiuiusserst einen Schilli>iirlel<br />

iiiul dnrinnerhall) im seichten Wasser u.a. Poli)(jomim (iinphibiiim,<br />

PoUunofjelon pcrfolidlus, Seil pus ciipaluslcr nebst Uferj)flanzen,<br />

wie Lijlhnun Hülicüviü, Li/sinuicliia thtjrsiflora u.a. In einigen Buchten<br />

des Nordwest- und Westul'ers ist hingegen die Wasserve^etation die<br />

ii|)|)ijL>sle, der niaii an einem finnisciien See hegef>nen kann. Zu<br />

Phraqmiles und Scirpus Idcnstcr «»esellen sicli {4ewalti«>e Bestände von<br />

'fijplKi talifolia. Im Höhricht gedeiiien Ui/droclKiris morsus-raiuw.<br />

Spirodela poUjnhizd und Lvmnti minor in grosser HeichMciiiveil, und<br />

SlralioU's (iloidcs !)ihlet nicht weniger als hektar^rosse Wiesen, iti<br />

denen die Hhittspitzen der Art aus dem Wasser emporraf>en (Ahh. 12).<br />

Von Scliwimmhlättri^'en findet man insbesondere l^olamofielon naluns<br />

und Nii})li(ir luh'iiin reichhch. Der üi)rige freibleibende l'auin wird<br />

von ütricularia inih/aris, Polttnuujcion zoslerijoliiis und P. obliisijolins<br />

ausgefüllt, ausserdem schwimmen hier und da auf dei- Wasseroberfläche<br />

grosse Wurzeltorfbarren mit Segnen, Li/Ihrum salicaria,<br />

Ljicopns ciiropdeus, Hnnw.x lujdrolupalhum u.a. umher. Von (irundblattkräutern<br />

wurden nur lianunculus rcplans und Scirpus acicularis<br />

am Ostufer gefunden. Zuinnerst an einigen Buchten breiten sich aus-<br />

«.{edehnte Seggenbestände aus. C.harazeen und Wassermoose traf<br />

ich nicht au.


Ami. fiol. Soc. Zool.-Hol. l-'ciin. Vaiuiiuo, IT), 11:0 .">. 101<br />

Nr. l2o. S ii r k i j ä r v i (Liperi). (>2° .'{9' N, elwa 0.7 km- und beiläufig<br />

8 I m u.d.M. (irössle l.änge 1 km, grcissle l'reileXOO u). (irössle<br />

gefundene Tiefe 2 m. - 23. VIII. 1937.<br />

Der stellenweise zutage tretende I'elsgrund besteht aus (ilimmerschiefer.<br />

Am Ost- und am Südufer herrschen hauptsächlich der Sand<br />

und das Osmaterial, an den übrigen Ufern ist der I.ehm die wichtigste<br />

Bodenart. Den Seegrund bedecken Lelimgyttja nnd (iyttja. Die<br />

I lälfte der Ufer steht in unmittelbarer Berührung n\il Kulturflächen,<br />

die übrigen IHeranteile sind zur Hauptsache von einem<br />

Mischwald eingenommen, der als Viehweide benutzt wird. Nennenswertere<br />

Zuflüsse hat der See nicht, der Abfluss liegt am Nordufer.<br />

Das Wasser war grüngelb, Sichttiefe etwa 2 m, pll 1.x (vgl. .fÄiixio-<br />

FELT HCitla, j). 91). Beichliche Wasserblüte.<br />

Die N'egetalion ist verhältnismässig üppig. Den grösslen Teil der<br />

l^fer umsäumen Bestände von Phr(i(/niitcs oder Scirpus lacuster, von<br />

denen erstere Art iu den meisten b'ällen die äusserste Zone zu bilden<br />

scheint. Am Wasserrand findet man vielerorts einen Curex roslrala-<br />

(lürtel. Scirpus lacuster bildet ausserdem auf dem offenen Wasser<br />

typische Inselbeslän


102 L. Maristo, Die florislisclu'ii S('ely[)oii Filmlands.<br />

Nnphar Jiilrum. Ebenso sind die Wasserhlallkräuler nur reciil sj)ärlicl)<br />

verlrelen, u.a. iindet man Polamofjcion ohiiisifolius und (juafoplujllum<br />

(lemcrsiim, von denen letztere Art olTcnsiclitlicli ein Brackwasserrelikt<br />

darstellt, (irundhlattkräuter sind massig vorhanden,<br />

Isoetcs laciislre nicht gerade reichlicli. Ausserliall) der Makrophytenhestände<br />

lindel man Wassermoose.<br />

Nr. 12Ö. K u o 1 e m a j ä r v i (Kiiolemajärvi). ()()° 22' N, 12.r, km^<br />

13 m ü.d.M. Länge 13 km NW-SIO, lireile durchsclm. 1 km. Das<br />

Südende, etwa 1) km^, untersucht. - 19.-20. Vit. 1938.<br />

Der Felsgrund tritt nirgends zutage. Das Ostul'er des unlersuchteu<br />

(lehietes ist von einem lieidewaldbedcckten ()s gebildet. Der Sand<br />

herrscht auch sonst in der Umgebung vor, ausser am Westul'er, wo<br />

es etwas Moräne gibt, sowie am Nordwestufer, wo man auf r.ehm<br />

und Torf stösst. J)er Seegrund bestand im untersuchten (lebiet in<br />

der Litoralzone hauptsächlich aus Feinsand und fein verteiltem<br />

(Irus, doch war in einigem Umfang auch Sandlehm und steiniger<br />

(irund zu finden. Höchstens der Ufer stehen in Herührung mit<br />

Ackerflächen. Der See erhält an beiden landen Zufluss von einigen<br />

kleinen Seen und steht am Ostufer durch eine schmale, überi)rückte<br />

Öffnung in Verbindung mit dem 1 latjalahdenjärvi, in<br />

welchen sich auch seine Wässer ergiessen. Das Wasser ist gi'üngelb<br />

und trülu!. Wasserblüte reichlich. Sichttiefe 2.o m, ])II 7.2.<br />

Häufigster Ilelophyt ist Scivpiis ciipdliisfcr, dem ]nan ziemlich<br />

reichlich auf dem Sandboden begegnet. Die dominante Stellung in<br />

der Physiognomie des Sees erringt sich jedoch infolge seiner (Irösse<br />

PhrmjmiUis, dessen ausgedehnte und auch recht dichte 15estände hier<br />

und da anzutreffen sind. Nahe beim Abfluss am Ostufer, wo es<br />

(iyttjaboden gibt, ist Scirpiis lucuslcr die dominierende Art. Der<br />

Anteil von Etiiüselum Unwsnni ist gering. Kinziges Wasserblattkraut<br />

ist Potainoijcion perfoJiatiis, tritt aber ebenfalls nui- ziendich selten<br />

auf. Die Schwimmblattkräuter sind zwar durch ö Arten vertreten,<br />

sämtliche sind aber nur spärlich vorhanden. Auch l'reischwimmer<br />

gab es, u.a. llijdvocharis niorsiis-rtiiuie am Ufei' eines (lehöfts. Die<br />

(irup[)e der Cirundblattkräuter zeigt mehrere Arten, als häufigste<br />

liüluiiiciilus repliins und Scir])iis (iciciildiis. Wichtigste Art unter den<br />

Seggen ist Carex (jracUis und unter den übrigen Uferpflanzen Lijihmm<br />

salicarid.<br />

Nr. 12(k W i e s k j ä r v i (Uusikirkko). ()()° !' N. 3.M km-, 29 m<br />

ii.d.M. In der NW -Sh>liichtung nahezu 3 km lang, grösste üreite<br />

1.« km. Die Wassertiefe dürfte diirchgehends verhältnismässig gering<br />

.sein. - 23. Vif. 1938.<br />

Die Ufer bestehen etwa zur Hälfte aus Sand. Am Südost- und<br />

Westufer findet nuin Lehm und am Ostufer etwas Torf. Im teichleren<br />

Wasser herrscht der Sand- oder der l.ehmboden, und schon vf)n 2 m


Ann. Bot. Soc. Zool.-Hot. b'cnn. Vanamo, 15, n:(> 5. 103<br />

A])l). 13. Nr. 126 llioskjärvi. Aiisgedeluile lielopliytonbestando am seichten<br />

Lolnmifer. Zniinsserst ein Scirpus lacusier-Cxiiricl, darinnerhalb 1MS znr<br />

Wassel']inie EquUetuni.<br />

ail liegt ziioijerst cine stellenweise 0.5 in starke Lehingyttjaschiclit.<br />

Ktwa der Ufer stellen nnter Kiiltnr, den Hest hedeekt der Ilain-<br />

Avald. Am Südende iniinden ein paar Bäche in den See, der seinen<br />

A])fhjss am Nordende durcli eine schmale r)rilckenöi'fnung mit nur<br />

sclnvacher Strömung in den Halolanjärvi hat. Das Wasser weist<br />

eine starke Lehm- und IManktontrü])ung auf. Die Farhe des Wassers<br />

ist grüngelb, Sichttiefe I .2 m, ])II 7.i.<br />

liöhrlchte sind reiclilich vorhanden. Am Ostufer, wo der Sandboden<br />

vorherrsclit, sind sie lichter, hau])tsächlich von Phragmilrs und<br />

Scir})iis cupaliisfer gebildet. Am West- sowie am Südweslufer liaben<br />

sich mächtige liöhrichte mit deutlicher Zonation entwickelt: zuäusserst<br />

Scirpns laciisler, dann der Hei he nacii Phragmilcs und Eqiiiselum<br />

limosum. Von diesen kann PJiia(]niitcs stellenweise ausbleii)en (Abb.<br />

13). Von Wasserblattkräutern begegnet man nur Polamofjc.lon pcrjolintiis<br />

hier und da, Schwimm])lättrige sintl dagegen verhältnismässig<br />

reiclilich voriianden: Polamoqdon nalaiis, Spaiyanium Friesii, Nuphar<br />

Inieum und Polijgonum (iinpinhiiun, alle ungefähr gleich häufig. IMIIzige<br />

(irundblattkräuter waren Scirpus ((cicularis und lianunculiis<br />

rcplans, welche beide auf dem Sandboden zum Teil ol)erhalb der<br />

Wasserlinie wuchsen. Sjjargdiüuni ramosum bildete am W^estufeieinige<br />

dichte Bestände. Häufigste Segge ist C(ue.x losirata, die am<br />

Ufer einiger Buchten in reinen Beständen auftritt. Wassermoose<br />

fehlen,<br />

Nr. 127. W a a k o 1 a n ,j ä r v i (Valkjärvi). (>0° 30' N, a.ii km-,<br />

62 m ü.d.M. (irösster Durchmesser nahezu 3 km W-E. Die Wasser-


lot L. Maristo, Die llorisliselieii SeeLypeii l-'iiuiljinds.<br />

liel'o hieihl (iiirchvveg unter 2 ui. Der Seesjjiegel wurde um das Jahr<br />

H)1.") mifideslens um oO em gesenkt. -- 25. VII. in.'JK.<br />

Der l'^lsgrund tritt nirgends zutage, l-^ist ül)erall herrseht (hjs<br />

Torfufer, denn der See ist zum grössten 'l'eil von Weiss- und ]>cisermooren<br />

umgehen. Stellenweise ist jedoch die Torfschicht nur dünn,<br />

und im Litoral herrscht der Sandboden. Tiefer bedeckt den Seegrund<br />

intlessen überall eine starke (lyttjaschicht. Am Südufer mündet ein<br />

Hach in den See, tier Abfluss befindet sich am Ostufer. Das Wasser<br />

ist sehr trübe, gelbgrün. Sichttiefe 0.« m, j)!! 7.>.<br />

Vorherrschende Art ist Scirpus lacuslcr. Die grössten Bestände<br />

liegen bei der Bachmündung am Südufer, die auch sonst die eutroj)!iste<br />

Stelle im ganzen See repräsentiert. Dort findet man auch<br />

die dichtesten Schachtelhalmliestände. Auf dem Sandboden bildet<br />

wiederum Phraf/mitcs massig lichte Bestände, häufiger noch Scirpus<br />

cupdlusivr. Auch die l^utraplienten Tijplui hililolid und Sparganiuni<br />

r


Alin. Hol. Soc. Zool.-liol. l-'enii. Vaiiaiiio, !.'>, 11:0 "). l()r><br />

Scli\viiiiinl)lällri,on sind Poldinoijcloii luihtns niid Xuphar Inlviint<br />

verhältnisniHSsijv luiulii). Das ouiioi)lu' Kleinenl isl durcli dio 1'reiscliNviiiiiiier<br />

llijdrocharis niorsus-ranuc und Lemna minor im Schützt'<br />

des (lichlcMi Hölirichls nalu' heim rfer verlreleii. r.nindhlattkräiUer<br />

sind S])ärlich vorhanden. Tnler den eiffenllichen Lullhlattkräulern<br />

mögen die verhällnismässii^ häufigen Alisma jAdiildfio und LysiitKirhin<br />

Ihijrsi/lord erwähnt werden, lunzige Seggenarl war (Utrex roslrdla,<br />

die stellenweise zu reinen I3eständen zusammen (rit 1. N'on den ri'crl)llnnzeriarlen<br />

sei erwähnt fj/copus curopdeus, der ich an zahlreichen<br />

Seen der Ivarelischen Landenge hegegiiel hin.<br />

Xr. J2!). M u s l r i n n I r ä s k (Parainen). (U)'' KS' N, ().5h (0.55)<br />

km-. LOT m ii.d.M. (russ. Uipogr. Messlischbl. V..). 1


10() L. Marislo, Die floristisclieii Scetypen Finnlands,<br />

könniMi. lm Ivöhricht begegnet man stellenweise als wichtige Misclikomi)onentc<br />

Tijpha lalifolia, deren Wiirzelstöcke den W'rvvaclusungsprozess<br />

effektiv fördern. Der Anteil von Scirpiis laciisler nnd S. eiipnlmter<br />

in der Vegetation des Sees ist nur gering. Unter den Sclnvimmhlättrigen<br />

ist Polamogelon natans die wichtigste Art, doch auch<br />

Nuphar luteum begegnet man sowohl in den Lücken als ausserhalb<br />

des l^öhrichts. Der See steht hundertprozentig im Besitz der Vegetation,<br />

denn auch im Bereicli des »offenen» Wassers ist der Seegrund<br />

von einer Wiese bedeckt, die von Polamogelon pusillus, Chara frayilis,<br />

Moosen und der nirgends fehlenden Lemiia //isiz/fr/gebildet ist. Die<br />

(irundblattkräuter fehlen völlig. An der Wasserlinie wird der See<br />

ringsherum von einem Seggengürtel umsäumt, mit Carex rostrala als<br />

wichtigste Art; ausserdem tritt u.a. C. pseudocijperus verhältnismässig<br />

häufig auf.<br />

Xr. 130. (} r ä g g b ö 1 e t r ä s k (Parainen). (30° 18' N, 0.25 km^,<br />

1.1 m u.d.M. (berechnet wie beim vorhergehenden See), (irösste<br />

Länge 850 m NE-SW, grösste Breite 300 m. Tiefster angetroffener<br />

Punkt 2 m. - 9. VIL 1937.<br />

Der l'elsgrund })este}it in der unmittelbaren Nähe des Sees aus<br />

Gneisgranit. Die beiden Enden des Sees .werden vom Lehm, der<br />

mittlere Teil wiederum von der Moräne beherrsclit. Am Ostufer<br />

erhebt sich ein bewaldeter Moränenhügel schroff aus dem See. Die<br />

Ufer stehen zur Hälfte unter Kultur. Zuflüsse besitzt der See nicht,<br />

auch keinen eigentlichen Abfluss. Die Farl)e des Wassers ist geli)grün,<br />

die Sichttiefe beläuft sich auf mindestens 2.5 m. ])H 8.i.<br />

Im Gegensatz zum Mustfinnträsk hat hier Equiselum ausgesprochen<br />

die Oberhand, während Phragmiles erst an zweiter Stelle steht.<br />

Die Schachtelhalnibestände umsäumen zum grössten Teil die Llfer<br />

als äusserster Helophytengürtel. Die häufigsten Arten iinter den<br />

Schwimmblättrigen sind Nijmphaea camlida und Nuphar luteum, und<br />

auch Polamogelon natans kommt in einigen ausgedehnten Beständen<br />

vor. 13er Seegrund ist auch hier durchweg vegetationsbedeckt, mit annähernd<br />

den gleichen Arten wie im Mustfinnträsk; doch findet man die<br />

Moose und Chara fragilis spärlicher vertreten, statt dessen hat sich<br />

ai)er Ceralophijllum demersum dem Artenbestand angeschlossen. Auch<br />

Polamogelon perfoliatus begegnet man hier reichlich, die Grundblattkräuter<br />

fehlen hingegen völlig. Wichtigste Uferpflanze ist Carex<br />

rostrala, doch auch C. veskaria und C. pseudocijperus sind in erheblicher<br />

Menge vorhanden.<br />

Nr. 131. L a m p i s t r ä s k (Parainen). G0° 19' N, O.32 (O.si) km^,<br />

3.T m ü.d.M. Grösste I.änge etwa 1 km NE-SW, grösste Breite etwa<br />

400 m. Tiefster angetroffener Punkt 2 m. - 10."VIL 1937.<br />

Der auf der Insel und stellenweise auch anden Ufern zutage<br />

tretendc'Eelsgrnnd besteht aus Gneisgranit. In der Bodenbedeckung<br />

wiegen sich der Lehm und die Moräne annähernd auf. Mehr als die


Ann. Bot. Soc. Zool.-Hol. Fenn. Vananio, 15, n:() .'>. 107<br />

Häille (ler Ufer steht unter Kultur. Am Ostufer erheben sich Felsen<br />

und ein von Mischwald bedeckter Moränenhügel. Zuflüsse sind nicht<br />

vorhanden und anscheinend fehlen auch jegliche ol)erirdische Abflüsse.<br />

Den Seeboden bedeckt eine bläuliche Gyttja. Das Wasser ist<br />

gelbgrün, die Sichttiefe beträgt mindestens 2.5 m. pH 8.o.<br />

Bezüglich seiner Vegetation erinnert der See mehr an den Gräggböleträsk<br />

als an den Mustfinnträsk. Pliragmites und Eqiiisctiim wiegen<br />

einander ungefähr auf. Ti/phu lalifolia ist auch hier, allerdings<br />

nur durch einen einzigen, ausgedehnten Bestand vertreten. Scirpus<br />

lacuslev fehlt überhaupt. Polamogelon nalans und Nijmpliaea Candida<br />

sind die wichtigsten wSchwimmblattkräuter. Lemna Irisulca, Chara<br />

fragilis und Polamogelon pusillus sind spärlicher vorhanden als in<br />

den vorgenannten Seen, dagegen findet man oblusifolius und<br />

Ceralophgllum in erhöhter Reicidichkeit; letztere Art bedeckt stellenweise<br />

geradezu wiesenartig den Boden.<br />

Nr. 1S2. J e s i ö j ä r v i (Kittilä). 07° 13' N, etwa 0.3 km^.<br />

C.rösste Länge etwa 1 km. - 9. VHI. 1937.<br />

Der See liegt in einem Grünsteingebiet. Steinige oder Torfufer<br />

herrschen vor. Zer Seegrund l)esteht in der Nähe des Ufers aus Grobdetritus,<br />

stellenweise gibt es etwas Sandlehm, in grösserer Tiefe wiederum<br />

Detritus- und Kalkgyttja. In der Nähe des Ufers liegen'<br />

mehrere Behausungen mit zugehörigen Ackerflächen. Zufluss von<br />

Nr. 183 Hautajärvi, Abfluss am Südende. Farbe des Wassers grüngelb,<br />

Sichttiefe 2.5 m, pH 8.3.<br />

Die einzigen Ilelophyten sind Equiselum liniosum und Lijsimachia<br />

Ihijrsiflora; von beiden w^urden nur ein paar ganz kleine Bestände<br />

angetroffen. Die Schwimmblättrigen sind lediglich durch die i)eiden<br />

Nu])har-\rien vertreten. Wasserblattkräuter kamen dagegen reichlich<br />

vor, besonders war Slralioles aloidcs mancherorts ganz massenhaft<br />

zu finden; sonstige Arten Polamogelon perfoliatus, P. zoslerifolius<br />

und Mgriophgllum spicalum. Beachtung verdient ein Fund von<br />

Lemna minor, das nördlichste Vorkomnis von Freischwimmern im<br />

Lande (M. .1. KOTILAINKN' mündl.). Von (irundblaUkräutern wurde<br />

nur Ranunculus replans in geringer Menge gefunden, häufigste Art<br />

des Ufers war Comarum paluslre.<br />

Nr. 133. H a u t a j ä r v i (Kittilä). 67° 13' N, O.io km^. Mindestens<br />

1 m tief. Länge etwa 1 km. - 9. VHI. 1937.<br />

Auch dieser See liegt auf Grünsteingrund uml ist ein gänzlich<br />

von Reiser- und Braunnu)oren umringter Quellsee. Das Ufer erhebt<br />

sich grösstenteils als Torfböschung aus dem Wasser, an der Wasserlijiie<br />

besteht jedoch der Seegrund aus (irus, Sandlehm und an ein<br />

paar Stellen sogar Sand. Das Ostufer ist auf einer geringen Strecke<br />

steinig. Tiefer herrschen Detritus- und Kalkgyttja. Anbauflächen<br />

finden sich nur etwas in der Nähe des Ostufers. Farbe des Wassers<br />

gelbgrün. Sichttiefe 2.5 m, pH 8.3.


108 L. Marislo, Die floristisehen Seelyj)eii Mnnlands.<br />

Die llelo])liyleiivegelali()ii ist spärlich, häufigste Art ist Equiselum<br />

limosiun, und an einer Stelle hat sich sogar ein kleiner Scirpus<br />

-Bestand gebildet. Die Scinviinnd)lättrigen sind durch die<br />

beidenNz7p/jrt/ -Arten vertreten. DieWasserblattkräuler sind nach wie<br />

vor vorherrschend. Am häufigsten und zugleich auch am reichlichsten<br />

tritt Slralioles auf, an nächster Stelle folgen Ceraloplufllum ilemersum,<br />

welcher Arl ich an den anderen Slralioles-^een nicht begegnete,<br />

samt Polamogelon zoslerifolius und MijriopJnjllum spicalum. Erwähnung<br />

verdienen fenu^r Polamogelon fiUjormis und Chara slrigosa.<br />

Nr. 134. B a s M n j ä r v i (Kittilä). 67° 18' N, 1..; km^. (irösster<br />

Durchmesser etwa 2.5 km N-S. Wassertiefe grösstenteils unter<br />

.10 cm, der tiefste gemessene Punkt betrug 2 m. - 0. VHI. 1937.<br />

Der See liegt in seiner Gesamtheit in einem Grünsteingebiet<br />

(Al])it-Amphibolit). Der (h'us und Sand sowohl des Ufers als des<br />

Seegrundes scheinen aus dem gleichen Gestein liervorgegangen zu<br />

sein, auf einigen ITerstrecken herrscht jedocii der Torf. ]3er grösste<br />

Teil des Seegrundes ist von einer ganz losen, gelbgrauen Kalkgyttjaschicht<br />

l)edeckt, aus welcher bei jedem lUiderschlag zahllose Gasi)läschen<br />

emporsteigen. Auch auf der Wasseroberfläche sieht mau<br />

überall schwammige Gyttjaklümpchen umherschwimmen. Die Sedimentation<br />

ist also ausserordentlicli stark. Zuflüsse erhält der See<br />

östlicli vom See Kuivajärvi, der eigentlich nur eine eng mündende<br />

Buclit des Rastinjärvi darstellt; an der IVIündung herrsclit nur ganz<br />

schwache Strömung. Bei Hochwasser soll der See eine erheblich<br />

grössere Fläche einnehmen, denn dann liegen ausgedehnte Moorwiesenflächen<br />

am Nordufer unter Wasser. In der Nähe des Ufers befinden<br />

sich einige in Anbetracht der nördlichen Lage vorzügliche Anpflanzungen.<br />

Das Wasser ist gelb und klar, die Sichttiefe schätzte ich<br />

auf 3 m, pH 8.>.<br />

iTnter den Ilelo])hyten tritt Equiselum häufig auf. Phragmiles<br />

bildet hier und da Bestände, die aber wegen der geringen Tiefe des<br />

Sees keine gürtelartige Ausbildung erfahren haben. Die Art scheint<br />

nur dort Wurzel fassen zu können, wo reiner (irushoden oder eine<br />

höchstens nur ganz dünne Kalkgyttjaschicht herrscht. Von<br />

Schwimmblättrigen begegnet man Sparganium affine reichlich in<br />

ausgedehnten Beständen. Die dominierende Stellung nehmen jedoch<br />

die Wasserblattkräuter ein. lnsl)esondere Mgriophijllum spicalum,<br />

Polamogelon perfolialus und P. pusillus wurden schier in gewaltigen<br />

Mengen angetroffen. Slralioles aloides fand ich dagegen nur an zwei<br />

Stellen spärlich. Ob etwa der Grund dazu in der allzu starken Nutzung<br />

der Pflanze zu Viehfutter liegt, blieb unermittelt (vgl. S. 202).<br />

Von Grundblattkräutern wurde nur Ranunculus replans spärlich<br />

oberhalb der Wasserlinie angetroffen. Eine häufige Art war Sparganium<br />

simple.v, und von den Uferpflanzen bildete Carex roslrala au.sgedehnte<br />

Bestände.


Alin. Hol. Soc,. Zool.-BoL Ft'iin. Vaiuuiu), 15, 11:0 ö. 109<br />

Nr. /-"iJ. S o l k a j ä r v i (KiUilä). 07° I V N, 2.i km-, (irössler<br />

Durcliniesser iiher 3 km Tiefster geinosscMier Punkt etwa '.> m,<br />

meist. erreiciU die Wasserliele nichi 1 m. - 7. \'in. 11)37.<br />

Der .See lie^t in einem (irünsteingehiet, am Siululer findet sicii<br />

ausserdem ein DolomitA'orkomnis. Die Torfufer, lU'iser- und Brauninoore<br />

nehmen mehr als die I lälfte der [Jferlänge ein. Der Seegrund<br />

hesteiit zum grössten Teil aus der gleiehen losen jvalk


IV. DIE SKETYPEN FINNLANDS AUF GRUND<br />

DER GROSSVEGETATION.<br />

Ül)er (lie Möglichkeit der Zustaiulel)riiigunf> einer auf die Grossvegetation<br />

begründeten Seetypeneinteilung ist in der Literatur nur<br />

wenig diskutiert worden. Die vorgebrachten Ansichten haben sich<br />

gewöhnlich lediglich auf die Feststellung der Notwendigkeit einer<br />

solchen Untersuchung beschränkt. Ihren Mangel haben am kennbarsten<br />

Diejenigen zu fühlen gehabt, die sich mit floristischen, soziologischen<br />

oder ökologischen Wasservegetationsstudien entweder auf<br />

einzelnen Seen oder innerhali) eines enger begrenzten Seengebietes<br />

beschäftigt haben. Und, was nicht minder wichtig, durch das Fehlen<br />

eines verbindenden Systems wird der gegenseitige Vergleich der<br />

aus verschiedenen Gebieten erzielten Untersuchungsresultate ganz<br />

erheblich erschwert.<br />

Von der Berechtigung des vorliegenden Thenuis erhält nuin einen<br />

Begriff, wenn man z.B. die Kritik LOIIAMMAKS (1938, I). 237) über<br />

die höhere Wasservegetation als Ausdruck der Tro])hieverhäitnisse<br />

des Wassers betrachtet. Wohl am Platze ist seine Bemerkung, dass<br />

die Makrophyten in den meisten Fällen nur die chemische Zusammensetzung<br />

des Uferwassers und der Ufersedimente offenbaren,<br />

während das Wasser der offenen Seemitte ganz anderen Pflanzenarlen<br />

Möglichkeiten zum Gedeihen darbieten würde. Ebenfalls ist zuzugeben,<br />

dass die höhere Wasservegetation durchgehends artenarm ist.<br />

Daher hat auch gerade das Phytoplankton, das in unerschöi)fliciiem<br />

Artenreichtum überall im See vorhanden ist, die besten Möglichkeiten,<br />

als vornehmlichster Indikator des Nährstoffreichtums des<br />

Seewassers zu dienen, weshalb NAUMANN seine Einteilung in eulroj)he<br />

und oligotrophe Seen auch namentlich auf die Phytoplanktonproduktion<br />

basierte. So in der Theorie, wie aber zuletzt<br />

von NYGAAUT) (1938, ]). 607-()09) nachgewiesen worden ist, gilt


Ann. Hol. Soc. Zool.-Hol. I'Ynii. Vanamo, 15, 11:0 5. Ill<br />


112 L. Marislo, Die floristisclicn Soetypeii Finnlands.<br />

Teich eine deutliche Ghederungin Litoral- und Profundalregion unterscheiden.<br />

Während im Teich die Tiefe so gering ist,- dass submerse<br />

Wasserpflanzen den Boden bis in die grossten Tiefen überziehen<br />

können, besitzt der See eine zentrale, die sogen, profundale Region,<br />

die von solchen Pflanzen völlig leer ist.» Eine fixe untere Grössengrenze<br />

kann m.E. den Seen nicht gesetzt werden, andererseits können<br />

wiederum mit dem See-Begriff nicht die kleinsten Gewässer, z.B.<br />

solche »von einer Fläche von einigen Tausenden Quadratmetern» vereinbart<br />

werden, wie u.a. die kleinsten Bergseen, die FOREL (1. c.)<br />

noch den Seen zuordnet. Und in Finnland sowie überall in Fennoskandien<br />

gibt es ungemein viele kleine Gewässer, die ihrer Kleinheit<br />

ungeachtet so tief sind, dass es in ihnen zur Bildung eines vegetationslosen<br />

Profundais gekommen ist, die aber nicht ein solches<br />

deutliches Uferprofil besitzen, durch welches ein See gekennzeichnet<br />

ist, und zwar weil der Einfluss der Expositions- und Erosionsfaktoren<br />

wegen der geringen Grösse der offenen Wasserfläche unbedeutend<br />

ist. Vor allem gehören hierher zahlreiche kleine braune Gewässer, in<br />

denen die Makrophytenvegetation wegen der geringen Transparenz<br />

des Wassers an die unmittelbare Nähe des Ufers gebunden ist. Auch<br />

im Hinblick auf die Chemie, die Wärmeverteilung sowie das Planktonleben<br />

des Wassers, stehen diese Gewässer in einer Gruppe für sich.<br />

Da ihnen aber jede eigene Benennung abgeht (auf finnisch heissen<br />

sie »lampi»), sind sie in der mannigfachsten Weise, meistens jedoch<br />

als Teiche und in den zahlreichen Arbeiten von JÄRNEFELT als »Kleinseen»<br />

bezeichnet worden. Fasst man aber den Teich als ein ablassbares<br />

und zugleich seichtes Gewässer auf (siehe z.B. TIIIENEMANN<br />

1925, p. 85 und 212; NAUMANN 1931, p. GGG), so ist die Einführung<br />

eines neuen Begriffes für die besagten (iewässer vonnöten. Weil dieselben<br />

ohne deutliche Grenze in die eigentlichen Seen übergehen, in<br />

bezug auf ihre Grösse aber den Teichen nahe kommen, habe ich sie<br />

als T e i c h s e e n bezeichnet. Die Benennung (in ihrer französischen<br />

Schreibform »lac-etangs») ist allerdings schon von CiroDAT (1898) für<br />

die tiefen, klaren (iebirgsseen introduziert worden, diese lassen sich<br />

indessen zum überwiegenden Teil den eigentlichen Seen zuordnen<br />

(NAUMANN op. c., p. G()9). In der Praxis habe ich die trennende Grenze<br />

so gezogen, dass als See ein solches Gewässer gilt, dessen Ufer mindestens<br />

zur Hälfte ihrer Länge ein deutliches Uferprofil besitzen.<br />

Die l'Lrfahrung hat gezeigt, dass es solche unter Gewässern von we-


Ann. lioL. Soc. Zool.-HoL. Feiin. Vanamo, 15, n:() 5. n;{<br />

ni^or als 5-10 Hektar Flächeninhalt nur selten gibt. Zu einem<br />

etwas geringeren Wert ist GRANÖ (H)32) gekommen, indem er als<br />

(irenze von Teichsee und See den Durchmesser von 200 m festgelegt<br />

hat, was einer kreisförmigen Wasserfläche von 3.2 ha entspricht.<br />

Von diesen Teichseen ist es nur ein kurzer Sprung hinüber zu den<br />

8eichtwasserseen, den Weihern, für die wiederum der finnische Sprachgebrauch<br />

keine eigene Bezeichnung kennt, denen aber das in den Namen<br />

unserer Küstenseen oft enthaltene schwedische Wort »träsk» meistens<br />

entspricht. Einen solchen See definiert FOREL(1901, p. 4) folgenderweise:<br />

»Weiher ist ein See ohne Tiefe; er kann in seiner ganzen Ausdehnung<br />

von der litoralen Seeflora besiedelt werden.» Es handelt<br />

sicli also beim Weiher um einen seichten wSee und solche, werden in<br />

bMnnland zumeist auch als Seen bezeichnet. Deshalb habe ich sie<br />

iuich in den Rahmen der vorliegenden Untersuchung aufgenommen,<br />

obwoiil es in einigen Fällen schwer fällt, zwischen Weiher und Teich-<br />

.see die (irenze zu ziehen. Die Grenze muss nach dem Flächeninhalt<br />

bestimmt werden und in Anlehnung an die oben erörterte bodenmorphologische<br />

Grenze zwischen dem Teichsee und dem See habe ich als<br />

obere Grössengrenze des ersteren den Flächeninhalt von 10 Hektar<br />

j^ewählt. Was dann die Sache betrifft, dass der Weiher in seiner<br />

Gesamtheit von einer Litoralflora besiedelt ist, so kommt es nur dann<br />

in Frage, wenn das Wasser relativ klar und durchsichtig ist, wie z.B.<br />

im Mustfinnträsk (Nr. 129). Ein Weiher braucht auch nicht unbedingt<br />

klein zu sein, wie TIIIENEMANN (1925, p. 212) anführt, denn z.B. auf<br />

den Ylisenjärvi (Nr. 106), dessen Flächeninhalt sich auf 4 kmbeläuft,<br />

passt die Definition »See ohne Tiefe» recht wohl ein.<br />

Eine Einteilung der Seen nach ihrem Flächeninhalt dürfte bisher<br />

nicht vorgenommen worden sein. Indem aber in den mannigfachsten<br />

Untersuchungen v^on Ausdrücken wie »Kleinsee» oder »(irosssee» Gel)rauch<br />

gemacht wird und weil solche die Grössenordnung der vSeen<br />

angebenden Bezeichnungen zur Vermeidung von laugen Arealaufzählungen<br />

oft direkt notwendig erscheinen, habe ich für dieselben<br />

in der vorliegenden Untersuchung folgende (irenzen eingeführt:<br />

1. Kleinseen 1 km^<br />

2. Mittelgrosse Seen 1- 100 »<br />

3. Grossseen 100-10 000 »<br />

1. Riesenseen >10 000 »


11-1 L. Maristo, Die ilorislisclien Seety])en Finnlands.<br />

Diese Einteilung wirkt vielleiciit in vielen anderen I.ändern l^nroj)as<br />

nicht dermassen natürlich wie namentlich in Finnland, denn ein<br />

See von 80-90 km- kann dort. z.B. wohl schon als »gross» betrachtet<br />

werden. Besteht man aber auf diese Grenzen, so erzielt man das gleiche<br />

Vergrösserungsverhältnis zwischen den einzelnen Klassen. Die Klasse<br />

der grössten Seen setzt allein schon im Hinblick auf ihren Xamen<br />

einen in der Tat gewaltigen See voraus, und solche entfallen doch<br />

mit Ausnahme von Südamerika und Australien auf alle extra polaren<br />

Weltteile.<br />

Als zweites Problem ergab sich die Wahl der Untersuchungsflächen.<br />

Wo ein so grosses und seereiches Land wie Finnland als (iesamtuntersuchungsgebiet<br />

in Frage steht, sind auch die Möglichkeiten<br />

unbegrenzt; ^NIein zuerst gefasster Plan, mich lediglich auf die Klärung<br />

der »natürlichen Urtypen», die noch nicht den gestaltenden Finfluss<br />

der Kultur erfahren haben, zu beschränken, erwies sich von Anfang<br />

an als unzweckmässig. Vom j)raktischcn Standpunkt wäre eine solche<br />

Finteilung wertlos, weil auch in unserem noch so licht besiedelten<br />

Lande der überwiegende Ilauptteil der Seen in dieser oder jener<br />

Weise unter dem direkten oder indirekten Einfluss der Kultur steht.<br />

Selbst in den entlegenen Einöden Lapplands haben wenigstens die<br />

Waldhiebe und die Flösserei auf die Pflanzendecke und die Bodenbeschaffenheit<br />

des Ufers sowie auch direkt auf das Wasser und den<br />

Seeboden eingewirkt. So repräsentieren auch die vorliegenden Untersuchungsflächen<br />

sämtliche Wirkungsgrade der Kultur. Ein Teil der<br />

von mir unterschifcdenen Seetypen ist direkt »an die Kultur gebunden».<br />

Die Frage nach der Ursprünglichkeit und den Altersstufen<br />

der Seen findet ihre Beantwortung erst durch ein speziell auf die<br />

J.üsung derselben gerichtetes Studium, das sich sämtliciier modernen<br />

Untersuchungsmelhoden der Quartärgeologie und der Paläol)olanik<br />

bedient.<br />

Beeilt oft hat die Nennung der Seetypen noch grössere Schwierigkeiten<br />

bereitet als ihre Charakterisierung, und zwar deshalb, weil ja<br />

der Name als konzentrierter Ausdruck, gleichsam als Kristallisation<br />

der typischsten Eigenschaften des von ihm vertretenen Gegenstandes<br />

zu gelten hat. Der Name vermittelt ja uns den ersten Eindruck und<br />

auf den Namen gründen wir auch unsere erste Kritik. In der Benennung<br />

der Seelypen hat sich indessen nicht eine absolute Folgerichtigkeit<br />

erzielen lassen. Was danächst die Anwendung der seit altersher


Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vaiuniio, 15, n:o 5. l ir><br />

jjcbrauchtcn SeeLypenbeiieiuiuiigen, vielleicht in etwas geänderter<br />

Bedeutung, betrifft, so ist sie zu rechtfertigen, wenn der betreffende<br />

Name sich dazu absolut eignet, in gewissen Fällen sogar nahezu der<br />

einzig mögliche ist. Als diesbezügliches Heispiel mögen nur die Polamogeton-<br />

und Lobelia-Sccn SAMUELSSONS (1925) erwähnt werden.<br />

In manchen Fällen wiederum gehört die »Nennart» zu den gemeinsten<br />

Wasserpflanzenarten, die als Komponenten in jedem Seetyp zu<br />

finden sind, wie z.l^. Phragmiles communis und Eqiiisetiim limosiim.<br />

Diese Arten treten aber im betreffenden Typ dominierend und dermassen<br />

charakteristisch auf, dass ihre Wahl als »Nennarten» wohl<br />

motiviert erscheint.<br />

J^ei der (iruppieruiig der Seetyjien habe ich zunächst die alte<br />

ökologische Einteilung in eutrophe und oligotrophe Seen gewählt<br />

und diese als nauj)tgru])pen meines Typensystems aufgestellt. Diese<br />

Ausdrücke sind im.Laufe der Zeiten in der Limnologie in verschiedener<br />

Bedeutung gebraucht worden, hauptsächlich je nachdem,<br />

welchem Spezialzweig derselben sie jeweils gedient haben, (iemeiiisam<br />

für die meisten dieser Deutungen ist jedoch, dass Eutrophie<br />

1 lochi)roduktion und grossen Nährstoffreichtum des Wassers, Oligotrophie<br />

wiederum (ieringproduktion und Nährstoffarmut bedeutet,<br />

l^ie.se Gesichtspunkte habe ich nun auch auf die höhere Wasservegelation<br />

übertragen, und zwar so, dass z.B. die I lochproduktion lediglich<br />

auf nur ganz wenige Arten beschränkt sein kann. Diese treten dann<br />

am See in beträchtlicher Reichlichkeit unter Bildung ansgedehnter und<br />

dichter Bestände auf und gelten so als Anzeichen des Nährstoffreichlums<br />

entweder des Wassers, des Bodens oder beider zugleich. Es brauchen<br />

nicht unbedingt als eutraphent angesehene Arten zu sein, auch<br />

wenn zwar das Auftreten solcher wohl in den meisten Fällen mit dem<br />

Begriff der Eutrophie verknüpft ist. Auch in einer so durchgeführten<br />

Typengru])pierung bleilit es der willkürlichen Deutung ülierlassen, wo<br />

die Grenze zwischen den eutrojihen und den oligotrophen Seetyjien zu<br />

ziehen ist. Das ist eine Frage, die meines Wissens noch nirgends i lire<br />

I.ösung gefunden hat. Nach NAUMANN (1921, [). 101) ist der Pliytoplanktongehalt<br />

in oligotro])hen (iewässern sehr gering. Wasserblüte<br />

tritt in ihnen mir ausnahmsweise auf. Dies kann natürlich auch auf<br />

die Seetypen übertragen werden iind passt auch abgesehen von einigen<br />

wenigen Ausnahmen recht gut mit der (irenze der entrojihen und<br />

oligotrophen Seelypengru|)pen, so wie sie sich in der vorliegenden


282 L. Marista, Die floristischen Seetypen i^'innlands.<br />

Untersuchung ergehen liat, zusanunen. Insofern ist auch die von mir<br />

gehrauchte Einteihing stabil, als Typenverschiehungen einzelner<br />

Seen unter natürlichen Verhältnissen nur im Laufe heträchtlicher<br />

Zeiträume und z.B. im Anschluss an Klimaveränderungen stattfinden<br />

können. In einer Gruppe für sich stehen die verschiedenen kulturbedingten<br />

Veränderungen, die jedes natürliche Seensystem durcheinanderwerfen<br />

können.<br />

Dem Ausländer mag die finnische Auffassung von einem See mit<br />

eutropher Vegetation gar bescheiden vorkommen. Sowohl die klimatischen<br />

als die edaphischen Faktoren gestalten sich indessen im Hinblick<br />

auf das ganze Land in Finnland so viel ungünstiger als z.B.<br />

schon in Schweden, dass, würde man sich hier lediglich auf typische<br />

eutrophe Seen im schwedischen Sinne beschränken, es ihrer nicht<br />

viele ül)rig bleiben würden. So ist z.B. I.OILAMMAR (1988, p. 207)<br />

darüber verwundert, dass POHJALA (1933) den See Äyräpään] ärv i<br />

als »sehr eutroph» bezeichnet, obwohl in diesem See doch mehrere<br />

in den stark alkalischen eutrophen Seen Upplands vorkommende<br />

eutraphente Arten fehlen. Und docli ist der Äyräpäänjärvi<br />

tatsächlich einer der allereutrophsten Seen Finnlands, mit einem<br />

Artenhestantl von insgesamt 60 Wasserpflanzenarten, von denen<br />

ganze 22 (37 %) zu den Futraphenten zählen (POHJALA op. c., p. 90),<br />

wozu noch kommt, dass der grösste Teil der Wasserfläche des Sees<br />

im Hesitz der Vegetation steht.<br />

13ie hier gebrauchte Lebensformeinteilung hat in allen nordischen<br />

Ländern in grossen Zügen eine übereinstimmende Verwendung gefunden.<br />

Nur bezüglich der Unterbringung einiger schwer deutbaren<br />

Arten sind Unterschiede zu verzeichnen, fm Nachstehenden gilt die<br />

Lebensfornieinteilung von I.INKOLA (1933a, p. 4-G), jedoch unter<br />

geringfügigen Abänderungen. In üblicher Weise sind die Ciruppen y<br />

Luftblattkräuter und h Schilfgewächse in Tab. 3 und I zur (iemeingruppe<br />

der Melophyten zusammengeschlagen worden. Aus praktischen<br />

Gründen musste aber die Gruppe e, drei schwierige Grenzfälle,<br />

aufgelöst und auf die übrigen Gruppen verteilt werden. Spurijaninm<br />

hyperborciiin ist auf meinen Untersuchungsflächen nicht vorgekommen<br />

und kann hier also übergangen werden. S. minimiini wurde zumeist<br />

im seichten Wasser des Eulitorals angetroffen und hat oft unzweideutige<br />

Schwimunblätter. Sinkt aber der Wasserspiegel während des<br />

Sommers so weit hinab, dass die Pflanze ganz an der Wasserlinie


Ann. BoL. Soc. Zool.-Bol. I'enn. Vanamo, 15, 11:0 5. 117<br />

oder auf dein Trocknen zu sieben koninil, so l)ildel sie sicli habituell<br />

wohl als Lufthlattkraul aus. Aus diesem letzleren (irunde<br />

habe ich sie den Luftblattkräutern zugeordnet. Jiuicus snpiniis mf.<br />

jluUans habe ich vom allgemeinen (lebrauch abweichend bei den<br />

(irundblattkräulern untergebracht, weil die Ilauptforni terrestrisch<br />

ist und die Wasserform, im Gegensatz zu den Wasserblattkräutern,<br />

denen die Art ja habituell am näclisten kommt, stark wurzelt. -<br />

Innerhalb jeder Lebensformgruppe sind die Arten systenuitisch nach<br />

] IIITONEN (1933) geordnet, dessen Nomenklatur ich hier auch bis<br />

auf Alisma plantago gefolgt bin.<br />

In der Einteilung der Arten in bLutraphenten und Oligotraphenten<br />

))in ich el)enfalls LI^'KOLA (I.e.) gefolgt. Die (lru])pe der mesi)traphenten<br />

Arten scheidet aus praktischen Gründen aus und ist<br />

mit den Oligotraphenten zu einer (iruj)pe vereinigt worden. Die einzige<br />

Abweichung von der Einteilung LINKOLAS betrifft Elatine hydropiper.<br />

Die Art wurde auf insgesamt 22 Untersuchungsflächen angetroffen<br />

und davon waren ganze 18 oligotroph. Ausserdem liegen vier<br />

Funde vom allerdürftigsten und sauersten Seetyp vor. IMU nahezu<br />

ähnliclies Verhalten zeigt auch E. iriundra (vgl. J.OIIAMMAR 1938,<br />

p. 207), auch wenn die Art in oligotrophen Seen stets als Indikator<br />

nährstoffreicherer Stellen auftritt, aus welchem Grunde ich sie auch<br />

fortwährend bei den Eutraphenten belassen habe.<br />

Die Hybriden habe ich in den Tabellen nicht getrennt aufgeführt,<br />

sondern hielt es für zweckmässiger, sie mit einer der beiden l^lternarten<br />

zu vereinigen. Als Beispiele mögen erwähnt werden u.a.<br />

Polamocjeloii hicens x P. (jramincus {— P. Zizii), Nymphaea alba x<br />

N. Candida und Niiphar piimiliim x N. luteum, die sämtlich der ersteren<br />

J^^llernart zugeordnet worden sind.<br />

Wie zu erwarten war, erwies es sicjj, dass die Variation sowohl<br />

der klimatischen jds der edaphischen Faktoren die Entstehung lokaler<br />

Seety|)en veranlasst. Die nördlichsten Teile Finnlands sind in<br />

dieser Beziehung von den ül)rigeu Teilen des Landes am meisten<br />

verschieden. Wegen des eigenartigen lokalen Einflusses jener l'aktoren<br />

war die Anordnung der Seelyi)eu zu einer kontinuerlichen Heihe<br />

auf der Basis einer oder mehrerer Eigenschaften nicht möglich. .Jetzt<br />

sind sie nur in groben Zügen nach dem steigenden l^ulrophiegrad,<br />

zum Teil auch nach dem steigenden pFI-Wert aufgereiht worden.<br />

Innerhalb eines jeden ryi)s sind die Seen (sielie Beilage) so


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Ann. Bot. vSoc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 5.<br />

121


10() L. Marislo, Die floristisclieii Scetypen Finnlands,<br />

geordnet, dass die »mittleren» den typischen Kern bilden, von welchem<br />

aus man dann nach verschiedenen Richtungen hin zu den (irenzen<br />

des Typs und zu den Übergangsformen kommt, deren Unterl)ringung<br />

die meisten Schwierigkeiten bereitet hat. - liei der Berechnung<br />

der Mittelwerte und Frequenzj)rozente der Tabellen sind diejenigen<br />

Arten unberücksichtigt gelassen, die in höchstens 10% der<br />

zum betreffenden Tyj) gehörenden Seen vorkamen. Sie können nämlich<br />

in solchem Falle schon als dermassen typenfremd betrachtet<br />

werden, dass ihnen in der Typencharakteristik jede Bedeutung<br />

abgeht.<br />

Für die lakustrinen Vegetationszonen habe icii mich der Einteilung<br />

THUNMARKS (1931, I). 31) bedient, weil sie die vollständigste ist<br />

und sich in finnischen Verhältnissen am besten eignet. Aus dem gleichen<br />

Grunde wird im vorliegenden Zusammenhang auch die Hodenzoneneinteilung<br />

THUNMARKS (op. c., p. 38) befolgt.<br />

1. OLIGOTROPME SEETYPEN.<br />

Niiphar-iyi).<br />

( Theoretischer Typ.)<br />

Die in bezug auf Artenzahl und Nährstoffgehalt dürftigsten und<br />

zugleich sauersten Seen dürften mir entgangen sein - zu einem anderen<br />

Ergel)nis kann man beim Studium z.B. der Arbeiten von UENKOnen<br />

(1935) und METSO (1936) nicht kommen. Ersterer führt (op.c.,<br />

p. 11) als nährstoffärmste Gruppe seiner Untersuchungsgebiete die sog.<br />

Niipluir-Gewässer an. Die Artenzahl ist in ihnen in der Tat auffallend<br />

gering, das Wasser ist braun, stark humushaltig und das pH liegt bei<br />

ö.o. Die Nennart dominiert und die llelophyten können völlig fehlen.<br />

.Jene von RENKONEN untersuchten (iewässer sind indessen durchgehends<br />

unverkennbare Teichseen, weshalb es sich in diesem Fall um<br />

einen T e i c h s e e t y p und nicht um einen Seetyp handelt. Auch<br />

der von VALLE (1921, p. 10-12) untersuchte Iso Mustajärvi und<br />

der von JÄUNEFELT (1932a, p. 228-232) untersuciite Verijärvi, die<br />

HENKONEN in diesem Zusammenluuig erwähnt, können nicht dem<br />

genannten Typ zugeordnet werden. Beim ersteren handelt es sich<br />

nämlich ganz offenbar um einen Vertreter des Niiphar-'lVxchsectyps,<br />

darauf deuten die geringe Grösse des Sees und ganz beson-


Ann. Bot. Soc. Zool.-Hol. Fenn. Vananio, 15, n:() .'>. 289<br />

(lers (las Uferprofil, sofern wir an der oben (S. 112) dargelegten<br />

Definition des See-Begriffes festhalten. Im Falle des Verijärvi<br />

zeigen wiederum die Beschaffenheit des Ufers und des Seebodens<br />

- besteht doch das erstere zur Hälfte aus »Grus, Steingeröll oder<br />

Sand» - sowie der relativ hohe pll-Wert (6.4) an, dass der See<br />

nicht dem Niiphar-Typ angehören kann. Die in zwei Sätzen wiedergegebene<br />

Vegetationsbeschreibung bringt ebenfalls keine Bestätigung.<br />

Ganz anders steht dagegen die Sache mit dem Kollasjärvi<br />

(VALLE 1928, p. 217-222), auf welchen RENKONEN (I.E.) ebenfalls<br />

iiinweist und den auch ich selbst besucht, obzwar nicht näher untersucht<br />

habe. Der Artenbestand des Sees beschränkt sich lediglich<br />

auf zwei Wasserpflanzenarten, von welchen Niipliar luteum dominiert<br />

und Phragmites hier und da zu finden ist. Auch hinsichtlich der<br />

Eigenschaften des Wassers - Angaben über das pH fehlen allerdingsdürfte<br />

der See die »Bedingungen» eines Nuphar-Sees erfüllen. Unter<br />

den von METSO (1930) untersuchten Seen findet sich kein einziger<br />

Vertreter des Nuphar-Ty[)s, obwohl die Nährstoffarmut der Umgebung<br />

hierzu wohl die Möglichkeiten geben könnte. In meinem eigenen<br />

Material kommt Nr. 1 Lommträsk dem Nupliar -Typ am nächsten,<br />

fast bis an die Grenze desselben heran, darauf deuten die grosse<br />

Artenarmut (nur 4 Wasserpflanzenarten), pH 5.8 und die braune<br />

r^arbe des Wassers. Unter den Arten befinden sich aber immerhin<br />

zwei Helophyten und der eine von diesen ist dazu noch Phragmites.<br />

Ja, auch Lobelia tritt in spärlicher Menge auf. Daher gehört der See<br />

noch in der Bereich des folgenden Typs. Auf Grund des Obengesagten<br />

glaube ich, dass in den Wasserscheidengebieten Süd- und Mittelfinnlands<br />

wohl richtige Nuphar - S e e n zu finden sein könnten, auch<br />

wenn der Typ in seiner reinsten Gestaltung lediglich als Teicliseetyp<br />

auftreten dürfte. Des Kollasjärvi ungeachtet sehe ich den Nupliar-'Vyp<br />

vorläufig als theoretisch an. - Sofern aus dem blossen<br />

Artenverzeichnis zu schliessen ist, repräsentiert Nr. 18 Nyttingen<br />

bei ALMQUIST (1929, p. 85) gerade einen solchen See des Nuphar-<br />

'iyps.<br />

Eqiiiseiiim -Typ.<br />

(Nr. 1-15.)<br />

In bezug auf ihren Artenbestand die dürftigsten und zugleich die<br />

sauersten Seen meines Materials, insgesamt 15 an der Zahl. Ihre<br />

9


124 L. Marista, Die lloristisclieii Seelypen hMiinlaiuls.<br />

(irösse ist gering, 0.OG-8.O km^, (lurchschniltlich 2.I km'^, und sie<br />

vertreten in manchen Fällen Ül)ergangsformen zu den Teichseen,<br />

wie z.B. Nr. -5 Svedjaträsk. An den meisten Seen herrscht das<br />

lorfufer im Vergleicli zu dem minerogenen Ufer vor und (h\s<br />

Wasser zeigt starke I iumusfärhung von gelbbraun bis dunkelbraun.<br />

Die Sichttiefe ist gering, durchschnittlicii I.3 m, die Grenzwerte<br />

l)etragen O.15 und 2.o m. Der Mindestwert wurde im Keskisträsk<br />

(Nr. 14), einem untiefen, dy- und gyttjagründigen See gemessen,<br />

dessen Wasser bei der Messung durch starken Wind getrübt<br />

war. In den meisten EfjuisetiiniSeQn betrug die Sichttiefe l m oder<br />

darüber. Die grösste Sichttiefe wurde im Ägläjärvi (Nr. 3), zugleich<br />

dem grössten See dieses Typs, gefunden. Der pll-Wert beläuft sich<br />

durchschnittlich auf 6.2, mit den (irenzwerten 5.8 und 6..5. Die<br />

Schwankung ist also recht gering, wie überhaupt in humushaltigen<br />

(iewässern mit spärlichem Phytoplanktongehalt.,<br />

/ Die durchschnittliche Zahl der Wasserpflanzenarten beläuft sich<br />

^ in diesem Typ auf 12; der Höchstwert - 19 Arten - wurde im Vuorijärvi<br />

(Nr. 10) und der Mindestwert - nur zwei Arten, nämlich Eqiiiseium<br />

limosum und Scirpus eupaliisler - im vorerwähnten Keskisträsk<br />

gefunden. Der Grund zu der Artenarmut im letztgenannten See liegt<br />

in der Trübung des Wassers, in dem die Bewurzelung der Pflanzen<br />

erschwerenden lockcren Dyboden sowie in dem Umstand, dass der See<br />

im Winter auf weiten Flächen bis auf den Grund gefriert und das<br />

Fis den Dyboden in grcssen Schollen hin und herrückt, so dass den<br />

l^flanzen jede Möglichkeit der Bewurzelung genommen wird. Scirpus<br />

cupahister findet man s[)ärlich am Sandufer l)eim Dorf, Equiseimn<br />

limosiini wiederum bildete einen schmalen Gürtel ausserhalb des<br />

Torfufers bis O.5 m Tiefe. Der verhältnismässig grosse Artenreichtum<br />

des Vuorijärvi führt sich auf die wechselnde Beschaffenheit des Bodens<br />

zurück, indem man hier in einigem Umfang auch dem Lehmboden<br />

begegnet.<br />

Von eutraphenten Arten gibt es auf diesen Seen insgesamt nur 7<br />

Funde, weshalb diese Gruppe nicht einmal in der Mittelwertstabelle<br />

(Tab. 2) zum Vorschein kommt. Von diesen Funden entfallen vier auf<br />

Elaliiie Irinndra, die sich auch hierdurch als schwach eutraphente<br />

Art erweist. Drei von den Eutra})hentenvorkommnissen stammen<br />

vom Höykästräsk (Nr. 15). Insgesamt wurden in diesem Typ nur


Anil. Hol. Soc. Zool.-Bol. l^'enn. N'aiuiiuo, lö, n:o T). 125<br />

Tabelle Die Verlrelung dor verscliiedenen Lel)ensl'oriueii in don oiiizelnen<br />

Soetypen, hereclinei in Prozenten von der gesamten in Tab. 2 anfgenonunenen<br />

Arteiizahl einer jeden Gruppe.<br />

Oligotroplie Typengruppe<br />

Eutrophe Typcii-<br />

«ruppe<br />

a a a 1<br />

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-1-1<br />

Holoi)iivlen 50 50 63 \\ 38 25 44 88 94 63 75 44 16<br />

Schwimmblattkräuter . . 67 92 75 75 50 42 67 83 58 89 42 33 12<br />

Freischvviminer - :r.i - - - - - - 100 67 67 33 3<br />

Wasserblattkräuter .... - :}5 ;u) 30 53 35 59 29 41 29 53 47 17<br />

Wasser-Scliwiinmblalt-<br />

kräuter 50 100 75 100 100 100 100 75 50 50 _ 75 4<br />

Grundblattkräuter 82 82 82 73 55 45 64j 45 45 82 9 11<br />

Anzalil der Arten 27 39 36 34 31 24 36!j 37 39 38 28 24 63<br />

Tabelle 4. Der Anteil der verschiedenen Lebensformen an der gesamton Artenzalil<br />

der einzelnen Seetypen, auf Grund der Tab. 2 berechnet.<br />

z<br />

<<br />

liutrophe Typen-<br />

Oligotroplie Typengruppe<br />

gruppe<br />

a a a<br />

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1<br />

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%<br />

llelopliyten 30 21 28 20 19 16.5 19.t 38 38 26.5 43 29<br />

Schwiinrnblattkriuiler . . 30 28 25 26 19 21 22 27 18 26.5 18 17<br />

Freischwimmer - 3 8 5 7 4<br />

Wasserblattkräuter .... - 15 14 18 29 25 28 13.5 18 13 32 33<br />

Wasser-Schwinimblattkräuter<br />

7 10 8 12 14 16.5 11 8 5 5 - 13<br />

Orimdblattkräiitor 33 23 25 24 19 21 VJ.:. 13.5 13 24 -


126 J^ Marista, Die floristischen Scety])eu Finnlands.<br />

27 Wasserpflanzenarten oder 13 % der in Tal). 2 verzeichneten Oli<br />

Arten angetroffen.<br />

Von den sechs Lebensformen sind im eigentlichen Sinne nnr vier<br />

im Equisetiim-Typ vertreten. Die Freischwimmer fehlen völlig, desgleichen<br />

- abgesehen von ein paar ganz belanglosen Ansnahmen -<br />

die Wasserblattkräuter. Untereinander annähernd gleichmässig vertreten<br />

sind im Eqiiiseüim-Lyp die Helophyten, die Grundblattkräuter<br />

und die Schwimmblättrigen (Tab. 4). Dies gibt uns indessen<br />

insofern ein falsches Bild vom gegenseitigen Verhältnis der genannten<br />

Lebensformen, als man aus der Beilage am Ende der Arbeit<br />

das Fehlen der Grundblattkräuter in zwei Seen und ihr nur ziemlich<br />

spärliches Vorkommen in den meisten übrigen Seen ersieht. So ergeben<br />

sich die Scliwimmblättrigen und die Helophyten als die dominierenden<br />

Lebensformen im Eqiiisetiini-Typ. - Die Charazeen fehlen<br />

natürlich ganz und auch Wasserblüte kommt nicht vor. Dagegen<br />

gibt es Wassermoose wohl in einigen Seen, obwohl nicht häufig. Häufigste<br />

Art war Drepanocladiis triclwphylliis, die in vier Seen, stellenweise<br />

sogar reichlich, gefunden wurde. Mitunter kann man in<br />

Buchten mit Torfufer und Dyboden reichlich auch Sphagnum bis<br />

in die Tiefe von etwa einem halben Meter finden.<br />

Die Nennart des Typs, Equiseiiim limosurn, ist zugleich auch die<br />

dominierende Art. Sie allein ist in sämtlichen untersuchten Seen des<br />

Typs vertreten und auch in bezug auf ihre durchschnittliche Reichlichkeit<br />

(Tab. 2) den übrigen Helophyten überlegen. An zwei Seen<br />

tritt sie indessen von ihrer dominierenden Stellung zurück, nämlich<br />

am Suovanjärvi (Nr. 2), wo Phragmites ihr voransteht, sowie<br />

am vorgenannten Röykästräsk, w^o Scirpus eiipaliister etwas häufiger<br />

auftritt, auch wenn in dem gegenseitigen Reichlichkeitsverhältnis<br />

der beiden Arten kein Unterschied besteht. Der Suovanjärvi ist zwar<br />

€in typischer dygründiger und brauner Waldsee, aus irgendeinem<br />

Grunde, den ich nicht ermitteln konnte, ist aber dort der Schilf<br />

dem Schachtelhalm an Häufigkeit überlegen. Am Röykästräsk<br />

wiederum ist letzterer wahrscheinlich durch die kürzlich stattgefundcne<br />

Seensenkung und danach durcli die erhöhte nachteilige<br />

Einwirkung der Gefrierungsprozesse von den Ufern teilweise vertrieben<br />

worden. Scirpus eupaluster ist dann rasch zur Stelle gewesen<br />

und hat das flache trockengelegte Ufer an geeigneten Punkten, z.B.<br />

auf dem Sand- oder dem Sandlehmboden, besiedelt. An zweiter


Ann. Bot. Soc. Zool.-Hot. b'cnn. Vanamo, 15, n:(> 5. 127<br />

Abb. 15. Nr. 2. Suovanjärvi. lleisornioonifer, im Vordergrund Lysimachia<br />

thyrsiflora nel)st Carex rosfra/o-Siedlungen. Weiter im Hintergrund Nuphar<br />

luteum.<br />

Stelle unter den Helopiiyten des Typs steht der Schilf, dessen Frequenzprozent<br />

sich auf 87 beläuft. Nirgends im Jiereich des Tyj)s<br />

erreichen indessen die Schilfrohrichte eine so grosse Dichte und Ausdehnung<br />

wie in einigen folgenden Seetypen. Scirpiis cupalusie.r<br />

erringt sich nahezu den gleichen Anteil, S. lacuster ist dagegen kaum<br />

in der Hälfte der untersuchten Seen dieses Ty})s anzutreffen, und auch<br />

wo die Art vorkommt, bihlet sie nicht einmal reine Bestände.<br />

Von den eigentlichen Lufthlattkräutern sind Sparganiiini simplex<br />

und Lißinwchia thijrsiflora die wichtigsten,. Festere Art tritt im Typ<br />

nahezu einzig als schwimmblättrige Form auf, letztere ist an vielen<br />

Seen häufig und in.dygriindigen Uferbuchten zusammen mit Equiseliun<br />

und den Seggen geradezu typisch (Abb. 15). Auel» Alisina planlayo<br />

wurde s})ärlich in sechs Seen, meistenteils an Bootsslrändern<br />

oder in der Nähe von Kulturflächen angetroffen.<br />

Unter den Schwimmblättrigen ist Nnpliar liileuni den übrigen<br />

weit überlegen und mit Ausnahme von Keskis- und llöykästräsk in<br />

sämtlichen untersuchten Seen des Typs vorhanden; im Röykästräsk


12S L. Mdi'islo, Die florisLischeii Seetypeii Mnnlands.<br />

ist (lie Ari indessen durch A', puniiliim ersetzt. Danach folgen in<br />

der Häufigkeitsreihenfolge Nijmphaea Candida und Sparganiiim<br />

Friesii. Erstere übertrifft im Virojärvi (Nr. 6) die gelbe Seerose an<br />

I läufigkeit (Abb. ü). Potamogeion nalans ist im Hereich des Typs schon<br />

verhältnismässig selten und haui)tsächlich nur in solchen Seen zu<br />

finden, die wenigstens an irgend einem Punkte lehmgründig sind<br />

oder bis an das Ufer reichende Kullurflächen aufweisen; wo sich dann<br />

die Art angesiedelt hat. Besondere Beachtung verdient sodann das<br />

nahezu völlige Fehlen von Polijgoimm ampliihiiini in den Seen des<br />

Typs. - Von Wasser-Schwimmblattkräutern begegnet man gelegentlich<br />

Potamogeton alpinus und Callifriche venia.<br />

Häufigste (irundblattkräuter sind Rannnciiliis replaiis und Lohelia,<br />

die aber beide nur etwa in der Hälfte aller untersuchten Seen<br />

des Typs vorkommen. Fast ebenso häufig ist Isoeies lacuslre, dem<br />

man hier meist in den gleichen Seen wie Lohelia l)egegnet. Sämtliche<br />

erwähnten (irundblattkräuter treten indessen stets so spärlich auf,<br />

(lass sie in keiner Hinsicht zu den Typenarten dieser Seen gezählt<br />

werden können. Eine Ausnahme l)ildet nur der kleine Svedjaträsk,<br />

wo Lobelia reichlich zu finden ist. Dieses Vorkommen erklärt sich<br />

dadurch, dass die Ufer des Sees zur halben Länge aus Osmaterial<br />

und Sand bestehen. Andere Grundblattkräuter, wie Elatine-Arten<br />

und Suhularia aqiuilica, findet man nur gelegentlich an abweichend<br />

n ä h rs to f f re i c h e n Stellen.<br />

In der Vegetation des Ufers erringen sich die Seggen den wichtigsten<br />

Platz. Sowohl in bezug auf Häufigkeit als Heichlichkeit den übrigen<br />

weit überlegen ist Carex rostrala, die an dygründigen Ufern und<br />

im seichten Wasser auch dort gedeiht, wo die anderen Arten wegen<br />

der Nährstoffarmut des Seel)odens den Konkurrenzkampf schon aufgegeben<br />

haben. An zweiter Stelle folgt C. lasiocarpa, deren Freciuenzprozent<br />

noch bis 67 ansteigt. Diese Art geht nicht gern ins Wasser,<br />

wenigstens nicht annähernd bis zu der Tiefe wie C. rostrala, sondern<br />

bevorzugt eine trocknere und, ich glaube, auch eine gröbere Unterlage<br />

als diese. C. gracilis wairde nur an sechs Seen angetroffen, C. vesicaria<br />

und C. clala waren noch weniger zu finden. Die häufigsten<br />

Begleitarten von C. roslrala und Lysiinaclüa liujrsiflora sind Comanini<br />

paliistre oberhalb der Wasserlinie und Mcnganlhes Irifoliala im<br />

seichten Wasser. Anderen Uferpflanzen begegnet man nur selten.


Ann. Hot. Soc. Zool.-I^oL l'\'nn. N'aiuimo, 1."), 11:0 5. 12!)<br />

Abb. 16. Nr. 11 -Korhosjärvi. Flaches Heiserinoorufer bei Jiiedrigein Wasserstand.<br />

Bei (ler Wasserlinie 6'rtmr roslraln, iin Wasser lu/uisetum und Phrnsnntes<br />

in lirhteni Miselil)Ostand.<br />

Als 'l'ypenseoii seitMi erwähnt z.l^. der Virojärvi, Nr. 7 Vainolanjärvi<br />

und Nr. 11 Korliosjärvi (Ahl). IG). Ks sind durcligeliends kleine,<br />

in Wasserscheidengehieten j>elej»ene Quellseen. Im Vainolanjärvi findet<br />

man zwar stellenweise auf (Irushoden in eini


130 L. Marislo, Die floristisehen Seelyj)eii Mnnlands.<br />

p. 192-193) in Laatokka-Karelien unterschiedene dürftige Seetyp<br />

passt beinahe bis auf die geringsten Einzelheiten auf den vorliegenden<br />

Eqiiisetum-Yy\) ein. In der Vegetationsbeschreibung LINKOLAS ist<br />

nur der Anteil von Lobelia etwas höher angesetzt worden, als er in<br />

den Seen des Equisclum-Typs gefunden wurde. Desgleichen stösst<br />

man im Artenverzeiclmis auf Polygonum amphibium nebst einigen<br />

Wasserblattkräutern, sämtliche aber unter der Iläufigkeitsbezeichnung<br />

»r». Die Anwesenheit dieser Arten zeigt indessen nur an, dass<br />

LINKOLA dieser Gruppe einige etwas klarere und vielleicht auch grössere<br />

Seen als diejenigen zugeordnet hat, d'm in meinen Eqiiisetuni-'lyp<br />

eingehen. Die erwähnte Übereinstimmung ist in der Tat echt, denn<br />

von den im kargen liinnenlandgebiet LINKOLAS gelegenen Seen, die icii<br />

im vorliegenden Zusammenhang untersucht habe, sind die meisten<br />

eben dem Eqiiiseiiini-Ty\) zugefallen. Als Beispiele seien die Seen<br />

Suovanjärvi, Ägläjärvi und Hietajärvi erwähnt. Das gleiche trifft<br />

ferner für einige andere Seen des genannten Gel)ietes zu, die icii<br />

besuchte, aber nicht näher untersuchte. Wie später (S. 291) zur<br />

Rede kommen wird, bildet diese Gegend einen Teil eines grösseren<br />

zusammenhängenden Eqiiisetiim-Seengebietes.<br />

Die begrenzten Untersuchungebiete von RENKONEN (1935) und<br />

METSO (1930) umfassen hauptsächlich gerade humushaltige Gewässer.<br />

Ich kann indessen keinem einzigen der von RENKONEN untersucliten<br />

])raunen (Gewässer den Rang eines Sees zusciireiben, sondern<br />

es handelt sicli durchweg um Teichseen. Von diesen hat er als eigene-<br />

Gruppe die Eqiiisetum-JYiche abgetrennt, die wohl annähernd meinem<br />

Zi^zasf/nm-Typ entsprechen dürften. Entgegen seiner Annahme<br />

(oj). c., p. 10) können auch tiefe Seen trotz einem pll-Wert erheblich<br />

über ().o recht wohl polyhumoses Wasser führen, wie es z.B. der Vuorijärvi<br />

und Nr. 12 .lämijärvi zeigen.<br />

Die Gruppe 3 bei METSO (1936), d.h. diejenigen Gewässer, die im<br />

vorliegenden Falle als Seen angesehen werden können, entspricht in<br />

grossen Zügen dem Eqiiisetiini-'Vy\). Die grösste Abweichung vom<br />

Typ besteht im Vorkommen von Wasserblattkräutern in den von<br />

METSO untersuchten Seen. Inbetreff der Uiricularia-Arteu ist dies<br />

woiil zu verstehen, finden sie doch ihr Fortkommen auch in recht<br />

stark getrübtem Braunwasser. Die Charakterarten der versciiiedenen<br />

Lebensformen sind indessen in beiden Fällen die gleichen. Ebenso<br />

stimmen die Beschreibungen des Ufers und des Seebodens gut


Ann. Bot. Soc. Zool.-Hot. b'cnn. Vanamo, 15, n:(> 5. 131<br />

überein. Der gleiclien Vegetationsgruppe möciite ich audi nocii (his<br />

Untersuchungsgebiet Nr. 26 von METSO zuführen, das vermutlich<br />

wegen seiner liohen Azidität und geringen Artenzahl von den übrigen<br />

abseits gekommen ist. Dementsprechend würde ich aus dieser<br />

Gruppe das Untersuchungsgebiet Nr. 14 ausschliessen, welches durch<br />

das dominante Auftreten von Scirpus laciister und durch das klare<br />

Wasser trotz des niedrigen pH-Wertes (G.a) dem folgenden meiner<br />

Seetypen zufällt.<br />

Unter den von CEDEHOREUTZ (1934; 1937) untersuchten äländischen<br />

Seen fehlt der Eqiiisetum-ryp. Er unterscheidet zwar nach<br />

SAMUELSSON den Dysee-Typ (1934, p. 22), doch sind die hierhergehörigen<br />

Gewässer unbedingt als Teichseen zu betrachten, wie z.B.<br />

Nr. 20 Bertby-Tjänan (op.c., p. 39), der in bezug auf seinen Phanerogamenbestand<br />

recht wohl dem Eqiiisetiim-Ty[) gleiciikonmit.<br />

Von den Seetypen SAMUELSSONS (1925) kommt der Dysee dem<br />

Eqiiiseliim-iyy> am nächsten, repräsentiert aber einen viel weitläufigeren<br />

und zugleich uneinheitlicheren Begriff. Auch in kollektiver<br />

Fassung umfasst er Seen, die anscheinend gar nicht in die gleiche<br />

Gruppe mit den charakteristischsten Dyseen SAMUELSSONS hineinpassen.<br />

Der See Nr. 2 Hedesjön z.B. enthält in seinem Artenbestand<br />

viele Eutraphenten, wie SAMUELSSON auch selbst bemerkt. Nach<br />

LOHAMMAII (1938, p. 88) ist der Elektrolytgehalt des Wassers in diesem<br />

See beträchtlich, das pH liegt nahe bei der Neutralitälsgrenze und<br />

das Wasser zeigt gelegentliche Lehmtrübung. Von unserem Gesichtspunkt<br />

aus betrachtet dürfte es sich hier um einen schwach eutrophen<br />

See handeln. Eine den Dyseen völlig wesensfremde (iruppe l)i]den<br />

insbesondere die Seen Nr. 8, 20 und 21 bei SAMUELSSON. Sie sind<br />

deutlich alkalisch (LOHAMMAII op.c., p. 121, III und 117), im erstgenannten<br />

liegt pH sogar über 8.0. Das W^asser ist verhältnismässig<br />

durchsichtig und der Artenbestand umfasst alkaliphile Arten. In<br />

den zwei erstgenannten Seen dürfte überdies auch der Dyboden recht<br />

schwach vertreten sein. Diese wSeen dürften wohl nicht einmal als<br />

Variante des Dysee-Typs betrachtet werden können, sondern müssten<br />

vom ganzen Tyj) getrennt werden. Ausser diesen Seen umfasst<br />

der Dysee-Tyj) SAMUELSSONS noch eine Menge solcher Seen»<br />

die ich meinem folgenden Seetyp zugeordnet habe, sowie einige in<br />

bezug auf ihren Artenbestand wenigstens schwach eutrophe 'Jeichseen,<br />

wie Nr. 6, 14 und 19. Bei seiner P'inteilung der Seen scheint


132 L. Marista, Die floristischen Seetypen i^'innlands.<br />

SAMUELSSON ein noch grösseres (iewiciit als ich auf (his Vorkommen<br />

bzw. Fehlen einzelner Wasserpflanzenarten gelegt zu liahen, indem<br />

er z.ß. aus dem Dysee-Typ jeden solchen See ausschliesst, in welchem<br />

Lobelia zu finden ist. Anscheinend geringere Beaciitung ist dagegen<br />

dem Anteil der verscliiedenen ].ei)ensformen als Charakteristikum<br />

des Seetyi)s geschenkt worden, zumal z.H. in mehreren seiner Dyseen<br />

eutraphente Freischwimmer vorkommen.<br />

Bei seiner Typenklassifizierung der norddeutschen Seen hilligt<br />

DONAT (1926, p. 18-19) den »biologischen» dystroj)hen Seety])<br />

THIENExMANNS auch als Vegetationstyi). Der Artenbestand desselben<br />

wird nicht näher beschrieben, aus der Arbeit HUECKS (1925) erhalten<br />

wir aber Aufschluss über die Artenzusammensetzung eines extremen<br />

Ty{)ensees (Diebelsee) und zugleich eine Bestätigung für die Auffassung,<br />

die man sich auf Grund der kurzen 'lypenbeschreibung bei<br />

DOXNAT bilden kann. DONAT beschränkt den Typ lediglich auf vermoorende<br />

und verlandende Moorseen und -teiche, weil ihm anscheinend<br />

nur eine recht begrenzte Auswahl dystropher Gewässer, denen<br />

man in Mitteleuropa meist nur selten begegnet (GESSNER 1929, p. 59),<br />

als Ik^obachtungsmaterial zur Verfügung gestanden haben dürfte. -<br />

Aus Holstein beschreibt SAUER (1937) überhaupt keine dystrophen<br />

Seen, und aus seiner Untersuchung ([), 526) kann man auch ersehen,<br />

dass Equisetuin Hrnosuni sich südlich der Ostsee nirgends einen derart<br />

bedeutenden Anteil in der Wasservegetation wie in Finnland und in<br />

Skandinavien erringt.<br />

Von den Dyseen ALMQUISTS (1929, p. 86) entspricht ein Teil<br />

recht vorzüglich meinem Eqiiisetum-Yy\^. Der Verfasser zählt (p, 85,<br />

Tab. 7) eine ganze Menge solcher Dyseen auf, doch ist ein erheblicher<br />

Teil davon als Moorteichseen zu deuten. Von den eigentlichen<br />

Seen sind z.B. Nr. 17 und 20 wohl zum Eqiiiscliim-Tyi)<br />

gehörig, in einigen anderen wirkt aber die Anwesenheit von Tijpha<br />

(inf/iistifoUa befremdend, weil ja die Art in Finnland durchaus<br />

eulraphent ist.<br />

Von den Seen, die BRAARUD & AALEN" (1938) bei ihrem Dysee-<br />

Typ unterbringen, eignen sich mehrere wohl als Equiscliiin-i^wii,<br />

während z.H. solche wie der Igletjern und der Beinsfjelltjern lediglich<br />

Moorteichseen darstellen und sich am meisten den Nuf)liar-'SQim<br />

nähern.


Ami. J}ol. Sof. Zool.-Hol. l-'oim. N'niiamo, 15, 11:0 ."). IM;}<br />

Der saure Hunuisseelyi) IVERSEXS (1929) ist mil den Spluu/niiin-<br />

Seen DONATS recht nahe verwandt. Er umfasst auch zum ^rossien<br />

Teil torfulerige Moorvveiher. Die Wasserblattkräuler fehlen allerdings<br />

und audi die (irnndhlattkräuter sind sehr schwach vertreten,<br />

indem aber auch die Röhrichte, Schachtelhalmbeslände und seli)st<br />

die Schwimmblattkräuter fehlen können, liegt die Armut des Seetyps<br />

— bzw. Teichseetyps - deutlich im Tage. Von den Eqniselnin-Swn<br />

der vorliegenden Untersucliung Hessen sich den sauren Ilumusseen<br />

IVEiisENs nur einige allersauerste, torfuferige Seen wie z.B. Nr. /<br />

Lommträsk zuordnen, der überwiegende IIaui)tleil fällt aber ganz<br />

ausserhalb des Rahmens der Typeneinteilung IVERSENS.<br />

Zu der gleichen (iruppe gehören noch die IJnlersuchungen von<br />

HENKONEN (1985) und LOIIAMMAR (1938), von denen erslere an dem<br />

Teil des vorliegenden Ty])« bereits oben l)esj)rochen wurde. Bei<br />

LOIIAMMAR finden wir einige Seen, z.B. Nr. 102, 114, 117 und 124,<br />

die offenbar dem Equiseliim-Vy]) zugezählt werden könnten. I'iir<br />

das Vorkommen dieses Seetyps überall in den dürftigen Moränengebieten<br />

Schwedens zeugen ferner noch viele der von CARLSO.N (1902)<br />

untersuchten Seen.<br />

Es ist zu vermuten (vgl. S. 122), dass mein Material sich nicht auf<br />

die allersauersten Seen erstreckt, die es in Finnland überhaupt gibt<br />

und von denen ein Teil mil Hinsicht auf die Vegetation dem vorliegenden<br />

Typ zufallen könnte. Aber auch in seiner hier dargestellten<br />

Fassung bildet der E(imscium-Vy\^ ein sowohl floristisch als ökologisch<br />

deutlich umrissenes (ianzen, dessen Verbreitung in l'innland<br />

sowohl als die allgemeinen N'oraussetzungen seines Vorkommens<br />

sjjäter noch zur Sjirache kommen werden.<br />

Eq Iii SC. hl m ~ PIira(jniil


134 L. Marista, Die flqrislischcu Seetypen Finnlands.<br />

einordnen und bilden so einen eigenen Seetyp, gewisserniassen einem<br />

nacii vier Uichtungen hin ausstralilenden Mittelglied gleich. Der Kern<br />

ist aber durchaus einheitlich und fest. Die Vermittlerstellung des Typs,<br />

ist auch daraus ersichtlich, dass in ihm sämtliche Lebensformen vertreten<br />

sind, keine aber so, dass sie die anderen in den Schatten stellen<br />

würde. Auch tritt in ihm keine Art in ausgesprochener Dominanz<br />

auf. Daher kann auch der Typ nicht nach einer i)estimmten Art<br />

benannt werden, sondern es müssen zu seiner Benennung zwei al)wechselnd<br />

dominierende Arten herangezogen werden. Da der Tyj)<br />

sich ausserdem als Zwischenglied zwischen den Eqniselum- und den<br />

Phra(jmUes-!Ly\i stellt, ist seine Bezeichnung als Eqniselum - Phra-<br />

(jmites-Vy\i selbstberechtigt. Gewisse ihm zugeordnete Seen könnten<br />

vielleicht peripher den Nachl)artypcn angeschlossen werden, die<br />

meisten stellen indessen dermassen selbständige Zwischenformen dar,<br />

dass ihre Verlegung in die übrigen Typen den klaren und einheitlichen<br />

Charakter der letzteren stark beeinträciitigen würde.<br />

Die Zahl der Eqniselum - Phra(jmilcs-Se.Qi\ beläuft sich in meinem<br />

Material auf 25. In bezug auf ihren Flächeninhalt stehen sie sclion<br />

eine Stufe höher als die Eqiiiseliim-^CQn, indem ihre Grösse um einen<br />

Mittelwert von 4.2 km"^ herum innerhalb der Grenzen von 0.68 imd<br />

29.0 km^ schwankt. Das minerogene Ufer herrscht im Vergleich zu<br />

dem Torfufer vor. In Seen, die sich dem Eqiiiseiiim-iy\) nähern, wie<br />

z.B. Nr. 16 Ruokojärvi, zeigt das Wasser indessen noch eine deutliche<br />

braune Humusfärbung, an der (irenze zum Lote/t«-Typ ist es wiederum<br />

grüngelb, wie z.B. im Vitträsk (Nr. 40). Die Sichttiefe beträgt<br />

durchschnittlich 2. 7m, mit den (irenzwerten I.2 bzw. 3.9 m. Auch das<br />

pH liegt höher als im Equisetiim-Typ, durchschnittlich G.e; Grenzwerte<br />

sind 6.2 und 7.o. Die N- und P-Mengen dürften ebenfalls durchschnittlich<br />

grösser sein. Im Hinblick auf die Eigenschaften des Wassers<br />

ist man also einen deutlichen Schritt weiter in der Richtung<br />

nach zunehmender Eutrophie gekommen.<br />

Durchschnittlich 18 Wasserpflanzenarten gehören zum Arienbestand<br />

des Typs. Die gesamte Artenzahl beläuft sich auf 39 oder<br />

02 % von sämtlichen in Tab. 2 angeführten Arten. Von See zu See<br />

beträgt die Variation 11-24. Der Mindestwert wurde im Kotkajärvi<br />

(Nr. 37) und der Höchstwert im Sotkamojärvi (Nr. 25) verzeichnet.<br />

Der eutraphente Artenbestand umfasst 12 Arten; die Zahl<br />

der Funde beläuft sich auf 24, in Verteilung auf 14 Seen. Als (iesamt-


Ann. Hot. Soc. Zool.-Bot. l'\Min. Viinanio, 15, n:o 5. 135<br />

milLelwert des Typs ergibt sich 1 eutraphente Art in jedem See. Die<br />

meisten anspruchsvollen Arten, insgesamt vier, hatte der Sotkamojärvi<br />

aufzuweisen. Poiamogeton pusilliis wurde in vier, Tillaea aquatica,<br />

Sagillaria nalans und Lcnma minor in je drei Seen angetroffen.<br />

Letztere Art trat jedoch überall sehr si)ärlich auf und zwei von den<br />

Funden befanden sich im unmittelbaren Wirkungskreis der Kultur.<br />

Im allgemeinen verteilen sich die Funde der eutraphenten Arten<br />

ziendich gleichmässig auf die verschiedenen Lebensformen.<br />

Im Eqnisetiun - Phragmites-Typ findet man schon sämtliche<br />

J.ebensformen repräsentiert, auch wenn der Anteil der Freischwimmer<br />

ganz unbedeutend ist. Die Schwimmblättrigen befinden sich in<br />

der Mehrzahl, ihr Anteil beläuft sich auf 28 % vom gesamten Artenbestand<br />

des Typs, und von den 12 in Tab. 2 verzeichneten Arten<br />

dieser (lrup})e sind 11 hier zu finden, (irundblattkräuter gibt es 9<br />

Arten oder 23 % vorn gesamten Artenbestand, und der Anteil der<br />

Ilelophytcn ist noch geringer, 21 %. Für die \Vasseri)lattkräutcr<br />

lautet der entsprechende Prozentwert 15. In sämtlichen Lebensformen<br />

hat die Artenzahl im Vergleich zum Equiseliim-lyp entweder<br />

zugenommen oder ist unverändert die gleiche geblieben.<br />

Wassermoose gibt es verhältnismässig reichlich sowohl in den<br />

Hel()j)hytenbeständen des seichten Wassers als auch ausserhalb derselben<br />

im Elitoral. Häufigste Art ist Drepanocladiis Sendlneri, die<br />

auf 9 zu den typischsten Vertretern des Typs gehörenden Untersuchungsflächen<br />

hauptsächlich in grösserer Tiefe gefunden wurde.<br />

Fontinalis anlipijrelica trat in 7 Seen, ebenfalls in tiefem Wasser auf<br />

und Scorpidinm scorpioides wurde in 5 Seen angetroffen. Das häufigste<br />

Seichtwassermoos war Drepanocladiis fliiilans. Von Charazeen<br />

gibt es Nilella flexilis in den grössten Seen (insgesamt 8 Funde), in<br />

5 Seen wurde auch Chara fragilis und in zwei Seen C. slrigosa als<br />

offenbarer Zeuge eines mehr als mittelmässigen Ca-Gehalts dieser<br />

Seen gefunden. Wasserblüte tritt nur selten und spärlich auf.<br />

Als vorherrschende Arten können Phragmiles, Eqiiiseliun oder<br />

Scirpiis laciisler auftreten, und zwar in grossen Zügen je nachdem,<br />

welchem der durch die genannten Arten gekennzeichneten Seetyp<br />

der betreffende See am nächsten steht. So dominiert der Schilf in<br />

12 Seen, während Eqiiiselum und Scirpiis laciisler je für sich in fünf<br />

Seen die vorherrschende Vcgetationskomponente darstellen. In ein<br />

paar Seen findet man ausserdem zwei Arten sowohl in bezug auf


L. Maristo, Die I'lorislisclieii Seetypcn Fiiiiilaiuls.<br />

lMV(|uenz als Heiclilichkcit in ebeiihiirtiger Doininanz vor, so z.H.<br />

im Ala-Kintaudcnjärvi (Nr. 34) Plmigmiles und Equisetiini. Von<br />

alien drei Arien ist P hr ay m i tes in jedem der untersuchten Seen vorhanden,<br />

der Schachtelhalm fehlt im Kotkajärvi und Scirpus laciister<br />

kommt nur in 81 %der Seen vor. Von den eigentlichen Lufthlattkräutcrn<br />

ist Alisnut plnnlmjo schon in 80 % der Seen zu finden, fällt aber<br />

wegen ihrer zerstreuten Wachstumsweise wenig in die Augen. Lijsimachia<br />

thijrsijlora erringt sich i)esonders an dygründigen Ufern,<br />

ganz wie im E8 %), alle übrigen findet man<br />

dagegen nur noch mehr oder minder gelegentlich vor.<br />

In der (Iruppe der Wasserblattkräuter erringen sich Polamogelon<br />

perfolialus und Mijriophijllum allerniflorum die wichtigste Heden-


Anil. Hol. Sof. Zool.-Hol. Ffiiii. N'aiiaino, 15, ii:o 5. KiT<br />

lun^. Das Fre(iuenzi)rozciiL l)ei(ler bcläiirt sich auf 72, der Häurif>keitsmittelwert<br />

der ersteren Art ist aber etwas grösser.<br />

Der Artenbestaiid des Ufers ist recht dürftig. Carex roslrala stellt<br />

nacii wie vor an erster Stelle, obwohl ihr Freqiienzj)rozent bereits<br />

auf nur 70 herabgesunken ist. Auch der Anteil von C. lasiocmpa hat<br />

sicli verringert und C. elala ist überliaupt ausgefallen. C. gracilis<br />

und C;. vcsicaria findet man dagegen schon etwas reichlicher als im<br />

-Typ vor. Von anderen Uferpflanzen sind Cowanini palustrc<br />

und Menijanthes Irifoliata fortsetzungsweise die wichtigsten,<br />

aber auch Lijlhriim salicaria, die im Jujuiseliim-'Vy]) fehlte, tritt<br />

hier schon in 52 % aller untersuchten Gebiete auf.<br />

Als Tyi)enseen seien z.B. Nr. 31 Gålisjö (Abb. 4) und Nr. Üksjärvi<br />

erwähnt, zwei Quellseen,.die von der Kultur nur wenig beeinflusst<br />

worden sind. In beiden sind mit Ausnahme der Freischwimmer<br />

sämtliche Lebensformen vertreten. Dagegen eignete sich Nr. /6'lUiokojärvi<br />

im Hinblick auf die Eigenschaften des Wassers wohl als ein<br />

ßqiiiseliun-^cc, doch das reichliche Vorkommen von Wasserblattkräulern<br />

sowie das dominierende Auftreten von Pliragmites sichern dem<br />

See einen Platz im Eqiiiseliim-Phrngmiles-Tyy) zu. Nr. 40 Vitträsk<br />

(Abb. 5) steht wiederum den klaren LoheliaSeon schon sehr nahe.<br />

.\m schwierigsten ist die Unterbringung der Seen Nr. 38 iMyrysjärvi<br />

und Nr. 39 Syväjärvi. In ihnen bedingt die Nähe des Kalksteingrundes<br />

einen relativ hohen pll-Wert und Kalkgehalt des Wassers, was seinen<br />

wichtigsten Ausdruck im Vorkommen der (^harazeen findet. Diese<br />

Seen vermitteln durch ihren Arteniiestand hinüber zu gewissen nördlichen<br />

Seetypen, in erster Linie dem Eloiden-Typ, wobei die Ähnlichkeit<br />

erstenhands durch edaphische und klimatische Faktoren bedingt<br />

ist. Durch ihr braunes Wasser und ihren dürftigen Artenbestand<br />

ist indessen ihre Einreihung beim<br />

wohl am angebrachtesten. Von besonderer Eigenart ist auch der<br />

Kotkajärvi, wie die vorgenannten ein su])raaquatischer See.<br />

Wie oben (S. 130) bereits erwähnt wurde, hat LINKOLA (lUHi)<br />

seinen dürftigen Seen offenbar auch einige dem vorliegenden Typ<br />

angehörende Ciewässer zufallen lassen. Auch die von ihm im Kirchsp.<br />

Sulkava untersuchte kleine Seenreihe (LINKOLA ID.'Jlib) umfasst unzweideutige<br />

Vertreter des Eqnisciiim-Phr


138 L. Muristo, Die floristischeii Seetypcn Finnlands.<br />

Von den vier eigentlichen Seen bei HENKONEN (1935) lässt sich<br />

kein einziger beim vorliegenden Typ unterbringen. Dagegen fällt<br />

nahezu die gesamte zweite Gruppe der von METSO (1936) untersuchten<br />

Seen, die schwach sauren Gewässer, dem Eqiiisetiim-Phragmiles-Typ<br />

zu. Die betreffenden Seen sind allerdings klein, zwei<br />

geradezu als Teichseen anzusprechen, aber Nr. 2-6, 10 und 12 gehören<br />

hierher, desgleichen Nr. 14 aus seiner Gruppe der sauren Gewässer<br />

(vgl. S. 131). Die Seen Nr. 7 und 9 hingegen, deren Zugehörigkeit<br />

zu dieser Gruppe auch METSO selbst (op. c., p. 26) auf Grund der<br />

Sichttiefenwerte als die schwächste erachtet, können nicht dem<br />

Equisetum-Phragmites-ryp zugezählt werden. Ersterer ist auf<br />

Grund seiner Vegetation trotz des pH-Wertes 6.5-6.7 ein Equisetiim-<br />

See, letzterer dürfte wohl den Klarwasserteichseen näher stehen.<br />

Verfassers Darstellung des Anteils der verschiedenen Lebensformen<br />

und der Arten an der Zusammensetzung der Vegetation dieser Seen<br />

ist treffend und enthält auch wertvolle Beobachtungen zur Ökologie<br />

der letzteren, worauf später noch zurückzukommen sein wird.<br />

Wenn wir schliesslich noch feststellen, dass die meisten der von<br />

REINIKAINEN (1935) untersuchten Seen hierher gehören und unter<br />

den von CEDERCREUTZ (1934) untersuchten äländischen Seen Nr.<br />

21 und 22 ihres relativ hohen Kalkgehalts ungeachtet am besten<br />

wohl gerade dem Equisetum - Phragmiies-Typ zuzuzählen wären,<br />

so ist damit auch das einheimische Literaturmaterial an dem Teil<br />


Ami. Bot. Soc. Zool.-lioL. l^'enn. Vanamo, 15, 11:0 5. 139<br />

Einteilung dem Eqiiisctiim-PhragniUcs-Lyp zul'allon würden. Derart<br />

wirken auf Grund des Artenverzeichnisses z.B. Nr. 5 und 6<br />

(op. c., p. 91, Tal). 9). Auch aus tier (iruppe der Übergangstypen<br />

(p. 91, Tab. 10) dürften die zwei artenärmsten Seen, Nr. 1 und 2,<br />

am nächsten dem Eqiiisetiim-Phragmiles-iyp zuzuzählen sein. Das<br />

Gesagte hat indessen nur als blosse Vermutung zu gelten, weil alle<br />

Angaben über Transparenz und pH fehlen.<br />

Ein liinsichtlich der Zusammensetzung seiner Vegetation unzweideutiger<br />

Equiseluin-Phragmiles-Sce ist auch der von LILLIEIIOTII<br />

(1938) untersuchte Lammen, auch wenn ihn die geringe Sichttiefe<br />

sich den JE'^uise/f/m-Seen nähern lässt.<br />

Auch in dem Material von IVERSEIN (1929) gibt es keine Eqiiiseium-I^hragmitesSaen,<br />

was seine Ursache wohl in dem von Finnland<br />

so durchaus abweichenden geologischen Aufbau Jyllands hal)en<br />

dürfte, indem dort jene kalkannen Moränenböden fehlen, die in Finnland<br />

die meisten Gewässer des vorliegenden Typs beherbergen.<br />

Dagegen kommen bei LOIIAMMAR (1938), l)esonders im Bereich<br />

seiner nördlichen Untersuchungsgebiete, reichlich in den vorliegenden<br />

Typ gut hineinpassende Seen vor; um einige Ikisjjiele zu erwähnen,<br />

mögen hier nur die Nr. 103, 109, 110, 120 und 130 herausgegriffen<br />

werden.<br />

Aus dem Obigen dürfte zu ersehen sein, dass (ler Equisclum-<br />

Phragmiles-Ty\) sowohl im Hinblick auf die Artenzusammensetzung<br />

seiner Vegetation als inbetreff aller übrigen berücksichtigten Faktoren<br />

seine Stellung als selbständiger Typ wohl bewährt.<br />

Phra(jmiies -'1 y p.<br />

(Nr. 41 - GO.)<br />

Verfolgen wir die Stromrichtung des Wassers von der Wasserscheide<br />

gegen die Zentralseen hin, so kommen wir schliesslich zu<br />

dem Phragmites-Tyi). Zusammen mit den beiden zuletzt beschriebenen<br />

Typen bildet dieser Seetyp in Fiuidand denjenigen Kern des<br />

Seetypensystems, um welchen sich die übrigen Seetyjjen, zu denen<br />

in der Hauptsache verschiedene Quellseen gehören, gruppieren. Der<br />

Typ licsse sich mit Bezug auf den Charakter der betreffenden Gewässer<br />

als Seen mit ausgedehnter offener Wasserfläche (»Selkä»),<br />

10


110 L. Marista, Die floristisclieii Seetypeii Finnlands.<br />

ebenso gut auch anders benennen, in welchem Falle die Benennungen<br />

zwar wohl berechtigt, aber weniger botanisch wären.<br />

Der Pliragmites-Ty\) repräsentiert gewissermassen das konstante<br />

Endergebnis einer langen Stroinfolge. Es ist ja bekannt, dass der<br />

allgemeine Nährstoffgehalt des Wassers durch die Strömung gefördert<br />

wird. Wenn die Wässer unserer grossen Binnenseesysteme ihre<br />

lange Reise aus den Eqiiisetum-Scen der fernen Wasserscheidengebiete<br />

dem Meer entgegen antreten, sind sie braun, sauer und im<br />

allgemeinen arm an Nährstoffen. Allmählich wird aber das Wasser<br />

immer mehr »angereichert». Es durchfliesst auf seinem Wege bebaute<br />

Täler, ein Teil der Humuskolloide wird nach und nach ausgefällt<br />

und sinkt schliessllcli zu Boden. Etwa hier haben sich in die Seenfolge<br />

einige Equiseliim-Phragmites-Seen eingeschaltet. Im Laufe<br />

des Weges kann das Gewässer Zuflüsse auch aus manchen Klarwasserseen<br />

der Osgebiete, ja gelegentlich selbst aus einigen alkalischen<br />

Seen erlialten. Wenn das Wasser dann schliesslich<br />

in den grossen Zentralseen des Gewässe rsystems<br />

anlangt, stellt es eine Mischung recht<br />

mannigfacher Elemente dar, gleichsam einen<br />

Durchschnitt sämtlicher kleineren Gewässereinheiten<br />

des Landes, der wenigstens in den ausgedehnten<br />

M o r ä n e n g e b i e t e n Süd- und M i 11 e 1 f i n nlands<br />

überall annähernd der gleiche ist. Es zeigt<br />

auch an, dass sich der Dystrophiegrad des Wassers und des Sees<br />

umgekehrt proportional zu der Grösse des Sees und der Länge des<br />

zurückgelegten Weges verhält (vgl. JÄRNEFELT 1938, p. 216). Auf die<br />

gewaltigen Wassermassen jener grossen Zentralseen vermögen die<br />

lokalen Faktoren nicht mehr nennenswert einzuwirken. Weil das Baumaterial<br />

des Ufers und des Seebodens überall innerhalb der gleichen<br />

engen Grenzen variiert und der Anteil des Kulturbodens an den<br />

Ufern in grossen Zügen betrachtet gering ist, gestalten sich auch die<br />

wichtigsten das Gedeihen der Wasservegetation beeinflussenden Faktoren<br />

überall annähernd gleich. So bilden diese Zentralgewässer auch<br />

ihren eigenen Vegetationstyp, den Phragmitcs-Typ, benannt nach<br />

seinem charakteristischsten und zugleich dominant auftretenden Helophyt.<br />

Damit wird man aber gleich vor die Schwierigkeit gestellt, die<br />

den meisten Seenforschern entgegengetreten ist. Je grösser nämlich


Anil. Hot. Soc. Zool.-Hot. Fenn. Vanaiiio, 15, 11:0 5. Ml<br />

ein See ist und je zerrissener seine Ulerlinie, desto meiir ivönncii die<br />

verschiedenen Teile des Sees voneinander abweiciieu. Dies betrifft<br />

nicht minder auch die Wasservegetation (vgl. SAMITKLHSON 1925,<br />

p. 5; ALMQUIST 1929, p. 93). Ancli die Artenliste des Pliranmilcs-<br />

Typs enthält verhältnismä.ssig zahlreiclie eutrophe Arten, trotzdem<br />

der Typ der oligotrophen Typengru{)pe zugezählt worden ist. Dies<br />

kommt davon, dass dii-, geschützten, von Kulturland umgelienen<br />

Ahl). 17. Nr. 67 Näsijärvi. Die gesclaitzle, von Anhaiiflächoii uiiigebeiit'<br />

Huclil Merjaiilahti. Ziiinner.st vom Vieh heweidetes Röhricht, Jiinler dein<br />

Stein Glyceria aquatica, weiter nach aussen Gürtelhestände von Votomogeton<br />

nutans und Sparganiwn Frietiii.<br />

Buchten der grossen Seen (Abb. 17) nicht ausser Betracht gelassen<br />

werden können, in seiner typischen Gestaltung ist aber der Phra-<br />

(jmites-lyp an den kargen Ufern der offenen Seeflächen und an den<br />

von Ödland umgebenen Buchten zu finden (vgl. MAIUSTÜ 1935, j). 44;<br />

V^VARAMA 1938, p. 45 und 294), die sowohl in bezug auf Flächeninlialt<br />

als Uferlänge den überwiegenden Hauptteil der betreffenden Seefläche<br />

einnehmen. Dieser Standpunkt dürfte inbetreff der Grossseen<br />

auch von den Limnologen gebilligt worden sein (vgl. WERESTSCHAGIX<br />

1924 a, p. 230).


142 L. Maristo, Die florisLischen Seetypen Finiihiiuls.<br />

In den Phragmites-'Vyp liabe icli insgesamt 20 Untersucluingsllächen<br />

znsammengefiilirt, die in manchen Fällen aus verscliiedenen<br />

Teilen ein und desselben Grosssees (z.B. des Saimaa s. lat. oder<br />

des Oulujärvi) stammen können. Der mittlere Flächeninhalt der Seen<br />

erreicht in diesem Ty}) sein Hociistmass, insofern wir den Clrosssee<br />

als die Summe sämtlicher ungefähr in gleicher Meereshöhe liegenden<br />

und durch schmale Wasserengen voneinander getrennten Wasserflächen<br />

auffassen (vgl. RENQVIST 1936, j). 281). Als Nordgrenze des eigentlichen<br />

Saimaa-Komplexes ist hier indessen der Kyrönsalmi-Strom<br />

bei der Stadt Savonlinna betrachtet worden (RENQVIST op. c., p. 287).<br />

Als durchschnittliche Grösse der Seen ergibt sich in dieser Weise<br />

Ü2G km-; die Grenzwerte betragen 31 und 2 BüO km^. Die Farbe des<br />

Wassers variiert von braungelb ])is grün. Im ersteren Fall handelt<br />

GS sich um eine eng mündende Grossseebucht mit humushaltigen<br />

Zuflüssen (Nr. 43 Karankolahti), im letzteren um eine offene Wasserfläche<br />

mit zum Teil sandigen Ufern (Nr. 60 Pyhäjärvi). In typischen<br />

Fällen ist (Uis Wasser gelijgrün. üie Sichttiefe beläuft sich im Durchs<br />

.schnitt auf 3.9 m, mit den Grenzwerten 2.5 und 7.o m; ersterer Wert<br />

wurde jedoch unter ungünstigen Verhältnissen gemessen. Der mittlere<br />

pH-Wert liegt bei 0.7 und auf den typischsten Untersuchungsflächen<br />

recht gleichmässig bei G.c-G.s, trotzdem dieselben weit voneinander<br />

entfernt in ganz versciiiedenen (iewässersystemen gelegen sind. Die<br />

Grenzwerte betragen (3.5 und 7.i, letzterer gemessen in einer von<br />

Anbauflächen umgebenen Bucht des Louhivesi (Nr. 56). Man stellt<br />

also fest, dass sich die Eigenschaften des Wassers im Vergleich zu<br />


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot, Fenn. Vanamo, IT), n:o 5. 113<br />

ursaclit ist. Auch aus der Aitolahti-Bucht haben sich 8 eutrapliente<br />

Wasserpflanzeiiarten ergehen (MARISTO 1935, p. 15), was wiederum<br />

von der Anwesenheit geschützter, leiimgründiger und zugleich von<br />

Anbaufläclien umgel)ener Buchten herrührt. Die IIeh)phyten sind<br />

nun unter den verschiedenen Lebensformen des eutraphenten Artenbestandes<br />

an den offenbar schwäclier eutraphenten Grundblattkräutern<br />

vorbei zur leitenden Stellung herangerückt. Die am häufigsten<br />

vorkommende eutrai)hente Art ist indessen Sayiüarin iiaidiis,<br />

der ich auf insgesamt 8 Untersucluingsfläclien i)egegnele.<br />

Auch in bezug auf die Artenzahlen der einzelnen Lebensforjuen<br />

bekundet der l^hragmites-Typ seine Vermittlerstellung zwischen den<br />

extremeren 'ryi>eii. In keiner Lebensform wird im vorhegenden Typ<br />

die maximale, ebensowenig wie auch die minimale Arienzahl erreicht<br />

(Tab. 3), Auch die lebensformmässige Verteilung des Artenbestaudes<br />

(Tai). 1) ents])richt gerade in diesem Typ am besten dem gleichen<br />

\\>rhä]tnis mit Bezug auf sämtliche angetroffenen Arten. Nur der<br />

Prozentanteil der Wasserblattkräuter liegt bedeutend unterhalb des<br />

Mittelwertes, (ileichzeitig bemerkt man, wie der Anteil der in der<br />

Mehrzahl vorhandenen llelophyten wächst, während derjenige der<br />

Schwimmblättrigen etwas sinkt. Aus Tab. 3 ist jedoch zu entnehmen,<br />

dass jene Verminderung nur eine scheinbare ist und in erster Linie<br />

eben von der beträchtlichen Zunahme der Helophylen herrührt. Die<br />

Anzahl der (Irundblattkräuter ist die gleiche wie im Equisetum-<br />

Phrugnnles-'Vy\), sowohl die le(juenz- als die Ueichlichkeilsprozente<br />

liegen aber etwas höher (Tab. 2). Hier übernehmen also die Heloj)hyten<br />

zum erslennuü die I.eitung. Wassermoose kommen recht<br />

reichlich vor. (lewöhnlich bilden sie im Klitoral ihre eigenen ausgedehnten<br />

Bestände, die als eine der charakteristischsten l'jgenschaften<br />

des PhnujmilvH-Vy\)v> zu bezeichnen sind. Die gewölinlichsten Arten<br />

sind Drepaiwcladns Scndtneri und Fontiiinlis antipijredca; erstere<br />

wurde auf insgesamt 12 Untersuchungsflächen angetroffen. Von<br />

(Mujrazeen gab es Nilella (lexilis in 35 % der untersuchten Seen.<br />

Die Wahl von Phrngmites zur Nennart des Typs mag zunächst<br />

gewagt, ja, sogar missglückt erscheinen. Handelt es sich doch um<br />

eine der häufigsten Pflanzen der Welt, die auch bei uns in Finnland<br />

in jedem Seetyp zu finden ist. Bewegt man sich aber auf den grossen<br />

Binnenseen des Landes, so wird man bald inne, dass sich gerade dort<br />

die das Gedeihen der Wasserpflanzen bestimmenden Faktoren so


114 L. Marislo, Die'floristischen Seetypen Finnlands,<br />

kombiniert haben, dass von allen Helopliyten der Sehilf am besten<br />

gedeiht nnd demzufolge in unbestrittener Dominanz auftritt. Dies<br />

setzt natürlich voraus, dass das untersuchte Gebiet hinreichend gross<br />

ist und nicht etwa nur ein kleines, nahezu vegetationsloses und stark<br />

exponiertes Uferstück oder z.B. eine sehr geschützte, von alten<br />

Ackerflächen umgebene Bucht darstellt. Aus Tab. 2 ersieht man,<br />

dass die mittleren Frequenzzahlen des Schilfes denjenigen der übrigen<br />

Helophyten in diesem Seetyp weit überlegen sind. An zweiter Stelle<br />

in bezug auf die Häufigkeit steht Scirpiis eiipaliister, der nur selten<br />

zu ausgedehnteren reinen Beständen zusammentritt. Die Art fehlt<br />

nur auf der am Puulavesi untersuchten Fläche. Ebenso fehlt Equisctiim<br />

limosiim in einem der uniersuchten Gebiete. Diese Art bildet<br />

zwar mitunter selbst recht ausgedehnte reine Bestände, noch öfters<br />

tritt sie aber als Komponente in den verschiedensten Mischbeständen<br />

sowohl von Schilfgewächsen als von Schwimmblättrigen auf<br />

(vgl. MARISTO 1935, ]). 36 - 37; VAARAMA 1938, p. 99). Auf den allerdürftigsten<br />

Untersuci\ungsflächen des Phragmiles-Typs erringt sich<br />

der Schachtelhalm erwarlungsgemäss den wichtigsten Anteil. So findet<br />

man ihn in der Brau n wasserbucht Karankolahti etwas reichlicher<br />

und auf der Untcrsuchungsfläche am Puulavesi etwa in der gleichen<br />

Reichlichkeit wie den Schilf vor. Scirpiis lacuster ist nur in 75 % der<br />

untersuchten (iebiete vorhanden. Das Auftreten und die Heichlichkeit<br />

der Art sind in hohem Masse sowohl von der Festigkeit des Seebodens<br />

als von der Exposition abhängig (vgl. S. 256). Tijpha lalifolia<br />

und Glijceria maxima treten regelmässig als Kulturbegleiter auf,<br />

während das Vorkommen von Scolochloa festiicacca weniger regelgebunden<br />

wirkt.<br />

Von eigentlichen lAiftblattkräutern findet man am iiäufigsten<br />

Alisma planiago (Frequenzprozent 95), deren mesotraphenter Charakter<br />

hier recht klar zutage tritt. Sparganiiim simplex, sowohl als<br />

schwimmblättrige wie als luftblättrige Form, ist ebenfalls häufig,<br />

75 %. Die Kulraphenten Sagillaria sagitlifolia, Biitomiis iimbellaliis<br />

und Iris pseiidacoriis müssen dagegen als selten bezeichnet werden.<br />

Häufigste Art unter den Schwimmblättrigen ist Sparganiiim<br />

Friesii (90 %), das sein optiuudes Gedeihen gerade in den Seen des<br />

Phragmilcs-Vyps zu finden scheint. Mitunter bildet die Art in windgeschülztcn<br />

Uferbuchten ausgedehnte Überzüge auf dem Wasser, ein<br />

andermal wieder begegnet man ihr als schmalen Gürtel ausserhalb des


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot, Fenn. Vanamo, IT), n:o 5. 115<br />

Röliriclits (Abb. 17). Audi Polygonum amphibium ist auf allen typischen<br />

Untersuchungsflächen reichlich vertreten, und zwar fehlt die<br />

Art nur dort, wo die gesamte Artenzahl audi sonst am niedrigsten<br />

bleibt, wie in der Karankolahti-Bucht und auf der Untersuchungsfläche<br />

am Puulavesi. Polygonum amphibium gilt auch namentlich<br />

als Typenart eJien der Phragmites-Seen (vgl. MABISTO 1935, p. 17;<br />

VAARAMA 1938, p. 144). Auch Poiamogeton naians und Nuphar<br />

luteum (70 bzw. 85 %) begegnet man verhältnismässig oft. Letztere<br />

Art bildet aber hier weit kleinere Bestände als in den dürftigeren<br />

Seetypen. Auch Sagillaria naians sdieint in den Seen des vorliegenden<br />

Typs gut zu gedeihen, die beschränkte Allgemeinverbreitung der<br />

Art bedingt es aber, das ihr Frequenzwert nicht höher als bis 40%<br />

ansteigt. Die Nympliaea-Artcn sind hier im allgemeinen seltener als<br />

in den meisten anderen Seetypen.<br />

Von Freischwimmern sind insgesamt nur 4 Funde zu notieren,<br />

sämtliche ganz offenbar von der Kultur bedingt. Unter den Wasser-<br />

Schwimmblattkräulern ist Ranunculus pelialus die häufigste Art.<br />

Obwohl ihr Frequenzwert niclit hölier als bei 60 % liegt, möchte<br />

ich sie als eine der Cliarakterarten des Phragmiles-Typs ansehen.<br />

Sie bevorzugt offensichtlich klares Wasser. Der Anteil von Poiamogeton<br />

gramineus und Callilriche verna ist gering.<br />

Polamogelon perfolialus fehlt nur auf den vorgenannten kargsten<br />

Untersuchungsflächen. Ein zweites ebenso häufiges (80 %) Wasserblattkraul<br />

ist Myriophyllum allerniflorum. Auch dem Eutraphenten<br />

Polamogelon pusillus begegnet man vielerorts (35 %), doch tritt die<br />

Art überall nur in sehr kleinen Beständen oder auch ganz einzeln auf.<br />

Unter den (irundblattkräutern ist Isoeies lacuslre die wichtigste<br />

Charakterart. Gewöhnlich bildet sie iliren eigenen Gürtel ausserhalb<br />

der Helophytenbestände, wird aber auch im Röhricht selbst, falls<br />

dieses nicht zu dicht ist, bis zur Grenze des Erosivbodens angetroffen.<br />

Noch häufiger (95 %) sind Scirpus adcularis und Ranunculus reptans,<br />

denen man überall, wo die Unterlage nicht zu locker ist, beiderseits<br />

der Wasserlinie begegnet. Häufig sind auch Subularia aqualica und<br />

Lobelia. Erstere ist anspruchsvoller und bevorzugt offenbar sandlehmige<br />

VVeideufer. Lobelia tritt meistens spärlicher ah im Equisetum<br />

-Phragmites-Yy\i auf, der niedrige Frequenzwert (75 %) rührt aber<br />

daher, dass ich die Art nicht auf den Untersuchungsflächen in Kainuu<br />

(dem um die Stadt Kajaani gelegenen Gebiet) antraf.


MC) L. Marisit), Die floristisclicn Scelypen iMiiiiIands.<br />

Al)b. 18. Nr. 67 Näsijärvi. Exponiertes Ufer./Vm^aris-Hesland an den<br />

äi)sser(Mi Klippen der JJncht Tapatoranlaliti.<br />

AucliJ das Ufer l)clic'rl)c'rgL einige nainenllicli für den Eqiiisetiun-<br />

Phragmitcs-Yy\) kouii/.eichnende Arten. Solche sind vor allem Carex<br />

gracilis, Plialaris arundinacca und Lijlhnini salicaria, von denen die<br />

erstgenannte am häufigsten (85 %) auftritt. Für Phalaris wurde der<br />

Frequenzwert 10 % notiert, namentlich an den (Irossseen des Binnenlandes<br />

(Abb. 18) gilt sie al)er durchaus als Charakterart (MARISTO 1 UJö,<br />

p. 9). Diese drei Arten zusammen bilden den dürftigen, al)er um so<br />

typischereji Artenbestand der an die weiten, offenen Wasserflächen<br />

grenzenden exponierten Ufer. Von den anderen Seggenarten ist<br />

Carex roslrala etwas häufiger als C,. vcsicaria, dagegen sind C. laffincarpa<br />

und C. data verhältnismässig selten. Von ubiquistischen Uferbewohnern<br />

war Conuiriim pulustre auf jeder Untersuchungsfläche<br />

vorhanden.<br />

Als ty])ischste unter den zum vorliegenden Typ geführten Untersuchungsflächen<br />

seien genannt Nr. 18 Päijänne bei Padasjoki, Nr. 03<br />

Haukivesi bei Varparanta und die Aitolahti-Bucht (Nr. 57), Auch<br />

zwischen dem Pllragmites^''Vy\^ und den übrigen Typen gibt es natürlich<br />

Anknüpfungsj)unkte. Solche sind z.H. die vorhin schon öfters erwähnten<br />

artenarmen Untersuchungsflächen am Puulavesi und Ueh-


Ann. Uol. Sue, Zool.-liol. I'enn. Vjuianio, 15, n:o ."). M7<br />

janselkä (Karankolaliti), die l)ei vielen Arten eine lierabseLzun^uhres<br />

durchsclinittlichen Frequenzwerles ini Tyj) bewirken. Der Artenbestand<br />

der ersteren weist zum Teil auf den Equisetiim-Phrngmilcs-<br />

Typ, andererseits ai)er auch auf den Lohclia-Yy\^ hin, und aueli die<br />

Sichttiefe ist l)eträchtlich. Die enge und lange Bucht Karankolahti<br />

wäre als sell)ständiger See schon unzweidculig dorn Eqiiisefum-Phragmites-iyp<br />

zuzuzählen. Wohl die eigenartigste Kombination tritt uns<br />

aber in dem oben ebenfalls schon mehreremal erwähnten Pyhäjärvi<br />

(Nr. 60) entgegen. Sein reicher Entraphentenbestand ist zum Teil<br />

kulturbedingt (vgl. S. 142), solche Arten wie Poiainogeion liiccns, die<br />

Freischwimmer und Cham (ragilis setzen indessen gewöhnlich auch<br />

eine alkalische Ueaktion des Wassers voraus. Als pll ergal) sich hier<br />

jedoch nur 6.5, allerdings am vegetationslosen Ufer gemessen. Auf<br />

diesen Umstand kann indessen nicht ein so grosses Gewicht gelegt<br />

werden, denn es ist ja bekannt, dass in durchschnittlich neutralen<br />

Seen die lokalen Schwankungen des j)!!-Wertes beträchthch sein<br />

können. Ausserdem dürfte das Vorkommen von C/iura fragilis auch<br />

auf einen abweichenden Kalkgehalt des Wassers hindeuten. Das<br />

Wasser des Sees ist weiter ausserordentlich klar und hier vereinigen<br />

sich m.E. in dem PIiragmites-Vy\) sowohl für die Lobelia Socn als<br />

für die alkalischen Klarwasserseen kennzeichnende Züge. Eine eigene<br />

Gruppe für sich i)ilden noch die zum vorliegenden Typ gezählten<br />

Seen des Kaiuuu-Gebietes. Die Unterschiede rühren hauplsächlich<br />

von der verschiedenen Beschaffenheit des Felsgrundes im genannten<br />

Gebiet und im übrigen Binnenland her. Im Wasser der iiier gelegeiuMi<br />

grossen Seen findet man die durch die umliegenden ausgedehnten<br />

Moorgebiete verursachte Ilumusfärbung einerseits und einen sich<br />

von der Beschaffenheit des Felsgrundes herleitenden bedeutenden<br />

Kalkgehalt des Wassers, der seinen Höchstwert in gewissen nördlichen<br />

Buchten des Oulujärvi (z.B. Nr. 46 Melalahti) erreichen dürfte,<br />

in ein und demselben See vereinigt vor. Hier wie vielfach auch anderswo<br />

habe ich den relativen Kalkgehalt des Wassers auf Grund<br />

des Vorkommens oder Fehlens allgemein als kalkhold bekannter<br />

Wasserpflanzenarten geschätzt.<br />

Im Hinblick auf die Wasservegetationsforschung sind jene Grossseen<br />

sowohl bei uns als überhauj)t, fast gänzlich vernachlässigt worden.<br />

LINKOLA (1910) hat die geschützten Uferbuchten des Kiesensees<br />

Laatokka zwar wohl als eigenen Seetyj) oder besser noch als (iruppe


18 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />

von üntersuchiingsgebieten abgetrennt. Im einzelnen sind sie jedoch<br />

J)ei den eutrophen Seetypen unterzubringen. Die erste auf einen<br />

l)innenfinnischen Grosssee bezügliclie Untersuchung ist meine Arbeit<br />

über die Vegetation der Näsijärvi-Bucht Aitohihti (MARISTO 1935).<br />

Letztere ist als Nr. 57 auch in die Reihe der den Grundstock der vorliegenden<br />

Abhandlung bildenden Untersuchungsflächen aufgenommen<br />

worden. Eine von den Untersuchungsgebieten RENKONENS<br />

(1935) umfasst allerdings einen Teil des Louhi vesi, berührt aber zugleich<br />

auch eine meiner eigenen Untersuchungsflächen (Nr. 56), so<br />

dass von grösseren Unterschieden hier nicht die Rede sein kann.<br />

Zuletzt hat die Grossseeforschung einen wertvollen Beitrag durch<br />

die umfangreiche monographische Studie VAARAMAS (1938) vom<br />

Kallavesi erhalten. Ausser im floristischen und ökologischen Sinne<br />

kommt ilir besonders in bezug auf die theoretische und nicht minder<br />

auch ))raktische Klärung der die Soziologie der Wasserpflanzen<br />

bewegenden Fragen ein ansehnliches Verdienst zu. Das Untersuchungsgebiet,<br />

der Kallavesi, stellt ausserdem einen typischen Phra-<br />

(jniiies-^ee. dar und eignet sich mithin vortrefflich als Vergleichsobje<br />

bei der vorliegend auf Grund der in rascher Folge untersuchten<br />

Einzelgebiete vorzunehmenden Charakterisierung des Typs. Auch<br />

VAARAMA (p. 290-293) ist bei der Einfügung des Kallavesi in bereits<br />

i)estelien(le Seetypeneinteilungen den gleichen Schwierigkeiten begegnet<br />

wie vormals ich bei der Unterbringung des Näsijärvi-Sees<br />

(MARISTO 1935, j). 40), und ganz folgerichtig erörtert er auch die<br />

Möglichkeit der Aufstellung eines neuen Seetyps, bei welchem sich<br />

der Kallavesi einreihen Hesse. Dieser neue Seetyp ist gerade der<br />

Phr(ujinites-Vy\) - aber nicht als ein dem Lobelia-Typ untergeordneter<br />

Subtyp, sondern als völlig selbständiger Vegetationstyp der<br />

Grossseen.<br />

Die geographischen Voraussetzungen des Phragmües-'iyps bringen<br />

es mit sich, dass es schwer ist, für den Tyj) geeignete Parallelen<br />

im Ausland zu finden. Der I^odensee erweist sich durch die pflanzensoziologischen<br />

Untersuchungen von KIRCHNER & SCJIKÖTKR (1902)<br />

und BAUMANN (1911) als dermassen abweichend, dass ein Vergleich<br />

nicht möglich ist. Auch aus Deutschland, desgleichen aus Dänemark<br />

lässt die Literatur auf keine Phragmües-iicen sehliessen. In Schweden<br />

haben sowohl ALMQUIST (1929) als LOHAMMAR (1938) die Buchten<br />

des Grosssees Mälaren untersucht, doch auch in diesem Falle ist


Aim. Hot. Soc. Zool.-liol. I'\'iiii. Vanamo, 15, 11:0 5. 149<br />

tlie Zugcliorigkcil zum Phra e n zu b e t r a c hten,<br />

die mehrere l^ i n z e 11 y }) e n oder Fazies g lei c hs<br />

a m n e ]j e n e i n a n der i 11 sic li a u f 11 e h m e n. I c h<br />

habe indessen den ani e x j) o n i e r t e n und weniger<br />

k u 1 t n r b e e i n f 1 n s s t e n Ufer h e r r sehenden Se e-<br />

1 y p als den mass g e b e n d e n a n gesehen, w eil solche<br />

Ufer an den fraglichen Seen weitaus vorherrschen.<br />

Auch die bjgenschaften des Wassers verändern sich<br />

vom exi)onierten zum geschützteren Ufer so wenig und ebenso erfolgt<br />

die Zunahme des Artenbestandes wie auch der Dichte der Siedlungen<br />

in dergleichen Richtung so unmerklich, dass das Ziehen einer<br />

Grenze das Gesamtbild zerstören würde.<br />

]A)belia-'ry\).<br />

(Nr. Gl - SO.)<br />

Der Name, den ich diesem Seetyj) verliehen habe, wurde bereits von<br />

SAMUELSSON (1925) eingeführt. Es handelt sich aber dabei, wie auch<br />

bei einigen anderen der von ihm unterschiedenen Seetypen, um einen


150 L. Mdrislo, Die llorislischcii St'ctyi)eii Finnlands.<br />

kollektiven Tyj), dessen einzelne (ilieder in hezng ani' die Ve^»etati


Ann. Hol. Soc. Zool.-Hol. I't-nn. Vaninno, IT), 11:0 .">. I'jl<br />

lichkcitsiniltclwcrle der Tabelle 2 den grossen Anteil erkennen, der<br />

gerade den Grundhiattkräiitern aul' den Lohelid-Secn zukoiiinit.<br />

den Arten dieser Gruppe sind nur 7'A % in der IVIiLtehverlstahelle<br />

entliaiten, doch auch die drei aus


152 L. Muristo, Die florislischen Scctypeii Fiiinlaiuls.<br />

Seen liiulet man oft sterile Individuen vor, die keine Artshestiniinuni^:<br />

erlauben.<br />

Aus der Grui)})e der Freischwininier ist nur ein Fund von Leniiur<br />

minor zu verzeichnen. - Von Wasser-Schwimmblattkräutern findet<br />

man Raruinruliis pelialus iiäufii^ (70 %), die ül)ri^en aber nur selten<br />

vor.<br />

Häufigstes Wasserl)latlkraut ist Mijriophijllum allermjloriim, indem<br />

auf diese Art bezügliche Notizen nur von zwei Seen fehlen. Von<br />

den übrigen Arten der Gruppe erreicht nicht einmal Potamogctoii<br />

perfolinliis ein höheres Frequenzprozent als 35, das der anderen ist<br />

noch geringer. Bezüglich des kalkliebenden Polamoyelon praelongiifi<br />

liegen Vermerke von vier Seen vor.<br />

Lobelia ist natürlich in jedem See vorhanden. Gerade in diesen<br />

auf Grus- oder Sandboden gelegenen Klarwasserseen erreicht die Art<br />

jene Üj)i)igkeit und quantitative Ausbildung, die die Benennung des.<br />

ganzen Typs nach ihr rechtfertigt. Wo das Ufer seicht ist, kann man<br />

der x\rt in ausgedehnten, den Seeboden auf weiten Flüciien bedeckenden<br />

Wiesenbeständen begegnen (Abb. 19) an steil abschüssigen Ufern<br />

Abb. 19. Nr. 73 Kipinolanjärvi. Prächtiger Lobelia dortmanna•JiGSiand<br />

am flachen Sandufer.


Alin. Hol. Soc. Zool.-BoL. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 .'), 15H<br />

hingegen bildet die Art im Tiefenbereicli von 30-80 cm einen schmalen,<br />

oft schön blühenden Sanm. Sterile Blattrosetten gibt es dann in<br />

immer lichterem Stand in den klarsten Seen bis hinab zn 4 m. An<br />

den dichtesten Stellen, im Tiefenbereich von O.5-I.5 m, kann die<br />

Deckung einer solchen Lofte/i«-Matte bis nahe an die 100 % heran<br />

kommen, und ausserdem sind die Bestände in solchen Fällen meist<br />

rein. Eine zweite nahezu ebenso wichtige Art ist Isoetes lacmlrc,<br />

die nur im Suurijärvi fehlte. Ihr Frequenzwert kommt an denjenigen<br />

der vorhergehenden Art heran, die Ueichlichkeit, die bei diesem zumeist<br />

die äussere Tiefengrenze der liöheren Vegetation bildenden<br />

Grundblattkraut oft schwierig zu ermitteln war, ist indessen schon<br />

geringer. Auch diese xVrt wächst oft in dichten Matten und geht in<br />

den klarsten Seen bis zu G m hinab. Ilu- Machtbereich beginnt gewöhnlich<br />

dort, wo derjenige von Lobelia endigt, und zwar so, dass<br />

zwischen beiden ein Mischgürtel eingeschaltet ist, in welchem beide<br />

Arten nebeneinander vorkommen. Isoetes Inciistre ist auf den Lobelia-<br />

Seen ebenfalls eine wichtige Clliaraklerart, verliert aber einigermassen<br />

an Bedeutung, eben weil die Art die grösseren Tiefenbereiche bevorzugt<br />

und deshalb nicht zum Vorschein kommt. Als näcliste folgen<br />

dann in der Uangordnung Ranimciihis reptans mit 85 % und Subularia<br />

aquatica, Erwähnung verdient auch die in Finnland seltene<br />

Liiorella uniflora, die gerade in diesen Seen ihr oj)timales (Gedeihen<br />

zu finden scheint.<br />

Die Uferflora der Lobelia-i^een ist artenarm, denn die öfters<br />

schmale und kiesbedeckte Uferbank ist als Standort in dieser Hinsicht<br />

recht ungeeignet. Nur an flachen Sandufern und in geschützten<br />

kleinen Uferbuchten kann man die Arten siedlungsbildend vorfinden.<br />

Unter den Seggen erreichen Corex rostrata und C. lasiocarpa die<br />

grösste Häufigkeit, sonstigen Arten begegnet man nur gelegentlich.<br />

Comarum palusire und Merujanihes triloliata wurden an mehr als der<br />

Hälfte der untersuchten Seen angetroffen, übrige Arten weniger.<br />

Im Bereich des Typs bemerkt man zwischen den grösseren und den<br />

kleineren Seen einen geringen, aber deutlichen Unterschied in der<br />

Artenzahl zugunsten der ersteren. Das kommt daher, dass die grösseren<br />

Seen stets wenigstens einigermassen unter dem Einfluss der Kultur<br />

stehen. Zumeist liegt in ihnen auch das pH höher. Als Typenbeispiele<br />

der kleineren Lobelia-Seen möchte ich Nr. 75 Valkjärvi im<br />

Kirchsp. Somerniemi und Nr. 78 Kuoppalampi erwähnen. Äusserst


154 L. Müvislo, Die t'lorislischeii SoeLyi)t'n Finnlands.<br />

ly])ische Verlreler der grösseren Seen sind wiederum der Kipinolanjärvi<br />

und der Kuorinkajärvi. In diesem Falle verlegen sich die grösseren<br />

Seen gleichsam in die Peripherie des Typs, indem sie die grösste<br />

Menge verschiedenartiger Wässer und auch verschiedenartiger Kultureint'lüsse<br />

empfangen. Die Bescliarienlieit des Ufers und des Seebodens<br />

ist in ilinen mannigiacher und auch der Einfluss der Expositionsfaktoren<br />

tritt hier bereits deutlich in Erscheinung. So nähern<br />

sich die grössten Lobelia-'Seen, bei mir die Seen Nr. 62 Kotijärvi,<br />

Nr. 67 Kivijärvi und Nr. 70 Venepohja, mehr oder minder dem<br />

Plii'a(jiniles-iy\). In denjenigen Teilen dieser Seen, die ich untersuchte,<br />

rechtfertigen jedoch sowohl die Vegetation als die Flora die<br />

Einreiluing derselben l)eim Lobelia-["y]). In ])ezug auf seinen Artenl)estand<br />

von den übrigen Untersuchungsfläciien einigenmissen abweichend<br />

l)eschaffen ist Nr. 79 Törmäsjärvi, wo u.a. Phracjmiles, Niiphar<br />

luteum und Potairnnjelon nalaus fehlen. Die eigentlichen Charakterarten<br />

sind indessen die gleiclien wie auf den südiiciiereti Lobclia-<br />

Seen, ei)ens() sind die Eigenschaften des Wassers völlig übereinstimmend.<br />

Diese Loöe//a-Seen dürfte LINKOLA (1916) bei seiner Gruppe der<br />

dürftigen Seen untergebracht haben, sofern er ihnen in seinem Untersuchungsgebiet<br />

überhaupt in nennenswerterem Umfang begegnet<br />

ist (Nr. 61 und 62 bei mir). Die Vegetation der Lobelia-Scen ist<br />

in Finnland bisher nur von HENKONEN (1935) geschildert worden.<br />

Vier von seinen Seen zählt er zum vorliegenden Typ und teilt sie<br />

nach IVERSEN (1929) weiter in saure und neutrale Lobelia-Sccn ein.<br />

In die letztgenannte (iruppe verlegt er den Louhivesi, einen ausgeprägten<br />

Kettensee, den ich aber in meinen Phragmites-Ty\) aufgenommen<br />

luil)e. Das Vorkommen gewisser Arten, z.B. Scirpus lacustcr<br />

und Polygonum amphibium, sowie die reichliche Vertretung des<br />

eutraphenten Elements - bei HENKONEN ausserdem Sagiüaria natans<br />

- machen seine Einfügung bei meinem Lobelia-Vy\i unmöglich.<br />

Ebenso erscheintauch der Kuonajärvi, trotz fehlender lüitraphenten,<br />

dem Loöe/irt-Typ recht fremd, dem die Zahl der Wasserpflanzen<br />

beläuft sich in diesem See auf nicht minder als 28, der Seeboden<br />

besteht zum Teil aus Lehm und auch das Wasser ist nicht klar. Die<br />

sauren Lofte/t«-Seen RENKONENS, Valkjärvi und Parjalampi, sind<br />

dagegen ganz unzweideutige Lobelia-Seen. Der letztgenannte ist<br />

saurer als alle von mir untersuchten Lobelia-Seen und entbehrt voll-


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot, Fenn. Vanamo, IT), n:o 5. 155<br />

ständig (ler GrundblattkräuLer. In bezug auf seinen Artenbestand<br />

stellt er m.A.n. erst an der Grenze zu den sauren und klaren Lobelia<br />

- Isoetes-Seen IVERSENS und auch zu den entsprechenden Seen bei<br />

DONAT (192G). Es ist allerdings möglich, dass in Finnland auch andere<br />

dem Parjalampi ähnliche und zugleich noch artenärmere Seen zu<br />

finden sein könnten, Lobelia und Isoetes lacusire bleiben aber in ihnen<br />

aul" jeden Fall als Charakterarten bestehen, weshalb sich eine<br />

weitere Aufteilung des Typs erübrigt. - Von den Seen bei CEDER-<br />

OREUTZ (1931) kann Nr. 23 Kvarnsjö (p. 43) dem vorliegenden Typ<br />

zugezählt werden.<br />

Der Loftc/t«-Tyj) SAMUELSSONS (1925) umfasst neben den zuvor<br />

(S. 138) behandelten auch solche Seen, die ich in den Seetyj) dieses<br />

Namens zusammengefasst habe. Den liauptanteil seines Lobelia-<br />

Typs bilden jedoch mesohumose Seen, während l)ei mir sämtliclie<br />

Lobelia-i^ccii oligoluimos sind. Dadurch wird erklärlich, dass im<br />

Lobelia-'iy\) SAMUELSSONS der Schachtelhalm als dominierender<br />

Ilelophyt auftritt, wie auch, dass u.a. Alisma und Memjanilies<br />

irifoliala geradezu als Charakterarten erwähnt werden. Der Lobelia-<br />

Jyp SAMUELSSONS sciiliesst also in sich sowohl meinen Equiselum<br />

- Pliragrnites-Ty\) als den Lobelia-Typ und ausserdem noch einige<br />

Seen aus ganz anderen Typen ein, und die Typencharakteristik<br />

drückt also den Durchschnittswert sämtlicher aus. Es ist allerilings<br />

wahr, dass Lohelia auch in den Seen des Equiselum - Pliratjmiles-Typi^,<br />

manclnnal sogar in bedeutender Heichlichkeit zu finden<br />

ist, zu ihrer dominierenden Stellung unter den Grundblattkräutern<br />

und zugleich zum Rang einer konstanten Charakterart erhebt<br />

sie sich indessen erst in den Klarwasserseen, wo sie ihren Wachstumsbercich<br />

auch in vertikaler Richtung am weitesten ausdehnen<br />

kann.<br />

In Anlehnung an SAMUELSSON zählen auch BRAARUD & AALEN<br />

(1939) dem Lobelia-Typ einige Braunwasserseen zu. Auf Grund ihrer<br />

Vegetation wären die meisten von denselben beim Equiselum-<br />

Phragmiles-Typ unterzubringen, die grosse Sichttiefe dieser Seen<br />

verbunden mit der braunen Farbe des Wassers ist mir aber von<br />

andersher unbekannt. Die klaren LobeliaSecn der genannten Autoren<br />

sind dagegen wohl Lobelia-Sccn im eigentlichen Sinne des Wortes.<br />

Bei der Erörterung der norddeutschen Seetypen vom Standpunkt<br />

der Wasservegetation stellt DONAT (192G) Vergleiche in erster<br />

11


156 L. Marislo, Die florislischen SeeLypen Fijinlaiuls.<br />

Linie mit den biologischen SeeLypen THIKNEMANNS (1920) an. Eine<br />

eingehendere Behandlung finden in diesem Zusammenhang gerade<br />

die oligotrophen Seetypen. Er unterscheidet die geomorphologisch<br />

und die physiologisch oligotrophen Seen, von denen erstere infolge<br />

der Steilheit des Ufers und die dadurch bedingte geringe Breitenausbildung<br />

der Litoralzone vegetationsarm geblieben sind, trotzdem<br />

das Wasser einen hohen Elektrolytgehalt aufweist. Dem letztgenannten<br />

Typ fallen wiederum klare und elektrolytarme Gewässer zu, die<br />

er Lobelia - Isoetes-Sccn nennt und sie (p. 54) als den Lobelia-Secn<br />

SAMUELSSONS entsprechend anerkennt. Es sind grus- und sanduferige<br />

Quellseen, wahrhafte Lobelia-scen, und zwar von so extremer<br />

Ausbildung, dass z.B. im Ilöllenpinnowsee nur 5 Phanerogamenarten,<br />

darunter kein einziger Helophyt, vorkommen. Doch ist die Erwähnung<br />

DONATS über die Eurytrophie von Polygonum amphibium<br />

und das Vorkommen der Art in sämtlichen Seetypen wenigstens für<br />

finnische Verhältnisse nicht zutreffend. DONAT kommt bei seiner<br />

Betrachtung schliesslich dahin, dass sein oligotropher Jsoelcs - Lobc-<br />

/ta-Typ nur zum Teil identisch mit dem oligotrophen Gewässertyp<br />

THIENEMANXS ist.<br />

Der von JÖNS (1931) untersuchte Bültsee in Holstein ist vom<br />

Autor (p. 205) den Isoetes - Lobelia Seen zugezählt worden, ein<br />

Lobelia-i^ee im Sinne SAMUELSSONS ist dieser See indessen nicht.<br />

Die Eigenschaften des Wassers und selbst noch die edaphischen<br />

Voraussetzungen sind wohl diejenigen eines Lobelia-i^eos, die Artenzusammensetzung<br />

lässt aber wichtige Unterschiede hervortreten.<br />

Ausser auf das Fehlen einiger typischen Arten wird die Aufmerksamkeit<br />

auf das Vorkommen von solchen Eutraphenten wie Potamogcion<br />

crispus, Slratiotes aloides, Lvmna irisulca und Tijplia angiislifolia<br />

gelenkt, alles Arten, die dem Lobelia-Typ wesensfremd sind. Sie<br />

deuten auf einen hohen Elektrolytgehalt des Wassers, aber wenigstens<br />

der Kalkgehalt desselben (p. 175) hat sich als gering erwiesen.<br />

Das Material von SAUER (1937) enthält keinen einzigen Lobelia-See,<br />

aber der Garrensee und der Ihlsee, von welchen HOLL (1939, p. 355)<br />

Isoeies - Lobelia - Litorella-AHfi07.\ii{\onen beschreibt, sind offenbar<br />

hier einzureihen.<br />

Auch ALMQVIST (1929) hat einige Lobelia-Secii untersucht, die in<br />

seinem Untersuchungsgebiet, in der Provinz Uppland, Seltenheiten<br />

sind. In Übereinstimmung mit SAML^ELSSON hat er dem Lobelia-


Aim, Bot. Soc. Zool.-Jiot. Vnniimo, 15, ii:o 5. 157<br />

Typ auch Braunwassersecn zugeführt, iu denen z.B. Isoétes lacmlre.<br />

j»änzlich fehlt. Der als typischster Vertreter der Gruppe erwähnte<br />

Siggefora-See (Tab. 9, Nr. 2) ist ebenfalls ein Braunwassersee mit<br />

geringer Sichtliefe des Wassers (I.OHAMMAR 1938, p. 14) und u.a.<br />

Scirpii^ laciister als eine Charakterart.<br />

Die sauren Klarwasserseen IVERSENS (1929, p. 304) entsprechen<br />

reellt vorzüglich dem Lobelid-Typ in unserem Sinne. Er identifiziert<br />

sie mit den Lobelia - /.soeZßs-Seen DONATS und teilt sie in zwei Fazies,<br />

die stark und die schwach sauren (iewässer ein. Erstere gleichen<br />

den extrem artenarmen Lobelia - Isoetes-^can DONATS. In Finnland<br />

sind solche Seen vorläufig nicht angetroffen worden. Dagegen entspricht<br />

die schwach saure Fazies sowoiil in bezug auf die Artenzusammensetzung<br />

als die Eigenschaften des Wassers meinen Lobelia-<br />

Seen, so gut es in zwei khmatisch derart verschiedenen (iebieten<br />

möglich ist.<br />

Der von LEPILOVA (1933) in Olonetz-Karelien untersuchte Gabozero-See<br />

ist ebenfalls am nächsten den Loü>e/ia-Seen zuzuzählen.<br />

Die vollständigste Schilderung der Makro])hytenvegetation eines<br />

einzelnen Lobelia-i^ecs bringt uns THÜN^IARK (1931) vom See Fiolen<br />

in Schweden.<br />

Polamogeton filiformis - Chara<br />

(Nr. 81-89.)<br />

Ein Typ von durchaus lokalem Charakter, indem sich seine Verbreitung<br />

lediglich auf die Provinzen Kuusamo und Kainuu beschränkt,<br />

und zugleich edaphisch bedingt, wie später (S. 295) noch<br />

ausführlicher zur Bede kommen wird. Ob eutroph oder oligotroph,<br />

ist schwer zu entscheiden gewesen. Der hohe pH-Wert, der in den<br />

südlichen Teilen des Landes eine recht weitgehende Eutropliie voraussetzen<br />

würde, scheint hier indessen nicht massgebend zu sein.<br />

Die llelophytenvegetation der Polamogeton filiformis - Chara-Seeii<br />

ist meistenteils ganz besonders dürftig entwickelt und auch die<br />

I lydrophytenvegetation bringt es an Heichlichkeit nur in Ausnahmefällen<br />

über die Grenze der Üligotrophie hinaus, wohl aber, was die<br />

Artenzahl und die Zusammensetzung des Artenbestandes betrifft.<br />

Weil ich als massgebend für den Eutrophie-Begriff die Vegetation


158 L. Marislo, Die floristiseheii Scetypcii Fiiinlaiuls.<br />

ebensogut wie die Flora betraciitet liabe, habe icli diesen sowohl<br />

physiognomisch als quantitativ dürftigen Seetyj) auf der oligotrophen<br />

Seite der die beiden grossen Hauptgruppea trennenden Grenze<br />

belassen. Bei der Benennung des Typs musste zum Teil zu den Kryj)logamen<br />

und damit zu schwer wahrnehmbaren Arten gegriffen werden.<br />

Dieser Nacliteil wird indessen gewissermassen dadurch aufgehoben,<br />

dass die Nennarten im engsten Verhältnis zu denjenigen<br />

Faktoren stehen, die den Sondercharakter dieser Seen bestimmen.<br />

Die Zahl der untersuchten Gebiete beläuft sich in diesem Typ auf<br />

insgesamt 9. Ihre Grösse variiert zwischen O.i km^ (Nr. 86 llorkanlampi)<br />

und 227.5 km^ (Nr. 81 Yläkitkajärvi) um den Mittelwert von<br />

29.2 km^ (unter Ausschluss des Yläkitkajärvi l.i km'^) herum. Der<br />

letztgenannte See wurde nur an einem Punkt im östlichen Teil untersucht,<br />

der in bezug auf seinen Felsgrund zugleich das Ijasischsle<br />

Gebiet am ganzen See darstellen dürfte, weshalb es möglich seiti<br />

kann, dass die Vegetation in den übrigen Teilen des Sees nicht ganz<br />

gleichartig beschaffen ist. Es wäre jedoch noch weniger berechtigt,<br />

die Stellung des Sees in der Typeneinteilung auf Grund blosser Annahmen<br />

zu bestimmen, und darum habe ich den See nach der Vegetation<br />

der untersuchten Fläche bei Vasaraperä beim vorliegenden Ty[)<br />

eingereiht. Die Farbe des Wassers wechselt von grüngelb l)is blaugrün.<br />

Die Sichttiefe beträgt durchschnittlich 5.3 m und bewegt sich<br />

innerhalb der Grenzwerte 4.5-0.5 m - die Variation ist also recht<br />

gering. pH durchschnittlich 7.5, Grenzwerte 7.3-7.9, letzterer vom<br />

Korvasjärvi (Nr. 89) und bedeutend niedriger als der von VAAKAMA<br />

(mündl. Mitt.) vom gleichen See mit dem Indikator von MEKCK<br />

gemessene Wert 8.8. IVERSEN(1929, p. 289) hat indessen nachgewiesen,<br />

dass eine derartige Variation keineswegs unmöglich ist, und ein Teil<br />

{les Unterschiedes ist auf jeden Fall auf die Verschiedenheit der Messungsmethoden<br />

zurückzuführen.<br />

Die durchschnittliche Zahl der Wasserpflanzenarten beträgt in<br />

diesem Typ 18. Die Variation ist allerdings in Abhängigkeit von der<br />

Grösse der Seen beträchtlich - so wurden im Ilorkanlampi nur 7<br />

Arten angetroffen, während sich ihre Zahl im Yläkitkajärvi auf 28<br />

beläuft. Von Eutraphenten entfallen auf jeden See durchschnittlich 3.<br />

Im Ilyypiöjärvi (Nr. 85) und im vorgenannten Ilorkanlampi<br />

gab es nur je eine eutraphente Art, aber auf der begrenzten Untersuchungsfläche<br />

des Paanajärvi (Nr.


Ann. J3


1()0 L. Maristo, Die floristischcii Seetyi)en Finnlands.<br />

den iUmgeii Teilen des Sees ziemlicli sicher zu finden ist. Als nächste<br />

folgen dann Sparganiiim affine und Friesii mit den Frequenzprozenten<br />

56 und 33. Die übrigen Arten, z.B. Potamogeton nutans und<br />

Polygonum amphibium, sind auf den Seen des Typs nur gelegentlicli<br />

zu finden.<br />

Die Gruppe der Wasser-Schwimmblattkräuter ist dagegen in<br />

ihrer Gesamtheit vertreten (Tab. 2). Ranunculus pelialus ist mit<br />

Ausnahme des Horkanlampi in sämtlichen Seen zu finden. Obwohl<br />

die Art stets nur an wenigen Punkten des betreffenden Sees auftritt,<br />

kann man sie dennoch geradezu als eine Cliarakterart dieser Seen<br />

betrachten. Ebenso wurde Potamogeton gramineus in sämtlichen<br />

untersuchten Seen des Kuusamo-Gebietes, vielerorts reichlich im<br />

seicliten Wasser gefunden.<br />

Unter den Wasserblattkräutern sind vier untereinander gleich<br />

häufig, indem jede auf zwei Untersucliungsflächen fehlt und also den<br />

gleichen Frequenzwert, 78 %, besitzt. Diese Arten sind Potamogeton<br />

praelongus, P. filiformis, P. perfolialus und Mijriophijllum alterniflorum.<br />

Besondere Beaclitung verdient von ihnen wegen seiner Heliktnatur<br />

Potamogeton filiformis. Die Art fehlt im Salmijärvi (Nr. 87)<br />

und im Horkanlampi, tritt aber auf den Untersuchungsflächen des<br />

Kuusamo-(iebietes sehr charakteristisch auf. Stellenweise war sie<br />

auf dem Sandboden nur vereinzelt zu finden, aber z.B. im Korvasjärvi,<br />

wo der Seeboden an verschiedenen Punkten aus Verwitterungsprodukten<br />

kalkhaltiger Gesteine besteht, entfaltete sie sich zu einem<br />

beträchtlichen Reichtum. Als nächste folgen nach dieser Gruppe<br />

dann die ebenfalls alkaliphilen Arten Mijriopliyllum spicatum und<br />

Callitriche antumnalis nebst dem schwach eutraphenten Potamogeton<br />

pusilliis. Die erstgenannte Art tritt in ein paar Fällen nur auf einer<br />

begrenzten Fläche, hier aber in ungemein dichtem, bis volle 100%<br />

deckendem Bestand auf. *<br />

Die meisten Grundblattkräuter scheinen trotz des klaren Wassers<br />

nicht besonders gut zu gedeihen. Dieser Umstand dürfte als Hinweis<br />

darauf gelten können, dass diese Lebensform meistenteils einen<br />

allzu kalkhaltigen Standboden und alkalisches Wasser meidet<br />

(vgl. S. 222). Häufigste Art ist Ranunculus reptans mit 78 %, danach<br />

folgen die beiden Jsoetes-Arien mit je 07 und Suhularia aqualica mit<br />

50 %. Lobelia wurde recht spärlich nur von vier Seen verzeichnet.


Ann. J^ol. Soc. Zool.-Jiol. I'Y'nn. Vanamo, 15, n:o 5. 161<br />

Auch die Uferllora ist arteiiarm. Der Hauptanleil eiiLfäJlt auf<br />

Carex rosiraia, die nur auf der Uiitersuchurigsfläclie am Paanajärvi<br />

fehlte, lm übrigen sind aber die Seggenbestände meist licht und<br />

von beschränkter Flächenausdehnung. Als näciiste in der Mäufigkeitsfolge<br />

der Seggen stehen Carex lasiocurpa und C. gracilis. Aus<br />

dem übrigen Artenbesland sind an erster Stelle die Ubiquisten Comariim<br />

paluslre und Meiujanilics Irijoliula zu erwähnen.<br />

. Als Ty[)enbeispiele der Potamogetoii filiforinis - Chara -Seen<br />

könnte man den Sovajärvi (Nr. 88) sowie den oben bereits erwähnten<br />

Oivankijärvi wählen. Diese bihlen gleichsam den ))Normaltyp»,<br />

von welchem die übrigen Seen nach versciiiedenen lliciitungen hin<br />

ausstrahlen. Am stärksten alkalisch ist der Korvasjärvi. Besonders<br />

in den seichten Buchten an den beiden Enden dieses Sees haben sich<br />

so di(^ke Lagen loser Kalkgyttja abgesetzt, dass die meisten im See<br />

gedeihenden Arten hier niclit Wurzel fassen können. Dieser See<br />

vermittelt aucii gleichsam zum Slratiotes-Vy\), dem am strengsten<br />

alkalischen aller Seetypen Lapplands und ganz Finnlands, hinüber.<br />

Dem Paanajärvi verleiht ein von den übrigen Seen etwas abweichendes<br />

Gepräge zunächst der Umstand, dass die Ufer zum grössten Teil<br />

selir steil sind und dadurch der Wasservegetation entbehren. Die<br />

grosse jährliciie Wasserstandsschwankung wiederum bedingt, dass<br />

die Grupj)e der llelophyten hier nur spärlich vertreten ist. An der<br />

]\lündung des Oulankajoki begegnet man allerdings einer reichen<br />

1 lydrophytenvegetation. Über die eventuelle Verschiedenheit der<br />

einzelnen Teile des Yläkitkajärvi ist vorhin (S. 158) bereits die<br />

Bede gewesen, desgleichen über die Ijesonderen Eigenschaftszüge<br />

der Seen Morkanlami)i und Salmijärvi in der Provinz Ivainuu.<br />

CnDJEiiciiEUTZ (1937, ]). 331) hat auf Ahvenaujuaa in Anlehnung<br />

an ALMQUIST (192U) C/io/7


162 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />

ein eutrophes Allgcmeingeprägc nnd sind dadurch eher einem später<br />

noch zur Sprache kommenden eutrophen Seetyp gleichzustellen.<br />

SAMUELSSON (p. 12) weist allerdings auf das Vorkommen solcher<br />

Seen auf Gotland und Öland liin. Der spärliche Artenbestand des<br />

von STERNER (1926, p. 197) untersuchten einzigen Sees Ölands, dem<br />

Hornsjö, lässt tatsächlich einige Übereinstimmungen mit dem Artenbestand<br />

der Polamogetoii filiformis - C/iar«-Seen des Kuusamo-<br />

Gebietes erkennen. Solche gemeinsame Arten sind Potamogeton praelongiis,<br />

P. gramineus und Myriophglliim spicaturn und an der Stelle<br />

von Potamogeton filiformis haben wir hier P. pectinatus, eine Art,<br />

die sich in bezug auf ihre Ansprüche recht wolil als Vikariante<br />

eignet. Ausserdem werden Charazeen reichlich erwähnt.<br />

Zuerst wurde der Charci-Typ von ALMQUIST (1929) in der schwedisclien<br />

Provinz Uppland unterschieden. Die von ihm diesem Typ<br />

zugeordneten Seen sind jung und nur ganz unl)edeutend über dem<br />

Meeresspiegel erhoben. Daraus folgt, dass sicli in ihrem Artenbestand<br />

zahlreiche Brackwasserrelikte einen erheblichen Anteil erringen. Die<br />

Vegetation ist gewöhnlicli üppig und artenreich, es handelt sich eben<br />

um eutrophe kalkreiche Gewässer. Darin liegt auch der Grundunterschied<br />

zwischen den Cliara-Seen ALMQUISTS und meinen Potamogeton<br />

filiformis - C/uir«-Seen. Ausserdem stehen beide auch morph(>metrisch<br />

in direkten Kontrast miteinander. - Das eutrophe Gepräge<br />

der Cliara-^ccn Norwegens (BKAARÜD & AALEN 1939) ist nicht<br />

klar. Das Wasser ist in ihnen durch Einwirkung klimatischer Faktoren<br />

sehr humusreich, was ihre endgültige A))trennung als selbständigen<br />

üntertyp bedingen dürfte.<br />

In Dänemark hat IVERSEN (1929) eine Reihe alkalischer Gewässer<br />

untersucht. Der überwiegende Teil dieser Seen ist im Hinblick<br />

auf ihren Makrophyteni)estand sehr eutroph und entspricht auch<br />

nach IVERSEN (p. 30G) den Potamogeton-Seen SAMUELSSONS (1925).<br />

Betrachtet man aber das Artenverzeichnis und die Beschreibungen<br />

der Seen Nr. 38, 40 und 41 bei IVERSEN, SO kommt man zu dem<br />

Schluss, dass es sich hier um den C7»«ra-Typ ALMQUISTS, in dänische<br />

Verhältnisse übertragen, handelt. IVERSEN unterscheidet noch die<br />

»Kreideseen», einen extremen Kalkseetyp. Es sind alkalische Seen<br />

mit oligotropher Vegetation, vergleichbar z.B. mit dem Ilornsjö auf<br />

Öland (STERNER 1926, p. 198), scliwieriger aber mit den Potamogeton<br />

filiformis - Chara-^een in Kuusamo.


Ann. liot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:() ."). 329<br />

Der obige Vergleich lässt erkennen, dass die lioiie Lage der Seen<br />

von Kuusamo, d.h. ihr beträchtliches Alter im Vergleich zu den alkalischen<br />

Seen Schwedens und Dänemarks zusammen mit den abweichenden<br />

klimatischen Verliältnissen zu der Entstehung eines in<br />

bezug auf seine AIakro})hytenvegetation lokalen alkalischen Seetyps<br />

geführt haben. Dieser bildet zugleich auch einen guten Untertyp<br />

im kollektiven Seetyp der alkalisciien Klarwasserseen bei der<br />

Errichtung eines weitgreifenderen regionalen Tyjjensystems.<br />

Carex-iy\).<br />

(Nr. 90 - 92.)<br />

Auch im iiördlichsteu Finnisch-Lappland, wo etwa die Hallte<br />

der Makrophytenarten unserer Gewässer nicht mehr zu gedeihen<br />

vermag, gibt es reichlich Seen. Ihre Unterbringung bei den südlicheren<br />

Seetypen ist indessen nicht möglich. Den auffälligsten Unterschied<br />

bildet das spärliche Vorkommen der Helophyten. Die Ufer<br />

können auf weiten Strecken völlig der Makrophytenvegetation enlbehren<br />

(Abb. 20), während im übrigen die Seggen nahezu die einzige<br />

sichtbare Vegetation an der Wasserlinie darstellen. An geschützten<br />

Uferstrecken kann sich dieser Seggengürtel über mehrere hundert<br />

Abb. 20. Nr, Ol Vastvisjärvi. Vegetationsloses Witulufor. In der Buolit im<br />

Flinterf^rund ein Carex /v>s/rfl


161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />

Meter erstrecken und ist mitunter, obwoiil licht und unterbrochen,<br />

auch an exponierten Ufern anzutreffen. So ist auch die Benennung<br />

des vorliegenden Seetyps nacii der auffälligsten und vorherrschenden<br />

Gattung seiner Uferflora durchaus natürlich. Die Hydrophyten zeigen<br />

indessen eine üi)erraschend reiche Vertretung, so vor allem die Wasser-<br />

und die Grundblattkräuter, die von den strengsten Klimaeinflüssen<br />

weniger stark berührt werden.<br />

' Die Zahl der untersuchten C«rex'-Seen beträgt nur 3. Ihre Grösse<br />

schwankt ungemein, denn der grösste, Nr. 90 Inarijärvi, erstreckt<br />

sicli über eine Fläche von etwa 1 000 km^, während der kleinste,<br />

Nr. 92 Talvitupajärvi, nur 0.45 km^ gross ist. Die Einreihung des<br />

Inarijärvi beim vorliegenden Typ mag in Anbetracht der beträchtlichen<br />

Grösse dieses Sees zunächst befremden. Die in der Artenzusammensetzung<br />

im Vergleich zu den übrigen Carex-^QCii hervortretenden<br />

Unterschiede sind indessen gering und offenbar durch die<br />

Expositionsfaktoren bedingt, und auch die Eigenschaften des Wassers<br />

zeigen eine weitgehende Übereinstimmung. Das pH liegt sehr konstant<br />

bei 6,8-6.9. Das Wasser ist klar, die Sichttiefe beläuft sich<br />

durchschnittlich auf 6.5 m und die Farbe des Wassers schwankt von<br />

gelbgrün bis grün.<br />

Die durchschnittliche Zahl der Wasserpflanzenarten beträgt 16.<br />

Auf dem Inarijärvi wurden insgesamt 22 Arten gezählt, während<br />

der Talvitupajärvi ihrer nicht mehr als 9 aufzuweisen hatte. Auch<br />

die Gruppe der Eutraphenten ist durch drei Arten vertreten, von<br />

denen Polanwgeton pusilliis und Rammcidiis confervoidcs auf je zwei<br />

Seen gefunden wurden.<br />

Oben ging bereits hervor, dass die Bedeutung der Helophyten<br />

als Vegetationskomponente au den Seen des Canu'-Typs gering ist<br />

(vgl. Tab. 3 und 1). Der Schachtelhalm war zwar auf jedem der drei<br />

untersuchten Seen zu finden, stets aber nur in kleinen und lichten<br />

Beständen im Inneren der geschütztem Uferbuchten. An manchen<br />

anderen zum vorliegenden Typ zu zählenden Seen (JÄRNEFELT 1934)<br />

begegnet man allerdings auch dem Schilf, doch tritt auch dieser dann'<br />

nicht zu ausgedehnteren Beständen zusammen. Die Bedeutung des<br />

Tannenwedels ist ungeachtet seines Vorkommens auf sämtlichen drei<br />

Seen gering. '<br />

Die ausgesprochen wichtigste Art unter den Schwimmblättrigen<br />

ist Spurganium (iffiiie, das stellenweise auf der Wasseroberfläche


Alin. Hot. Soc. ZooI.-HoL. l-'cniu N'ananu), 15, n:o f). 1()5<br />


166 L. Marislo, Die florisLischeii SeetyixMi l^'imilands.<br />

I'akloren ausscheidcL und alle übrigen StandorLstaktoren von den<br />

klimatischen Faktoren überdeckt werden (vgl. S. 253), selbst so verschieden<br />

grosse Gewässer wie die drei nntersnchten Seen bei einer<br />

anl" die Makrophytenvegetation begründeten Typeneinteilung mit<br />

voller lierechtignng nnter ein und demselben Namen zusammengefasst<br />

werden.<br />

Die Auffindung von Vergleichspunkten für den Ca/-e.t-Typ in<br />

der Literatur ist schwer. In Finnland ist die Vegetation der lappländischen<br />

(lewässer bisher überhaupt nicht studiert worden. Die<br />

von LOIIAMMAII (1938) in Nordschweden untersuchten Seen sind<br />

wieder um einen (irad eutropher. Dagegen würde ich die meisten<br />

von AiiwrossoN (1925) in Norrland untersuchten Seen beim vorliegenden<br />

Tyj) unterbringen, trotzdem der Verfasser nichts über den<br />

Anteil der C.Vn'c.T-Arten an der Zusammensetzung der Ufervegetation<br />

erwähnt. Die auf die eigentliche Wasserflora und die Durchsichtigkeit<br />

des Wassers ])ezügliciu!n Angaben weisen indessen auf<br />

den Car^';i'-Typ hin. Die geringfügigen Unterschiede finden ihre Erklärung<br />

dadurch, dass die von AIIWIDSSON untersuchten Seen zum<br />

Teil seichte Durchflussseen sind. J)ie Ähnlichkeiten wiederum gründen<br />

sich auf die klimatischen Verhältnisse, sind doch die Untcrsucliungsgebiete<br />

ARWTDSSONS nahezu bei 67° N und 213-504 m ü.d.M.<br />

gelegen. Das jährliche Temperalurmittel ist sowohl dort wie hier das<br />

gleiche (.JOHANSSON 193(), p. 218) und auch der Eisgang findet übereinstimmend<br />

in beiden (iebieten meist nicht vor dem Juni statt.<br />

Auch einige höchstgelegenen Seen Nordschottlands, deren Makro-<br />

])hytenvegetalion WEST (1905) studiert hat, schliessen sich offenbar<br />

eng an den vorliegenden Typ an, wenngleich das Wasser etlicher<br />

Seen stark humushaltig und braun ist.<br />

Trotz der geringen Zahl der untersuchten Gewässer glaube icli<br />

behaui)ten zu können, dass es sich beim Carex-Typ offenbar um<br />

einen unzweifelhaft selbständigen und geographisch deutlich umgrenzbaren<br />

(vgl. S. 290) kargen Seetyj) handelt.


Ann. Bot. Soc. Zool.-lioL. l'"enn. Vanamo, 15, n:o 5. 107<br />

Elodeideii-Typ.<br />

(Nr. 93 -104.)<br />

Dieser nörclliclie Seetyp umfasst eleu grössteu Teil der Seen Südmnd<br />

Westlapplands und enthält zum Teil braune und entweder<br />

neutrale oder schwach alkalisch reagierende Gewässer. Die Makrojjliytenvegetation<br />

kann in ihnen stellenweise durch die basische<br />

Natur des umgebenden Felsgrundes oder der losen Hodenablagerungen<br />

eine geradezu reiche Entfaltung aufweisen, der überwiegende<br />

Mauptteil des Sees trägt indessen gewöhnlich ein dürftigeres Gepräge<br />

(z.B. Nr. 104 Perunkajärvi), wenngleich die Artenliste im ganzen<br />

unter Umständen einen ziemlich eutrophen Eindruck machen kann.<br />

Auf einigen südlichsten Elodeiden-Seen haben sich auch die flöhrichte<br />

zu einer Üppigkeit entwickelt, derlei man z.B. auf den Polamogelon<br />

filiformis - Chara-Seen nicht begegnet. Die l^ntscheidung, ob eutro])h<br />

oder oligotroph, ist denn auch inbetreff des vorliegenden 'lyps sehr<br />

schwierig gewesen. In Anbetracht des lokalen Charakters der l^utrophie<br />

auch an denjenigen Seen, wo sie am deutlichsten zutage tritt,<br />

habe ich aber den Elodeiden-Typ den oligotro})hen Seetyj)en angereiht.<br />

Irgendwelche massgebende einzelne Arten, nach welchen der Typ<br />

l)enannt werden könnte, gibt es nicht. Weil aber das reichliche Vorkommen<br />

der Wasserblattkräuter einen typischen Charakterzug dieser<br />

Seen darstellt, habe ich den Namen daraufhin gewählt. Die Stellung<br />

des Eloideideu-Typs unter den nordfinnischen Seetypen erinnert an<br />

tlen Eqiiiseliim - Phra(Jmilcs-Ty[^ in Südfinnland, indem sich Anknüpfungspunkte<br />

ausser an die übrigen nördlichen Typen auch an<br />

gewisse südliche finden.<br />

Dem hvlodeiden-Tyj) habe ich 12 der von mir untersuchten Seen<br />

zugezählt. Ihre Grösse schwankt zwischen O.a und 19.3 km'-^, der<br />

mittlere Flächeninhalt beträgt (1.2 km-. Die Farbe des Wassers zeigt<br />

verschiedene Abstufungen von braun bis gelbgrün. In dieser Beziehung<br />

können zwei (iruppen unterschieden werden, denn in den<br />

Seen Nordwest- und Binnenlaj)plands ist der llumusgehalt des Wassers<br />

deutlich geringer als in Südlappland, Die mittlere Sichttiefe<br />

beläuft sich auf 2.Ü m, die Grenzwerte betragen l.o m (Nr. 93 Saiveljärvi)<br />

und 3.3 m (Nr. 94 Orajärvi). pH liegt durchsclinittlich bei 7.i,<br />

Grenzwerte s'.nd (>.7 (Nr. 95 Vaalajärvi) utul 7.5 (Nr. 100 Särkijärvi).


1()8 L. Maristu, Die fiorisUscluMi Seetypcii Filmlands.<br />

Die Zahl der Wasserjjflanzenarten l)eläuft sich durchschnittlicii<br />

auf 22. Die höchste Anzahl, 33 Arten, wurde auf den Seen Vähä<br />

I.ohijärvi (Nr. 102) und Majamalompolo (Nr. 103) gefunden, darunter<br />

6 eutraphente Arten. Auf dem Saiveljärvi beschränkte sich die<br />

Zahl der Wasserpflanzen dagegen auf nur 8. Vom eutraphenten Arienbestand<br />

entfallen auf jeden See durchschnittlich 3 Arten, die<br />

Gesamtzahl der Vorkommnisse beträgt 31, davon ganze 28<br />

aus der (i r u p p e der W a s s e r b 1 a t t k r ä u t e r, die<br />

übrigen drei beziehen sich auf Sagiltaria natans. Die häufigste<br />

cutrai)hente Art war Potamogetoii pusilliis, die nur im Särkijärvi<br />

fehlte.<br />

Wie auch schon aus der Verteilung des eutraphenten Artenbestandes<br />

zu ersehen ist, sind die Wasserblattkräuter die wichtigste Lebensform<br />

in der Vegetation dieser Seen. Ihr Anteil beläuft sich im vorliegenden<br />

Typ auf 28 % vgm gesamten Artenbestand, d.h. auf einen<br />

etwas geringeren Betrag als im Polamogelon filiformis - C/ia/a-Typ<br />

(Tab, 4), Im ganzen ist aber die Zahl der Wasserblattkräuter im<br />

Elodeiden-Typ grösser (Tab. 3) und auch die Häufigkeitsprozente<br />

der einzelnen Arten liegen hier zumeist höher. An den zweiten Platz<br />

stellen sich dann die Schwimmblattkräuter, während sowohl die<br />

Ilelophyten als die Grundblattkräuter es nicht höher als bis 19.5 %<br />

bringen.<br />

Wassermoose gab es in mehreren Seen, so z.B. im Sieppijärvi<br />

(Nr. 101) und im Vaalajärvi stellenweise sehr reichlich, nur im Särkijärvi<br />

fand ich solche überhaupt nicht. Die häufigsten Arten waren<br />

Drepanocladiis Sendlneri auf 10 und Calliergon megaloplujlliim auf ß<br />

Seen. Von Charazeen wurde Nitella flexilis auf 9 Seen angetroffen.<br />

Der Schachtelhalm ist auf den Elodeiden-Seen ein ausgesprochener<br />

Ubiquist. Vorherrschend tritt er indessen nur an drei Seen auf<br />

und an manchen Seen begegnet man ihm nur spärlich. Den gleichen<br />

Anteil an der Zusammensetzung der Vegetation erringen sich Phragmiies<br />

und ScArpiis lacusier mit etwas grösserem oder dem gleichen<br />

Reichlichkeitsmittelwert wie beim Schachtelhalm (Tab. 2). Auf den<br />

artenreichsten Seen dominiert Scirpns lacusier unter Bildung von reinen,<br />

dichten Beständen (Abb, 21), die den Helophytengürtel nach<br />

aussen hin begrenzen und in bestimmter Tiefe aufhören. Diese letztgenannten<br />

Seen erinnern an die südlichen Scirpiis lacusier-^cen auch<br />

durch die Eigenschaften des Wassers, aber vor allem das reiche Auf-


Ann. liol. St)c. Zool.-liaL. Fenn. Vaiunno, J 5, nio ,'). J(i9<br />

^Vl)b. 21. Nr. JOJ Perunkajärvi. Diclite Scirpus lacuster- und Phragmiles-<br />

Röhrichte in der vegetationsreichen Buclit am Ostufer. Im Vordergrund<br />

gemälitor Carcx roslrata -Bestand.<br />

treten der Wasser- und der Grnndhlattkräuter verhindern ihre Einverleibung<br />

mit dem erwähnten Typ. Scirpus lacuster felilt indessen<br />

auf insgesamt fünf, zur Hauptsache nördlichen Untersuchungsflächen.<br />

Die Bedeutung von Scirpus eupahisler ist gering; nur an den<br />

flachen Sandlehmufern des Fosiojärvi (Nr. 96) tritt die x\rt stellenweise<br />

zu grösseren einheitliclien Beständen zusammen.<br />

Von den eigentlichen Luftblattkräutern ist Lysiniachia tlujrsiflora<br />

die wiclitigste Art und auf sämtlichen untersuchten Seen zu<br />

finden. Nirgends tritt sie aber besonders reichlich auf und bildet nur<br />

selten geschlossene Bestände, weshalb sie trotz ihrer Häufigkeit nicht<br />

als Charakterart betrachtet werden kann. Das Frequenzprozent von<br />

Sparganium simplex beträgt ü7; auf jenen nördlichen Seen ist die<br />

Art stets nur in ihrer schwimmblättrigen Form zu finden.<br />

Unter den Schwimmblattkräutern ist Nuphar luteum nicht wie<br />

in den meisten anderen Seetypen alleinherrschend, sondern zum<br />

gleichen Frequenzwert (92 %) heran kommt auch Sparganium Friesii,<br />

dessen Reichlichkeitsmittelwert überdies hoher ist (Tab. 2). Die Sparganium-Arten<br />

treten auf manchen Seen jener nördlichen Gebiete<br />

fast durchgehends steril auf, so dass man auch bei der Bestimmung<br />

dieser sterilen Vorkommnisse lediglich auf die wenigen blühenden<br />

Individuen angewiesen ist, denen man hin und wieder zufällig be-


161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />

i>egnct. Die meisten anderen Schwimmblättrigen fehlen in den nördlichsten<br />

nntersuchten Seen des Typs und erhalten dadurch einen<br />

niedrigeren Frequenzwert, so z.B. Nijmphaea Candida (67 %) und<br />

l^olarnogeton nalans (58 %),<br />

Unter den Wasser-Sciiwimmblattkräutern iai Raiiiuiculus pelialus<br />

die liäufigste Art, indem sie nur auf einer einzigen Untersuchungsfläche<br />

fehlt. Beachtung verdient der Umstand, dass die Art überhau})t<br />

in so trübem Wasser, wie das der Elodeiden-Seen, zu finden ist.<br />

Der Fre(juenzwert von Potarnogeton gramineiis beträgt 75 %. Die Art<br />

ist recht unauffällig, obwohl sie durch ihr mitunter überaus reichliches<br />

Auftreten geradezu als Charakterart gelten könnte.<br />

Wie oben bereits erwähnt, sind die Wasserblattkräuter im Ilin-<br />

])lick auf die Artenzahl die dominierende Lebensform der Elodeiden-<br />

Seen. Drei Arten sind im Bereich des Typs als sehr häufig zu bezeichnen.<br />

Potamogelon pcrfoliaiiis ist in sämtlichen untersuchten Seen zu finden,<br />

auf manchen Seen l)egegnet man der Art geradezu überall. Der<br />

lleichliclikeilsmitlehvert kann indessen nicht zu einer beträchtlicheren<br />

Höhe ansteigen, weil die Art gewöhnlich nicht zu dichten, geschlossenen<br />

Beständen zusammentritt, sondern den Seeboden in mehr<br />

oder minder lichter Verteilung besiedelt. Als nächste in der Häufigkeitsreihenfoige<br />

kommen Polumogeloii pusillus (vgl. S. 168) und<br />

Mgriophylliini aUerniflonim (75 %). Alle übrigen Wasserblattkräuter<br />

machen dagegen bei 50 % oder schon darunterhalb halt.<br />

Häufigste Grundblattkräuter sind Scirpus acicularis und Ranunculus<br />

replans (92 %), die nur am Saiveljärvi fehlen. Tiefer hinaus<br />

gehende Arten gibt es weniger, hau})tsächlich wegen der schwachen<br />

]3urchsichtigkeit des Wassers.<br />

Unter den Seggen dominiert Carex roslrala, der man an sämtlichen<br />

Seen begegnet. Die Art ist ausgesprochen eurytraphent und scheint<br />

sich nicht viel um Beaktions- und Klimadifferenzen zu kümmern.<br />

Der Frequenzwert von Carex gracilis lautet auf 50 %, alle anderen<br />

.Seggenarten bleiben schon bei niedrigeren Prozentwerlen stehen.<br />

Von den übrigen Pflanzen des Ufers ist Comarum paluslrc völlig mit<br />

Carex roslrala vergleichbar und auf jeder Untersuchungsflüche vorhanden.<br />

Häufig sind ferner Menijanlhes Irifoliala und Callha paluslris<br />

(83 bzw. 75 %).<br />

Die Untersuchungsflächen des Elodeiden-Typs verteilen sich auf<br />

mehrere kleine, aber doch deutlich gegeneinander abgrenzbare


Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 171<br />

Gruppen, von denen sich diese oder jene auf Grund eines uinfanj^reiciieren<br />

Materials vielleicht als selbständige Typenvariante abtrennen<br />

liesse. Zunächst bilden die braunen Scirpns laciister-rc\chc,i\<br />

Seen (vgl. S. 108) eine Gruppe, die dem schwach eutrophen südlichen<br />

Scirpiis lacuster -Typ entspricht und die eutrophsten Elodeiden-<br />

Seen umfasst. Als zweite Gruppe heben sich von den übrigen die<br />

drei nordwestlappländischen Untersuchungsflächen Nr. 98-100,<br />

und zwar in erster Linie durch die geringe Artenzahl und die Eigenschaften<br />

des Wassers ab. Der dritten Gruppe fällt sodann der gesamte<br />

Rest der Seen zu, jedoch mit Ausnahme des Saiveljärvi, dessen<br />

trübes Wasser die Entscheidung der Tyjienzugehörigkeit am meisten<br />

erschwerte. Der See ist ganz ofrenl)ar als ein Zwisclienglied zwischen<br />

dem Elodeiden- und dem Slratiotes-ryp zu betrachten, an dessen<br />

Verbreitungsgrenze er sich auch befindet. Sein Wasser ist indessen<br />

nicht annähernd so alkalisch wie in den Stratiotes-Seen und audi<br />

der Artenbestand ist dürftiger, indem u.a. die Nennart des letztgenannten<br />

Typs fehlt.<br />

Für den Elodeiden-Typ ergeben sicli in der Literatur nur geringe<br />

Vergleichsmöglichkeiten. Der einzigen begegnen wir in den von<br />

LOHAMMAR (1938) untersuchten Seen in Norrland und Torne Lappland,<br />

von welchen ganze 52 nördlich des Ob. Breitegrades und höchstens<br />

65 km von der finnischen (irenze entfernt liegen. Indem auch<br />

der Felsgrund beiderseits der Grenze recht gleichartig beschaffen ist,<br />

gestaltet sich der Vergleich um so ergiebiger.<br />

Unter jenen nördlichen Untersuchungsflächen LOIIAMMARS findet<br />

sicli kein einziger etwa zum Potamogeton filiformis - Chara- oder zum<br />

Lobelia-Typ zu zählender Klarwassersee. Dagegen lässt sich zumindest<br />

die Hälfte derselben beim Elodeiden-Typ in seiner von mir<br />

gegebenen Fassung unterbringen. So schliessen sicli z.B. LOIIAMMARS<br />

Nr. 158, 159, 162 und 164 eng an meine nordwestliche Gruppe von<br />

Muonio (Nr. 08-100) an. Nr. 145, 153 und 156 nähern sich wiederum<br />

meinen Scirpus lacuster-rcichcn Elodeiden-Seen. Ein Teil der nördlichen<br />

Seen LOIIAMMARS findet aber keinen Platz im Elodeiden-Typ,<br />

sondern ist gewissen südlichen Typen (vgl. S. 139) zuzuordnen, die<br />

in nahezu typischer Ausbildung noch bis in die Gegenden des Polarkreises<br />

vordringen können.<br />

12


172 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />

2. EUTROPHE SEETYPEN.<br />

Scirpiis laciister -Tyj).<br />

(Nr. 105 -114.)<br />

Dieser Typ umfasst hauptsächlich seichte und fast ausschliesslich<br />

kulturbeeinflusste Seen, denen man auf „nährstoffreicherem .Boden<br />

auch in sonst karger Umgebung begegnen kann. Der Typ ist von<br />

den südlichen Teilen des Landes bis an die Grenze von Nord-Pohjanmaa<br />

verbreitet und sein wichtigster Charakterzug, die grösstenteils<br />

von dichten Röhrichten umsäumten Ufer, an denen die dichtesten<br />

und ausgedehntesten Bestände von der Nennart gebildet werden,<br />

ist überall der gleiche.<br />

Die gesamte Zahl der untersuchten Seen beläuft sich auf 10. Es<br />

sind meist mittelgrosse Seen mit einer durchschnittlichen Flächenausdehnung<br />

von 6.0 km^. Der kleinste, Nr. 112 Stor Lonoksträsk,<br />

misst 0,84 km^ und der grösste, Nr. 108 Näläntöjärvi, 16.o km^. Die<br />

grösste Tiefe (S.5 m) zeigt wiederum Nr. 109 Kiuruvesi (JÄKNEPELT<br />

1936 b, p. 84). ^gas_JW^s^er„ji.er . iScirp^«^^ ist braun<br />

QdfiL gelbbraun und stets polyhumos. Die Sichttiefe beträgt durchschnittlich<br />

1.0 m; am grössten (1.4 m) wurde sie im vorgenannten<br />

Kiuruvesi sowie im Niemisjärvi (Nr. 110) gefunden, während der<br />

geringste Wert, 0.4 m, sich im Stor Lonoksträsk ergab. Vorübergehend<br />

können auch niedrigere Werte erreicht werden, denn in jenen<br />

seichten, schlammgründigen Seen wird das Wasser durch Einwirkung<br />

des Windes sehr leicht getrübt. Das pH bewegt sich um den Mittelwert<br />

von 6.9 herum innerhalb der Grenzen von 6.6^-7-5- Eine so grosse<br />

Amplitude braucht indessen nicht zu verwundern, denn je reicher<br />

die Vegetation eines Sees ist, desto grösser sind auch die sowohl<br />

täglichen als periodischen Schwankungen des pH-Wertes. Ausserdem<br />

ist das Wasser gerade beiderseits des Neutralpunktes zumeist<br />

am schwächsten gepuffert und gegen Aziditätsveränderungen besonders<br />

empfindlich. Am alkalischsten war das Wasser im Ridasjärvi<br />

(Nr. IIS), während der niedrigste pH-Wert im vorher bereits<br />

erwähnten Näläntöjärvi gefunden wurde.<br />

Wasserpflanzen gibt es im Typ durchschnittlich 18. Die geringste<br />

Zahl, 10 Arten, wurde im Evijärvi HI (Nr. 107), die grösste, 26<br />

Arten, im Köyliönjärvi (Nr. 114) gefunden. Von Eutraphenten enl-


Anil. Hot. Soc, Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, ii:o 5. 173<br />

fallen auf jeden See durchschnittlich 3. Im Ylisenjärvi (Nr. 106)<br />

wurde keine einzige eutraphente Art gefunden, während sich iiire<br />

Zahl im Köyliönjärvi auf 7 belief. Im ganzen beträgt die Anzahl<br />

der Eutraplientenvorkommnisse 29, davon entfällt, wie üblich auf<br />

eutrophen Seen, der grösste Teil auf die Gruppe der Helophyten,<br />

auch wenn sich Elatinc iriandra mit 4 Funden an die Spitze aller<br />

stellt.<br />

Die ausgesprochen dominierende und tongebendste Lebensform<br />

auf den Scirpus laciisier-Seen sind die Helophyten, deren Anteil<br />

sich auf 38 % vom gesamten Artenbestand und auf 88 % von sämtlichen<br />

angetroffenen Helophyten (Tab. 3) beläuft. An folgender<br />

Stelle stehen die Schwimmblättrigen mit 27 %. Ihre physiognomische<br />

Bedeutung ist auf den Scirpus laciisier-Seen nicht so gross wie in<br />

einigen anderen Seetypen, wo sie in geringeren Prozentanteilen vorkommen,<br />

wo aber auch die Röhrichte nicht eine derart zentrale<br />

Stellung einnehmen, wie im vorliegenden Typ. Die übrigen Lebensformen<br />

bleiben alsdann schon erheblich hinter diesen beiden zurück.<br />

Die Wasserblatt- und die Grundblattkrauter bringen es beide zu<br />

13.5%, betrachten wir aber die Frequenzprozente in Tab. 2, so finden<br />

wir den Anteil dieser zwei Lebensformen noch unbedeutender, als<br />

es der obige Prozentwert Vorscheinen lässt. Freischwimmer wurden<br />

nur in einem See gefunden, welches angibt, dass stark humushaltige<br />

Wässer, trotz des sonst gelegentlicii eutrophen Charakters ihrer<br />

Vegetation, sich für diese Lebensform dennoch nicht als Standorte<br />

eignen. Einen wichtigen Sondercharakter stellt ferner das völlige<br />

Fehlen der Charazeen dar. Wassermoose können dagegen in den<br />

seichten Uferbuchten mitunter geradezu massenhaft zu finden sein;<br />

auch im Röhricht kann man ihnen begegnen, und es kann vorkommen,<br />

dass sie auf begrenzten Flächen sämtliche übrige höhere Vegetation<br />

vollends erstickt haben. Die wichtigsten Arten sind Drepanocladus<br />

Sendtneri und D. trichophijllus.<br />

In seinem eigenen Seetyp tritt S^irpusjacuster in möglichst ausgesprochener<br />

Ppminanz auf. Die Röhrichte grenzen oft schroff wie<br />

eine Wand an das freie Wasser und sind zumeist gerade an ihrem<br />

äusseren Rande am dichtesten. Gegen das Ufer hin geht das reine<br />

Scirpus-Röhncht oft in einen Mischbestand mit Pliragmites über,<br />

seltener folgt darauf noch ein reiner Schilf- oder Schachtelhalmgürtel.<br />

Beide letztgenannten Arten sind in untereinander gleichen Frequenz-


17 1 L. Maristo, Die floristisclien vSeetypen Finnlaiuls.<br />

und Heiclilichkeitsanteilen (Tab. 2) in sämtlichen untersuchten Seen<br />

des Typs zu finden. Scirpiis eiipaluster fehlt auf drei Seen völlig und<br />

erringt sich auch sonst nur einen recht unbedeutenden Anteil. Auf<br />

dem Stor Lonoksträsk sowie auf dem E vi järvi III gibt es ausserdem<br />

einige dichte Bestände von Tijplia angustifolia (Abb. 10).<br />

Von den eigentlichen Luftblattkräutern steht AUsma plantago<br />

an erster Stelle. Man begegnet ihr auf jedem See, selten jedoch in<br />

geschlossenen Beständen, sondern meist als Beimischung im Eulitoral.<br />

Häufig vorkommend (80 %) ist auch Sparganiiim simplex, und<br />

zwar im Gegensatz zu den vorhergehenden Typen zumeist in seiner<br />

hiftblättrigen Form. Auch Lysimachia thijrsiflora ist ziemlich häufig<br />

(70 %), sämtliche übrigen Luftblattkräuter bleiben dagegen sclion<br />

hinter der 50 % -Grenze zurück.<br />

Unter den Sclnvimmblättrigen ist Polamogelon naians die wich-,<br />

tigste Art und auf sämtliciien Seen bald in kleineren, bald in grösseren,<br />

die Wasseroberfläche ausserhalb des Scirpiis laciister-Gürtch<br />

bedeckenden Beständen zu finden. Nuphar luteum fehlt in einem See,<br />

in welchem aber statt desseg^AT. pij/niZumiingetroffen wurde. In der<br />

Mäufigkeitsordnung folgt dann Ni/mphaea Candida mit 60 % (auf<br />

zwei Seen wurde auch N. alba notiert). Alle übrigen Schwimmblattkräuter<br />

erreichen nicht 50 %. Besonders fällt auf, dass Sparganiiim<br />

Friesii und S. affine in den meisten Scirpiis laciister-Seen völlig<br />

fehlen. - Wasser-Schwimmblattkräuter sind nur spärlich vorhanden.<br />

Häufigstes Wasserblattkraut ist Polamogelon perfoliatus, jedoch<br />

mit nicht mehr als 60 % und einem auch sonst nur spärlichen oder<br />

zerstreuten Vorkommen. Die übrigen Wasserblattkräuter, darunter<br />

die vorgenannten eutraphenten Arten (Tab. 2), sind noch seltener.<br />

Utriciilaria-Arten, die allem Anschein nach recht geringe Ansprüche<br />

auf den Lichtgenuss machen, gab es in vier Seen, gewöhnlich massenhaft<br />

in seichten und geschützten Uferbuchten.<br />

Einen wesentlichen Zug des Scirpiis laciisler-Tyyts bildet die<br />

schwache Vertretung der Grundblattkräuter. Namentlich die Oligotraphenten<br />

Jsoeles lacustre und Lobelia fehlen nahezu völlig - nur<br />

ausnahmsweise, wenn am See auch feste, z.B. Grus- und Sandufer<br />

zu finden sind, kann man diesen Arten spärlich begegnen. Beide<br />

wurden nur in je einem der untersuchten Seen vorgefunden. Das<br />

häufigste Grundblattkraut ist Scirpiis aciciilaris (60 %), dem ich<br />

hauptsächlich an den Bootssträndern begegnete. Alle übrigen Arten


Ann. liot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:() ."). 175<br />

kommen niclit bis 50 % heran. Das Fehlen von Subiilaria aqiiatica<br />

in der Mittelwertstabelle verdient notiert zu werden.<br />

Der Seggengürtel besteht hauptsächlich aus Carex gracilis und<br />

C. rosirata. Die Bestände der letzteren Art überwiegen die der ersteren<br />

an Grösse und bilden oft einen eigenen Gürtel an der Wasserlinie,<br />

während Carex gracilis, z.B. am Uidasjärvi und stellenweise auch<br />

anderswo, im seichten Wasser, wo die Dichte des Röhrichts es nicht<br />

verhindert, bültenbildend auftritt. Auch Carex vcsicaria wurde, sowohl<br />

bestandesbildend als zusammen mit C. rosirata, von vier Seen<br />

verzeichnet. Unter den übrigen Pflanzen des Ufers steht natürlich<br />

Comarum palustre nach wie vor an erster Stelle, obwohl die Art nicht<br />

an allen Seen gefunden wurde. Lijihrum salicaria, Ciciita virosa und<br />

Mcnijanthes trifoliala sind schon seltener (40 %).<br />

Auch diese zehn Seen weichen einigermassen voneinander ab. Als<br />

Typenbeispiele Hessen sich der Niemisjärvi und Nr. III Tjusträsk<br />

nennen. Die dürftigsten Vertreter des Typs und dadurch schon an<br />

der Grenze zur oligotrophen Typengruppe gelegen sind der Näläntöjärvi<br />

und der Sulkuenjärvi (Nr. 105). Trotz der Lage dieser beiden<br />

Seen in einer dürftigen Wasserscheidengegend, haben der partielle<br />

Lehmgrund und die geringe Tiefe des Seebeckens in, Zusammenwirkung<br />

mit dem Einfluss der Kultur hier zur Entstehung eines<br />

Scirpiis laciister-^ecs geführt. Der Ylisen järvi wiederum befindet<br />

sich zum Teil auf basischem Gesteinsgrund, der sich im pll-Wert<br />

des Wassers zu erkennen gibt. Ohne diesen edaphischen Faktor<br />

hätten wir sicher einen seichten Eqinseium-S>cc mit einer geringeren<br />

Artenzahl und vor allem einer bescheidneren Produktion an Pflanzenmasse<br />

vor uns. Die Artenzahl der Scirpus laciisicr-Seen ist indessen<br />

nicht das einzig ausschlaggebende Kriterium bei der Beurteilung des<br />

Eutrophiegrades der Seen, und zwar, weil die Konkurrenzfaktoren<br />

sich hier von den früheren Typen abweichend gestalten (vgl. S. 273).<br />

Den geringsten Humusgehalt und zugleich die artenreichste Flora<br />

weist der Köyliönjärvi auf, der damit auch als Verbindunsglied zum<br />

folgenden eutropheren Seetyp anzusprechen ist.<br />

Getrennt ist der Scirpus laciister-Typ in Finnland bisher noch<br />

nicht dargestellt worden. Der von HENKONEN (1935) untersuchte<br />

Weiher Ala-Ruskea ist zwar wohl ein seichter und lehmgyttjagründiger<br />

Kleinsee, dessen Flora gerade derjenigen der Scirpus lacuster-<br />

Seen am nächsten kommt, das Wasser ist aber oligohumos. Diese


176 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />

Eigenschaft des Wassers ist indessen nicht l)eständig, und z.B. der<br />

Name des Sees (ruskea = braun) deutet auf braunes Wasser. Diesen<br />

See hat RENKONEN (p. 76) seiner Kombinationsform III zugezählt,<br />

in welcher die Grundblattkräuter fehlen. Ausser diesem Kleinsee<br />

umfasst die Gruppe eine Anzahl Teichseen mit mehr oder minder<br />

gleichartiger Vegetation. Einen Teil derselben vereint RENKONEN<br />

zum iScirpus-Teichtyp, eine Benennung, die in diesem Falle wohl<br />

angebracht erscheint. Diese Teichseen entsprechen nach RENKONENS<br />

Auffassung dem Potamogeton-Typ SAMUELSSONS. Der dabei geäusserte<br />

Verdacht, dass es sich bei den Poiamogeton Seen dennoch um<br />

einen eutropheren Typ handelte, als es die erwähnten Teichseen<br />

ausweisen, ist unbedingt zutreffend. Dagegen ist gerade im vorliegenden,<br />

schwach eutroplien Scirpus lacuster-Typ der den Teichseen<br />

RENKONENS am nächsten, und zwar vollends entsprecliende See typ<br />

zu erblicken. Es ist niclit unmöglicli, dass ein Vertreter desselben<br />

auch in der Nähe des von RENKONEN untersuchten Gebietes zu finden<br />

sein könnte. - Von den Gewässern bei METSO (1936) steht Nr. 1<br />

Vanginlampi (p. 7) dem Scirpus laciistcr-Typ am nächsten, kann<br />

aber noch nicht vorbehaltslos dem Typ zugezählt werden.<br />

In einigen anderen Untersuchungen, in denen jedoch nicht auf<br />

die vSeetypenfrage eingegangen wird, finden wir die Vegetation des<br />

Scirpus /acHs/er-Sees beschrieben. Ein solcher See war seinerzeit<br />

noch der von STENROOS (1898) untersuchte Nurmijärvi, obzwar seine<br />

Vegetation seit der durchgeführten Seensenkung sich erheblich verändert<br />

hat (AAIUO 1933, p. 45). Ungefähr ähnlich verhält es sich<br />

auch mit dem See Savijärvi im Kirchsp. Nummi (INGMAN 1930,<br />

p. 172), dessen Vegetationscharakter sich infolge der durch Drainage<br />

herbeigeführten Wasserstandsregulation ebenfalls verändert liaben<br />

dürfte.<br />

Bei SAMUELSSON (1925) begegnet man mehreren Scirpus lacuster-<br />

Seen. Zu diesen ist schon im oligotrophen Dysee-Typ vor allem der<br />

Hedesjö (Nr. 2 bei SAMUELSSON) ZU zählen. Von den 14 Wasserpflanzenarten<br />

dieses Sees sind 4 eutraphent (sensu LINKOLA) und die<br />

Vegetationsbeschreibung (oj). c., p. 13) passt vorzüglich auf den<br />

Scirpus lacuster-Typ ein. Überdies ist auch das Wasser nach LOHAM-<br />

MAR (1938, p. 88) gelbbraun, die Sichttiefe beträgt durchschnittlich<br />

1.0 m und das pH im Sommer 6.7-6.9. Andererseits finden sich auch<br />

im allereutrophsten Seetyp SAMUELSSONS, nämlich in seinem Potamo-


Ann. liot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:() ."). 177<br />

^t'/on-Typ, zwei ausgesprochene Scirpus laciister-Seen, Nr. 78 und<br />

79 Västra und östra Holmsjön. Diese unterscheiden sich nur durch<br />

den etwas reicheren Artenbestand von dem vorgenannten Hedesjö<br />

und entspreciien in dieser Beziehung dem Köyliön]ärvi bei mir. Auch<br />

inbetreff der Eigenschaften des Wassers (siehe LOHAMMAR op. c.,<br />

p. 105 und 115) Hessen sie sich wolil beim Scirpus /acus/er-Typ unterbringen.<br />

Man stellt erneut fest, dass die meisten der Seetypen SA-<br />

MUELSSONS Gewässer von recht verschiedenartigem Vegetationscharakter<br />

enthalten, sowie dass dementsprechend auch ihrem Wesen<br />

nach eng verwandte Seen in weit voneinander stehenden Seetypen<br />

ihren Platz gefunden haben können. Dieses kommt, wie ich glaube,<br />

(lalier, dass SAMUELSSON seine Seetypeneinteilung nahezu einzig auf<br />

den Artenbestand gründete und die sowohl auf das Auftreten der<br />

Wasserpflanzen als auf die Entwicklung der Wasser vegetation überhaupt<br />

einwirkenden Faktoren fast gänzlich unberücksichtigt Hess.<br />

Ausser den obigen sind Scirpus lacuster-Seen auch aus anderen<br />

Teilen Schwedens beschrieben worden. Insbesondere finden sich<br />

solche im Bereich der von LOHAMMAR (1938) untersuchten Gebiete,<br />

ich erwähne hier, ohne näher auf sie einzugehen, nur die Seen Nr. 63,<br />

122 und 127. Auch ALMQUIST (1929, p. 80) ist auf diesen Seetyp aufmerksam<br />

geworden, indem er die Assoziationen von Scirpus lacuster<br />

für viele seichte eutroplie Seen als kennzeichnend betrachtet.<br />

Unter den eutrophen Seen der Typeneinteilung DONATS (192G) aus<br />

Norddeutschland dürften sich auch vereinzelte Scirpus lacuster Seen<br />

befinden, denn er erwähnt (p. 48), dass »dem breiten Phraginites-<br />

Gürtel oft noch ein ansehnlicher Scirpus StrcUen seewärts vorgelagert<br />

sein kann». Man hat sich aber gleichzeitig auch der Seltenheit der<br />

dystrophen Gewässer in Norddeutscliland zu erinnern. Eine Stütze<br />

dafür liefert uns auch die Untersuchung SAUERS (1937) aus Ost-<br />

Holstein, wo man weder in der Beschreibung der Makrophytengesellschaften<br />

noch in der Typengruppierung jener Seen Andeutungen<br />

an den Scirpus lacuster-Ty]) vorfindet.<br />

Zu einem ebenso negativen Ergebnis inbetreff des Scirpus lacuster-lyp^<br />

kommt man bei der Durchsicht der Untersuchung<br />

IVERSENS (1929). Er erwähnt wohl (p. 306) »alkalische Humusseen»,<br />

diese sind aber nach ihm torfschlammgründig mit schwach entwickelten<br />

Röhrichten. Weiter unten heisst es aber (p. 307): »Besondere<br />

Erwähnung verdienen die Seen, die zwar keinen l)esonders grossen


178 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />

Ilumiisgehalt besitzen, aber dennocii seiir undurciisiclitiges Wasser<br />

liaben. Solche Seen besitzen eine ebenso arme submerse Vegetation<br />

wie die oben besprociienen, weichen aber namentlich durch dichte<br />

Röhrichte ab.» Ob solche Seen unter den von IVERSEN untersuciiten<br />

also wirklich vorhanden sind, geht aus seiner Darstellung nicht mit<br />

Gewissheit hervor.<br />

Dem Obigen gemäss liaben wir es hier also mit einem Seetyp von<br />

relativ beschränkter geographischer Verbreitung zu tun, und zwar<br />

ist der Scirpus lacuster-Typ ein hauptsächlich in Fennoskandien<br />

heimischer, schwacii eutropiier Braunwassertyp der nährstoffarmen<br />

Moränengebiete.<br />

Tijpha - Alisma -Typ. '<br />

(Nr. 115 - 124.)<br />

Dieser Typ nimmt den liauptteil der eutrophen Seen Südlinnlands<br />

in sicli auf, und zwar entfallen auf'ilin die artenreichsten Seen<br />

des ganzen Landes, wie auch solche, in denen die Artenzahl sieh'<br />

innerhalb bescheidener Grenzen hält. Im ganzen betrachtet ergibt<br />

sich hier ein wSeetyp, innerhalb dessen Grenzen die Artenzahl der<br />

Wasserflon^ mehr als in einem der vorhergelienden Typen variiert.<br />

Eine nähere Betrachtung lässt jedoch sowohl in der Vegetation als<br />

im Wasser und selbst in der Ausbildung des Seebeckens mehrere<br />

durchgehende Züge hervortreten. Zugleich erkennt man deutlich,<br />

dass um einen je eutropheren See es sich handelt, desto mannigfachere<br />

Faktoren bzw. Faktorenkomplexe sind es, die die Vegetationsentwicklung<br />

des betr. Sees beeinflussen, und dementspreciiend<br />

ist auch das Resultat um so vielfältiger. Auf die Ursachen, flie die<br />

Verscliiedeniieit der Vegetation audi im Bereich des vorliegenden<br />

Typs bedingen, wird später (S. 274) noch zurückzukommen sein, auf<br />

eine derselben mag indessen schon liier eingegangen werden.<br />

Als einer der den Aufbau der Wasservegetation und die Zusammensetzung<br />

ihres Artenbestandes beeinflussenden Faktorenkomplexe<br />

ergibt sich die wechselnde Beschaffenheit des Ufers und des Seebodens.<br />

Die typischsten Tijpha - Alisma-^ecn sind seicht und in<br />

Vertiefungen der Tonebene gelegen (vgl. LITNDQUIST 1927, p. 104<br />

und 114; ALMQUIST 1929, p. 90). Ein gutes Beispiel eines solchen<br />

Sees liefert uns Nr. 120 Sääskjärvi, wo sich dem relativ spär-


Ann. Ik)t. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 179<br />

lichen Artenbestand eine um so reichere Massenentfaltung der Wa.sservegetation<br />

gegenüberstellt. Eine der Ursachen dazu ist die fast<br />

durchgehends gleichartige Beschaffenheit des Ufers und des Seebodens,<br />

die zur Begünstigung bestimmter Arten und dadurch zu einer<br />

gewissen Gleichrichtung der Konkurrenz gefüiirt hat. Dem Tijplia -<br />

Alisina-Typ mussten aber auch solche Seen angeschlossen werden,<br />

an denen das Ufer nicht überall gleich beschaffen ist, auch wenn<br />

zwar der Lehmboden und das Lehmufer tongebend auftreten. Das<br />

wird notwendig schon deshalb, weil die Unterstreichung geringfügiger<br />

Unterschiede zu einer unmässigen Erhöhung der Zahl der Seetypen<br />

führen und die Seetypeneinteilung dadurch an Übersichtlichkeit<br />

verlieren würde. Bei der Kannas-Variante (von Karjalan Kannas<br />

= Karelische Landenge) der Typha - Alisma-Seen ist diese Grenze<br />

jedoch schon überschritten worden. In den meisten Fällen gibt es<br />

hier nämlich neben dem Lehmboden recht reichlich auch sandige<br />

Ufer, obwohl der Sand allerdings schon in geringer Tiefe von Gyttja<br />

oder Lehmgyttja überdeckt ist. In grösserer Tiefe besteht der Seeboden<br />

wahrscheinlich aus Lehm, wie auch ein Teil der Ufer, und<br />

bedingt die vorhandenen Ähnlichkeiten mit dem Arienbestand der<br />

Typha - Alisma -^een. Der stellenweise herrschende Sandboden führt<br />

jedoch der Flora stets einige dem Haupttyp wesensfremde üligotraphenten<br />

zu, und gerade diesem Unterschied glaube ich durcii<br />

die Abtrennung eines Teiles der auf der Karelischen Landenge<br />

gelegenen Seen des Typs als selbständige Variante, die Kaunas-<br />

Variante, am besten gerecht geworden zu sein.<br />

Der Name wurde diesem Typ nach seinen zwei Typengattungen,<br />

Typlia und Alisma, gegeben. Die erstgenannte war, entweder durch<br />

eine oder beide Arten, mit Ausnahme von Nr. 123 Särkijärvi auf<br />

sämtlichen Seen des Typs vertreten, Typha aiigustifolia mitunter*<br />

sogar in völlig dominierender Stellung. Beide Arten bevorzugen<br />

namentlich den Lehmgyttjaboden und die Hälfte aller auf sie bezüglichen<br />

Funde entfällt gerade auf den Typiui - Alisina-'Vy\). Eine<br />

gute Charakterart dieser Seen ist auch Alisma, die auf den Typha -<br />

Alisma-^cen viel höhere Häufigkeitswerte als in den übrigen Seetypen<br />

erreicht (Tab. 2).<br />

Die Zahl der untersuchten Typha - AlismaScen beläuft sich auf<br />

10. Es sind kleine bis mittelgrosse Seen mit einer mittleren Flächenausdehnung<br />

von 3.0 kni^. Der kleinste ist Nr. J18 Savijärvi mit 0.45 km^


346 L. Marislo, Die florislischen SeeLypen Fijinlaiuls.<br />

und der rösste Nr. 116 Majuvesi mit 7.o kni^. Die Grösse bewegt<br />

sich also innerhalb recht enger Grenzen. Auch die Tiefe ist<br />

zumeist recht gering. Auf mehreren Seen betrug die grösste gemessene<br />

Tiefe etwa 2 m. Der tiefste See dürfte Nr. 117 Kaukjärvi sein,<br />

dessen südliches Ufer von einem sich recht steil aus dem See erhebenden<br />

Oshang gebildet wird. Die wirkliche Farbe des Wassers ist in<br />

diesen Seen schwierig zu ermitteln, weil in ihnen zumeist eine starke<br />

Ton- oder Planktontrübung oder auch beide zugleich vorherrschen.<br />

Man begegnet verschiedenen Tönungen von trübem Grün bis zu<br />

trübem Gelb, nie aber ist das Wasser braun. Die Sichttiefe ist aus<br />

den genannten Gründen von See zu See recht verschieden, im allgemeinen<br />

aber gering; der Mittelwert beträgt 1.3 m. Die geringste Sichttiefe,<br />

0.2 m, wurde im Läppträsk..(Nr. 119), die grösste, 2.2 m, im<br />

vorgenannten Majuvesi gefunden. Der pH-Wert bewegt sich um den<br />

Mittelwert von 7.i herum bei 6.8-7.7. Hier gilt die gleiche Erklärung<br />

wie beim Scirpm laciister-Typ, auf den Tijpha - Alisma-Seen sind<br />

aber sowohl die Makro- als die Mikroflora noch reicher und die<br />

Schwankungen des COg-Standards sowie des pH-Wertes noch grösser<br />

als im vorherbeschriebenen Typ. Auch diese {)H-Grenzen dürfen<br />

nicht als konstant betrachtet werden.<br />

Als durchschnittliche Anzahl der Wasserpflanzenarten ergibt sicii<br />

22 und als Gesamtzahl derselben 39 oder mehr als in allen anderen<br />

Seetypen (Tab. 2). Die reichste Makrophytenflora, 33 Arten, hatte<br />

der Majuvesi, während sich der Kaukjärvi mit nur 14 Arten an das<br />

Ende des Verzeichnisses stellt. Von Eutraphenten entfallen auf jeden<br />

See durchschnittlich 6. Die höchste Zahl, 11 Arten, wurde auch jetzt<br />

im Ostamojärvi verzeichnet, die geringste, 2 Arten, im Valkjärvi<br />

(Nr. 116). Mehr als die Hälfte sämtlicher Eutraphentenvorkommnisse<br />

betrafen auch die Helophyten, während als häufigste Arten<br />

Tijpha latifolia und Potamogeton obtiisifoliiis zu verzeichnen sind,<br />

welche beide auf sechs Seen angetroffen wurden.<br />

Die Helophyten sind die dominierende Lebensform der Tijpha -<br />

AlismaSccn. Ihr Anteil lieläuft sich auf 38 % vom gesamten Artenbestand,<br />

am deutlichsten tritt ihre Überlegenheit aber erst bei der<br />

Betrachtung der Reichlichkeitszahlen hervor (Tab. 2). Wasserblattkräuter<br />

gibt es zu 18 % oder etwas mehr als im Scirpiis laciisler-Typ,<br />

während die Schwimmblättrigen mit gleichfalls 18 % schon erheblich<br />

hinter dem vorhergehenden Typ zurückbleiben. Die Freischwimmer


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 181<br />

gehören ebenfalls zum kemizeiciinendeii Arteiibestand der Lelinibodenseeii.<br />

Ihr Anteil beläuft sich allerdings auf nicht mehr als 8 %<br />

des gesamten Artenbestandes, dafür sind sie aber in der bei uns<br />

höchstmöglichen Artenzahl vertreten, indem sämtliche drei Freischwimmer<br />

der finnischen Flora auf diesen Seen zu finden sind. Zu<br />

den wichtigsten Charaktereigenheiten der Typha - AlismaSeen gehört<br />

auch das spärliche Vorkommen der Grundblattkräuter. Ferner<br />

ist das Fehlen der Charazeen in den meisten untersuchten Seen<br />

zu beachten - ein wichtiger Beleg für die Kalkarmut der südfinnischen<br />

Lehmböden z.B. im Vergleich zu den entsprechenden Sedimenten<br />

in Südschweden, Dänemark und Norddeutschland und zugleich<br />

eine der wichtigsten Ursachen zu der Verschiedenheit der Wasservegetation<br />

jener Gebiete. Ausserdem sind auch die Wassermoose im<br />

vorliegenden Typ nur spärlich vertreten; die häufigsten Arten sind<br />

Drepanocladus Sendtneri und Fontinalis antipijretica. Dagegen ist die<br />

Menge des Phytoplanktons nach okulärer Schätzung bedeutend und<br />

Wasserblüte kommt auf sämtlichen Seen sehr reichlich vor.<br />

Ilpminierende Art auf den Typhq^- /IZisma-Seen ist Phragmites.<br />

Auf einigen Seen erreicht zwar Scirpiis laciisier ebenfalls die gleichen<br />

Häufigkeits- und auch Reichlichkeitswerte, im Typ als Gesamtheit<br />

betrachtet ist aber der Schilf unbedingt vorherrschend. Mitunter<br />

kann das Ufer von mehr als kilometerlangen zusammenhängenden<br />

und sich von nahe bei der Wasserlinie bis 200-300 m weit hinaus<br />

(z.B. Sääskjärvi) erstreckenden dichten Schilfröhrichten umsäumt<br />

sein. Gerade auf den Typha - AlismaScm erreichen die Schilf bestände<br />

ihre grösste Dichte und hier kommt es auch zur Bildung von<br />

runden, allseitig vom Wasser umgebenen Inselbeständen in der Art<br />

von Scirpus lacnsler im vorhergehenden Typ. Letztgenannte Art,<br />

die auf einigen Seen reichlich zu finden ist, i)ildet sowohl reine, dichte<br />

Bestände als Mischbestände zusammen mit dem Schilf. Das Auftreten<br />

des Schachtelhalms schwankt von selten bis sehr häufig; im Kuokkajärvi<br />

(Nr. 121) ist er die häufigste Art und an Beichlichkeit dem<br />

Schilf ebenbürtig. Gleicherweise ist das Auftreten von Scirpus eiipaluster<br />

sehr verschieden, denn am Läppträsk wurde die Art überhaupt<br />

nicht gefunden, während sie am Sääskjärvi häufig vorkommt,<br />

obwohl ihre Bestände dort keine l)esonders grosse Ausdehnung und<br />

Dichte erreichen. Als Tyjjengattung der Lehmbodenseen gilt wiederum<br />

Typha (siehe S. 179 und Abb. 22).


182 L. Maristo, Die florislischen Seetypen I'innlands.<br />

Abb, 22. Nr. 119 Läppträsk. Der imponierende, wie eine Wand aus dem<br />

Wasser emporragende Aussenrand des Typha latifolia-Bestandes am Nordende<br />

des Sees, unterbrochen von einem Sparganium ramosum-Bestand.<br />

Vüii den Luttblattkräutern der Typha - A/tsma-Seen ist Alisina<br />

die häufigste Art und zugleich eine der Charakterarteu des Typs<br />

(siehe S, 179). Man begegnet ihr auf jedem See, seltener aber in<br />

reinen Beständen, sondern zumeist als Mischkomponente im Eulitoral.<br />

Die Bestände von Sparganium ramosum erreichen nur geringe<br />

Flächenausdehnung, S. simplex tritt zur Hauptsache in ihrer luftblättrigen<br />

Form auf. Die Eutraphenten Iris pscudacorus und Sagitlaria<br />

natans kommen ebenfalls kleinere Bestände i)ildend vor. Lysimacliia<br />

iliijrsiflora, ein offenbarer Eurytraphent, ist an den meisten<br />

Seen, bald reichlicher, bald spärlicher, zu finden.<br />

Die Schwimmblättrigen sind zwar durch mehrere Arten vertreten,<br />

gegen das Ganze betrachtet ist aber ihr Anteil an der Zusammensetzung<br />

der Vegetation verhältnismässig gering. Poiamogeton natans.<br />

und Nuphar luteum sind mit den Frequenzwerten 90 und 80 % die<br />

häufigsten.<br />

Für die Freischwimmer gilt das gleiche wie vorhin für die Tijpha-<br />

Arten, nämlich dass ich sie als besonders kennzeichnend gerade für


Ann. Ik)t. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 183<br />

den Tijphn - Alisma-Typ betrachte, wenngleich sie anf drei von<br />

den untersuchten Seen fehlten. Es ist jedoch sehr möghch, dass sicli<br />

am Ostende des Kaukjärvi (Nr. 117), wo ich nicht war, vielleicht<br />

Lemna minor ergeben hätte.<br />

Die zur Hauptsache oligotraphenten Wasser-Schwimmblattkräuter<br />

gehören nicht zum Artenbestand der Typha — AlismaSeen. Po-<br />

(amogelon gramineiis und Ranunculus pelialus wurden beide nur in<br />

je zwei Seen angetroffen.<br />

Unter den Wasserblattkräutern steht Polamogelon perfoliatus unbedingt<br />

an erster Stelle. Die Art fehlt nur im l.ä{)pträsk, in allen<br />

übrigen Seen ist sie häufig und bildet entweder zusammenhängende<br />

Bestände oder tritt in zerstreuten Individuen hier und da ausserhalb<br />

des Röhrichts auf. Von sonstigen Arten sei Polamogelon oblusijolius<br />

von sechs Seen (60 %) erwähnt.<br />

Häufigstes Grundblattkraut ist Ranunculus rcplans (GO %), dem<br />

man auch am Lehmufer hauptsäciihcli an den Bootssträndern begegnet.<br />

Die Funde sämtlicher übrigen Arten entfallen auf Seen,<br />

deren Ufer zum Teil von gröberer Beschaffenheit sind.<br />

Die Seggenbestände des Ufers können mitunter bedeutende Flächenausdehnung<br />

erreichen, wie z.B. stellenweise am Sääskjärvi und<br />

am Särkijärvi. Vorherrschende Arten sind Carex gracilis und C. roslrata,<br />

aber auch C. vesicaria ist ziemlich häufig. Carex pseudocijperns^<br />

und C. aquaiilis wurden nur auf je zwei -Seen angetroffen. In der<br />

übrigen Uferflora sind Comarum pahislre, Lyllirum salicaria und Cicula<br />

virosa die häufigsten Arten, anderen begegnet man nur zufällig.<br />

Die Gesamtzahl der Uferpflanzenarten (Tab. 2) ist jedoch höher als<br />

in den anderen Seetypen.<br />

Als Typenseen sind der Läppträsk und der Sääskjärvi zu<br />

nennen, und zwar weil sie durchgehends einen Lehm- bzw. Lehn>gyttjaboden<br />

besitzen, wenngleich das Ufer zu einem geringen Teil<br />

auch aus Moräne besteht. Dadurch werden dem Artenbestand keine .<br />

weicheren Boden meidende, hauptsächlich oligotraphente Arten zu-'<br />

geführt, die für den Typha - Alisma-Typ auf jeden Fall als wesensfremd<br />

zu betrachten sind. In dieser Hinsicht weicht der Kaukjärvi<br />

am meisten von den anderen ab, indem das ganze Südufer des Sees<br />

aus Osmaterial aufgebaut ist. Die Lehmflächen des gegenüberliegenden<br />

Ufers beherrschen jedoch das Wasser so stark, dass sich die<br />

Vegetation des Sees zur Hauptsache danach richtet. Das gleiche ist


161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />

(ler Fall am Ahmasvesi (Nr. 124), wo der am Moräneniifcr stellenweise<br />

vorherrschende gröbere Grund das Vorkommen einiger oligotraphenten<br />

Grundblattkräuter veranlasst. Der Maj uvesi stellt sich<br />

wiederum als vermittelndes Glied zwischen den Tijpha - Alisinaund<br />

den Phragmiies-Typ und ist auch in bezug auf seine Lage einer<br />

Bucht des Päijänne-Sees nahezu gleichzustellen, während der Valkjärvi<br />

durch die dominierende Stellung von Scirpiis lacuster zum gleichnamigen<br />

Seetyp hinüberleitet.<br />

In Finnland ist die Vegetation der Tijplia - yl/is/na-Seen auch<br />

schon früher beschrieben worden. Der dritte Seetyp LINKOLAS (191G,<br />

p. 194), die nördlichen Uferbuchten des Laatokka oder die »Lehmbodenseen»<br />

stehen mit Rücksicht auf ihre Vegetation meinem im Vorhergehenden<br />

beschriebenen Seetyp am nächsten. Ihr Vorkommen konzentriert<br />

sich nach LINKOLA nicht einzig auf die genannten Uferbuchten<br />

des Laatokka, sondern es schliessen sich ihnen auch lehmgründige<br />

Seen aus dem küstennahen Binnenlandgebiet an. Von meinen<br />

Untersuchungsflächen ist der Kuokkajärvi gerade in jenem Gebiet<br />

gelegen und fällt nach der Karte bei LINKOLA auch in den<br />

Rahmen seines Untersuchungsgebietes. Vergleichen wir die Tijpha -<br />

Alisina-Säen mit den Uferbuchten des Laatokka, so ergeben<br />

sich im Artenbestand schon einige deutliche Unterschiede, die<br />

sich zum Teil auf die begrenzte Allgemeinverbreitung einiger<br />

Wasserpflanzenarten - hier mögen als Beispiele nur Glijceria<br />

maxima, Sagiilaria naians und Helodea canadensis erwähnt werden<br />

- zurückführen lassen, die Übereinstimmungen in der Makrophytenvegetation<br />

sind aber demgegenüber so offenbar, dass sie die<br />

Gleichstellung vollauf rechtfertigen. Damit hat indessen die Typenfrage<br />

des gesamten Laatokka-Sees noch nicht ihre Lösung gefunden,<br />

sondern erfordert vielmehr noch ein eingehendes Studium der Makroflora<br />

in allen Teilen dieses interessanten Riesensees. Auch den von<br />

VAIIERI (1932) untersuchten Jyväsjärvi möchte ich ohne Bedenken<br />

beim Tijpha - Alisma-Typ einreihen. Ausserdem hat CEDERCREUTZ<br />

(1937, p. 330) auf Ahvenanmaa vom Poianiogcton-Typ SAMUELS-<br />

SONS einen besonderen Untertyp abgetrennt, der in manchen Beziehungen<br />

an die Typha — AlismuSeen erinnert, nämlich die Anabaena-Sccn.<br />

Diese sind aber zu kalkhaltig (CEDERCREUTZ 1931,<br />

p. 11), um beim Typha - Alisma-Typ aufgenommen zu werden,


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot, Fenn. Vanamo, IT), n:o 5. 185<br />

Irotzdeni sowohl Lehmtrübung als Wasserblüte in ihnen als reichlich<br />

angegeben werden.<br />

Uer Poi(imogeion-Yy\^ SAMUELSSONS (1925) ist namentlich derjenige,<br />

dem am alleröftesten ein kollektiver Charakter zugesprochen<br />

worden ist (z.B. ALMQUIST 1929, p. 90; CEDERCREUTZ 1937, p. 327;<br />

SAUER 1937, p. 557). Oben (S. 177) wurde })ereits nachgewiesen,<br />

dass er in seiner ursprünglichen Fassung Elemente auch aus einigen<br />

der vorhergehenden Seetypen enthält. Ein Teil der ihm zugeordneten<br />

Seen ist wiederum sowohl in bezug auf den Artenbestand<br />

als die Eigenschaften des Wassers (LOIIAMMAR 1938) dem<br />

Tijpha - Alisma-'Ty\i gleichzustellen. Solche sind z.B. seine Seen<br />

Nr. 74 und 77 trotz des den Schilf an Reichlichkeit übertreffenden<br />

Vorkommens von Scirpus lacuster. Der Rest der Potamogeton-S,c.(in<br />

SAMUELSSONS weist indessen einen allzu hohen Kalkgehalt auf, um den<br />

Typha - Alisma-Seen nebengestellt werden zu können. Alles Gesagte<br />

deutet darauf hin, dass der Polnmogeion-Typ SAMUELSSONS<br />

auch schon makrofloristisch in mehrere getrennte Typen aufgeteilt<br />

werden müsste. Das ist aber eine ungemein schwierige Aufgabe (vgl.<br />

ALMQUIST I.e.), und m.E. darum, weil die Variation des Artenbestandes<br />

in diesem Typ so überaus gross ist. Man könnte sich eine Einteilung<br />

in Untertypen unter Beibehaltung des bisherigen Gesamtrahmens<br />

denken, wie sie von CEDERCREUTZ (1937) und SAUER (1937)<br />

auch bereits zum Teil verwirklicht worden ist. Dabei müsste als<br />

Hilfsfaktor vor allem der Kalkgehalt des Wassers herangezogen werden,<br />

dem in bezug auf die Artenzusammensetzung der Potamogeton-<br />

Seen eine Bedeutung ersten Ranges zuzukommen scheint. Der vorliegende<br />

Tijplia - Alisnia -Typ könnte dann als ein kalkarmer,<br />

lehmgetrübter und auch artenarmer Untertyp des Potamogeton-<br />

Typs aufgefasst werden. Indem aber namentlich die Typha - Alisnia'-<br />

Seen in den fruchtbarsten Teilen unseres Landes dennoch viel häufiger<br />

als solche Seen zu finden sind, die ohne Widerspruch den typischsten<br />

Potamogeton Seen im Sinne SAMUELSSONS entsprechen,<br />

habe ich die beiden Gruppen mit Rücksiclit auf unsere Verhältnisse<br />

als getrennte Typen behandelt.<br />

Auf den Tonebenen Norddeutschlands gibt es ebenfalls Seen, deren<br />

Makroflora in grossen Zügen derjenigen entspricht, die uns auf den<br />

Typha - AIisma'i:iccn entgegentritt. Der ersten Schilderung dieser


161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />

vSeen begegnen wir bei DONAT (1926, p. 49), sie ist aber knapp gehalten,<br />

weil diese Seen in hohem Grade unter dem Einfluss der Kultur<br />

stehen. Man erfährt jedoch, dass in ihnen der Schilf dominiert, obwohl<br />

auch Scirpiis lacuster gelegentlich reichlich zu finden sein kann.<br />

Auch \Vasserl)lüte ist reichlich vorhanden. Die Erwähnung eines<br />

elitoralen C/zara-Gürtels gibt aber an, dass die Tonschichten an den<br />

von DONAT untersuchten Seen kalkreicher als die südfinnischen Lehmböden<br />

sind und auch hier zur Entstehung der gleichen Unterschiede<br />

führten, von denen oben bereits die Rede war. Diesen eutrophen norddeutschen<br />

Seetyp, den »Baltischen Seetypus» THIENEMANNS (1921a)<br />

nennt DONAT den Phragmiics - Potamogeion-Typ und koordiniert<br />

ihn mit dem Potamogeion-Typ SAMUELSSONS. Erst SAUER (1937)<br />

bringt eine eingehende Sciülderung der Vegetation dieses am weitesten<br />

verbreiteten Seetyps Norddeutsciilands. Auch er gibt ihm<br />

ohne Bedenken einen Platz neben dem Potamogeton-Typ SAMUELS-<br />

SONS, führt aber (p. 558) vier lokale Untertypen und zwei Untertypengrup})en<br />

an, die KOPPE (1923) schon früher auf Grund der Beschaffenheit<br />

des Bodenschlammes unterschieden hatte. Auch von diesen<br />

Seetypen .entspricht mit Rücksicht auf die Wasservegetation kein<br />

einziger den Typha - Alisma-Seen. Ähnlichkeiten gibt es wohl<br />

mehrere, das reiche Vorkommen von kalkholden Arten und von<br />

Relikten der Meerphase ist aber das gleiche wie auf allen übrigen<br />

typischen Poiamogetou -Seen.<br />

Wie die norddeutschen sind auch die dänischen eutrophen<br />

Seen fast durchgehends kalkreicher als die finnischen, wie aus den<br />

Darstellungen IVERSENS -(1929) zu ersehen ist. Seine alkalischen<br />

Klarwasserseen kommen wegen ihres höheren Ca-Standards uud des<br />

klareren Wassers sowie der dadurch bedingten Verschiedenheit des<br />

Artenl)estandes nicht an die Tijpha - Aiisma-Sacn heran. Nach<br />

IVERSEN (p. 30C) entsprechen diese wSeen den Polamogeto'i-Scan<br />

SAMUELSSONS und DONATS, das trifft aber nur zum Teil zu. Zugleich<br />

gibt es aber endgültig zu erkennen, wo der Grund zu dem geringen,<br />

aber deutlichen Unterschied zwischen diesen Seen und unseren<br />

Typha - Alisma-Seen liegt. Die letztgenannten besitzen nie<br />

jenen charakteristischen C/tara-Gürtel der schwedischen, dänischen<br />

und deutschen Potamogeton-Scen, der als das beste Anzeichen eines<br />

hohen Kalkgehalts des Wassers und des Bodens zu gelten hat, wie<br />

von LOIIAMMAR (1938) vermittels Analysen von mehreren Seen, die


Alin. I{()1. vSoe. Zool.-Hol. Fenn. Vaiuuuo, 15, ii:o 5. 187<br />

7ugleich liöciist typische Potamogeton-iiceu im Sinne SAMUB^LSSONS<br />

und ALMQUISTS (1920) darstellen, gezeigt worden ist.<br />

Aus dem Obigen dürfte mit liinreicliender Deutlichkeit hervor-<br />

^gegangen sein, dass der Pofamor/e/on-Typ in dem Sinne, wie er von<br />

SAMUELSSON (1925) begründet wurde und seitdem von DONAT (192G),<br />

ALMQUIST (1929), IVERSEN (1929) und SAUER (1937) begrenzt worden<br />

ist, audi trotz seines weiten Inhalts etwas anderes darstellt,<br />

als was bei uns in Finnland bisher unter diesem Namen verstanden<br />

worden ist. Diesem Tyj) sind bei uns Tijpha - AlisinaSevii, Scirpus<br />

lac.usler-Sücn, ja, sogar noch artenärmere (levvässer zugezählt worden<br />

(vgl. INGMAN 1930; VAHEKI 1932; REINIKAINEN 1935; HENKONEN<br />

1935; METSO 1936; u.a.). In den allermeisten Fällen können die<br />

Ti/pha - /l/t67JU/-Seen nicht in den PoUimof/eloii-\.y\) einverleibt<br />

werden, sondern sie bilden ihren eigenen artenärmeren, lür die<br />

Lehmböden Südlinnlands charakteristischen Seetyj).<br />

Kannas-Variaiile des Tijpha - Alisnia-iyps.<br />

(Nr. m-128.)<br />

Diese lokale, sich vom llaupttyp deutlich abhebende (Iruppe<br />

zeichnet sich durch ihren durchsclinittlich grösseren Artenreichtum<br />

aus. Die Zunahme gründet sich hauptsächlich daran!, dass die (irundblattkräuter<br />

hier als konstantes Vegetationselement aultreten, was<br />

wiederum auf veränderte edaphische Verhältni.sse hindeutet. Als<br />

Eigenheit dieser Seen ist auch zu konstatieren, dass ein grosser Teil<br />

ihres Ufer- und Bodenmaterials aus Sand gebildet ist, der dann stellenweise<br />

den untergelagerten Lehm oder die Lehmsedimente zum<br />

Vorschein treten lässt (vgl. S. 170). Der, wie ich mich ausdrücken<br />

möchte, »aktive» Einfluss der letzteren auf das Wasser macht sich im'<br />

ganzen See bemerkbar, ihre Günstigkeit als Standort gelangt wiederum<br />

lokal zum Ausdruck. Das (ie.samtergebnis ist ein See, dessen<br />

Artenbestand ein deutlich eutro|)hes Gejiräge trägt, trotzdem au» See<br />

auch nahezu vegetationslose Uferstreifen vorkonunen können. Oft<br />

wird aber der Sand schon bei O.s m beginnend von Gyttja bedeckt,<br />

wodurch sich grössere Tiefen bevorzugenden Arten Möglichkeilen<br />

zum Gedeihen darbieten.<br />

Nur l Seen wurden in dieser Variante untersucht. Ihre Grösse<br />

variiert zwischen l.i und 12.5 km^, als Mittelwert ergibt sich 4.2 km-,<br />

i;]


188 L. Marista, Die 1'loristischen Seetypen PMnnlands.<br />

also annähernd die gleiche Zaiil wie beim liaupLtyp. Mit Aiisnalime<br />

des Kuolema järvi (Nr. 125) handelt es sich auch um verhältnismässig*<br />

selchte Seen, mit maximalen Tiefenwerten von 3-4 m. Das Wasser<br />

ist trüb gelbgrün, die Sichttiefe beläuft sich durclischnittlich auf<br />

1.2 m. pH liegt ebenfalls etwas höher als im Haupttyp, 7.3.<br />

Die durchschnittliche Artenzahl beträgt in der Kaunas-Variante<br />

24, die der Eutraphenten 4. Besonders sei hervorgehoben, dass von<br />

den insgesamt 15 Eutraphentenvorkommnissen sich kein einziges auf<br />

Wasserblattkräuter bezieht. Dagegen gab es Freiscliwimmer in 0 Fällen,<br />

Ilelophyten in 5 und Grundblattkräuter in sämtlichen übrigen.<br />

Der grösste Unterschied im gegenseitigen Verhältnis der einzelnen<br />

Lebensformen im Vergleich zum Hauptty[) begegnet uns in dem naiiezu<br />

verdoppelten Anteil der Grundblattkräuter. Die Menge der<br />

Wasserblattkräuter zeigt eine beträchtliche Abnahme (Tab. 4) und<br />

die meisten Arten dieser Grujjpe wurden nur an je einem See gefunden.<br />

Schwimmblättrige gibt es wiederum meiir als im Haupttyp.<br />

Freischwimmer wurden mit Ausnahme des Rieskjärvi (Nr. 126) auf<br />

jedem See in der Zweizahl gefunden. Die spärliche N'ertretung dei-<br />

Wassernioose wie auch das Fehlen der Charazeen sind ebenfalls als<br />

mit dem Haupttyp gemeinsame Züge zu verzeichnen; ähnliches gilt<br />

auch für das reichliche Auftreten von Wasserl)lüte.<br />

Ein Vergleich der Anteile der einzelnen Arten an der Zusammensetzung<br />

der Vegetation auf diesen Seen und im Haupttyp lässt einige<br />

Unterschiede hervortreten. Zuallernächst stellt man fest, dass der<br />

Schilf hier von seiner dominierenden Stellung zurückgewichen ist.<br />

Scirpus lac.iisier ist ihm zwar an Häufigkeit ebenbürtig, aber an<br />

lleichlichkeit schon überlegen. 13cr Schachtelhalm erringt sich auf<br />

diesen Seen den gleichen Anteil wie der Schilf. Die grösste Veränderung<br />

konstatieren wir aber in bezug auf SrArpiis eiipalusler, denn diese<br />

Art rückt nun plötzlich an den ersten Platz unter den Helophyten<br />

heran. Vergegenwärtigt man sich aber, dass sie ihre ausgedehntesten<br />

Bestände gerade auf Sandboden bildet (vgl. S. 151), so erscheint<br />

diese Umstellung durchaus natürlich. Tijpha latifolia wurde nur auf<br />

einem See gefunden. So begegnen uns hier also ganze vier untereinander<br />

nahezu ebenbürtige Helophytenarten im Kampfe um die<br />

vorherrschende Stellung im Röhricht.<br />

Unter den Luftblattkräutern sind Alisina, Sparganium simplex<br />

und Lijsimachia thijrsijlora die häufigsten Arten (100 %). Alisma


Ann. liot. Soc. Zool.-Bol, Fenn. Vananio, 15, n:() 5. 189<br />

bleibt wegen ihrer zerstreuten Wachstunisweise trotz dem gleichen<br />

Häufigkeitswert an Reiehliclikeit hinter den anderen zurück.<br />

Unter den Schwimmblättrigen scheinen (lie gegenseitigen Mengenverliältnisse<br />

die gleichen wie im Haupttyp zu sein. Die häufigsten<br />

Arten sind Potamogelon natans und Nupliar luteum, beide mit<br />

vollen 100 %. Zum gleichen Wert hat es auch Alopecurus nequalis<br />

gebracht, nur die Mittelwerte liegen etwas niedriger.<br />

Die Freischwimmer fanden bereits oben Erwähnung. Wasser-<br />

Schwimmblattkräuter gibt es zwei Arten, Polamogclon gramineus<br />

und an der Stelle von Ranunculus pelialus des Hau|)ltyps Callitriche<br />

venia.<br />

In der Gruppe der Wasserblattkräuter tritt der Vorsprung der<br />

häufigsten Art im Vergleich zu den übrigen noch schärfer hervor<br />

als im Haupttyp. Potamogelon perfoliatus ist hier nämlich auf allen<br />

vier Seen zu finden, während die übrigen vier Arten nur von je einem<br />

See notiert wurden.<br />

Auch unter den Grundblattkräutern stehen an erster Stelle die<br />

gleichen Arten wie im Haupttyp. Scirpus acicularis und Tianunculus<br />

reptans erringen sich nämlich beide den Frequenzwert von vollen<br />

100 %, während die übrigen schon bei niedrigeren Werten halt<br />

machen.<br />

Aus dem Obigen ist zu ersehen, dass mit Ausnahme der Helophyten<br />

in sämtlichen Lebensformgruppen die gleichen Arten wie<br />

im Haupttyp dominieren. Nur die Frequenzj)rozentc liegen in der<br />

Kaunas-Variante des Typs fast durchweg höher.<br />

Die Übereinstimmung erstreckt sich auch auf die Uferpflanzen.<br />

Die Seggen sind durch Carex rostrata (häufiger) und C. gracilis vertreten.<br />

Von anderen Arten wurden an jedem See Comarum paluslre^<br />

Cicula virosa und merkwürdigerweise auch Menijanlhes Irifoliata<br />

angetroffen. An drei Seen wurde auch Ljjcopus europaeus notiert,<br />

eine Art, der ich an meinen Seen sonst nur selten begegnete.<br />

Für einen derartigen lokalen Scetyp ist es schwer, aus der auch<br />

sonst nicht sehr reichhaltigen diesbezüglichen Literatur geeignete<br />

Vergleichsobjekte zu finden. Die ausländische Literatur scheidet in<br />

dieser Hinsicht ganz aus. Dagegen ist zu bemerken, dass der von<br />

PANTWAR (1933) und POHJALA (1933) untersuchte Äyräpäänjärvi<br />

sich in regionaler Hinsicht wohl der Kannas-Variante des Tijpha-<br />

Alisma-TyyiS anschliessen könnte, ist er doch nur 15 km weit von


H)0 L. Marista, Die floristischeti Seety|)eii Fiiiiilunds.<br />

dem von mir luitersuclitcn Raakolanjärvi (Nr. 127) gelegen. Die<br />

Einreilmng des Äyräpään järvi beim vorliegenden Typ mag gewagt<br />

erscheinen, tritt man aber näiier an die Sache heran, so stellt man<br />

lest, dass es an Anknüpfungspunkten gewiss nicht fehlt. Erstens<br />

besteht der Seegrund zur Hauptsache aus Lehm und Lehnigyttja,<br />

doch aucli gröberes Material gibt es immerhin so viel, dass die oligo-<br />

Iraphenten Grundblattkräuter Isoetes lacmlrc und Lobelia, die als<br />

charakteristische, wenn auch quantitativ geringfügige Komponenten<br />

der Wasserflora jener Seen der Karelischen Landenge angehören,<br />

/U .selbständigen Assoziationen zusammentreten können. Auch in<br />

bezug auf die Eigenschaften des Wassers (PANTSAR op. c., p. 3) misst<br />

sich der Ayräpäänjärvi vollauf mit den von mir untersuchten Kannas-Seen.<br />

Dagegen scheint die hohe Artenzahl des fraglichen Sees,<br />

17 eigentliche Wasserpflanzenarteu, davon 19 eutrai)[ieuLe (POHJALA<br />

op. c., p. 89-90), diesen für hiesige Verhältnisse ganz besonders<br />

artenreichen See beim ersten lilick in eine Klasse für sich zu stellen.<br />

Dieser Unterschied wird indessen schon durch den Umstand geschwächt,<br />

dass zwei Personen während zweier Sommer einen See<br />

von der Art des Ayräpäänjärvi sicher so genau zu untersuchen<br />

vermögen, dass dabei von den höheren Wasserpflanzen wohl kaum<br />

noch eine einzige Art unbemerkt bleiben kann. Diesem ist dann<br />

gegenüberzustellen, dass ich genötigt war, die von mir besuchten<br />

Seen in ihrer Gesamtheit (beim Kuolemanjärvi etwa den halben See)<br />

jedesmal in nur einem oder zwei Tagen zu erledigen, wobei dieses<br />

oder jenes Wasser- oder Grundblattkraut unbemerkt geblieben sein<br />

kann. Als weit wichtigerer Umstand ergibt sich jedoch, dass die seinerzeit<br />

durchgeführte künstliche Senkung des Wasserspiegels dem See<br />

quadratkilometergrosse Flächen konkurrenzfreien Bodens zugeführt<br />

hat, wo auch biotisch schwache Arten sich noch lange zu behaupten<br />

vermögen. Es vergeht noch eine geraume Zeit, ehe am Äyräpäänjärvi-See<br />

ein solcher Gleichgewichtszustand der eutrophen Wasservegetation<br />

erreicht worden ist, in welchem nur noch wenige Arten<br />

das Kampffeld behaupten. Der einzigartig reiche Zugvogelbestand<br />

.sorgt überdies für die Ausbreitung der Arten im Bereich des Sees, '<br />

ja, wohl auch für die Bereicherung der Flora mit neuen Einwanderern.<br />

Unter Berücksichtigung der für das Gedeihen biotisch<br />

schwacher und eine allgemeine Eutrophie beanspruchender Arten<br />

ausserordentlich günstigen Verhältni.sse, die am See vorläufig noch


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bol. Fenn. Vaniuno, 15, n:o 5. 191<br />

herrschen, kann der Artenreich Luin des Sees nicht als hinderlicli<br />

für seine Zuordnung zur Kannas-Variante des Tijphti - Alisma-<br />

Typs betraciitet werden. Ein eingehender Vergleich der Vegetation,<br />

der sich indessen hier erübrigt, lässt ausserdem den wichtigen<br />

Umstand hervortreten, dass die dominierenden Arten in jeder Lebensform<br />

in aller Hauptsache die gleichen sind wie auf den von<br />

mir untersuchten Seen auf der Karelisclieii Landenge. Nur das Vorkommen<br />

von Cliara fragilis verdient als ein abweicliender Zug beachtet<br />

zu werden.<br />

Potamogeton -Typ.<br />

(Nr. 120 -131.)<br />

Will man diese Typenbenennung SAMUELSSONS (1925) auch für<br />

einen finnischen See beibehalten, so ist sie m.A.n. am Platze gerade<br />

hier, als Name einer Seengruppe, die in meinem Material nur durch<br />

ilie geringe Zahl von drei Weihern repräsentiert ist. Auf diesen gibt<br />

es insgesamt fünf Polamogeion-Arten, von denen vier in keinem der<br />

untersuchten Seen fehlen. Drei von ihnen treten ausserdem als ausgesprochene<br />

Cliarakterarten, und zwar so reichlich auf, dass sie<br />

wenigstens in dieser Beziehung die Typenbenennung wohl rechtfertigen.<br />

Einen wichtigeren Grund für die Anwendung dieses schon reservierten<br />

Namens gerade hier bildet aber der Umstand, dass von sämtlichen<br />

Seen meines Materials diese drei am besten denjenigen Seen<br />

entsprechen, die von SAMTTELSSON (OJ). C.) und ALMQUIST (1929) als<br />

typischste PotamogeionSocn dargestellt werden (vgl. S. 185 und 19(5).<br />

Ausserdem lässt die Vegetation jener Seen gewisse Sondercharaktere<br />

erkennen, durch welche ihre Abtrennung zu einem eigenen, vom J^olaimgelon-Tyi)<br />

sensu SAMUELSSON divergierenden Seetyp wohl berec.litigt<br />

erscheinen könnte.<br />

Diese drei Weiher befinden sich auf der Insel Ålo im Kirchs]).<br />

Pantinen im Schärenhof von Turku einige Kilometer voneinander<br />

entfernt und sind nur l-.'i m über dem Meeresspiegel gelegen. Ihre<br />

Grösse schwankt zwischen O.ss und O.uo km-. Sie sind seicht, durchschnittlich<br />

nur 2 m tief und haben sie!) also erst im Laufe der<br />

letzten tausend Jahre vom Meere abgeschnürt, was nuin u.a. aucii<br />

an dem Vorkommen mehrerer Ueliktarten im Makrophytenbestand<br />

erkennt. Die Farbe des Wassers ist gelbgrün. Die Sichttiefe ist


192 L. Maristo, Die Horistisclien Seetypeii Finnlands.<br />

ebenfalls redit bedeutend, aiil" sämtlichen Seen deutlicli über 2.6<br />

in. Lciim- oder Schlammtrübung wurde nicht festgestellt und kann<br />

auch nicht vorkommen, weil der Boden gänzl.ch vegetationsbedeckl<br />

ist. Plankton schien es dagegen in massiger Reichlichkeit zu geben,<br />

t)bwohl nicht so viel, dass es direkt zu einer Planktontrübung gekommen<br />

wäre. In diesen Seen ergab sich der höchste pH-Wert, den<br />

ich in Südfinnland überhaupt gemessen habe, nämlich 8.0-8.2. Dies<br />

ist auch dm'chaus verständlich, denn auf dieser selben Insel befinden<br />

sich die industriell wichtigsten Kalksteinvorkommnisse ganz<br />

Finnlands, auch wenn zwar der Kalksteingrund nach der geologischen<br />

Karte nicht unmittelbar bis an die genannten Seen herankommt.<br />

Das pH des Bodens dürfte aber höher als gewöhnlich liegen.<br />

Die Anzahl der Wasserpflanzenarten schwankt von 17 bis 27, als<br />

Mittelwert ergibt sich 22. Diese Zahl würde noch durch Einwirkung<br />

des Mustfinnträsk steigen, würde man die von LINKOLA (1911, p. 50)<br />

gefundenen Arten Elatlne. irianüra und Ranimculiis confervoides,<br />

denen ich aber nicht begegnete, dazu iu)ch einige Ul'erpflanzen mileinberechnen.<br />

Der eutraphente Artenbestand zählte auf dem Mustfinnträsk<br />

(Nr. 129) nebst dem Gräggböleträsk (Nr. 130) je 9 und auf<br />

dem Lampisträsk (Nr. 131) 0 Arten. Ganze fünf von diesen, nämlich<br />

Tijpha lalifolia, Leiniia trisuica, Polanwgctoii pusilhis, l\ oblmifoliiis<br />

und Cüllitriclie uuluniiialis sind für alle drei Seen gemeinsam.<br />

Im Polaniogelon-'Vyi) erreicht die Dominanz der Helopliyten<br />

ihren Höhepunkt, denn ihr Anteil beläuft hier auf ganze 43 % vom<br />

gesamten Artenbestand. Wasserblattkräuter gibt es zu 32 %,<br />

Schwimmblättrige zu 18 % und Freischwimmer zu 7 %. Die Grundblattkräuter<br />

und die Wasser-Schwimmblattkräuter fehlen völlig. Die<br />

lebensformmässige Verteilung der Arten lässt deutlicher als in allen<br />

bisherigen Seetypen den eutrophen Charakter dieses Seetyps hervortreten.<br />

Diejenigen Lebensformen, die auch sonst die geringste<br />

Zahl eutraphenter Arten beherbergen, fehlen hier völlig oder sind,<br />

wie z.B. die Schwimmblättrigen, nur in be.scheidenen Anteilen' vertreten.<br />

Charazeen, zum überwiegenden Teil Cham jragilis, treten<br />

besonders reichlich auf, hin und wieder selbst in so dichten Beständen,<br />

dass das Wachstum der Wasscrblattkräuter Verhindert wird.<br />

Wassermoosen, hauptsächlich DrcpanoclaUiis capilUlolius, begegnet<br />

man am Seeboden im Bereich des offenen Wassers stellenweise in<br />

Massen, so auch in den Vegetationsgürteln des Ufers, wo sich der


Ann. liol. Soc. Zool.-Iiol. I^'enn. Vanamo, 15, nro f). 19:5<br />

genannten Art ausserclcni noch Foiüinalis lujpnoidi'.s ntul Cnllienjon<br />

(ji(/(uüeiim zugesellen.<br />

Der erste Eindruck, den man von der Wasservegetation erhält,<br />

ist auf jedem der drei Seen etwas verschieden, und zwar weil unter<br />

den I lelophyten jedesmal eine andere Art dominiert. Aul dem Musti'innträsk<br />

werden alle übrigen Ilelophyten von den ganz ungemein<br />

üppigen Schillheständen verdeckt (Abb. 23), trotzdem z.T'. audi der<br />

Vhh. 2I{. Ni'. 129 Miisf finiilräsk. Die AiilVieriiiig fial. im aiisf^edcliiileii Mölicicht<br />

oiiH' Liickt' In'rvor^'orufcii. die von Schwiiiiin- und V\'iiss('rhl;iltkränloi'H<br />

in Besitz wnoninion isl.<br />

Schachtelhalm häul'ig isl und dichle liestätide bildet. Am (Iriiggböleträsk<br />

gibt es reichlicher steile Ufer, weshalb dort der Ilelophylengürtel<br />

schmäler ist und der Schachtelhalm ausgesjirochen dominiert.<br />

Der Lamj)isträsk stellt sich zwischen die beiden so, dass dort<br />

der Schilf und der Schachtelhalm einander ungelahr aufwiegen. Ganz<br />

besonders wird die Aufmerksamkeit auf das Fehlen von Scirpiis<br />

laciisler in den zwei letztgenannlen Seen gelenkt. Dagegen begegnel<br />

man auf sämllichen drei Seen üppigen Heständen von l'ijplia Utlifolia.<br />

Von den eigentlichen Ljiftblatlkrünlern sind Alisina pUmUxuo,<br />

Spargcmiiim simplex und Lijsimacina Ihijrsijluia auf allen drei Seen<br />

zu finden, nie aber reichlich und ausgedehntere Bestände bildend.<br />

Dagegen wurden auf dem Mustfimdräsk und dem Gräggl)öleträsk ein


194 L. Maristo, Die florislischen Seetypen I'innlands.<br />

Paar üppi^f ausgebildete Bestände von Spargaiiium rarnosuni angetroffen.<br />

Aus der Gruppe der Scliwimmblättrigen sind Potanioyelon natana,<br />

Nuphar lulcum und Nifmpliaea Candida auf allen drei Seen vorhanden,<br />

doch geht hier die gewöhnliehe dominierende Stellung der gelben<br />

Seerose auf Pofaniogeion natans über. Diese Art bildet auf diesen<br />

Seen sowohl in den Liehtungen des Höhriehls als ausserhall) de.s<br />

Höhrichtgürtels dichte und ausgedehnte Bestünde, während man<br />

Nuphar nur hier und da zerstreut vorfindet. Auch die weisse Seerose<br />

tritt /U ausgedehnten, einheitlichen Beständen zusammeji, so besonders<br />

im Lampisträsk. Sparganiinn Friesii gab es nur auf dem<br />

Mustfinnträsk ein wenig und Polygonum amphibiuni wietlernm scheint<br />

derart alkalische (iewässer vollends zu meiden.<br />

Auch die Freiscliwimmer gedeihen hier vorzüglich. Lcmna minor<br />

und Spirodela pohjrrhiza begegnet man hier und da im Röhricht.<br />

elzlere ist von den beiden Arten merkwürdigerweise die häufigere.<br />

Beide fand ich nicht auf dem Lamjjisträsk, der auch sonst die artenärmste<br />

Flora aufzuweisen hatte.<br />

Unter den Wasserblattkräutern sind ganze fünf in allen drei Seen<br />

zu finden, nämlich die vier auf S. 192 bereits erwähnten Eutraphenlen<br />

und Polamogclon perfoliaius. Die grösste Häufigkeit erreicht<br />

Lcmna Irisulca, der man fast überall sowohl in den Helophylengürteln<br />

als besonders am Sceboden im Bereich des offenen Wassers<br />

begegnet. Der quantitative Schwerpunkt dürfte indessen auf Polamogclon<br />

pnsillus entfallen, der in grossen Scharen den Seeboden<br />

im letztgenannten (iebiet überzieht. Alle übrigen Arten sind dagegen<br />

schon weniger häufig zu finden. Polamogclon oblusifolius wächst im<br />

seichten Wasser in der Nähe des Ufers, während P. perfoliaius und<br />

Callilrichc aulumnalis hauptsächlich im Bereich des Lieferen Wassers<br />

ausserhalb der Ilelophytengürtel auftreten. Beachtung verdient ferner<br />

Ccralophylluni dcmcrsum. Die Art fehlt im Mustfinnträsk, tritt<br />

aber besonders im Lampiträsk reichlich auf.<br />

Die Seggenbestände des Ufers sind in der Hauptsache von Carcx<br />

roslrala und C. vcsicaria aufgebaut. Erstere ist unbedingt wichtiger<br />

besonders am Mustfinnträsk mit seinen flachen Ufern, die zu mehr<br />

als die Hälfte ihrer Länge von einem Seggengürtel gefolgt werden<br />

(vgl. die Karte bei LINKOLA 1911, j). 23). Als dritte Seggenart ergab<br />

sich an sämtlichen drei Seen C. pseudocyperus entweder in zerstreu-


Anil. lioL Soe. Zool.-Bot. Fcnn. Viinunio, 15, 11:0 ö. 195<br />

lem Vorkommen oder kleine Bestände bildend. Aus der übrigen Uiervegetation<br />

wurden Comarum palustre, Lijihrum salicaria, Cicuta uirosa<br />

und Lijcopus europaeiis von sämtlichen drei Seen notiert, docli<br />

bleibt ihre Bedeutung neben den eigentlichen Wasserpflanzen recht<br />

gering.<br />

Auch lieute noch, hunderte von Jahren seitdem sich diese Weiher<br />

vom Meer und vom Brackwasser abschnürten, machen sich im Wasserpflanzenbestand<br />

deutliche Nachklänge jener Zeit bemerkbar.<br />

Viele Arten (vgl. LINKOLA op. c., p. 52), wie Lemua ivisulca, CjiUi-<br />

Iriche aiiliimnalis und CcratophijUum demers/i/n, stellen wahrscheinlicli<br />

Brackwasserrelikte dar und haben sich hier unter dem Schutze der<br />

alkalischen Reaktion und des hohen Kalkgelialts des Wassers erlialten<br />

können. Dagegen möchte ich es für recht unwahrscheinlich halten,<br />

dass Chara fragilis auf dem Mustfinnträsk das Hornblatt verdrängt<br />

und zum Aussterben gebracht hätte, denn weil ja beide Arten<br />

sowohl im Gräggböleträsk als im Lampisträsk reichlich nebeneiiuinder<br />

vorkommen und weil der letztere in einem höheren Niveau als<br />

der Mustfinnträsk liegt, so müsste namentlich gerade in ilmi Cham<br />

fragilis noch L)esser Zeit gefunden haben, sich an (UMI Standorten des<br />

Hornblatts breit zu machen.<br />

Ganz ähnliche junge Seen, deren Arienbestand indessen ein noch<br />

deutlicheres marines Gepräge trägt, sind in Finnland von CEDEROREUTZ<br />

(1934; 1937) aus Ahvenanmaa beschrieben worden. V.r hat dort vom<br />

Polamogeion-Typ SAJVIUELSSONS (1925) drei Untertypen abgetrennt,<br />

nämlich die Algengyttja-, die Anabaeiui- und die Braunnioor-Seen.<br />

Von tliesen ist der erstere, nach der Heschreibiiug (1937, p. 329) zu<br />

schliessen, als ein Teichseetyp anzusprechen, dagegen liegt uns in<br />

den Anabacna-^acu gerade der J^olanioyeton-'Vy]) in seiner engsten<br />

Fassung vor (1934, p. 9-11; 1937, p. 330). Der pH-Wert beläuft<br />

sich in ihnen mit dem Indikator von C^LAitiv gemessen auf 7.2-7.8 und<br />

der Kalkgehalt des Wassers beträgt 30-80 mg (CaO) im i.iter. Hin<br />

und wieder tritt auch Lehn)trübung auf. Diese Seen beherbergen eine<br />

ganze Anzahl von Brackwasserrelikten, ilie auf meinen vorgenannten<br />

(Irei Weihern nicht zu finden sind. C.harazeen und IMiytojilanktou<br />

gibt es ebenfalls reichlich. Als beste Beisjiiele dieser Seen mögen<br />

Nr. 10, 13, 16 und 29 bei CEDKRCREUTZ (1931) dienen.<br />

ALMQUIST (1929) und LOHAMMAR (1938) haben in Schweden zahlreiche<br />

Seen und Buchten des Mälaren untersucht, die nur einige


Marisio, Die floristischeii Seetypen Finnlands.<br />

Meter über dem Meeresspiegel erhoben liegen. Die Wasservegetation<br />

ist in ihnen nocii üppiger und artenreicher als in meinen finnischen<br />

Poiarnogelon-^ecn und auch die übrigen von mir dargestellten Sotidercharaktere<br />

treten hier noch schärfer geprägt auf. Das Wasser ist<br />

sehr alkalisch und kalkreicii und die Zahl der als Meeresrelikte anzusehenden<br />

Arten ist besonders hoch. Nach ALMQUIST (op. c., !>. 87)<br />

entsprechen diese Gewässer dem Potaniogeion-Typ in seiner reichsten<br />

Ausbildungsform. Als Beispiele mögen Sunnerstaviken, Garnsviken<br />

und Kärven (Nr. 17-19 bei ALMQUIST p. 88, Tab. 8, Nr. 21-23 bei<br />

I.OHAMMAII OJ). C.) erwähnt werden. Ausser nahezu im Niveau ties<br />

Meeres gibt es zu diesem gleichen Typ zu zählende Seen auch im<br />

schwedisclien Binnenlande, wo es nur der Kalkgehalt des umgebenden<br />

Bodens zulässt. Solche sind z.B. der berühmte Vogelsee Täkern<br />

(Du RIETZ, MANNERZ u.a. 1939) sowie die Seen Hönsan und Glisstjärn<br />

(Nr. 28 und SO bei SAMUELSSON 1925, Nr. 116 und 121 bei<br />

LOIIAMMAR op. c.), die zugleich den Potamogelon-^ca SAMUELSSONS<br />

(oj). c., p. 9) in seiner typischsten Form repräsentieren.<br />

Ausser in Finnland und in Scliweden gibt es hierher gehörende<br />

Seen auch in anderen (iegenden sowohl Nord- als Mitteleuropas.<br />

Solche sind mit ziemhch grosser Sicherheit auch in dem von DONAT<br />

(1926, p. 19) aus Norddeutschland beschriebenen Phragmilcs - Polamogelon-iy\)<br />

enthalten, worauf u.a. die Erwähnung eines Chara-<br />

(iürtels in jenen Seen (vgl. S. 180) liinzudeuten hätte. Von den vier<br />

von SAUER (1937) unterschiedenen Subtypen des Po/«mo//e/on-Typs<br />

entspricht der erste, der »W^esenschwingseetyj)» sowohl in bezug auf<br />

seine Vegetation als seine F'lora dem Polamogelon-'Vyp im engeren<br />

Sinne, obwohl auch Unterschiede (u.a. das spärliclie Vorkommen von<br />

Wasserblattkräutern) zu verzeichnen sind. SAUERS zweiter Untertyp,<br />

der typische PotainogelonSae, entspricht mit Rücksicht sowohl auf<br />

die Eigenschaften des Wassers als zum Teil auch den Artenbestand<br />

dem Polamogeloii-Ty\i s.str., l)ei grösserer Flächenausdehnung der<br />

Seen verursacht aber die wechselnde Exposition lokale Differenzen<br />

in der Zusammensetzung der Vegetation, und dem Artenbestand<br />

mischen sich »Fragmente des Litorellion- uiul Nanocyperion-Verbandes»<br />

(op. c., p. oGl) bei. Der Krauthunuis- und der Waldhumus-'<br />

seetyp SAUERS umfassen humushaltige Gewässer, die zum Teil<br />

lediglich als Teichseen anzusprechen sind und offenbar lokale Varianten<br />

des Polamogctondarstellen (vgl. SAUER oj). c., j). 562).


Ami. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. N'^ananio, 15, n:o 5. 197<br />

Von den von IVERSEN (1929) aus Dänemark beschriebenen alkalischen<br />

Klarwasserseen steht der grösste Teil dem Chara-Typ ALM-<br />

QUISTS näher als dem Potamogeton-Tyi) in seiner engeren Fassung<br />

(vgl. S. 162). Vorhin (S. 180) wies ich auch bereits auf die wiciitigsten<br />

Unterschiede zwischen jenen dänischen Seen und meinen Tijpha -<br />

AlismaSecn hin. Als vorzüglichste Beis{)ielc erge])en sich Nr. 38, 40<br />

und 41 bei IVEIISEN. Es sind ähnliche seichte Weiher wie meine drei<br />

Seen aus Parainen, Zum Beispiel der M.jang So (Nr. 40) ist wie der<br />

Mustfinnträsk zur Zeit in Verwachsung begrii'ien, der Slivso (Nr. 41)<br />

steht aber noch zeitweise in Verbindung mit dem Brackwasser des<br />

nahen Meeres, weshalb seine Stellung als See in dem Sinne, wie icli<br />

es aul'gefasst Iiabe, in Frage gestellt werden kann.<br />

Auch im Baltikum sind wahrscheinlich derartige junge Seen voriuinden.<br />

Darauf deutet u.a. die knappe Erwäiinung KUPFFERS (1925,<br />

p. 30) über gewisse Seen im lettischen Küstengebiet und auf Ösel.<br />

Sie haben ihre Verbindung mit dem Meere infolge der Landhebung<br />

verloren und KUPFFER nennt sie nach den daselbst noch vorkommenden<br />

Arten brackischen Wassers »Heliktseen».<br />

Aus dem Obigen dürfte hervorgegangen sein, dass dav l^olamogclon-<br />

Typ im engeren Sinne hauj)tsächlich einen Seetyp junger, kalkreicher<br />

und alkalischer Gewässer tiarstellt, der in seiner deutlichsten Ausbildung<br />

auf dem Lehmboden zu finden ist. 15ei uns in Finnland gibt es<br />

solche Seen ausschliesslich in der nächsten Nähe des Meeres und auch<br />

dort nur an Stellen mit abweichend hohem Kalkgehalt des Bodens.<br />

Der Potnmogeton-Typ s.str. stellt zugleich einen der einheitlichsten<br />

und am weitesten verbreiteten Seetypen Nord- und Mitteleuropas<br />

dar, dessen wenige finnische Vertreter als seine äussersten nördlichen<br />

Vorposten dienen und dadurch die bescheidene Ausbildung ihres<br />

Artenbestandes im Vergleich zu den südlicheren 'ry|H-ugeiu)ssen verständlich<br />

machen.<br />

Straüotes-Typ.<br />

(Nr. 132- 135.)<br />

Fern jenseits des Polarkreises, nahe beim 68. Breitengrad, wo<br />

der Sommer kurz ist und die Wärmezeit sich nur üi)er etwa 160 Tage<br />

erstreckt (Karte 2), auch dort kiinn man Gewässern begegnen, die<br />

in bezug auf ihre Makrophytenvegetation noch als eutroph ange-


161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />

sprochen werden müssen. Hire Artenzahl ist naturgeniäss bescheiden,<br />

denn viele Arten drin.^en nicht mehr einmal annähernd so weit nördlicli<br />

vor. Diese Eutrophie tritt uns daher auch nicht im Helophytenhestand<br />

entgegen, denn die Strenge des Winters und in Zusammenwirkung<br />

damit die Gefriersciiäden sorgen dafür, dass die Bestände<br />

stets klein und lichtwüchsig bleiben. Unter der Wasseroberfläche hat<br />

sich dagegen eine um so üppigere und reichere Wasservegetation<br />

entwickelt, die überdies zur Mauptsaclie aus lauter Eutraphenten<br />

zusammengesetzt ist. Zur Entstehung einer solchen Vegetation<br />

so hoch oben im Norden sind natürlich ganz besondere edaphisclu^<br />

Voraussetzungen nötig und solche gibt es auch in der Tat hier<br />

und da im Bereich der basischen Schiefer Finnisch-Lapplands.<br />

Den Namen habe icli diesem Seetyp nacli einer seiner Charakterarteu<br />

gegeben, Slraliotes aloides ist eine Art des elektrolytreiciien<br />

Wassers und tritt in ähnlich beschaffenen Gewässern auch in den<br />

übrigen Teilen des Landes reichlich auf.<br />

Die Zahl der diesem Seetyp zugezählten Untersuchungsflächen<br />

l)eträgt nur vier, sämtliche verhältnismässig nahe beeinander (höchster<br />

gegenseitiger Abstand etwa 10 km) im Kirchsp. Kittilä gelegen<br />

und von bescheidener Grösse, 0.3-2.4 km^. Die Farbe des Wassers<br />

ist grüngelb und die Sichttiefe variiert zwischen etwa 1.6 und 3.o m.<br />

Am klarsten war das Wasser im Hastinjärvi (Nr. 134), wegen der<br />

geringen Wassertiefe musste ich mich jedoch lediglicli mit einer blossen<br />

Schätzung der Sichttiefe begnügen. Auf dem Hautajärvi (Nr. 133)<br />

wurde die Messung wiederum unter ungünstigen Bedingungen ausgeführt<br />

und der im Vergleich zu den übrigen geringere Durchsichtigkeitswert<br />

ties Sotkajärvi (Nr. 135) fülirt sich zum grössten Teil<br />

auf die intensive Planktontrübung zurück. Die pII-Grenzwerte betragen<br />

8.2 und 8.3. I<br />

Die durchschnittliche Zahl der Wasserpflanzenarten beträgt 15,<br />

ist also doch nicht die niedrigste von allen. Die höchste Artenzahl,<br />

20 Arten, wurde auf dem Hautajärvi, die geringste, 12 Arten, auf<br />

dem Sotkajärvi verzeichnet. Die Zahl der eutraphenten Arten<br />

schwankt auf den einzelnen Seen zwischen 4 und 5 und mit Ausnahme<br />

von Lemna minor handelt es sich um Wasserblattkräuter,<br />

von denen zwei, nämlich Stratiotes aloides und Mijriophylliim spicaluin,<br />

auf allen vier Seen anzutreffen sind.


Ann. Bot. Soc. Zool.-Hol. l


200 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />

Grösse<br />

km2<br />

pH<br />

Tabelle 5. Übersiclit über die Eigenschaften<br />

Transparenz<br />

m<br />

Farbe des<br />

Wassers<br />

Vorherrschendes<br />

Ufermaterial<br />

Equisetum -Typ


202 L. Maristo, Die lloristischen Seetyj)eii Finnlands.<br />

Grösse<br />

km2<br />

Scirpus Incuster-Ty^) 0.84- IG.o G.«- 7.3 O.l - 1.4<br />

pH<br />

1<br />

Transparenz<br />

m<br />

Farbe des<br />

Wassers<br />

1 braun - gelbbraun<br />

1<br />

Typlia - Alisma -Typ . ü.i:. - 7.0 0.2 - 2.2 gelb - grün<br />

Kannas -Variante |<br />

i 1<br />

1<br />

t<br />

1.1-12..-; 7.1 - 7.R 0.« - 2.0<br />

1<br />

Vorherrschendes<br />

Ufermaterial<br />

Moräne, Lehm, weniger<br />

Torf<br />

Lehm, weniger<br />

Moräne<br />

gelbgrün Lehm, Sand, weni-<br />

1<br />

ger Osniaterial<br />

( 1<br />

!<br />

i<br />

Potarnogeton -Typ 0.25 - 0.6 8.0 - 8.2 > 2.5 gelbgrün Lehm, Moräne<br />

Stnitiotfs' -Typ 0.:. - 2.4 8.2 - 8.:« 1 .f) — iJ.O grüngelb<br />

•<br />

Torf, weniger<br />

Moräne<br />

schere (»kievana» im Volksmuncl) kommt in jenen Einödengel)leten<br />

eine beträchtliche wirtschaftliche Bedeutung als frisches Ersatzlutter<br />

zu (vgl. SANDÖTRÖM 192Ü, p. 54). Wenn die im Sommer<br />

zusammengebrachten geringen Heuvorräte beim Fortschreiten des<br />

Winters zu Ende gehen, begibt man sich auf den See und holt sich<br />

das Futter mit rechenartigen Geräten durcli zuvor an erfahrungsgemäss<br />

reichergiebigen Stellen in das Eis gehackte Öffnungen heraus.<br />

Nach der Aussage der Ortsbevölkerung wird dieses Futter von den<br />

Tieren sehr gerne gefressen und soll zudem auch eine produktionserhöhende<br />

Einwirkung haben. Doch ist natürlich stets die Gefahr<br />

vorhanden, dass die Art infolge übermässiger Nutzung zum Leiden<br />

gebracht werden könnte. Ob das spärliche Vorkommen der Krebsschere<br />

im Bastinjärvi eben diesem Umstand zur Last zu stellen ist.


Umgebung<br />

Ann. Ik)t. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 203<br />

Anteil der verschiedenen<br />

Lebensformen an der Wasservegetation<br />

Misch- u. Laub- Helophyten dominieren.<br />

wälder,Anbauflächen u. etwas<br />

Moore<br />

Anbaufläclien<br />

u. llainwälder<br />

Anbaufläclien u.<br />

Ileidewälder, et-<br />

was Moore<br />

Hainwälder u.<br />

Anbauflächen<br />

i 1<br />

Braunmoore,<br />

Heide Wälder<br />

Schwimmblattkräuter reichlicli.<br />

Wenig Wasserblattkräuter<br />

und selir wenig Grundblattkräuter.<br />

Gharazeen feh-<br />

len.<br />

Charakterarten Allgemeines Vegetatlonsbild<br />

Scirpus lacuster,<br />

Potamogeton natans<br />

Helopliyten dominieren. . Phragmites,<br />

Freisehwimmer allgemein. Typha spp,,<br />

Spärlich Grundblattkräuter, Alisma<br />

VVassernmoso u. Cliarazeen.<br />

Helophyten dominieren.<br />

Schwinuublättrige u, Grund-<br />

blattkräuter ziemlich reich-<br />

lich. Wassermoose n. Cliarazeen<br />

spärlich.<br />

Helophyten dominieren. Wasserblatt<br />

kräu ter u. Cliarazeen<br />

reichlich. Wenig Schwimniblättrige,<br />

Grundblattkräuter<br />

fehlen.<br />

\<br />

Phragmites,<br />

Scirpus lacuster,<br />

Alisma, Sparganium<br />

simplex<br />

!<br />

Phragmites, Potamogetonnatans,<br />

P. pusillus,<br />

Lemna trisulca<br />

Wasserblattkräuter dominie- Equisetum, Straren.<br />

Übrige Lebensformen tiotes,Myrio- spärlich. Grundblattkräuter phyllumspica- fehlen.<br />

tum<br />

Reichliche Vegetation.Dichte<br />

Scirpus lacuster -Bestände<br />

(auch Inselbestände). Deutliche<br />

Zonation: Seggengürtel,<br />

Luftblattkräuter, Scirpus lacuster,<br />

Schwimmblattkräuter.<br />

Reichliche Vegetation. Umfangreiche<br />

Phragmites -Bestände.<br />

Zonation: Uferarten,<br />

Luftblattkräuter, Equisetum,<br />

Phragmites, Schwimmblattkräuter.<br />

Wie vor, stellenweise auch<br />

Grundblattkräutor.<br />

Üppige Vegetation. Der ganze<br />

Seeboden vegetationsbedeckt.<br />

Dichte, reine Bestände.<br />

Zonat'on deutlich, variirt<br />

aber beträchtlich.<br />

Helophyten recht spärlich.<br />

Dichte, reine Wasserblattkrautbestände.<br />

Keine deutliche<br />

Zonation.<br />

blieb leider uneriniltelt. - Potamuyelon praelongiis war in zerstreutem<br />

Stand auf drei Seen zu linden, P. pcrfoliatns traf<br />

ich dagegen im llastinjärvi in ganz unglaublicher Menge an.<br />

Stellenweise war dort der Seeboden ferner dicht mit P. piisilliis<br />

bedeckt; diese Art fehlte in den übrigen Seen. Im Sotkajärvi<br />

und im Hautajärvi gab es dagegen ziemlich reichlich P. zoslcrifoliiis.<br />

I£ine besondere Erwähnung verdienen ausserdem P. filiformis<br />

und Ceratophijllnm demersiim aus dem Hautajärvi, speziell<br />

die letztgenannte Art, die in Finnland bisher nicht jenseits<br />

des Polarkreises angetroffen wurde, hier aber -recht reichlich<br />

auftritt. - «<br />

Dieser Wasserblattkrautbestand ist etwas Einzigartiges so hoch<br />

oben im Norden. Die Artenzusammensetzung ist zwar auf den ein-<br />

14


161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />

zelnen Seen teilweise verschieden, das Gesamtgepräj^e der Vegetation<br />

ist aber durchgehends ziemlich gleich.<br />

Die Uferflora scheint sich von derjenigen der südlicheren Breiten<br />

nicht viel zn nnterscheiden. Carex rostrata war an sämtlichen Seen<br />

reichlich zu finden, am Sotkajärvi sowie am Hantajärvi ausserdem<br />

spärlich C. aquatilis. Auch Comarum palusire und Ciciita virosa wurden<br />

an sämtlichen Seen notiert, an dreien ausserdem Menijanlhes<br />

trifoliala.<br />

Diesem Straliotes-lyp möchte ich in Lappland die gleiche Stellung<br />

geben wie dem Potamogeton-Typ s. str. in Südfinnland. In<br />

beiden Fällen handelt es sich um Seen mit sehr alkalischem und<br />

kalkhaltigem Wasser und einer so üppigen Vegetation, wie es in einer<br />

solchen Umgebung überhaupt möglich ist. Die durch die nördliche<br />

Lage bedingte Strenge der klimatischen Faktoren und im<br />

(icgensatz dazu die günstigen edaphischen Verhältnisse iiaben zur<br />

l£ntstehung jenes negativen Zuges in der Physiognomie der Stratio-<br />

/


Ann. liot. Soc. Zool,-Bot. b'enn. Vanarno, 15, n:o 5. 205<br />

ill der Tabelle verzeichneten Grenzwerte können nicht, so wie sie<br />

sind, als absolut gelten. Bei zunehmender Zahl der Untersuchungsflächen<br />

würden sich die Grenzwerte des Flächeninhalts, des pH<br />

sowie der Transparenz wahrscheinlich noch nach beiden Richtungen<br />

hin verschieben. Ich habe indessen die hier angegebenen Zahlenwerto<br />

direkt meinem Material entnommen, statt auf den Weg der unsicheren<br />

Vermutungen zu gehen.


V. ÜBER DIE DIE DIFFERENZIERUNG DER<br />

SEETYPEN BEDINGENDEN FAKTOREN.<br />

Im jetzt folgenden Abschnitt wenlcn die verschiedenen Standortslaktoren<br />

und Faktorenkom})lexe besjjrochen, unter deren Einfluss sowohl<br />

der Artenbestand als die gesamte Wasservegetation eines Sees<br />

stehen und die zugleich Ursache der verscliiedenen Gestaltung und<br />

ungleichmässigen Verbreitung der Seetypen sind. Es leuchtet ein, dass<br />

es hier lediglicli mit einer im Grossen durchgeführten Betrachtung des<br />

Gegenstandes genügen muss. Die Kürze der für die Untersuchung vorgesehenen<br />

Zeit hat es unmöglich gemacht, sich systematisch in die<br />

einzelnen autökologischen Probleme zu vertiefen, von denen ein jedes<br />

für sich den Stoff für eine selbständige Untersuchung geben könnte.<br />

Ich hoffe indessen, dass mich die während der Untersuchungsarbeit<br />

allmählich gesammelte Erfahrung dazu verholfen hat, doch so zuverlässige<br />

Beobachtungen über das Verhalten der Wasserpflanzenarten<br />

zu den verschiedenen Standortsfaktoren anzustellen, dass dieselben<br />

als Grundstoff für eine in grossen Zügen durchgeführte Erörterung<br />

dieser Fragen herangezogen werden können. Als wertvolle<br />

Stütze haben dabei natürlich die verschiedenen schon früher in Finnland<br />

oder im Auslände veröffentlichten detaillierteren Untersuchungen<br />

gedient. Weiter hoffe ich, dass meine Beobachtungen geeignet<br />

sein mögen, nützliche Hinweise für künftig auszuführende Spezialstudien<br />

zu liefern.<br />

1. TIEFENVERHÄLTNISSE UND UFERTOPOGRAPHIE.<br />

Beim Erörtern der Seetypenfrage vom allgemeinlimnologischen<br />

Standpunkt hat vor allem THIENEMANN (1928) die Bedeut^g<br />

der Tiefenverhältnisse für die Typengestaltung der Seen hervorgehoben.<br />

Diese Tatsache bedarf keiner weiteren Beweisführung,


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 207<br />

wenn wir wissen, dass sich die limnologischen Seetypeneinteilungen<br />

auf die Zusammensetzung der Bodentierfauna und des Planktons<br />

gründen, die ihrerseits wiederum* von solchen mit der Wassertiefe<br />

parallel verlaufenden Milieufaktoren wie die Temperatur und der<br />

Sauerstoffgehalt des Wassers durchaus abhängig ist. Betrachtet man<br />

die bathymetrischen Verhältnisse in ihrer Einwirkung auf die Makrophytenflora<br />

namentlich im Hinblick auf die auf Grund der letzteren<br />

unterschiedenen Seetypen, so stellt man fest, dass sie auch in diesem<br />

Falle nicht ganz ohne Bedeutung sind. Als erster hat DON AT (1926,<br />

p. 50) diesen Umstand eingehender beachtet, indem er in seiner<br />

Gruppe der oligqtrophcn Gewässer die »gcomorphologiscli^^ind physiologisch<br />

oligotrophen Swui» unterscheide!^ Die ersteren, deren<br />

Wasservegetation sicii nach DONAT nur quantitativ von derjenigen<br />

der eutrophen Seen unterscheidet, haben ein elektrolytreiches Wasser,<br />

aber die grosse Mitteltiefe des Sees, die geringe Breite der Uferbank<br />

und der beträchtliche Neigungswinkel der Halde bedingen es, dass den<br />

Makrophyten nur wenig F^latz zum Gedeihen übrig bleibt. Auf das<br />

gleiche Verhältnis hat auch REINIKAINEN (1935, p. IG und 20) inbetreff<br />

der Teichseen hingewiesen. Ganz so radikal wie DONAT möchte<br />

ich diese Typenfrage indessen nicht lösen, obwohl es auch in meinem<br />

Material darauf hindeutende Fälle gibt. Am Westende des Paanajärvi<br />

(Nr. S3), der sich l)ckanntlich in einem Bruchtal gebildet hat,<br />

kommen auf einer ganz eng begrenzten Fläche recht viele selbst<br />

ziemlich anspruchsvolle Wasserpflanzenarten vor. Ungefähr ähnlich<br />

verhält es sich auch mit dem Urajärvi (Nr. 7J), einem ebenfalls<br />

steiluferigen, zwischen Üsrücken gelegenen See, dessen })H (6.o) im<br />

Hinblick darauf als ziemlich hoch zu betrachten ist. An den vegetationsreichsten<br />

Punkten dieser Seen ist aber zugleich auch der Jiodeu<br />

nährstoffreicher als am Steilufer, was nur angibt, dass sich im Falle<br />

ihres Fehlens diese Seen auch qualitativ noch mehr vom eutrophen<br />

Gewässer entfernen würden. Auch jetzt sind sie offenbar - allerdings<br />

in erster Linie wegen der quantitativ schwachen Entwicklung der<br />

Wasservegetation - der oligotrophen Typengruppe zuzuzählen.<br />

Die ganz seichten Seen wiederum, wie z.B. Nr. JJ4 Koyliönjärvi,<br />

Nr. J20 Sääskjärvi und Nr. J26 Hieskjärvi, sind öfters mehr oder<br />

minder eutroph. Es sind Quellseen, auf deren Boden sich zumeist<br />

fruchtbare Detritusgyttja in dicker Lage angesammelt hat, die<br />

natürlich daran angetan ist, die Entwicklung der Wasservegetation


208 I,. Marislo, Die lloristischcn Sectypi'ii Finnlands.<br />

zu fördern. Auch der eigentliche minerogene Boden ist in ihnen günstig<br />

beschaffen, sind doch diese Seen in den seichten Vertiefungen<br />

der Tonebene gelegen. In solchen Seen haben die Helophytenbestände<br />

stets ausgesprochen die Obermacht, während sich das Auftreten der<br />

submersen Arten dann hauptsächlich nach der Transparenz des Wassers<br />

richtet. Auch das Material von SAMUELSSON (1925), ALMQUIST<br />

(1929) und LOHAMMAK (1938) gibt au die Hand, dass die eutrophen<br />

Seen meist seicht sind. Nur in dem Falle, wenn die Ufer stark vermoort<br />

sind (z.B. Nr. 2 Suovanjärvi, Nr. 14 Keskisträsk), bleibt auch<br />

ein seichter See sowohl in bezug .auf seine Vegetation als seine Flora<br />

karg und arm. Solche Fälle erreichen ihre grösste Häufigkeit auf den<br />

Moränenböden der Wasserscheidengebiete.<br />

Jener eingangs berührte Einfluss der Temperatur und des Sauerstoffgehalts<br />

des Wassers auf das Gedeihen der liölieren Wasservegetation<br />

bleibt in seiner Zusammen Wirkung mit den Tiefen Verhältnissen<br />

des Sees im allgemeinen geringer als an dem Teil der Boilenfauna.<br />

Die Tiefenamplitude der Makropythen ist gewöhnlich innnerhin so<br />

gering, dass die Pflanzen während des günstigsten Abschnittes der<br />

Vegetationsj)eriode im Bereich des gleichwarmen Epilimnions zu stehen<br />

kommen. Am kennbarsten ist der Temperatureinfluss in den<br />

klarsten Seen, doch auch in dem transparentesten See meines Materials,<br />

Nr. 80 Kuorinkajärvi, ist die Temperaturabnahme im Sichtbereich<br />

des Wassers im Hochsommer nicht so gross (JÄUNEFELT 193C a,<br />

p. 5), dass die Tiefenamjilitude der Makrophytenvegetation dadurch<br />

eine nennenswertere l^eeinträchtigung erführe, sofern sie nicht eine<br />

allzu grosse Verkürzung der Vegetationsperiode verursacht (vgl.<br />

S. 236).<br />

In grossen Zügen betrachtet ist also die<br />

g erj^» Ji ^ i e f e ei ne s Sees d a zu g e e i g n e t, d i e<br />

E u t r o p h i e der Makrophytenvegetation n a m e n t-<br />

1 ich in quantitativer Hinsicht zu fördern.<br />

A n d e r e r s e i t s h i n d ert i n m a n c h e n Fälle n<br />

wiederum die grosse Tiefe des Sees die<br />

Vegetation daran, einen n t w i c k 1 u n g s g r a d<br />

zu erreichen, der ihr z.B. durch den Elektro-<br />

1 y tge h a 1 t des, Wassers und die pH-Lage sons.t<br />

gesichert e r s c h i e n e. Diese Möglichkeiten hangen aber


Ami. liol. Soc. Zool.-hot. Fiinn. Vanamo, 15, 11:0 5. 209<br />

auf das engste von ilen edapliistjlien Faktoren und den übrigen<br />

ILigenschaften des Wassers, und zwar in der Hauptsache von der<br />

Durchsichtigkeit desselben ab.<br />

An (his Obige schliesst sich eng der Einfluss der Ufertopographie<br />

an. Im allgemeinen ist festzustellen, dass, je grösser die U f e re<br />

n t Wicklung, d.h. je g e s c Ii 1 ä n g e 11 e r die Uferlin<br />

i e ej nes Sees ist, (lest o__b e s s e r e E n t w i c k 1 u n g si<br />

n ö g 1 i c h k e i t e n stehen d e r \V a s s e r v e g e t a t i o n i. u<br />

G e b o t e, v o r a u s g e s e t z t, dass d i e e d a p h i s c h e n<br />

a k t o r e n ü 1) e r a 1 1 die gleichen si n d.<br />

Die Bedeutung des Neigungswinkels des Seebodens im Litoralgürtel<br />

wurde oben bereits zum Teil klargelegt. Dieselbe ist jedocli<br />

stets auf (las innigste mit den Expositionsfaktoren und mit der<br />

Korngrösse des liodens verbuiulen. Auf solchen kleinen Seen, wo<br />

die Exposition nur wenig zur Auswirkung kommt, kann nian aber<br />

je nach der Al)schüssigkeit des Hodens im Litoral deutliche Unterschiede<br />

in der Zonation der Wasservegetation konstatieren. Senkt<br />

.sich die Uferbank nur langsam gegen die Tiefe, so reichen die Ilelophytenbestände,<br />

in erster TJnie die Röhrichte oder die Bestände des<br />

Schachtelhalms uferwärts bis zur Wasserlinie heran. Je mehr aber<br />

die Erosionsfaktoren am flachen Ufer eingreifen können, desto deutlicher<br />

ausgebildet findet man den das Röhricht und die Wasserlinie<br />

trennenden, vorwiegeiul von (irundblattkräulern und den eigentlichen<br />

Luftblattkräutern bewohnten »Kanal» (vgl. S. 258). An steileren<br />

Ufern ist die Zonationsfolge der Vegetation oft deutlicher ausgeprägt,<br />

obzwar die Zahl der verschiedenen (Hirtel in Abhängigkeit<br />

von anderen lokalen Faktoren, hau|)tsächlich der Rodenbeschaffenlieit,<br />

variieren kann.<br />

Über das Verhältnis der von mir unterschiedenen Seetypen zu<br />

den hier erörterten Faktoren kann auf Clrund ties Obigen, allerdings<br />

etwas verallgemeinernd, gesagt werden, dass d i e e u t r o p h e n<br />

S e e t y ]) e n i m 1) u r c h s c h n i t t seicht e r als die<br />

o 1 i g o t r o {) h en si n d. Die höhere Arienzahl und die reichere<br />

Ausbildung der Makrophytenvegetalion in seichteren Clewässern<br />

ist u.a. ARWIDSSON (192G, p. 25) in seinem Untersuchungsgebiet<br />

aufgefallen und wurde auch von ihm als einziger Einteilungsgrund<br />

.seiner Seen gewählt. Unter den oligotrophen Seen sind die kargen


210 L. Marislo, Die floristischen Seetypeii Fiimlaiuis.<br />

Equisetum-^ean (lurclischiiittiich seichter, weil sie die f^eriiigste<br />

Flächenausdehiiiing besitzen nnd weil in ihnen die Aiisfälhing der<br />

lluinuskolloide sowie der alhnählich vom Ufer gegen die Tiefe hin<br />

stattfindende Transport des Torfmaterials kräftig zur Ausflachung<br />

des Seebeckens beiwirken. Relativ am tiefsten sind die Lobelia-Seen,<br />

deren typischsten Vertretern man in den tiefen Osgruben begegnet<br />

und in denen die zum Ausgleich des Bodenprofils führende allcchthone<br />

Sedimentation sehr schwacii ist.<br />

2. KORNGRÖSSE UND NÄHRSTOFFGEHALT OES<br />

SEEBODENS.<br />

Kecht oft macht man sich einer Verweciislung dieser beiden<br />

Grundbegriffe schuldig, obwohl doch einerseits die Zusammensetzung<br />

und der Nährstoffgehalt des Seebodens und anderseits seine physikalischen<br />

Eigenschaften, wie die Korngrösse, als Standortsfaktoren<br />

in ganz verschiedener Weise zur Auswirkung gelangen. Zur Grobeinteilung<br />

habe ich mich der alten Einteilung in minerogenen und<br />

organogenen Boden bedient und in der ersteren Gruppe die allgemein<br />

gebrauchten und schon eingangs (S. 21) angegebenen, genau festgelegten<br />

Korngrössen (siehe z.B. SAURAJVIO 1910, p. 32) unterschieden,<br />

während es bei den organogenen Sedimenten z.B. in Tab. 5 lediglich<br />

auf eine Grobeinteilung in Dysedimente und Gyttjaen ankommen<br />

durfte; unter den letzteren habe ich jedoch die Kalkgyttja<br />

wegen ihrer ganz besonderen Zusammensetzung getrennt gehalten.<br />

Im Text ist indessen gewöhnlich ein Unterschied zwischen der Lehmgyttja<br />

und den Detritusgyttjaen gemacht worden.<br />

Der Einfluss der edaphischen Faktoren auf die Wasservegetation<br />

ist stets mit einer ganzen Zahl von anderen Faktoren verknüpft.<br />

Die wichtigsten von diesen sind die Exposition und die Strömung,<br />

eine Faktorengruppe, die namentlich darüber entscheidet, wo sich<br />

die organogenen Sedimente im betreffenden See anlagern können.,<br />

Diese können ja von der Wasserlinie beginnend auf der ganzen Breite<br />

des Litoralgürtels vorkommen, zumeist begegnet man ihnen aber<br />

erst in grösserer Tiefe, mitunter sogar erst im Profundal. Oft hat<br />

sich die Grenze zwischen dem minerogenen und dem organogenen<br />

Boden nur schwierig bestimmen lassen, weil beide Bodenarten bisweilen<br />

auch gleichzeitig, entweder in übereinandergelagerten Schich-


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 211<br />

ten oder vermischt vorkommen können. Mitunter liegen die organogenen<br />

Sedimente dem minerogenen Boden nur auf ganz kleinen<br />

Flächen, z.B. im Schutze eines im Wasser liegenden Steinblocks auf,<br />

oft wiederum auf grösseren Arealen, dann aber in so dünner Schichl,<br />

dass es schwer zu entscheiden ist, welche Bodenart im betreffenden<br />

Falle als ausschlaggebend für das Fortkommen der Makrophytei><br />

betrachtet werden muss. Auf dem minerogenen Boden macht sicli<br />

der Einfluss der Ex])Ositions- und Erosionsfaktoren zur Hauiitsacho<br />

in einer auslesenden Tätigkeit geltend. Auf vielen Seen, ja, in ganzen<br />

Seetypen wirken jene Faktoren so intensiv, dass sich die Vegetation<br />

überhaupt nicht zu der Üppigkeit zu entwickeln vermag, wie es die<br />

IJodenbeschaffenheit voraussetzte.<br />

Die Bedeutung des Nährstoffreichtums des Seel)()dens ist verschieden,<br />

je nachdem, um welclie Lebensform es sich jeweils handelt.<br />

Damit ist man auch schon bei der Frage nach der Nälirstoffaufnahme<br />

der Wasserpflanzen angelangt, über welche LOIIAMMAH<br />

(1938, p. 197-201) ganz neulich eine zusammenfassende Übersicht<br />

veröffentlich hat. Als das Ergebnis aller bisherigen Forsciiungsarbeil<br />

kann gesagt werden, dass die meisten Wasserpflanzenarten, vor allenii ^<br />

aber die Helophyten, vom Nährstoffgehalt des Bodens durchaus ' ^<br />

abhängig sind, während für die Freischwimmer sowie für gewisse<br />

Wasserblattkräuter wenigstens in bezug auf die unmittelbare Bedeutung<br />

des Seebodens für die Ernährung das (iegenteil gilt. Am schwierigsten<br />

ist zu ermitteln, in wie grossem Umfang sich einige schwach<br />

wurzelnde Wasserblattkräuter des Seebodens als Nährstoffquellt"<br />

bedienen. Meine Beobachtungen über das Verhalten der einzelneu<br />

Wasserpflanzenarten zu der Beschaffenheit und der Korngrösse des<br />

Bodens mögen hier in Form eines Tabeilendiagramms (Tab. 6><br />

wiedergegeben werden. Dieses gestattet eine Betrachtung der Bedeutung<br />

jener Faktoren für die Existenz der auf die Grossvegetation,<br />

fussenden Seetypen, in erster Linie an Hand des Verhaltens der<br />

Dominant- und der Charakterarten.<br />

E q u i s e t II m - Typ. Der 1 lelophytenbestantl dieses Seetyps fin-<br />


12 L. Mar isla. Die floristischeri Seetypen Finnlands.<br />

Tabelle C). has Aultrett'ii der wichtit?sten \Vasser|)flanzenarien auf den Vernich!<br />

etwa mit vorigem<br />

Equiseluw liwosuin<br />

Typha latifolia<br />

T. angustijolia '.)<br />

Scirpus lacuster<br />

S. eupaluster<br />

Phragmites communis ....<br />

Scolochloa festucacea<br />

iSagitlaria natans<br />

Potamogeton natans<br />

Spargan ium Friesrii<br />

S. affine<br />

Polygonuni amphibiutn ...<br />

Nuphar luteum<br />

Nymphaea alba<br />

N. Candida<br />

Potamogeton pcrfoliatus ..<br />

P. praelongus<br />

P. pus ill US<br />

P. filiformis<br />

P. obtusifolius<br />

Myriophyllum alterniflorum<br />

M. spicatum<br />

M. vcrticillatum<br />

Utricularia spf><br />

f Minerogener Boden<br />

O<br />

O<br />

M<br />

e<br />

e<br />

cc<br />

Organogener<br />

Boden<br />

e<br />

e


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5.<br />

:.schiedenen Bodenarten. - • Optimaler Standboden, o reinste Bestände (wo<br />

zusammenfallend).<br />

PotamogetoH graminem<br />

P. alpinus<br />

Ranunculus peltatus<br />

Callitriche venia<br />

Isoéles lacuslre<br />

I. echinosporum<br />

Juncus supinus mf. fluitans<br />

Scirpus acicularis<br />

Ranunculus reptans<br />

Subularia nquatica<br />

Elatine triandra<br />

E. hydro piper<br />

Tillaea aquatica<br />

Litorella uni flor a<br />

Lobelia dortmanna<br />

^Alisma plantago<br />

* Sagittaria sagittifolia<br />

' Butomus umbellatus<br />

Sparganium minimum<br />

» S. simplex<br />

" S. ramosum<br />

I Hippuris vulgaris<br />

1 Lysimachia thyrsiflora<br />

Anzahl der Arten<br />

O<br />

Mineroerener Boden<br />

o<br />

o<br />

10 21 31 :i7 38<br />

O<br />

379<br />

Organogener<br />

Boden<br />

35 39 12 20


214 L. Maristo, Die floristischen Seetypen Finiilaiuls.<br />

kuiij» des Wassers an der 'rorlbösciiung des Moorufers wird dem See<br />

durch die in denselben einmündenden Moorhäche fortwährend neues<br />

Torfmaterial, daneben aber auch ausserordentlich humushaltiges<br />

Wasser zugeführt, ans welchem die Humuskolloide zum Teil ausgefällt<br />

werden und sich als wichtiger Bestandteil dem Dy beimengen,<br />

[m Litoral ist jene Dyschicht oft so dick, dass die Wurzeln der<br />

Wasserpflanzen nicht bis zum untergelagerten festeren minerogenen<br />

Boden hinabzudringen vermögen. Eqiiisetiini liinosiim ist bekanntlich<br />

eine Art mit der denkbar weitesten Amplitude sowohl inbetrefl<br />

des Nährstoffgehalts als der Korngrösse des Bodens (vgl. Tab. 6).<br />

und zwar eine Art, der man ebenso gut auch auf dem gröbsten Grusund<br />

Geröllbode;! -p dann allerdings schon in erheblich gelichteten<br />

Beständen - bqgegnen kann (vgl. MARISTO 1935, p. 10; VAARAMA<br />

1938, p. 101). Die dichtesten Bestände in oligotrophen Seen entwickelt<br />

die Art auf losem Dyboden (vgl. CARLSON 1902, p. 18; THUIS-<br />

WARK 1931, p. 78; MARISTO 1. c.). Dieses hat indessen noch nicht zu<br />

bedeuten, dass der Schachtelhalm sein optimales Gedeihen gerade<br />

auf dem Dyboden fände - die grössten sowohl Häufigkeits- als Reichlichkeitswerte<br />

werden im (iegenteil in einigen eutrophen Seetypen<br />

erreicht (Tab. 2) und die ausgedehntesten Bestände bildet die Art<br />

auf dem fruchtbaren Gyttjaboden derselben (vgl. POHJALA 1933,<br />

p. 23). Auf dem Dyboden dominiert der S c h a c lite<br />

1 h a I m deshalb, weil er d e n lo c k e r e U Bode n<br />

besser verträgt als der Schilf, mit einen näh rs<br />

t 0 f f ä r m e r e n B oden v o r I i e b n i m m I als Sc i rf)<br />

II s l a CH s t er u n d a u f lockere m B o d en den g en<br />

a n n t e n Arten a n K o n k u r r e n z k r a f t überlege n<br />

ils t, und zwar weil der Hhizomtorf von Eqiiisetiim sich für die übrigen<br />

Arten als Standboden sehr schlecht eignet (vgl. POHJALA 1. c.).<br />

Meist sind indessen die Schachtelhalmbestände des Dybodens wie<br />

auch alle anderen daselbst anzutreffenden Bestände verhältnismässig<br />

licht. Dieses wiederum dürfte wohl zum grossen Teil davon herrühren,<br />

dass zumal an flachen Ufern, wo das Wasser l)is zum Seebodeu<br />

anfriert, das Eis den Dy in grossen Schollen vom Boden losreisst<br />

und hin und her rückt, eine Behandlung, der die Art nicht<br />

gewachsen ist. Davon erhielt man einen guten Begriff an der Puulave.si-Bucht<br />

Kaijanlahti (Nr. 69\ Abb. 6).


Ann. Bot. Soe. Zool.-liot. Fenn. V^ananio, 15, n:o 5. 215<br />

Die näclisthäul'igste Art auf den EqiiisetumSean, der Schilf,<br />

komini auch auf dem Dyboden aus, wird aber zumeist docii auf festerem<br />

Boden angetroffen, z.B. an vStellen, wo der Moränenboden nur<br />

von einer dünnen Dyschicht üliergelagert ist. Die Röhrichte übertreffen<br />

die Schachtelhalmbestände an Mäufigkeil aucli an den<br />

steileren und exponierteren Ufern, wo die Dysedimentation schwächer<br />

ist. Auch einer insofern von der gewcihnliclien Hegel abweichenden<br />

Zonationsfolge begegnete ich u.a. am Korhosjärvi (Nr. 11), als<br />

dort der Schachtelhalmgürtel zuäusserst lag und auf der Uferseite,<br />

wo die den Sandboden bedeckende Dyschicht dünner war, an ein<br />

Schilfröhriclit grenzte.<br />

Scirpus eiipaliister vermag auf dem Dyl)oden überhaupt nicht zu<br />

gedeihen (vgl. z.B. THUNMARK 1931, }>. 77). Dessenungeachtet begegJ<br />

net man dieser Art auch an den Eqiiisetuni -Seen, wo es nur Sandoder<br />

Sandlehmboden gibt. So ist z.B. am Keskisträsk (Nr. 14) die eine<br />

der beiden angetroffenen Helophytenarten gerade Scirpus eiipahister<br />

(vgl. S. 32). Der geringe Anteil von S. laciister auf den Eqiiisetum-<br />

Seen ist m.E. wohl mehr dem geringen Nährstoffgehalt des Dybodens<br />

als den physikalischen Eigenschaften desselben zuzuschreiben.<br />

Andere röhrichtbildende Arten kommen auf den Equiseiiim -Seen<br />

nicht vor. Dagegen ist unter den eigentlichen Luftblattkräutern<br />

fAjsimacliiü ihijrsijlora geradezu eine Charaklerart, ausgesprochen<br />

eurytraphent und- in ihrem Verhalten zum Seeboden indifferent.<br />

Auch auf dem Dyboden gedeiht sie vorzüglich, zumal es sich hier<br />

für sie um einen nahezu konkurrenzfreien Standort handelt (Abb. 15).<br />

Die A/isma-Vorkommnisse der Eqiiisetum-^aen staumien nicht vom<br />

Dyboden, sondern zumeist von Bootsträndern und Weideufern mit<br />

Sand- oder Sandlehmboden.<br />

Von den Schwimmblättrigen ist ^ipliar luteum die einzige Art,<br />

ilie sich auf dem Dyboden wohlzufühlen scheint (vgl. z.B. CARLSON<br />

1902, p. 23). Dieser Umstand sichert ihr auch eine deutlich vorherrschende<br />

Stellung auf den Eqiiisetum-i^ecn und die absolute Alleinherrschaft<br />

auf den Niiphar-Seen zu (S. 123). Von den übrigen Arten<br />

dieser (iruppe gedeiht nur Nijmphaea Candida auf dem Dy anscliei-,<br />

nend ebenso gut wie auf andersartigem Grund. , .<br />

Bei den Wasserblattkräutern handelt es sich im allgemeinen um<br />

X) anspruchsvolle Arten, dass ihr Gedeihen auf dem Dyboden daher


216 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />

nieist nicht in Frage kommt, auch wenn dies nicht die wichtigste<br />

Ursache zu ihrem völligen Fehlen in den Seen des Equisetum-Typs<br />

ist (siehe S. 234). Dagegen ist die spärliche Vertretung der Grundblattkräuter<br />

zur Hauptsache darauf zurückzuführen, dass sie infolge<br />

der Kürze Hirer _W_urz^^n nicht imstande sind, sich in dem losen Dy<br />

zu bewurzeln. Die Grundblattkräuter, denen ich auf den Eqiiisetum-<br />

Seen begegnete, wuchsen auch in der Regel an Stellen mit festerem<br />

Boden.<br />

Bezüglich der Uferarten sei erwähnt, dass Menyanthes Irifoliatju<br />

in dygründigen Uferbuchten als Charakterart auftritt. Die Art ist<br />

sehr genügsam und vermag sich mit Hilfe ihres langen Wurzelstockes<br />

auch im losen Dy zu bewurzeln. Unter den Seggen steht wiederum<br />

Carex rostrata den übrigen an Häufigkeit voran und gedeiht auf<br />

dem D^^boden offenbar besser als diese.<br />

Die Vegetation des Equiset um -T y p s wird<br />

also zum grossen Teil durch die e d a p h i s c h e n<br />

Faktoren bestimmt. Wenigstens die dominante<br />

Stellung von Eqiiisetum l i m o s ii rn und<br />

N u p h a r luteum in je ihrer Lebensform führt<br />

sich auf den Nährstoffarmut des Seebodens<br />

und die physikalischen Eigenschaften desselben<br />

zurück. Die geringe Arteiizahl überhaupt<br />

und die spärliche Vertretung der H e 1 o -<br />

phyten und der Grundblattkräuter im besonderen<br />

haben ihren vornehmlichen Grund<br />

darin, dass der grosste Teil der Wasserpflanze<br />

n arten auf dem Dyboden eben nicht<br />

auszukommen vermag (Tab. 6).<br />

Equisetum-Phragmites-Typ. Der Einfluss der Bodenbeschaffenheit<br />

hebt sich in diesem Typ schon viel weniger deutlich<br />

von den übrigen Standortsfaktoren ab. Seine Bedeutung als lokaler<br />

Faktor ist zwar auch hier noch erheblich,.im Hinblick auf die Artenzusamniensetzung<br />

des gesamten Typs aber nicht mehr einzig im<br />

begrenzenden Sinne. Die Equiselum - Phragmites-Seen sim\ nämlich<br />

durchschnittlich schon so gross, dass man in ihrem Litoral fast stets<br />

verschiedenartigem Bodenmaterial begegnet. Dyboden gibt es<br />

gewöhnlich nur im Inneren der engen Buchten, wo z.B. Moore an das<br />

Ufer grenzen. Die vorherrschende Bodenart des Litorals ist dagegen


Ann. Bot. Sof. Zool.-liol. Fenn. Vanamo, 1"), n:o .'). 217<br />

der Grus, der von einer Gyttjascliiclit von abwechselnder Dicke ühergelagert<br />

ist. Auch Sand und Sandlelini kommen verhältnismässi<br />

häufig vor und unter Miteinberechnung sämtiiciier Untersuchungsflächen<br />

sind mit Ausnahme der Kalkgyttja alle unterschiedenen<br />

Hodenarten und Korngrössen im Typ vertreten.<br />

Trotzdem die Helophyten sich hier einen relativ geringeren Anteil<br />

am gesamten Artenbestand als im Eqiiisetum-Ly\) erringen (Tab. 4),<br />

geben die beträchtlich erhöhten Frequenz- und Heichlichkeitsmittelwerte<br />

(Tal). 2) an, dass man sicii nun schon im Bereich eines für den<br />

Pflanzenvvuchs bedeutend günstigeren Bodens i)efindet. Für die<br />

wechselnde Bodenbesciiaffenheit zeugt wiederum der Umstand, dass<br />

Equisetum unci Phragmites auf sämtlichen untersuchten Seen zu finden<br />

sind. Ebenso fehlt Scirpus eupalmter nur auf einem See un


218 LßMaristo, Die l'Ioristischeu Scetyix'ti Finnlands.<br />

die in den Seen des Eqiiisetmn-Typa fehlt, in mehreren Gewässern des<br />

vorliegenden Typs den ihr allem Anschein nach am besten zusagenden<br />

Sand- oder Sandlehmboden vorgefunden.<br />

Das Auftreten der Wasserblattkräuter scheint auf den Eqiiisetiim<br />

Phragmites-Sean wenigstens nicht in erster Linie an die Bodenbeschaffenheit<br />

gebunden zu sein. Das gleiche gilt auch für die Wasser-Schwimmblattkräuter,<br />

von denen wenigstens das Auftreten von<br />

Ranunculus peltaius eher durch aiulere Faktoren geregelt wird<br />

(S. 231).<br />

Die hohe Artenzahl der Gruntll)lattkräuter ist durch den hier<br />

und da vorkommenden Sa n d lehiniKj d en bedingt. Auf die Mengenzunahme<br />

wirkt indessen in zumindest ebenso grossem Masse auch die<br />

erhöhte Transparenz des Wassers ein. Das wichtigste Grundblattkraut,<br />

Isoetes lacuslre, gedeiht' am vorzüglichsten auf dem sedimentären<br />

Gyttj¥bodcii des Elitorals (vgl. z.B. VAARAMA 1938, p. 184),<br />

falls hier die (iyttjaschicht nicht allzu dick und locker ist. Das relativ<br />

häufige Auftreten von ^belia an den Equiseium - Phragmiies-<br />

Seen gilt lediglich als Zeugnis des Vorkommens von<br />

gründigen lJferstreifen,auf welchen die Art am vorzüglichsten gedeiht.<br />

Die übrigen Grundblattkrüuter sind denn auch vorwiegend Arten<br />

des erosiven Bodens, deren Ansprüche in bezug auf die Korngrösse<br />

und den Nährstoffgehalt des Bodens indessen offenbar einigermassen<br />

variieren.<br />

Auch die üferpflanzen treten an (.ian Equiseium - Phragmites-<br />

Seen im Vergleich zum vorhergehenden Typ sowohl in erhöhter<br />

Artenzahl als Heichlichkeit auf und zeugen so ihrerseits für die verbesserte<br />

Bodenbeschaffenheit des Litorals.<br />

A 11 c h a u f den Equiseium- P h r a g m i t e s -Seen<br />

wird die Physiognomie der Vegetation w e i tg<br />

e h e n (1 d u r c h die B o d e n b e s c h a f f e n h e i t b e e i nf<br />

1 u s s t, o b z w a r nicht mehr im negativen Sinne<br />

wie i m E q u i s e i u m-T y \). Die erhöhte A r t e n z a h 1<br />

der Schwimm- und der G r u n d 1) 1 a 11 k r ä u t e r ist<br />

zum Teil dem nährstoffreicheren Grund zuzuschreiben.<br />

Die B o d e n b e s c h a f f e n h e i t e n tscheidet<br />

auf il i es en Seen auch über die jeweils;<br />

(1 o m i n i e r e n d e Hel o p h y t e n a r t.


Ann. Rot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 219<br />

Auf den P h r a g m i / c s -S e e n wird der Einfluss der edaphischen<br />

Faktoren unter demjenigen anderer, kräftiger wirkender<br />

Faktoren dermassen verdeckt, dass seine Ermittlung oft schwer ist."<br />

Die Ungunst der an die offenen Wasserflächen grenzenden Ufer als<br />

Standorte der Wasserpflanzenarten leitet sich direkt von der Wirkung<br />

der Expositionsfaktoren her, daneben auch indirekt davon,<br />

dass die feineren Bestandteile des Litoralbodens durcii die Wellenbewegung<br />

allmählich den grösseren Tiefenbereichen zugeführt werden.<br />

Ein solcher ausgewaschener Stein- und Grusboden bietet an halbgeschützten<br />

Ufern Wachstumsmöglichkeiten nur für den Schilf in<br />

lichtem Stand und ist zugleich frei von der Konkurrenz der übrigen<br />

Helophyten. Die typische P/irö_


22t) J.. Marislo, Die l'lorislischen ScH'ty})en Finnlands.<br />

WassergehicLe J)edeckt nämlicli den niincro


Alin. Bot. Soc. ZoüJ.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 221<br />

lenlicil Iiedingt, Tür Polijyoniim amphihium kann dieses aber nicht<br />

zutreffen (vgl. S. 217). Bezüglich der Wasserblattkräuter sei nur<br />

erwähnt, dass Myriophijllum aliernijlorumjn diesem Typ anscheinend<br />

besser als die anderen auf grobkörnigem Boden auszukommen<br />

vermag.<br />

Für die oligotrophsten (irundblattkräuter, wie Scirpiis acicularisyf<br />

Ranunculus reptans, LUorella und Lobelia, gestaltet sich der zu Gebotei<br />

stehende Boden sehr günstig. Isoetes lacustre tritt wiederum in so<br />

viel tieferem Wasser auf, dass dort der minerogene Boden gewöhnlich<br />

schon von einer dünnen Gyttjaschicht übergelagert ist (vgl. METSO<br />

1936, p. 29). Das überaus reichliche Auftreten und die bedeutende<br />

Arealentwicklung der genannten Arten führen sich schon auf andere<br />

Faktoren als die edaphischen zurück (S. 235 und 273). Eutraphente<br />

Grundblattkräuter, wie Tillaea aqualica und Elaiine triandra, vermögen<br />

wiederum auf einer so groben Unterlage nicht zu gedeihen.<br />

Unter den Seggen sind Carexjostrata und C. lasiocarpa häufig,<br />

für die anspruchsvollere C. veskaria dürfte aber der Grus- und Sandboden<br />

schon zu nährstoffarm sein (vgl. LINKOLA 1933 b, {). 17). Aus ,<br />

dem gleichen Grunde ist auch die Zahl der Uferpflanzen überhaupt I<br />

gering.<br />

Im L 0 b e l i a - T y p tritt der Einfluss der B od<br />

e n 1) e s c h a f f e n h e i t als S t a n d o r t s f a k t o r erneut<br />

mit ä u s s e r s t e r Deutlichkeit zum Vors c h e i n,<br />

und zwar wieder im negativen Sinne, weil der<br />

V o r herrschende S a n d- u n d Grus b o d en so w o h 1<br />

im M i n b 1 i c k auf seine physikalischen Eigenschaften<br />

als sei n en Nährstoff a r m u t d a r a n<br />

angetan ist, sowohl die A r t e n z a h 1 als die<br />

quantitative Ausbildung und die Bestandesdichte<br />

der W a s s e r V e g e t a t i o 11 h e r a b z u d r ü eken.<br />

Auf den P o t a nio (/ e t o n filiforniis-Charn-i^tien<br />

treten uns neue Faktorenkomjilexe entgegen, indem dort zu den<br />

schon vorher erörterten Faktoren noch die nördliche Lage der Untersuchungsflächen<br />

und die damit zusammenhängenden klimatischen<br />

Einflüsse, desgleichen auch der stellenweise recht hohe Kalkgehalt;<br />

des Bodens und die alkalische Reaktion dos Wassers hinzutreten, voni<br />

denen der letztgenannte Faktor zwar edaphisch bedingt ist, dessen<br />

Behandlung sich aber in diesem Zusammenhang erübrigt.


222 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />

Trotzdem der Schilf auf zwei Untersuchungsflächen fehlt, ist er<br />

dennoch die wichtigste Helophytenart der Poiamogeton filiformis-<br />

Chara-Seen, und zwar wenigstens zum Teil deshalb, weil im Litoral<br />

hauptsächlich der Grus- oder der Sandboden vorherrsclien. Phragini-<br />

/cs und der Schachtelhalm vermögen auch in der lockeren Kalkgyttja<br />

auszukommen, die es in manchen Buchten der Potamogeton filiformis<br />

- CharaSeen geben kann (vgl. S. 161). Der Einfluss der übrigen<br />

Standortsfaktoren auf das Auftreten dieser Arten ist im Bereich des<br />

vorliegenden Typs schwächer. Der verhältnismässig geringe Anteil<br />

von Scirpus eiipaliister erweckt Verwunderung, zumal es an geeigneten<br />

Sandufern fast auf keiner Untersuchungsfläche mangelt. Schwinmiblattkräutcr,<br />

insbesondere solche mit grösseren Ansprüchen auf die<br />

Jiodenbeschaffenheit, gibt es spärlich. Nur der Eurytraphent Niiphar<br />

luteum gehörte zum konstanten Artenbestand. Unter den Wasserblattkräutern<br />

ist die Häufigkeit von Potamogeton JiUfounis deutlich<br />

durch die Beschaffenheit des Seebodens bedingt, indem die Art als<br />

ausgesprochen kalkhold.zu gelten hat (SAMUELSSON 1934, p. 163).<br />

Ich traf sie hauptsächlich auf dem Grus- und Sandboden an. Vorwiegend<br />

auf dem letzteren wurde auch P. gramineus gefunden.<br />

Unter den Grundblattkräutern fehlen die Eutraphenten völlig und<br />

auch der anspruchslosere Artenbestand ist ^[^licher vertreten, als<br />

nach der Korngrösse des Bodens und der Durchsichtigkeit des<br />

Wassers zu schliessen wäre. Dieses dürfte zu einem gewissen Teil<br />

davon herrühren, dass einige von diesen Arten den Kalk meiden.<br />

Andererseits zeigt das Auftreten von Isoetes lqcustr^ der Untersuchungsfläclien<br />

an, dass diese Art auch einen kalkhaltigen Boden<br />

wohl verträgt (vgl. SAMUELSSON op. c., p. 70). Im Poiamogeton filiformis<br />

- Chara-Typ tritt der Einfluss des Nährstoffgehalts sowie der<br />

Korngrösse des Seebodens auf die Zusammensetzung der Vegetation<br />

gleicherweise wie im Phragmites-Tyj) vorwiegend indirekt zum<br />

Vorschein. Über den Artenaufbau der verschiedenen Lebensformen<br />

lentscheiden in diesem Typ, wenn man von den Melophyten absieht,<br />

Jiauptsächlich andere Faktoren.<br />

Die im Makrophytenbestand der drei Untersuchungsflächen des<br />

Care x-T y p s hervortretenden Unterschiede sind zur Hauptsache<br />

edaphisch bedingt, auch wenn die die Makrophytenvegetation und'<br />

den Artenbestand des gesamten Seetyps kennzeichnenden Sonderc.haraktere<br />

vor allem durch die klimatischen Faktoren bestimmt


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 223<br />

werden. Die den anderen überlegene Artenzahl des Inarijärvi (Nr. 90)<br />

führt sich in erster Linie auf die wechselnde Bodenbeschaffenheit<br />

zurück. Auf dem Sand- und dem Sandlehmboden findet man reichlich<br />

Potamogeton gramineiis nebst Wasser- und Grundblattkräutern. In<br />

geschützten Buchten bedeckt den Sandboden des Litorals eine dünne<br />

Gyttjaschiclit und bewirkt das Auftreten von teilweise neuen Arten.<br />

An exponierten Ufern geht der steinige Boden gelegentlich bis zur<br />

Tiefe von 1 m hinab, was wiederum daran angetan ist, die Artenzahl<br />

der Heiophyten herabzusetzen.<br />

Auf dem Vastusjärvi (Nr. 91) ist die Bodenbeschaiienheit weniger<br />

bunt und demgemäss auch die Artenzahl geringer. Den meisten Arten<br />

begegnet man auf dem sandgemiscliten Gyttjaboden an der Mündung<br />

des Kaamasjoki. An den Reisermoorufern besteht der Boden zur<br />

Hauptsache aus Grobdetritus, stellenweise herrscht wiederum auf<br />

weiten Strecken das steinige Geröll vor, so dass hunderte Metei* des<br />

Ufers völlig der Makrophytenvegetation entbehren (Abb. 20).<br />

Auf dem kleinen Talvi tupa järvi (Nr. 92) wird die Artenzahl vor<br />

allem durch die Steilheit des Ufers und des ufernahen Seebodens<br />

beeinträchtigt. Auf dem Boden lagert der dünnen Gyttjasicht ausserdem<br />

eine harte, brüchige Ockerschicht imter, in der die Arten<br />

offenbar nicht leicht wurzeln können.<br />

Auf den Elodeiden-Seen tritt der Einfluss der eda[)hischen<br />

Faktoren stellenweise ebenfalls deutlich zum Vorschein, obwohl<br />

er hier nicht direkt die Zusammensetzung der Makrophytenvegetation<br />

bestimmt. Die voneinander einigermassen abweichenden Seengruppen,<br />

die sich im Bereich des Gesamttyps ergeben haben (S. 171),<br />

leiten sich zum grossen Teil von der abwechselnden Bodenbeschaffenheit<br />

her. In denjenigen Seen, die die meisten gyttjagründigen Buchten<br />

aufweisen, dominiert Scirpiis lacuster. Auch der Nährstoffreichtum<br />

des Grundes ist allem Anschein nach nicht unbedeutend und<br />

bewirkt so an seinem Teil eine Erhöhung der Artenzahl.<br />

Die geringe Artenzahl des kargen Särkijärvi (Nr. 100) ist neben<br />

den klimatischen Faktoren znni Teil auch durch den vorherrsclienden<br />

Grus- und Sandboden bedingt. Als gutes Beispiel von der Bedeutung<br />


224 L. Maristo, Die I'loristiscluMi Seetypcii Finnlands.<br />

[)lieiiten Arlenhestaiides, üppig entwickelt (Abb. 21). Ini westlichen<br />

'leilsee herrschen dagegen steinige Sand- oder Sandlehmufer vor und<br />

dementsprechend zeigt auch die Vegetation des Wassers und des<br />

Ufers ein dürftiges Gepräge.<br />

Wo wiederum der Sandboden in grösserem Umfang vorlierrscht,<br />

ist es zur Bildung eines ganz eigenen, typischen Artenbestandes gekommen.<br />

Insbesondere Potamogeton grainineiis, wie bereits oft erwähnt,<br />

aber auch viele Grundblattkräuter gedeihen an solchen Orten,<br />

und vom Sandufer stammen auch die einzigen Funde von Sdrpiis<br />

eupalmtcr.<br />

Der schwächste unserer eutrophen Seetyjien, der c i r p u s<br />

l a c u s l e i -'V y ]), ist im Hinblick auf seine Entstehung recht<br />

deutlich umrissen. Die dominierende Stellung der Nennart ist zum<br />

grössten Teil durch die Bodenbesciuiffenheit bedingt. Auf einem<br />

solchen Gyttja- und Dygyttjaboden, wie er im vorliegenden Typ<br />

meist zu finden ist, werden sämtliche andere Helophyten durch die<br />

Scirpus laciisler-Bestände verdrängt (vgl. z.B. TIIUNMARIC 1931,<br />

p. 80). üem Schilt begegnet man zwar ebenfalls, doch zieht er sich<br />

gewöhnlich gegen das Ufer zurück, wo die dem Seeboden aufliegende<br />

Gyttjasehicht dünner ist, und das gleiche gilt auch für den Schachtelhalm.<br />

Scirpus eupaliisler begegnet man nur auf härterem Grund<br />

sowie an Bootsträndern und an beweideten, vom Vieh fleissig betretenen<br />

Ufern. Auch die Rohrkolbenarten gedeihen auf dem Gyttjaboden<br />

anscheinend vorzüglich. Von den eigentlichen Luftblattkräutern<br />

scheinen insbesondere Alisina plantago sowie die Eutraphenten<br />

Spargamum ramosuw und Biiformis iimhellatiis das weiche Gyttjaufer<br />

zu bevorzugen.<br />

In der Ciruppe der Schwimmblattkräuter begegnet nuin nahezu<br />

allen Arten wenigstens auf manchen Scirpus lacuster-Seen, doch<br />

fühlen sich anscheinend nur Potamogeton natans und Nuphar luteum<br />

auf einem so losen Boden wohl (vgl. z.B. THUNMAHK 1931, p. 75).<br />

Allen übrigen Arten begegnet man nur mehr oder minder gelegentlich.<br />

Wasserblattkräuter gibt es sehr wenig, was zu einem, obwohl nichl<br />

wichtigsten Teil (S. 237) der lockeren Bodenbeschaffenheit zuzuschreiben<br />

ist. Ganz ebenso verhält es sich auch mit den Wasser-<br />

Schwimnd)lattkräutern.<br />

An dem nahezu völligen Fehlen der Grundblattkräutern ist zum<br />

Teil ebenfalls der lose und sauerstoffarme Seeboden schuld. Einige


Aim. Hot. Soc. Zool.-Bot. I^'enn. Vanamo, 15, n:o 5. 225<br />

von den angetroffenen Arten wurden an härteren Uferstrecken und<br />

oft oberhalb der Wasserlinie gefunden.<br />

Auch die Uferflora ist einigermassen artenärmer als in manchen<br />

vorhergehenden Seetypen, was zum Teil davon herrührt, dass die<br />

iieschaffenheit der Ufer im Bereich des Typs meist wenig variiert.<br />

Eine wiclitige Bedeutung kommt indessen hierbei auci» den Konkurrenzfaktoren<br />

zu.<br />

Die geringe Arte nza Iii der Sei r pus (aciislcr-<br />

S e e n ist also zum grosse n T eil dur c h die lose<br />

B e s c h a f f e n h e i t des S e e b o de ns be d i n g t, i n d e m<br />

die Bewurzeln n g der (i r u n d b 1 a 11 k r ä u t e r<br />

u n d zum Teil a u c h d e r \V a s s e r b 1 a t t k r ä u t e r<br />

erschwert wird. Noch deutlicher ist die v o rherrschende<br />

Stellung der S c i v p u s I a c u s I c r-<br />

11 ö h r i c 11 t e u n d d a mit auch die K n t s t e h u n g<br />

des ganzen S e e t y {) s dem v e g e t a t i o n s g e s t a 11 e nd<br />

e n i n f 1 u s s d e r B o d e n b e s c h a f f e n h e i t z u z us<br />

c h r e i 1) e n.<br />

Oben (S. 179) wurde bereits der Anteil der Bodenbeschaffenheil<br />

an der Entstehung des T ij p Ii a - A l i s m a-T y j) s in allgemeinen<br />

Zügen erörtert. Hier möge nur festgestellt werden, dass der Lehmj^ind<br />

der Lj^mgytljaboden insbesondere das Auftreten der llelophyten<br />

begünstigen, und als gutes Zeugnis davon sind auch die Ilelophyten<br />

an den T y pha - A lismadeutlich vorherrschend (Tai^.<br />

1). Im Röhricht dominiert namentlich der Schilf immer dann, wenn<br />

der Lehmgyttjaboden nicht zu lose ist, sonst tritt Scirpus lacnsler<br />

an seine Stelle, Besonders gut scheinen auch die 7'i/p/iü-Arten auf<br />

der Lehmgyttja zu gedeihen (Ai)b, 22), Von den Luftblattkräutern<br />

ist AJisnia plantago ausgesprochen eine y\rl des Lehmgyttjabodens,<br />

und offenbar auch Sparyaiiimn ramosum.<br />

Schwimmblättrige gibt es z,B, im Vergleich zu mehreren kargeren<br />

und zugleich transparenteren Seetypen auffallend wenig, der wichtigste<br />

eirund dazu liegt indessen nicht in den eda])hischen Faktoren<br />

(S. 237), Bezüglich der im Typ vorkommenden eutraphenten Wasserblattkräuter<br />

ist schwer zu sagen, in wie hohem (Irade sie unter dem<br />

Einfluss der physikalischen Eigenschaften des Seebodens stehen,<br />

solche Arten aber, wie Potamogelon obliisifolius, P. zosterifoliiis und<br />

CeralopIujUiim denicrsum, wurden stets an weicligründigen Stellen


226 L. Maristo, Die t'lorislischen Seetypen Finnlands.<br />

angetrotfcn. Das nahezu völlige Felilen der Cirundblattkräuter ist<br />

dagegen wenigstens an dem Teil der oligotraphenten Arten der<br />

losen Beschaffenheit des Seebodens zuzuschreiben. Die Kannas-<br />

Variante der Typha — AZisma-Seen lässt nämlich erkennen, dass es<br />

auch an trüben lehmschlammgründigen Seen solche Grundblattkräuter<br />

wie Isoeies lacustre und Lobelia geben kann, wo sich z.B. auch<br />

nur etwas Sandgrund gebildet liat (Tab. 2). Die K a n n a s - V ariant<br />

e ist daher auch zur Hauj)tsache auf Grund der Bodenbeschaffenheit<br />

unterschieden worden (vgl. S. 170) und der Sondercharakter<br />

der Vegetation ist auch im Bereich des Tjjplia - Alisma-<br />

Typs in hohem Grade e d a p h i s c h b e d i n g t.<br />

Auf den Potamogeto n- Seen ist der Einfluss der Bodenbeschaffenheit<br />

schon schwieriger als in den zwei vorhergehenden Seetypen<br />

vom übrigen Faktorenkomplex getrennt zu halten. Insbesondere<br />

die Hydrophyten scheinen ausschlaggebend von den Eigenschaften<br />

des Wassers beeinflusst zu sein. Die vorherrschende Stellung<br />

der Helophyten ist jedoch ganz wie auf den Tijpha - AlismaSeen<br />

unbestritten und dem losen, nährstoffreichen Boden zuzuschreiben.<br />

Die untersuchten Potamogeton-Seen unterscheiden sich allerdings<br />

in Abhängigkeit von der Bodenbeschaffenheit sowohl in bezug auf<br />

die Artenzahl als die Reichlichkeit der Helophyten einigermassen<br />

voneinander (vgl. S. 193). Von den Wasserblattkräutern möge nur<br />

Callüriche aiiliimnalis erwähnt werden, deren Auftreten hier ebenso<br />

wie auf den Potamogelon filiformis - Chara -Seen (vgl. S. 160) neben<br />

dem Kalkgehalt des Wassers wohl auch dem vermutlich rechl<br />

hohen Kalkgehalt des Bodens zuzuschreiben ist. An dem Fehlen<br />

der Grundblattkräuter dürften in diesem Falle wenigstens nicht in<br />

erster Linie die lose Beschaffenheit, sondern eher wohl die Zusammensetzung<br />

des Seebodens (S. 227) und die Eigenschaften des Wassers<br />

(S. 245) schuld sein.<br />

Bezüglich der Straiiolcs-Seen ist festzustellen, dass unsere<br />

gewöhnlichsten Helophyten auch auf dem Schiefergrusboden und<br />

nicht minder auch in der Kalkgyttja zu gedeihen vermögen, sofern<br />

nicht die lose Oberfläciienscliicht so dick ist, dass sie die Bewurzelung<br />

der Pflanzen verhindert. Von den zahlreichen Wasserblattkräutern<br />

.dürften wenigstens Polamogelon praclongus, P. filiformis, Stratiotes '<br />

aloides und Myriophijllum spicatiim vom Kalkgehalt des Grundes günstig<br />

beeinflusst werden (vgl. SAMUELSSON 1934, p. 179), sind doch<br />

\


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15,"nro '). 227<br />

sänitliclie Arten ganz ausgesproclien kalkliold. Andererseits wird das<br />

Gedeihen der Grundblattkräuter gerade durch den beträchtlichen<br />

Kalkgehalt des Seebodens (vgl. ebenfalls SAMUELSSON I.E.) sowie<br />

durch die Sauerstoffarnuit und die physikalischen Eigenschaften der<br />

Kalkgyttja verhindert.<br />

Das ebenso vorzügliche Gedeihen von Lijsimachia thyrsiflora sowie<br />

der gewöhnlichsten Uferpflanzen an den Straiioles- wie an den<br />

EquiseiiimSeen stellt ein unwiderlegliches Zeugnis für ihre völlige<br />

Indifferenz inbetreff der Bodenbeschaffenheit dar.<br />

Auch auf den StraiiotesSeen wird der Einfluss der Bodenbeschaffenheit<br />

unter den übrigen, die Zusammensetzung der Vegetation<br />

bestimmenden Faktoren verdeckt. Letztere sind vor allem die<br />

klimatischen, die Ausl)reitung der Arten regeluden Faktoren und die<br />

Eigenschaften des ultraalkalischen Wassers. So lässt sich denn auch<br />

nur sagen, dass die Bodenbeschaffenheit im Siratiotes-Typ einerseits<br />

zur Erhöhung der Artenzahl beiträgt, sich andererseits aber auch<br />

hinderlich für das Gedeihen mancher Arten gestaltet.<br />

Unter den S t a n d o r t s f a k t o r e n gehört mithin<br />

), dass s i c h d i e<br />

aller g r o b k ö r n i g s t e n li o d e n a r t e n a m s c ii I e c h 1 e-


228 L. Maristo, Die I'loristiscluMi Seetypcii Finnlands.<br />

s t e II als S t a n (I o r t e der W a s s e r p 1" 1 a n z e ii e i g n e n,<br />

weil sie am n ä h r s t o f f ä r in s t e n, z u g 1 e i c h aber<br />

auch eben infolge ihrer (i r o b k ö r n i g k e i l für di e<br />

li e w u r z e I u n g mehrerer Arten ungeeignet si n d.<br />

Ebenso ist ein se h r 1 o s e r S e h 1 a m m t r o t z<br />

seines o f t grossen Nährst o f f r e i c Ii t u m s d a r a n<br />

a n g e t a n, die A r t e n z a h l h e r a b z u s e t z e n. A u s<br />

diesem Grunde sind auch diejenigen S e e t y p e n,<br />

in deren li e r e i c h ma ii v e r s c li i e d e n a r t i g e m<br />

Boden b e g e g n e t, d u r c h s c h n i t I 1 i c li a m arte nr<br />

e i c h s ten.<br />

3. FARBE UND TRANSPARENZ DES WASSERS.<br />

Zu den allcrwichtigsten Umgebungsfaktoren, unter deren Einfluss<br />

die Biozönosen des Wassers stehen, gehören die Beleuchtungsverhältnisse<br />

sowohl an der Wasseroberfläche als in dem umgebenden<br />

Element. Die Menge des Uchtes hängt wiederum von mehreren verschiedenen<br />

Faktoren, in erster Linie von der Farbe des Wassers ab,<br />

zu welcher die 'i ransi)arenz, wie LUNDQVIST (1936, p. 7-16) gezeigt<br />

hat, in einem deutlichen Abhängigkeitsverhältnis steht. Neben der<br />

Eigenfarbe des Wassers sind noch die durch das organische Plankton<br />

und die leblose Schlammtriibung hervorgerufene Färbung und ihre<br />

Einwirkung auf die Durchsichtigkeit des Wassers in Betracht zu<br />

ziehen. Auf die Menge des in das Wasser eindringenden Lichtes<br />

ist der mit der geographischen Lage wechselnde Einfallswinkel des<br />

Lichtes (die Sonnenhöhe) von Einfluss. Es ist also möglich, in den<br />

Durchsichtigkeitswerten auch regionale, von den lokalen geologischen<br />

Bodenfaktoren gänzlich unabhängige Differenzen festzustellen.<br />

Das Problem der I'arbe und der Durchsichtigkeit des Wassers als<br />

Milieufaktor erweist sich somit als recht vielgestaltig.<br />

Physikalische Untersuchungen über das Eindringen des Lichtes<br />

in das Wasser sind in grosser Zahl ausgeführt worden, nur wenige<br />

aber im Anschluss an biologische Probleme. Von den Erforschern<br />

der Organismenwelt des Wassers haben die Planktologeii zuerst<br />

die grundlegende Bedeutung der Beleuchtungsverhältnisse für ihre<br />

Untersuchungsobjekte erfasst, während über das Verhältnis der<br />

Makroflora zu den besagten Faktoren Spezialuntersuchungen sozusagen<br />

nur dem Namen nach vorliegen.


'Alin. Bol. Soc. Zool.-Bot. Fc>nn. Vanamo, 15, 11:0 5. 229<br />

Der^ 'Irarisparenz de^ Wassers konunl offenbar in den allerrneisten<br />

Fällen geradezu eine ausschlaggebende Bedeutung für die<br />

Tiefenerstreckung der Makrophyten zu (PEARSALL 1920, p. 168)<br />

und demzufolge ist gerade dieser Faktor zum Teil mitbestimmend<br />

an der Gestaltung der auf die Grossvegetation begründeten Seetypen.<br />

Völlig selbständig in seiner Wirkung ist indessen auch dieser<br />

Faktor nicht, sondern man konstatiert ein Abhängigkeitsverhäll^is<br />

zu den anderen Eigenschaften des Wassers, wie zur Temperatur und<br />

zum Sauerstofl'gehalt, sowie vor allem zu den edaphischen Faktoren,<br />

den Abflussverhältnissen und in gewissem Grade auch zu den Expositionsfaktoren.<br />

Selbst der Einfluss der Kultur aufTlicTTyiTrcTrslchtigkell<br />

des Wassers tritt oft indirekt durch die Menge der Planktontrübung<br />

zutage. Alle diese Faktoren zusammen bedingen es, dass es nicht<br />

möglich ist, für die Tiefenerstreckung der Wasserpflanzen im Verhältnis<br />

zur Durchsichtigkeit des Wassers eine allgemeingültige Hegel<br />

aufzustellen. Eine »photische Grenze», etwa in der Art von PEARSALL<br />

(1. c.), kann nicht für sämtliche Typen gemeinsam bestimmt werden,<br />

wohl aber könnte sie sich für jeden einzelnen Typ getrennt ergeben<br />

(vgl. VAAKAMA 1938, p. 201). Die Tiefengrenze der höheren Wasservegetation<br />

kommt nämlich von Typ zu Typ auf verschiedenen vSeiten<br />

des maximalen Sichttiefenwertes zu liegen, wie aus Tab. 7 zu ersehen<br />

ist. Es sei auch noch in diesem Zusammenhang hervorgehoben, dass<br />

die hier mitgeteilten Sichttiefenwerte Juli- bzw. Augustwerte darstellen<br />

und den Umständen gemäss unter etwas verschiedenartigen<br />

Bedingungen gemessen worden sind. Durch die Zahl der im Bereich<br />

eines jeden Seetyps untersuchten Gebiete wird jedoch der eventuelle<br />

Einfluss- grösserer Abweichungen weitgehend ausgeglichen.<br />

Tab. 8 zeigt uns die Tiefenamplitude der verschiedenen llydrophytenarten<br />

in ihrer Jjeziehung zur Durchsichtigkeit des Wassers.<br />

Mehr als die einzelnen Arten verdienen in dieser Hinsicht die einzelnen<br />

Lebensformen Beachtung. J)ie Helophyten sind aus der<br />

Tabelle weggelassen worden, weil sie sich während des grössten 'l'eiles<br />

der Vegetationsperiode über der Wasseroberfläche befinden und das<br />

Licht daher ungehinderten Zutritt zu ihnen hat. In solchen Fällen<br />

wiederum, wie z. B. auf den Scirpiis lacuslerSt'vn, wo der Aussenrand<br />

des Binsichts gewöhnlich jenseits der maximjilen Sichttiefengrenze<br />

liegt (Tab. 7), liegt die l^rklärung zu dieser ICrscheinung<br />

darin, dass sich tlie .lahrestriebe vermöge der im Wurzelstock ent-


230 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />

Taljolle 7. Das Verhältnis der Tiei'enei'streckung der Wasservegetation zui-<br />

Transparctiy. des Wassers in einigen Seen. - Der Querstrich gibt die äussere<br />

Tiefengrenze der Vegetation an.<br />

Nr. Typ 1 3 't. 5 ( 5 7 t i 5771 Art<br />

f)<br />

Fontinalis atitipyretica<br />

S >• — 1 Nuphar luteum<br />

n O" — 1 Fontinalis sj).<br />

23<br />

25<br />

1 Drepnnorladus Sendlneri<br />

— » —<br />

29<br />

44<br />

56<br />

H<br />

Foii t in al is ant ip yret ica<br />

-a Drepanodadus Sendlneri<br />

£ t»<br />

— » —<br />

57 Fon 1 inulis an t ip yret ica<br />

05<br />

71<br />

><br />

Fontinalis si>.<br />

Drop un oclad us Sen dt ner i<br />

79 Isoétes lacustre<br />

S2 iS Wasst'i'nioosf<br />

— )) —<br />

89 — » -<br />

90<br />

91<br />

92<br />

94<br />

90<br />

99<br />

o.<br />

^<br />

c<br />

o<br />

1<br />

c<br />

4)<br />

."So.<br />

v t»«<br />

•OH<br />

»<br />

o<br />

1<br />

Isoetes lacustre<br />

Drepanocladus Sendtneri<br />

Myriophylluin altern ijl.<br />

Fontinalis antipyrelica<br />

Drepan oclad us Sen din eri<br />

—)) —<br />

105 w o,<br />

3 ^<br />

109<br />

III<br />

"C I;<br />

1<br />

mmt^m |<br />

117 1 i - 1<br />

120<br />

121<br />

- 1<br />

Scirpus lacuster<br />

— » —<br />

- )> -<br />

Potamof^eton perfol i a tus<br />

- »> -<br />

Sparganiuni Friesii


Ann. Bot. Sot*. Zool.-Hot. Fenn. Vanain», 15, n:o o. 231<br />

hallenen Reservestoi'ie im Frühjahr rasch über die untere Releuchtungsgrenze<br />

erheben. Zu jener Zeit im Anfang der Vegetationsperiode<br />

ist auch die Menge des Planktons geringer und die Durchsichtigkeit<br />

des Wasser infolgedessen grösser.<br />

Auch die Schwimmblättrigen werden von den Beleuchtungsveriiältnissen<br />

nur auf dem Keimlingsstadium berührt, und zwar sind<br />

die Keimlinge in dieser Hinsicht offenbar sehr genügsam, denn zumal<br />

in schwach transparenten Gewässern habe ich Keimlinge der gelben<br />

Seerose oft dicht bei der Sichttiefengrenze, mitunter (z. B. Nr. 5<br />

Svedjaträsk) sogar unterhalb derselben angetroffen. Im Kuokkajärvi<br />

(Nr. 121) gab es in ähnlicher Weise Keimlinge von Sparganiiim Friesii<br />

jenseits der Siclittiefengrenze, was aber in diesem Falle durcli die<br />

als Folge der zeitweisen Lelimtrübung schwankende Durchsichtigkeit<br />

des Wassers zu erklären sein dürfte. Im allgemeinen sind<br />

Schwimmblättrige in den aller klarsten Gewässern nur ziemlicli spärlich<br />

zu finden, ihre .Amplitude in bezug auf die Durchsichtigkeit des<br />

Wassers ist aber grösser als bei den anderen Hydrophytengruppen,<br />

denn auch in den trübsten Gewässern findet man sie oft reichlich<br />

vor.<br />

Auch die meisten Wasser-Schwimmblattkräuter veriialten sich<br />

zu diesem Milieufaktor ziemlich indifferent. Nur Ranunculus pelialus<br />

ist in dieser Hinsiclit empfindlich. Abgesehen von.ein paar Ausnahmen<br />

begegnet man der Art nicht in trüben Gewässern. Es hat<br />

auch den Anschein, als wären für das Auftreten der Art die Beleuchtungsverhältnisse<br />

des Wassérs von wichtigerer Bedeutung als die<br />

Beschaffenheit des Seegrundes, denn meinen Beobachtungen gemäss<br />

(Tab. 6) vermag sie auf recht verschiedemartigem Boden zu gedeihen<br />

(vgl. VAARAMA 1938, p. 150). Ausserdem ludtc icli es ganz wie VAA-<br />

IIAMA (1. c.) für sehr wahrsciieinlich, dass die Art auch gegen den<br />

Sa^Ts t o f f ge h a It des Wassers empfindlich reagiert, zumal man ihr |<br />

fast ausschliesslich auf grösseren Seen und dort vorwiegend an exponierten<br />

Ufern begegnet, wo der Sauerstoffgehalt durch die Wellenbewegung<br />

dauernd aufrechterhalten wird.Nach dergleichen Richtung<br />

deutet auch das Auftreten der Art in strömendem Wasser hin.<br />

Im ganzen betrachtet sind die W a s s c r b 1 a 11- '<br />

k r ä u t e r am meisten von der Durchsichtigkeit<br />

des Wassers abhängig. Nur äusserst selten begegnet man<br />

ihnen in Gewässern mit geringerer Sichttiefe als 1 m und auch diese


232 L. Marislo, Die llorisLisclien Seetypen Finnlands.<br />

Tabelle 8. 'I'ransparenzainpliliuie einiger liäul'igsten Hydrophyten.<br />

Sagittaria notans<br />

Potamoeelon nutans<br />

Sparganium Friesii<br />

S. affine<br />

Polygonuni innphibium ....<br />

N. Candida<br />

Nuphar luteum<br />

l'otamogeton perfoliatus<br />

P. praelongus<br />

P. pusillus . :<br />

P. zosterifolius<br />

P. filiformis<br />

I pnmn lf*{*iijl/wi<br />

Ceratophylluni dcmersuni. . .<br />

MyriophijUunt alterniflorum<br />

M, s pica tum<br />

Callitriche antumnalis ....<br />

(Jtricularia vulgaris<br />

l'otamogeton alpinus<br />

P. gi'uniineiis<br />

Ranunculus peltatus<br />

Callitriche venia<br />

Isoåtes lacustre<br />

J é*/'h 1 ii^K lifinjut<br />

Scirpus acicularii^<br />

Ji fi ii ij n/'ij J Ii'i fftitnuK<br />

Subuloria a


Anil. Hot. Soc. Zool.-Hot. Feuii. Vanamo, 1"), u:o o. 2315<br />

Fälle koiizeiiLrieren sich zum grössleri Teil auf den Tijpha - Alisma-<br />

Typ, wo die Durchsichtigkeit des Wassers im Hef^inu der Vegetationsperiode<br />

erhei)lich über den von mir gemessenen Werten liegt.<br />

Durch das 01)ige findet auch der Umstand seine Erklärung, dass<br />

Poiarnogeton perfolialus im Tijphu - Alisina -Vy\) auch jenseits der<br />

Sichttiefengrenze angetroffen wurde (Tal). 7). In sciiwach transparenten<br />

I lumusgewässern vermögen nur die Utric.ularia Arten zu gedeihen;<br />

Die grösste Amplitude weisen wiederum Polamogelon pcrjoliatiis und<br />

Mijriophijllum allerniflorum auf. In den klarsten (J e w ä ss<br />

e r n fehlen hinwieder die e u t r a p h e n t e n W a ss<br />

e r b 1 a 11 k r ä u t e r, was indessen durch den Nährstoffarmut<br />

des Wassers und d^ Seebodens bedingt ist.<br />

Kommt man sodann hinüber zu den Grundblattkräutern, so erweist<br />

es sich, dass die Durclisichtigkeit des Wassers eigentlich nur<br />

für Isoeies laciisire, Litorella uniflora und Lobelia, die audi im Subund<br />

im Elitoral gedeihen, Bedeutung besitzt. Die übrigen Grundblattkräuter<br />

sind zum vorwiegenden Teil xVrten des erosiven Eulitoralbodens<br />

und können bei niedrigem Wasserstand sogar auf das<br />

trockne Land geraten. Sie erhalten also stets genügend Licht und<br />

daher kann man ihnen auch in recht stark getrübten Gewässern<br />

begegnen. Die drei oben genannten Arten gedeihen wiederum nicht<br />

in Gewässern mit geringerer Sichttiefe als 1 m, um so reichlicher<br />

findet man sie al)er in den klarsten Gewässern. Am genügsamsten<br />

ist Isoetes laciislre (vgl. PEARSALI. 1920, J). 183), denn abgesehen<br />

von den Wassernu)osen und den Charazeen bildet diese Art in den<br />

meisten Klarwasserseetypen auch die äussere Grenze der höheren<br />

Wasservegetation. Nie habe ich sie aber unterhalb der vSichtiiefengrenze<br />

angetroffen.<br />

Mit noch geringeren Lichtmengen als die bisher besprochenen<br />

Lebensformen nehmen die Charazeen und die Wassermoose vorlieb.<br />

In fast sämtlichen von mir unterschiedenen Seetypen bilden<br />

sie die äussersten Zonen der Makrojjhytenvegetation. In schwach<br />

transparentem Wasser begegnet man ihnen oft unterhalb der Sichttiefengrenze,<br />

während in den klarsten Gewässern auch sie nicht<br />

bis an dieselbe heranreichen.<br />

In bezug auf das Verhältnis der Wasservegetation zu der Durchsichtigkeit<br />

des Wassers sind zwischen den einzelnen Seetypen deut*<br />

liehe Unterschiede nachweisbar.


234 L. Marista, Die lloristischen Seetypeii Finnlands.<br />

Alli' (len E q u i s e t u m-S e e n kann man in den meisten Fällen<br />

l)eobacliten, dass die untere Sichttiefengrenze von den Makrophyten<br />

überschritten wird (vgl. Tab. 7). Dieses findet seine Erklärung darin,<br />

dass die Menge der kolloidalen Humusstoffe, auf welche sich die<br />

braune Farbe und die geringe Durchsichtigkeit zurückführen, leicht<br />

selbst kurzfristigen Schwankungen unterworfen sein kann (vgl. LÖN-<br />

NERBLAD 1929, p, 411). Meist gehen die Wassermoose in lichten Beständen<br />

am tiefsten hinaus. Die Arten und die Reichlichkeit der<br />

Helophyten und der Schwimmblättrigen werden von anderen Faktoren<br />

bestimmt (S. 216). Dagegen sind die wesentliches<br />

ten negativen Merkmale des E q u i s e t ii m-T y p si,<br />

das fast völlige Fehlen der W a s s e r b 1 a 11 k r ä u t e r<br />

und die spärliche Vertretung der Grundblattkräuter,<br />

zum grossen Teil durch den T^r<br />

r e n z f a k t o r bedingt. Das merkt man namentlich daran,<br />

(lass Isoeies laciistre und Lobelia eben nur in denjenigen Equiselum-<br />

Seen zu finden sind, in denen die Durchsichtigkeit ihre Höchstbeträge<br />

erreicht. Ebenso begegnet man Wasserblattkräutern, z. B.<br />

Potamogeion perfoliatus und Myriophgllum allerniflorum, in einigen<br />

Equiseiiim - Phragmiies-Seen, die u.a. ein niedrigeres pH, andererseits<br />

aber eine vielleicht doppelt so grosse Transparenz aufweisen als<br />

mehrere Equisetiim-Seen, in denen die genannten Arten fehlen.<br />

Auf den Seen des Eqiiisetum - P Ii r a g m i t e s-T y p s ist<br />

der direkte Einfluss der Durchsichtigkeit auf die Artenzusammenüetzung<br />

der Wasservegetation verdeckter als im Equiselum-'iyp,<br />

und zwar ist namentlich die negative Einwirkung dieses Faktors<br />

durch die weniger intensive Humusfärbung und die dadurch bedingte<br />

tirhöhte Durchsichtigkeit des Wassers geschwächt. Am fühlbarsten<br />

tritt dieser Umstand in der Zunahme sowohl der Artenzahl als der<br />

Heichlichkeit der Wasser- und der Grundblattkräuter zum Vorschein.<br />

Auch solche vorwiegend im klaren Wasser gedeihenden und in den<br />

Equisetum-Seen fehlenden Arten wie Polygonum amphibium. Ranunculus<br />

peUatus und Myrioplujllum allerniflorum trifft man schon<br />

auf mehreren Untersuchungsflächen des vorliegenden" Typs an. Je<br />

mehr sich ein Equiseium - Phragmites-Sce den Klarwasserseetypen,<br />

z. B. dem Lobelia- oder dem Phragmiles-Typ nähert, desto mehr<br />

gibt es Wasser- und Grundblattkräutcr^ je näher er wiederum dem<br />

Equiseium- oder dem Scirpus lacusler-Typ steht, desto geringer ist


Ann. Hol. vSoc. Zool.-Hol. lu'iin. Vniianu», 15, n:o 5. 235<br />

Hire Menge, oder mil anderen Worten j^esagt, je hrauner und trüber<br />

das Wasser eines Eqiiisetum - Phragmites-Sees ist, desto weniger<br />

gibt es Wasser- und (irundblattkräuter, und umgekehrt. Die vermittelnde<br />

Stellung des Equisetiim - Pliragmitesfindet ihren<br />

Ausdruck auch in dem Verhalten der Tiefengrenze der Vegetation<br />

zu der üurchsiclitigkeit (Tab. 7). In Seen mit der geringsten Sichttiefe<br />

findet man den Wassermoosgürtel nocli unterhalb der Sichtliefengrenze<br />

vor, wäiirend er in den klarsten vSeen des Typs nicht<br />

bis an dieselbe herantritt.<br />

Auf den P Ii r a g mile s-S e e n ist der Kinfluss der Durchsichtigkeit<br />

des Wassers auf die Wasservegetation anscheinend gering,<br />

denn die Humusfärbung ist hier bereits so schwacli, dass sie für keine<br />

einzige Art mehr als Hindernis aufzutreten vermag, wenn nur die<br />

übrigen Faktoren das Gedeihen derselben gestalten. 13avon dürfte<br />

es herrühren, dass z. B. VAAKAMA (1938, p. 206) auf Grund seiner<br />

Erfahrungen von dem ebenfalls zum Phroginitc.s-ly[i gehörenden<br />

Kallavesi seiue Auffassung von der geringen Bedeutung dieses Faktors<br />

verallgemeinert hat. Noch deutlicher wird diese Auffassung von<br />

PEAESALL (Z. B. 1920, J). 108; 1921, p. 271) vorgetragen, dessen Material<br />

ebenfalls keine echten llumusseen enthüll. - Die relativ beträchtliche<br />

Transj)arenz der Phragmites-Scon trägt offenbar neben<br />

den anderen Fakloren zu der Entstehung jener Vegetationszonation<br />

bei, der man auf diesen Seen in so überaus deutlicher Ausbildung<br />

begegnet. Besonders die äussersten Vegetationsgürtel des Elitorals,<br />

der Isoetes laciislre- und der Wassermoosgürtel, sind in ihrer Lage<br />

offenbar von der Lichlzufuhr diktiert worden, doch so, dass man<br />

ihnen stets nur oberlialb der Sichttiefengrenze und ungefähr in der<br />

gleichen Enlfernung von derselben l)egcgnel.<br />

Auf den L o h e l i «-S e e n tritt uns die Zonation der submersen<br />

Wasservegetation iu ihrer grössten Vollendung entgegen. In optimalen<br />

Fällen (z. B. Nr. 80 Kuorinkajärvi) herrscht vom Ufer aus gerechnet<br />

nachstellende Zonalionsfolge: 1. Erosiv-Isoötiden-f-Lo&e/iö,<br />

2. Lo/>e/i«-Blattrosetten, .'J. Isoetes laciislre, 4. Moose und 5. Charazeen.<br />

Oft kann eine oder die andere Zone auch fehlen und stets findet<br />

man an der Grenze zweier Zonen eine Übergangszone, in welcher<br />

beide betreffenden Arten durcheinandergemischt auftreten. Offenbar<br />

ist wenigstens die Lage der äussersten dieser Zonen durch die<br />

Konkurrenz ausser auf Grund der edaphischen Faktoren auch nach<br />

ir.


236 L. Murista, Die lloristischeii Seel,y|)en Fiiinlnmls,<br />

(lem verschiedenen Lichtbedarl" bestimmt worden. Auf den Lobelia-<br />

Seen macht die äussere Tiefengrenze der Wasservegetation schon<br />

weit vor der Sichttiefengrenze halt (Tab. 7), und zwar wohl deshalb,<br />

weil in grösserer Tiefe (8-12 m) die Wassertemperatur bis recht<br />

weit in den Sommer hinein niedrig bleibt und dadurch eine sehr<br />

kennbare Verkürzung der Vegetationsperiode bewirkt.<br />

Die P 0 l amo g e l 0 n f i I i f o r m i s - C h a r n-S ac n kommen<br />

in bezug auf die Transparenz des Wassers den Lofte/i«-Seen<br />

j^nnähernd gleich. Das reichliche Auftreten der Wasserblattkräuter<br />

ist geeignet zu zeigen, dass die grosse Transparenz des Wassers wenigstens<br />

nicht hinderlich für ihr Auftreten ist, sondern es muss ihr<br />

spärliches Vorkommen in den Lobelia-^een durch andere Faktoren<br />

veranlasst sein. Die Zonation der übrigen submersen Wasservegetation<br />

ist auch auf den Polamogelon filiformis - Chnra-^ieon zumeist<br />

recht deutlich.<br />

Die in bezug auf die Sichtticfengrenze relativ geringste Tiefenerstreckung<br />

der Wasserv^egetation ist auf den C are a;-S e e n zu<br />

verzeichnen, von denen der grösste Teil offenbar als das nördliche<br />

GegenstttcJ< der Loöe/ia-Seen aufzufassen ist und auf denen der verhältnismässig<br />

geringen Tiefenerstreckung der Arten liauptsächlich<br />

die gleichen Ursachen zugrunde liegen wie auf den Loöc/ia-Seen. Auf<br />

den Carex-Setm halten sich indessen die tieferen Wasserschichten<br />

nahezu den ganzen Sommer hindurch kühl, auch wenn eine deutliche<br />

Sprungschicht nicht immer nachweisbar ist (JÄRNEFELT 1934, p. 335).<br />

Die in das Wasser eindringende Lichtmenge kann auch nfcht so<br />

gross wie auf einem entsprechenden klaren LobeliaSccn sein, weil<br />

ja der Einfallswinkel des Lichtes auf den Carex-Seen viel kleiner<br />

und die Menge des reflektierenden Lichtes dementsprechend grösser<br />

ist. So macht denn die höhere Wasservegetation auf den von mir<br />

untersuchten Carex-Sccn durchschnittlich schon bei 3.5 m halt,<br />

während die mittlere Sichttiefengrenze erst bei 6.5 m erreicht wird.<br />

Bei einem Teil der Elodeiden-Seen wird die Sichttiefengrenze<br />

von der Wasservegetation überschritten, während für den<br />

übrigen Teil das Entgegengesetzte zutrifft. Zu der ersteren Gruppe<br />

gehören vor allem die Scirpus laciister-reichen Elodeiden-Seen, die<br />

sich dadurch der eutrophen Typengruppe nähern, zu der letzteren<br />

wiederum die transparentesten Seen d.eses Seetyps.


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 237<br />

In melireren eutrophen Seetypcn trill die Bedeutung der Durchsichtigkeit<br />

des Wassers wieder deutlich zutage. Auf den S cir pus<br />

lacuster-Seen, die eine recht bedeutende Humusfärbung aufweisen<br />

können, liegt die äussere Tiefengrenze der Wasservegetation<br />

.unterhalb der Sichttiefengrenze. Am weitesten hinaus geht gewöhnlich<br />

Scirpus lacusler, dessen submerse S])rossteile jedoch von der<br />

Lichtzufuhr unabhängig sind. Auf diesen Seen wird die Durchsichtigkeit<br />

im Sommer auch durch die reichliche Planktonentwicklung und<br />

mitunter durch die bei windigem Wetter einsetzende Sclilammtrübung<br />

lierabgesetzt. Die für diesen Seetyj) kennzeichnende spärliche<br />

Vertretung der Wasseri)latlkräuter, der Wasser-Schwimmblaltkräuter<br />

sowie der Cluirazeen führt sich offenbar zum grossen Teil auf die<br />

geringe Durchsichtigkeit des Wassers zurück, obwohl man sich hierbei<br />

auch insbesondere des Anteils der edapliischen Faktoren (S. 225)<br />

zu erinnern hat. Ausseriialb des Binsenröhrichts gii)ts es gewöhnlich<br />

keinen submerseu Vegetationsgürtel mehr, höchstens begegnet man<br />

hier ver^nzelten Schwimmblattkräutern. Von den Grundblattkräutern<br />

Jeblen n^mentlicli die in grösserer Tiefe gedeihenden Isoétes<br />

lamsire und Lobelia.<br />

Auf den T ij p h a- A l i s m a-S e e n wird die von mir gemessene<br />

Sichttiefengrenze von der äusseren Tiefengrenze der Wasservegetation<br />

am stärksten überschritten (Tab. 7). Die kräftige Plankton-<br />

und Lehmtrübung bewirken, dass die Durchsichtigkeil des Wassers<br />

im Hochsommer sehr gering und das Gedeihen der submersen<br />

Arten demgemäss erschwert ist. Wasserblattkräuter gibt es allerdings<br />

etwas mehr als auf den Scirpus lacuster-Seen, dagegen ist die Menge<br />

der Grundblattkräuter ebenso gering und die Wassermoose feiilen<br />

nahezu ganz. Dieser Umstand ist geeignet zu zeigen, einen wie wichtigen<br />

negativen, das Auftreten der Arten beeinträchtigenden Zug<br />

die geringe Durchsichtigkeit des Wassers auch auf den Typha-<br />

Alisma-Scen darstellt. Das gleiche betrifft auch die Kannas-Variante<br />

des Haupttyps, innerhalb welcher das Wasser durclischnittlich etwas<br />

klarer ist.<br />

Auf den P O t a M O g c t O n~ und den S t r at i o t e SS&QW<br />

schliesslich wird der Einfluss der Durchsichtigkeit hinter den übrigen<br />

Eigenschaftsfaktoren des Wassers verdeckt. In beiden Typen ist das<br />

Wasser immerhin so klar und die Seen seicht, dass es, falls andere


238 L. Mar isla. Die floristischeri Seetypen Finnlands.<br />

Faktoren nicht hindernd im Wege stehen, sämtlichen Lebensformen<br />

Möglichkeiten zu einer harmonischen Entwicklung darzubieten vermag.<br />

Der Einfluss der Transparenz des Wassers auf das Gedeiiien der<br />

Wasservegetation, der zu einem gewissen Teil von der Wasserfarbe<br />

geregelt wird, kann also entweder einjjördernder oder ein hemmender<br />

sein. Von der grössten Bedeutung ist dieser Faktor für die submersen<br />

Arten, die ihr Licht auch im erwachsenen Stadium durch<br />

eine stärkere oder weniger starke Wasserschicht empfangen. Am<br />

deutlichsten tritt der Faktor in seiner negativen Auswirkung zutage,<br />

denn je geringer die Transparenz des Wasser ist,<br />

desto weniger g i 1) L es auch submerse Arten, vorausgesetzt,<br />

dass die übrigen Faktoren annähernd unverändert bleiben.<br />

So bedingt denn auch gerade dieser Faktor die Entstehung der<br />

namentlich für die Equisetum-, Elodeiden-, Scirpus lacuster- und<br />

Typlia - Alisma-Seen kennzeichnenden Vegetation. In den extremen<br />

Klarwassertypen wirkt die Transparenz des Wassers nicht derart,<br />

dass er sich aus der Menge der zahlreichen anderen Standortsfaktoren<br />

besonders herausfinden Hesse, obzwar die deutliche Zonation<br />

der submersen Wasservegetation zum grossen Teil gerade durch diesen<br />

Faktor diktiert wird. Auf jeden Fall tragen Transparenz und<br />

Farbe des Wassers als wichtige Agenzien zur Differenzierung der<br />

Wasservegetation in den verschiedenen Seetypen l)ei.<br />

4. pH UND NÄHRSTOFFGEHALT DES WASSERS.<br />

Die Bedeutung der Wasserstoffionenkonzentration für die Organismenwelt<br />

des Wassers ist heute bereits ein paar Jahrzehnte lang<br />

bekannt gewesen. Die Abhängigkeit der höheren Wasservegetation<br />

von diesem Faktor ist weitläufiger von IVERSEN (1929) behandelt<br />

worden, der Parallelbeobachtungen auf mehreren Untersuchungsflächen<br />

angestellt hat. Diese Untersuchung bildet auch den Grund<br />

für einige später in Finnland ausgeführte kleinere Wasservegetations-<br />

studien (I^ENKONEN 1935; METSO 1936).<br />

Die Eigenart der" klimatischen, edaphischen und hydrographischen<br />

Faktoren führte auf den Untersuchungsflächen IVEIISENS in<br />

bezug auf mehrere Wasserpflanzenarten zu klaren Ergebnissen und<br />

einer recht geringen pH-Amplituc^. Offenbar dieser Umstand hat


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Viniaino, 15, n:o ."). 239<br />

den Autor zu einer Überschätzung dieses J>tandortsiakLors neben den<br />

übrigen verleitet (vgl. LOHAMMAH 1938, p. 215). Dagegen stimmen<br />

IVEKSENs Beobachtungen bezüglich des Verhaltens der verschiedenen<br />

ökologischen Hydrophytengruppen zuni pH des Wassers<br />

selir gut mit den meinigen überein. Der Möglichkeiten ungeaclitet<br />

kann liier nicht näher auf die Autökologie, auf das Verhalten der einzelnen<br />

Arten zu den pH-Schwankungen eingegangen werden, es mag<br />

genügen, im Nachstehenden lediglich einige Ursachen der letzteren<br />

und ihren Anteil an der Bildung des für die verschiedenen Seetypen<br />

charakteristisciien Arten bestandes zu erörtern.<br />

Weil von den meisten meiner Untersuchungsflächen nur eine<br />

einzige pH-Messung vorliegt, so ist beim Ziehen der Schlüsse sowie<br />

bei der Verallgemeinerung der Ergebnisse grosse Vorsicht geboten.<br />

Überdies beziehen sich die mitgeteilten pH-Werte einzig auf die<br />

Sommerzeit, weshalb die jahreszeitlichen Schwankungen ganz ausser<br />

Betracht fallen. Die erhaltenen pH-Werte stelleji also in grossen<br />

Zügen Höchstwerte dar. Gleicherweise sind auch die täglichen pH-<br />

Schwankungen nicht ermittelt worden, indem aber die Messungen<br />

stets am Mittag bei maximaler Tagesbeleuchtung und lebhaftester<br />

Assimilationstätigkeit vorgenommen wurden, gelten die erhaltenen<br />

Werte auch in dieser Hinsicht als Maximalwerte und sind demnach<br />

untereinander vergleichbar. Als grösster Nachteil ergibt sich insbesondere<br />

vom, Standpunkt der Ermittlung der j)H-Amplitude der einzelnen<br />

Arten der Umstand, dass vom pH der verschiedenen Teile<br />

eines Sees keine Kunde vorliegt uiul der erhaltene Wert daher nicht<br />

immer das standortseigene pH jeder notierten Art vertritt. Das zur<br />

pH-Messung verwendete Wasser stammt aber stets von der freien<br />

Wasserfläche ausserhalb der Helophytenbestände, wo die, pH-<br />

Schwankungen geringer sind, weshalb der eventuelle Unterschied<br />

hauptsächlich die in den engsten Uferbucliten gedeihenden und vereinzelte<br />

ausschliesslich innerhalb des Köhrichtgürtels wachsende Ar-;<br />

ten betrifft. Der Umfang meines Materials ist iiulessen daran angetan,<br />

diese eventuellen Differenzen auszugleichen und lässt zugleich mehrere<br />

so ausgeprägte Hegelmässigkeiten hervortreten, dass sich die;<br />

Behandlung dieser Frage auf Grund dessen ermöglichen dürfte.' t<br />

Bezüglich einiger auf die Heaklion des Wassers einwirkendenf<br />

Faktoren liefert mein Material einige allgemeine Ausschlüsse. Die<br />

edaphischen Faktoren, besonders der Kalkgehalt des Bodens, wirken


240 L. Maristo, Die I'loristiscluMi Seetypcii Finnlands.<br />

Tabelle 9, pII-AmpIitude der wichtigsten Wasserpflanzenarteii.<br />

Equisetum liniosum<br />

Typha latifolia . . . . X<br />

T. angustifolia .... .V... .<br />

Scirpus eupaluster<br />

S. lacuster<br />

Phragmites communis<br />

Scolochloa festucacea<br />

Sagittnria nalnns<br />

Potamogelon natans<br />

Sparganium Fricsii<br />

S, affine<br />

Alopecurus aeqiialis<br />

Glyceria jluitans<br />

Polygonum amphibiutn<br />

Nymphaea alba<br />

N. Candida<br />

Nuphar luteum<br />

N. pumilum<br />

Ilydrocharis morsus-ranae<br />

Lern na m inor<br />

Spirodcla polyrrhiza ^<br />

Stratiotcs aloides<br />

Elodea canadensis . . .<br />

Potamogelon perfoliatus .. .<br />

P. praelongus<br />

P. obtusifolius<br />

P. pusillus<br />

y. zosterifolius<br />

P. filiformis<br />

Lcmna trisulca<br />

pH I.O I.I é.* U 7.0 7.1 L.H LA 7.8 •JJÄ 8A<br />

f<br />

T'<br />

J .


Ann. Hol. Soo. Zool.-Hot. l


242 Marislo, Die llorislisclu'ii Scctypi'n I'innlnnds.<br />

hekaniitlicli reaklionseiiiölieiKl, namenllicli wo es sich um einen über<br />

(lem Durchschnittswert liegenden Kalk^^ehalt des Wassers iiandelt<br />

(iVERSEN 1929, p. 290). Die alkalischsten der von mir unterschiedeneu<br />

Seetypen, der Slraüotes-, der PoUunogeton- und der Polamogeton<br />

filiforrnis - Chara-Vy\), liegen sämtlich im Gebiet des basischen<br />

kalkreichen Felsgrundes. Im Bereich der übrigen Seetypen ist der<br />

Kalkgehalt des Bodens im allgemeinen gering und dürfte nicht in<br />

nennenswerterem (irade die Reaktion des Wassers beeinilusseu<br />

können.<br />

Die auch bei uns genuichte Feststellung, dass das ])I1 in der Strötuungsrichtung<br />

des Wassers sukzessiv steigt (LINKOLA 1933, p. M;<br />

BKNKONEN 1935, p. M), ist offensichtlich zutreffentl. Mein Material<br />

hat allerdings keine solche zusammenhängende Seenfolge aufzuweisen,<br />

die im vorliegenden Zusammenhang zur l.ösung dieser Frage beitragen<br />

könnte, die allgemeinen Beobachtungen, die sich im binnenfinnischen<br />

Seengebiet ergeben haben, geben aber an, dass das pH in<br />

dengrossen Zentralseen der Oewässersysteme höher als durchschnittlich<br />

in den Quellseen liegt.<br />

Die oft vorgebrachte lieobachtung über die j)! 1-senkende Wirkung<br />

der Humusstoffe (vgl. SKADOVSKY 192T), p. 75) ergibt sich auch hier,<br />

wenngleich nur in den sauersten Typen. Die Beihe: Equisetum-Tyi),<br />

Equiselum - Phragmiles-'Vyi^, Phragmites-'Yy\), bildet ein gutes<br />

Zeugnis dafür. Dagegen kann das Wasser z. B. in den Scirpus lacuster-Sccn<br />

einen gar beträchtlichen llumusgehalt aufweisen und<br />

pll dessenungeachtet bei nicht weniger als 7.7 liegen (z. B. Nr. 113<br />

Bidasjärvi), ein Umstand, der auf die Möglichkeit der Existenz alkalischer<br />

Humusseen hindeutet (vgl. LOIIAMMAR 1938, p. 213). Wie<br />

gross in solchen Italien der l'^lektrolytgehalt des Wassers ist, dem ja<br />

eine Bedeutung für den (Irad der 1 lumusfärbung zukommt (LOIIAM-<br />

MAR 1. c.), entzieht sich nuMuer Kenntnis, zum Teil dürfte aber deihohe<br />

pH-Wert durch die beträchtliche Menge des Phytoplanktons<br />

bedingt sein. Auch der reiche Gehalt der Bodengytlja an autochthonen<br />

Bestandteilen sowie die Lehmtrübung (BRESSLAU 1920, p. 70)<br />

wirken aziditätsmildernd auf diis Wasser ein.<br />

Das Verhalten der einzelnen Wasserpflanzeiuirten und Lebensformen<br />

zum pH des Wassers auf meinen Untersuchungsflächen<br />

erhellt aus Tab. 9. BENKONEN (1935) und METSO (1936) z. B. geben<br />

in ihren Untersuchungen für viele Wasser|)flanzenarlen eine viel


Anu. Bot. Soc. Zool.-Bol. Fenii. Vaiisinio, If). 11:0 a.<br />

weitere pH-Ampliliule II A i:i...i nach K der saureren IlicliLuiig i»:,.i.i an. Dabei handelt<br />

es sieli indessen bei ihren Untersuchunj»sllächen stets um Teichseen,<br />

abgesehen vom Parjalampi (RENKONEN op. C., p. 11), dessen<br />

pH bei 5.6 liegt. Von den Arten der" Tab. !) vermögen also diejenigen<br />

IG, die am unteren Ende der pH-Skala angegeben sind, offenl)ar<br />

auch noch in saurerem Wasser zu gedeihen, und diese Arten<br />

Fiiaclicn 2Ü % von Gesamtartenzahl der Tabelle aus. Die Zaid ist also<br />

nur etwas höher, zu welcher auch IVERSEN (1929, p. 291) inbetrell<br />

der sauersten Gewässer gekommen ist. Der Prozentwerl bliebe ungefähr<br />

der gleiche bei Auslassung der Helophyten, wenn man zugleich<br />

berücksiclitigt, dass IVERSEN den Tannenvvedel bei dieser (iru[)ju'<br />

einreiht.<br />

Ohne in diesem Zusammenhang näher auf das Verhalten der einzelnen<br />

Arten zum pH des Wassers einz\igehen, möge jedoch erwäimi<br />

werden, dass die pH-Amplitude mancher Arten, z. R. Scolocliloa<br />

jeslucacea und Elodea canadensis, in der Tabelle wegen der geringen<br />

Zahl der Funde offenbar zu gering angesetzt ist. Wahre Eurytraphenten<br />

in bezug auf die Wasserstoffionenkonzentration des Wassers sind<br />

der Schachtelhalm, der Schilf, Scirpiis cupalnstcr, S. lacuster, Niiphar<br />

Inlcnm, AT. pumüuni, Raminctiliis replans, der Tannenwedel und Lijsimacliia<br />

llijjrsiflora, deren pH-Gebiel sich über die gesamte Skala<br />

erstreckt.<br />

Tn Tab. 9 ist ferner durch gestrichelte Linien die durchschnitlliche<br />

pH-Amplitude der verscliiedenen Lebensformen angegeben.<br />

Weil nicht die wirklichen j)H-Grenzen aller Wasserpflanzenarten in<br />

der Tabelle sichtbar sind, bedeutet es, dass insbesondere die Grenzen<br />

der Helophyten und der .Schwimmblattkräuter eine geringe Verschiebung<br />

nach beiden Richtungen hin erfahren würden und die<br />

pH-Amplitude dieser Lebensformen also erweitert würde. Die gegenseitigen<br />

Reziehungen der I>ebensformen zu diesem l'aklor blieben<br />

indessen unverändert.<br />

IVERSEN (1929) hat die Helophyten ganz ausserhalb .seiner Retrachtungen<br />

gelassen, weil die meisten kaum zur direkten Nährstoflaufnahme<br />

aus dem Wasser imstande sein dürften und mithin nichl<br />

in dem Masse wie die Hydrophyten von den Eigenschaften des Wassers<br />

abhängig sind. Sie erhalten ihre Nahrung aus dem Roden, dessen<br />

Elektrolytgehalt erstenhands in einer Reziehung zum Elektrolytgehalt<br />

und vennutlich wohl auch zum |)H des Wassers steht. Nach<br />

21S


244 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />

iVERSEN (op. c., p. 283) liegt nämlich das pH der obersten Bodenschlammschichten<br />

nahe dem pH-Minimum des Wassers. So geraten<br />

insbesondere die Wurzeln der in grösserer Tiefe gedeihenden Helophyten<br />

sicher in eine saurere Umgebung als z. B. die Hydrophyten.<br />

Kann aber die Azidität des Wassers in einem See derartige Werte<br />

erreichen, dass den Helophyten die Mögliclikeiten zum Gedeihen<br />

genommen wären? Leider gibt es keine ausführlicheren Untersuchungen<br />

über die pH-Lage des Seebodens, wohl aber über die der Moorböden.<br />

Wir wählen uns Phragmiles communis zum Beispiel. Der Schilf<br />

entsendet sein Wurzelwerk an Seestandorten bis 92 cm (MURÉN 1934,<br />

p. 48) und in Mooren mindestens bis 80 cm tief in den Boden hinein.<br />

Die Bedingungen gestalten sich also für ihn in bezug auf das den<br />

Standboden bedeckende Wasser in beiden Fällen gleich. An Moorstandorten<br />

vermag die Art auf extrem sauer Unterlage, pH 3.6 zu<br />

gedeihen (KOTILAINEN 1927, p. 53; PANKAKOSIQ 1935, p. 14). Ihre<br />

pH-Amplitude muss also auch nach unten hin recht weitläufig sein,<br />

die Art kann aber nicht auf Grund der pH-Werte des Wassers als<br />

azidophob angesprochen werden, wie es RENKONEN (1935, p. 20)<br />

getan hat, auch wenn es nach seinem begrenzten Material wohl einen<br />

solchen Ansciiein haben könnte. Offenbar wird das Auftreten des<br />

Schilfs wie auch der meisten anderen Helophyten durch die edaphischen<br />

Faktoren, d.h. die physikalischen Eigenschaften und den Nährsalzgehalt<br />

des Bodens (S. 219) bedingt,<br />

Inbetreff der übrigen Lebensformen ist festzustellen (Tab. 9),<br />

dass die S c h w i m m b 1 ä 11 r i g e n die weiteste und die<br />

I G r u n d b 1 a 11 k r ä u t e r die engste j) H - A m p 1 i t u d e<br />

' aufweisen, w ä h r e-n d die übrigen L e b e n s f o rrn<br />

e n in dieser Hinsicht eine Mittelstellung<br />

einnehmen (vgl. IVERSEN 1929, p. 293-294). Die Schwimmblattkräuter<br />

zeigen mithin in bezug auf das pH offenbar ein eurytraphentes<br />

Verhalten, während die Wasserblattkräuter eine deutliche<br />

Azidophobie zu erkennen geben. Indem sich aber zwischen dem<br />

Nährstoffgehalt und dem pH des Wassers eine deutliche Parallelität<br />

ergeben hat, handelt es sich wohl auch in diesem Falle wenigstens<br />

nicht einzig um eine wirkliche Azidophobie, sondern es dürften auch<br />

andere Eigenschaften des Wassers in Betracht zu ziehen sein. ,<br />

Die Freischwimmer und die Wasserblattkräuter nähern sich in'<br />

bezug auf die pH-Amplitude den Grundblattkräutern. Die letzteren


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 215<br />

bekunden wieder einmal ihren «ligotroplien Charakter, meiden offenbar<br />

extrem alkalische Gewässer und haben sich zugleich als Arten<br />

elektrolytarmer Gewässer erwiesen (LOHAMMAK 1938, p. 213). Die<br />

|)H-Amplitude der Charazeen lässt sich wiederum recht wohl derjenigen<br />

der Wasserblattkräuter gleiclistellen (vgl. IVERSEIV op. c.,<br />

1). 295).<br />

Wendel man sich sodann der Bedeutung der Wasserstoffionenkonzentration<br />

für die Ausformung der Seetypen zu, so ist zuallernächst<br />

klar, dass ihr Einfluss am ausgeprägtesten in den aller sauer-,<br />

sten und andererseits in den aller alkalischsten Gewässern zum Aus-|<br />

druck kommt. Im Eqiiisetuni-Ty[) fehlen die meisten Wasserblattkräuter,<br />

was wohl zum Teil dem niedrigen pH zuzuschreiben<br />

sein könnte. Auch noch in den Seen des Eqiiisetiini - Phragmitesund<br />

des Lobelia-kann dieser Faktor in einigem Umfang zur<br />

Auswirkung kommen, in den meisten übrigen Seetypen ist das Gedeihen<br />

sämtlicher Makrophytenarten wenigstens im Hinblick auf die<br />

Reaktion des Wassers möglich. In den extrem alkalischen Polarnogelon-<br />

und SiraliolesScQH tritt uns wieder eine geringere Artenzahl i<br />

entgegen, indem u.a. die Grundblattkräuter in ihnen zum grössten/<br />

Teil fehlen. Auch hier hanclelt es^sich wahrscheinlich mehr um\<br />

den Einfluss verschiedener edaphischer Faktoren, u.a. die kalkmeidende<br />

Natur der fraglichen Arten, als um eine »Alkaloj)hobie)) des<br />

Wassei^pH.<br />

Auf Grund des vorliegenden Materials ist<br />

festzustellen, dass mit steige n d e m p II - W e r t<br />

des Wassers auch der M a k r o p h y t e n b e s t a n 8)<br />

jedoch ausgenommen - zunimmt. Dass diese Zunahme<br />

ausschliesslich o d e r zur IIa u j) t s a c h e<br />

durch diese A z i d i t ä t s v e r ä n d e r u n g bedingt ist,<br />

il ü n k t indessen nicht w a h r s c h e i n 1 i c h, s o n d e r n<br />

als V o r n e h m I i c h s t e r F a k t o r dürft e h i e r b e i d e r<br />

parallel mit dem pH verlaufende Anstieg des<br />

Elektrolyt g e h a ITS d e s W a s s e r s (LOHAMMAR 1938,<br />

p. 215) wirken. Berücksichtigt man dazu die in<br />


246 L. Marista, Die lloristischen Seetypeii Finnlands.<br />

Schwankungen, so erweist es sich, dass die p Ii-<br />

Amplitude der M a k r o p h y t e n die im Sommer<br />

erhaltenen Werte n o c li beträchtlich ü b e rsteigt.<br />

Viele auf das Verhältnis der Wasserp<br />

f 1 a n z c n a r t e n zum j) 11 des Wassers 1) e g r ü nd<br />

e t e Einteilungen verlieren d a d u r c li zum<br />

Teil ihre Bedeutung. Andererseits wird aber<br />

a u c h d u r c h den U m s t a n d, dass auf das g 1 e i-<br />

(• h e )) H - G e b i e t bezüglich ihrer V e g e t a t i o n<br />

ganz v e r s c h i e d e n bese h a f f e n e G e w ä s s e r, w i e<br />

z.B. die Lobelia- und die Scirpus lacuster See. n,<br />

entfallen k ö n nen, die v e r m u t e t e Bedeutung<br />

der A z i d i t ä t a I s S t a n d o r t s f a k t o r offensichtlich<br />

h e r a b g e s e t z t. So gelangt man wohl oder übel zu<br />

dem Schluss, dass die unmittelbare Bedeutung des Wasser-pH für das<br />

(iedeihen der Wasserpflanzen und damit auch für die Differenzierung<br />

der Seetypen bisher überschätzt worden ist (vgl. LOHAMMAH 1. c.)<br />

Im obigen Zusammenhang wurde auch i)ereits darauf hingewiesen,<br />

eine wie wichtige Rolle dem Nährstoffgehalt des Wassers, der<br />

seinerseits wiederum in der Hauptsache von den edaphischen Faktoren<br />

abhängig ist, für das Gedeihen der Wasserpflanzenarten zukommt.<br />

Leider habe ich keine Wasseranalysen anstellen können,<br />

weshalb diese wichtige Seile der Frage grossenteils auf Vermutungen<br />

beruhen bleibt. Der für die Makrophyten so überaus wichtige N- und<br />

P-Ionengehall des Wassers bleibt gänzlich dunkel, nur über den Ca-<br />

(iehalt erhält man indirekt Aufschluss auf Grund gewisser bekannter<br />

Indikatorarten der Wasserflora. So ist der holie Kalkgehalt des Wassers<br />

in den Potamogelon filiformis — Cliara", Straliotes- und PotamogetoiiSeen<br />

offenkuntlig und tritt uns insbesondere im Artenbestand<br />

der Wasserblattkräuter und der Charazeen entgegen. Alle<br />

übrigen Seetypen bilden denn auch den Gegensatz zu diesen drei<br />

Typen in bezug auf den genannten Faktor. Hoffentlich wird sich<br />

künftig die Gelegenheit bieten, das hier vorgelegte Seetypensystem<br />

namentlich gegen den von diesen Faktoren gebildeten Hintergrund<br />

zu betrachten. ^


Arm. Bi)L. Soc. ZooJ.-Bol. l''enn. N aiuimo, 15, 11:0 f). 247<br />

5. GEOGRAPHISCHE LAGE UND KLIMATISCHE<br />

FAKTOREN.<br />

Wo es sicli um die Mögliclikeiten des Gedeihens einzelner Pl'lanzenarten<br />

inneriialb eines so ausgedeiinten Gebietes wie das ganze<br />

Finnland handelt, sind die klimatischen Faktoren besonders in regionaler<br />

Hinsicht von grösster Bedeutung. Die Sache ändert sich aber<br />

örterung derselben in ihrem ganzen<br />

Umfang endgültige Klarheit über die Verbreitung der meisten einzelnen<br />

Wasserpflanzenarten des Ljindes erfordern würde.<br />

Die Frage nach dem Einfluss der klimatischen Schwankungen<br />

auf die Artenzusammensetzung der Wasservegetatiou in west-östlicher<br />

Richtung lässt sich kurz abfertigen. Obwohl man im Wasser-<br />

()flanzenbestand Fennoskandiens sowohl westliche als östliche, d.h.<br />

atlantische und kontinentale Elemente unterschieden hat (z. B.<br />

IIÄKD AF SEGERSTAD 1924; KOTILAINEN 1933; SAMUELSSON 1934),<br />

so treten diese Unterschiede in der höheren Wasserflora Finnlands so<br />

schwach zutage, dass ihnen jede Bedeutung für die CJiarakteri.sierung<br />

und die Verbreitung der sich auf die (irossvegetation gründenden Seetypen<br />

abgeht. Auch die Höhenunterschiede sind im grössten Teil des ^<br />

Landes so gering, dass ihnen ebenfalls kein grösserer klimatischer Ein- (/<br />

fluss auf den Wasserpflanzenbestand zugeschrieben werden kann. Die ,<br />

kennbarste Abnahme erfährt der Artenbestand in Lappland beim I<br />

Übergang zur Regio subalpina (LINKOLA 1933 a, p. 92-9.3), im Bereich 1


248 L. Maristo, Die I'loristiscluMi Seetypcii Finnlands.<br />

(ler lctzlt;rcii cs aber Seen nur im nördliclien Lappland, wo dii-<br />

Verminderung» des Artenbestandes neben der niedrigen Temperaturlage<br />

auch durch die Kürze der Vegetationsperiode verursacht wird<br />

(vgl. SÖYRINKT 1939, p. 35). Ausserdem ist die Wasserflora jener Gegenden<br />

heute noch sehr unvollständig bekannt und der überwiegende<br />

Hauptteil (ler Seen gehört immerhin nur zu einem, dem Carex-Ty\i.<br />

- Die Niederschlagsverhältnisse dürften in diesem Zusammenhang<br />

wohl ebenfalls keine grössere Beachtung beanspruchen können, weil<br />

die regionalen Differenzen in dieser Hinsicht in unserem Lande verhältnismässig<br />

gering sind und die vorliegende Betraclitung sich ausschliesslich<br />

auf die Seen beschränkt. Eine indirekte Wirkung wird<br />

indessen dadurch zustandegebracht, dass die Menge der Sommerniederschläge<br />

gegen Lappland hin erheblich abnimmt, was wiederum<br />

eine Verringerung der Humuszufuhr der Seen zur Folge hat.<br />

Als einziger wirklich belangvoller klimatischer Faktor bleibt<br />

somit die Temperaturänderung in meridionaler Richtung übrig.<br />

Die Länge der Vegetationsperiode, die mittlere Temperatur des<br />

kältesten und des v/ärmsten Monats sowie die Dauer der Eisbedeckung<br />

sind die klimatischen Teilfaktoren, mit denen man in der<br />

Wasservegetationsforschung ^meistens operiert hat. SAMUELSSON<br />

(1934, p. 149), der den klimatischen Faktoren den ersten Rang<br />

unter den die Verbreitung der Wasserpflanzen regelnden Faktoren<br />

zugeschrieben hat, betrachtet namentlich das 'l^ip^miturmittel des<br />

wärmsten Monats als ausschlaggebend für die nördliche Verbreitungsgrenze<br />

der Arten (op. c., p. 157). Er behandelt aber dabei die Wasserpflanzenarten<br />

an ihren s ä m 11 i c h e n i n Frage komme nd<br />

e n S t a n d o r t e n, u.a. einschliesslich der Bäche, Teiche und<br />

Tümpel, wo die Wasserstandsschwankungen und die Temperatureinflüsse<br />

beträchtlich sind, während sich die vorliegende Darstellung<br />

lediglich und ausdrücklich auf die Seen und den Einfluss der klimatischen<br />

Faktoren daselbst beschränkt. LINKOLA wiederum (1932,<br />

[). 100) stellt die edaphischen Faktoren unbedingt an die Spitze aller<br />

die Verbreitung unserer Wasserflora regelnden Faktoren, während<br />

LOIIAMMAK (1938, p. 213-211) hervorhebt, wie schwierig es zu entscheiden<br />

ist, wodurch, ob durch die klimatischen oder die edaphischen<br />

Faktoren und die sich davon herleitenden Eigenschaften des Wassers<br />

jeweilig die Nordgrenze der Verbreitung bestimmt wird. Die Lösung<br />

der Frage wird auch dadurch erschwert, dass die Hydrophyten von


Ann. Hol. Soc. Zool.-Iiol. Fenn. Vnnanio, IT), nro 5.<br />

den Teinperalurvorgängen in<br />

der Luft nur indirekt betroffen<br />

werden. Am wichtigsten<br />

wäre es, Kunde über die<br />

mittleren Temperaturen der<br />

verseliiedenen Wasserschichten<br />

z.B. monatlich im Laufe<br />

des Sommers zu erlialten.<br />

Solche Anf^aben stehen aber<br />

ans jenen nördlichen Höhen<br />

niciit in genügender Menge<br />

zur Verfügung. Als einzige<br />

sind die Messungen JÄRNE-<br />

FELTs (1931) und LOIIAM-<br />

MARs (1938) zu erwähnen,<br />

doch auchsiestelleneherEiiizelbeobachtungen<br />

als vollständige<br />

Serien dar.<br />

Als Beispiel vom Einfluss<br />

der klimatischen Faktoren<br />

auf die Grossvegetation der<br />

(icwässer Lapplands mögen<br />

Karte 1. Verlaiil" der .luliisolherrnon in<br />

Finnland. (Nach JOHANSSON IICIG.)<br />

die von mir untersuchten Stralioies-Seen iles Kirchsp. Kittilä<br />

hier einer näheren Betrachtung unterzogen werden. Die (irui)i)i'<br />

umfasst die nahe bei einander gelegenen Seen Jesiöjärvi (Nr.<br />

132), Hautajärvi {Nr.l33), Uastinjärvi (Nr. 134) und Sotkajärvi<br />

(Nr. 135). Es sind durchgehends seichte Seen, die also äusserst<br />

empfindlich gegen die Temperaturvorgänge der Luft reagieren.<br />

Das Gebiet gehört zu den nächstkältesten in ganz Lappland<br />

(JOHANSSON 193(), p. 21C), das .lanuarmittel beträgt -11° C, das<br />

Julimittel l-l.'r C, die Wärmezeit dauert KiO Tage (Karten I<br />

und 2). Die zusammengerechnete Artenzahl der Wasserpflanzen<br />

dieser Seen beläuft sich auf davon entfallen ganze 33 % auf<br />

die Wasserblattkräuter, dagegen nur 29 % auf die llelophyten.<br />

während der Hest den übrigen Hydrophyten zufällt. Eutraphentr<br />

Arten gibt es hier im Reich der Kälte und des Frostes nicht minder<br />

als sieben, nämlich Polamogefon filiformis, P. zosicrifolim, P. pusilliis,<br />

Slratioies aloides, Ceraloplujlliim demersum (aus Finnisch-Lappland


250 I.. Murista, Die floristischeii Soetypeii Finiilaiuls.<br />

Karle 2. Wärmezeit (in Tagen) oder diejenige<br />

Periode des Jahres in welcher die Mittoltßiiiperalur<br />

über 0° C liegt. (Nach JO-<br />

HANSSON 1936.)<br />

nicht früher l)ekannt), Myriophijlliim<br />

spicaiiim und im<br />

.lesiöjärvi (nach mündl. Mitteilung<br />

von Dr. M. J. IvOTr-<br />

LAINBN) Lemna minor. Mit<br />

Ausnalime der letzteren Art<br />

handelt es sich also durchweg<br />

um Wasserblattkräuter, allerdings<br />

im sterilen Zustand,<br />

aber immerhin um Arten,<br />

die auch in Südfinnland als<br />

ziendich anspruchsvoll zu<br />

betrachten sind. Die Ungunst<br />

der klimatisciien Faktoren<br />

vermag also auch nicht<br />

einmal in Lappland das Gedeihen<br />

der Wasserblattkräuter<br />

zu gefährden. Dagegen<br />

ist die Abnahme des Wasserpflanzenbestandes<br />

beim<br />

Übergang vom Süden her<br />

nach Lappland an dem Teil<br />

der Helophyten grösser als an<br />

dem Teil der übrigen Lebensformen. Da besonders die eutraphenten<br />

I lelophyten gänzlich fehlen, konstatiert man also eine deutliche Ikeinflussung<br />

des I lelophytenbestandes seitens der klimatischen Faktoren.<br />

Fudern überdies dieDifferenz der Durchschnittstemperaturen zwischen<br />

den nördlichen und den südlichen Teilen des Landes im Winter mehrfach<br />

grösser als im Sommer ist (.JOHANSSON 1. c.), kann angenommen<br />

werden, dass die N o r d g r e n z e der M e 1 o p h y t e n in<br />

bM n n 1 a n d an erster Stelle durch die niedrige<br />

i' e m p e r a t u r 1 a g e des Winters bestimmt wird.<br />

Als weiterer wichtiger Faktor wirkt dazu noch die daraus folgende<br />

Anfrierung besonders der seichten Seegewässer bis auf den Boden.<br />

Zum Beispiel auf dem Bastinjärvi konnte man die verheerende<br />

mechanische Wirkung jenes Faktors deutlich beobachten (vgl.<br />

LOIIAMMAK 1938, p. 230). An den flachen Ufern lagen ausgedehnte<br />

Flächen des Schiefergrusbodens nackt da und nur hier und» da


Ann. Jiol. Soc. Zool.-l^ol. i''enn. Vanamo, lö, n:o "). 251<br />

orhol) sich ein cinsanier SchilfsLengel aus (leiii Wasser. In eiiiii^er<br />

l^ntfernun^ davon breiteten sich dicke Kali\gytljaia^en mil<br />

einer reichen Vei^etalion von WasserblattkräuLern aus. J^in solches<br />

sicii bis auf den Hoden erstreckendes Anfrieren lässt auch die ol)ersten<br />

SchiciiLen desseli)en gefrieren, die dann l)ei der dabei erioikeuden<br />

Dehnuufji die Wurzelstöcke der Ilelophyten zersprenf»en. Heini ICisl^aiif^<br />

im l'olf>enden l'rühjahr werden diese dann mit dem luse aus<br />

dem Hoden i^erissen und abgeführt. Die Vereisung kann auch zum<br />

Aussterben einzelner 1 lelophytenartcn in l'orm des Kältetodes<br />

führen (LoiiAMMAii op. c., p. 225). liei den Wasserblattkräutern<br />

hin^e^en liegen die über\vinternn


252 L. Marislo, Die floristisclieii Scelypen Finnlands.<br />

(Nr. 42-, Reg.l)ez. Oulu), wo auf dem t'laclien Anlandung.suier zur l lauplsache<br />

nur einjährige (Irundblattkräuter nebst verein/.ellen Alisina-<br />

Sprossen auftraten (Ahl). 21). Von den Schill- und Schachtelhalmröhriciiten<br />

standen hier und da nur nocii einige stark gelichtete,<br />

kleine Bestände übrig (Abb. 25).<br />

Was dann noch das Fehlen mehrerer Ilelopiiytenarten in den<br />

oben besprochen SIraiiotesSeen betrifft, so dürften hier die edajjhischen<br />

Faktoren kaum mitgespielt haben können, denn sowohl der<br />

Kleklrolylgehall des Wassers als der des (Irundes ist auf diesen Seen<br />

l)edeuten(l. Dieses tritt auch darin zutage, dass die hier anzutreffenden<br />

eutraphenten Wasserblattkräuter bekanntlich nur in elektrolytreicliem<br />

Wasser und auf nährstoffhaltigeni Cirund gedeihen.<br />

Die Jieobachlungen über das Verhalten der Wasser])flanzenarten<br />

zu den klimatischen F'aktoren lassen sich kurz zu nach.stehenden<br />

Schlussfolgerungen zusammenfassen:<br />

1. Weil die A r t e n z a h 1 d e r W a s s e r f 1 o r a g e g e n<br />

d e n N o r d e n hin d e u t l i c h a b n i m m t, ist daraus<br />

zu folge r Uj dass di e W a s s e r j) f I a n z e n d e n<br />

d i r e k t e u u n d indirekt é n E i n f 1 ii s s e n d e r i n<br />

(1 e r g 1 e i c hen U i c h t u n g v e r 1 a u f e n d e n T e m p e -<br />

r a t u r e r n i e d r i g u n g s o w i e d e r V e r k ii r z u n g d e r<br />

Vegetationsperiode in recht h o h e m (i r a d e<br />

ausgesetzt sind.<br />

2. Weil aber d i e s e. A b n a h m e a n d e m Teil de r<br />

W a s s e r p f 1 a n z e n a r t e n erheblich geringer als<br />

a n d e m T e i I d e r I. a n d f I o r a ist (LINKOLA 1932, }). 94),<br />

muss man s c h 1 i e s s e n, il a s s j e n e w e n i g e r als<br />

(1 i e s e V o n den kli m a t i s c h e n F a k t o r e n a b h ä ng<br />

i g sin d.<br />

Weil' die besagte Abnahme unter den Wasserpflanzen<br />

a n d em Teil der 11 y d r o p h y t e n u n d<br />

Il a m entlieh der in grösserer Tiefe gedeihenden<br />

W a s s e r b 1 a 11 k r ä u t e r u n d d e r S c h w i m m b 1 ä 11r<br />

i g e n am geringsten ist, ergibt sich d a r a u s,<br />

(lass dieselbe n v on den kli m a t i s c h e n F a k t or<br />

e n offen b a r w e n i g e r a b h ä n g i g sind als die<br />

übrigen e b e n s f o r m e n, u. a, die Mcl o p h y t e n.


Ann. Jiol. Soc. Zool.-l^ol. Fenn. Vanamo, 15, n:o 253<br />

i. De r Anteil de r k 1 i ni a i i s c h c n F a k 1. o r e n a n<br />

(1 e r A r t e n z u s a m in ens e t z u n » d e r \V a s s e r f 1 o r a<br />

ist i ni g r ö s s t e n T e i 1 å e s L a n d e s gl e i c li a r t i g.<br />

N u r i n T. a p p 1 a n d k o ni iii t i h n en eine e r h e b I i e h e,<br />

d i e A r L e n z a h 1 d e r \V a s s e r f 1 o r a r e g e 1 n d e li e-<br />

(1 e u t n n g z u.<br />

Diese Schlussrolgeriingen erlordeni jedocli zu iiirer Stütze experimentelle<br />

S])ezialsLu(lien ül)er die Kälteresistenz der Wasserpflanzenarten<br />

sowie auch eine genaue Ermittlung der Länge der Vegetationsperiode<br />

in den verschiedenen Teilen des andes.<br />

Die klimatischen Faktoren spielen also hei der Verl)reitung der<br />

iSeetypen unseres Landes eine ganz bestimmte Holle. Ihr lunl'hiss<br />

beschränkt sich auf (iriind des Oliigcu hauptsächlich auf I^apiiland<br />

und trägt dort zum wesentlichen Teil zur PLutsteluing besonderer<br />

nördlicher Seetypen l)ei. Trotz fehlender Wasser- und Bodenanalysen<br />

möchte ich die ßehau])tung wagen, dass die wichtigsten Unterschiede<br />

zwischen dem Siralioies- und dem Potamogelon-'iyp einerseits<br />

und dem Carex- und Lo/;diVi-Typ andererseits, und zwar in erster<br />

Linie in bezug auf den Artenbestand und die Menge der llelophyten,<br />

hanjitsächlich klimatisch bedingt sind, zumal die auf die Aiisformung<br />

der obigen Typenpaare einsi)ielen(len edajihischen Verhällnisse sehr<br />

gleichartig beschaffen sind.<br />

(). i^:xposnTON UND I^:ROSION.<br />

Die Fxpositionsfaktoren stellen inbetreff der Wasservegetatiou<br />

einen verwickelten Faktorenkomplex dar, dessen Teilfaktoren auch<br />

bei der Ciesamtbehandlung getrennt gehalten werden müssen. An<br />

stark exponierten Ufern wirkt zunächst der Wind, von welchem besonders<br />

die Ilelojihyten direkt mechanisch beeinflusst werden. Der<br />

Wind verursacht wiederum den Wellengang, dessen Wirkung auf<br />

die Wasservegetation entweder ebenfalls eine direkt mechanische oder<br />

auch eine indirekte ist, indem die Ufer durch die Wellenbewegung<br />

angefressen und die Pflanzen infolgedessen dem lioden entrissen werden.<br />

Der Wellengang bewirkt auch eine Abtragung der nährstoffreichen<br />

(lyttjasedimente und macht so den Poden für die meisten<br />

Arten unbesiedelbar. Ferner kann er den Pflanzen indirekt durch die<br />

Ilimindherbewegung der gröberen Bodenbestandteile Schaden zufü-


25 1 L. Maristo, Die floristisclien Seclypeii FiiiiiiaiKis.<br />

gen. Mau kominL so ganz oline (irenze zum Wirkungslclcl der lü'osiou<br />

über. Weiter scliliesst sich an die PLxpositionsfaktoren auch nocli der<br />

iMufhiss der Kiserosion auf die Wasservegetatiou eng an.<br />

Diesen Fragen ist eine eingehende Fieachtung schon in der ältesten<br />

WasservegetatHonslorschung zuteil geworden (WARMING 1CS97; KIRCI[-<br />

]VER Sc SCHRÖTER 1902; WEST 1905 und 1910; u.a.). Von den neuesten<br />

mögen hier nur z.B. T!IL^\3IARK (1931), SAUER (1987) und VAARAMA<br />

(1938) genannt werden. Besonders VAARAMA hat auf diese Frage ein<br />

grosses (lewicht gelegt und sclireiht ihr eine geradezu aussciilagge-<br />

])ende Bedeutung bei der Ausgestaltung der die Wasservegetation<br />

seines üntersuchungsgebietes kennzeichnenden Züge zu. So hat aucli<br />

der Kallavesi als ein ausgeprägter Vertreter gerade jenes Seetyps zu<br />

gelten, in dessen Bereich die Expositions- und Erosionsfaktoren zu<br />

ihrer grössten Auswirkung gelangen.<br />

l'Vrner gesellen sich den Expositions- und lirosionsl'aktoren stets<br />

auch noch die orographischen und edaphischen Faktoren zu. Die<br />

Abschüssigkeit des Ufers ist nämlich von wichtiger Bedeutung im<br />

Hinblick auf die Wirkungskraft der Wellen- und der F^iserosion und<br />

ebenso hängt es von der Beschaffenheit des Ufermaterials ab, inwieweit<br />

die Erosion imstande ist, das Uferprofil verändernd zu beeinflussen.<br />

Weil diese Umstände zugleich von der regionalen Verschiedenheit<br />

der Jiüdenverhältnisse abhängig sind, kommt ihnen ein Anteil<br />

auch an der Verbreitung der verschiedenen Seetypen zu.<br />

Die Bedeutung der l"Lx})Ositionsfaktoren hängt also im Grunde<br />

genonunen von den herrschenden Windverhältnissen ab. In Ländern<br />

mit das ganze Jahr hindurch oder jahreszeitlich konstantgerichteten<br />

Winden, wie z.B. in lüigland, Norddeutschland und Dänemark (Südwest-<br />

und Westwinde), ist die Windrichtung von ganz ausschlaggebender<br />

Bedeutung sowohl für den (juantitativen als den qualitativen<br />

Aufbau der Makrophytenvegetation in den verschiedenen Teilen eines<br />

Sees (KLINGE 1890; WEST 1908; WESENBERG-LUND 1917; SAUKR<br />

1937). Auch die (irös^j^jes^Sees ist in solchen Fällen nicht von grösserem<br />

Belang, denn ist nur das Windufer offen, so macht sich der Einfluss<br />

der Windrichtung auch auf einem kleinen See deutlich bemerkbar.<br />

In Finnland liegt die Sache etwas anders. Erstens kommt hier<br />

vom Standpunkt der jährlichen Wasservegetationsentwicklung nur<br />

die Zeit vom Juni bis zum September in Frage. Ferner ist die Entscheidung<br />

der vorherrschenden Windrichtung wenigstens im Binnen-


Ann. Jiol. Soc. Zool.-l^ol. i''enn. Vanamo, lö, n:o "). 255<br />

lande schwierig, und zwar weil die Liii'tdruck- und Windverliältnisse<br />

des Töandes selir uni)esländig sind. Hei uns koninil es denn sehliesslich<br />

nur auf die (irösse und die l^inlieilliehkeil. der oi'lenen Seel'läelie an,'<br />

deren zunehmender Werl aneii eine erhöhte Kraft der l^xpositionslakloren<br />

bedingt.<br />

Von einer detailherlen lieiiandhuig des Verliältnisses aller einzelnen<br />

Arten zu den ]^x])Osili()nstaktoren muss im vorliegenden Zusammenhang<br />

des ziemMcii reieiiiialligen Beoi)aciitungsstorfes ungeaehtet<br />

abgesehen werden, leh hesehränke mich daher lediglieh auf die versehiedenen<br />

l.ebensformen und die wiehligsten C.haraklerarlen.<br />

Zunächst ist festzustellen, dass die röhrichlbildenden Arien und<br />

überhaui)t alle Ilelophyten stark exi)onierte Ufer meiden. Die Wirkungskraft<br />

der Welleid)ewegung ist nämlich direkt ])r()|)orlional zum<br />

Durchmesser der offenen Seefläche und je mehr diese Werte ansteigen,<br />

desto spärlicher ist - sowohl qualitativ als (juantitativ- die l lelophylenvegelation<br />

des Tlersaumes (vgl. VAARAMA 19;i8, p. li'iii). Bezüglich<br />

des eurylraphenleslen llelophyls, Equiselum limosnm, isl festrj<br />

zustellen, dass, auch wenn seine dichleslen Heslände in geschützten<br />

Ihichten gebildet werden, nuin ihm bisweilen auch au recht stark<br />

exponierten rfern begegnen kann, sofern dorl z.H. aus dem Wasser<br />

hervorragende Steinblöcke auch nur geringen S(diulz gegen die verheerende<br />

Wirkung der Wellen- und l^serosion bieten. Auf kleineren,<br />

aber offenen und flachnferigen eulrophen Seen kann man sogar<br />

dichte Schachtelhalmbeslände anlreffen, was zusammen mil dem<br />

Obigen angibt, dass der direkte Windeinfluss keine Hedeulung für<br />

das (ledeihen der Art besitzt. Die ausgedehntesten und dichtesten Hestände<br />

befinden sich aber zumeist im Schulze der Höhrichle, wo der<br />

Wellengang nicht die ('iclegenheil erhält, die lockeren Heslandleilc des<br />

Seebodens abzutragen, auf welchen sich ja die Art am wohlsten fühlt<br />

(vgl. S. 211). 1 lier treten die edai)hischen und die Konkurrenzfakloren<br />

offenbar wie in so zahlreichen anderen h'ällen auf das innigste an die<br />

ICxpositionsfakloren verknü|)ft auf. Das besti' Heis|)iel davon liefert<br />

uns die auch in der Literatur viel diskutierte l'rage, welcher von<br />

beiden, ob Scirpiis Uwusier oder der Schilf, »windhärter» isl. N'AAKAAIA<br />

(laiS, p. 111-112, 115-1 IS und 227) hat sich weitläufig über die,<br />

bei dieser Diskussion hervorgebrachten Fakta ausgelegt, weshalb<br />

ich mich hier lediglich mit einem zusammenfassenden überblick<br />

über meine eigenen Heobachtnngen begnüge. Scir])us hinisier ist


256 L. Maristo, 13ie floristisclien Seelyiieii Finnlands.<br />

aii den grösseren Seen ausgesproelien eine Art der f^eschützlen llferbucliten,<br />

während der Schilf in licliteni Stand aneh an ziemhcii<br />

offenen Ufern gedeihen i-cann. Die J)ruekwirknng des Windes wird<br />

ai)er von dem stieh'unden Binsenstengel sicher ebenso gut vie vom<br />

beblätterten Schilfsi)ross vertragen, ein Umstand, der dnrch die<br />

vorlierrsciiende Stellung der Binse auf den offenen Scirpus lacmter-<br />

Seen der bebauten Gebiete auch deutlich bezeugt wird. An den Moränenufern<br />

der grossen Seen wird aber die Gyttja von den Wellen aus<br />


Ami. B(jI. Soc. Zool.-Jiol. FtMiii. Vniiiuno, 15, 11:0 5. 'i.")?<br />

Die JM'eiscliwiniiner sind durcliwof' scliutzhediiri'tige ArLcii mid<br />

zuiiieisl nur ganz dicht an dor Wasserlinie im Schulze der llelophytenhestände<br />

zu finden. Die (irui)pe der Wasser-Schwimmbhittkräuler<br />

zeigt hingegen eine recht heterogeneZusamniensetzung, indem auf der<br />

einen Seite z.B. die Callilrichc-Arlcn den windexiionierten Ufern aus<br />

dem Wege gehen, wälirend andererseits Ranuncnliis pcUatm sicii oft<br />

die dem Wellengang extrem ausgesetzten Gerölluntiefen der Selkägewässer<br />

als Standorte ausgewählt hat (vgl. VAAKAMA 1938, p. 155).<br />

Auch die Wasserhlattkräuter verhalten sich zu den Expositionsfaktoren<br />

recht verschieden. Zahlreiche Kutraphenten findet man<br />

nur auf das geschützte Ufer beschränkt vor. Manche sind so zart<br />

gebaut, dass sie dem W^elleugang überhauj)l keinen Widerstand zu<br />

leisten vermögen, hei einigen ist ausserdem das Wurzelwerk äusserst<br />

schwach oder felilt gänzlich (z.H. Elodea, CcralophijUiim dcmcrsum,<br />

die Ulriculari(i-Arlcu). Heden tend wiederstandsfähiger sind scliou<br />

z.H. Polamogeton perjoliatus und J\ praelonyiis, denen man im tiefen<br />

Wasser oft auch an offenen Ufern, offenbar jedoch nur dort<br />

begegnet, wo der Seegrund zuoberst wenigstens von einer dünnen<br />

(jyttjaschicht bedeckt ist. An dieser Stelle möge auch noch Potamof/eton<br />

pcrfolialus f. densifoliiis Meyer (vgl. z.B. BAUMANN 1911, J). 93;<br />

VAAKAMA 1938, p. 160; u.a.) Erwähnung finden, eine mit kräftigen<br />

Wurzeln ausgerüstete Zwergforni, die mit Vorliebe die sandigen<br />

Uferbänke der Phragmites- und der LobcUa-^Qnn besiedelt iind auch<br />

als eine Anjiassung an die Wellenwirkung entstanden sein dürfte.<br />

Mit Hammcidus pelialus (siehe oben) vergleichbar ist MiiriopliyUnm<br />

alternifloriiin, das sich auch an kargen, exjjonierten Ufern wohlzufühlen<br />

scheint.<br />

Am wenigsten von allen werden die (irundblattkräuter von Wind<br />

und Wellengang berührt. Isoelcs lacuslrc und lAlorella uniflora liegen<br />

ganz ausserhalb des Bereiches dieser Kräfte, doch auch die im seichteren<br />

Wasser gedeihenden Arten wurzeln zumeist stark und stellen<br />

den Wellen nur eine unbedeutende Angriffsfläche entgegen. Indirekt<br />

erstreckt sich die Wellenwirkung aber auch auf die (Irundblattkräuter,<br />

denn auf einem reinges])ülten sehr grobkörnigen Grund<br />

vermögen auch sie nicht zu gedeihen, sondern suchen sich lieber in<br />

den Schutz der iielophytenl)estände.<br />

Die grössten Wassermoos- und (!harazeen-»Wicsen» entziehen sich<br />

vollends dem Wirkungskreis der bLrosionsfaktoren. Den Moos-


258 L. Marislo, Die florislischen Seotyi)t'n hMmiUuids.<br />

hestäiuleii dos Solchtwassers, wio z.B. doii dicliloii Mas.soii VÜJI Drepanorladiis<br />

Iluilans, 1). Iriclwplujllus und dor Splim/nurn -ArLon, 1)0^0^4iiel<br />

man ausschliesslich in don noschützton IJforJnicliLon der Seen.<br />

Die 0 i n z e I n e n Le h e n s 1' o r ni e n v e r h a I L e n s i c h<br />

a I s o z u d e r W i r k n n g des W i n d o s ii n d d o r W o I-<br />

1 e n I) e \v o ^ n n » r o c ht vers c ii i o d e n. A ni ni e i s I e n<br />

e ni )) r i n d li c h s i n d all e ni e i n 1) e l r a c h tet die<br />

s (; h w a c h \v n r z e I n d o n A r t e n, \v ie di e iii e i s l o n<br />

\V a s s e r h 1 a l t k r ä ii t e r u n d d i e 1' reis e ii w i ni ni e r,<br />

a ni n n a h h ä n ^ i s I e n, o I) \v o h 1 e b o n Tall s n 1 c h t<br />

g a n z, d ie (i r u n d h I a t t k r ä u t o r. O 1" I' e n h a r ist<br />

a n c II r Ü r viel e \V a s s e r p f 1 a n z e n die i n d i r e k l e<br />

VV i r k II n d e r W olle n ii n d de s \V i n d e s, die s i c h<br />

d a r i n ä u s s e r t, d a s s die f ü r d i e H e \v ii r z e I ii n


Ann. Hot. Soc. Zool.-Hot. l/////j-<br />

Seen ist die direkte Windwirkung unbedeutend, die Wellenerosion<br />

kann sich aber insbesondere doi-t, wo das Moor in lM)rm einer<br />

Torfböscluing an das offene Wasser grenzt, ziendich intensiv bemerkbar<br />

machen, indem die Wellen den 'iorf anfressen und dadurch die<br />

l^ntstehung einer lockeren und sehr beweglichen Dyschicht dicht an<br />

der Wasserlinie bewirken, in welcher die Pflanzen nur mit Mühe<br />

Wurzel fassen können. Ausserdem frieren diese Dyschichten im<br />

Winter an das I^isdach fest und wiMden so von der Stelle gerückt,<br />

obzwar die durch die iMsbewegung verursachte l^rosion jiuf den Eqniscluni<br />

-Seen im ganzen sehr unbedeutend ist. Die ausgedehnten CMICX<br />

roslrala-, Mcniianllics- und die Wassermoosbestände der Uferbuchten<br />

zeugen für die im allgemeinen geringe Wirkungskraft der l^x|)osilionsund<br />

ICrosionsfaktoren auf den H(Hiis('luin -Seen.<br />

Auf den K 7 u i s c t 11 ni - P h r a (j m i I e .s- S e e n begegnet man<br />

im seichten Wasser schon zumeist einer deutlichen erosiven Zone.<br />

Auf jedem See gibt es wenigstens an den Landzungen und auf den<br />

Inseln, wo die Wellenerosion am stärksten zur Auswirkung gelangt,<br />

auch vegetationslose l'fer.<br />

Der P h r a tj m i I c .v-T y p ist in seiner tyi)ischslen binnenfin-i<br />

nischen Ausbildung hauptsächlich den i-'xpositionsfaktoren entspruiH<br />

gen. An offenen Ufern hat der Wellengang aus dem vorherrschenden<br />

Moränengrund alle feineren Bestandteile ausgewaschen, so dass nur<br />

noch das zumeist vegelTitionslose (leröll übriggeblieben ist, und sie<br />

dem Profundal und dem b^litoral zugeführt, wo man dann hier und<br />

da vereinzelten Individuen von lidimncnliis pelialus oder Mi/rio-


260 J.. Marislo, Die florislisclieii SeeLyi)eii l^'iiinlaiuls.<br />

plujllum alli'mijloruin sowie etwas Nilelld jlexilis oder Wasserniooseii<br />

hege/^neii kann. Zum Teil ^elan^en die feineren Bestandteile mit den<br />

Ulerstromiingen in die Buchten und an andere ^fescliütztere Orte<br />

des lifers, wo die in der Ves^etation liervortretende Zonalion grossenteils<br />

j»erade der Wirkung" der hier hehandeilen Faktoren zuzuschreil)en<br />

ist.<br />

Audi auf den L o ö e / t «-S e e n macht sicii die Exjjosition deutlich<br />

bemerkbar. Weil am üler zumeist der Sand oder das Osmaterial<br />

vorherrschen, ist es vielfach zur Hildunf^ einer breiten sandif>en Uferbank<br />


Ami. Bot. Soc. Zool.-Hol. Fcmi. Vanamo, 15, ii:o 261<br />

nuHjdon fililormis - Cluira -Seen begegnet man ehensolciien Ulerbänken<br />

wie auf den Loöc/i«-Seen (/..15. Nr. S2 Saapunkijärvi, Nr. 84<br />

Oivankijärvi). J)ie Vegetationszonalion ähnelt ebenfalls (ierjenigen<br />

der LoheliaSeen, die Arten sind aber zum Teil andere, was von der<br />

verschiedenen Beschaffenheit des Hodens und der abweichenden<br />

chemischen Zusammensetzung des Wassers herrührt. Audi die<br />

äussere Grenze des als Folge der Anfrierung entstandenen erosiven<br />

Gürtels liegt durchschnittlich etwas tiefer als im Lobelia-Ty\).<br />

Auf den grössten E l o d e i d e n-S e e n, wie Nr. 9-'i Vaalajärvi<br />

und Nr. 9G Posiojärvi, gibt es schon stellenweise ex})()nierle Uferstrecken,<br />

die der Vegetation fast gänzlich entbehren. Nr. 101 Ylinen<br />

Sieppijärvi kommt wiederum eher den südlichen Scirpus hicusler-<br />

Seen gleich, indem starke llöhrichle nahezu den ganzen See umsäumen.<br />

Im allgemeinen ist jedoch das Ufer an den Elodeiden-Seen<br />

versciiiedenartig beschaffen, so dass diese Seen im Hinblick auf die<br />

Expositionsfaktoren in grossen Zügen den südlicheren Jujiiiselum -<br />

Phragmiles Seen gleichgestellt werden können.<br />

In sämtlichen e u t r o ]) h e n S e e t y p e n, in deren liereich<br />

auch die durchschnittliche Grösse der Gewässereiniieiten relativ<br />

gering ist, ist die Wirkung der Expositions- und Erosionsfaktoren<br />

schwächer als in den oligotrophen. Trotz der Lage der erslgenannteu<br />

im Flachland, wo die Winde freien Spielraum haben, sind das Fehlen<br />

der eigentlichen Uferbildungen und die abgeflachte Form des Seebeckens<br />

daran angetan, die Ausbreitung der Makrophyten vom<br />

Ufer aus auch gegen die Mitte des Sees zu begünstigen. Ausserdem<br />

erstreckt sich gewöhnlich der Melophytengürtel zusammenhängend,<br />

indem nur die verschiedenen Arten einander der Reihe nach ablösen,<br />

von der Uferlinie bis zum Hand des offenen Wassers heran. Dies<br />

wird dadurch ermöglicht, dass die Eisdecke im Frühjahr zumeist<br />

an der Stelle abschmilzt und die Eiserosion daher nur unbedeutend<br />

zur Auswirkung kommen kann, während im Sommer die gewaltigen<br />

Röhrichte die seichtesten Teile des Litorals vor den Wirkungen der<br />

Wellenerosion schützen. Am meisten weichen von dieser Hegel die<br />

Seen der Kaunas-Variante des Typiui - .l/i.s7/Jrt-Typs ab, und zwar<br />

weil dort die Sandufer in bedeutender Menge vertreten sind.<br />

Der Einfluss der Expositions- und Erosionsfaktoren ist also zum<br />

vorwiegenden Teil ein negativer, zerstörender (vgl. VAAUAMA 1938,<br />

p. 232). Sein Grad ist direkt proportional zu der (irösse der offenen


262 L. Maristo, Die I'loristiscluMi Seetypcii Finnlands.<br />

Soefläche und ))edingt es, wie oben bereits lesLi)estelit wurde, dass<br />

der E i 11 f 1 11 s s d e r E x p o s i l i o n s- ii n d r o s i o n sf<br />

a k t o r e n a u I" d a s A ii f l r e t e n ii n d d i e A r t e nz<br />

11 s a 111 ni e n s e t z u n ^ d e r h ö h e r e n W a s s e r v e ^ et<br />

a t i o n Hand in 11 a n d m i t d e r d ii r c Ii s c h n i L 11 ic<br />

h e n S e e n g r ö s s e des S e e t y [) s w ä c h s t. Am deuLliclisleii<br />

trifl er an den PhiagmifesSacn zutage, wo ihm die wichtigste<br />

Holle unier den das Auftreten der Wasservegetatioii regelnden<br />

Faktoren ziikoiiimt. Weitgehend aiihängig linden wir ihn auch<br />

von dem Neigungswinkel des Ufers und der Beschaffenheit der losen<br />

Bodenarten» welche letztgenannten I'aktoren in enger Ziisaminenwirkung<br />

niileinander auftreten.<br />

7. EINFLUSS DEH KUI/LUH.<br />

Der ICinfluss der Kultur auf die Grossvegetation der Seen macht<br />

sich zumeist nur lokal bemerkbar, in manchen Fällen erstreckt er sich<br />

aber auch auf den gesamten See. Im ersteren l'alle sind die sich<br />

am Ufer ausbreitenden die Beweidung, der l^ootsverkehr,<br />

die Ladung sowie lokale Verunreinigung des Wassers Ursache der<br />

in den natürlichen Pflanzengeseilschaften eintretenden Störungen.<br />

Auf der ganzen Seefläche macht sich wiederum eine solche Massnahme<br />

wie die künstliche Senkung des Wasserspiegels bemerkbar.<br />

Über die Einwirkung sämtlicher dieser Isaktoren, abgesehen jedoch<br />

von der durch die Industrieanlagen verursachten Wasserverunreinigung,<br />

habe ich Beobachtungen wenigstens in einigem Umfang<br />

anstellen können. Indem aber schon jeder von ihnen allein ein eigenes<br />

S))ezialstudium erfordern würde - einige sind auch bereits in der<br />

hiesigen Literatur wenigstens einigermassen erörtert worden - gehe<br />

ich im vorliegenden Zusammenhang nicht näher auf sie ein, sondern<br />

beschränke mich lediglich auf eine allgemeine Betrachtung ihrer<br />

Wirkung.<br />

Den tiefgreifendsten Veränderungen unterläuft die Makrophytenvegetation<br />

eines Sees bei der künstlichen Senkung des Wasserspiegels.<br />

Ähnliche, obwohl nur geringfügige Veränderungen kann auch<br />

ein exzeptionell niedriger Wasserstand hervorrufen. Indem sich aber<br />

seine Wirkungsdauer nur seilen über den ganzen Sommer erstreckt,


Ann. Hot. Sue. Z(K)l.-rk)l. I''emi. Vanamo, 1.'), n:o .'). 263<br />

l)leil)l seine iiaeliLeilijL^e Wirkung im Vergieieh zu der künsLliclien<br />

Seensenkung gering. Solche llegelungen des Wassersjiiegels sind in<br />

b'innland in sehr grossem Umfang hetriei)en werden, so dass, obwohl<br />

ich im allgemeinen solchen künstlich gesenkten Seen aus dem Wege<br />

7Ai gehen versucht habe, ihre Menge sich in meinem Untersuchungsmaterial<br />

immerhin auf 25 Seen oder 19 % vom gesamten Material<br />

i)eläuft. Zum Teil rührt dieses davrtn her, dass bei uns bis in die<br />

heutigen Tage noch keine einheitliche Statistik über die im Lande<br />

vorgenommenen Seensenkungen vorliegt. Ausserdeni zeigt es, dass<br />

es schon die höchste Zeit zur Ausführung einer Seety])enuntersuchung<br />

ist, weil die Zahl der noch im Naturzustand verharrenden<br />

Seen zumal in besiedelten (iegenden in rascher Folge abnimmt. In<br />

den obigen Werten sind nur diejenigen Seen enthalten, von deren<br />

vSenkung weniger als 50 Jahre verlaufen sind. Nach meinen Beobachtungen<br />

lässt nämlich noch die Vegetation eines vor 30 .lahren gesenkten<br />

Sees Anzeichen dieses Vorgangs erkennen (z.H. Nr. .%' Posiojärvi<br />

und Nr. 121 Kuokkajärvi).<br />

Die Seensenkung macht sich in der Wasservegetation auf mannigfache<br />

Art - meist jedoch negativ - bemerkbar. Die meisten auf<br />

das Trockne geratenen Hydrophyten sind früher oder später dem<br />

Tode geweiht. Im seichten Eu- oder Sublitoralgürtel wirken Erosion<br />

und Konkurrenz viel stärker als in grösserer Tiefe, so dass viele<br />

Arten, die durch die Seensenkung dahinselbst versetzt wurden,<br />

zerstört werden. Auch die Wiederbesiedlung der normalen Standorte<br />

erfordert geraume Zeit, und dann kann es noch zu guter letzt eintreffen,<br />

dass der Boden an der neuen Stelle für die betreffende Art<br />

überhaupt nicht mehr bewohnbar ist. Ausserdem ist mit der Seensenkung<br />

gewöhnlich auch eine mehrere Jahre andauernde Trübung<br />

des Wassers verbunden, die davon herrühren dürfte, dass die feinen<br />

Schlammsedimente nunmehr leichter von den Wellen erfasst werden.<br />

Am kennbarsten ist jedoch die Verheerung, die die Anfrierung<br />

und die Erosion in einem gesenkten See anrichten (vgl. S. 251).<br />

LOHAMMAIIS (lU.'kS, p. 225-2:I2) vortreffliche Beisj)iele liefern uns<br />

davon einen deutlichen Begriff. Da ich selbst nicht über jährlich<br />

fortgesetzte Dauerbeobachtungen von ein und derselben Untersuchungsfläche<br />

verfüge, kann ich ähnliche Vergleiche nicht anstellen.<br />

An dem erst kürzlich gesenkten i^yhäjärvi (Nr. 42-, Heg. bez. Oulu)<br />

bot sich mir indessen ein höchst eigenartiges Vegetationsbild dar.


20 L. Marista, Die florislischeii SeetypcMi Finiilaiuls.<br />

Abb. i>5. \r. 42 Pyliäjärvi (Heg. bez. Oulu). Lichter Schill- und Schachtel-<br />

Jialml)eslan(l auf dorn bei der Seensenkung entstandenen Anlandungsboden<br />

der IJut'lil Jnnttilanlaliii.<br />

Besonders in der (iegend der Junttilanlalili-Jiucht am Xordende<br />

des Sees war zu sehen, dass die vor zwei .laliren abgeschlossene Seensenkiing,<br />

deren (resamtl)elrag sich auf 7.') cm heläuft, schlimm über<br />

die Makrophytenvegetalion hergegangen war. Von den vormals verniullicli<br />

zusammenhängenden Schachleihalmbeständen und Schilfr()hrichten<br />

waren jetzt nur noch Reste z.T. auf dem trocknen Lande<br />

(Abb. 25), z.T. im Wasser übrig. Die Aussengrenze der Pliraymifesliestände<br />

befand sich trotz der bedeutenden Sichttiefe (über 'A m)<br />

bei GO - 110 cm. Auf dem flachen Anlandungsufer des Oslufers hatte<br />

dann noch das Vieh das Werk des winterlichen Gefrierens vervollständigt.<br />

Scirpus eiipdluslcr, Alisiud, Spanjanium simplex und die<br />

Juncns-Arlen gediehen dagegen vorzüglich auf dem Anlandungsufer,<br />

begleitet von (irundblattkräutern, besonders Haniincidiis replans<br />

(Al)b. 24), aber auch Siihularia, Scir])iis aciciilaris und Lobelia (vgl.<br />

HRAAKI'I) 1928, p. 18-10). Sogar Isoetes laciislrc wurde auf dem<br />

trocknen I.ande .I-IO cm oberhalb der Wasserlinie angetroffen. Von<br />

den übrigen Hydrophyten waren offenbar die Wasserblattkräuter<br />

am stärksten von der Seensenkung betroffen worden. Eine starke<br />

Dezimierung hatte auch der Schwimmblattkrautbestand erfahren,<br />

aus welchem nur Pohjgomun amphilnum bei der Wasserlinie als amphibische<br />

Form gedieh. Die Einfügung einer solchen Untersuchungs-


Ann. liot. Soc. Zool.-Hol. Feini. Vanamo, 15, n:o 5. 265<br />

fläche in das Seelypensysleni ist schwierig, berücksichtigl man aber<br />

(lie durch die Seensenkuny herheigeliihrle Verheerung und zieht die<br />

l^igenschal'ten des Wassers zur Hilfe, so ist die b^rmilliung des ursprüngliclien<br />

Seely[)s wold möglich. Handelt es sicii um einen zur<br />

Hauptsache steiluferigen See oder einen solchen, in welchem auch nocli<br />

nach der stattgefundenen Senkung tiefere Stellen nachgehliehen sind,<br />

so beschränkt sich die Zerstörung auf ein bescheidneres Mass. fn so!-'<br />

chem Falle ist auch die Wiederherstellung des ursprünglichen Seetyps,<br />

wenngleich nur als das Uesultat einer jahrzentelangen luitwicklung,<br />

möglich. Wird dagegen ein See, der urs[)rünglich auch ein vegetationsloses<br />

Profundalgebiet aufgewiesen hat, in seiner (länze in den ivreis<br />

der Besiedlungsmöglichkeiten gezogen, so kann die l^ntwicklung<br />

unter Umständen zu einer Änderung des Seetyps führen (vgl. S. 176<br />

das über den Nurmijärvi Angeführte).<br />

Von der Seensenkung ziehen stels^die biotisch schwachen Arten<br />

den grössten Nutzen (S. 252), indem sie durch diesen Vorgang neuen,<br />

konkurrenzfreien Wuchsraum gewinnen. Kin Teil der Arten geht<br />

völlig unter, demgegenüber können sich aber im Artenbestand ganz<br />

neue Ankömndinge einfinden (vgl. AARIO 1933, ]). 113-111). Wie<br />

sich die Vegetation dann schliesslich wieder zu regelgebundenen Verbänden<br />

gruppiert, hängt von sämtlichen oben berejts behandelten<br />

Standortsfaktoren sowie von der KampITertigkeit der Arten bei der<br />

liesiedlung neuer Standorte im tieferen Wasser ab.<br />

(lesenkte Seen kommen in meinem Material mit Ausnahme der<br />

Carcx- und der Pniamogeton-Soon in sämtlichen Ty|)en vor. Auch in<br />

kargen Wasserscheidengebieten sind zahlreiche Iu]niselum-S,ccn gesenkt<br />

worden (z.l^. Nr. iö Vuorijärvi und Nr. 11 Korhosjärvi, Abb. IG)<br />

gewöhulich in der Absicht, die wasserge[)iaglen Moorkulturen des<br />

l'fers zu entwässern. Die weichen Dyufcr verwandeln sich dann<br />

bald in Carcx ms7/Y//rt-Verlandungsweissmoore. An ^loränenufern<br />

siedeln sich allmählich solche Arten wie Carcx Coodcnonni, C. slcllnlala,<br />

Juncus filiforiiüs, Dcschampsia (Icxiiosa, Ixunicx accloacUa u.a.<br />

an. Von den Wasserj)flanzen scheint nur Scirpus cupahislcr auch<br />

nachträglich das Ufer oberhall) der Wasserlinie zu besiedeln. Die<br />

durch die Seensenkung in den Seichtwassergürtel geratenen lichten<br />

Helophyten- und Schwimmblattkrautbestände beginnen, falls sie<br />

nicht den W^interschäden unterliegen, eine langsame Wanderung<br />

zurück nach dem tieferen Wasser hin. Hat die Seensenkung etwa


2G(> L. Marislo, Die florislisehcii Set'lypeii I'Mmiliuuls.<br />

einen Meter oder mehr betrafen, d.h. isl sie also sehr (hirchgreii'eiid<br />

cwesen, so kann der EqiiiseliimSvc für lange Zeiten nahezu vegetationslos<br />

hleil)en, indem die neue Wasserlinie i)is an die Aussengrenze<br />

des ehemaligen Vegetationsgürtels gerückt ist.<br />

Vom Eqiiisetiun - Phrayniites-Ty\) liegt mir keine geeignete<br />

Heohachtungsfläche vor, denn die Seensenkungen sind hier schon<br />

vor langen Zeiten erfolgt. Die Verhältnisse liegen indessen an diesen<br />

Seen annähernd gleich wie oben und als allgemeine Heol)achtung<br />

ergibt sich, dass je offener und flacher das Ufer isl,<br />

desto gründlicher ist die durch die Seensenkung<br />

i m M' a k r o p h y t e n b e stan d h e r v o r g e r u f e ne Z e rs<br />

t ö r u n g. Dieses trat deutlich z. B. an dem zum Lobelia-'ly])<br />

gehörenden Kipinolanjärvi (Nr. 73) hervor, wo die Höhrichte auf<br />

kilonieterlangen Strecken des üstufers ganz restlos verschwunden<br />

waren, während das steilere, aber sonst gleichartig i)eschaffcne Südufer<br />

stellenweise von fortlaufenden Schilfröhrichten umsäumt wurde.<br />

Am kennbarsten sind jedoch die Folgen der Seensenkung an den<br />

seichten Scirpus läciister- und Tijpha - Alisma-^Qcn. Andererseits<br />

ist aber auch die Erneuerung der Wasservegetation auf diesen Seen<br />

dank dem nährstoffreichen Boden am effektivsten, so dass die entstandenen<br />

Lücken alsbald wieder ausgefüllt werden. Der gegenseitige<br />

Kampf der Arten um den verfügbaren Wuchsraum dauert aber<br />

noch Jahrzehnte hindurch fort, bevor auch nur ein annähernder<br />

(Gleichgewichtszustand erreicht worden ist.<br />

Von den auf die Wasservegetation einwirkenden Kulturfaktoren<br />

steht an folgender Stelle die Besiedlung. Ini grössten Teil des andes<br />

konzentrieren sich die Anbauflächen auf die die (iewässerzüge umgebenden<br />

Xiederungen, weil sich gerade hier die feineren Lehmbestandteile<br />

am Ende und nach der Eiszeit in den Seebecken absetzten,<br />

um später durch die Landhebung an den Tag gefördert zu werden.<br />

Wie nahe an den See die Ackerflächen herankommen, hängt zum<br />

Teil von der Steilheit des Ufers, zum Teil aber auch von der Exposition<br />

desselben sowie von der Ausdehnung tier Strandbarrikade<br />

ab. An den grössten Seen konzentrieren sich die Anbauflächen vorwiegend<br />

auf die Umgebungen der geschützten lUichten, während<br />

man ihnen an der offenen Seefläche weniger begegnet. Zumeist ist<br />

zwischen der Wasserlinie und den Äckern ein 5-2;") m breiter Streifen<br />

eingeschaltet, welcher am steinigen Ufer von Laubwald oder


x\iin. Bot. Soc. Zool.-I^ot. Feiin. Vananio, 15, n:o 5. 2()7<br />

(lel)iisch, auf wcicliereiii lioclen wiederum von einer beweidelen Uferwiese<br />

eingenommen ist. Die an das Ufer grenzenden Äcker üben<br />

eine deutlich eutropliierende Wirkung aus, die sicli sowohl qualitativ<br />

als quantitativ bemerkbar macht. Der wichtigste Anteil kommt<br />

hierbei wohl dem im b'rühjahr dem See zuströmenden Schmelzwasser<br />

zu, das dem See von den gedüngten Äckern verschiedene Mineralsalze<br />

zuführt. Die deutliciiste lokale Eutrophiewirkung stellt man an<br />

den Mündungen der von den Ackern her kommenden (ir


268 L. Maristo, Die I'lorislischeii St'ely])eii l-'innlaiuls.<br />

Prozent i IKU X<br />

K(jiiisefuni-T\\) 17<br />

lujuiscliim - Plir(i(jinil


AMU. Hol. Soc. ZOOL.-Bol. FCMI. N'oiiamo, lö. 11:0 ä, 269<br />

/iiriickslchl. Als der unsicherslc von Jillen isl \vi'c'ii der f^erin^Jen<br />

Zalil der Untersiichini^sl'lürhon der Inde.wverl der Poldinoficfon-<br />

Seeii /.11 l)elracliteii.<br />

Der ICinl'Iiiss der Beweidiin«^ :uil' die \'egelntion l>e.s()iiflers des<br />

ICidilorals und des oberen Snl)litor:ds isl mil'mehreren UnlersucJumgsriäehen<br />

reelit kennl)nr. Indem nher der (Irnd der Beweiduni* !uif den<br />

versehiedenen l'fernnleiien von .laiir zu .)nhr helräehtlieli scinvankl,<br />

lassen sieh ])ianmässi, (lurchi>erührle Beol)aehtiinj*en über ihre<br />

Wirkungen im Twdimen einer knr/lrisliocn l'nlersnchnni,' nidhl<br />

hewerkslellii^en. Und weil meine hjnzelheobaehtiniyen /.. B. über<br />

das Verhallen der einzelnen Arien /.u diesem l'aklor mit Irühereii<br />

l'nlersuchnni^en (ILULKKONP^N ll)2!>; .MAKISTO ID.'i,"); VAAKAMA lO.'iS)<br />

nl)ereiiislimmen, erübrigt sieh m.M in diesem Znsanimenhanf^ die<br />

nähere lk'handlunf>' des (le, obwohl natürlich<br />

aus verschiedenen (iründen, an den Loh c lid'<br />

S e e n s o w i e i m B e r e i c h d e r r e i n n ö r d I i e h e n S e el<br />

y p e n e 11 e n d. Die I loidewaldui'er der erstf^enannlen haben<br />

dem \'ieh keine Xalirnng darzubielen, im Xr)rden isl wiederum der<br />

Viehbestand allzu i>erinf4'. Bei allen übrij^en Seelypen isl aber ein<br />

i


270 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />

Wasservegetation sich ausschliesslich negativ zu äussern scheint<br />

(vgl. MARISTO 1935, p. 31). Die Grossröhrichte verschwinden völlig<br />

und nur Scirpiis eiipaliister vermag noch im seichten Wasser standzuhalten.<br />

Von den Schwimmblattkräutern verharren Sparganiiim<br />

Friesii, Glijceria fluitans und Niiphar luteum verhältnismässig zähe<br />

an ihren alten Standorten, aber die Wasser- und die Grundblattkräuter<br />

sind alsbald zum Weichen gezwungen, weil der Seeboden<br />

dicht mit Schälrinde und llolzspänen bedeckt ist. Im Elitoral behauptet<br />

sich von den Grundblattkräutern nur noch Raimncuhis<br />

reptans, von Luftblattkräutern sind charakteristisch Lijsimacliia<br />

ihyrsiflora und Alisma plantago, von den Uferpflanzen z. B. Juncus<br />

filifornüs, Calilui palustris und Mijosotis scorpioides. Den meisten<br />

solchen Ladungsplätzen begegnet man in den gescliülzlen Uferbuciiten<br />

der PhrafjnülesStien.<br />

Die obige Darstellung bezieht sich auf die behandelten Faktoren<br />

in ihrer Wichtigkeitsreiiienfolge unter Berücksichtigung der gesamten<br />

Seetypen. In den einzelnen Typen kann nämlich, ganz wie es<br />

natürlich auch bezüglich der verschiedenen Standortsfaktoren der<br />

Fall war, einmal der eine, ein andermal wieder der andere Kulturfaktor<br />

überwiegen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die<br />

Vegetation der Equisetuni-, Lobelia-, Carex-, Potamogeton filiformis -<br />

Chara- und der Stratioles-i^ccn am wenigsten von der Kultur beeinflusst<br />

ist. Und je weniger die Wasservegetation eines Sees von der<br />

Kultur beeinflusst ist, desto »regelmässiger» ist sie aufgebaut. J e<br />

zahlreichere und m a n n i g f a c Ii e r e K u 11 u r e i nflüsse<br />

an den Ufern eines Sees festzustellen<br />

sind, desto veränderlicher ist die Wasservegetation<br />

trotz der Gleichartigkeit der natürlichen<br />

S t a n d 0 r t s f a k t o r e n. Diesem Umstand<br />

ist zum grossen Teil die w e c h s e 1 v o 11 e Artenzusammensetzung<br />

der höheren W a s s e r v e g et<br />

a t i o n im Bereich der e u t r o p h e n Typengruppe<br />

zuzuschreiben.<br />

8. KONKURRENZ.<br />

Einerlei ob es sich um die Vegetation des trocknen Landes oder<br />

die des Wassers handelt, können sichere Daten über die Einwirkung


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 271<br />

der Konkurrenzfakloren erst auf Grund melirjährigcr lieobachlungsreihcn<br />

vorgelegt werden (siehe z. B. AARIO 1933; I^OHJALA 1933).<br />

Weil ich im vorliegenden Zusammenhang dazu keine Möglichkeiten<br />

hatte, begnüge ich mich hier lediglich mit der Krörterung einiger<br />

Beobachtungen allgemeinen Charakters, wiederum vom Standpunkt<br />

der Seetypenfrage. Die Gruppierung der höiieren Wasservegetation<br />

zu Pflanzengesellschaften unter dem Einfluss der Konkurrenzfaktoren<br />

ist vom Standj)unkt der theoretischen Pflanzensoziologie von VAA-<br />

KAMA (1938, ]). 213-215) behandelt worden, weshalb auch auf diese<br />

l'rage hier nicht jiäher eingegangen zu werden braucht.<br />

Es ist leicht festzustellen, dass der Einfluss der Konkurrenzfaktoren<br />

im Bereich der Wasservegetation in grossen Zügen l)elraclitet<br />

nicht derart kennbar wie auf dem trocknen Lande ist (vgl. CARLSON<br />

1902, p. 31). IJie ganz eigenartigen Milieuverhältnisse des Wassers<br />

haben eine Einschränkung der Artenzahl bewirkt, und auch das<br />

verschiedene Verhalten der einzelnen Arten zu den verschiedenen<br />

Standortsfaktoren ist daran angetan gewesen, den Lebensraum<br />

(lersell)en noch darüber hinaus zu beschränken, (ianz offenbar ist<br />

jedoch, dass, je n ä h rs t o f fr e i c 11 e r das Wasser oder


272 Marislo, Die florislisclieii Seotypeu I'Mnnlands.<br />

Abh.j 2(). iJas seiolilo Norddfer des Ilielajärvi] (Nr. Jj. \'oni zum Toil vofii<br />

Vieh al)gegrastei', lichter Scliachteihalmhestand, uiilonuisciit mit Corcx<br />

Irostrota nud Nuphnr luteum, dahinter Phragrnite.t in lichtotu Stand.<br />

den Arleii ^ifewölinlicli nicht leicht walirnehnihar (Ahl). 2()). Die wenigen<br />

Arten, denen die zu (lehole stehende Nahrung genügt, bilden<br />

meist so lichte liestände, dass die Knlslehung von Mischheständcn<br />

zweier I.ehensfornien - hauptsächlich der laifthhittkräuter und der<br />

Schwimmblättrigeii - stets möglich ist. Die absolute l^riorität einer<br />

einzehieu Art (VAARAMA H)38, p. kann nur dann festgestellt<br />

werden, wenn sich Spluiyiuiiu z. 15. in irgend einer vermoorlen<br />

Bucht als dicker 'IVfjpich unter N'erdrängung z. 15. des Seggengürtels<br />

oder der Hestände von Liisinntchid Ihijrsiflora in das Wasser ausi)reitet.<br />

(ieht man zu den nährstofl'reicheren E


Anil. 15()l. Sot'. Zool.-Hot. l-'onii. Vaiuinio, lä, 11:0 "). 273<br />

.stark kiillurhoe'mriii.ssLeii (iehielon ahsu-ht, iiniiUMliiii noch so<br />

.schwach, da.ss die maniiigl'aclisten, von don W'rlrcltMii vcr.schiedcii-<br />

.ster J.ehensl'ornie.n i^obihlcLoii Mi.schheständo inöotro])hen und der eutrophen Typengruppe (S. 115). Die {4e{»enseitie<br />

Konkurrenz der Arten ist in den eutroi)hen Seetypen olTenbar<br />

grösser. Kine kritische Hetrachtunj^ gibt zur Hand, dass als e ut<br />

r o j) h ein sol c h e r S e e bet r achtet w e r d e n k a n n,<br />

d e s s e n P l" 1 a n z e n b e s t ä n de zu m g r T) s s t e n T e i 1<br />

nur von einer V e g e t a I i o n s s c h i c h t gebildet, d.h.<br />

a us Sy n u s i e n z u s a m m e n g e s e t z t is t u n d, v o r a 1-<br />

1 e m, (I e s s e n 1' ö h r i c h t e z u m ii b e r w i e g e n d en Teil<br />

r e i n e A r t b e s t ä n d e (VAAUAMA 1938, p. 78) d JI r s t e 1 1 e n.<br />

J)iese Bedingung betrifft indessen nicht die l'^reischwimmer und<br />

Lcniiid Irisiilcd, denn mir sind nicht so dichte i Ielo])hylenbeständc<br />

l)egegnel, dass nicht auch diese Arten dort noch Platz gefunden<br />

hätten. Das oben dargestellte Prinzip ist auch in meinem vSeetypensystem<br />

verwirklicht worden, denn schon im Sdrpus /f/cH.s/a-Typ,<br />

dem am schwächsten eutrophen in der eutrojjhen 'i ypengruppe, erfüllen<br />

die meisten Seen die genannte Bedingung. Dort stellen die<br />

meisten Höhrichte und Schachtelhahubeslände arienreine einschichtige<br />

Bestände dar und die sich darausserhalb ausbreilenden Schwimmblaltkrautbestände<br />

vermögen nicht mehr die Verbände der Wasserund<br />

der (Irundblattkräuter zu beschatten. Das gleiche trifft auch für<br />

die Tijphd - Alisina- und die Polainoyclon-Swn, auf den letztge-


274 L. Marista, Die lloristischen Seetypeii Finnlands.<br />

nannten jedoch nnr an dem Teil der llöliriehle, der Sehaciitelhalnihestände<br />

sowie der snbmersen Chara- und Cmi/op/i/////?m-Bestände<br />

des offenen Wassers zu. Auf solclien Seen ist die Soziationsgruppierung<br />

der Wasservegetation niclit so scluvieri»" wie auf den oligo-<br />

Irophen Seen (vgl. VAARAMA 1938, p. 44), wo es sich zum grössten<br />

Teil um mannigfach kombinierte Misch])estän(le handelt. Auf den<br />

eutrophen Seen sind die zwischen den Artheständen eingeschalteten<br />

Übergangszonen oft sehr schmal, so dass z. B. ein Schachtelhalmbestand<br />

mitunter ganz schroff an ein ebenso reines Schilfröhriclit<br />

grenzen kann. Die lirenze ist offenbar um so schärfer, je stärker die<br />

Konkurrenz ist. Das Gleichgewicht wird aber dennoch nicht erlangt.<br />

Die Beweidung, die Mahd u.dgl. tragen zur Zerstörung der eulitoralen<br />

Pflanzenbestände bei, an deren Stelle sich dann biotisch schwächere<br />

Arten ausbreiten. Nach Wietlerherstellung der normalen Verhältnisse<br />

beginnen die verdrängten Arten, die Seggen, die Schachtelhalmbestände<br />

u.a., ihre allen Standorte allmählich wieder zu besiedeln.<br />

- Auf den Scirpiis laciistcr- (z. B. Nr. III Tjusträsk) und den<br />

Potamogi'lon-SQen (Nr. ii^^? Mustfinnträsk) wurde meine Aufmerksamkeit<br />

auf die hier und da mitten in das Röhricht eingesprengten, von<br />

Schwimmblattkräutern eingenommenen Lücken gerichtet (Abb. 23).<br />

Die Unel)enheiten des Seegrundes und grosse Bhizomtorfklumpen<br />

gaben aber an, dass hier offeni)ar das Anfrieren am Werk gewesen war.<br />

l


Ann. Bot. Soc. Zool.-Hol. l


276 L. Marislo, Die florislisclioii St'ely))en I-'iiinlands.<br />

haupl auslälll. Solche siiul vor allem die verschiedciiaiiiyeii Kullureinflüsse<br />

und zum Teil die Konkurrenzfaktoren. In der ersten (iruppe<br />

bilden die ICxpositions- und lu-osionsfaktoren ^ewisserrnassen ein vTrl)in(len(les<br />

(ilied zwiseiien diesen zwei (Iruppen, zumal ihr Minfluss in<br />

manchen SeeLy[)en nahezu nnhefindlich isl. Indem alle diese Faktoren<br />

auf den verschiedenen Seen in den mannigfachsten Komhinationen<br />

auftreten können, l)ei>reift man das f4e\vallif>e, lückenlose<br />

System, das von der nnzähli^en Menge der Seej^ewässer f'ebildet<br />

wird, und he^^reift auch, dass das Ziehen von (Irenzen zwischen den<br />

einzelnen Seetypen in diesem System stets eini^ermassen subjektiv<br />

bleibt. Der Umstand, dass die eutrojjhen Seetypen in dieser Heziehun«^<br />

die grössten Schwierigkeiten darbieten, rührt davon her, dass,<br />

]• e g r ö s s e r di e Z a h I d e r d i e \V a s s e r v e g e t a t i o n<br />

eines S e e s b e e i n f 1 u s s e n d e n a k l o r en is l, d e s t o<br />

z a 11 I r e i c ii e r e e r ä n d e r u n g e n u n l e r I ä u f t sei n<br />

A r t e n 1) e s t a n d n n d d e sto labil e r i s t die Z u s a mm<br />

e n setz u n g seine r W a s s e r p f Ui n z e n g e s e I I s c h a fte<br />

n. Die Kutrophie der Seen ist ja in I-'innland oft wenigstens zum<br />

Teil kulturbedingt, weshalb bei steigendem Eutrophiegrad neben den<br />

permanent wirkenden b'aktoren auch die .Menge der Kullurfaktoren<br />

zunimmt.


YI. DAS VIvHIlAi;rXIS ])K\\ AUF DIl^: (ilU)SSvi^(rf;ra^i<br />

ion h i ^ g s e e t y p e n<br />

zu dilN limnologischen si^im^peneinteilungen.<br />

Die llu'oroiisc'he 1/minolo^ic ist als WissrnschalL noch jim^^. Ihre<br />

regionale J'Ya


278 L. Maristo, Die t'lorislischen Seetypen Finnlands.<br />

nologisclie Mischlypen unterschieden worden, unter denen die niixotroj)hen<br />

Seen von nnserem Standpunkt die wichtigsten sind (.JÄRNE-<br />

FELT 19301), p. 107).<br />

Bei der Ausgestaltung jenes auf den bisherigen Errungenschaften<br />

der Lininologie banenden (lerüstes, ist der höheren Wasservegetalion,<br />

die ja doch in den meisten Italien den grössten Teil von der<br />

»Biomasse» eines (iewässers oder Sees ausmacht, nicht eine gleichl)erechtigte<br />

Stellung als Einteilungsgrund neben der übrigen Organismenwelt<br />

des Wassers zuerkannt worden. In den bestehenden (lewässer-<br />

und Seetypeneinteilungen findet man allerdings Hinweise auch<br />

auf die höhere Wasservegetation, in aller Hauptsache sind aber diese<br />

Systeme oiine Zuhilfenahme der Makrophytenforschung entstanden.<br />

Diese hat auch erst später ihre eigenen Seetyjieneinteilungen<br />

entstehen lassen (S. 4), deren l'Mnfügung in die limnologischen<br />

Systeme aber nie recht gelingen wollte. Dieses ist indessen m.A.n.<br />

nicht als ein Nachteil zu betrachten, denn das wichtigste ist, dass<br />

sich die auf die höhere Wasservegatation begründeten Einteilungen<br />

den limnologischen Systemen leicht gleichstellen lassen. Dieses wiederum<br />

wird erst dann möglich, wenn die Makrophytenforschung das<br />

Studium einiger solchen Faktoren in ihr Arbeitsprogramm aufnimmt,<br />

die für die ganze J.ebewelt des Wassers von wichtiger Bedeutung<br />

sind, l'jnen solchen, den Vergleich erleichternden Anknüi)fungspunkt<br />

bildet die Berücksichtigung der h^igenschaften des Wassers,<br />

wie der F'arbe, der Durchsichtigkeit und der chemischen Zusammensetzung,<br />

weil gerade diese Faktoren den limnologischen hLinteilungen<br />

als Grundlage gedient haben. Gerade diese Umstände sind aber bisher<br />

bei der Makrophytenforschung entweder zum Teil oder ganz vernachlässigt<br />

worden und eben darum ist der Vergleich schwierig gewesen.<br />

Bei der Grobeinteilung der Seetypen habe ich mich tier alten<br />

Zweiteilung in oligotrophe und eutrophe Gewässer (NAUMANN 1919)<br />

bedient. Als wichtigstes Merkmal der l^utrophie führt NAUMANN<br />

(1932, p. 20) den N und P!> Mesotypus und die dadurch bedingte<br />

Vegetationsiarbung des Wassers an. Auf den Tfiplid - Alisnia- und<br />

den Pulamoyetüii-^cQn ist diese deutlich, desgleichen auf den Slra-<br />

/to/t'Ä-Seen, der offenbare (la-Folytypus der letzteren lässt sie aber<br />

den ortho-eutroph-gypsotrophen Gewässern (NAUMANN OJ). C., p. 27)<br />

zufallen. Am schwierigsten gestaltet sich die Frage nach der luitrophie


Ann. Hol. Soc. Zool.-Hol. b'enii. Vanamo, IT), n:o 5. 27!)<br />

des Scii'pus /«cn-s'/cr-Typs. Ich habe ihn sowohl aiiT (iriuul der Massencntwicklung<br />

als auch des einschiclitigen Aiil'l)aus (S. 273) seiner<br />

Makrophytenvegetation als sci\wach enlrojihen Typ der eulrophen<br />

lypengruppe angeschlossen. Die Scirpiis /aca.s/cr-Secn stellen in<br />

lininologischeni Sinne durchgehends solche inixolrophe (iewässer dar<br />

(JÄIINEFEIYR 19301), p. 107), wie sie als Zwischeni'orin der eulrophen<br />

und oligotroi)hen Typengruppe namentlich für Finnland kennzeichnend<br />

sind. Sie sind orlho- und zum Teil paramixolroph (JÄR.\P:FELT<br />

I.E.). Von ersteren seien erwähnt u.a. Nr. HO Niemisjärvi (.IÄUNK-<br />

TELT 19361), ]). 20) und Nr. 113 Uidasjärvi, welcher letztere sich inmitten<br />

von Ackerfläciien auf einer Lehmehene befindet, dessen Ufer<br />

aber zum Teil von Zwergslrauclimooren eingenomnu-n sind, die dem<br />

Wasser neben der Eutrojjhie einen bjnschlag von para-oligotrophcm<br />

(sensu NAUMANN) Munuis-Polytypus verleihen, Para-mixotropii ist<br />

wiederum z. B. Nr. 109 Kiurujärvi (vgl. .TÄRNEVELT OJ). C., \). IM),<br />

der zur Zeit durch den lunfluss der Kultur in deutlicher liutrophierung<br />

begriffen ist und sich von einen para-oligotrophen See in einen paramixotrophen<br />

verwandelt. In sämtlichen Scirpus lacusier-^cen gilt<br />

die Vegetationsfärbung als liäufige, obwoid nicht immer ein reichliches<br />

Mass erreichende Erscheinung. Im Hinblick auf die (irossvegetation<br />

betrachte ich indessen den Tyj) als ausgesjjrochen eutroph.<br />

Über die faktische Zugeliörigkeit der von mir unterschiedenen<br />

oligotrojihen Seetyj)en zu der oligotrophen Typengruppe der NAII-<br />

MANNschen Zweiteilung besteht kein Zweifel. Am meisten nähern<br />

sich der (irenze der I^utrophie die Klodeiden-Seen, wie z. H. Nr. 101<br />

Perunkajärvi und Nr. 102 Vähä-Lohijärvi, sowie andererseits gewisse<br />

Phrmimiles-^een, auf denen l)egrenzte (iebiete geradezu eutroph<br />

sein können (Nr. 00 Pyhäjärvi, Heg.bez. Viipuri). In den Phragmites-<br />

Seen finden wir die Einflüsse aller Seetypen vereinigt, die es stromaufwärts<br />

im Niederschlagsgebiet des ])etreiTenden Seensystems gibt<br />

(S. 140), weil aber der grösste Teil derselben oligotroph ist, ist<br />

demgemäss auch das ^Endergebnis das gleiche.<br />

Der Kalkgehalt der Potaniofjclon jUiformis - Cliara-^ccn ist nach<br />

einigen Kalkindikatoren in ihrer Flora (S. 21()) sowie nach den vorkommenden<br />

Kalkinkrustationen zu schliessen so kennbar, dass diese<br />

Seen am nächsten den ortho-oligotroph-gypso-])olytrophen Gewässern<br />

zuzuzählen sind. Die EqniseiumSiUiw sind wiederum ausgesprochen<br />

para-oligotroph.


280 L. Maristo, Die floristisciieii SccLypcii Miiiilaiuls.<br />

\'iel schwieriger gestallet sich der N'ergleich mit der von THrp^XE-<br />

MAXX (1925) auf zoologischer (irundlage durchgeführten Dreiteilung<br />

der Seegewässer. THIENEMANX (O]). C., p. 199-200) unterscheidet<br />

zunächst zwei Seetypengrui)pen; 1. die Klarwasserseen und 11. die<br />

Hraunwasserseen. Hier ist also als vornehmlichster l^nteilungsgrund<br />

nur ein j)roduktionsl)estimmender I'^aktor, näniHcii der Humusgehalt<br />

des Wassers herangezogen worden. J^'ür die iniiiere Wasservegetation<br />

kommt die direkte Wirkung dieses h'aktors nur wenig in Frage<br />

(S. 212), weshall) er sich hei mir nicht als wichtigster iMiiteilungsgrund<br />

eignet. Den Hraunwasserseen würden in meiner Typeneinteilung<br />

der E(juiselum-, der E


Ann. Fiol. Soc. Xool.-Bol. I"\'nn. ^'^lnanl(), 1'), n:o 5. 281<br />

iTi4i()iial voiioli»! werden. Die allehiii^e lieriicksichlitJung dieser Fakloren<br />

reioiit indessen nach NAUMANN (1932, ]). ILL) nocli nicht zur<br />

Aufstellung' einer vollständij^eu Seelyi)eneinteilunfj; aus. Er hat jedoch<br />

diese Haushaltsarten teilweise als theoretische ])roduktionsbiolo.^ische<br />

Seelypen behandelt und sof>ar (oj). c., ]). 112-121) verschiedene<br />

Konihinalionsmöiflichkeiten derselben vor^eliihrt.<br />

Untersucht man, wie sich die von mir unterschiedenen Seetypen<br />

zu jeiuMi Seety|)en NAUMANNS verhalten und zugleich, welche 1 laushallsarten<br />

in ihnen bestimmend sind, so ergibt sich lolf^endes.<br />

Im E (j u i s c I u in-'l' y j) ^ilt als vorherrschender Zu^' eine reine<br />

Dystrophie, die ausser der starken Humuslarbuni> durch eine X-,<br />

P- und ('a-Oli^olrophie iJekennzeichnet ist. Die Makrophytenveyetalion<br />

ist spärlich, desgleichen das Phytoplanklon. Der wichli^sle<br />

Kombijiationslyp, dem ich auf diesen Seen be^ef^nele, ist - vorwiegend<br />

nach dem X'orkommen von See-l'Lrz zu schliessen - die Dys-<br />

Siderotrojjhie. Sie wird anscheinend um so häufi


282 L. Maristo, Die floristischen Seetypen Finiilaiuls.<br />

i\()nil)inalionsly[)en aufgel)aut. In ilun sind in der mannigfachsten<br />

Weise stets mindestens zwei von den naclistehend erwähnten Ilaiishaltsarten,<br />

nämlich der harmonischen Oligotrophie, der Kutrophie,<br />

der Dystrophie, der wSiderotrophie sowie der Argillotropliie vereint.<br />

Von diesen sind die Arj^illotrojjliie und die Eutrophie die<br />

seltensten und nur lokal anzutreffen. Die harmonische Oligotrophie<br />

und die Dystro{)hie verhalten sich zu einander umgekehrt proportional.<br />

])ie typischsten L o b c. l i a-S a c n sind rein harmonisch oligotrophe<br />

Seen. Dieses rührt zur Ilaujjtsache von der N-, und<br />

Ca-Arnuit, aber zum Teil auch von der ]VIorj)hologie des Secl)eckens<br />

her (vgl. NAUMANN 1932, p. 117). Solche Seen, die DOXNAT (1926,<br />

}). 503) »geomorphologisch oligotroph» nennt und deren Makroflora<br />

sich von den eutrophen Seen nur quantitativ unterscheidet, sind<br />

in meinem Lnbelia-Typ nicht enthalten. Wichtigste kombinierte<br />

] Jauslialtsart ist eine schwache Siderotrophie, worauf schon dasreichliclie<br />

Vorkommen von Isoeies laeiistre und Lobelia schliessen lässt<br />

(vgl. THIINMARK 1937, j). 136-138). Der von NAUIMANX (I.e.) erwähnte,<br />

auf den losen Bodenablagerungen des Ufers beruhende<br />

Unterschied auf den harmonisch oliogotrophen Seen tritt auch in der<br />

Makrophytcnvegetation der Lobelia-^cen deutlich zum Vorschein<br />

(vgl. z. B. Nr. 73 Kipinolanjärvi und Nr. 7S Ku()pi)alampi).<br />

Eine Charakterisierung des P o t a in o g e t o n j iii f o r mi s -<br />

Char a -T y {) s auf Grund der NAUMANNschen llaushaltsarten<br />

ist nicht möglich. Es sind sowohl in bezug auf die höhere Wasservegetation<br />

als wahrscheinlich auch das Phytoplankton oligotrophe<br />

wSeen. Neben der harmonischen Oligotrophie wirkt offenbar zugleich<br />

auch ein beträchtlicher Kalkgehalt des Wassers. Diese Seen Hessen<br />

sich auch wohl eher durch NAUMANNS (1921, p. 13) alte Benennung<br />

»gypsotrophe Fazies des oligotroi)hen Seetypus» charakterisieren.<br />

In nuinchen Fällen weist das Wasser der Polamogctoii jiliforrnis -<br />

Cliara-^cen auch eine schwache Mumusfärbung auf, obzwar von<br />

einer dystrophen Kombination kaum die Rede sein kann. Über eventuelle<br />

Siderotrophie gibt es nicht einmal indirekte Beobachtungen.<br />

Auch die Crtre:c-Scen Nordlapplands sind in erster Linie<br />

harmonisch oligotroph. Bezüglich einer eventuellen Siderotrophie<br />

kann in Ermanglung von Wasseranalysen nichts geschlossen werden.<br />

Dagegen konstatiert man stellenweise eine ganz schwache, in Anbe-


Ann. J^ot. Soc, Zool.-Hcd. Frnn. Vanamo, 1"), nro ä. 283<br />

Iraclit der ausgedeliiiLen Uleniioore iiiiiiimale Dystropliie. Audi eine<br />

sfliwaclie Gypsotrojiliie dürfte als jielegcntliclic Koml)inati()nsarl<br />

in Fraf»e kommen können.<br />

Die E 1 o d e i d e n - S e e n sind deutllcli dystroph nnd der<br />

liumnsstandard schwankt zwisclien dem Polytyjius und dem Mesotypus<br />

so, dass die Mindestheträge im inneren sowie im nordöstlichen<br />

1.applaud erreicht werden. Den grössteu Ilumusgelialt weisen die<br />

Scirpiis /rtcus/er-reichen südwestlaj)pländischen Seen Nr. 101 Ylinen<br />

vSieppijärvi, Nr. 102 Vähä f.ohijärvi, Nr. 103 Majamalompolo und<br />

Nr. 104 Perunkajärvi auf, die sich zugleich den schwach eutrophen<br />

Scirpiis lacAisler-Seen nähern. Auf einigen bezüglich ihrer Makrophytenvegetation<br />

unzweideutig oligotrophen Seen, wie z.B. Nr. 93<br />

Saiveljärvi und Nr. 90 Äkäsjärvi, wurde als eutrophierender Zug<br />

eine l)enierkenswerte Plauktontrübuug nebst Wasserblüte beobaclitet.<br />

Auf manchen Seen, z.B. Nr. 100 Särkijärvi und dem ^'ähä Lohi-<br />

Järvi, ruft der aus basischen Gesteinen gebildete I'elsgrund eine<br />

relativ hohe pH-Lage hervor, die der seltenen dys- -f alkalitrophen<br />

Kombination (NAUMAXN 1932, p. 120) nahe kommt.<br />

Der Scirpiis l n c ii s 1 e r-T y stellt, wie oben (S. 270)<br />

bereits hervorging, eine Kombination der P2u- und Dystrophie odei'<br />

einen mixotrophen Seetyp (JÄRNEFELT 1930 b, p. 107) dar, der bis<br />

auf weiteres wohl nur aus Fennoskandien beschrieben sein dürfte. Als<br />

weitere Kombinationsmöglichkeit dürfte noch die Siderotro])hie in<br />

Betracht kommen können. Auf den aller üppigsten Seen, wie z.B.<br />

Nr. 114 Köyliönjärvi, bemerkt man wiederum argillotrophe Züge.<br />

Die T ij p h (i - A l i s m a - S c c n stellen in ihrer typischsten<br />

Ausbildung Kombinationen der Argillo- und Kutrophie dar. Auf solchen<br />

Seen, die sich dem Scirpiis laciister-Ty]^ nähern, WMC Z.B. Nr. 123<br />

Särkijärvi (vgl. JÄRNEFELT 1936 b, p. 117), stellt man ausserdem eine<br />

.schwache Dystrojjhie fest, die mit einer entsprechenden Abnahme<br />

der Argillotrophie verbunden ist. Der im Sääskjärvi (Nr. 120) angetroffene<br />

See-Erz (Pyrit) deutet auch auf eine offenbare siderotrophe<br />

Kombinationsmöglichkeit hin. Die Kannas-Variante des Ilaupttyps<br />

lässt sich am besten durch die Kombination En- + Argillo- -f<br />

Dystrophie charakterisieren. Die Dystrophie ist allerdings oft nur<br />

schwach und die Argillotroi)hie dementsi)rcchen(l deutlicher hervortretend.<br />

Plankton scheint es nahezu reichlicher als im Ilaupttyp zu<br />

19


281 L. Marisio, Die florisliscluMi Seclypcii I'innlands.<br />

Gewässertypen<br />

nach NAU-<br />

MANN 1921<br />

Equisetum-Typ<br />

Oligotroph<br />

Para-oligotroph<br />

Gewässertypen Braunwasser-<br />

tiach THIEXK- seen<br />

MANN 1925 1 Dystroph<br />

tiewässer- iind Dystropli<br />

Seetypen nach<br />

1<br />

NAUMANN 1932 1<br />

Weitere Ivonibinationsinö^'lichkeiten<br />

Tabelle 10. Das Verhältnis der botanischerj<br />

Equisetum - Phraffmites<br />

-Typ Phragmites -Typ Lobelia -Typ<br />

Oligotroph<br />

Para-oligotroph<br />

Braunwasserseen<br />

j Dystroph<br />

Oligotropli<br />

Ortho- und paraoligotroph <br />

Klarwasserseen<br />

(?)<br />

[Oligotroph<br />

Dystropli Harmoniscli<br />

oligotropli -<br />

idystroph<br />

Siderof ropliie Siderotrophie Siderotro{)liie<br />

und harmoni- Argillotrophie<br />

sellephicüligofro-<br />

Eutrophie<br />

Oligotroph<br />

Ortho-oligotroph<br />

s.str.<br />

Klarwasserseen<br />

Oligotroph<br />

Harmonisch<br />

oligotropli<br />

Sid erot ropliie<br />

Potamogeton filiformis<br />

- Chara-<br />

Typ<br />

1<br />

Oligotroph j<br />

Ortho-oligotrophgypso-polytroph <br />

Klarwasserseen<br />

Oligotroph<br />

Alkalitroph (?)<br />

ijrben, aufh wenn ilie höhere Wasservegelalion i^ewisse in erster Linie<br />

i'daphisch hedin/^te olif


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15,"nro '). 285<br />

Seetypen zu den limnologischen Typeneinteilungen.<br />

Carex-Typ Elodeiden-Typ<br />

Uligotroph<br />

Ortho-oligotroph<br />

3.str.<br />

Klarwasserseen<br />

Oligotroph<br />

Harmonisch<br />

oligotropli<br />

Oligotroph<br />

Para-oligotrophgypsotroph <br />

Braunwasserseen<br />

Dystroph<br />

Siderotrophie Alkalitrophie<br />

Eni rop hie<br />

Scirptis lacuster-<br />

Typ<br />

Dystroph Eutroph -f<br />

dystropl»<br />

Typha - Alimia-<br />

Typ<br />

Eutroph (?) Eutroph<br />

Para-eutroph + Ortho- -f para-<br />

para-oligotroph eutroph s.str.<br />

Braunwasserseen<br />

Dystroph Eutroph<br />

Siderotropliie<br />

1<br />

Eutroph +<br />

argillotroph<br />

Siderotrophie<br />

(?)<br />

Potamogeton -Typ Stratioies -Typ<br />

Eutroph<br />

Ortho-eutroph<br />

(-erypsotroph)<br />

Klarwasserseen<br />

Eutroph<br />

Eutroph ialkalitroph<br />

(?)<br />

Eutroph<br />

Ortho-eutrophgypsotroph <br />

Klarwasserseen<br />

(?)<br />

Eutroph<br />

Eutroph (?) +<br />

alkalitroph<br />

vegetation dieser Seen von den PotamoyeionSean abweichend entwickelt.<br />

Die mächtigen Kalkgyttjascliicliten zeugen für eine offenbare<br />

Gypso-Polytrophie, die jedoch zugleich mit einer reichen<br />

Hydrophyten- und Planktonproduktion verbunden ist.<br />

Die Resultate der obigen vergleichenden Übersicht mögen hier<br />

noch in der Form einer zusammenfassenden Tabelle (Tab. 10) vorgeführt<br />

werden. Sie gehen leider zum Teil nicht über blosse Vermutungen<br />

hinaus, und zwar weil mir nicht von allen Seen Angaben über die<br />

Chemie des Wassers zur Verfügung gestanden haben. Aber auch in<br />

ihrer provisorischen Form dürften sie sowohl für die botanische als die<br />

Umnologische Forschung nicht ohne Bedeutung sein. Sie zeigen, dass<br />

zwischen der Makrophyten- und der allgemeinlimnologischen Forschung<br />

gemeinsame Probleme und Anknüpfungspunkte bestehen»<br />

die uns dazu verhelfen, die erzielten Resultate untereinander vergleichbar<br />

zu machen, ebenso zeigen sie, dass auch die höhere Vegetation<br />

als ein mit der übrigen Organismenwelt des Wassers gleichberechtigter<br />

Faktor l)ei der Ausgestaltung des endgültigen Zieles<br />

der regionalen Limnologie, eines Gewässer- und Seetypensystems,<br />

das sich auf »alle Erscheinungen des Süsswassers» gründet, berücksichtigt<br />

zu werden verdient.


VII. DIE REGIONALE VERBREITUNG DER<br />

BOTANISCHEN SEETYPEN IN FINNLAND.<br />

Dieselben Standortsi'aktoreii, denen im Vorhergehenden der<br />

Hauptanteil an der Differenzierung der Seetypen zugeschrieben<br />

wurde, spielen auch l)ei der Verl)reitung dieser Seetypen die wicliligste<br />

ilolle. Lediglich wegen der regionalen Problemstellung werden<br />

sie aber hier grossziigiger als im genannten Zusammenhang<br />

behandelt.<br />

Als erste und wichtigste Beobachtung ergibt sich im Hinblick<br />

auf die gesamten Gewässer des Landes die Seltenheit der Eutrophie.<br />

Dieses trifft nicht minder auch für die Seen zu, eine Tatsache, die<br />

bei uns auch vom Standpunkt der allgemeinen Linmologie bereits<br />

früher festgestellt worden ist (JÄRNEFELT 1935, p. G53). In Finnland<br />

fehlen jegliche jüngere Sedimentgesteine nahezu völlig und der Felsgrund<br />

ist zum überwiegenden Teil aus })räkambrischen kristallinischen<br />

Gesteinsarten gebildet. Nur dort, wo basische Schiefer an<br />

den Tag treten oder wo es lokale Kalksteinvorkommnisse gibt,<br />

macht sich die eutrophierende Wirkung des Felsgrundes auch in<br />

iler Wasservegetation bemerkbar. Ihre Bedeutung bleibt indessen<br />

im Hinblick auf das ganze Land gering, indem sie sich lediglich auf<br />

das sich vom Nordufer des Laatokka nach Lappland erstreckende<br />

Schiefergebiet sowie auf gewisse isolierte Areale in Südwestfinnland<br />

beschränkt.<br />

Die losen Bodenablagerungen, die in dickeren oder dünneren<br />

l.agen dem Felsgrund aufliegen, sind glazialen Ursprungs und bestehen<br />

vorwiegend aus der Moräne. Sie leiten sich hauptsächlich von<br />

dem aus sauren Gesteinsarten zusammengesetzten Urgestein her und<br />

sind, abgesehen vom Lehm, im allgemeinen nährstoffarm. Nur in<br />

Süd- und Südwestfinnland, wo sich ausgedehntere, zusammenhängende<br />

Bändertongebiete ausbreiten (Karte 4), können eutrophe


Ann. Hot. Soc. Zool.-Hol. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 287<br />

Karte Die Uiitersuclnm},'sgel)i(!te. In die Karte eingezeichnet sind<br />

ferner diejenigen Gel)iele, in denen die Seenl'reqnenz (JII-NQVIST I03(),<br />

p. 280 H'.) weniger als 5 'V) beträgt.


288 L. Maristu, Die floristischen Sectypen 1'innlands.<br />

Seengcl)iete in der eigentlichen Bedeutung des Wortes unterschieden<br />

werden. Im übrigen Lande kommen, wenn man vom Gebiet der<br />

Slratioies-Sv.cix absieht, eutrophe Seen nur hier und da im Machtl)ereich<br />

der oligotropheii Seetypen vor. Sie liegen dann gewöhnlich<br />

/.ur Hauptsache in Niederungen, im Nahbereich der grossen (lewässei -<br />

systeme, wo postglaziale Tonböden in Zusammenwirkung mit der<br />

Besiedlung eine lokale I'^utrophie des Wassers hervorrufen. Im allgemeinen<br />

spiegelt das Auftreten der eutro[)hen Seen in Finnland recht<br />

deutlich die l'^utrophierverhältnisse des Krdbodens wider, indem der<br />

überwiegende llauptteil unserer cutr(){)hen Seen im Hereich dei'<br />

sog. Ilainwaldzentren (CA.TAXDER lUlß b, p. 186; LUKKALA 1919.<br />

p. 104) liegt.<br />

Oenllich ist aucli der Einfluss des Osmalerials und des Sandes<br />

sowie anderer stark ausgewaschenen losen Bodenablagerungen auf<br />

die Lebewelt des Wassers. Auf solchem Bfxlen sind die Seen gewöhnlich<br />

klar und zumeist nährstoffarni, oligolro[)h s. str., welches deutlich<br />

auch in ihrer Makrophytenvegetatioii /.um Ausdruck kommt. .Jene<br />

Bodenarten weisen indessen ein so /.erstreutes Vorkommen auf<br />

(Karte 1), indem man ihnen hauptsächlich im .\nschluss an Ose und<br />

l^ndmoränen begegnet, dass die Gruppierung der betreffenden Seen<br />

zu einheitlichen Gebieten schwef ist. Und indem dazu noch in zusammenhängenden<br />

Osgebielen, z. B. zwischen den Salpausselkä-Wällen<br />

sowohl ])()lyhumose als ganz klare Seen eng beieinander vorkommen<br />

können (vgl. S. 294), ist eine kartographische Darstellung einheitlicher<br />

Oligotrophiebereiche (s.str.) um so weniger angebrachl.<br />

Es ist bekannt, dass die Moränen boden in dem bei uns herrschenden<br />

Klima leicht der Vernioorung unterliegen. Dem Moorreichtum<br />

des Landes zufolge k(mimt mithin den Torfbodenarten eine wichtige<br />

Bedeutung im Hinblick auf die Zusammensetzung der Vegetation<br />

zu. Unsere Torfböden sind im allgemeinen sauer und nährstoffarm.<br />

Die von den moorigen Wasserscheidengebieten her kommenden Wässer<br />

spielen wiederum eine wichtige Holle im allgemeinen Wasserhaushalt<br />

unserer Gewässer, indem sie die Wassermenge derselben<br />

ausschlaggebend beeinflussen. Dieses alles zusammen mit den schon<br />

früher erörterten edaphischen Umständen ist die Ursache zu der<br />

Nährstoffarinut unserer Gewässer und der vorherrschenden Oligotrophie<br />

(s. lat.) unserer Seen. Auch in meinem Material tritt es zum<br />

Vorschein, indem dasselbe nur zu einem Viertel eutrophe Seen um-


Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 289<br />

Karte 4. Die allgemeine Verteilung der losen Bodenablagerungen<br />

in Finnland nach SAUUA.MO (1936). -<br />

Weiss: Moräne; sciiwarz: Endmoräne und Ose; Punkte:<br />

Sand; waagerecht schraffiert: Ton.<br />

lasst - auf die sämtliche Zahl der Seen unseres Landes bezo^^en würde<br />

sich das Verhältnis nur noch zum Schaden der Rutrophie verscldeciilern.<br />

Die klimatischen Unterschiede sind in Süd- und Mittellinnland s(»<br />

i^ering, dass ihre Bedeutunj> im Hinblick aul" den Artenbestand der<br />

Wasserflora und die Verbreitung der südlichen Seetypen von den»<br />

liinfluss der verschiedenen edaphischen Faktoren überschattet wird,<br />

fn Nordfinnland und Lappland macht sich bereits die Abnahme der


200 L. Maristo, Die florisLisclicii Seelypen IMmilaiuls.<br />

lemperalurmittelwerLe so stark geltend, dass sie zu einer keimbareii<br />

Verminderung der Artenzahl der Makrophyten in den dortigen Seen<br />

l'ührt. Wie (iie Isothermen, so verhiufen auch die wiclitigsten zwischen<br />

Lapphind und dem ül)rigen Finnland unterschiedenen klitnatischen<br />

Regionsgrenzen in der Riciitung von Nordwest iuu;h<br />

Südost (JOHANSSON 1936, p. 247-248). Klimatisch bedingt ist auch<br />

der bekannte und wichtige Unistaivd, dass sowohl die Torf- als die<br />

Mineralboden Lapplands weniger sauer als in Südlinnland sind. Auch<br />

die Humusstoffbildung ist geringer und einer solciien pernuinentcn<br />

Dystrophie des Wassers, wie sie auf den Seen der siid- und niittclfinnischen<br />

Moor- und Wasserscheidonge))ielo liorrsclil, begegnet man,<br />

zumal in Nordlappland, nie.<br />

Mit den oben erwähnten klimatischen Regionsgrenzen fällt iti<br />

grossen Zügen aucli die pctrograjjhische Regionsgrenze zusammen,<br />

die die basischeren Schiefergebiete Südlapplands und der Ivuusanu)-<br />

(iegend von dem südlicheren granitischen Felsgrund trennt. Alle<br />

diese Umstände zusammen bewirken, dass in Lappland ganz besondere<br />

nördliche Seetypen zu unterscheiden sind, von denen die meisten<br />

ihr bestimmtes Gegenstück in Südfinnland besitzen.<br />

Die eingehende Behandlung der die regionale Verbreitung dei*<br />

Seetypen bedingenden Ursachen eignet sich jedoch besser in einer<br />

typenmässigen Übersicht, die ich nachstehend folgen lasse. In deikartographischen<br />

Darstellung haben nur diejenigen fremden Untersuchungen<br />

Berücksichtigung gefunden, die sich namentlich mit dei-<br />

Makrophytenvegetation der Seen befassen, während limnologische<br />

Untersuchungen, in denen Angaben auch über den Makrophytenbestand<br />

gemacht werden, als wertvolles Vergleichsmaterial dienen durften.<br />

N II p Ii (I r-'l yi). Weil die Niiphar-Sm^n als Vertreter der extremen<br />

Dystrophie zu gelten hai)en, so ist es klar, dass sie, sofern nuin<br />

ihnen bei uns überhaupt begegnet, kleine Quellseen darstellen und<br />

sich innerhalb des Verbreitungsgel)ietes des Eqiiisetuni-Vypa befinden.<br />

E q II i s e i II m - T y p. Die allgemeine Beobachtung, dass polyhunioses<br />

Wasser und Seegewässer der Moorgegenden und Torfboden<br />

zusammengehören, hat volle Geltung auch für Finnland. Den<br />

EquisciiimSccn begegnet man vor allem in Wasserscheidengebieten,<br />

wo die Moränenböden auf weiten Arealen vermoort sind »ind saure<br />

Weissmoore als vorherrschende Moortypengrnj)i)e auftreten. So ver-


Aim. J^ol. Soc. /ool.-Bot. h'eiin. Vanamo, 15, 11:0 5. 291<br />

mitteli uns eine Karte, die die Verbreitung (ier Moore in Südlinnland<br />

zeigt, einen guten Begriff auch von der relativen Häufigkeit der Equive/um-Seen.<br />

Im nördlichen Teil der Provinz Pohjanmaa dringen dii'<br />

Equiseliim-^cen etwa his 66° N oder also his dorthin vor, wo die<br />

Grenze zwischen dem südlappländischen Schiefergebiet und den<br />

Graniten des nördlichen Pohjanmaa (siehe oben) verläufL. Aus dem<br />

gleichen Grunde fällt auch Kuusamo-Lappland und ein Teil des Kainuu-Gebietes<br />

ausserhalb des Verbreitungsgebietes des Equiseium-<br />

Typs. Ausser den edaphischen machen auch die khmatischen Faktoren<br />

den Eqinsetiun-\y\) zu einem südhchen Seetyp, indem sie die<br />

geringere Azidität sowohl der Mineral- als der Torfböden I.ajjplands<br />

bedingen. Der spärliche Artenbestand der Equisclum. -Seen vermag<br />

allerdings in seiner Gänze auch noch nördlich des Polarkreises zu<br />

gedeihen, welches angibt, dass die Nordgrenze des Typs jedenfalls<br />

nicht von der gegen den Norden hin stattfindenden Temperaturnbnahme<br />

bestimmt wird.<br />

fm hydrographischen Sinne ist der Eqiiisetum -Typ vor allem ein<br />

Quellseetyp oder m.a.W. für Wasserscheidengebiete kennzeichnend.<br />

Die Quellseen der binnenfinnischen Gewässersysteme sowie der Flüsse<br />

der österbottnischen Küstenebene stellen in der Hauptsache Equisefum-^CQu<br />

dar. 13er grösste Teil jener Untersuchungsflächen ist<br />

kreisförmig am Rande des binuenfinnischen Seengebieles gelegen,<br />

m.a.W. man konstatiert einen gegen die Peripherie hin zunehmenden<br />

Grad der Dystrophie (JÄRNEFELT 1935, j). 655). Eqiiisetiini-iivcu<br />

gibt es jedoch überall im Seengebiet, wenngleich die Anzahl der zu<br />

diesem Ty}) gehörenden Seen daselbst verhältnismässig gering isl.<br />

Man begegnet ihnen nämlich überall auch auf den kleineren, die versehiedenen<br />

Teilsysteme trennenden Wasserscheiden vor, wie z.H.<br />

tUe Untersuchungen von HENKONEN (1935) und METSO (1935) erweisen.<br />

Ueichlich ist die Menge der /17iiise/wm-Seen auch im Rapakivigebiet<br />

zwischen den Städten Mamina und Viipuri, wo es viel Moore<br />

und entsprechend weniger Lehme als im übrigen südlichen Küstengebiet<br />

gibt, so dass das südfinnische Eutrophiegebiet an dieser Stelle<br />

eine Unterbrechung erfährt (Karte 5). Ein zweites ähnliches (Vebiet<br />

ist das zum Teil supraaquatische Hügelland von Tammela und die<br />

sich von dort südwärts bis zum Lohjanselkä erstreckende (iegend. Im<br />

l^ereich der eutrophen Gebiete begegnet man Eqniseliini-i^Qcix nur<br />

ausnahmsweise am Rande derselben (z.U. Nr. 9 l'innbacka-Lillsjö).


292 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />

Karte 5. Die Maclilliereiclie der botanischen Seetypen, schraffiert das<br />

eigentliche Dystropliiegehiet. - W'aagereciit scliral'fiert: Equisetumwdhsi<br />

Equisctum - Phnii^itiUesseidirecht schraffiert: J'hrag/nites-<br />

Tyf), I: Carex-Ty\t, II: Elodelden-Tyj), III: Slratioles -Typ, IV: Polamogetnn<br />

filiforniis- Charn-'lyp, V: südliches Eiitrophiegehiet [Typha-<br />

AUsnui- und Scirpus /f/cM.s/f/--Typen), VI: Kaunas-Variante des<br />

Typha — . 1/t.s7//a-Ty|is, VIII: l'ot(inioge1on-'V\\).<br />

r


Ann. liot. Soc. Zool.-Hol. Feini. Vanamo, 15, n:o 5. 293<br />

Der q u i s e t ii m - P Ii r a g m i les - T y p isl ehenlalls ein<br />

Krannwasserseetyp, z. '1'. poly-, z. T. mesohunios. Nur der Makrophytenbesland<br />

unterseheidel sich durch seine grössere Arienzahl,<br />

die Wasservegelalion durch ihre erhöhte Ileichlickeit und die allgemeine<br />

Oligolrophie durch ihren schwächeren Grad vom Equisetum-Typ.<br />

Die die Verbreitung dieses Typs bedingenden Ursachen<br />

sind jedoch ganz die gleichen wie zuvor. Auch den Equisetum -<br />

I^hragmilesSiien begegnet nuin in Wasserscheidengegenden, sie<br />

sind aber gewöhnlich keine eigentlichen Quellseen, sondern sind<br />

zwischen diesen und den Zentralseen in die Seenkette eingeschaltet.<br />

Als gutes Beisj)iel eignet sich der Pirttijärvi (Nr. 26) in Sotkamo,<br />

ein kleiner See im Vereinigungsi)uukt nvehrerer Seenketten. liLr<br />

ergiesst sein Wasser in den Hehjanselkä (Nr. 43 und 44), der wegen<br />

seiner Grösse nnd der deutlich hervortretenden Wirkung der ExpositionsFaktoren<br />

schon dem Pliraqniiics-Tyi) zugezählt worden isl,<br />

obwohl sich eine grössere Abnahme der I lumuslarbiing noch nichl<br />

bemerkbar gemacht hat.<br />

Eqiiise.iuin - Phragmilcs-S>^ei\ gibt es auch an den Iländern der<br />

Lehmgebiete und stellenweise z.H. im westlichen Uusimaa und in<br />

der südwestlichen Provinz Varsinais-Suomi sogar auch innerhalb der<br />

Grenzen von Eutrophiegebielen, wo man auf lokale, zum Teil vermoorte<br />

Moränengebiete stösst (z.B. Nr. 21 Maarijärvi und Nr. 40<br />

Vitträsk). Ganz isoliert liegt auch der Ylisjärvi (Nr. 30) auf der<br />

Karelischen Landenge, es handelt sich aber hier um ein hochgelegenes<br />

supraaqualisches Gelände (HYYPPÄ IIK}?, App. H), wo ein für die<br />

Karelische Landenge charakteristischer eulro[)her See nichl in l'rage<br />

kommen kann.<br />

Die (irenzbestimmung zwischen dem Gebiet der Equisctiiin -<br />

Phragmiles -Sacn und dem Eutro|)hiegebiel bereitet eiuigermassen<br />

Schwierigkeilen. Auf Grund des Obigen würde sich die (irenze des<br />

erstgenannten Gebietes ein Stück ausserhalb der Grenze der Eqiiise-<br />

/«m-Typs erstrecken. Dieser Unterschied isl indessen so gering, dass<br />

er in der Praxis übersehen werden kann und sich also für beide oligo-<br />

Irophe Hraunwasserlypen eine gemeinsame (irenze ergibt.<br />

Die Begrenzung des Verbreilungsbietes des P h r a g m i l e s-<br />

Typs ist leichler. Er umfasst die grössten Keltenseen des binnenfinnischen<br />

Seengebieles, auf welchen als wichtige vegelalionsgestaltende<br />

Faktoren die (irösse der Seen und die Expositionsfaktoren


460 L. Marislo, Die llorisLisclien Seetypen Finnlands.<br />

(S. 259) wirken. Auch die geringfügige Schwankung der edaphischeii<br />

und klimatischen Faktoren im Gebiet ist geeignet, die Unterschiede<br />

in der Makroj)hytenvegetation der einzelnen Seen auszugleichen.<br />

Ohne einige isoliert gelegene grosse Seen, wie der Lohjanjärvi (nicht<br />

im vorliegenden Material enthalten) und die l)eiden hier unter den<br />

Nummern 47-49 und 60 behandelten Seen des Namens Pyhäjärvi,<br />

die ausserhalb der eigentliclien Gebietsgrenze zu liegen kommen, wäre<br />

dieses Gebiet sehr eiidieitlich. Indem der Yläkitkajärvi (Nr. 81) beim<br />

Polamo(jeUm filiformis - Cluud-'Vyp und der Inarijärvi (Nr. 00) beim<br />

(.'(/rex-Typ untergebracht worden sind, l)leibt von den grösseren Seen<br />

des Landes nur noch die 'ryj)enzugehörigkeit des Kemijärvi und des<br />

Kianlajärvi, die nicht in meinem Material enthalten sind, ungewiss.<br />

-- So kommt das (iebiet der Phra(jmites-i^cvn in seiner Gänze innerhalb<br />

des Verbreitungsgebietes der vorhergehenden Typen zu liegen.<br />

Das Auftreten der transj)arenten L o ft


Anu. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vunanio, t.'), 11:0 5. 295<br />

(Lobelia-Typ), Nr. 33 Oksjärvi (Eqiiisctum - Pliragmiles - Typ) und<br />

Nr. 72 Suurijärvi (Lobelia-Tyi)) u.a. zu ersehen ist.<br />

So ist der Lobelia-Typ im Hinblick auf die Arl seines Auftretens<br />

sporadisch und auf schmale Os- und Sandhodenstreifen begrenzt. Im<br />

Bereich der südfinnischen eutrophen Lelimböden fehlt er völlig. Im<br />

Norden erstreckt er sich hinauf bis zur (iegend des l^)larkreises (Nr. 79<br />

Törmäsjärvi), offenbar sind aber die Lobelia-Sven schon jenseits des<br />

65. Breitengrades selir selten, denn die Klarwasserseen des Kuusamo-Gebietes<br />

und Kainuu fallen fast durchweg dem durcli alkalisches<br />

Wasser gekennzeichneten Potamogclon filiformis - C7ia/a-Typ zu.<br />

Der P o i d m o (f c lon f i I i f o r ni i s - h a r a - T y p ist<br />

infolge der Natur der seine Entstehung bedingenden l'aktoreu<br />

ein ausges[)r()chen lokaler Seetyp, dem nuin in Kuusamo-Ivaj)pland<br />

und in Kainuu im Bereich der kalevischen Schiefer, wo der Felsgrund<br />

aus basischen Gesteinen, wie dem Dolomilschiefer, dem Amphibolit<br />

oder aus Metabasiten gebildet ist, sowie in der unmittelbaren<br />

Nähe solcher Gebiete im Wirkungsbereich eines höheren Kalkgehalts<br />


296 L. Maristo, Dii- Honslischen Seelyj)en Finnlands.<br />

Wicklung dieser Gegenden vom Standpunkt der Verl)reitung einzelncieutroplierCiiarakterarten.<br />

Ich hoffe auf sie künftig noch in einem anderen<br />

Zusammenhang zurückkommen zu können. Es mag jedoch erwähnt<br />

werden, dass sämtliche Untersuchungsflächen meines Materials unterhalb<br />

der höchsten Meeresgrenze (HYYPPÄ 1936, p. 145), wenngleicli<br />

möglicherweise an der Stelle einstiger Eisstauseen gelegen sind.<br />

Care. ;r-T y p. Dieser klimatisch bedingte Seetyp (S. 253) ist<br />

regional recht deutlich umrissen. Das ganze nördliciie Hinterland<br />

jenseits der grossen lappländischen Wasserscheide bildet nämlich ein<br />

zusammenhängendes oligotrophes Gebiet. Hauptsächlich aus topographischen<br />

Gründen (AUER 1930, p. 374) gibt es Moore dort nur wenig.<br />

Die klimatischen Faktoren wiederum sind offenbar Ursache dazu,<br />

dass sowohl die minerogenen Böden als die Torfböden in Nordlappland<br />

weniger sauer als in den übrigen Teilen des Landes sind (AALTONEN<br />

1930, p. 118), So ist es im nördlichsten Teil unseres Landes zur<br />

Bildung eines oligolrophen Klarwassertyjjs gekommen. Obwohl<br />

aus dem Petsamo-Ciebiet keine Untersuchungsfläche vorliegt, ist<br />

aus den Untersuchungen von JÄRNEFELT (1934) zu entnehmen, dass<br />

die Seen des genannten Gebietes sowohl bezüglicli der Eigenschaften<br />

des Wassers als des Artenbestandes ihrer Makrophytenvegetation<br />

ausgeprägte -Seen sind. Eine weitere Stütze bietet auch die<br />

Beschreibung der Vegetation einiger kleinen Fjeldseen bei SÖYRINKI<br />

(1938, p. 59; 1939). Unsicher l)leibt die Begrenzung des Carex-Typs<br />

nur stellenweise in Nordwestlappland, aller Wahrscheinlichkeit nach<br />

sind aber auch die Seen des Enontekiö-Gebietes dem vorliegenden<br />

Typ zuzuordnen (vgl. JÄRNEFELT 1935, Taf. XVT).<br />

Dem E 1 o d e i d e n-T y p ist der grösste Teil der Seen des<br />

lappländischen Binnenlandes zugeteilt worden. Seine Grenze gegen<br />

den Carc;i:-Typ im Norden ist deutlich, ausser im Nordwesten (vgl.<br />

oben). Im Südosten wiederum ist die Grenze gegen den Potamogeton<br />

filiformis - Chara-Typ stellenweise auf Grund der vorhandenen Angaben<br />

über den Felsgrund gezogen worden. Die Grenze gegen die<br />

oligolrophen Braunwasserseen im Süden verläuft ebenfalls der<br />

Gesteinsgrenze gemäss eine lange Strecke den 60. Breitengrad entlang<br />

(S. 291).<br />

Die Unterschiede im Artenbestand und in den Eigenschaften des<br />

Wassers, die zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil des<br />

vom Elodeiden-Typ eingenommenen Gebietes bestehen, sind in der


Ann. Bot. Soe. Zool.-liot. Fenn. V^ananio, 15, n:o 5. 297<br />

Hanptsaclie durch klimatische Faktoren bedingt. Die Nordgrenze<br />

melirerer Helophyten und Grundblattkräuter durchkreuzt das Gebiet<br />

in nordwest-südüstliciier Richtung, den Polarkreis etwa in der Gegend<br />

von Rovaniemi schneidend. x\uch die Azidität der losen Bodenablagerungen<br />

und der Moorböden nimmt gegen den Norden hin ab<br />

und verursacht einige weitere Differenzen. Nur ein einziger unzweideutig<br />

einem südlichen Seetyp angehörender See ist mir im Gebiet<br />

der Elodeiden-Seen begegnet, nämlicli der Lobelia-See Törmäsjärvi<br />

(Nr. 79), was allein schon für die Einheitlichkeit des Typs spricht.<br />

Der iS' c i r p II s l a c ii s l e r -Tyj» zeigt von unseren eutrophen<br />

Seetypen die weiteste Verbreitung. Seine grosste Üppigkeit erreicht<br />

er im Bereicli der Lciimböden, wo man ihn an solciien Stellen<br />

findet, wo dem im Leiimgebiet gelegenen Seebecken reichlich von<br />

weiter lier kommende hunuishaltige Wässer zufliessen (z.B. Nr. III<br />

Tjusträsk) oder dort, wo ein ebensolcher See zum Teil an Weissmoor<br />

oder Reisermoor grenzt (z.B. Nr. 113 Ridasjärvi). Auch ausserhalb<br />

des südfinnischen Eutro{)hiel)ereichs begegnet man Scirpus laciis/er-Seen<br />

vor allem als einen schwach eutrophen Seetyp lehmgemischter<br />

Moränenböden, wo sich ihre Entstehung gewöhnlich auf lokale<br />

Lehmvorkommuisse in Zusammenwirkung mit dem Kultureinfluss<br />

zurückführt. Solche Scirpus laciisterSccu können selbst mitten auf<br />

der llauptwasserscheide vorkommen, wie es die Seen Nr. JOS Nälänlöjärvi<br />

und Nr. 115 Sulkuenjärvi zeigen.<br />

Das Verbreitungsgebiet der Scirpus lacusier-Sccn umfasst somit<br />

mit Ausnahme von Ahvenanmaa (Åland) und der Karelischen Landenge<br />

ganz Süd- und Mittelfinnland. Tm binnenfinnischen Seengebiet<br />

begegnet man ihnen nur spärlich, was sich von der gegen den Mittel-<br />

|)unkt des Gebietes hin abschwächenden Dystrophie herleitet (vgl.<br />

S. 291). Die Nordgrenze folgt in ost-westlicher Richtung zunächst<br />

der Wasserscheide Suomenselkä und läuft dann etwa auf der Höhe<br />

von Kokkola (etwa bei 61° N) in den Bottnischen Meerbusen aus.<br />

.JÄRNEPELTS (1935, Taf. XV) Darstellung über die Verbreitung der<br />

mixotrophen Seen, die in den meisten Fällen gerade Scirpus lacustcr-<br />

Seen sind, bestätigt den so skizzierten Verlauf.<br />

Der T y p h a — A l i s nr a -T y p zählt in seinen Kreis Lehmbodenseen,<br />

die ausserdem stets einen starken Kultureinschlag aufweisen.<br />

Sein eigentliches Verbreitungsgebiet umfasst Südwestfinnland,<br />

das südlich des Salpausselkä gelegene Lehmgebiet sowie das


1298 I,. Marislo, Die lloristischcn Sectypi'ii Finnlands.<br />

Küstengebiel des Laatokka l)is östlich von der Stadt Sortavala<br />

(Karte 5). Dieses Ge})iet wird indessen an zwei Stellen von kargeren<br />

Gegenden unterbrochen, wo die oligotrophen Seen die Überhand<br />

gewinnen (siehe S. 291). Ein schmaler Eutroj)hiergürtel folgt, von<br />

Uusimaa in nordwestlicher Richtung ausgehend dem Haupttal des<br />

Vanajavesi-Systems. Er schneidet eigentlich auch zum Teil in das<br />

(iebiet des P/irar/mi/es-Typs ein, indem einzelne Teile des Vanajavesi<br />

und des Pyhäjärvi (bei der Stadt Tampere) sowie vor allem<br />

die nahegelegenen Kleinseen unzweideutige Tijpha - Alisina Seen<br />

darstellen (vgl. 0. KALELA 1938, p. 152-157), Auch jenseits des<br />

Kokemäenjoki-Tales gibt es noch verhältnismässig eutrophc Lehmbodenseen,<br />

die zugleich die Nordgrenze des Eutropliiegebietes ])estimnien.<br />

Das so umgrenzte Eutrophiegebiet umfasst sowohl Scirpiis<br />

laciister-üh (vorherrschend) Tijpha - Alisma-S>ce\\.<br />

Auch im binnenfinnischen Seengebiet gibt es hier und da Tijpha -<br />

AlismaSecu, am meisten dort, wo sich ausgedehnte postglaziale<br />

lonböden ausbreiten, m.a.W. im Bereich der sog. Hainwaldzentren,<br />

insbesondere derjenigen von Hollola-Sysmä (Nr. 116 Majuvesi)<br />

und Kuopio-Iisalmi, ferner in der Gegend von Joensuu (Nr. 123<br />

Särkijärvi) und Joroinen-Rantasalmi (vgl. LUKI^ALA 1919, p. 105<br />

und Karte 10; REINIKAINEN 1930). Jene Seen befinden sich aber hier<br />

im iMachtbereich des Phragmiies-{^y[)?, in der Minderlieit, weshalb<br />

ihre l)esondere Auszeichnung auf der Karle nicht dem Zweck ent-<br />

.sj)richt.<br />

Die Nordgronze der Kaunas-Variante folgt in der Hauptsache<br />

derjenigen der glazifluvialen Sand- und üsmaterialvorkommnisse.<br />

Diese Bodenarten zusammen mit dem Lehm bestimmen nämlich die<br />

Sondercharaktere der höheren Wasservegetation der im Bereich der<br />

Karelischen Landenge gelegenen Seen.<br />

Die P 0 t a ni 0 (j € t 0 n - S e e n sind jung, indem sie sich erst<br />

in historischer Zeil vom Meer abgeschnürt haben, und deshali)<br />

beschränkt sich auch ihr Vorkommen einzig auf den meeresnahen<br />

Küstenstreifen. In iiirer typischsten Ausbildung findet man sie in<br />

einer kalkreichen Umgebung; das Wasser ist dann deutlich alkalisch.<br />

Weil sämtliche von mir untersuchten Potamogeton-^con nahe beieinander<br />

in Parainen gelegen sind, ist die Begrenzung eines grösseren<br />

fiebietes unsicher. Auf Grund der Gesteinskarte zähle ich dem<br />

(iebiet der PofamogetonSeen vorläufig den Schärenhof von Hanko


Ann. Hot. Soc. Zool.-Hol. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 299<br />

bis iiacli Uusikaupunki sowie einige junge Kleinseen im entsprechen-<br />

(ien Küstenslreifen zu. Ausserdem scliliesse ich ganz Ahvenanmaa<br />

(Åland) in den 13ereich des Typs ein, weil der überwiegende Teil der<br />

flortigen Seen (CEDERCUEUTZ 1937) dem Polamogclon-Tyxi zuzuordnen<br />

ist (vgl. S. 196).<br />

Der S t V a i i o / c s -Ty[) ist ein rein h)kaler Seetyp und besitzt<br />

von allen unterschiedenen Seetypen das engste Verbreitungsgebiet,<br />

indem dieses lediglich das Kirchspiel Kittilä in Lappland<br />

umfasst. Dort verursachen der Dolomit nebst IMetabasitschiefer<br />

und die aus diesen hervorgegangenen losen Jiodenablagerungen eine<br />

stark alkalische Reaktion des Wassers und eine llydrophytenvegetation<br />

von ganz besonderer Eigenart. Ausser den von mir untersuchten<br />

vier einander genäherten Seen sciiliessen sich dem Typ,<br />

nach dem Massenauftreten der Nennart zu sciiliessen (SANDSTRÖM<br />

1926, ]). 51), auch noch-einige nördlich und südlich davon gelegene<br />

Seen an. Die regional enge Begrenzung des Slralioles-ly\)^ wird<br />

ausserdem dadurch bekundet, dass der nach Sodankylä hin gänzlich<br />

im Jiereich des Grünsteinschiefergrundes gelegene Saiveljärvi (Nr. 93)<br />

nicht dem Slraliolcs-'Vyp zugeordnet werden kann.<br />

Untersucht man das Auftreten der unterschiedenen Seetypen in<br />

dön verschiedenen Teilen des Landes, so stellt man fest, dass sie sich<br />

auf je eine südliche und nördliche Gruppe verteilen lassen, wie es die<br />

nachstehende Übersicht zeigt.<br />

' ' L Südliche Seetypengruppe<br />

1. Oligotrophc Seetypen<br />

' Eqiiiselum-Tyi^<br />

Eqiiisetum - Phrmjmileft - )Ly\\<br />

Phr(i(jnülcs-Vy\\<br />

Loheli(i-'Vy\i<br />

2. Eutro})he Seetypen<br />

Scirpus laciisicr-Typ<br />

Tijplia - Alisina-Tyy><br />

Poiamogelon-Ty\)<br />

K II. Nördliche Seetypengruppe , --<br />

1. Oligotrophe Seetypen : ,<br />

! ^ Cfire.r-Typ ' ,<br />

26 • • >• • , . : .


300 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />

Potamogelon filiforniis - Cham -Typ<br />

Elodeiden-Typ<br />

2. Eutrophe Seetypen<br />

Stratiolcs -Typ<br />

Diese Gruppierung ist sowohl klimatisch als edaphisch bedingt<br />

und von den Trophieverhäitnissen unabhängig. Es ist ein Zufall,<br />

dass die Grenze der basischen Schiefer mit der für die lielophylen<br />

die wichtigste I^edeutung besitzenden klimatisciien Grenze annähernd<br />

übereinstimmend verläuft. Offenkundig ist aber, dass, auch wenn<br />

ganz Lappland aus dem gleichen kargen ki'istallinischen Gestein<br />

wie die übrigen Teile des Landes aufgebaut sein würde, die die nördlichen<br />

und südlichen Seetypen trennende Grenze dennoch den kli-<br />

matischen Kegionsgrenzen (JOHANSSON 193G, p. 247-218) folgend den<br />

Polarkreis schräg überqueren würden. Dann würden von den nördlichen<br />

Seetypen jedoch nur noch der Curex- und der Eh)dciden-Typ<br />

bestehend bleiben.<br />

Was die Selbständigkeit der Seelypen im Verhältnis zu ihrem<br />

regionalen Auftreten betrifft, so ist festzustellen, dass einige Typen<br />

in ihren Gebieten alleinherrschend sind, w^ährend man anderen durcheinander<br />

in einem ausgedehnten (k^biet begegnet, das weder als der<br />

^Machtbereich des einen noch des anderen Seety[)s angesj)rochen werden<br />

kann. Zu der ersteren Gruppe gehören diejenigen Seetypen, die<br />

im Hinblick auf das ganze Land unter dem Einfluss der am meisten<br />

vom Normalen abweichenden Standortsfaktoren entstanclen sind,<br />

nämlich alle nördlichen Seetypen und im Süden der Potanwgelon-<br />

TyP- Auch im südlichen Eutrophiegebiet begegnet man nebeneinander<br />

sowohl Typha - Alisma- als Scirpiis laciisterScen, auch wenn<br />

zwar die ersteren dominieren. Der grösste Teil des Landes und<br />

zugleich der überwiegende llauptteil aller unserer Seen fällt in den<br />

gemeinsamen Bereich der Eqiiisetiim-, Eqiiiseliim - Pliragmües- und<br />

Phragniites-Ty[)cn, die ihre Entstehung hauptsächlich den gleichen,<br />

aber verschiedengradig wirkenden Faktoren zu verdanken haben.<br />

Ganz wie einzelne eutrophe Wasserpflanzenarten als Indikatoren<br />

eines grösseren Nährstoffreichtums des Bodens und des Wassers<br />

dienen können, gilt auch der Ileichtum der Makrophytenvegetation<br />

an ihrem Teil als Kennzeichen der Fruchtbarkeit einer Gegend<br />

(vgl. CAJANDER 191Ga, p. 55; 191Gb, p. 487-188). Auch die<br />

botanischen S e e t y p e n eignen s i c h d a h e r wohl


Anil. Bot, Soc, Zool.-Bot. Fenn. Vananio, lä, n:o 301<br />

als ein hr a u c h b a r c s IM a s s (UM- a 1 1 g e m o i n e n<br />

F r u c h t 1) a r k e i t s V e r h ä 1 t n i s s e d e r v e r s c li i e d en<br />

e n G e h i e t e. Vergleicht man die regionale Verhreilung der vorhegenden<br />

Seetypen und die von mir unlersehiedenen Eutrophiegehiete<br />

mit den sog. Frueiitharkeitsprovinzen des Landes (Suomen<br />

Kartasto, KartenI)!. 17) und dem gesamten Artenhestand der Wasserflora<br />

sowie der Anzahl der eutraphenten Arten in denselben (LIN-<br />

KOLA 1933, Karte 2 und 3), so ergibt sieh eine deutliche Übereinstimmung.<br />

Das Süd- und südwestfinnische lüitrophiegebiet kommt<br />

in seiner (iänze innerhalb derjenigen drei Fruchtbarkeitsproviu/A'ii<br />

zu liegen, in welchen sowohl der (iesamtartenbestand der Wasserflora<br />

als die Anzahl der eutraphenten Arten am grössten sind.<br />

Vielerorts fallen sogar die Grenzen der Eutrophiegebiete mit denjenigen<br />

der Fruchtbarkeitsprovinzen zusammen. Ausserdem ersieht<br />

man (vgl. S. 298), dass die ausserhalb des eigentlichen Eutrophiegebietes<br />

gelegenen (iegenden, in denen eutro[)he Seen zahlreicher vorkommen,<br />

im Bereich der sich auch durch ihre reichere Landflora<br />

auszeichnenden Hainwaldzentren liegen. Die Übereinstimmung<br />

zwischen der Verbreitung des anspruchsvollen Wasserpflanzeni)estan(lcs<br />

und der eutropheu Seetypen sowie z.B. der besten Wakitypen,<br />

ist schlagend, so dass es faktisch möglich ist, die Ik'griffe<br />

Waidtyj) und Seetyp sowohl in physiognomischem als jiroduktivem<br />

Sinue einander gleichzustellen, in der Art, wie es z.B. P. PALMCJUEN<br />

(1928, p. 32) getan hat. In bezug auf die Moore verhalt es sich ähnlich<br />

nur in Ivappland, nicht aber im südlichen Teil des Landes, wo der<br />

überwiegende Mauptteil der Moore im Machtbereich der eutropheu<br />

Seen zu den produktionsschwächsten Weissmooren gehört (CAJAN-<br />

J)ER 1913, p. 100).<br />

Die Gleichschaltung der Land-und Wasservegetatioii ist indessen<br />

keine so absolute, dass sich die Seen stets etwa auf Grund der sie<br />

umgebenden Landflora bonitieren Messen (VALLE 1929). Bezüglich<br />

der Quellseen, deren Standortsfaktoren ja von der Nahumgebuug<br />

dirigiert werden, ist dies zwar wohl möglich, anders stellt sich aber<br />

die Sache bei einer Seenkette, wo sich z.B. der Dystrophiegrad des<br />

Wassers erheblich ändern kann, während die umgebende Laudvegetation<br />

ihren Charakter annähernd unverändert beibehält, wie es<br />

vielerorts im Binnenland der Fall ist. Jene wSchwächung des Dystrophiegrades<br />

hat einen bedeutenden Einfluss sowohl indirekt auf die<br />

iMakrophj'tenvegetation als direkt auf das Plankton und die Boden-


302 L. MarisLo, Die 1'loristisclien SeeLypeu Finnlands.<br />

fauna und führt schliesslich zu einer Umwandlung des ganzen Seetyi)s.<br />

Oft noch deutlicher tritt der Widersj)ruch zwischen den Trophieverhültnissen<br />

und der unigebenden Vegetation auf den ])aramixotrophen<br />

Scirpiis lacuslcr SCQIX zutage, wo der Einfluss der l'ernumgci)ung<br />

für die Eigenschaften des Wassers ausschlaggehend ist.<br />

Auch grosse, bis an das Ufer lierantretende Anbauflächen können<br />

einem kleinen See ein bedeutend eutropheres Gepräge verleihen, als<br />

es die natürliche Vegetation der Umgebung voraussetzte.<br />

Vergleicht man sodann die Verbreitung der botanischen Seetyj)en<br />

mit derjenigen der limnologischen (.IÄRNEFELT 1985), so ist die<br />

Übereinstimmung auch hier offenbar. Zunächst ergibt sich, dass die<br />

Eutroj)hiegrenzen in beiden Systemen einander vorzüglich entsprechen.<br />

Die detailliertere Ausgestaltung der (irenzen bei JÄRNEFELT<br />

an dem Teil von Südfinnland rührt von der Ueichlichkeit des von<br />

ihm benutzten fremden Angabenmaterials her. Seine in Finnland<br />

unterschiedenen ()ligolr()j)hie (s. str.) -Gebiete wiederum sind gerade<br />


VIII. SCIILUSSÜBEHSICMT.<br />

Vorliegende UiiLersucliung hat es sich zum Zweek gestellt, auf<br />

lloristisch-ökolügischer Gruiullage ein das ganze Land umfassendes,<br />

auf die Makrophytenvegetation begründetes Seetypensystem zu<br />

schaffen. Als weitere Bestrebung liat gegolten, dieses System ohne<br />

zeitbeanspruchende Spezialuntersuchungen jihj'siognomisch klar umrissen<br />

und zugleich verwendbar zu machen.<br />

]3ie beträchtliche Ausdehnung des gesamten Unlersuchungsgebietes<br />

hat die Materialbeschaffungsmöglichkeiten stark beeinträchtigt,<br />

weshalb die Unlersuchungsflächen sorgfältig im voraus unter Inachtnahme<br />

der verschiedenen Slandortsfaktoren gewiUdt werden mussleu.<br />

Wegen der grossen Abstände galt es, die Methoden der Untersuchung<br />

möglichst einfach uiul wenig zeitraubend zu gestalten.<br />

Infolge des Wechsels der wichtigsten Slandortsfaktoren in den<br />

verschiedenen Teilen des r.andes sind die Unterschiede in der Makrophytenflora<br />

und -vegetation so bedeutend, dass sie die Aufstellung<br />

deutlich begrenzter Seetypen erlauben. Für diese gilt als Cirobeinteilung<br />

die lunteilung in eine oligotrophe und eine eutrophe Typengrup[)e,<br />

wobei jedoch dem letzteren Hegriff ein bescheidnerer Inhalt<br />

gegeben worden ist als im übrigen l'ennoskand.ien oder in Mittel-<br />

Europa. Als Mass der luilro[)hie wurden vor allem die (lesamtartenzahl,<br />

die Anzahl der eutraphenten Arten sowie die allgemeine Ueichlichkeitsentfallung<br />

der Wasservegetation betrachtet. Als llesultat<br />

hat sich das auf S. 122-205 vorgelegte und in Tab. 5 kurz zusammengefasste<br />

Seetypeiisystem ergeben.<br />

Von den die Differenzierung der Seetypen bedingenden Faktoren<br />

ist die eda|)hische Faktorengruppe die wichtigste. Der grösste Anteil<br />

kommt dabei der Korngrösse und dem Nährstoffgehalt der verschiedenen<br />

Hodenarten zu. Auch ein indirekter Finfluss des bVIs-


304 L. Maristo, Die floristischen Seetypen Finiilaiuls.<br />

grundcs auf das (iedeilien und die Artenzusainniensel/Aing der Wasservegetation<br />

ist stellenweise zu verzeichnen.<br />

Der Einfluss der klimatischen Faktoren wird um so deutlicher,<br />

je nördlicher man kommt. In Lajjpland ist ihre Bedeutung zum Teil<br />

von geradezu ausschlaggebender Natur. An der Entstehung der<br />

eutrophen Seetypen kommt der Kultureinwirkung ein bedeutender<br />

Anteil zu. In zahlreichen Fällen hat die Makro{)hytenvegetation<br />

eines auf nährstoffarmer Unterlage gelegenen Sees ihr eutroi)hes<br />

Gepräge entweder dem direkten I^influss der Uferbesiedlung oder<br />

demjenigen einer kulturbetonten Fernumgebung zu vertlanken.<br />

Auch durch die i)hysikalischen Eigenschaften des Wassers, wie<br />

die Farbe und die Transparenz, desgleichen durch die von der Grösse<br />

der Seefläche abhängigen Expositions- und l'>osionsfaktoren sowie<br />

die Topographie der Ufer wird das Gedeilien der Wasservegetation<br />

und die Ausgestaltung der Seetypen deutlich beeinflusst. - Von den<br />

biotischen Faktoren stärkt sich wiederum der (irad der Konkurrenz<br />

Hand in Hand mit der zunehmenden Günstigkeit der Standortsfaktoren,<br />

d.h. mit dem zunehmenden (irad der lüitropliie.<br />

Die unterschiedenen Seetypen lassen sich in eine nördliche und<br />

eine südliche Gruppe einteilen. Der überwiegende Hauj)tteil der<br />

eutrophen Seetypen gehört zu der letzteren und die einzigen belangvolleren<br />

Eutrophiegebiete befinden sich in Süd- und Südwestfinnland.<br />

Die nördlichen sowie die eutrophen Seetyj)en treten ziemlich<br />

selbständig in ihren eigenen, regional begrenzten Gebieten auf, während<br />

das Verbreitungsgebiet der südlichen oligotro|)hen Seetypen<br />

für alle fraglichen Typen gemeinsam ist.<br />

Die Verbreitung der auf die Makrophytenvegetation begründeten<br />

Seetypen deckt sich in grossen Zügen auch mit der an der Hand der<br />

Landflora durchgeführten Hegionseinteilung des Landes in Fruchtbarkeitsprovinzen.<br />

Ausserdem lässt sich das hier vorgelegte Seetypensystem<br />

vorzüglich denjenigen Resultaten gleichstellen, zu denen<br />

die limnologiselle Seetyj)enforschung in Finnland gekommen ist.<br />

Mit den Ergebnissen der botanischen Seetypenforschung des<br />

l'^remdlandes kann das vorliegende Seetyj)ensystem mehrere Anknüpfungspunkte<br />

aufweisen. Vor allem die in den skandinavischen Ländern<br />

sowie in Norddeutschland und Nordrusslaiul erzielten llesultate<br />

sind untereinander wohl vergleichbar.


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p. 105- 167; VII. Witträsk. Ibid., 8, p. 181 - 192; VIII. Iso-Kiskonjärvi<br />

und Muurajärvi. Ibid., 10, p. 143 - 226; IX. Ibid., 12, ]). 145 - 283;<br />

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Notes on the a


SUOMENKIELINEN SELOSTUS.<br />

SUOMEN .lÄRVITYYPIT SUURKASVILLISUUDEN PERUSTE ELLA.<br />

Makeanveden eliömaailmaa massaltaan suurin osakas, vesien suurkasvillisuus,<br />

on viimeaikoiliin saakka jätetty suliteollisen välhälle huomiolle. Pääasiassa<br />

vasta kolmella viimeksikuluneella vuosikymmenellä on suoriteltu<br />

monografisluontoisia tutkimiiksia yksityisiltä järviltä. Sensijaan laajempia<br />

regionaalisia tutkimuksia, jotka pyrkivät järvityyp|)isystecn\in luomiseen<br />

kasvitieteellisellä pohjalla, on vain SAMUE^ssoNin (1925) tutkimus Taalainmaan<br />

järviltä sekä IvKiisENin (1929) Tanskan järviltä suorittama tutkimus<br />

veden j)ll:n vaikutuksesta korkeampaan vesikasvillisuuteen. Yritettäessä<br />

soveltaa näitä järvityyppijakoja Suomen vesiin on kuitenkin huomattu,<br />

etteivät ne täysin sovellu meillä käytettäviksi. Siksi kypsyi tekijässä ajatus<br />

koko Suomen käsittävän suurkasvillisuuteen j)erustuvan floristis-ekologisen<br />

järvityyppijaon luomisesta, mikä tässä tutkimuksessa on toteutettuna.<br />

Kenttätyöt suoritettiin varsinaisesti 1930sekä täydentäviä tutkimuksia<br />

kesinä 1939 ja 1940. Tutkimusalueet käsittävät 135 järveä tai<br />

järven osaa eripuolilta Suomea ja ne on valittu etukäteen tarkoin huonnoonottaen<br />

seudun maalaji- ja kaliioperäsuhteet sekä kulttuurin vaikutusasteeu.<br />

Lopputuloksena on J_2 varsinaista järvityyppiä, joista ensimmäinen,<br />

sikäli teoreettinen, että esillä olevassa aineistossa oi<br />

siihen kuuluvia järviä olo. Väliniuotojon luonnollisesta esiintymisestä johtuen<br />

on rajan vetäminen eri järvityyppien välille usein tuottanut vaikeuksia.<br />

Järvityypit on pyritty nmodostamaan fysiognoomisesti mahdollisimman<br />

yhtenäisiksi silmälläpitäen ennenkaikkea vesikasvillisuuden valtalajeja, eri<br />

elonniotojen keskinäistä runsaussuhdetta sekä ympäristö- ja kasvupaikkatekijäin<br />

mahdollisimman pientä vaihtelua. Vaikeata on ollut myös j)ääjaoituksena<br />

käytetyn^ oligotrofisen ja eutrofisen järvityyppirylimän keskinäinen<br />

rajoittaminen. JSutrofia makrofyyttilaji§ton<br />

kpkoon^^anon myös vesikasvillisuudbn yleisen runsaud^ ja kasvustojen<br />

tiheyden sekä eräiden kasvupaikkatekijäin kuten veden pll-arvon iuTomioonottaen.<br />

Eroitettujen järvityyppien erilaisuuden aiheuttavia kasvupaikkatekijöitä<br />

on käsitelty pääasiassa eri elomuotojen sekä kunkin järvityypin tyyi)pilajien<br />

kannalta yksityisiin autekologisiin probleemoihin tarkemmin puuttumatta.<br />

Eri kasvupaikkatekijäin ominaisen vaikutuksen toteaminen on usein<br />

vaikeata johtuen kullakin kasvupaikalla yhtaikaa vaikuttavien tekijäin paljoudesta.<br />

Yleinen havainto koko maan huomioonottaen on, että edafisten


31 1 L. Mcirislo, Die florisUsclien Seetypen Mmilands.<br />

tokijäiii, ciiiutiikaikkoa pohjuii karkQusastcen Ju riivintopiloisiuiden inerkjtys<br />

korkoaniinarv vosikasyiUisiiudcn motuistymisolle on tärkoiii. j^imrin on näiden<br />

U-kijiiin vaikutus iielofyyttilajistoon, vähäisempi liydrofyytteihin.<br />

Kiimaatlisten tekijäin uierkitys vesikasvillisuudelle, jota ei maan itälänsisuuutuissa<br />

huomaa, lisääntyy koko ajan etelästä polijoiseen siirryttäessä.<br />

La[)issa niiden vaikutus vesikasvillisuuteen huomataan lajiluvun tuntuvana<br />

pienenemisenä sekä helofyyttikasvustojen suhteellisena vähentymisenä.<br />

Öelvä syyperäisyys on huomattavissa kaikkien muidenkin kasvupaikkatekijäin<br />

vaikutuksessa. Niistä mainittakoon ennenkaikkea veden ominaisuuksien<br />

sekä erilaisten kulttuuritekijäin vaikutus vesikasvillisuuteen sekä<br />

järvityyppien syntyyn. Niinpä esim. vesikasvillisuuden rehevyys kasvaa<br />

selvästi railt^tan rajoittuvien viljelysttMi lisääntyessä.<br />

Verrattaessa eroitettuia suurkasvillisuuteen perustuvia järvityyppejä yleislimnologisiiii""järvityyppijakoihin<br />

havaitaan, että ne ovat hyvin keskenään<br />

verrattavissa, l.opullinen rinnastus on kuitenkin tässä vaiheessa mahdoton,<br />

koska vesianalyyseja ei voitu suorittaa. Molempien alueellinen levinneisyys<br />

Suomessa käy myös hyvin yksiin, mikä myös osoittaa, miten tärkeä osa<br />

vesien suurkasvillisuudella on sekä yleisen että regionaalisen limnologian tutkimuskohteena.<br />

Korkeamman vesikasvillisuuden perusteella eroitettujen järvityyppien<br />

levinneisyys vaiivistaa maakasvilajiston suliteen jo aikaisemmin selvitetyn<br />

tosiasian, ^yleisea .eutrofiaji harvinaisuuden Suomessa. Eutrofisten järvien<br />

määrä on myös vain murto-osa oligotrofisten määrästä. Laajempia eutrofiaalueita<br />

voidaan eroittaa vain Lounais- ja Etelä-Suomen savialueilla. Niiden<br />

rajat käyvät hyvin yhteen ns. viljavuusmaakuntien rajojen kanssa. Oligotrofiaalueella<br />

tavattavat eutrofiset järvet keskittyvät taas pääasiassa ns. lehtokeskuksiin<br />

eli sinne, missä kuivan maan kasvillisuuskin on paikallisesti rehevintä.<br />

Raja tässä eroitetun pohjoisen ja eteläisen järvityyjjpiryhmän välillä noudattaa<br />

sekä kallioperä- että klimaattista aluerajaa, jotka Etelä-Lapissa ja<br />

Kainuussa kulkevat paikoin aivan lähekkäin. Useimmilla polijoisilla järvityypeillä<br />

on vastineensa eteläisten järvityyppien joukossa. Lisäksi ovat<br />

pohjoiset järvityypit sikäli itsenäisempiä, että eri osissa Lappia on tavallisesti<br />

yksi järvityyppi selvästi vallitsevana. Sensijaan on Etelä-Suomessa<br />

alueellinen kirjavuus suurempi. Luonteenomaisin on siellä Sisä-Suomen<br />

järvialue, jossa vedet ovat enemmän tai vähemmän humuspitoisia riippuen<br />

siitä, mistä osasta alueelle ominaisissa reittivesistöissä on kysymys. Veden<br />

dystrofian väheneminen vedenjakajalta keskusjärviin päin on selvä ja siitä<br />

johtuen happamampien järvityyppien runsaampi esiintyminen alueen perifeerisissä<br />

osissa.<br />

Verrattaessa Suomen järvien suurkasvillisuutta Skandinavian ja Keski-<br />

Euroopan vesikasvillisuuteen havaitaan selvästi Suomen järvien karumpi<br />

yleisleima. Tässä esitetty jako on kuitenkin rinnastettavissa niihin järvityyppijakoihin,<br />

joita samalta pohjalta lähtien, vaikkakin pieniltä alueilta, on<br />

tehty munalla Pohjois-Euroopassa.


s e e t y p<br />

Equisetum -Typ<br />

Equisetum - Phragmites -Typ<br />

Phragmites -Typ<br />

Lobelia -Typ<br />

Potamogeton filiformis<br />

Chara -Ty[)<br />

- Carex-<br />

Typ<br />

Elodeiden -T^<br />

Nr. des Sees<br />

pH des Wassers<br />

Transparenz, m<br />

iJul räj) 11. \Vass(?r f) f lan ze n<br />

Wässer|i7fhinzen insgesan»t<br />

Bebautes Ufer, %<br />

Al i<br />

S.sj 5.8 6.o| 5.9<br />

'l.sj iü l.a|<br />

15 10<br />

9 \1U 11 \12\rd\ U \il5 16\ 17 18\ 19\ 20 21\ 22\ 22\ 24 26 26 27 28 29\ 30 31 32\ 33\ 34\ 35\ 36\ 37 38 39\ 40 4T\42 45 \ 40 47\48 49 60\öl\ 52 53 54\65<br />

6.31 G.i ß.sj fi.al 6,fi 6.5| 6.8 Kai '6.; 6.7| 6.t| 6.4 6.6| 6.5| 6.6| 6.7 6.6 6.4 6.8 6.8 6.6] 6.4 6.3 6.8| 6.8| 6.8| 6.6| 6.5j 6.9 7.0 7.o| 6. 6.6| 6.8 6.6| 6.7 6.6| 6.1 6.8 6.8 6.!) 6.7| 6.6[ 6.6 6.8| 6.6 6.7<br />

r.2| 1.4 1.2| l.sj l.ö Ö.isj 0.». 2.o| 2.5 2.5| 2.O[ 1.5 2.l| 1.2| 1.7| 2.6 2.9 2.8 2.7 3.4 3.7 3.2 3.0 2.6| 3.4| 2.7| 3.8| 3.«! 3.7 1.8 2.i| 3. 3.o| 4.0 2.6| 3.8 2.5 3.3 3.0 3.0 3.0 3.5| 3.7 4.4| 4.7 5.4<br />

-M - I 1 I 2 - I 3 Jj- - -I- 111111 -<br />

1 I 3 1 I 1 I - I - I - I -<br />

2| 2 Iii<br />

1| 3 2! 1<br />

5| 19<br />

15I15j15 2| 16 21 I 15 14 15jl8 16 19|17|12 24 23 13 22 16| 21 13 18| 20| 20| 21 I 15 I 11 17 23 18 22| 21 131 20 22 20 11 21 14 I 25 22 23 31<br />

10 20 20 75 65 15 25 10 50 10 45 I 40 10 15 I 80 I 70 20 15 15 40 15 15 10 I 10 I 20 30 I 5 |10 10 15 10 I 50 10 40 30 30 10 30<br />

10 50<br />

58 59 00 01\G2\63<br />

071 081 6-?yJ 7^\71 \72\ 731 741 75 \ 76 \ 77\ 78\ 79 80<br />

6.8 6T7 6.5 G.aj 6.3| 6.8 '6.8| 6.6[ li.tl 6.7| 6.7| G.9| 6.8f6.9"| 6.7|<br />

6.4| 6.8 6.6<br />

3.8 4.8 5.0 t.o| 4.3[ 5.4| 5.2 6.4| 5.O| 5.0 6.8| G.O| 7.1 H.o| 7.i| 4.8| 7.J S^ifH.a'<br />

-l-l-<br />

" | T n 3 - -<br />

"Ej 1 A<br />

11 16 1_3 17 ir.| 10| 18| PI 23<br />

211 10| \[\\ 16 jy<br />

13] 15<br />

50<br />

10 10| - I 10"f-^ I 5 10 51- fl» 15! -r- i 5 20<br />

- 1^5<br />

84\^\J6<br />

"7.3} 7.5 7'n| 7.5|_7.4<br />

•4'.5|'5.Ö •5ro|7)7i| 5.0<br />

.jjj 6 Al Al I<br />

25|J5 23|J7 j " 7<br />

10 I 10 'I 10 j 2'0<br />

88 89 901911 92<br />

G.aj 6.»| 6.<br />

6.o| 6.2| 7.<br />

3 2 -<br />

21 I 18 I 9 .8<br />

-I M -<br />

94 95 971 98 99<br />

6.8 6.7 7.3| 7.i| 7.8 7.2<br />

3.3 2.1 2.7| 3.o| 3.1 3.1<br />

1| 2| 3<br />

20 24 24 I 26 I 18 18<br />

10 101201 15<br />

Equist'luni limosuiti<br />

Typha latijolia<br />

.. 2; 3 2; 3 4; 5 5;/i G;5 6; 5 5; 4 5; 4 6; 6 5; 4 4; 5 't;5 7; 5 3; 3 5; 4 4; 6 4; 4 4; 5 4; 4 4; 3 4; 5 2; 3 3; 3 4:4 3; 4 4; 3 3; 2 6; 5 4; 5<br />

2; 6<br />

4: 4 5:4 i;5 4; 5 4; 4 3; 3 2; 5 3; 4 3; 4 2; 6 3; 4 4; 4 2; 3 3; 3 3; 3 4; 3 4; 3 4; 3<br />

1;7<br />

2:5 5:4 '»;7 4; 4 Ii; 4-2; 4 4; 5 4;5 4;3 3;3i2;3l4;i' 3; 4 4^3^ -<br />

3; 6<br />

3; 3; - 3; 3 3 2; 2 2; 4 2; 5 4; 6,3; 3 3; 5 3; 3i3; 3 3; 4 3; 4 3; 4 2;3|3;4 5; 5 2; 4 3; 5 6; 6 6; 6 O, r. r O 5; 5 2; 3 2;<br />

T. anguslijolia<br />

Scirpus lacuster<br />

2; 3 2; 3 2; 2 1;2 2; 3 3; 4 4; [)<br />

4; 5 2; 3 6; 5 6; 6 7; 6 4; 6 5; 6 4;;) 3; 4 4; 6 1;3 4; 3 );5 6; 6 3; 3 3; 5 i;2 1;3 3; 3 5:4 3 3; 5 2; 5<br />

S. eupalustcr .<br />

2; 3 2; 2 4; 4 2; 3 4; 5 4; 3 3; 4 3; 3 2; 4 3; 3 3; 4 3; 4 5; 4 5; 4 4; 3 3; 4 4; 4 4; 4 4; 5 4; 4 4; 5 4; 5 3; 3 5; 5 4; 3 3; 3 3; 3 1;2 3; 4 4; 4 5; 5 4; 4<br />

Vhragmites communia 2; 2 4; 3 3; 4 4; 3 1;5 3; 3 3; 4 4; 4 2; 2 1;3 3; 3 4; 5 4; 5 5; 5 4; 4 3; 4 5; 4 6; 6 7; 7 4; 5 6; 6 3; 5 4:4 r. r 5; 6 5 6; 5 6 5; 5 4; 5 5:4 5; 4 4; 4 4^4 4; 4 5: G 5; 5 G; 5 3; 2<br />

Scolochloa festucacca .<br />

Ghjceria maxima ....<br />

Sagittaria nalans<br />

4; G 4; 5 2; 3<br />

2^3<br />

Potamogeton nalans . . . .<br />

2; 4 2; 4 G; 5 3; 3 3; 3 2; 4 4; 4 4; 5 1;3 2; 3 3; 4 4; 5 5; 5 4; 5 3; 3 3; 3 1;3 2; 5 2; 3 3; 7 4; 3 4; 5 4; 3 2;2 4; 6 1;2 3; 3 3; 3 2; 3<br />

Sparganium Friesii . . . . 3; 3 3; 3 4; 3 4; 5 3; 3 3; 4 3; 4 2; 2 3; 4 4; 5 5; G G; G 5; 4 4; 3 1;3 3; 4 3; 4 3; 4 K. r 4; 5 5^4 4; 3 4; 4 5; 6 2; 3 4; 4 3; 4 3^4 3; 4 4; 4<br />

S. affine<br />

3; 3 2; 2 3; 3 3; 2<br />

3^3 3; 4 3; 3 2; 3<br />

Alopecurus acqualis . .. .<br />

3; 3 3; 2 2; 3<br />

2;2<br />

1;4<br />

Glyceria fluilans<br />

5^2<br />

3; 3 6; 5 2; 2 2^2 3; 3 2; 2 3^4<br />

1^2 2; 3<br />

Polygonum amphihium . .<br />

2; 3<br />

2; 3 4; 4 3; 5 4^5 2; 3 3^3<br />

2; 3 3; 5 3; 4<br />

Nymphaea alba<br />

3; 4<br />

5; 3<br />

3; 3 5; 5<br />

3; 3 3; 3 2; 2<br />

N. Candida<br />

2^2 3; 3 G; 4 2^ 3; 3 3^2 3^3 2^3 3; 3 1^3 2; 2 1;3 2; 3 2; 2 3^4 5; 5 3; 3<br />

5; 4 2; 2 2; 3 3; 3 5; 5 5; 4<br />

2; 3<br />

N. tetragona<br />

3; 3<br />

3; 4<br />

Nuphar luteum<br />

2; 3 4; 5 3; 3 4; 4 G; 6 5; 4 5; 4 4; 4 4; 5 4; 3 5; 4 4; 4 5:4 4; 4 3; 4 2; 3 3; 2 5; 5 G; 6 4; 3 3; 4 2; 3 4; 5 4; 5 4; 4 3; 4 4; 4 4; 5 4; 4 4; 4 1:2 5; 3 5; 4 3; 5 2; 4 3; 3<br />

N. pumilum<br />

3:3 2; 3<br />

3; 5 4; 3 2; 2 3; 4<br />

6; 6<br />

2; 2<br />

3; 3 4;;- l;3<br />

Ilydrocharis morsus-ranae<br />

2; 4<br />

Lemna minor<br />

2; 2 1;2<br />

1;3<br />

Spirodela polyrrhiza . . . .<br />

S trat io tes a lo ides<br />

Elodea canadensis<br />

Potamogeton perfolialus . .<br />

3; 2 G; 4 3; 5 3; 2 3; 2 4; 5 2; 2 3; 5 2; 4 4; 3 4; 3 5; 5 4; 3 3; 4 4; 4 4; 3 4; 3 2; 2 3; 3 3; 4<br />

P. praelongus<br />

2; 4<br />

1;3 3; 3<br />

P. lucens<br />

6; 4<br />

3; 5 2; 2; 6 2; 5 4; 4 3; 4 3; 3 i; 3 4; 5 G 1;G 3; 3 1;3 1;3 1;2 - 2;3 3;3j3;3 2;3 3;3| - i - |1;2<br />

2; 3 -<br />

1;3<br />

4 4; G 4; 4 4; 6 2; 4 4; 5 3; 5 4; 5 5; G 6; 5 5; 5 5; 5 5; 4 3; 5 5; 4 3; 4 3; 5 4; 4 - 3; 311;2 3; 4 2; 3,4; 3 4; 311; 3 G; G 2; 3 4; 4 2; 3 3; 3 2; 4<br />

4; 6 6; 6 1;3 3; 7 5; 6 G; G 4; 6 5; 6 6; 6 5; 5 G; G 6:6 G; 5 'i;G 4; 5 G; 6 5; 4 5; 5 G; 5 5; 4 5;4|4;4 4;4|4;4'5;5 5; 6 5;5 5;5l4;3;4;G 3; 3 4; 4 4; 4 4; 3<br />

3; 4 1; 3<br />

2; 5 3; 5<br />

5; 6 3; 4<br />

•,4i3;4 3; 4 -<br />

1;2<br />

3; 4 1;3<br />

2; 2 4;5j3;5 3; 5 4; 4 4; G 4; 5 1;3 3; 4 2; 4 2; 3 1;3 2; 3 1;3 3; 4 4; 3 3; 3 i;5<br />

4; 4 4; 6 3; 4 3; 312; 3 3;2j3;3|3;4 5; 5 2; 4 2; 2 2; 4 3; 4 4; 4 2; 3 4; 4 3; 2 2;2 2; 2 3; 4<br />

2; 2 3; 2<br />

3; 3<br />

2; 2 1^3 2; 2; - "" j i "" 4; 3 2; 2<br />

2; 3<br />

3; 3 ;3i3;2 3; 2 4; 4 3; 4 6; 4 1;4 3; l;3 3 2; 3 3; 4<br />

3^3 2; 2<br />

3; 4 3; 4 2; 4 2; 2 5; 4 5;5 4; 5 5; 4 5; 6 r. r 4; 4 - 2; 4 2; 4<br />

3; 4<br />

- i2;3<br />

2; 2 2; 2<br />

3; 3 2; 2<br />

2; 31; 3 2; 3 3; 2 3; 3 3; 5<br />

1^2 3; 4 3; 3 - !3;2<br />

2; 2 1;3<br />

2; 2 2; 3<br />

3; 4<br />

3:3 2; 4 3;4 4;4 3; 413; 314; 3 4; 5 2; 4 i;3'3;4 5; 4 5; 4 2; 3 3; 4 3; 3 4; 4 1;2 2;2i2;3 1;3<br />

2; 3 2; 3<br />

2; 2<br />

3; 4<br />

2; 3 3; 5<br />

- I - I -<br />

1;3<br />

i;5<br />

2; 3<br />

5; 4<br />

1^2<br />

3; 3 4; 5 3; 4 2; 2 5; 3 4:3 2; 2 3; 2 3; 3 4; 3 5; 4 3; 2 6; 3<br />

2; 3<br />

3; 2<br />

3; 3<br />

P, obtusifolius<br />

P. pusillus<br />

P. zosterifolius<br />

P. filiformis<br />

2; 2 1;2 1;2 4; 3<br />

1;2<br />

1;2 2; 2 1;2<br />

1;2 2;1 1;4<br />

1;2<br />

Najas tenuissima<br />

Lemna trisulca<br />

Ranunculus conjervoides .<br />

Ceratophyllum demersum .<br />

Myriophyllum alternifl. ..<br />

M. spicatum<br />

M. verlicillalum<br />

Calli'-^ ' e auturnnalis . .<br />

UiricUiuria vulgaris ....<br />

U. intermedia<br />

U. minor<br />

1; 2 1; 5 3; 3 -<br />

4; [1 5 2; 3 - 2; 3.1;2 1;2 1;3<br />

,5 4; G 5; 6 2; 4 6; 6 4; 4 4; 4 4; 4<br />

_ I<br />

3; 3 2; 2 1;2 2;4| - -<br />

'1; 6<br />

2; 2 1;2 2;2l3;3 'il: :<br />

2; 2 - '1;3 1;2 2;3i - i2;3 3; 3 4^6<br />

2; 2 4; 3 3; 2 -<br />

2;2 -<br />

1;2<br />

- - 3;4 4;3j -<br />

3; 3 5;5| - 2; 3 3;2 2^1 - • - 1;1<br />

3; 2 3; 4 - 3;4|3;3 1;3 2; 4 1; 2! -<br />

1;2<br />

3; 2<br />

4; 4 1;2 4; 3 5; 2<br />

1;1 2; 2<br />

3; 2<br />

3; 4<br />

t;3<br />

3; 3<br />

fi;<br />

1; 4; G<br />

4; 6 3; 3<br />

3; 4 G; 5 5; 5 4; 5 7; G 3:4<br />

- 13; 5<br />

1;2<br />

- .2; 4 1;5 3; 415;5<br />

2; 5 2; 5 3; G<br />

- !3; 6 3; 3! -<br />

3; G 3; 7 5; 7 3; 3 3; 4 3;<br />

4; 5 2; 4 4; 5 4; 3 2; 2 4; 5 4; 4 3; G 2; 3 2; 3 4; 7 4; 4<br />

1;3<br />

3; 2<br />

4; G - 4; 3; - 2;4 - I - 2; 4<br />

~ I -<br />

1;4 2; 5 1;2 2; 2<br />

5; 6;3;5 5; G 2; 3 3;3!3:: - 1;4 - 3; 5 3; G 1;3 4; 4 3; 3 2; 3<br />

1;3|1;2 2; 5 2; 3 5; 4 3; 3 2; 3<br />

- 1;2<br />

5; 5 3; 4 G; 5 3; 3 5; 4 5; 4 4; 3 7; 4 3; 3 5; 4 5; 4 5; 4 5; 4 S; 4<br />

2; 2 3; 3 4; 2 'i;2 1;2 4-4 t;3 •A- 9 1;3 1;2 3; 2 4; 2<br />

3; 3<br />

2; 3 1;2<br />

2; 5<br />

4; 4 4; 5 2; 3 5; 5 4; 4<br />

2; 2 3; 3 4; 3<br />

i;2 5; 5<br />

G; 3 5; 3 4;;: 3; 2 4; 4 2; 2 4; 5<br />

2; 4<br />

2; 2<br />

2; 2<br />

2; 4<br />

2:4<br />

1;4 1;3 2; 2<br />

2; 3<br />

i;2<br />

1;1<br />

Potamogeton gramineus<br />

P. alpinus<br />

1;5 1;1<br />

Ranunculus pelialus . .<br />

Callitriche v?rna<br />

C. polymorpha<br />

Isoéles lacustre<br />

5; 5 3; 2 5; 3 5; 3 4; 3 4; 3<br />

/. echinosporum<br />

3; 3<br />

J uncus supinus mf. f luit.<br />

3; 2 4; 4 4; 3 3; 2<br />

Scirpus acicularis ....<br />

3; 3<br />

Ranunculus reptans .. . 2;2 4; 3<br />

3; 2<br />

Suhularia aquatica ....<br />

3; 3<br />

Elatine iriandra<br />

3; 3<br />

E. hydrupiper<br />

Tillaea aquatica<br />

Litorella uniflora<br />

Lobelia dorimanna<br />

2; 3 4; 4 4; 3 4; 3 G; 5 5; 4 4; 4<br />

Alisrna i)lanta^o .....<br />

- 2; 2<br />

Sagittaria sagittifolia .<br />

Butomus umbellatus .<br />

Sparganium minimum<br />

S. simplex<br />

S. ramosum<br />

Iris pseudacorus<br />

Rumex hydrolapathum<br />

Ranunculus lingua . ..<br />

Hippuris vulgaris ...<br />

Lysimachia thyrsiflora<br />

3; 2 1;2 2; 3 2; 3<br />

2; 3<br />

2; 2 1;2 3; 3<br />

3; 4 3; 2 4; 3 4:3<br />

3; 3<br />

1;2 3; 3 2; 2<br />

2;2 3; 3<br />

2; 3<br />

2; 2<br />

3^2 2; 2 4^3 3; 2<br />

3; 4 3; 3 3; 4<br />

3; 2 2; 3 3; 3 2; 3 3; 3 3; 2 3; 6 3; 4 5; 3 3; 3 3; 2 5; 3 5; 4 2; 2 5; 4 2; 2 4; 4 2; 3 4; 3 l;2 3; 5 3; 3 4; 2 3; 2 4; 2 4; 2 '»;2 4:2 6; 3 4; 2 3: 2 6; 4 3; 2 3; 3 5; 5 3; 4 4; 3 4; 2 5; 2 4; 2 4; 4 5; 2 3; 2 5; 3 5; 2 3; 2 2; 4 2; 2 4; 2 6; 4 6; G 4; 5 2; 2 5; 5 2; 4<br />

1;3 3; 6<br />

2; 5<br />

4; 6 3; 3 3; 5 2; 3<br />

2; 4 2; 3 2; 2<br />

1;1 1;2 2;2 2; 4 2; 5 2; 4<br />

1;2<br />

3; 3 2; 4 3; 4<br />

2; 2<br />

2; 2 1;2<br />

3; 2 4:3 3; 2<br />

3; 3<br />

2; 3 1;2<br />

1:2 2; 2<br />

2; 2<br />

1;2<br />

2; 2<br />

1;3<br />

1;2 1;3 1;3<br />

2; 2<br />

3,3<br />

2; 2<br />

2; 3<br />

3; 3 4; 4 4; 4 2; 3<br />

3; 3<br />

2; 3<br />

4; 3<br />

2; 3<br />

5; 4 4:4 3; 4 2; 2 4; 3<br />

3; 4<br />

4; 5<br />

6; 5 2: 3 3; 4 4; 5<br />

4^5 3; 2 3^4 4; 2<br />

1;3<br />

275 2; 3<br />

3; 3 2; 3 4; 4 5; 4 6; 4 2; 5 5; 4 4; 4 3; 2 5; 4<br />

1;2 1;2 1;2<br />

3; 2 2; 2 2; 2<br />

2; 2<br />

2; 2 2; 3<br />

1;1<br />

1;5<br />

3; 3<br />

3; 3<br />

1;2<br />

G; 5 3; 3 5; 4 4; 4 5;4 6; 4<br />

Scirpus silvaticus . ..<br />

Carex elata<br />

4; 4 3; 3 3; 3 3; 3<br />

C. gracilis<br />

C. aqualilis<br />

2;2<br />

2; 3<br />

3; 2<br />

2; 3<br />

i;4 6; 4 1;4<br />

3; 5 2^3 4; 3<br />

4; 3 2^4<br />

1;4 4; 5<br />

4; 4<br />

4; 5 5; 5 5; 5 6; 6 4; 4<br />

1; 3 1;3<br />

1;2<br />

3; 3<br />

1;2<br />

2; 2 3; 3 2;4 2; 4<br />

1;1 4; 2<br />

4; 3<br />

2; 2 2;2 3; 2 1;1 2; 2 1;1 1;1 2; 2 2; 2 4; 2 2; 2 5; 2 1:4 3; 4 3; 3 4; 4 5; 3 3; 2 3; 2 5; 5 6; 5 2; 2 1;2 2:2 5; 3 4; 4 4; 2 5; 4 3; 3 4; 4 1;2<br />

2; 3 2; 5 2; 4 2; 3 2; 3 2; 3 1;2<br />

1;2 4; 2<br />

1;3 3; 4<br />

3; 3 3; 3 2; 3 4; 4<br />

3; 2 t;l<br />

1:2<br />

2;1<br />

1;2<br />

3; 3 5; 4 1^2 G; 5 5; 6 4; 3 7; 6 5; 5 7; 6 7; 6 5; 4 G; 6 3^3<br />

5; 5 6; 5 6; 5 4; 4 5; 4 4; 4 3; 4 4; 4 7; 6 5; 5 G; G G; 5 6; 5 5; 5 G; 6 5; 5 ;};3 5; 4 5; 4 5; 4 4; 4 6; G 6; G 5; 5 4; 4 4^3 7; 6 G; 5 6; 5 6; 5 7; 7 6; 5 4; 3 6; 6 6; 5 6; 5 6; 5 3; 2 5; 4 3; 4<br />

3; 3<br />

3; 3 2^3 4; 3 5; 3<br />

3; 3<br />

3; 3<br />

4; 3 5; 4<br />

5; 4 4; 4<br />

3; 3 5; 3 5; 4 5; 4 3; 3 5; 4<br />

3; 2 4; 4<br />

3:3 4^4 2; 2 2; 4<br />

4; 3<br />

4; 4 1^4<br />

3; 2 3; 2 2; 2 4; 4 4; 5 1^2<br />

1;2 4; 4 4; 4 3; 3 4; 4 3; 3 3; 3<br />

5; 4 5; 4 3; 3 5; 4 3; 4 4; 4 3; 4 4; 4 5; 4 4; 4 4; 4 5; 4 3; 3 4; 3 4; 3 5; 5 5; 4 5; 4 3; 3 3; 3<br />

3; 3 5; 4 4; 5 5; 4 5; 5 6; 6 3; 3 4; 5 5; 5<br />

2; 3<br />

4; 4 3; 3 5; 4 5; 4 2; 2 3; 3 2; 3 5; 5 3; 3 2; 2 3; 3 5; 4 6; 4 3; 4 4; 4 4; 5 5; 4 4; 4 4; 4 5,4 5; 4 5; 4 5; 4 5; 3 4; 4 5; 4 3; 4 5; 4 4; 3 4; 3 2; 4 5; 5 3; 3 4; 3 5; 5 5; 5 5; 3 4; 4 5; 5 4; 3 5; 5 5; 4 6; 7 G; 5 4; 5 5; 5 3; 5<br />

6; 6 3^4 4; 3 3; 3 G; G<br />

4; 5 4; 5 4; 4 5; 4 5; 5 4^4 4; 3 2; 3 4; 4 5; 5 3; 3 3; 3 3; 3 2; 3<br />

5; 4 4; 4 3; 3 2; 3 5; 5 4; 4 6; 5 4; 4 4; 5 4; 4 2; 2<br />

3; 2<br />

2; 3 2; 4<br />

2; 2<br />

1;3 2; 3 1;3<br />

2; 2<br />

3; 3 3; 3 1;2<br />

3; 4 3; 3<br />

2^3 5; 4 2; 3<br />

4; 3<br />

2; 2 3; 3<br />

2; 4<br />

1^3 3; 3 3; 3 5; 4<br />

3^4<br />

3; 3<br />

4; 4 3; 3<br />

6; 7 G; 5<br />

6; 5 5; 5 4; 3<br />

4; 3 5; 4 4; 4 6; 6 6; 4 5; 4 5 5; 4 2; 3 3; 3 5; 5 4; 5 5; 4<br />

- 3; 3 3; 3 5; 4 4; 3 3; 3 5; 4 5; 4 4;3 3;3 4;3 :};3 4; 5<br />

4; 3<br />

6; 4 6; 4 G; 5 6; 6 6; G 5; 4 5; 4 5;. 5; 4 5; 5 2:3 5; 4 G; 4 7; 6 7; 6 G; 4 5:3 7; 5 6; 5 4; 3 4; 3 - 3; 3<br />

- - 4;3 4:4 3; 2 3; 2 3; 3 3; 5 3^2 3;2 - - 4;4 4; 3 2;2 2;1 2^2 1;2 2; 2 4; 2 3; 2 2; 4 4; 3 2; 2 3; 2 3; 2 2; 2 3; 2 2^2 4; 2 2: 2 3;2 4^2 3; 2 4; 2 4; i 3; 2 4; 3 2; 2 2; 2<br />

3; 2 3; 2 3; 1 4^2<br />

l;2<br />

3:5<br />

11, w 1<br />

2; 4 1;2<br />

3; 2 2; 2<br />

2;2<br />

1;1 2; 2<br />

1;3<br />

1;3 1;3 2;4 1;2 3; 6 3; 3 1;2 3; 4<br />

1;3 1;2<br />

2;3 3; 3 2^2 2; 4 2; 3 2; 2 1;3 2; 4 2; 4 I;2 2; 3 i;3 2; 3 2; 2 3; 4<br />

1;2 2; 3 3; 3<br />

2; 2<br />

3; 3<br />

2; 4<br />

3; 3<br />

3:3<br />

1;2<br />

1;2<br />

1;3 1;2<br />

4; 3 4; 4 6; 6 3; 3 2; 2 3; 3 4; 4 6; 5 4; 3 4; 5 4; 3 2; 2 3; 3 3;3 4; 3 -3:3 3; 2 3;3 4; 3 4; 3 3; 3 4; 3 4; 3 2; 2 2; 3 3; 3 3; 3 3; 4 - 5; 4 4; 3 2; 2 2; 2<br />

4; 5 G; 5 7; 4 6; 4 4; 4 6; 5 3; 4<br />

4; 2 1;2<br />

2; 2<br />

3; 2 2; 3 1;2 2; 2 3; 3 4; 3 3; 2 3; 3 4; 4 t;2 3; 3 4; 2<br />

2; 3 2; 3 2; 5 4; 4 2; 2<br />

5; 5 5; 5 f>;ö 4; 4 4; 4 6; 4 6; 6 4; 4 - 5; 4<br />

3;3 1;2 4; 4 4; 4<br />

5; 4 3 2; 3<br />

G; G 5; 5 3; 5 3; 4 5; 3 G; 7 3; 4 2; 3 4; 3<br />

4; 4 2; 4 6; 5 5; 4 3; 5 4; 4 5; 4 G; 7 3 3; 3 5; 3<br />

5; 5 4; G 2; 3 2; 3 6; G '3; 3 4; 3<br />

4; 4<br />

5; 4<br />

4; 3<br />

2; 2<br />

4; 2<br />

1-4<br />

2; 6 3; 3 4; 4 1;<br />

C. pseudocyperuH<br />

C. rostrata<br />

C. vesicaria<br />

C, lasiocarpa<br />

Phalaris arundinacea<br />

Calla palustris<br />

Rumex a(^uaticus ....<br />

5; 5 2; 4 3; 4<br />

4^5 4; 4 5; 4<br />

4; 5 5; 5<br />

3; 3 3; 4<br />

3; 3<br />

Montia nvularis<br />

Ranunculus flammula<br />

Caltha palustris<br />

Comarum palustre . . .<br />

Lythrum salicaria ....<br />

Cicuta virosa .......<br />

Menyanthes trifoUaia .<br />

Myosotis scorpioides .<br />

Lycopus curopaeus<br />

Ridens cernuus<br />

..<br />

1;2<br />

2; 2 1;2 1;2<br />

3; 3 4; 3 5; 4 2; 2 3; 3 3; 3 2;4 5; 3 3; 2 - 2; 2 2; 4 2; 3 2; 2<br />

3; 4 3; 3 2;3<br />

3; 3<br />

5; 2 3; 3 2; 2 2; 3 i;2<br />

;2<br />

3; 3 4; 3<br />

4; 3<br />

5; 4 3; 4 5; 3 3; 2 2; 3<br />

3; 3 2; 3<br />

4; 5 4; 3<br />

4; 4<br />

2^4<br />

3; 4 5; 3 6; 4 3; 3 4; 4 4; 4 6; 4 4; 4 2; 3<br />

3; 3 2; 3 5; 3<br />

3; 3 4; 5 4^5 2; 2<br />

3; 4<br />

2; 3<br />

4; 3<br />

2; 2 5; 5 3; 3<br />

l;3<br />

4; 4<br />

3; 3<br />

2; 3<br />

6; 6 5; 5<br />

3"4<br />

3; 2<br />

2^4<br />

4; 5<br />

3; 6<br />

274<br />

3; 5<br />

4^5 3; 4 4; 5 4; 5 4^4 2^3 5; 5 4; 4<br />

2; 3<br />

4; 4 5; 5 5; 6 3; 4 4; 4 5; 5 5; 5 5; 4<br />

2; 2 1;3 2; 3 1;3<br />

5; 7<br />

3; 3<br />

3; 4<br />

1;2<br />

1;2 3; 4 3; 5 3^4 2; 4 4^4 4^4<br />

2; 6 3; 5 3; 3 4; 5 3; 5 1;3<br />

3; 3 3; 4 3; 4 3; 3 3; 3 3; 4<br />

6; 3 G; 3 3; 2 3; 3 4; 3 5; 4 4; 3<br />

3; 4 2; 5<br />

5; 5 4; 4 5; f) 4; 5 2^3 4;4 4; 5 5; 4 4; 4<br />

4; 4 4; 4 2; 3 3^5 2; 3 3; 4 4; 5 6; 5<br />

1;4 2; 5 3; 3<br />

4; 4<br />

3^4<br />

1;2<br />

2; 3 4; 3 2; 5 3^4 6; G 5; 5 G; G 4^4 5; 5 5; 4 5; 5<br />

1;3 2; 3<br />

4;5 3; 3 4; 4 2; 5 4; 4 4^3 2; 2 1;3<br />

i;4<br />

3; 2<br />

2;;<br />

2;:<br />

2; 3 3; 2 4; 4<br />

6; G 3; 4 7; 4<br />

3; 2<br />

4; 5 2; 5 6; 7 7; 5 2; 4 3; 5 3; 4 5; G 2; 5 4^4 4; 4<br />

2; 5<br />

6; 5 2^5 G; 5 3; 4<br />

3"4 273<br />

2; 3<br />

2; 2 3; 2 4; 2<br />

2; 4 2; 2 2;2<br />

4; 2 4; 2<br />

2;3 1;2<br />

2; 2<br />

4; 3<br />

2; 2<br />

4; 3<br />

5; 5<br />

5; 4 4; 4<br />

4; 3 4; 3<br />

4; 2 4; 3<br />

1;3 1;2<br />

1;2<br />

3; 2<br />

4; 2<br />

2; 3<br />

3; 3<br />

2; 2<br />

3^2<br />

2; 2<br />

1;2<br />

4; 4 3; 2 2; 2 1;2 2; 2<br />

'i; 4 'i;2 4; 4 4^4 4; 2 3; 2 3; 2 4; 2<br />

3; 3 1;2 3; 2 2; 2 3; 2<br />

4; 4 2; 3<br />

3; 3 3; 3 3; 4 1;2 4^3 3; 4<br />

1;2<br />

2; 2 3; 2 2^2 2;2 2; 3<br />

1;2 2; 2 4; 4 3; 4 4; 3 't;3 2; 3<br />

5; 3 1;2 2; 2 3; 2 4; 2 3; 2 2;2 '.;2 3; 2 3; 2 3; 2 2;2 3^2<br />

3; 2 4;2 4; 2 5; 2 'i;2 3; 2 3; 2 5; 2 4; 2 4; 2<br />

'»;2 -<br />

1;1 4; 2 3; 2<br />

3; 3 3; 3 1;4 3; 3 3; 3<br />

3; 3 2; 3<br />

2;2 3; 2<br />

2; 2 1;2 3; 2 3; 2 3; 2 4; 3 '•;2<br />

1;1 o. ') 4; 2 2; 2<br />

2; 2 l;4 1;4 2; 3 3; 3 2;2<br />

1;2<br />

3; 2<br />

4; 2<br />

2; 3<br />

3; 4<br />

1;3<br />

3; 3 2; 2 3; 2 2; 2<br />

2; 2 3; 2 3; 2 4; 2 4; 2 4; 4 3; 2 4; 3 3; 2<br />

2; 2 4; 2<br />

1;2<br />

l;3 1;4 2; 4 2; 2 3; 3 t;2 2; 3 1;2<br />

3; 2<br />

l;3<br />

5; 2 2; 2 3; 2 4; 3 2;:<br />

3; 2 5; 4 2;2 3; 2 4; 2 3; 2 7; 2 5; 2 5; 2 3; 2 3; 3 5; 4 5; 4<br />

'). o<br />

o. ')<br />

2; 4<br />

1;2 l;2 3; 4 4; 4 513 2; 4 3; 4 2; 3 3; 4 3; 3<br />

X -<br />

Nitella flexilis ...<br />

X - - X X - - X - X - - - X - X ~ X<br />

N. Wahlbergiana<br />

Chara strigosa . . .<br />

C. fragilis<br />

X<br />

Fonlinalis^ anlipyretiva<br />

F. hyp no ides<br />

F. spp<br />

Drepanocladus aduncus<br />

Ü. capillifolius<br />

D. exannulatuH<br />

1). exannulalus coli, ..<br />

J). fluilans<br />

I). procerus<br />

I). revoWens coll<br />

1). Sendtneri<br />

1). irichophyllus<br />

D. tundrae ,•;•••<br />

Scorpidium scorpioides<br />

Calliergon megalophyllum<br />

Acrocladium cuspidatum .<br />

Rhynchostegium rusciforme<br />

V. lacustre<br />

Sphagnum cuspidatum<br />

S. papillosum<br />

S. platyphyllum<br />

Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn, Vttnanio, 16, n:o 5,


-Typ<br />

6.0<br />

25<br />

10<br />

'i-/*<br />

4:5<br />

5; G<br />

53\ö4\åå 561 57<br />

6.g| G.el 6.7| 7.i| G.«<br />

4.1 4.7<br />

2| 1<br />

22 23<br />

3; 3<br />

5; G<br />

G; G<br />

4; 413; 4<br />

4; 513; 5<br />

3; 3!2; 3<br />

2; 2' -<br />

4; 313; 2<br />

5; 4; 5; 5<br />

- i2;3<br />

2; 3:1; 3<br />

3;4 4;'<br />

4; 3<br />

4; 3<br />

G; 5<br />

5; 5<br />

5.il 4.o| 3.8<br />

51 1<br />

311 23 40<br />

50<br />

4; 3<br />

t;!)<br />

5; 5<br />

6; G<br />

3; 5<br />

3; 2<br />

3; 2<br />

4^5<br />

2; 3<br />

2; 2<br />

3; 4<br />

3; 4<br />

4; 4<br />

3; 3<br />

4; 4<br />

5; 4<br />

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3; 3<br />

55<br />

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5; G<br />

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G; G<br />

30<br />

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5; 4<br />

G; 5<br />

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1>;5<br />

6.8| 6.7] G.<br />

4.8| 5.O| 7.C<br />

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22| 11 I 33<br />

25 5 50<br />

2; 5<br />

3; 5<br />

V; G<br />

1;3<br />

4; 5<br />

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3; 3<br />

5; 4<br />

G; G<br />

3; 5<br />

4; G<br />

3; 4<br />

3; 4<br />

5; G<br />

3; 3<br />

4; 3<br />

2; 2 3; 2<br />

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3; 3<br />

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5; 4<br />

2; 3<br />

3; 3<br />

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2; 3<br />

4; 5<br />

5; 5<br />

4; 3<br />

G; 4<br />

3<br />

1;3<br />

4; 5<br />

1;3<br />

2; 4<br />

1;4<br />

4; 4<br />

2;<br />

2; 3<br />

- 3; 4<br />

2; 212;4<br />

- |2;2<br />

3; 3 2; 3<br />

3; 3:3; 4<br />

3; 4<br />

3; 5<br />

1;3<br />

4; 3<br />

2;1<br />

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5; 4<br />

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G; 3<br />

2; 5<br />

3; 4<br />

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3; 2<br />

4; 2 3; 2<br />

5; 4<br />

G; 3<br />

3; 3<br />

G; 4<br />

2;2<br />

1;2<br />

4; 3<br />

2; 2<br />

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4; 3<br />

4; 3<br />

5; 3<br />

4; 4<br />

3; 3<br />

4; 5<br />

5; 4<br />

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t; 4<br />

4; 2<br />

1;2<br />

3; 2<br />

4; 3<br />

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I; 3<br />

6; 4<br />

3; 5<br />

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G; 3<br />

4; 4<br />

3; 2<br />

5; 2<br />

3; 2 4; 2<br />

1;3<br />

1;3<br />

1;3<br />

4; 3 3; 3<br />

5; 4<br />

3; 3<br />

3; 4<br />

3; 2<br />

2^2<br />

4; 2<br />

4; 2<br />

l;2<br />

4; 4<br />

1;2<br />

3; 3<br />

3^3<br />

2; 2<br />

3; 4<br />

3; 2<br />

3; 2<br />

1;1<br />

3; 3<br />

5; 5<br />

4; 3<br />

4; 4<br />

2^3<br />

4; 3<br />

3; 3<br />

4; 2<br />

4; 2<br />

2;1<br />

2; 2<br />

G; 6<br />

5; 4<br />

4; 3<br />

5; 5<br />

5; 4<br />

5; 5<br />

1;3<br />

5; 4<br />

5; 4<br />

3; 3<br />

5; 5<br />

5; 4<br />

3; 4<br />

3; 3<br />

2; 3<br />

2; 3<br />

4: 3<br />

4; 2<br />

2; 3<br />

4; 3<br />

5; 3<br />

3; 4<br />

1;3<br />

I;3<br />

4; 3 2; 2<br />

3; 4<br />

4; 4<br />

3; 4<br />

4; 5<br />

3; 4<br />

4; 3<br />

2; 3<br />

4; 3<br />

2; 2<br />

3; 2<br />

6; 4<br />

3; 5<br />

3; 5<br />

5; 4<br />

3; 4<br />

4; 3<br />

4; 2<br />

5; 2<br />

4; 2<br />

3; 3<br />

3; 3<br />

3; 2<br />

2; 3<br />

3; 3<br />

3; 3<br />

2; 4<br />

;2<br />

5; 4<br />

5; 4<br />

5; 4<br />

3; 3<br />

1;3<br />

4; 5<br />

OJ 62<br />

G.2I G.3<br />

4.0] 4.3<br />

16<br />

4; 4<br />

3; 4<br />

5; 4<br />

2; 4<br />

3; 4<br />

2; 4<br />

2; 2<br />

5; 4<br />

63\04\ 65<br />

G.»I 6.7! 6.8<br />

- 5,0 f).4<br />

13| 17| IG<br />

-I 10| 10<br />

{;4:2;4 4; 5 4; 5<br />

3; 5<br />

5; 5<br />

1;3<br />

4; 4<br />

G; 5<br />

2; 3<br />

4; 4<br />

3; 4<br />

2; 4<br />

2; 2<br />

5; 4<br />

2;2| -<br />

1;3<br />

2; 3<br />

1;2<br />

2; 3<br />

3; 2<br />

1;3<br />

5; 4<br />

1;2<br />

3; 3<br />

5; 4<br />

Lobelia -Typ<br />

66\671 fi^l 70\71\72\73\7i\76\76\77\ 78\70<br />

6.5| G.5|'G.7| 6.7| 6.>| 6.9| 6.9| 6.7] G.sj<br />

5.i| G.4| 5.O| 5.0<br />

- - 1 1<br />

10| 1H| 1«J| 23<br />

- I -<br />

4; 3 3;3!2;3!4;3<br />

6.j| G.8| G.O| 7.i| 8.O| 7.i| 4.g| 7.i<br />

- I - l - l - l - l -<br />

251 "261 0| 211 211 10| 13| Jf.<br />

10] 51 - I 10| 15| - I - I 5<br />

:1;4|4;3; - |3;3i3;3' - :3;3<br />

2; 3<br />

3; 4<br />

4; 4<br />

1;2<br />

4; 4<br />

2; 3<br />

4; 4<br />

2; 2<br />

3; 4<br />

2; 2<br />

3; 4<br />

3; 3<br />

t; 3<br />

3; 2<br />

3; 3<br />

2; 3<br />

3; 3<br />

3; 2<br />

3; 3<br />

4; 4<br />

3;3;3;3<br />

2; 3 4; 3<br />

'•;4l5;5<br />

3; 4<br />

2; 2<br />

3; 3<br />

2^2<br />

1;2<br />

5; 5<br />

1;2<br />

- -<br />

3; 4<br />

2; 2<br />

3; 4<br />

3; 2<br />

2; 2<br />

2; 3<br />

4; 3<br />

1;5<br />

3; 4<br />

3; 3<br />

1;2<br />

3; 3<br />

4; 4<br />

4; 3<br />

3; 2<br />

3; 2<br />

4; 2<br />

5; 3<br />

3; 4<br />

3; 3<br />

3; 2<br />

2; 3<br />

2; 3<br />

2; 4<br />

l;3<br />

2; 5<br />

5; 4<br />

3; 3<br />

4; 3<br />

3; 3<br />

6; 4<br />

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3; 2<br />

4; 4<br />

373<br />

2; 3<br />

3; 2<br />

V, 2<br />

3; 2<br />

1;4<br />

- 2; 3<br />

3; 2<br />

;2<br />

3^3<br />

5; 4<br />

4; 4<br />

3; 3<br />

4; 3<br />

2; 3<br />

G; 4<br />

4; 4<br />

1;4<br />

2; 4<br />

G; 5<br />

2; 2 2;2<br />

3; 4<br />

2; 3<br />

4; 4<br />

3; 4<br />

3; 2<br />

3; 3<br />

3; 3 4; 4<br />

6; G<br />

4; 5<br />

3; 2<br />

G; G<br />

- 5; 4 4; 3<br />

6; G<br />

5; 5<br />

G; G<br />

4; 3<br />

2; 2<br />

3; 2<br />

4; 2<br />

4^,3<br />

2; 2 3; 3<br />

3; 3<br />

2; 2<br />

-<br />

2; 212;3<br />

2; 3<br />

4; 4<br />

5; 6<br />

1;2<br />

1;5<br />

3; 4<br />

3; 4<br />

1;3<br />

3731: i: Iii.;: :<br />

4;3ll;3G;G2;3 - 4;4<br />

5; 5 5; 5i4; 3/.; 6|3; 3 4-<br />

- I - I " I<br />

3; 3<br />

2; 2<br />

2; 2<br />

2; 2<br />

2;2|l;2j2;4 - -<br />

1;2|2;2;3;3 -<br />

- 1;3 1;2<br />

3; 2 -<br />

4; 3<br />

2; 2 - j -<br />

3; 3 5; 5<br />

3; 2 3; 4' -<br />

I -<br />

i;2<br />

3; 2<br />

5; 2<br />

2; 3<br />

1;2<br />

4; 2<br />

2; 2<br />

2; 2<br />

5; 3<br />

1;4<br />

3; 2<br />

1;2<br />

1;2<br />

3; 3<br />

2; 3<br />

4; 4<br />

G.4|_6.8<br />

H.sj 8.2<br />

I 1<br />

13| 15<br />

-I 5<br />

2; 2 2; 4<br />

3; 312;4<br />

4; 3 -<br />

2;4i - -<br />

- ! -<br />

2;3|<br />

3; 4<br />

2^3 3; 2j -<br />

3; 4(3; 3 1:3<br />

4; 4<br />

1;3<br />

4; 4<br />

i;2<br />

4; 5<br />

3; 2<br />

1;3<br />

5; 5<br />

5; 5<br />

5; 5<br />

4; 4<br />

2; 2<br />

2^2<br />

4; 4<br />

4; 4<br />

5^5<br />

2; 3<br />

1;4<br />

1;2<br />

l;l<br />

4; 4<br />

3; 2<br />

3; 3<br />

4; 4<br />

5; 4<br />

2; 2<br />

3; 3<br />

4^5<br />

3^5<br />

1;4<br />

3; 2<br />

2; 2<br />

1;4<br />

4^3<br />

3; 2<br />

4; 3<br />

3; 3<br />

5; 4<br />

1;2<br />

2; 2<br />

5; 4<br />

3; 2<br />

4; 3<br />

4; 3<br />

2; 2<br />

5; 5<br />

1;2<br />

3; 3<br />

7; 6<br />

5; 4<br />

5<br />

5; 5<br />

5;^<br />

5; 4<br />

3; 2<br />

2; 3<br />

2; 3<br />

2; 3<br />

2; 3<br />

3; 3<br />

4; 4<br />

3; 4<br />

3; 2<br />

4; 2<br />

3; 2<br />

2; 2<br />

2; 3<br />

2; 3<br />

4; 5<br />

2; 5<br />

2; 2<br />

4; 3<br />

3; 3<br />

3; 2<br />

1;2<br />

3; 2<br />

5; 2 3; 2<br />

V, 3<br />

5; 3<br />

2; 3<br />

- K*; 3 -<br />

2;4; - ' -<br />

2;4'l;2l -<br />

80<br />

6.<br />

12.<br />

ly<br />

20<br />

2; 5<br />

1;2<br />

4; 4<br />

5; 5<br />

3; 3<br />

5; 2<br />

5; 2<br />

- 2;2 -<br />

3; 2<br />

1;2<br />

5; 5<br />

6; 5<br />

5; 5<br />

5; 5<br />

3; 2<br />

3; 3<br />

5; 4<br />

5; 4<br />

'i;5<br />

3; 3<br />

3; 2<br />

'.;2<br />

2; 2<br />

1;2<br />

6; 5<br />

3; 4<br />

4; 4<br />

2; 2<br />

2; 4 2; 2<br />

1; 1<br />

3; 3<br />

4; 2<br />

2; 2<br />

3; 4<br />

6; 4<br />

1;2<br />

2; 3<br />

3;l<br />

2; 2<br />

5; 3<br />

4; 4<br />

G; 5<br />

- X - - X<br />

6; 5<br />

4<br />

4; 4<br />

5; 4<br />

5; 3<br />

4; 4<br />

4^3<br />

G; 7<br />

5; 4<br />

6; 5 7; 7<br />

4; 4<br />

3; 3<br />

6; 5<br />

G; 4<br />

4;2<br />

3; 3 1;1<br />

7; 6<br />

6; 5<br />

4; 5<br />

4; 5<br />

5; 5<br />

7; G<br />

4; 3<br />

3; 3<br />

1^2<br />

4; 3<br />

2; 3<br />

G; 4<br />

2; 2<br />

2; 2<br />

5; 3<br />

3; 3<br />

3; 3<br />

4; 4<br />

3; 3<br />

4^2<br />

2; 2<br />

4; 2<br />

2; 2<br />

5; 3<br />

2; 2<br />

- 3; 3 3; 3 2; 4<br />

4; 2<br />

4; 4<br />

3; 4<br />

1;2<br />

3^2<br />

2; 3<br />

3; 4<br />

4; 5<br />

4; 5<br />

3;2<br />

1;4<br />

1;3<br />

2; 2<br />

2; 2<br />

1;2<br />

i;3<br />

X X -<br />

5; 3<br />

2; 3<br />

3; 3<br />

3; 2<br />

1;4<br />

2; 2<br />

3; 2 -<br />

G; G<br />

5; 4<br />

5; 5<br />

5; 5<br />

7; 5<br />

6; 5<br />

5^3<br />

5; 5<br />

5; 4<br />

4; 4<br />

2^2<br />

3; 4<br />

6; 5<br />

1;2<br />

4; 3<br />

M<br />

4; 4<br />

4; 2<br />

3; 3<br />

4; 3<br />

2; 5<br />

3; 2<br />

2; 4<br />

3; 4<br />

2; 5<br />

4; 3<br />

4; 2<br />

- - - X<br />

Potamogeton filiformis -<br />

Chara -Typ<br />

8J \ 82 \ 83<br />

7.6| 7.3| 7.1<br />

4.&I 4.5| 5.0<br />

|3| G<br />

25 I 25<br />

10 [ 10<br />

I<br />

4;G|3;3 3;5<br />

1;5<br />

5; 5<br />

4; G<br />

3; 3 -<br />

2; 3 -<br />

5; 612; 4<br />

'.;6<br />

4; 6<br />

1;2<br />

1;1<br />

- !3;5<br />

- 2; 4<br />

- !3;G<br />

4; 5 2; 4<br />

5; 6:3; 5<br />

G; 4<br />

2; 2<br />

2; 3<br />

4; 4<br />

2^2<br />

6; 6<br />

4; 6<br />

2; 2<br />

1;2<br />

84<br />

7.1<br />

23<br />

86 I 86 87<br />

7.s| 7.i| 7.3<br />

5.ij 5.o| 5.7<br />

1| 1| 2<br />

17 I 7 I 15<br />

10 I 20 I 50<br />

3; 313; 3 3;4|3;4<br />

273!:<br />

2; 3,1;2<br />

6; 6 4; 4<br />

4; 5<br />

1; 5<br />

4; 3<br />

:<br />

5; 6 2; 3<br />

5; 5<br />

3; 3<br />

'»; 5<br />

4; 5<br />

1;3<br />

3; 3<br />

1;2<br />

3; 4<br />

1;2<br />

2; 3<br />

2; 4<br />

2; 4<br />

2; 2<br />

3; 5<br />

4; 2<br />

2; 3<br />

6; 5<br />

5^4<br />

6; 6<br />

6; 7<br />

6; 5<br />

4; 3<br />

2; 4<br />

;5<br />

6; 6<br />

;3<br />

3; 3<br />

4; 2<br />

2;2<br />

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Kannas<br />

Elodeiden -Typ Scirpus lacuster Typha - AUsnia -Typ Variante<br />

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• 101<br />

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2 - - 2; 5 2; 3 5; 4 3; 3<br />

. 2; 3 5; 5 1 5; 5 5; 4 4; 6 - 4; 3 4; 4 3; 3 4; 4 - - - - - - 3; 3| - - - - - 4; 5 -<br />

_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 1;3 _ _ _ 3; 4 _ 4; 4 - 1;3 1;2 - 3; 4 3; 3<br />

_ _ _ - - - - - - _ _ — - — - - - - - _ _ 1;3 _ 3; 3 _ 4; 5 3; 4 1;4 - 2; 4 3; 4 1;5 2; 3 - 3; 3 2; 3<br />

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 1;2 - - 2; 3 - 4; 5 - - — - — -<br />

_ _ - - - - - _ — - — 3; 6 - _ _ - - - - - _ _ _ _ _ _ _ _ - 3; 7 - - - - - -<br />

_ _ — — — _ _ _ _ _ _ — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 5; 5 — — — — — — —<br />

3; 3 5; 4 5; 4 5; 4 6; 4 5; 4 5; 4 4; 3 6; 5 7; 5 7; 5 7; 4 - 4; 3 _ - 4; 4 4; 5 2; 2 — 2; 3 5; 6 3; 5 5; 3 5; 5 4; 3 _ 5; 6 7; 4 6; 4 5; 3 3; 4 3; 3 4; 3 4; 3 5; 4<br />

- 1;3 1;2 - 3; 2 4; 2 - - 4; 3 4; 3 - - - - - - - - 2; 5 - - — - - - — - - - 3; 2<br />

_ _ — — 3; 3 — — — — — — — _ — — — — — — _ — — — _ _ _ — — — — — — — —<br />

_ . _ _ - - - — _ 3; 3 3; 4 2; 5 1;3 _ _ _ _ ?;3 _ _ 1;3 2; 2 2; 5 _ 4; 4 _ _ - 3; 4 G; G 2; 2 - - - -<br />

G; 3 5; 3 4; 3 3; 2 4; 4 2; 2 4; 5 - 4; 4 4; 3 4; 2 4; 3 — _ _ - — 2; 3 _ - _ - - 4; 3 _ — - - 3; 5 - - - - -<br />

- - 2; 4 : — 2; 2 — 1;2 3; 5 — - — - - - - - — - - - — - - 3; 3 3; 3 5; 5 _ _ _ _<br />

— -<br />

2; 3<br />

— — — —<br />

2; 2 2; 2<br />

— — — - — — — — — - - — — — - - - — 376 : _ _ _ :<br />

2; 2 _ 1;2 - - - _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - _ _ _ • _ - - - - - - - -<br />

_ - - - _ _ - 2; 2 _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 1;7 _ _ _ 3; 2 - 5; G 2; 3 - - - -<br />

2; 5 _ 5; 4 4; 4 3; 2 5; 4 4; 4 _ 5; 5 6; 6 4; 4 1;2 2; 2 _ _ _ _ _ _ _ _ 3; 3 4; 3 _ _ _ _ 3; 4 - - - - - 3; 2 -<br />

_ _ - - - - _ _ - _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - - 6; 7 - - - - -<br />

_ _ _ - - - - _ _ — _ _ _ _ _ _ _ l;6 1;3 _ _ _ _ 3; 5 _ _ _ _ - - - - - - - -<br />

_ 3; 2 _ - - 2; 2 2; 2 - - 3; 3 1;2 _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — 3; 3 _ _ - - - - - - - -<br />

- - 2; 2 - 2; 3 - - 3; 3 3; 3 3; 3 2; 2 2; 5 - - - 3; 5 2; 6 - - - 1;.4 - 3; 4 - - 1;2 - - 3; 4 2; 5 - - - 2; 2 —<br />

1. _ — — — — — — — 1;2 4; 3 — — _ _ _ _ _ _ _ _ — — — — — — 4; 3 —<br />

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 3; 2 _ - - - - - - — - -<br />

— 4; 4 - - 6; 5 4; 5 3; 4 3; 2 2; 2 4; 4 2; 3 4;3 - - — — _ _ 1;2 _ _ 3; 5 2;4 _ _ _ _ _ - 2; 4 - - - 1;2 2; 3 -<br />

- - 2; 2 - - - 2; 2 3; 3 3; 3 - 1;3 - - - - - - - 1;3 _ - — - - - - - — — — — —<br />

_ 3; 2 3; 3 4; 4 3; 2 3; 3 4; 2 4; 2 - 3; 2 2; 2 1;4 _ _ _ _ _ _ _ _ _ 2; 2 _ _ _ _ 4; 2 - - - — — — —<br />

_ 2; 5 - 4; 4 2; 2 - - 3; 3 4; 4 4; 4 4; 3 4; 5 - - - 4; G 3; 4 3; 3 _ _ _ 2; 2 _ _ _ _ _ - - - - — — 2; 2 —<br />

- - - - - - - - - - - - - - - - - — - - - - - - - - - — —<br />

_ 4; 4 6; 4 6; 6 4; 4 — 5; 4 5; 3 3; 2 5; 4 6; 6 5; 4 _ — _ _ 1;3 _ _ _ _ _ 2; 3 4; 4 _ _ _ _ 2; 4 - - 4; 5 4; 3 - 4; 5 2; 2<br />

_ _ 5; 4 4; 3 2; 3 _ 4; 3 3; 2 3; 3 5; 4 _ _ _ _ 4; 3 1;3 _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — 2; 2 — — — — 1; 2<br />

_ _ - - _ _ _ - - _ _ _ _ _ _ _ _ _ ^ _ _ _ _ _ - - - 5; 4 - - 2; 3 -<br />

3; 4 5; 3 G; 7 3; 4 2; 3 4; 3 3; 2 4; 3 4; 4 4; 5 3; 4 1;3 - _ 3; 4 2; 3 2; 3 _ _ 1;2 3; 4 5; 4 _ _ _ _ 5; 4 4; 4 - 2;? 4; 4 4; 3 5; 4 3; 2<br />

_ 4; 4 5; 4 G; 7 3; 3 3; 3 5; 3 4; 3 4; 4 4; 5 5; 5 4; 5 1;3 - - 4; 4 3; 3 2; 3 _ _ _ 5; 4<br />

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5; 4 _ _ _ 2; 3 4; 4 4^3 - 4; 5 5; 4 5; 4 5; 5 4; 4<br />

2; 3 2; 3 6; G •3; 3 4; 3 4; 4 4; 3 4; 4 5; 5 3; 4 — _ 4; 4 _ _ _ _ _<br />

" I ' 5; 4 _ _ _ 2; 2 — 2; 3 3; 3 — 4; 3 —<br />

_ . - - - - - i;2 - - 5; 5 4;4 2; 3 _ _ _ _ _ _ — 3; 2 - - - 4; 3 - 4; 4 1;2<br />

_ - - 4; 4 - - - - - 3; 2 3; 2 - 1;2 - - - 3; 4 1;2 _ _ _ _ 4; 3 _ _ _ - - — - — — — —<br />

- - - - - - - - - - - - - - 3; 3 - - _ _ _ _ 2; 3 _ _ - - - — - - — — 4; 3 —<br />

_ — — — — — — — - — — — — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — — — — — — — — —<br />

- - - 4; 3 - - - - - 2; 2 4; 2 - 2; 3 - - - - - - - — _ 1;3 - - - - 3; 2 - - 5; 5 4; 3 - 5; 5 -<br />

- - - 4; 2 - - - - - - - - 4; 3 4; 2 3;-i 4; 5 4; 3 4; 5 2; 2 3; 3 4; 2 2; 3 5; 2 4; 2 4; 2 6; 4 6; 4 4; 2 4; 2 5; 4 3; 2 4; 3 3; 2 4; 2 5; 3 5; 2<br />

- - - - - - - - - - - - - - - - - 2; 3 1;3 - _ 5; 3 1;2 - 4; 3 — — 4; 3 — 3; 4 —<br />

- - - - - - - - — - - - - - - - - - 1;3 _ 1;3 _ - 1;3 - — — — — — — — —<br />

— — — — — — — — — — — — — 3; 3 _ _ _ _ 1- 2 _ 3; 3 2; 5 — —<br />

— — — — — — — —<br />

_ 2; G 3; 3 4; 4 - 1;2 4; 5 4; G 4; 4 4; 5 3; 4 4; 3 2; 4 3; 4 4; 4 3; 4 3; 4 3; 3 1;4 3; 4 2; 4 - — 3; 3 5; 4 - 1;2 4; 5 3; 3 4; 3 4; 4<br />

- - - -<br />

4; 4 - - 4; 6 _ 2; 3 2; 4 > *<br />

1;5 - - 3; 5 4; 5 — 1;3 - - - 3; 6 1;4 -<br />

- - - - - - - - - - - - - _ _ _ _ 3; 3 3; 2 2; 2 _ 3; 3 - - — — I;2 3; 4 - - - - — -<br />

- - - - - - - - - - - - - - — _ _ _<br />

><br />

_ - - — — — 2; 3 - - - - — —<br />

— — — — — — - — — — — — — _ _ _ _ _ V — _ _ _ — — — — — — — — — *— — —<br />

_ — - i; 2 _ 2; 3 2; 3 3; 2 1;2 - 2; 2 _ _ _ _ 2; 4 _ 2; 3 2; 4 — - - - - - - - -<br />

5; 2 3; 3 2; 2! 2; 3 2; 2 5; 5 3; 3 2;2 4; 3 4; 3 4; 4 4; 4 3; 3 4; 3 3; 3 2; 3 4; 3 - _ 5; 4 5; 4 5; 4 3; 3 575 -<br />

^ 1 5; 4 4; 3 3; 4 3; 3 4; 4 3; 3 4; 4 3; 4 4; 3<br />

- - - - - _ - - - - - - - — _ _ _ _ _ _ _ - l;4 - - 2; 3 - - - - - - -<br />

- - - - - - - - - - - — 5; 5 _ _ _ _ — _ _ 5; 5 - - — - - - - - - - - -<br />

- 2; 3 3; 2 'i;4 - - - 3; 3 5; 5 5; 5 - - - X X X X X X 4; 3 X 3; 3 4; 5 X - - 5; 6 5; 5 5; 5 - - 5; 3 3; 5 - -<br />

- - - - 3; 2 - 3; 3 - 5; 5 5 - - - - _ _ 3; 4 - - — — - 2; 3 - - - — - —<br />

— — — — _ — — — — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — 5; 4 5; 5 — — — — — — — — —<br />

2; 4 3; 5 3; 4 5; 6 2; 5 4; 4 4; 4 5; 3 5; 5 3; 3 4; 5 6; 5 X 5; 5 _ X X _ _ 5; 4 3; 5 2; 3 X - - 3; 4 3; 4 6; 6 G; 5 - 4; 5 4; 4 5; 5<br />

- _ - 1;3 - - - X — X 5; 4 X 4; 4 3; 4 X 374 3; 3 4; 4 - - - - - - - -<br />

— - - - 3; 4 - 2; 3 — - - - — - 4; 4 - - _ _ _ _ 3; 4 — 2; 4 - - — - - - - — — —<br />

— — — — — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 2; 3 — — — — — — — — — — — —<br />

- - - - _ _ _ _ _ _ _ _ 2; 3 _ _ _ _ _ _ X _ _ 5; 5 3; 3 - - 4; 5 - - - 3; 5 3; 4 4; 4<br />

- 2; 3 - - - _ _ — — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - - - - - - - - 3; 2<br />

- - - - - - - - - - - - - _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — - - — - - - - • - - - - -<br />

— — — — _ _ „ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 3; 2 _ — 4; 5 — — — — — — — — -<br />

5; 2 - - 2; 2 _ 3; 2 4; 3 2; 2 2;2 4; 2 2; 2 3; 2 _ _ _ _ _ _ 3; 2 3; 2 X - - 3; 2 - 3; 2 - 2; 3 3; 2 3; 3 - 3; 3<br />

7; 2 5; 2 5; 2 3; 2 H;3 5; 4 5; 4 4; 2 5; 3 5; 3 5; 4 4; 3 X 4; 2 X _ _ _ X X 5; 2 X 4; 3 5; 3 - 6; 4 3; 3 3; 2 3; 2 3; 2 4; 2 4; 4 4; 2 4; 3 3; 2 3; 2<br />

- — — ~ 3; 2 5; 3 1;1 _ 3; 2 _ _ _ _ X X 4; 2 _ 4; 3 3; 2 - 5; 4 6; 5 3; 2 3; 2 4; 2 - 4; 4 5; 3 4; 3 - —<br />

2; 2 - - - - 2; 4 _ _ _ _ 2; 4 _ 2;1 _ _ _ _ X 2; 2 X _ 4; 2 X 4; 3 5; 4 - - 3; 2 3; 2 3; 3 3; 2 4; 2 4; 2 3; 2<br />

5; 3 2; 4 3; 4 - 2; 3 3; 4 3; 3 _ 2;? 5; 4 3; 2 4; 5 _ 3; 4 _ _ _ X X X - X 4; 3 i;3 - - 2; 4 - 1;2 2; 4 2; 4 2; 4 3; 4<br />

— — — — _ _ _ _ _ _ _ 1; 2 _ _ 2; 3 — — — — — 4; 2 — — 1;3 — 3; 3 —<br />

_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _<br />

1<br />

X _ _ - 4; 3 5; 4 - - 2;2 - - - 3; 2 4; 3 3; 2<br />

- - - - - - - - - - _ _ - - - - - - - - - X - - - 2; 3 2; 6 - - - - - - - - —<br />

X X - X X - X _ X X X X _ _ - _ _ - - - - - - - - - - - - - X - - - - -<br />

- - - - - - _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - - _ - - - - — - - - — — — — —<br />

- - - - - - — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - - - - - - - - — — - - - - - — —<br />

- - X - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - — X — - — — — — — —<br />

- X - - X _ „ _ X _ _ _ _ _ X X _ _ _ - X - - - - X - - X - - - -<br />

— — — _ — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — — — — — — — —<br />

— — — — — — — —<br />

- - - - — _ _ _ _ _ _ _ _ _ X _ - - - - - - - — — — - - - - - — — —<br />

- - - - - - X _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — - - - - - - — — — — X - - - - — — —<br />

- - - - X - X - - X _ X _ — - - - - - - - - - — — — X - - - — — — —<br />

— — — — — — — — — — _ _ _ _ _ — — — — — — — — — — — — — — — — —<br />

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - — X — — — — — —<br />

- - - X - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -<br />

X X X X X _ X X X X X _ _ _ _ X X _ _ X _ - X - X - - X - - X - - -<br />

- - X X - - - - X X X<br />

_ _ — — X _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — — — — — — — — — — — — — — —<br />

— — - X _ X - _ _ _ _ _ _ _ _ _ - - - - - - — - - - - — — — — —<br />

X X X X X X<br />

- -<br />

—<br />

- - - -<br />

— —<br />

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -<br />

Potamogeton-<br />

Typ<br />

129<br />

8.2<br />

> 2.0<br />

9<br />

27<br />

G; 7<br />

r. r<br />

3; 5<br />

3; 4<br />

7; 7<br />

6; 7<br />

3:4<br />

3; 2<br />

5^5<br />

5; 5<br />

2; 2<br />

2; 4<br />

130<br />

8.1<br />

> 2.5<br />

21<br />

50<br />

7; 7<br />

3; 5<br />

3; 7<br />

131<br />

8.0<br />

> 2.<br />

il<br />

60<br />

G; G<br />

l;5<br />

4; 3<br />

G; 5<br />

r.;7<br />

5; 5 6; 5<br />

2; 3 4; 4<br />

1;2<br />

4;G<br />

3; 4<br />

4; 3<br />

3; 3<br />

7; 7<br />

7:6<br />

5; 5<br />

3^2<br />

2; 2<br />

G: G<br />

4; 5<br />

7; 7<br />

7:6<br />

4; 5<br />

3; 3<br />

3; 4<br />

4; 3 4; 4<br />

4; 3<br />

1;2<br />

1;5<br />

1;2<br />

3; 4<br />

4; 3<br />

4; 4<br />

7; G<br />

5: G<br />

4; 3<br />

3; 3<br />

G; 5<br />

4; 3<br />

2; 2<br />

2; 4<br />

1;2<br />

2; 3<br />

2; 4<br />

2; 5<br />

4; 4<br />

4; 5<br />

5; 6<br />

6; G<br />

6:5<br />

6; 6<br />

4; 5<br />

2; 3<br />

4; 4<br />

3; 3<br />

2; 3<br />

4; 4<br />

5; 4<br />

G; 6<br />

4: 5<br />

4:3<br />

5; 5<br />

3; 3<br />

2; 2<br />

2; 2<br />

6; 6<br />

4:5<br />

3; 3<br />

5; 4<br />

3; 3<br />

2; 3<br />

1;2<br />

2;3 t; 3<br />

Stratiotes-<br />

Typ<br />

132\133<br />

8.3| 8.3<br />

2.5| 2.5<br />

13<br />

20<br />

2; 3<br />

2:2<br />

3; 3<br />

3,2<br />

2; 2<br />

20<br />

4; 4<br />

1;3<br />

2; 2<br />

134 136<br />

8.2<br />

3.0<br />

15<br />

40<br />

G; 6<br />

4; 5<br />

2; 2<br />

4; 5<br />

3; 3<br />

7; 7<br />

4^4<br />

3; 4<br />

3; 5<br />

7; 7<br />

2' 2<br />

vi 4<br />

5; 5<br />

1;5<br />

5:7<br />

4; 5<br />

3; 5<br />

2^3<br />

473<br />

5; 6<br />

4; 3<br />

3:4<br />

8.3<br />

1.6<br />

12<br />

10<br />

4; 4<br />

3; 3<br />

3; 3<br />

2; 3<br />

2; 3<br />

7; 7<br />

5; 4<br />

5:7<br />

7; 7<br />

3; 3<br />

2; 3<br />

2; 2<br />

3; 3<br />

4; 4<br />

3; 2<br />

6; 4<br />

2; 2<br />

5; 5<br />

3; 4<br />

2; 3<br />

1;2<br />

4; 3<br />

5; 5<br />

2; 2<br />

4; 2<br />

G; 4<br />

2; 2<br />

5; 4<br />

2; 4<br />

6; 6<br />

3; 3<br />

4; 3<br />

5; 6<br />

6; 5<br />

4; 4<br />

5; 4<br />

6; 6<br />

4; 5<br />

3; 2<br />

3; 3<br />

4; 3<br />

6; 6<br />

2; 2<br />

5; 3<br />

5; 2<br />

3; 3<br />

5; 5<br />

2; 2<br />

5; 6<br />

2; 2<br />

3; 2<br />

X<br />

- X


]2. Vn<br />

M ^ S!)<br />

18 i m<br />

to XI ififö<br />

Xii mo<br />

^^ iV j<br />

n. ^^f<br />

-2. 4 1362<br />

2 9'21Z 2<br />

2212.65<br />

I5.NB4<br />

Eräytymispäivä<br />

Kirja on palautettava viimeistään eräytymispäivänä. Jos kirjaa<br />

ei palauteta määräajan kuluessa, on lainaajan maksettava myöhästymissakkoa<br />

5 markkaa päivältä.<br />

2782—49,


HY VIIKIN KAMPUSKIRJASTO

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