W\ •v - Helda
W\ •v - Helda
W\ •v - Helda
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
<strong>W\</strong><br />
i<br />
<strong>•v</strong>
- I., . •--MT.--TV-''-*
,4<br />
%<br />
" ' " • T - , t .
-..-S./
SUOMALAISEN ELÄIN- JA<br />
KASVITIETEELLISEN SEURAN<br />
VANAMON<br />
KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />
OSA 15<br />
ANNALES BOTANICI<br />
SOCIETATIS ZOOLOGIC^-BOTANIC/E<br />
FENNIC.€<br />
VANAMO<br />
TOM. 15<br />
Naikin tiedekirjasto<br />
HELSINGIN YLIOPISTO<br />
HELSINKI 1939-19 11
•i
OSA 15. - TOM. 15.<br />
N:o 1. ELO, J. E., Vergleichende anatomisch-pharrnakognostische<br />
Untersuchung von Plantago alpina L, und Plantago montana<br />
Lam. (14 Abbildungen und 1 Tabelle im Text nebst<br />
2 Tafeln.) 1939 I - IV; 1 - 44<br />
Suomenkielinen selostus: Plantago alpinan L. ja P. montanan<br />
Lam. vertaileva anatomis-farmakognostinen tutkimus<br />
45<br />
N:o 2. LAURILA, MATTI, Addenda ad floram Fenniae lichenologicam.<br />
1940 I - II; ' 1 - 15<br />
^ Suomenkielinen selostus: Lisätietoja Suomen jäkäläkasvistoon<br />
16<br />
N:o 3. TUOMIKOSKI, R., Calliergon megalophyllum Mikut. und<br />
Drepanocladus capillifolius (Warnst.) Warnst, in Finnland.<br />
(2 Abbildungen im Text.) 1940 I - II; 1- 28<br />
Suomenkielinen selostus: Calliergon megalophyllum Mikut.<br />
ja Drepanocladus capillifolius (Warnst.) Warnst.<br />
Suomessa 29<br />
N:o 4. SöYiUNKi, NIILO, Beiträge zur vertikalen Verbreitung der<br />
Phanerogamen und Gefässkryptogamen in den Bayerischen<br />
Alpen. 1940 1 - II; 1- 45<br />
Suomenkielinen selostus: Havaintoja siemenkasvien ja<br />
putkilosanikkaisten vertikaalisesta levinneisyydestä<br />
Baijerin Alpeilla 46 - 47<br />
N:o 5. MARISTO, LAURI, Die Seetypen Finnlands auf floristischer<br />
' Grundlage. (26 Abbildungen, 5 Karten und 10 Tabellen<br />
im Text nebst einer Tabellenbeilage.) 1941 I - VI; 1-312<br />
Suomenkielinen selostus: Suomen järvityypit suurkasvillisuuden<br />
perusteella 313-314
V -<br />
o.<br />
FS». V •<br />
F!<br />
!• • (<br />
'-r, rt-.<br />
i., .f His<br />
}'<br />
f<br />
f, ^ 5<br />
, -VF-<br />
, f '<br />
" ^ I , ' * ' _?;<br />
L, i , w<br />
»tr \ ' ^ .T .<br />
' i -»r*^^ 1<br />
•s.^, A •iS^.S'fe^^rj/^,i»^.. i .1,... Jiff. « S,
ÜBERREICHT VON VERFASSER<br />
SUOMALAISEN ELÄIN- JA KASVITIETEELLISEN SEURAN VANAMON<br />
KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />
OSA 15. N:o 1.<br />
ANNALES BOTANICI SOCIETATIS ZOOLOGICIE-BOTANIC^ FENNICA VANAMO<br />
TOM. 15. N:o 1.<br />
VERGLEICHENDE<br />
ANATOMISCH-PHARMAKOGNOSTISGHE<br />
UNTERSUCHUNG VON PLANTAGO ALFINA L.<br />
UND PLANTAGO MONTANA LAM.<br />
J. E. ELO<br />
Aus der Pharmakognostischen Abteilung des Pharmazeutischen<br />
Institutes der Eidgenössischen Technischen Hochschule<br />
in Zürich<br />
Mit 14 Textfiguren, 1 Tabelle und 2 Tafeln<br />
Suomenkielinen selostus:<br />
Plantago alpinan L. ja P. montanan Lam. vertaileva<br />
anatomis-farmakognostinen tutkimus<br />
HELSINKI 1939
HELSINKI 1939<br />
DRUCKENEI-A.G. DER FINNISCHEN LITBRATURGESBLLSCHAFT
INHALTSVERZEICHNIS.<br />
Seite<br />
1. Einleitung l<br />
2. Untersuchungsmethoden 2<br />
3. Die Anatomie von Plantago alpina L 3<br />
4. Die Anatomie von Plantago montana Lam 18<br />
5. Vergleichende Betrachtung der untersuchten Arten nebst kurzem<br />
tabellarischem Vergleich von Plantago lanceolata, P. major,<br />
P. media, P. alpina und P. montana 30<br />
6. Bestandteile der I I andelsdrogen 39<br />
7. Zusammenfassung 41<br />
Literaturverzeichnis<br />
Suomenkielinen selostus 45
fjV'<br />
' -ti iCß<br />
s , V t
1. EINLEITUNG.<br />
Die Blätter oder die gesamten oberirdisclien Organe von Plantago<br />
alpina spielen in der Volksmedizin der Bewohner der Alpen eine<br />
recht bedeutende Rolle als Arzneidroge und werden hier auch in<br />
beträchtlichem Ausmass gesammelt, teils zur Selbstversorgung, teils<br />
auch zur Belieferung des Drogenhandels, Die Blätter und Kräuter<br />
von Planlago inontana werden gelegentlich ebenfalls gesammelt und<br />
bei der Ähnlichkeit der beiden fraglichen Arten kann es leicht vorkommen,<br />
dass als Verwechslung oder als Verfälschung P. montana<br />
in die relativ teure Droge Herba oder Folia Plantaginis alpinae gelangt.<br />
Da bis heute einlässliche pharmakognostische Beschreibungen<br />
der betreffenden Drogen fehlen, schien es uns wertvoll, die beiden<br />
Arten und die daraus resultierenden Drogen pharmakognostischanatoniisch<br />
genauer zu studieren, um so die Möglichkeit einer<br />
pharmakognostischen Diagnose zu schaffen.<br />
Anatomische Untersuchungen über beide Arten stammen von<br />
KUHLMANN (1887) und PILGER (1898), wobei ersterer das Uhizom<br />
und letzterer das Blatt und den Blütenstengel untersucht haben.<br />
Beide Arbeiten sind ohne Berücksichtigung der rein pharmakognostischen<br />
Belange durchgeführt worden und zum Teil nur recht<br />
summarisch gehalten.<br />
Viel eingehender sind in der letzten Zeit die Blattdrogen von<br />
Plantago lanceolaia, P. major und P. media untersucht worden<br />
(KURER 1917; ROSENKRANZ 1926; UNGER 1926; WILL 1931; FUCHS<br />
1932; ÜEIOI 1932; FISCHER 1937). Wir werden auf diese Arbeiten<br />
gelegentlich zurückzukommen haben.<br />
In der vorliegenden Arbeit werden alle in der Droge vorkommenden<br />
Organe von Plantago alpina und P. montana ausführlich anatomisch<br />
beschrieben und dann vergleichend betrachtet. Danach<br />
folgt eine vergleichende Übersicht der beiden genannten Arten mit<br />
den drei anderen, als Blattdroge gebrauchten Spezies: Plantago lan-
2 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />
ceolaia, P. major und P. media an Hand der Arbeiten von KUHL-<br />
MANN (1887), HEGI (1918), UNGER (1926), WILL (1931), FUCHS<br />
(1932) und OEHM (1932). Endlich wird über die Zusammensetzung<br />
der Handelsdrogen berichtet.<br />
Die Untersuchung wurde während des Frühlings und Sommers<br />
1939 im Pharmazeutischen Institut der Eidgenössischen Technischen<br />
Hochschule in Zürich ausgeführt.<br />
Meinem Lehrer und Freund Prof. Dr. H. FLÜCK, der die Anregung<br />
gab, durch Rat und Tat meine Arbeit unterstützte und mit<br />
unermüdlichem Interesse das Fortschreiten derselben verfolgte,<br />
spreche ich an dieser Stelle meinen wärmsten Dank aus.<br />
Herbarmaterial verdanke ich Herrn Priv. Doz. Dr. E. SCHÄIID-<br />
GAMS vom Botanischen Garten Zürich und Herrn Direktor Dr. W.<br />
LÜDI vom Geobotanischen Institut Rübel in Zürich.<br />
Mit Dankbarkeit erwähne ich, dass ich für die Ausführung meiner<br />
Arbeit notwendige Hilfsgelder von dem Unterrichtsministerium<br />
in Finnland und der Universität Helsinki<br />
erhalten habe.<br />
2. UNTERSUCHUNGSMETHODEN.<br />
Die vorliegende Untersuchung umfasst sowohl alle oberirdischen<br />
Organe als auch den obersten unterirdischen Teil der Pflanze, da<br />
nach unseren Befunden alle diese Organe in der Droge vorkommen<br />
können. Für die gute Differenzierung der beiden Arten wurde das<br />
Material aus zahlreichen Verbreitungsgebieten der Alpen gesammelt.<br />
Ferner stand für Vergleichszwecke auch Herbarmaterial aus dem<br />
Pharmazeutischen Institut der E. T. IL, aus dem Geobotanischen<br />
Institut Rübel und aus dem Botanischen Garten Zürich mit bekannten<br />
Standortsverhältnissen zur Verfügung.<br />
Bestimmung und Benennung erfolgten an Hand von HEGI<br />
(1918) und SCHINZ u. KELLER (1923). Zur Fixierung wurde das<br />
frische Material sogleich in Carnoy-Mischung (Glyzerin 10 T., Acid,<br />
acetic, conc. 10 T., Spiritus 80 T.) eingelegt. Zur Untersuchung<br />
gelangten frisches und Herbarmaterial. Flächenansichten wurden<br />
in der für alle Organe sehr gut geeigneten Chlorallactophenol-Lösung<br />
(Chloralum hydratum 2 T., Acidum lacLicum 1 T., Phenolum 1 T.)<br />
aufgehellt und beobachtet. Die einzelnen Pflanzenbestandteile wur-
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 3<br />
den zur Aufhellung in ChlorallacLophenol 2-20 Minuten aufgekocht.<br />
Mikrotomschnitte (hauptsächlich Querschnitte) verschiedener<br />
Organe von einigen Exemplaren wurden nach der Paraffin-Methode<br />
aus in Carnoy fixiertem Material hergestellt und zur Untersuchung<br />
der Struktur und Gewebearten mit Alaun-Hämatoxylin<br />
bzw. Thionin (WEBER 1937, S. 730) gefärbt.<br />
In den einzelnen Organen wurden die Schnitte wie folgt ausgeführt:<br />
R h i z o m: Durch die obersten Teile.<br />
Blatt: In der Blattmitte sowie im unteren und oberen Blattdrittel.<br />
Blütenstengel: Durch die unteren, mittleren und oberen<br />
Teile des jungen und alten Stengels. - Bei der Blüte wurden<br />
keine Querschnitte ausgeführt, da von ihnen keine differentialdiagnostisch<br />
verwertbaren Merkmale zu erwarten waren.<br />
Same: Querschnitte in mittlerer Höhe.<br />
In der Regel wurden Spaltöffnungen, Haare und Pollen gemessen.<br />
In einigen Epidermisabbildungen des Blattes ist teilweise auch<br />
das unterliegende Palisadengewebe zur Demonstration des Verhältnisses<br />
Epidermis/Palisaden nach WALLIS U. FOESDIKE (1938) abgebildet.<br />
3. DIE ANATOMIE VON PLANTAGO ALPINA L.<br />
Plantago alpina L. {= P, ovina Vill., = P. maritima L. y alpina Bé^uinot,<br />
= P. alpina L. var. dioritica[Ko\sc\iy, = Arnoglossum alpinum S. F. Gray).<br />
Deutsch: Alpenwegericli. Volksnamen: Adelgras (Berner Oberland, Bregenzerwald),<br />
Rütz (Algäu, Vorarlberg), Ritz (Graubünden), fälsclilich Romeie<br />
(Waldstätten, Graubünden). - Romanisch: Plantaja und ritz.<br />
In den meisten systematischen Arbeiten wird von Plantago<br />
alpina L. als eigene Art Plantago serpentina All. (= P. Wulfenii<br />
Bernh., = P. maritima Koch p. p., nec L.) abgetrennt (HEGI 1918,<br />
S. 190-; ScHiNZ u. KELLER 1923, S. 028; ENGLER U. DIELS 1937,<br />
S. 182 u. 193). Dabei wird meist bemerkt, dass die Abgrenzung<br />
der zweiten Art sehr schwierig sei. Als einzige Unterscheidungsmerkmale<br />
werden die Abstünde der Seitennerven vom Blattrand<br />
und Mittelnerv, das Längenverhältnis vom Tragblatt zum Kelch<br />
und die Fruchtform angegeben. Da beide Arten an denselben Standorten<br />
wachsen und auch für den Systematiker nur sehr schwierig<br />
zu differenzieren sind, war es wahrscheinlich, dass beide Arten auch<br />
in der Droge anzutreffen sein würden. Wir haben daher an Hand<br />
einer grösseren Anzahl von Exemplaren geprüft, wie weit sich beide
16 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />
Arten überhaupt unterscheiden hissen. Gestützt auf einlässliche<br />
Messungen finden wir, dass Exemplare vorkommen, die das eine<br />
Charaktermerkmal von Plantago alpina und das andere von P. serpentina<br />
aufweisen. Eine sichere Unterscheidung ist daher in vielen<br />
Fällen überhaupt nicht möglich. Es wäre denkbar, dass diese unsicheren<br />
Formen Bastarde sind. Ebenso gut möglich ist es indessen,<br />
dass Plantago serpentina nicht als eigene Art zu werten ist. Für<br />
pharmakognostische Belange möchten wir auf alle Fälle Plantago<br />
serpentina nicht als eigene Art auffassen und vereinigen sie mit<br />
P. alpina.<br />
Pflanze ausdauernd, 2-25 cm hoch. Hhizom kräftig, senkrecht<br />
absteigend, spindelförmig, mehrköpfig, durch die Reste der abgestorbenen<br />
Blätter schopfig. Alle Laubblätter in einer grundständigen<br />
Rosette angeordnet. Blütenstengel aufrecht. Ähre walzlich oder<br />
länglich, 1 - 5 cm lang, in\ Knospenzustand kahl, vor der Blüte<br />
(bisweilen auch bei der Blüte) nickend, nachher stets steif aufrecht.<br />
Standort. Auf Alpenwiesen, Weiden, besonders auf tiefgründigem,<br />
nährstoffreiclieni Boden, seltener auf Felsscliutt der Voralpen und Alpen;<br />
ein sicherer Indikator einer guten Weide. In der Schweiz zwischen 1 380 und<br />
3 000 m, in Bayern zwischen 1 300 und 2 250 in, in Tirol zwischen 1 000 und<br />
2 250 ni, nacii Osten zu seltener werdend.<br />
A11 g e in e i n e Verbreitung. Spanien, Pyrenäen, Auvergne, Jura,<br />
westliche Alpen; für Island und Schottland unsicher.<br />
Standorte des untersuchten Materials. Rigi-Kulm,<br />
1 750 in Ü.:M.; Ob St. Rheniy, Aostatal, Italien, 1 700 m ü.M.; Breitfeldalp<br />
(Lungern), 1 600 m ü.M., Alpweide; Arosa, in der Nähe der eidg. Versuchsanstalt,<br />
1 860 in ü.M.; Morteratsch bei Pontresina, 1 900 m ü.M.; Albula,<br />
2 315 m ü.M.; Berninahäuser, 2 200 in ü.M.; Maloja, 1 900 in ü.M.; Zürich,<br />
Botan. Garten der Universität, 412 m Ü.JNI.<br />
Makroskopische Merkmale.<br />
Blatt. Alle Laubblätter schmal, lineal-lanzettlich, 2-15 cm<br />
lang und 1.5-5 mm breit (bei kultivierten Exemplaren bis 9 mm<br />
breit; vgl. SCHKOETEH 1923-26, S. 587), dicklich, etwas fleischig; im<br />
frischen Zustand nur der Mittelnerv deutlich, im getrockneten Zustand<br />
bei breiteren Blättern noch 2 parallele, entweder dem Rand<br />
genäherte oder vom Rande gleichweit entfernte Nebennerven sichtbar;<br />
am Grunde stets mit langen, seidigen Haaren versehen. Spreite<br />
kahl oder besonders auf dem Mittel nerv kurzhaarig, der Rand sei-
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 5<br />
lener ganz glatt und kahl, häufiger mit kleinen Börslchen bewimpert<br />
und mit einigen seichten bis spitzen Seitenzähnen (vgl. z.B. HEGI<br />
1918, S. 191), stets von einem schmalen, durchsichtigen Rändchen<br />
eingefasst. Beim Trocknen werden die Blätter sehr leicht schwarz.<br />
B 1 ü t e n s t e n g e 1. Stielrund, mit feinen Härchen besetzt,<br />
länger als die Blätter.<br />
B 1 ü t e. Tragblätter kahnförmig, kurz zugespitzt, kürzer bis<br />
etwas länger als der Kelch (vgl. SCHINZ U. KELLEII 1923, S. 628)»<br />
grün, mit schmalem, ziemlich scharf abgesetztem, membranösem<br />
Rand, am Rande kurzwimperig. Kelchblätter ganz gleich oder die<br />
beiden hinteren sehr wenig grösser (vgl. z.B. STEBLER U. SCHRÖTER<br />
1889, S. 107; HEGI 1. c.), breit bis länglich eiförmig, grün, spitz,<br />
scharf gekielt, häutig berandet, besonders am Rand und am<br />
Kiel fein-borstig behaart. Dünnhäutige Blumenkrone 2 - i mm<br />
lang, mit in der unteren Hälfte behaarter Röhre und mit fein zugespitzten,<br />
weisslichen Zipfeln. Staubblätter mit langen, weit herausragenden<br />
Staubfäden und mit weissgelben Antheren. Kapsel 3 mm<br />
lang, länger als der Kelch, eiförmig, 2 - lOsamig (durch Verkümmerung<br />
oft Isamig); Dehiszenzspalte in Va bis 1/3 Höhe über dem<br />
Grunde auftretend. Samen eiförmig bis ellipsoidisch, 2-2.5 mm lang,<br />
braun, auf der Rückenseite gewölbt, auf der Bauchseite flach gefurcht<br />
und hier unterhalb der Mitte eine kleine häutige Membran<br />
oder einen dunklen Fleck (Hilum) aufweisend.<br />
Mikroskopische Merkmale.<br />
Rhizorn.<br />
Im folgenden wird die Anatomie des obersten, in der Droge<br />
anzutreffenden Teils des Rhizoms beschrieben.<br />
Querschnitt (s. auch Taf. I, Abb. 1): Rundlich. - A 11 ss<br />
e II r i n d e: Epidermis: Meist abgeworfen, ab und zu streckenweise<br />
noch erhalten als tangential gestreckte Zellen mit allseitig<br />
scliwach verdickten Wänden. - Kork: Einige (1 - 8) Lagen ± flacher,<br />
dünnwandiger, in tangentialen und radialen Reihen angeordneter<br />
ZeWcn. - Phellogen: 1-2 Lagen gerad-dünnwandiger, tangential gestreckter<br />
Z.Q\]Qn. - Phelloderm: Fehlend oder undeutlich nur 1-2<br />
Lagen länglicher, dünnwandiger Zellen. - Parenchijm: Besteht aus
6 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />
rundlichen, grosslumigcn, stärkefreien, ziemlich dünnwandigen Zellen<br />
mit vielen grossen Interzellularen. - Sieinzellen: Fehlen. - Gefässbündel:<br />
Stellenweise oberhalb der primären Markstrahlen 1-3<br />
geschlossene, als isolierte Gruppen liegende, kollaterale, rindenständige<br />
Bündel (vgl. SOLEREDER 1899, S. 727; siehe auch ENGLER<br />
u. PRANTL 1897, S. 369). Die den Bündelstrang umgebenden, rundlichen<br />
Zellen sind kollenchymatisch schwach verdickt. - Phloem:<br />
Sehr schwach entwickelt, aus einigen zarten, ziemlich kleinzelligen<br />
Elementen bestehend. - Englumige Spiral- und Ringgefässe<br />
radial geordnet, in zartem Holzparenchym eingebettet.<br />
Innenrinde: Primäre Markstrahlen: Sehr oft viele Zellen<br />
breit, parenchymatisch, Zellen ± rundlich, kleiner als in der Aussenrinde,<br />
in radialen Reihen geordnet. - Rindenstrahlen: 8-10 Gefässbündelstränge<br />
mit rundlichen bis polygonalen, dünnwandigen,<br />
kleinzelligen, in radialen Reihen angeordneten Elementen.<br />
Kambium: 1-3 Lagen normaler Kambiumzellen, nur im<br />
faszikulären Teile deutlich erkennbar.<br />
llolzkörper: Primäre Markstrahlen: Bestehen aus parenchymatischen,<br />
radial gestreckten, länglichen Zellen (vgl. ENGLER<br />
u. PRANTL 1897, S. 365; SOLEREDER 1908, S. 258). - Holzstrahlen:<br />
Gleichviele Gefässbündelstränge wie in der Rinde, aus ± in radialen<br />
Reihen geordneten, ziemlich englumigen Spiral-, Ring- und Netzgefässen<br />
bestehend, in zartem Holzparenchym eingebettet. Gegen<br />
das Kambium können die Zellen schwach dickwandig werden. -<br />
Gefässbiindel: Sehr oft im untersten Teil der primären Markstrahlen<br />
oder unterhalb derselben ein kleines, geschlossenes, markständiges<br />
Bündel, besonders nur englumige Spiral- und Ringgefässe deutlich<br />
entwickelt (vgl. SOLEREDER 1899, S. 727; 1908, S. 258). - Mark:<br />
Ziemlich gross, aus rundlichen, kleineren und grösseren Parenchymzellen<br />
mit zahlreichen, grossen Interzellularen (vgl. PILGER 1898,<br />
S. 313).<br />
Laiibblatt.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t (s. auch Abb. 9:i, S. 17): Obere Epidermis:<br />
Besteht aus quadratischen bis rechteckigen, geradlinigen bis<br />
schwach welligen, sehr dünn- und glattwandigen Zellen, die in ziemlich<br />
regelmässigen Reihen angeordnet sind. Gegen den Blattgrund
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 7<br />
werden die Zellen geradwandig und in der Längsrichtung langgestreckt,<br />
die Zellreihen sehr deutlich. Am Blattrand in der Regel<br />
3-5 Reihen rechteckiger, ziemlich dickwandiger, geradliniger, in<br />
der Nervenrichtung langgestreckter, 15- 18 /i breiter Zellen. Diese<br />
Zellen fehlen an der Spitze und an der Blattbasis. - Untere Epidermis:<br />
An der Blattspreite gleich gebaut wie die obere. Über dem<br />
Mittelnerv einige Reihen ± rechteckiger, geradwandiger (bis schwach<br />
welliger), langgestreckter, ziemlich dünnwandiger, in regelmässigen<br />
Reihen geordneter Zellen. Am Blattrand gleiche Zellen wie<br />
in der oberen Epidermis, jedoch in grösserer Zahl. Gewöhnlich<br />
treten 2-5 deutlich vorgewölbte Längsleisten über dem Mittelnerv<br />
auf. - Spaltöffnungen: Beiderseits sehr reichlich, jedoch an der Blattbasis<br />
etwas spärlicher, in der Richtung der Blattlängsachse orientiert,<br />
von breitovalem Umriss, (18 -) 21 - 30 lang, (15 -) 2\ -24 fi<br />
breit, mit 2 - 3 (- 5), meistenteils mit 2 Nebenzellen, die in der Regel<br />
senkrecht zur wSpalte inseriert sind. - Haare: 1. Sehr oft (36-) 165-<br />
365 (- 690) ju lange, nicht anliegende Gliederhaare (Abb. 1) mit etwas<br />
vergrösserter, länglichrunder Basalzelle (die<br />
umgebenden Epidermiszellen mit Spaltöffnungen<br />
sind verhältnismässig selten radial<br />
angeordnet) und 1-5, gewöhnlich nur 2-8<br />
stark verdickten, beinahe gleich langen Zellen<br />
mit ± geradlinigen, dicken Zwischenwänden.<br />
Die Haare sind meist etwas exzentrisch in der<br />
Basalzelle inseriert. Sie sind von einer ziemlich<br />
dicken, glatten bis fein warzigen Kutikula<br />
überzogen. Oberseits Gliederhaare am<br />
Blattrand häufiger (liier sind die Haare<br />
in der Regel kürzer als anderswo), auf der i. Plantago alpina,<br />
r, 1 • 1 .. r- . Laubblatt, untere Epi-<br />
Spreite seltener bis häufig, unterseits vor Flächenanallem<br />
am Blattrand und über dem Mittelnerv. sieht. Vergr. 150 x.<br />
Die Blattspitze ist frei von diesen Haaren.<br />
2. An der Blattbasis sehr reichlich mehrere mm lange, sehr dünnwandige,<br />
vielzellige, gelbliche, oft kollabierte Gliederhaare (Abb.<br />
9:4) mit (39-) 150-300 (-135) /i langen und 15-21 (-33) ju<br />
breiten Zellen, mit geradlinigen Zwischenwänden. Länge der<br />
zugespitzten Endzellen 120-675 /
8 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />
24-30 (-39) n langem, 12-18 (-21) /t breitem Stiel und einem<br />
2-8 (5 - 8zelligc Köpfchenhaare stellenweise unterseits über dem<br />
Mittel nerv), meistens izelligen, ±<br />
rechteckig vertikal und horizontal<br />
geteilten, (27 -) 30-18 (-75)<br />
langen, (18 -) 21-27 [x breiten<br />
Köpfchen. Die umgebenden Epidermiszellen<br />
sind meist nicht radial<br />
Abb. 2. Plantago alpina. Verschiedene<br />
Pfanmgo-Köpfchenliaare des<br />
Laubblattes. Yergr. 200 X.<br />
angeordnet. Beiderseits treten die<br />
Haare zahlreich auf, vor allem<br />
an der Spitze und der Blattbasis<br />
sowie über den Nerven.<br />
Q II e r s c h u i t t (s. auch Taf. I, Abb. 2 u. 3): Blatts pr eil e:<br />
Obeu uud unten gerade, undeutlich monofazialer Bau. - Obere Epidermis:<br />
Schwach iiorizontal gestreckte Zellen mit schwach verdickten<br />
Aussenwänden (vgl. PILGER 1898, S. 301 u. 311), von einer<br />
dünnen Kutikula überzogen. Einzelne Zellen sind deutlich vergrössert<br />
und bilden Basalzellen für den ersten Haartypus. - Untere Epidermis:<br />
Etwas grosszelliger als die obere, sonst gleich gebaut<br />
wie diese. - Spaltöffnungen: Schliesszellen oben und unten sehr<br />
schwach über die b^pidermisebene erhoben. - Palisaden: Blattoberseitc<br />
2 bis undeutlich 3 Zellreihen mit nur schwach palisadcnartig<br />
gestreckten, ziemlich locker nebeneinander stehenden Elementen.<br />
IJlaltunterseite 1-2 Zellreihen mit noch weniger palisadenartig gestreckten,<br />
lockeren Elementen und zahlreichen Interzellularen (vgl.<br />
PILGER 1898, S. 307 u. 335). - Schwammpareneliijm: Viele Lagen ±<br />
kugeliger, grösserer und kleinerer Zellen mit zahlreichen, verhältnismässig<br />
kleinen Interzellularräumen. - Endodermis: Eine deutliche<br />
Lage rundlicher, dünnwandiger, chlorophyllfreier Zellen, den Bündelstrang<br />
umschliessend. - Gefässbiindel: Kollaterale, grössere und<br />
kleinere Bündel mit feinen Leit- und ziemlich wenigen Festigungselementen<br />
im Mesophyll verteilt. - Oxalat: Fehlt.<br />
Ii l a 11 r a n d: Epidermis: Ziemlich dickwandige, ± runde<br />
Zellen, die Basalzellen für den ersten Haartypus deutlich grösser. -<br />
Kollenclujm: Vor allem am Mittelteil des Blattes unter der Epidermis<br />
ein Bündel runder, dickwandiger, kollenchymatischer Zellen (s. auch<br />
die Flächenansicht).
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 9<br />
Mitteln er v: Oben schwach konkav, unten fhicli konvex.<br />
Überdies bildel die untere Epidermis am Mittelnerv 2-5 zapfenartige<br />
Ausstülpungen. - Obere Epidermis: ± tangential gestreckte<br />
Zellen mit dünnem Kutikularbelag. - Untere Epidermis: ± isodiametrische,<br />
allseitig etwas verdickte, von einer dünnen Kutikula<br />
überzogene Zellen, einzelne Zellen vergrössert wie in der Spreite. -<br />
Spaltöffnungen: Oben immer vorhanden, unten nur an der Seite. -<br />
Kollenchym: Oben fehlend und hier durch eine ± durchgehende<br />
Palisadenlage ersetzt, unten 1 - 3 Lagen rundlicher ^ kollenchymatisch<br />
verdickter Zellen, besonders in den zapfenartigen Ausstülpungen<br />
entwickelt. - Grundgewehe: Oben und besonders unten stark<br />
entwickelt, besteht aus rundlichen, ± grosslumigen, dünnwandigen,<br />
chlorophyllführenden Zellen mit zahlreichen Interzellularen. - Endodermis:<br />
Immer gut differenziert, aus einer den Bündelstrang umschliessenden<br />
Zellage ziemlich grosszelliger, ± tangential gestreckter,<br />
länglicher, oft etwas verdickter Zellen mit CASPARYschen Punkten<br />
bestehend. - Perizykel: Oben und unten 1-6 (unten al) und<br />
zu 8) Zellagen als halbmondförmige Beläge ziemlich stark verdickter<br />
Fasern (vgl. PILGER 1898, S. 308). - Gefässbündel: Ein kollateraler,<br />
geschlossener, ausnahmsweise offener Strang. - Xijlcm: Spiral- und<br />
Ringgefässe zahlreich, radial angeordnet, in zartem Ilolzparenchym<br />
eingebettet. - Kambium: Sehr schwach oder nicht vom Phloem<br />
differenziert. - Phloem: Zarte, englumige Elemente in Gruppen, in<br />
dünnwandigem, ziemlich kleinzelligem Phlcemparenchym verteilt. -<br />
Markslrahlen: 1 - 3reihig, aus dünnwandigen, polygonalen Zellen<br />
bestehend. - Mark: Fehlt oder besteht undeutlich aus einigen dünnwandigen,<br />
± runden Parenchymzellen.<br />
Blütensteiigel.<br />
F1 ä c h e n a n s ic h t (s. auch Abb. 3): Epidermis: Aus gerad-dünnwandigen,<br />
i viereckigen, in der Richtung des Stengels<br />
langgestreckten Zellen bestehend. - Spaltöffnungen: Verhältnismässig<br />
häufig, länglich-ellipsoidisch, in der Richtung der Stengelachse<br />
orientiert, 33 - 51 /i lang, 21 - 24 ^ breit, meistens nur mit 2 Nebenzellen.<br />
- Haare (Abb. 3 u. 4): 1. Häufig (250-) 100-650 (-720) fi<br />
lange, schräg abstehende Gliederhaare, aus einer ± vier-fünfeckigen,
10 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />
Abb. 3. Plantago alpina.<br />
Blütenstengel, Epidermis<br />
in Flächen ansieht.<br />
Vergr. 150 X.<br />
langgestreckten Epidermiszelle entspringend,<br />
mit 3-4 (6) beinahe gleich langen, in der<br />
Regel dickwandigen, von einer deutlichen,<br />
glatten bis fein warzigen Kutikula überzogenen<br />
Zellen oder mit einer etwas kürzeren,<br />
wenig gebogenen Endzelle. Diese Zelle ist in<br />
der Regel zugespitzt und dickwandig. Die<br />
Zwischenwand schief bis geradlinig und dick.<br />
Dann und wann sind die Haare wenig gabelig.<br />
Haargrund farblos oder schwach gelblich.<br />
2. Planiago-Köpiclienhaarc vereinzelt, gewöhnlich<br />
1 - Gzellig.<br />
Querschnitt (s. auch Taf. H, Abb.<br />
1): Rundlich. - Aiissenrindc: Epidermis:<br />
± runde, von einer dünnen Kutikula<br />
überzogene Zellen, deren Wände (besonders<br />
die Aussenwände) im Alter deutlich dicker<br />
werden. Die Basalzellen der Gliederhaare sind<br />
wesentlich vergrössert. - Spaltöffnungen:<br />
Spärlich, sehr schwach über der Epidermis<br />
erhoben, mit einer verhältnismässig<br />
grossen Atemliöhle.<br />
- Kollenchijm: Unter<br />
der Epidermis eine Reihe<br />
rundlicher, undeutlich differenzierter<br />
Zellen, die« am<br />
älteren Stengel schwach kollenchymatisch<br />
verdickt wer-<br />
den. - Grundgewebe: 5-8 Lagen runder, gegen die<br />
Mitte etwas grösser werdender, chlorophyllführender<br />
Parenchymzellen; von zahlreichen Interzellularen<br />
durchsetzt. - Endodermis: Nicht differenziert<br />
(vgl. PILGER 1898, S. 309).<br />
Zentralzylinder: Perizykel: Ringförmig,<br />
aus mehreren Lagen ziemlich dickwandiger (im Alter ^^«mago<br />
verholzender), runder bis polygonaler Fasern beste- htfare^vom'^B^ü<br />
hend. - Gefässbündel: 18-22 beinahe gleich grosse, tenstengel<br />
geschlossene, als isolierte Gruppen liegende, auf Vergr. 150 x.
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 11<br />
einem Kreise angeordnete, kollaterale Bündel. - P/j/oSm; Sehr schwach<br />
entwickelt, besteht aus einigen zarten, kleinzelligen, meistenteils polygonalen<br />
Elementen, von Perizykelfasern umgeben. -Xj/Ze/n: 2-4 (-6)<br />
kurze Reihen radial angeordneter, nebeneinanderlaufender Ring- und<br />
Spiralgefässe, im unteren Teil von englumigen dünnwandigen, polygonalen,<br />
später grösstenteils verholzenden, parenchymatischen Zellen<br />
umgeben. - Markstrahlen: Fehlen. - Mark: Im Zentrum parenchymatische,<br />
grosse, dünnwandige, rundliche bis schwach polygonale<br />
Zellen, mit grossen Interzellularen, gegen die Gefässbündel hin allmählicher<br />
Übergang zu kleineren, polygonalen, etwas verdickten<br />
Zellformen. Am älteren Stengel befindet sich immer eine grosse<br />
Markhöhle, nur mit Resten der Markzellen.<br />
Blüte.<br />
T r a g b 1 a 11.<br />
F1 ä c h e n a n s i c h t (s. auch Abb. 5): Äussere Epidermis: ± 4 -<br />
öeckige, geradlinige bis schwach<br />
wellige, ± in der Nervenrichtung<br />
gestreckte, dünnwandige Zellen.<br />
- Innere Epidermis: Stark wellige,<br />
in der Längsrichtung gestreckte,<br />
an der Blattbasis dickwandige<br />
Zellen, Gegen den häutigen<br />
Blattrand werden die Zellen<br />
allmählich dünnwandig. An der<br />
Spitze ist die Epidermis wie oberseits<br />
gebaut. - Spaltöffnungen: Beiderseits<br />
ziemlich häufig, besonders<br />
in der Nähe des Mittelnervs, am<br />
häutigen Blattrand fehlend, in<br />
der Richtung der Nervenachse<br />
orientiert, 36-42/i lang, 27-30/4<br />
Abb. 5. Plantago alpina. Tragblatt,<br />
äussere Epidermis in Flächenansicht.<br />
Vergr. 220 X.<br />
breit, mit 2-4 Nebenzellen. - Haare: 1. Am Blattrand und oberseits<br />
an der Blattbasis häufig, seltener auch beiderseits an den<br />
Spreiten dickwandige, l-3zellige, (45-) 105- 195 (-285) yw lange<br />
Gliederhaare, aus einer oberen Epidermiszelle entspringend, von
12 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />
einer Kutikula überzogen. Stellenweise haben zwei Haare dieselbe<br />
Basalzelle. 2. Beiderseits Plantago-Köpfchenhaarc vereinzelt 'am<br />
Mittelteil des Blattes, gewöhnlich 4zellig.<br />
K e 1 c h b 1 a t t.<br />
F 1 ä c h e 11 a n s i c h t (s. auch Abb. 6 u. 7): Äussere Epidermis:<br />
Aus welligen, sehr dünnwandigen, ± gestreckten Zellen bestehend,<br />
die gegen die Blattbasis über dem Mittelnerv gcradwandig, ± vier-<br />
Abb. 6. Plantago alpina. Kelchblatt, äussere<br />
Epidermis in Flächenansiclit.<br />
Vergr. 220 x.<br />
Abb. 7. Plantago alpina.<br />
Kelchblatt, innere Epidermis<br />
in Flächenansicht.<br />
Vergr. 220 X.<br />
eckig werden. - Innere Epidermis: Besteht aus stark welligen, sehr<br />
dickwandigen, in der Richtung der Blattlängsachse gestreckten<br />
Zellen, gegen den Blattrand und die Spitze dünnwandiger werdend.<br />
- Spaltöffnungen: Beiderseits vereinzelt, hauptsächlich in der Nähe<br />
des Mittelnervs, von breitovalem Umriss, gewöhnlich mit 2 Nebenzellen.<br />
- Haare: 1. Sehr häufig oberseits am Kiel 1-3 (6)zellige,<br />
dickwandige, (39-) 120-225 (-450) fi lange, von einer Kutikula<br />
überzogene Gliederhaare, die dann und wann gegabelt sind. Gleiche<br />
Haare treten in der Regel am Blattrand, wo sie gegen die Spitze<br />
länger und mehrzelliger werden, und seltener auf der Spreite auf.
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 13<br />
An (ler Spitze sehr oft gabelige und gebogene Gliederliaare, deren<br />
Basalzelle zuweilen zwischen den beiden Epidermen eingesenkt ist.<br />
Die innere Spreite ist gewöhnlich ganz kahl. 2, Oberseits vereinzelt<br />
jP/an/aj/o-Köpfchenhaare, dzellig.<br />
K r o n e.<br />
Krön röhre.<br />
F lachen a n s i c h t (s. auch Abb.<br />
8): Äussere Epidermis: Gerad-dünnwandige,<br />
in der Richtung der Längsachse orientierte,<br />
± rechteckige Zellen, oft mit fein<br />
knotig verdickten Wänden, - Ilaare: Reichlich<br />
an der unteren Hälfte der Kronröhre<br />
l-3zellige, (60-) 90-210 fi lange, ziemlich<br />
dünnwandige, von einer dünnen Kulikula<br />
überzogene Gliederhaare mit einer<br />
Basalzelle, die in der Regel etwas länger<br />
als die übrigen Epidermiszellen ist, und<br />
oftmals kollabierten Zellen. Haargrund gewöhnlich<br />
gelblich. - Innere Epidermis: Im<br />
grossen und ganzen gleich gebaut wie die<br />
äussere, aber ohne Haare.<br />
Kronzipfel.<br />
Abb. 8. Plantago alpina.<br />
Kronrölire, äussere Epidermis<br />
in Flächenansicht.<br />
Vergr. 220 X.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Äussere Epidermis: Aus 4 - Geckigen,<br />
welligen, in der Längsrichtung langgestreckten, sehr dünnwandigen,<br />
in regelmässigen Reihen geordneten Zellen bestehend. - Innere Epidermis:<br />
Stark wellige, dünnwandige, in der Nervenrichtung langgestreckte<br />
Zellen, gegen den Mittelnerv dickwandiger und weniger<br />
wellig werdend. - Haare: Vereinzelt am unteren Blattrand 1-2zellige<br />
(45-) CO-120 ß lange, dickwandige, von einer Kutikula<br />
überzogene Gliederhaare.<br />
2
I I E. Elo, Anal.-i)harni. Unters, v. Plantago alpina L. u, P. montana Lam.<br />
A n d r ö c c u ni.<br />
Staubfaden.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c 11 t: Epidermis: xVus recliteckigen, sehr<br />
dünnwandigen, in der Richtung der Längsachse langgestreclvten,<br />
geradlinigen, in regelmässigen I^Mhen angeordneten Zellen bestehend.<br />
Staubbeutel.<br />
F 1 ä c il e n ansieht: Epidermis: Tangential gestreckte, sehr<br />
dünnwandige, schwach kurzwellige, papillös ausgebuchtete Zellen.<br />
In der Furche und an der unteren, aufgesetzten Spitze sind die Zellen<br />
dagegen in der Längsrichtung langgestreckt und wellig. - Fibriöse<br />
Schicht: Aus polygonalen, ± in der Richtung der Längsachse gestreckten,<br />
geradlinigen Zellen mit ringförmigen Verdickungsleisten<br />
l)estehen(l. - Ilaure: Ab und zu an den oberen Spitzen wenige 2-3zellige,<br />
(150-) 225-285 /i lange, ziemlich dünnwandige, von einer<br />
dünnen Kutikula überzogene (iliederhaare.<br />
Pollenkorn.<br />
(27-) 33-42 fi gross, scheibenförmig, glattwandig, mit dünner<br />
Exine und Intine.<br />
G y n ä c e u m.<br />
Fruchtknoten.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Aus ± isodiametrischen,<br />
stark welligen, dünnwandigen Zellen bestehend, die gegen die Basis<br />
nach und nach noch dünnwandiger und geradlinig werden. - Haare:<br />
Sehr oft am obersten Teil 1 - 2zellige, (30 -) 50 - 105 /i lange, dickwandige,<br />
von einer Kutikula überzogene (Iliederhaare. - Hijpodermis:<br />
Im grossen und ganzen gleich gebaut wie die äussere Epidermis,<br />
jedoch grosszelliger und dickwandiger. Gegen den unteren<br />
Teil verschwindet die Ilypodermis allmählich.<br />
Griffel.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Besteht aus rechteckigen,<br />
in der Längsrichtung langgestreckten, gerad-dünnwandigen, in regel-
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 15<br />
massigen Heilien geordneten Zellen. - Haare: Sehr oft am Basalteil<br />
gleichgebante Haare wie am Frnchtknoten.<br />
Blühende Narbe.<br />
F 1 ä c Ii e n a n s i c h t: Epidermis: Gleich gebaut wie die Grifl'elepidermis,<br />
die Zellen werden jedoch gegen die Spitze länger. -<br />
Papillen: Reichlich, einzellig, (120-) 165-240 lang.<br />
Frucht.<br />
Im Kelch silzenbleibende Büchse.<br />
1 ä c ii,e II a n s i c h (: Äussere Epidermis: Polygonale bis<br />
schwach buchtige, in der Längsrichtung der Frucht gestreckte,<br />
dünnwandige Zellen. - Innere Epidermis: Gleich gebaut wie die<br />
äussere. - Trennungszone: 2-3 Schichten tangential gestreckter,<br />
länglicher, in regelmässigen Reihen angeordneter, sehr dünnwandiger<br />
Zellen.<br />
Abspringender Deckel.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h 1: Äussere Epidermis: Besteht aus polygonalen,<br />
gerad-dünnwandigen, ± in der Richtung der Frucht gestreckten<br />
Zellen, gegen die Spitze wellig und noch dünnwandiger<br />
werdend. An den Gefässbündeln in der Längsrichtung langgestreckt,<br />
geradlinig. - Ilaare: Dann und wann an der Spitze einige 1 - 2zellige,<br />
(30-) 50- 105 /t lange, dickwandige, von einer Kutikula überzogene<br />
Gliederhaare. - Innere Epidermis: ± isodiametrisehe, stark wellige,<br />
ziemlich dickwandige, getüpfelte Zellen. - Ilypodermis: Aus ± isodiametrischen,<br />
stark welligen, sehr dickwandigen, getüpfelten Zellen<br />
liestehend, die gegen die Spitze in der Längsrichtung gestreckt<br />
und noch dickwandiger werden. - Trennungszone: 3-1 Schichten<br />
tangential gestreckter, i länglicher, dickwandiger, in regelmässigen<br />
Reihen geordneter Zellen.<br />
Narbenrest.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: isodiametrisehe, viereckige,<br />
dünnwandige, 10- 15 fi breite, in regelmässigen Reihen ange-
28 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Planiago alpina L. n. P. montana Lam.<br />
ordnete Zellen. - Papillen: Einzellig, 30- 105 /j, lang, reichlich beinahe<br />
bis zur Basis. - Haare: Sehr oft an der Basis 1 - 2zellige, 30-<br />
75 /.i lange, dickwandige, von einer Kutikula überzogene Gliederhaare.<br />
Scheidewand.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Aus polygonalen, geradlinigen<br />
bis welligen, gestreckten, typischen Netzleistenzellen bestehend.<br />
Same.<br />
Q u e r s c h n i t t: Bohnenförniig. - T e s I a: 1. Epidermis:<br />
Radial schwach gestreckte, ± rechteckige, aussen etwas ausgestülpte,<br />
von einer zarten Kutikula überzogene Zellen, deren Zellmembran<br />
dünn ist und deren Seitenwände mächtige Sclileimschichten<br />
angelagert haben. Das Lumen nimmt beim Quellen in Wasser<br />
Sanduhrform an. - 2. Schicht: Eine Lage ± rechteckiger, tangential<br />
gestreckter, schwach dickwandiger Pigmentzellen mit braunem<br />
Inhalt.<br />
E n d 0 s p c r m: Besieht auf der Rücken- und Bauchfläche des<br />
Samens aus 2 - l, an den Seiten aus 6 - 10 Reihen polygonaler bis<br />
rundlicher, ziemlich difck- und glattwandiger Zellen, die nur kleine,<br />
runde Aleuronkörner (keine Stärke) führen (vgl. ULOTH 1875, S. 195<br />
u. Taf. VI, Abb. 1 u. 5).<br />
E m b r ij o: Kotyledonen: Halbmondförmig, die äusserste Schicht<br />
besteht aus isodiametrischen, ± viereckigen, dünnwandigen Zellen,<br />
das Grundgewebe dagegen aus rundlichen Zellen mit kleinen Interzellularen.<br />
Nahezu in der Mitte befinden sich eine grössere und an<br />
den beiden Seiten eine kleinere Gruppe englumiger, dünnwandiger,<br />
runder bis polygonaler Zellen als Gefässbündelanlagen. Als Zellinhalt<br />
treten kleine, runde Aleuronkörner auf.<br />
Pulver.<br />
Es ist ja für jede Droge wertvoll, die Mikroskopie des Pulvers<br />
zu kennen. Dies gilt auch für Herba oder Folia Plantaginis alpinae,<br />
um so mehr, als diese in verschiedene Arzneispezialitäten und Geheimmittel<br />
in Pulverform inkorporiert werden.
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 17<br />
]3a die Droge meist audi mehr oder weniger viel Hhizomteile,<br />
Hlütenstengel, Blüten und Früchte enthält, haben wir zunächst eine<br />
solche Ganzdroge pulverisiert und untersucht. Die Zerkleinerung<br />
erfolgte in einer Kreuzschlagmühle. Die Siebporenweite betrug<br />
0,8 mm. Um auch ein reines Blattpulver zu haben, wurde ein ausgelesenes<br />
Blattmaterial unter den gleichen Bedingungen pulverisiert.<br />
Wir geben im folgenden die Beschreibung und die Abbildung (Abb. 9)<br />
eines Pulvers aus der Handelsdroge und lassen dann die Beschreibung<br />
eines reinen Blattpulvers folgen. Die Abbildungen der Elemente<br />
dieses zweiten Pulvers finden sich in der vVbbildung des Pulvers<br />
der Handelsdroge.<br />
i. Pulver der Handelsdroge (Abb. 9):<br />
F a r 1) e: Graugrün.<br />
Ci e r u c h: Ein eigenartiges, dem Schal)zieger ähnliches Aroma<br />
(ScHROETEii 1923-26, S. 588).<br />
1 L_„<br />
1<br />
1— _j(.<br />
r-<br />
/ —<br />
1<br />
1<br />
Abb. 9. Plamago alpina. Piilverbestandteile der Handelsdroge. Vergr. 220 x
18 E. Elo, Anat.-pliarm. Unters, v. Plantago alpina L. u. P. montana I.ani.<br />
1. Fragmente der Epidermis der Blattober- und -Unterseite in<br />
Flächenansicht, mit den typischen Spaltöffnungen s e h r<br />
häufig.<br />
2. 1 - Szellige, dickwandige, mit Kutikula überzogene Haare<br />
oder ihre Fragmente vereinzelt.<br />
3. In der Regel 4zellige P/a/i/a(/o-Köpfchenliaare vereinzelt.<br />
4. Fragmente der vielzelligen, dünnwandigen Gliederhaare sehr<br />
häufig.<br />
5. Fragmente der Ring- und Spiralgefässe, besoiulers aus dem<br />
Rhizom und Blatt ziemlich häufig.<br />
(). Fragmente der Nebennerven des Blattes im Querschnitt v e re<br />
i n z e 1 t.<br />
7. Fragmente der Fasern aus dem Blatt und dem Blütenstengel<br />
h ä u f i g.<br />
8. Fragmente des Tragblattes in Flächenansicht vereinzelt.<br />
9. Fragmente des Kelchblattes in Flächenansicht v e r e i nzelt.<br />
10. Pollen vereinzelt.<br />
Charakteristische Elemente: 1, 2, 4, 8.<br />
2. Pulver der reinen Blattdroge (s. auch Abb. 9):<br />
Die Farb e und der Geruch sind wie oben.<br />
1. Fragmente der Epidermis der Blattober- und -Unterseite in<br />
Flächenansiclit, mit den typischen Spaltöffnungen s e h r<br />
häufig.<br />
2. 1 - Szellige, dickwandige, mit Kutikula überzogene Haare<br />
oder ihre Fragmente ziemlich häufig.<br />
3. In der Regel 4zellige P/a/j/ajyo-Köpfchenhaare ziemlich<br />
häufig.<br />
4. Fragmente der vielzelligen, dünnwandigen Gliederhaare sehr<br />
selten.<br />
5. Fragmente der Ring- und Spiralgefässe vereinzelt.<br />
ti. Fragmente der Nebennerven des Blattes im Querschnitt v e re<br />
i n z e 1 t.<br />
7. Fragmente der Fasern vereinzelt.<br />
Charakteristische Elemente: 1, 2, 3.<br />
4. DIE ANATOMIE VON PLANTAGO IMONTANA LAM.<br />
Plantago montana Luni. (= P. atrata Moppe). Von dieser Art werden eine<br />
Reihe von Varietäten und L'ormen unterschieden, die alle in der Droge vorkommen<br />
können. Bezüglich der Unterteilung der Art vgl. KNGLEU II. DIELS<br />
(1937,8.284-).<br />
Deutsch: liergvvegerich. Volksnanien: Adelgras, Ilütz, Uitz.- Französisch:<br />
Plantain des montagnes.
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 19<br />
Pflanze aiisdanernd, 2-18 cm hoch, l^hizom dick, knrz, wenig<br />
ästig. Alle Lanbblätter in grundständiger Rosette. Blütenstengel<br />
vor der Blüte aufrecht oder aufsteigend, zuletzt niederliegend. Ähre<br />
kugelig oder kurz walzlicii, 0.5- 1.5 cm lang, im Knospenzustand<br />
oft von langen, spinnweharlig verflochtenen Haaren ganz hedeckl.<br />
Standort. Stelletuveise liiuifit? \mil verbreitet auf Mager- und Fettmatten,<br />
Weiden, kahlem Felsschutt der Alpen, besonders auf tiefgründigem<br />
Boden; mit Vorliebe auf Kalk, seltener auf Urgestein. In der Schweiz von<br />
1 500 bis 2 700 m. in liayern von 1 000 bis 2 150 m, in Tirol von I 500 bis<br />
2 370 m.<br />
A 11 g e m 0 i n e Ve r 1) r e i I u n g. Pyrenäen, Ceveunen, Alpen, Jura,<br />
Sudeten, Karpaten, Ai)enninen, illyrische und griechische Gebirge.<br />
Standorte des u n t e r s \i r h t e n Materials. Conters-Casanna,<br />
Gra\ib., 1 5^iO m ü.M., Weide; Tschiertschen, 1 560 m ü.M.; Speer,<br />
Nagelfluh, I 700 m ü.M.; St. Moritz, Oberalpina, I 8.'U) m ü.M.; Lindernenalj)-<br />
Kaiserstock, 2 100 m ü.M.; Arosa, in der Nähe der eidg. Versuchsanstalt,<br />
1 800 ni ü.M.; Morteralsch bei Pontresina, 1 900 m ü.M.; Albula, 2 315 m ü.M.<br />
Makroskopische Merkmale.<br />
B I a t t. (irundständige Lanbblätter breit-lineal bis elliptisch,<br />
spitz, nach oben und unten verschmälert, mit einer bleichen, häutigen<br />
Scheide den Stengel umfassend. Spreite 3-10 cm lang und<br />
2-15 mm breit (bei kultivierten Exemplaren bis 17 cm lang und<br />
1-17 mm breit), drei- bis siebennervig. Nerven oberseits lief eingegraben,<br />
unterseits hervortretend. Spreite kahl oder am Rande und<br />
an den Nerven von langen, spinnwebig verflochtenen, vereinzelten<br />
Haaren zottig, am Rande ganz oder entfernt und seicht gezälinell.<br />
B 1 ü t e n s t e n g e 1. Stielrund, nicht gefurcht, am Grunde<br />
spärlich, sonst dicht anliegend weichhaarig, in der Regel so lang oder<br />
wenig länger als die Lanbblätter.<br />
B 1 ü t e. Tragblätter breit rundlich, trockenhäutig, mit grünem<br />
oder schwärzlichem Mittelnerv und scharf davon abgesetzten, membranösen,<br />
bräunlich gefärbten, stumpfen Randlappen, an der Spitze<br />
oder auch teils am Rande bärtig gewimperl. Kelchblätter alle gleich<br />
gestaltet, frei, eiförmig, mit kleinem, grünem, krautigem Teil und<br />
breitem, braunem, liäutigem liand, nicht gekielt, bloss an der Spitze<br />
bärtig gewimpert. Dünnhäutige Blumenkrone etwa 2 mm lang,<br />
braun, mit vollständig kahler Röhre und zugespitzten, weisslichen<br />
Zipfeln. Staubblätter 2-3mal länger als die Blumenkrone, weiss-
2ü E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Plantago alpina L. u. F. monlaiia Lain.<br />
lieh, mit blassgelben Antheren. Kapsel bis 5 nini lang, eiförmig,<br />
nur an der änssersten Spitze von der vertrockneten Krone bedeckt;<br />
üehiszenzspalte in Höhe über dem Grunde der Frucht auftretend.<br />
Samen I.5 mm lang, meist 2 in jeder Kapsel, ])eckenförmig,<br />
nmzelig, mit hervorragender Mittelrippe.<br />
Mikroskopische Merkmale.<br />
Rhizoin und Ilauplwurzel.<br />
Im folgenden wird die Anatomie des Rhizoms und diejenige des<br />
obersten, in der Droge vorkommenden Teils der Mauptwurzel beschrieben.<br />
H h i z o m.<br />
Q u e r s c h n i t t; Hundlich. - /I n s s e n r i n d e: Epidermis:<br />
Meistens ganz abgeworfen. - Kork: 2-4, stellenweise mehrere Lagen<br />
flacher, dünnwandiger, schwach in tangentialen und radialen Reihen<br />
geordneter 7.Q\\cn. - Phellogen: 1 - 2 Lagen tangential gestreckter,<br />
zarter Zellen. - Plielloderm: Fehlt oder besteht undeutlich aus 1-2<br />
Lagen dünnwandiger Zellen. - Parenchym: Besteht aus vielen Lagen<br />
zarter, tangential gestreckter, ziemlich grosslumiger, länglicher bis<br />
schwach polygonaler, stärkefreier Zellen mit kleinen Interzellularen.<br />
- Sieinzellen: Im Rindenparenchym treten stellenweise grössere und<br />
kleinere Gruppen polygonaler, dickwandiger, reich getüpfelter Steinzellen<br />
auf (vgl. SOLEBEDER 1899, S. 727).<br />
I n II e n r i n d e: Primäre Markstrahlen: Meistenteils viele Reihen<br />
parenchymatischer, runder bis radial gestreckter, länglicher<br />
Zellen mit kleinen Interzellularen. - Rindenslrahlen: 8-10 Gefässbündelstränge<br />
mit zarten, rundlichen bis schwach polygonalen,<br />
kleinzelligen, in radialen Reihen geordneten Elementen.<br />
Kambium: 1-3 Lagen normaler Kambiumzellen, nur im<br />
faszikulüren Teil deutlich erkennbar.<br />
II olzkörp e r: Primäre Markstrahlen: Ziemlich schnuil, aus<br />
zarten, radial gestreckten, länglichen Parenchymzellen mit kleinen<br />
Interzellularen bestehend. - Holzstrahlen: Gleichviele Gefässbündelstränge<br />
wie in der Rinde, aus Netz-, Ring- und Spiralgefässen bestehend,<br />
radial in unverholztem, polygonalem Parenchym angeord-
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 21<br />
net. - Mark: Verhältnismässig klein, aus riuullichen bis polygonalen,<br />
parenchymatisclien Zellen mit kleinen Interzellularen gebaut. -<br />
Steinzellen: Wenige Gruppen, gleich gebaut wie in der Aussenrinde.<br />
- Selbständige, ausgeprägte rinden- und markständige Gefäss])ündel<br />
kommen nicht vor.<br />
11 a u j) t w u r z e 1.<br />
Das Khizom geht allmählich in die Wurzel über. Im grossen<br />
und ganzen ist die Wurzel gleich wie das Rhizom gebaut, jedoch<br />
fehlen die Steinzellen, Markstrahlen und das Mark.<br />
Laubblatt.<br />
Fläc h e n a n s i c h t (s. auch Abb. 10 u. 11): Obere Epidermis:<br />
An der Spitze ± viereckige, geradlinige bis schwach wellige Zellen<br />
Abb. 10. Plantago motitana. Laul)- Abb. II. Plantngo montana. Laiibblatt,<br />
obere EpideriiiLs feilweise mit blatt, untere Epidermis teilweise mit<br />
darunterliegenden Palisadenzellen in darunterliegenden Palisadenzellen in<br />
FJäclienansicht. Vergr. 220 x. Fl.ächenansiclit. Vergr. 220 X.<br />
mit dünnen, glatten oder fein knotig verdickten Wänden. In der<br />
Milte und an der Basis sind die Zellen wellig bis geradwandig, in<br />
der Längsrichtung gestreckt. Am Blattrand gewöhnlich langge-
22 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />
streckte, gerad-dünnwandige Zellen. Am Jilattgnind alle Zellen<br />
gleich gebaut wie am Blattrand. In den Nervenfiirchen, die an der<br />
Spitze und am Blattgrund ganz fehlen, sind die Zellen quadratisch<br />
bis rechteckig, geradwandig. - Untere Epidermis: Schwach<br />
wellig-buchtige oder polygonale, dünnwandige, in der Längsrichtung<br />
gestreckte Zellen, gegen die Blattbasis schmäler, länger und geradwandig<br />
werdend. Über dem Mittelnerv und den nächstliegenden<br />
Hauptseitennerven viele Heihen langgestreckter, ± rechteckiger,<br />
gerad-dünnwandiger Zellen, in der Hegel ohne Spaltöffnungen.<br />
Blattrand und Blattgrund gleich gebaut wie oberseits. - Spallöffniingen:<br />
Beiderseits sehr reichlich, verhältnismässig wenig am Blattgrund,<br />
in der Richtung der Blattlängsachse orientiert, länglich,<br />
(21 -) 27-33 fi lang, (15-) 18-21 fi breit, mit 2-1, meistens 3<br />
Nebenzellen, leicht vorgewölbt. - Haare: 1. Ciewöhnlich nur sehr<br />
typische (550-) 700- 1 150 (-2 400) lange (k-lenkhaare (Abb. 12,<br />
a b<br />
Abb. 12. Plantago montuiiu. La)il)l)lat t,<br />
a. untere Epidermis mit der Basalzelle<br />
des Gelenkliaares in Flächenansicht,<br />
b. Blattrand mit der Basis des (ieloiikhaares.<br />
Vergr. 220 x.<br />
s. auch Abb. 14) mit etwas vergrösserter,<br />
länglichrunder Basalzelle<br />
(selten ist die Basalzelle<br />
auch nicht vergrössert und die<br />
umgebenden Epidermiszellen<br />
mit Spaltöffnungen sind meist<br />
nicht radial angeordnet), der<br />
zentrisch eine kurze, ziemlich<br />
stark verdickte, bräunliche<br />
llalszt'lle aufsitzt, die dann 2-<br />
8, gewöhnlich 4 - G obere, längere,<br />
dünn- bis verhältnismässig<br />
dickwandige, in der Regel<br />
zapfenartig miteinander verwachsene<br />
Zellen trägt. Besonders<br />
am Basalteil sind die<br />
Ilaare deutlich von einer ziemlich dünnen, glatten Kutikula überzogen.<br />
Oberseits Gelenkhaare am Blattrand, selten an der<br />
Spreite selbst, unterseits sowohl am Blattrand als auch über dem<br />
Mittelnerv uiul an den Hauptseitennerven. 2. An der Blattbasis<br />
ziemlich reichlich mehrere mm lange, dünnwandige, vielzellige,<br />
farblose, oft kollabierte Gliederhaare mit 135-210 jli langen und<br />
15-27 /x breiten Zellen, mit geradlinigen oder gewölbten Zwischen
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. FtMin. Vanamo, 15, n:o 1. 23<br />
Avänden. Länge der zugespitzten Endzellen 165~;iG(),u. Planlago-<br />
Köpfchenhaare (Abb. 11) mit einzelligem, (18-) 21-30 //langem,<br />
15-18 jLi breitem Stiel und einem zweizeiligen, vertikal geteilten,<br />
24 ii. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Plantago alpina L. u. P. montaiia Lam.<br />
Mittelner v: Oben sehr stark konkav, unten schwach konvex.<br />
- Obere Epidermis: ± rundlich-polygonale, gegen die Spreite<br />
länglich werdende Zellen. - Untere Epidermis: Runde, allseitig etw^as<br />
verdickte Zellen, von einer dünnen Kutikula überzogen, einzelne<br />
Zellen vergrössert wie in der Spreite. - Spaltöffnungen: Fehlen. -<br />
Kollenchijm: Oben zwisciien der Epidermis und der Endodermis<br />
eine Gruppe rundlich-polygonaler, weitlumiger, schwach verdickter<br />
Zellen. Unten 3-1 Lagen rundlicher, ziemlich deutlich verdickter<br />
Zellen, seitlich allmählich ins Grundgewebe übergehend. - Grundgewebe:<br />
Vor allem unten stark entwickelt, aus rundlichen, grosslumigen,<br />
dünnwandigen, chlorophyllführenden bis chlorophyllfreien<br />
Zellen mit Interzellularen bestehend. - Endodermis: Eine Zellage<br />
breite Bündelscheide, besteht aus gut differenzierten, ± länglichen,<br />
ziemlich weitlumigen, dünnwandigen, chlorophylU'reien Zellen mit<br />
CASPARYschen Punkten. - Perizijkel: Über dem Xylem und unter<br />
dem Phloem je ein 1 - () (- 8) Zellagen breiter, halbmondförmiger<br />
Belag ziemlich dicker, i englumiger Fasern. - Gefässbündel: Ein<br />
kollateraler, in der Hegel geschlossener Strang. - Xylem: Gut entwickelt,<br />
zahlreich Hing- und Spiralgefässe, radial in unverholztem<br />
l\arenchym angeordnet. - Kambium: Sehr schwach oder nicht vom<br />
Phloem differenziert. - Phloem: Zarte, englumige Phlcenielemente<br />
im entsprechenden, dünnwandigen Parenchym eingebettet. - Markstrahlen:<br />
Eine Zellreihe breit, aus dünnwandigen, polygonalen Zellen<br />
bestehend. - Mark: Sehr oft aus einigen dünnwandigen, ± runden<br />
Parenchymzellen l)esteliend.<br />
Blüteiistengel.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t (s. auch Abb. 13): Epidermis: Geradlinige,<br />
± viereckige, in der Richtung des Stengels langgestreckte,<br />
dünnwandige Zellen. - Spaltöffnungen: Ziemlich häufig, in der Längsrichtung<br />
orientiert, länglich, 39 - 18 /t lang, 21-24 /n breit, mit<br />
3 - 4, meistenteils 1 Nebenzellen. - Haare (Abb. 11): Reichlich (800-)<br />
1 050 - 2 350 lange, schräg nach der Ähre gerichtete, verschiedenartig<br />
gebaute Gliederhaare, aus länglicher Epidermiszelle entspringend,<br />
mit einer zentrisch liegenden, kurzen, verdickten, braunen<br />
Grundzelle und 4-7 (-11) oberen, verschieden langen, dünn- bis<br />
dickwandigen Zellen. 1. (ielenkhaare mit dickwandigen, zapfen-
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 25<br />
Abb. 13. Plantago inontana.<br />
Blütenstengel, Epidermis in<br />
Fläclienansichl. Vergr. 220 x .<br />
artig miteinander verwaciisenen Zellen.<br />
2. Gewölinliche Gliederhaare ziemlich<br />
dünnwandig mit geradlinigen oder schrägen<br />
Zwischenwänden (vgl. SOLEREDER<br />
1899,8.725, Abb. 153). 3. Übergangsformen<br />
von Gelenk- zn Gliederhaaren.<br />
In demselben Haar können dann sowohl<br />
dick- und dünnwandige Zellen als<br />
auch gewölbte bis halbrunde, scliräge<br />
oder geradlinige Zwischenwändevorkommen<br />
(vgl. OEKM1932,<br />
S. 28, Abb. 1). - Nur<br />
der Basalteil des Haares<br />
deutlich von einer<br />
dünnen, glatten Kuti-<br />
kula überzogen. 1. -Köpfchenhaare wie<br />
diejenigen des Laubblattes vereinzelt.<br />
Querschnitt (s. auch Taf. H, Abb. 2):<br />
Hundlich. - A iis sc ii r i n d e: Epidermis: i iso-<br />
26 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />
serii. - Gefässbümlel: 8- K) grössere, geschlossene Stränge und viele<br />
kleinere Siehröhrenhündel liegen als isolierte Gruppen, an der<br />
Grenze des Markes und des Perizykelrings verteilt, zu einem Kreise<br />
geordnet. Grössere Gefässbündel sind kollateral mit deutlich erkennbaren<br />
Phloem- und Xylemgruppen (vgl. PILGER 1898, S. 309;<br />
SOLEREDER 1908, S. 259). - Phloem: Schwach entwickelt, aus zarten,<br />
englumigen, rundlichen bis polygonalen Elementen bestehend. -<br />
Xijlem: Gewöhnlich drei kurze Reihen Hing- und Spiralgefässe, radial<br />
angeordnet, in kleinzelligem, dünnwandigem, rundlich-polygonalem,<br />
unverholztem Holzparenchym eingebettet. Das umgebende Parenchym<br />
wird im Alter schwach verholzt. - Markslrahlen: Fehlen. -<br />
Mark: Der grosse, zentrale Teil wird von parenchymatischen, grosslumig-rundlichen<br />
und kleineren, streng polygonalen, dünnwandigen<br />
Zellen mit ziemlich kleinen Interzellularen gebildet. Im Alter verschwinden<br />
l)einahe alle Markzellen, und es entsteht eine grosse<br />
Markhöhle.<br />
Hlüte.<br />
T r a g 1) 1 a t t.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Äussere Epidermis des mesophyHführenden<br />
Millelteils: Geradlinige bis schwach buchtige, dünnwandige<br />
Zellen, die gegen den Blattgrund wellig und etwas in der Nervenrichtung<br />
gestreckt sind. Die Grenze gegen die Randlappen ziemlich<br />
deutlich. - Spaliöjjnunyen: Häufig, in der Richtung der Blattlängsachse<br />
orientiert, von schmal- bis breitovalem Umriss, 24 - 30<br />
18-21 /t breit, mit 3-1 Nebenzellen. - Haare: 1. Am äussersten,<br />
rundlichen Blattrand reichlich dünnwandige, 3 - 5 (- 7)"zellige,<br />
650 - 1 350 fi lange Gliederhaare mit einer bräunlichen Grundzelle<br />
und oftmals kollabierten Zellen, mit geradlinigen oder gewölbten<br />
Zwischenwänden (vgl. ENGLER U. DIELS 1937, S. 285, Fig. 30, Abb.<br />
1 - 6). 2. Zweizeilige Plantago-Köpichenhaare ziemlich häufig. -<br />
Äussere Epidermis der häutigen Randlappen: ± geradwandige, in<br />
der Längsrichtung gestreckte, i viereckige, ziemlich dünnwandige<br />
Zellen, gegen die Spitze schwach wellig werdend. Spaltöffnungen<br />
fehlen. - Haare: 1. Am oberen Blattrand in der Regel gegen die<br />
Mitte verlängerte Gliederhaare wie oben. 2. Köpfchenhaare fehlen.<br />
- Irmere Epidermis: Über dem Mittelnerv wellige, dünnwandige,
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 27<br />
gegen den Blallgrnnd verlängerte Zellen. Spärlich Spaltöffnungen<br />
und Köpfchenhaare, nur an der Spitze. An den Randlappen sind<br />
die Zellen gleichniässig wellig, dünnwandig, in der Längsrichtung<br />
gestreckt; weder Spaltöffnungen noch Köpfchenhaare. - Haare:<br />
Häufig an der Anheftungsstelle des Tragblattes und der Kelchblätter<br />
lange, sehr dünnwandige (iliederhaare von gleichem Bau wie<br />
die Haare der I.aubblattbasis,<br />
K e 1 c h 1) 1 a t t.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Äussere Epidermis: (ieradlinige, dünnwandige,<br />
in der Nervenrichtung gestreckte, zlz rechteckige Zellen,<br />
gegen den Blattrand schwach wellig werdend. - Spaltöffnungen: Vereinzelt<br />
am grünen Basalteil, mit Ii - 1 Nebenzellen. - Innere Epidermis:<br />
Wellige, dünnwandige, in der Richtung der Längsachse langgestreckte<br />
Zellen, gegen den Hlattrand noch welliger werdend. Spaltöffnungen<br />
fehlen. - Haare: .'i - ozellige, 210-360 lange, dünnwandige<br />
Gliederhaare mit einer kurzen Grundzelle und mit geradlinigen<br />
Zwischenwänden, häufig am mittleren, meistens eingebuchteten<br />
Blattrand.<br />
K r 0 n e.<br />
Kronröhre.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c ii t: Epidermis: Beiderseits gerad- und<br />
dünnwandige, in der Längsrichtung gestreckte, 4-5eckige (innere<br />
Epidermis mehreckig) Zellen.<br />
Kronzipfel.<br />
Fläche n ansieht: Epidermis: Oberseits werden die sehr<br />
dünnwandigen, gestreckten Zellen allmählich stark wellig, unterseits<br />
dagegen nur schwach wellig begrenzt. - Haare: Stellenweise an<br />
der Spitze 1 - 2 ziendich kurze, dünnwandige Gliederhaare.<br />
A n (1 r ö c e u m.<br />
Staubfaden.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Rechteckige, sehr dünngeradwandige,<br />
in der Längsrichtung langgestreckte, in regelmässigen<br />
Reihen angeordnete Zellen.
28 E. Elo, Anat.-pharni. Unters, v. Plcmtago alpina L. \\. P. montana Lam.<br />
vStaubbeiitel,<br />
Fläc h e n a II s i c 11 1: Epidermis: Aus tangential gestreckten,<br />
dünnwandigen, welligen, papillös ausgebuchteten Zellen bestehend,<br />
die gegen die untere, aufgesetzte Spitze ± isodiametrisch und in<br />
derselben langgestreckt, dickwandiger werden. In der Furche geradwandig<br />
bis schwach wellig. - Fibriöse Schicht: Polygonale, ± isodiametrische,<br />
geradwandige Zellen mit ringförmigen^ Verdickungsleisten.<br />
Pollenkorn.<br />
33-39 (-48) gross, glattwandig, scheibcMiförmig, mit dünner<br />
Exine und Inline.<br />
G y u ä c e u in.<br />
Fruchtknoten.<br />
F1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Polygonale, geradlinige bis<br />
schwach wellige, ± tangential gestreckte, dünnwandige Zellen, die<br />
gegen die Basis noch dünnwandiger werden. - Hypodermis: ± isodiametrische,<br />
geradwandige bis schwach wellige, dünnwandige Zellen.<br />
Griffel.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Aus viereckigen, in der<br />
Richtung der Längsachse gestreckten, gerad-dünnwandigen, in regelmässigen<br />
Reihen geordneten Zellen bestehend.<br />
Blühende Narbe.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Die Zellen mehr langgestreckt,<br />
sonst gleich gebaut wie die Griffelepidermis. - Papillen:<br />
Reichlich, 1 - 2zellig, 180 - 240 ^ lang.<br />
Frucht.<br />
Im Kelch sitzenbleibende Büchse.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Äussere Epidermis: Aus polygonalen,<br />
geradwandigen bis schwach welligen, tangential gestreckten, an der
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 29<br />
Basis dagegen schwach in der Längsrichtung der Frucht gestreckten,<br />
dünnwandigen Zellen bestehend. - Innere Epidermis: 4 - 5eckige,<br />
gerad-diinnwandige, langgestreckte Zellen. - Trennungszone: Eine<br />
Reihe rundlicher, schwach langenlial gestreckter Zellen.<br />
Abspringender Deckel.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Äussere Epidermis: Polygonale bis wellige,<br />
tangential gestreckte, sehr dünnwandige Zellen, gegen den Basalteil<br />
dickwandiger werdend. An den Cxefässbündeln in der Längsrichtung<br />
schwach gestreckt, geradwandig. - Innere Epidermis: 4-5eckige<br />
l)is wellige, sehr dünnwandige, in der Richtung der Frucht<br />
langgestreckte Zellen. - Ilijpodernüs: Besteht aus stark welligen, in<br />
der Längsrichtung langgestreckten, ziemlich dickwandigen, reich<br />
getüpfelten Zellen, gegen den unteren Teil sehr dünnwandig werdend.<br />
- Trennungszone: Aus 1-3 Reihen runder bis schwach polygonaler,<br />
ziemlich dickwandiger, in u n regel massigen Reihen geordneter Zellen<br />
bestehend.<br />
Narbenrest.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: ± isodiametrische, viereckige,<br />
dünnwandige, in regelmässigen Reihen angeordnete Zellen.<br />
- Papillen: 1 - 2zellig, 40- 110 (150) fi lang, reichlich, gegen die<br />
Basis selten werdend.<br />
Scheidewand.<br />
F 1 ä c h e n a n s i c h t: Epidermis: Polygonale, dünnwandige,<br />
± gestreckte, reich getüpfelte Zellen.<br />
Same.<br />
Q u e r s c h n i t t: Nierenformig. - T c s t a: 1. Epidermis:<br />
lm grossen und ganzen gleich gebaut wie bei Planlago alpina. -<br />
2. Schichl: Besteht aus quadratischen bis tangential gestreckten,<br />
ziemlich dünnwandigen, braungefärbten Zellen.<br />
Endosper m: Auf der Rücken- und Bauchfläche des Samens<br />
aus 5-8, an den Seilen dagegen aus zahlreichen Reihen rundlicher<br />
3
30 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Plantago alpina L. ii. P. montana Lam.<br />
bis schwach polygonaler, stark dickwandiger, reich und grob getüpfelter<br />
Zellen bestehend, mit kleinen, runden Aleuronkörnern.<br />
Embryo: Kotyledonen: Halbmondförmig, die äussere Scliichl<br />
besteht aus quadratischen, dünnwandigen, das Gruudgewebe aus<br />
zarten, ± rundlichen Zellen mit kleinen Interzellularen. In der<br />
Mitte kommen eine grössere und an den Seiten eine kleinere (lefässbündelanlage<br />
kleiner, zarter, schwach polygonaler Zellen vor. Die<br />
Zellen enthalten nur kleine, rundliche Aleuronkörner.<br />
5. VERGLEICHENDE BETRACHTUNG DER UNTER-<br />
SUCHTEN ARTEN NEBST KURZEM TABELLARISCHEM<br />
VERGLEICH VON PLANTAGO LANCEOLATA, P. MA.IOR,<br />
P. MEDIA, P. ALPINA UND P. MONTANA.<br />
Im folgenden werden kurz zusammenfassend die wesentlichen<br />
und differentialdiagnostisch wichtigen Merkmale der vorstehend<br />
beschriebenen Plantago-Arten in Hinsicht auf einzelne Organe und<br />
13 est a n d t ei 1 e d a rges t e 111.<br />
Rhizom.<br />
Das Rhizom, das sich stets ± reichlicli in den Drogen vorfindet,<br />
ergibt wesentliche Merkmale zur Differentialdiagnose. Der Wurzelstock<br />
von Plantago alpina ist kräftig und lang, derjenige von P. montana<br />
dagegen dick und kurz. Der Kork der Aussenrinde ist bei<br />
P. alpina immer deutlich in tangentialen und radialen Reihen angeordnet,<br />
bei P. montana aber undeutlich. Das Rindenparenchym<br />
besteht bei P. alpina aus rundlichen Zellen mit vielen grossen Interzellularen,<br />
während es bei P. montana aus tangential gestreckten,<br />
länglichen bis schwach polygonalen Zellen mit kleinen Interzellularen<br />
aufgebaut ist. Nur bei P. montana treten im Rindenparenchym<br />
stellenweise grössere und kleinere Gruppen von Steinzellen auf, und<br />
gleichfalls auch nur bei P. alpina kommen selbständige, rinden- und<br />
markständige Ciefässbündel vor. Mark-, Rinden- und Ilolzstrahten<br />
sind zur Differenzierung nicht anwendbar. Das Mark bei P. alpina<br />
ist gross, ohne Steinzellengruppen, und besteht aus rundlichen<br />
Parenchymzellen mit zahlreichen, grossen Interzellularen. Bei<br />
P. montana hingegen führt das Mark einige kleine Steinzcliengruppen
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 31<br />
und besteht aus rundlichen bis polygonalen Parenchymzellen mit<br />
kleinen Interzellularen.<br />
Blatt.<br />
B 1 a t t s p r e i t e. Differentialdiagnostisch gut verwertbare<br />
Merkmale sind: die Umrissformen der Laubblätter und der Epidermiszellen,<br />
die Spaltöffnungen mit Nebenzellen, die verschiedenen<br />
Haartypen, die Ausbildung des Kollenchyms und des Schwammparenchyms.<br />
Das Blatt von P. alpina ist schmal, lineal-lanzettlich, 2-15 cm<br />
lang und 1.5-5 mm breit - im frischen Zustand ist nur der Mittelnerv<br />
deutlich -, während dasjenige von P. montana breit-lineal,<br />
deutlich drei- bis siebennervig, 3-10 cm lang und 2-15 mm breit<br />
ist, mit einer bleichen, häutigen Scheide den Stengel umfassend.<br />
Die obere Epidermis bei P. alpina ist flach und besteht aus<br />
quadratischen bis rechteckigen, meist schwach welligen, glattwandigen<br />
Zellen, die in ziemlich regelmässigen Reihen angeordnet sind.<br />
Gegen die Blattbasis werden sie geradwandig und langgestreckt. Am<br />
mittleren Blattrand kommen in der Regel 3-5 Reihen rechteckiger,<br />
ziemlich dickwandiger Zellen vor. Bei P. montana ist die obere Epidermis<br />
dagegen über den llauptseitennerven eingesenkt und da aus<br />
± viereckigen, geradwandigen Zellen gebaut, auf der Blattspreito<br />
aber besteht sie aus ± viereckigen, geradlinigen bis schwach welligen<br />
Zellen mit glatten oder fein knotig verdickten Wänden, gegen<br />
die Blattbasis geradlinig und langgestreckt werdend. Am Blattrand<br />
treten nur dünnwandige, langgestreckte Zellen auf.<br />
Die untere Epidermis ist bei beiden Arten iin grossen und ganzen<br />
gleich gebaut wie die obere.<br />
Beiderseits sind die Spaltöffnungen bei P. alpina in der Richtung<br />
der Blattlängsachse orientiert, (18-) 24-30 fi lang und (15-) 21 -<br />
21 fi breit, meistens mit 2 Nebenzellen. Bei P. montana hingegen<br />
sind die beidseitig vorhandenen, (21 -) 27-33 /t langen und (15-)<br />
18-21 fi breiten Spaltöffnungen, meist mit 3 Nebenzellen, ziemlich<br />
u n regel massig angeordnet.<br />
Auf den Blattflächen findet man bei beiden Arten zwei Maartypen,<br />
die Glieder- und die Köpfchenhaare, und an der Blattbasis<br />
noch einen zweiten Typus von Gliederhaaren. Die erstgenannten<br />
Gliederhaare sind bei P. alpina dickwandig, meist 2 - 3zellig, von
32 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />
einer ziemlich dicken, glatten bis fein warzigen Kutikiila überzogen,<br />
bei P. montana dagegen sehr typische, dünn- bis dickwandige, gewöhnlich<br />
4 - Gzellige (dazu eine dickwandige, bräunliche Halszelle)<br />
(ielenkhaare, die nur am Basalteil deutlich von einer dünnen, glatten<br />
Kutikula überzogen sind.<br />
Beide Arten haben zahlreich Plantago-Köplchcnhiiaro, deren<br />
Köpfchen bei P. alpina meistens vierzellig, bei P. montana dagegen<br />
zweizeilig sind.<br />
Nur an der Blattbasis der beiden Arten treten reichlich (bei<br />
P. alpina reichlicher) mehrere mm lange, dünnwandige Gliederhaare<br />
auf, die bei P. alpina gelblich, mit geradlinigen Zwischenwänden und<br />
mit 420 - ()75 fj, langen Endzellen sind, während sie bei P. montana<br />
farblos, mit geradlinigen oder gewölbten Zwischenwänden und<br />
mit 105-300 jj, langen Endzellen auftreten.<br />
Die Blattspreite ist bei P. alpina oben und unten gerade, bei<br />
P. montana dagegen über den Hauptseitennerven oben stark konkav<br />
und unten konvex. Die Struktur des Blattquerschnittes weist bei<br />
beiden Arten immer undeutlich monofazialen Bau auf. Bei P. alpina<br />
kommen am Blattrand verdickte Zellen vor, die bei P. montana<br />
fehlen. Nur bei P. montana treten die schwach dickwandigen Kollenchymzellen<br />
an den beiden Seiten der Hauptseitennerven, wo auch<br />
die Palisaden fehlen, hervor. Die Palisaden sind gleich gebaut,<br />
das Schwammparenchym aber ist verschieden mächtig. Bei P. alpina<br />
umfasst es viele Lagen und bei P. montana nur 2 - 4 Lagen Schwanimparenchymzellen.<br />
Mittel n e r v. Die obere Epidermis ist bei P. alpina gleich<br />
gebaut wie diejenige der Blattspreite und bei P. montana wie diejenige<br />
über den Hauptseitennerven. Die untere Epidermis dagegen<br />
ist bei beiden Arten gleich gebaut. Nur bei P. alpina kommen<br />
unten 2-5 deutlich vorgewölbte Längsleisten vor. Die Gliederhaare<br />
(Haartypus 1.) befinden sich beiderseits, wie auch die Köpfchenhaare,<br />
die oberseits bei P, montana ein ziemlich kurzes Köpfchen<br />
haben, die Gelenkhaare aber nur unterseits.<br />
Der Querschnitt weist einige gute Differenzierungsmöglichkeiten<br />
auf. Der Miltelnerv bei P. alpina ist oben schwach konkav und<br />
unten flach konvex mit einigen zapfenartigen Ausstülpungen, bei<br />
P. montana hingegen oben stark konkav und unten nur schwach<br />
konvex ohne Ausstülpungen; Spaltöffnungen treten nur bei P. alpina
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 33<br />
auf. Das Kollenchym bei P. alpina felill oben ganz und ist hier<br />
durch eine ± durcligehende Palisadenreihe ersetzt, während l)ei<br />
P. montana hier eine Gruppe kaum verdickter, rundlicher Zellen vorkommt.<br />
Unterseits ist das Kollenchym hei P. alpina vor allem in<br />
den Leistenausstülpungen tleutlich und bei P. montana besteht es<br />
aus 3-4 Lagen ziemlich deullich verdickter Zellen. Das Grundgewebe<br />
ist bei P. alpina chlorophyllführend, mit zahlreichen Interzellularen,<br />
bei P. montana dagegen chlorophyllführend bis chlorophyllfrei,<br />
mit ziemlich kleinen Interzellularen. Das Gefässbündel<br />
selbst ergibt fast gar keine wesentlichen Merkmale, die Markstrahlen<br />
bei P. alpina sind 1 - 3reihig und bei P. montana in der Regel einreihig.<br />
Blütenstengel.<br />
In der Überflächenansicht ergeben die ^Spaltöffnungen und die<br />
Maare differentialdiagnostisch wichtige Merkmale. Die Epidermis<br />
ist bei beiden Arten aus gerad-dünnwandigen, in der Richtung des<br />
Stengels langgestreckten Zellen gebaut. Die Spaltöffnungen treten<br />
ziemlich häufig auf. Sie sind bei P. alpina 33 - 51 /t lang und 21 -<br />
24 [jb breit, meist mit 2 Nebenzellen, bei P. montana hingegen 39 - 48<br />
[X lang und 21 -24 ^ breit, meist mit 4 Nebenzellen. Rei P. alpina<br />
sind die Gliederhaare im grossen und ganzen gleich gebaut wie diejenigen<br />
(Haartypus 1.) des Laubblattes, jedoch etwas länger und<br />
vielzelliger. Bei P. montana dagegen treten die verschiedenartig<br />
gebauten, 4 - 7zelligen Gliederhaare mit einer kurzen, braunen, verdickten<br />
Grundzelle in drei Formen auf: 1. die typischen Gelenkhaare<br />
wie auf der Blattspreite, 2. die gewöhnlichen, ziemlich dünnwandigen<br />
Gliederhaare, 3. die Übergangsformen der Gelenk- und<br />
Gliederhaare.<br />
Anhaltspunkte für die Differenzierung des Querschnittes ergeben<br />
die Dicke und die Ausbildung des Grundgewebes, die Endodermis<br />
und besonders die Anzahl und die Anordnung der Gefässbündel.<br />
Unter den ± runden Epidermiszellen haben beide Arten eine Lage<br />
rundlicher, im Alter kollenchymatisch verdickender Zellen, die jedoch<br />
bei P. montana dickwandiger als bei P. alpina werden. Das Grundgewebe<br />
der Aussenrinde ist ganz gewöhnlich gebaut, enthält aber<br />
bei P. alpina nur 5-8, bei P. montana dagegen mehrere Zellagen.<br />
Die Endodermis, die bei P. alpina nicht differenziert ist, besteht bei
34 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />
P. montana aus grosslumigeii Zellen. Der ringförmige Perizykel<br />
ist bei P. montana 4-6 und bei P. alpina mehrere Zellagen dick.<br />
Bei P. alpina treten 18-22 beinahe gleich grosse, ziemlich kleine,<br />
kollaterale Gefässbündel auf, bei P. montana hingegen 8-10 grössere<br />
kollaterale Gefässbündel und viele kleinere Siebröhrenbündel.<br />
Alle Bündel sind auf einem Kreise an der Grenze des Markes und des<br />
Perizykelrings angeordnet. Die die Ring- und Spiralgefässe umgebenden,<br />
parenchymatischen Zellen werden nur bei P. alpina im<br />
Alter deutlich verholzt. Das Mark weist grösstenteils grosslumige,<br />
dünnwandige Zellen mit zahlreichen Interzellularen auf. Gegen die<br />
Gefässbündel hin findet mau besonders bei P. alpina kleinere, i)olygonale,<br />
verdickte und meist auch schwach verholzte Zellen. Am<br />
älteren Stengel kommt Ijei beiden Arten eine grosse Markhöhle mit<br />
Resten der Markzellen vor.<br />
Blüte.<br />
T r a g b I a t t. Die Form, die innere Epidermis, die Grösse der<br />
Spaltöffnungen und die Haare sind gut verwendbare Differenziernngsmerkmale.<br />
P. alpina hat ein kahnförmiges, kurz zugespitztes Tragblatt mit<br />
einem schmalen, farblosen, häutigen Rand, während (hisjenige bei<br />
P. montana breit rundlich, mit einem breiten, ])raunen, häutigen<br />
Randlappen ist. Die äussere Epidermis ist zur Differenzierung nicht<br />
gut verwendbar. Die innere Epidermis bei P. alpina besteht aus<br />
welligen, besonders an der Blattbasis dickwandigen Zellen. Bei<br />
P. montana dagegen ist die Epidermis überall dünnwandig. Die auf<br />
den beiden Seiten des mesophyllführenden Teils auftretenden Spaltöffnungen<br />
sind bei P. alpina 36- 42 fi lang und 27-30 /ti breit mit<br />
2-4 Nebenzellen, bei P. montana hingegen 24-30 /t lang und<br />
18-21 /t breit mit 3-4 Nebenzellen. Die dickwandigen, 1 - 3zelligen<br />
Gliederhaare bei P. alpina kommen hauptsächlich am Blattrand<br />
und oberseits an der Blattbasis vor, während J)ei P. montana<br />
3-5zellige, dünnwandige Gliederhaare mit einer bräunlichen (irundzelle<br />
am äussersten Blattrand auftreten. P. montana weist noch<br />
einen weiteren Ilaartypus auf. An der Anhaftungsstelle des Tragund<br />
Kelchblattes gibt es häufig (iliederhaare von gleichem Bau wie<br />
diejenigen der Laiibblattbasis.
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 35<br />
lv o I c h b 1 a t t. Die Kolchblätler ergeben eJ)enfaIls gute Beitrüge<br />
zur Diiferenliakliagnose. Bei P. alpina ist das Kelchblatt<br />
länglicli eiförmig, grün, zugespitzt, scharf gekielt und häutig berandet,<br />
wälirend es bei P. inoiilana eiförmig mit einem kleinen, grünen,<br />
krautigen Teil und mit einem breiten, braunen, häutigen Band<br />
und nicht gekielt ist. Die äussere Epidermis bei P. alpina ist hauptsächlicli<br />
ans düunwandigen, welligen, bei P. moniana hingegen aus<br />
gestreckten, ± reclUeckigen Zellen gebaut. Die innere Epidermis<br />
besteht l)ei beiden Arten aus welligeu Zellen, die bei P. alpina (besonders<br />
am Mittelteil des Kelchblattes) sehr dickwandig sind. 13ie<br />
breitovalen Spaltöffnungen treten bei P. alpina beiderseits auf, bei<br />
P. moniana aber nur oberseits. Die Anzahl der Nebenzellen ist gleich<br />
wie am Laubblatt. Oberseits am Kiel und Blattrand kommen bei<br />
P. alpina 1 - Izellige, dickwandige (lliederhaare vor, während<br />
P. moniana am mittleren, meist eingebuchteten Blattrand 3-5y.ellige,<br />
dünnwandige Clliederhaare hal. Nur bei P. alpina treten<br />
oberseits einige typische Köpfchenhaare auf.<br />
K r o n e. Kronrölire: Die beiden Epidermen weisen keine verwendbaren<br />
Merkmale auf, mit Ausnahme der Ilaare, die allein bei<br />
P. alpina oberseits vorkommen. Die Gliederhaare sind l-3zellig<br />
und dnmmiuuWg. - Kronzipfel: Bei beiden Arten ist die äussere<br />
lilpidermis im grossen nnd ganzen gleicii gebaut. Die innere Epidermis<br />
ist bei P. alpina stark wellig, bei P. moniana (higegen schwach<br />
wellig. Der unlere Blattrand weist bei P. alpina einige 1 -2zellige,<br />
dickwandige, die Sj)itze hingegen bei P. moniana stellenweise 1 -2<br />
ilünnwandige (lliederhaare auf.<br />
A n (1 r ö c e u m. Stanbhcnkl: Die Epidermiszellen sind bei<br />
P. alpina schwach kurzwellig und bei P. moniana wellig. Im übrigen<br />
ist die Epidermis, wie auch die fibriöse Schicht bei beiden Arten<br />
ziemlich gleich gebaut. Nur bei P. alpina treten stellenweise an den<br />
oberen S])ilzen einige dünnwandige Gliederhaare auf. - Die Pollenkörner<br />
der beiden Arten sind scheibenförmig und gleich gross.<br />
G y n ä c e u m. Fniclüknotcn: Bei P. alpina besteht die E()idermis<br />
grösstenteils aus sehr welligen, bei P. moniana hingegen aus<br />
geradlinigen bis schwach welligen Zellen. Die Ilypodermis ist bei<br />
P. alpina welliger und dickwandiger als bei P. moniana. Allein bei<br />
P. alpina kommen am obersten Teil kurze, dickwandige Gliederhaare<br />
vor. - Griffel: Die Epidermis ist bei beiden Arten gleich ge-
36 E. Elo, Anat.-pharm. Unters, v. Plantago alpina L. u. P. montana Lam.<br />
Tabelle 1. Verteilung der differentialdiagnostisch wichtigen Merkmale bei<br />
Pflanzenteil Plantago lanceolata Plantago major<br />
Ilhizoni Rindenständige Gefässbündel,Steinzellengruppen<br />
in Aussenrinde und<br />
Mark<br />
Rinden- und markständige<br />
Gef ässbündel<br />
Blatt:<br />
Kutikula Gestreift fein gestreift<br />
Epiderniiszellen Obere Epidermis: polygonal<br />
bis wellig, schwach gestreckt;<br />
untere Epidermis:<br />
wellig<br />
Spaltöffnungen 20-25 II Jang, 15- 18<br />
breit, mit 2 - 3 (- 4) Nebenzellen<br />
Haare Dickwandige Gelenkhaare<br />
2-4zellig, 430 -760 (-<br />
1000) [i lang; dünnwandige<br />
Gliederhaare vielzellig,<br />
(0.1-) 1-2 cm lang; Köpfrhenhaare<br />
vielzellig<br />
Hlattbau Undeutlich monofazial,<br />
oben 2-3, unten 1-2<br />
Reihen Palisaden<br />
Hlattstiel<br />
Schwach dreieckig, Kutikula<br />
schwach gestreift<br />
Blütenstengel Sfurchig Stielrund<br />
Obere Epidermis:<br />
polygonal bis wellig;<br />
untere Epidermis:<br />
wellig bis welligbuchtig<br />
(20 -) 28-30/< lang,<br />
15-18 n breit, mit<br />
3-5 Nebenzellen |<br />
Dünnwandige Gliederhaare2-5zellig,<br />
(50-) 130-450<br />
jti lang; Köpfchenhaare<br />
zweizeilig<br />
Bifazial, oben 1-2<br />
(-3) Reihen Palisaden<br />
Ausgej)rägt dreikantig,<br />
Kutikula<br />
nicht gestreift<br />
Blüte:<br />
Tragblatt Eiförmig, braun Eiförmig, gi'ün, kürzer<br />
als der Kelcli<br />
Kelch Sspaltig, Kelchblatt gekielt<br />
4spaltig, Kelchblatt<br />
gekielt<br />
Krone Kronröhre kahl Kronröhre kahl<br />
Kapsel 2samig, 3-4 mm lang 8samjg, 2-4 mm<br />
lang "
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 1. 87<br />
den Arten Plantago lanceolata, P. major^ P. media, P. alpina und P. montana.<br />
Plantago media Plantago alpina Plantago montana<br />
Rinden- und markständige<br />
Gef ässbündel<br />
Nicht gestreift<br />
Obere Epidermis:<br />
wellig; untere Epidermis:wellig-buchtig<br />
20-30 /i lang, 15-<br />
18/i breit, mit 3-4<br />
Nebenzellen<br />
Dünnwandige Gliederhaare<br />
3-9 (-16)<br />
zellig, 800 - 1 300<br />
(- 5 300) IX lang;<br />
Köpfchenhaare<br />
zweizeilig<br />
Bifazial, oben 2-3<br />
Reihen Palisaden<br />
Ausgeprägt dreikantig,<br />
Kutikula<br />
enggestreift<br />
Stielrund<br />
Eiförmig, grün, viel<br />
kürzer als der Kelch<br />
4spaltig, Kelchblatt<br />
nicht gekielt<br />
Kronröhre kahl<br />
4samig, 3-4 mm<br />
lang<br />
Rinden- und markständige<br />
Gefässbündel, Steinzellengruppen<br />
fehlen<br />
Nicht gestreifl<br />
Obere Epidermis: ({uadratisch<br />
bis rechteckig, meist<br />
schwach wellig; untere<br />
Epidermis: gleich wie die<br />
obere<br />
(18-) 24-30/i lang, (15-)<br />
21-24^1 breit, mit 2-3<br />
(- 5) Nebenzellen<br />
Dickwandige Gliederhaare<br />
l-5zellig, (36 -) 165 -<br />
365 (-690) n lang; dünnwandige<br />
Gliederhaare vielzellig,<br />
mehrere mm lang;<br />
Köpfchenhaare 2-4 (-8)<br />
zellig<br />
Undeutlich monofazial,<br />
oben 2-3, unten 1-2<br />
Reihen Palisaden<br />
Fehlt<br />
Stielrund<br />
Kahnförmig, grün, kürzer<br />
bis länger als der Kelch<br />
4spaltig, KelchblatI gekielt<br />
Kronröhre behaart<br />
2 - lOsamig (durch Verkümmerung<br />
oft Isamig),<br />
3 mm lang<br />
Rinden- und markständigeGefässbündel<br />
fehlen, Steinzellengruppen<br />
in Aussenrinde<br />
und Mark<br />
Nicht gestreift<br />
Obere Epidermis:<br />
rt viereckig, meist<br />
schwach wellig; untere<br />
Epidermis: polygonal<br />
bis welligbuchtig,<br />
gestreckt<br />
(21 -) 27-33/1 lang,<br />
(15-) 18-21/fbreit,<br />
mit 2 - 4 Nebenzellen<br />
Dünn- bis dickwandige<br />
Gelenkhaare<br />
2 - Szellig, (550 -)<br />
700 - 1 450 (-2 400)<br />
fi lang; dünnwandige<br />
Gliederhaare<br />
vielzellig, mehrere<br />
mm lang; Kö[)fchenhaare<br />
zweizeilig<br />
Undeutlicli monofazial,<br />
oben 2-3,<br />
unten 1-2 Reihen j<br />
Palisaden j<br />
Fehlt i<br />
Stieliimd<br />
Rundlicli, braun<br />
4sj)altig, Kelchblatt<br />
nicht gekielt<br />
Kronröhre kahl<br />
2samig, 5 mm lang
38 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />
l)aut. Am Basalteil des Griffels weist nur P. alpina kurze, dickwandige<br />
Gliederhaare auf. - Die blühende Narbe und die Papillen<br />
ergeben keine wichtigen Merkmale.<br />
Frucht.<br />
I m Kelch sitz e n b 1 e i 1) e n d e B ü c h s e. Die Deliiszeiizspalte<br />
der 3 mm langen Kapsel von P. alpina liegt zwischen dem<br />
untersten Drittel und der Mitte der Kapsel, diejenige der 5 mm langen<br />
Kapsel von P. montana dagegen nur in ^/5 Höhe über dem Grunde der<br />
Fruclit. Die beiden Epidermen bei P. alpina sind aus in der Längsrichtung<br />
der Frucht gestreckten, polygonalen bis schwach buchtigen<br />
Zellen gebaut, wälirend l)ci P. montana die äussere Epidermis aus<br />
polygonalen bis schwach welligen, grösstenteils tangential gestreckten,<br />
die innere Epidermis aus geradwandigen, langgestreckten Zellen<br />
bestehen. In der Trennungszone treten bei P. alpina 2-3 Lagen<br />
tangential gestreckter, länglicher Zellen auf, bei P. montana hingegen<br />
eine Lage rundlicher Zellen.<br />
A b s p r i n g e n der D e c k e 1. Differentialdiagnostisch wertvoll<br />
erweisen sich die Epidermen und die Trennungszone. Die äussere<br />
Epidermis bei P, alpina besteht in Fiächenansicht aus polygonalen,<br />
dünnwandigen, in der Längsrichtung der Frucht gestreckten<br />
Zellen, die gegen die Spitze wellig und sehr dünnwandig werden, bei<br />
P. montana dagegen aus polygonalen bis welligen, dünnwandigen,<br />
tangential gestreckten, gegen den Basalteil schwach dickwandig<br />
werdenden Zellen. Die innere Epidermis ist bei P. alpina aus stark<br />
welligen, ziemlich dickwandigen und bei P. montana aus 4 - 5eckigen<br />
bis welligen, dünnwandigen Zellen gebaut. An der Spitze des Deckels<br />
treten bei P. alpina einige kurze, dickwandige Gliederliaare auf, die<br />
bei P. montana fehlen. Die Trennungszone enthält bei P. alpina<br />
3-4 Lagen tangential länglicher, dickwandiger, in regelmässigen<br />
Reihen angeordneter Zellen, bei P. montana hingegen 1-3 Lagen<br />
± runder, ziemlich dickwandiger, in unregelmässigen Reiiien geordneter<br />
Zellen.<br />
N a r b e n r e s t. Die an der Basis vorkommenden, l - 2zelUgen,<br />
dickwandigen Ilaare, die nur bei P. alpina auftreten, bilden<br />
ein gutes Unterscheidungsmerkmal.
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 39<br />
S a ni e. Im besonderen die Grösse des Samens und die Ausbildung<br />
des Endosperms geben gute Anhaltspunkte für die Differenzierung.<br />
Die Samen bei P. alpina sind nur 2 - 2,6 mm lang und<br />
bei P. monlana 4.5 mm lang. Das Endosperm bei P. alpina besteht<br />
aus ziemlich dick- und glatlwandigen Zellen, während es bei P. monlana<br />
aus stark dickwandigen, reich und grob getüpfelten Zellen gebaut<br />
ist.<br />
In Tab. 1 werden in sehr kurz zusammengefasster Form die<br />
wesentlichen und differetitialdiagnoslisch wertvollen Merknude von<br />
Planlago lanceolala, P. major, P. media, P. alpina und P. monlana<br />
für die einzelnen Organe und Restandteile einander gegenübergestellt.<br />
(). BlLSrANDlEILE DER HANDELSDROGEN.<br />
b'ür den Pharnuikognosleji, Apotheker und nicht minder auch<br />
für den Drogenhandel ist von Wichtigkeit, über die Zusammensetzung<br />
und Reinheit der Ilandelsdrogen orientiert zu sein. Dies<br />
trifft ganz besonders für Krautdrogen zu, wo sehr verschiedene<br />
Organe ein und (lersol])en Pflanze die Droge bilden. Die einzelnen<br />
Organe werden bestimmt verschiedene Wirkstoffgehalte aufweisen<br />
und der therapeutische Effekt der Droge hängt daher letztendlich<br />
auch von den Anteih'n der Pfhuizenorgane an der Droge ab.<br />
Daher haben bereits einige Arzneibücher (z.D. Ph. Ilelv., Ed. V.;<br />
Cod. med. Gall., 1937) ausdrücklich für einzelne Drogen z.B. den<br />
.Stengelanteil normiert. Überdies sind schon etliche Versuche gemacht<br />
worden (DE GRAAF 1937, etc.), um die Drogenqualitäten zu<br />
normieren, und bei diesen Versuchen s])ielt neben Wirkstoffgehalt,<br />
Aschengehalt, etc., die Zusammensetzung der Droge nach Organanteilen<br />
eine bedeutende Rolle. Wir haben daher eine Anzahl liandelsdrogen<br />
von verschiedenen schweizerischen Grosshandelsfirmen<br />
und aus verschiedenen .Jahren bezogen und diese auf ihre botanische<br />
Zusammensetzung nach Spezies und Organteilen analysiert. Die<br />
Drogen waren alle von den Händlern als Eolium Plantaginis alpinae<br />
deklariert. Allgemein ist zu sagen, dass alle untersuchten Handelsmuster<br />
eigentlich als Ilerba Plantaginis alpinae zu bezeichnen sind,<br />
denn in allen fanden sich vor allem ganze Pflanzen mit Rhizom,<br />
Laubblättern und Blütenorganen vor. Keine einzige Droge bestand
40 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />
nur aus Blaltniaterial, Oft waren die Rhizomteile noch sehr lang<br />
und es wäre schon aus Gründen des Naturschutzes wünschenwert,.<br />
wenn die Drogenhändler darauf achten würden, dass die Sammler<br />
nicht das Rhizom mit einsammeln.<br />
In bezug auf die Stammpflanze enthielten von fünf Drogen vier<br />
im wesentlichen nur Material von Plantago alpina. Nur ein Muster<br />
aus dem Jahre 1937 enthielt 24.2 % Exemplare von P. montana.<br />
Diese letztere Art scheint daher nur gelegentlich als Verfälschung,<br />
bzw. Verwechslung in Folia Plantaginis alpinae zu gelangen. Als<br />
weitere Fremdpflanzen, die zweifellos durch Unachtsamkeit der<br />
Sammler hineinkommen, fanden sich verschiedene alpine Gramineen,,<br />
Ranunculus-, Trifolium- und Taraxacum-Blätter.<br />
Die vier anderen Muster wiesen folgende Zusammensetzung auf:<br />
Blatt Blütenstengel<br />
mit Blüten<br />
Rhizom Unrelnigkeiten<br />
(Gramineen etc.><br />
Droge l (1937) . • 78.2% 9.8 % 0.9 % 2.1 %<br />
Droge 2 (1938) . . 67.8% 3.9 % 19.B % O.o %<br />
Droge 3 (1939) . . 30.8% 36.0 % 27.4 % 5.8 %<br />
Droge 1 (1939) . . 32.9% 31.3 % 26.5 % 9.3 %<br />
Aus der obigen Zusammenstellung ist ersichtlich, dass der Anteil<br />
der einzelnen Organe ein sehr schwankender ist. So schwankt der<br />
Blattanteil von 30.8 % bis auf 78.2 %. Auffällig ist dann auch die<br />
ganz enorme Schwankung im Gehalt an Blütenstengeln und Blütenorganen<br />
(3.9-36.0%). Dies dürfte eventuell etwas vom Klima<br />
der einzelnen Jalire abhängen; denn z.B. im Jahre 1939 war der Vorsommer<br />
sehr nass, so dass die Sammler erst mit der Drogengewinnung<br />
beginnen konnten, als die Pflanzen bereits die Blütenstengel voll<br />
entwickelt hatten.<br />
Der Ciehalt an Blütenorganen dürfte ebenfalls seinen Einfluss auf<br />
den therapeutischen Wert der Droge haben, indem einerseits schon<br />
sehr früh in den Blütenständen reife Samen auftreten und die Samen<br />
schleimreich sind und anderseits Plantago alpina als Husten- und<br />
Blutreinigungsdroge verwendet wird, wobei der Schleimgehalt sicher<br />
nicht ganz indifferent ist.<br />
Abschliessend möchten wir zur Zusammensetzung der Droge<br />
sagen, dass bei der Deklaration als Folium Plantaginis alpinae
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 1. 41<br />
praktisch nur Blattniaterial darin enllialton sein sollte, und wir<br />
glauben, dass man in Analogie zu anderen Blalldrogen für eine<br />
erste Qualität einen Blattgelialt von 98 % ruhig fordern dürfte.<br />
Wenn man dagegen die Blütenstengel, Blüten und Fruchtorgane<br />
mit in die Droge einbeziehen will, so sollte diese eben als Herba<br />
Plantaginis alpinae deklariert werden. Wir möchten davon absehen,<br />
für eine solche Droge jetzt schon genauere Normen anzugeben, da<br />
unsere Untersuchungen in dieser Bichl ung zu wenig umfassend<br />
sind. Immerhin mochten wir wegleitend sagen, dass ein Blattgehall<br />
von 40-60 % und ein Gehalt an IMütenstengeln und Blütenbzw,<br />
Fruchtständen von ebenfalls '10-60% uns erreichbar zu<br />
sein scheint. Ablehnen möcliten wir das Vorkommen von Rhizom<br />
in der Droge. Bis heute ist absolut nichts bekannt, dass das Bhizom<br />
therapeutisch wertvoll sei, und daher scheint es uns nicht gerechtfertigl,<br />
dieses Organ mit in die Droge einzubeziehen.<br />
Es verbleibt noch ein Wort über die Farl)e der Droge zu sagen.<br />
Die meisten Handelsdrogen weisen relativ schön grüne Blätter auf.<br />
In einzelnen Mustern traten auch braune Blätter auf, jedoch waren<br />
niemals alle Blätter so stark braun gefärbt, wie dies für Folia Plantaginis<br />
lanceolatae gelegentlich der Fall ist. Es scheint daher, dass<br />
der Gehalt an Aucubin, das für die Braunfärbung der Blätter von<br />
P. lanceolata verantwortlich ist, in P. alpina nicht so gross ist.<br />
Zusammenfassend ist zu sagen, dass die heute im Handel befindliche<br />
Droge fast restlos eine Herba Plantaginis alpinae und<br />
keine Blattdroge darstellt und dass sie relativ viel nicht zur Droge<br />
gehörige Bestandteile (Rhizom, Fremdpflanzen) enthält.<br />
7. ZUSAMMENFASSUNG.<br />
I. Von den Arten Plantago alpina L. und Planiacjo nionlana Lum.<br />
wird eine ausführliche morphologische und anatoniisch-pharmakognostische<br />
Beschreibung der ober- und unterirdischen Organe der<br />
Droge Herba oder Folia Plantaginis alpinae gegeben.<br />
n. Der differentialdiagnostische Wert der einzelnen anatomischen<br />
und morphologischen Merkmale wird dargelegt. Folgende Charakteristika<br />
der verschiedenen Organe erweisen sich in dieser Hinsicht<br />
ills besonders wertvoll.
42 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />
Rhizom.<br />
1. Auftreten oder Fehlen der Gruppen von Steinzellen in Aussenrinde<br />
und Mark. 2. Auftreten oder Fehlen der rinden- und markständigen<br />
Gefässbündel.<br />
Blatt.<br />
1. Flächenbild der Epidermis. 2. Morphologie der Behaarung<br />
und ihre Verteilung. 3. Struktur des Mittelnervs.<br />
Blüteiisteiigel.<br />
1. Morphologie der Behaarung. 2. Auftreten oder Fehlen eiuer<br />
Endodermis. 3. Anzahl und Anordnung der Gefässbündel.<br />
Blüte.<br />
a. T r a g 1) 1 a t l: 1. Formen- und GrössenverhälLnisse. 2.<br />
Fläclienbild der inneren Epidermis. 3. Morphologie der Behaarung<br />
und ihre Verteilung.<br />
b. Kelchblatt: 1. Fornienverhällnisse. 2. Flächenbild der<br />
Epidermis. 3. Morphologie der Behaarung und ihre Verteilung.<br />
c. Krone: 1. Auftreten oder Fehlen der Behaarung der Kronröhre.<br />
2. Morphologie der Behaarung und ihre Verteilung am Kronzipfel.<br />
d. A n d r ö c e u m: Flächenbild der Staubbeutelepidermis.<br />
e. G y n ä c e u m: 1. Flächenbild der Fruchtknotenepidermis.<br />
2, Auftreten oder Felden der Behaarung des Fruchtknotens und<br />
Griffels.<br />
Frucht.<br />
1. Höhe der Dehiszenzspalte, Flächenbild der Epidermis und<br />
Trennungszone der im Kelch sitzenbleibenden Büchse. 2. Flächenbild<br />
der Epidermis und Trennungszone des abspringenden Deckels.<br />
3. Auftreten oder Fehlen der Behaarung des Narbenrestes. 1. Grösseiiverhältnisse<br />
und Morphologie des Endosj)ermes des Samens.<br />
III. Es wird die Zusammensetzung von 4 Handelsdrogen nach<br />
einzelnen Organen (Blatt, Stengel, Blüte etc.) angegeben. Entgegen<br />
der gewöhnlichen Handelsbezeichnung Folium Plantaginis alpinae<br />
müsste die heutige Droge richtiger Herba Plantaginis alpinae heissen.<br />
IV. Das Pulver der Handelsdroge und der reinen Blattdroge wird<br />
beschrieben.
I. ITE R ATUR VERZEIC HN IS.<br />
C 0 (1 c X in 0 d i c a in e n t u r i n s G alli v u s, Pharnuicoi)ée frangaise,<br />
f>e éd. Rennes 1937.<br />
DUAGKNDOIIFF, GEORG, 1898, Die Heilpflanzen der verschiedenen Völker und<br />
Zeiten. Stuttgart.<br />
ENGLEH, A. U. DIELS, L,, 1937, Das Pflanzenreich. IV: 209, Plantaginacoae<br />
von LLOBEKT PILGER. Leipzig.<br />
ENGLEH, A. U. PHANTL, K., 1897, Die natiirlichen Pflanzenfauiilien. Teil IV,<br />
Abt. 3 a u. 31). Leipzig.<br />
FISCHER, FERDINAND, 1937, Beiträge zur Pharmakognosie der Plantaginalen<br />
und riubialen. Anatomie des Laubblattes. Inaug.-Diss. d. Univ. Basel.<br />
Stetten/Basel.<br />
FLÜCK, IL, SCHLUMPF, E. u. SIEGFRIED, K., 1935, Pharinakognostischer Atlas<br />
zur Pharmacopoea Helvetica Editio Quinta. Zürich.<br />
FUCHS, LEOPOLD, 1932, Folia (Herba) Plantaginis. Pharmaz. Presse, S. 81-85.<br />
DE GRAAF, W. C., 1937, De normalisatio van plantaardige geneesmiddelen.<br />
Pharm. Weekbl., 74, S. 285-299.<br />
HEGI, GUSTAV, 1918, Illustrierte Flora von jMittel-Europa. VI: 1. München.<br />
KUHLMANN, ERNST, 1887, Uel)er den anatomischen Bau des Stengels der<br />
Gattung Plantago. Diss. Rostock (Kiel).<br />
KURER, GALLUS ANTON, 1917, Kutikularfalten und Protuberanzen an Haaren<br />
und Epidermen und ihre Verwendung zur Differenzialdiagnose offizineller<br />
Blätter. Inaug.-Diss. d. Univ. Bern. Züricli.<br />
OEHM, GUSTAV, 1932, Beitrag zur Kenntnis der Blattanatomie und Behaarung<br />
von Plantago media L., PL major L. und PI. lanceolata L., mit besonderer<br />
Berücksichtigung der Unterscheidungsmöglichkeit der Blätter<br />
auch in Bruchstücken. Beih. z. Bot. Gentralbl., 50, S. 20-43.<br />
l' h a r m a c o p o e a H e 1 v e t i c a. Editio V, Bern. 1933.<br />
PILGER, ROBERT, 1898, Vergleichen
44 E. Elo, Anat.-])harm. Unte'-s. v. Plantayo alpina L. ii. P. moniana Lam.<br />
Soi.EREDER, HANS, 1899, Systematische Anatomie der Dicotyledonen. Stuttgart.<br />
—»— 1908, Id., Ergänzungsband. Stuttgart.<br />
STEBLER, F. G. U. ScHRÖTEn, C., 1889, Die Alpen-Futterj)flanzen. Bern.<br />
ULOTII, W., 1875, Ueber Pflanzenschleilu und seine Entstellung in der Sanienepidermis<br />
von Plantago maritima \md Lepidium sativum. Flora, 58,<br />
S. 193-200, 209-216.<br />
UNGER, W., 1926, Ein Beitrag zur anatomischen Kenntnis der Kräuterdrogen<br />
(Folia Plantaginis). Archiv d. Pharm, u. Ber. d. Deutsch. Pharm. Ges.,<br />
264, S. 754-762.<br />
WAI.LIS, T. E. U. FORSUIKE, J. L., 1938, Palisade Ratio. Its value for detecting<br />
certain adulterants of Belladonna Leaf and Stramonium, especially<br />
Scopolia carniolica and Solanum nigrum. Quarterly Journ. of<br />
Pharmacy a. Pharmacology, 11, S. 700-708.<br />
WEBER, ULRICH, 1937, Kork-, Kutikula-, Fett- und Sclileimfärbungen an<br />
Drogen und Drogenpulvern. Süddeutsche Apotheker-Zeitung, 77,<br />
S. 729-731.<br />
WILL, II., 1931, Ilerba Plantaginis. Deutsche Ajjotheker-Zeitung, 46, S.<br />
765-767.<br />
Y.ÖRNIG, HEINRICH, 1911, Arzneidrogen. II. Leipzig.
TA KE I. I.<br />
A 1.1).
tak[':L il.<br />
TA K HL I.<br />
Ahl). I. Ahb. 2.<br />
A])l). I. 1'lanla^o alpina, lihizom im Quei'.scliiiiU. i Kork, l{iii(len[»ai'eii-<br />
< liym, f3 .Markstralil, l llindenstrahl, ö Kiuii}>iiini, H llolzstralil, 7 niarkstän-<br />
(lif^'e.s Gefässl)ün(iel, Mark. Vergr. Ilo x.<br />
Ahl). 2. Planta»o alpina. Hluttspreito im Quor.sciuiill. i ol)ero Epidermis<br />
mit Spaltöflnungeii, Pali.sadon, 3 Seiteniiorv, Scliwammi)ar(!ncliym, J untere<br />
Epidermis mit liasis eines Gliederhaares, ß Kollenehvm des Hlat t rändes.<br />
Vergr. 90 x.<br />
Ahl). .'{. l'lanlagu alpina. .Mittelnerv im Quersclmitl. 1 ohere E))idermis<br />
mit l^asis eines Gliederjiaares, Palisaden, JEndodermis, i Fasern des 1'erizykels,<br />
5 Xylem, ii Phloem, 7 Parenchym, 8 Kollenehym, 9 untere Epidermis<br />
mit zapfenartigen Ausstülpungen. Vergr. 105 x.<br />
Ahl), 'i. Plantaiio )nontana. Blattspreite im Querschnitt. i ohere Epidermis,<br />
2 Palisadeti, 3 Seitemierv, 4 Schwannnparenrhym, 5 untere Epidermis mit<br />
.Si)altöfl'nungen. Vergr. 90 x.<br />
Ahl), o. /Hantüfio iHontana. .Mittelnerv im Querschnitt. i ohere Epidermis,<br />
2 Palisaden, 3 oberes Kollenchym, i Endodermis, ö Fasern des Perizykels,<br />
0 Xylem, 7 Phloem, -S'Parenchym, bunteres Kollenchym, /
SUOMENKIELINEN SELOSTUS.<br />
PLANTAGO ALPINAN L. JA F. MONTANAN LAM. VERTAILEVA<br />
ANATOMIS-FARMAKOGNOSTINEN TUTKIMUS.<br />
Esilläolevassa työssä on soloslettu Plantago alpinan L. ja P. montanaix<br />
Laai. sekä maanalaisten että maanpäällisten osien, jotka esiintyvät rohdoksessa<br />
Horba tai Folia Plantaginis alpinae, morfologiset ja anatoniis-farmakognostiset<br />
ominaisuudet.<br />
Tällöin ovat seuraavat tuntomerkit osoittautuneet differentiali-diagnostisesti<br />
arvokkaiksi:<br />
Juurakko. Kivisohijen ja jolitojännekimppujen esiintyminen tai<br />
puuttuminen kuoriosassa ja ytimessä.<br />
Loht i. Päällysketon pintakuva, karvojen muoto ja sijainti sekä keskisuonen<br />
rakenne.<br />
Vana. Karvojen nuioto, sisäketon esiintyminen tai puuttuminen, johtojänteiden<br />
lukumäärä ja sijainti.<br />
K u k k a. Suojuslehti: Muoto ja suuruus, sisäpinnan pintakuva, karvojen<br />
muoto ja sijainti. - Verholehti: Muoto, päällysketon pintakuva, karvojen<br />
muoto ja sijainti. - Teriö: Karvojen esiintyminen tai puuttuminen teriön<br />
torvessa, karvojen muoto ja sijainti teriön liuskoissa. - Hetiö: Ponnenlokeron<br />
päällysketon pintakuva. - Emiö: Sikiäimen päällysketon pintakuva, karvojen<br />
osiintyniinon tai puuttuminen sikiäimen ja vartalon pinn
i.. I. 1; ;•!! T'; -flv'<br />
,.( ., I • • I .1..«
SUOMALAISEN ELÄIN- JA KASVITIETEELLISEN SEURAN VANAMON<br />
KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />
OSA 15. N:o 2.<br />
ANNALES BOTAXICI SOCIETATIS ZOOLOGIC/E-BOTANICIE FENNICA VANAMO<br />
TOM. 15. N:o 2.<br />
ADDENDA AD FLORAM FENNIAE<br />
LICHENOLOGICAM<br />
SCRl PSIT<br />
MATTI LAURILA<br />
Suomenkielinen selostus:<br />
Lisätietoja Suomen jäkäläkasvistoon<br />
IIELSINGIAE 194 0
II E L s I N G 1 A E 19 4 0<br />
EX OFFICINA TYPOGHAPHICA SUOMALAISEN KIUJALLISUUDEN SEURAN<br />
KIRJAPAINON OY.
VoiiiefTeiider Aufsatz cnlhälL Vcrbreiliin^Jsan|»al)cn von insf^esamt<br />
77 verschiedenen, in Finnland seltenen Flechtenarten, die Verfasser<br />
in den .lahren 1931 -39 hauptsächlich in unseren naturwissenschaftlichen<br />
Provinzen Satakunta (St) und Kuusamo (Ks), einige auch<br />
in den Provinzen Regio lurkuensis (aboensis; Rt), Tavastia australis<br />
(Ta), Tavastia horealis (Tb) sowie Karelia borealis (Kb) gesammelt<br />
hat. Aus der Floren])rovinz Kuusamo sind hier nur relativ wenig<br />
Arten berücksichtigt worden, weil der Verfasser hofft, die anscheinend<br />
sehr reiche Flechtenflora dieser Provinz in der Zukunft besonders<br />
behandeln zu können.<br />
In der Arbeit werden mehrere Arten angeführt, die in der Literatur<br />
nicht früher aus dem naturwissenschaftlichen (lebiet Finnlands<br />
erwähnt worden sind und von denen auch einheimische Relegexem])lare<br />
in den öffentlichen Sammlungen der Universitäten in<br />
Helsinki und Turku fehlen. Als solche sind folgende 12 Mechtenarten<br />
und I Varietäten zu erwähnen:<br />
Usnea loiujissinia var. leniiis lonaspis cijanocarpa<br />
Slcreocaulon spissum I. cpulotica<br />
Karschia lujnijota I. cpulolica var. arclica<br />
Collcma lujdrocliaruni KmhoUdiuin populneum<br />
Tlujrca rddiala Cliacnothcca brunueola var. cilians<br />
Sijnalissa siimphorea Pohjblastia singularis<br />
Placijulhiiim suhradialuni l\ llicleodcs<br />
Gijalccla Fricsii TheUdiiim papularc var. arenariuin<br />
Als neu für das staatliche Gebiet Finnlands schliessen sich noch<br />
zwei Arten diesem Verzeichnis an, nämlich:<br />
Tliclopsis mdatlielia Polijhlaslia Iiijperborca
2 M. Laurila, Adciencia a(i floram Fenniae lichenologicam.<br />
Als neu für die Wissenschaft werden eine Art, Emholidiiim fcniiicum,<br />
und zwei Formen, Mijcocaliciiun pallescens f. tiiberculata und<br />
Chaenotheca stemonen f. ramosa, l)eschriel)en.<br />
Die Arten sind nacli dem System von VAINIO eingereiht.<br />
Für viele lichenologische Ratschläge, die ich im Laufe vieler<br />
Jahre habe erhalten dürfen, stehe ich in grosser Dankesschuld<br />
meinem verehrten Lehrer Dr. VELI RÄSÄNEN in Kurkijoki. Der<br />
Finnischen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft Vanamo ebenso wie<br />
der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Turku, die<br />
durch Hilfsgelder, erstere i.J. 1938, letztere i.J. 1939, meine Reisen<br />
nach Kuusamo unterstützten, will ich auch meinen besten Dank<br />
aussprechen.<br />
Turku, September 1939.<br />
Der Verfasser.
DISCOLICHENES<br />
CYCLOGARPEAE<br />
G I) r o p ho r a r i g i d a DR. - Ks, S a 11 a, ad f lumen Tuntsa,<br />
Naalioja (ad lat. bor. 67°10'), loco iiudo in pariete aito, ad septentrionem<br />
versus exposito rupis graniticae in convalle montana, in<br />
reg. silvatica, pcc (specimen unicum inventum). - Ster.<br />
U s ne a l o n g i s s i m a Acli. var. tenuis Th. Fr. - Ks,<br />
K u u s a m o, Paanajärvi, in valle humili rivi Lohilammenpuro,<br />
locis tribus ad ramulos praesertim desiccatos Piceae excelsae in<br />
piceetis vir^ineis (det. V. RÄSÄNEN). - Ster.<br />
U. c h a e l o p h o r a Stirt, - Si, K a n k a a n j) ä ä, Santaskylä,<br />
Leppiluoma, ad ramos Piceae excelsae in piceeto turfoso (det.<br />
V. RÄSÄNEN). - Ster.<br />
A l e c t o r i a b i c o lo r (Ehrh.) Nyi. - Iit, L o h j a, Martti,<br />
Mustasaari, inter muscos in latere praerupto, aito et ad septentrionem<br />
versus exposito rupis ad rij)am apertam lacus. - Ks, K u u s a m o,<br />
ad meridiem versus ab flumine Tavajoki, locis tribus ad cacumen<br />
montis Iso-Kiiankuuro, in lateribus imprimis ad septentrionem<br />
versus declivibus lapidum magnorum erraticoruni in ^reg. alpina;<br />
ad septentrionem versus ab lacu Paanajärvi, in ripa meridionali<br />
stagni Pahakurunlampi, ad lapides magnos erraticos (praesertim<br />
in lateribus septentrionalibus eorum), ad pedem parietis ad septentrionem<br />
versus exj)ositi rui)is graniticae. - Ster.<br />
C et r a r i a c i l i a r e Ach. - St, S i i k a i n e n, Vuorijärvi,<br />
ad occidentem versus ab ])alu(le Vääräneva, ad ramos ca. Ji-'^l.s cm<br />
crassos in cacuminibus betularum (recens prostratarum) in pineto<br />
montoso desertoque, pluribus locis, sed semper ])arce et sterile<br />
inventa et una cum lichenibus sequentibus crescens: Evernia fiirjuracea,<br />
Cetraria sepincola, Parmelia sulcata, P. plujsodes, P. oUvacea,
4 M. Laurila, Adciencia a(i floram Fenniae lichenologicam.<br />
P. iiibulosn, Lecanord clilarona, L. vciria, Campijlada epidermidis.<br />
- S ter.<br />
P a r m cl i Ü a n .s i e r o d e s Nyi. - Ks, K u ii s a m o, Kitkajoki,<br />
Päähkänänkailio, in pariete ad orientein versus exposito<br />
rupis; Salla, Korja, Nurniitunluri, ad ramuin desiccatuni et<br />
cortice orhatuni IHni siluestris-, Kuntasjoki (ad lat. i)or. ()7°'l4'),<br />
ad radices denudatas Pic.eae excelsae prolapsae in valle silvosa rivi.<br />
- Ster.<br />
P. p e r t II s a (Sclirank) Sciiaer. - Tb, Virrat, Torisevanjärvi,<br />
in pariete septentrionali, muscoso rupis graniticae in piceeto<br />
ad ripam lacus. - Ster.<br />
P. o l i V a r i a (Ach.) Th. Fr. - Ta, l\ u o v e s i, Melvetinjärvi,<br />
Hclvetinkolu, in pariete nieridionali rupis schistosac in silva nemorosa.<br />
- Ster.<br />
S l e r c o c a II l o n s p i s s n m Nyi. - Ri, T urku, Asemapuisto,<br />
supra tegulas vetustas in tecto domus in Iiorto parvo ojipidi,<br />
st cp. - Fert.<br />
S. p i leal II m Ach. - St, Lavi a, Laviankylä, Velhovuori,<br />
in declivi nieridionali rupis micaceo-schistosae in silva; Siikainen,<br />
Vuorijärvi, Itä-Suomilampi, loco nudo ad rupem graniticam<br />
et a pri cam in pineto. - Ster.<br />
5. (j lure, o s ii m (Sav.) I I. Magn. - St, P o r i, Yyteri, ad<br />
terram arenosam gramine tenni tectam in colic ad litus apertum<br />
maris. - Ster.<br />
.9. (J r a n d c H. Magn. - Syn. S. paschale var. (jrande H. Magn.,<br />
Bor. Ster., 1926, p. 49. - Kh, Pielisjärvi, Kitsinvaara, ad<br />
lacus Kangas-Piilo, ad terram arenosam in declivi abrupto ripae<br />
fluminis Ukonjoki. In provincia Kuusamo pluribus locis invcntum.<br />
- Fert.<br />
Lecanora t risti color Th. Fr., Lich. Scand., I, 1871,<br />
p. 269; H. Magn., Medd. (iöteb. Bot. Trädg., 6, 1930, p. 19. - Ht,<br />
Karjalohja, Maila, Ämmänuuninkallio, in pariete orientali<br />
rupis ad ri[)am apertam lacus. - Ks, Sali a, ail finnien Tuntsa,<br />
Naalioja (ad lat. bor. ()7°10'), in pariete ad septentrioncm versus<br />
exposito convallis montanae. Semper, etiam in Karelia ladogensi,<br />
locis facile putrescentibus in rupibus, e lapide scliistoso ferrum<br />
± continente constitutis crescit. - Ster.
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 5<br />
P C r I II s a r i a R a e s a e n e n i i Erichs., Rabli. Krypt. Fl.,<br />
IX, Abt. V: 1, 1936, p. 1G2. - St, K a n k a a n p ä ü, Venesjärvi,<br />
Sinahmi, ad ramum recens dcsiccatum Popiili tremulae in silva<br />
(det. V. RÄSÄxNEN). - Fert.<br />
Sporae (in KOH) 10-75 X 18-30 fx.<br />
Placodi II m j l a v o v i r c s c e n s (Wulf.) Vain. - Ks,<br />
Salla, Kutsajoki, .Jäniskongäs, in pariete meridionali et aprico<br />
rupis graniticae. - Fert.<br />
P. s n I) o l i V a c e II m (Th. Fr.) M. Laiir. comb. n. - Syn.<br />
Caloplaca jiingennaniiiae (Vahl) Tli. Fr. *siiboUvacen Th. Fr., Lieh.<br />
Spitsl)., 1867, ]). 26; Caloplaca siibolivacea Lynge, Lieh. Nov. Zemlya,<br />
1928, p. 221. - KH, Salla, Sovajärvi, Päiväniemi, Riihilahti, supra<br />
planlas destructas in declivi meridionali et aprico rupis calcariae<br />
ad ripam lacus. - Fert.<br />
H i n o di n a c oi o h i n a (Ach.) Th. I"r. - Rl, Kaari n a,<br />
ad occidentem versus ab lacu Littoistenjärvi, ad caudicem Populi<br />
Iremulac in silva. - SI, K a n k a a n p ä ä, Viiiteljärvi, ad rivum<br />
iacus Isovesi, ad caudicem Populi tremulae magnae in silva mixta<br />
aprica; Verttuujärvi (Räs., Licli. Fenn. Exsicc., n:o M l). - Fert. -<br />
llaec species in Fennia adhuc alibi non reperta.<br />
R. e X i (j u a (Ach.) S. Gray. - Sf, K a n k a a n p ä ä, Venesjärvi,<br />
Lehtinen, ad trabes vetustas domus iuxta viani magnani. - Fert,<br />
R. p o l}] s p o r a Th. I'r. - St, K a n k a a n j) ä ä, Venesjärvi,<br />
Lintulahti, ad caudicem Sorbi aiicupariae teiiuioris in silva Irondosa.<br />
- Fert.<br />
R. laevigata (Ach.) Malme, Sv. Hot. Tidskr., 21, 1927,<br />
p. 251. - Syn. R. archaea (Ach.) 1". 3. et 1., Malme, Rin. soi)h. o,<br />
H. exig., 1895, p. 26; ? R. albana Mass. - St, K a n k a a n [) ä ä,<br />
Venesjärvi, Koski, ad corticem Sorbi aiicupariae prope domuin.<br />
K a r s c h i a I i (j ny o t a (Fr.) Sacc. - Syn. K. Strickeri Kbr;<br />
Artlionia nielaspermella Nyl., Flora 18()5, p. 605; Hue, Add. nova<br />
Lieh. Fur., 1886, j). 261. - St, N o o r m a r k k u, Kortelampi inter<br />
Poikeljärvi et l^)osjoki; S i i k a i n e n. Vuorijärvi, Vääräneva. -<br />
Ad lignum cariosum ad caudices Populi trenuilae prolajjsos. - J'ert.<br />
Sj)ecics liuellias valde afl'inis et, etsi mycelio gonidiis omnino<br />
destituto [)()lius in hoe genus inserenda. Cfr. etiam NANNFELDT<br />
(1932, p. 323).
6 M. Laurila, Addenda ad florain lu'iiniae lichcnologicain.<br />
P el ti g e r a D e g e n i i (iyeln. - St, Kankaanpää, Viliteljärvi<br />
et Venesjärvi locis numerosis. - Ks, K u u s a ni o, Paanajärvi,<br />
Kometto. - In piceetis et silvis nemorosis crescit. - Species<br />
in Fennia forsan haud rara insignisque videtiir. Diametro sporarum<br />
est quasi intermedia inter P. polgdactylonem et P. horizontalem<br />
sed ab ambabus thallo subtus venis angustis, albidis differt. - Fert.<br />
Nephroma l ii s i t a n i c ii m Schaer. - St, N o o r m a r k k u,<br />
ad ripam occidentalem lacus Sulkjärvi, in latere boreo-orientali<br />
ad eaudicem l)asalem Populi tremiilae magnae in silva mixta nemorosa,<br />
ad septentrionem versus leviter declivi; Kankaanpää,<br />
Venesjärvi, ad orientem versus ab lacu Sinahmi, ad latus lapidis<br />
magni in silva. - Fert.<br />
Salorina s p o n g i o s a (Sm.) Anzi. - Ks, Salla, Sovajärvi,<br />
Päiväniemi, Riihilahti, in fissuris arenosis in pariete meridionali<br />
et luci solis exposito rupis calcariae et Talaslahti, solo arenoso<br />
calcario in declivi aprico silvae. - Fert.<br />
Leptogiiim c ij a n e s c e n s (Ach.) Kbr. - St, Noormarkku,<br />
pluribus locis secundum ripas nemorosas fluminis Poosjoki,<br />
ad caudices basales Populi tremiilae, semel Salicis capreae;<br />
Siikainen, Otamo, Niemijärvi, ad lapidem humilem in silva<br />
mixta ai)rica ripae lacus. - Ta, Ruovesi, Helvetinjärvi, Helvetinkolu,<br />
ad basim versus in pariete muscoso et ad occidentem<br />
versus exposito rimae altae rupis schistosae. - Ster.<br />
L. ter eli us c ui n m (Flk.) Arn.; IL Magn., Bot. Not. 1931,<br />
p. 459. - Syn. L. microscopiciim Nyi., Synops. Lieh., 1, 1858, p. 122.<br />
- lit, Kaarina, ad occidentem versus ab lacu Littoistenjärvi,<br />
ad caudicem Sorhi aiicupariae magnae in silva subumbrosa. - St,<br />
Siikainen, Vuorijärvi, Itä-Suomilampi, ad corticem trunci<br />
erecti et alti Populi tremiilae magnae emortuae in silva mixta deserta;<br />
Kankaanpää, Verttuujärvi, ad caudicem basalem Populi<br />
tremiilae magnae in silva aprica una cum Rinodina colobina. - Ster.<br />
C 0 II e m a h g d r o c h a r u m (Wg) Ach. - Rt, K a r j a 1 o h j a,<br />
Maila, Ammänuuninkallio, in pariete rupis calcariae ad ripam<br />
lacus. - Fert.<br />
T h y r e a r a d i a t a (Smrft) Zahlbr. - Syn. Collema radiatum<br />
Th. Fr., Lieh. Aret., 18G0, p. 288. - Ks, K u u s a m o, Kitkajoki,<br />
Juuma, Jäkälävuoma, loco nudo, interdum irrigato in pariete dolomitico<br />
ad septentrionem versus exposito convallis montanae. - Ster.
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 7<br />
ij n a I i s s a s ij m p h o r c a (Ach.) Nyi. - Syn. S. ramulosa<br />
(Hoffm.) Forss. - Rt, Karjalohja, Maila, Ämmäniiuninkallio,<br />
in pariete aperto ad orientem versus exposito rupis calcariae acl<br />
ripam lacus. - Ks, Kuusamo, Paanajärvi, Ruskcakallio, in<br />
pariete meridionali et aprico rupis leucodiahasicae ad ripam lacus;<br />
.luuma, Jäkälävuoma, in jiariete dolomitico ad boreo-occidentem<br />
versus exposito convallis montanae. - Species in Fennia antea<br />
haud collecta, nam specimen a cel. J. P. NORRLIN in Karelia ladogensi<br />
inventum sec. RÄSÄNEN (1939, p. 122) ad Ledoplujsma fennicum<br />
Räs. pertinet. - Fert.<br />
P l a c i] n ih i u m s u h r a d i a t u m (Nyi.) Arn. - Syn. Pterygium<br />
siibradiatum Nyi., Notis. Sällsk. F. Fl. Fenn., i, 1859, p. 23G.<br />
- Ks, Salla, Sovajärvi, Päiväniemi, Talaslahti, loco sicco ad<br />
lapidem calcarium magnum ad ripam lacus. - Ster.<br />
L i c h i na co n f i n i s (Müll.) C. A. Ag. - Ks, Salla, Kutsajoki,<br />
Jyrhämä, Alimmainen-Riekinlampi, loco interdum aqua<br />
pluviali irrigato in pariete orientali rupis quarzosae ad ripam silvosam<br />
lacus. - Ster.<br />
T h e l o c a r p o n i m p r e s s e 11 u m Nyi. - Ks, Salla,<br />
Kutsajoki, Alimmainen-Kursuoja, in ligno madido ad trahem Piceac<br />
excelsae interdum inundatam ad ripam rivi nemorosam. - Fert.<br />
G i] a l e c t a F r i e s i i (Mass.) Kbr. - Syn. G, dcnudata (Smrft)<br />
Th. Fr., Lieh. Aret., 1800, }). 140. - Ks, K u u s a m o, ad meridiem<br />
versus ab flumine Tavajoki, Ali-Tiakkajärvi, loco umbroso<br />
in terra luimoso-turfosa ad radices Piceac exelsae in declivi abrupto<br />
et ad boreo-orientem versus exposito rupis graniticae. - Fert.<br />
Sporae subfusoideae, rarius subcuneatae, apicibus sat obtusis,<br />
interdum uno latere partim applanatae, semper 3-sci)tatae, ad<br />
septa non constrictae, iiyalinae, ca. 15-18 (-20) x 4-5 p, (sec.<br />
FRIES I.e. paullo minores, 12-IG [-22J x 3-4 p). Asci cylindrici,<br />
ca. 80 - 85 X 0-7 //; sporae in ascis oblique monostichae. Paraphyses<br />
arcte cohaerentes apices versus leviter incrassatae. Hymenium<br />
crassit. 80 - 90 p, inferne distincte limitatum. E])ithecium<br />
distinctum nullum. Hypothecium crassit. ca. 180/i incoloratum,<br />
ex hyphis dense irregulariter intricatis, leptodermaticis, ca. 2 - 3 p<br />
crassis. Perithecium crassum (inferne usque 200/i), ex hyphis<br />
subradiantibus, indistinctis, conglutinatis, usque G p crassis, leptodermaticis,<br />
septatis, in strato superficiali angusto (usque 50 p)
8 M. Laurila, Adciencia a(i floram Fenniae lichenologicam.<br />
et superne sensim tenuescente, sed etiam in margine evoluto, gonidia<br />
fovens. Straliim superficiale perithecii pallide rufescens in margine<br />
cellulis irregiilariter rotundatis, leptodermaticis, diarn. ca. 1 - 7 ß.<br />
Gonidia chroolepidea, angulato-globosa, diam. ca. 12-20 subviridia.<br />
G i) al c c t a k u k r i e n s i s Räs., Fleclitenfl. nördl. Kiisteng.<br />
Laatokka, 1939, p. 176. - Syn. G. ciipularis var. kiikriensis Räs.,<br />
Flechtenstand, u. Flechtenveg. Nordfinnl., 1927, [). 16. - Ks, K u iis<br />
a m o. Kitkajoki, Jnuma, Jäkälävuoma, in pariete dolomitico<br />
et ad septentrionem versus exposito convallis montanae; Salla,<br />
Nivajärvi, Hirveäkallio, in pariete horeo-orientali rupis calcariae<br />
in declivi silvoso. - Fert.<br />
Ajjotlieciis primum subliyaiinis et sporis apices versus conspecte<br />
attenuatis liaec species facile dignoscitur. Comparanda etiam<br />
cum G. sciitellari Bagl. et Carest.<br />
I o n a s p i s c ij ano car p a (Anzi) Tii. Fr.; H. Magn., IMonogr.<br />
Licli. (ien. lonaspis, 1933, p. 32. - In provincia Kuusamo haec<br />
species non est rara. Locis pluribus, velut in paroecia Salla in<br />
cataractis Leppäköngäs (prope lacum Jyrhämäjärvi), Auhtiköngäs<br />
(prope lacum Nivajärvi) et Pieni-Jänisköngäs fluminis Kutsajoki;<br />
in paroecia K u u s a m o circa lacum Paanajärvi pluribi collecta.<br />
- Ad saxa dura granitica interdum inundata ad ripas fluminum<br />
rivulorumque crescit. - Fert.<br />
/. e piilo lie a (Ach.) Tii. Fr. - Ks, Kuusamo, in ripa<br />
meridional! lacus Paanajärvi prope praedium Mäntyniemi, in lapide<br />
a fluctibus aquae interdum irrigato ad ripam lacus; Salla, inter<br />
lacus Auhtijärvi et Hosijärvi, Painotunturinlampi, in ])ariete inundato<br />
rupis calcariae in deiectu rivi ])er convallem umbrosam fluentis<br />
una cum Jonaspi annulari 11. Magn. Ambo specimina e locis supra<br />
indicatis collecta ad var. criistosam H. Magn. vergunt. - Fert.<br />
var. a r c t i c a (Ly nge) 11, Magn., I.e., p. 16. - Ks, Salla, in<br />
cataractis Leppäköngäs et Pieni Jänisköngäs fluminis Kutsajoki,<br />
ad saxa rui)esque quarzosas vei graniticas interdum inundatas<br />
riparias. - Fert.<br />
/. o (1 o r a (Ach.) Th. Fr. - Ta, H u o v e s i, Koveronjärvi,<br />
loco interdum uudis irrigato ad rupem graniticam ripae lacus.-Fert.<br />
L e c a n a c t i s a biet i n a (Ach.) Kbr. - Si, Kulla a,<br />
Palus, Palomäki; Lavi a, Myöntäjä, Mäntyniemi; N o o r m a r k-
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 9<br />
k u, pluribus locis circa lacus Sulkjärvi et Poosjärvi; ad lacum<br />
Poikeljärvi et ad rivum laciis Eriträskijärvi; P o m a r k k u, Längelmäki,<br />
pluril)i circa stagnum Piispanlampi. - Fere semper ad caudices<br />
basales Piceac cxcelsae praesertimque in laterihus ad septentrionem<br />
versus expositis eorum in piceetis turfosis suhumbrosis-<br />
(jue, saepissime una cum Arlhonia leiicopellaca collecta. Species<br />
in Fennia distributione austro-occidentalis, adluic tantum e provinciis<br />
/I/, N, SI et 7V/ comperta. - Fert.<br />
IIYSTERIKAE<br />
Arth o n i a d i s per s a (Schrad.) Nyi. - Rl, Karjalohja,<br />
Maila ,in ramis Rihis alpini. - Ks, Salla, Kutsajoki, Nilultijärvi,<br />
in ramis Rihis rubri. - Fert.<br />
.1. e X c i p i e n cl a Nyi. - Ks, Sali a. Vuorijärvi, in parte orientali<br />
convallis montanae nomine Pyhäkuru, ad corticem Daphnis<br />
mezerei in nemore. - Fert.<br />
COS IOCARPEAE<br />
C a I i c i n m q u c r c i n ii m (Hetz.) Pers. var. d c c i p i c n s<br />
(Mass.) Vain., Lichenogr. Fenn., Ill, 1927, p. 'M).-Rt, Lohja.<br />
Torhola, in cortice crasso ad caudicem S(dicis sp. (frayilis?) magnae<br />
prope domum. - Fert.<br />
C. .V i k k alen s e Vain., I.e., p. 19. - Ks, K u u s a m o, ad<br />
meridiem versus ab lacu Paanajärvi, Kometto, in ligno vetusto ad<br />
latus trunci lietulac sji. in declivi piceeti unibrosi in silva virginea,<br />
cp. - Fert.<br />
C. s u l) p u s i 11 II m Vain., I.e., p. 50. - St, N o o r m a r k k u,<br />
Poosjoki, Enträskijärvi, ad lignum cariosum trunci erecti et alti<br />
Aini (jlulinosac emortuae ad ripam lacus. - b^ert.<br />
C a l i c i e 11 a s n b p a r o i c a (Nyi.) Vain. - St, K a n k a a np<br />
ä ä, Pieni-Madesjärvi, in Ihallo Crocijniac tatebrarnm ad parietem<br />
siccum, borealem rupis in silva. - Fert.<br />
Emboli d i n m i n a e 7 u a l n in \'ain., I.e., p. 60. - Rt, K u us<br />
i s t o, ad praedium Kuusisto, in ligno denudato ad caudicem Sorbi<br />
aucupariae annosae. - S/, Noormarkku, Sulkjärvi, in cortice<br />
crasso ad latus meridionale caudicis lietulae sp. semiemortuae. - Fert.
10 M. Laurila, Addenda ad florain lu'iiniae lichcnologicain.<br />
E. p 0 p II l n e II m (de Brond.) Vain., I.e., p. 59. - Syn. Caliciiim<br />
popiilneum NyL, Synops. Lieh., I, 1858, p. 159. - Ks, Kuusamo,<br />
Kaijanlainpi ad septentrionein versus ab lacu Paanajärvi, ad rainos<br />
Popiili trenuilae (recens prolapsae) in silva; Salla, Auhtijärvi,<br />
Ilaukkakallio, ad ramos vivos vei recens emortuos Ribis rubri in<br />
pariete rupis nemorosae. - Fert.<br />
E. I e n n i c ii m M. Laur. sp.n. - Mycelium gonidiis desliluliim;<br />
apolhecia in ligno canescenie, sulcata sat dispersa, capitido usque Oj\<br />
mm lato, primum late turbinato, deinde vulgo lenticulari, nigro, disco<br />
vei rarius capitulo toto ei apice stipitis tenuiter glauco-pruinoso, stipite<br />
longit. 1.0-2.2 mm, crassit. 0.o9-0.n mm toto nigro vel fusconigro<br />
(etiam sub microscopio), intus praesertim in basi pallescente, strato<br />
lujalino nullo obducto. Rärins apothecia subnuda sunt. - Sporae 7-0<br />
X 2 - 3 /I, elUptico-oblongae vel inlerdum subcuneatae, lateribus subcijlindricis,<br />
apicibus rotundatis, medio 1-septatae vel rarissime aseptatae,<br />
septo distincto, luuid constrictae, intense fuscae, monostichae. Asci<br />
cylindrici, S-spori, membrana tenui, gelatinosa, mox cum paraplujsibus<br />
in gelatinam dijfluxi. Epithecium fusco-nigricans. Mazaedium non<br />
evohitum. Stipes ex lujphis (in aqua) 2-6 fi crassis, longitudinaliter<br />
vel basi irregulariter inte.riis in superficie stipitis fuscis, intus hijalinis.<br />
Hab. in ligno ad caudices truncosque erectos Pini silvestris<br />
decorticatos in pinetis in proviiicia K u u s a m o Fenniae borealis,<br />
leg. Matti Laurila.<br />
Typus in lierbario nieo; cotypi in Herbario Musei Botanici Universitatis<br />
Turkuensis in Turku et in Herbario Musei Fennici in Melsingia.<br />
Iluic speciei proxima forsan est Embolidium elevatum Vain.<br />
(Enumer. lieh. fl. Konda, 1928, j). 110), species e Sibiria descripta,<br />
quae tarnen sporis latioribus apotheciis nudisque differt. Embolidium<br />
norvegicum Vain. sec. specim. originale in herb. Vain. stipite fuscescenti-pallido,<br />
breviore, valde pruinoso, mazaedio bene evoluto recedit.<br />
A Mijcocalicio cinerascente (Nyi.) Vain. et M. plumbeato (Norm.)<br />
n. Magn. sporis 1-septatis notis aliisque distat.<br />
Ks, K u u s a m o, Paanajärvi, Kerkkälä et Sovajoki, Tervajärvi;<br />
Salla, ad flumen Tuntsa, Hassersokka (ad lat. bor. 67° 31') ad<br />
caudicem erectum Pini silvestris olim desiccatae et decorticatac in<br />
pineto sicco in silva virginea, 30. VIT. 1938 (Typus). - Fert.
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 11<br />
S t r o n g ij I o p s i s I c ii c o p n s Vain. var. p all i di or ain.<br />
-SI, K a n k a a n p ä ä, Vihteljärvi, ad rivurn laciis Isovesi, ad<br />
corticem crassum trunci crecLi et alti Piceae excdsae emortuae in<br />
piceeto umbroso. - Fert.<br />
C h aenot II ecop sis p u s i o I a Vain. - St, Siikainen,<br />
Vuorijärvi, Itä-Suomilampi, ad lignum denudatuni rami desiccati<br />
Betulae sp. in palude; Kankaanpää, Venesjärvi, Kahilakeidas,<br />
ad ramum desiccatum decorticatumque Aini incanae (?) in nemore.<br />
- Fert.<br />
S t r o n g ij l e II in a ex s er him (Nyl.) Vain. - St, K a n k a a np<br />
ä ä, Pieni-Madesjärvi, in thallo IJaeniatommalis porphijrii et ochroleiici<br />
ad parietem siccum rupis in silva (ex parte var. hemileuciini<br />
[Vain.]). - Ks, K u u s a m o, ad meridiem versus ab fhimine Tavajoki,<br />
Ali-Tiakkajärvi, in thallo soredioso Lecanactidis Dillenianae ad<br />
latus umbrosum lapidis. - Fert.<br />
In specimine in thallo Lecanactidis crescente apothecia stipite<br />
saepe bene evoluto, longit, usque 1 mm, erassit. O.io-O.ismm, saepe<br />
ramoso.<br />
5. p a r 0 i c Ii m (Nyi.) Vain. - St, Kaukaa n p ä ä, Pieni-<br />
Madesjärvi, in thallo IlaeincUommatis porphijrii et II. ocliroleiici ad<br />
parietem borealem, siccum rupis in silva. - Fert.<br />
M ij c o c ai i c i II m p r a e c e d e n s (Nyi.) Vain. - SI, K a nk<br />
a a n p ä ä, Venesjärvi, Sinahmi et Luomajärvi, Vääräneva. - In<br />
ranmlis vigentibus vei recens demortuis Popiili tremiilae. - Fert.<br />
M. p allescen s (Nyi.) Vain. f. t aber c iil at a M. Laur. f.n. -<br />
A typo differt apotheciis capitulo deinde constanter et conspeete<br />
tuberculato-diviso. Interdum etiam stipes frutieuloso-divisus est.<br />
Stipes fuscescenti-pallidus basi albido-pallidus. - Ks, K u u s a m o.<br />
Kitkajoki, Matalakoski, in ligno denudato ad latus septentrionale<br />
trunci erecti et alti Pini silvestris emortuae in declivi silvae. - Fert.<br />
Chaenotheca brun neo la (Ach.) Müll.-Arg. var. dli ans<br />
Th.Fr. - S/, Noormarkku, inter lacus Sulkjärvi et Torajärvi,<br />
supra pileos vetustos Corioli abietini ad truncum erectum et altum<br />
Piceae excelsae deiectae in i)iceeto turfoso. - Fert.<br />
C. st emon e a (Ach.) Zwackii f. ra mo s a M. Laur. f.n. - Apothecia<br />
saepe stipite ramoso, sed ceterum vix a apotheciis typicis<br />
Chaenothecae stemoneae differunt. Proxima est f. nmscicolae Nyi. -
12 M. Laurila, Addenda ad florain lu'iiniae lichcnologicain.<br />
Ilaec forma memorabilis in laterihus nudis rupium crescit. Thalliis<br />
forsan est propriiis vel forsan alienus Croajniae lalebrarum. Etiam<br />
status fertilis C. laiebrariirn esse potest. Tarnen C. lalehrarum verisiniiliter<br />
e speeiebus diversis sterilihus constat. - St, Kankaanpää,<br />
Pieni-Madesjärvi, in ])ariete septentrionali rupis in silva. - Ks, K u us<br />
a m o, ad meridiem versus a i'lumine Tavajoki, Ali-Tiakkajärvi, ad<br />
latus umbrosum lapidis. - Fert.<br />
C. S c haereri (De Not.) Zahlbr. f. (j r an ii l a l o-v c r r iic<br />
0 s a (Schaer.) Vain. - St, Kankaan p ä ä, Venesjärvi, Kiimaliohka,<br />
ad corticem Pini silvestris in pineto vetusto. - Fert.<br />
C o ni o cijh c s ui p hur e a (Hetz.) Nyi. - N o o r m a r k k u<br />
inter lacus Sulkjärvi et Torajärvi; Siikainen, Vuorijärvi, Vääräneva;<br />
Kankaanpää, Venesjärvi, Sinalimi. - Ks, Kuusamo,<br />
Juuma, Jäkälävuoma. - In cortice et ligno ad bases truncorum erectorum<br />
et altorum lietulae sp. et Aini sp. emortuorum in piceetis<br />
umbrosis crescit; specimen e Jäkälävuoma in caverna umbrosa ad<br />
basim trunci corticati Piceae excelsac magnae inventum.<br />
C. (j r a c i l e n l a Ach. - N o o r m a r k k u, inter lacus Sulkjärvi<br />
et Torajärvi, in ligno denudato ad basim trunci erecti et alti<br />
Betulae sp. magnae emortuae in piceeto umbroso. - Ks, K u u s a m o,<br />
Juuma, Jäkälävuoma, in caverna umbrosa ad basim trunci corticati<br />
Piceae excelsae magnae et eodem loco supra Polijtriclia vetusta in<br />
caverna umbrosa ad basim parietis dolomitici ad septentrionem versus<br />
expositi; Salla, Sovajärvi, Päiväniemi, Talaslahti, supra<br />
muscos vetustos in basi umbrosa et sicca rupis calcariae in silva.<br />
C. gracillima Vain., Adjum. Lieh. Lapp., I, 1881, p. 97;<br />
Vain., Lichenogr. Fenn., Ill, 1927, p. 128. - Å7, Siikainen,<br />
Vuorijärvi, Vääräneva. - Ks, K u u s a m o, inter montes Ukontunturi<br />
et Poika-Ukkonen; ad montem Possosiiro et in silva Pitkämurto<br />
ad meridiem versus a flumine Tavajoki; ad montem Kometto in<br />
deserto silvoso ad meridiem versus a lacu Paanajärvi. - Semper ad<br />
bases truncorum erectorum altorumque Betulae sp. emortuorum in<br />
piceetis umbrosis subumbrosiscjue saepe una cum Coniocybe sulpluirea,<br />
C. furfuracea et C. obscuripede collecta. - I'ert.<br />
Species ex proxima affinitate Cliaenolhecae brunneolae (Ach.)<br />
Müll.-Arg. Variat stipite GO - 80 crasso.<br />
C. obscuripes Nyl. - St, Noormarkku, ad rivum lacus<br />
Sulkjärvi; ad lacum Poikeljärvi et duobus locis ad rivulum lacus
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 13<br />
Enträskijärvi ])roj)e flumen Poosjoki. - Ks, Sail a, Kutsajoki, duobus<br />
locis ad lacum Alimmaincn-Kursujärvi; ad flumen Tuntsa, prope<br />
ostium rivi Peurahaara (ad lat. bor. 67° 37'). - Ad bases truncorum<br />
caudicumque lielulac sp., Alrii gliitinosae, rarius Piceae excdsac in<br />
silvis plerumque umbrosis crescit; specimen e Peurahaara ad ramos<br />
inferiores Piceae e.rcelsac magnae desiccaios inventum. - Fert.<br />
P VRENOLICIIENES<br />
D e r m a f 0 c a r p 0 n d e m i n ii e n s Vain. - Ks, Salla,<br />
Sovajärvi, Päiväniemi, Nivanlampi, ad lapidem interdum inundatum<br />
in rivo. - Fert.<br />
D. daedaleiim (Kremph.) Th. Fr. - Ks, K u u s a m o, Juuma,<br />
liautaniittyvuoma; Sali a, Kutsajoki, Pieni-Jänisküngüs;<br />
Nivajärvi, Hirveäkallio et prope pontem; Aulitijärvi, Haukkakallio.<br />
- In parietibus rupium dolomiticarum vei metabasiticarum altiorum.<br />
Verrucaria Integra Nyi. - Ks, Salla, Sovajärvi,<br />
Päiväniemi, Rikkasalmi, in pariete subumbroso et boreali rupis<br />
calcariae in silva.<br />
V. l ai eb r o s a Kbr. - Ks, Salla, Kutsajoki, Jänisköngäs,<br />
ad lapides graniticos interdum inundatos ad ripam fluminis. - Fert.<br />
Verrucaria paclujderma Arn. sec. spec, authenticum in herb.<br />
Vainioi vix ulla nota gravioris momenti ab hac specie differt.<br />
P o I ij b I as t i a hyperborea Th. Fr. - Ks, Salla, Sovajärvi,<br />
Päiväniemi, Talaslahti, in pariete boreo-occidentali rupis<br />
calcariae in silva riparia. - Fert.<br />
P. S e n d t n er i Kremph. - Ks, Salla, in ripa occidentali<br />
lacus Nivajärvi, supra muscos in pariete ad boreo-orientem versus<br />
exposito rupis metabasiticae. - Fert.<br />
P. s i n g n l a r i s (Kremph.) Arn.; Th. Fr., Polybl. Scand.,<br />
1878, p. 25. - Ks, Salla, Kutsajoki, Ala-Kursuojankuru, ad<br />
lapidem humilem calcarium in declivi abrupto, orientali piceeti. -<br />
Fert.<br />
P. ierresiris Th. Fr. - Ks, Salla, Nivajärvi, Hirveäkallio,<br />
praesertim ad lapillos parvos solo argilloso-humoso in declivi<br />
boreo-orientali et abrupto rupis metabasiticae calcenujue continentis.<br />
- Fert.
14 M. Laurila, Addenda ad florani Fenniae lichenologicam.<br />
P. t hei codes (Smrft) Th. Fr., PolybI. Scand., 1878, p. 10.<br />
- Ks, K II u s a m o, Kitkajoki, Juuma, Ilautaniittyvuoma, in pariete<br />
dolomitico et ad boreo-orientem versus exposito convallis montanae.<br />
- Fert.<br />
T i c h o t h e c i II m microcarpii m (Arn.) Sacc. - Kb,<br />
P i e li s j ä r V i, Kitsinvaara, Ylinen-Pitkäjärvi, in tliallo et apotheciis<br />
Placodii cerini (Ehrh.) Vain. var. borealis Vain. ad corticem<br />
Sorbi aiiciipariae. - Fert.<br />
T hei i di um papiilare (Fr.) Arn. var. ar en ar in m (Mepp)<br />
Arn. - Ks, Salla, Sovajärvi, Päiväniemi, Talaslahti et Riihilahti<br />
ad saxa riipesque calcarias. - Fert.<br />
T.decipiescens Vain., Lichenogr. Fenn., I, 1921, p. 123.<br />
- Ks, Salla, Sovajärvi, Päiväniemi, locis pluribus in parietibus<br />
ad septentrionem versus expositis rupium calcariarum. - Fert.<br />
D i d y m 0 s p h a e r i a analepioides (Bagl. et Carest.)<br />
Relmi. - Syn. Mijcomicrothelia macnlaris (Mass.) Keissl., Rabh.<br />
Krypt. Fl., IX, Abt. 1:2, 1938, p. 36. - Ks, Kuusamo, Juuma,<br />
Jäkälävuoma, in ramis desiccatis Ribis rnbri; Salla, Auhtijärvi,<br />
ad ramum desiccatum Ribis rnbri ad rupem; Kutsajoki, Nivajärvi<br />
et Ala-Kursuojankuru, ambae ad corticem Daphnis mezerei<br />
in nemore graminoso. - Fert.<br />
D. r ib e s i eli a (Nyi.) Vain. - SI, Kankaanpää, Venesjärvi,<br />
Koski, in ramulis Ribis grossnlarii vigentibus in horto. - Fert.<br />
Species insignis, a praecedente omnino diversa, nullo modo solum<br />
forma eius ut opponit KEISSLER (I.e., p. 36).<br />
T h el e n ell a c o r r o s a (Kbr) Vain. - S/, L a v i a, Laviankylä,<br />
Velhovuori, ad lapides micaceo-schistosos in declivi meridionali<br />
nemoris. - Fert.<br />
T h el o p s i s m el alh eli a Nyi. - Ks, Salla, Sovajärvi,<br />
Päiväniemi, Keskilahti, in pariete septentrional! rupis calcariae<br />
ad ripam lacus; Kutsajoki, Leppäköngäs prope lacum Jyrhämäjärvi,<br />
ad rupem umbrosam ad ripam cataractae; in ripa orientali<br />
lacus Niluttijärvi, in fissura ad parietem subumbro^um et septentrionalem<br />
rupis in silva. - Fert.<br />
C ampijl a ci a p s ilo i e r a (Nyi.) Vain. - St, Kaukaa np<br />
ä ä, Venesjärvi, Sinahmi, Jokilahti, ad corticem Daphnis mezerei<br />
in luco pascuo. - Fert.
OPERA GITATA.<br />
ERICHSEN, G. F. E., 1936, Pertusariaceae. RABENHORST, Kryptogamenflora<br />
von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Bd. IX, Abt. V: i,<br />
p. 317-729.<br />
FRIES, TU. M., 1860, Lichenes Arctoi Europae Groenlandiaeque hactenus<br />
cogniti. Acta Reg. Soc. Scient. Ups., Ser. III, 3, p. 103 - 398.<br />
—»— 1867, Lichenes Spitsbergenses. K. Sv. Vet.-Akad. Handl., 7, n:o 2.<br />
—»— 1871, Lichenographia scandinavica. I. Upsaliae.<br />
—»— 1877, Polyblastiae Scandinavicae. Nova Acta Reg. Soc. Scient. Ups.,<br />
Ser. III, vol. extra ord. editum.<br />
HUE, A., 1886, Addenda nova ad lichenographiam Europaeam.<br />
KEISSLER, K. V., 1938, Pyrenulaceae. RABENIIORST, Kryptogamenflora von<br />
Deutschland, Österreich und der Schweiz, Bd. IX, Abt. Iia.<br />
LVNGE, B., 1928, Lichens from Novaya Zemlya. Report of the scientific<br />
results of the Norwegian Expedition to Novaya Zemlya 1921, n:o 43,<br />
p. 1 - 299.<br />
MAGNUSSON, A. H., 1926, Studies on boreal Stereocaula. Göteborgs Kgl. Vet.<br />
o. Vitt. Sällsk. Handl., 4, 30, n:o 7, p. 1 - 89.<br />
—»— 1930, New or otherwise interesting Lecanora species. Medd. Göleb.<br />
Bot. Trädg., 6, p. 1 - 20.<br />
—»— 1933, A Monograph of the Lichen Genus lonaspis. Ibid., 8, p, 1 - 47.<br />
—»— 1934, New or interesting Swedish Lichens. VIII. Bot. Not., p. 457<br />
-479.<br />
MALME, G. O. A., 1895, De sydsvenska formerna af Rinodina sophodes (Ach.)<br />
Th. Fr. och Rinodina exigua (Ach.) Th. Fr. Bih. K. Sv. Vet.-Akad.<br />
Handl., 21, III, n:o 11, p. 1-40.<br />
—»— 1927, Lichenologiska notiser. Sv. Bot. Tidskr., 21, p. 254-256.<br />
NANNFELDT, J. A., 1932, Studien über die Morphologie und Systematik der<br />
nicht-lichenisierten inoperculaten Discomyceten. Nova Acta Reg. Soc.<br />
Scient. Ups., Ser. IV, 8, n:o 2, p. 1 -368.<br />
NYLANDER, W., 1858-60, Synopsis methodica lichenum omnium hucusque<br />
cognitorum. I. Paris.<br />
—»— 1859, Ad vegetationem lichenosam Helsingforsiae, Savolaxiae et Alandiae<br />
addenda. Notis. Sällsk. F. Fl. Fenn., 4 (ny ser. 1), p. 227 -242.
t.<br />
IG M, Laurila, Addenda ad floram Fenniae lichenologicam.<br />
NYLANDER, W., 1865, Addenda nova ad lichenographi&m europaeam. Flora,<br />
39 (n. Reihe 14), p. 601 -606.<br />
—»— 1866, Lichenes Lapponiae orientalis. Notis. Sällsk. F. Fl. Fenn., 8<br />
(ny ser. 5), p. 101 -192.<br />
RÄSÄNEN, V., 1927, Über Flechtenstandorte und Flechtenvegetation im<br />
westlichen Nordfinnland. Ann. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 7,<br />
p. 1 -202.<br />
—»— 1939, Die Flechtenflora der nördlichen Küstengegenden am Laatokka-<br />
See. Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot, Fenn. Vanamo, 12, n:o 1, p. 1 -240.<br />
VAINIO, E. A., 1881, Adjumenta ad lichenographiam Lapponiae fennicae<br />
atque Fenniae borealis. I. Medd. Soc. F. Fl. Fenn., 6, p. 77 - 182,<br />
—»— 1921, Lichenographia fennica. I. Pyrenolichenes iisque proximi Pyrenomycetes<br />
et Lichenes imperfecti. Acta Soc, F. Fl. Fenn., 49, n:o 2,<br />
p. 1 - 274.<br />
—»— 1927, Id., III. Coniocarpeae. Ibid., 57, n:o 1, p. 1-138.<br />
—»— 1928, Enumeratio lichenum in viciniis fluminis Konda (circ. 60° lat. bor.)<br />
in Sibiria occidentali crescentium. Muistiinpanoja A. Ahlquistin kolmannelta<br />
tutkimusretkeltä Länsi-Siperiassa (v. 1880). IV. Ann, Acad.<br />
Scient. Fenn., ser. A, 27, n:o 6 b, p. 65 -122.<br />
SUOMENKIELINEN SELOSTUS,<br />
LISÄTIETOJA SUOMEN JÄKÄLÄKASVISTOON,<br />
Kirjoituksessa esitetään levinneisyystietoja yhteensä 77:stä eri jäkälälajista<br />
perustuen kirjoittajan vv. 1934-39 etupäässä maakunnista St ja<br />
Ks keräämään aineistoon. Kuusamossa on kirjoittaja suorittanut jäkäläetsintöjä<br />
vuosina 1937 - 39. Lajit luetellaan VAINIOU järjestelmän mukaisessa<br />
järjestyksessä. Jolidannossa mainitaan kirjoituksessa esiintyvät luonnontieteelliseltä<br />
alueeltamme ennen tuntemattomat 12 lajia ja 4 muunnosta<br />
sekä pari valtiollisen Suomen alueelle uutta lajia. Tieteelle uutena lajina<br />
selitetään Kuusamon kelomännyillä kasvava Embolidium fennicum sekä pari<br />
muuta Coniocarpeae ryhmään kuuluvaa muotoa.
SUOMALAISEN ELÄIN- JA KASVITIETEELLISEN SEURAN VANAMON<br />
KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />
OSA15. N:O3.<br />
ANNALES BOTANICI SOCIETATIS ZOOLOGICIE-BOTANICIE FENNIC^ VANAMO<br />
TOM. 15. N:o 3.<br />
CALLIERGON MEGALOPHYLLUM MIKUT.<br />
UND DREPANOCLADUS CAPILLIFOLIUS<br />
(WARNST.) WARNST. IN FINNLAND<br />
R. T U O M I K O S K I<br />
2 Abbildungen im Text<br />
Siiomcnkiolinen selostus:<br />
Calliergon inegalopliylUiin Mikut. ja Drepanocladus<br />
capillifolius (Warnst.) Warnst. Suomessa<br />
HELSINKI 19 40
HELSINKI 1940<br />
DRUCKEREI-A.G. DER FINNISCHEN LITERATURGESEM.SCHAFT
Die mangelhafte Kenntnis der nnsere zahlreichen Gewässer bewohnenden<br />
Lanl)moosarten veranlasste mich vor einigen Jahren<br />
bei der von mir für die vor kurzem ersciiienene Lanl)moosfh)ra C. JEN-<br />
SENS, »Skandinaviens Bladmossflora» (1939) vorgenommenen Revision<br />
der im Botanischen Museum der Universität Helsinki aufbewahrten<br />
Sammlungen diesen vernachlässigten Pflanzen eingehendere<br />
Beachtung zu schenken, erstenhands um der in der systematischen<br />
Bewertung gewisser lärmen bereits obwaltenden Unklarheit Abhilfe<br />
zu tun. Dabei stellte sich heraus, dass es bei uns einige (hauptsächlich<br />
zu der Gattung Drepnnocladiis gehörende) Arten gibt, die allgemein<br />
übersehen worden sind, weil man sie letzterzeit gewöhnlich nur<br />
als geringfügige Formen anderen Arten untergeordnet hat. Über diese<br />
Arten habe ich bereits ein paar vorläufige Mitteilungen veröffentlicht<br />
(TUOMIKOSKI 1937, 1910). Im vorliegenden Zusammenhang bietet<br />
sich mir die Gelegenheit zwei von diesen Arten, nämlich CaJliergon<br />
me(jalophi}Uiim Mikut. und Drcpanocladus capillijolius (Warnst.)<br />
Warnst, etwas einlässlicher zu erörtern. Herrn Doktor HERMAN<br />
PERSSON in Göteborg schulde ich Dank für einen regen brieflichen<br />
Gedankenanstausch ebenso wie dafür, dass er durch die Übersendung<br />
einiger Drepunocladiis-Prohen meine Aufmerksamkeit auf WARNS-<br />
TORFj Drcpanocladus capillifoliiis lenkte, welche Art ich bisher nicht<br />
untersucht hatte. - Infolge des waltenden Kriegszustandes habe ich<br />
leider nicht die einschlägige Literatur, desgleichen auch nicht die<br />
Sammlungen in vollem Masse ausnutzen können.<br />
Calliergoii inegalopliijlliiin Mikut.<br />
Unter den in unseren Seen vorkommenden Laubmoosarten gehört<br />
zu den auffälligsten eine Calliergon-Form, der man in geschützten und<br />
seichten Buchten oft reichlich im Schutze der von den Luftblattkräutern<br />
(Phragmiies, Eqiiisetum, Carex) gebildeten Bestände l)cgegnet.
2 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />
In Finnland, und augenscheinlich wohl auch in Skandinavien, ist<br />
dieser Callicrgon-Typ bis in die letzten Jalire gewöhnlich unter dem<br />
Namen C. gigaiüeum gegangen. Sein abweichendes Aussehen hat<br />
indessen wohl öfters die Aufmerksamkeit der Botaniker auf sich<br />
gelenkt, so ist er von S. 0. LINDBERG in seinem Herbarium Ilypnum<br />
giganteiini grandijolium und Arnblijstegiiim giganteum var. remotum<br />
betitelt worden, welche beiden Benennungen auf Charaktermerkmale<br />
weisen, die diesen Typ von CalUergon giganteum trennen. Andererseits<br />
haben einige Ähnlichkeiten desselben mit C. Richnrdsonii veranlasst,<br />
dass der Typ gelegentlich auch dieser Art zugeführt worden<br />
ist (Amblijstegium Richardsonit var. rohustuni LIXDIJERG 8C ARNELL<br />
1890, p. 126, vgl. audi ARNELL 1894, p. 62; Ili/pnum Richardsonii var.<br />
fluitans BRYIIX 1902, p. 23).<br />
Die gleiche Calliergon-Fonn fiel auch MIKUTOWICZ in Lettland auf,<br />
und er füiirte sie in seiner »Bryotheca Baltica» als neue Art, C. megaloplujllum,<br />
der Wissenschaft zu. WARNSTORF (1914, p, 251 des Separats)<br />
ersah keinen greifbaren Unterschied, der dazu berechtigt hätte,<br />
C. megaloplujltnm als besondere Art vom vielgestaltigen C. giganteum<br />
getrennt zu halten. LOESKE (MALTA 1930, p. 161) stellte sich der Art<br />
gegenüber auf Grund der ihm zugesandten Prolien vorsichtiger und<br />
liess die Frage an seinem eigenen Teil offen. MALTA (I.e.) zitiert nur<br />
MIKUTOWICZ und bringt eine Abbildung der Art, entzieht sich aber<br />
einer Stellungnahme bezüglich ihres systematischen Wertes. Später<br />
haben lettische Forscher (OZOLINA 1931, p. 13 u.a.; Anxis & LÄcis<br />
1934, p. 50) die Art MIKUTOWICZ' in ihren Untersuchungen erwähnt.<br />
Bei der Revision der hiesigen Calliergon-Proben lenkte sich nun<br />
meine Aufmerksamkeit i.J. 1936 auf diese Art und ihren deutlichen<br />
Unterschied gegenüber C. giganteum (TUOMIKOSKI 1937). Da ich<br />
mich al)er mit der Art in der Natur nicht viel befasst hatte, kam es<br />
nicht zu einer genaueren Untersuchung ihres Verhältnisses zu C. Richardsonii.<br />
Als dann die bekannten Bryologen Dr. C. MEYLAX in<br />
St. Croix und Dr. II. PERSSON nach Ansicht einiger Proben der Art<br />
mir im Brief bemerkten, dass sie tatsächlicli C. Richardsonii recht<br />
nahe steht und möglicherweise nur eine Wasserform der letzteren<br />
darstellt, begann ich, unter Kenntnis der oft trügerischen und unerwartet<br />
grossen Variabilität der Wassermoose, mich wirklich dem<br />
Glauben zuzuneigen, dass es sich dennoch nur um eine submerse<br />
Modifikation des C. Richardsonii handelte. War sie ja schon ehedem
Ann. Bot. Soc. Zool.-13ot. Fenn. Vananio, 15, n:o 3. 3<br />
von AKNELL und BRYHN ZU der genannten Art gerechnet worden.<br />
Ich beschloss jedoch bei Gelegenheit die Artengruppe in der Natur<br />
einer eingehenderen Untersuchung zu unterziehen, um erst dann<br />
zu dieser Frage endgültig Stellung zu nehmen.<br />
Später hat sich JENSEN in seiner Lauhmoosflora (1939, p. 149) dem<br />
selbständigen Artrecht des C. meyaloplujllum angeschlossen, ebenso<br />
Ii. PERSSON nach der genaueren Überprüfung eines umfangreicheren<br />
Materials. In der liiesigen Literatur ist die Art ein paarmal vorgetragen<br />
worden: VAAEAMA (1938, p. 198) erwähnt sie aus dem Kallavesi<br />
und LEVANTO (1910, p. 8) aus dem Vesijärvi. Auch in einigen Seen des<br />
Kuusamo-Gebietes ist die Art neuerdings angetroffen worden (TUO-<br />
MIKOSKI 1939, p. 79).<br />
Da nun C. megalophijlliim bis jetzt so wenig bekannt gewesen ist<br />
und sein Artrecht im Zweifel gestanden hat, finde ich es veranlasst,<br />
die Beobachtungen mitzuteilen, auf welche sich meine Auffassung<br />
über die Selbständigkeit der Art gründet.<br />
Wie erwähnt erinnert CalUergon nmjalophijlliim in vielen Beziehungen<br />
mehr an C. Richardsonii als an C. giganteum. Sein Verzweigungstypus<br />
mit relativ wenigen, gewöhnlich niciit so stark vom<br />
llauptstamm differenzierten Ästen ebenso wie der schwächere<br />
Blattnerv sind solche auf C. Richardsonii weisende Merkmale. Die<br />
handlichsten Kennzeichen, die die Art von C. Richardsonii zu unterscheiden<br />
hätten, sind: die behauptete Zweihäusigkeit der Art (C. Richardsonii<br />
ist bekanntlich autözisch) und der im allgemeinen längere,<br />
ziemlich bis zur Blattspitze reichende Blattnerv. Als trennende<br />
Züge könnten noch erwähnt werden der verschiedene ökologische<br />
Charakter der beiden Arten, das Fehlen der für C. Richardsonii<br />
oft kennzeichnenden rötlichen Farbtönung u.dgl.m.<br />
Keines dieser trennenden Merkmale (andere, obwohl schwerer zu<br />
charakterisierende, sind natürlich auch vorhanden) erscheint ganz<br />
überzeugend. Man könnte ja behaupten, dass die Unterschiede lediglich<br />
auf den abweichenden Standort, d. h. die submerse Lebensweise<br />
der Pflanze zurückzuführen seien. So Hessen sich mit einem Hinweis<br />
auf den Standort vielleicht die Unterschiede in der Grosse, Färbung,<br />
Blattform, im Bau des Blattnervs u.a. erklären, die ja sämtlich bei<br />
den Laubmoosen im allgemeinen leicht modifizierbare Merkmale<br />
darstellen. Auch die Geschlechtsverhältnisse waren bei C.megalophijl-
4 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />
liim SO unzulänglich bekannt, dass ihnen keine ausschlaggebende<br />
Bedeutung beigemessen werden konnte.<br />
Als ich die fraglichen Arten sowohl in den Sammlungen als in der<br />
Natur studierte, stiess ich jedocii nie auf etwa vermittelnde Formen<br />
zwischen den beiden Arten. Freilich fanden sich Individuen von<br />
C. Richardsonii, bei denen mehrere Blätter einen langen, bis zur Blattspitze<br />
reichenden Mittelnerv hatten, im übrigen waren aber die Pflanzen<br />
vollkommen typisch. Ebenso konnte ich feststellen, dass bei verkümmerten,<br />
kleinblättrigen, beim Sinken des Wasserspiegels auf<br />
trocknem Lande entstandenen C. inegalophylluniSprosscn der Blattnerv<br />
verkürzt war, im übrigen erinnerten aber auch diese nicht an<br />
C. Richardsonii. Auch submerse Formen von C. Richardsonii habe<br />
ich gesehen; u.a. Amblijstegiiini Richardsonii f. immersa aus Sibirien<br />
(LINDEERG & ARNELL 1890, p. 125) ist ein typisches Calliergon Richardsonii.<br />
Zur völligen Sicherstellung der Sache wäre es jedoch nötig geweaen<br />
einen Platz zu sehen, wo die beiden Arten in der Natur nebeneinander<br />
vorkämen, solche Mischbestände haben sich nämlicii bei der<br />
Erforschung der Drepanocladen als ausserordentlich ergiebig erwiesen.<br />
Obwohl auch C. Richardsonii oft an Seen, insbesondere an quelligen<br />
Stellen vorkommt, ist es mir nie gelungen, die Art zusammen mit<br />
C. megalophylliim anzutreffen. Die Arten scheinen hinsichtlich ihrer<br />
Standortsansprüche in hohem Masse differenziert zu sein.<br />
Aus diesem Anlass stellte ich Ende Mai 1939 einen kleinen Versuch<br />
an. Calliergon Richardsonii, eingesammelt bei Messilä im Kirchsp.<br />
Hollola, wurde auf einer mit Drahtnetz umgrenzten Fläche in der<br />
Bucht Sarvanlahti des Sees Vesijärvi mitten in einen Bestand von<br />
C. megalopIujUum ausgepflanzt. Iiier wächst im seichten Wasser ein<br />
Schachtelhalmbestand, in welchem neben C. megalophijlluni u.a. reichlich<br />
Elodea canadensis vorkommt. Gleichzeitig wurde auf einer<br />
Uferwiese der gleichen Bucht aus dem vorgenannten Bestand entnommenes<br />
C. niegalophijlhim an dem Standort von C. giganlenm,<br />
C. Richardsonii und C. cordifolinm ausgepflanzt. Im Spätsommer<br />
(August) wurden die an den beiden neuen Standorten aufgekommenen<br />
Sprosse untersucht. Calliergon Richardsonii hatte im Wasser<br />
unter C. rnegalophyllum Sprosse entwickelt, die in allen Beziehungen,<br />
u.a. auch in bezug auf den Bau des Blattnervs die Eigenschaften<br />
der Art beibehalten hatten. Entsprechendes war der Fall mit
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 5<br />
C. meg (dop Inj Ull m. auf der Uferwiese, doch waren die Blätter der<br />
neuentstandenen ^Sprosse kleiner als i)ei den Wassersprossen.<br />
Dieser Versuch sprach keineswegs für die Vereinigung der beiden<br />
Arten. Docli kann ihm meines Erachtens auch keine endgültig entscheidende<br />
Bedeutung zugesprochen werden, denn wenigstens theoretisch<br />
ist in einem so kurzen Versucii eine eventuelle Nachwirkung<br />
der eliemaligen Verhältnisse in Rücksicht zu ziehen.<br />
Desiialb lag auch der Grund vor, eine genauere Untersuchung der<br />
Geschlechtsverhältnisse von Calliergon megalophijlliim vorzunehmen,<br />
in denen nach MIKUTOWICZ ein deutlicher Unterschied vorliegen<br />
sollte. MIKUTOWICZ hatte seine Art als diöziscli auf dem Grunde angesprochen,<br />
dass er bei einigen Proben zwar Archegonienstände, aber<br />
keine Antheridienstände angetroffen hatte, welche letzteren also ihm<br />
unbekannt waren. Die hiesigen Proben schafften in der Frage keine<br />
Abhilfe, weil sie anscheinend völlig steril sind, wie man es von einer<br />
submersen Pflanze aucli erwarten konnte. Im Sommer 1938 versuchte<br />
ich Gametangienstände tragende Sprosse an solchen Stellen zu finden,<br />
wo die Art während des Sommers aufs Trockne geraten war und kleinblättrige<br />
Sprosse entwickelt hatte. An diesen Sprossen entdeckte ich<br />
auch tatsächlich Gametangienstände mit jungen Archegonien, aber<br />
Antheridienstände waren nicht zu finden. Die Zweihäusigkeit der Art<br />
blieb aber auch nach diesem Fund nach wie vor ungewiss, denn es war<br />
ja möglich, dass die fraglichen Sprosse, an denen sich höchstens 6<br />
Archegonienstände befanden, noch nicht Zeit gehabt iiatten, ihre<br />
Antheridienstände hervorbrechen zu lassen. Bei C. Richardsonii<br />
treten nämhch die gleichgeschlechtigen Gametangienstände oft in<br />
einer besonderen Gruppe am Spross auf.<br />
Als ich von Konsulent A. IIüLPHERSin Skövde, Schweden, erfuhr,<br />
dass sich in seiner Sammlung eine wahrscheinlich zu C. megalophijlliim<br />
gehörende Probe mit Sporogonen befand, erbat icii sie mir von ihm<br />
zur Ansicht, da es zu erwarten war, dass sich an ihr beiderlei Geschlechtsorgane<br />
in ihrer vollen Entwicklung finden würden. Und ich<br />
täuschte mich aucli nicht, denn die Probe erwies sich als höchst aufschlussreich.<br />
Sie (die Daten lauten: Schweden, Dalsland, Kirchsp.<br />
Skållerud, Svankila, Moorgelände am Svanfjorden. 17. 7. 1919 leg.<br />
P. A. Larsson) enthielt anscheinend sterile Sprosse 15, weibliche 20<br />
und männliche 13. Fünf »Individuen» beider Geschlechter wurden<br />
genauer untersucht. Deutlich liessen sich Gametangienstände zweier
86 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />
Wachstumsperioden untersclieideii: in den apikalen Sprossteilen junge,<br />
meist nocli ungeöffnete Gametangien enthaltende Gametangienstände<br />
und weiter unten durch einen etwa 2 cm langen sterilen Sprossabschnitt<br />
getrennt, solche der älteren Wachstumsperiode mit fast ausschliesslich<br />
schon entleerten Antheridien oder geöffneten braungefärbten<br />
Archegonien, von denen einige einen Sporophyten entwickelt<br />
hatten. Die eventuellen noch älteren Perioden waren bereits so zerstört,<br />
dass sie nicht untersucht werden konnten. Die Zahl der Gametangienstände<br />
schwankte erheblich, meist waren sie jedoch an den<br />
männlichen Sprossen reichhcher vorhanden als an den weiblichen,<br />
wie es nachstehende Zusammenstellung erweist:<br />
Gametangienstände<br />
der jüngsten der nächstälte-<br />
Periode sten Periode<br />
•Pflanze Nr. 1 12 22<br />
» » 2 6 7<br />
» 1) 3 7 7<br />
)> » 4 9 0<br />
» )> 5 6 4<br />
Mittel 8 8<br />
•Pflanze Nr. 1 1 3<br />
» » 2 4 0<br />
» 3 3 4<br />
» » 4 3 4<br />
» i> 5 0 1<br />
Mittel<br />
Die Sporogone kamen an den Sprossen gewöhnlich in der Einzahl,<br />
höchstens zu drei vor.<br />
Im Sommer 1939 gelang es mir an mehreren Stellen am Vesijärvi<br />
(Ta) lebendes Material mit Gametangienständen zu sammeln. Seine<br />
nähere Untersuchung bestätigte vollauf die Ergebnisse, zu denen ich<br />
bei der Untersuchung der vorhererwähnten Larssonschen Probe<br />
gekommen war. Calliergon Richardsonii erwies sich in meinem Material<br />
ausnahmslos als autözisch.<br />
Diese Beobachtungen geben mit einer so grossen Wahrscheinlichkeit,<br />
wie es ohne Kulturversuche überhaupt möglich ist, zur<br />
I land, dass Calliergon m e g a l o p h \j 11 u m eine wahr-
Anil. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 3. 7<br />
haft (1 i ö z i s c h e (haplodiözisclie, haplohcterözische) Art<br />
ist und sich dadurch vom a u t ö z i s c Ii e n (haplomonüzisclicn,<br />
haplosynözischen) C all i er g o n R i c h a r d s o n i i<br />
unterscheidet. Beide Typen sind also in dieser Beziehung<br />
erblich verschieden. Ziehen wir auch die übrigen morphologischen<br />
Unterschiede zwischen ihnen in Betracht, desgleichen ihre verschiedene<br />
Ökologie und auch geographische Verbreitung, liegt kein Anlass<br />
vor, ihnen gegenseitig das Artrecht zu entreissen.<br />
Noch ist zu erörtern das Verhältnis des Calliergon megalophylliim<br />
zum ebenfalls diözischen C. giganteum. Obwohl sich die beiden Arten<br />
hinsichtlich ihrer Geschlechtsverhältnisse gleichen, gibt es doch andere<br />
Unterschiede. Schon mit dem blossen Auge gewahrt man eine charakteristische<br />
Differenz in der Verzweigungsweise des Sprosses: Bei C. giganteum<br />
stehen nämlich die Äste gewöhnlich viel dichter und sind vom<br />
Abb. 1. Calliergon giganteum (links) und C. megalophylliim (rechts) aus einem<br />
halbsubmersen Mischbestand im Sublitoral des Sees Kolmanjärvi in Joroinen<br />
(Sb). - Nat. Gr.
8 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />
Hauptstamin deutlicher differenziert als bei C. megalophyllum, die<br />
Blätter sind an den Ästen oft viel kleiner als am Ilauptspross und<br />
bemerkenswert schmal. Der Blattnerv ist auch bei C. giganteiim im<br />
allgemeinen kräftiger und deutlich dick bis zur Blattspitze reichend.<br />
Bei C. giganteiim stehen die Blattspitzen in der Endknospe des Sprosses<br />
gewöhnlich ein wenig lockerer, wodurch die Sprossspitze nicht<br />
jenen glattrunden »pungens)>-Iiabitus wie oft bei C. megalophijlliim<br />
zeigt. Doch ist zu bemerken, dass auch C. giganteiim submerse grossblättrige<br />
Formen zu erzeugen vermag, bei denen, obwohl sie durch<br />
den Blattnerv und die grössere Breite der Blattflügelzellengruppe<br />
kenntlicli sind, die trennenden Merkmale gegenüber C. megalophijlliim<br />
undeutlich, wörtlich »verwaschen» sind.<br />
Trotzdem ich über die Verschiedenheit von Calliergon giganteiim<br />
und C. megalophijlliim überzeugt war, wollte ich jedoch noch einen<br />
endgültig sicheren Beweis über die Richtigkeit dieser Auffassung erhalten.<br />
Der vorgenannte kleine Versuch sprach allerdings schon dafür,<br />
wie aber bereits erwähnt, konnte er wegen seiner Kürze nicht als bindend<br />
betrachtet werden. Deshalb versuchte ich im Sommer 1939 eine<br />
Stelle 2U finden, wo die beiden Arten schon lange in Mischbeständen<br />
beieinander gewachsen waren. Eine solche Stelle fand sich schliesslich<br />
am Ufer des Sees Kolmanjärvi in Joroinen (Sb). Beide Arten wuchsen<br />
hier durcheinander zusammen mit Scorpidiiim scorpioides (dominierend),<br />
Drepanodadus Sendtneri und D. tiindrae ^ im Schachtelhalmbestand<br />
des seichten Uferwassers. Alle vorgenannten Unterscheidungsmerkmale:<br />
die Verzweigungsweise, der Blattbau etc. waren in<br />
voller Ausbildung festzustellen und die Arten daher überaus leicht<br />
voneinander unterscheidbar. In dieser Weise war also mit völlig bindender<br />
Sicherheit die Beobachtung MIKUTOWICZ' (1918, vgl. auch<br />
TUOMIKOSKI 1937, p. 40) über die Versciiiedenheit der Arten auch<br />
unter gleichen Standortsbedingungen wiederholt worden und festgestellt,<br />
dass Calliergon megalophyllum sich von<br />
C. g i g a n t e 11 m noch d e u 11 i' c h e r unterscheidet<br />
als von C. R i c h a r d s o n i i, und dass nichts uns dazu recht-<br />
^ Drepanodadus tundrae (Arnell apud Lindberg & Arnell) Loeske ist eine in<br />
Fennoskandien, Ostbaltikuni, Ostpreussen, Sibirien und Nordamerika heimische<br />
Art, die gegen die Auffassung der meisten heutigen Forsclier m.E. von<br />
D. exannulatus s.str. getrennt zu halten ist.
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 9<br />
fertigt, die beiden erstgenannten Arten zu einer geineinsamen Kollektivart<br />
zu vereinigen.<br />
Calliergon megalophijlliini kenne ich aus Ostfennoskandien von folgenden<br />
Fundorten:<br />
Al: Sund, Övre Viken (G. Gedercreutz 1939). - Ab: Maaria, Kärsämäki, cp<br />
im Wasser eines kleinen Weiliers (A. V. Auer 1937). Lohja, Ojamo, Seeufer<br />
(S. O. Lindberg 1877); Humppila, »Carex acu/a-Formation», im Wasser (C. E.<br />
Boldt 1891), »Carex ampullacea-Formniion» (ebenso); Hormajärvi, Jantoniemi,<br />
Lampilahti (ders. 1892). Karjalohja, Tallnäs-Pellonkylä, am See (ders. 1891).<br />
- N: Tuusula, Saksa (V. F. Brotherus 1871); Südspitze des Sees Tuusulanjärvi,<br />
im Verlandungsweissmoor des Seeufers (R. Tuomikoski 1936). Askola, Monninkylä,<br />
im Bach beim Felsen Haukkasten kallio (T. Tynni 1935). Porvoo, »Maren»<br />
(E. Iläyrén 1921). - Ka: Hamina, Kirkkojärvi, unter den dominierenden Arten<br />
eines Verlandungsmoores mit Phragmites (R. Tuomikoski 1936); Mullinkoski, am<br />
Strom (ebenso). - Ik: Valkjärvi, im See Valkjärvi in O.s m tiefem Wasser<br />
(II. Lindberg 1895). - St: Ylöjärvi, Pengonpohja, auf dem Ufersand (angeschwemmt?)<br />
(A.A.Sola 1905). Tyrvää, Vangimusjärvi, »in aqua circa 4-pollicari»<br />
(Ilj. Hjelt 1882). Kiikoinen? (Th. Simming 1859). Oripää, Myliylähde,<br />
im Verlandungsweissmoor eines Quellenweihers (R. Tuomikoski 1935).- Ta:<br />
Vesilahti, Kaltsilanjärvi, am schlammigen Ufer des Sees (N. Söyrinki 1932).<br />
Vanaja, in einer Wassergrube beim Gute Kattis (O. Collin 1880). Koski<br />
(? 1862). Lempäälä, im Kanal (»ruotsin» kanava; B. Malmio 1907). Hollola,<br />
Vesijärvi, mehrerorts im seichten Uferwasser geschützter Buchten (T. Levanto<br />
1936 - 39, R. Tuomikoski 1938,1939). Asikkala, Päijänne, Äeslaiiti (R. Tuomikoski<br />
1939). Sysmä, xMajuvesi, Ihananiemi, im seichten Wasser (L. Maristo<br />
1938). - Sa: Landgem. Mikkeli, Saimaa, Kivisilta, an der Wasserlinie; Porrassalmi,<br />
Pellosniemi; Pitkäjärvi; Syysjärvi (R. Tuomikoski 1937). - A7: Hiitola,<br />
Vavoja (J.Linden 1888). Suistamo, Jänisjärvi (V.F.Brotherus 1876).<br />
- Koi: Mandroga (Fr. Elfving 1875). - Tb: Uurainen, Uuraisjärvi, im 2 m<br />
Tiefe cp (L. Maristo 1937). Äänekoski, Keitele (P. V. Sirkka). Laukaa<br />
(V. I'^. Brotherus 1869). - Sb: Joroinen, Jokijärvi, Schachtelhalmbestand am<br />
Ufer; Kolmanjärvi, ebenso (R. Tuomikoski 1939). Kirchsp. Kuopio, Puutossalmi,<br />
Kuhastenlampi, im dichten Röhricht auf dem Schlickboden des<br />
Weihers in 50 cm Tiefe (A. Vaarama 1932); Riistavesi, Huttulansaari, Saarenlahti,<br />
am Seegrund (K. Linkola 1909). Iisalmi (M. Brenner 1864, J. Sahlberg<br />
1878). - Kb: Suojärvi, Hyrsylänjärvi, im Röhrichtbestand des Seeufers;<br />
Hyrsylä, in einer Moorgrube; Kaivoinen (R. Tuomikoski 1939). Tuupovaara,<br />
Kinnasjärvi; Sonkajanrannanjärvi (ders. 1940). - Om: Lappajärvi, Harju, in<br />
einem Torfausstich; Ähtävänjoki, Perälänlampi (A. L. Backman 1903). -<br />
Ob: Alatornio, Martimojärvi, im Seggenbestand des Ufers dicht an der Wasser- •<br />
linie (A. V. Auer 1937), Ylitornio, Vähä Lohijärvi, in O.s - 1 m Tiefe (L. Maristo<br />
1938). Rovaniemi, Jaatila, Suolijärvi, am Seegrund nahe beim Ufer<br />
(A. V. Auer 1935). - Ks: Posio, Posionjärvi, in 0.5-2 m Tiefe (L. Maristo 1937).<br />
Kuusamo, Saapunkijärvi, in 3.5 m Tiefe; Paanajärvi, am W-Ende des Sees<br />
(ebenso). - Lk: Muonio, Äkäsjärvi, in 1.3-2 m Tiefe (L. Maristo 1937).
10 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />
Ausserdem erwähnen melirere unserer Seenforscher »Calliergon<br />
(jiganteiinn aus verschiedenen Seen in Süd- und Mittelfinnland, so<br />
HULKKONEN (1927, p. ÖO) aus der verlandenden Bucht Tuhkalampi<br />
bei der Stadt Sortavala (Kl), INGMAN (1930, p. 170) aus dem See Savijärvi<br />
in Nummi (Ab), LEVANTO (1936, p. 171) aus dem See Vesijärvi<br />
(Ta), MARISTO (1935, p. 24) aus der Bucht Aitolahti im See Näsijärvi<br />
(Ta), METSO (1936, p. 7 nebst Tab.) aus mehreren Kleingewässern<br />
in Konnevesi (Tb), PANTSAR (1933, p. 110) und POHJALA (1933, p. 85)<br />
aus dem Äyräpäänjärvi (Ik), REINIKAINEN (1935) aus der Gegend von<br />
Kuopio (Sb) und schliesslich VAHERI (1932, p. 16) aus dem See Jyväsjärvi<br />
(Tb). Mehrere von diesen beschreiben Calliergon-Bestände. von<br />
nicht geringer Ausdehnung. Es ist zu glauben, dass es sich hierbei in<br />
den meisten Fällen eben um C. inegalophyllum handelt, obzwar mir,<br />
abgesehen von ein paar Ausnalimen, keine Proben vorgelegen liaben.<br />
Culliergon megalophijlhim ist eine typische Wasserpflanze, und<br />
zwar in nocli lioherem Grade als unsere anderen Calliergon-Arten.<br />
MIKUTOWICZ (1918) beschreibt ihre Standorte folgendermassen: »Sie<br />
wächst nur in versumpften Mündungen kleiner Bäche in Seen . . .<br />
oder in ganz versumpften resp. vermoorten Bächen auf ausgedehnten<br />
Grünmooren ... an Stellen also, die mit dem Boot garnicht und zu<br />
Fuss nur mit Gefahr des Versinkens und bis an die Hüften durch<br />
Schlamm und limnetische Vegetation watend zu erreichen sind. Es<br />
sind Standortsverhältnisse, wie sie Elodea, Ilydrocliaris und Glijceria<br />
bevorzugen.» OZOLINA (1931, p. 13) schildert das Auftreten der Art<br />
im Usma-See: »Bildet im Wasser sclnvimmende Rasen . . . zwischen<br />
den gleichfalls schwimmenden Phragmiies communis- und Tijpha<br />
(ingiisiifolia -Beständen . . . und zwisciien Eqiüseiiim hcicocharis»;<br />
ferner begegnet man nach ihr (p. 35) der Art an »Verlandungsstellen,<br />
im Magnocaricetum, an schlammigen Buchten; sumpfige Wiesen ...»<br />
und (p. 46) ». . , . in Lücken zwischen den Carex siricta-Höschen.»<br />
Nach VAARAMA (1938, p. 198) bildet die Art im Kallavesi »entweder<br />
reine, kräftig entwickelte Bestände ... oder auch tritt sie als Beimischung<br />
in anderen Wassermoosbeständen auf . . . Die Vorkommnisse<br />
liegen durchgehends im oberen Sublitoral im Tiefenbereich von<br />
10 - 100 cm geschützt von mehr oder minder dichten Luftblattkrautgesellschaften<br />
.. . Reine Artbestände können selbst 100 %ige Deckung<br />
erreichen.» LEVANTO (1940, p. 8) führt von dem See Vesijärvi an:<br />
». ... befindet sich auf der Innenseite des Phragmiies-Cjürlch auf einer
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 11<br />
Tiefe von ungefähr 10 - 100 cm ein Gürtel, in welchem der Schilf<br />
oder der Schachtelhalm fehlt; der Boden wird vollständig von Elodea<br />
canadensis oder Calliergon megaloplujllum bedeckt.»<br />
Ähnlich sind auch die Beschreibungen der »Calliergon giganleunn-<br />
Bestände unserer Seen l)ei manchen anderen unserer Seenforscher.<br />
METSO (I.e.) gibt die Art von der Wasseroberfläche bis zur Tiefe<br />
von 2 - 3 m am Seegrund wachsend an, INGMAN (I.e.) von 25-35<br />
cm l)is über 100 cm. In dem von PANTSAR und POHJALA untersuchten<br />
See Äyräpäänjärvi trat die Art in einer Tiefe von 10-50 cm auf,<br />
bildete aber die dichtesten reinen Bestände im Tiefenbereich von<br />
25-35 cm. MARLSTO erhielt die Art mit der Dredsche aus mehr als<br />
2 m Tiefe. METSO gibt als pH-Wert des Wassers an den Standorten<br />
der Art (»C. gigantewn») zu etwa 6.5 an, AriNis und LÄcis zu 7.2 - 7.8,<br />
und REINIKAINEN (1935, Tabelle) hat »C. giganteiinn in Gewässern<br />
angetroffen, deren pH G.s - 7.3 betrug. HULKKONEN (I.e.) macht<br />
interessante Angaben über die Konkurrenzfähigkeit des »Amblijstegiiim<br />
giganteum» gegenüber den Phanerogamen, leider ist aber nicht<br />
zu schliessen, um welche Art es sich handelt.<br />
Meine eigenen Beobachtungen bringen in das obige nichts wesentlich<br />
neues. Wir können sagen, dass man der Art in dichteren Beständen<br />
am sichersten in mehr oder minder eutrophen, weichgründigen<br />
und seichten Ufergewässern begegnet. Obwohl ihre Massenvorkommnisse<br />
meistens anscheinend für einebeträchtliche Eutrophie des Standorts<br />
zeugen (vgl. REINIKAINEN op.C., p. 21), hat mau sich zu erinnern,<br />
dass die Art wohl auch in saureren Gewässern zu finden ist (in der<br />
Tabelle bei METSO tritt »C. giganteum» noch in der Gruppe der »sauersten<br />
braunen Gewässer» auf, ob aber wirklich C. megaloplujllum'?). Ihre<br />
charakteristischen Begleitarten unter den Moosen sind mich meinen<br />
Beobachtungen Drepanocladus Sendtncri und Scorpidium scorpioides,<br />
doch auch Drepanocladus iundrae nebst anderen Formen der Kollektivart<br />
D. exannulatus, Fontinalis lujpnoides, Drepanocladus aduncus,<br />
seltener Acrocladium cuspidatum, Calliergon giganteum, Ricciocarpus<br />
natans, Drepanocladus capillifolius u.a.<br />
Calliergon megaloplujllum wird sich in unseren Seen und warum<br />
nicht auch in ruhigen I'Iussgewässern, Moorgruben, Weihern u.dgl.m.<br />
sicher als gar häufig erweisen. Die Art scheint stehende, siciierlich<br />
sauerstoffarme und durch Zersetzungsprodukte verunreinigte Gewässer<br />
besser zu ertragen als C. giganteum. An einigen Moorgruben habe
12 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />
ich C. giganteiim bis an den Wasserrand, nicht aber in das Wasser<br />
selbst gehen sehen, wo wiederum C. megalophyllum submers auftrat.<br />
Auch sonst glaube ich, dass C. giganteiim verhältnismässig selten in<br />
grossen untergetauchten Beständen zu finden ist und dann für fliessendes,<br />
oft Quellenwasser zeugt.<br />
Calliergon megalophijllum ist vorläufig nicht in reichlicherer Menge<br />
in Nordfinnland angetroffen worden. Zum Teil kommt dies von der<br />
Unzulänglichkeit des Materials aus jenen Gegenden, hat ja LOHAM-<br />
MAR die Art als einen häufigen Bewohner der Seen in Norrbotten<br />
gefunden und ist sie ja in Europa wahrscheinlich eine nordische Art.<br />
In Anbetracht der im allgemeinen weitumfassenden Verbreitung der<br />
Wasserpflanzen ist zu erwarten, dass die Art noch an vielen Orten<br />
auch in Nordfinnland zu finden sein wird, ist sie ja in Sibirien selbst<br />
so weit nördlich wie im Tundragebiet von Nikandrowskij ostrov<br />
(70° 20' n.Br.) angetroffen worden.<br />
Wie alt die Art als Bürger unserer Moosflora ist, lässt sich natürlich<br />
nur mit Schwierigkeit schliessen; aus den Torfschichten, die uns in<br />
dieser Hinsicht Aufschluss geben könnten, sind bei uns noch sehr<br />
wenig Moose bestimmt worden. In einigen von der Ancylusj)eriode<br />
stammenden Schichtproben, die ich von Dozent Dr. A. L. BACKMAN<br />
zur Ansicht erhielt, ist mir die Feststellung der Art gelungen. Die<br />
gleichen Proben enthielten auch Reste jener bekannten und interessanten<br />
anspruchsvollen Wasser- und Sumpfpflanzen, die ehemals<br />
weiter als heute gegen den Norden verbreitet waren. Diese Torfproben,<br />
in denen C. megalophyllum auftrat, sind grösstenteils aus Mittel-<br />
Pohjanmaa, und zwar stammen sie von folgenden Orten:<br />
Oin: Kärsämäki, Staatsforst Onkilampi (in der Probe u.a. Carex pseudocyperus,<br />
Ceratophyllum demersum, Myriophyllum spicaturn). Haapajärvi, Sikoneva<br />
[Ceratophyllum, Myriophyllum); Po])']o\a. [Carex pseudocyperus, Lycopus)\<br />
Nuottijärvi [Carex pseudocyperus, Lycopus, Rumex hydrolapathum). Pyhäjärvi,<br />
Staatsforst Selkäinjärvi, Hoikkaneva [Carex pseudocyperus nebst anderen);<br />
Staatsforst Kärsätnäjärvi, nahe beim Teich Viitalampi [Lycopus, Carex<br />
pseudocyperus?). Toholampi, Takkulampi,' nicht weit von der Grenze zum<br />
Kirchsp. Kannus [Lycopus). - Tb-. Kinnula, Moor Haavikkoniemen suo (vgl.<br />
BACKMAN 1934, p. 30).<br />
Wir können annehmen, dass in den derzeitigen Seen und sicher<br />
wohl auch in den zahlreichen Buchten des Ancylussees selbst unsere<br />
Art mindestens ebenso häufig und reichlich als heute auftrat. Es<br />
dürfte auch kaum zu gewagt sein, jenem grossen Binnensee eine
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 13<br />
anselmliche Bedeutung für die Ausbreitung der Art über ihr jetziges<br />
Gebiet zuzuschreiben.<br />
Über die Gesamtverbreitung von Calliergon megalophijlliim sind<br />
die Angaben vorläufig noch sehr mangelhaft. Man kennt die Art aus<br />
drei Seen (Bal)it, Lobe und Usma) und von ein paar Moorgebieten<br />
in Lettland. In Fennoskandien nimmt die Art nach JENSEN (1939,<br />
p. 150) im Osten und im Binnenlande Schwedens gegen Norden zu<br />
und soll in Norwegen an einigen Orten in Buskerud, Opland und<br />
in Tromsö angetroffen worden sein. Audi ist die Art nach hier<br />
vorliegenden Proben in Nordrussland und in Sibirien gesammelt<br />
worden. Ob die von WARNSTORF (1914, p. 251) erwähnte C. gigariteiim<br />
var. laxifoliiim aus dem Moskauer Gouvernement möglicherweise<br />
in den Kreis dieser Art gehört, ist in Ermanglung der Proben<br />
unentschieden geblieben.<br />
Es könnte vielleicht begründet sein, (mit Ausnahme der von<br />
MIKUTOWICZ in der »Bryotheca Baltica» n:ri Ml, 141 a und 141 b<br />
veröffentlichten) die wenigen ausserfinnischen Fundorte aufzuzählen,<br />
von denen mir Proben vorgelegen haben:<br />
Norwegen: Buskerud, Hönefoss.in Sümpfen, N. Bryhn 1901 (E. BAUER,<br />
Musci Europaei exsiccati, n:o 637, als C. Richardsonii var. jluitans Bryhn f. turgescens<br />
Brylin, und n:o 638, als Ilypnurn Richardsonii var. pungens var. nova).<br />
Sonstige Angaben ül)er das Auftreten der Art in Norwegen sind unkontrolliert.<br />
Seh w eden: Dalsland. Ånirnskog, heim Hafen von Vinga, G. Ilellsing<br />
1915 (als Amhhjstegium Richardsonii). Skållerud, Svankila, Moor am Svanfjorden,<br />
P. A. Larsson 1919. - Östergötland. Linköping, E. Adlerz 1881 (als Aniblysiegiurn<br />
giganteum). - Närke. Örebro, in einem Sumpf, T.Svedberg 1902<br />
(als Ilypnurn giganteum). - Uppland. Stockholm, bei Uggelviken, im Sumpf,<br />
S. O. Lindberg 1863 (als Ilypnurn giganteum grandijolium). - Värmland. Tveta,<br />
Mossvik, im See, 11. A. Fröding 1925. Sunne, Arneby, am See Fryken, II. A.<br />
Fröding 1910.<br />
U S S R: Moskau, Altwasser der Moskwa in Ssrebrainii Bor bei Ghoronhowo,<br />
E. Zickendraht 1890 (als Hypnum Breidleri, lockere Form). - Rossia bor. or.,<br />
Zameschnaja, im See, A. Osw. Kihlman 1891 (als Calliergon giganteum). - Tobolsk,<br />
am Flusse Kasym, R. Polde 1913. - Jeniseisk, Dudinka, in Tümpeln;<br />
Nikandrovskij cstrov, in Pfützen, II.W. Arnell 1876 (ah Arnblystegiurn Richardsonii<br />
var. robustum). - Jakutsk, Bassin dos Tjugjunja-FIusses, Eren-Kjol, R. L<br />
Abolin 1912. - Transbaikalien, Kreis Nertschinskii Savod, Wassersclieide zw.<br />
Schilka und Tschern. Urjum, an der IMündung des Schuljginaja-Flusses, N. V.<br />
Blagoveschtschenski & II. I. Poplovskaja 1909.<br />
Diese allerdings mangelhaften Verbreitungsangaben geben Anlass<br />
zur Annahme, dass die Art in ihrer Verbreitung faktisch nordisch-
14 R. Tuomikoski, Calliergon incgalophyHuin und Drepanocladus . . .<br />
kontinental ist und in Mitteleuropa feiilt, wo sie doch kaum hätte<br />
übersehen werden können. Es ist zu erwarten, dass sie noch z.B. in den<br />
ostpreussischen Seen angetroffen wird. Über das eventuelle Vorkommen<br />
der Art in Nordamerika wissen wir vorläufig nichts.<br />
Drepanocladus capillifoliiis (Warnst.) Warnst.<br />
Die Gattung Drepanocladus gehört allbekannt zu den kritischten<br />
Laubmoosgattungen, deren europäische Arten trotz zahlreicher Spezialstudien<br />
(LOESKE 1907; MÖNKEMEYER 1906, 1909, 1914 und 1927;<br />
RENATJLD 1880, 1881, 1891, 1906, 1907 und 1909; ROTH 1909 a u.a.;<br />
SANIO 1880, 1881, 1883, 1885, 1887 und 1890; WARNSTORP 1903<br />
und 1906) auch heute noch nicht als endgültig geklärt angesehen werden<br />
können. Eine jener Arten, ül)er deren Wert die Ansichten stark<br />
auseinander gegangen sind, ist die von WARXSTORF i.J. 1877 unter<br />
dem Namen Hijpnum capillifoliiim beschriebene Art Drepanocladus<br />
capillifoUus (Warnst.) Warnst.<br />
Während WARNSTORF selbst und RENAULD sich der selbständigen<br />
Stellung dieser Art wohl ])ewusst waren, haben sich insbesondere<br />
MÖNKEMEYER und mit ihm LOESKE der Ansicht zugeneigt, dass Drepanocladus<br />
capillifoUus keine selbständige Art sei, sondern dass es<br />
sich um eine heterogene Gruppe ähnlicher Formen (Modifikationen?)<br />
anderer Arten, zunächst wohl D. aduncus (Iledw.) Mönkem. und<br />
D. Sendineri (Schimp.) Warnst, handle. SANIO verleiht der Art eine<br />
verhältnismässig selbständige Stellung, auch wenn er sie wohl dem<br />
D. aduncus (Hypnum aduncum Schirnperi) zuzählt; zu bemerken ist<br />
nämlich, dass seine »Arten» sehr kollektiv gefasst sind, u.a. hat<br />
D. Sendineri die gleiche Stellung (Hypnum aduncum legiiimum) erhalten<br />
wie D. capillifoUus. ROTH führt D. capillifoUus zwar wohl als<br />
eigene Art an, beschreibt sogar mehrere Varietäten derselben, bei ihm<br />
sind aber auch viele offenbar ganz zufällige Formen gleichbedeutend<br />
mit Arten, weshalb seinen Ansichten keine grosse Bedeutung beigemessen<br />
werden kann. LIMPRICHT (1898, p. 403) führt D. capillifoUus,<br />
obwohl unter Zweifel, ebenfalls als Art an. Die meisten Verfasser<br />
neuerer Florenwerke scheinen der Auktorität MÖNKEMEYERS ZU folgen<br />
und verteilen die fraglichen Formen auf sowohl D. aduncus und<br />
D. Sendineri, und zwar als D. aduncus f. capillifolia und D. Sendineri<br />
f. aristinervis (z.B. JENSEN 1923 und 1939; BROTHERUS 1923; GROUT
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 15<br />
1931). Eine Ausnahme macht DIETZOW (1938), der stark die Selbständigkeit<br />
der Art hervorgehoben hat, indem er seine Ansicht auf<br />
mehrjährige Beobachtungen in der Natur gründet.<br />
Das Studium der Drepanocladus-kTi&n ist bekanntlicii erschwert<br />
worden und wird auch lieute noch erschwert durch die grosse Modifizierbarkeit<br />
dieser Moose, und namentlich noch gerade in denjenigen<br />
Beziehungen, die als trennende Merkmale zwischen den einzelnen<br />
Arten Gebrauch gefunden haben. Mehrere submerse Formen sind<br />
auf Grund ihres abweichenden Aussehens als eigene Arten beschrieben<br />
worden, während wirkliche, aber geringfügiger wirkende genotypische<br />
Unterschiede keine genügende Wertschätzung gefunden<br />
haben. Unter Berücksichtigung der grossen Veränderlichkeit dieser<br />
Moose ist es auch durchaus verständlich, wenn man sich gegenüber<br />
vielen Drepanocladiis-Arten, und nicht minder gerade den von WARNS-<br />
TORF unterscliiedenen - und oft auch offenbar mit vollem Grunde -<br />
kritisch gestellt und sie als »Varietäten» und »Formen» von altersher<br />
bekannter Arten erklärt hat. So ist es, wie erwähnt, auch mit D. capillifoliiis<br />
gewesen, die heute in der Gefahr ist, völlig in Vergessenheit zu<br />
geraten. MÖNKEMEYER, der insbesondere gegen den Artwert von<br />
D. capillifoliiis aufgetreten ist, führt als Belege seiner eigenen Auffassung<br />
u.a. solche »Zwischenformen» an, bei denen die Blätter zum Teil<br />
typische cnpiUifoliiis-BVAtter, zum Teil wiederum typische adimciis-<br />
(bzw. Sendtneri-) Blätter sind (1906, p. 13). Ein solcher Beweis, den er<br />
allerdings nicht eingehender darbringt, wirkt im Buche gelesen tatsächlich<br />
recht überzeugend, und es ist denn auch nicht zu verwundern,<br />
wenn man sich in der letzten Zeit meist der Auffassung MÖNKE-<br />
MEYERS angeschlossen hat.<br />
Tritt man aber näher an die Sache heran, so erweist sich D. capillifoliiis<br />
als eine durchaus selbständige Art. Dass es sich bei ihm wenigstens<br />
nicht um eine durch äussere Faktoren hervorgerufene Modifikation<br />
von D. adiinciis oder 73. Sendtneri handeln kann, geht daraus hervor,<br />
dass man sie zusammen mit den beiden genannten Arten völlig<br />
durcheinander in veritablen Mischrasen antreffen kann, wo man an<br />
jedem einzelnen Spross sofort erkennen kann, zu welcher Art er gehört.<br />
Ich habe Gelegenheit gehabt, an vielen Orten (Ta\ Hollola, Vesijärvi,<br />
Petäjälahti und Vehkosaari; Kb\ Suojärvi, Hyrsylä und Kaivoinen;<br />
Sh: Joroinen, Jokijärvi) verschiedene solche Mischbestände sowohl in<br />
der freien Natur als im Mikroskop zu untersuchen. Es waren zum Teil<br />
2
16 R. Tuomikoski, Calliergon incgalophyHuin und Drepanocladus . . .<br />
Abb. 2. Drepanocladus Sendtneri (links) und ü. capillifolius<br />
(rechts) aus einem submersen Moosbestand (Fontinalis hypnoides,<br />
Calliergon rnegalophyllum, Scorpidium scorpioides) im Sublitoral<br />
der Bucht Petäjälähti im See Vesijärvi (Ta). Equisetetum,.<br />
Bodentiefe etwa 70 cm. Man beaclite bei D. capillifolius die<br />
schmäler und länger zugespitzten' Blätter, deren kräftiger<br />
Mittelnerv an den alten halbzerstörten Blättern des Stammgrundes<br />
sichtbar bleibt. - Va-<br />
Mischbestände von D. adiincus und D. capillifolius, zum Teil solche<br />
von D. Sendineri und D. capillifolius, ja auch solche Bestände traf<br />
ich an. in denen alle drei Arten beisammen wuchsen (Vesijärvi, Petäjälähti).<br />
Die Mischbestände waren zum Teil submers, zum Teil auch
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 17<br />
emers. Icli habe ausdrücklich nach den von MÖNKEMEYEB erwähnten<br />
Zwischenformen gesucht, doch ohne Resultat; jedes einzelne Individuum<br />
liess sicli stets schon mit dem blossen Auge alseine der drei<br />
Arten erkennen.<br />
Ähnliche Erfahrungen haben auch andere gehabt. DIETZOW (1938,<br />
p. 69) hebt ausdrücklich hervor, dass er oft D. capillijoliiis an gemeinsamen<br />
Standorten mit anderen Arten untersucht hat; stets ist die Art<br />
in jenen Fällen kenntlich gewesen. Mag. phil. L. MARISTO, der viel<br />
unsere Seen studiert hat, hat mir submerse D. ca pill i f alius-Proben<br />
und von den gleichen Stellen des Sees auch solche von D. adiinciis<br />
oder/). Sendlneri zur Ansicht gebracht. Desgleichen hat Dr. II. PERS-<br />
SON in dem umfangreichen Material LOHAMMARS aus schwedischen<br />
Seen die Art von mehreren Punkten zusammen mit D. adiincus und<br />
D. Sendlneri festgestellt. ARNELL SC JENSEN (1915, p. 30) erwähnen<br />
D. Sendlneri und dessen Varietät cfjpi/Zi/o/nj.s von gemeinsamen Standorten.<br />
In der Tat dürften sowohl MÖNKEMEYER als LOESKE, die sich<br />
ja dem Artwert von D. capillifalius entgegengesetzt haben, solche<br />
Mischproben zur Maud bekommen haben, ersterer iuit sogar einen<br />
derartigen Fall abgebildet (1927, p. 761, Fig. 174 a), merkwürdigerweise<br />
aber meinen sie darin nur eine Stütze für ihre eigene Auffassung<br />
gesehen zu haben. Wie das möglich ist, ist schwer zu verstehen,<br />
sofern es sich nun nicht vielleicht um was anderes als um wirkliche<br />
C(tpillilalius-Formcn, z.B. um Formen von D. aduncus oder auch<br />
1). Sendleri (f. subcapillifolia, vgl. ARNELL & JENSEN op.c., p. 28)<br />
mit lang ausgezogener Blattspitze gehandelt hat. Andererseits ist<br />
wohl zu bemerken, dass in Mischbeständen die gemeinsamen äusseren<br />
Lebensverhältnisse den verschiedenen Drepanocladiis-Arlcn ein<br />
recht gleichartiges Gepräge verleihen und sie gleiciisam einander<br />
kopieren lassen.<br />
Ausser in der Natur habe ich auch in den Sammlungen vergebens<br />
nach Zwischenformen zwischen D. capillifolius und den beiden anderen<br />
Arten gesucht. Im (iegenteil hat diese Suche wieder weitere Belege<br />
in der Form von Mischproben (z.B. eine intime Mischung von D. aduncus<br />
und D. capillifolius aus Kurkijoki, Ovaska, leg. E, Juslin 1874)<br />
hervorgebracht.<br />
Die unter der Lupe und im Mikroskop von Spross zu Spross vorgenommene<br />
Untersuchung jener Mischproben überzeugt besser als<br />
irgend anders von der Selbständigkeit der Arl. Indem die Arten wahr-
18 R. Tuomikoski, Calliergon incgalophyHuin und Drepanocladus . . .<br />
scheinlich mehrere Jahre hindurch unter den gleichen oder gleichartig<br />
wechselnden Bedingungen gewachsen sind, kann man nicht behaupten,<br />
dass die übergangslose Verschiedenheit derselben durch äussere<br />
Faktoren hervorgerufen sei. Einen besseren Versuch als diesen von<br />
der Natur selbst angeordneten, kann man sich wohl kaum noch wünschen^.<br />
Ks ist klar, dass man bei der Untersuchung der Mischproben<br />
auch die Fehicrmöglichkeiten in Betracht zu ziehen hat, die sich durch<br />
das verschiedene Alter, den eventuellen Entwicklungsgrad und die<br />
Lage des Sprosses im Rasen ebenso wie durch einen eventuellen<br />
Geschleciitsdimorphismus ergeben.<br />
Auch wenn wir also mit Stütze des oben gesagten Drepanocladiis<br />
capillifolius als sowohl von D. adimciis als von D. Sendtneri genotypisch<br />
verschieden i)etrachten, lässt sich vielleicht die Frage vorwerfen,<br />
ob sie nicht der einen oder der anderen dieser beiden Arten so<br />
nahe verwandt ist, dass sie als eine gute Varietät oder auch Unterart<br />
derselben anzusprechen sein könnte.<br />
Meines Erachtens ist jedoch D. capillifolius als eine selbständige<br />
Art zu betrachten. Man gewinnt im allgemeinen nichts damit, dass<br />
man Typen, die von einander genotypisch deutlich differieren und<br />
auch sonst in allen Beziehungen, u.a. in ihrer Verbreitung und ökolologie,<br />
wie jede andere echte Art auftreten, zu heterogenen Kollektivarten<br />
vereint. Noch weniger liegt dazu Anlass vor, wenn es sich um<br />
einen Fall wie D. capillifolius handelt, welche Art stets kenntlich ist<br />
und auch nicht desto näher mit D. aduncus oder D. Sendlncri verwandt<br />
zu sein scheint. Zwar erinnert sie in gewissen phänotypischen<br />
Beziehungen, wie z.B. durch die Ganzrandigkeit der Blätter wohl an<br />
diese Arten und besonders an D. aduncus, eine derartige Ähnlichkeit<br />
braucht aber nicht notwendig den Beweis einer nahen phylogenetischen<br />
Verwandtschaft darzustellen, wie sie allein eine Unterordnung der<br />
Art oder die Vereinigung zu einer Kollektivart rechtfertigen würde.<br />
Ausserdem ist auf dem Gebiete der Moosforschung die »Varietät»<br />
leider auch heute noch alles andere als ein klarer, wohldefinierbarer<br />
Begriff; l)ezeichnet man deshalb irgendeine Sippe als Varietät,<br />
bedeutet das, dass sie praktisch fast alles von einer Modifikation bis<br />
zur Art vertreten kann, ihr Wert wird unklar und die Arbeit, die<br />
^ Auch SAVICZ (1936, p. 540) hat sich der Miscliproben als Zeugnis der Verschiedenheit<br />
zweier Drepanocladus-Artm (D. latifolius und D. Sendtneri)<br />
bedient.
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 19<br />
man in das Studium ihrer Selbständigkeit niedergelegt liat, kommt<br />
nicht zur Geltung. Was den Unterart-Begriff betrifft, ist dieser<br />
unter den Bryologen bisher noch verhältnismässig wenig zur Anwendung<br />
gekommen, und es ist unklar, welcher Inhalt diesem Begriff<br />
eben bei Rede von den Moosen zu geben ist (olme weiteres lassen<br />
sich gleichnamige Kategorien bei den Moosen und z.B. bei den Phanerogamen<br />
nicht gleichstellen), falls er nun im bryologischen Gebrauch<br />
überhaupt notwendig erscheint.<br />
Drepanocladiis capillifoliiis ist auch für eine Drepanocladm-\ri<br />
erstaunlich variabel, wie auch schon daraus hervorgeht, dass es<br />
gelegentlich (MÖWCEMEYER) auf zwei voneinander doch recht stark<br />
abweichende Arten verteilt worden ist. Diejenigen, die die Art als<br />
eine selbständige Form betrachtet haben, haben von ihr verschiedene<br />
Typen abgetrennt, die auch ihre eigenen Benennungen erhalten<br />
haben. So finden wir bei SANIO (1885, p. GO, als Ihjpmim adimciim<br />
Scliimperi) die Formen a) capillifoliiim Warnst, mit den Subformen<br />
Warnstorfii San. und (1887 a, p. 39) silesicicum San., b) Lindhcnjii<br />
San. und c) pseiidointermediiim San. WARNSTOKF (1906,<br />
p. 1007-1008) unterscheidet: var. jalcatus Warnst., war. sqiiarrosiis<br />
Warnst., var. laxifoliiis Warnst., var. aiigustifoliiis Warnst, und var.<br />
gracilescens Warnst. Bei ROTH (1909 b, p. 212-213) begegnen wir<br />
ferner var. cavifoliiis Roth und var. dichelijrnoides Woth, weiter {V3l\,<br />
p. 30C - 308) var. Inlifoliiis Roth und var. robustiis Roth sowüe noch<br />
(1914, p. 153) var. pseudo-Sendtneri Woth. DIETZOW (1938, p. G9) führt<br />
drei Formen an: var. Warnstorfii Dietz., var. adiinciformis Dietz. und<br />
var. aristatiis (Kindb.). An Namen zur Schilderung der Variabilität<br />
der Art dürfte es mithin nicht feiilen, und es wäre zu wünschen, dass<br />
solche ohne eine gründliche Untersuchung nicht mehr hinzukämen.<br />
Ich habe mich nicht an ein genaues Studium dieser Namen und der<br />
sich hinter denselben verbergenden Phänotypen machen können. Es<br />
ist möglich, dass sich darunter auch solches befindet, das gar nicht in<br />
den Kreis der Art gehört, und ganz unmöglich ist natürlich auch<br />
nicht, dass sich künftig von der Art selbst kleinere genotypisch<br />
verschiededene Sippen unterscheiden lassen, am wahrscheinlichsten<br />
ist aber doch, dass die meisten jener Namen lediglich Ausdrücke<br />
von durch äussere Faktoren hervorgerufenen Modifikationen darstellen,<br />
die nach heute allgemein geltender Auffassung eines mit<br />
Autorenzitat versehenen Namens überhaupt kaum bedürfen.
20 R. 2\wniikoski, Calliergon megalophylluni und Drepanocladus . . .<br />
Bezeichnend für die Variabilität der Art ist, dass MÖNKEMEYER<br />
(1906, p. 14-15; 1914, p. 135; 1927, p. 760) hervorhebt, dass jedes<br />
D. adunciis in einer f. capÜlifoUa auftreten kann, und das gleiche<br />
betrifft nach ihm auch die verschiedenen D. Seiidliieri-Formen. Nach<br />
meiner Auffassung ist dies so zu äussern, dass D. capillifoliiis eine so<br />
varial)le Art darstellt, dass in ihrem Kreise fast sämtliciie den verschiedenen<br />
Phänotypen von D. adiincns und D. Sendtneri entsprechende<br />
Typen (wahrscheinlich Modifikationen) anzutreffen sind.<br />
Dies ist ja leichter verständlich und passt auch besser in die Lehre<br />
MÖNKEMEYERS und LOESKES über die »Parallelformen» als MÖNKE-<br />
MEYERS eigene verkehrte und ohne Zweifel etwas unlogische Äusserung.<br />
t<br />
Trotz seiner grossen Veränderlichkeit ist D. capillifoliiis stets<br />
am Blattnerv zu erkennen. In den übrigen Beziehungen sind die<br />
Unterschiede diagnostisch nicht so wertvoll, sondern sind lediglich<br />
»quantitativ», also hauptsächlich nur variationsstatistisch nachw^eisbar<br />
und überdies aufs höchste von äusseren Faktoren abhängig.<br />
Der Blattnerv ist bei dieser Art bekanntlich recht kräftig und reicht<br />
bis in die Blattspitze hinein, gewöhnlich auch mehr oder minder<br />
aus derselben heraustretend. Die Blattform ebenso wie die Länge<br />
der Hippe variieren i)eträchtlich. Im allgemeinen kann man sagen,<br />
dass an emers aufgewachsenen S])rossen die Blätter kürzer, deutlicher<br />
sichelförmig gekrümmt und ihre Zellen kurz (oft am Blattgrund sich<br />
der isodiametrischen Form nähernd, was der Art einen charakteristischen<br />
mikroskoi)ischen Habitus verleiht) sind, und dass der Mittelnerv,<br />
obwohl sehr kräftig, kaum viel aus der Blattspitze heraustritt.<br />
Bei manchen juvenilen verkümmerten Blättern reicht der Blattnerv<br />
nicht einmal ganz bis zur Blattspitze heran (so insbesondere an jenen<br />
kleinen, unvollständig entwickelten Blättern, denen man am Sprossgrund<br />
begegnet; sicherlich haben wir in diesen Fällen gerade jene<br />
»typischen rtf/imcn.s--Blätter» MÖNKEMEYERS vor uns), meist ist das aber<br />
der Fall oder die Blattspitze wird von der Hippe völlig ausgefüllt. Bei<br />
D. adimciis ist, wie schon HENAULD (1906, p. 92) hervorhebt, der<br />
Mittelnerv verhältnismässig schwach und erstreckt sich meist nur bis<br />
zu der Blattlänge heran unberuhend davon, ob es sich um ein<br />
kurzes emerses oder ein langes submerses Blatt handelt.<br />
Nebenbei sei erwähnt, dass unter denjenigen Modifikationen, die<br />
DANTLOV SC LADYSCHENSKAJA (1931) in ihren Kulturversuclien mit
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 21<br />
D. adimciis hervorgebracht haben, sich keine einzige befindet, bei<br />
welcher eine Verlängerung der Rippe über das Normale hinaus zu<br />
beobachten gewesen wäre.<br />
Im allgemeinen lassen sich nur bei solchen Arten, die einen vollständigen,<br />
bis zur Blattspitze reichenden Blattnerv haben, Modifikationen<br />
mit einem wirklich heraustretenden Mittelnerv erwarten;<br />
solche sind Ilijgramblystegiiim, Craioneiiriim, Drepanocladiis exanniilaliis<br />
u.a. Der lange, pfriemartig hervortretende Mittelnerv entwickelt<br />
sich bei D. capillijolim zumal bei den submersen langl)lättrigen<br />
Modifikationen, die man ganz anderen Arten zuzuschreiben<br />
geneigt wäre, träfe man nicht Sprosse an, deren unterer Teil sich<br />
im Wasser, der obere aber über der Wasseroberfläche entwickelt<br />
liat. Vielleiclit haben MÜNKEMEYEK gerade solclie Sprosse vorgelegen,<br />
denn ihr oberer Teil erinnert bei flüchtiger und nachlässiger<br />
Betrachtung tatsächlich an D. adiincm. Auch die Ausbildung<br />
des Blattgrundes weist Schwankungen auf, weicht aber dennoch vom<br />
Typus des D. adunciis und noch mehr des D. Sendtneri ab; seine<br />
Beschreil)ung ist indessen niciit leicht.<br />
Drepanocladiis capillijoliiis wurde schon von LINDBERG (1901,<br />
p. 3ß) und WARNSTORF (1903, p. 411) aus Finnland festgestellt. Dr.<br />
II. LINDBERG hat mir die Bemerkung geäussert, dass es sich seiner<br />
Ansicht nach wirklich um eine gute Art zu handeln scheint. Der<br />
gleichen Ansicht ist auch Dr. H. BUCH, der die Art in Lappee (Sa)<br />
gesanmielt hat. Seitdem ist die Art bei uns unbeachtet geblieben; bei<br />
BROTHERUS (1923, p. 184) tritt sie gemäss MÜNKEP:MYER als D. Sendtneri<br />
f. capillifolia auf und wird von insgesamt drei Orten in Finnland<br />
angegeben. Obwohl ich die Art von mehreren neuen Fundorten habe<br />
feststellen können, ist ihre Verbreitung bei uns noch als sehr unzulänglich<br />
bekannt zu betrachten. Von folgenden Orten haben mir Proben<br />
vorgelegen:<br />
Al. Saltvik, Borgboda träsk (J. O. Boiiianssori I8G6, als 1). fluitans); Fremrnanby<br />
(ders. 1879, als D. Kneif f ii); Kvarnbo (ders. 1864, als I). fluitatis)\<br />
Kvarnbo, Ploglandet (II. Rancken 1905). Siind, Övre Viken luul Nedre Viken<br />
(C. Cedercreutz 1939). - Ah\ Parainen, Piukala (V. F. Brotlierus 1912, al:^<br />
D. aduncus var. pohjcarpus f. capillifolius-, A. V. Auer 1935, als I). Sendtneri)]<br />
Skräbböle (Suonia Valle 1935, als D. Sendtneri var. IFtYsonti); Mustf inn träsk<br />
(L. Maristo 1937). Lohja, Jalassaari, Inars, »Hochstannnformation» ani l^fer<br />
(G. E. Boldt 1894). - Ka: Räisälä, Salokylä, auf feuchter Uferwiese des Flusses<br />
Vuoksi (H.Lindberg 1897); Gehöft Räisälä (J. Linden 1888, als D.fhd-
22 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />
tans). - Ta: Hollola, Vesijärvi, Petäjälahti und Vehkosaari (R. Tuomikoski<br />
1939). Padasjoki (J. F. Norrlin 1866, als D. Kneiffii var.). Tyrväntö, Tykölänjärvi<br />
(K. Linkola 1932, als D. Sendtneri f. capillifolia). Hauho, Jokijärvi<br />
(ders. 1932). - Sa: Lappee, Hanhijärvi, feuchte Wiese (H. Uuch 1905). Mikkeli,<br />
Porrassalmi, Surnunlampi (R. Tuomikoski 1939). - Kl: Kurkijoki, Ovaska<br />
(E. Juslin 1874, als D. aduncus). Sortavala, Kuokkajärvi (L. Maristo 1938),<br />
Ruskeala, Vahvajärvi (ebenso). - Koh Vosnessenje (Fr. Elfving 1875, als<br />
D. Sendtneri). - Oa: Björkö (Th. Simming, als D. aduncus). - Sb-, Joroinen,<br />
Jokijärvi (R. Tuomikoski 1939). - Kb: Suojärvi, Hyrsylä, in einer Braunmoorgrube<br />
und am Ufer des Sees Hyrsylänjärvi (R. Tuomikoski 1939); Kaivoinen<br />
(ebenso). - Kon: Koselma (Th. Simming 1863, als D. Kneiffii var.). -<br />
Um: Kronoby, Åsfjärden (B. Klockars 1936). - Ob: Simo (H. Lindberg 1902).<br />
Oulu, Kiviniemi (L Leiviskä, nach BROTHERUS 1923, p. 484, nicht gesehen!).<br />
Hailuoto (M.Brenner 1864, als D.fluitans). Rovaniemi, Jaatikanlampi<br />
(ders. 1864). - Lk: Muonio, Äkäsjärvi (L. Maristo 1937).<br />
Nach clem, was wir vorläufig über das Auftreten von D. capillifolius<br />
in unserem Lande wissen, scheint die Art vorwiegend in der<br />
südlichen Hälfte des Landes, und zwar meistens in verhältnismässig<br />
geringer Meereshöhe angetroffen worden zu sein. Aus den Verbreitungsangaben<br />
lässt sich schon schliessen, dass es sich um eine recht<br />
anspruchsvolle Art handelt, die gerne auf kalkhaltiger Unterlage<br />
oder wenigstens in solchen Gegenden unseres Landes auftritt, wo ein<br />
beträchtlicher Kalkgehalt des Felsgrundes oder der losen Bodenablagerungen<br />
Eutrophie hervorrufen. Hierauf deuten die Vorkommnisse<br />
der Art auf Ahvenanmaa, in Parainen (hier u.a. in den Wassergruben<br />
der alten Kalkbrüche gesammelt). Ruskeala, Suojärvi, Lappee, Muonio<br />
u.a. In dem Material LOIIAMMARS aus schwedischen Seen erweist<br />
sich die Art nach H. PERSSON (briefl.) als die anspruchsvollste unter<br />
sämtlichen ein wenig häufigeren Arten. WARNSTORF (1906, p. 1007)<br />
gibt über das Auftreten der Art in der Mark Brandenburg an: »In<br />
kalkhaltigen Wiesengräben, Carex- und Torfsümpfen . . .». Doch ist<br />
dies nicht so zu verstehen, dass die Art etwa streng kalkfordernd<br />
wäre. Sie wird bei uns meistens submers im Uferwasser mehr oder<br />
minder eutropher Seen und Teiche bis mindestens zu einer Tiefe von<br />
2 m, ferner auf Uferwiesen sowie in Gruben und Tümpeln angetroffen.<br />
Offenbar ist es eine konkurrenzschwache Art, denn ich habe sie stets<br />
nur zurücktretend unter anderen Arten gesehen, grössere Bestände<br />
dürfte sie wohl kaum bilden können, sondern wird von ihren stärkeren<br />
Standortsgenossen (Scorpidium scorpioides, Calliergon megalophijlliim,<br />
Drepanocladus Sendtneri, D. tundrae, D. aduncus) zurück-
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 23<br />
gedrängt. Auf jene an die Anspruchsvollheit gebundene Konkurrenzschwäche<br />
der Art deutet auch der Umstand, dass sie nirgends häufig<br />
anzutreffen ist. WARNSTORF (I.E.) und DIETZOW (1938, p. 69), die<br />
wohl die Art am besten gekannt haben, heben die Seltenheit und das<br />
lokale Vorkommen derselben in ihren Untersuchungsgebieten hervor.<br />
Ein bei der Art in unserem Lande anscheinend hervortretender Zug<br />
ist der, dass sie bei uns wohl nie auf dickerem Moortorf angetroffen<br />
worden sein dürfte. DIETZOW (I.E.) macht aufmerksam auf<br />
die Abhängigkeit einiger Formen der Art von der Beschaffenheit<br />
des Mineralgrundes. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen,<br />
dass die nördlicheren Funde bei uns merkwürdigerweise<br />
meist westlich, im Bereich des Bottnischen Meerbusens liegen,<br />
während z.B. aus Kainuu und der Provinz Kuusamo bis jetzt<br />
noch überhaupt keine Funde vorliegen. Künftige Einsammlungen<br />
werden vielleicht zeigen, ob dies nur von der Unzulänglichkeit des<br />
Materials lierrührt, oder ob es sich um eine wirkliche, durch die<br />
rezenten edaphischen Verhältnisse verursachte oder gegen florengeschichtliche<br />
Gründe zu betrachtende Regelgel)undenheit handelt^.<br />
Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst Fennoskandien, das Ostbaltikum<br />
und Norddeutschland, ferner ist sie in Sibirien sowie vielerorts<br />
in den Vereinigten Staaten und Kanada angetroffen worden.<br />
Aus Norwegen dürfte die Art zuerst von BRYHN (1902, p, 20) aus<br />
Romedal (Probe von WARNSTORF geprüft) gemeldet worden sein.<br />
Auch in unseren Sammlungen befindet sich eine Probe von BRYHN<br />
vom gleichen Ort. HAGEN (1899- 1901, p. 323) erwähnt die Art so<br />
nördlich wie aus Finmarken (Kistrand).<br />
In Schweden ist die Art einigemal in der Literatur als Varietät<br />
anderer Arten zur Erwähnung gelangt (zuerst von ARNELL 188G,<br />
p. 125). II. LiNDBPmG (1901, p. 36) dürfte als erster sie als eigene Art<br />
aus Schweden gemeldet haben. Sonst ist die Art sehr wenig beachtet<br />
worden, falls man nicht die Erwähnungen ARNELLS (ARNELL SC JEN-<br />
SEN 1915, p. 30-31) über dieselbe in Betracht zieht.<br />
^ Als vorliegender Aufsalz bereits als Korrektur vorlag, erhielt ich von<br />
Mag. phil. L. MARISTO von folgenden Fundorten zusätzliches Material zur<br />
Durchsicht, das indessen niclit wesentlich auf das Verbreitungsbild der Art<br />
bei uns einzuwirken vermag:<br />
Oa: Vöyri, Kalapääträsk (L. Maristo 1936). - Ob: Rovaniemi, Narkausjärvi<br />
(ders. 1937). Ylitornio, Vähä Lohijärvi (ebenso).
24 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />
In seiner »Bryotheca Baltica» hat MIKUTOVVICZ capillifolius-Forrnen<br />
aus Estland verteilt (MALTA 1930, p. 153 - 154). Mir haben die<br />
n:ri 88 und 89 vorgelegen, die sich als D. capillifoUiis erwiesen. Selbst<br />
liabe ich die Art auf wSaaremaa (ösel) gesammelt.<br />
In Lettland hat insbesondere v. BOCK die Art von mehreren Orten<br />
gesammelt und Proben derselben an ROTH gesandt, der die Funde<br />
unter Beschreibung neuer Varietäten der Art veröffentlicht hat.<br />
BOCKS Einsammlungen sind ferner auch durch E. BAUER in seinen<br />
»Musci Europaei exsiccati» zur Veröffentlichung gelangt; die n:ri M57,<br />
M62 a, 1463 a und 14G4 habe ich gesehen und die Artzugehörigkeit zu<br />
D. capillifoliiis festgestellt.<br />
Aus Deutschland haben mir Proben meist nur von bekannten,<br />
in der Literatur behandelten Fundorten vorgelegen, wie Lyck (Sanio)<br />
und Goldap (A. Wessling), Breslau (leg. ?, 1867), Neuruppin<br />
und Wittenberge (Warnstorf). Ein Teil dieser Proben sind in Exsikkatenwerken<br />
enthalten (E. BAUER, »Musci Europaei exsiccati»,<br />
n:o 1453 b; E. PRÄGER, »Sammlung europäischer Harpidium- und<br />
Calliergon-¥ovmem, n:ri 10-15).<br />
Aus Sibirien erwähnt SANIO (1885, p. 40) die Art von einem<br />
Fundort (Jeniseisk, Antsiferova, H. W. Arnell 1876). Die Art ist<br />
dort anscheinend nicht selten, denn das Herbarium Brotherus enthält<br />
eine Menge Proben von insgesamt sieben Fundorten in verschiedenen<br />
Teilen Sibiriens:<br />
Tobolsk: Distr. Beresow, im See (ß. N. GorodkoW 1914). - Tomsk: Dislr.<br />
Narym, Moltschanowa (N. I. Kusnezow und B. X. Klopolow 1911); Jurty<br />
Kasyrbak (K. P. Onisimow 1912). - Irkutsk: Distr. Vercholensk, im See<br />
zwisclien Golovniscli und Tutur im Leaa-Tal (N. I. Kusnezow 1910); Tal des<br />
Tschikan-Fhissss bei der Mündung des Tyktit-Fhisses (ebenso). - Jakutsk:<br />
Tal des Vatoma-Flusses (F. V. Sokolow 1912). Distr. Jakutsk, beim See<br />
Tschal-Kjol an der Lena (G. I. Golenko 1912).<br />
Sämtliche Funde stammen aus der Waldregion, Die Art dürfte<br />
in Sibirien entsprechendartige Verbreitung und Standorte haben<br />
wie in Europa.<br />
Die von mir gesehenen nordamerikanischen Proben (u.a. Diclielijma<br />
longinerve, Vancouver Island, 1887, »Canadian Musci», n:o391)<br />
scheinen von den europäischen nicht abzuweichen. Leider ist der Art<br />
auch dort nicht genügende Beachtung geschenkt worden, sondern<br />
man hat sie oft als Form von Drepanocladus adiinciis oder D. Scndlneri
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 25<br />
betrachtet, weshalb es scliwer ist, sich von ihrer Verbreitung in der<br />
Neuen Welt einen Begriff zu bilden. BARNES (1897, p. 357) führt als<br />
Fundorte der Art an: »Idalio; Wasliington; Vancouver Is; British<br />
Columbia», doch hat sicli die Zahl derselben seither vermehrt. Wie<br />
erwähnt, führt GKOUT (1931) D. capillifolius nicht als eigene Art an.<br />
Auf der südliciien Hemispliäre vikariiert die ausserordentlich<br />
naheverwandte Art Drepanocladiis Barbeiji (Ren. & Card.) (Hypniim<br />
Barbeiji Ren. Sc Card.). Diese Art, die sich durch ihre robustere<br />
Tracht und stark sichelförmige, oft faltige Blätter mit vielleicht<br />
noch stärkerem Nerv kennzeichnet, im übrigen aber D. capillifolius<br />
überaus änhlich ist, habe ich unter verschiedenen Namen aus Bolivien<br />
(Mandon, Herzog), Südpatagonien (Dusén), von den Crozet-<br />
Inseln (Vanhöffer) und Kerguelen (Wertii) gesehen. Ihr zuzuordnen<br />
sind meines Erachtens Craioneuriim perplicaium (r3us.) Broth.<br />
{Hijpnum perplicaium Dus.), C. drepanocladioides Broth, und C. submersum<br />
Herz., die sicii von der Gattung Craloneurum durch das<br />
Fehlen der Paraphyllien unterscheiden.<br />
Diese beiden kennzeichnenden Arten, Drcpanocladus capillifolius<br />
von der nördlichen Hemisphäre und D. Barbeyi von der südlichen,<br />
bilden zusammen eine charakteristische, unter den anderen Drepanocladen<br />
ziemlich isoliert stehende Gruppe, die vielleicht mit ebenso<br />
guten Gründen wie die anderen von LOESKE (1907) abgetrennten<br />
Gruppen als selbständige Untergattung aufgestellt zu werden<br />
verdiente. Die Kenntnisse über die Verbreitung dieser Gruppe deuten<br />
darauf hin, dass es sich um einen bipolaren Verbreitungstypus<br />
mit Andeutungen einer Verbindung der Teilareale über die »andine<br />
Brücke» handelt.
LITERATURVERZEICHNIS.<br />
APINIS, A. & LÄcis, L., 1936, Data on the Ecology of Bryophytes. II. Acidity<br />
of the Substrata of Musci. Acta Horti Bot. Univ. Latviensis, 9/10 (1934/<br />
35), p. 1 - 100.<br />
ARNELL, H. W., 1886, Bryologiska notiser från det småländska höglandet. Bot.<br />
Notiser 1886, p. 123 - 129.<br />
—»— 1894, Moss-studier, Ibid. 1894, p. 49 - 63.<br />
—»— & JENSEN, C., 1915, Mossvegetationen vid Tåkern. Sjön Tåkerns fauna<br />
och flora, utgifven af K. Svenska Vetenskapsakademien, 1, p. 1-37.<br />
BACKMAN, A. L., 1934, Kinnulasta löytynyt esihistoriallinen suksi. Suomen<br />
Museo 1934, p. 28 - 33.<br />
BARNES, Cn. R., 1897, Analytic keys to the genera and species of North American<br />
Mosses. Bull. Univ. Wisconsin. Science Series, 1, n:o 5, p. 157 - 368.<br />
BROTHEIUIS, V. F., 1923, Die Laubmoose Fennoskandias. Flora Fennica, 1,<br />
p. 1 - 635. Helsingfors.<br />
BRYHN, N., 1902, Ad muscologiam Norvegiae contributiones sparsae. Nyt Mag.<br />
f. Naturvidensk., 40, p. 1 - 36.<br />
J],AHUJIOB, A. II. & JlA;;U/KENCKA«, K. II. (DANILOV, A. N., & LADYSCHEN-<br />
SKAJA, K. I.), 1934, Mo;i;ii$nKaniionHan NAMEUMUBOCTB Mxa Drepanocladus<br />
aduncus (Hedw.) Mkm. CoBCTCKan BoTaniina 1934, p. 5 -27.<br />
DIETZOW, L., 1938, Die Moose Altpreussens und ihre Standorte, Jahresber.<br />
Preuss. Bot. Ver., 1930/36 und 1937/38, sep. p. 1 -84.<br />
GROUT, A. J., 1931, Moss flora of North America north of Mexiko. 111:2, p. 63 -<br />
114. New Brighton,<br />
HAGEN, I,, 1899 - 1904, Musci Norvegiae borealis, Tromso Mus. Aarsh., 21 &<br />
22, p, 1 - 382,<br />
HULKKONEN, O., 1927, Kasvillisuudesta Sortavalan Tuhkalammissa. Luonnon<br />
Ystävä, 31, p. 54 - 62,<br />
INGMAN, IL, 1930, Nummen Savijärven kasvillisuus. Ibid., 34, p. 167 - 178.<br />
JENSEN, C., 1923, Dannuirks Mosser eller Beskrivelse af de i Danmark med<br />
F»roerne fundne Bryofyter. II. Kobenhavn & Kristiania.<br />
—»— 1939, Skandinaviens bladmossflora. Kobenhavn.<br />
LEVANTO, T., 1936, Vesijärven itäraiman vesikasvistosta ja -kasvillisuudesta.<br />
Luonnon Ystävä, 40, p, 164 - 173,<br />
—»— 1940, Über die Molluskenfauna des Sees Vesijärvi, Ann. Zool. Soc. ZooL-<br />
Bot. Fenn, Vanamo, 8, n:o 3, p. 1 - 44.
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 27<br />
LIMPIUCHT, K. G., 1898, Die Laubmoose Deutschlands, Oesterreichs und der<br />
Schweiz, III. L. liAnENnoRST, Kryptogainenflora von Deutschland,<br />
Oesterreich und der Schweiz, 2. Aufl., Bd. 4. Leipzig.<br />
LINHHEUO, II., 1901, Några anmärkningsvärda mossor. Meddel. Soc. F. Fl.<br />
Fenn., 27, p. 35 -39.<br />
LINDBEUG, S. O. & AUNELL, II. W., 1890, Musci Asiae borealis. II. Laubmoose.<br />
K. Sv. Vet. Akad. Ilandl., 23, n:o 10, p. 1 - 163.<br />
LOESKE, L., 1907, Drepanocladus, eine biologische Mischgattung. Hedwigia,<br />
46, p. 300 - 321.<br />
—»— 1910, Zur Morphologie und Systematik der Laubmoose. Berlin.<br />
MALTA, N., 1930, Übersiclit der Moosflora des Ostbaltischen Gebietes. II. Laubmoose<br />
(Andreaeales und Bryales). Acta Ilorti Bot. Univ. Latviensis, 5,<br />
p. 75 - 182.<br />
MAUISTO, L., 1935, Näsijärven Aitolahden kasvillisuus. Ann. Bot. Soc. Zool.-<br />
Bot. Fenn. Vanamo, 6, n:o 4, p. 1 - 55.<br />
METSO, V., 1936, Kasvistosta ja kasvillisuudesta eräissä Konneveden pitäjän<br />
pikku järvissä. Ibid., 8, n:o 2, p. 1 - 38.<br />
MIKUTOWICZ, J., Bryotheca Balticu.<br />
MÖNKEMEYEU, VV., 1906, Bryologisches aus der Umgebung Leipzigs nebst<br />
Beobachtungen über einige Dropanocladen und ihre Formenkreise. Sitzungsber.<br />
Naturf. Ges. zu Leipzig, 1906, sep. p. 1 - 42.<br />
—»— 1909, Kritische Bemerkungen zu Dr. G. Roths »Übersicht über die europäischen<br />
Drepanocladen, einschliesslich der neueren Formen»^ Hedwigia,<br />
48, p. 309 - 315.<br />
—»—1914, Bryales. A. PASCUEU, Die Süssvvasserflora Deutschlands, Österreichs<br />
und der Schweiz, lieft 14, Bryophyta, p. 39 - 168. .Jena.<br />
—»— 1927, Die Laubmoose Europas. L. RABENHOUST, Kryptogamenflora von<br />
Deutschland, Österreich und Schweiz, Bd. 4, Ergänzungsband. Leipzig.<br />
OZOLINA, E., 1931, Über die höhere Vegetation des Usma-Sees. Acta Ilorti Bot.<br />
Univ. Latviensis, 6, p. 1 - 74.<br />
PANTSAR, L., 1933, Äyräpäänjärven vesikasvilajien ekologiaa. Ann. Bot. Soc.<br />
Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 3, n:o 4, p. 1 - 131.<br />
POHJALA, L., 1933, Äyräpäänjärven vesikasvillisuudesta. Ibid., 3, n:o 3, p. 1 -<br />
114.<br />
REINIKAINEN, A., 1935, Kuopionniemen pikkujärvien ja lampien vesikasvistosta<br />
ja -kasvillisuudesta. Kuopion Luonnon Ystäväin Yhdistyksen<br />
julkaisuja, B, 1, n:o 8, p. 1 - 28.<br />
RENAULP, F., 1880, Revision de la section Ilarpidium du genre Ilypnum de la<br />
flore frangaise. Meni. Soc. d'Emulation du Doubs, 1879, sep. p. 1 - 24.<br />
—»— 1881, Classification systématique de la section IIar[)idium du genre Ilypnum<br />
do la flore frangaise. Rev. Bryol., 8, p. 73 - 82.<br />
—»— 1894, Section Ilarjiidium. IIUSNOT, Museologia Gallica, p. 367 - 395.<br />
Le Mans.<br />
—»— 1906 und 1907, Causerie sur les llarpidia. Rev. Bryol., 33, p. 89 - 100;<br />
34, p. 7 - 14.
28 R. Tuomikoski, Callicrgon nicgalophylluin und Drepaiiocladus . . .<br />
RENAULD, F., 1909, Notes siir quelques Drepanocladus (Harpidia). Ibid., 36,<br />
p. 129-138.<br />
ROTH, G., 1909 a, Übersicht über die europäischen Drepanocladen, einschliesslich<br />
der neueren Formen. Hedwigia, 48, p. 152 - 177.<br />
—»— 1909 b, Nachtrag zur Übersicht über die Drepanocladen. Ibid., 48,<br />
p. 212 - 214.<br />
—»— 1911, 1914, Neuere und noch weniger bekannte europäische Laubmoose<br />
Ibid., 50, p. 299 - 310; 55, p. 148 - 156.<br />
SANTO, C., 1880, Commentatio de Harpidiis europaeis inductiva. Botan. Gentralbl.,<br />
1, II Gratis-Beilage, p. 1 - 24.<br />
—»— 1881, Additamentum in Ilypni adunci Cognitionen!. Ibid., 5, p. 93 - 95.<br />
—»— 1883, Additamentum secundum in Ilarpidiorum cognitionem. Ibid., 13,<br />
p.425 - 440.<br />
—»—. 1885, Beschreibung der Ilarpidien, welche vornelunlich von Dr. Arnell<br />
während der schwedischen Expedition nach Sibirien im Jalire 1876<br />
gesammelt wurden. Bih. K. Svenska Vet.-Akad. llandl., 10, n:o 1,<br />
p. 1 - 62.<br />
—)— 1887, Bryologische Fragmente. I - III. Hedwigia, 26, p. 81 - 109, 129 -<br />
169, 194 -214.<br />
—»— 1890, Die Ilarpidien des nördlichen Finnlands sammt Kola. Acta Soc.<br />
F. Fl. Fenn., 8, n:o 1, p. 1 - 89.<br />
CABIIN, JI. II. (SAVICZ, L. I.), 1936, Mxu apxunejiara OpaHna-IIocii(i)a, Cenepnoit<br />
3eMJiii n o. BUSE. coöpauHue B. 11. CaBU'ieM BO Bpeiwn iiojiupnoti<br />
DHcneAyniiii 1930 r. na :ie,T;0K0Jie »F. CeAon». Acta Inst. Bot. Acad.<br />
Scient. UIISS, Ser. II, 3, p. 505 - 578.<br />
TUOMIKOSKI, R., 1937, Vorläufige Mitteilung über die Revision des Calliergon<br />
giganteum -Materials sowie einiger Plagiotheciuin-Arten im Herbarium<br />
Musei Fennici. Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 9, n:o 7, p. 39 -<br />
44.<br />
—»— 1939, Materialien zu einer Laubmoosflora des Kuusamo-Gebietes. Ibid.,<br />
12, n:o 4, p. 1 - 124,<br />
—»— 1940, Muutamista vesiemme ja rantojemme sammalista. Luonnon<br />
Ystävä, 44, p. 33 - 42.<br />
VAAUAMA, A., 1938, Wasservegetationsstudien am Grosssee Kallavesi. Ann.<br />
Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 13, n:o 1, p. 1 - 314.<br />
VAHEUI, E., 1932, Jyväsjärven kasvillisuus. Ibid., 3, n:o 1, p. 1 - 51,<br />
WAUNSTOUF, C., 1903, Die europäischen Ilarpidien, Beih. Bot. Zentralbl., 13,.<br />
p. 388 - 430.<br />
—»— 1906, Laubmoose. Kryptogamenflora der Mark Brandenburg, II, j). 1 -<br />
1160. Leipzig.<br />
—»— 1914, Zur Bryogeographie des Russischen Reiches. Hedwigia, 54, p. 22 -<br />
182.
SUOiMENKIELINEN SELOSTUS.<br />
GALLlERGON MEGALOPIIYLLUM MIKUT. JA DHEPANOCLADUS<br />
GAPILLIFOLIUS (WARNST.) WARNST. SUOMESSA.<br />
Kirjoituksessa esitellään kaksi niaassaiiime esiintyvää, vesissä ja rannoilla<br />
tavattavaa, aikaisemn)in vaillinaisesti tunnettua lehtisanirnallajia,<br />
Calliergon megalophyllum on tavallisesti pidelty kuuluvana joko lajiin<br />
C. Richardsonii tai C. giganteum, mutta on täydellä syyllä luettava omaksi<br />
itsenäiseksi lajikseen. C. Richardsoniisi^ se poikkeaa mm. kaksikotisuutensa,<br />
C. giganteumisla mm. lieikornman lehtisuonensa kautta. Laji on todellinen<br />
vesikasvi, joka esiintyy jopa suhteellisen isojakin kasvustoja muodostavana<br />
varsinkin eutrofisissa matalissa suojaisissa rantavesissä. Se on tavattu suurimmasta<br />
osasta Suomea maan pohjoisimpia osia lukuunottanuitta; muualta<br />
se tunnetaan Skandinaviasta, Latviasta, Pohjois-Venäjältä ja Pohjois-Aasiasta.<br />
Drepanocladus capillifolius on viime aikoina tavallisesti luettu lajien<br />
D. uduncus tai D. Scndtneri muodoiksi, nmtta on sekin ilmeisesti itsenäinen<br />
laji, joka poikkeaa molemmista mainituista lajeista vahvan lehdestä ulospistävän<br />
keskisuonensa puolesta. 1). capillifolius on huomattavan vaatelias<br />
vesi- ja rantasammal, jonka levinneisyysalue meillä muistuttaa edellisen lajin<br />
levinneisyysaluetta; kuitenkin on laji meillä harvinaisempi ja paikoittaisempi<br />
ollen ilmeisesti keskittynyt eutrofisimmille, usein kalkkirikkaille seuduille.<br />
Muualta laji tunnetaan Skandinaviasta, Eestistä, Latviasta, Saksasta, Siperiasta<br />
ja Pohjois-Amerikasta. Eteläisellä paMonpuoliskolla vikarioi eriltäin<br />
läheinen hiji, Drepanocladus Darbeiji.
p<br />
R
SUOMALAISKN KLÄIN- JA KASVITIETEELLISEN SEURAN VANAMON<br />
KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />
OSA 15. N:o 4.<br />
ANNALKS BOTANICI SOCIETATIS ZOOLOGICIE-BOTANIC/E FENNIC^E VANAMO<br />
TOM. 15. N:o 4.<br />
BEITRÄGE ZUR VERTIKALEN<br />
VERBREITUNG DER PHANEROGAMEN<br />
UND GEIÄSSKRYPTOGAMEN IN DEN<br />
BAYERISCHEN ALPEN<br />
NIILO SÖ Y RINKI<br />
Suomenkielinen selostus:<br />
Havaintoja siemenkasvien ja putkilosanikkaisten vertikaalisesta<br />
levinneisyydestä Baijerin Alpeilla<br />
HELSINKI 19 40
n 15 1- s I N K I 19 4 0<br />
DHUCKEREI-A.G. DER FINNISCHEN LITE H ATU lUJESEM.SC IIA FT
(A)is (lem Botaiiisclien Institut der Universität Helsinki, Finnland.)<br />
Während der Sommermonate der Jahre 193G und 1937 hatte<br />
ich die Gelegenheit, die Alpenvegetation und Flora in der Umgebung<br />
des Alpengartens am S c ii a c hen i m W e 11 e r s t e i n g e-<br />
I) i r g e (Mittelstock der bayerischen Alpen) zu studieren. Meine<br />
l^eobaciitungen, deren Bearbeifung ich bereits in Angriff genommen<br />
habe, riciiteten sich dabei in erster Linie auf die Pflanzengesellschaften<br />
und die Vermehrungsökologic der verschiedenen Pflanzenarten<br />
in der alpinen vStufe des Gebietes; daneben wurde aber auch<br />
der vertikalen Ausdehnung einzelner Phanerogamen- und Gefüsskryptogamenarten<br />
recht grosse Aufmerksamkeit geschenkt und<br />
zumal die Lage der höchsten Vorkommnisse der meisten Arten<br />
möglichst genau festgestellt. Ein Vergleich mit den früher aus<br />
Bayern veröffentlichten diesbezüglichen Beobachtungen ergab,<br />
dass eine überraschend grosse Zahl bayerischer Gefässpflanzenarten<br />
gerade im Schachengebiet ihre - wenigstens heute bekannte - Höchstgrenze<br />
erreicht.<br />
Die vertikale Verbreitung der Pflanzenarten ist schon lange in<br />
Bayern, wie in allen Gebirgsländern, Gegenstand des wissenschaftlichen<br />
Studiums gewesen. In seinem grundlegenden, klassischen<br />
Werke »Die Vegetations-Verhältnisse Südbayerns» vom .Jahre 1851<br />
liat SKNDT.NER auch die Ilöhengrcnzen - wenn möglich sowohl die<br />
unteren als die oberen - der bayerischen Gefässpflanzenarten angegeben.<br />
Die meisten hat er selbst auf zahlreichen mühsamen Exkursionen<br />
und Gipfeltouren (vgl. Ross 1910) gemessen - eine Riesenarbeit,<br />
deren Wert wir um so besser verstehen, wenn wir uns daran<br />
erinnern, dass die von ihm ermittelten Höhengrenzen, wie PAUL<br />
(1939, S. 9) neuerdings betont hat, auch heute nocli zum grössten<br />
Teil gelten. Bei PRANTL (1881) finden wir nämlich in aller Hauptsache<br />
die SiONDTNERschen Zahlen wieder, jetzt nur die pariser Füsse<br />
in Metern umgerechnet. Und das gleiche gilt eigentlich auch für<br />
HEGT (1905), obwohl er (S. 9) angibt: »Besondere Aufmerksamkeit
2 iV. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Piianerogaiuen . . .<br />
wurde auch der Verbreitung^ der Arten in vertikaler Richtung<br />
geschenkt und zahlreiciie Höhenangaben P r a n 11 s ergänzt oder<br />
richtig gestellt.» In der Natur seihst hat HEGI nur in geringerem<br />
Masse genaue Hohenmessungen gemacht, vielmehr hat er die Höhenlagen<br />
meistens nur nach dem Augenmass geschätzt, wie ich im<br />
Schachengebiet mehrmals feststellen konnte. So berichtet er z.B.<br />
(op.c., S. 100), dass er »wenig unter dem Westgipfel der Dreithorspitze<br />
im Wettersteingebirge, 2 633 m, noch vereinzelte Exemplare<br />
von Carex ornithopodioides, Draba tommtosa und Valeriana supina»<br />
beobachtete, und später (1907) fügt er diesen noch Tlilaspi rotundifolium<br />
an. Ich fand dagegen auf dem genannten Gipfel im Sommer<br />
1937 Fcsliica rupicapnna, Cerastium latifolium, Papaver pijrenaiaim<br />
ssp. Sendtneri, Hiitchinsia alpina, Draba tonicntosa, Saxifraga<br />
aphylla und S. oppositifolia, also von den von HEGI genannten<br />
Arten nur Drahn tomeniosa; Thlaspi rotimdifoliiini beobachtete ich<br />
zusammen mit mehreren anderen Arten erst bei 2 590 m und Carex<br />
ornithopodioides bei 2 570 m; die letzten Individuen von Valeriana<br />
supina wuchsen bei 2 510.m. Aus vielen Beispielen im nachfolgenden<br />
Artenverzeichnis geht ebenfalls hervor, dass HEGI nur relativ<br />
selten detaillierte Höhenmessungen gemacht hat. Es ist ja natürlicii<br />
ebenfalls möglich, dass während der letzten Jahrzehnte manclie<br />
Veränderungen in der vertikalen Verbreitung der einzelnen Arten<br />
eingetreten sind, so sehr belangvoll dürften diese indessen nicht<br />
sein; dafür spricht z.B., dass schon KIENDL (SENDTNER 1854, S. 731)<br />
das oben erwähnte Papaver pijrenaicwn auf der Dreitorspitze beobachtet<br />
hat.<br />
Nach dem Erscheinen der Flora von PIIANTL finden wir in den<br />
von VOLLMANN (1901; 1907; 1910) zusammengestellten Ergänzungsheften<br />
»Neue Beobachtungen über die Phanerogamen- und Gefässkryptogamenflora<br />
von Bayern» reichlich wertvolle Angaben über<br />
die Höhengrenzen. In VOLLMANNS »Flora von Bayern» (1914 a)<br />
sind dann alle bisherigen diesbezüglichen Bo;obachtungen zusammengefasst<br />
worden, und sein Werk bedeutet aucii in dieser Hinsicht<br />
einen grossen Vorstoss im Studium der bayerischen Flora. Es ist<br />
jedoch zu bemerken, dass VOLLMANN für eine Anzahl Arten niedrigere<br />
- und nach meinen Beobachtungen zugleich weniger richtige -<br />
Höchstgrenzen angibt als SENDTNER oder PRANTL (z.B. Festuca<br />
pumila, Euphrasia salisbur
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. I-'enn. Vanamo, 15, n;o 1. 3<br />
iium, Cirsiiiin spiiiusissirnum), hei eini^Jen sind die Höhenzalilen<br />
wiederum ganz weggefallen (z.B. Petrocallis pijrcnaica, Mijosotis<br />
silvatica var. alpestris); in l)eiden Fällen kann es sich aher lediglich<br />
um Druckfehler handeln. PAUL (1930, S. 03, Fussn.) hat audi<br />
schon darauf aufmerksam gemacht, dass VOLLMANN Androsace<br />
helvetica »die am höchsten hinaufgehende Phanerogame» der l)ayerischen<br />
Alpen nennt, mit Angabe der Höchstgrenze 2 760 m, welche<br />
auf PßANTL und zuletzt auf SENDTNER (1854, S. 847; 5 700' ~ 8 500'<br />
mit der Bemerkung: »Ihr höchstes Vorkommen dürfte auf der Zugspitze<br />
seyn, auf deren Grat sie E i u s e 1 e gefunden hat») zurückgeht.<br />
Doch erwähnt VOLLMANN selbst, ebenso wie schon PRANTL,<br />
mehrere Arten aus noch grösseren Höhen: Draha toineiiiosa, Saxifraga<br />
aiidrosacea und S. aphijlla von 2 900 m, Soldanclla
4 iV. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Piianerogaiuen . . .<br />
11 ö Ii e n g r e n z e II für 13 a y e r n 1' e s t g e s t e 11 t w ii rd<br />
e n, ebenso diejenigen, welche hier zu ihrer<br />
früher angegebenen Höhe h i n a u f g e Ii e n. Die<br />
letzteren sind hier deswegen mitgenommen worden, weil aus der<br />
Literatur lange nicht bei allen Arten hervorgeht, an welcher Stelle und<br />
unter welchen Standortsverhältnissen sie ihre maximale Höhenlage<br />
erreichen. Die Messungen sind alle mittels eines kompensierten<br />
Höhenmessers ausgefüiirt worden. Als Stützpunkte dienten das Unterkunftshaus<br />
am Schachen (l 800 m), die Meiierhütte (2 37ü m)<br />
und die umliegenden Berge (Schachentorkopf 1 957.8 m, Frauenalpe<br />
2 220 m, Frauenalpkopf 2 531.7 m, Törlspitze 2 443 m, Westgipfel<br />
der Dreitorspitze 2 G33 m). In schwierigen oder irgendwie<br />
zweifelhaften Fällen wurden stets Pflanzenproben zwecks naciiheriger<br />
Prüfung eingesammelt. Bei der Bestimmung der kritischen<br />
Arten haben mir die Herren Professoren Dr. H. PAUL und Dr.<br />
KAHL SUERSENGUTII in München selir wertvolle Hilfe geleistet;<br />
es sei mir daher gestattet, ihnen hier meinen tief empfundenen<br />
Dank auszusprechen. Ebenfalls bin ich dem Direktor der Botanischen<br />
Staatsanstalten in München-Nymphenburg und des Höhenlaboratoriums<br />
am Schachen, Herrn Professor Dr. F. VON FABEK<br />
für sein freundschaftliches Entgegenkommen zum ehrerbietigsten<br />
Dank verpflichtet.<br />
In der Nomenklatur bin ich in aller Hauptsache VOLLMANX<br />
(1914 a) gefolgt. Die angegebenen Sprosslängen (-höhen) beziehen<br />
sich auf den gestreckten Spross.<br />
VERZEICHNIS DER ARTEN, BEI DENEN IM SCHACHEN-<br />
(^EBIET IHR HÖCHSTES BZW. UNTERSTES VORKOMMEN<br />
IN BAYERN FEST(iESTELi;r WURDE.<br />
IHendophyia<br />
AUiyriuin alpcslrc (Hoppe) Rylands. Die höchsten Standorte:<br />
Am I'.-Hang unterhalb des Schachenhauses im Rhododendron ferriigineum<br />
-Gebüsch bei 1 820 m; am Abstieg ins Reintal im Alniis<br />
viridis -Gebüsch l)is l 860 m (Höhe der Individuen bei l 840 -<br />
1 850 m noch bis 135 cm); am S-Hang der l^'rauenalpe im Schutze<br />
der Steine bei 2 120 m (einige 1(> cm hohe, sterile Zwergindividuen).
Aim. Bot. Soc. Zool.-Bot. Feiin. Vanamo, 15, n:o 1. 5<br />
- Nach VOLLMANN (H)M a) his 1 800 m. HEGI (1907) iieiiul die<br />
Arl unter den alpinen Arten des Schachengel)ietes, ohne jedoch<br />
die Möhengrenze anzugehen; Aihijriiun filix femina erwähnt er<br />
dagegen unter den bis 1 860 m hinaufsteigenden Arten. Es hegt<br />
aber die Vermutung nalie, dass er (He heiden Arten verwechselt<br />
hat, denn ich iiahe filix femina im Gebiet nicht l)cobachtet, und<br />
aucli VÜLLMANN hat IIEGIS Mitteihing niciit berücksichtigt, sondern<br />
tier Art für Bayern die obere Grenze von 1 KU) m gegeben.<br />
Dnjopteris robeiiiana (Moffm.) C. Ghristensen. Die höchsten<br />
Standorte: Im Gamskar am Fusse eines Stein blocks aui W-lIang<br />
bei 1 920 m; im Angerl-Loch in Felsenritzen bei 2 160 m; am S-Hang<br />
der Frauenalj)e in Spalten und Vertiefungen der Karrenfelsen bei<br />
2 180, 2 200 und 2 220 m (Höhe der Wedel am 27. Vlll. 1037 2.5-<br />
25.5 cm. Breite 1.5-9.b cm); am SK-Felshang am Fusse der Frauenalpspitze<br />
])ei 2 310 m; unterhalb der Meilerhütte am Weg zur Dreilorspilze<br />
in In^lsenritzen am SE-Hang bei 2 330 m (1.2-19 cm<br />
hoch, 1.8-7.cm breit). Die Art wurde stets nur steril beobachtet.<br />
- Nach VOLLMANN bis 1 700 m, PXIUL hat aber die Art am Feldkogel<br />
am Funtensee (Salzburger Alpen) noch bei 1 870 m beobachtet<br />
(SI'EJ^SKNOUTII 1931, S. 2). Nach HEGI (Aspidinm robcrlianuni)<br />
im Schachengebiet bis 1 600 - 1 700 m.<br />
1). maniana (Vogler) 0. Ktze. Unterhalb des Schachenhauses<br />
(im lUiodüdendnm ferrwjinenm -(iebüsch) unter einem Pinns cembra-<br />
Individuum bei 1 815 m (Höhe der Wedel bis 61 cm; fertil). - Nach<br />
VOLLMANN bis 1 ()50 m. Nach FAL'L und v. SCIIOENAU (1933, S. 52)<br />
in Berchtesgaden bis etwas über 1 700 m. Nach MEGI {Aspidinm<br />
monl(uinm) am Weg zum Schachen bis etwa 1 100 m.<br />
I). riffida (lloffm.) Underwood. Die höchsten Standorte: Am<br />
SW-Ilang am Fusse des Frauenalpkopfes im Schutze eines Steinblocks<br />
bei 2 200 m (zusammen mit Cijsloplcris monlana) und 2 230 m<br />
(ein Individuum mit wenigen, etwa 18 cm hohen Wedeln; fertil).<br />
- Nach VOLLMANN bis 2 150 m. HEGI hat die Art (Aspidinm rigidnm),<br />
jedoch ohne Höhenangabe, unter den alpinen Pflanzen des<br />
Schachengebietes erwähnt.<br />
I). spinnlosa (Müll.) O. Ktze. Die höchsten Standorte: AniS-Ilang<br />
der Frauenalpe in Vertiefungen der Karrenfelsen bei 2 200 m
6 iV. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Piianerogaiuen . . .<br />
zusammen mit Polijstichum loncliitis und P. aciileaium (wenige<br />
13-14 cm hohe Individuen, ein grosswüchsigerer Wedel war offenbar<br />
von weidenden Schafen abgebrochen worden; steril); f. monstr.<br />
erosa auf der Frauenalpe in einer Felsenvertiefung in N-Exposition<br />
bei 2 220 m (17-24 cm hoch). - Nach VOLLMANN bis 2 170 m. Nach<br />
HEGI (Aspidiiim spinulosum) im Gebiet bis 1 860 m.<br />
Polysiiclium lonchiüs (L.) Roth. Die höchsten Standorte: Am<br />
W-Hang des Hirschbiclil-Kopfes auf Felsen bis 2 140 m; im Angerl-<br />
Loch bei 2 160 m; am S-Hang der Frauenalpe auf Felsen an zwei<br />
Stellen bei 2 180 m, in Vertiefungen der Karrenfelsen bei 2 200 m<br />
(zusammen mit Polijstichum aculealiim und Dnjopteris spinulosa) und<br />
bei 2 220 m (bis 23 cm hohe, fertile Wedel); am S-Hang des Frauenalpkopfes<br />
am Fusse von Steinblocken bei 2 240 und 2 280 m (zusammen<br />
mit Polysiiclium aculeaium, Cysiopteris fragilis, C. montana<br />
und Asplenium viride); am SE-Hang der Frauenalpspitze l)ei 2 300<br />
und 2 310 m; unterhalb der Meilerhütte am Weg zur Dreitorspitze<br />
am SE-Felshang bei 2 330 m (16 - 20 cm hoch; fertil). - Nach VOLL-<br />
MANN bis 2 000 m, nach MAGNUS (1915, S. 340) in Berchtesgaden<br />
bis 2 113 m. HEGI hat die Art aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />
P. aculeaium (L.) Roth ssp. lobaium Huds. Am S-Hang der<br />
Frauenalpe in einer Karrenvertiefung bei 2 200 m zusammen mit<br />
Polijstichum lonchitis und Dnjopteris spinulosa (1 Individuum mit<br />
19 cm hohen und 3.i cm breiten Wedeln); am S-Hang des Frauenalpkopfes<br />
am Fusse eines Steinblocks bei 2 280 m zusammen mit<br />
Polysiiclium lonchitis, Cysiopteris fragilis, C. montana und Asplenium<br />
viride (1 Individuum mit 4.5-16 cm hohen und 1.8-3.4 cm<br />
breiten Wedeln; bei den kleinsten war die Spitze braun, offenbar<br />
als Folge einer Frostbeschädigung). Die Art war an beiden Stellen<br />
steril. - Nach VOLLMANN bis 1 500 m. HEGI hat die Art aus dem<br />
Gebiet nicht erwähnt.<br />
Cysiopteris fragilis (L.) Beruh. Zerstreut in Felsenritzen und<br />
im (ieröll an mehr oder minder sonnigen Hängen: am S-Hang des<br />
Frauenalpkoi)fes bis 2 290 m; auf der Frauenalpspitze bis 2 360 m.<br />
Die Höhe der Wedel betrug im Gamskar bei 1 920 m ])is 27 cm,<br />
auf der Frauenalpe in S-Exposition bei 2 200 m l)is 25 cm und<br />
unterludb der Meilerhütte am Weg zur Dreitorspitzc bei 2 340 m<br />
bis 19 cm. Noch an den höchsten Standorten fertil. - NacliVoLL-
Ann. IBot. Soc. Zool.-Bot. F'enn. Yananio, 15, n:o 2. 7<br />
MAN^' his 1 ()20 in. Nach PAUL und v. SCHOENAU (1933, S. 51) in<br />
Herchtesgaden his 1 700 ni. IIEGI liat die Haiiptart aus dem Gebiet<br />
iiiclil erwähnt.<br />
C. Iragilis (L.) Bernii. ssp, regia Presl. Zerstreut bis 2 100 in.<br />
Höhe der Wedel unterhalb der Meilerhütte am Weg zur Dreitorspitze<br />
am SE-IIang bei 2 310 m 3 - 13 cm (fertil), am SE-Hang der Törlsi)itze<br />
bei 2 100 m 1 - 9 cm (fertil; auch zu der Hauptart vermittelnde<br />
Formen an der Stelle) und am S-Hang des Mustersteins bei<br />
2 100 m 2.7-3.5 cm (steril). - Nach VOLLMANJJ bis 2 360 m. HEGI<br />
hat die Unterart unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt,<br />
aber keine llöheugrenze angegeben.<br />
C. molilalia (Lam.) Desv. Die höchsten Standorte: Am S-Haiig<br />
des Frauenalpk()j)fes am Fusse von Steinblöcken bei 2 210 und<br />
2 280 m (an letzterer Stelle ein Individuum zusammen mit Cijstoptcris<br />
(ragilis, Polijsiichiim lonchitis, P. aciileatum und Aspleniiim virkle).<br />
Oberhalb 2 200 m nur steril angetroffen. - Nach VOLLMANN bis<br />
2 210 m. Nach HEGI im Gei)iet bis 1 600-1 700 m.<br />
Aspleniiim viridc Huds. Ziemlich häufig in Felseiiritzen und<br />
im (ieröll: am SE-Hang der Frauenalpspitze bis 2 320 m; am SE-<br />
Hang des Frauenalpkopfes bis 2 330 m; am SE-Hang der Törlspitze<br />
bis 2 420 m (hier im Carex semperuirens -Rnsen 2.5-6 cm<br />
hoch); am SE-Hang des Westgipfels der Drei torspitze bis 2 540 m.<br />
Noch an den höchsten Standorten fertil. - Nach VOLLMANN bis<br />
2 300 m. Nach HEGI im (iebiet l)is 1 8()0 m.<br />
/I. ruta muraria L. Höchster Standort unterhalb der Meilerhütte<br />
am Weg zur Dreitorsi)itze in Felsenritzen am SE-Hang<br />
bei 2 330 m (wenige Individuen mit 3.3 - 4,7 cm hohen Wedeln;<br />
fertil). Nach VOLLMANN bis 1 959 m. Nach HEGI im Gebiet bis<br />
1 950 M.<br />
Botrijchiiim limaria (L.) Sw. Die höchsten Standorte: Am S- und<br />
W-Hang der Frauenalpe auf Felsenwiesen bei 2 190 m (einige<br />
3-6 cm hohe, fertile Individuen); am SE-Hang des Frauenalpsattels<br />
in einer Wiesensiedlung bei 2 300 m; am SIvHang der Frauenalpspitze<br />
auf feinem Kalksciuitt bei 2 310 m; unterhalb der Meilerhütte<br />
am Weg zur Dreitorspitze an einer humusreichen Stelle am
Ami. Jiot. Soc. Zool.-Bot. I'enii. Vauaiuo, 15, n:o 1. 9<br />
wenigstens his 2 310 ni {Soldanella pzisi//«-Sciineebodensiedlung am<br />
SW-Hang des Frauenalj)kopfes; fertil). - Nach VOLLMANN L)is<br />
2 370 m. HEGI hat die Art unter den alpinen Arten des Geljietes<br />
erwähnt.<br />
Agrostis tennis Sibth. Am Teiifelsgsass auf Wiesen am W-Hang<br />
i)is 1 910 m; auf der Frauenalpe an Bachrändern und in kleinen<br />
Hachuferipoorsiedlungen am S-lIang hei 2 190, 2 210 und 2 220 m<br />
reichlich (am 27. VIII. 1937 waren die Blütenrispen völlig hervorgehrochen,<br />
das Blühen hatte aher noch nicht begonnen; Höhe der<br />
Individuen 18-26 cm), am Rande des N-Abhangs in einer humusreichen<br />
Wiesensiedlung bei 2 220 m. - Nach VOLLMANN bis 1 800 m.<br />
Nach IIEGI (Agrostis vulgaris) im Gebiet bis 1 860 m.<br />
A. alpina vScop. Auf Wiesen und Felsen zerstreut. Die höchsten<br />
Standorte: Auf der Anhöhe hinter der Frauenalps])itze in Carex<br />
firnui -Polstern bei 2 310 m; am Scheitel des Frauenalpkopfes auf<br />
Felsen bei 2 350 m; am SE-Hang der Törlspitze in Carex firma-linsen<br />
bei 2 120 m (ziemlich reichlich, auch hier nocli fertil). - Nach VOLL-<br />
MANN bis 2 110 m. Von MEGI unter den alpinen Arten des (iel)ietes<br />
erwähnt.<br />
A. rnijestris All. Auf Wiesen verbreitet l)is 2 310 m (SW-lIang<br />
des Frauenalpkopfes; schön entwickelle I»asen, fertil). - Nach VOLL-<br />
MANN bis 2 300 m. Von IIP:GI unter den alpinen Arten des (iebietes<br />
erwähnt.<br />
Calaniagrostis Daria (Schrad.) Host. Steigt in den Pinns monlana-<br />
(iebüschen bis 2 010 m (am NW-Hang der Schacheni)latLe am Weg<br />
zur Meilerhütte; einige sterile Sprosse). - Nach VOLLMANN bis 2 000 m.<br />
Nach IIEGI im (iebiet bis 1 860 m.<br />
Deschampsia caespitosa (L.) IMi. Auf der Frauenalpe oft massenlud't<br />
an Bachrändern und in feuchten Vertiefungen der Haibler<br />
Schichten bei 2 200-2 220 m; die letzten Siedlungen am S-llang<br />
des Frauenalpkopfes am Bachufer bei 2 300 m (vereinzelt noch in<br />
einer Soldanella />IMI7/«-Schneebodensiedlung bei 2 310 m); am<br />
Weg zur Meilerhütte in NW-Exposition bei 2 330 m (ein Individuum,<br />
die Blülenrisj)en waren am 21.VIH. 1937 hervorgebrochen, das<br />
Blühen hatte aber noch nicht begonnen); bei der Meilerhütte an<br />
der Abladestelle bei 2 37;") m (mehrere fertile Individuen). - Nach
10 N. Söyriiiki, Vertikale Verbreitung der Pluuierogaineii . . .<br />
VOLLMANN his 2 200 m. HEGI hat die Hölieiif^renzc iin (iehiet iiiclit<br />
angegehen.<br />
Trisetum flavescens (L.) P.B. Bei der Meilerhütte an der Abladestelle<br />
hei 2 375 m (einige Indiviciuen, am 30. VIII. 1937 waren die<br />
Blütenrispen völlig hervorgebrochen, das Blühen hatte aber noch<br />
nicht begonnen; die Höhe der Individuen mass bis 40 cm). - Nach<br />
VOLLMANN bis 2 260 m. Nacli HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />
T. distichophyllnm (Vill.) P.B. Am S-Hang des Frauenalpsattels<br />
unterhalb der Dreitorspitze im Verwitterungsgrus bis 2 290 m;<br />
an der Frauenaipspitze im Geröll und auf den Felsen am W-Hang<br />
zwischen 2 290 und 2 310 m, im Verwitterungsgrus am E-Hang<br />
bei 2 310 m, hinter dem Gipfel auf einem E-Felsen und im Verwitterungsgrus<br />
in NW-Exposition bei 2 330 m; am S-Hang der<br />
Törlspitze auf Felsen bis 2 110 m (am 22. VIII. 1937 eben im Aufblühen);<br />
am SE-IIang des Westgipfels der Dreitorspitze bis 2 610<br />
m (am 27. VIII. 1937 Blütenrispen eben in Entfaltung begriffen, das<br />
Blühen hatte aber noch nicht begonnen). Überall mehr oder minder<br />
reichlich. - Nach VOLLMANN bis 2 240 m. ANGEREK liat die Art am<br />
Hundstod (Salzburger Alpen) zwischen 2 100 und 2 300 m beobachtet<br />
(SUESSENGUTH 1934, S. 8). Nach HEGI im Gebiet nur in der<br />
Nadel (unterhalb des Hirschbichl-Kopfes, etwa bei 1 600- 1 700 m).<br />
Avena versicolor Vill. Zwischen Frauenalpkopf und Frauenalpspitze<br />
auf Humuspolstern in N-Exposition bei 2 300 m (zwei fertile<br />
Sprosse, 26 und 28 cm hoch; am 31. VIII. 1937 waren die Staubfäden<br />
noch in den Blüten eingeschlossen). - Nach VOLLMANN bis<br />
2 280 m. Schon SENDTNER (1854, S. 898) erwähnt die Art von der<br />
Frauenalpe, HEGI hat sie jedoch nicht wiedergefunden, sondern<br />
hat sie mit einem Fragezeichen versehen. Die Art kommt hier<br />
auch sehr spärlich vor, denn ausser an der erwähnten Stelle habe<br />
ich sie nur am Rande des N-Abhangs der Frauenalpe bei 2 215<br />
m (5 fertile Sprosse) beobachtet.<br />
Sesleria caerulea Scop. ssp. calcaria Öel. 13iese im Gebiet iiäufige<br />
Art steigt auf den Felsen am SE-Hang des Westgipfels der Dreitorspitze<br />
bis 2 560 m (auch hier noch fertil). - Nach VOLLMANN<br />
bis 2 480 m. HEGI hat die Höhengrenze im Gebiet nicht angegel)en.<br />
Phraymiies communis Irin. Am Weg nach Elhnau ein kleines<br />
Phragmites-Moov und einige Siedlungen am Bachufer bei 1 150 m.
Ann, Hol. Soc. Zool.-Hot. l-'onn. Vanamo, 15, n:o 1. 11<br />
- Nacii VOLLMAXN bis I 010 ni. Von IIEGI im (iebiel nicht beol)aclitet.<br />
Moliiiia cacndea (L.) Mncii. Am hL-Mang des SciiaclienLorkopfes<br />
schöne Siedlungen auf den Felsenabsätzen bis 1 875 m (fertil). -<br />
Nach VOLLMANN bis 1 700 m, PAUL (1937, S. 37) hat aber die Art<br />
in Berchtesgaden noch in 1 850 m Mühe angetroffen. Nach HEGI<br />
im Gebiet bis etwa 1 000 m.<br />
Melica montaiia lluds. (M. nutans L. z.T.). Die höchsten<br />
Standorte: x\m Abstieg ins Reintal auf den Felsenabsätzen am<br />
W-IIang bei 1 800 m; am NF-Hang unterhalb des Schachenhauses<br />
im Rhododendron Idrsuhini -Gebüsch bei 1 820 m; am E-Hang des<br />
Schachentorkopfes auf Felsenabsätzcn rasenbildend bei 1 880-<br />
1 885 m (auch hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 1 100 m.<br />
Nach HEGI im Gebiet bis etwa 1 300 - L 100 m.<br />
Briza media L. Höchster Standort am Schachenschloss bei<br />
1 870 m. - Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im Gebiet<br />
bis 1 860 m.<br />
Dactjjlis (jlomcraia L. Am IvHang des Schacheutorkopfes bis<br />
1 900 m; am Teufelsgsass einzelne Individuen bis 1 950 m (fertil).<br />
- Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />
Poa annua L. var. supina Rchb. Bei der Meilerhütte an der<br />
Abladestelle bei 2 375 m (reichlich und fertil). An natürlichen Standorten<br />
bis 2 300 ni Siedlungen l)ildend (am S-Hang des Frauenalpkopfes<br />
in einem Schneetälchen). - Nach VOLLMANN bis 2 377 m.<br />
HEGI hat die Ilöhengrenze im (lebiet nicht angegeben.<br />
P. minor Gaud. Im (ieröll und auf Felsen verbreitet bis<br />
2 610 m (E-Hang des Westgipfels der Dreitorspitze; auch hier noch<br />
fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 470 m. Von HEGI unter den alpinen<br />
Arten des (lebietes erwähnt.<br />
P. Irivialis L. Unten am W-Hang des Teufelsgsass am Bachufer<br />
bei 1 860 m; am NW'-Hang der Schachenplatte am Weg zur<br />
Meilerhütte bei 2 040 m; am Frauenalpsattel vor einer kleinen<br />
Felshöhle am W-Hang bei 2 220 m (eine kleine Gruppe am Lagerplatz<br />
der Schafe; auch Poa pratensis an der Stelle); bei der Meilerhütte<br />
an der Abladestelle bei 2 375 m (mehrere Individuen, auch
12 iV. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Piianerogaiuen . . .<br />
hier iiocli fertil). - Nach VOLLMANN bis 1 682 m. HEGI liat die Art<br />
aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />
P. pratensis L. Am W-Hang des Frauenalpsattels vor einer<br />
kleinen Felshöhle bei 2 220 m eine Ü.s x 3 m^ grosse Siedlung (die<br />
Blütenrispen waren am 28. VIII. 1937 hervorgebrochen, das Blühen<br />
hatte aber noch nicht begonnen; Hohe der Individuen 31 -51 cm);<br />
bei der Meilerhütte an der Abladestelle bei 2 375 m (mehrere Individuen,<br />
am 30, VIII. 1937 mit völlig hervorgebrochenen Rispen,<br />
aber noch nicht in der Blüte; Höhe der Individuen 37-49 cm). -<br />
Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />
P. lujbrida Gaud. Höchster Standort am E-Hang des Teufelsgsass<br />
bei 1 950 m (ein fertiles Individuum). - Nach VOLLMANN bis 1 950 m.<br />
HEGI hat die Art aus dem (iebiet nicht erwähnt.<br />
Fesüica nipicaprina (Hack.) Kern. Verbreitet auf Felsen bis<br />
2 630 m (Westgipfel der Dreitorspitze; auch hier noch fertil). -<br />
Nach VOLLMANN bis 2 580 m. Von HEGI unter den alpinen Arten<br />
des Gebietes erwähnt.<br />
F. piimila Vill. Auf humusreichen Felsen und Wiesen verbreitet:<br />
auf dem Frauenalpkopf bis 2 350 m; auf der Törlspitze bis 2 440 m;<br />
am SE-Hang des Westgipfcis der Dreitorspilze bis 2 580 m (auch<br />
hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 300 m, nach PRANTL aber<br />
bis 2 580 m und nach SENDTNER (1854, S. 901) bis 7 952'. HEGI hat<br />
die Art unter den alpinen Arten des Gebietes erwäimt.<br />
F. pulchella Schrad. Die höchsten Standorte: Am SI^>Hang der<br />
Frauenalpspitze in Felsenritzen bei 2 300 und 2 310 m (s{)ärlicli<br />
und steril; das letzte fertile Individuum am SW-Hang der Frauenalpe<br />
bei 2 060 m). - Nach VOLLMANN bis 2 240 m. Nach HEGI im<br />
Gebiet bis 1 800 - 1 900 m.<br />
Cobresia ßellardii (All.) Degland {Elijna Bellarilii K. Koch).<br />
Unterster Standort: Im Wang unterhalb des Schachenhauses auf<br />
einem /)rf/as-Felsen bei 1 790 m (zwei fertile Hasen von etwa 4 dm-).<br />
Der Samentransport zur Stelle kann leicht von der gleich oberhalb<br />
gelegenen Frauenalpe stattgefunden haben, wo die Art zwischen<br />
2 220 und 2 350 m (Frauenalpkopf) verbreitet ist. - Nach VOLLMANN<br />
von 2 050 bis 2 580 m. HEGI hat die Art aus dem (iebiet nicht erwähnt
Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 13<br />
(nach VoLLMAxNN ist der einzige Fundort im Mittelstock der liayerisciien<br />
Alpen der Gamsangerl am Wetterstein).<br />
Carex atralu L. ssp. ni(jra AU. Höchster Standort am SE-Felshang<br />
der T()rlsi)itze bei 2 105 m (ein Individuum, am 25. VIII. 1937<br />
mit vollentwickelten Früchten). - Nach VOLLMANN (1917, S. 30) am<br />
Linkerskopf (Allgäuer Alpen) bei 2 300 - 2 400 HL IIEGI hat C. nigra<br />
unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt, ohne die Höliengrenze<br />
anzugeben (VOLLMANN kennt die Unterart nicht vom Mittelstock<br />
der bayerischen Alpen, nach HEGI [1905, S. 11 - 15] ist sie aber dort<br />
ziemlich verbreitet).<br />
C. Verna Vill. Im Wang unterhalb des Schachenhauses auf einer<br />
kurzwüchsigen Wiese bei 1 800 m (einige Individuen, fertil). - Nach<br />
VOLLMANN bis 1 700 m. Von IIEGI aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />
C. panicea L. Am F-Hang unterhalb des Schachenhauses auf<br />
Wiesen zerstreut bis 1 830 m (fertil). - Nach VOLLMANN bis 1 620<br />
m. HEGI hat die Art aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />
C. mucronaia All. Die höchsten Standorte: Unterhalb der Meiler"<br />
hütte am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m; am<br />
SE-Ilang der Frauenalpspitze bei 2 300 und 2 320 m, oben auf<br />
dem (iipfel ])ei 2 3t)0 m (reichlich und fertil). - Nach VOLLMANN<br />
bis 2 300 m. Von IIEGI unter den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />
C. ferruginea Scoj). Höchster Standort am S-Mang der Frauenalpe<br />
auf einem Felsen bei 2 200 m (spärlicli und steril; 20 m unterhalb<br />
am 27. VIII. 1937 mit reifen Früchten). - Nach VOLLMANN<br />
bis 2 200 m. HEGI hat die Art unter den aljjinen Pflanzen des Gebietes<br />
erwähnt.<br />
C. sernperuirens Vill. Verbreitet bis 2 120 m (SE-I lang der Törlspitze;<br />
hier noch schön entwickelte, fertile Rasen auf den Felsen).<br />
- Nach VOLLMANN bis 2 370 m. Von HEGI, jedoch ohne Höhenangabe,<br />
unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
C. capillaris L. Die höchsten Standorte: An der Frauenalpspitze<br />
am SE-Verwitterungshang bei 2 310 m; auf der Anhöhe hinter der<br />
Frauenalpspitze auf einem Felsblock bei 2 330 m (mehrere fertile<br />
Individuen). - Nach VOLLMANN bis 2 300 m. Von HEGI unter den<br />
alpinen Arten des Gebietes erwähnt.
14 A'. Söijrinki, Vertikale Verhreitung der Phaiierogainen . . .<br />
C. Oederi Hetz. Steigt am NIvHaiig des Teufelsgsass in der Carex<br />
ferruginea -Wiese bis 1 880 rn (einzelne fertile Individuen). - Nach<br />
VOLLMANN i)is 1 780 m. Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />
Eriophoriirn Scheiichzeri Hoppe. Die höchsten Siedlungen auf<br />
der Frauenalpe bei 2 215 m (fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 100 m<br />
(unter den Fundorten ist jedoch auch die Frauenalpe genannt!).<br />
Von HEGI, jedoch ohne Ilöhenangabe, unter den alpinen Arten des<br />
Gebietes erwähnt.<br />
E. pohjstachijum L. Am W-Hang des Teufelsgsass in einer Callha<br />
palustris -Siedlung am Bachufer noch bei 1 865 m (Früchte am<br />
19. VIII. 1937 eben in Ausstreuung begriffen). - Nach VOLLMANN<br />
bis 1 850 m. Nacii HEGI {Eriophoriirn angiisHfolium) im Gel)iet bis<br />
1 682 m (Schachensee).<br />
Jimciis filiforinis L. Höchster Standort am SSW-Hang der<br />
Frauenalpe im Carex Goodenowii -Moor an einem Bachufer bei<br />
2 190 m (ziemlich reichlich, steril). - Nach VOLLMANN bis 1 860 m.<br />
Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />
Luziila silvaiica (Huds.) Gaud. Verbreitet bis 2 100 m (Felsenwiese<br />
am NW-Hang der Schachenplatte am Weg zur Meilerhütte;<br />
auch hier noch mehrere fertile Individuen). - Nach VOLLMANN bis<br />
2 100 m. Nacli HEGI im Gebiet bis 1 860 M.<br />
L. spadicea (All.) Lani. & DC. Steigt am S-Hang des Frauenalpkopfes<br />
l)is 2 310 m (Soldanella p«.si7/a-Schneebodensiedlung; hier<br />
mehrere sterile Individuen). - Nach VOLLMANN bis 2 270 m. Nach<br />
HEGI im Gebiet am Teufelsgsass (also nicht über 2 000 m).<br />
Polijgonaliim verticillalum (L.) All. Höchster Standort am W-Hang<br />
des Teufelsgsass auf einer Wiese zwischen Felsen bei 1 920 m (einige<br />
sterile Individuen). - Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI<br />
im (iebiet bis 1 860 m.<br />
Conuallaria majalis L. Am E-Hang ties Schachentorkopfes auf<br />
einer Gebüschwiese bei 1 870 m (mehrere sterile Individuen). -<br />
Nach VOLLMANN bis 1 780 m. Nach HEGI im Gebiet bis 1 750 m.<br />
Majanthcmum bifoliuni (L.) F. W. Schmidt. Am E-Hang unterhalb<br />
des Schachenhauses auf Moosbülten zusammen mit Rhododen-
Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, lö, n:o -1. 15<br />
liron ferriigineuni l)ei 1 820 m (einige fertile Individuen). — Nack<br />
VOLLMANN bis 1 G8Ü m. Nacli IIP:GI ini Gel)iet bis 1 600- 1 700 ni.<br />
(Ihamaeorchis alpiniis (I..) Rieh. Die liöchsten Standorte: Auf<br />
der Anliölie iiinter der l^'rauenaipspitze in Carex finna -Pohlern<br />
am S-Hang bei 2 320 m (8 fertile Individuen), auf der folgenden<br />
Anluihe am IvIIang bei 2 330 m (ein fertiles Individuum) und am<br />
SK-l Iang bei 2 310 m (ein fertiles Individuum). - Nach VÜLLMANN<br />
bis 2 270 m. I IEGI hat die Art unter den alpinen Arten des Gebietes<br />
erwähnt, ohne jedoch die Höhengrenze anzugeben.<br />
Gijnmadenia albida (L.) I^ich. Der höchste Standort am SE-Verwitlerungshang<br />
des Frauenalpkoj)fes bei 2 310 m (ein 8 cm hohes<br />
Individuum mit verkümmerten Blüten und fünf Individuen ohne<br />
Blütenstände). - Nach VOLLMANN bis 2 130 m. HEGI hat die Art<br />
aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />
IleUehorine alripurpurca (Haf.) Vollm. Am E-Mang des Schachenlorkopfes<br />
auf einer Gebüschwiese bei 1 870 m (drei fertile und ein<br />
steriles Individuum). - Nach VOLLMANX bis 1 500Sn. Nach HEGI<br />
(Hpipactis ruhiginosa) im (iebiet bis etwa 1 000 m.<br />
Listcra ovala U.Br. Am Weg ins Oberrcintal am W-IIang bei<br />
1 G80 m (einige fertile Individuen). - Nach VOLLMANN bis 1 680 m.<br />
Nacli HEGI im (iebiet bis 1 300 - L 100 m.<br />
J:, ,<br />
Dicolijledoneae<br />
Salix herbaceu L. Höchster Standort auf der Anhöhe hinter der<br />
b'rauenalps})itzc bei 2 310 m (ziemlich reichlich, fertil). - Nach<br />
VOLLMANN bis 2 313 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des<br />
(iebietes erwähnt.<br />
S. glabra Scop. Kleine sterile Zwergindividuen hier und da in<br />
ludsenritzen l)is 2 330 m (SE-Hang des Frauenalpkopfes); das<br />
letzte fertile Individuum unterhalb der Meilerhütte am Weg zur<br />
Dreilorspitze am SE-Hang bei 2 320 m (50 cm hoch; ?). - Nach<br />
VOLLMANN bis 1 980 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des<br />
Gebietes erwähnt.<br />
S. grandi j oli a Ser. Eertil bis 1915 m (S-Fels am W-Iiang des<br />
Teufelsgsass). Sterile Individuen: am W-Hang der Schachenplatte
16 A'. Söyrinki, Vertikule Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />
bei 1 990 m; am S-Haii^» der Frauenalpe auf l^Ylsen l)ei 2 080 uiul<br />
2 180 m (ein schöner, 10 cm hoher Strauch); unterhalb der Meilerhütte<br />
am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m (15 cm<br />
hoher Strauch). - Nach VOLLMANN bis 1 910 m. HEGT hat die Art<br />
unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
S. urhuscula auct. (ob L.?). Kleine vereinzelte, gewöhnlich sterile<br />
Individuen zerstreut auf Felsen und Wiesen bis 2 560 m (SK-<br />
Hang des Westgipfels der Dreitorspitze; hier 15 cm hoch mit weiblichen<br />
Kätzchen). - Nach VOLLMANN bis 2 160 m. Von HEGT unter<br />
den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
Urtiai dioeca L. Am Schachenhaus bei 1 860 m; am W-Hang<br />
des Schachentorkopfes in einer Waldlichtung bei 1 870 m; bei der<br />
Meilerhütte an der Abladestelle bei 2 375 m (mehrere Individuen,<br />
audi liier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 1 800 m. HEGT hat<br />
die Art aus dem Gebiet nicht angegeben.<br />
Polygonum vivipanim L. Häufig bis 2 570 m (SE-llang des Westgipfels<br />
der Dreitorspitze; die Bulbillen waren hier am 27. VIII. 1937<br />
ausgestreut). - Nach VOLLMANN bis 2 570 m. Von HEGI unter den<br />
alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
Silenc acaiilis L. Verbreitet bis 2 570 m (Sh:-1 lang des Westgipfels<br />
der Dreitorspitze; steril). - Nach VOLLMANN bis 2 570 m.<br />
Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
S. vulgaris (Mnch) Gcke ssp. alpina (Lam.) Thomas. Im Geröll<br />
ziemUch verbreitet. Die höchsten Standorte: Am S-I lang des Frauenalpkopfes<br />
bei 2 300 m (12-20 cm hoch, am 31. VIII. 1937 sowohl<br />
mit vollentwickelten Früchten als mit Blüten); am SE-Hang der<br />
Frauenalpspitze bei 2 310 m; am S-Hang der Anhöhe hinter der<br />
Frauenalpspitze bei 2 320 m; unterhalb der Meilerhütte am SE-Hang<br />
am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m (mehrere Individuen, auch<br />
hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 300 m. Nach HEGI (Silenc<br />
venosa) im Gebiet bis 1 860 m.<br />
Stellaria nemorum L. Höchster Standort am Teufelsgsass am<br />
Weg zur Meilerhütte auf einer Alchemilla -reichen Wiese bei 1 950 m<br />
(fertil). - Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im (iebiet bis<br />
1 860 M.
Ann. Bot. Soc. Zool.-liot. Fonn. Vanamo, 15, n:
18 N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der F^hanerogamen . . .<br />
Ranunculus alpestris L. Häufig l)is 2 590 ni (SE-i lang des Weslgipfels<br />
der Dreitorspitzc; steril, aber etwa 20 m unterhalb noch<br />
fertil), - Nach VOLLMANN bis 2 500 rn. Von HEGI unter den alpinen<br />
Arten des Gebietes erwähnt.<br />
Ii. repens L. Am Schaclienhaus bei 1 8G0 ni; bei der Meilerhütte<br />
an der Abladestelle bei 2 375 m (mehrere Individuen, steril), - Nach<br />
VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGE im (iebiet bis 1 860 m.<br />
Thaliclrum aquilegiifolium L. Höchster Standort am Teufelsgsass<br />
auf einem Steinl)lock am Weg zur Meilerhütte bei 1 910 m (ein<br />
fertiles Individuum). - Nach VOLLMANN L)is 1 910 m. Nach HEGT<br />
im Gei)iet bis 1 860 m.<br />
Biscutella leviyala L. Hei der Meilerhütte afi der Abladestelle bei<br />
2 375 m (am 25. VIII. 1937 in Hlüte). An natürlichen Standorten<br />
bis 2 210 m (S-IIang des b>auenalpko})fes; vereinzelte Individuen,<br />
fertil). - Nach VOLLMANN L)is 2 210 m. HEGI iiat die Art aus dem<br />
Gebiet nicht angegeben.<br />
Petrocallis pijrenaica L. Niedrigster Standort bei etwa 2 050 m<br />
(im Gamskar am SW-Felshang), der höchste bei 2 610 m (am SEllang<br />
des Westgipfels der Dreitorspitze; hier am 27. VIII, 1937<br />
mit reifen Früchten). - VOLLMANN hat keine Höhengrenzen angegeben.<br />
Nach SENDTNEII (1851, S. 737) isl die Art zwischen 6 28()<br />
und (über) 8 000 pariser Fuss angetroffen worden, nach PRANTL<br />
(Draba pijrenaica L.) zwischen 2 080 und 2 600 m. HEGI hat sie<br />
im Gebiet erst oberiialb etwa 2 200 m angetroffen.<br />
Arabis puniila .Jacq. Auf Felsen bis 2 610 m verbreitet (Slv<br />
Hang des Westgipfels der Dreitorspitze; hier am 27, VIII. 1937<br />
mit teilweise ausgestreuten Samen). - Nach VOLLMANN bis 2 470<br />
m. Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt,<br />
Sedurn atraturn L, Veri)reitet bis 2 570 m (SE-IIang des Westgipfels<br />
der Dreitorspitze). - Nach VOLLMANN bis 2 570 m, HE(H<br />
hat die Art unter den alpinen Pflanzen des (icbietes erwühnt.<br />
Saxifraija rolundifolia L. Höchster Standort am SW-Hang der<br />
Frauenalpe zwischen Steinblöcken bei 2 130 m (wenige sterile Individuen).<br />
- Nach VOLLMANN bis 2 110 m. Von HEGI unter den alpinen<br />
Arten des Gebietes erwähnt,
Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, lö, n:o -1. 19<br />
S. aplujlla Slernl). (S. sienopeUila Gaud.). Verbreitet zwischen<br />
1 780 m (W^aiig iinterlialb des Sehaclienhaiises) und 2 G30 m (West-<br />
Gipfel der Dreitorspitze). - Nacli VOLLMANN zwischen 1 900 und<br />
2 900 m. Von IIEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
Chnjsosplcnium aliernifoliiim L. Am Teufelsgsass am Weg zur<br />
Meilerhütte in einer feuchten Wiesensiedlung bei 1 950 m (mehrere<br />
fertile Indivi(hien). - Nacii VOLLMAN'N bis 1 850 m. Nach HEGT im<br />
Gebiet bis 1600-1700 m.<br />
Paniassia paliislris L. Höchster Standort in einer Wiesensiedhiug<br />
am S-Haug der Anhöhe hinter der Frauenalpspitze l)ei 2 320 m<br />
(mehrere Individuen; am 29. VIII. 1937 teilweise mit weit entwickelten<br />
Früchten, teilweise im Ausblühen). - Nach VOLLMANN<br />
bis 2 320 in. Nacli IlEca im Gebiet bis 2 200 m (Frauenalpe).<br />
liiibiis Huxatilis L, Höchster vSUuidort am Teufelsgsass am Weg zur<br />
Meilerhütte bei 1 950 m (spärlich und steril). - Nach VOLLMANN bis<br />
1 950 m. Nach MEGI im Gebiet bis 1 600-1 700 m.<br />
Polenlilla caiilcscens L. Am Schachentorkoj)f au Felswänden von<br />
etwa 1 870 bis 1 950 m; im Gamskar am SW-IIang von 1 920 bis etwa<br />
2 100 m; unterhalb der Meilerhütte am SE-Hang am Weg zur Dreitorspitze<br />
bei 2 330 m (mehrere Individuen, fertil); am SE-Hang der<br />
Törlsjntze bei 2 130 m (ein kleines steriles Individuum). - Nach VOLL-<br />
MANN bis 1 880 m, nach MAGNUS aber in Herchtesgaflen bis 2 050 m<br />
(Moosscheibe). Nach HEGI im Gebiol nur in tieferen Lagen. Schon<br />
OIJHIÖT (1901, S. 57) hat die Art vom Schachen angegeben, HEGI<br />
(1905, S. 71) aber schreibt, dass die von ihm genuichte Angabe<br />
»Schacheiikopf» nach neueren Untersuchungen P. cliisUma .lacq.<br />
betrifft, und dass auch die beiden anderen von OHKLST erwähnten<br />
V^orkommnisse von P. cnnlescens am .Schaclien (»Felswände am Schachentor<br />
und Teufelsgsass») daher wohl auf climuna zu beziehen<br />
sein dürften. HEGI liat offenbar die beiden Arten verwechselt, denn<br />
ich habe im Gebiet nur P. caulescens gefunden, die nach VOLLMANN<br />
(1911, S. 360) aucii um Miltenwald in der montanen Stufe verbreitet<br />
ist. Der einzige Fundort für die ostalpine P. clusiana im Mittelstock<br />
der bayerischen Alpen, Schachenkopf (HEGI 1905, S. 107; VOLLMANN'<br />
1911 b) ist also zu streichen.
20 N. Söyrinki, Vertikale Verbreitung (ter Phanerogameii . . .<br />
P. dubia (Cr.) Zimm. (P. niiiiinia Mall.). Verbreitet bis 2 420 III<br />
(SE-Han^ der Törlspitze; ein fertiles Individuum). - Nach VOLLMANN<br />
bis 2 100 m, später hat VOLLMANN aber die Art zusammen mit ARNOLD<br />
und TYRELL auf dem Gipfel des Linkerskopfes (Allgäuer Alpen) bei<br />
2 155 m gefunden (VOLLMANN 1017, S. 16). Von HEGI unter den<br />
ali)inen Arten des (iebietes erwähnt.<br />
P. (lurcü L. Verbreitet bis 2 350 m (Scheitel des l'raueualpkopfes;<br />
auch hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 280 m. N'on I IEGI unter<br />
den alpinen Arten des (lel)ieLes angegeben.<br />
lieiim rivalc I.. Höchster Standort am W-IIang des Teufelsgsass<br />
in einer Wiesensiedlung bei 1 910 m (fertil). - Nach VOLLMANN bis<br />
1 800 m. Nach MEGI im (iebiet bis 1 8()0 m.<br />
Diijas odopeiala f.. Auf dem Frauenalpkopf bis 2 350 m; am Sli-<br />
I hing der Törlspitze in Carex /ir/na-Polstern bei 2 120 m; am Sl^-<br />
Hang des Westgipfels tier Dreitorspitze auf Felsen bis 2 570 m (auch<br />
hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 ,'I^O m. Von HEGI unter<br />
den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />
Sorbiis cliamuemespilus (L.) Cr. Höchster Standort am NW-Hang<br />
der Schachenplatte am Weg zur Meilerhütte im Pinns monlana-<br />
(iebüsch hei 2 000 m (steril; 10 m tiefer noch fertil). - Nach VOLL-<br />
MANN l)is 1 850 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes<br />
angegeben.<br />
Allgäuer Alj)en: am Weg zwischen Nebelhorn und Daumen bei<br />
1 900 M.<br />
S. (uicuparia L. Das letzte Individuum am NW-Hang der Schachenplatte<br />
rechts vom Weg zur Meilerhütte im Pinns nwntana-<br />
Gebüsch bei L 980 m (180 cm hoch, mit mehreren Stämmen). - Nach<br />
VOLLMANN bis 1 860 m. HEGI hat die Art aus dem Gebiet nicht<br />
erwähnt.<br />
Trifolium badiuni Schreb. Die höchsten Standorte auf der Frauenalpe<br />
auf den Wiesen der Hail)ler Schichten in S-Fxposition bei 2 200 -<br />
2 210 m (zahlreiche Individuen, fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 100 m.<br />
Von HEGI unter den alpinen Arten des (lel)ietes erwähnt.<br />
T. repens L. Am Teufelsgsass bis I 950 m (am Weg zur Meilerhülte);<br />
auf der Fraueiuil|)e auf Wiesen und an Hachrändern bei 2 190
Anu. fiol. Soc. Zoüi.-Büt. Fenn. V^ananio, 15, 11:0 4. 21<br />
- 2 220 ni (zienilicli reichlich und fertil). - Nach VOLLMANN bis<br />
1 910 m. Nach KEGI im Gebiet bis 1 860 in.<br />
Anlliijllis vulncraria L. var. alpesiris Kit. Die höchsten Standorte:<br />
Aul' der Anhöiie hinter der Frauenalpspitze in Carcx finna- Polstern<br />
am S-Hang bei 2 320 m (mehrere sterile Individuen, etwas tiefer<br />
aucii fertil); am wSP2-Mang der Törlspitze in C. //rm«-Polstern bei<br />
2 m (ein fertiles Individuum) und bei 2 100 m (ein kräftiges Individuum<br />
mit 21 Blütenständen, am 25. Vlll. 1937 ausklingendes<br />
Hlühen). - Nach VOLLMANN bis 2 310 m. Nacli MEGI im Gebiet bis<br />
2 200 m (I'rauenalpe).<br />
Luliis cornicAilaliis L, Die höciisten Standorte: An der Frauenalpe<br />
auf Wiesen am SW-Hang bei 2 130M und am S-Hang bei<br />
2 190 m (ein fertiles Individuum); am SE-Hang der Frauenalpspitze<br />
am l^^isse eines Felsens hei 2 310 m (ein fertiles Individuum, am<br />
11. VI 11. 1936 in voller J^lüte). - Nach VOLLMANN bis 1 9X0 m. MEGL<br />
hat aus dem (iebiet keine Ilöhengrenzen angegeben.<br />
llippocrepis comosa L. Im (xamskar an verwitterten Kalkfelseii<br />
der S-Hänge zerstreut bis 1 970 m (5 - 15 cm hoch, am 19. VIII. 1937<br />
mit vollentwickelten Früchten). - Nach VOLLMANN bis 1 930 m. HEGI<br />
hat die Art am Weg zum Schachen bei Ellnuui (I 100 m) angetroffen.<br />
Oxalis aceloseUa L. Hier und da in IHiiiis monlana- und Alniis<br />
uiridis-Cidhünchen sowie an schattigen Felsen bis 1 910 m (W-IIang<br />
des Teufelsgsass, hier am 19. VI. 1936 in voller Blüte). - Nach VOLL-<br />
MANN bis 1 750 m. HEGI hat die Art aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />
IJiuini aüharlicum L. Höchster Standort am SE-Hang der Frauenalpspitze<br />
im Kalkgrus bei 2 310 m (einige Individuen von 12 cm<br />
Höhe, am 29. VIII. 1937 mit Knospen, geöffneten Blüten und weit<br />
entwickelten Früchten). - Nach VOLLMANN bis 2 010 m. Nach HEGI<br />
im (iebiet bis 1 860 m.<br />
Poiygnla vulgare L. Aufwiesen verbreitet bis (mindestens) 1 920 m<br />
(W-Hang des Teufelsgsass; Iiier am 19. VI. 1936 im Aufblühen). -<br />
Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im (iebiet bis 1 860 m.<br />
P. chaniaehu.viis I.. Am Schachentorkopf bis 1 950 m (am<br />
29. VI. 1937 in voller Blüte); im (iamskar im Kalkgrus am S-Hatig<br />
zerstreut bis I 970 m (steril; am W^-Hang bei 1 920 m am Rande eines
22 A'. Söyrinki, Vertikule Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />
Pinns montana-Gebüsches am 8. VI 1,1930 in voller Blüte); uiiterhall)<br />
der Meilerhütte am SE-Felsliaiig am Weg zur Dreitorspitze hei<br />
2 330 m (ziemlich spärlich und steril). - Nach VOLLMANN bis 1 720 rn.<br />
Nach HEGI vereinzelt bis etwa 1 150 m (Wettersteinalpe am Weg<br />
zum Scliachen). SUESSENGUTII (1931, S. 31) fand die Art unter der<br />
Hiffelscharte (Wetterstein, Mittelstock der Bayerischen Alpen) bis<br />
1 850 m hinaufsteigend.<br />
Jiluimnus pumila L. Höchster Standort unterhall) der Meilerhütte<br />
am SK-Felshang am zur Dreitorspitze bei 2 330 m (einige Tndividuen,<br />
am 21. VIII. 1937 mit bläulich gefärbten Früchten). - Nach<br />
VOLLMANN bis 2 030 m, nach PKANTL aber bis 2 300 m und nach<br />
SENDTNEU (1851, .S. 756) bis Ü 215'.<br />
Hypericum muculatum Cr. (//. qiuidranyuliim L. ?). Hier und da<br />
auf Wiesen und an Felsen bis 1 910 m (W-Ilang des Teufelsgsass<br />
am Weg zur Meilerhütte; hier am 11. VIII. 1937 in voller Blüte). -<br />
Nach VOLLMANN bis 1 800 m. Nach HEGI im Oebiet bis 1 8(50 in.<br />
Helianthemiwi chamdccistus Mill. {IL vulgare (iaertn.). Höchster<br />
Standort hinter der Frauenalpspitze im Kalkschutt an einem verwitterten<br />
S-Felshang bei 2310 m(ein fertiles Individuum, am29.Vni.<br />
1937 im Ausblühen begriffen; wahrscheinlich ssp. hirsiüiim |Thuill.|<br />
Mér. f. ohsciirnm [Pers.] Janch.). - Nach VOLLMANN bis 2 230 m.<br />
HEGI hat die Art aus dem (iebiet niclit erwähnt.<br />
II. alpesire (Jacq.) Dun. Auf Kalkfelsen verbreitet bis 2 540 m<br />
(am SE-Hang des Westgipfels der Dreitorspitze; hier noch fertil). -<br />
Nach VOLLMANN bis 2 5 10 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des<br />
(iebietes erwähnt.<br />
Viola biflora L. Aufwiesen und Felsen verbreitet: am Fraueiudpkopf<br />
bis 2 350 m; am SE-Hang der Törlspitze bis 2 410 m; am SE-<br />
Hang des Westgipfels der Dreitorspitze bis 2 530 m (hier am 27. VI II.<br />
1937 mit vollentwickelten Früchten). - Nach VOLLMANN bis 2 280 m.<br />
Von HEGI unter den alpinen Arten des (iebietes angegeben.<br />
Daphne mezereum L. Zerstreut auf Wiesen, an Felsen und auf<br />
Steinblöcken bis 1 950 m (W-Hang des Teufelsgsass am Weg zur<br />
Meilerhütte). - Nach VOLLMANN bis 1 880 m. HEGI hat die Art aus<br />
dem (Iebiet nicht erwähnt.
Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 23<br />
I), striata 'rratt. Die liöchsLen Standorte: Im Angerl-Locli ani'<br />
einer Felsenwiese am SE-IIang bei 2 220 m; anf der Franenalpe an<br />
einem SE-Felsiiang l)ei 2 22Ü m; am SE-Felsliang der Frauenalpspitze<br />
im Kalkgrus bei 2 32Ü m; unterhalb der Meilerhütte am SK-<br />
Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m (mehrere Individuen);<br />
am SE-liang der Törlspitze vor einer kleinen Felshöhle ziemlicli<br />
reichlieh auf etwa 1 m^ i)ei 2 100 m (bis 10 cm hoch; am 25. VIII. 1937<br />
noch beinahe in voller Blüte, sogar noch Knosjien). - Nach VOLLMAXN<br />
bis 2 200 m. Von IIEGI unter den al])inen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
(Ihamacnerium angmtifolium (L.) Scoj). Höchster Standort am<br />
Aussichtsjilatz am Schachen bei 1 875 m (mehrere Individuen; am<br />
22. VIII. 193G waren die untersten Blüten schon verwelkt, die mittleren<br />
voll (Mitl'altet und die obersten erst im Knospenstadium;<br />
am 13. VIII. 1937 war das Starlium der vollen Blüte schon überholt).<br />
- Nach VOLLMANN bis 1 800 m. RUBNER (1917, S. 3()2) hat aber die<br />
Art auf dem Jännergij)fel bei Berchtesgaden el)enfalls bei 1 875 m<br />
angetroffen und schreibt: »Die Blüten der hier gefundenen Exem-<br />
})lare waren Mitte August noch völlig unentwickelt, die Blätter klein,<br />
derb, mit stark gewelltem Band; alles deutliche Anpassungen an das<br />
Höhenklima.» Meiner Erfahrung nach kann man aber bei dieser Art<br />
nicht von einer »Anpassung an das Höhenklima» sprechen, sondern<br />
es handelt sich wohl eher um eine entwicklungshemmende Wirkung<br />
des Höhenklimas, an das sich die Art nicht genügend ange])asst hat<br />
(vgl. SÖYRINKI 1939, S. 302). Nach HEGI steigt die Art im (iebiet<br />
bis 1 8(50 m.<br />
Epilobium alpestrc (.Jaccj.) Krock. {E. Iriijonuni Schrk.). Am<br />
Abstieg ins Beintal im Alniis viridis -Gvhnsch bei L 850 m; am Weg<br />
zum Aussichtsplatz am Schachen bei 1 870 m (ziendich sjiärlich;<br />
fertil). - Nach VOLLMANX bis 1 810 m. \'on HEGI unter den alpinen<br />
Arten des (iebietes erwähnt.<br />
K. alsinifolium Vill. Die höciisten Standorte: Auf der P^rauenal|)e<br />
an Bachrändern in S-l^xj)osili()n bei 2 190-2 210 m (fertil, am<br />
29. VIII. 1937 zum Teil mit vollentwickelten Früchten). - Nach<br />
VOLLMANN bis 2 000 m. HEGI hat die Art unter den alj)inen Arten<br />
des (lel)ietes erwähnt.<br />
Asirantia maior L. Die iiöchsten Vorkommnisse: Am Abstieg ins<br />
lU'intal am W-Hang bis 1 800 m; am b>Hang des Schachentorkopfes
24 A'. .S'ö/y/7/jA'i, Vertikale Verbreitimg der IMiaiverogaiueii ...<br />
auf Felsenwiesen J)ei 1 880 in (vereinzeile Indivifluen, ierlil). - Nach<br />
VOLLMANN bis 1 750 ni. Nacii MEGI im (lebiet bis 1 BOO - 1 700 ni.<br />
Chaerophijllum Iiirsiitiim L. ssp. cicularia (Vill.) Bri([. Höchster<br />
Standort am W-Han^ des Teufelsgsass in einer Wiesensiedlung zwischen<br />
Felsen bei 1 920 m (vereinzelte Individuen; am M. VIII. 1937<br />
mit weit entwickelten Früchten). - VOLLMANN hat für die Linterart<br />
keine Höhengrenze angegeben, nach PRANTL verläuft sie aber bei<br />
2 010 ni. Nach HEGI im (lebiet bis 1 (IOO - 1 700 ni.<br />
Anthrisciis siluester (L.) Iloffm. liei der Meilerhütte an der Abladestelle<br />
bei 2 375 m (ein steriles Individuum). - Nach VOLLMANN bis<br />
1 160 m. IlFAjr hat die Art aus dem (lei)iet nicht erwähnt.<br />
Carum carvi L. Am Schacheniiaus an der Al)la(leslelle bei 1 81)0 m<br />
(einige Individuen; am 2. IX. 1937 in voller Blüte). - Nach VOLLMANN<br />
bis 1 800 m. MEGI hat die Art aus dem (iebiet nicht erwähnt,<br />
Pimpinella niuior (L.) Huds. (I\ magna L.). Verbreitet bis<br />
I 900 m (IvHang des Schachentorkopfes; fertil). - Nach VOLLMANN<br />
bis 1 900 m. Nach HEGI im (iebiet bis 1 860 m.<br />
P. saxifraga L. var. minor Spreng, (nicht ssp. alpestris, wie bei<br />
VOLLMANN; vgl. PAUL in SUESSENGUTII 1931, S. 37). Auf der Frauenalpe<br />
zerstreut auf Wiesen zwischen 2 220 und 2 320 m (S-I lang des<br />
Frauenalpkopfes, hier 1-5 cm hoch, am 25. VIH. 1937 z.T. mit<br />
Blüten oder Knos[)en, z.T. ausgeblüht). - Nach VOLLMANN steigt<br />
P. saxijraga hinauf bis 2 210 m. HEGI hat die Art aus dem (iebiet<br />
nicht erwähnt. Die Varietät ist im Mittelstock der bayerischen Alpen<br />
früher am Karwendel angetroffen werden, ausserdem in Bayern nur<br />
am Höfats (Allgäuer Al|)en).<br />
Alhamanla cretensis L. Die höchsten Standorte: Hinter der l'rauenalpspitze<br />
im (ieröll am Fusse eines S-Felshangs bei 2 320 m (fertil);<br />
unterhalb der Meilerhütte am SK-Felshang am Weg zur Dreitorspitze<br />
bei 2 330 m (am 21. VIH. 1937 mit weit entwickelten Früchten); am<br />
SK-Felshang der Törlspitze bei 2 120 m (auch hier noch mehrere<br />
fertile Individuen). - Nach VOLLMANN bis 2 200 m. Von HEGI unter<br />
den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />
IJgiislicum mulellina (L.) O. (Meum miitellina (iaertn.) Verbreitet<br />
bis 2 310 m (S-Hang des Frauenalpkopfes); am SF-Hang der
Anil. l^ol. Soc. Zool.-Bot. Femi. Vaiianio, 15, 11:0 1. 25<br />
Törlspitze im Vorwitteriings^rus hei 2 120 ni (inehroro ü|)[)ige, forlilo<br />
Individuen). - Nach VOLLMANX his 2 310 ni. Von llroGi unter den<br />
al[)inen Arten des (lehietes erwähnt.<br />
Rhododendron feriiujinenm T.. Verbreitet his 2 030 ni (NW-llang<br />
der Schachenplatte am Wei» zur Meilerhütte oherhalh des letzten<br />
Pinns moniana -Gebüsches auf Humus). - Nach VOLLMAXN his<br />
2 030 m. Nach HEGT im (Vehiet nicht über 1 900 m.<br />
]{. hirsutnni L. Auf Kalkfelsen verbreitet bis 2 030 ni (Slvllan,i»<br />
des Westgipfels der Dreitorspitze). - Nach VOLLMAX bis 2 130 m.<br />
Von HEGI unter den alpinen Arten des (lehietes erwähnt.<br />
Ii. inlernicdinm Tausch. (H. (criiujineiim x liirsnluin). Die höchsten<br />
Standorte: am S-Hang der Frauenalpe auf Wiesen hei 2 170 und<br />
2 200 m. - VOLLMANX wie PUAN^RL haben keine llöhengreuzen angei,'eben.<br />
Hp:GI hal den liastard aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />
Arcloslaplujlos (dpina Spreng. Die höchsten Standorte: Auf der<br />
Frauenalpe am hunius- und moosl)edeckten N-I"elshang am [lande<br />
der l^latte bei 2 220 m (schöne 'rep[)iche); am SK-Ilang der b>auenalpspitze<br />
auf einem Felsenabsatz im Verwitterungsgrus bei 2 310 m<br />
(ein steriles Individuum). - Nach VOLLMAXX bis 2 110 m. N'on HEGI<br />
unter den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />
Yaccinium nujiiillns i^. Höchster Standort am S-Hang der Anhöhe<br />
hinter der Frauenalpspitze in einer Wiesensiedlung bei 2 330 m<br />
(steril). - Nach VOLLMAXX bis 2 280 ni. HEGI hat die Art aus dem<br />
Gebiet nicht erwähnt.<br />
V, uliginosnm L. In (Uue.r firmn -Polstern am S-Hang der Anhöhe<br />
hinter der Frauenalpspitze bei 2 310 m; auf dem Frauenalpkopf bis<br />
2 350 m; am SK-Hang der Törlspitze bei 2 120 m (zahlreiche Zwergindividuen<br />
mit 3-7 mm langen und 2.5-5.5 mm breiten Blättern,<br />
ähnlich der f. nücropliijllnm arktischer (iebiete). Oberhalb 2 200 m<br />
nur steril angetroffen. - Nach VOLLMAXX bis 2 280 m. Von HEGI<br />
unter den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />
V. vitis idacdl.. Die höchsten Standorte: In (Uirex firma -i\)lstern<br />
am SE-Hang des Frauenalpsattels zerstreut bei 2 300 m; am S- und<br />
W-Hang der Frauenalpspitze bei 2 310 m. Oberhalb 2 200 m nur<br />
steril beobachtet. - Nach VOLLMAX.X bis 2 270 m. HK(ii hat die Art<br />
aus dem (iebiet nicht erwähnt.
2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />
Erica cariiea L, Die liöclisteii Standorte: Am SK-Mang der Fraiicnalpspitze<br />
im Kalkgnis bei 2 310 m; unteriialb der Meilerhütte am<br />
SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m (mehrere Individuen;<br />
am 21. VIII. 1937 noch Blüten, zum Teil aber mit weit entwickelten<br />
Früchten). - Nach VOLLMANN bis 2 300 m. Von I IEGI unter<br />
den alpinen Arten des (ie])ietes erwähnt.<br />
Primula (arinosa L. Die höchsten Standorte: Am S-Hang des<br />
Frauenalpkopfes auf Wiesen bis 2 320 m; am S-Hang der Anhöhe<br />
hinter der I'rauenalpspitze in Care.v firma -Polstern l)ei 2 310 m.<br />
(ziemlich reichlich und fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 280 m. I IEGI<br />
hat für die Art keine Höhengrenzen im Gebiet angegeben.<br />
P. auricula L. Auf Kalkfelsen verbreitet bis 2 130 m (S-Hang der<br />
Törlspitze; hier mehrere Individuen, am 11. VII. 1937 in voller Blüte).<br />
- Nach VOLLMANN bis 2 360 m. Von HEGI unter den alpinen Arten<br />
des (iebietes erwähnt.<br />
Genliana pannonica Scoj). Am W-Hang des Teufelsgsass auf Wiesen<br />
zerstreut l)is 1 910 m (fertil); am NW-Mang der Schachenplatte<br />
im letzten Pinus montana-Gehüsch aju Weg zur Meilerhütte l)ei<br />
2 010 m (steril); am SW-IIang der Frauenalpe auf Wiesen am Fusse<br />
der l'elsen bei 2 050 - 2 060 m (zaiilreiche fertile Individuen). - Nach<br />
VOLLMANN bis 1 900 m, nach ScinViXD in den Allgäuer Alpen bis<br />
2 000 m (SUESSENGUTH 1931, S. 39). Von HEGI unter den aipinen<br />
Arten des (iebietes erwähnt.<br />
(i. nivalis 1^. Höchster Standort am SE-Hang der Törisi)itze in<br />
(Airc.v scmperuirciis -Basen bei 2 120 m (mehrere Individuen, 3 - 5 cm<br />
hoch, mit einer einzigen I^lüte; am 25. VI II. 1937 z.T. in voller Blüte,<br />
z.T. ausgeblüiit). - Nach VOLLMAXN bis 2 100 m. Von HEGF unter<br />
den alpinen Arten des (Iebietes erwähnt.<br />
G. acaulis L. ssp. Clusii Perr. & Song. {G. vuUjaria (i. Beck).<br />
Höchster Standort am SR-Hang der Törlspitze in CAUCX semperuirenslUisen<br />
bei 2 120 m (ziemlicli reichlich; fertil). - Hach VOLLMAXN bis<br />
2 350 m. HEGI hat die Art unter den alpinen Arten des (iebietes<br />
erwähnt.<br />
G. asclepiadea L. Steigt am E-Hang des Schachentorkopfes bis<br />
1 870 m hinauf (steril). - Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI<br />
im (iebiet bis 1 860 m.
Ann. Hot. Soc. Zool.-Fiot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 1. 27<br />
Mijusotis silualica (l^lirli.) llolTni. var. alpestris Schmidt. Aul" Wiesen<br />
und im Geröll ziemlich verbreitet bis 2 350 m (Frauenalpkopf;<br />
auch hier noch fertil). - Nach VOLLMANN steigt die Art hinauf bis<br />
1 860 in, für die Varietät ist keine Höhengrenze besonders angegeben;<br />
nach SF:NDTNEII (1854, WS. 830) kommt dagegen M. alpestris bis 7 47'!'<br />
vor, nach PRANTL var. alpestris bis 2 430 m. Von HEGI unter den<br />
alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />
(Udamintha alpina (L.)i^am. 1 löchster Standort hinter der Frauenalpspilze<br />
im Kalk.schutt am S-Mang bei 2 320 m (ziemlicii spärlich,<br />
fertil, und zwar am 29. VIII. 1937 im Ausblühen begriffen). - Nach<br />
VOLLMANN bis 2 2 10 m. Von HEGI (Saturefa alpina) unter den alpinen<br />
Arten des (iebietes erwähnt.<br />
Veronica serpyllifolia L. Die höchsten Standorte: Auf der Frauenalpe<br />
an ßachrändern und auf feuchten Schneeböden zwischen 2 190<br />
und 2 220 m; am S-Uang des FYauenalpkopfes in einer Wiesensiedlung<br />
bei 2 340 m (ziemlich spärlich, 7-11 cm hoch, am 26. VIII. 1937<br />
mit weit entwickelten Früchten); bei der Meilerhütte an der Abladesteile<br />
bei 2 375 m (fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 000 tn. Nach<br />
IlE(;r im (iebiet bis 1 860 m.<br />
Melampijnun pralense I.. Steigt im (lamskar in den Pinns nionlana-Cichü^chcn<br />
des W-I längs bis 1 930 ni; am Teufelsgsass am Weg<br />
zur Meilerhülte bei 1 950 ni (mehrere Individuen, ferlil). - Nach<br />
VOLLMANN bis 1 900 m. HEGI hat die Art aus dem (iebiet nicht<br />
erwähnt. i<br />
Knphrasia salisbnrgcnsis I'ck. Die höchsten Standorte: Auf der<br />
Frauenalpe auf Felsen und Wiesen verbreitet zwischen 2 200 und<br />
2 350 m (Frauenalpkopf); unterhalb der Meilerhütte am SlvFelshang<br />
am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m; am SE-Hang der Törlspitze<br />
in Carcx sempervirens-lin&cn bei 2 420 m (1..5-4 cm hoch, am<br />
25. VHl. 1937 z.T. in voller Blüte, z.T. mit Knospen). - Nach VOLL-^<br />
MANN bis etwa 2 000 m, aber nach PRANTL bis 2 300 m und nach<br />
SENJYRNER (1851, S. 811) bis 7 100'. Von HEGI unter den alpinen<br />
Arten des Gebietes erwähnt.<br />
E. nünima Jacq. Noch auf der Frauenalpe auf Wiesen zwischen<br />
2 200 und 2 310 m verbreitet (S-Hang des Frauenalpkopfes, hier am
28 A'. Söijrinki, Vertikale Verhreitung der Phaiierogainen . . .<br />
26. Vlll. 1937 die untersten Früchte sclion weit entwickelt, an der<br />
Spitze gewöhnlich noch eine Blüte). - Nach VOLLMANN bis 2 100 m,<br />
nach PRANTL bis 2 360 m und nach SENDTISER (1851, VS. 841) l)is<br />
6 960', Von HEGI unter den alpinen Arten des (lebietes erwälint.<br />
Pediciilaris rostralo-capiiaia Cr, {P. Jacqiiini Koch). Auf Wiesen<br />
und Felsen verbreitet bis 2 120 m (in Carex firma -Polstern am<br />
SE-Hang der Törlspitze, hier am 25. VIII. 1937 z. F. mit weit entwickelten<br />
Früchten, z.T. noch in voller Blüte). - Nach VOLLMATSN<br />
bis 2 300 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des (lebietes erwähnt.<br />
Pinguiciila alpina L, Die höchsten Standorte: Auf der Frauenalpe<br />
an einem SE-Felshang bei 2 220 m; am SE-Iiang des Frauenalpsattels<br />
in Carex firma -Polstern bei 2 300 m; am SE-F>lshang der<br />
Frauenalpspitze bei 2 310 und 2 320 m; am S-Hang der Aniiöhe hinter<br />
der Frauenalpspitze in Carex firma -Polstern bei 2 330 m; unterhalb<br />
der Meilerhütte am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze<br />
bei 2 330 m (fertil, am 21. VIII, 1937 mit weil entwickelten Früchten).<br />
- Nach VOLLMANN bis 2 200 m. Nach HEGI im (iebiet i)is 1 600-<br />
1 700 m.<br />
Globularia cordifolia L, Die höchsten Standorte: Am S-Hang der<br />
F'rauenalpe auf einem Felsen bei 2 200 m; am SE-I lang der Frauenalpspitze<br />
im Verwitterurigsgrus l)ei 2 320 m; unteriialb der Meilerhütte<br />
am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m; am<br />
SE-Hang der Törlspitze in Carex sempervirens -Rasen bei 2 120 ni<br />
(auch hier noch fertil), - Nach VOLLMANN bis 2 200 m. Von HEGI<br />
unter den alpinen Arten des (lebietes erwähnt.<br />
Plantago maior L. Am Teufelsgsass am Weg zur Meilerhütte l)ei<br />
1 950 m (fertil); bei der Meilerhütte an der Abladesteile bei 2 375 m<br />
(ein fertiles Individuum). - Nach VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI<br />
im Gebiet bis 1 860 m.<br />
Galium helveticum Weigel. Am SE-Felshang des Westgipfels der<br />
Dreitorspitze zerstreut bis 2 610 m (fertil, und zwar am 27.VIII.1937<br />
schon ausgeblüht). - Nach VOLLMANN bis 2 600 m. Nach HEGI<br />
an der S-Seite der Dreitorspitze.<br />
G. piimilum Murray ssp. alpeslre Claud. {G. anisophylliim Vill.).<br />
Am Frauenalpkopf auf Wiesen und Felsen verbreitet bis 2 350 m;<br />
am SE-Hang der Törls})itze in Carex //r/n«-Polstern bei 2 420 m
Ann. I^ot. Soc. Zool.-Bot. Ft'un. Vanamo, 15, 11:0 1. 29<br />
(bis 8 cm liocli, lerlil; am 25. VI11. 1937 z.T. in voller Blüte, z.T.<br />
ausgeblüht); am SE-Hang des Westgipfels der Dreitorspitze auf<br />
Felsen zerstreut bis 2 500 m (hier am 27. VIII. 1937 ausgeblüht).<br />
- Nach VoLLMANN bis 2 300 m. Von HK(JI unter den alpinen Arten<br />
des Gebietes erwähnt.<br />
Loniccra
2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />
ausgeblüht, z.T. uocli mit Knospen). - Nacii VOLLMANN bis 2 320 m.,<br />
1 IEGI bat die Art aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />
)'<br />
Campanula cochleariifolia Lam. (C. piisillä Haenke). Auf<br />
Felsen verbreitet: auf der Törlspitze i)is 2 440 ni; am wSE-Hang des<br />
Westgipfels der Dreitors[)itze bis 2 590 m (fertil, und zwar am<br />
27. VIII. 1937 im Aufblühen begriffen). - Nach VOLLMANN bis<br />
2 430 m. Von IIEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
C. Sclieiichzeri Vill. Verbreitet bis 2 420 m (am SE-IIang der<br />
'iorlspitze in CAirex sempervirens -Hasen, am 22. VIII. 1937 mit kleinen<br />
Knospen). - Nach VOLLMANN bis 2 420 m. Von MEGT unter den<br />
alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />
Plujteiiiua hemispliaericiim L. I4öchster Standort auf dem Frauenalpkopf<br />
in einer Wiesensiedlung auf den Rai))ler Schichten bei<br />
2 350 m (meiirere fertile Individuen, und zwar am 25. VIII. 1937<br />
in voller Blüte). - VOLLMANN (1917, S. 63) hat die Art bei 2 205 m<br />
auf dem Fürschiesser (Allgäuer Alpen) angetroffen. IIEGI hat sie<br />
von der Frauenalpe (etwa 2 200 m) erwähnt.<br />
Ph. orbiculnre L. Auf Wiesen und Felsen verbreitet. Die höchsten<br />
Standorte: am SE-Ilang der Frauenalpspitze auf einem Felsenabsatz<br />
bei 2 310 m (fertil); hinter der Frauenalpspitze im Kalkschutt eines<br />
.S-1 längs bei 2 310 m (ein fertiles Individuum, am 29. VIII. 1937<br />
in voller Blüte) und 2 320 m (steril); unterhalb der Meilerhütte am<br />
SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 320 m (fertil, und<br />
zwar am 21. VIII. 1937 in voller Blüte); am SE-IIang der TÖrU<br />
spitze in Carex semperoirens -Unsen bei 2 420 ni (einige sterile Individuen).<br />
- Nach VOLLMANN bis 2 280 m. MEGI hat die Art aus dem<br />
(iebiet nicht erwähnt.<br />
Adenostijles glabra (Mill.) DC. (.4. alpina Bl. Sc Fing.). Die höchsten<br />
Standorte: Am SE-IIang des Frauenalpsattels im Kalkgrus bei<br />
2 250 m (ein kleines fertiles Individuum); hinter der Frauenalpspitze<br />
am S-IIang im Geröll bei 2 320 m (ein steriles Individuum); unterhalb<br />
der Meilerhütte am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze<br />
bei 2 320 m (ein steriles und ein fertiles Individuum, am 21. VIII.'<br />
1937 in voller 131üte); zwischen Jörlspitze und Musterstein am SE-<br />
Felshang bei 2 400 und 2 410 m (an beiden Stellen ein kleines fertiles
Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 31<br />
Individuum). - Nach VOLLMANN his 2 250 m. Von HEGI unter<br />
den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
liellidiastruin Michelii Cass. (Aster hellidiaslriim Scop.), Auf Felsen<br />
und Wiesen verbreitet. Die höchsten Standorte: Am SE-Hang<br />
der Frauenalpspitze auf einem Felsenabsatz bei 2 310 m (fertil);<br />
unterhalb der Meilerhütte am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze<br />
bei 2 330 m (steril); auf dem Frauenalpkopf zerstreut bis<br />
2 350 m (hier steril?); am SE-Hang der Törlspitze in Carex senipervircns<br />
-Hasen bei 2 420 m (mehrere fertile Individuen, und zwar am<br />
15. VIN. 1937 ausgel)lüht). - Nach VOLLMANN bis 2 280 m. Nach<br />
llEor im Gebiet bis 1 860 m.<br />
Gmiphaliiim supinum L. Auf Schneeböden und mehr oder minder<br />
spät ausapernden Wiesen häufig und oft reichlich bis 2 350 m (Frauenalpkopf,<br />
auch hier noch fertil). - Nach VOLLMANN bis 2 050 m. Nach<br />
MAGNUS (1915, S. 194) auf der Funtenseetauern in Berchtesgaden<br />
bis 2 200 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
G. hoppeamim Koch. Auf Wiesen zerstreut bis 2 310 m (E-Hang<br />
der Frauenalpspitze, hier 1.5-3 cm hoch, fertil). - Nach VOLL-<br />
MANN bis 2 080 m, doch liegt hier offenbar ein Druckfehler vor, denn<br />
nach PRANTL steigt die Art bis 2 280 m und nach SENDTNER (1854,<br />
S. 794) bis 7 034', ja, am Muttenkopf wächst sie sogar noch bei 7 284'.<br />
Von HEGI unter den alpinen Arten des (iebietes erwähnt.<br />
Tussilago farfara L. Höchster Standort am SE-Hang des Frauenali)sattels<br />
im Verwitterungsgrus bei 2 300 m (eine Siedlung von<br />
einigen Quadratmetern, zusammen mit Chrysanthemum atratum;<br />
steril). - Nach VOLLMANN bis 2 215 m (an der Nordwand des Ilochra])penkopfes.<br />
Allgäuer Alpen; VOLLMANN 1912, S. 445-446). Nach<br />
HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />
Petasites albus (L.) Gaertn. Am E-Hang des Schachentorkopfes<br />
auf einer feuchten Wiese bei 1 900 m; am W-Hang des Teufelsgsass<br />
am Rande eines Quellenbaches bei 1 860 m und in einer Wiesensiedlung<br />
bei 1 910 m. An allen lieobachtungsorten eine kleine,<br />
sterile Siedlung. - Nach VOLLMANN bis 1 690 m. HEGI hat die Art<br />
aus dem Gebiet erwähnt, ohne jedoch die Höhengrenze anzugeben.<br />
Homogijne alpina (L.) Cass. Auf Wiesen und Schneeböden häufig<br />
und gewöhnlich reichlich. Die höchsten Standorte: Am S-Hang der<br />
3
2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />
Anhöhe liinter der Frauenalpsj)itze in Carex firma -Polstern l)ei<br />
2 310 m; auf dem Frauenalpkopf bis 2 350 m (hier am 2. VII. 1937<br />
im Aufblühen); am SE-Hang der Törlspitze in Carex sempervirens-<br />
Rasen bei 2 420 m (auch hier noch ziemlich reichlich und am 9. VII.<br />
1937 in voller Blüte). - Nach VOLLMANN bis 2 300 m. Von HEGI<br />
unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.<br />
Senecio vulgaris L. Am Schaclienhaus an der Abladestelle bei<br />
1 8G0 m (wenige Individuen, am 2. IX. 1937 eben im Aufblühen).<br />
Nach VOLLMANN bis 860 m (nach SENDTNER [1854, S. 799] bis<br />
1 920'). HEGI hat die Art aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />
(larduua defloratus L. Die höchsten Standorte: Am SE-Hang der<br />
Frauenalpspitze im Kalkgrus bei 2 310 m (einige fertile Individuen,<br />
am 15. VIII. 1936 mit angeschwollenen Knospen, am 28. VIII. 1937<br />
im Aufblühen); am S-Hang hinter der Frauenalpspitze bei 2 320 m<br />
(mehrere fertile und sterile Individuen; am 29. VIH. 1937 in voller<br />
Blüte); unterhalb der Meilerhütte am SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze<br />
bei 2 320 m (ein fertiles und einige junge sterile Individuen,<br />
am 21. VIH. 1937 in voller Blüte). - Nach VOLLMANN bis 2 270 m.<br />
Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />
Cirslimi spinosissiniurn (L.) Scop. Die höchsten Standorte: Am<br />
SE- und SW-Hang der Frauenalpspitze im Vervvitterungsgrus bei<br />
2 310 m; am S-Hang der Frauenalpspitze in einer Wiesensiedlung bei<br />
2 340 m (einige fertile Individuen, am 25. VIH. 1937 z.T. ausgeblüht,<br />
z.T. noch in der Blüte; junge sterile Individuen auch auf<br />
den nahegelegenen Schneeböden); am Fusse des Westgipfels der<br />
Dreitorspitze im Geröll am SE-Hang bei 2 460 m (mehrere fertile<br />
Individuen; am 27. VIH. 1937 z.T. schon ausgei)lüht, z.T. erst in<br />
der Knospe). - MAGNUS (1915, S. 504) hat die Art am Wildpalfen in<br />
Berchtesgaden bei 2 040 m gefunden. Nach VOLLMANN bis 2 020 m,<br />
nach PKANTL aber bis 2 320 m und nach SENDTNER (1854, S. 801)<br />
bis 7 150' (Druckfehler bei VOLLMANN?).<br />
Leontodon taraxaci (Vill.) Lois. Die liöchsten Standorte: Am<br />
S-Hang der Törlspitze im Kalkschutt bei 2 420 m (mehrere fertile<br />
Individuen, am 22. VIH. 1937 im Aufblühen); am SE-Hang des<br />
Westgipfels der Dreitorspitze zerstreut bis 2 560 m (auch hier noch<br />
fertil, am 27. VIH. 1937 im Aufblühen). - Nach VOLLMANN bis<br />
2 300 m. Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.
Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 33<br />
L. hispidiis L. Auf Wiesen häufig. Die höchsten Standorte: Am<br />
S-Hang des Frauenalpkopfes in einer Poa alpina -reichen Wiesensiedhing<br />
bei 2 340 m (6 - 8 cm holie Zwergindividuen, am 26. VIII.<br />
1937 im Ausblühen); bei der Meilerhütte an der Abladesteile bei<br />
2 375 m (mehrere fertile Individuen, am 22. VIII. 1937 in voller<br />
Blüte). - Nach VOLLMANN bis 2 240 rn. Nach HEGI im Gebiet noch<br />
auf der Frauenalpe (etwa 2 200 m).<br />
L. hispidm L. var. hastilis L. Höchster Standort am S-Hang der<br />
Frauenalpe auf einer Felsenwiese bei 2 170 m (Individuen 26-29 cm<br />
]u)ch, am 28. VIII. 1937 z.T. ausgeblüht, z.T. noch in voller Blüte).<br />
- Nach VOLLMANN bis 1 800 m. Nach HEGI (L. hastilis) im Gebiet<br />
bis 1 860 m.<br />
Taraxacum officinale Web. (coll.). Auf Felsen und Wiesen verbreitet<br />
bis 2 590 m (SE-Hang des Westgipfels der Dreitorspitze,<br />
hier am 27. VHI. 1937 zum Teil in voller Blüte). - Nach VOLLMANN<br />
bis 2 510 m. HEGI hat die Art in Gebiet noch auf der Frauenalpe<br />
(etwa 2 200 m) beobachtet.<br />
Crepis aurea (L.) Gass. Die höchsten Standorte: Am S-Hang des<br />
Frauenalpkopfes in einer Soldanella piisi/Za-Scimeebodensiedluug<br />
bei 2 310 m (zahlreiche sterile und ein fertiles Individuum) und in<br />
einer Poa alpina -reichen Wiesensiedlung bei 2 340 m (mehrere<br />
fertile Individuen von 10- 11 cm Höhe, am 20. VIII. 1937 in voller<br />
Blüte). - Nach VOLLMANN bis 2 270 m. Von HEGI unter den alpinen<br />
Arten des Gebietes erwähnt.<br />
C. Jacquini Tausch. Die höchsten Standorte: Am W-Hang des<br />
Frauenalpsattels auf Felsen zwischen Carex firma -Polstern bei<br />
2 210 m; am SE-Hang der Frauenalpspitze im Kalkgrus bei<br />
2 320 m (4-5 cm hohe Individuen, am 28. VHI. 1937 in voller<br />
Blüte, ein ausgeblühtes Individuum 10 cm hoch; Pflanzen stets<br />
nur mit einem einzigen Körbchen); unterhalb der Meilerhütte am<br />
SE-Felshang am Weg zur Dreitorspitze bei 2 330 m (mehrere Individuen,<br />
am 21. VHI. 1936 und am 21. VHI. 1937 im Ausblühen);<br />
am SE-Hang der Törls})itze bei 2 430 m (ein Individuum mit einer<br />
Blütenknospe am 22. VHI. 1937). - Nach VOLLMANN bis 2 120 m.<br />
Von HEGI unter den alpinen Arten des Gebietes erwähnt.
N. Söi/ritiki, Vertikale Verbreitung (fer Fhanerogamen . . .<br />
C. paliidosa (I..) Much. Am Abstieg ins Heintal an einein Quellenbach<br />
bei 1 810 m (ziemlich reichlich zusammen mit Crepis blattanoides,<br />
etwa 60 cm hoch, am 13. Vlir. 1937 in voller Blüte); am E-Hang<br />
des Schachentorkopfes in einer feuchten Wiesepsiedlung bei 1880 m<br />
(fertil); am W-Hang des Teufelsgsass in kleinen feuchten Vertiefungen<br />
bei 1 920 m (mehrere Individuen, 33 - 11 cm hoch, am<br />
20. VI 11. 1937 im Ausblühen). - Nach VOLLMANN bis 1 (520 m. Von<br />
HEGI aus dem Gebiet nicht erwähnt.<br />
Prenanthes purpurea L. Höchster Standort im Gamskar in den<br />
Pinus montana -Gebüschen des W-Hangs bei l 920 m (einige sterile<br />
und fertile Individuen, am 19. VIII. 1937 mit Knospen). - Nach<br />
VOLLMANN bis 1 860 m. Nach HEGI im Gebiet bis 1 860 m.<br />
AI.L(iKMKlNK ÜBHHSJCHT.<br />
Das vorstehende Verzeichnis enthält insgesamt 178 Gefässpflanzenarten.<br />
Zwei von diesen, Chaerophylluni hirsutum ssp. cicutaria und<br />
Mijosotis silvatica var. alpestris wurden mitgenommen, weil VOLL-<br />
MANN für sie keine Höhengrenzen angegeben hat, trotzdem sie nach<br />
PRANTL in Bayern höher hinaufgehen als im Schachengebiet. Für<br />
Rhododendron intermedium ist in der Literatur überhaupt keine<br />
Höchstgrenze mitgeteilt worden; dieser Bastard verdient jedoch<br />
wenigstens nach seinem Vorkommen am Schachen völlig wie eine<br />
selbständige Art behandelt zu werden. Alle übrigen Arten sind hier<br />
an ihrer unteren bzw. oberen Höhengrenze angetroffen worden.<br />
1' ü r drei von den angeführten Arten ergibt<br />
sich eine neue untere Grenze ihrer vertikalen<br />
Verbreitung in Bayern, nähmlich für Cobresia Dellardii,<br />
Saxifraga aphylla und Petrocallis pijrenaica. Für die letztgenannte<br />
hat VOLLMANN, wie eingangs schon erwähnt, keine Höhenzahlen<br />
angegeben, sie geht aber hier ein wenig tiefer - ebenso wie auch höher<br />
- als nach PRANTL. In diesem Zusammenhang möchte ich auch<br />
Achillea Clavenae L. von den Salzburger Alpen erwähnen. Ich traf<br />
nämlich diese Art, die nach VOLI^MANN bis 1 560 m hinuntergeht,<br />
am Weg zum Funtensee in der Nähe der Unter-Lahner Alm auf<br />
einem Stein im Schrainbach bei etwa 1 000 m an.
Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, lö, n:o -1. 35<br />
Folgende Arien gehen im Sc Ii a c h e n g e h i e L<br />
zur gleichen Höhe wie an ihren bisher a n g e g ebenen<br />
höchsten Standorten in Bayern (Höhenunterschiede<br />
unter 10 m sind nicht berücksichtigt):<br />
Phleum alpinum<br />
Poa annua v.'\r. supina<br />
P, hybrida<br />
Carex atrata ssp. nigra<br />
C. jerruginea (steril)<br />
fMZula silvatica<br />
Listera ovata<br />
Salix herhacea<br />
Polygonum viviparum<br />
Silene acaulis (steril)<br />
Thaliclrmn aquilegiijoliuni<br />
Sedmn at rat um<br />
Parnassia palustris<br />
Ilubus saxatilis (steril)<br />
ffelianthemuin alpestre<br />
Chamaeneriuni angustifoliuni<br />
Pimpinella tnaior<br />
Hhododendron jerrugineuv) (steril)<br />
Ca mp a n u la Sch e u cli zer i<br />
insgesamt 19 Arten, von denen vier an ihrem letzten Standort ausschliesslich<br />
steril (ohne Blüten bzw. Früchte) vorkamen, doch<br />
auch diese wurden sämtlich schon einige zehn Meter tiefer fertil<br />
angetroffen. Zwei Arten, Phleum alpinum und Pon annua var.<br />
supina, erreichen ihre Höchstgrenze als Ruderaten an der Abladestelle<br />
bei der Meilerhütte, wohin sie offenbar durch die Tätigkeit des<br />
Menschen gelangt sind. Beide diese Arten machen an ihren natürlichen<br />
Standorten im Gebiet schon etwas liefer halt.<br />
Bei insgesamt loi A r t e n wurde i m S c h a c h e ngebiet<br />
eine neue ober e H ö h e n g r e n z e für Bayer n<br />
festgestellt. Um eine bessere Übersicht zu gewinnen, gruppieren<br />
wir die Arten danach, um welchen Betrag sie ihre bisher angegebene<br />
Höchstgrenze überschreiten, folgendermassen:<br />
l. Arte n, die ihre b i s iv e r b e kannte 11 ö c ii s tgrenze<br />
mit 1 O — 5 O m ü b e r s c h r e i t e n:<br />
Dryopteris spinulosa (steril)<br />
Cystopteris jragilis ssp. regia<br />
C. montana (steril)<br />
Juniperus communis var. montana<br />
(steril)<br />
Agrostis riipestris<br />
Calamagroslis varia (sterit)<br />
Ävena versicolor<br />
Molinia caerulea<br />
liriza media<br />
Festuca rupicaprina<br />
Carex sempercirens<br />
C. capillaris<br />
Eriophorutn polystachyum<br />
Luzula spadicea (steril)<br />
Silene vulgaris ssp. alpina<br />
Cerastium trigynum<br />
Sagina Linnaei
2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />
Calthu palustris<br />
Pelrocallis pyrenaica<br />
Saxifraga rotundifolia (steril)<br />
Potent illa dubia<br />
llippocrepis comosa<br />
Epilobium alpestre<br />
Vaccinium myrtillus (steril)<br />
T'. vitis idaea (steril)<br />
Erica carnea<br />
Gentiana nivalis<br />
G. asclepiadea (steril)<br />
Melampyrum pratense<br />
Galium helveticum<br />
Scabiosa columbaria ssj). lucida<br />
Carduus defloratus<br />
ins^esanil also 32 Arten, von denen 1) an ihren höchstgelegenen<br />
Standorten nur steril angetroffen wurden.<br />
2. A r t e n, die ihr e i) i s h e r 1) e k a n n t e H ö c h s ti»<br />
r e n /. e ni il (i O - 1 O O ni ii h e r s c h r e i t e n :<br />
Dryopteris montana<br />
D. rigida<br />
S el a g in elia sela g in o ides<br />
Sesleria caerulea ssp. calcarea<br />
Festuca pulchella (steril)<br />
Dactylis glomerata<br />
Ca rex ver n a<br />
C. mucronata<br />
C. Oederi<br />
Polygonatum verticillatum (steril)<br />
Convallaria majalis (steril)<br />
Chamaeorchis alpina<br />
Stellaria nemorum<br />
Moehringia ciliata<br />
Aquilegia vulgaris var. atriviolacea.<br />
(steril)<br />
Hanunculus alpestris<br />
Chrysosplen ium altern ifoliuin<br />
Patentilla aurea<br />
Geuni rival e<br />
^iuthyllis vulneraria var. alpestris<br />
Polygala vulgare<br />
llelianthemum chamaecistus<br />
Daphne tnezercum<br />
Carum carvi<br />
Pimpinella saxifraga var. minor<br />
Ligusticum mutellina<br />
Rhododendron hirsutum (steril?)<br />
Primula farinosa<br />
P. auricula<br />
Gentiana pannonica<br />
G. acaulis ssp. Clusii<br />
Calamintha alpina<br />
Lonicera alpigena<br />
Valeriana tripteris<br />
Phyteuma hemisphaericum<br />
Tussilago farfara (steril)<br />
Taraxacum officinale coll.<br />
Crepis aurea<br />
Prenanthes purpurea<br />
insgesamt Iii) Arten. Von diesen wurden 5 Arten an ihren liochstgelegenen<br />
Standorten nur steril festgestellt, bezüglich Rhododendron<br />
hir.mtnni fehlt eine sichere Beobachtung gerade vom höchsten Standort;<br />
einige zehn Meter tiefer kam sie jedenfalls nocii fertil vor. Zu<br />
den Huderalpflanzen gehört nur eine Art, Carum carvi.<br />
3. r t e n, d i e i li r e b i s h e r b e k a n n t e II ö c h s tg<br />
r e n /. e mit 11 O - 2 O O m überschreiten;
Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 37<br />
Hotrychium lunaria Oxalis acetosella<br />
Equisetum urvense (steril?) Hypericum maculalum<br />
Lycopodium selago Daphne striata<br />
Pinus montana (steril?) Astrantia maior<br />
Deschainpsia cnespilosn Arctostaphylos alpina, (steril)<br />
Triselum flavescens Vacciniutn uliginosum (steril)<br />
Phragmites communis Pedicularis rostrato-capitata<br />
I'oa minor Pinguicula alpina<br />
Eriophorum Scheuchzeri Valeriana saxatilis<br />
Majanthemum bifolium Campanula cochleariifolia<br />
(iymnadenia albida Phyteuma orbiculare (s((M'il)<br />
fiiscutella levigata Adenostyles glabra,<br />
Arabis pumila Bellidiaslrum Michelii<br />
Sorbus chamacmcspilus Gnaphalium supinum<br />
S. aucuparia (steril) flomogyne alpina<br />
Trifolium hadium Leontodon hispidus<br />
insgesamt 32 Arten. Von diesen wurden vier an iiiren höchstgelegeneii<br />
wStandorten ausschliesslicli steril angetroffen; Gymnadenia albida<br />
wurde mit verkümmerten Blütenknospen gefunden. Bei Sorbus<br />
cliamaemespiliis wurden die letzten fertilen Sträucher 10 m unterhall)<br />
des höchsten Vorkommisses angetroffen. Auch S. auciiparia<br />
vegetierte noch an ihrer Verbreitungsgrenze so üi)pig, dass es ihr<br />
offenbar keineswegs unmöglich ist, in bestimmten Jahren zur Blüte<br />
zu kommen; die letzten blütentragenden Individuen wurden bei<br />
etwa 1 900 m festgestellt. Über die Fertilität von Pinns niontana<br />
feidt eine direkte Beobachtung, weil die höchstgelegenen Sträucher<br />
an einer mir unzugänglichen Stelle wuchsen; Eqniselnni arvensc<br />
wiederum wurde erst im Herbst mit den in der Regel sterilen Sommertrieben<br />
vorgefunden. Phijtcnnia orbicnlare überholte auch l)lühend<br />
die von VOLLMANN angegebene Höchstgrenze um 10 m.<br />
Deschampsia caespUosa, Triseiurn flavescens, Biscutella levigata<br />
und Leontodon liispidus erreichen ihre Höchstgrenze als Ruderaten<br />
an der Abladesteile bei der Meilerhütte. Von diesen Arten bleibt<br />
Triselum flavesccns an iliren natürlichen Standorten im Gebiet<br />
unter der von VOLLMANN angegebenen Höhengrenze zurück, während<br />
IHsc.uieUa levigala genau zu der gleichen Höhe hinaufgeht.<br />
L A r t e n, d i e ihre b i s h e r b e k a n n 1 e H ö c h s t-<br />
" r e n z e mii 2 1 O - O O m ü b e r s c li r e i t e n :
38 2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />
Poiystichum lonchitis<br />
Asplenium viridc<br />
A. ruta muraria<br />
{Festuca pumila)<br />
Carex panicea<br />
Moehringa muscosa<br />
Dryas octopetala<br />
lÄnum cathariicum<br />
(Rhamnus pumila]<br />
Viola biflora<br />
Epilohium alsinijolium<br />
Alhamanta. cretensis<br />
{Euphrasia minima)<br />
Globularia cordifolia<br />
Galium pumilum ssp. vulgaium<br />
Valeriana monlana (steril)<br />
Knaulia silvatica<br />
(Gnaphalium hoppeanuni)<br />
Petasites albus (steril)<br />
Leontodon taraxaci<br />
(^repis paludosa<br />
insgesamt 21 Arten; für die in Klammern aufgeführten Arten haben<br />
jedoch schon PRANTL sowie SENDTNER - wie eingangs bereits erwähnt<br />
- eine höhere vertikale Verbreitung angegeben als VOLLMANN, diese<br />
Tatsache dürfte aber in Vergessenheit geraten sein, weil VOLLMANNS<br />
Höhengrenzen bisher nocli niclit nachgeprüft worden sind.<br />
Nur zwei Arten dieser Gruppe wurden an ihren höchstgelegenen<br />
Standorten steril angetroffen, und auch von diesen liatte Valeriana<br />
montana noch 20 m tiefer einen fertilen Spross entwickelt. Knautia<br />
silvatica erreicht ihre Höchstgrenze als Huderat an der Abladestelle<br />
i)ei der Meilerhütte, wo ein blühendes Individuum angetroffen<br />
wurde; an ihren natürlichen Standorten bleibt die Art im Gebiet<br />
10 m unter der von VOLLMANN angegel)enen oberen Grenze zurück.<br />
5. A r t e n, die ihre bis<br />
grenze m i t .'i 1 O - 5 O O m<br />
Athyrium alpestre (steril)<br />
Dryopteris roherliana (steril)<br />
Agrostis tenuis<br />
A. alpina<br />
Trisetum distichophyllum<br />
Melica montana<br />
Juncus filiformis (steril)<br />
Hellehorine atripurpurea<br />
Salix glabra<br />
S. grandifolia (steril)<br />
S. arbuscula<br />
her b e k a n n t e H ö c h s tü<br />
b e r s c h r e i t e n :<br />
Clematis vitalba<br />
Potentilla caulescens (steril)<br />
Trifolium repens<br />
Lotus corniculatus<br />
Polygala chamaebuxus (steril)<br />
Veronica serpyllifolia<br />
(Eu phras ia salisburgen s is)<br />
{G irs ium sp i n os iss im um)<br />
Ixontodon hispidus var. hastilis<br />
Crepis Jacquini<br />
insgesamt 21 Arten; für Euphrasia salisburycnsis und Cirsiiini spiiiosissimiim<br />
haben aber PRANTL sowie SENDTNER eine liöliere (irenze<br />
angegeben als VOLLMANN.
Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, lö, n:o -1. 39<br />
Sechs von diesen Arten kamen an ihrer oberen Verbreitungsgrenze<br />
ausscliliesshch steril vor. Auch Salix glabra und S. arbusciila sind an<br />
ihren höchsten Standorten gewöhnhch durch sterile Zwergindividuen<br />
vertreten, wenngleich sie an den günstigsten Lokalitäten wohl zur<br />
Blüte gelangen. Poicntilla cMulescens war an ihrem letzten Standort<br />
nur durch ein einziges kleines Individuum vertreten, hundert Meter<br />
tiefer wuchs sie aber noch ü])pig fertil. Die Art überschreitet also<br />
auf jeden Fall die für sie angegebene vertikale Verbreitungsgrenze<br />
in den bayerischen Alpen recht bedeutend. Veronica serpijllifolia<br />
erreicht ihren letzten Standort als Ruderat, sie geht aber auch in der<br />
ursprünglichen Vegetation ])einahe zur gleichen Höhe.<br />
(). A r t e n, d i e i li r e bis h e r I) e k a n n t e M ö c h s tg<br />
r e n z e m i l m e Ii r als 5 O O m ü 1) e r s c h r e i t e n :<br />
Pob/stichuni (iruleahun ss]). lohdlmii Urtica dioeca<br />
(steril) /{anunculus repens (steril)<br />
Cijslopteris frngilis .Inthriscus silvester /steril)<br />
Poa trivialis Plantago maior<br />
J*. pratensLs Senecio vulgaris<br />
insgesamt 9 Arten, von denen drei an iiiren höchsten Standorten<br />
steril angetroffen wurden. Die iieiden Pteridophyten ausgenommen<br />
erreichen die Arten dieser (iruppe ihre Höchstgrenze als Uuderaten,<br />
und zwar die meisten bei der Meilerhütte; nur Senecio vulgaris macht<br />
bereits am Schachenhaus hall, aber auch diese Stelle liegt schon<br />
tausend Meter höher als die bisher bekannte Höchstgrenze für<br />
dieses Unkraut in Bayern.<br />
Der Anteil der Ruderalpflanzen in den obigen Artenlisten verdient<br />
überhaui)t eine nähere Betrachtung, denn nicht weniger als<br />
17 Arten oder etwa 10 Prozent von allen erwähnten Arten sind<br />
durch den Menschen zu ihren höchstgelegenen Standorten beförderl<br />
worden. Bei den meisten dieser Arten hat die Einwanderung offenbar<br />
erst ziemlich neulich stattgefunden; dieses gilt besonders für die<br />
bei der Äleilerhütte beobachteten Arten, aber auch vom Schachen<br />
hat HEGI solche Arten wie Urtica dioeca, CAirnm carvi und Senecio<br />
vulgaris (sowie die oben nicht erwähnte Yicia sepiiun) nicht angegeben.<br />
Es ist auch gar nicht sicher, ob diese Arten sich hier fortdauernd<br />
erhalten können, denn wenigstens einjährige oder sonst<br />
zur vegetativen Ausbreitung unfähige Arten sind oft ausschlagge-
2G N. Söijrinki, Vertikale Verbreitung der Phaneroganien . . .<br />
bend von einer Samenzufuhr aus der Ebene abhängig, weil sie im<br />
rauhen Höhenklima ihre Früchte kaum zur Reife bringen können.<br />
Deshalb ist die Ruderalflora hier in bezug auf ihre Artenzusammensetzung<br />
recht wahrscheinlich beträciitlichen Veränderungen<br />
unterworfen, weil ja natürlicli nicht die Diasporen gerade ein und<br />
derselben Pflanzenarten alljährlich ihren Weg hierher hinauffinden.<br />
Dafür zeugt seinerseits auch der Umstand, dass ich solche<br />
Arten wie Cheiwpodiiim bonus Henriciis, Slellaria media und Plantaga<br />
lanceolata, die IIEGI vom Schachen erwähnt hat, daselbst nicht beobachten<br />
konnte.<br />
Diese Huderaipflanzen sind also hier im Gebirge solchen Arten<br />
wärmerer Klimate gleichzustellen, deren Diasporen gelegentlich zu<br />
unseren Häfen und Bahnhöfen gelangen, die sich aber dort nur unter<br />
den günstigsten Verhältnissen selbständig fortpflanzen können.<br />
Solche Arten dagegen, die mit einem vegetativen Vermehrungsvermögen<br />
ausgerüstet sind, können oft am Standort erhalten bleiben,<br />
auch wenn sie dort zu einer Samenproduktion unfähig wären.<br />
Neben den mehr oder minder kosmopolitischen Unkräutern<br />
haben wir auch einige Arten der sjjontanen Flora des (iebietes<br />
erwähnt, die an ihrem höchsten Standort als Ruderaten vorkommen<br />
(z.B. Plileuni alpinum, Bisciitella levigata, Knautia silvatica, Leontodon<br />
hispidiis). Von diesen Arten können wir also ebenfalls mit Sicheriieit<br />
behaupten, dass sie erst neuerdings durch Vermittlung wandernder<br />
Bergsteiger und lastentragender Maultiere ihre jetzige vertikale<br />
Verbreitungsgrenze erreiciit haben. Offenbar gibt es auch<br />
unter den nur an Wildstandorten wachsenden Arten solche, die an<br />
der oberen Grenze ihrer Verbreitung im Gebiet als verhältnismässig<br />
junge Ansiedler zu betrachten sind. Zu diesen gehören mehrere<br />
Pteridophyten (z.B. Athijriiim alpeslre, Cyslopteris robertiana, Polystichum<br />
aculeatwn ssp. lobalnm, Asplenimn ruta nuiraria, Lijcopodium<br />
selago), die in wenigen kümmerlichen Individuen weit oberhalb ihres<br />
allgemeinen Areals angetroffen wurden. Vermittels ihrer winzigen,<br />
leicht l)eweglichen Sporen ist es ihnen ja möglich, weite Strecken<br />
auch aufwärts verbreitet zu werden. Dasselbe gilt den Weiden (Salix<br />
glabra, S. grandifolia, S. arbuscula), die in zwerghaften, gewöhnlich<br />
sterilen Individuen hoch in die alpine Stufe hinaufklettern; solche<br />
Sträuchlein haben natürlich den mit Flugorgan ausgerüsteten Samen<br />
für ihren Ursprung zu danken.
Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 41<br />
Auch unter den übrigen Arten können sich naturgemäss solche<br />
befinden, die zu ihren Vorpostenstandorten erst vor kurzem eingewandert<br />
sind. Man ziehe sicii aus unserem Verzeichnis nur in Erinnerung,<br />
dass ein junges steriles Individuum von Potcntilla caulescens<br />
ganz allein hundert Meter oberhalb ihrer mutmasslichen Mutterindividuen<br />
beobachtet wurde. Dieses Beispiel zeigt, dass sogar ein<br />
Aufwärtstransport schwerer, der Bewegungsorgane entbehrender<br />
Diasporen auf diese oder jene Weise stattfinden kann. Als Samenverbreiter<br />
in dieser Richtung kommen vielleicht in erster Linie Tiere<br />
(Schneehühner, Hasen, Scluife usw.) in Betracht; das Vorkommen<br />
einzelner Individuen solcher Arten wie Juniperus communis, Anthijllis<br />
vulneraria und Lotus corniculalus - m\\ von den Sorftw.s-Arten und<br />
den beerenfrüchtigen Pflanzen gar nicht zu reden - weit voneinander,<br />
lässt unbedingt an die Tiere denken.<br />
Der hauptsächlichste Teil der oben angeführten Arten dürfte<br />
jedoch ihre Vorpostenstandorte im (iebiel schon seit langem erobert<br />
haben; dafür spricht die allgemeine Zusammensetzung der W^getation<br />
an den meisten Standorten. Wie kommt es denn a})er, dass so viele<br />
Arten - wenigslens nach unseren heutigen Kenntnissen - gerade hier<br />
ihr höchstes Vorkommen in den ganzen bayerischen Alpen aufweisen?<br />
Die Antwort ist in den günstigen Naturverhältnissen des Gebietes zu<br />
suclien. Neben den gewöhnlichen kalkhaltigen (iesteinen der l)ayerischen<br />
Alpenkette finden sich hier leicht verwitternde, silikathaltige<br />
Schiefergesteine, die eine schöne, artenreiche Wiesenvegetation hervorrufen,<br />
während die steilen Ivalkfelsen und ausgedehnten (ierölle<br />
vielen kalkliebenden Pflanzen einen geeigneten Wohnort darl)ieteri.<br />
Auch hinsichtlich der Exposition stehen hier alle Möglichkeiten zur<br />
Auswahl. Es fehlen niclit schattige, i'onchte Nordiiänge, nnd die sonnigen,<br />
trocknen Südhänge sind ebenfalls reichlich vertreten; gerade<br />
an den letztgenannten Stellen erreichen viele licht- und wärmeliebende<br />
Arten bedeutende Höhenlagen.<br />
Aus den allgemeinen Naturverhältnissen folgt also, dass die<br />
(iegend die Wohnstätte einer vielgestaltigen Vegetation und Flora<br />
ist. Nicht weniger als etwa 350 (iefässi)flanzenarten wachsen hier in<br />
einer Höhenlage über 1 800 Meter auf einem Areal von etwa 1,5 x 1.5<br />
Quadratkilometern; unter diesen finden sich 185 Arten oder 5() l^rozent<br />
von denjenigen 3.T2 Arten der bayerischen Flora, die HEGI (H)05,<br />
S. 10-57) als »alpin» bezeichnet. Von den im Mittelstock der bayeri-
12 A'. Söijrinki, Vertikale Verbreiliiiig der Phanerogaineu . . .<br />
seilen Alpen angetroffenen 2()2 alpinen Arten im Sinne lip:Gis kommen<br />
am Sehaehen 71 Prozent vor. HEGIS Einteilnng ist möglicherweise<br />
nicht ganz treffend, weil er in ihr besonders die Verbreitung in der<br />
bayerischen Alpenkette berücksichtigt imd auch eine Menge solcher<br />
Arten mitgenommen hat, die ökologisch betrachtet nicht alpin genannt<br />
werden können, die obigen Zahlen geben aber trotzdem ein<br />
recht anschauliches Bild vom Artenreichtum der alpinen Flora im<br />
Schachengebiet.<br />
Von diesen alpinen Arten des Gebietes erreichen ganze 85 hier<br />
die obere Grenze ihrer vertikalen Verbreitung in Bayern; prozentuell<br />
machen sie also 2G Prozent von den alpinen Arten Bayerns und 32<br />
Prozent von denjenigen des Mittelstocks der bayerischen Alpen aus.<br />
Diese Verhältniszahlen sind also recht hoch, wenn wir auf das bescheidene<br />
Areal des Untersuchungsgebietes Rücksicht nehmen. Aus diesem<br />
(irunde halte ich es auch gar nicht für unmöglich, dass man<br />
liierher gehörende Arten irgendwo in den bayerisclien Alpen sell)st<br />
noch an höher gelegenen Standorten, sei es denn im (iebiet des Zugspitzmassivs,<br />
in tlen Berclitesgadener Alpen oder auf den Pflanzenreichen<br />
Bergen des Allgäus, antreffen könnte. Dasselbe gilt offenbar<br />
auch für die übrige alpine Flora Bayerns. Eine Revision der Höhengrenzen<br />
der l)ayerischen Ali)enpflanzen wäre also für einen klettertüchtigen<br />
Botaniker eine sehr lohnende Aufgabe, die ganz siclier viel<br />
Neues hervorbringen würde.<br />
Betrachten wir noch das Verhalten der niclUalpinen Flora - nach<br />
wie vor im Sinne HEGIS - des Schachengebietes näher, so ergibt sicli,<br />
dass von ihren etwa 1()5 die Höliengrenze von 1 800 m überschreitenden<br />
Arten 84 oder etwa die Hälfte hier ihr liöchstes Vorkommen in<br />
Bayern erreichen. Diese Zahl ist auch ohne Zweifel verhältnismässig<br />
hoch, besonders wenn wir uns vergegenwärtigen, dass es sich hier<br />
grösstenteils um Arten handelt, die eine weite V'erbreitung in der<br />
bayerischen Alpenkette besitzen. Der Umstand, dass die obere Verbreitungsgrenze<br />
bei mehreren dieser Arten im Schachengebiet recht<br />
bedeutend höher liegt als bisher aus Bayern angegeben worden ist,<br />
dürfte meines Frachtens darauf hinweisen, dass die vertikale Verbreitung<br />
auch bei diesen Arten erst mehr oder weniger mangelhaft<br />
bekannt ist, und dass also eine Revision der Höhengrenzen der ganzen<br />
Flora der bayerischen Alpenkette nötig wäre. Nach der gleichen<br />
Richtung hin deuten auch die neuen Funde, die PAUL und v. SCHOEN-
Ann. Hol. Soc. Zool.-F^ol. l'"enn. Vaniuno, 15, nro 4. 13<br />
AU in (len letzten Jahren im vielbesncliten Naturscluitzgehiet bei<br />
Berchtesgaden gemacht haben.<br />
Das zuletzt Gesagte wird aber durchaus verständlich, wenn wir<br />
an die grossen vSchwierigkeiten denken, welche mit der genauen<br />
lu'-ststellung der Höhengrenzen besonders bei kleinen und unansehnlichen<br />
Pflanzen verknüpft sind. An dieser Stelle können wir uns an<br />
die Worte SENDTNERS, des grossen Hahnbrechers im Studium der<br />
vertikalen Verbreitung der bayerischen Flora erinnern: »So leicht es<br />
ist, mit freiem Auge oder mit Hülfe des Fernrohrs die (irenzen ausgezeichneter<br />
Bäume, wie der Buche, der Fichte u.s.w. von Ferne zu<br />
überschauen, und sicii dabei zu versichern, dass die beobachteten<br />
obersten und untersten Pflanzen es wirklich sind; so schwer wird es,<br />
bei kleinen Pflanzen sich ihres höchsten oder niedrigsten Standortes<br />
zu versichern, und es bleibt dem Zufalle ül)erlassen, ob die letzten<br />
l^xemplare oder die ersten, an welchen der I^fad vorüberführt, wirklich<br />
die Grenzpunkte ihres allgemeinen Auftretens einnehmen. Es<br />
hängt hier natürlich von der V^ervielfältigung der Beobachtungen ab,<br />
um das wahre herauszufinden.» Wie aus diesen Worten hervorgeht,<br />
erfordert die Ermittlung der untersten und der obersten Standorte<br />
der einzelnen Pflanzenarten zeitraubende, detaillierte Beobachtungen,<br />
die am besten in einem kleinen Gebiet, etwa wie im Schachengebiet,<br />
durchzuführen sind. Ferner bemerken wir aus dem Zitat, dass<br />
SENDTNER in erster Linie die allgemeine vertikale Verbreitung der<br />
Pflanzenarten berücksichtigt hat, wenngleich er auch, soweit möglich,<br />
die absoluten Maxima und Minima festgestellt hat; indem wir<br />
aber auch hinsichtlich der letzteren in Bayern selbst noch heute zum<br />
bedeutenden Teil auf seine Arbeit angewiesen sind, wird es um so<br />
verständlicher, dass eine Nachprüfung derselben sehr erwünschl<br />
wäre, weil sie sicher viele wertvolle Tatsachen über die regionale Verbreitung<br />
der bayerischen Flora an den Tag bringen könnte.<br />
Die Ausführung der vorliegenden Arbeit wurde durch ein von der<br />
A 1 e X a n d e r v. H u m b o 1 d t - S t i f t u n g in Berlin dem Verfasser<br />
für Studien in Deutschland im Studienjahr lO.'if)-,'}() zuerteiltes<br />
Stipendium, ferner durch die vom K a n z 1 e r d er U n i v e r s i t ä t<br />
Helsinki sowie von der Stiftung Niilo Helanderin Säätiö<br />
in Helsinki für die Alpenfahrten im Sommer 193() und 1937 bewilligten<br />
Reisegelder ermöglicht. Für alle diese Unterstützungen bittet<br />
Verfasser seinen verbindlichsten Dank auszuprechen.
LITERATURVERZEICHNIS.<br />
ADE, A., 1911, Vorarbeiten zur Durchforschung des Pflanzenschonbezirkes<br />
bei Berchtesgaden. -10. Bericlit des Vereins zum Schutze und zur Pflege<br />
der Alpenpflanzen.<br />
BROCKMANN-JEUOSCH^H., 1907, Die Flora des Puschlav (Bezirk Bernina, Kanton<br />
Graubünden) und ihre Pflanzengesellschaften. (Die Pflanzengesellschaften<br />
der Scliweizeralpen. I.) Leipzig.<br />
HEGI, GUSTAV, 1905, Beiträge zur Pflanzengeographie der bayerischen Alpenflora.<br />
- Ber. Bayer. Bot. Ges., 10, [n:o 7], S. 1 - 189.<br />
—»— 1907, Die Vegetationsverhältnisse des Schachengebietes. - 6. Bericht des<br />
Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen,<br />
MAGNUS, KARL, 1915, Die Vegetationsverhältnisse des Pflanzenschonbezirkes<br />
bei Berchtesgaden. - Ber. Bayer. Bot. Ges., 15, S. 300 - 585,<br />
NAEGELE, FRITZ, 1899, Cruciferen, II, in »Vorarbeiten zu einer Flora von<br />
Bayern». - Ibid., 6, S. 199 - 246.<br />
OnRisT, J., 1901, Zusammenstellung der Flora des Schachen und seiner Umgebung.<br />
1. Bericht des Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen.<br />
- Zitiert nach HEGI (1905).<br />
PAUL, H., 1922, Neue Beobachtungen über die Phanerogamen- und Gefässkryptogamenflora<br />
von Bayern. VI. - Ber. Bayer. Bot. Ges., 17, S. 68 - 97.<br />
—»— 1937, BotanischeWanderungen im östlichen Königsseegebiet. (Die naturwissenschaftliche<br />
Durchforschung des Naturschutzgebietes Berchtesgaden.<br />
IX.) - Jahrbuch des Vereins zum Schutze der Alpenpflanzen und<br />
-Tiere, 9, S. 22 -47.<br />
—»— 1939, Die Verbreitung südlicher Pflanzen in den bayerischen Alpen.<br />
- Ibid., 11, S. 9-34.<br />
PAUL, II. und v. SCHOENAU, K., 1930, Die Pflanzenbestände auf den Schottern<br />
des oberen Wimbachtales. (Die naturwissenschaftliche Durchforschung<br />
des Naturschutzgebietes Berchtesgaden. IV.) - Ibid., 2, S. 58-81.<br />
—»— 1933. 1. Der Straussfarn, Onoclea Struthopteris Hoffm. in den Berchtesgadener<br />
Alpen, zugleich eine Übersicht über die Gefässkryptogamenflora<br />
des Schutzgebietes. 2. Blütenpflanzen. (Id. VII. A. Botanische<br />
Ergebnisse.) - Ibid., 3, S. 45 - 60.<br />
—»— 1935, Botanische Streifzüge im Funtenseegebiet. (Id. VIII.) - Ibid., 7,<br />
S. 31 - 53.
Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 157<br />
PRANTL, K., 1884, Exkursionsflora für das Königreich Bayern. Eine Anleitung<br />
zum Bestimmen der in den bayerischen Gebietsteilen wildwachsenden,<br />
verwilderten und häufig kultivierten Gefässpflanzen nebst Angabe<br />
ihrer Verbreitung. Stuttgart.<br />
Ross, IIEUMANN, 1910, Otto Sendtner. - Ber. Bayer. Bot. Ges., 12, S. 73 - 89.<br />
RUBNER, KONRAD, 1917, Die Epilobien der Reichenhaller und Berchtesgadener<br />
Umgebung. - Mitt. Bayer. Bot. Ges., 3, S. 361 - 364.<br />
SENDTNER, OTTO, 1854, Die Vegetations-Verhältnisse Südbayerns nach den<br />
Grundsätzen der Pflanzengeogra[)liie und mit Bezugnahme auf Landescultur.<br />
München.<br />
SöYRiNKi, Niii.o, 1939, Studien über die generative und vegetative Vermehrung<br />
der Samenpflanzen in der alpinen Vegetation Petsamo-Lapplands.<br />
II. Spezieller Teil. - Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 14, n:o 1,<br />
S. 1 - 404.<br />
SUESSENGUTH, KARL, 1934, Neue Beobachtungen über die Phanerogamenund<br />
Gefässkryptogamenflora von Bayern. VII.- Ber. Bayer. Bot. Ges.,<br />
21, S. 1-57.<br />
VOLLMANN, FRANZ, 1904, Neue Beobachtungen über die Phanerogamen- und<br />
Gefässkryptogamenflora von Bayern. - Ibid., 9, [n:o 1], S. 1 - 63.<br />
—»— 1907, Id. II. - Ibid., 11, S. 176 -230.<br />
—»— 1910, Id. III. - Ibid., 12, S. 116-135.<br />
—»— 1911, Skizze der Vegetationsverhältnisse der Umgebung von Mittenwald.<br />
- Mitt. Bayer. Bot. Ges., 2, S. 357 - 366.<br />
—»— 1912, Die Vegetationsverhältnisse der Algäuer Alpen. - Ibid., 2, S.<br />
437 - 464.<br />
—t— 1914 a. Flora von Bayern. Stuttgart.<br />
—»>— 1914 b. Neue Beobachtungen über die Phanerogamen- und Gefässkryptogamenflora<br />
von Bayern. IV, - Ber. Bayer. Bot. Ges., 14, S. 109 - 144.<br />
—»— 1917, Id. V. - Ibid., 16, S, 22 - 75.
SUOMENKIFiLINEN SELOSTUS.<br />
HAVAINTOJA SIEMENKASVIEN JA PUTKILOSANIK-<br />
KAISTEN VERTIKAALISESTA LEVINNEISYYDESTÄ<br />
BAIJERIN ALPEILLA.<br />
Edellä esitetyt havainnot on tehty vuosina 1936 ju 1937 Baijerin Alpeilla<br />
Wetterstein-vuoristossa Schachenin alppikasvitarhan ympäristössä suoritettujen<br />
kasvitieteellisten tutkimusten yhteydessä. Niiden julkaiseminen erikseen<br />
on aiheutunut siitä, että vertailu aikaisemmin julkaistuihin tietoihin on<br />
osoittanut yllättävän monen kasvilajin - ainakin nykyisen tuntemuksen mukaan<br />
- saavuttavan levinneisyytensä korkeusrajan Baijerin Alpeilla juuri<br />
Schachenin alueella.<br />
Kasvilajien vertikaalisen levinneisyyden selvittely Baijerissa juontaa<br />
alkunsa SENDTNERIU klassillisesta teoksesta (1854), jossa esitetyt korkeusrajat<br />
vielä nykyäänkin pitävät suurelta osalta paikkansa. PRANTL (1884) ja<br />
HEGI (1905) ovat pääasiassa tyytyneet toistamaan SENDTNERIN tiedot. VOLL-<br />
MANNin teos (1914 a) sitä vastoin sisältää tässäkin suhteessa kaikki ne lisähavainnot,<br />
jotka on tehty sen ilmestymiseen mennessä. Nykyiset tiedot putkilokasvien<br />
vertikaalisesta levinneisyydestä Baijerissa pohjautuvatkin juuri<br />
tähän teokseen sekä sen täydennysvihkoihin (VOLLMANN 1914 1) ja 1917;<br />
PAUL 1922; SUESSENGUTH 1934). Mitään erityistä pyrkimystä korkeusrajahavaintojen<br />
tarkistamiseen ei viime aikoina ole ilmennyt, vaikka uusia arvokkaita<br />
yksityishavaintoja onkin jatkuvasti julkaistu; ensi sijassa on mainittava<br />
PAULin (1937; 1939) sekä PAULin ja v. ScuoENAun (1930; 1933; 1935) tiedonannot<br />
Berchtesgadenista.<br />
S. 4 - 34 on esitetty kasvupaikkahavainnot korkeuslukuineen kaikkiaan<br />
178:sta Schachenin alueen putkilokasvilajista. Vertailun vuoksi on mainittu<br />
IlEGin (1907) samalta alueelta julkaisemat korkeusrajatiedot sekä kunkin<br />
lajin tähänastinen tunnettu korkeusraja Baijerin Alpeilta.<br />
Yhteenvedosta s. 34 - 43 käy ilmi, että mainituista lajeista yksi, nimittäin<br />
Petrocallis pyrenaica, saavuttaa Schachenin alueella levinneisyytensä<br />
sekä ala- että ylärajan Baijerissa. Kahdella lajilla (Cobresia Bellardii ja Saxifraga<br />
aphylla) on todettu alueella uusi levinneisyyden alaraja. Petrocallis<br />
pyrenaica mukaanluettuna on kaikkiaan 173 putkilokasvilajia tavattu Schachenissa<br />
levinneisyytensä ylärajalla Baijerissa; näistä on 19 jo aikaisemmin löy-
Ann. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 1. 47<br />
detty ylitä korkealta, muilla 154 lajilla sitä vastoin on mitattu uusi levinneisyyden<br />
yläraja. Luetteloon on lisäksi otettu kaksi lajia [Chaerophyllum hirsutum<br />
ssp. cicutaria ja Myosotis sihatica var. alpesiris), joille VOLLMANN ei ole<br />
maininnut mitään korkeusrajoja, vaikka ne I-'iUNTLin mukaan on tavattu<br />
Baijerissa korkeammallakin kuin ne Schaclienissa kasvavat, samoin Rhododendron<br />
intermedium [R. jerrugineum X R.hirsutum), jolle ei kirjallisvmdessa<br />
ole mitään korkeusrajoja esitetty. Aikaisemmin tunnetun vertikaalisen levinneisyysrajansa<br />
yläpuolelta löydetyt lajit on yleiskatsauksen saamiseksi jaettu<br />
kuuteen ryhmään sen perustalla, miten paljon ne ylittävät tähänastisen tunnetun<br />
levinneisyysrajansa Baijerissa (s. 35- 39).<br />
Useimmat lajit ovat kukkineet vielä ylimmilläkin esiintymispaikoillaan.<br />
Osa lajeista saavuttaa levinneisyytensä ylärajan ruderaatteina alppimajojen<br />
vierellä, jonne ne ovat levinneet ihmisen välityksellä. Näiden joukossa on<br />
sellaisia, jotka ilmeisestikin suhteellisen myöhään ovat saapuneet tänne.<br />
Myös jotkut luonnollisilla kasvupaikoilla tavatuista lajeista ovat todennäköisesti<br />
verraten nuoria tulokkaita ylimmillä esiintymispaikoillaan (esim.<br />
eräät saniaiset sekä -S'a/iaj-lajit), mutta useimmat ovat kasvillisuuden rakenteesta<br />
päätellen kasvaneet niillä jo kauan.<br />
Se seikka, että niin monet kasvilajit saavuttavat levinneisyytensä ylärajan<br />
Baijerissa juuri Scliachenin alueella, johtuu varmaan suurelta osalta<br />
alueen erittäin suotuisista luonnonsuhteista. Kallioperä on nniodostunut paitsi<br />
kalkkikivistä myös silikaattipitoisista liuskeista, joten kasvupaikkavaatimuksiltaan<br />
erilaiset lajit löytävät täällä sopivan kasvualustan; lisäksi ekspositiosuhteetkin<br />
ovat sangen vaihtelevat. Niinpä alueella kasvaakin 1 800 metrin<br />
yläpuolella n. l.s x 1.5 neliökilometrin alalla kokonaista 350 putkilokasvilajia.<br />
Näistä kuuluu 185 lajia niiliin 332:een, jotka IIKGHI (1905) nuikaan<br />
muodostavat Baijerin »alpiinisen» lajiston, ja kaikkiaan 85 alpiinista lajia<br />
eli siis 26 prosenttia koko Baijerin alpiinisesta lajistosta saavuttaa tällä pienellä<br />
alueella leviinieisyytensä ylärajan. Myös Sachenin alueen ei-alpiinisesta<br />
lajistosta kasvaa niin yllättävän suuri osa täällä nykyisten tietojen mukaan<br />
ylimmillä esiintymispaikoillaan Baijerissa, että se näyttäisi suorastaan viittaavan<br />
siihen, ettei asia ole selvitettävissä ainoastaan alueen edullisten luonnonsuhteitten<br />
perustalla, vaan johtuisi osaltaan myös lajien vertikaalisen<br />
levinneisyyden puutteellisesta tuntemuksesta Baijerin Alppien muissa osissa.<br />
Korkeusrajahavaintojen tarkistaminen näyttäisi siis Baijerin Alpeilla tarpeelliselta<br />
ja varsin antoisalta tehtävältä.
iM •<br />
f" S'<br />
PH
SUOMALAISEN ELÄIN- JA KASVITIETEELLISEN SEURAN VANAMON<br />
KASVITIETEELLISIÄ JULKAISUJA<br />
OSA 15. N:o 5.<br />
ANNALES BOTANICI SOCIETATIS ZOOLOGICIE-BOTANICIE FENNIC^ VANAMO<br />
TOM. 15. N:o 5.<br />
DIE SEETYPEN FINNLANDS<br />
AUF FLORISTISCHER UND VEGETA-<br />
TION SPHYSIOGNOMI SCHER<br />
GRUNDLAGE<br />
LAURI MARISTO<br />
2G Abbildungen, 5 Karlen und 10 Tubollen im Text<br />
nebst einer Tabellenbeilage<br />
Suoinenldelinen selostus:<br />
Suomen järvityypit, suurkasvillisuuden perusteella<br />
II ELSI N KI 19 4 1
HELSINKI 1941<br />
DRUCKEREI-A.C. DER FINNISCHEN LITERATURGESELLSCHAFT
VORWORT.<br />
Die praktischen Feldarbeiten der vorliegenden, die botanischen<br />
Seetypen Finnlands behandeln den floristisch-ökologischen Untersuchung<br />
wurden in den Sommern der Jahre 1936-39 ausgeführt. In den<br />
drei ersten Sommern erstreckten sie sich auf die Monate Juli und<br />
August, im Sommer 1939 unternahm ich nur vereinzelte Reisen um<br />
die gleiche Zeit. Im ersten Arbeitssommer, als sich die Untersuchungsmethoden<br />
noch nicht endgültig stabilisiert hatten, gestaltete sich die<br />
Arbeit lediglich orientierend aus, indem es dabei zunächst vorwiegend<br />
darauf ankam, die verschiedenen Seetypen möglichst gut repräsentierende<br />
Untersuchungsflächen zu finden. Diese Beobachtungen wurden<br />
dann durch die Untersuchungen der folgenden Sommer planmässig<br />
ergänzt.<br />
Wegen des l)eträchtlichen Umfangs des vorliegenden Themas bin<br />
ich genötigt gewesen, es konsequent einzig auf die zentralste Seetypenfrage<br />
zu beschränken. Bei den Feldarbeiten hat sich indessen<br />
auch ein beträchtliches sowohl die Autökologie als insbesondere die<br />
Verbreitung der Wasserpflanzen beleuchtendes Material angesammelt.<br />
Das letztere ist der vorliegenden Untersuchung in Gestalt<br />
einer Tabellenbeilage beigefügt, obwohl seine nähere Behandlung<br />
einem anderen Zusammenhang überlassen werden muss. Ich hoffe<br />
jedoch in der allernächsten Zukunft auf die Frage nach der Verbreitung<br />
der Makrophytenflora unserer Gewässer in ihrem ganzen<br />
Umfang und unter Verwertung der jetzt veröffenllichten Fundortsangaben<br />
zurückkommen zu können.<br />
Für die Anregung zu der vorliegenden Untersuchung danke ich<br />
meinem verehrten Lehrer, Professor Dr. K. LINKOLA, unter dessen<br />
Leitung ich bereits im Jahre 1932 eine kleinere Wasservegetationsuntersuchung<br />
durchführte. Ich schulde ihm für zahlreiche wertvolle<br />
Ratschläge sowohl beim Entwurf des Arbeitsj)rogramms als bei der
IV L. Marista, Die floristisclicn SeeLy|)en Fimilands.<br />
Ausführung der eigentlichen Arbeit, desgleichen für das grosse Wohlwollen,<br />
mit. welchem er das Fortschreiten derselben verfolgt hat, meinen<br />
liefgefühlten Dank.<br />
Weiter möchte ich an dieser Stelle auch allen denjenigen danken,<br />
die mir in mannigfacher anderer Weise behilflich gewesen sind, vor<br />
allem Adj. Dr. MAUNO J. KOTILAINEN und Prof. Dr. M. .JÄRNEFELT<br />
für ihre rege Anteilnahme an dem Werden der Arbeit und wertvolle<br />
Hilfe bei der Wahl der Untersuchungsflächen. Die Wassermoose des<br />
Materials hat Mag.phil. K. TUOMIKOSKI sachkundig bestimmt, die<br />
Bestimmung der Charazeen wurde freundlichst von Dr. C. CEÜEK-<br />
CILEUTZ übernommen und bei der Bestimmung der kritischsten<br />
(lefässpflanzenproben haben mir Kustos Dr. HARALD LINDBERG und<br />
Aman. Mag.phil. T. IIHTONEN das grösste Zuvorkommen erwiesen.<br />
Allen diesen Herren gegenüber fühle ich micii sehr verpflichtet.<br />
Ewig dankbar gedenke ich meiner geliebten verscliiedenen bVau,<br />
die während zweier Sommer mit mir in unermüdlicher Treue alle<br />
Mühen der Wanderungen teilte und bis zu allerletzt mit inniger Teilnahme<br />
das Fortschreiten meiner Arbeit verfolgte. - An dieser Stelle<br />
möchte ich auch meinem späteren Gehilfen, Stud. MIES PILVIÜ,<br />
danken.<br />
Die {)raktische Durchführung sowie die Drucklegung der vorliegenden<br />
Untersuchung wurde einzig durch die mir reichlich zuteil<br />
gewordene ökonomische Unterstützung ermöglicht. Für die Feldarbeiten<br />
der Sommer 1936-38 erhielt ich (ieldbeihilfen von der<br />
Sohlberg-Delegation der Finnischen W i s s e n s c h a f t s s oz<br />
i e t ä t, i. J. 1938 wurde mir von der Universität Helsinki<br />
ein halbjähriges Stipendium aus dem Fonds vom .Jahre 1928 und<br />
i.J. 1940 von der Finnischen Z o o 1 o g i s c h - ß o t a n ischen<br />
Gesellschaft Vanamo ein Hilfsgeld aus dem<br />
Fonds für junge Botaniker bewilligt. Für die Drucklegung der Arbeit<br />
erhielt ich Unterstützung aus den Donationsmitteln des Verlages<br />
Werner S ö d e r s t r ö m O/Y. Allen obengenannten Institutionen<br />
möchte ich für das meiner Arbeit entgegengebrachte Wohl-<br />
Avollen bestens danken. - Die Übersetzung des Manuskriptes ins<br />
Deutsche hat Herr HERBERT EDELMANN besorgt.<br />
Helsinki, 22. Dezember 1910<br />
LAURI MARISTO
INHALTSVERZEICHNIS.<br />
1. Zur ]<br />
I. Tiefenverhiiltnisse und Uferlopogra|)iiie 206<br />
^ Ivorngrüsse und Nährsloffgelialt des Seehodens 210^<br />
;T. Farbe und Transparenz des Wassers 22H<br />
't. pH und Nährstoffgehalt des Wassers 2:{8<br />
5. Geographische Lage und klimatisclie Faktoren 247<br />
G. Exposition und Erosion 25;{<br />
7. Einfluss der Kultur 202<br />
S. Konkurrenz ' 270<br />
i^icki)iick 275<br />
VI. Üi)er das Verhältnis der auf die Grossvegetation begründeten Seelypen<br />
zu den linuiologischen Seetypeneinteilungen 277<br />
VII. Die regionale Verbreitung der botanisciien Seetypen in Finnland . . 2«f><br />
Vlll. Schlussübersirlit 'Mi<br />
Iiiteralur\ei7.eichnis<br />
Suomenkielinen selostus "il'f
I. ZUR EINLEITUNG.<br />
In der zweiten Hälfte des vorigen Jaiirhunderts wurde die Lebewelt<br />
des Wassers zum Gegenstand eines regen Studiums. Man begann,<br />
in den einzelnen Gewässern, wie den Seen, Teichen, Bächen u.dgl.,<br />
selbständige »Lebenseinlieiten» zu erblicken, die mitsamt ihrer Organismenwelt<br />
nach ganz bestimmten Gesetzen entstehen, sich fortentwickeln<br />
und schliesslich wieder verschwinden. Es erschienen zahlreiche<br />
Abhandlungen, die sich mit einer oder mehreren Organismengru{)pen<br />
der Binnengewässer, insbesondere der Seen, beschäftigten.<br />
Dal)ei stellte es sich heraus, dass auch in der Lebewelt des Wassers,<br />
trotz lokaler Verschiedenheiten, gemeinsame, durch die Gleichart der<br />
Umgebungsfaktoren bedingte durchgehende Züge obwalten. So kam<br />
man notgedrungen dazu, wohin ein deskriptives Studium scidiesslich<br />
immer führt, zum System, zur Klassifizierung, die früher oder später<br />
auf jeden Fall notwendig wird, um das zusammcngebrachle Tatsachenmaterial<br />
in einen geordneten Zustand zu bringen. Es entstanden<br />
allmählich auf verschiedenen (irundlagen ryi)eueinteilungen<br />
der Seen, zunächst zugute der reinen Wissenschaft, später aber auch<br />
mit Bezug auf das praktische Leben, unter gleichzeitiger Bestrebung,<br />
in dieser Weise ein Miltei zur georihieten Zusammenführung der<br />
wichtigsten Leistungen entweder eines oder mehrerer verwandten<br />
Teilgebiete der Gewässerforscluuig zu finden.<br />
Seetypeneinteilungen sind bisher auf geologisch-geographischer,<br />
auf physikalisch-chemischer sowie auf biologischer (irundlage durchgeführt<br />
worden. In den meisten Fällen hat sich indessen diese Einteilung<br />
nicht aussciüiesslich auf das Gebiet einer einzigen Faktorengruppe<br />
begrenzen lassen. Ganz wie die einzelnen Umgebungsfaktoren<br />
im Wasser stets zusanmien und gleichzeitig wirken, ist man bei<br />
den meisten Typensystemen genötigt gewesen, mehrere Faktorenkomplexe<br />
auf einmal zu berücksichtigen. Wir übergeiien hier sämt-
2 L. Marislo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />
liehe geolügiseh-geographischen Gewässer- und .Seetypensysteme uiid<br />
begnügen uns lediglich mit einem kurzen Hinweis auf die wichtigsten<br />
auf biologischer bzw. physikaliseii-chemischer (irundlage durchgeführten<br />
Typeneinteilungen. Von den ersteren gründen sicii die meisten<br />
auf die Artenzusammensetzung entweder des Planktons oder der<br />
Bodentierwelt. APSTEIN (189G) führte in seiner Flanktoimntersuchuug<br />
als erster eine Einteilung der norddeutschen Seen durch, und eine<br />
entsprechende Einteilung der Seen Norwegens finden wir bei IIUIT-<br />
FKLU-KAAS (lOOü), Solche sich auf die, sei es ilenu genaue Kenntnis<br />
einer einzigen Organismengruppe gründenden Einteilungen haben<br />
indessen den Nachteil, dass sie nnr einem ganz begrenzten Teil des<br />
gesamten Forschungsfeldes zu dienen imstande sind. Fussen sie<br />
überdies auf lieobaclitungen von selir engen geographischen Gel)ieten,<br />
wird ihre Bedeutung und Anwendbarkeit noch weiter herabgesetzt;<br />
So ergab sich alsbald die Notwendigkeit, eine breitere Basis für<br />
die gesamte Seetypenforschung zu finden. Es erschien das Bedürfnis,<br />
eine Gewässereinteilung zu schaffen, die sich uneingeschränkt auf<br />
sämtliche Binnengewässer übertragen Hesse. Den ersten Schritt auf<br />
diesem Wege bildete die Wahl der Produktionsbiologie als Grund<br />
für den Seetypenbegriff. Den Anfang machte TIIIENEXMANN (1914,<br />
p. 295) mit seiner Einteilung der Eifelmaare nach dem gegenseitigen<br />
Abhängigkeitsverhältnis ihres Sauerstoffhaushaltes und der Zusammensetzung<br />
ihrer Bodenfauna. Von nun an begann die produktionsbiologische<br />
Seenforschung namentlich in Deutschland rasche Fortschritte<br />
zu maciien — es mögen hier nur die auf die Bodenfauna<br />
bezüglichen Untersuchungen von KOPPE (1923), LENZ (1925) und<br />
LUNDBP:CK (192()) genannt werden, die auch in diesem Sinne durchgeführte<br />
Seetypeneinteihingen enthalten. I^ntsprechende Planktonuntersuchungen<br />
wurden, wie die vorigen in Norddentschland, zu der<br />
gleichen Zeit u.a. von UTERMÖIIL (1925) betrieben.<br />
Inzwischen war auch der Gedanke einer Übertragung der Seetypeneinteilungen<br />
in den Dienst der praktischen Wissenschaften<br />
wach geworden. THIENEMANN (1921 b, p. L) hob als erster die fischereiliche<br />
Bedeutung der Seetypenforschung hervor. Diesem Grunde<br />
entsprangen dann auch mehrere Untersuchungen, von denen u, a.<br />
diejenigen von ALM (1922) aus Schweden sowie von SELIGO (1922)<br />
und WILLER (1924; 1925) aus Deutschland hier erwähnt werden mögen.<br />
WILLER (1924, p, 438) bringt in seiner Arbeit eine lokale Eintei-
Anil. liot. Soc. Zool.-liot. I'enii. Vaiiaiiio, 15, 11:0 5. ,'{<br />
lung der Seen Ostpreussens, mit liezug auf die Seetypeneinteilung<br />
von THIENEMANN.<br />
Sämtliciie vorgenannten Untersuchungen sind aber insofern einseitig,<br />
als sie sich lediglich auf die Erforschung einer einzigen Hiozönose<br />
beschränken. Inzwischen war in Schweden NAUMANN von<br />
Planktonuntersuchungen ausgehend zu einem der Zweiteilung der<br />
Seen nach TIIIENEMANN entsprechenden l^rgebnis gekommen. Seine<br />
Einteilung der Seen in oligotrophe und eutrophe (iewässer basierte<br />
NAUMANN (1917; 1919) auf die Phytojilanktonproduktion. Als diese<br />
Seetypeneinteilungen sodann auf die Seen in ihrem Lk^griffe einer<br />
Lebenseinheit erweitert wurden, bei deren Charakterisierung der<br />
gesamten Vielheit der wirkenden Faktoren Ueclinung gelragen ist,<br />
und als die [)roduktionsbiologisciien IJntersucliungeii eine regionale<br />
Problemstellung erhielten, fand ein ganz neuer Forschungszweig<br />
ihren Anfang: die regionale Limnologie. TiriENEMANN (1921 a) schloss<br />
seinen ursprünglichen zwei llaupttypen noch einen dritten, den<br />
dystrophen Tyj) an und diese Einteilung zusammen mit dem Seetypensystem<br />
NAUMANNS wurde dann zum Ausgangspunkt für alle<br />
Seenuntersuchungen, ganz einerlei mit welciien Organismengruppen<br />
sich diese beschäftigten. NAUAIANN (1929) arbeitete dann sein<br />
Seetypensystem weiter zu sieiien produktionsbiologischen Oewässertyjien<br />
aus, die seither als das letzte Wort der regionalen Limnologie<br />
auch in der Seetypenfrage gegolten haben. Der Umstand, dass ganz<br />
in den letzten Jahren auch gegen diese Typen und zumal gegen ihre<br />
(Charakterisierung Einwände erhoben worden sind, zeugt nur dafür,<br />
dass das Studium auch auf diesem Gebiet gegen vollständigere und<br />
allgemeingültigere ICrrungenschaften fori schrei t et.<br />
Vorstehende kurze Übersicht ist notwendig, um den (Irund zu<br />
verstehen, dem die auf die höhere Wasservegetation basierten Seetypenuntersuchungen<br />
entsprangen. In mehreren jiroduktionsbiologischen<br />
Seestudien der 192()er .Jahre wurde wohl nebenbei auf die<br />
Regelmässigkeiten hingewiesen, denen man auch in der Wasservegetation<br />
und in ihrer Artenzusammensetzung begegnet, ja diese<br />
wurden gelegentlich neben der zu behandelnden 1 lauptfrage sogar<br />
kurz beschrieben, nur aber, um schliesslich doch in ein fremdes<br />
Schema, in den llahmen einer auf ganz andere Untersuchungsobjekte<br />
basierte Einteilung eingezwängt zu werden. So verfuhren u. a.
4 L. Marislo, Die floristischen Seetypen Fhnilands.<br />
DECKSBACH (1924), KUPFFER (1925), THIENEMANN (1925) und mehrere<br />
andere.<br />
(iegen diesen Hintergrund betrachtet ist es um so bemerkenswerter,<br />
dass schon vor dem Erscheinen der oben genannten Untersuchungen<br />
bei uns in Finnland eine erste, allerdings lokale, rein botanische<br />
Seetypeneinteilung geschaffen worden war. In seiner umfassenden<br />
])flanzengeographischen Arbeit aus Laatokka-Karelien teilt LINKOLA<br />
(I91(), p. 192-19G) die Seen seines Untersuchungsgebietes vornehmlich<br />
auf (irund der Artenzusammensetzung und Physiognomie ihrer<br />
höheren Vegetation in nährstoffreiche und dürftigere Binnenseen<br />
ein und reiht diesen als dritte Gruppe die Uferbuchten des Riesensees<br />
Laatokka nebst den anschliessenden lehmgründigen Hinnenseen<br />
und I'lussmündungen an.<br />
Die erste auf dieses Problem eingehende Spezialuntersuchung<br />
stammt von S.UIUELSSOX (1925), der in seiner Arbeit über die Seen<br />
der Provinz Dalarne zu seiner bekannten Vierteilung der Seegewässer<br />
kommt, ALMQUIST (1929, p. 92) baut sodann das System noch mit<br />
einer weiteren (irup])e, dem alkalisclien (Charazeen-Typ aus, auf<br />
dessen wahrscheinliche l^Lxistenz freilich auch schon SAMUELSSON<br />
selbst (op. c., p. 12) hinweist. Diese Einteilung ist wohl natürlich,<br />
aber nicht ganz konsequent. Indem ihr überdies nur ein relativ<br />
eng begrenztes geograi)hisches Gebiet zugrunde liegt, kann sie kaum<br />
alle Seetypen in sich einschliessen, die es in einem Lande von der<br />
(irösse Schwedens und mit einer so beträchtlichen Längenausdehnung<br />
in nord-südlicher Richtung wohl sicher geben dürfte. Die meisten<br />
Seetypen SAMUELSSONS sind offensichtlich kollektiv, was wenigstens<br />
zum Teil seinen Grund darin haben dürfte, dass die Einteilung auf<br />
rein floristischer (Grundlage, ohne jegliche ergänzende Bezugnahme<br />
auf die wichtigsten Eigenschaften des Wassers durchgeführt worden<br />
ist. Darum sind auch Kritiken (GAMS 1927, p. 57-63; NAUMANN 1932,<br />
p. 93-91), zumal gegen das seltenste Glied der Typeneinteilung<br />
SAMUELSSONS, die Lagunenseen, erhoben worden, indem der Typ<br />
lediglich als eine durch abweichende hydrographische Verhältnisse<br />
bedingte Tyjienvariante angesprochen wird, die in sich sowohl oligotrophe<br />
als eutro})he Seen einschliesst. Dieser Seetyp ist indessen<br />
z.B. von ALMQUIST (1929, J). 92) in Uppland als floristisch durchaus<br />
selbständig festgelegt worden, l^benso hat HRAARUI) (1932, p. 90;<br />
BUAARU]) Si AALEN 1938, J). 35) aus Norwegen einige Seen beschrie-
Ann. liot. Soc. ZooI.-BoL Fcmi. Vainuno, 15, 11:0 5. 5<br />
J)en, (lie sich eng an den Lagunentyp ansciiliessen. xVus unserem Lande<br />
sind hierliergehorcnde Seen l)is auf weiteres nicht besciiriehen worden,<br />
doch ist es möglich, dass einige von den Durchflussseen der Provinz<br />
Pohjanmaa, die ausserhali) des Kahmens der vorliegenden Untersucluing<br />
gebliehen sind, hei diesem Typ eingereiht werden könnten.<br />
Der ol)en berührten Mängel seiner Typeneinteilung ist sich SAMUELS-<br />
SON.,(o}). c., p. 5) audi selbst wohl bewusst, ihrer ungeachtet behält<br />
aber das System seine grundlegende Bedeutung zu jeder Zeit bei.<br />
Im folgenden Jahre nach SAMUELSSON veröffentlichte DONAT (192())<br />
seine auf die (Irossvegetation begründete Seetypenuntersuchung aus<br />
Norddeutschland. Sie baut auf die biologische Seetypeneinteilung<br />
TIIIENEMANNS (1921a), die Charakterisierung und Nennung der Typen<br />
hat aber vieles mit SAMUELSSON gemein. DONAT kommt in<br />
seiner Darstellung auf drei Seetypen hinaus und erörtert besonders<br />
die verschiedenen Formen der Oligotrophie. Alle Seetypen SAMUELS-<br />
SONS kann er nicht hilligen, weil ein Teil der von SAMUELSSON untersuchten<br />
Seen stark kulturbeeinflusst ist. Indessen kann eine Seetypeneinteiliing,<br />
in welcher ausschliesslich die von jeder Kultureinwirkung<br />
freien Quellseen Berücksichtigung gefunden haben, nie eine<br />
grössere Hedeutung erreichen, eben weil es solche Seen wenigstens in<br />
Mittel- und Nordeurojia nicht mehr viele gibt.<br />
Der folgenden auf die Makrophylenvegetation des Wassers bezüglichen<br />
Untersuchung aus Norddeutschland begegnen wir in der erstenhands<br />
soziologisch angelegten Arbeit SAUERS (11)37) aus Osl-I loistein.<br />
Da die Arbeil dazu gute (lelegenheit bot, ist in ihr auch die See-<br />
Lypenfrage behandelt worden. Und indem ferner die Untersuchung in<br />
einem Gebiet zur Ausführung gelangte, wo der eulrophe »baltische<br />
Seetypus» TIIIENEMANNS bzw. Polaniof/clon-SAMUELSSONS, die<br />
SAUER ohne Bedenken identifiziert, vorherrschend ist, fällt der<br />
Schweri)unkt der Darstellung auf diesen Tyj). SAUfyii fasst den Seetyp<br />
kollektiv auf und gliedert ihn nach der Makroflora und den am Ufer<br />
vorkoinnuMiden nichl-eigentlichen Wasserpflanzeiuirlen in vier Varianten.<br />
Die (irobeinteilung in zwei Uiitertypen erfolgt in (lemässheit<br />
mit IvorPE (1923) und UTKUMÖHL (1925) auf (irund der Beschaffeuheiti<br />
des Bodenschlammes. Diese lunteilung SAUERS trägt eine stark<br />
lokale Betonung. Ausserdem erstreckt sie sich auf eine grosse Zahl<br />
von Teichen und stellt mithin keine Seety[)eneinteilung im eigentlichen<br />
Sinne dar.
() L Marislo, Die llorislischon Sooty))en I-Mnnlands.<br />
Auch ALMQVIST (1929) berührt gelegentlich seiner soziologisch-<br />
I'loristischen Untersuchung aus Uj)plan(l die Seetypenfrage. Die<br />
Arbeit enthält zahlreiche Angaben über die Makrophytenvegetation<br />
der Seen in der genannten Provinz, eine neue Seetypeneinteilung wird<br />
aber nicht dargestellt, weil der Verfasser seine auf die einzelnen Seen<br />
bezüglichen Aufzeichnungen nicht als hinreichend genug dafür erachtet.<br />
Ausserdem repräsentieren die Seen des Gebietes gar einseitig<br />
die eutrophe Typengrupjje. ALMQUIST konstatiert ebenfalls die Unzulänglichkeit<br />
der vorhandenen Seetypeneinteilungen vom Standpunkt<br />
der Vegetationsforschung, begnügt sich aber mit der lunteilung<br />
SAMUELSSONS unter llinzufügung eines fünften Typs, des Charazeen-Typs.<br />
Der gleichen Einteilung haben sich auch HRAARUD IT AALEN<br />
(19.3cS) bei ihren Untersuchungen in Südnorwegen bedient. Weil der<br />
Felsgrund dort in der Hauptsache aus archäischen kristallini.schen<br />
(iesteinsarten besteht, bietet uns diese allerdings in einem geogral)Jiisch<br />
recht eng begrenzten Gebiet ausgeführte Ar))eit trotz der bedeutejulen<br />
klimatisclien Unterscliiede vorzügliche Vergleichs[)uukte<br />
auch im Hinblick auf die finnischen X'erhältnisse dar.<br />
Der Lösung der Seetypenfrage ist auch auf dem Wege des ökologischen<br />
Studiums nachgestrebt worden. So finden wir bei IVERSKN<br />
(1929) eine l^jnteilung der Gewässer nach ihrem pH-Wert und gleichzeitig<br />
ein Seetypensystem nach dem Einfluss desselben auf die Wasservegetation<br />
vor. Wie zu erwarten, wird ein in dieser Weise durch<br />
die alleinige Hervorhebung eines einzigen Standortsfaktors zuwegegebrachtes<br />
Tyi)ensystem notgedrungen einseitig, auch wenn<br />
ihm eine gewisse Hedeutung nicht strittig gemacht werden kann.<br />
]">höhte Vergleichsmöglichkeiten mit den limnologischen hjnteilungen<br />
ergeben sich durch die Kalkanalysen des Wassers sowie durch die<br />
Angaben über (las Phytoplankton. Vom Standpunkt der Vegetationsforschung<br />
hingegen ist zu bedauern, dass die Hel()j)hyten als lunteilungsgrund<br />
nahezu unbeachtet geblieben sind.<br />
iMue die W^asservegetation und die chemischen Verhältnisse des<br />
Wassers recht eingehend beluuulelnde Untersuchung hat kürzlich<br />
LOHAMMAR (1938) in Schweden veröffentlicht. Seine Arbeit gründet<br />
sich auf verschiedenjährlich und zu verschiedenen Zeiten des Jahres<br />
gemachte genaue Wasseranalysen, und sein Material lässt mehrere<br />
bedeutende Hegelmässigkeiten hervortreten. In bezug auf die See-
Alin. Hol. Soc. Zool.-Bol. 1'enn. Vanamo, 15, 11:0 5. 7<br />
typollfrage liaL sich auch LÜHAMMAR ledighch INIL einer kritischen<br />
Stolhiiignahnie l)egnügl. Unter anderem verwirft er (p. 230-232) die<br />
Erklärung SAMIJI
8 L. Marislo, Die floristisclicn vSeetypeii Finnlands.<br />
sucliungsgebiet in Westfinnland in Anlehnung an LINKOLA (1916)<br />
ein besonderes ornitho-ökologisches Seetypensystem aufgestellt.<br />
Neben den obigen sind in P^innland eine ganze Menge entweder<br />
einzelne Seen oder sämtliche Gewässer eines begrenzten Gebietes<br />
J)etreffende Makrophytenstudien veröffentlicht worden. Diese bringen<br />
in die Seetypenfrage nichts wesentlich Neues, nichtsdestoweniger<br />
sind aber solche monographische Untersuchungen im Iiinl)lick auf<br />
das Gesamtprol)lem von grosser Bedeutung. 1 lier mögen nur folgende<br />
Namen herausgegriffen werden: LINKOLA (1911; 1933 b), VAIIERI<br />
(1932), AARIO (1933), POHJALA (1933), MAKISTO (1935), REINIKAINEN<br />
(1935), LEVANTO (1936) und VAAKAMA (1938). xVusserdem sind<br />
einige (juantitative und ökologische Wasservegetationsuiitersuchungen<br />
veröffentlicht worden.<br />
Von grossem Wert bei der b>örterung der Seetyjienfrage sind<br />
ferner einige andere, hier noch nicht genannte Wasservegetationsuntersuchungen.<br />
Solche sind u.a. die umfassenden Bodensee-Unter-<br />
suchungen von KIRCHNER SC SCHRÖTER (1902) und BAUMANN (1911),<br />
ferner die zahlreichen Arbeiten der P^ngländer WPJST und PEARSALL<br />
(siehe im Literaturverzeichnis) nebst anderen. Und besonders in<br />
Skandinavien sind makrophytische Gewässerstudien geleistet worden,<br />
von denen die gleichzeitig auf mehrere Seen bezüglichen Un-<br />
tersucluingen von CARLSON (1902) und ARWIDSSON (1920) aus Schweden<br />
und BRAARUI) (1932) aus Norwegen sowie die monographischen<br />
Makrophytenstudien von WESENBERG-LUND (1919), BLOMGREN &<br />
NAUMANN (1925), BRAARUD (1928) und RININMARK (1931) als die<br />
wichtigsten zu nennen sind.<br />
Welches ist denn das Ziel, dem man bei der lü'gründung der Vegetationstypen<br />
der Seen entgegenzustreben hat? Zunächst gilt es, das<br />
Studium so auszudehnen, dass es neben entweder auf einen einzigen<br />
See oder ein enges Gebiet bezüglichen monographisciien Darstellungen<br />
auch grössere zusammenhängende Florengebiete, z.B. floristische<br />
Grossprovinzen umfasst. Zweitens hat sich das Studium auf einem<br />
einzelnen See nicht bloss auf die Errichtung einer vollständigen<br />
Artenliste einzustellen, sondern es gilt daneben auch Angaben<br />
über die Frequenz und Ueichlichkeit der einzelnen Arten sowie<br />
über das Auftreten der wichtigsten Pflanzengesellschaften im Bereich<br />
eines jeden Seetyps und deren Varianten zu erhalten. Meiner
Ann. Bot. Soc. Zool.-liot. Feiui, Vanamo, 15, n:o 5. 1)<br />
Ansicht nach vermag indessen eine rein fh)ristisch-sozi()lügische<br />
Einteihing nicht allein die einer auf die Grossvegetation begründeten<br />
Seetypeneinteilung zukommende Aufgabe als Ergänzung<br />
der limnologischen Seetyi)eneinteilungen zu erfüllen. Als Einteilungsgründe<br />
sind der Flora und der Vegetation auch die auf ihr<br />
(iedeihen einwirkenden wichtigsten Faktoren anzuschlicssen. Die<br />
Untersuchungen müssen Angaben auch über den Felsgrund und die<br />
Bodenarten eines jeden Untersuchungsgebietes, ferner über die wichtigsten<br />
die Vegetationsentwicklung beeinflussenden Eigenschaften<br />
des Wassers enthalten. Von den letztgenannten stehen an erster<br />
Stelle die Farbe des Wassers, die Sichttiefe, das j)!! sowie die Ca-,<br />
P- und N-Spektra. Seetypen, bei deren Aufstellung neben der<br />
l'lora und der Vegetation auch diesen Faktoren Rechnung getragen<br />
worden ist, lassen sich mühelos den schon existierenden produktionsbiologischen<br />
und allgemeinlimnologischen Einteilungen gleichstellen,<br />
in denen sämtlichen die obengenannten Eigenschaften des Wassers<br />
Berücksichtigung gefunden haben. Ermittelt man dann für die in<br />
ihre endgültige Form gebrachten Seetypen an Hand von quantitativen<br />
Untersuchungen die Produktion an Pflanzenmasse, so gelangt<br />
man damit schon in den Kreis der angewandten Wissenschaft. Alles<br />
(lies setzt indessen voraus, dass die auf die Grossvegetation begründeten<br />
Seetypen klar umrissen und also leicht auseinanderkennbar<br />
sind-eine Bedingung, die an jede Einteilung zu stellen ist.<br />
Die in der obigen Weise einzeln für jedes Land aufgestellten<br />
Seetypen würden allerdings, hauptsächlich infolge der regionalen<br />
Klima- und Bodenunterschiede, einigermassen voneinander abweichen.<br />
Trotzdem halte ich es für wahrscheinlich, dass sie sich vereinigen<br />
und - als endgültiges Ziel - zu einer für sämtliche seinerzeit vom<br />
Landeis bedeckten zirkumpolaren (iebiete gemeinsamen, allgemeinen<br />
Seetypeneinteilung generalisieren Hessen. Dazu verhilft uns andererseits<br />
auch der Umstand, dass ein grosser Teil der Wasserpflanzenarten<br />
für das ganze genannte Gebiet gemeinsam ist. Im Rahmen<br />
einer solchen Einteilung wäre es möglich, alle daselbst geleisteten<br />
Wasservegetationsuntersuchungen unter sicli vergleichbar zu machen.<br />
Bis wie weit ist dann in der vorliegenden Untersuchung nach<br />
einer Verwirklichung des oben skizzierten Programmentwurfes gestrebt<br />
worden? Seine restlose Befolgung ist unmöglich gewesen.<br />
Schon die Grösse des in Frage stehenden Gebietes - ganz Finnland-
10 L. jMarisio, Die floristischcn Seetj-peii Finnlands.<br />
slelll crliebiiche Grenzen, denn die Kosten sind ansehnlich und die<br />
zur Verfügung stehende Zeit begrenzt. Weil das Thema ausdrücklich<br />
eine Behandlung in grossen Zügen voraussetzt, hat auch die intensive<br />
Arbeitsweise öfters der extensiven den Platz räumen müssen.<br />
So ist es nicht möglich gewesen, zu einer systematisch durchgeführten<br />
soziologischen Feldarbeit mit ganz bestimmten Probeflächenanalysen<br />
zu schreiten, wie sie zur Methodik der nu)nographischen Erforschung<br />
einzelner Seen gehört. Die Gründe dazu sind nuuinigfach. Vor allem<br />
die grosse Labilität der Wasserpflanzengesellschaften (vgl. ALMQUIST<br />
1929, p. (H) bedingt es aber, dass man zu klar umrissenen und auch<br />
regional anwendbaren Seetypen auf diesem Wege wohl kaum kommen<br />
würde. Jene Labilität und Selbständigkeit der verschiedeneu<br />
Lei)ensformen ist so gross, dass eine klare Trennung der pflanzensoziologischen<br />
I'jnheiten innerhalb einiger wichtigsten Seetypen<br />
L^nnlands undurchführbar ist, wie von VAARAMA (1938, p. 16-01)<br />
ausführlich dargetan worden ist. Wohl kann man hingegen auf<br />
floristisch-ökologischem Wege zu einer botanischen Typeneinteilung<br />
der Seen gelangen, die sich sowohl auf dürftige als auf vegetationsreiciie<br />
Seen übertragen lässt. Eine solche Einteilung gestattet zugleich<br />
auch die Inachtnahme der meisten vom limnologisclien Standpunkt<br />
wichtigsten Umgebungsfaktoren. Auf dem so geschaffenen<br />
Grund ermöglicht sich dann schon ein detailliertes pflanzensoziologisches<br />
Arl)eiten, ja, ist als Ergänzung der Vegetationsbeschreibung<br />
sogar sehr erwünscht.<br />
Als den grössten Mangel der vorliegenden Untersuchung erachte<br />
ich den Umstand, dass es mir auf meinen lleisen nicht möglich war,<br />
vollständige Wasseranalysen eines jeden der untersuchten Seen auszuführen.<br />
Das Mitführen von Wasserproben zwecks später vorzunehmender<br />
Analyse kam ebenfalls nicht in Frage. Dieser Nachteil<br />
wird indessen einigernuissen dadurch aufgehoben, dass bezüglich<br />
einiger Seen Analysen des W^assers in den limnologisclien Arbeiten<br />
von .JÄRNKFB:I/r und VALLE (siehe im Literaturverzeichnis) bereits<br />
vorliegen.<br />
Die in der vorliegenden Untersuchung dargestellte Typeneinteilung<br />
der Seen Finnlands strebt nach einer möglichst grossen Einfachheit,<br />
damit sie auch für andere als einzig für Botaniker und<br />
F'achleute des (iebietes anwendbar wäre. Tritt man an das Ufer eines<br />
Sees heran und ])ildet sich zunächst z.B. an Hand der auf dem See-
Ann. liol. Sof. Zool.-Hot. Fcnn. Vanamo, IT), 11:0 5, 11<br />
grund liegenden Gegenstände, Steine u.dgl. einen annähernden Begriff<br />
von der Farbe und der Sichttiefe des Wassers und schreitet dann<br />
eine kurze Strecke das Ufer entlang, um die Wasservegetation in<br />
Augenschein zu nehmen, so ist man in der Lage, schon daraufhin<br />
mit ziemlich grosser Sicherheit zu schliessen, um welchen Typ oder<br />
wenigstens um welche Typengruppe es sich im betreffenden Falle<br />
handelt - dies ist das praktische Ziel, welches sich die neue Typeneinteilung<br />
gestellt hat. Die Ermittlung solcher möglichst deutlichen<br />
Kennzeichen für jeden Seetyp aus der Gesamtmenge der augenfälligsten<br />
Pflanzengesellschaften, also derjenigen der llelophyten und der<br />
Schwimmblättrigen, erwies sich indessen in manchen Fällen als eine<br />
übermächtige Aufgabe. Besonders hervortretende Dominanten gibt<br />
CS in jenen Gruppen schliesslich dennoch weniger als es die Zahl der<br />
zu unterscheidenden Seetypen voraussetzt, und auch von diesen<br />
Alten können manche in mehr als einem Seetyp dominierend oder<br />
wenigstens als Charakterarten auftreten. Man iiat sich also genötigt<br />
gesehen, in die Typencharakteristik und Typennomenklatur auch<br />
andere Lebensformen, wie die Wasserblattkräuter, die Grundblattkräuter<br />
und selbst die Charazeen aufzunehmen. Ihre Feststellung<br />
erfordert indessen zumeist eine Gelegenheit zum Befaliren des vSees<br />
und auch schon eine einfaciiere Apparatur, was daran angetan ist,<br />
die Untersuchungsarbeit umständlicher zu machen.<br />
Die Grupi)ierung der typischsten Seen des Materials hat keine<br />
grösseren Schwierigkeiten bereitet, weil ein ansehnlicher Teil der zu<br />
untersuchenden Seen aus der Periplierie der Gewässersysteme gewählt<br />
wurde, wo der Einfluss der Kultur und die Wirkung der »Fernumgebung»<br />
(JÄRNEFELT 1929 a, p. 105) auf ein Minimum beschränkt<br />
sind. Dadurch ergab sicli zugleich auch ein möglichst gutes Bild von<br />
der direkten Einwirkung der den See umgebenden losen Bodenablagerungen<br />
sowie des Felsgrundes auf die Wasservegetation und<br />
das Wasser. In der Natur sind aber scliroffe Grenzen selten - die<br />
Natur macht keine Sprünge - also muss es auch Grenzfülle geben.<br />
Die Unterbringung jener Grenzfälle ist denn auch entsprechend um<br />
so schwieriger gewesen, insbesondere wenn mehrere verschiedene<br />
Kultureinwirkungen gleichzeitig mitgespielt haben. Zu mehreren<br />
vieldeutigen Fragen musste ferner Stellung genommen werden, und<br />
hinsichtlich mehrerer hier vorgebrachter Ansichten wird man sicherlich<br />
verschiedener Meinung sein können. Die vorliegende Unter-<br />
2
12 L. Muristo, Die Uoristischeii Seetyi)en Finnlaiuls.<br />
sucliung stellt aber den ersten Versuch dar, die hier skizzierte Frage<br />
mit Geltung für ein ausgedehnteres Gebiet zu lösen. Sie hat meiner<br />
Auffassung nach sclion zum Teil ihren Zweck erfüllt, wenn durch sie<br />
der Grund geschaffen ist, von welchem aus man mittels vollkommnerer<br />
Methoden und durch die ihr anhaftenden Mängel belehrt, daran<br />
schreiten kann, dauerliafte Resultate auszubauen.
II. UNTERSUCHUNGSMETHODEN.<br />
Allgemeines. Bei der praktischen Ausarbeitung des Arbeitsprogramms<br />
ergab sich als erste Schwierigkeit die Ermittlung der<br />
Grundlagen, an Hand deren die Untersuchungsgebiete zu wählen<br />
waren, da ja in die Untersuchung nur ein kleiner Bruchteil der Seen<br />
Finnlands einbezogen werden konnte. Icli betrachtete es am sachgemässten,<br />
dass die Untersuchungsgebiete zum grossen Teil Quellseen<br />
mit möglichst spärlichen Zuflüssen zu sein hatten. Dann bleibt<br />
nämlich der Einfluss der Fernumgebung, dessen Feststellung und<br />
Klärung oft nicht wenig schwierig ist, auf sein möglichstes Minimum<br />
besciiränkt. In solchen Seen gelangt am deutlichsten z.B. die Einwirkung<br />
der geologischen Bescliaffenheit der Umgebung auf die<br />
Lebewelt des Sees zum Ausdruck und auch die übrigen Umgebungsfaktoren<br />
treten liier in ihren klarsten Umrissen hervor. Anidererseits<br />
wälilte ich mir als Untersuchungsgebiete auch eine genügende<br />
Anzahl der in Finnland so allgemeinen in die Gewässersysteme<br />
eingeschalteten Kettenseen aus. Und über dem Ganzen galt<br />
es'dann natürlich, die Untersuchungsgebiete im Hinblick auf den<br />
Gewässerreichtum der verschiedenen Teile des Landes möglichst<br />
"Zweckmässig zu verteilen.<br />
Bestimmend bei der Wahl der Untersuchungsflächen waren zunächst<br />
die praktischen Umstände, vor allem die Kommunikationsverbindungen.<br />
Von lokalen Faktoren waren am wichtigsten die geologischen<br />
und hydrographischen Verhältnisse ebenso wie die Menge<br />
der verschiedenartigen Kultureinflüsse, soweit darüber auf Grund<br />
des Kartenmaterials und der Literatur zu schliessen war. Bei grossen<br />
Seen galt es wiederum ein Gebiet zu wählen, das insbesondere in<br />
bezug auf die Expositionsfaktoren den See möglichst gut repräsentierte.<br />
'
14 L. Muristo, Die Uoristischeii Seetyi)en Finnlaiuls.<br />
Sowohl praktische wie auch wirtschaftliche Gründe, unter den<br />
ersteren besonders die Transportschwierigkeiten, entschieden über<br />
die zu wählenden Untersuchungsmethoden. Als Prinzip galt die Bestrebung,<br />
mit Hilfe möglichst weniger (ieräte und einfacher Methoden<br />
ein dennoch befriedigendes Material zusammenzubringen. Hoffentlich<br />
ist meine vorliegende Untersuchung imstande, als Grundlage<br />
für spätere, mit feinerer Apparatur und nach detaillierteren Untersuchungsmetlioden<br />
ausgeführte Spezialuntersuchungen zu dienen.<br />
Erforschung der Vegetation. Der Wert der ganzen<br />
Untersuchung blieb zum grossen Teil darauf beruhen, nach welchen<br />
Methoden die Erforschung der Vegetation geschehen sollte. Als<br />
nächste bei der Hand standen ja die von den Pflanzensoziologen gebrauchten<br />
Methoden der Vegetationsforschung, die Kartierung, die<br />
Probeflächenaufnahme und die Linientaxierung. Wie aber schon<br />
vorhin (S. 10) bemerkt wurde, wären sämtliche diese Methoden im<br />
Hinblick auf eine derart umfassende regionale Untersuchungsarbeit<br />
weitaus zu zeitraubend gewesen und hätten sich in ihrer jetzigen Form<br />
wohl auch nicht alle zur Herausbringung des gewünschten Resultats<br />
geeignet. Da ausserdem sowohl das Thema,als das Ziel der vorliegenden<br />
Untersuchung die Verlegung des Hauptgewichtes auf die<br />
Betrachtung der Flora voraussetzten, gestaltete sich die Vegetationsforschung<br />
in der Hauptsache lediglich deskriptiv aus. Dagegen ergab<br />
sich die Ermittlung der Frequenz und der Reichlichkeit der einzelnen<br />
Wasserpflanzenarten in jedem Untersuchungsgebiet oder also die<br />
Klarlegung des Anteils einer jeden Art als Komponente der Wasservegetation<br />
als derjenige Umstand, um dessen klarer Hervorbringung<br />
es sich am ehesten handelte.<br />
Die Frequenz der Pflanzenarten ist bei uns bis heute nach der<br />
Frequenzskala von NOBULIN (1871, p. 134): »sehr allgemein», »allgemein»<br />
usf. (Tab. 1) zum Ausdruck gebracht worden. Trotz ihrer<br />
klaren Fassung lassen sich indes bei ihrer Anwendung durch die<br />
Subjektivität der Schätzung bedingte Unterschiede doch nicht<br />
gänzlich vermeiden. Zu dessen Umgehung hat ULVINEN (1937, p.<br />
40-41) als erster eine exakte Anwendungsweise der NoEELiNschen<br />
Frequenzskala zu Zwecken der probeflächenmässigen Vegetationsaufnahme<br />
ausgearbeitet, und neuerdings hat NYBTRÖM (1938)<br />
dieselbe graphisch in einer leicht verwendbaren Form wiedergege-
Ann. Bot, Soo. Zool.-Fiot. iM'nn. Vaninno, IT), n:o T). 15<br />
rabt^lt' I. Du^ in dor vorliegonden UiiLorsiicliung hel'olgl.t' Applik.ifionsfonn<br />
der NouuLiNsclien Frequonzskala,<br />
Frequenzskala nach NORKLIN<br />
soJir allgemein ....<br />
allgemein<br />
ziemlich allgemein ..<br />
hier (Uid da<br />
zieuilicli selten ....<br />
selten<br />
sehr selten<br />
fq<br />
st. Iq<br />
1'<br />
st R<br />
!•<br />
IT<br />
Zahlenwert<br />
der<br />
Frequenz<br />
F)<br />
1<br />
;t<br />
2<br />
1<br />
Anteil der<br />
Bestände an der<br />
gesamten Uferlänge<br />
1/ _ 1 /<br />
/1 /2<br />
Vl«""V32<br />
(732-Ve.)<br />
(Vfl,-Vm)<br />
Anzajil der Fundstellen<br />
bzw. der<br />
Kleinbestände<br />
(6r>- 128)<br />
V2-V4<br />
64)<br />
'A-Vs 1 ! 17-32<br />
Vs-Vi. 'J- 16<br />
-«<br />
2 -<br />
1<br />
ben. Hire Anwendung I)ei meiner Untersuciuing war indes nieiiL<br />
möglich, (la ich mich keiner Pr()l)cflächen bedient iuibe. Doch kam<br />
es bei der vorliegenden Untersuchung gerade auf eine genaue Schätzung<br />
der Frequenz an, die - abgesehen von ULVINKN - in allen frülieren<br />
Wasservegetationsuntersuchungen ja lediglich einzig auf den»<br />
subjektiven Urteil des einzelnen Forschers beruhend geblieben war.<br />
Dies wiederum ist Ursache dazu, dass die früheren Wasservegetationsuntersuchungen<br />
von diesem Standpunkt aus nicht ohne weiteres<br />
untereinander vergleichstauglich sind. So formte sich allmählicii<br />
nach dem ersten Arbeitssommer jene auf die höhere Wasservegetation<br />
applizierbare Modifikation der NoiuiLiNschen Frequenzskala<br />
aus, deren ich mich bei der Aufzeichnung der 1 läufigkeitswerte bedient<br />
habe (Tab. 1). Diese gründet sich darauf, dass nuin vom Ruderboot<br />
oder vom Ufer aus, die Uferlinie folgend, die Länge des von einer<br />
Art gebildeten Bestandes, oder eines solchen Mischbestandes, an<br />
dessen Bildung diese Art beteiligt ist, schätzt und notierl. Daraus<br />
oder aus der Längensumnu! jener Bestände ergibt sich dann durch<br />
Schätzung, einen wie grossen Teil der Uferlinie des zu untersuchenden<br />
Sees oder Teiles desselben die betr. Art eingenommen hat, wonach<br />
die Wiedergabe des Frequenzwertes in der angegebenen Weise erfolgt.<br />
Bei einzeln oder in kleinen Beständen anftretenden Arten wird entsprechend<br />
die Zahl der Vorkommnisse oder der Bestände vermerkt.<br />
Die Tabelle zeigt, dass, wenn man sich bei der Mitte der Skala<br />
und damit bei den am schwierigsten l)estimmbaren Fällen befindet,<br />
man oft auf zwei Wegen zum Endresultat gelangen kann, oder we-
16 L. Muristo, Die Uoristischeii Seetyi)en Finnlaiuls.<br />
nigstens lässt sich das Resultat in dieser Weise kontrollieren. In<br />
solchen Fällen, wie es z.B. Abb. 1 zeigt, wo neben ein paar ausgedehnteren<br />
Phragmites communis-Beständen mehrere ganz kleine<br />
Vorkommrtisse zu sehen sind, bezüglich deren man unter Befolgung'<br />
Abb. 1. Scheinatische Darstolliing einer Sainiaa-Jiuclil etwa 8 kiTi südlich von<br />
Puumala. - Weiss: liauptsächlicli Luftblattkräuter; schwarz: Phragmites-,<br />
Kreise: Schwinunblattkräuter; punktierte Linie: äussere Grenze der Ornndblattkrautbestände;<br />
Kreuze: Steine.<br />
verschiedener Taxierungsgründe zu antereinander etwas abweichenden<br />
Resultaten kommen würde, ist stets dasjenige Resultat massgebend,<br />
das sich durch Berechnung des Längenanteiles der Bestände<br />
an der Länge der Uferlinie ergibt. Mit (k^rlei hat man es nuMstens<br />
gerade bei den Helophyten zu tun.<br />
Ganz ohne Nachteile ist auch diese Metiu)de niclrt. Am schwierigsten<br />
ist ihre Anwendung bei gewissen kleinen und seichten Seen,,<br />
die völlig oder wenigstens nahezu ganz von einer Vegetation eingenommen<br />
sind, wie z.B. die Seen Nr. 106 Ylisenjärvi und Nr. 129<br />
Mustfinnträsk. Dann habe ich mir die weiter vom Ufer gelegenen<br />
Bestände, besonders im Falle deren grösserer Ausdehnung, auf die<br />
Uferlinie projiziert gedacht und dann die Frequenz in der oben beschriebenen<br />
Weise bestimmt. Bei kleineren Beständen entschied die
Ann. Bot, Soc. Zool.-Hot, Fenn. Vananio, 15, n:o 5. 17<br />
Anzahl. An die Taxierung der vegetationsbeiierrscliten Uferanteile<br />
gewöhnt man sich im Felde schnell. Der entstehende Fehler wächst<br />
dann nicht über einen Skalengrad hinaus, und die gleiche Fehlermöglichkeit<br />
ergibt sich ja in Grenzfällen selbst bei der Kartierung.<br />
Die Taxierung erfolgte gewöhnlich erst nach einmaligem Inspektionsgang<br />
um das zu untersuchende Wassergebiet. Soweit möglicli wurde<br />
dabei für die endgültige Taxierung ein liöher gelegener Uferpunkt<br />
aufgesucht, von wo aus sich ein guter Überblick über die betreffende<br />
Fläche als Stütze für die Annotationen und zur Bestätigung der<br />
zuvor erhaltenen Taxierungsergebnisse erbot.<br />
Je grösser das zu untersuchende Wassergebiet ist, desto schwieriger<br />
wird die Anwendung der Skahi auf Grund einer i)h)ssen okulären<br />
Schätzung. Im Laufe der Untersuchung hat es sich jedoch gezeigt,<br />
dass auch z.B. an den grossen Binnenseen ein Untersuchungsgebiet,<br />
das eine Uferlänge von etwa 10 km in sicii einschliesst, völlig zur<br />
Charakterisierung der Vegetation, wenn nicht immer des ganzen<br />
Sees, so doch immerhin eines grossen Teiles desselben genügt, vorausgesetzt,<br />
dass die Wahl des Untersuchungsgebietes unter Berücksichtigung<br />
der vorgenannten Gesichtspunkte stattgefuntlen hat. Den<br />
genannten Wert an Grösse übertreffende Untersuchungsflächen wurden<br />
indes nur in Ansnahmefällen gewählt, einige Seen, deren Uferlänge<br />
reichlich ül)er 10 km lieträgt, wurden allerdings in ihrer Gesamtheit<br />
untersucht.<br />
Wie vorhin (S. 15) bereits erwähnt, wurde diese Taxierungsmethode<br />
erst im zweiten Arbeitssommer in Gebrauch genommen.<br />
Indem ich aber im ersten Sommer in sonstiger Minsicht noch genauere<br />
Aufzeichnungen über die Zusammensetzung der Vegetation<br />
ebenso wie die Häufigkeit der einzelnen Arten in den untersuchten<br />
Seen machte, haben sich diese Angaben nachträglich wohl auf die<br />
endgültige Frequenzskala übertragen lassen.<br />
Während der ganzen Untersuchung wurde das I lauptaugenmerk<br />
auf die eigentlichen Wasserpflanzeniirten (LINKOLA 1933 a) gerichtet.<br />
Doch liaben audi eine Menge andere sog. »Uferpflauzen» Berücksichtigung<br />
gefunden, die sowohl im Supra- als im Eiditoral wachsen,<br />
die aber LINKOLA (1. c.) nicht zu den Wasserpflanzen im eigentlichen<br />
Sinne zählt. Bezüglich dieser letzteren sind jedoch die mitgeteilten<br />
Frequenzangaben weniger vollständig. Nach den Aufzeichnungen des<br />
Sommers 1930 lassen sich auch keine Frequenz- oder Beichlichkeits-
IN i.. Marisin. Dit* floristisehen Seelypen Finalaiuls.<br />
zahlen für «lie Uferpflanzen angeben, sondern icli bin genötit worden,<br />
mieli lediglich mit einer blossen Angabe des Vorkommens bzw.<br />
Pehlens der betr. Art im untersuchten" Gebiet zu begnügen (Tab. 2<br />
inul Beilage). Bei Seen mit spärlicher Vegetation sind die die Uferpl'lanzen<br />
betreffenden lläufigkeitsangaben am genauesten, da es ihretwegen<br />
nicht nötig wurde, jedesmal aus dem Boot ans Land zu steigen.<br />
Umgekehrt sind wiederum bei flachuferigen Seen mit breiten, das<br />
Ufer umsäumenden Höhrichten, wie z.B. Nr. 113 Uidasjärvi,Nr. 129<br />
Sääksjärvi u.a., die betr. Angaben mangelhaft, da es an Zeit fehlte,<br />
i den ganzen See auch vom Ufer aus zu inspizieren. Die Aufzeichnun-<br />
1 gen beziehen sich daher auch lediglich auf Sticliprobeti von zahlreichen<br />
JUferpunkten ringst um den See.<br />
Dass von den eigentlichen Wasserpflanzen - besonders trifft dies<br />
für die Wasser- und die (irundblattkräuter zu - hin und wieder<br />
irgend ein Kleinbestand unbemerkt geblieben oder die betr. Art im<br />
untersuchten Gebiet trotz fleissigen Dredschens ganz übersehen worden<br />
sein kann, ist zu verstehen. .Te trüber das Wasser des Sees ist.<br />
desto grössere Möglichkeiten sind dazu vorhanden. Die Bedeutung<br />
jener Arten als Vegetationskom[)onenten ist indessen in solchen Fällen<br />
gering, und man kann auch sagen, dass die Frecjuenzwerte derjenigen<br />
Arten, die der Vegetation eines Sees ihr physiognomisches Gepräge<br />
verleihen, stets zuverlässig sind, da es sich dabei ja vorzugsweise<br />
um Ilelophyten- oder Schwimmblattkräuter handelt, deren Beobachtung<br />
am leichtesten ist. - Aus allem Obenangeführten folgt,<br />
«lass die in den Häufigkeitswerten möglicherweise hervortretenden<br />
Fehler durchgehends in der gleichen Bichtung liegen, d.h. die Werte<br />
sind in dem Fall etwas zu niedrig.<br />
Ausser der Frequenz Vv^urde auf jeder Untersuchungsfläche auch<br />
die Reichlichkeit der einzelnen Wasserpflanzenarten ermittelt, und<br />
zwar nach~der"allgemeinen Reichlichkeitsskala NORRLIÖVS, die sich<br />
mit der von mir gebrauchten Frequenzskala recht gut in Einklang<br />
t)ringen lässt. Sie erwies sich zugleich auch als die zweckmässigste<br />
im Gebrauch bei raschem Arbeiten und hatte ausserdem den Vorteil,<br />
dass sie eine kurze zahlenmässige Wiedergabe der Reichlichkeit in<br />
der gleichen Weise wie auch die Frequenzskala NORHX,INS gestattete.<br />
Als Nachteil ergibt sich für diese allgemeine Reichlichkeitsskala<br />
Ann. Bot. Sor. ZooL-Iiot. Fenn. Vananio, 15, n:o "). li)^<br />
tiir die Wasservegetationsforseliiui}.«, wie vorhin bei der Frequenz,<br />
ist viel schwieriger. Ein paar Beispiele mögen dies beleuchten. In<br />
einem üntersuchungsgebiet mit offener Wasserfläche finden sich<br />
am Windufer hier und da im Schutze von Steinblöcken kleine<br />
Bestände von Phragmites communis mit nur einigen Stengeln in<br />
0.5-1 m Entfernung voneinander. In ein paar geschützten Buchten<br />
ist es dagegen zur Bildung von recht ausgedehnten Schilfröhrichteri<br />
gekommen, in denen durchschn. 20-25 Sprosse auf dem Quadratmeter<br />
stehen. Als Reichlichkeit ist dabei der mittlere Keichlichkeitswert<br />
anzuschlagen, der sich durch Taxierung sämtlicher Schilfröhrichte<br />
des Untersuchungsgebietes und unter gleichzeitiger Berücksichtigung<br />
des durchschnittlichen Zahlenverhältnisses der dichten<br />
und der lichten Bestände ergibt. Im zweiten Fall stösst man in<br />
den verschiedenen Teilen eines Sees auf 5-20 m^ grosse Bestände<br />
von Ranimciiliis pelialus, überdies kommt aber die Art dort audi<br />
vereinzelt vor. Als Heichlichkeit ist auch hier der Mittelwert zwischen<br />
der taxierten Individuenzahl der Bestände sowie der Einzelvorkommnisse<br />
zu betrachten, und zwar nach wie vor mit Bezug auf das gegenseitige<br />
Zaiilenverliältnis beider.<br />
Aus diesen Beispielen ist ersichtlich, dass man auf diese Art in<br />
der Reiciilichkeit dem Dichtebegriff erheblich nahe kommt, und in<br />
den meisten Fallen gibt auch der Ueichlichkeitswert direkt den verallgemeinerten<br />
Diclitegrad an. Hierzu gelangt man, denn würde man<br />
in den Reichlichkeitsl)egriff eine Taxierung der Anzahl der Vorkommnisse<br />
auf der betreffenden öntersuchungsfläche einbegreifen,<br />
so wäre er mit dem Frecjuenzbegriff im oben dargelegten Sinne alsbald<br />
identisch.<br />
Die in der vorliegenden Arbeit mitgeteilten Reiithlichkeitswerle<br />
gründen sich also auf eine ziemlich subjektive Schätzung, die neben<br />
der lläufigkeitstaxierung an Hand der auf jeder einzelnen Untersuchungsfläche<br />
gemachten Aufzeichnungen durchgeführt worden isl.<br />
Sie besitzen also nicht den gleichen Genauigkeitswert wie die Frequenzzahlen,<br />
eignen sich aber auf jeden Fall vorzüglich als Komplettierung<br />
der kurzen Vegetationsbeschreibung, bilden wohl auch die<br />
einzige Möglichkeit zur zeitersparenden Wiedergabe der Reichlichkeitsverhältnisse<br />
der einzelnen Arten in einer derart extensiven Untersuchung.<br />
Die bei Wasservegetationsuntersuchungen oft gebrauchte-<br />
Methode der Abundanzbereciuuing (VAHEHI 19H2; POH.TALA 1933;
20 /-. Maristo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />
MARISTO 1935; u.a.) liätte indessen in einer so beweglichen und<br />
raschen Untersuchungsarbeit wie die vorliegende einen allzu beträchtlichen<br />
Zeitaufwand erfordert. Ich habe zwar in Helophytenbeständen<br />
einige Sprosszählungen auf Probequadraten zu 1 m^ unternommen,<br />
nicht aber so viel und auch nicht so planmässig, dass sich<br />
die erhaltenen Zahlen zur Wiedergabe der Reicliliclikeit verwerten<br />
Hessen.<br />
Die übrige Vegetatioiisuntersuchung hat sich dann lediglich darauf<br />
beschränkt, dass icli von einigen typischen Ufergebieten rasche<br />
Ivartenentwürfe gemacht habe; die Al)stände gründen sich dabei<br />
z. T. auf Schätzung, z. T. bediente ich mich eines kleinen optischen<br />
Abstandsmessers. Ebenso habe ich einige rechtwinklig vom Ufer<br />
gegen das offene Wasser verhiufende Vegetationsprofile ausgearbeitet.<br />
'<br />
Das AufsucJien der submersen Arten ebenso wie die Ermittlung<br />
ihrer Frequenz und Heichliclikeit fanden einzig mit Hilfe der<br />
Dredsche statt, wenn das Wasser<br />
so schwach durchsichtig war,'<br />
dass das unbewaffnete Auge<br />
nicht ohne Scliwierigkeiten bis<br />
zum Seegrund hinabzudringen<br />
vennociite. Die von mir gebrauchte<br />
Dredsche liat 10 Zinken<br />
und einen bleiernen Rumpf<br />
(Abb. 2); ilire Masse sind: Gewicht<br />
1.5 kg, Länge des Kumpfes<br />
IG cm und Durchmesser 3 cm,<br />
Länge der Zinken 12 cm. Dieser<br />
Typ hat sich von allen anderen,<br />
deren ich mich zuvor<br />
bedient liabe, am zweckmässigsten<br />
erwiesen; die Dredsche<br />
stellt sich am Seegrund stets<br />
auf ihre Zinken und sammelt<br />
auch alle kleineren Pflanzen-<br />
. individuen auf. Ihres Gewich-<br />
Abb, 2. Der ]tci der vorlioj'cuden Untei'- , , i i • i • j<br />
, ttJS wegen habe ich sie danesuchung'<br />
verwtMitlel.e Bodenstecher, gc- "<br />
öffnet 11 nd ühno Stiel. Daneben die hen auch zur Messung der Washre
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, li"), nro 5. 21<br />
E r m i L11 II n g der wichtigsten S t a ii d o r t s f a kt<br />
o r e n. Die Beschaffenheit und Korngrösse des Seebodens wurde<br />
stets okular bestimmt. Vom Standpunkt einer Klärung der Ökologie<br />
der einzelnen Arten wären natürlich erschöpfende,Bodenanalysen<br />
sehr wünschenswert gewesen, ihre Durchführung erwies sich aber<br />
aus mehr als einem Grunde unmöglicii. Zur Wiedergabe der Korngrösse<br />
des Seegrundes habe ich mich der allgemeinen Skala Stein-,<br />
Grus-, Sand-, Feinsand-, Schluff-, Sandlehm- und Lehmboden bedient.<br />
Die Nomenklatur der Bodenarten richtet sich wiederum in<br />
der Hauptsache nach LUNDQVIST (1927). Zur Probeentnahme in der<br />
Litoralzone habe ich einen einfachen, leicht transportablen Apparat<br />
konstruiert. Es ist ein 35 cm langes und 3 cm im Diameter messendes,<br />
an seinen beiden Enden offenes Stahlrohr (Abb. 2), der Länge<br />
nach so aufgespalten, dass die beiden Hälften gegeneinander um<br />
ein Scharnier drehbar sind, so dass das Rohr sich-also öffnen und<br />
schliessen lässt; der Verschluss wird durch Stahlfederung zustandegebracht.<br />
Am oberen Ende des Rohres ist eine Tülle angebracht, vermittels<br />
welcher das Rohr an einen als Stiel dienenden Stab befestigt<br />
werden kann, den man sich jederzeit aus dem naheliegenden Wald<br />
holen kann. Die Länge des Stieles wiederum bestimmt die mögliche<br />
Tiefe der Probeentnahme. Beim Eintreiben des Rohres in den Seegrund<br />
tritt das Wasser durch das obere Ende aus. Die geringe Stärke<br />
der Rohrwandung bewirkt, dass die Bodenprobe beim Stechen nur<br />
wenig zusammenschrumpft. Von der Beschaffenheit des Bodens<br />
ebenso wie dem i)eim Stechen entwickelten Kraftaufwand hängt<br />
wiederum ab, wie tief der Bodenstecher einzudringen vermag,<br />
(jleich nach erfolgten Stechen wird das Rolir wieder ausgehoben<br />
imd die Verschlusshaken geöffnet, und die Probe kann nun sofort in<br />
Augenschein genommen werden. In einen besonders weichen Bodenschlamm,<br />
wie z.B. beim See Nr. 135 Sotkajärvi, kann das Rohr weil<br />
über einen Meter tief eindringen. Auch in solchem Fall erhält man<br />
jedoch gewöhnlich eine befriedigende Bodenprobe aus der ersten<br />
festeren Bodenschicht, deren Tiefe sich wenigstens annähernd an<br />
dem am Rohrstiel haften gebliebenen Schlamm berechnen lässt. In<br />
den meisten Fällen funktionierte dieser einfache Bodenholer einwandfrei.<br />
Seine grösste Anwendungstiefe belief sich in nieinen Untersuchungen<br />
auf etwa 4 m.<br />
Von meinen Beobachtungen bezüglich der Eigenschaften des<br />
Wassers mag zunächst die Transparenz erwähnt werden. Ihre Er-
22 L. Maristo, Die floristischcn Seetypeii Finnlands.<br />
riiittluiij» erfolgte mit einer weissen Secclii-Normaischeilje von 25 cm<br />
Durchmesser, stets vom Boot in der Weise, dass die Scheibe jedesmal<br />
an der Schatten- l)zw. Leeseite des Bootes hinab in das Wasser gelassen<br />
und dann das geschirmte Auge dicht über (ier Wasseroberfläche<br />
lialtend mit dem Bück verfolgt wurde, wobei ich mich bemühte,<br />
jede störende Wasserbewegung möglichst zu vermeiden. Die Scheibe<br />
wurde zuerst so weit hinabgelassen, bis sie völlig verschwand, und<br />
dann wieder langsam gehoben, bis ihre Umrisse im Wasser sichtbar<br />
wurden. Soweit möglich wurden die Messungen der Sichttiefe zur<br />
Mittagszeit zwischen 10 und 14 Uhr bei vollem Sonnenlicht ausgeführt.<br />
Bei der Bestimmung der Farbe des Wassers habe ich mich stets<br />
einzig auf nu^inen }nirl)sinn verlassen. Die Bestimmung erfolgte<br />
jedesmal unmittelbar nach vollzogener Sichttiefenmessung so, dass<br />
ich die Secchischeibe wieder auf etwa ein Viertel der ermittelten<br />
Sichttiefe zurück ins Wasser senkte und sodann die Farbe notierte,<br />
wie sie gegen die Scheibe zu sehen war.<br />
Der Wasserstoffionenkonzentration des Wassers ist in ökologischen<br />
Wasservegetationsuntersuchungen schon lange der Wert eines<br />
Ann, Bot. Soo. Zool.-Kol, Penn. Vaniuuo, 15, n:(» 5. 2H<br />
If v i<br />
7<br />
III. BESCHREIBUNG DER UNTERSUGHUNGS-<br />
GEBIETE.<br />
Zu den in diesem Abschnitt erfolgenden kurzen Beschreibungen<br />
der einzelnen Untersuchungsgebiete seien nachstehend noch einige<br />
zusätzliche Erläuterungen vorausgeschickt.<br />
Bei grösseren, Kettenseen wird gewöhnlich ausser dem Namen<br />
,(ies Hauptsees auch der Name desjenigen Seeabschnitts genannt, in<br />
dessen Bereich' die untersuchte Fläche liegt. Diesem (finn. »järvi»<br />
,= See) folgt dann in Klammern die Angabe des Kirchspiels bzw.<br />
der Kirchspiele, die vom Untersuchungsgebiet berührt werden.<br />
.Die geograi)hische Breitenangabe bezieht sich bei grösseren Seen<br />
lediglich auf das untersuchte Gebiet. Die Flächenausdehnung der<br />
Untersuchungsg^biete ,hat sich durch, Berechnung vermittels einer<br />
Glasscheibe mit quadratischer Teilung von den Kartenblättern des<br />
ökonomischen Kartenwerkes (1:100 000), in einigen Fällen von topographischen<br />
Messtischblättern oder, falls beide nicht verfügbar, von<br />
der Generalkarte (1:400 000) ergeben. Die Höhenangaben entstammen<br />
hauptsächlich den ökonomischen Kartenblättern, ferner verschiedenen<br />
finnischen oder älteren russischen topographischen Messtischblättern,<br />
den Jahrbüchern des Hydrographisclien Bureaus, den<br />
Streckenprofilen der Eisenbahnverwaltung sowie den Archiven der<br />
Weg- und Wasserbauverwaltung; für eine Menge von Seen waren<br />
indessen überhaupt keine Höhenangaben aufzubringen. Die Längenmasse<br />
der Seen sind aus den gleichen Kartenblättern wie das Areal<br />
errechnet worden.<br />
Nr. 1. L o m m t r ä s k (Pohja). 03' N, O.i? km^, 26 m ü.d.M.<br />
Grösste Länge 750 m W-E. - 10. VH. 1936.<br />
Abflussloser, von Reisermooren und Hügeianhöhen umgebener<br />
Waldsee am seicht abfallenden Westhang des Lolijanselkä. Der Seegrund<br />
besteht im Litoral fast durchgehends aus Dy. An ein paar
Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 25<br />
Stellen erstreckt sich ein Felsenansläufer bis an das Ufer, der grösste<br />
Teil des letzteren wird aber von einer Torfböschung gebildet. Das<br />
Wasser ist gelbbraun, die Sichttiefe beträgt 1.4 m, pH 5.9.<br />
Die Wasservegetation ist ungewöhnlich dürftig. Dem Schachtelhalm<br />
begegnet man spärlich in einigen Buchten und an einer Stelle<br />
stehen einige Phragmiies-Stengel. Die Schwimmblattkräuter sind<br />
einzig durcli Nuphar luteum vertreten. Wasserblattkräuter kommen<br />
überhaupt nicht vor und von Grundblattkräutern wurde nur etwas<br />
Lohelia gefunden. Von Uferpflanzen waren nur Carex rosirata,<br />
C. lasiocarpa und Memjanihes irijoliaia spärlich zu finden.<br />
Nr. ^^S u o v a n j ä r V i (Suistamo). G2° Ol' N, 1.63 km^, 162 ni<br />
ü.d.M.'^Länge 4.o km NW-SE, grösste Breite O.s km. Grösstenteils<br />
weniger als 2 m tief, tiefster Punkt 7.85 m (VALLE 1928, p. 209). -<br />
6. VIII. 1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus Gneisgranit. An den Ufern ist die<br />
'Moräne vorherrschend, doch gibt es auch reichlich Torf, so besonders<br />
am Ostufer. Der Seegrund besteht aus Grus oder Sand und<br />
ist von einer Dyschicht von variierender Dicke bedeckt. Auch See-<br />
Erz begegnet man einigermassen. Der See ist von Staatsforsten<br />
umgeben, die Wälder vom Vaccinium- oder Calhmn-Typ oder<br />
Reisermoore enthalten. Auch etwas Äcker gibt es, denn am Ostufer<br />
liegen einige Neusiedlungen. Zuflüsse erhält der See nur durch einen<br />
Bach vom nahegelegenen Petäjärvi. Abfluss am Nordende. Farbe<br />
des Wassers braun, Sichttiefe 1.3 m, pH 5.8.<br />
Häufigster Helophyt ist Phragmiies communis, ist aber nur hier<br />
und da in sehr lichten Beständen anzutreffen. Von Equisetum<br />
limosum waren nur zwei Bestän(,le vorhanden. Die Schwimmblätlrigen<br />
sind schon etwas reichlicher vertreten, am häufigsten die beiden<br />
Nuphar-Arten, doch auch Spargaiüum affine wurde an einigen<br />
Stellen gefunden. Wasserblattkräuter traf ich überhaupt<br />
nicht an, und auch von Grundblatlkräutern wurden nur IsoStes<br />
lacusire und Lobelia dorlmanna gefunden. Erstere Art trat am reichlichsten<br />
am Nordende des Sees auf, das auch im übrigen die reichlialtigste<br />
Flora aufwies. Am Ufer waren Lysimachia ihijrsiflora und<br />
unter den Seggen Carex rostrata die häufigsten Arten (Abb. 15). Wassermoose,<br />
insbesondere Drepanocladus trichophijllus, gab es reicldicli.<br />
Nr. 3. Äglä järvi (Korpiselkä). 62® 19'N, 7.9 (7.5) km^,<br />
165 m ü.d.M. Inselreich und von unbestimmter Form, grösste<br />
'Länge 6.2 km NW-SE. Das untersuchte Gebiet, reichlich l km-,<br />
umfasst die mittleren und südlichen Teile des Sees. - 11. VIII. 1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus Gneisgranit und tritt besonders auf<br />
den Inseln zutage. Im untersuchten Gebiet ist die Moräne die vorherrschende<br />
Bodenart, am Nordende des Sees gibt es in reichlichem<br />
'Umfang auch Torfufer und am Westufer Osmaterial. Der Seegrund
")() L. Marislo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />
hesleiil vorwiegend uus Sand oder aus Grus, nur in den Buchten<br />
ist der Sand von einer verschieden starken Dyscliicht bedeckt;<br />
aucli See-Erz wurde notiert. Die Ufer sind zur Hauptsache von<br />
Heidewald oder Reisernioor eingenommen, Ackerflächen treten<br />
in nennenswerterer Menge nur heim Dorf Ägläjärvi an den See<br />
heran. Zuflüsse erhält der See aus verschiedenen KicJitungen von<br />
einigen Teichseen. Abfluss am Ostufer. Farbe des Wassers braun,<br />
Sichttiefe 2.o m, pH 5.8.<br />
Die Wasservegetation ist äusserst dürftig, in grösserem Ausniass<br />
begegnet man ihr nur beim Dorf sowie bei der den westlichen<br />
und den östlichen Seeabschnitt verbindenden Wasserenge. Häufigste<br />
Art ist Eqiiiselum, obwolil auch ihr Frequenzwert recht niedrig<br />
bleibt. An folgender Stelle steht Phragmiles, und in geringer Menge<br />
wurde auch Scirpus Inciisler angetroffen. Die Schwimmblättrigen<br />
sind durch fünf Arten vertreten; die beiden Njip/mr-Arten sind die<br />
liäufigsten. Die Wasserblattkräuter fehlen völlig. Von Grundblattkräutern<br />
wurden (in der Häufigkeitsreihenfolge aufgezählt)<br />
Lobelia dorimanna, Isoetes laciistre und Ranunculus reptans angetroffen.<br />
Carex lasiocarpa, die häufigste der Uferpflanzen, wuchs<br />
hier und da zerstreut oder in kleinen Beständen. Wassermoose<br />
traf ich nicht an.<br />
Nr. 4. Hietajärvi (Suojärvi). ()2°17'N, l.i km2, 174 m<br />
u.d.M. Länge I.9 km NW-SE, grösste Breite l.i km. - 12. VHI. 1938.<br />
Der am Ostufer zutage tretende Felsgrund bestellt aus Gneisgranit.<br />
Unter den losen Bodenarten herrscht am Westufer meist<br />
der Torf, an den übrigen Ufern der Sand und die Moräne. Der<br />
Seegrund besteht in der Hauptsache aus Grus oder Sand, untermischt<br />
mit grossen Steinblöcken (Abb. 26). Der See ist ringsum von<br />
unbesiedelten Waldböden umgeben. Am Westufer trennt ein niedriger<br />
Schotterwall den See von einem ausgedehnten Reisermoor. In<br />
(las Nordende mündet ein kleiner Bach, der Abfluss liegt am Südende.<br />
Das Wasser ist braun, Siclittiefe 1.8 m, pH 6.0.<br />
Verhältnismässig spärliche Wasservegetation. Häufigster lielophyt<br />
ist Phragmiies in lichtem Stand hier und da. Die Schachtelhalmbestände<br />
sind zwar dichter, treten aber in geringerer Zahl<br />
auf. Die Schwimmblättrigen sind nur durch die beiden Nuphar-<br />
Arten nebst ihrem Hybrid sowie durch Sparganium affine vertreten;<br />
am häufigsten tritt Nuphar luteum auf. Von Wasser-Schwimmblattkräutern<br />
wurde nur ein recht bedeutender Potamogeton alpinus-<br />
Bestand angetroffen, von den eigentliclien Wasserblattkräutern<br />
nur ein Vorkommnis von Utricularia intermedia an der Bachmündung.<br />
Das reichste Kontingent der Wasservegetation repräsentieren<br />
die Grundblattkräuter, denen man u.a. am sandigen Anlandungsufer<br />
begegnete; häufigste Art Isoetes lacustre. Beachtung verdient<br />
die Auffindung von Subularia aquatiea. Lijsimachia thijrsiflorai^ar<br />
an den Ufern häufig zu finden. Häufigste Segge Carex lasiocarpa.
Ann. Hot. Soc. Zool.-liot. I'Y'iin. Vanaino, 15, 11:0 5. 27<br />
Nr. 5. S V e d j a L r ä s k (Karjaa). ()()° 03' N, (i ha, 39 in ii.d.M.<br />
(russ. topogr. MessUschhl.). Naliezii 500 111 langer und mindestens<br />
T) m tiefer See auf dem Os Loiijanselkä. - 10. VH. 193().<br />
Das Ostufer besteht aus Osniaterial, das Nordufer aus Sand,<br />
sonst herrscht die Moräne vor. Der See ist von Kiefernheide uingehen,<br />
Kullurfläciien kommen nicht vor, am Südufer steht aher eine<br />
Bahnwärterstube. Einen natürlichen oberirdischen Abfluss hat der<br />
See nicht, am Nordufer befindet sich aber ein künstlich angelegter<br />
kleiner Abzugsgraben. Entgegen dem, was man von einem solchen<br />
Os-See zu erwarten, ist das Wasser braun. Die Sichttiefe beträgt<br />
1.2 m, pl I 6.0.<br />
Die Vegetation ist recht spärlich. Am meisten findet man Schwimniblattkräuter,<br />
als wichtigste Art Niiphar luteum. Der Schachtelhalm<br />
umsäumt in lichtem Stand die Ufer, von Phragmilcs findet nu\n nur<br />
einen einzigen Bestand am Nordostufer. Am südlichen (irusufer findet<br />
sich ein schmaler Lobelia-Ciürtoi, von sonstigen (irundblatlkräutern<br />
war aber nur Scirpus acicularis vorhanden. Wasserblatlkräuter fehlen.<br />
Wichtigste Uferpflanze Care.v lasiocnrpa.<br />
Nr. 6', V i r o j ä r V i (Luumäki), t)0° 51' N, 0.7 km^ 7() m u.d.M.<br />
(irösste Länge mehr als 2 km N-S, Breite 200-300 m. - 13. VIL<br />
11)38.<br />
Abb. ',]. Nr. 0 Virojürvi. Liclitor Schaclitelliulnibestand mit schön ausgübildelein<br />
Nymphaea Candida - Nuphar luleuni -(}nvie\.
28 L. Maristo, Die i'Iorislischen vSeety[)eii Fiiinlaiuls.<br />
Der am Osluler stelleiiwoise zum Vorsclieiii kommeiule Fcls-<br />
^riHul besteht aus llapakivigranit. Unter den losen B()denal)lageriingen<br />
ist die Moräne vorherrschend, in einigen Buchten stösst<br />
man ausserdem auf etwas Torfufer. Am Seegrund herrschen Grus<br />
und Sand, in grösserer Tiefe hegt zuol)erst eine dünne Schhimmsciiicht.<br />
Stellenweise wiederum herrsciit der Dyboden. Kulturflächen<br />
gibt es in der Nähe des Ufers nur wenig, im übrigen sind<br />
die Ufer von einem als Viehweide benutzten Miscliwald eingenommen.<br />
Das Ostufer ist im allgemeinen höher ansteigend als das Westufer.<br />
Zuflüsse eriiält der See von kleinen Teichseen; der Abfluss<br />
befindet sich am Südendc. Das Wasser ist braun, Sichttiefe l.cm,.<br />
pll 5.9.<br />
Vorliersschende Art ist Eqiiiselum limosum. Sciij)iis eupaliisier<br />
begegnet man ebenfalls hier und da, hauptsächlich auf dem Sandboden,<br />
aber Phidcjinites tritt schon relativ selten auf. Die Wasserblattkräuter<br />
fehlen völlig. Schwimmblättrige sind dagegen reichlich<br />
vorhanden, stellenweise zieht sich ausserhalb des Schachtelhalmgürtels<br />
ein deutlich ausgebildeter Wasserrosengürtel mit Nijmphaea<br />
Candida und Nuphar luteum das Ufer entlang (Abb. 3). Auch<br />
Ghjceria fhiilans ist hier, wohl infolge der Beweidung, als häufige<br />
Art zu finden. Von Grundblattkräutern begegnet man nur Isoetc.s<br />
lacusirc in licliter Verteilung, desgleichen etwas Elatinc Iiijdropiper.<br />
Eine relativ häufige Art ist auch Lijsimachia thyrsiflora. Häufigste<br />
Segge ist Carex rosirata. Auch das Wassermoos Fontinalis antipijreiica<br />
wurde in geringer Menge angetroffen.<br />
Nr. 7. V a i n o 1 a n j ä r v i (Luumäki). (>0° 56' N, etwa 1 km^,<br />
72 m ü.d.M. Grösste Länge 1.2 km W-E; viele liuchten. - IL VIL<br />
1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus Rapakivigranit. Lose Ablagerungen<br />
sind am Südufer der Torf, am Nordwestufer der lleidesand, an<br />
den übrigen Ufern hauptsächlich die Moräne. Der Seegrund ist<br />
von wechselnder Beschaffenheit. Es gibt steinigen (irund, Grusund<br />
auch Sand, in den Buchten des Südufers stösst nuin auf Dy.<br />
Die menschliche liesiedhing ist an den Ufern nur durch einige Sommerwohnungen<br />
vertreten, Ackerflächen sind nur dem Namen nach<br />
vorhanden. Das Süd- und das Südwestufer sind von Reisermoor<br />
beherrscht, die übrigen Ufer sind bewaldet. ]])er Vainolanjärvi<br />
ist ein zwischen den Salpausselkä-Wällen gelegener zuflussloser Quellsee;<br />
der Abfluss liegt am üstufer. Die Farbe des Wassers ist braun,<br />
die Sichttiefe beträgt Lo m. Das Wasser ist überdies reclit eisenhaltig,<br />
wie es die an der Dredsche haften bleibenden See-b>zplatten<br />
/eigen. pH ü.3.<br />
Unter den Ilelophyten dominiert Eqniselum limosum, nennenswertere<br />
Röhrichte sind aber nicht vorhanden. Die Wasserblattebenso<br />
wie die Wasser-Schwimmblattkräuter fehlen völlig, und
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bol. Feiin. Vaiiaiuo, 15, n:o 5. 29<br />
auch von den ScInviininhläUrigeii ist nur Niiphar lulciini verhältnismässig<br />
häufig zu finden, (lanel)en eine , wahrsciieinlich<br />
S. affine. Von den Grundblattkräutern seien erwähnt Lobdia<br />
dorlmanna und Isoefes echinosporum, denen man aui" härterem<br />
Boden in lichter Verteilung begegnet. In einigen Ausbuchtungen<br />
des Reisermoorufers gedeiht auf dem Dyboden Splia(jinum plalijphijllum<br />
massenhaft bis über 1 m tief. Vom Ufer sei noch erwähnt Liysimachia<br />
ihijrsiflora, häufig lichte Bestände bildend. Häufigste Segge<br />
ist Car ex roslrala.<br />
Nr. ,S". lUioste järvi (Tanmiela). (U)° IH'X, I.75 km2,<br />
119 m ü.d.iNI. (Irösster Durchmesser 2.2 km W-1^. Untersucht<br />
wurde der südliche Teil des Sees, etwa 0.75 knr. - 17. VII. 193(5.<br />
Das Nordufer besteht zum grössten Teil aus Osmaterial, sonst<br />
in der Hauptsache aus l^Y'insand, die südliche Bucht wird von einem<br />
Torfufer umsäumt. An ein paar I.andzungen tritt der granitische<br />
Felsgrund zutage. Kulturflächen kommen in der Nähe des Ufers<br />
kaum nennenswert vor. liin Quellsee, der Zufluss nur von dem nördlich<br />
gelegenen Moor sowie von einem Teichsee erhält. Abfluss am<br />
Ostende des Sees. Das Wasser ist eisenhaltig (See-Erz), braun. Sichttiefe<br />
1,9 m, pH G.i.<br />
Häufigster Vertreter der Helophylen ist, obwohl nur lichte<br />
Bestände bildend, Equiselum limosiim, ebenso ist Phraiimiles nur<br />
in ganz sj)ärlicher Verteilung vorhanden. Besonders die exponierteren<br />
ITer sind hier weitgehend vegetationslos. Den reichsten Fflanzenwuchs<br />
weist die südliche Bucht auf; dort findet man auch Schwimmblattkräuter,<br />
als wichtigste Arten Nuplutr luteum und Spanjaiüum<br />
Friesii. Wasserblatlkräuter sind überhaupt nicht vorhanden und<br />
auch (irundblattkräuter trifft nuin nur wenig an, meist J^ohelia,<br />
der nuin in lichtem Stand auch auf exi)oniertem Sandboden begegnet.<br />
Nr. F i n n backa L i 11 s j ö (Karjaa). 60° O V N, 8 ha,<br />
18 m u.d.M. Ivtwa 150x250 m messender Weiher. - 11. VH. 193r).<br />
(h'össlenleils von bewaldeten Felsen umgeben, am Nordende<br />
befinden sich ein {)aar Behausungen mit zugehörigem Ackerland.<br />
Der Weiher erhält an seinem Nordende Zufluss vom (iålisjö (Nr. 31);<br />
Abfluss ebendort. Das Wasser ist trübgelb, Sichttiefe I.2 m, pH 0.3.<br />
Der Schachtelhalm herrscht vor, Wasser- wie auch (irundblattkräuter<br />
sind überhau])t nicht vorhanden, Schwimmblal tkräuter,<br />
vor allem Polainogelon nalans und Nupluw luleuin, kommen dagegen<br />
reichlich vor. Phraqmilcs trifft man nur dem Namen nach an,<br />
Carex lasiocarpa ist die wichtigste Uferi)flanze.<br />
Nr. 10. Vuorijärvi (Parkano). (V>° 02' N, etwa 1.6 km^,<br />
113 m ü.d.IM. Grösste Länge 1 km N - S. Der Seespiegel wurde i.J.<br />
1911 um 80 cm gesenkt. Das untersuchte Ciebiel umfasst am östlichen<br />
und südlichen Ufer etwa 8.5 km2. - 27. VH. 1936.
30 J.. Marista, Die floristisehen Seetyi^eii Finnlamls.<br />
Der See liegt in einem (Iranitgebiel. An den I'l'ern wiegen die<br />
Moräne, der Tort und der [.elini einander annähernd auf; im Osten<br />
dominieren Lehm und Torf, am Westufer wiederum Moräne und<br />
Lehm, und am Südufer erstreckt sich eine lange und schmale, aus<br />
Osmaterial aufgebaute Landzunge in den See hinaus. Kulturflächen<br />
finden sich hauptsächlich im Hereicli des Lehmes, höchstens zu<br />
der gesamten Uferlänge. Die Ufer sind fast durchweg beweidet.<br />
Zuflüsse erhält der See von zwei nördlich gelegenen Seen, die wiederum<br />
ihr Wasser von Moorgebieten beziehen. Abfluss am Südostufer.<br />
Das Wasser ist nach den am Ufer angetroffenen l^rzgeldern zu<br />
schlie.ssen eisenhaltig. Seine Farbe ist dunkelbraun, Sichttiefe l.j m,<br />
pH ()..i.<br />
Unter den I lelophyten dominiert Equisetum limosiini, gefolgt von<br />
Scirpiis eiipaliister, während sich die übrigen Arten nur einen bescheidenen<br />
Anteil erringen. Von den Schwimmblättrigen sind am häufigsten<br />
Spar(janiiim Friesii und Nuphar tiitcum, erstere Art bildet<br />
in manchen Buchten rccht ansehnliche Bestände. Wasserblattkräuter<br />
kommen überhaupt nicht vor, von den zahlreichen (irundblattkräutern<br />
ist Hanimciiliis reptans die wichtigste Art. Beiden Elatine-ArU'n<br />
begegnet man in geringer Menge am l)eweideten Lehmufer. - Drepanocladus<br />
trichophijUiis kommt in den seichten Buchten reichlich vor.<br />
Nr. 11. K o r h o s j ä r V i (Kihniö). 62° 14' N, 2.o (I.7) km2.<br />
(irösster Durchmesser 2 km. Quellsee des Seinäjoki auf der Wasserscheide<br />
des Kokemäenjoki-Systems. - 28. VIL 193().<br />
Der See liegt in einem Granitgebiet. Nach der Bodenkarle<br />
beherrscht die Moräne die Insel sowie das Südostufer des Sees, während<br />
alles übrige vom Lehm eingenommen ist. Nach meinen Beobachtungen<br />
gibt es jedoch sowohl am Süd- als am Nordende des<br />
Sees Torfufer, in der Südwestecke auch Sandufer, lüwa ein Viertel<br />
der üferlänge ist von Kulturflächen eingenommen. Seinen Abfluss<br />
findet der See am Nordende; Zuflüsse sind nicht vorhanden, wohl<br />
aber münden Drainagegraben von den nahegelegenen Moorkulturflächen<br />
in den See ein. Das Wasser ist braun, die Sichttiefe beträgt<br />
1.2 m, pH 0.5.<br />
In der Vegetation des Sees herrscht der Schachtelhalm vor, der<br />
Anteil der übrigen Helophyten ist nur gering. Von den Schwimmblättrigen<br />
ist Nuplutr luteum am wichtigsten. Die Wasserblattkräuter<br />
fehlen völlig und auch Grundblattkräuter kommen nur wenig vor,<br />
u.a. etwas Lobelia. Wassermoose, besonders Drepanoeladus Irieliophijllus,<br />
findet man im Seichtwasser der Buchten.<br />
Nr. J ämi j är vi (.Jämijärvi). 01° 18'N, 9.75 (8.0) km^,<br />
101 m ü.d.M. Zweiteiliger See, dessen l)ei(le 'J'eile miteinander durch<br />
eine schmale, stromartige Wasserstrasse verbunden sind. Von den<br />
Teilseen ist derwestliche grösser, beide sind sehr inselreich und bilden
Ami. lioL Soc. Zool.-liol. I'cnn. Vniuuno, l.'), iko 5. ,'{1<br />
ein Lal)yriiitli von Inseln iind dazwischenliegenden Wasseri'Uichen.<br />
Das iinlersnchle Wasser^"el)iet nnifasst ini wesLliclien Teil etwa 1 km-,<br />
im östlichen etwa 2.5 kni^. Der Wasserspici^el ist i.J. 1932 nm 80 cm<br />
K'esenkt worden. - 25. VII. 193{).<br />
Der See lietit in einem ans^edehnten einheitlichen (iranilgebiet,<br />
die losen Ablagerungen wechseln dagegen so, dass der grösste 'i'eil<br />
der Ufer von der Moräne beherrscht wird, aber auch Lehmuter ganz<br />
am Westende bei der Mündung des Flusses .Jämijoki, bei der die<br />
beiden Teilseen verbindenden Wasserstrasse ebenso wie am Nordufer<br />
der Bucht Mielahti anzutreffen sind. Das grösste Torfgebiet findet<br />
sich wiederum am Westufer der genannten Bucht. Die Ufer stehen<br />
grösstenteils (etwa 75 %) unter Kultur, nur an) Südufer gibt es grössere<br />
Heidewaldflächen oder sonstige unbebaute (lebiete. An seinem<br />
Westende erhält der See Zufluss durch Vermittlung von zwei Flüssen<br />
von weither aus den grossen Moorgel)ieten in Parkano und Karvia.<br />
Abfluss am Ostende. Sichttiefe bei der Mitte des östlichen Teiles in<br />
Syväsalmi 1.3 m; in der Bucht Mielahti ist das Wasser wahrscheinlich<br />
noch klarer. Die Farbe des Wassers ist überall klarbraun, im westlichen<br />
Teil dunkler. Der Eisengehalt dürfte beträchtlich sein, da<br />
ich am Westufer reichlich Gelderz antraf. pH (>.3.<br />
Dem obigen zufolge variiert auch die Vegetation in den verschiedenen<br />
Teilen des Sees sehr. Im westlichen Teilsee dominiert in den<br />
Höhrichten Scirpus lacusier, doch auch der Schachtelhalm ist hier<br />
reichlich zu finden. Schwimmblättrige sind zwar einigermassen vorhanden,<br />
Wasserblattkräuter dagegen überhaupt nicht, lunigen<br />
Grundblattkräutern begegnet man - auf trocknem Boden! Im östlichen<br />
Teilsee herrscht Eqniscliim vor, gofolgt von PhraginUcs und erst<br />
an letzter Stelle von Scirpus laciislcr.<br />
Nr. 13. K ö V h ä i n j ä r v i (Heisjärvi). 03° 3()' N, 0.» km-,<br />
122 m ü.d.M. Länge I.H km NW-SE, Breite 700 m. - 7. Vlll. H)3().<br />
Der Felsgrund besteht aus Granit und tritt nur an einem Punkt<br />
des im übrigen von der Moräne beherrschten Südwestufers zutage.<br />
Das gegenüberliegende Ufer ist dagegen hauptsächlich ein Torfufer,<br />
vielerorts jedoch lehmgründig. Der grösste Teil der ITer grenzt<br />
unmittelbar an Kultiirflächen. Dem See fliessen nur ein paar ganz<br />
unbedeutende Bäche zu. Das Wasser zeigt eine stark braune I'ärbung.<br />
Sichttiefe 1 m, pll ().5.<br />
rüjiiiseluiu liinosuin dominiert in der Vegetation deutlich, einen<br />
bedeutenden Anteil erringt sich jedoch auch Phrmjmiics. Unter den<br />
Scluvimmblättrigen ist am wichtigsten Nnphav luteum. Die Grundblattkräuter<br />
sind durch I Arten vertreten, von diesen sind 2 eutraphent.<br />
Am meisten fällt jedoch das Auftreten von f^olanaujclou pcrfoliaius<br />
in einem so braunen Wasser auf.<br />
Nr. 14. K e s k i s t r ä s k (Oravainen). ()3° 09' N, O.tir, km^.<br />
Durclnnesser 1 .n km, tiefster gemessener Punkt 1.5 m. - 1. V111. 193(),
'.VI L. Maristo, Die I'loristischcn Seetypeu Miiiilands.<br />
Der iHvlsgruiul tritt nirgends zutage. Drei Viertel der Uferlänge<br />
sind von der 0.5-1 ni hohen Torfl)öscluing eines Weissnioores eingenommen.<br />
Nur das Nordostufer l)eim Dorf besteht aus grobem Sand,<br />
und liier gil)t es auch Anbauflächen. Den Seegrund bildel von Dy<br />
oder braunem Schlamm bedeckter Lehm. Zuflüsse erhält der See<br />
vom südlichen Moor sowie vom trockengelegten Kaurajärvi. Vom<br />
Nordende ergiesst er sich in den Rüykästräsk (Nr. /•>). Da der See<br />
inmitten offenen (ieländes liegt und zugleich nur eine geringe Tiefe<br />
besitzt, wird er bei windigem Wetter bis auf den (irund durchgewühit.<br />
So wehte auch bei meinem Besuch ein starker Wind, das<br />
Wasser war dick braun und die Sichttiefe betrug nur 15 cm! pll b.s.<br />
Nur zwei Wasserpflanzenarten - Equisetum limosuiu und Scirpus<br />
cupalusier. Ersterem begegnet man hier und da als lichten (nirtel,<br />
letzterer wächst auf San(il)oden am Dorfufer. Seggen gibt es am<br />
IVIoorufer reichlich,'vorherrschende Art ist Cnrex Insiocarpa.<br />
Nr. 15. l\ ö y k ä s t r ä s k (Oravainen, Vöyri). (>3° 12' N,<br />
1.7 km^. Länge H km NK-SW, grösste Breite 1 km. Tiefe unbedeutend.<br />
- aO. VIL und 1. VIIL 1936.<br />
l'elsgrund der Umgebung (Ineisgranil, der jedoch durchweg unter<br />
losen Ablagerungen verdeckt ist. Von den letzteren erringt sich den<br />
Hauptanteil die Moräne, die am Westufer die Uferstrecke zwischen<br />
dem Zu- und dem Abfluss beherrscht. Am Nordende dominiert der<br />
Lehm, der aber gleichwie am Südende des Sees zum Teil torfbedeckt<br />
ist. Die meisten Anbauflächen liegen am Ostufer, welches an seinem<br />
Nordende aus Moräne, am Südende aus Sand besteht. Zufluss erhält<br />
der See von drei südlicli gelegenen kleinen Seen sowie von einem<br />
Moor. Der Seespiegel ist seinerzeit gesenkt w^orden. l'arbe des Wassers<br />
braun. Sich! liefe - zum Teil durch Planktontrübung beeinflusst-<br />
80 cm. pH 6.5.<br />
Bemerkenswert ist das völlige Fehlen von Phrmjmiles und Scirpus<br />
lacusier. Nur dem Schachtelhalm und Scirj)us eupnlusiar begegnet<br />
man in einigem Umfang. Unter den Schwimmblättrigen ist Glijceria<br />
jliüfans geradezu eine Typenart der steinigen und beweideten Westund<br />
Ostufer, sonstige Arten dieser (Iruppe findet man nur s])ärlich<br />
am Nordende des Sees. Eigentliche Wasserblattkräuter fehlen ül)erhaupt<br />
und auch (irundblattkräuter gibt es nur wenig.<br />
Nr. IG. H u o k o j ä r v i (Ruskeala). 62° N, 3.2 km^, 75 m ü.d.IM.<br />
Länge 3.8 km N-S, grösste Breite L2 km. - 3. VIH. 1938.<br />
Der nur in ganz unbedeutendem Umfang zutage tretende Felsgrund<br />
besteht aus Stauroiithschiefer. Der See liegt inmitten i)ewaldeter<br />
Moränenhügel und auch an den Ufern ist die Moräne die vorherrschende<br />
Bodenart. Am Nordende des Sees gibt es ausserdem<br />
Moore und Torfufer. Das Ostufer ist steiniger und demgemäss karger,<br />
am Westufer wiederum besieht der Seegrund auf langer Strecke<br />
aus Schluff, den eine dünne Schlammschicht bedeckt. Am Nordende
Aim. Bol. Sue. Zool.-Bot. Feiiii. Vanamo, 15, 11:0 T).<br />
lierrscht hauptsäclilicli der Dyboden, überall sonst bilden (irns und<br />
Steine das Bodenmaterial. Ackerflächen gilit es an den Ufern nur<br />
wenig, Behausungen finden sich nur am Südende des Sees. I^n<br />
Durchflusssee, dem durch den in das Nordende einmündenden<br />
Tolimajoki die Wässer mehrerer kleinen und mit teigrossen Seen<br />
sowie, zahlreicher Moore zugeführt werden. Das Wasser ist braun,<br />
Sichttiefe 2.o, pH 6.2.<br />
Kölirichte breiten sich hauptsächlich am Westufer aus. Ihre<br />
Komponenten sind Phragniiies und Sciri)iis laciisler, von denen<br />
erstere Art etwas häufiger auftritt, obwolil das Keichlichkeitsverliältnis<br />
beider in den Beständen ungefähr das gleiche ist. Equiseluni<br />
[imosiim tritt in grösster Reichlichkeit am Nordende des Sees auf.<br />
Sämtliche Bestände der obengenannten Arten sind recht licht. Die<br />
Schwimmblättrigen sind durch mehrere Arten vertreten, am häufigsten<br />
findet man Nijmphaea alba. Auch Poiamogeton natans und<br />
Niiphar luleum wurden hier und da gefunden, und Nijmphaea tetraf/una<br />
gab es an der nördlichen Flussmündung. Von Wasserblattkräiilern<br />
waren nur Polamogclon pc.rfoJiatns unci MijriopIujUum allcrniflonim,<br />
erstere Art allerdings häufig, vorhanden. Grundblattkräuter<br />
spärlich, u.a. fehlt Lobelia völlig. Am Ufer mehrere vSeggenarten,<br />
am meisten Care.v rostrata.<br />
Nr. /7. K a 1 a p ä ä träs k (Vöyri). (>3° 10' N, O.ss kiiV^. Länge<br />
3..') km. Breite 200-300 m. (irösste konstatierte Tiefe 1.5 m. -<br />
31. VII. 1930.<br />
Der I'VIsgrund, der nur an einer Stelle am Ostufer zutage tritt,<br />
besteht aus porjihyrischem Gneisgranit. Das ganze Nordende des<br />
Sees wie auch grösstenteils das Ostufer sind von der Moräne<br />
beherrscht, in den übrigen Teilen bedeckt eine dünne Torfschichl<br />
den Lehm oder die gröberen Bodenarten. Mehr als die Hälfte der<br />
Ufer, besonders im Westen und im Südosten, steht unter Kultur.<br />
Den Seegrund bildet am Nordende zum grössten Teil der Dy. Hier<br />
findet der See seinen Abfluss und hier liegt auch die Mündung des<br />
i'inzigen Zuflussbaches. Die Farbe des Wassers ist gelb, die Sichttiefe<br />
dürfte sich auf mindestens 2.5 m lielaufen, obwohl die geringe Wassertiefe<br />
nicht ihre Ermittlung gestattete. pH O.i.<br />
Vorherrschender Helophyt ist Equiseluni limosum, dessen Rest<br />
ände auf mehr als der halben Länge die Ufer umsäumen. Phra-<br />
(jmiies tritt nur in kleinen Beständen, oft innerhalb des Schachtelhalmgürtels<br />
auf. Unter den Schwimmblättrigen ist Polamoijelou<br />
natans die wichtigste Art und erst an zweiter Stelle kommen die<br />
beiden Nuphar-Arten. Von Wasserblattkräutern wurden - allerdings<br />
in recht beträchtlicher Menge - nur Polanwgelon perfoliaius und von<br />
Grundblattkräutern nur Suhularia aqualica gefunden. Statt dessen<br />
wird der Seegrund weit und breit von Wassermoosen bedeckt, in<br />
tieferem Wasser DrepanocUulns exaniuiialus und (Uilliergon megalo-
34 J.. Maristo, J3ic floristischcn Soetyi)oti b'innlaiuls.<br />
phijllum, in den Se^>gcnl)eständeii des seichleii Uferwassers Drvpaiiocladiis<br />
(liiilans. Das Vorkommen von Clinra frm/ilis in einem so<br />
saner l)elonten See ist besonders liervorznhel)en.<br />
Nr. 18. S a 1 k o 1 a n j ä r V i (Somerniemi). (>0° 38' N, 2.5 km^,<br />
115 m ii.d.M. Län^e 3.2 km NIC-SW. Südliche Hällte (I.2 km^)<br />
nntersnclit. - 1(5. VII. 1936.<br />
(leliört zu den südlichsten Quellseen des Kokemäenjoki-Systems,<br />
umgehen von liciit besiedeltem Hochland mit recht wechselndei-<br />
Hodenbeschaffenheit: Moräne, Osmaterial, Meidesand und an l)eiden<br />
Fienden des Sees etwas Torfi)oden. Nur beim Dorf hall)wegs am Westufer<br />
breiten sicli Ackerflächen auf einer Länge von etwa O.s km tius.<br />
Zufluss erhält der See nur durch einen beim Südende einmündenden<br />
Walddrainagegraben. Abfluss vom Nordende. Dieser wie auch seine<br />
Nachbarseen sind bekannt für ihr stark einsenhaltiges Wasser (AAR-<br />
NIO 1917, p. 12-43), was sich auch beim Dredschen durch die anhaftenden<br />
Krzklumi)en l)emerkl)ar machte. Das Wasser ist braun, Sichttiefe<br />
2.5 m, pH ().7.<br />
Die Höhrichte sind von lichter Beschaffenheit und gering an<br />
Zalil, Phracjimtes und Scirpus eiipaliisler sind gleicli häufig vorhanden.<br />
Von den Schwimml)lattkräutern ist am bedeutsamsten Spargcmiiim<br />
Friesii. Von Wasserblattkräutern findet man nur Mijrioplujlhim<br />
aller nij lov um. Unter den (irundblattkräutern wiederum erringen<br />
sich den wichtigsten Anteil Isoetcs laciistre und Lobelia, von<br />
denen insl)esondere letztgenannte Art verhältnismässig reichlich anzutreffen<br />
ist.<br />
Nr. 19 und 20 (sieiie auch Nr. 107, S. 88). E v i j ä r v i (l^vijärvi).<br />
()3° 21' N, 26.2 km-, 16 m ü.d.M. Verhältnismässig seichter<br />
und inselreicher See, mit seinem gesamten Niederschlagsgebiet auf<br />
Gneisgrund gelegen; von anderen (ieüteinsarten finden sich an den<br />
Ufern nur drei kleine Amphibolitvorkommnisse. Am grössten Teil der<br />
Ufer waltet die Moräne, aber auch Weissmoorufer gibt es reichlich,<br />
l^ehmboden kommen sehr spärlich vor. PLin Durchflusssee, der sein<br />
Wasser durch den beim Südende einmündenden Ahtävänjoki aus dem<br />
gro.ssen, zullu.ssreichen Lappajärvi erhält. Der Abfluss liegt in der<br />
Nordwestecke des Sees. Der Sees[)iegel wurde in den .Jahren 18()9-7r)<br />
sowie i.J. 1908 gesenkt, im letztgenannten .lahr um O.i m. Drei<br />
Untersuchungsflächen, Kvijärvi 1, II und III. - 1.-5. VIII. 1930.<br />
Nr. 19. V i j ä r V i I. lun 1.2 km^ grosses (lebiet an der am<br />
Westufer gelegenen, gleichwie der gesamte See relativ seichten Lahdenkylä-Bucht.<br />
Die Ufer stehen etwa zur Hälfte unter Kultur. An<br />
der Buchtmündung liegt der (Ineisfels nackt im Tage, sonst herrschen<br />
Sand, Moräne und Torf. Das Wasser ist braun, Sichttiefe<br />
2.0 m, pH 6.5.<br />
Im Höhricht dominiert Sdrpns laciislcr, obwohl nicht besonders<br />
dichte Bestände bildend. lujiüseliiTn findet man in nahezu gleicher
Alin. liol. Soc. Zool.-Bot. l-'enn. Vniiiimo, 15, 11:0 .'). ,'},")<br />
Mi'iigo. Wichtigstes Sclnviininl)lattkraut ist Sparganium Friesii, das<br />
hier aiieii Hinohestände (vgl. POHJALA j). 92) i)ihiet. \Vasserl)hUtkräuter<br />
sind ebenfalls in einiger Menge vorhanden, desgleichen<br />
(irnndhlattkränter, von denen Isoeies laciistre hier reichlicher<br />
auftrat als in den iil)rigen Teilen des Sees. Wasserniocse,<br />
u.a. Scorpidium scorpioides unci Dreptinodadus (luiUins, findet man<br />
recht reichlich im Klitoral.<br />
Nr. 20. E V i j ä r V i II. liuchl i)eim Dorf Inankylä am Ncrdende<br />
des Sees. Das untersuchte (xehiet umfasst l.i km'-^. l^twa<br />
-/5 der Ufer stehen in unmittelbarer Verbindung mit Anbauflächen.<br />
Der Grund besteht am Ufer aus Sand, Moräne, torfbedecktem Lehm<br />
und 'lorf. Das Wasser ist braun, Sichttiefe 1.5 m, ])H 6.».<br />
Scir})iis laciister dominiert deutlich in sämtlichen geschützten<br />
gyttjagründigen Huchten und ist auf der Uferseite meist vom Schachtelhalm<br />
oder dem Schilf begleitet. An steinigen, exponierten Ufern<br />
tritt wiederum als äusserste Zone Sparyanium Friesii auf, darinnerhalb<br />
Phragmiles oder auch Equiseium in lichtem Stand und zuinnerst<br />
etwas Lobelia. Sparf/aniiim Friesii ist auch unter den Schwimmblättrigen<br />
die absolut wichtigste Art und bildet ausgedehnte Bestände<br />
besonders im Schutze der Insel Inansaari. Auch W^asser- und Grundblattkräuter<br />
sind einigermassen vorhanden, von letzteren wohl<br />
am meisten J^obelia.<br />
Nr. 21. M a a r i j ä r v i (Vehmaa, Kalanti). 60° 13' N, O.Ö km^,<br />
10 m ii.tl.M. Länge 2 km N-S. An beiden Enden des Sees je ein<br />
durch dichtes Röhricht vom übrigen See getrennter kleiner Weiher,<br />
deren Vegetation Iiier nicht berücksichtigt worden ist.-7. VI IL 1037.<br />
Der aus Hapakivigranit bestehende Felsgrund tritt vielerorts<br />
an den Ufern zutage. Nach der geologischen Karte herrscht am<br />
Südende des Sees durchweg der Lelim, ich konnte aber kein derart<br />
reiches Vorkommen konstatieren. Das Nordende steht im<br />
Besitz des Torfes und der Moräne. Der Seegnind besteht an den<br />
Ufern aus Dy und (iyttja, unter dem ersteren liegt aber der Sand<br />
oder der Lehm recht nahe. Bebaute Flächen treten im Ilaujitabschnitt<br />
des Sees nur an das Westufer heran, ferner begegnet<br />
man solchen an den Ufern der erwähnten abgeschnürten \Veiher.<br />
Im übrigen erstrecken sich bewaldete Felsen Iiis zum Ufer hinab,<br />
liin paar aus dem Walde kommende liäche münden in den See,<br />
der seinen Abfluss am Südende hat. Das Wasser ist braun, die<br />
Sichttiefe beläuft sich jedoch auf 2.I m, pll G.B.<br />
Dominierende Art ist Seirpiis lac.usier, Plirmjmiles findet man<br />
nur mit der vorigen untermischt. Der Schachtelhalm erringt sich<br />
einen nennenswerteren Anteil nur an den beiden Enden des Sees.<br />
Unter den Schwimmblättrigen ist Nuphar luleum die häufigste Art.<br />
Jlijdrocliaris morsiis-ranae wurde im Hinsicht am beweideten Llfer<br />
des Nordendes gefundeu. Bemerkenswert ist das Fehlen der Wasser-
'M\ J,. Marislo, Die I'loristischeii Seetypen I'Mnnlaiuls.<br />
l)laUkiirutor wie auch das spärliche Vorkoininen der (Trundl)hitlkräuler<br />
und der Wassernioose. Lobelia findet man allerdings hier<br />
und da.<br />
Nr. Ta i ]) a 1 e e n j ä r vi (Kalanti, Lokalahti). 60° 13'N,<br />
1.1 kni^, 1 m ii.d.M. Länge Ls km grösste gemessene Tiefe<br />
3 m. - 5. VII. 1937.<br />
Der aus (ineis bestehende Felsgrund tritt am Ostende sowie am<br />
Südufer zutage. Moräne, J.ehm und Torf bedecken die Ufer, den Seegrund<br />
bildet weiche (iyttja. Ivulturufer gibt es mir an den beiden<br />
Enden des Sees, etwa zu ^/g der ganzen Uferiänge, sonst dominiert<br />
die Kiefernheide oder birkenreicher, vom Vieh beweideter Mischwald.<br />
Zuflüsse sind nicht vorhanden, Abfluss am Westende. Der Seespiegel<br />
ist in den .Jahren 1908 und 1912 insgesamt um etwa einen Meter gesenkt<br />
worden. Far])e des Wassers J)raun, vSichttiefe I.2 m, pH 6,5.<br />
Dominierende Art ist Phragmües, dessen stellenweise gar dichte<br />
Hestände die Ufer etwa zur Hälfte ihrer Länge umsäumen. Auch<br />
Scirpus laciisler ist recht reichlich vorhanden, dagegen tritt der<br />
Schachtelhalm nur sehr spärlich auf. Von Schwimmblättrigen<br />
findet iiuui Nijmphaea alba reichlich, und vielerorts breitet sich<br />
ausserlialb des Höhriclits ein Sparganiiun Friesii-Ciiirtel aus. Wasserblattkräuter<br />
sind überhaupt nicht vorhanden, wohl aber Grundblattkräuter<br />
als Untermischung in den Schwimmblattkrautbeständen<br />
ebenso wie im lUihricht. Typha angusiifolia und Lobelia nebeneinander<br />
bieten hier einen seltsamen Kontrast.<br />
Nr. 23. 0 i n a s j ä r v i (Somerniemi). 60° 32' N, I.2 km^, 71 m<br />
u.d.M. Länge 2.2 km NW-SK. - I L VII. 1936.<br />
Der iH'lsgriiiid besteht aus (ineis oder aus (iranit und tritt nur<br />
an ein j)aar Stellen zutage. I'Uwa der Uferlänge stehen unter<br />
Kultur. Im Litoral herrscht der Lehm- bzAV. Lehmgyttjaboden,<br />
am Ostufer stösst man aber stellenweise auf Geröll und Steine.<br />
In die Südostecke des Sees tritt ein lebhaft strömender Fluss ein, mit<br />
Wässern aus zahlreichen kleinen Seen und Teichseen von Moränenund<br />
auch Moorgel)ieten. Das Wasser in jenen Seen ist stark eisenhaltig<br />
(Suomenmaa, H, [). 33) und bedingt es, dass der iMufluss<br />
der Fernumgebung sich im See Oinasjärvi ausnahmsweise stark<br />
i)emerkbar und dadurch wohl gewisse einander widersprechende<br />
Züge in der Wasservegetation desselben verständlich macht. Ausser-<br />
Ann. liol. Soc. Zool.-I^ol. l-'cnn. Vjinnnio, 1.'), n:o 5. 'M<br />
niiiin I'^ricsii. Von (iniii(ll)lalIkräiiLern I'indel man I'^lalinc Jn/dropiper<br />
uiid Jiaiumculiis reptans hauplsächlicli an den Lelmuilern,<br />
während am dürftigeren OsLiiler Lobelia in ziemlich reichlich f^edeihl.<br />
Dort slössl man auch auf Mijriophijllum aUerniflorwn. Isoeics hwuairc<br />
traf ich nur im Wasser umhersciiwimmend an, der Ursprung der<br />
Pflanzen ])liel) aber unermittell. Die wichtigste Segge war (Utvcx<br />
rostratü. Wasseruioose wurden uur spärlich angetroffen.<br />
Nr. 24. äyri n g i n j ä r v i (Veteli). 68° 23' N, km^. Länge<br />
I km NW-SK, grösstc Breite l.s km, Tiefe unl)edeuten(l. Das<br />
untersuchte (iebiet umfasst das Westufer, etwa die Hälfte des<br />
Sees. - 5. Vin. 193G.<br />
Der FeJsgrund, der im uutersuchteii Gebiet nirgends zutage tritt,<br />
besteht auf der ganzen Länge des Westufers aus Auijihibolit, am<br />
Ostufer wiederum aus Gneis. Die Ufer stehen fast durchweg unter<br />
Kulliir. Der Boflen l)esteht zum grössten 'J'eil aus Sand und torfbedecktem<br />
Sandlehm, etwa bei der Mitte des Sees stösst uian au<br />
l)eiden Ufern auf Moräne. An der Wasserlinie ist das Ufer vielerorts<br />
.steinig, der Seegrund l)esteht jedoch meistens aus Sandlehm, bedeckt<br />
von einer dünneu (lyttjaschicht. Der See ist ein Quellsee und erhält<br />
oberirdischen Zufluss nur durch einige unliedeutende Gräben. Abfluss<br />
am Südwestufer. Das Wasser ist gelb, Sichttiefe 2,f, m, ])II ().7.<br />
PhrdginilcH ist hier dominierend, mässig findet mau jedoch auch<br />
Scirpiis hicusicr und lujuisetiim vor. Die typisciie Zonation gestaltet<br />
sich vom Ufer ausgehend wie folgt: (Atrcx
;i8 L. Maristo, Die 1'lorislisehen Seelyi)en I^'iiinlaiuis.<br />
iiimiiil der Sciiachlelhalin ein, seine Bestände sind aber recht hcht.<br />
Der See ist untief und in seiner Mitte steilen ein paar runde Inseli)estände<br />
von Pliragniiies. Unter den Schwimmblättrigen ist Sayillarid<br />
nalans die wiclitigste Art. Von \Vasserl)lattkräutern findet<br />
man Mifriophijlliim allerniflorum stellenweise reichlich, desgleichen<br />
Spar(j(tiiium simplex (f. nalans). Die Grundblattkräuter sind ausserordentlich<br />
reich, u.a. durch zwei eutraphente Arten vertreten,<br />
am häufigsten ist Siihnlaria aqiialica. Lobelia fehlt aber völlig. Wassermoose,<br />
vor allem Drepanocladus Sendlneri, treten reichlich bis zu<br />
i'iner Tiefe von 2.8 m auf.<br />
Nr. 26. Pirttijärvi (Sotkamo). G OD' N, I.2 (l.o) km^^,<br />
138 m ü.d.M. Die östliche Hälfte des Sees, 2.7 (2.5) km^, untersucht.<br />
- 21. VH 1. 1936.<br />
Der Felsgrund in der Umgebung besteht aus (ineisgranit und<br />
tritt auf einer Insel im See nackt zutage. Von losen Bodenablagerungen<br />
findet man am Südufer Sand und Osmaterial, am Nordufer<br />
hauptsächlich Moräne. Der Seegrund besteht grossenteils aus<br />
Sand, in den Buchten beim Kirchdorf aus Sandlehm. Am Ostende<br />
breitet sich ein karges Steinufer aus. Das Ufergelände ist von<br />
Kiefernheidewälder eingenommen. Kulturland gibt es in der unmittelbaren<br />
Nähe des Ufers recht wenig. Der See ist ein typischer<br />
Durchflusssee und erhält Zuflüsse aus drei verschiedenen Richtungen:<br />
in das Ostende münden von Norden her die Wässer des Ciewässersystems<br />
Kuhmo ein, in die Südostecke ergiesst sich der Sotkamojärvi<br />
und an der Südseite treten die durch den Sapsojärvi strömenden<br />
Wässer in den wSee ein. Der Abfluss befindet sich am Westende, Farbe<br />
des Wassers gelbbraun, Sichttiefe 2,8 m, pH 6.».<br />
Im Helophyteni)estan(l wiegen Phragmiles, Eqiiiselum limosiim<br />
und Scirpus lacusler einander annähernd auf. Häufigstes Schwimml)lattkraut<br />
ist Sagillaria nalans besonders an besiedelten Ufern;<br />
antlere Arten sind nur spärlich vorhanden. Auch die Wasserblattkräuter<br />
sind durch einige, obwohl ebenfalls nur in geringer Menge<br />
vorkommende Arten vertreten. Wichtigstes (iruntlblatlkraut ist<br />
Suhularia aqualica, der man auf Sandl)oden reichlich begegnet.<br />
f.obelia fehlt, Wassermoose sind mässig vorhanden.<br />
Nr, K a n a j ä r V i (Kalvola), 60° 56'N, 1,91 (1,75) km^<br />
110 m ü,d,M, (irösste Länge 2,i km F-W, grösste Tiefe 7,5 m<br />
(Suomenmaa, IV, p, 83), - 12,-13. VH. 1937.<br />
Der 1'elsgrund tritt am Ostufer zutage und besteht hieraus (irauit,<br />
auf der grössten Insel des Sees aber aus Phyllit. Das West- und<br />
das Norclufer sind lorfbedeckt. Das am Nordufer sich i)is zum See<br />
heran erstreckende Moor ist zum Teil durch Entwässerung urbar<br />
gemacht, am Westufer tritt aber das Ueisernu)or ganz bis an den<br />
Wasserrand heran. Sonst herrschen felsige Ufer oder Moränenböden
Alin. liol. Soc. Zool.-Hol. l"enn. Vanamo, 15, n:o 5. 3!)<br />
vor, und auch im übrigen isl das Ufer vielerorts ausserordenllicii<br />
.steinig. Der Seegrund bestellt im Litoral zum grossen Teil aus Dy.<br />
Der See liegt im supraaciuatischen Gebiet und gehört zu den höchstgelegenen<br />
Seen des Hochlandes von Kalvola. Zuflüsse erhält der<br />
See nur von einem Moorweiher. Abfluss in der Südwestecke. Debaute<br />
b'lächen finden sich nur beim (iehöft Kanajärvi. Das Wasser<br />
ist ])raun, Sichttiefe 2.7 m, pH (5.8.<br />
Unter den Schilfgewächsen findet man Phragmiies am häufigsten<br />
vor, doch bildet auch Scirpus lacusler einige ausgedehnte, obwohl<br />
weniger dichte ]3estände. Die Schwimmblättrigen sind fast einzig<br />
durcli Nupiiar luleum nebst Nijinphaea c(uulida vertreten. Wasserblattkräuter<br />
sind mässig reichlich, (irundblattkräuter dagegen<br />
merkwürdigerweise überhaupt nicht vorhanden, trotzdem z.B. die<br />
Trans[)arenz des Wassers diesbezüglich kein Hindernis darstellen<br />
dürfte. Auch sonst macht der See einen sehr dürftigen Allgemeineindruck.<br />
Tijpha lalifolin wurde ganz am Ufer des Gehöftes gefunden<br />
und ist hier ganz offeniiar eingeschleppt. Häufigste Segge an<br />
den Ufern war Carex lasiocarpa.<br />
Xr. 2H. K i v e s j ä r v i - (Paltanu)). G4° 27' N, 31 (29) km2,<br />
135 m ü.d.M. (irösste Länge 11.5 km N-S, grösste Breite etwa<br />
1 km. Untersuchtes Gebiet am Ostufer etwa 5 km im Vogelflug<br />
südwärts vom Haltpunkt Kivesjärvi, ausserdem einige Inseln. -<br />
18. VIII. 193().<br />
Der I'elsgrund besteht am Westufer aus Granit, am Ostufer aus<br />
(juarzit und tritt an einigen Stellen am Ostufer sowie auf den<br />
Inseln zutage. Die Bodenbedeckung bildet hauptsächlich die<br />
Moräne, Torfböden kommen recht wenig vor. Auch Kulturland<br />
gibt es liier nur spärlich. Die Moränenböden sind von Vaccinium-<br />
I leidewald bestanden. Der Seeboden besteht vielerorts aus (irus<br />
oder Steinen, südlicii vom Haltpunkt Kivesjärvi breiten sich aber<br />
ausgedehnte Sandufer aus. An geschützteren Stellen liegt zuoberst<br />
eine (iyttjaschicht. Der See erhält nördlichen Zufluss von mehreren<br />
grossen und kleineren, in Torf- und Moränengebieten auf Schiefergrund<br />
gelegenen Seen. Der am Ostufer einmündende kleine Vaarainjoki<br />
hat seinen Ursprung im jenseits des Kivesvaara gelegenen Dolomitgebiet.<br />
Der See hat zwei Abflüsse, die beide nach dem Oulujärvi<br />
führen: am Westufer durch den Alanteenjoki und in der Südostecke<br />
in die Bucht Varislahti des Hauptsees. Von diesen wird<br />
aber der erstere infolge der Landhebung voraussichtlich alsbald<br />
seine Bedeutung verlieren. Farbe des Wassers bräunlich gelb,<br />
Sichttiefe 3.1 m, pH ().8,<br />
Dominierender Helophyt ist Phragnüles, dem man stellenweise<br />
in ausgedehnten, reinen Beständen begegnet, doch gibt es auf<br />
langen Strecken steinige Ufer, an denen nur Lobelia ganz s])äiiich
")() L. Marislo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />
gedeiliL Auch die wSch\vininil)lältrigeii sind nur schwach vertreten,<br />
häufigste Art ist Polijtjonum amphibium. Unter den Wasserbhittkräutern<br />
hat Potamogeloii perfoliatiis die Überhand und kommt<br />
insbesondere auf sandigem Grund in einer sehr kleinwüclisigen<br />
Form vor. Isoeies laciisire und sonstige (Irundl)lattkräuter treten<br />
nur in ganz lichter Verteilung auf.<br />
Nr. 29. P a r k k i m a j ä r v i (Pyhäjärvi, Regierungsbezirk<br />
Oulu). 68° 15' N, etwa 11.5 km^, 115 m ii.d.M. Grösste Länge 7 km<br />
NW-SE, grösste Breite 2.8 km. Das untersuchte Gebiet, 9 km^,<br />
erstreckt sich nicht })is auf die ])eiden äussersten Enden des Sees.-<br />
8. VIII. 1936.<br />
Der hauptsäclilich aus (ineisgranit bestehende Felsgrund tritt<br />
an den Ufern nirgends zutage. Unter den losen Ablagerungen dominiert<br />
die Moräne, doch gibt es auch Torf in bedeutender Menge. An<br />
der Wasserlinie ist das Ufer jedoch stellenweise steinig, an anderen<br />
Stellen wiederum slösst man im Litoral auf reinen Sand; z.H. am<br />
Nordostufer herrscht der Sand auf einer Strecke von mindestens<br />
1.5 km vor. Nahezu die Hälfte der gesamten Uferlänge steht unter<br />
Kultur. Zuflüsse hat der See nicht, nur einen Ai)fiuss am Südende.<br />
Das Wasser ist gelbgrün, Sichttiefe 3.7 m, pH 6.6.<br />
Vorherrschende Art ist der Schilf, der insbesondere an steinigen<br />
und sandigen Ufern reine, obwohl nur mässig lichte Bestände bildet.<br />
Am kurz al)geweideten Schluffufer bildet wiederum Sdrpus eupaliisier<br />
den innersten Vegetationsgürtel, nach aussen hin umsäumt<br />
von Equiselum in lichtem Stand. Die Schwimmblattkräuter sind<br />
nur durch die in annähernd gleicher Häufigkeit auftretenden Arten<br />
Spargiinhim Friesii und Polygonum amphibium vertreten. Das<br />
wichtigste Wasserblattkraut ist Polamogelon per(oliatus. Die (irundblattkrautflora<br />
ist reich an Arten, und ausserhalb des Röhrichtgürtels<br />
hat sich hier eine typische Zone von Isoeles P^onlinalis<br />
aniipijrelica gebi 1 de t.<br />
Nr. 30. Y 1 i s j ä r v i (Uusikirkko). 60° 14' N, 3.7 (3.62) km-,<br />
19 m ü.d.M., trotzdem der See nur 6 km vom Meer entfernt liegt.<br />
Grösste Länge 4 km NW-SE, grösste Breite nahezu 2 km. - 22. VII.<br />
1938.<br />
Der See ist in der Hauptsache von Sandböden umgeben, ferner<br />
findet man Torfufer am Ostende sowie an einer langen Bucht<br />
am Nordende des Sees, Auch der Seegrund besteht zum grössten<br />
Teil aus Sand, der im tieferen Wasser stellenweise von einer Gyttjaschicht<br />
überlagert ist; die Bucht am Nordende des Sees ist durchweg<br />
gyttjagründig. Die Ufer sind zum Teil von Heidewald eingenommen,<br />
das Westufer besteht zum Teil aus Heisermoor. Auch<br />
Äcker sind an mehreren Stellen zu finden, die meisten am Nordende<br />
des Sees. Zuflüsse erhält der See nur durch ein paar Bäche;
Anil. liot. Soc. Zool.-Hot. l'^Miii. Vanamo, 15, nro 5. n<br />
Abfluss am Nordende. Farbe des Wassers grüngelb, Siclitliefe 8.2 ni,<br />
])H 6.4.<br />
In J)ezug' auf seine Vegetation weicht der llauptteil des Sees<br />
bedeutend von der flussartig schmalen und schlammgründigen<br />
Bucht am Nordende des Sees al). PhKujmites tritt dort vorherrschend<br />
auf, bildet aber nicht sehr dichte Bestände. Eqmseluni<br />
limosum sowie Scirpus lacusicr l)egegnet man wiederum hau[)tsächlich<br />
an der I-lussmündung am Nordende des Sees, wo sicli auch<br />
7Avei dichte Tijpha /a///o/i«-Bestände gebildet haben. Von Wasserblattkräutern<br />
wurden nur Poiamo(jcton perfoUaliis (häufiger insbesondere<br />
am Nordende des Sees) und P. pusillus gefunden. P. nalaiis<br />
bildet am Nordende des Sees ausgedehnte l^estände in (iesellschaft<br />
mit Nuphar luteum und Sparganium Friesii (beide reichlich), im<br />
übrigen Teil des Sees tritt wiederum Ihyhjqonum (unphibium häufiger<br />
auf.- Die Grundblattkräuter sind verhältnismässig reichlich vertreten,<br />
am meisten findet man Isoiites lacuslrc, auf Sandboden ist jedoch<br />
auch Lobelia ziemlich häufig. Am Nordende des Sees gedeiht Carex<br />
roslrata reichlich, desgleichen auf dem Gyttjaboden das Wassermoos<br />
Fonlinalis üutipijrelica. Auf dem Sandboden wurde stellenweise<br />
Nitella flexilis angetroffen,<br />
Nr. G å 1 i s j ö (Karjaa). (iO°O I'N, 68 luv, 26 m U.d.M.<br />
(irösste Länge 1.8 km NE-S\\\ Breite 600 m. Nur das Westende,<br />
etwa die Hälfte der (iesamtfläche, untersucht, (irössle gemessene<br />
Tiefe .'J.s m. - 11. VH. 1936.<br />
Abb. 4. Nr. 31 Gålisjö. Gescliützte liuclit am Südiifer mit einom Misclil)estarul<br />
von Sparganium Friesii, Potamogeton nataiis und Nuphar luteum,<br />
dazu etwas Equisetum.
42 L. Maristo, Die florisliscluMi Seetypeii Finiilaiuts.<br />
In (ler Uingehiuig zum grössten Teil bewaldete Moräiienhügel,<br />
nur am Nordufer finden sich ein j)aar nehausiingen mit etwas<br />
Ackerland. In der nordöstlichen sowie in der südwestliciien Ecke<br />
gibt es etwas Torfufer. Merklichere Zuflüsse hat der See nicht,<br />
tier Abfluss findet aus der Südwestecke statt. Farbe des Wassers<br />
braungelb, Sichttiefe 3.0 m, pH 6.:?.<br />
Phragrnites und Scirpus lacuster treten, sowohl einzeln als untermischt,<br />
erstere Art jedoch häufiger, zu lichten Beständen zusammen.<br />
Der Schachtelhalm erringt sich nur einen geringen Anteil.<br />
Von den Schwimmblattkräutern umsäumt Sparganium Friesii die<br />
Ivöhrichte auf deren ganzer Länge, doch auch Nuphar luteum, Potamogeton<br />
natans, Polygonum amphibium und Nymphaea alba bilden<br />
sowohl reine als gemischte Bestände (Abb. 4). Unter den Wasserblattkräutern<br />
begegnet man am häufigsten Myriophijllum alterniflorum.<br />
Becht typisch ist auch der von Iso'etes lacustre und Moosen gebildete<br />
(lürtel, der den Seegrund auf weiten Flächen ausserhalb der Makrophytenbestände<br />
bedeckt. Vereinzelte Moose (insbesondere Drepanocladus<br />
Sendtneri und Calliergon megalophijllum) fand ich noch an<br />
den tiefsten (3.5 m) von mir gemessenen Stellen.<br />
NT. 32. L i 11 o i s t e n j ä r V i (l.ieto, Kaarina). üO° 27' N, 1.4 km^,<br />
36 m ü.D.M. (WAHLBERG 1014, p. 5). Grösster Durchmesser 1.6 km,<br />
grösste Tiefe 3.45 m. - 3. VII. 1937.<br />
Der vielerorts an den Lfern zutage tretende Felsgrund besteht<br />
aus Gneis, die losen Ablagerungen sind hier die Moräne und am<br />
Westende des Sees Sand. Anbauflächen gibt es an den Ufern nur<br />
wenig, dessenungeachtet macht sich der Einfluss der Kultui in<br />
vielfältiger Weise bemerkbar. Am Ostende liegt ganz am Ufer<br />
die grosse Tuchfabrik, dessen sämtliche Abwässer in den See gelangen.<br />
Am Südufer liegen wiederum zahlreiche Sommerwohnungen<br />
und am Westende des Sees befindet sich ein allgemeiner Badestrand.<br />
Die übrigen Uferanteile beherrscht der Heidewald. Zuflüsse hat<br />
der See nicht, der Abfluss liegt in der Südostecke. Die Farbe des<br />
Wassers war bei starkem Wind graugrün, die Sichttiefe 2.« m,<br />
pH 6.8.<br />
Von der Vegetation des Sees erhält man vom Fabriksufer ausgehend<br />
ein falsches Bild, denn hier breiten sich stattliche Bestände<br />
von Phragmiles und Scirpus lacuster aus, die jedoch nur den Ausdruck<br />
einer lokalen Eutrophierung repräsentieren, desgleichen<br />
Lemna minor, der ich dort begegnete. Auf dem Sand- und Grusboden<br />
des Nordufers ist dagegen Lobelia reichlich zu finden, und<br />
auch die Böhrichte haben an Dichte erheblich abgenommen. Häufigstes<br />
Schwimmblattkraut ist Nympliaea alba, Wasserblattkräuter<br />
kommen ebenfalls vor. Isoetes lacustre bildet ausserhalb der Helophytenbestände<br />
einen dichten Teppich, und in grösserer Tiefe gibt<br />
es reichlich Wassermoose, Drepanocladus Sendtneri.
Ann. Bot. Soc. Zool.-Hot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. Iii<br />
Nr. 33. Oks järvi (Nastola). (>1° 03'N, 2.m (2..t) km^, etwa<br />
KO m ü.d.M. (irösste T.änge 2.5 km NW-SE, Breite 1-1.5 km. -<br />
11 L. Marislo, Die floristisclien Scctypen Finnlands.<br />
Seen des Gel)ieles. Das häufigste Grundblattkraiit ist Lobelia, kommt<br />
aber ebenfalls nur spärlich vor. Wichtigste Uferpflanze ist Carex<br />
lasiocarpa.<br />
Nr. 35. Uurainen (Uurainen). 62° 27' N, 1.3 lanS. Grösster<br />
Durchmesser 1.75kmN-S. - 19. VII. 1937.<br />
Der Felsgrund besteht aus Granit. Unter den losen Ablagerungen<br />
dominiert die Moräne, doch findet man am Südufer sowie an der<br />
langen in das Westufer einschneidenden Bucht auch Torf. Den<br />
Seegrund bedeckt an den Ufern der Sand oder der Dy, weiter hinaus<br />
die Gyttja. Etwa der gesamten Uferlänge steht unter Kultur,<br />
sonst sind die Ufer bewaldet. Zuflüsse erhält der See nördlich vom<br />
Pieni Uurainen (Nr. 65) und östlich von ein paar Teichseen. Abfluss<br />
am Westufer. Farbe des Wassers bräunlichgelb, Sichttiefe 3.8 m,<br />
pH 0.6.<br />
Die Vegetation ist einigermassen reicher als im vorhergelienden<br />
See, was seine Ursache im gesteigerten Einfluss der Kultur wie auch<br />
darin hat, dass die enge Bucht am Westufer völlig im Besitz der<br />
Vegetation steht und so eine Erhöhung der Gesamtartenzahl bewirkt.<br />
Equiselum uiid Phragmiles sind gleich häufig, doch steht der<br />
Schachtelhalm dem Schilf an Reichlichkeit voran. Von Schwimmblättrigen<br />
findet man am meisten Spnnjanium Friesii und Nymphaea<br />
Candida, Beachtung verdient aber danei)en auch Potamogeton natans.<br />
Von Wasserblattkräutern l)egegnet man Myrioplujllum allcrnijlorum<br />
reichlich, Potamogeton perfoliatus fehlt aber auch in diesem sujmiaquatischen<br />
See. (Vrundblattkräuter und Wassermoose, namentlich<br />
Drepanocladus tricJioplujlliis in der vorgenannten ]3ucht, sind ebenfalls<br />
reichlich vorhanden.<br />
Nr. 36. K y n e 1 m y k s e n j ä r v i (Sippola,Luumäki). 60° 52' N,<br />
1.25 km^, 07 m ü.d.M. Der See hat die Form des Buchstabens h, mit<br />
drei langen, 100-200 m breiten Buchten, (irösste Länge luihezu<br />
4 km NE-vSW. Die Wassertiefe dürfte stellenweise recht beträchtlich<br />
sein. - 11. VII. 1938.<br />
Die Ufer sind vielerorts hoch ansteigend und die Baj)akivi-Felsen<br />
senken sich stellenweise steil in das Wasser hinab. Die Bodenbedeckung<br />
besteht hauptsächlich aus der Moräne, doch gibt es z.B. im<br />
Westen auch Torfufer in recht reichlicher Menge. l)er Seegrund<br />
besteht in der Hauptsache aus Grus, Sand oder Dy. Anbauflächen<br />
gibt es an den Ufern nur an ein paar Stellen. Der Wald ist auf härterem<br />
Boden ein Vacci/in/m-IIeidewald, auf niederem Gelände<br />
herrscht der Brucliwald. Am Westende des Sees gibt es Beisermocr.<br />
Zuflüsse sind nicht vorhanden; Abfluss am Westende. Das Wasser<br />
ist gell)lich, Sichttiefe 3.9 m, pH 6.5.<br />
Unter den Helophyten i)ilden nur Phragmiles (häufiger) und<br />
Equiselum geschlossene Bestände. Das einzige eigentliche Wasserblattkraut,<br />
dem ich begegnete, war Utricularia minor in spärlichem
Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 45<br />
Vorkominen in einer versumpfenden Buciil. lläuligsles Selivvimmblattkaut<br />
ist Nijmphaea Candida, doch trifft man hier und da auch<br />
Niiphar hileiim an. Als wichtigster Unterschied gegenüber dem nahegelegenen<br />
Virojärvi (Nr. 6) gilt das verhältnismässig häufige Vorkommen<br />
von Lobelia. Ausgedelintere Seggenbestände traf ich niclit an.<br />
Wassermoose wurden nur spärlich gefunden.<br />
Nr. 37. Kotkajärvi (Kalvola). 61° N, 2.72 km^, 120.5 m<br />
ü.d.M. Grösster Durchmesser 2.5 km. Grösste Tiefe 11 m (Suomenmaa,<br />
IV, p. 82). Untersuchtes Gebiet unter Ausschluss des südlichen<br />
Endes des Sees etwa 2 km2. - 13. VII. 1037.<br />
Die bis an den See herantretenden Felsen bestehen aus (iranit,<br />
die sich ein Stück vom Nordufer erhebende Anhöhe ist dagegen<br />
aus Amphibolitschiefer aufgebaut. Unter den losen Ablagerungen<br />
herrscht grösstenteils die Moräne, nur zuinnerst an einigen Buchten<br />
breitet sich ein Torfufer aus. Der Seegrund besteht vielerorts auf<br />
mehrere hundert Meter langen Strecken aus ganz sterilem Ciestein oder<br />
Geröll. Bebaute Flächen sind nur dem Namen nach vorhanden, wohl<br />
aber gibt es als Viehweide benutzte Mischwaldflächen. Der See<br />
erhält Zufluss durch zwei kleine Bäche am Ostufer. Abfluss in der<br />
Nordwestecke. Farbe des Wassers gelb, Sichttiefe 3.7 m, pH ß.
11 L. Marislo, Die floristisclien Scctypen Finnlands.<br />
Vorherrschende Art ist der allerdings nur in lichten Beständen<br />
auftretende Schachtelhahn. An zw'eiter Stelle steht Phragmites,<br />
während Sdrpus laciister schon als ziemlich selten zu gelten liat.<br />
Unter den Schwimmblättrigen sind die Niiphai-Arten die häufigsten,<br />
von sonstigen begegnet man nur Nijrnphaea alba und Potamoqcton<br />
milans. Häufigstes Wasserblattkraut war Potamogeloii pcrfoliatiis,<br />
und Uliicularia intermedia war hier und da auf dem Dyboden zu<br />
finden. Als einziges Grundblattkraut wurde Lohelia in geringer<br />
Menge am Ostufer gefunden. Auf eine starke Kalkwirkung weist<br />
das Vorkommen von Char a fragilis und C. strigosa hin, denen man<br />
stellenweise in geradezu reichlicher Menge hauptsächlich in der<br />
Tiefenlage von etwa 1 m begegnete, - Wassermoose, Drepanocladiis<br />
iundrae, wurden massig reichlich angetroffen.<br />
Nr. .'jfA S y v ä j ä r V i (Suojärvi). G2° 17'N, O.92 km^. Länge<br />
etwa l.G km N-S, grösste Breite 500 m. - 10. Vm. 1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus Phyllit und Dolomit, tritt aber nirgends<br />
zum Vorschein. Vorherrschende Bodenarten sind am Westufer der<br />
Torf, am Ostufer die Moräne und am Nordende des Sees Sand und<br />
Osmaterial. Das Westufer ist hauptsächlich von Reisermoor eingenommen,<br />
im übrigen herrscht der Mischwald. Am Südende des<br />
Sees stehen ein paar Häuser, deren Ackerflächen bis zum Ufer<br />
heranreichen. Der Seegrund besteht, selbst an den Reisermoorufern,<br />
in der Hauptsache aus Sand, der in grösserer Tiefe allerdings von<br />
einer dünnen Gyttja- oder Dyschicht bedeckt ist. An vielen Stellen<br />
wurde zuoberst eine etwa 3 cm dicke Lage Dy, dann etwa 10 cm<br />
Sand und zuunterst fester Lehm gefunden. Nennenswertere Zuflüsse<br />
sind nicht vorhanden, der Abfluss befindet sich am Ostufer, Das<br />
Wasser ist gelbi)raun, Sichttiefe 2.i m, pH 7,o.<br />
Eqiiiseium und Scirpus lacusler treten annähernd gleich häufig<br />
auf, Phragmites findet man weniger. Sämtliche Arten l)ilden meist<br />
Mischbestände von sehr unregelmässigem Aufbau, Die Schwimmblättrigen<br />
sind durch mehrere Arten vertreten, am häufigsten findet<br />
nuui die beiden Niiphar- Arten vor. Als ganz besondere Typenart<br />
gilt Polamogelon gramincm in häufigem Vorkommen auf sandigem<br />
Grund, desgleichen unter den eigentlichen Wasserblattkräutern<br />
Polamogelon liicens X gramineus (P. Zizii, in den Artenverzeichnissen<br />
zu P. lucens geführt). Auch Polamogelon perfolialus und Myrioplujlliim<br />
allerniflornm waren hier und da zu finden. Von Grundblättrigen<br />
wurde ausser Lobelia noch Rannnculiis replans gefunden.<br />
Die Seggen waren durch nicht weniger als 5 Arten vertreten, als<br />
häufigste Carex lasiocarpa. Wie beim vorhergehenden See traten<br />
auch hier Chara fragilis und C. strigosa in beträchtlicher Reichlichkeit<br />
auf. Auch Wassermoose, besonders Scorpidium scorpioides,<br />
waren reichlich vorhanden.
Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 47<br />
Nr. 40. Vi L trä s k (Kirkkonummi). 60° 11'N, J.7 (l.c) km'-,<br />
19 m ii.d.]\I. Länge 3.5 km NW-SE, Breite 1.5-2 km. (irösste<br />
Tiefe 20 m (JÄILXEFELT 1929 b, p. 182). Das Nordende des Sees (etwa<br />
2 km2) iintersiicht. - 7. VII. 1936.<br />
Der See liegt zwiselien miscli- und nadelwaldbedeckten Moränenliügeln,<br />
der granitische Felsgrund tritt nur auf einigen I^andzungen<br />
zutage. Am Nordufer gibt es einigermassen Sand und am Südende<br />
des Sees Torf, sonst sind die Moränenufer vorherrschend. Kulturflächen<br />
finden sich sowohl am Nord- als am Südufer auf einer<br />
gesamten Strecke von etwa 1 km. An den Ufern sind in letzter<br />
Ahh. 5. Nr. 40 Vitträsk. Ausgedehnter Scliill'hoslarul [Phraj^mites) am<br />
Nordendo dos Soos.<br />
Zeit zahlreiche Sommerwohnungen entstanden. Der (irus- und Feinsandboden<br />
des Litorals entbehrt fast völlig einer Gyttjaschicht;<br />
stellenweise stösst man auch auf steinigen (Irund. Oberirdische<br />
Zuflüsse l)esitzt der See nicht, nach Aussage der Ortsbewohner<br />
dürften aber am Seegrund reichlich Quellen zu finden sein. Abfluss<br />
vom Südende des Sees. Farbe des Wassers grünlichgrau, Sichttiefe<br />
3.7 m (nach .JÄRNEFELT I.e., 3.I m), pll O.i.<br />
Die ausgedehntesten zusammenhängenden Bestände befinden<br />
sich am Nordnfer (Abb. 5), während das steinige Westufer auf<br />
einer Strecke von melir als 1 km fast völlig der Vegetation entbehrt.<br />
Phragmites herrscht vor, Scirpus lacuster findet man nur im Röhricht<br />
des Nordufers eingestreut. Der Anteil der Schwimmblattkräuter<br />
ist recht gering, nur Spanjaniiim Friesii bildet ausserhalb des<br />
Hührlchtgürtels kleine Bestände. Von den Wasserblattkräutern<br />
ist Poiamof/elon perfoliülua am häufigsten, kommt aber ebenfalls
48 L. Maristo, Die floristischcn Seetypeii Finnlands.<br />
nur verhältnismässig spärlich vor. Die Grundhhittkräuter gedeiiien<br />
wolil noch im lichten Röliricht, von 2 m abwärts findet man aber<br />
entgegen dem, was man nach der Durchsichtigkeit des Wassers<br />
schliessen könnte, keinen /soe/e.s'-Moos-Gürtel mehr vor. Die<br />
Eutraphenten Iris und Lemna minor wurden beim Anlegeplatz des<br />
Ciehöfts Hvitträsk gefunden.<br />
Nr. Lestijärvi (Lestijärvi). 63° 31' N, G5 km^. Grösste<br />
I.änge etwa 13 km NW-SE, grösste Breite etwa 7 km. Ein sehr<br />
offener und recht seichter See, der grösste in Mittel-Pohjanmaa.<br />
Das eigentliche Untersuchungsgebiet umfasst das Westufer etwa<br />
5 km von der Kirche nordwärts, Beobachtungen wurden jedoch<br />
auch in der östlich der Landzunge Itäniemi gelegenen Bucht am<br />
Ostufer angestellt. - 6. VIII. 1936.<br />
Der Felsgrund des Ufergeländes besteht zum Hauptteil aus<br />
Granit, der jedoch nur selten nackt zutage tritt. Auf einer Strecke<br />
von etwa 5 km von der Kirche südostwärts gibt es Sandufer. Die<br />
übrigen Ufer werden in der Hauptsache von der Moräne oder dem<br />
Torf beherrscht. Kleine Zuflüsse erhält der See vorwiegend aus<br />
südwestlicher Richtung. Sie entspringen kleinen, inmitten ausgedehnter<br />
Torfmoore gelegenen Waldseen, die dem See recht humushaltiges<br />
Wasser zuführen. Abfluss am Nordufer. Im Jahre 1874<br />
wurde der Seespiegel um 50 cm gesenkt. Farbe des Wassers grünlich<br />
gelb, Sichttiefe 3 m, pH 6.5.<br />
Phrngmiles und Eqiüseiiim limosum wiegen einander annähernd<br />
auf, und zwar so, dass der Schilf am Sandufer, der Schachtelhalm<br />
wiederum in den dygründigen Buchten dominiert. Auf Sandboden<br />
waren von den Schwimmblättrigen am häufigsten Sparganiiun<br />
Fricsii und Polygonum ampldbium, auf dem Dyboden wiederum<br />
die Nuphar-Arten. Auch Wasser- und Grundblattkräuter sind hier<br />
zu finden, unter den letzteren Isoetes lacustre verhältnismässig reichlich.<br />
Die Eutraphenten Tillaea und Elatine triandra wurden nur beim<br />
Kirchdorfufer, doch auch dort nur spärlich angetroffen.<br />
Nr. 42. Pyhäjärvi (I^yhäjärvi, Regierungsbezirk Oulu).<br />
63° 40'N, 135 kni2, 131 m ü.d.M.' Zahlreici'ie Inseln und langgestreckte<br />
Landzungen teilen den See in mehrere getrennte Wasserflächen<br />
ein. Grösste Länge 26 km N-S, grösste Tiefe (JÄRNEFELT<br />
1936 b, p. 116) 25 m. Das untersuchte Gebiet umfasst vom Nordende<br />
des Sees, der sog. Junttilanlahti-Bucht, den südlichen Teil, dazu<br />
ein (iebiet etwa 1.5 km südwärts von der Eiscnbahnbrücke, insgesamt<br />
etwa 5 km2. - 10. VI II. 1936.<br />
Der aus Granit, Gneis sowie aus Cineisgraniten bestehende Feisgrund<br />
tritt vielerorts an den Ufern der Inseln und der Landzungen<br />
zutage. Die wichtigste lose Bodenart an den von mir untersuchten<br />
Ufern ist der Lehm, der die Bucht Junttilanlahti überall umsäumt<br />
und sich das Ostufer entlan« von der Eisenbahnbrücke südwärts
Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 49<br />
in gerader Linie etwa 8 km weit erstreckt. yVuch anderwärts findet<br />
man zuinnerst in den Bucliten Lehm, im i
")() L. Marislo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />
eiipalusler. Von Scluvimmhiättrigen begegnet man n.a. Sparganiiint<br />
Friesii in liciiter Verteilnng. Wasserblattkräuter kommen überhaupt<br />
nicht vor, nur liammciiliis pelialus wird in geringer Menge angetroffen.<br />
Unter den (irundblattkräutern ist Isoeies lacuslre am bedeutsamsten,<br />
aber z.l^. Lobelia fehlt völlig. Die Vegetation trägt allgemein<br />
ein sehr dürftiges Gepräge.<br />
II. Nr. 44. K u 1 u n t a 1 a h t i (Kajaani). 64° 16' N. Nördlichste<br />
Bucht des Rehjanselkä. Das untersuchte Gebiet umfasst den innersten<br />
Teil der Bucht, etwa I.7 km2. - 20. VIII. 1936.<br />
Der I'elsgrund besteht am Westufer aus Adergneis, am Ostufer<br />
aus Granit, ist aber am ersteren unter dicken Sandschichten, am<br />
letzteren unter der Moräne verdeckt. Der Seegrund besteht jedoch<br />
fast über das ganze Untersuchungsgebiet aus Sand, der in grösserer<br />
Tiefe von einer Gyttjaschicht übergelagert ist. Stellenweise erstreckt<br />
sich das seichte Sandufer nur einige 10 cm tief bis über 100 m gegen<br />
die Seemitte. Zuinnerst an der Bucht gibt es Kulturflächen. Zuflüsse<br />
von nennenswerterer Bedeutung hat die Bucht nicht. Die Farl)e<br />
des Wassers ist bräunlichgelb, Sichttiefe 3.2 m, pM 6.7.<br />
Phragmites tritt hier ausgesi)rochcn als Typenart auf, in gleicher<br />
Häufigkeit findet man aber auch Sdrpiis eupaliisler auf dem Sandboden<br />
der seichten Ufer vor. Die Schwimmblättrigen sind relativ<br />
spärlich vertreten, häufigste Art ist Polygonum amphibium. Unter<br />
den Wasserblattkräutern erringt sich den wichtigsten Anteil Potamogeton<br />
perloliaüis und von den zahlreichen Grundblattkräutern<br />
Isoeles lacuslre. Auch Wassermoosen begegnet man in Gesellschaft<br />
mit der vorgenannten Art, auf dem .Sandboden gewöhnlich auch<br />
Nilella flenilis.<br />
Nr. 45 und 46', Oulujärvi. 900 km'^, seiner Grösse nach der<br />
fünfte unserer Binnenseen, 122.5 m ü.d.M. (irösste Tiefe 34 m, durchsclin.<br />
7.1m. Ein ausserordentlicii offener See, der sich in vier getrennte<br />
Wasserflächen (»selkä») aufteilen lässt, an deren östlichster, der Paltaselkä,<br />
die beiden von mir untersuchten Gebiete liegen. Zentralsee<br />
des Gewässersystems des Oulujoki, denn in der Paltaselkä vereinigen<br />
sich sowohl die vom Norden als vom Osten iier kommenden zwei<br />
Teilsysteme. Die Ufer bestehen auf recht weiten Flächen aus vSand,<br />
der stellenweise zu hohen Böschungen ansteigt. Südlich wiederum<br />
wird der See stellenweise auf weiten Strecken von Torfufer umsäumt.<br />
Nr. 45. S o k a j ä r v i (Kajaani). 64° 15' N. In den Hauptsee<br />
schmal ausmündende Bucht. Etwa 5 km^, davon etwa 2 km- (das<br />
Nordende und die Ufer der zum Hauptsee führenden Wasserenge)<br />
untersucht. - 15. VIII. 1936.<br />
Der Eelsgrund besteht im allgemeinen aus Granit, am Nordende<br />
mit seinen Inseln jedoch aus gneisartigem Schiefer, und tritt stellenweise<br />
am Ostufer sowie auf einigen Inseln nackt zutage. Die losen<br />
Ablagerungen bestehen am Süclende aus Sand, das Ostufer wird
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fcnn. Vanamo, lö, n:o 5. öl<br />
von (ler Aloräne untl (las WesLufer fast durchweg vom Torf eingenommen.<br />
Am letztgenannten Ufer gibt es Äcker und Kulturwiesen,<br />
geringen Ackerflächen begegnet man auch am Ostufer, sonst herrscht<br />
aber der Heidewald vor. l)er See erhält Zufluss durch einen von<br />
ein paar Teichseen kommenden Bach. Das Wasser ist gelbbraun,<br />
die Sichttiefe beträgt 2.5 m, pH G.G.<br />
Die Vegetation ist zumal an den weniger guten Ufern dürftig.<br />
PliragmUes dominiert zwar, vermag aber nicht zu grösseren iieständen<br />
zusammenzutreten. Eqniseliun findet man in lichter Verteilung<br />
hier und da. In den sandlelimgründigen kleinen Buchten begegnet<br />
man wohl Schwimmblattkräntern, am häufigsten Sagiltaria iialans,<br />
und auch die Wasserblattkräuter sind neben den (irun(ll)lattkräutern<br />
hier vertreten. Unter den letzteren fällt jedoch das Fehlen von<br />
Lohelia auf. Tn der Nordwestecke des Sees befindet sich eine von<br />
Anbauflächen umgebene seichtuferige Bucht, in welche ein Bach<br />
einmündet. Diese Bucht weicht von dem übrigen See ganz schroff<br />
ab. Scirpiis laciister dominiert unter den Helo))hyten, die Schwimm-<br />
])lättrigen sind reichlich vertreten, ebenso findet man reichlich Slraiiotes<br />
aloidcs und Wassermoose. Es handelt sich Iiier wohl sicher<br />
um ein ganz lokales Vorkommnis basischer Schiefer, die eine Erhöhung<br />
des Kalkgehalts des Wassers zuwegegebracht haben.<br />
Nr. 46. M e 1 a 1 a h t i (i\\ltamo). G4° 23' N. Nördliche Bucht<br />
des Paltaselkä. Das untersuchte Gebiet, O.7.5 km^, ])efindet sich<br />
zuinnerst an der Bucht. - 17. VIII. 193(5.<br />
Der Felsgrund des (iebietes ist bekannt für seine Eigenart. Er<br />
besteht aus Quarzit, durchdrungen von verschiedenen basischen<br />
Schiefern, wie Metal)asiten, Serpentinen und Dolomitadern, und<br />
tritt stellenw'eise durch die übergelagerte dünne Moränendecke hervor.<br />
In die Nordwestecke der Bucht mündet die schmale, flussartige<br />
Bucht Melajoki ein und zuinnerst in diese, in die sog. Turusenperä-<br />
Bucht, wie(lerum ein kleiner Bach, der seinen Ursprung im Dolomitgebiet<br />
des Kivesvaara hat. Die Farbe des Wassers ist braungelb<br />
mit einem schwachen grünlichen Anflug. Die Sichttiefe beträgt<br />
3.3 m, pH 6.8.<br />
Hier sind also die besten Voraussetzungen für das Aufkommen<br />
einer kalkliebenden Wasservegetation gegeben. Einer solchen<br />
begegnet man auch in ausserordentlich üj)piger Ausbildung in der<br />
'rurusenj)erä-Bucht sowie im Melajoki, doch in der Hauptbucht<br />
(Melalahti) selbst wird der genannte Einfluss bereits durch das Wasser<br />
der nahen Paltaselkä geschwächt. Plmu/mites bildet stellenweise<br />
Jiestände von mässiger Grösse, Sparganiuni Friesii und Sogittaria<br />
natans sind unter den Schwimmblättrigen die wichtigsten Arten.<br />
Wasser- und Grundblattkräuter sind in mässiger Heichlichkeit vorhanden,<br />
Lobelia fehlt indessen völlig. Auch Wassermoose treten hier<br />
als äusserste Zone der Wasserveaetation auf.
11 L. Marislo, Die floristisclien Scctypen Finnlands.<br />
xNr. 47-4fJ. Pyhäjärvi (Honkilahti, Eura, Säkylä, Yläne).<br />
165 km^, 46 m ii.d.M. Grösste Länge 25.5 km NW-SE, grösste<br />
Breite 9.5 km. Maximale Tiefe 20 m, der grüsste Teil des Sees<br />
erreicht ai^er nicht 7 m (LAITAKARI 1925, p. 30). Der grösste vSee<br />
Südwestfinnlands und zugleich sehr offen, denn nur bei Säkylä und<br />
Kauttua liegen kleine Inseln. Uferentwicklung LTGS (JÄRNEFELT<br />
1927 b, p. 108). - 20., 21. und 23. VIL 1936.<br />
Der Felsgrund besteht am Westufer zur Hauptsache aus Rapakivigranit<br />
und am Nordwestufer überdies stellenweise aus Diabas.<br />
Am Seeboden trifft man auf Sandstein (LAITAKARI op.C., p. 28).<br />
Der nackte Felsgrund tritt vorwiegend nur am Westufer zutage,<br />
wo die Moräne die häufigste Bodenablagerung bildet. Prächtige<br />
Sandufer umsäumen den See am Südende, desgleichen zwischen<br />
Säkylä und Kauttua. Südlicii von Säkylä folgt auf einer Strecke<br />
von mehreren Kilometern Torfufer und dann Moräne bis zur Grenze<br />
von Yläne. Lehm gibt es an den Ufern verhältnismässig wenig und<br />
demzufolge ist auch der Anteil des Kulturgeländes an diesem See<br />
gering. Den meisten Kullurflächen begegnet man in Säkylä, sonst<br />
erstrecken sie sich nur selten bis an das Ufer. Im allgemeinen ist<br />
das Westufer steiler als das östliche. Der Seegrund besteht im Litorai<br />
aus Sand oder Grus, weiter nach aussen aus gyttjabedecktem Lehm<br />
(LAITAKARI op. c., p. 30). Eingehende Angaben über die Bodenbedeckung<br />
finden sich bei JÄRNEFELT (1927 b). Am Südende mündet<br />
in den See der Yläne-Fluss und am Ostufer liegen die Mündungen<br />
zweier kleinerer Flüsse. Sämtliche kommen von bebauten Sand- und<br />
Lehmgebieten. Abfluss am Nordende des Sees. - Drei verschiedene<br />
Gebiete wurden untersucht.<br />
Nr. P y Ii ä j ä r V i I (Yläne). 60° 55' N. Das Südende des<br />
Sees vom Hause Kalikka bis zum Gehöft Huvitus. Zum grössten<br />
Teil völlig offenes Sandufer. Farbe des Wassers grün, Sichttiefe 3 m.<br />
pH 6.8.<br />
Die Wasservegetation ist äusserst dürftig. Von den Helophyten<br />
halten es nur Scirpus eupaluster und von den Schwimmblattkräutern<br />
nur Alopecuriis nequalis am offenen Ufer aus. Stellenweise haben<br />
Wasserblattkräuter zwischen den Steinen Wurzel gefasst, desgleichen<br />
Grundblattkräuter, hauptsächlich Ranimciiliis reptans und Scirpus<br />
aciciilaris, Isoeies laciistre war aber nicht zu finden. Die einzige eutraphente<br />
Pflanzenart, Iris pseiidacoriis, wurde am Ufer beim Gehöft<br />
Huvitus gefunden.<br />
Nr. 48. Pyhäjärvi II (Säkylä). 61° 02' N. Das Untersuchungsgebiet<br />
umfasst die Strecke vom Ufer des Iso Säkylä bis<br />
nahe an die Mündung des Pyhäjoki. Im allgemeinen recht vegetationsarmes<br />
Sand- oder Steinufer, im Schutze der kleinen Inseln an<br />
der Mündung des Sarvanoja breitet sich aber die üppigste Wasservegetation<br />
aus: hier macht sich die lokal eutrophierende Wirkung
Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 53<br />
eines kleinen, durch Kiilliirgelände fliessenden Flusses aufs deutlichste<br />
bemerkbar. - Die Sichttiefenmessung wurde durch starken<br />
Sturm vereitelt. pH G.s.<br />
An der Mündung des wSarvanoja breiten sich ausgedehnte<br />
l^öhrichte und Schachtelha]ml)estände aus, und dort kann man<br />
Tijpha laiifolia, Sparganium ramosuin und Lobelia nebeneinander<br />
wachsen sehen. Von den Schwimml)lattkräutern ist am liäufigsten<br />
Nuphar luteum, Wasserblattkräuter findet man verhältnismässig<br />
wenig und unter den Grundblattkräutern hat sich hier schon auch<br />
Isoeies lacustre in spärlichem Vorkommen eingefunden.<br />
Nr. 49. Pyhäjärvi III (Eura, Säkylä). 61° 06' N. Das<br />
IJntersuchungsgebiet umfasst die Bucht von Kauttua und dazu noch<br />
eine Uferstrecke von 2 km im Bereich des Kirchspiels Säkylä. Die<br />
Sichttiefe betrug infolge einer durch den Wind verursachten Trübung<br />
nur 3 m. Farbe des Wassers gelblichgrün. pl I 6.9.<br />
liier begegnet man an auch nur ein wenig geschützteren Stellen<br />
ausgedehnten PAröf/mi7es-Beständen. Der Anteil des Schachtelhalms<br />
sowie der übrigen röhrichtbildenden Arien ist geringer. Von den<br />
Schwimmblättrigen ist Sparganium Friesii am bedeutsamsten, unter<br />
den Wasserblattkräutern kommt Potamogeton pcrjoliatus recht häufig<br />
vor. Auch Isoetes trifft man stellenweise auf dem gyttjabedeckten<br />
Sandboden gar reichlich an, und an manchen Stellen hat sich ausserhalb<br />
der Schilfbestände ein regelrechter /soe/es-IMocs-Gürtel<br />
ausgebildet. Auch Nilella flexilis ist hier zu finden.<br />
Nr. 50. J ä ä s j ä r V i (Martola). 61° 'M' N, 65.i km^, 91 m ü.d.M.<br />
Der Wasserspiegel wurde in den Jahren 1852-51 um mehr als<br />
einen Meter gesenkt. Länge des Sees 18 km N-S, grösste Breite<br />
etwa 10 km. Das untersuclite Gebiet umfasst etwa 3 km^ halbwegs<br />
am Westufer. - 27. VIII. 1938.<br />
Im Bereich des untersuchten (lebietes besteht der l'elsgrund aus<br />
Granit und tritt hauptsächlich auf den Inseln zutage. In den übrigen<br />
Teilen des Sees gibt es stellenweise auch Glimmergneis. Die losen<br />
Bodenablagerungen bestehen am Westufer hauptsächlich aus Sand,<br />
sonst herrscht die Moräne, am Ostufer gibt es auch recht reichlich<br />
Torf. Auf den grösseren Inseln stösst man auch auf geringfügige<br />
Lehmflüchen. Der Seegrund besteht im untersuchten Gebiet hauptsächlich<br />
aus Sandlehm oder Lehm, der besonders in grösserer Tiefe<br />
von Lehmgyttja übergelagert ist. Ackerflächen treten stellenweise bis<br />
an das Ufer heran. Aus nördlicher Bichtung erhält der See reichliche<br />
Zuflüsse, der Abfluss liegt am Südwestufer. Das Wasser war trüb<br />
grünlich, Sichttiefe 3.o m, {)Ii 6.7.<br />
Im untersuchten Gebiet herrscht eine reiche Wasservegetation,<br />
was wohl zum Teil auf die geringe Wassertiefe zurückzuführen ist.<br />
Dominierende Art ist der Scliilf, der insbesondere am flachen Festlandsufer<br />
ausgedehnte, zusammenhängende Bestände bildet. Siel-
")() L. Marislo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />
lenweise tritt als Unterinischung Scirpus laciister auf. Hin und wieder<br />
breiten sich auf der Uferseite des Röhrichts Schachtelhahnbestände,<br />
dazwischen wiederum Kleinrölirichte von Scirpus eiipalusier<br />
aus. Bei der Wasserlinie haben sich wiederum gewöhnlich<br />
ausgedehnte Carex rostrata -Bestände gebildet. Häufigste Schwimmblattkräuter<br />
waren Sparganiiim Friesii und Potamogeton natans.<br />
Potamogeton grainineus gedieh stellenweise auf dem Sandlehmboden,<br />
und unter den eigentlichen Wasserblattkräutern waren P. perfoliatiis<br />
und Mijriophijlliim aliernifloriim die häufigsten. Von Grundblattkräutern<br />
wurde besonders Isoeies laciistre in beträchtlicher Menge gefunden.<br />
Seggen gab es nicht minder als 6 Arten, u.a. Carex aqiiaiilis,<br />
Nr. 31. .1 ä n i s s e 1 k ä, Kylmänperänlahti (Rääkkylä). 62° 22' N,<br />
76 m ii.d.M. Das etwa 5 km^ grosse Untersuchungsgebiet umfasst<br />
den grossten Teil der in der NW-SE-Richtung liegenden Bucht<br />
der Jänisselkä. - 17. VIII. 1938.<br />
Der stellenweise am Südwestufer der Bucht zutage tretende<br />
Felsgrund besteht aus Glimmerschiefer. Vom Buchtinneren ausgehend<br />
folgt auf der Nordostseite zunächst auf einer Strecke von etwa<br />
2 km Sand, danach Osschotter l)is zu der die Wasserflächen der<br />
Jänisselkä und Pyhäselkä trennenden Insel Tikansaari. Am Südwestufer<br />
gibt es neben dem Osschotter auch etwas Lehm und Moräne.<br />
Der Seegrund besteht auf ausgedehnten Flächen aus reinem Sand,<br />
im vorderen Teil der Bucht herrscht wiederum meistens der Grusoder<br />
der steinige Grund. Am Südufer liegt ein Sägewerk, sonst al)er<br />
ist keine nennenswertere Besiedlung zu verzeichnen. Das Wasser<br />
ist gelbbraun, Sichttiefe 3.5 m, pH 6.G.<br />
Infolge der Offenheit des Ufers ist die Wasservegetation spärlich<br />
entwickelt. Dominierende Art ist Phragmites, dessen ausgedehnten<br />
Tnselbeständen man auf dem Sandboden des Buchtinneren weit<br />
vom Ufer entfernt begegnet; sonst sind die Bestände lichter. Stellenweise<br />
gedeiht im seicliten Wasser reichlich Scirpus eupaluster.<br />
Scinvimmblättrige wurden nur in einigen geschützten Buchten gefunden,<br />
am meisten Polygonum amphibium und Nuphar luteum. Von<br />
Wasserblattkräutern traf ich nur Mijriophijllum allernijlorum an.<br />
Cirundblattkräuter waren merkwürdig wenig vorhanden. Auch an<br />
den windexponiertesten Ufern gediehen die typischen Uferpflanzen<br />
offener Wasserflächen: Phalaris arundiuacea, Carex gracilis und<br />
Lijthrum salicaria.<br />
Nr. 52. Paasivesi, Purnunlahti (Savonranta). 62° 11' N,<br />
76 m ü.d.M. Die südlichste Selkä des Orivesi, das etwa 2 km^ messende<br />
Untersuchungsgebiet umfasst die am Nordwestufer gelegene<br />
Bucht. - 18. VI II. 1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus Glimmerschiefer und Glimmergneis.<br />
Vorherrschende Bodenart ist die Moräne, nur in einigen Buchten<br />
stosst man auf Torf. x\n exponierten Ufern herrscht der steinige
Anil. Bot. Soc. Zool.-Bot. I^'enn. Vanamo, 15, n:o 5. 55<br />
(jrund oder der Grus, in geschiitzlereii J:5uchten liegt am (Iriinde<br />
eine Gyttjascliiclit von variierender Stärke. Die Ufer sind unbewohnt<br />
und vorwiegend von Heidewaid l)e.standen. Farbe des Wassers<br />
l>raungelb, .Sichttiefe 3.7 m, pH O.e.<br />
Dominierende Art ist Phragmites, als Untermischung findet man<br />
(lanel)en auch etwas Scirpiis laciisier. Häufigstes Sciiwimmblattkraut<br />
ist Polijflonum arnphihium, etwas seltener, aber dichte I^estände<br />
bildend Polamogelon nainns. Hier und da gedeiht auch Sugillaria<br />
nutans. Von Wasserblattkräutern waren nur Potamogeion perfoliaüis<br />
und (häufiger) Mijriophijllum allernifloriini vorhanden. ]3ie Grundblattkräuter<br />
waren reclit artenreich vertreten, als häufigste Art<br />
Isoeies lacustre überall dort, wo die Beschaffenheit des Grundes es<br />
nur irgend gestattete. Auch die Eutraphenten Tillaea aqiiatica und<br />
Elatinc iriandra wurden an ein j)aar Stellen angetroffen. Häufigste<br />
Uferpflanze war Phalaris anindinacea und unter den Seggen Carex<br />
gracilis. Ausserhalb des /.9oe/e.S"-Gürtels gab es stelkunveise Wassermoose,<br />
in einigen Buchten uferwärts vom Röhricht geradezu massenhaft<br />
Drepanocladus irichophijlliis und Sphagniini CAispidatiim.<br />
Nr. 53. H a u k i v e s i, Varparanta (Sääminki). 61° 59' N, 70 m<br />
ü.d.M. Das etwa 2 km^ messende Untersuchungsgebiet liegt am Ostufer<br />
des grossen und offenen Haukivesi und umfasst sowohl exponierte<br />
als im Schutze von Inseln gelegene Ufer. - 19. VHI. 1938,<br />
Der nur in geringem Ausmass zutage tretende Felsgrund besteht<br />
iius Hornblendeschiefer. Vorherrschende Bodenarten sind der Sand<br />
und der Osschotter. Am Ufer ebenso wie auf den Inseln erheben<br />
sich mächtige Grushügel und -rücken stellenweise steil aus dem See.<br />
Auch der Seegrund l)esteht aus Grus und Sand, in einigen geschützten<br />
Buchten von Dy und Gyttja übergelagert. Die Umgcl)ungist hauptsächlich<br />
vom Heidev^'ald beherrscht, und das Wasser wird von den<br />
vorhandenen Kulturflächen in keiner Weise beeinflusst. Das Wasser<br />
ist gelblich, Sichttiefe 4.1 m, pH G.s.<br />
Vorherrschende Art ist der Schilf. Auch Scirpus eupalusler geileiht<br />
reichlich auf dem Sandboden einiger Ladeplätze, wo der Schilf<br />
zum Weichen gezwungen worden ist; auch Caltha palustris und Lysimachia<br />
Ihijrsiflora scheinen diese Ladeplätze besonders zu bevorzugen.<br />
Schwimmblättrige findet man reichlich in einigen engen, in Osgruben<br />
gelegenen Buchten, am reichlichsten Polggoniim amphibiiun, Polamogelon<br />
nalans und Niiphar luteum. Wasserblattkräuter spärlich, vornehmlich<br />
Mijriopliijllum allerniflorum. Isoiiles lacustre gedeiht überall,<br />
wo der Seegrund nicht allzu grob ist, Carex gracilis ist geradezu iiäufig<br />
und tritt stellenweise selbst an stark exponierten Ufern auf;<br />
gleiches gilt auch für Phalaris arumlinacea.<br />
Nr. 54. S a i m a a, Lehmäinselkä (Puumala). 01° 31' N, 70.o m<br />
ü.d.M. Das etwa A.s, km- messende Untersuchungsgebiet umfasst<br />
das Nordufer der Lehmäinselkä von Puumalansalmi bis zur Insel
")() L. Marislo, Die floristischen Seetypen Finnlands.<br />
Kotkatsaari sowie die nördlich davon gelegenen Buchten. ~ 22. VIII.<br />
1938.<br />
Die Felsen bestehen aus Adergneis, die losen Bodenarten hauptsächlich<br />
aus der Moräne. Am Nordnfer der Insel Kotkatsaari herrscht<br />
jedocli der Sand sowie der Osschotter, zuinnerst in einigen Buchten<br />
findet man Torfufer. Am offenen Ufer herrscht in der Hauptsache<br />
steiniger Grund oder Grus. Auch Sandboden gibt es hier und da,<br />
in den gescliütztesten Buchten Dy und Gyttja. Die Ufer sind völlig<br />
unbesiedelt und von Nadelwald bedeckt. Das Wasser ist gelblich,<br />
Sichttiefe 4.7 m, ])H 6.6.<br />
Das exponierte Ufer bietet ein für die offenen Wasserflächen des<br />
Saimaa charakteristisches Artenverzeichnis. Von Schilfgewächsen<br />
begegnet man Phragmües hier und da in lichtem Stand, Scirpiis eupaluster<br />
kann es dagegen stellenweise, insbesondere auf sandigem Grund,<br />
gar reichlich geben. Hin und wieder stösst man auf vereinzelte Individuen<br />
von Ranunculus peltatus oder Myriophylluni alterniflorum. Auf<br />
dem Seegrund gedeihen Isoeies lacuslre und Ranunculus reptans, stellenweise<br />
auch etwas Lobelia. Wichtigste Art des Supralitorals ist Plialaris<br />
arundinacea, hier und da vorkommend sind Carex gracilis und<br />
Lijlhrum salicaria. In den eng mündenden Buchten treten dann noch<br />
Schwimmblüttrige hinzu: Potamogeton naians. Polygonum amphibium,<br />
Nuphar luteum, Nymphaea Candida und Sparganium Friesii,<br />
oft gerade in der angeführten Häufigkeitsfolge. Auch etwas Equiselum<br />
und Scirpus lacuster haben sich eingefunden. Dem Seggenbestand<br />
gesellen sich Carex rosirala und C. elata zu. Erwähnt sei ferner Liiorella<br />
uniflora, der ich auf dem Sandi)oden am Nordufer der Insel<br />
Kotkatsaari begegnete.<br />
Nr. 65. L u o n t a r i, Harvionselkä (Anttola). Gl° 35' N, 76 m<br />
ü.d.M. Auch dieses Untersuchungsgebiet umfasst eng an den<br />
eigenthciien Saimaa anschliessende Wassergebiete. Die Grösse des<br />
untersuchten Gebietes beträgt etwa l.r. km^ und umfasst hauptsächlich<br />
die nördlich vom Kirchdorf Anttola gelegene Bucht. -<br />
23. VIII. 1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus Glimmerschiefer, unter den losen<br />
Bodenablagerungen ist die Moräne vorherrschend. Der Seegrund<br />
besteht jedoch in der vorgenannten Bucht aus Lehm, Schluff und<br />
Feinsand, im Bereich der Harvionselkä im Litoralgebiete jedoch<br />
aus Grus mit Steinen. Die nächste Umgebung der Buclit ist intensiv<br />
besiedelt. Farbe des W^assers gelbgrün, Sichttiefe 5.4 m, pH 6.7.<br />
Im geschützten Teil des Untersuchungsgebietes herrscht eine<br />
recht reiche Wasservegetation. Phragmiies dominiert, Bestände<br />
von Scirpus lacuster gibt es hier und da, in geringer Menge aucli<br />
solche von Equiseium limosum. Häufigste Art unter den Schwimmblättrigen<br />
ist Polygonum amphibiuni, gefolgt von Polamogelon nutans.<br />
Wasserbhittkräuter sind niclit gar viel anzutreffen. Häufigste Art
Ann. IJot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 57<br />
ist Mijriophyllum allernijlorurn (hier und da zerstreut), doch auch<br />
Elodea canadensis verdient Erwälmung. Die Grundblattkräuter<br />
sind durch nicht weniger als 8 Arten vertreten, an erster Stelle<br />
natürlich Isoeles lacustre. Dieser Artenreichtum ist auf die Rechnung<br />
des Schluffes zu schreiben.<br />
Nr. 56. L o u h i V e s i (Ristiina). 61° 32' N, 76 m ü.d.M. Das<br />
etwa 1.5 km^ messende Untersucluingsgebiet umfasst das nordwestliche<br />
Ende des Louhivesi und schliesst sich eng an das von<br />
RENKONEN (1935) an diesem See untersuchte Gebiet an. - 24,VIII.<br />
1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus Adergneis. Unter den losen Bodenablagerungen<br />
ist hauptsächlich die Moräne vorherrschend, am<br />
Nordufer der untersuchten Buclit erstreckt sich eine Sandlieide<br />
bis an das Ufer heran. Der Seegrund bestellt am offenen Louhivesi<br />
aus Grus nebst Steinen, in der geschützten Bucht am Nordwestende<br />
herrschen aber der Lehm und der Sandlehm, von einer Gyttjaschicht<br />
von variierender Dicke übergelagert, vor. Kulturflächen gibt es an<br />
der Bucht reichlich. Das Wasser war an der offenen Fläche des Louhivesi<br />
gelbgrün, Sichttiefe 4.o m, pH 7.i.<br />
Unter Berücksichtigung des gesamten untersuchten Gebietes<br />
gilt Phragmiles als dominierende Art, in der vorgenannten, von<br />
Kulturflächen umgebenen Bucht hat aber Scirpus laciister die Ci)erhand.<br />
Dort begegnet man auch ausgedehnten Beständen von<br />
Potainoydon natans und Polygonum ampbihium. Auch andere<br />
Schwimmblattkräuter wareu verhältnismässig reichlich vorhanden.<br />
Hier und da zwischen dem Röhricht und dem Ufer wuchs im seichten<br />
Wasser Polamoyeion yraniineiis. Von eigentlichen Wasserl)lattkräutern<br />
traf ich Polamogeton perfoliaiiis und MyriophylUun alterniflorum<br />
in lichter Verteilung an. Grundblattkräuter waren mässig<br />
reichlich vorhanden, am meisten Isoetes lacustre. Litorella uniflora<br />
wurde nur umherschwimmend angetroffen. Am Kulturufer breiteten<br />
sicli stellenweise ansehidiche Seggenl)estände aus, hauptsächlich<br />
Carex veskaria. Die Vegetation des windexponierten Ufers<br />
ähnelt ungefähr derjenigen z.B. der Lehmäinselkä (Nr. 54). Es möge<br />
bemerkt werden, dass ich hier nicht alle die von RENKONEN (1935)<br />
aus seinem benachbarten Untersucluingsgebiet angeführten Arten<br />
antraf, dagegen notierte ich einige Arten, die wiederum bei REN-<br />
KONEN fehlen.<br />
Nr. 57. Näsijärvi (Aitolahti). 61° 30'N, 275 kni^, 95 m<br />
ü.d.M. Länge etwa 40 km N-S, Breite 5-7 km. Grösste Tiefe ^<br />
55 m, mittlere Tiefe 12.4 m. Das untersuchte Gebiet, 10 km-, umfasst<br />
die in der Südostecke des Sees liegende Bucht Aitolahti nebst einem<br />
Uferstück an der anschliessenden Wasserfläche des Näsiselkä (siehe<br />
M ARISTO 1935). - VII.-IX. 1932.
58 L. Marista, Die florisLischen Scetypeii Finnlands.<br />
Der Felsgriind besLeht zur Hauptsache aus Adergneis und (iranil<br />
und tritt am Ufer stellenweise zutage. Unter den losen Ablagerungen<br />
waltet am Ufer hauptsächlich die Moräne, hier und da breiten sich<br />
aber in den Buchten auch geringfügigere Leiimflächen aus. Im<br />
Litoral der Buchten herrscht die Gyttja, an den Bachmündungen<br />
der Dy und an den exponierten Uferstrecken (irus und Geröll. Farbe<br />
des Wassers gelblich, Sichttiefe 3.8 m, pH ü.o.<br />
Vorherrschende Art ist Phraqmitcs, doch erringt sich auch der<br />
Schachtelhalm zumal in verschiedenen Mischbeständen eine erhebliche<br />
Bedeutung. In geschützten Buchten herrscht eine reiche Vegetation<br />
von Schwimmblattkräutern, zuäusserst umsäumt von typischen<br />
Isoeies- und Wassermoosgürteln. Bezüglich des Näheren<br />
sei auf MAIIISTO (op. c.) verwiesen,<br />
Nr. 58. Päijänne (Padasjoki). 61° 20' N, 1 065 km2, 78.o m<br />
ü.d.M. Länge etwa 115 km N-S, grösste Tiefe 93 m, mittlere Tiefe<br />
17 m. Das untersuchte Gebiet umfasst den mittleren und hinteren<br />
Teil der westlich von Kirjosniemi gelegenen Bucht, insgesamt etwa<br />
4 km^. - 30. VIIr. 1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus Glimmergneis und tritt vielerorts<br />
zum Vorschein. Im Inneren der Bucht herrscht an den Ufern der<br />
Lehm, im übrigen die Moräne. Audi der Seegrund besteht im<br />
Buchtinneren aus Schluff und Lehm, im übrigen Teil des untersuchten<br />
Gebietes aus Grus. Das Ostufer der Bucht ist höher ansteigend<br />
und bewaldet, an den übrigen Ufern erstrecken sich die Ackerflächen<br />
vielerorts ganz bis an den See heran. Im Buchtinneren<br />
liegen die Mündungen dreier kleiner Flüsse. ]3as Wasser ist grüngelb,<br />
Sichttiefe 4.8 m, pH G.s.<br />
Typische Vegetation eines offenen Wassergebietes, einer Selkä.<br />
Phragmilcs dominiert, obzwar die Bestände wohl nicht als besonders<br />
dicht zu gelten haben. Schachtelhalmbestände sind nur wenig zu<br />
finden. Schwimmblättrige gibt es in den geschützteren Buchten, am<br />
reichlichsten Polygonum amphibiiim und Sparganiiim Friesii. Einzige<br />
Wasserblattkräuter sind Polaniogelon perfolialiis und Mijrioplujlliim<br />
alleriüflorum. Auch Grundblattkräuter sind mässig reichlich vorhanden,<br />
Isoelcs laciislre bildet stellenweise eine eigene Zone ausserhalb<br />
des Böhrichts. Häufigste Segge ist Curex gracilis. Wassermoose<br />
wurden wenig gefunden.<br />
Nr. 5.9. P u u 1 a V e s i, Kaijanlahti (Hirvensalmi). 61° 41'N,<br />
467.3 km^, 94.1 m ü.d.M. Das etwa 2.2 km^ grosse Untersuchungsgebiet<br />
umfasst die am Südende des Puulavesi gelegene eng mündende<br />
Bucht Kaijanlahti nebst angrenzenden Wassergebieten am offenen<br />
Puulavesi. Der Seespiegel ist in den .Jaiiren 1831-54 um mehr als<br />
2 m gesenkt worden (HKLLAAKOSKI 1928, p. 3). - 26. VIH. 1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus verschiedenartigen Graniten oder aus<br />
Glimmergneis. Die Bucht Kaijanlahti ist zur Hauptsache von
Ami. Bot. Soc. Zool.-liol. Feiiii. Vaiuuiio, 15, n.o 5. 59<br />
oilier '1 orri)ö.scliuii^ umsäunil. Sie ist von Ileiseriiiooren umgehen,<br />
nur am Ostnfer zieht sich ein niedriger, bewaldeter Schotterrücken<br />
hin. AM offenen Pnnlavesi herrsclit hanptsäclihch die Moräne.<br />
Der Seegrnnd ist in der Hnclit Kaijanlahti nnter dicken Dymassen<br />
verdeckt, nnr in der Sü(h)stecke der Hnchl slcisst man im seichtcn<br />
Wasser anf etwas Sand. Im l)y ver.7.<br />
Wie aus dem Obigen schon zu schliessen ist, ist die Wasservegetation<br />
recht si)ärlich und trägt ein dürftiges (iepräge (vgl.<br />
.lÄRNEi'^Ki/r 10:}2a, p. 1()2). Im Bereich der Bucht Kaijanlahti findet<br />
man nur etwas lujuiscliuii linwsum, im Wasser und an der<br />
Dyböschung (MICX roslrata und C. lasiocnipa. Dazu gibt es etwas
()() L. Marislo, Die florislisclien Scolyiien Finiilaiuls.<br />
Niiphar liileinn und audi vereiiizelle Individuen von jMijriopiujllum<br />
alterniflorum ^edeilien liier und da. Am Puulavesi lial)en sicii einii>e<br />
lichte Bestände von Phragmites juiel)ildet, hin und wieder stösst<br />
man auf ein Alisina phmlafjo-^mVwidmim und von Grundl)läitri
Ann. Hol. Sioc. Zool.-Bol. Fciiii. Vanamo, 15, 0:0 •"). ül<br />
gel)ieUMi vorkommenden Bestände von Ghjccria md.vinui erwähnt<br />
/Al werden. Von sonstigen Lnfthlattkräutern wurde Alisnid pl(inl(i(jo<br />
hier und (hi angetroffen. Häufige Wasserhlattkräuter sind Poliiiiiofjcion<br />
jx'rfolialüs, MijriophijUum nUcrnijlorum und l)is mindestens<br />
1 m tief hinal) Elodea canadensis. Unter den Schwimmhiättrigen<br />
tritt Polygonum amphibium in der grössten Häufigkeit auf. Nel)en<br />
seinen Beständen findet mau auch solciie von Polamogelon nalans<br />
und Nuphar luteum. Freischwimmer wurden hau{)tsäcldich in der<br />
Bucht von Toupihi angetroffen. (>run(l])lattkräuter waren in iiciiter<br />
Verteilung fast überall dort zu finden, wo nur ein steinfreier Seegrund<br />
ihr Auftreten gestattete. Seggen gab es an den Ufern nur<br />
im Schutz des Böhrichts einiger Ikichten. Nilella jhwilis und (lliara<br />
jragilis gediehen auf dem Sandboden bis über l m tief. Wassermoose<br />
wurden nur spärlich gefunden.<br />
Nr. 61. M ylly j ä r v i (Korpiselkä). ()2° 18' N, O.Ö.^ km^, 171 m<br />
ü.d.M. Länge Li km N-S, grösste Breite etwa 1 km. 13. VHl. 1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus Gneisgranit. Vorlierrsciiende Bodenarten<br />
sind am Ost- und am Südufer der Osschotter, am Weslufer<br />
wiederum der Torf. Der Seegrund besteht hauptsächlich aus (irus<br />
und Sand, in einigen Buchten stössl man auf dyhaltigen (irobdelritus.<br />
Der See gehört in den Bereich des Naturparkes Tolvajärvi. Die<br />
Ufer sind unbesiedelt, bewaldet. Das Ostul'er wird von dem steil<br />
ansteigenden Os Hirvasharju gebildet. Am Westufer lleisermoor,<br />
sonst Heidewald vom Vaccinium-ryp. Am Südende führt eine<br />
schmale, überbrückte Öffnung hinü ber zum Koli järvi (Nr. 02). luirbe<br />
des Wassers grünlich gell), Sichttiefe l.om, j)H (>.2.<br />
Häufigster Helophyt ist Phragniiles in kleinen, lichten Beständen<br />
längs dem Süd- und dem Ostufer, während am Westufer Equiseium<br />
die l'lberhand hat. Auch Seirpus eupalusler begegnet man in lichtem<br />
Stand. Unter den Schwimmblättrigen ist Nuphar luteum die häufigste<br />
Art, hinzu hat sich auch Pohjgonum amphibium gesellt. Das einzige<br />
eigentliche Wasserblattkraut ist Mipiophgllnm alterniflorum. (irundhlattkräuter<br />
sind recht reichlich vorlianden, als häufigste Art Lobelia,<br />
der man fast auf der ganzen l.änge des Süd- wie auch des Ostufers<br />
begegnet; an nächster Stelle steht Isoetes lacustre. Seggen gibt es<br />
insliesondere am Westufer, häufigste Art Carex rosfrala. Auch Wassermoose<br />
wurden angetroffen und am (irunde einiger Buchten u.a.<br />
reichlich Sphagnum papillosum.<br />
Nr. 02. K o t i j ä r v i (Korpiselkä). 02° 17' N, 8.(j (7. i) km-, 171 m<br />
ü.d.M. Länge G km NW-Sl^, grösste Breite etwa 2.5 km. Untersucht<br />
wurde der nordwestliche Teil des Sees, etwa 2.5 km^. - 13. VHI.<br />
19.38.<br />
Der aus Gneisgranit bestehende Felsgrund tritt stellenweise an<br />
den Ufern zum Vorschein. Die losen Bodenablagerungen bestehen im<br />
Bereich des ganzen Nordendes des Sees, wo der für seine Natur-
(>2 f.. Maristo, Die floristisclien Sectypeu Finnlands.<br />
Schönheit bekannte 'I'olvajärvi-Os liegt, aus Sand und Osschotter,<br />
sonst sind die Moräne und das Torfufer vorherrschend. Der Seegrund<br />
besteht am Nordufer aus Sand, in den übrigen Teilen stellenweise<br />
ausserdem aus (irus, in grösserer Tiefe gibt es auch Gyttja. Am Nordwestufer<br />
liegt das Dorf Tolvajärvi mit seinen Behausungen und<br />
Ackerflächen, deren letzteren man auch am Nordende der mitten<br />
im See gelegenen grossen Insel begegnet. Zuflüsse erhält der See am<br />
Nordende von drei kleineren Seen. Abfluss am Südende. Farbe des<br />
Wassers grüngelb, Sichttiefe I.3 m, pH 6.:;.<br />
Vorherrschende Art ist Phrngmiles, dessen l^estände jedoch nicht<br />
besonders dicht sind. lujiüseliim und Scirpiis cnpalmler wiegen einander<br />
an Häufigkeit annähernd auf. Schwimmblättrige gil)t es schon<br />
ganze 0 Arten, am häufigsten Niiphar luteum und Sparf/nnium Friesii.<br />
Von eigentlichen Wasserblattkräutern wurde nur Mijrioplujllum<br />
(üterniflovum gefunden und als ziemlich selten notiert. Ranunculus<br />
pelialus war in grosserer Ueichlichkeit u.a. bei den mitten im See gelegenen<br />
Untiefen zu finden. Lohelia trat häufig insbesondere am Sandufer<br />
auf, und auch Isoeies lacuslre war ziemlich reichlich vorhanden.<br />
Beim Dorf hatte sicli auch Alisnia planlagu am Ufer eingefunden.<br />
Seggen wie auch Wassermoose wurden nur spärlich gefunden.<br />
Nr. 03. V a 1 k i a j ä r V i (Kankaanpää). ül° 50' N, l.tkm^, 118 m<br />
u.d.M. Grösster Durchmesser I.7 km N-S, tiefste von mir gemessene<br />
Stelle 3.5 m. - 21. VII. 1930.<br />
Das Ost- und das Westufer des Sees sind von einer Sandheide<br />
eingenommen, sonst herrscht das Torfufer vor. Kulturflächen gibt es<br />
am See nicht, am Südufer liegt aber das Militärübungslager von<br />
Niinisalo. Zufluss erhält der See durch einen kleinen Bach am<br />
Nordende. Abfluss am Ostufer. Farbe des Wassers grünlichgelb,<br />
die tiefste Stelle reichte nicht zur Ermittlung der Sichttiefe aus, die<br />
sich bei l m bewegen dürfte, pll 0.8.<br />
Vorherrschende Art ist Phragmites. Schwimmblättrige sind wenig<br />
vorhanden, wichtigste Art ist Sparganium Friesii. Die Wasserblattkräuter<br />
fehlen überhaupt, (irundblattkräuter sind dagegen reichhch<br />
vorhanden. Unter ihnen hebt sich, unter Berücksichtigung der<br />
gesamten Makrophytenflora, Lobelia als Typenpflanze ab. Das zum<br />
Teil seichte Ufer und der vorherrschende Gyttjaboden geben jedoch<br />
dem Wasser schon eine gelbliche Tönung und vermindern seine<br />
Durchsichtigkeit. Von grösster Wirkung wird jedoch in der Zukunft<br />
die Nähe der Kasernen des Militärlagers sein, denn schon nach<br />
zweijähriger Tätigkeit des letzteren lassen sich deutliche Anzeichen<br />
einer Verunreinigung des Wassers bemerken.<br />
Nr, 64. S i m u n a (Uurainen), 02° 27' N, O.25 km-. Grösster Durchmesser<br />
etwa 800 m. - 20, VII. 1937.<br />
Der Felsgrund besteht aus Granit. Das Südufer steht im Besitz<br />
der Moräne, am Nordufer dominiert der Torf. Der See liegt in bewal-
Alin, IJol. Soc. Zool.-Iiol. Fcnn. Vanamo, 15, n:() ."). (».'J<br />
deter Umgel)un^, nur am Sikluler liegt auf einer Aniiölie ein Haus.<br />
Der Seegrund besteht aus Sand und Dy, weiter hinaus aus (lyttja.<br />
Zuflüsse fehlen, seinen Abfluss hat der See am Südende. Der See liegt<br />
im hügeligen Gelände eines Wasserscheidengehietes. Farbe des Wassers<br />
gelbgrün, Sichttiefe 5.o m, pH 0.7.<br />
Unter den Schilfgewächsen ist Phragmifes am häufigsten, docii<br />
nur in lichten Beständen vorhanden; etwas dichter steht dagegen<br />
schon der Schachtelhalm. Sparganium Friesii tritt zu melireren lichten<br />
Beständen zusammen, auch Nuphar luteum und Njiniplinea Candida<br />
begegnet man iiier und da. Die Wasserlilattkräuter sind nur durch<br />
MijrioplujUuin allcmijlonim (reichlich) und IJtricularia intermedia<br />
vertreten. Auch Lohelia und Jsoetes lacuslre findet man in lieträchtlicher<br />
Menge vor, während Wassermoose nur sjiärlicli angetroffen<br />
wurden. Die häufigste Ufersegge ist hier (Mrex rostrata.<br />
Nr. Oo. Pieni U u r a i n e n (Uurainen). ()2° 26' N, 0.8 km-,<br />
C.rössteLänge l..ikmNW-SE. - 19. VII. 1937.<br />
Der granitische Felsgrund tritt nirgends am See zutage, h^r wird<br />
am Südufer von dicken, sich vom benachbarten Meidei)lateau in Form<br />
einer 8 -10 m hohen, steilen Böschung zum See hinabsenkenden<br />
Lagen glazifluvialen Osschotters und Sand bedeckt. Am Nordufer<br />
herrscht die Moräne, in ein jiaar Buchten stösst man auf etwas Torfufer<br />
und Dyboden. Ausser dem gewöhnlichen Sand- oder Grusboden<br />
wurde an ein paar Stellen auch Sandlehm angetroffen. Anbauflächen<br />
finden sich nur wenig am Nordufer, im übrigen grenzt der Meidewald<br />
an den See. Zuflüsse fehlen, seinen Abfluss findel der See in<br />
der Nordwestecke. Farbe des Wassers grün, Sichttiefe 5.t m, pi I (i.H.<br />
Die Vegetation ist rlurchweg licht. Phragmiles ist unter den Schilfgewäclisen<br />
die häufigste Art, in gleicher Beichlichkeit findet man aber<br />
auch den Schachtelhalm. Scliwfnimblätlrige sind nur spärlich vorhanden,<br />
am meisten begegnet man Sptnganium Friesii und Nuphar<br />
luteum. Auch die Wasserblattkräuter sind nur spärlich vertreten,<br />
die Grundblattkräuter nur durch drei Arten, Isoeies lacustre, Lohelia<br />
und Ranunculus replans, von denen jedoch die beiden erstgenannten<br />
in grösserer Menge zu finden sind. Von Wassermoosen gibt es mehrere<br />
Arten. Die nahezu einzigen Uferjiflanzen sind Carex rostrata und<br />
C. lasiocarpa.<br />
Nr. 06. L u n k i n j ä r V i (Kalvola, Tammela, Koijärvi). üO° ")()'<br />
N, 1.25 km=^, 132 m ü.d.M. Grösste Länge 2.i km W-K. (irösste Tiefe<br />
().8 m (Suomenmaa, IV, p. 83). - 12. VII. 1937.<br />
l^in typischer Kinödensee ohne jegliche Uferbesiedlung. Granitischer<br />
b\»lsgrund; lose Ablagerungen sind sowohl am West- wie am<br />
Ostende des Sees, wo sich die Moore bis an das Ufer erstrecken, der<br />
Torf, am Südufer Osmaterial und Sand, am Nordufer wiederum<br />
zum grössten Teil die Moräne. Den Seegrund bedeckt an den beiden<br />
landen sowie in den Buchten im allgemeinen ein dygemischler Grob-
()1 L. Murista, Die I'lorislischt'ii Si'clypeu i
Ann. Hol. Soc. Zool.-Uot, Fenn. Vananio, 15, n:o 5. 155<br />
Nr. ()9. V a h v a j ä r v i (lluskcaJa). (>1° ")()' N, 11.8 (K).?) kin-,<br />
66 L. Maristo, Die floristisehcn Seetypen Finnlands.<br />
etwa 2 km langen stroniartigen Kalmosahni in den Viinijärvi, Obwohl<br />
die Strömung hier scliwach ist, liahe ich den Venepohja dennoch<br />
als einen selbständigen See betrachtet (vgl. JÄRINEFELT op. c.). Das<br />
Wasser ist grünlich, Sichttiefe 6.5 m, pH G.n.<br />
Vorherrschende Art ist Pliragmiies. Auf langen Strecken sind die<br />
Ufer völlig frei vom Röhricht, stellenweise erreicht aber dieses eine<br />
relativ beträchtliche Ausdelinung. Scirpus eiipaliister übertrifft an<br />
Häufigkeit den Schachtelhalm, S. lacuster findet man dagegen nur<br />
ganz wenig. Auch die Schwimmblättrigen sind nur spärlich vertreten,<br />
häufigste Arten sind Spanfaniiim Friesii und Polygonum amphibium.<br />
Von Wasserblattkräutern findet man Poininogelon perfoliutus und<br />
MijriophijUiim allcrniflorum hier und da in lichter Verteilung. Grundblattkräuter<br />
sind dagegen reichlich vorhanden; besonders Isoeies<br />
laciistrc begegnet man fast überall dort, wo der Seegrund nicht zu<br />
steinig ist, während Lobelia hauptsächlich am Sandufer zu finden<br />
ist. Carex rostrala ist am Ufer die wichtigste Seggenart, tritt al^er<br />
ebenfalls nur hier und da auf. Moose recht spärlich.<br />
Nr. 7J. Urajärvi (Asikkala). 61° 09' N, 1.75 (U) km- und<br />
mindestens 80 m ü.d.M. Länge 5.5 km N-S, Breite durciischn. 1 km.<br />
[nselreicher See, dessen Südende, etwa die Hälfte der Gesamtfläche,<br />
untersucht wurde. - ö. VH. 1938.<br />
Das Süd- und das Ostufer sind steiler abfallend als das Westufer.<br />
Auch Granitfelsen gibt es insbesondere am Ostufer und auf den<br />
Inseln. Lose Ablagerungen sind hauptsächlich die Moräne, am<br />
Südende das Osmaterial, und in manchen Ausbuchtungen des Ufers<br />
stösst man auf geringfügige Torf Vorkommnisse. Die Ufer sind im<br />
allgemeinen steinig, den Seegrund bedecken Grus und Sand. In der<br />
Südecke nahe beim (iehöft Urajärvi gibt es auch etwas Lehmboden.<br />
Die Ufer sind bewaldet, Anbauflächen finden sicii nur am Südende<br />
in geringer Menge. Zuflüsse erhält der See nur von ein paar kleinen<br />
Teichseen; der Abfluss befindet sich am Westufer. Das Wasser ist<br />
grünlich, Sichttiefe bei ungünstiger Witterung gemessen 6.8 m, pH O.D.<br />
Die Helophytenvegetation ist ziemlich dürftig. Häufigste Art ist<br />
Pill (ig Uli les, bildet aber nur lichte Bestände. Häufigstes Wasserblattkraut<br />
ist Mijriophijlluin aller in flonim, tritt aber jedesmal nur in<br />
einigen Individuen auf, ferner findet man Polamogelon praelongus<br />
und (weniger häufig) P. perfoUalus. Die Auffindung von Elodea canadensis<br />
in einem so isolierten See verdient Beachtung. Besonders<br />
charakteristisch ist liannnculns pelialus. Neben einigen ausgedehnten<br />
Beständen findet man zahlreiche Vorkommnisse von nur zwei bis<br />
drei Individuen. Die Schwimmblättrigen sind recht artenreich vertreten,<br />
sämtliche Arten treten indessen nur spärlich auf. Ein geringfügiger<br />
Fund von Lemna minor am Wäschestrand eines Hauses, dazu<br />
einige Vorkommnisse von Iris pseudacorus sind noch zu erwähnen.<br />
Unter den (irundblattkräutern sind nätürlich Isoeies lacuslre und
Ann. Hol. Soc. Zool.-Hol. I-'enn. Vanamo, 15, n:o 5. 07<br />
Lobelia die häufigsten Arten, letztere kommt jedoch vielerorts wegen<br />
der Steinigkeit des Ufers nicht richtig zu ihrem Recht; in grösserer<br />
Tiefe findet man ihre sterilen lilattrosetten stellenweise reichlich<br />
vor. Isoetes lacustre geht bis 3 m hinai), und ausserhalb folgt dann<br />
stellenweise noch ein dichter Gürtel von Nitella flexilis })is zur Tiefe<br />
von etwa 5.5 m. Bei r).()-().2 m hat sieh ein Wassermoosgürtel ausgebildet.<br />
Nr. 72. S u u r i j ä r v i (Heinola). 01° 07' N. O.n km^, 117 m<br />
ü.d.M. Länge 1.5 km N--S. - 7. VII. lO.'iS.<br />
Der See liegt in einer Osgrube des inneren Salpausselkä. Seine<br />
Ufer sind steil und von Kiefernwald bedeckt. Am Oslufer stehen<br />
einige (iranitfelsen, die losen Hodenablagerungeu sind ausschliesslich<br />
durch das Osmaterial vertreten. Die Ufer sind gänzlich unbesiedelt.<br />
Der See erhält Zufluss von einem Weiher. Abfluss am Westufer.<br />
l'arbe des Wassers gelbgrün, Siebttiefe ü.o m, pH G.
()S Mdi'islo, Die floristischen Scetypeii Finnlaiuls.<br />
^oliuuleii, iliren StaiidorL wieder in die alto Tiel'e zuriickzuveiiejJcn.<br />
Die Ufer sind vielerorts sehr flach, und man begegnet an ihnen Scir-<br />
})iis eiipaliister neben sämtlichen Grundblaltkräutern in voller Blüte<br />
weit oberhali) der Wasserlinie. Die Wasserl)lattkräuter Potaniogelon<br />
])erl()li(itiis und Mijriopliijlluin altcriiiflonim sind hier relativ häufig,<br />
lUmunciiliis pelialus tritt geradezu als Charakterart auf. Schwimml)lättrige<br />
sind nur dem Namen nach vorhanden, am häufigsten, obwohl<br />
ebenfalls nur hier und da, Alopeciirus aequalis. Die dominierende<br />
Lebensform sind jedoch die Grundblattkräuter. Am reichlichsten<br />
findet man Litorella uniflora sowie Isoetes laciistrc als dichte Matte<br />
l)eiderseits des Steilrandes. Im seichteren Wasser gedeiht sodann<br />
jMbcIia, vielerorts unter Bildung von ausgedehnten blühenden Wiesen<br />
(xVbb. 19). Seggen traf icii überhaupt nicht an, einzige Uferpflanze<br />
war Lijlhriim salicaria. Auch Wassermoose wurden nicht<br />
angetroffen, dagegen trat Nilclla (Icxilis in beträchtlicher Häufigkeit<br />
ausserhalb des (irundblattkrautgürtels bis zu 1 m hinab auf.<br />
Nr. 74. Särki j ä r v i (Tohmajärvi). Ü2° 21' N, lO.-t km^, 88 m<br />
ü.d.M. Länge 0.5 km NW-SE, grösste Breite 2.5 km. Das untersuchte<br />
(iebiet, etwa 7 kni^, erstreckt sich nicht bis zum Südostende des<br />
Sees. - 15. VIII. 11)38.<br />
Der Felsgrund besteht am Westufer auf der ganzen Strecke vom<br />
Nordende des Sees bis zur (iegend von Nousiala aus Phyllit, in der<br />
übrigen Umgebung des Sees aus (iiimmerschiefer, und kommt<br />
luuiptsächlich auf einigen kleinen Inseln am Nordende des Sees<br />
zum Vorschein. Die lose Bodenbedeckung besteht am Nord- und am<br />
Ostufer, denen entlang sich ein zum inneren Salpausselkä gehörender<br />
Osrücken hinzieht, aus Osschotter. Am West- sowie am Südufer<br />
herrscht die Moräne. Der Seegrund ist zum grössten Teil von Sand<br />
oder Grus gebildet, nur in einigen gut geschützten Buchten stösst<br />
man auf Dy. Weiter nach aussen wird der Sand von einer dünnen Gyttjaschicht<br />
bedeckt. Am Westufer ist der Boden an der Wasserlinie<br />
und im seichten Wasser auf einer Strecke von mindestens 2 km steinig<br />
und entbehrt jeder Vegetation. Behausungen mit anschliessenden<br />
Ackerflächen gil)t es vor\\iegen(l am Südende des Sees, während am<br />
Nordende einige Sommerwohnungen liegen. Zuflüsse kommen nur von<br />
ein paar Teichseen, Abfluss am Nordufer. Farbe des Wassers grünblau,<br />
Sichttiefe 8 m, i)II 6.8.<br />
Vorherrschende Art ist Phrmjmiles cunimimis und bildet besonders<br />
am Nord- ebenso wie am üstufer einige recht grosse, reine und<br />
stellenweise auch gar dichte Bestände. Equisdum lünosiiin gedieh<br />
nur in einigen geschützten Buchten, und Scirpus laciister wurde<br />
nur.an einer einzigen Stelle gefunden. Schwimmblättrige sind recht<br />
wenig .vorhanden, häufigste Art war Niipliar liileiini. Von Wasserblattkräutern<br />
waren PoUimoqelon perjolialuH und Mijriophijlllun al-<br />
Icrniflonim ziemlich häufig, sojist wurde nur IJtricuUirid intermedia
Ann. Soc. Zool.-Fiol. b'enn. N'ananio, 15, n:() .">. (59<br />
aiioc'lrol Teii. Die Wasser-Scliwiinnvhlalt kräiiLer waren durch die'hier<br />
und (h» vorkoninienden lianiinculus pelialus und Polanuujelun f/niminens<br />
vertreten, (irundhlattkräuter waren reichlich voriuvivdeu. Ani<br />
meisten wurde auf dem Sandboden Litorella lacusiris gefunden, im<br />
IIiid)lick auf das gesamte Untersuchungsgebiet trat aber Jsoelcs<br />
Idcuslre gleicli häufig auf. Lobelia gab es weniger. Die Uferpflan-<br />
/,en waren (juantitativ schwach vertreten. Wassernioose traf icli<br />
nicht an, ckigegen wurde auf dem Sandboden in der Tiefe von 3-4 ni<br />
slelk>nweisc Chara fraf/ilis in grosser Heichlichkeit angetroffen, in<br />
noch grösserer 'l'iefe auch Nilclla {lexili.s.<br />
Xr. 7J. Valkjärvi (Somero). 60° 30' N, O.-.' km^, 103 m<br />
ii.d.Mi Mindestens 10 m tief. - 15. VII. 1
70 L. Marislo, Die riorislischcn SeclypiMi l
Ann. Hol. .Soc. Zool.-fiol. I'\'tin. N'aiiamo, 15, n:
72 L. Maristo, Die floristischcn Seetypeii Finnlands.<br />
Der Felsi^ruud besieht aus Adergneis und Cilinimerscliierer. Die<br />
losen Bodenablagerungen bestehen an den Ufern aus Sand und Osinaterial,<br />
der Seegrund aus Grus oder Sand, in grösserer Tiefe bedeckt<br />
den (irund eine dünne Gyttjaschicht. In der Umgebung herrschen<br />
hauptsächlich Kiefernheide oder I{eisermoor, welcli letzteres jedoch<br />
durch einen Sandwall vom See getrennt ist. Am Westufer Anbauflächen<br />
in mässiger Ausdelinutig. Ein Quellsee, der Zuflüsse nur durch<br />
einige Moordrainagegräben erhält. Das Wasser ist klar blaugrün,<br />
Sichttiefe 8.2 m, pll ().«.<br />
l.uftblattkräuter sind möglichst wenig vorhanden, nur an ein paar<br />
Stellen Kquiscliim limosum und Scirpus eiipaliislcr, ausserdem ein<br />
Inind von Alisma pUmtiKjo. Auf kilometerlangen Strecken ist blühende<br />
Lobelia die einzige sich über die Wasseroberfläche erhebende<br />
Pflanzenart. Die SchwimuTblättrigen sind einzig durch Spar()anium<br />
affina vertreten. Von den drei Wasserblattkräutern ist Mijriophijlhini<br />
(lUerniflorum die häufigste Art. Hammculus pelialus begegnet man<br />
hier und da, steril bis 5 m Tiefe. Grundblattkräuter gibt es reichlich,<br />
.'im meisten Lobelia und Lsoelea laemlre, letztere Art bis zur Tiefe<br />
von I) m. Wassermoose sind sehr sjjärlich vorhanden, auf dem Saudgrund<br />
stösst jnan auf Nilella jle.vilis.<br />
Nr. SO. K u o r i n k a j ä r v i (Liperi). 62° 37' N, 12.6 kni^. Länge<br />
() km N-S. Breite etwa 1 km. Offener See, grösste Tiefe etwa 30 m<br />
(JÄBNEFRLT 193Ga, p. 4). - 21. VIIL 1937.<br />
Der phyllitische ludsgrund tritt nur auf einigen kleinen Inseln<br />
zutage, überall sonst ist er unter dem Sand verdeckt; am Südostufer<br />
findet man etwas ^Moräne. Die Uferwälder sind zum Teil Heidewälder<br />
vom Vacciiium-Ty\), am Südende wiederum findet man als Viehweide<br />
benutzten Mischwald. Am Seegrund herrscht der Sand, ausser am<br />
Südost- sowie am Südufer, wo stellenweise Sandlehm zu finden ist.<br />
l^ehausungen gibt es in der Nähe des Sees nur am Ostufer. Quellsee<br />
ohne Zuflüsse. Das Wasser ist ungewöhnlich klar, blaugrün, die Sichttiefe-<br />
12.5m - die grösste, die mir in Finnland je begegnet ist. pl l O.u.<br />
Die Wasservegetation ist äusserst dürftig. Wichtigster Helopliyt<br />
ist Phragmiles, dessen lichte Bestände man am offenen Ufer gewöhnlich<br />
weit draussen am Steilrand, im Schutze der Inseln wiederum<br />
näher beim Ufer antrifft. Scirpus cupalusler ist ebenfalls hier und da<br />
zu finden, dagegen ist die Bedeutung von Equiselum limosum und<br />
Scirpus lacuslcr ganz sekundär. Als einzigstes Schwimmblatt kraut<br />
tritt Sparganium affine ziemlich selten auf. Unter den Wasserblattkräutern<br />
ist am häufigsten Mijriophijllum allernijlorum, welcher Art<br />
nuui neben Raminculus pelialus stellenweise bis zu einer recht beträchtlichen<br />
Tiefe steril begegnet. Auch Polamogelon praelongus verdient<br />
Hrwähnung, Die Grundblattkräuter sind reichlich und durch<br />
zahlreiche Arten vertreten. Die häufigsten sind Lobelia und Lwi'les<br />
lacuslre, von denen letztgenannte Art, obwohl nicht überall, bis 7 m<br />
tief hinalmeht.
Ann. Hol. Soc. ZooI.^Bol. l-'enn. X'anaino, 15, 11:0 ä.<br />
Nr. SI. Y 1 ä k i t k a j ä r v i, Vasaraperä (Knusanio). (H)° Oö' X,<br />
227.3 km^, 238 m ii.(l.!M. Grösste Länge 15 km. Maximale Tiefe .'50 m<br />
(HÄNNINEN 1915, p. 1 13). Das iinlersuchte Gebiet umfasst am Oslufer<br />
die Biiclit Naatikkalahti in Vasarai)erä, 1 km^ nnd einen Teil<br />
des Südufers der Landzunge 1 laatajanniemi. Tiefe der Bucht Naatikkalahti<br />
bis 10 m (HÄNNINEN op.' c., Taf. VH). - 31. VH. 1937.<br />
Im untersuchten Gebiet ist der Felsgrund von allen übrigen Uferstrecken<br />
des Sees am stärksten basisch, denn die Landzunge Haatajanniemi<br />
besteht zum grossen Teil aus Dolomit. Am Nordufer von<br />
Vasaraperä herrscht wiederum, wie audi sonst im Yläkitka-Gebiet,<br />
der Quarzit und der Diabas. Die Ufer sind aus Osnuiterial und Moräne<br />
aufgebaut. Der Seegrund ist im Litoral steinig, sandig oder von Sandlehm<br />
bedeckt. Der F'influss der Kultur in der I^rm von Anbauflächen<br />
ist gering, Farbe des Wassers gelbgrün. Die Sichttiefe liess sich wegen<br />
des starken Windes und der geringen Wassertiefe an den Ufern nicht<br />
genau ermitteln, dürfte sich aber etwa bei l.s m bewegen. pH 7.f..<br />
An windexponierten Ufern fehlen die Röhrichte völlig, am Grunde<br />
findet man zwischen den Steinen nur (h'undblattkräuter und Mijriophijlliim<br />
aUerniflonun. An geschützten Stellen begegnet nuin Schilfund<br />
Schachtelhalmbeständen in ungefähr gleichem Verhältnis. Besonders<br />
auffallend ist das Fehlen solcher Schwimmblattkräuter wie<br />
Niiphur liiieum, Pofamogeton nutans und Polygonum amphihinm.<br />
Wasserblattkräuter und Grundblattkräuter sind reichlich vorhanden.<br />
Trotz der beträchtlichen Grösse des Sees begegnet nuui auch hier<br />
alkaliphilen Typenarten wie z.B. Pütamoijclon filijormis und Calliiriche<br />
aiiliimndlis. Auch Chara slrifjond ist hier zu finden. Die Wassermoose,<br />
besonders Scorpidium scorpioidcs, sind verhältnismässig reichlich<br />
vertreten.<br />
Nr. S2. S a a p u n k i j ä r v i (Kuusamo), (iß® N, 2.i km^. Grösste<br />
Länge etwa 5 km W-E. - 27. VII. 1937.<br />
Der Felsgrund besteht an den Ufern hauptsächlich aus Melabasit,<br />
ausser zuinnerst an der südostwärts ausgehenden langen Bucht, wo<br />
der schieferige (ineisgranit vorherrscht. Der Ilsgrund tritt indessen<br />
nur an ein ])aar Stellen nackt zutage, das ganze Südufer des Sees<br />
bedeckt eine Sandheide. Das Sandufer dominiert auf mehr als der<br />
halben Uferlänge, die übrigen Ufer sind steinig, in ein paar Buchten<br />
stösst man auf Sandlehm; in grösserer Tiefe herrscht die Gyttja.<br />
Kulturflächen finden sich am Nordufer, wohl etwa zu 10 % von der<br />
gesamten Uferlänge. Zuflüsse erhält der See von zwei Teichseen, deren<br />
einer ebenfalls in einein Metabasitgebiet gelegen ist. Abfluss am Westonde.<br />
Farbe des Wassers gelbgrün, Sichttiefe bei Wind und trübem<br />
Wetter 1.5 m, pH 7.3.<br />
Phragnüles dominiert ausgesprochen und bildet stellenweise relativ<br />
dichte Bestände, lujiiiselnm findet man am meisten in der sich<br />
nach Osten einschiebenden langen Bucht, die den kargslen Teil des
74 L. Maristo, Die floristischcn Seetypeii Finnlands.<br />
Sees repräsentiert. Hire typischste Ausl)il(lung zeigt die Vegetation an<br />
den Sandufern. Durch die Einwirivung der Winderosion ist es besonders<br />
am Südufer zur Bildung einer l - 5 m lu)lien Sandlxischung<br />
gekommen. Auf der darunterhalh gelegenen Uferbank stösst man im<br />
Wasser auf Polamogelon filiforrnis, CalUlriche auliinmalis und (irundblattkräuter.<br />
Am Steilrand folgt dann ein Schwimmblattgürtel mit<br />
Nuphar luteum und Spaiganium affine, welchen sich dann noch der<br />
Schachtelhalm in lichtem Stand zugesellt hat. I)asell)st findet man<br />
auch Mijriophijllum alter ni flor um und in etwas tieferem Wasser<br />
Jianunculus reptans nebst Polamogeton perfoliatus, welch letztere Art<br />
auch sonst im See reichlich auftritt. Alkaliphile Arten findet man<br />
ferner Potamo
Ami. Hol. Soc. Zool.-Hol. Ihmhi. N'mumio, 1.'), 11:0 .'). 7r.<br />
f4e war Carcx<br />
{/racilis, hiklete aber nur schmale Bestände in einigen Huchlen.<br />
Nr. 84. 0 i va n k i j ä r v i (Kuusamo). ()()° ().'}' N, 'A.ru, km'-.<br />
Schmale Wassereuf^en teilen den See in vier Teilabschnille ein.<br />
('.rosste Länjoe 1.6 km NW-Slv - 20. VII. WVM.<br />
-isÜWWB';<br />
AM). 8. "Sr. 84 Oivankijiirvi. Die Islarwas-serbiiclil Kyhnänporänlalili. I/iiiks<br />
oiii kloiiuM- /V
76 L. Mdrislo, Die llorislischcii Sc'el\ i)eii l^'iiiiilaiuls.<br />
Phraymites (loniinierl imlcr den 1 k'l()i)liyleii ganz überlegen. Der<br />
Schilf umsäumt an den Sandulern gürlelarlig den Steilrand und wird<br />
auf der Aussenseile von einem Scinvimmblaltgürtel vorgelagert, in<br />
welchem als häufigste Art Xuphar luleuni, gleich reichlich aber auch<br />
Polijijomim iimpldbiiim auftritt, welch letzlere Art in den vorhergehenden<br />
Seen fehlte. Häufigstes Wasserblatlkraut ist Potaimxjclon<br />
pcrjolinlm, verhältnismässig häufig war aber auch /\ filiformis zu<br />
finden. Auch andere alkaliphile Arten wurden angetroffen, so (UiUi-<br />
Iviche. (luliuntudis, Mijriophijlluin spicalnm und an zwei Stellen auch<br />
je ein Vorkoniiniiis von Polanwfjelon zoslerifolius. Die (Irundblattkräuter<br />
waren recht reich vertreten, Wassermoose wurden dagegen<br />
nur dem Nanu'n nach angetroffen. Chara slru/osa gedeiht reichlich<br />
insbesondere in der lUicht Kylmänperänlahti.<br />
Nr. 80. 11 y y ]) i ö j ä r v i (Kuusamo). ()G° 05' N, O.os km^. Länge<br />
etwa 2 km W-K. - 30. VII. 19.37.<br />
Der stellenweise an den Ufern zutage tretende Felsgrund besteht<br />
durchweg aus Metabasit. Auf langen Strecken herrscht ein karges»<br />
eintöniges Steimifer, Sandufer gibt es nur an ein i)aar Stellen. Auf<br />
dem Seegrund erringt sich der Sand allerdings einen belrächtlicheren<br />
Anteil, ist aber äusserst arman jeglicher Vegetation, indem sich<br />
seine oberste, etwa 1 cm messende Schicht zu einer harten, brüchigen<br />
Kruste erhärtet hat. Anbauflächen gibt es nur wenig am Süd- und<br />
am Nordufer, im übrigen sind die Ufer durchweg bewaldet. Von<br />
Osten her ergiesst sich ein Teichsee in den See, der seinen Abfluss am<br />
westlichen Ende hat. Farbe des Wassers grüngelb, Sichttiefe 5.1 m,<br />
pll 7.5.<br />
Die Wasservegetation ist äusserst dürftig. Phrcujmiles ist wichtigster<br />
IIelo])hyt, vermag aber auch nicht uiehr als lediglich lichte<br />
Bestände hier und'da zu bilden. Häufigstes Schwimmblattkraut ist<br />
Spaiyaiiium alfiiie, Beachtung verdient auch PoUinuuiclon nalans.<br />
Wasser- und (Irundblattkräuter sind nicht gerade reichlich vorhanden.<br />
Von den ersteren findet man am häufigsten Polanuxjeion filiformis<br />
auf dem Sandboden. P. (jramincns tritt recht häufig auf. Chara<br />
slriffosa und NiUila flexilis kommen in der Tiefenlage von 3 m vor.<br />
Wassermoose sind spärlich vorhanden.<br />
Nr. 86. Horkan lampi (Paltamo). () 1° 25' N, 10 ha. Kin<br />
Kisenbahndamm teilt den See in zwei Teile so, dass der Hauptteil<br />
auf der NordseHe zu liegen kommt. iNIindeslens m tief. -<br />
17. VIH. n)3().<br />
Der aus (juarzit und Dolomit bestehende l'elsgrund ist stellenweise<br />
am Ufer sowie am Seeboden unbedeckt. Die liodenbedeckung<br />
bestellt aus Moräne. Der See liegt in einer von Anhöhen umgebenen<br />
(leländevertiefung und fliesst nach Südosten ab. Der (irund ist von<br />
einer (lyttjaschicht bedeckt. Das Wasser ist blaugrün, Sicht liefe<br />
5.0 m, pi 1 7.1.
Ann. Hol. Soc. Zool.-liol. l-'cnn. Vananio, 15, 11:0 5. 77<br />
Sj)äi]iclie ] lel()])liylonvef*elali()n; iiiir etwas .Scliachlollialni und<br />
Scirpus lac.usler. Die SchwininibläLlriiiieii sind durch drei Arten ver-<br />
IrcLen, von denen Poltimof/clon n
7S Marisin, Die floristisclion Soetypeii I'Miinlaiuls.<br />
äusserst spärlich, vertreten. \Vasserl)lattkräiiter ^iht es dagegen mehrere<br />
Arten, am reichlichsten Potaniogelon perfoliaius, (lanel)en auch<br />
die alkaMphilen P.. filiformis und P. pruelongiis. Von (Irundhlattkräutern<br />
findet man nur wenig Isoetes echinosjwruni und Baniinciilus<br />
replans. An ein j)aar Stellen wurde Chara sfrigosa in mässi.ger l»eichlichkeit<br />
angetroffen.<br />
Nr. 5.9. Korvasjärvi (Salla). 6()° 2:r N-, \.> kin\ 2;]8 n><br />
u.d.M. Länge nahezu l km W-E, Breite O.I-O.Ö km. -21. VII. 1937.<br />
Der stellenweise an den Ufern zutage tretende Felsgrund besteht<br />
aus Dolomit und (ilimmerschiefer in annähernd gleiclien Flächenanteilen;<br />
u.a. wird das Westende des Sees vom Dolomit beherrscht.<br />
Lose Hodenablagerungen sind der Torf, Osmaterial und Moräne.<br />
Den Grund bedeckt eine nach aussen hin an Stärke zunehmende<br />
Kalkgyttjaschicht. In der seichten Hucht am Westende des Sees findet<br />
man sie als mächtiges Polster mit nur 20 - 30 cm Wasser darüber.<br />
Schon die geringste Beunruhigung des Wassers lässt (lasblasen aus<br />
dem Grund emporsteigen. Der See befindet sich in völligem Natur-<br />
•zustand inmitten von Vaara-Anhöhen, die ein von der Kultur noch<br />
gänzlich unberührter und von Braunmooren durchsetzter Wald be-<br />
equenzwert.<br />
Von Schwimmblättrigen gibt es nur wenig Nupliar luteum,<br />
die Grundblattkräuter fehlen völlig. Wasserblattkräuter sind dagegen<br />
reichlich vorhanden, am meisten Polamogeton filifarniis, weicher<br />
Art man ziemlich häufig im seichten Wasser begegnet. P. perloliaius<br />
und P. praeloiKjus kommen gleichfalls hier und da vor und eine geradezu<br />
gemeine Art ist P. grannneus. Auch ein wenig Wassermoose<br />
wurden angetroffen, in 2- 3 m Tiefe stellenweise auch Chara strigosa.<br />
Nr. 90. I n a r i j ä r v i, Ukonselkä (Inari). 00° 51' N, 1 000 km^,<br />
118 m ü.d.M. Länge nahezu 100 km SW-NK, grösste Breite etwa<br />
35 km. Das Ufer auf einer Länge von etwa ') km südostwärls von<br />
der Kirche in Inari untersucht. - 12. VIH. 1939.<br />
Das westliche Fnde mit dem untersuchten Gebiet liegt im Bereich<br />
Ann. Hol. Soo, ZodI.-üoI. l-enn. Viinanio, lä, n:o T), 7!)<br />
.U/7/7j7//;,s-Z\ver{>strau('hliei(le ^eliörenden WaJd ein{*enonin)eii. Nicht<br />
weil voin westlichen Teil des Untersiicluings^ebietes iiuindet der<br />
.loenjoki in den See ein; der Abfluss befindet sich am Ostnfer. l'arbe<br />
des Wassers gelbriin, Sichtliefe Ü.o ni, j)!! (>,8.<br />
Äusserst sjiärliche 1 lelopiiytenvegetation: nur etwas Equiselum<br />
limosum hier und da. Von Schwiniinblaltrigen wurde Sparganium<br />
(iffine in ausgedehnten, aber weniger dichten Beständen im seichten<br />
Wasser angetroffen. Die Wasserblattkräuter waren artenreich vertreten,<br />
am meisten gab es PolanKMjcton perfoJialiis und Mijriophiflliim<br />
(lUeruiflorum. Polamogeton (jramineua trat fast überall auf dem Sandboden<br />
auf und war auch überhaupt der überlegen wichtigste Ilydro-<br />
])hyt im untersuchten (iebiet. Die (irundblattkräuter bilden stellenweise<br />
einen dichten Tej)j)ich, in welchem Isoeles lacnslrc bis 3 m tief<br />
anzutreffen ist; darausserhalb findet man dann nocii stellenweise<br />
reichlich Nitclla fle.vilis und in einiger Menge Wassermoose. Die<br />
charakteristischsten Arten des Untersuchungsgebietes waren jedoch<br />
die Seggen, vor allem (jtrc.v («jualilis, die dort, wo das Ufer auch<br />
nur ein wenig geschützter war, die augenfälligsten l^estände bildete.<br />
Nr. !)J. V a s I u s j ä r v i (Inari). (>9° 05' N, 1.25 km'-. 1 17 m<br />
u.d.M. (Irössle Länge ä.c, km NK--SW, Breite 0.5-1 km. Am Nordende<br />
weite Mächen unter 2 m tief. Das untersuchte (iebiet, etwa<br />
2.5 km2, umfasst nicht die beiden Huden des Sees. - 1.}. Vlll.<br />
Der migmatitische Felsgrund tritt auf einigen Landzungen zutage.<br />
Am Nordende breiten sich ausgedehnte Alluvialwiesenufer, teilweise<br />
auch Moorufer aus. Im mittleren Teil des Sees herrschen steinige<br />
Moränenufer, mit Wäldern haui)tsächlich vom l^mpclnun-Myrlilliis-<br />
Typ bewachsen. Der Seegrund besteht zur Hauptsache aus Sand<br />
oder .sauflgemischter (iyttja, in einigen Buchten aus Dy. (lyttja<br />
findet man am reichlichsten am Nordeude. Halbwegs am Weslufer<br />
liegen einige Ackerflächen. Anschluss an den Kaanujsjoki sowohl<br />
am Nordende als bei der Mitte des Westufers, l-arbe des Wassers<br />
gelbgrün, Sichttiefe O.a m, |)H (>.
80 J.. Marislo, Die florislischeii Sct'lypcn Finnlands.<br />
wiesen des Nordwestii(ers bildel. Ani steinigen lifer i'indet man wiederum<br />
C. lasiocarpa unrl C. aqiiatilis.<br />
Nr. 92. T a 1 v i L u p a j ä r v i (Inari). 68° 10' N, 0.15 kni^-<br />
Grössle Länge 1 km NW-SK, orösste Breite 500 m. - 11. VIII. 1939.<br />
Der granulitische Felsgrinul ist dnrehweg unter den losen Bodenahlagerungen,<br />
am Westufer dem Osseliotter, am Ostufer stellenweise<br />
auch dem Moortorf, verileckt. Am Seegrund herrseiit ziemlich üi)erall<br />
eine dünne Schicht hraungrauer (ij4tja, in einigen Buchten findet<br />
man auch eine Ockerschicht. Die Ufer sind zum Teil vom Ileidewald,<br />
zum Teil von Ileisermoor beherrscht. Am Südoslende liegt eine<br />
Neusiedlung. Zufluss erhält der See durch einen von I\jehhveihern<br />
kommenden Bach. Abfluss am Oslufer. Das Wasser ist grün, Sichttiefe<br />
7.H m, 1)11 ().8.<br />
Der einzige Vertreter der I lelophytenvegetation, Equiscluni<br />
limosum, bildet an weniger steil ansteigenden Ufern massig Uchte<br />
Bestän(k\ Von Schwimmblätlrigen wurden einige grosse Sparganinm<br />
a f fine-Bcsüindc notiert. Wasserblattkräuter wenig, nur J///r/oplujlliun<br />
(ilterniflonim trat häufig auf. Auch (irundblattkräuter<br />
waren nur spärlich vorhanden. Am Ufer l)il(lete (jirex roslrala einen<br />
last ununterbrochenen (Uirtel um den ganzen See iierum, an Torfufern<br />
untermischt mil C. /asiocarpa. Auch hier traten also die Seggen<br />
als das tongebende Vegetationselemeut des Ufers auf.<br />
Nr. S a i V e 1 j ä r V i (Sodankylä). ()7° 10' N, 2.7 km'-, (irösste<br />
Länge 2.5 km W-I% Breile 1.5-2 km. Tiefste Punkte etwa 4 m,<br />
grösstenteils bleibt aber die Wassertiefe unter 2 m. - IG. Vlfl. 1939.<br />
Der aus Ampliibolil- und Amphibolit-C.hloritschieferii bestehende<br />
Felsgruiid ist überall an den Ufern unter mächtigen Bodenablagerungen<br />
verdeckt. Die IHer sind von dicktorfigen Braun- oder Ileisermooren<br />
beherrscht. Der Seegrund besteht stellenweise aus sehr loser<br />
Detritusgyttja, stellenweise wiederum ist er von kleinem (irünschiel'ergeslein<br />
bedeckl, der auf einer Lehmunterlage ruht. Abfluss am<br />
Ostufer. Weit und breil in der Umgebung des Sees keine KuKur.<br />
Wasservögel kommen reichlich vor und dürften durch ihre Exkremente<br />
einen hjnfluss auf den Nährstoffgehalt des Wassers haben.<br />
Plankton schien in erheblichen Mengen vorhanden zu sein. Das<br />
filtrierte Wasser ist grünlich, im See zeigt aber das Wasser eine rötlichbraune<br />
Tönung. Sichttiefe l.o m, pH 7.o.<br />
Auf härterem (irund Pludfiiniles in lichlem Stand. Der Schilf<br />
soll hier früher häufiger gewesen sein, ist aber va)n der Bisamratte<br />
beeinträchtigt worden. Auch etwas Sciiachtelhalm wurde gefunden.<br />
Schwimmblattkräuter wenig, am meisten Nnphar luleum. Unter den<br />
Wasserblaltkräutern trat Polamogcton pusillus liäufig auf, aber<br />
z.B. P. perfolialna wurde nur spärlich angetroffen. Die (Irundblattkräuter<br />
fehlen völlig. Das charakteristischste Vegetationsbild bildet<br />
jedoch der die Ufer umsäumende vSeggengürtel, der hier hauptsächlich<br />
von (Utrox aqiinlUis aufgebaut ist.
Ann. Hol. Soc. Zool.-Hol. l-'enn. N'aniuno, 15, n:() ."). (SI<br />
Nr. 94. 0 r a j ä r v i (Sodankylä). (>7° 22' N, D.H kin'-. Lanoo 7 km<br />
\V-K, ^»rössU', Hreile km. 7.5 km-, unter Ausschluss dor kuij>iMi<br />
Bucht am Ostuler, wurden untersucht. Am Süd- sowie am Westul'er<br />
sind weite I'lächen weniger als 3 m tief. - 17. VI II. 191^9.<br />
Der brüchige Felsgrund tritt stellenweise auch an den Ufern<br />
yutage. Er l)esteht am Süd- und am Westul'er aus (ilimmerschiefer,<br />
iun Nordul'er aus Quarzit. Unter den losen Bodenal)lagerungen<br />
herrscht iiau])tsächlich die Moräne, am Westende gibt es aucli l^orlul'er.<br />
Fast das ganze Südufer und ein Teil des Nordufers sind steinig.<br />
Weiler hinaus waltet jedoch haujitsäclilich der vSandboden, überlagert<br />
von einer (iyttjaschicht von variierender Stärke. Am Ufer<br />
liegen etwa zwanzig Häuser, deren Ackerflächen ungef. der<br />
Uferlänge einnehmen. Zuflüsse erhält der See nur durch ein j)aar<br />
Bäche; Abfluss am Nordwestufer, b'arbe des Wassers grüngelb,<br />
Siclittiefe m, ])II ().«.<br />
Vorherrschende Art ist Phr(i(jnüles\ am Westufer bildet der Schilf<br />
Jiuf hartem (Irund stellenweise recht ausgedehnte Bestände. Auch<br />
einige Schachtelhalmbeslände haben sich gebildet. Die Schwimiiiblatlkräuter<br />
sind durch mehrere Arten vertreten, von denen Spar-<br />
y.. Marislo, Die llorislisclicii SoelyixMi iMiinlands.<br />
Iiandeii, Siutnjaniuni simplex trat ausschliesslich in seiner schwiniinl)lätlrien<br />
Form aui". Schwininihlätlriffe gai) es reiciiJieh in den Grossnihricliten<br />
am Südende des Sees. Spanjanium Friesii, S. affine und<br />
Mupluir luteum bilden stellenweise umfangreiche und sehr dichte<br />
Bestände, andere Arten sind weniger vorhanden. Häufigstes Wasserhlattkraut<br />
ist PoUwuH/elon perfolialus, doch auch die Kutrajjhenten<br />
Lemna Irisulca und PoUmuHjelon zoslenfolius wurden am Südufer<br />
gefunden, l'nter den Grundhiattkräutern iiatte Jsoeles laruslre die<br />
Oberhand und Wassermoose traten stellenweise ganz massenhaft<br />
auf, an einer Stelle am Südufer auch reichlich Cliara fragilis. Seggen<br />
und sonstige l'ferjjflanzen gab es nur wenig, von ersteren wurde nur<br />
(jirex roshdld notiert.<br />
Nr. P o s i o j ä r v i (Posio). 6()° 07' X, 1 D.a km-, 231) m ü.d.M.<br />
(irösste Länge LÖ km NW-SK, grösste Tiefe 11 m (IIÄXMXE.X 1915,<br />
)). 1 I;I). Das untersuchte (lebiet \imfasst das Ostufer der Karhunselkä<br />
von Ahola bis nach Ahvensalmi, ein Wassergebiet von insgesamt etwa<br />
km-. - 2. VIII. 1937.<br />
Der l'elsgrnnd ))esteht in der Hauptsache aus Quarzit, nahe bei<br />
Ahvensalmi findet man etwas Metabasit. An den übrigen Ufern des<br />
Sees begegnet man Adergneis und (ilimmerschiefer im Granit. J)er<br />
l'elsgrund tritt indessen an den Ufern nur selten unter der ihn überall<br />
bedeckenden Moräne zutage. Die l'fer sind flach und steinig, der Seegrnnd<br />
ebenfalls steinig oder aus Grus und Sandlehm, an manchen Stellen<br />
wohl auch aus Lelim gebildet. Tiefer herrscht die Gyttja. Der See<br />
wurde zuletzt um das Jahr 1910 um nahezu einen Meter ge.senkt. Hei<br />
meinem Besuch war der Wasserstand niedriger als seil .Jahrzehnten.<br />
Anbauflächen gibt es an den Ufern nur wenig. Zuflüsse erhält der See<br />
von mehreren Kleinseen, der Abfluss beginnt am Südende. Die Farbe<br />
des Wassers war braungelb und trübe, wohl infolge der Winde, die den<br />
Schlamm vom seichten (irund aufgetrieben hatten. Die Sichttiefe<br />
betrug 2.7 m, pl I 7.3.<br />
luiuiselum limosiun dominiert und bildet stellenweise recht ausgedehnte<br />
Bestände. Von Schwimm blättrigen findet man insbesondere<br />
Spar(i(mium Friesii und S. affine in grossen Beständen, dagegen sind<br />
die Wasserblattkräuter, vor allem durch das Fehlen der alkaliphilen<br />
Arten, viel spärlicher vertreten; ebenso fehlen Pohumujelon gramineus<br />
und Chara slrignsa, denen man in den PoUumnjeUm filiformis- Chnra-<br />
Seen von Kuusamo begegnete. Grundblattkräuter, von denen ein<br />
grosser Teil infolge des niedrigen Wasserstandes aufs Trockne geraten<br />
war, waren sehr reichlich vorhanden, am meisten lianuneulus replans<br />
und Scirpus acicularis. Als Besonderheit wurde hier Alisma planlago<br />
notiert. In einigen Buchten wurden Wassermoose in ausserordentlicher<br />
Menge gefunden. Die Armleuchtergewächse sind durch Xifelht<br />
fle.rilis vertreten.
Ann. Jiol. Soc. Zool.-Hol. I'enn. Vanaino, IT), 11:0 0. Sli<br />
Nr. .9?'. N a r k ii II s j ä r V i (Hovaiiieini). ()()° 17' N, l.i km-,<br />
(irössie I.äni^c etwa 2 km NE-SW. - 3. VIII. 11)38.<br />
Der Fels,
. Auf dem ganzen See<br />
he^efJneL luan nur einigen wenigen P/j/Y/f//7u7c.s'-Beständen, und noch<br />
spärlicher tritt der Sciuiciiteliuilm auf. Unter den Scluvimmhlättri-<br />
^^en können nur ein paar «.»rössere Bestände von Sparganium Fricsii im<br />
Sciuitze der Inseln erwähnt werden. Die Wasserblattkräuter stehen<br />
auch hier in relativer Mehrzahl. Polmmujdon perfolialus, P. pusilliis<br />
und Myrioplu/lliim aUerniflorum kommen ziendich reichlich vor. Auch<br />
(irundl)lattkräuter findet man in mässial) es siellenweise<br />
reichlich Wassermoose wie z.B. CaUievqon nm/aloplujllum y\\n\ Scorpiiliuiu<br />
srorpiüidcs nnd auf Sandhoden Nilclla flc.rilis.<br />
Nr. 100. Särkijärvi (Mnonio). ()7° 51' N, 1.4 km'^. In der<br />
NW-SK -Richtung über km lang und etwa 2 km breit. - Iii. VIII.<br />
11)37.<br />
Der See liegt in eiiunn (Tranitgebiet. Die Ufer tragen ein ganz<br />
besonders dürftiges (iepräge, indem der VaccinLum-llcidcwuld<br />
grösstenteils bis au den See herantritt. Am Nordnfer gibt es auch<br />
rieisernmor. Das steinige Ufer und ebensolcher Seegrund herrschen<br />
vor, weniger findet man Sand, lunige Buchten am Nordufer sind<br />
von Torf umsäumt und haben einen dyhalligen Boden. Am Westende<br />
des Sees unbedeutende Kulturflächen. Keine Zuflüsse, Abfluss am<br />
Westende. Das Wasser ist, wohl infolge des Planktons, verhältnismässig<br />
trübe, gelbgrün, Sichttiefe 2.o m, pil 7.5.<br />
Die Piöhrichte fehlen überhaupt, nur ein i)aar kleine lujuisclnm<br />
Umosuni-Hcsliuuie haben sich gebildet. Einziges Schwimiublattkraut<br />
ist Spanianium Friesii. Von Wasserblattkräutern findet man<br />
PolamniH'Um pcrfoliatm nebst Mijrioplujllum alleniiflonim hier und<br />
da in lichter Verteilung. Die Wasscr-Schwinnnblattkräuter sind<br />
ebenfalls durch drei Arten vertreten, häufigste Art ist lUiiuiiiciilns<br />
pelialus. An manchen Stellen bedecken die (Irundblattkräuter den<br />
Seegruud überall dort, wo er zwischen den Steinen frei bleibt; am häufigsten<br />
findet uuui Isoeies lacustre. An den Ufern hier und da kleine<br />
Ctirex /^.v/zv/Za-Bestände. Wassermoose und t^harazecn fand ich überhaupt<br />
nicht.<br />
Nr. 10J. Y 1 i n e n S i e p p i j ä r v i (Kolari). 67° 19' N, 2 km^.<br />
(irösste Länge etwa 3 km N-S, Breite durchschn. 7()()-8()0 m, tiefster<br />
angetroffener Punkt 2 m. - l i. VHl. P.);}7.<br />
Der ül)erall verdeckte bVlsgruud besteht durcheinander aus<br />
Adergneis, (lliunuerschiefer und (Iranit. Das Ostufer wird von einem<br />
birkenreichen l»eisernu)()r eingenommen, au den beiden landen des
Ann. Jiol. Soc. /ool.-Hol. l-'eini. N nnanio, 15, n:() 5. tSf)<br />
Soi's breiten sich Moorwiesen aus und am WesLnfer erhebt sich eine<br />
von Mischwald bedeckte Anhölie. Der Seerun(I besteilt /um t^rössten<br />
'J'eil aus weicher (iyttja, an den beiden luiden des Sees aus I)y und<br />
am Weslul'er stellenweise aus Sandlehm. Die Ufer sind ^Ȋnzlich<br />
unbesiedell. Zuflüsse fehlen. Abfluss am Südende. Farbe des Wassers<br />
j)raun, Siclitliefe 1.7 m, ])I1 7.2.<br />
Überall länjj;s den Ufern stehen dichte Bestände von Sciij)iift<br />
lacuslev und ICquisclum liinosiini, jene haui)tsächlich auf (lyll jaboden,<br />
diese wiederum auf dem Dy. Im Ver}>leicli zu diesen zwei Arten ist<br />
der Anteil von Phragmilcs ^vruu^. Unter den Schwimmblättri^'en bilden<br />
Sparganinni Friesii und Nnphiir lulciim die «»rössten llestände.<br />
I lier be^ei>net man auch schon \ijm})h(i('(i caudidd. Unter rlen Wasser-<br />
])lattkräutern ist Pohtinoficlon perfolialiis häufif:[, und auch P. pusillus<br />
wird hier und da angetroffen. (Irundblaltkräuter il)t es nur auf dem<br />
Sandlehmboden des Westufers, doch auch dort nur sjnirlich. Sp
t'ly])eii Fiiinlaiuls.<br />
lij^slen - lasL überall vorhanden - Po Uuno (je lo n imfoUalus auf. In<br />
manchen Hnchlcn des Nordufers sLösst man ansserdem auf eine bemerkenswerte<br />
Anzahl eutraphenler Wasserblattkräuter, auch Kalkarten<br />
wie Ceralopliijllum demersum, Lcmna Irisuka, Callilriclie aulum-<br />
/ja//.s-, ferner Polamogeton pusillns und P. oblusifolium. Wenigstens nach<br />
der ^Geologischen Karle dürften indessen nirends am See basische<br />
(iesteinsarten /u finden sein. Audi (IrundblatlkräuLer sind vorhanden,<br />
hauptsächlich jedoch am Nortlufer, wo auch etwas Loftc/Zr/gefunden<br />
wurde. Sparfjanium simplex gedeiht reichlich im seichten Wasser<br />
innerhalb des I^öhrichtgürlels und Curex gracilis tritt am Ufer stellenweise<br />
reichlich auf. Auch Wassermoose gibt es in Menge, besonders<br />
in den leuchten des Nordufers.<br />
Nr. I0;i. M a j a m a 1 o m p o 1 o (Ylitornio). ()()° N, 2.i km^.<br />
Länge etwa IJ.s km NK-SW. - 17. VIII. 1937.<br />
Felsgrund und lose Hodenablagerungen wie beim vorhergehenden<br />
See, docil erringt sich der Sand sowohl am Ufer wie am Seegrund<br />
einen grösseren Anteil, so hauptsächlich am Südufer. Auch dieser<br />
See ist ein Durchflusssee, in welchem sich die den Vähä Lohijärvi passierenden<br />
sowie die von Norden herkommenden Wässer vereinigen.<br />
Kulturflächen sind an den Ufern nicht in nennenswerterer Menge<br />
vorhanden. Das W^asser ist braun, Sichttiefe 2.i m, j)H ß.i».<br />
Die Vegetation ist derjenigen des Vähä Lohijärvi sehr ähnlich.<br />
Scirpus [(tcusier dominiert ausgesjiroclien und bildet besonders am<br />
Nordufer ausgedehnte und dichte Hestände. Auch die Wasserblaltkräuter<br />
sind sonst die gleichen, s(att (ATuloplujlliini denuTsuin wurde<br />
aber hier Potanuujelon zoslerifolins gefunden. I'erner sind hier die<br />
(irundblattkräuter infolge der grösseren Ausdehnung des festen<br />
Hodens reichlicher vertreten. Curex (jracilis nebst C. (uiuatilis treten<br />
sowohl hier als am Vähä I.ohijärvi häufiger als C. roslraia auf. -<br />
Wassermoose sind reichlich vorhanden.<br />
Nr. J04. P e r u n k a j ä r v i (Hovaniemi). (Ui® KS' N, 1.8 km-.<br />
C.rösste Länge nahezu .'i km NK-SW. - I. VIII. 1937.<br />
Der iH'lsgrund besteht zum grössten Teil aus Ouarzit, im nordöstlichen<br />
Abschnitt gibt es jedoch Dolomit, lauter den losen Ablagerungen<br />
ist die ]\loräne vorherrschend, das Südufer ist jedoch ein<br />
Torfufer. Den Seegrund bedeckt der (Irns oder der Sandlehm, am<br />
Südufer der Dy, in grösserer Tiefe herrscht der (lyttjaboden. Das<br />
Ostufer steht zum Teil unter Kultur. Zuflüsse erhält der See ncirdlich<br />
von mehreren auf (juarzitischer Unterlage gelegenen kleinen Seen und<br />
reichseen, Abfluss am Südende. Braunes Wasser, Sichttiefe Loin,<br />
pll 7.2.<br />
Im nordöstlichen Seeabschnitt macht sich die Nähe des Dolomits<br />
bemerkbar. Scirpus Incuster breitet sich in l'orm üppig entwickelter<br />
Hestände aus (Abb. 21), und ganz besonders möge das reichliche Auftreten<br />
der Wasserblattkräuter hervorgehoben werden. Polanuujelon
Ann. Hot. Soc. Zool.-Hol. I-'cnn. Vnniinio, lo, n:o 5. S?<br />
zosterifoliiis, P. oblmifoliiis sowie Siralinles (tloidcs findet man dorl<br />
neben zaiilreic.iien weniger anspruchsvollen Arten reichlieh vor, desgleichen<br />
sind Wasseniioose in üheraus reicher Menge vertreten. Der<br />
ganze übrige See ist dagegen ganz augenfällig dürftiger. Phragmilcs<br />
und Eqiiiscfum linwsuni in lichten Heständen herrschen vor, (irundblattkräuter<br />
treten in einigem Masse auf. Die grössten wSchwinimblattkrautbestände<br />
bildet Polaniogeton nalans. Eine im Bereich des ganzen<br />
Sees häufige Art ist P. perjolidlus. Ziendich häufig ist auch Xilella<br />
llexilis.<br />
Nr. lOÖ. Sulk u e n j ä r v i (Kihniö). 12' N, l.i kni^, VM m<br />
il.d.M. (irösster Durchmesser 1.5 km N--S. -29. VII. 19;U).<br />
Der Felsgrund der Umgebung besteht aus (Iranit. Das Westufer<br />
ist ein Sandufer und der See grenzt hier an eine Kiefernheide. In<br />
grösserer Tiefe ist der Sand von einer Schicht loser Gyttja bedeckt.<br />
Im Osten dominierl der Lehm; das Oslufer ist zun) grössten Teil<br />
bebaut, hier liegt das kleine Kirchdorf Kihniö. Zuflüsse hat der See<br />
nicht, nur einen Abfluss am Südende. Die h'arbe des Wassers ist<br />
braun, Sichttiefe 1 m, )>II ().?.<br />
Angesichts dessen, dass es sich um einen in einem kargen Wasserscheidengebiet<br />
gelegenen Quellsee handelt, ist seine Vegetation als<br />
recht reich zu betrachten. Die ausgesprochen dominierende Art ist<br />
Scirpiis lacnslcr, der insbesondere am Nord- und am Westufer grosse<br />
und dichte Hestän2'^ 17' N, km-. Länge<br />
:i.5 km N\V-SK, grösste iireite l.i km. Tiefster angetroffener Punkt<br />
Ls m. Die nördliche Ilälfle des Sees, etwa Lo kni'^, untersucht.-<br />
8. VID. 1939.<br />
Der Felsgrund besteht am Südende des Sees aus Gneisgranit, am<br />
Nordende wiederum aus Metabasit und Phyllit. Er tritt wenigstens<br />
an ein paar Stellen des höheren Ostufers zum Vorschein. Das Torfufer<br />
herrscht vor, doch gibt, es auch Moräne, und halbwegs am Westufer<br />
folgt auf langer Strecke ein niedriger aus Osniaterial aufgebauter<br />
Uferwall dem Ufer gleich oberhalb der Wasserlinie. Der Seegrund<br />
besteht in der Ufernähe aus Dy, weiter nach au.ssen aus loser Gyttja.<br />
Behausungen sind am Ufer nicht vorhanden, desgleichen auch keine<br />
Ackerflächen, die Seggenbestände der Verlandungsufer werden aber<br />
alljährlig gemäht. Zwei Bäche führen dem See Wasser häui)tsächlich
88 L. Marislo, Die florisLisclicn Seetyj)eii iMiinlauds,<br />
von MooriJehielon zu. Ahl'luss am Nordwosliij'er. l^'arhe des Wassers<br />
J)raiiii. Sichlüel'e O.o m, pii 7.i.<br />
Die Vegetalioii zeif
Alin. ]}ol. Soc. Zool.-Jiol. l-'ciin. Vaiiiiiuo, 15, nu) 5. 8Ü<br />
Ahl). 9. Nr. 108 Xäläntöjärvi. Seichte Hiicht ani Nordweslendo dos Sees.<br />
Im Vordersrnnd geniähler Carcx roslmla -VnnvM. Die fjfanze Biielil IxMiecken<br />
liosliindo von SagiUaria iifilans, l'olainoßeloii tnUaiis, Sparganiuiii. Friesii,<br />
u.a., dazwischon einj^esii-eut Insolhostände von Scirpus lacusler.<br />
crliüU der See gerade von solchen ^Mooren. J3er Seegrund Ixvslelit denn<br />
auch zum gro.s.sen 'l'eil aus Sandlehm und l.ehmgyLl ja. Die meislen<br />
Zuflüsse koiumen von Norden, seinen Abfluss findel der See in der<br />
NordwesLecke. Ani>el)aute Mäciien gil)l es an den IMern des .Sees<br />
nur wenig, etwa zu ^/g von der gesamten Uferlänge. Die Ufer sind<br />
stark beweidet und bis weit hinauf auf die umgebenden Anliöheu<br />
von der b'rle bewachsen. Alles Hrandkulturgebiet. l'arbe des Wassers<br />
rotl)raun, Siclitliefe 1 m, pH ().r,.<br />
Die N'egelation erinnert selir an die südlielier gelegenen (u'wässer<br />
des Kirchs})iels, die eutrophierende Wirkung der Lehme beginnt<br />
sich jedoch schon allmählich unter den saureren llumuswässern zu<br />
verdecken. Scirpus lacusfer ist auch hier die wichtigste röhrichtbildende<br />
Art, hat aber nicht mehr so ausgesprochen die Überhand.<br />
Schwiuimblattkräuter findet nuui recht reichlich, besonders in der<br />
Nordwestecke füllen sie auf einer Fläche von elwa 1 km^ die ganze<br />
liucht aus (Al)b. 9). Wichtigste Arten sind Spanianiiini Friesii, Nuphitr<br />
}>uiuilum und Poinmoijclou iidlaiis. Wasseriilattkräuter sind überbau])!<br />
nicht vorhanden, nur Callilrichc venia begegnet mun stellenweise<br />
reichlich. lauter den (irundblattkräuteru tritt EUiliuc Iviandra<br />
ausges{)r()chen am häufigsten auf und gedeiht ausserdem bis viel tiefer<br />
hinab als die übrigen Arten.<br />
Nr, 109. Kiuruvesi (Kiuruvesi), (i.r 3
IX) L. Maristo, Die floristischcii Sec'tyi)en I'iiinlaiuls.<br />
lind inolircre LAII^e Buchten entsendender See. (Irösste Tiefe (.IÄKN'E-<br />
FELT 19.'}()b, j), 81) 8.5 m, im übrigen ist aber der See recht untief.<br />
Das untersuchte (iel)iet erstreckt sich von der Kirclie in Kiuruvesi<br />
etwa I i
Ann. Bot. Soc. Zool.-BoL l
!)2 L. Maristo, l)k' florislisilu-n Scclypcii h'iiinlaiids.<br />
Ahl). 10. Ni'. 112 Stor Lonokstriisk. Hroitcr I'l/pho (ingualijolui -Vini'[o\ am<br />
Woshifor, (larinnorliall) ein Scirpiis Innisicr -Ciin^tA.<br />
f>NMHL hoslolil iilierall aus wcichciu Lohin oder Dy^^yLlja. Der IMIIt'liiss<br />
der Nahuinjf>el)unj> wird indessen dadurch eliminiert, dass der<br />
See ein Dnrchflusssee ist, der seinen Zufluss zum Teil aus dem südlicher<br />
.
Aim. Hot. Soc. Zool.-Hol. Fenii. Vaiiiimo, 15, 11:0 .">. !)l}<br />
/nt. lis. II i (I a s j ä r v i (I lyviiikiwi^ (>()" N, 2.;. kin'^ 82 ju<br />
ii.d.lVI. ni'r ist fast rund, dcM* Durchniesser helrä^t etwa 2 kin.<br />
Tiefster ani>etr()tTener trinkt 1.« m. -- i. YJl. Hm.<br />
Der ]Vl.sj>riii)e sind von I»eiserinoor Ciorfnler) einf»enoniinen, nnr das<br />
Xord- nnd das Ostufer stellen /.um Teil besiedeltes Leluiif^elände<br />
dar, ani Nordufer stösst man auch auf etwas Moräne. Der Seejirund<br />
besteht überall aus loser Dy^yttja oder (iyttja. An einer Stelle mass<br />
ich zuoberst IJö em brauner Detritusjiiytlja und unter derselben<br />
mindestens ebenso viel blaugraueV, loser Lehm^yttja. Zuflüsse erhält<br />
der See am Nordufer von einem anderen ^deich^rossen See und von<br />
einigen Weihern. Abfluss am Südufer, l^ube des Wassers «»"elbbraun,<br />
Sichttiefe 0.« m, pll 7..5.<br />
Die Ufer sind in ihrer ganzen Länge von mächtigen IJöhrichten<br />
umsäumt, und Scirpiis lacusler bildet vielerorts Inselbestände auch<br />
draiissen auf dem offenen Wasser. Die Breite des llöhrichtgürtels<br />
variiert meist zwischen 100 und 300 m. Die ausgesprochen vorherrschende<br />
Art ist Scirpiis Idciislcr, dessen stellenweise erheblich dichte<br />
Bestände bis etwa 00 cm lief hiiuiusgehen. Phra(jmiles trilt nnr hier<br />
lind da als Untermischiing auf. Kquisclum Junosiuu bildet einige recht<br />
ausgedehnte, al)cr lichte liestände, Die Wasserblattkräuter sind nur<br />
durch den s|)ärlich vorkommenden Potamogeton pcvfoUdliis vertreten,<br />
die (Irundblattkräuter fehlen überhaupt. Schwimmblättrige wurden<br />
in einiger Menge sow^ohl in den lichteren Teikui des 1 »öliriclils als<br />
auch ausserhalb desselben angetroffen, und zwar Xiiphar lulciim,<br />
Sfjinpluicd (-(indida und Potamom'lon nalans in annähernd gleicher<br />
Heichlichkeit. Die einzige eutrai)hente .\rt war hin psciKlaconis.<br />
Häufigste Seggen (Unc.v roslrata und (l. vesivärin, i-in deutlicher Seggengürtel<br />
hat sich aber nur an ein paar SIellen entwickelt, Wassermoüse,<br />
hauptsächlich DrepanocUulus lluilans, wuchsen slelleuweise<br />
im seichten Wasser. Mässige Wasserblüte.<br />
Nr. 114. K ö y 1 i ö n j ä r v i (Köyliö). (»1° 07' X, lb (1 1.7) km%<br />
-10 m ü.d.M. (irösste Länge 9.3 km N-S, durchschu. Breite I.ö km.<br />
Wassertiefe durc-hweg verhält nismässig gering. Das untersuchte Wassergebiet,<br />
etwa S km^, umfasst die beiden Ufer im mittleren Teil des<br />
Sees und die Insel Köyliö. - 21.-22. VH. lO.'Ul.<br />
Die IT'er bestehen durchweg aus flachem Kulturgelände. Der<br />
nackle ludsgrund tritt nirgends an den Tag. Lehmufer sind vorherrschend,<br />
am Nordende des Sees sowie auf der Insel Köyliö<br />
dominiert der Sand: am Südende gibt es neben dem Lehm auch einigermassen<br />
Torf- und Sandufer. Den Seegrund bildet fast überall im<br />
untersuchten (iebiet die Lehmgyttja. Zufluss erhält der See durch<br />
drei Bäche, die sämtlich bebautes Land durchfliessen, der Abfluss<br />
liegt im Nordwest teil. Das Wasser ist trübe gelblichgrün, die Sichttiefe<br />
beträgt nur 0.8 m, pH 7.i.
260 L. Marista, Die floristisclieii Seetypeii Finnlands.<br />
Die Kohriclite zeiie üp{)igste Stelle, der ich<br />
begegnete, befand sicii am Ostufer der Insel Köyliö bei der zum Festland<br />
hinüberführenden Brücke. Hier wuchsen in den Lücken des<br />
Röhrichts u.a. Ilijdrocluwis morsus-ranae, Lemna minor. Spirodela<br />
poli]rrliiza, Jiiitomns unibelUdus, Iris pseudacorus, Potamoyeton ohtusifolius<br />
u.a. - Wasserblüte war in einigem Umfang zu bemerken.<br />
Nr. 115. V a 1 k j ä r v i (Kärkölä). ßO° 52' N, l.t km^, 87 m ü.d.M.<br />
(irösster Durchmesser l.r. km X-S. Um das Jahr 1930 gesenkt. -<br />
f). VIL 1938.<br />
Der granitische Felsgrund tritt am Nordostufer sowie auf der<br />
Landzunge am Westufer zutage; hier ist das Gelände von kiefernreichem<br />
Wald beherrsciit. Der Anteil des Kulturlandes — zum Teil<br />
Moorkulturen - beläuft sich auf etwa 65 % der gesamten Uferlänge.<br />
Beim Torfurer herrscht dyhaltiger Boden, sonst besteht der Boden<br />
aus einer dem Lehm übergelagerten, 10-60 cm starken Gyttjaschicht.<br />
Zufluss erhält der wSee nur von einem anderen kleinen See; der Abfluss<br />
befindet sich am Nordufer. Das Wasser ist grüngelb und zeigte Lehmtrübung<br />
nebst Wasserblüte. Sichttiefe 1.7 ni, pH 7.i.<br />
In der Wasservegetation macht sich die stattgefundene Seensenkung<br />
deutlich bemerkbar, indem die äussere Grenze der Röhrichte<br />
in geringerer Tiefe, als erwartet, liegt. Scirpus lacuslcr dominiert ausgesi)rochen,<br />
Eqiiiseiiim und Phraqmiies treten untereinander in etwa<br />
gleichen Mengenanteilen auf, wobei der Schachtelhalm stellenweise<br />
ausserhalb der Scirpus lacuster-'s'nidiungün zu finden ist. Sciiwimmblättrige<br />
gibt es recht spärlich, am reichlichsten Potcumujelon u(duns<br />
und Alopcvurus ucqualis. Grundblattkräuter gab es ein wenig auf<br />
Grus- und Sandboden, zum Teil oberhall) der Wasserlinie. Alisma<br />
und Lijsimachia llujrsiflora waren häufig zu finden. Wassermoose und<br />
Charazeen wurden nicht angetroffen.<br />
Nr. 116. Maj u vesi (Sysmä). G T 30' N, etwa 7 km2, 78 m<br />
ü.d.M. Länge etwa G km N-S. Etwa 2 km^ani Nordende untersucht.<br />
Eigentlich eine Bucht des Päijänne, von diesem durch zwei untiefe<br />
und schmale Wasserengen mit schwacher Strömung getrennt. - 29.<br />
VIIL 1938.<br />
Der Felsgrund besteht aus (ilimmergneis, am Südufer aus Granit.<br />
Im überwiegenden Teil der Ufer, u.a. im ganzen untersuchten Gebiet,
Ann. Jiül. Süc. Zoo].-lit)l. Fenn. N'aniuno, 15, n:o 5. 95<br />
Abb. 11. Ni'. 116 Majuvesi. Von Wasser- und Schwiininblattkräutem überfiillter<br />
Kanal im ii|)j)igon'Sf lii]rröln'iclit nahe l)oi der Kirche in Sysinä.<br />
horrsclit der Lehm. Der See^rnnd besieht aus Lehm inid l.ehmjjyl Ija.<br />
Die Ufer stehen mit Ausnahme des Sü(h)stuiers seit altem unter<br />
Kultur, am Nordende des Sees lie
90 J.. xMarislo, Die I'lorislisc-hcn St't'ly|)i'ii I
Ann. Hol. Soc. Zool.-lioL l-'nin. N'anaino, 1.'). 11:0 .'). 07<br />
iUu'Dperus und (I. ix'sicitrid, heoleilcl von mehreren anderen IJterprUinzen.<br />
Ausserhall) des P»()liricliLs reiclilieli Scliwininihlallkränler, vor<br />
alleni Niirnj)h(U'
98 L. Murista, Die florislischon vS(.'ely|)en l'Miiiihiiuls.<br />
Der aus Hapakivij^nuiit heslclieiidc b^'ls^rund trill sU'lleinveise<br />
am Ost- und am Siidweslut'er zutage. Die losen liodenablagerungcn<br />
bestehen überall aus Lehm, der Seegrund aus Lehmgyttja. In einigen<br />
Huchten liegt jedoch im seichten Wasser dem Lehm eine dünne<br />
Sandschicht auf. Das Seebecken stellt nur eine seichte Vertiefung<br />
eines ausgedehnten Tongebietes dar. Drei Viertel der Ufer stehen<br />
unter Kultur, nur am Süd- und am Südwestufer herrscht der Laubwald.<br />
Zuflüsse erhält der See durch vier hauptsächlich durch Kulturgelände<br />
fliessende Bäche. Abfluss am Westufer. Das Wasser wies eine<br />
ausserordentlich starke Lehintrübnng auf, so dass die Sichttiefe sich<br />
nur auf 0.3 m belief. Aus dem gleichen (irunde ist auch der erhaltene<br />
|)ll-Wert, 7.7, etwas unsicher.<br />
Die Höhrichte erreichen eine mächtige Ausbildung. Häufigste<br />
Art ist Phriujmiles, dessen 5()-L")() m breite, dichte Bestände sich bis<br />
zu einer Tiefe von etwa 1 m erstrecken. I'ast überall innerhalb des<br />
Schilfgürtels hat sich eine dichte Zone von Equiscliun linwsuin<br />
gebildet. Bei der Wasserlinie folgt dann ein Seggengürtel, mit Carc.v<br />
(jracilis als hauptsächlichste Art, oder auch findet man hier (iürtelbestände<br />
von Scirpiis eupalusivr. Stellenweise, insbesondere am Südufer,<br />
findet nuin au der Stelle von PliKUjinilcs dichte Bestände von<br />
Scirpus lüciisier. Ausserdem bilden 'I'lJplKi mujmlijoUa und Sparffuniiini<br />
ramosiim einige stattliche, reine Bestände am Ostufer, erstere<br />
Art daneben auch Mischbestände mit J*]ir(rfmiles und Seirpiis Idciislcr.<br />
Von übrigen Ilelophyten sei noch die >-ei hältnisjnässig häufig auftretende<br />
Lijsimdchia Uujrsijlora erwähnt. Schwimmblättrige sind nur<br />
wenig vorhanden, als häufigste Art Polijf/onuin (tmpliihium. Auffallend<br />
ist das In-hlen der -Arten. Die einzige ausserhalb des Höhrichtgürtels<br />
gedeihende Art und zugleich der einzige Verlreter der<br />
Wasserldaltkräuter ist Potamogelon jh'rfoUatus. Von (Irundblattkräutern<br />
wurde nur lidniinciiliis rrphins in geringer Menge angetroffen.<br />
Xr. 121. K u o k k a j ä r v i (Sortavala). (>1° ;i9' N, 2.5.i km-,<br />
21 m u.d.M. Länge 3.-' km NW-SL, grösste P>reile 1.5 km. Tiefster<br />
Punkt 18.0 ni (Suomenmaa, V, p. X)l). - 2. VIII. 1938.<br />
Der I'el.sgrund, der in der Lorm einiger kleiner Felsen am Ufer<br />
zutage tritt, besteht aus Adergneis oder (iranit. Vorherrschende<br />
Bodenart ist der Lehm, nur am Westufer erstreckt sich ein Moränenhügel<br />
1MS an das Ufer. Der Seegrund besteht überall aus Lehm, der<br />
von einer dünnen (lyttjaschicht übergelagert ist (VALLE 1928, p. 1.'}).<br />
Auch See-lM-z findet man am (Irunde. J)ie l'fer stellen hauptsächlich<br />
auf Anlandungsboden entstandene Wiesen dar, hinter welchen<br />
sich I.ehmäcker ausbreiten. Nur an ein ])aai' Stellen kommt der<br />
.Mischwald bis an das Ufer heran. Die ganze t^mgebung des Sees<br />
ist besiedelt. Zuflüsse erhält der See südwärts von ein i)aar kleineren<br />
Seen. Abfluss am Weslufer. Der Sees|)iegel wurde in den 189()er
Anil. Hol. Soc. Zool.-Bül. l'\'üii. Vanamo, If), n:o 5. 99<br />
.Taliren nni iiiolir als I-inen Motor ^osonkl, (VALLIO OJ). C., |). F'J).<br />
Das Wasser wies sowoiil Lohin- als Planklonlrühuiig aul'. Soino<br />
I"arl)e ist grünlich, vSichttiol'e 1.'? in (vgl. VALLE I. c.), pH (>.8.<br />
13er ganze See ist von einem fast unnnterbroclienen Melophytengiirtel<br />
nmsäunit, der enlweder von Eqiiisefum linwsum allein oder von<br />
(lieser Art nel)st Phraijmitea gebildet ist, in welchem I'alle der Schilf<br />
die änssere Zone re])räsentiert. Sdrpm hicusier hat es nur zur 1 >ildnng<br />
eines einzigen Bestandes gel)racht, S. enpahisicr tritt dagegen an den<br />
Lehnuifern verhältnismässig hänfig anf. Von eigentlichen Lnfthlaltkräutern<br />
bilden Smjillaria sagillifolia nnd Lijsinidchid lliijrsiflord<br />
hier und da kleine Bestände, und gleich liäufig ist auch Alisina pUiiil(i(j().<br />
Schwimmblättrigo sind befremdend wenig vorhanden. SiMn/aniiim<br />
Fricsii tritt zwar hänfig anf, in geringer Menge auch Xiipliar<br />
})umilum, dagegen fehlen Poiamogeion n
100 Marislo. Dir rioiislischcn Set'lypeii I-'innlaiuls.<br />
Ahl). 12. Nr. 122 Ofilainoyin'vl.Stratiotf-stdoides-Ay'wsv» riehst Tiiplia «in^Ksiijolia<br />
iuii Noi'dcnric des Sees.<br />
nichls hesoiidcros aul'/iiweiscii. Dort j>il)l es xiuiusserst einen Schilli>iirlel<br />
iiiul dnrinnerhall) im seichten Wasser u.a. Poli)(jomim (iinphibiiim,<br />
PoUunofjelon pcrfolidlus, Seil pus ciipaluslcr nebst Uferj)flanzen,<br />
wie Lijlhnun Hülicüviü, Li/sinuicliia thtjrsiflora u.a. In einigen Buchten<br />
des Nordwest- und Westul'ers ist hingegen die Wasserve^etation die<br />
ii|)|)ijL>sle, der niaii an einem finnisciien See hegef>nen kann. Zu<br />
Phraqmiles und Scirpus Idcnstcr «»esellen sicli {4ewalti«>e Bestände von<br />
'fijplKi talifolia. Im Höhricht gedeiiien Ui/droclKiris morsus-raiuw.<br />
Spirodela poUjnhizd und Lvmnti minor in grosser HeichMciiiveil, und<br />
SlralioU's (iloidcs !)ihlet nicht weniger als hektar^rosse Wiesen, iti<br />
denen die Hhittspitzen der Art aus dem Wasser emporraf>en (Ahh. 12).<br />
Von Scliwimmhlättri^'en findet man insbesondere l^olamofielon naluns<br />
und Nii})li(ir luh'iiin reichhch. Der üi)rige freibleibende l'auin wird<br />
von ütricularia inih/aris, Polttnuujcion zoslerijoliiis und P. obliisijolins<br />
ausgefüllt, ausserdem schwimmen hier und da auf dei- Wasseroberfläche<br />
grosse Wurzeltorfbarren mit Segnen, Li/Ihrum salicaria,<br />
Ljicopns ciiropdeus, Hnnw.x lujdrolupalhum u.a. umher. Von (irundblattkräutern<br />
wurden nur lianunculus rcplans und Scirpus acicularis<br />
am Ostufer gefunden. Zuinnerst an einigen Buchten breiten sich aus-<br />
«.{edehnte Seggenbestände aus. C.harazeen und Wassermoose traf<br />
ich nicht au.
Ami. fiol. Soc. Zool.-Hol. l-'ciin. Vaiuiiuo, IT), 11:0 .">. 101<br />
Nr. l2o. S ii r k i j ä r v i (Liperi). (>2° .'{9' N, elwa 0.7 km- und beiläufig<br />
8 I m u.d.M. (irössle l.änge 1 km, grcissle l'reileXOO u). (irössle<br />
gefundene Tiefe 2 m. - 23. VIII. 1937.<br />
Der stellenweise zutage tretende I'elsgrund besteht aus (ilimmerschiefer.<br />
Am Ost- und am Südufer herrschen hauptsächlich der Sand<br />
und das Osmaterial, an den übrigen Ufern ist der I.ehm die wichtigste<br />
Bodenart. Den Seegrund bedecken Lelimgyttja nnd (iyttja. Die<br />
I lälfte der Ufer steht in unmittelbarer Berührung n\il Kulturflächen,<br />
die übrigen IHeranteile sind zur Hauptsache von einem<br />
Mischwald eingenommen, der als Viehweide benutzt wird. Nennenswertere<br />
Zuflüsse hat der See nicht, der Abfluss liegt am Nordufer.<br />
Das Wasser war grüngelb, Sichttiefe etwa 2 m, pll 1.x (vgl. .fÄiixio-<br />
FELT HCitla, j). 91). Beichliche Wasserblüte.<br />
Die N'egetalion ist verhältnismässig üppig. Den grösslen Teil der<br />
l^fer umsäumen Bestände von Phr(i(/niitcs oder Scirpus lacuster, von<br />
denen erstere Art iu den meisten b'ällen die äusserste Zone zu bilden<br />
scheint. Am Wasserrand findet man vielerorts einen Curex roslrala-<br />
(lürtel. Scirpus lacuster bildet ausserdem auf dem offenen Wasser<br />
typische Inselbeslän
102 L. Maristo, Die florislisclu'ii S('ely[)oii Filmlands.<br />
Nnphar Jiilrum. Ebenso sind die Wasserhlallkräuler nur reciil sj)ärlicl)<br />
verlrelen, u.a. iindet man Polamofjcion ohiiisifolius und (juafoplujllum<br />
(lemcrsiim, von denen letztere Art olTcnsiclitlicli ein Brackwasserrelikt<br />
darstellt, (irundhlattkräuter sind massig vorhanden,<br />
Isoetcs laciislre nicht gerade reichlicli. Ausserliall) der Makrophytenhestände<br />
lindel man Wassermoose.<br />
Nr. 12Ö. K u o 1 e m a j ä r v i (Kiiolemajärvi). ()()° 22' N, 12.r, km^<br />
13 m ü.d.M. Länge 13 km NW-SIO, lireile durchsclm. 1 km. Das<br />
Südende, etwa 1) km^, untersucht. - 19.-20. Vit. 1938.<br />
Der Felsgrund tritt nirgends zutage. Das Ostul'er des unlersuchteu<br />
(lehietes ist von einem lieidewaldbedcckten ()s gebildet. Der Sand<br />
herrscht auch sonst in der Umgebung vor, ausser am Westul'er, wo<br />
es etwas Moräne gibt, sowie am Nordwestufer, wo man auf r.ehm<br />
und Torf stösst. J)er Seegrund bestand im untersuchten (lebiet in<br />
der Litoralzone hauptsächlich aus Feinsand und fein verteiltem<br />
(Irus, doch war in einigem Umfang auch Sandlehm und steiniger<br />
(irund zu finden. Höchstens der Ufer stehen in Herührung mit<br />
Ackerflächen. Der See erhält an beiden landen Zufluss von einigen<br />
kleinen Seen und steht am Ostufer durch eine schmale, überi)rückte<br />
Öffnung in Verbindung mit dem 1 latjalahdenjärvi, in<br />
welchen sich auch seine Wässer ergiessen. Das Wasser ist gi'üngelb<br />
und trülu!. Wasserblüte reichlich. Sichttiefe 2.o m, ])II 7.2.<br />
Häufigster Ilelophyt ist Scivpiis ciipdliisfcr, dem ]nan ziemlich<br />
reichlich auf dem Sandboden begegnet. Die dominante Stellung in<br />
der Physiognomie des Sees erringt sich jedoch infolge seiner (Irösse<br />
PhrmjmiUis, dessen ausgedehnte und auch recht dichte 15estände hier<br />
und da anzutreffen sind. Nahe beim Abfluss am Ostufer, wo es<br />
(iyttjaboden gibt, ist Scirpiis lucuslcr die dominierende Art. Der<br />
Anteil von Etiiüselum Unwsnni ist gering. Kinziges Wasserblattkraut<br />
ist Potainoijcion perfoJiatiis, tritt aber ebenfalls nui- ziendich selten<br />
auf. Die Schwimmblattkräuter sind zwar durch ö Arten vertreten,<br />
sämtliche sind aber nur spärlich vorhanden. Auch l'reischwimmer<br />
gab es, u.a. llijdvocharis niorsiis-rtiiuie am Ufei' eines (lehöfts. Die<br />
(irup[)e der Cirundblattkräuter zeigt mehrere Arten, als häufigste<br />
liüluiiiciilus repliins und Scir])iis (iciciildiis. Wichtigste Art unter den<br />
Seggen ist Carex (jracUis und unter den übrigen Uferpflanzen Lijihmm<br />
salicarid.<br />
Nr. 12(k W i e s k j ä r v i (Uusikirkko). ()()° !' N. 3.M km-, 29 m<br />
ii.d.M. In der NW -Sh>liichtung nahezu 3 km lang, grösste üreite<br />
1.« km. Die Wassertiefe dürfte diirchgehends verhältnismässig gering<br />
.sein. - 23. Vif. 1938.<br />
Die Ufer bestehen etwa zur Hälfte aus Sand. Am Südost- und<br />
Westufer findet nuin Lehm und am Ostufer etwas Torf. Im teichleren<br />
Wasser herrscht der Sand- oder der l.ehmboden, und schon vf)n 2 m
Ann. Bot. Soc. Zool.-Hot. b'cnn. Vanamo, 15, n:(> 5. 103<br />
A])l). 13. Nr. 126 llioskjärvi. Aiisgedeluile lielopliytonbestando am seichten<br />
Lolnmifer. Zniinsserst ein Scirpus lacusier-Cxiiricl, darinnerhalb 1MS znr<br />
Wassel']inie EquUetuni.<br />
ail liegt ziioijerst cine stellenweise 0.5 in starke Lehingyttjaschiclit.<br />
Ktwa der Ufer stellen nnter Kiiltnr, den Hest hedeekt der Ilain-<br />
Avald. Am Südende iniinden ein paar Bäche in den See, der seinen<br />
A])fhjss am Nordende durcli eine schmale r)rilckenöi'fnung mit nur<br />
sclnvacher Strömung in den Halolanjärvi hat. Das Wasser weist<br />
eine starke Lehm- und IManktontrü])ung auf. Die Farhe des Wassers<br />
ist grüngelb, Sichttiefe I .2 m, ])II 7.i.<br />
liöhrlchte sind reiclilich vorhanden. Am Ostufer, wo der Sandboden<br />
vorherrsclit, sind sie lichter, hau])tsächlich von Phragmilrs und<br />
Scir})iis cupaliisfer gebildet. Am West- sowie am Südweslufer liaben<br />
sich mächtige liöhrichte mit deutlicher Zonation entwickelt: zuäusserst<br />
Scirpns laciisler, dann der Hei he nacii Phragmilcs und Eqiiiselum<br />
limosum. Von diesen kann PJiia(]niitcs stellenweise ausbleii)en (Abb.<br />
13). Von Wasserblattkräutern begegnet man nur Polamofjc.lon pcrjolintiis<br />
hier und da, Schwimm])lättrige sintl dagegen verhältnismässig<br />
reiclilich voriianden: Polamoqdon nalaiis, Spaiyanium Friesii, Nuphar<br />
Inieum und Polijgonum (iinpinhiiun, alle ungefähr gleich häufig. IMIIzige<br />
(irundblattkräuter waren Scirpus ((cicularis und lianunculiis<br />
rcplans, welche beide auf dem Sandboden zum Teil ol)erhalb der<br />
Wasserlinie wuchsen. Sjjargdiüuni ramosum bildete am W^estufeieinige<br />
dichte Bestände. Häufigste Segge ist C(ue.x losirata, die am<br />
Ufer einiger Buchten in reinen Beständen auftritt. Wassermoose<br />
fehlen,<br />
Nr. 127. W a a k o 1 a n ,j ä r v i (Valkjärvi). (>0° 30' N, a.ii km-,<br />
62 m ü.d.M. (irösster Durchmesser nahezu 3 km W-E. Die Wasser-
lot L. Maristo, Die llorisliselieii SeeLypeii l-'iiuiljinds.<br />
liel'o hieihl (iiirchvveg unter 2 ui. Der Seesjjiegel wurde um das Jahr<br />
H)1.") mifideslens um oO em gesenkt. -- 25. VII. in.'JK.<br />
Der l'^lsgrund tritt nirgends zutage, l-^ist ül)erall herrseht (hjs<br />
Torfufer, denn der See ist zum grössten 'l'eil von Weiss- und ]>cisermooren<br />
umgehen. Stellenweise ist jedoch die Torfschicht nur dünn,<br />
und im Litoral herrscht der Sandboden. Tiefer bedeckt den Seegrund<br />
intlessen überall eine starke (lyttjaschicht. Am Südufer mündet ein<br />
Hach in den See, tier Abfluss befindet sich am Ostufer. Das Wasser<br />
ist sehr trübe, gelbgrün. Sichttiefe 0.« m, j)!! 7.>.<br />
Vorherrschende Art ist Scirpus lacuslcr. Die grössten Bestände<br />
liegen bei der Bachmündung am Südufer, die auch sonst die eutroj)!iste<br />
Stelle im ganzen See repräsentiert. Dort findet man auch<br />
die dichtesten Schachtelhalmliestände. Auf dem Sandboden bildet<br />
wiederum Phraf/mitcs massig lichte Bestände, häufiger noch Scirpus<br />
cupdlusivr. Auch die l^utraplienten Tijplui hililolid und Sparganiuni<br />
r
Alin. Hol. Soc. Zool.-liol. l-'enii. Vaiiaiiio, !.'>, 11:0 "). l()r><br />
Scli\viiiiinl)lällri,on sind Poldinoijcloii luihtns niid Xuphar Inlviint<br />
verhältnisniHSsijv luiulii). Das ouiioi)lu' Kleinenl isl durcli dio 1'reiscliNviiiiiiier<br />
llijdrocharis niorsus-ranuc und Lemna minor im Schützt'<br />
des (lichlcMi Hölirichls nalu' heim rfer verlreleii. r.nindhlattkräiUer<br />
sind S])ärlich vorhanden. Tnler den eiffenllichen Lullhlattkräulern<br />
mögen die verhällnismässii^ häufigen Alisma jAdiildfio und LysiitKirhin<br />
Ihijrsi/lord erwähnt werden, lunzige Seggenarl war (Utrex roslrdla,<br />
die stellenweise zu reinen I3eständen zusammen (rit 1. N'on den ri'crl)llnnzeriarlen<br />
sei erwähnt fj/copus curopdeus, der ich an zahlreichen<br />
Seen der Ivarelischen Landenge hegegiiel hin.<br />
Xr. J2!). M u s l r i n n I r ä s k (Parainen). (U)'' KS' N, ().5h (0.55)<br />
km-. LOT m ii.d.M. (russ. Uipogr. Messlischbl. V..). 1
10() L. Marislo, Die floristisclieii Scetypen Finnlands,<br />
könniMi. lm Ivöhricht begegnet man stellenweise als wichtige Misclikomi)onentc<br />
Tijpha lalifolia, deren Wiirzelstöcke den W'rvvaclusungsprozess<br />
effektiv fördern. Der Anteil von Scirpiis laciisler nnd S. eiipnlmter<br />
in der Vegetation des Sees ist nur gering. Unter den Sclnvimmhlättrigen<br />
ist Polamogelon natans die wichtigste Art, doch auch<br />
Nuphar luteum begegnet man sowohl in den Lücken als ausserhalb<br />
des l^öhrichts. Der See steht hundertprozentig im Besitz der Vegetation,<br />
denn auch im Bereicli des »offenen» Wassers ist der Seegrund<br />
von einer Wiese bedeckt, die von Polamogelon pusillus, Chara frayilis,<br />
Moosen und der nirgends fehlenden Lemiia //isiz/fr/gebildet ist. Die<br />
(irundblattkräuter fehlen völlig. An der Wasserlinie wird der See<br />
ringsherum von einem Seggengürtel umsäumt, mit Carex rostrala als<br />
wichtigste Art; ausserdem tritt u.a. C. pseudocijperus verhältnismässig<br />
häufig auf.<br />
Xr. 130. (} r ä g g b ö 1 e t r ä s k (Parainen). (30° 18' N, 0.25 km^,<br />
1.1 m u.d.M. (berechnet wie beim vorhergehenden See), (irösste<br />
Länge 850 m NE-SW, grösste Breite 300 m. Tiefster angetroffener<br />
Punkt 2 m. - 9. VIL 1937.<br />
Der l'elsgrund })este}it in der unmittelbaren Nähe des Sees aus<br />
Gneisgranit. Die beiden Enden des Sees .werden vom Lehm, der<br />
mittlere Teil wiederum von der Moräne beherrsclit. Am Ostufer<br />
erhebt sich ein bewaldeter Moränenhügel schroff aus dem See. Die<br />
Ufer stehen zur Hälfte unter Kultur. Zuflüsse besitzt der See nicht,<br />
auch keinen eigentlichen Abfluss. Die Farl)e des Wassers ist geli)grün,<br />
die Sichttiefe beläuft sich auf mindestens 2.5 m. ])H 8.i.<br />
Im Gegensatz zum Mustfinnträsk hat hier Equiselum ausgesprochen<br />
die Oberhand, während Phragmiles erst an zweiter Stelle steht.<br />
Die Schachtelhalnibestände umsäumen zum grössten Teil die Llfer<br />
als äusserster Helophytengürtel. Die häufigsten Arten iinter den<br />
Schwimmblättrigen sind Nijmphaea camlida und Nuphar luteum, und<br />
auch Polamogelon natans kommt in einigen ausgedehnten Beständen<br />
vor. 13er Seegrund ist auch hier durchweg vegetationsbedeckt, mit annähernd<br />
den gleichen Arten wie im Mustfinnträsk; doch findet man die<br />
Moose und Chara fragilis spärlicher vertreten, statt dessen hat sich<br />
ai)er Ceralophijllum demersum dem Artenbestand angeschlossen. Auch<br />
Polamogelon perfoliatus begegnet man hier reichlich, die Grundblattkräuter<br />
fehlen hingegen völlig. Wichtigste Uferpflanze ist Carex<br />
rostrala, doch auch C. veskaria und C. pseudocijperus sind in erheblicher<br />
Menge vorhanden.<br />
Nr. 131. L a m p i s t r ä s k (Parainen). G0° 19' N, O.32 (O.si) km^,<br />
3.T m ü.d.M. Grösste I.änge etwa 1 km NE-SW, grösste Breite etwa<br />
400 m. Tiefster angetroffener Punkt 2 m. - 10."VIL 1937.<br />
Der auf der Insel und stellenweise auch anden Ufern zutage<br />
tretendc'Eelsgrnnd besteht aus Gneisgranit. In der Bodenbedeckung<br />
wiegen sich der Lehm und die Moräne annähernd auf. Mehr als die
Ann. Bot. Soc. Zool.-Hol. Fenn. Vananio, 15, n:() .'>. 107<br />
Häille (ler Ufer steht unter Kultur. Am Ostufer erheben sich Felsen<br />
und ein von Mischwald bedeckter Moränenhügel. Zuflüsse sind nicht<br />
vorhanden und anscheinend fehlen auch jegliche ol)erirdische Abflüsse.<br />
Den Seeboden bedeckt eine bläuliche Gyttja. Das Wasser ist<br />
gelbgrün, die Sichttiefe beträgt mindestens 2.5 m. pH 8.o.<br />
Bezüglich seiner Vegetation erinnert der See mehr an den Gräggböleträsk<br />
als an den Mustfinnträsk. Pliragmites und Eqiiisctiim wiegen<br />
einander ungefähr auf. Ti/phu lalifolia ist auch hier, allerdings<br />
nur durch einen einzigen, ausgedehnten Bestand vertreten. Scirpus<br />
lacuslev fehlt überhaupt. Polamogelon nalans und Nijmpliaea Candida<br />
sind die wichtigsten wSchwimmblattkräuter. Lemna Irisulca, Chara<br />
fragilis und Polamogelon pusillus sind spärlicher vorhanden als in<br />
den vorgenannten Seen, dagegen findet man oblusifolius und<br />
Ceralophgllum in erhöhter Reicidichkeit; letztere Art bedeckt stellenweise<br />
geradezu wiesenartig den Boden.<br />
Nr. 1S2. J e s i ö j ä r v i (Kittilä). 07° 13' N, etwa 0.3 km^.<br />
C.rösste Länge etwa 1 km. - 9. VHI. 1937.<br />
Der See liegt in einem Grünsteingebiet. Steinige oder Torfufer<br />
herrschen vor. Zer Seegrund l)esteht in der Nähe des Ufers aus Grobdetritus,<br />
stellenweise gibt es etwas Sandlehm, in grösserer Tiefe wiederum<br />
Detritus- und Kalkgyttja. In der Nähe des Ufers liegen'<br />
mehrere Behausungen mit zugehörigen Ackerflächen. Zufluss von<br />
Nr. 183 Hautajärvi, Abfluss am Südende. Farbe des Wassers grüngelb,<br />
Sichttiefe 2.5 m, pH 8.3.<br />
Die einzigen Ilelophyten sind Equiselum liniosum und Lijsimachia<br />
Ihijrsiflora; von beiden w^urden nur ein paar ganz kleine Bestände<br />
angetroffen. Die Schwimmblättrigen sind lediglich durch die i)eiden<br />
Nu])har-\rien vertreten. Wasserblattkräuter kamen dagegen reichlich<br />
vor, besonders war Slralioles aloidcs mancherorts ganz massenhaft<br />
zu finden; sonstige Arten Polamogelon perfoliatus, P. zoslerifolius<br />
und Mgriophgllum spicalum. Beachtung verdient ein Fund von<br />
Lemna minor, das nördlichste Vorkomnis von Freischwimmern im<br />
Lande (M. .1. KOTILAINKN' mündl.). Von (irundblaUkräutern wurde<br />
nur Ranunculus replans in geringer Menge gefunden, häufigste Art<br />
des Ufers war Comarum paluslre.<br />
Nr. 133. H a u t a j ä r v i (Kittilä). 67° 13' N, O.io km^. Mindestens<br />
1 m tief. Länge etwa 1 km. - 9. VHI. 1937.<br />
Auch dieser See liegt auf Grünsteingrund uml ist ein gänzlich<br />
von Reiser- und Braunnu)oren umringter Quellsee. Das Ufer erhebt<br />
sich grösstenteils als Torfböschung aus dem Wasser, an der Wasserlijiie<br />
besteht jedoch der Seegrund aus (irus, Sandlehm und an ein<br />
paar Stellen sogar Sand. Das Ostufer ist auf einer geringen Strecke<br />
steinig. Tiefer herrschen Detritus- und Kalkgyttja. Anbauflächen<br />
finden sich nur etwas in der Nähe des Ostufers. Farbe des Wassers<br />
gelbgrün. Sichttiefe 2.5 m, pH 8.3.
108 L. Marislo, Die floristisehen Seelyj)eii Mnnlands.<br />
Die llelo])liyleiivegelali()ii ist spärlich, häufigste Art ist Equiselum<br />
limosiun, und an einer Stelle hat sich sogar ein kleiner Scirpus<br />
-Bestand gebildet. Die Scinviinnd)lättrigen sind durch die<br />
beidenNz7p/jrt/ -Arten vertreten. DieWasserblattkräuler sind nach wie<br />
vor vorherrschend. Am häufigsten und zugleich auch am reichlichsten<br />
tritt Slralioles auf, an nächster Stelle folgen Ceraloplufllum ilemersum,<br />
welcher Arl ich an den anderen Slralioles-^een nicht begegnete,<br />
samt Polamogelon zoslerifolius und MijriopJnjllum spicalum. Erwähnung<br />
verdienen fenu^r Polamogelon fiUjormis und Chara slrigosa.<br />
Nr. 134. B a s M n j ä r v i (Kittilä). 67° 18' N, 1..; km^. (irösster<br />
Durchmesser etwa 2.5 km N-S. Wassertiefe grösstenteils unter<br />
.10 cm, der tiefste gemessene Punkt betrug 2 m. - 0. VHI. 1937.<br />
Der See liegt in seiner Gesamtheit in einem Grünsteingebiet<br />
(Al])it-Amphibolit). Der (h'us und Sand sowohl des Ufers als des<br />
Seegrundes scheinen aus dem gleichen Gestein liervorgegangen zu<br />
sein, auf einigen ITerstrecken herrscht jedocii der Torf. ]3er grösste<br />
Teil des Seegrundes ist von einer ganz losen, gelbgrauen Kalkgyttjaschicht<br />
l)edeckt, aus welcher bei jedem lUiderschlag zahllose Gasi)läschen<br />
emporsteigen. Auch auf der Wasseroberfläche sieht mau<br />
überall schwammige Gyttjaklümpchen umherschwimmen. Die Sedimentation<br />
ist also ausserordentlicli stark. Zuflüsse erhält der See<br />
östlicli vom See Kuivajärvi, der eigentlich nur eine eng mündende<br />
Buclit des Rastinjärvi darstellt; an der IVIündung herrsclit nur ganz<br />
schwache Strömung. Bei Hochwasser soll der See eine erheblich<br />
grössere Fläche einnehmen, denn dann liegen ausgedehnte Moorwiesenflächen<br />
am Nordufer unter Wasser. In der Nähe des Ufers befinden<br />
sich einige in Anbetracht der nördlichen Lage vorzügliche Anpflanzungen.<br />
Das Wasser ist gelb und klar, die Sichttiefe schätzte ich<br />
auf 3 m, pH 8.>.<br />
iTnter den Ilelo])hyten tritt Equiselum häufig auf. Phragmiles<br />
bildet hier und da Bestände, die aber wegen der geringen Tiefe des<br />
Sees keine gürtelartige Ausbildung erfahren haben. Die Art scheint<br />
nur dort Wurzel fassen zu können, wo reiner (irushoden oder eine<br />
höchstens nur ganz dünne Kalkgyttjaschicht herrscht. Von<br />
Schwimmblättrigen begegnet man Sparganium affine reichlich in<br />
ausgedehnten Beständen. Die dominierende Stellung nehmen jedoch<br />
die Wasserblattkräuter ein. lnsl)esondere Mgriophijllum spicalum,<br />
Polamogelon perfolialus und P. pusillus wurden schier in gewaltigen<br />
Mengen angetroffen. Slralioles aloides fand ich dagegen nur an zwei<br />
Stellen spärlich. Ob etwa der Grund dazu in der allzu starken Nutzung<br />
der Pflanze zu Viehfutter liegt, blieb unermittelt (vgl. S. 202).<br />
Von Grundblattkräutern wurde nur Ranunculus replans spärlich<br />
oberhalb der Wasserlinie angetroffen. Eine häufige Art war Sparganium<br />
simple.v, und von den Uferpflanzen bildete Carex roslrala au.sgedehnte<br />
Bestände.
Alin. Hol. Soc,. Zool.-BoL Ft'iin. Vaiuuiu), 15, 11:0 ö. 109<br />
Nr. /-"iJ. S o l k a j ä r v i (KiUilä). 07° I V N, 2.i km-, (irössler<br />
Durcliniesser iiher 3 km Tiefster geinosscMier Punkt etwa '.> m,<br />
meist. erreiciU die Wasserliele nichi 1 m. - 7. \'in. 11)37.<br />
Der .See lie^t in einem (irünsteingehiet, am Siululer findet sicii<br />
ausserdem ein DolomitA'orkomnis. Die Torfufer, lU'iser- und Brauninoore<br />
nehmen mehr als die I lälfte der [Jferlänge ein. Der Seegrund<br />
hesteiit zum grössten Teil aus der gleiehen losen jvalk
IV. DIE SKETYPEN FINNLANDS AUF GRUND<br />
DER GROSSVEGETATION.<br />
Ül)er (lie Möglichkeit der Zustaiulel)riiigunf> einer auf die Grossvegetation<br />
begründeten Seetypeneinteilung ist in der Literatur nur<br />
wenig diskutiert worden. Die vorgebrachten Ansichten haben sich<br />
gewöhnlich lediglich auf die Feststellung der Notwendigkeit einer<br />
solchen Untersuchung beschränkt. Ihren Mangel haben am kennbarsten<br />
Diejenigen zu fühlen gehabt, die sich mit floristischen, soziologischen<br />
oder ökologischen Wasservegetationsstudien entweder auf<br />
einzelnen Seen oder innerhali) eines enger begrenzten Seengebietes<br />
beschäftigt haben. Und, was nicht minder wichtig, durch das Fehlen<br />
eines verbindenden Systems wird der gegenseitige Vergleich der<br />
aus verschiedenen Gebieten erzielten Untersuchungsresultate ganz<br />
erheblich erschwert.<br />
Von der Berechtigung des vorliegenden Thenuis erhält nuin einen<br />
Begriff, wenn man z.B. die Kritik LOIIAMMAKS (1938, I). 237) über<br />
die höhere Wasservegetation als Ausdruck der Tro])hieverhäitnisse<br />
des Wassers betrachtet. Wohl am Platze ist seine Bemerkung, dass<br />
die Makrophyten in den meisten Fällen nur die chemische Zusammensetzung<br />
des Uferwassers und der Ufersedimente offenbaren,<br />
während das Wasser der offenen Seemitte ganz anderen Pflanzenarlen<br />
Möglichkeiten zum Gedeihen darbieten würde. Ebenfalls ist zuzugeben,<br />
dass die höhere Wasservegetation durchgehends artenarm ist.<br />
Daher hat auch gerade das Phytoplankton, das in unerschöi)fliciiem<br />
Artenreichtum überall im See vorhanden ist, die besten Möglichkeiten,<br />
als vornehmlichster Indikator des Nährstoffreichtums des<br />
Seewassers zu dienen, weshalb NAUMANN seine Einteilung in eulroj)he<br />
und oligotrophe Seen auch namentlich auf die Phytoplanktonproduktion<br />
basierte. So in der Theorie, wie aber zuletzt<br />
von NYGAAUT) (1938, ]). 607-()09) nachgewiesen worden ist, gilt
Ann. Hol. Soc. Zool.-Hol. I'Ynii. Vanamo, 15, 11:0 5. Ill<br />
112 L. Marislo, Die floristisclicn Soetypeii Finnlands.<br />
Teich eine deutliche Ghederungin Litoral- und Profundalregion unterscheiden.<br />
Während im Teich die Tiefe so gering ist,- dass submerse<br />
Wasserpflanzen den Boden bis in die grossten Tiefen überziehen<br />
können, besitzt der See eine zentrale, die sogen, profundale Region,<br />
die von solchen Pflanzen völlig leer ist.» Eine fixe untere Grössengrenze<br />
kann m.E. den Seen nicht gesetzt werden, andererseits können<br />
wiederum mit dem See-Begriff nicht die kleinsten Gewässer, z.B.<br />
solche »von einer Fläche von einigen Tausenden Quadratmetern» vereinbart<br />
werden, wie u.a. die kleinsten Bergseen, die FOREL (1. c.)<br />
noch den Seen zuordnet. Und in Finnland sowie überall in Fennoskandien<br />
gibt es ungemein viele kleine Gewässer, die ihrer Kleinheit<br />
ungeachtet so tief sind, dass es in ihnen zur Bildung eines vegetationslosen<br />
Profundais gekommen ist, die aber nicht ein solches<br />
deutliches Uferprofil besitzen, durch welches ein See gekennzeichnet<br />
ist, und zwar weil der Einfluss der Expositions- und Erosionsfaktoren<br />
wegen der geringen Grösse der offenen Wasserfläche unbedeutend<br />
ist. Vor allem gehören hierher zahlreiche kleine braune Gewässer, in<br />
denen die Makrophytenvegetation wegen der geringen Transparenz<br />
des Wassers an die unmittelbare Nähe des Ufers gebunden ist. Auch<br />
im Hinblick auf die Chemie, die Wärmeverteilung sowie das Planktonleben<br />
des Wassers, stehen diese Gewässer in einer Gruppe für sich.<br />
Da ihnen aber jede eigene Benennung abgeht (auf finnisch heissen<br />
sie »lampi»), sind sie in der mannigfachsten Weise, meistens jedoch<br />
als Teiche und in den zahlreichen Arbeiten von JÄRNEFELT als »Kleinseen»<br />
bezeichnet worden. Fasst man aber den Teich als ein ablassbares<br />
und zugleich seichtes Gewässer auf (siehe z.B. TIIIENEMANN<br />
1925, p. 85 und 212; NAUMANN 1931, p. GGG), so ist die Einführung<br />
eines neuen Begriffes für die besagten (iewässer vonnöten. Weil dieselben<br />
ohne deutliche Grenze in die eigentlichen Seen übergehen, in<br />
bezug auf ihre Grösse aber den Teichen nahe kommen, habe ich sie<br />
als T e i c h s e e n bezeichnet. Die Benennung (in ihrer französischen<br />
Schreibform »lac-etangs») ist allerdings schon von CiroDAT (1898) für<br />
die tiefen, klaren (iebirgsseen introduziert worden, diese lassen sich<br />
indessen zum überwiegenden Teil den eigentlichen Seen zuordnen<br />
(NAUMANN op. c., p. G()9). In der Praxis habe ich die trennende Grenze<br />
so gezogen, dass als See ein solches Gewässer gilt, dessen Ufer mindestens<br />
zur Hälfte ihrer Länge ein deutliches Uferprofil besitzen.<br />
Die l'Lrfahrung hat gezeigt, dass es solche unter Gewässern von we-
Ann. lioL. Soc. Zool.-HoL. Feiin. Vanamo, 15, n:() 5. n;{<br />
ni^or als 5-10 Hektar Flächeninhalt nur selten gibt. Zu einem<br />
etwas geringeren Wert ist GRANÖ (H)32) gekommen, indem er als<br />
(irenze von Teichsee und See den Durchmesser von 200 m festgelegt<br />
hat, was einer kreisförmigen Wasserfläche von 3.2 ha entspricht.<br />
Von diesen Teichseen ist es nur ein kurzer Sprung hinüber zu den<br />
8eichtwasserseen, den Weihern, für die wiederum der finnische Sprachgebrauch<br />
keine eigene Bezeichnung kennt, denen aber das in den Namen<br />
unserer Küstenseen oft enthaltene schwedische Wort »träsk» meistens<br />
entspricht. Einen solchen See definiert FOREL(1901, p. 4) folgenderweise:<br />
»Weiher ist ein See ohne Tiefe; er kann in seiner ganzen Ausdehnung<br />
von der litoralen Seeflora besiedelt werden.» Es handelt<br />
sicli also beim Weiher um einen seichten wSee und solche, werden in<br />
bMnnland zumeist auch als Seen bezeichnet. Deshalb habe ich sie<br />
iuich in den Rahmen der vorliegenden Untersuchung aufgenommen,<br />
obwoiil es in einigen Fällen schwer fällt, zwischen Weiher und Teich-<br />
.see die (irenze zu ziehen. Die Grenze muss nach dem Flächeninhalt<br />
bestimmt werden und in Anlehnung an die oben erörterte bodenmorphologische<br />
Grenze zwischen dem Teichsee und dem See habe ich als<br />
obere Grössengrenze des ersteren den Flächeninhalt von 10 Hektar<br />
j^ewählt. Was dann die Sache betrifft, dass der Weiher in seiner<br />
Gesamtheit von einer Litoralflora besiedelt ist, so kommt es nur dann<br />
in Frage, wenn das Wasser relativ klar und durchsichtig ist, wie z.B.<br />
im Mustfinnträsk (Nr. 129). Ein Weiher braucht auch nicht unbedingt<br />
klein zu sein, wie TIIIENEMANN (1925, p. 212) anführt, denn z.B. auf<br />
den Ylisenjärvi (Nr. 106), dessen Flächeninhalt sich auf 4 kmbeläuft,<br />
passt die Definition »See ohne Tiefe» recht wohl ein.<br />
Eine Einteilung der Seen nach ihrem Flächeninhalt dürfte bisher<br />
nicht vorgenommen worden sein. Indem aber in den mannigfachsten<br />
Untersuchungen v^on Ausdrücken wie »Kleinsee» oder »(irosssee» Gel)rauch<br />
gemacht wird und weil solche die Grössenordnung der vSeen<br />
angebenden Bezeichnungen zur Vermeidung von laugen Arealaufzählungen<br />
oft direkt notwendig erscheinen, habe ich für dieselben<br />
in der vorliegenden Untersuchung folgende (irenzen eingeführt:<br />
1. Kleinseen 1 km^<br />
2. Mittelgrosse Seen 1- 100 »<br />
3. Grossseen 100-10 000 »<br />
1. Riesenseen >10 000 »
11-1 L. Maristo, Die ilorislisclien Seety])en Finnlands.<br />
Diese Einteilung wirkt vielleiciit in vielen anderen I.ändern l^nroj)as<br />
nicht dermassen natürlich wie namentlich in Finnland, denn ein<br />
See von 80-90 km- kann dort. z.B. wohl schon als »gross» betrachtet<br />
werden. Besteht man aber auf diese Grenzen, so erzielt man das gleiche<br />
Vergrösserungsverhältnis zwischen den einzelnen Klassen. Die Klasse<br />
der grössten Seen setzt allein schon im Hinblick auf ihren Xamen<br />
einen in der Tat gewaltigen See voraus, und solche entfallen doch<br />
mit Ausnahme von Südamerika und Australien auf alle extra polaren<br />
Weltteile.<br />
Als zweites Problem ergab sich die Wahl der Untersuchungsflächen.<br />
Wo ein so grosses und seereiches Land wie Finnland als (iesamtuntersuchungsgebiet<br />
in Frage steht, sind auch die Möglichkeiten<br />
unbegrenzt; ^NIein zuerst gefasster Plan, mich lediglich auf die Klärung<br />
der »natürlichen Urtypen», die noch nicht den gestaltenden Finfluss<br />
der Kultur erfahren haben, zu beschränken, erwies sich von Anfang<br />
an als unzweckmässig. Vom j)raktischcn Standpunkt wäre eine solche<br />
Finteilung wertlos, weil auch in unserem noch so licht besiedelten<br />
Lande der überwiegende Ilauptteil der Seen in dieser oder jener<br />
Weise unter dem direkten oder indirekten Einfluss der Kultur steht.<br />
Selbst in den entlegenen Einöden Lapplands haben wenigstens die<br />
Waldhiebe und die Flösserei auf die Pflanzendecke und die Bodenbeschaffenheit<br />
des Ufers sowie auch direkt auf das Wasser und den<br />
Seeboden eingewirkt. So repräsentieren auch die vorliegenden Untersuchungsflächen<br />
sämtliche Wirkungsgrade der Kultur. Ein Teil der<br />
von mir unterschifcdenen Seetypen ist direkt »an die Kultur gebunden».<br />
Die Frage nach der Ursprünglichkeit und den Altersstufen<br />
der Seen findet ihre Beantwortung erst durch ein speziell auf die<br />
J.üsung derselben gerichtetes Studium, das sich sämtliciier modernen<br />
Untersuchungsmelhoden der Quartärgeologie und der Paläol)olanik<br />
bedient.<br />
Beeilt oft hat die Nennung der Seetypen noch grössere Schwierigkeiten<br />
bereitet als ihre Charakterisierung, und zwar deshalb, weil ja<br />
der Name als konzentrierter Ausdruck, gleichsam als Kristallisation<br />
der typischsten Eigenschaften des von ihm vertretenen Gegenstandes<br />
zu gelten hat. Der Name vermittelt ja uns den ersten Eindruck und<br />
auf den Namen gründen wir auch unsere erste Kritik. In der Benennung<br />
der Seelypen hat sich indessen nicht eine absolute Folgerichtigkeit<br />
erzielen lassen. Was danächst die Anwendung der seit altersher
Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vaiuniio, 15, n:o 5. l ir><br />
jjcbrauchtcn SeeLypenbeiieiuiuiigen, vielleicht in etwas geänderter<br />
Bedeutung, betrifft, so ist sie zu rechtfertigen, wenn der betreffende<br />
Name sich dazu absolut eignet, in gewissen Fällen sogar nahezu der<br />
einzig mögliche ist. Als diesbezügliches Heispiel mögen nur die Polamogeton-<br />
und Lobelia-Sccn SAMUELSSONS (1925) erwähnt werden.<br />
In manchen Fällen wiederum gehört die »Nennart» zu den gemeinsten<br />
Wasserpflanzenarten, die als Komponenten in jedem Seetyp zu<br />
finden sind, wie z.l^. Phragmiles communis und Eqiiisetiim limosiim.<br />
Diese Arten treten aber im betreffenden Typ dominierend und dermassen<br />
charakteristisch auf, dass ihre Wahl als »Nennarten» wohl<br />
motiviert erscheint.<br />
J^ei der (iruppieruiig der Seetyjien habe ich zunächst die alte<br />
ökologische Einteilung in eutrophe und oligotrophe Seen gewählt<br />
und diese als nauj)tgru])pen meines Typensystems aufgestellt. Diese<br />
Ausdrücke sind im.Laufe der Zeiten in der Limnologie in verschiedener<br />
Bedeutung gebraucht worden, hauptsächlich je nachdem,<br />
welchem Spezialzweig derselben sie jeweils gedient haben, (iemeiiisam<br />
für die meisten dieser Deutungen ist jedoch, dass Eutrophie<br />
1 lochi)roduktion und grossen Nährstoffreichtum des Wassers, Oligotrophie<br />
wiederum (ieringproduktion und Nährstoffarmut bedeutet,<br />
l^ie.se Gesichtspunkte habe ich nun auch auf die höhere Wasservegelation<br />
übertragen, und zwar so, dass z.B. die I lochproduktion lediglich<br />
auf nur ganz wenige Arten beschränkt sein kann. Diese treten dann<br />
am See in beträchtlicher Reichlichkeit unter Bildung ansgedehnter und<br />
dichter Bestände auf und gelten so als Anzeichen des Nährstoffreichlums<br />
entweder des Wassers, des Bodens oder beider zugleich. Es brauchen<br />
nicht unbedingt als eutraphent angesehene Arten zu sein, auch<br />
wenn zwar das Auftreten solcher wohl in den meisten Fällen mit dem<br />
Begriff der Eutrophie verknüpft ist. Auch in einer so durchgeführten<br />
Typengru])pierung bleilit es der willkürlichen Deutung ülierlassen, wo<br />
die Grenze zwischen den eutrojihen und den oligotrophen Seetyjien zu<br />
ziehen ist. Das ist eine Frage, die meines Wissens noch nirgends i lire<br />
I.ösung gefunden hat. Nach NAUMANN (1921, [). 101) ist der Pliytoplanktongehalt<br />
in oligotro])hen (iewässern sehr gering. Wasserblüte<br />
tritt in ihnen mir ausnahmsweise auf. Dies kann natürlich auch auf<br />
die Seetypen übertragen werden iind passt auch abgesehen von einigen<br />
wenigen Ausnahmen recht gut mit der (irenze der entrojihen und<br />
oligotrophen Seelypengru|)pen, so wie sie sich in der vorliegenden
282 L. Marista, Die floristischen Seetypen i^'innlands.<br />
Untersuchung ergehen liat, zusanunen. Insofern ist auch die von mir<br />
gehrauchte Einteihing stabil, als Typenverschiehungen einzelner<br />
Seen unter natürlichen Verhältnissen nur im Laufe heträchtlicher<br />
Zeiträume und z.B. im Anschluss an Klimaveränderungen stattfinden<br />
können. In einer Gruppe für sich stehen die verschiedenen kulturbedingten<br />
Veränderungen, die jedes natürliche Seensystem durcheinanderwerfen<br />
können.<br />
Dem Ausländer mag die finnische Auffassung von einem See mit<br />
eutropher Vegetation gar bescheiden vorkommen. Sowohl die klimatischen<br />
als die edaphischen Faktoren gestalten sich indessen im Hinblick<br />
auf das ganze Land in Finnland so viel ungünstiger als z.B.<br />
schon in Schweden, dass, würde man sich hier lediglich auf typische<br />
eutrophe Seen im schwedischen Sinne beschränken, es ihrer nicht<br />
viele ül)rig bleiben würden. So ist z.B. I.OILAMMAR (1988, p. 207)<br />
darüber verwundert, dass POHJALA (1933) den See Äyräpään] ärv i<br />
als »sehr eutroph» bezeichnet, obwohl in diesem See doch mehrere<br />
in den stark alkalischen eutrophen Seen Upplands vorkommende<br />
eutraphente Arten fehlen. Und docli ist der Äyräpäänjärvi<br />
tatsächlich einer der allereutrophsten Seen Finnlands, mit einem<br />
Artenhestantl von insgesamt 60 Wasserpflanzenarten, von denen<br />
ganze 22 (37 %) zu den Futraphenten zählen (POHJALA op. c., p. 90),<br />
wozu noch kommt, dass der grösste Teil der Wasserfläche des Sees<br />
im Hesitz der Vegetation steht.<br />
13ie hier gebrauchte Lebensformeinteilung hat in allen nordischen<br />
Ländern in grossen Zügen eine übereinstimmende Verwendung gefunden.<br />
Nur bezüglich der Unterbringung einiger schwer deutbaren<br />
Arten sind Unterschiede zu verzeichnen, fm Nachstehenden gilt die<br />
Lebensfornieinteilung von I.INKOLA (1933a, p. 4-G), jedoch unter<br />
geringfügigen Abänderungen. In üblicher Weise sind die Ciruppen y<br />
Luftblattkräuter und h Schilfgewächse in Tab. 3 und I zur (iemeingruppe<br />
der Melophyten zusammengeschlagen worden. Aus praktischen<br />
Gründen musste aber die Gruppe e, drei schwierige Grenzfälle,<br />
aufgelöst und auf die übrigen Gruppen verteilt werden. Spurijaninm<br />
hyperborciiin ist auf meinen Untersuchungsflächen nicht vorgekommen<br />
und kann hier also übergangen werden. S. minimiini wurde zumeist<br />
im seichten Wasser des Eulitorals angetroffen und hat oft unzweideutige<br />
Schwimunblätter. Sinkt aber der Wasserspiegel während des<br />
Sommers so weit hinab, dass die Pflanze ganz an der Wasserlinie
Ann. BoL. Soc. Zool.-Bol. I'enn. Vanamo, 15, 11:0 5. 117<br />
oder auf dein Trocknen zu sieben koninil, so l)ildel sie sicli habituell<br />
wohl als Lufthlattkraul aus. Aus diesem letzleren (irunde<br />
habe ich sie den Luftblattkräutern zugeordnet. Jiuicus snpiniis mf.<br />
jluUans habe ich vom allgemeinen (lebrauch abweichend bei den<br />
(irundblattkräulern untergebracht, weil die Ilauptforni terrestrisch<br />
ist und die Wasserform, im Gegensatz zu den Wasserblattkräutern,<br />
denen die Art ja habituell am näclisten kommt, stark wurzelt. -<br />
Innerhalb jeder Lebensformgruppe sind die Arten systenuitisch nach<br />
] IIITONEN (1933) geordnet, dessen Nomenklatur ich hier auch bis<br />
auf Alisma plantago gefolgt bin.<br />
In der Einteilung der Arten in bLutraphenten und Oligotraphenten<br />
))in ich el)enfalls LI^'KOLA (I.e.) gefolgt. Die (lru])pe der mesi)traphenten<br />
Arten scheidet aus praktischen Gründen aus und ist<br />
mit den Oligotraphenten zu einer (iruj)pe vereinigt worden. Die einzige<br />
Abweichung von der Einteilung LINKOLAS betrifft Elatine hydropiper.<br />
Die Art wurde auf insgesamt 22 Untersuchungsflächen angetroffen<br />
und davon waren ganze 18 oligotroph. Ausserdem liegen vier<br />
Funde vom allerdürftigsten und sauersten Seetyp vor. IMU nahezu<br />
ähnliclies Verhalten zeigt auch E. iriundra (vgl. J.OIIAMMAR 1938,<br />
p. 207), auch wenn die Art in oligotrophen Seen stets als Indikator<br />
nährstoffreicherer Stellen auftritt, aus welchem Grunde ich sie auch<br />
fortwährend bei den Eutraphenten belassen habe.<br />
Die Hybriden habe ich in den Tabellen nicht getrennt aufgeführt,<br />
sondern hielt es für zweckmässiger, sie mit einer der beiden l^lternarten<br />
zu vereinigen. Als Beispiele mögen erwähnt werden u.a.<br />
Polamocjeloii hicens x P. (jramincus {— P. Zizii), Nymphaea alba x<br />
N. Candida und Niiphar piimiliim x N. luteum, die sämtlich der ersteren<br />
J^^llernart zugeordnet worden sind.<br />
Wie zu erwarten war, erwies es sicjj, dass die Variation sowohl<br />
der klimatischen jds der edaphischen Faktoren die Entstehung lokaler<br />
Seety|)en veranlasst. Die nördlichsten Teile Finnlands sind in<br />
dieser Beziehung von den ül)rigeu Teilen des Landes am meisten<br />
verschieden. Wegen des eigenartigen lokalen Einflusses jener l'aktoren<br />
war die Anordnung der Seelyi)eu zu einer kontinuerlichen Heihe<br />
auf der Basis einer oder mehrerer Eigenschaften nicht möglich. .Jetzt<br />
sind sie nur in groben Zügen nach dem steigenden l^ulrophiegrad,<br />
zum Teil auch nach dem steigenden pFI-Wert aufgereiht worden.<br />
Innerhalb eines jeden ryi)s sind die Seen (sielie Beilage) so
.A "rt<br />
b-' •5 •/2<br />
'-c ^<br />
.2<br />
»r- rt J<br />
S3 Ä<br />
Cl m<br />
rt<br />
0) H<br />
"s rt<br />
c s s<br />
"3 ''S rt<br />
^^<br />
ft • 2 ö ^<br />
^^ g<br />
s c -s<br />
II<br />
" e<br />
"u o<br />
Loll>e/ia-Ty|)<br />
I I<br />
•3 VO<br />
V.-<br />
CO co" ff 1<br />
o<br />
1<br />
v-l<br />
VO CC<br />
fo" CO åt<br />
IM oc<br />
a; vii *<br />
CO<br />
ifr CO »o<br />
1 •fr a (fr<br />
1<br />
Poiamogelon<br />
filiformis -<br />
Chnra -Typ<br />
o •<br />
V« cc VO<br />
i-i s-f<br />
lO o<br />
co' M" «O<br />
VO •CO VO<br />
CO CO CO<br />
c ^<br />
Cure.v-Tyj)<br />
i I I<br />
1 i I _<br />
' QJ C<br />
•-H C -o<br />
Elodeiclen-Typ<br />
xO X<br />
o ^<br />
I I<br />
LO<br />
C<br />
lO lO<br />
o Ä<br />
P Ü<br />
Scirpus<br />
lucuster-Typ<br />
«5 ys
1<br />
B<br />
i. «t<br />
V C<br />
2 g ö<br />
J<br />
fe i s<br />
If rS<br />
e i: 2<br />
S a.<br />
£ -S<br />
^ -o<br />
tt g<br />
a,<br />
• ~ - ^ i^s cn s<br />
2c® §<br />
>> Ö ^ O<br />
Si • .o t.<br />
a 1)<br />
S ^ - ^ S<br />
«5 a, 15 ^ I<br />
"-H ~N a;<br />
I 5<br />
i; Q-<br />
c it<br />
o<br />
S -Si<br />
.i<br />
«0 a.<br />
2 §<br />
I ^<br />
G LJ Ü<br />
? e<br />
>> 'I...<br />
• ö S "j<br />
S 5<br />
Sc«<br />
S fc.<br />
w t o<br />
"a ^<br />
II<br />
S s<br />
s -2;<br />
CÖ" Cl Cl vt cc<br />
ff (ff ih' CO cf 1 ef 1 m ef 1 m cf<br />
1 1 1 1<br />
CO 1 Cl<br />
iM 1 oc 1 i 1 1 1 oe<br />
t^ CO 1 ! CO<br />
CO<br />
oc 1 \<br />
T}<br />
00 1<br />
0<br />
CO 1 1<br />
CO<br />
TI CO rT "fö" "co c^ CO CO CO c^<br />
•fr n CO 1 1 1 CO cö" I ef 1 1 1 1 1 vT 1 t 1 cf C-f 1<br />
IC<br />
TI T)<br />
0 iO 1 »o<br />
oc 1 1 1 1 1 VO<br />
cc c<br />
Cl !<br />
iO 1 1 1 ! 1 0<br />
t 1<br />
C'<br />
kO 0<br />
1<br />
Cl<br />
TI "oö"<br />
-rf 1 ef CO CO<br />
CO Cl<br />
CO<br />
éf 1 1 1 1 1 1 1 1 j 1 1<br />
v*<br />
1 1 1 crf CO<br />
cf 1<br />
v.-:<br />
ot 1 0 1 VO<br />
CC<br />
0<br />
1 1 1 1 0 1 1<br />
c-l cc<br />
110 1 1<br />
CO oc<br />
0<br />
CO<br />
kO<br />
cö cd' CO ^r "co^' Cl CO CO Cl CO Cl Cl<br />
ifl" fT «T co" öf 1 •V cT cT 1 1 1 n 1 1 1 cf m 1 1<br />
c-}<br />
X cc<br />
. I I I 1 CO-<br />
CO 1 r^ 1 I 1 1 0<br />
^ 0<br />
CO 1 t 1<br />
CO
ä S<br />
e "S<br />
P<br />
ÖC<br />
"-S<br />
^<br />
Sä<br />
I II ^ 3 H c o<br />
o..2 2 -s ^<br />
e fe I ö S S<br />
•a ^ 1 - 2 -E<br />
Co aq 03 ^ ^<br />
i- U'<br />
w<br />
• 5 «J<br />
2 o . e c a<br />
Q, Rh a:<br />
I® e<br />
5<br />
^ s;<br />
t« ^ I<br />
3 ""<br />
S I<br />
is a i-i I<br />
t&H<br />
I<br />
c<br />
.<br />
«<br />
o<br />
ö-<br />
'S<br />
S« H<br />
2 e ?s O- I I<br />
J 5M s<br />
« ö<br />
•5 52 §<br />
ä -f:<br />
= c ^ c "ö e «u ä «o<br />
. ^ ii • »«rf • »A<br />
^ ^ S^ bi<br />
• 2<br />
t.<br />
'<br />
o ^<br />
'<br />
CO CO CO CO 00 CO CO<br />
'j? co" CF CO n CF n<br />
I I<br />
c CO f^ c^ CO r>. t^<br />
Equisetum-<br />
Typ<br />
Cl Cl tH Cl Cl<br />
I I I<br />
I I<br />
CO CO<br />
rf<br />
Equiselum -<br />
Phragmites-<br />
Typ<br />
1 I<br />
I 1<br />
^ CO CO<br />
•ff n ^r<br />
CO CO -.•!" 1 1 io<br />
CO<br />
30 •0 CO<br />
00 CC<br />
VO 1 Cl<br />
0 Cl<br />
C' CO<br />
00 l '<br />
VO<br />
OO<br />
to<br />
O<br />
CO<br />
'<br />
VO<br />
Cl<br />
JO CO lO VT" LT LO<br />
Ö' — CO rf in iH »H"<br />
c^ ro<br />
ITS CO CO CO<br />
lo so" co" co"<br />
I I I I<br />
I I I I I I<br />
I 1 I<br />
I I I<br />
I I I t I<br />
I 1<br />
CO CO CO CO ^r<br />
Co" cf r-T cf m 00<br />
I I I<br />
Kannas-<br />
Variante<br />
I I<br />
CO CO CO
Ö 1 Ä<br />
be<br />
1 «<br />
.2<br />
II<br />
•I.-<br />
I. ^<br />
• 2<br />
s -2<br />
.2 g<br />
« V}<br />
Ö<br />
.H w fe ;; i. ^<br />
S 'r 'ä<br />
Ö ^ «, C a o »o © © 1<br />
^ "H<br />
CO O 1 1 1 1 1 1<br />
o o o CO 1 1 CO o © ©<br />
CO O o o o CO CO o o © © —H Tl<br />
to<br />
v.* (M cö CO Cl 'iiri 1 vi-«' CC 1 1 ft' vb" cf •<br />
1 1 1 — 1 1 lO 1 1 1 VO lO 1 1 »o o © © © •<br />
I I<br />
-if" CO o lO CO co" co" lÖ CO 00<br />
« •I*" to 1 1 •jf" CO I 1 VO CO o-f<br />
o o o Tl o o © -H<br />
t-N<br />
o o 1 1 1 o 1 O 1 J 1 1 iO 1 o o 1 © VO<br />
I I I<br />
M m' co' IC TT"<br />
iff ^ 1 lO t I 1 I t f f 1 co" OD 1 CO<br />
Ann. Bot. vSoc. Zool.-Bot. Fenn. Vananio, 15, n:o 5.<br />
121
10() L. Marislo, Die floristisclieii Scetypen Finnlands,<br />
geordnet, dass die »mittleren» den typischen Kern bilden, von welchem<br />
aus man dann nach verschiedenen Richtungen hin zu den (irenzen<br />
des Typs und zu den Übergangsformen kommt, deren Unterl)ringung<br />
die meisten Schwierigkeiten bereitet hat. - liei der Berechnung<br />
der Mittelwerte und Frequenzj)rozente der Tabellen sind diejenigen<br />
Arten unberücksichtigt gelassen, die in höchstens 10% der<br />
zum betreffenden Tyj) gehörenden Seen vorkamen. Sie können nämlich<br />
in solchem Falle schon als dermassen typenfremd betrachtet<br />
werden, dass ihnen in der Typencharakteristik jede Bedeutung<br />
abgeht.<br />
Für die lakustrinen Vegetationszonen habe icii mich der Einteilung<br />
THUNMARKS (1931, I). 31) bedient, weil sie die vollständigste ist<br />
und sich in finnischen Verhältnissen am besten eignet. Aus dem gleichen<br />
Grunde wird im vorliegenden Zusammenhang auch die Hodenzoneneinteilung<br />
THUNMARKS (op. c., p. 38) befolgt.<br />
1. OLIGOTROPME SEETYPEN.<br />
Niiphar-iyi).<br />
( Theoretischer Typ.)<br />
Die in bezug auf Artenzahl und Nährstoffgehalt dürftigsten und<br />
zugleich sauersten Seen dürften mir entgangen sein - zu einem anderen<br />
Ergel)nis kann man beim Studium z.B. der Arbeiten von UENKOnen<br />
(1935) und METSO (1936) nicht kommen. Ersterer führt (op.c.,<br />
p. 11) als nährstoffärmste Gruppe seiner Untersuchungsgebiete die sog.<br />
Niipluir-Gewässer an. Die Artenzahl ist in ihnen in der Tat auffallend<br />
gering, das Wasser ist braun, stark humushaltig und das pH liegt bei<br />
ö.o. Die Nennart dominiert und die llelophyten können völlig fehlen.<br />
.Jene von RENKONEN untersuchten (iewässer sind indessen durchgehends<br />
unverkennbare Teichseen, weshalb es sich in diesem Fall um<br />
einen T e i c h s e e t y p und nicht um einen Seetyp handelt. Auch<br />
der von VALLE (1921, p. 10-12) untersuchte Iso Mustajärvi und<br />
der von JÄUNEFELT (1932a, p. 228-232) untersuciite Verijärvi, die<br />
HENKONEN in diesem Zusammenluuig erwähnt, können nicht dem<br />
genannten Typ zugeordnet werden. Beim ersteren handelt es sich<br />
nämlich ganz offenbar um einen Vertreter des Niiphar-'lVxchsectyps,<br />
darauf deuten die geringe Grösse des Sees und ganz beson-
Ann. Bot. Soc. Zool.-Hol. Fenn. Vananio, 15, n:() .'>. 289<br />
(lers (las Uferprofil, sofern wir an der oben (S. 112) dargelegten<br />
Definition des See-Begriffes festhalten. Im Falle des Verijärvi<br />
zeigen wiederum die Beschaffenheit des Ufers und des Seebodens<br />
- besteht doch das erstere zur Hälfte aus »Grus, Steingeröll oder<br />
Sand» - sowie der relativ hohe pll-Wert (6.4) an, dass der See<br />
nicht dem Niiphar-Typ angehören kann. Die in zwei Sätzen wiedergegebene<br />
Vegetationsbeschreibung bringt ebenfalls keine Bestätigung.<br />
Ganz anders steht dagegen die Sache mit dem Kollasjärvi<br />
(VALLE 1928, p. 217-222), auf welchen RENKONEN (I.E.) ebenfalls<br />
iiinweist und den auch ich selbst besucht, obzwar nicht näher untersucht<br />
habe. Der Artenbestand des Sees beschränkt sich lediglich<br />
auf zwei Wasserpflanzenarten, von welchen Niipliar luteum dominiert<br />
und Phragmites hier und da zu finden ist. Auch hinsichtlich der<br />
Eigenschaften des Wassers - Angaben über das pH fehlen allerdingsdürfte<br />
der See die »Bedingungen» eines Nuphar-Sees erfüllen. Unter<br />
den von METSO (1930) untersuchten Seen findet sich kein einziger<br />
Vertreter des Nuphar-Ty[)s, obwohl die Nährstoffarmut der Umgebung<br />
hierzu wohl die Möglichkeiten geben könnte. In meinem eigenen<br />
Material kommt Nr. 1 Lommträsk dem Nupliar -Typ am nächsten,<br />
fast bis an die Grenze desselben heran, darauf deuten die grosse<br />
Artenarmut (nur 4 Wasserpflanzenarten), pH 5.8 und die braune<br />
r^arbe des Wassers. Unter den Arten befinden sich aber immerhin<br />
zwei Helophyten und der eine von diesen ist dazu noch Phragmites.<br />
Ja, auch Lobelia tritt in spärlicher Menge auf. Daher gehört der See<br />
noch in der Bereich des folgenden Typs. Auf Grund des Obengesagten<br />
glaube ich, dass in den Wasserscheidengebieten Süd- und Mittelfinnlands<br />
wohl richtige Nuphar - S e e n zu finden sein könnten, auch<br />
wenn der Typ in seiner reinsten Gestaltung lediglich als Teicliseetyp<br />
auftreten dürfte. Des Kollasjärvi ungeachtet sehe ich den Nupliar-'Vyp<br />
vorläufig als theoretisch an. - Sofern aus dem blossen<br />
Artenverzeichnis zu schliessen ist, repräsentiert Nr. 18 Nyttingen<br />
bei ALMQUIST (1929, p. 85) gerade einen solchen See des Nuphar-<br />
'iyps.<br />
Eqiiiseiiim -Typ.<br />
(Nr. 1-15.)<br />
In bezug auf ihren Artenbestand die dürftigsten und zugleich die<br />
sauersten Seen meines Materials, insgesamt 15 an der Zahl. Ihre<br />
9
124 L. Marista, Die lloristisclieii Seelypen hMiinlaiuls.<br />
(irösse ist gering, 0.OG-8.O km^, (lurchschniltlich 2.I km'^, und sie<br />
vertreten in manchen Fällen Ül)ergangsformen zu den Teichseen,<br />
wie z.B. Nr. -5 Svedjaträsk. An den meisten Seen herrscht das<br />
lorfufer im Vergleicli zu dem minerogenen Ufer vor und (h\s<br />
Wasser zeigt starke I iumusfärhung von gelbbraun bis dunkelbraun.<br />
Die Sichttiefe ist gering, durchschnittlicii I.3 m, die Grenzwerte<br />
l)etragen O.15 und 2.o m. Der Mindestwert wurde im Keskisträsk<br />
(Nr. 14), einem untiefen, dy- und gyttjagründigen See gemessen,<br />
dessen Wasser bei der Messung durch starken Wind getrübt<br />
war. In den meisten EfjuisetiiniSeQn betrug die Sichttiefe l m oder<br />
darüber. Die grösste Sichttiefe wurde im Ägläjärvi (Nr. 3), zugleich<br />
dem grössten See dieses Typs, gefunden. Der pll-Wert beläuft sich<br />
durchschnittlich auf 6.2, mit den (irenzwerten 5.8 und 6..5. Die<br />
Schwankung ist also recht gering, wie überhaupt in humushaltigen<br />
(iewässern mit spärlichem Phytoplanktongehalt.,<br />
/ Die durchschnittliche Zahl der Wasserpflanzenarten beläuft sich<br />
^ in diesem Typ auf 12; der Höchstwert - 19 Arten - wurde im Vuorijärvi<br />
(Nr. 10) und der Mindestwert - nur zwei Arten, nämlich Eqiiiseium<br />
limosum und Scirpus eupaliisler - im vorerwähnten Keskisträsk<br />
gefunden. Der Grund zu der Artenarmut im letztgenannten See liegt<br />
in der Trübung des Wassers, in dem die Bewurzelung der Pflanzen<br />
erschwerenden lockcren Dyboden sowie in dem Umstand, dass der See<br />
im Winter auf weiten Flächen bis auf den Grund gefriert und das<br />
Fis den Dyboden in grcssen Schollen hin und herrückt, so dass den<br />
l^flanzen jede Möglichkeit der Bewurzelung genommen wird. Scirpus<br />
cupahister findet man s[)ärlich am Sandufer l)eim Dorf, Equiseimn<br />
limosiini wiederum bildete einen schmalen Gürtel ausserhalb des<br />
Torfufers bis O.5 m Tiefe. Der verhältnismässig grosse Artenreichtum<br />
des Vuorijärvi führt sich auf die wechselnde Beschaffenheit des Bodens<br />
zurück, indem man hier in einigem Umfang auch dem Lehmboden<br />
begegnet.<br />
Von eutraphenten Arten gibt es auf diesen Seen insgesamt nur 7<br />
Funde, weshalb diese Gruppe nicht einmal in der Mittelwertstabelle<br />
(Tab. 2) zum Vorschein kommt. Von diesen Funden entfallen vier auf<br />
Elaliiie Irinndra, die sich auch hierdurch als schwach eutraphente<br />
Art erweist. Drei von den Eutra})hentenvorkommnissen stammen<br />
vom Höykästräsk (Nr. 15). Insgesamt wurden in diesem Typ nur
Anil. Hol. Soc. Zool.-Bol. l^'enn. N'aiuiiuo, lö, n:o T). 125<br />
Tabelle Die Verlrelung dor verscliiedenen Lel)ensl'oriueii in don oiiizelnen<br />
Soetypen, hereclinei in Prozenten von der gesamten in Tab. 2 anfgenonunenen<br />
Arteiizahl einer jeden Gruppe.<br />
Oligotroplie Typengruppe<br />
Eutrophe Typcii-<br />
«ruppe<br />
a a a 1<br />
H 1 H H a<br />
Si<br />
S 3 «<br />
CO H 2.H<br />
•2<br />
a<br />
a m a<br />
>><br />
>• a H<br />
1 C<br />
g É rt H<br />
>• É<br />
H ö<br />
•c<br />
H O) a ff<br />
0<br />
w g<br />
H "O -S<br />
to<br />
s<br />
^a<br />
Ol 'S<br />
.o<br />
'3 3C-I ^a<br />
a<br />
'5<br />
o< l! .c<br />
s o a •o<br />
rt 1<br />
II O<br />
S<br />
o t a<br />
a.<br />
5 0 rt<br />
CQ<br />
0<br />
1 U!<br />
0<br />
a<br />
H<br />
•2<br />
^<br />
1<br />
i<br />
'S 0 u C<br />
sg<br />
c-S<br />
-1-1<br />
Holoi)iivlen 50 50 63 \\ 38 25 44 88 94 63 75 44 16<br />
Schwimmblattkräuter . . 67 92 75 75 50 42 67 83 58 89 42 33 12<br />
Freischvviminer - :r.i - - - - - - 100 67 67 33 3<br />
Wasserblattkräuter .... - :}5 ;u) 30 53 35 59 29 41 29 53 47 17<br />
Wasser-Scliwiinmblalt-<br />
kräuter 50 100 75 100 100 100 100 75 50 50 _ 75 4<br />
Grundblattkräuter 82 82 82 73 55 45 64j 45 45 82 9 11<br />
Anzalil der Arten 27 39 36 34 31 24 36!j 37 39 38 28 24 63<br />
Tabelle 4. Der Anteil der verschiedenen Lebensformen an der gesamton Artenzalil<br />
der einzelnen Seetypen, auf Grund der Tab. 2 berechnet.<br />
z<br />
<<br />
liutrophe Typen-<br />
Oligotroplie Typengruppe<br />
gruppe<br />
a a a<br />
^<br />
f.<br />
S if 1 a<br />
1<br />
t»» a<br />
H H<br />
H<br />
« Ö<br />
a<br />
1 c<br />
a<br />
"E<br />
a ia ^ a |> rt 0<br />
S H<br />
s<br />
S<br />
« a<br />
.0<br />
3 0<br />
hj 1 -1<br />
RH<br />
II<br />
~ >><br />
g ."2<br />
c 'S<br />
0<br />
•a<br />
0<br />
r W<br />
0<br />
«2 1<br />
k [S<br />
c i<br />
^ ö<br />
h<br />
o ^ 1<br />
a,<br />
%<br />
llelopliyten 30 21 28 20 19 16.5 19.t 38 38 26.5 43 29<br />
Schwiinrnblattkriuiler . . 30 28 25 26 19 21 22 27 18 26.5 18 17<br />
Freischwimmer - 3 8 5 7 4<br />
Wasserblattkräuter .... - 15 14 18 29 25 28 13.5 18 13 32 33<br />
Wasser-Schwinimblattkräuter<br />
7 10 8 12 14 16.5 11 8 5 5 - 13<br />
Orimdblattkräiitor 33 23 25 24 19 21 VJ.:. 13.5 13 24 -
126 J^ Marista, Die floristischen Scety])eu Finnlands.<br />
27 Wasserpflanzenarten oder 13 % der in Tal). 2 verzeichneten Oli<br />
Arten angetroffen.<br />
Von den sechs Lebensformen sind im eigentlichen Sinne nnr vier<br />
im Equisetiim-Typ vertreten. Die Freischwimmer fehlen völlig, desgleichen<br />
- abgesehen von ein paar ganz belanglosen Ansnahmen -<br />
die Wasserblattkräuter. Untereinander annähernd gleichmässig vertreten<br />
sind im Eqiiiseüim-Lyp die Helophyten, die Grundblattkräuter<br />
und die Schwimmblättrigen (Tab. 4). Dies gibt uns indessen<br />
insofern ein falsches Bild vom gegenseitigen Verhältnis der genannten<br />
Lebensformen, als man aus der Beilage am Ende der Arbeit<br />
das Fehlen der Grundblattkräuter in zwei Seen und ihr nur ziemlich<br />
spärliches Vorkommen in den meisten übrigen Seen ersieht. So ergeben<br />
sich die Scliwimmblättrigen und die Helophyten als die dominierenden<br />
Lebensformen im Eqiiisetiini-Typ. - Die Charazeen fehlen<br />
natürlich ganz und auch Wasserblüte kommt nicht vor. Dagegen<br />
gibt es Wassermoose wohl in einigen Seen, obwohl nicht häufig. Häufigste<br />
Art war Drepanocladiis triclwphylliis, die in vier Seen, stellenweise<br />
sogar reichlich, gefunden wurde. Mitunter kann man in<br />
Buchten mit Torfufer und Dyboden reichlich auch Sphagnum bis<br />
in die Tiefe von etwa einem halben Meter finden.<br />
Die Nennart des Typs, Equiseiiim limosurn, ist zugleich auch die<br />
dominierende Art. Sie allein ist in sämtlichen untersuchten Seen des<br />
Typs vertreten und auch in bezug auf ihre durchschnittliche Reichlichkeit<br />
(Tab. 2) den übrigen Helophyten überlegen. An zwei Seen<br />
tritt sie indessen von ihrer dominierenden Stellung zurück, nämlich<br />
am Suovanjärvi (Nr. 2), wo Phragmites ihr voransteht, sowie<br />
am vorgenannten Röykästräsk, w^o Scirpus eiipaliister etwas häufiger<br />
auftritt, auch wenn in dem gegenseitigen Reichlichkeitsverhältnis<br />
der beiden Arten kein Unterschied besteht. Der Suovanjärvi ist zwar<br />
€in typischer dygründiger und brauner Waldsee, aus irgendeinem<br />
Grunde, den ich nicht ermitteln konnte, ist aber dort der Schilf<br />
dem Schachtelhalm an Häufigkeit überlegen. Am Röykästräsk<br />
wiederum ist letzterer wahrscheinlich durch die kürzlich stattgefundcne<br />
Seensenkung und danach durcli die erhöhte nachteilige<br />
Einwirkung der Gefrierungsprozesse von den Ufern teilweise vertrieben<br />
worden. Scirpus eupaluster ist dann rasch zur Stelle gewesen<br />
und hat das flache trockengelegte Ufer an geeigneten Punkten, z.B.<br />
auf dem Sand- oder dem Sandlehmboden, besiedelt. An zweiter
Ann. Bot. Soc. Zool.-Hot. b'cnn. Vanamo, 15, n:(> 5. 127<br />
Abb. 15. Nr. 2. Suovanjärvi. lleisornioonifer, im Vordergrund Lysimachia<br />
thyrsiflora nel)st Carex rosfra/o-Siedlungen. Weiter im Hintergrund Nuphar<br />
luteum.<br />
Stelle unter den Helopiiyten des Typs steht der Schilf, dessen Frequenzprozent<br />
sich auf 87 beläuft. Nirgends im Jiereich des Tyj)s<br />
erreichen indessen die Schilfrohrichte eine so grosse Dichte und Ausdehnung<br />
wie in einigen folgenden Seetypen. Scirpiis cupalusie.r<br />
erringt sich nahezu den gleichen Anteil, S. lacuster ist dagegen kaum<br />
in der Hälfte der untersuchten Seen dieses Ty})s anzutreffen, und auch<br />
wo die Art vorkommt, bihlet sie nicht einmal reine Bestände.<br />
Von den eigentlichen Lufthlattkräutern sind Sparganiiini simplex<br />
und Lißinwchia thijrsiflora die wichtigsten,. Festere Art tritt im Typ<br />
nahezu einzig als schwimmblättrige Form auf, letztere ist an vielen<br />
Seen häufig und in.dygriindigen Uferbuchten zusammen mit Equiseliun<br />
und den Seggen geradezu typisch (Abb. 15). Auel» Alisina planlayo<br />
wurde s})ärlich in sechs Seen, meistenteils an Bootsslrändern<br />
oder in der Nähe von Kulturflächen angetroffen.<br />
Unter den Schwimmblättrigen ist Nnpliar liileuni den übrigen<br />
weit überlegen und mit Ausnahme von Keskis- und llöykästräsk in<br />
sämtlichen untersuchten Seen des Typs vorhanden; im Röykästräsk
12S L. Mdi'islo, Die florisLischeii Seetypeii Mnnlands.<br />
ist (lie Ari indessen durch A', puniiliim ersetzt. Danach folgen in<br />
der Häufigkeitsreihenfolge Nijmphaea Candida und Sparganiiim<br />
Friesii. Erstere übertrifft im Virojärvi (Nr. 6) die gelbe Seerose an<br />
I läufigkeit (Abb. ü). Potamogeion nalans ist im Hereich des Typs schon<br />
verhältnismässig selten und haui)tsächlich nur in solchen Seen zu<br />
finden, die wenigstens an irgend einem Punkte lehmgründig sind<br />
oder bis an das Ufer reichende Kullurflächen aufweisen; wo sich dann<br />
die Art angesiedelt hat. Besondere Beachtung verdient sodann das<br />
nahezu völlige Fehlen von Polijgoimm ampliihiiini in den Seen des<br />
Typs. - Von Wasser-Schwimmblattkräutern begegnet man gelegentlich<br />
Potamogeton alpinus und Callifriche venia.<br />
Häufigste (irundblattkräuter sind Rannnciiliis replaiis und Lohelia,<br />
die aber beide nur etwa in der Hälfte aller untersuchten Seen<br />
des Typs vorkommen. Fast ebenso häufig ist Isoeies lacuslre, dem<br />
man hier meist in den gleichen Seen wie Lohelia l)egegnet. Sämtliche<br />
erwähnten (irundblattkräuter treten indessen stets so spärlich auf,<br />
(lass sie in keiner Hinsicht zu den Typenarten dieser Seen gezählt<br />
werden können. Eine Ausnahme l)ildet nur der kleine Svedjaträsk,<br />
wo Lobelia reichlich zu finden ist. Dieses Vorkommen erklärt sich<br />
dadurch, dass die Ufer des Sees zur halben Länge aus Osmaterial<br />
und Sand bestehen. Andere Grundblattkräuter, wie Elatine-Arten<br />
und Suhularia aqiuilica, findet man nur gelegentlich an abweichend<br />
n ä h rs to f f re i c h e n Stellen.<br />
In der Vegetation des Ufers erringen sich die Seggen den wichtigsten<br />
Platz. Sowohl in bezug auf Häufigkeit als Heichlichkeit den übrigen<br />
weit überlegen ist Carex rostrala, die an dygründigen Ufern und<br />
im seichten Wasser auch dort gedeiht, wo die anderen Arten wegen<br />
der Nährstoffarmut des Seel)odens den Konkurrenzkampf schon aufgegeben<br />
haben. An zweiter Stelle folgt C. lasiocarpa, deren Freciuenzprozent<br />
noch bis 67 ansteigt. Diese Art geht nicht gern ins Wasser,<br />
wenigstens nicht annähernd bis zu der Tiefe wie C. rostrala, sondern<br />
bevorzugt eine trocknere und, ich glaube, auch eine gröbere Unterlage<br />
als diese. C. gracilis wairde nur an sechs Seen angetroffen, C. vesicaria<br />
und C. clala waren noch weniger zu finden. Die häufigsten<br />
Begleitarten von C. roslrala und Lysiinaclüa liujrsiflora sind Comanini<br />
paliistre oberhalb der Wasserlinie und Mcnganlhes Irifoliala im<br />
seichten Wasser. Anderen Uferpflanzen begegnet man nur selten.
Ann. Hot. Soc. Zool.-I^oL l'\'nn. N'aiuimo, 1."), 11:0 5. 12!)<br />
Abb. 16. Nr. 11 -Korhosjärvi. Flaches Heiserinoorufer bei Jiiedrigein Wasserstand.<br />
Bei (ler Wasserlinie 6'rtmr roslraln, iin Wasser lu/uisetum und Phrnsnntes<br />
in lirhteni Miselil)Ostand.<br />
Als 'l'ypenseoii seitMi erwähnt z.l^. der Virojärvi, Nr. 7 Vainolanjärvi<br />
und Nr. 11 Korliosjärvi (Ahl). IG). Ks sind durcligeliends kleine,<br />
in Wasserscheidengehieten j>elej»ene Quellseen. Im Vainolanjärvi findet<br />
man zwar stellenweise auf (Irushoden in eini
130 L. Marislo, Die floristisehen Seelyj)eii Mnnlands.<br />
p. 192-193) in Laatokka-Karelien unterschiedene dürftige Seetyp<br />
passt beinahe bis auf die geringsten Einzelheiten auf den vorliegenden<br />
Eqiiisetum-Yy\) ein. In der Vegetationsbeschreibung LINKOLAS ist<br />
nur der Anteil von Lobelia etwas höher angesetzt worden, als er in<br />
den Seen des Equisclum-Typs gefunden wurde. Desgleichen stösst<br />
man im Artenverzeiclmis auf Polygonum amphibium nebst einigen<br />
Wasserblattkräutern, sämtliche aber unter der Iläufigkeitsbezeichnung<br />
»r». Die Anwesenheit dieser Arten zeigt indessen nur an, dass<br />
LINKOLA dieser Gruppe einige etwas klarere und vielleicht auch grössere<br />
Seen als diejenigen zugeordnet hat, d'm in meinen Eqiiisetuni-'lyp<br />
eingehen. Die erwähnte Übereinstimmung ist in der Tat echt, denn<br />
von den im kargen liinnenlandgebiet LINKOLAS gelegenen Seen, die icii<br />
im vorliegenden Zusammenhang untersucht habe, sind die meisten<br />
eben dem Eqiiiseiiini-Ty\) zugefallen. Als Beispiele seien die Seen<br />
Suovanjärvi, Ägläjärvi und Hietajärvi erwähnt. Das gleiche trifft<br />
ferner für einige andere Seen des genannten Gel)ietes zu, die icii<br />
besuchte, aber nicht näher untersuchte. Wie später (S. 291) zur<br />
Rede kommen wird, bildet diese Gegend einen Teil eines grösseren<br />
zusammenhängenden Eqiiisetiim-Seengebietes.<br />
Die begrenzten Untersuchungebiete von RENKONEN (1935) und<br />
METSO (1930) umfassen hauptsächlich gerade humushaltige Gewässer.<br />
Ich kann indessen keinem einzigen der von RENKONEN untersucliten<br />
])raunen (Gewässer den Rang eines Sees zusciireiben, sondern<br />
es handelt sicli durchweg um Teichseen. Von diesen hat er als eigene-<br />
Gruppe die Eqiiisetum-JYiche abgetrennt, die wohl annähernd meinem<br />
Zi^zasf/nm-Typ entsprechen dürften. Entgegen seiner Annahme<br />
(oj). c., p. 10) können auch tiefe Seen trotz einem pll-Wert erheblich<br />
über ().o recht wohl polyhumoses Wasser führen, wie es z.B. der Vuorijärvi<br />
und Nr. 12 .lämijärvi zeigen.<br />
Die Gruppe 3 bei METSO (1936), d.h. diejenigen Gewässer, die im<br />
vorliegenden Falle als Seen angesehen werden können, entspricht in<br />
grossen Zügen dem Eqiiisetiini-'Vy\). Die grösste Abweichung vom<br />
Typ besteht im Vorkommen von Wasserblattkräutern in den von<br />
METSO untersuchten Seen. Inbetreff der Uiricularia-Arteu ist dies<br />
woiil zu verstehen, finden sie doch ihr Fortkommen auch in recht<br />
stark getrübtem Braunwasser. Die Charakterarten der versciiiedenen<br />
Lebensformen sind indessen in beiden Fällen die gleichen. Ebenso<br />
stimmen die Beschreibungen des Ufers und des Seebodens gut
Ann. Bot. Soc. Zool.-Hot. b'cnn. Vanamo, 15, n:(> 5. 131<br />
überein. Der gleiclien Vegetationsgruppe möciite ich audi nocii (his<br />
Untersuchungsgebiet Nr. 26 von METSO zuführen, das vermutlich<br />
wegen seiner liohen Azidität und geringen Artenzahl von den übrigen<br />
abseits gekommen ist. Dementsprechend würde ich aus dieser<br />
Gruppe das Untersuchungsgebiet Nr. 14 ausschliessen, welches durch<br />
das dominante Auftreten von Scirpus laciister und durch das klare<br />
Wasser trotz des niedrigen pH-Wertes (G.a) dem folgenden meiner<br />
Seetypen zufällt.<br />
Unter den von CEDEHOREUTZ (1934; 1937) untersuchten äländischen<br />
Seen fehlt der Eqiiisetum-ryp. Er unterscheidet zwar nach<br />
SAMUELSSON den Dysee-Typ (1934, p. 22), doch sind die hierhergehörigen<br />
Gewässer unbedingt als Teichseen zu betrachten, wie z.B.<br />
Nr. 20 Bertby-Tjänan (op.c., p. 39), der in bezug auf seinen Phanerogamenbestand<br />
recht wohl dem Eqiiisetiim-Ty[) gleiciikonmit.<br />
Von den Seetypen SAMUELSSONS (1925) kommt der Dysee dem<br />
Eqiiiseliim-iyy> am nächsten, repräsentiert aber einen viel weitläufigeren<br />
und zugleich uneinheitlicheren Begriff. Auch in kollektiver<br />
Fassung umfasst er Seen, die anscheinend gar nicht in die gleiche<br />
Gruppe mit den charakteristischsten Dyseen SAMUELSSONS hineinpassen.<br />
Der See Nr. 2 Hedesjön z.B. enthält in seinem Artenbestand<br />
viele Eutraphenten, wie SAMUELSSON auch selbst bemerkt. Nach<br />
LOHAMMAII (1938, p. 88) ist der Elektrolytgehalt des Wassers in diesem<br />
See beträchtlich, das pH liegt nahe bei der Neutralitälsgrenze und<br />
das Wasser zeigt gelegentliche Lehmtrübung. Von unserem Gesichtspunkt<br />
aus betrachtet dürfte es sich hier um einen schwach eutrophen<br />
See handeln. Eine den Dyseen völlig wesensfremde (iruppe l)i]den<br />
insbesondere die Seen Nr. 8, 20 und 21 bei SAMUELSSON. Sie sind<br />
deutlich alkalisch (LOHAMMAII op.c., p. 121, III und 117), im erstgenannten<br />
liegt pH sogar über 8.0. Das W^asser ist verhältnismässig<br />
durchsichtig und der Artenbestand umfasst alkaliphile Arten. In<br />
den zwei erstgenannten Seen dürfte überdies auch der Dyboden recht<br />
schwach vertreten sein. Diese wSeen dürften wohl nicht einmal als<br />
Variante des Dysee-Typs betrachtet werden können, sondern müssten<br />
vom ganzen Tyj) getrennt werden. Ausser diesen Seen umfasst<br />
der Dysee-Tyj) SAMUELSSONS noch eine Menge solcher Seen»<br />
die ich meinem folgenden Seetyp zugeordnet habe, sowie einige in<br />
bezug auf ihren Artenbestand wenigstens schwach eutrophe 'Jeichseen,<br />
wie Nr. 6, 14 und 19. Bei seiner P'inteilung der Seen scheint
132 L. Marista, Die floristischen Seetypen i^'innlands.<br />
SAMUELSSON ein noch grösseres (iewiciit als ich auf (his Vorkommen<br />
bzw. Fehlen einzelner Wasserpflanzenarten gelegt zu liahen, indem<br />
er z.ß. aus dem Dysee-Typ jeden solchen See ausschliesst, in welchem<br />
Lobelia zu finden ist. Anscheinend geringere Beaciitung ist dagegen<br />
dem Anteil der verscliiedenen ].ei)ensformen als Charakteristikum<br />
des Seetyi)s geschenkt worden, zumal z.H. in mehreren seiner Dyseen<br />
eutraphente Freischwimmer vorkommen.<br />
Bei seiner Typenklassifizierung der norddeutschen Seen hilligt<br />
DONAT (1926, p. 18-19) den »biologischen» dystroj)hen Seety])<br />
THIENExMANNS auch als Vegetationstyi). Der Artenbestand desselben<br />
wird nicht näher beschrieben, aus der Arbeit HUECKS (1925) erhalten<br />
wir aber Aufschluss über die Artenzusammensetzung eines extremen<br />
Ty{)ensees (Diebelsee) und zugleich eine Bestätigung für die Auffassung,<br />
die man sich auf Grund der kurzen 'lypenbeschreibung bei<br />
DOXNAT bilden kann. DONAT beschränkt den Typ lediglich auf vermoorende<br />
und verlandende Moorseen und -teiche, weil ihm anscheinend<br />
nur eine recht begrenzte Auswahl dystropher Gewässer, denen<br />
man in Mitteleuropa meist nur selten begegnet (GESSNER 1929, p. 59),<br />
als Ik^obachtungsmaterial zur Verfügung gestanden haben dürfte. -<br />
Aus Holstein beschreibt SAUER (1937) überhaupt keine dystrophen<br />
Seen, und aus seiner Untersuchung ([), 526) kann man auch ersehen,<br />
dass Equisetuin Hrnosuni sich südlich der Ostsee nirgends einen derart<br />
bedeutenden Anteil in der Wasservegetation wie in Finnland und in<br />
Skandinavien erringt.<br />
Von den Dyseen ALMQUISTS (1929, p. 86) entspricht ein Teil<br />
recht vorzüglich meinem Eqiiisetum-Yy\^. Der Verfasser zählt (p, 85,<br />
Tab. 7) eine ganze Menge solcher Dyseen auf, doch ist ein erheblicher<br />
Teil davon als Moorteichseen zu deuten. Von den eigentlichen<br />
Seen sind z.B. Nr. 17 und 20 wohl zum Eqiiiscliim-Tyi)<br />
gehörig, in einigen anderen wirkt aber die Anwesenheit von Tijpha<br />
(inf/iistifoUa befremdend, weil ja die Art in Finnland durchaus<br />
eulraphent ist.<br />
Von den Seen, die BRAARUD & AALEN" (1938) bei ihrem Dysee-<br />
Typ unterbringen, eignen sich mehrere wohl als Equiscliiin-i^wii,<br />
während z.H. solche wie der Igletjern und der Beinsfjelltjern lediglich<br />
Moorteichseen darstellen und sich am meisten den Nuf)liar-'SQim<br />
nähern.
Ami. J}ol. Sof. Zool.-Hol. l-'oim. N'niiamo, 15, 11:0 ."). IM;}<br />
Der saure Hunuisseelyi) IVERSEXS (1929) ist mil den Spluu/niiin-<br />
Seen DONATS recht nahe verwandt. Er umfasst auch zum ^rossien<br />
Teil torfulerige Moorvveiher. Die Wasserblattkräuler fehlen allerdings<br />
und audi die (irnndhlattkräuter sind sehr schwach vertreten,<br />
indem aber auch die Röhrichte, Schachtelhalmbeslände und seli)st<br />
die Schwimmblattkräuter fehlen können, liegt die Armut des Seetyps<br />
— bzw. Teichseetyps - deutlich im Tage. Von den Eqniselnin-Swn<br />
der vorliegenden Untersucliung Hessen sich den sauren Ilumusseen<br />
IVEiisENs nur einige allersauerste, torfuferige Seen wie z.B. Nr. /<br />
Lommträsk zuordnen, der überwiegende IIaui)tleil fällt aber ganz<br />
ausserhalb des Rahmens der Typeneinteilung IVERSENS.<br />
Zu der gleichen (iruppe gehören noch die IJnlersuchungen von<br />
HENKONEN (1985) und LOIIAMMAR (1938), von denen erslere an dem<br />
Teil des vorliegenden Ty])« bereits oben l)esj)rochen wurde. Bei<br />
LOIIAMMAR finden wir einige Seen, z.B. Nr. 102, 114, 117 und 124,<br />
die offenbar dem Equiseliim-Vy]) zugezählt werden könnten. I'iir<br />
das Vorkommen dieses Seetyps überall in den dürftigen Moränengebieten<br />
Schwedens zeugen ferner noch viele der von CARLSO.N (1902)<br />
untersuchten Seen.<br />
Es ist zu vermuten (vgl. S. 122), dass mein Material sich nicht auf<br />
die allersauersten Seen erstreckt, die es in Finnland überhaupt gibt<br />
und von denen ein Teil mil Hinsicht auf die Vegetation dem vorliegenden<br />
Typ zufallen könnte. Aber auch in seiner hier dargestellten<br />
Fassung bildet der E(imscium-Vy\^ ein sowohl floristisch als ökologisch<br />
deutlich umrissenes (ianzen, dessen Verbreitung in l'innland<br />
sowohl als die allgemeinen N'oraussetzungen seines Vorkommens<br />
sjjäter noch zur Sjirache kommen werden.<br />
Eq Iii SC. hl m ~ PIira(jniil
134 L. Marista, Die flqrislischcu Seetypen Finnlands.<br />
einordnen und bilden so einen eigenen Seetyp, gewisserniassen einem<br />
nacii vier Uichtungen hin ausstralilenden Mittelglied gleich. Der Kern<br />
ist aber durchaus einheitlich und fest. Die Vermittlerstellung des Typs,<br />
ist auch daraus ersichtlich, dass in ihm sämtliche Lebensformen vertreten<br />
sind, keine aber so, dass sie die anderen in den Schatten stellen<br />
würde. Auch tritt in ihm keine Art in ausgesprochener Dominanz<br />
auf. Daher kann auch der Typ nicht nach einer i)estimmten Art<br />
benannt werden, sondern es müssen zu seiner Benennung zwei al)wechselnd<br />
dominierende Arten herangezogen werden. Da der Tyj)<br />
sich ausserdem als Zwischenglied zwischen den Eqniselum- und den<br />
Phra(jmUes-!Ly\i stellt, ist seine Bezeichnung als Eqniselum - Phra-<br />
(jmites-Vy\i selbstberechtigt. Gewisse ihm zugeordnete Seen könnten<br />
vielleicht peripher den Nachl)artypcn angeschlossen werden, die<br />
meisten stellen indessen dermassen selbständige Zwischenformen dar,<br />
dass ihre Verlegung in die übrigen Typen den klaren und einheitlichen<br />
Charakter der letzteren stark beeinträciitigen würde.<br />
Die Zahl der Eqniselum - Phra(jmilcs-Se.Qi\ beläuft sich in meinem<br />
Material auf 25. In bezug auf ihren Flächeninhalt stehen sie sclion<br />
eine Stufe höher als die Eqiiiseliim-^CQn, indem ihre Grösse um einen<br />
Mittelwert von 4.2 km"^ herum innerhalb der Grenzen von 0.68 imd<br />
29.0 km^ schwankt. Das minerogene Ufer herrscht im Vergleich zu<br />
dem Torfufer vor. In Seen, die sich dem Eqiiiseiiim-iy\) nähern, wie<br />
z.B. Nr. 16 Ruokojärvi, zeigt das Wasser indessen noch eine deutliche<br />
braune Humusfärbung, an der (irenze zum Lote/t«-Typ ist es wiederum<br />
grüngelb, wie z.B. im Vitträsk (Nr. 40). Die Sichttiefe beträgt<br />
durchschnittlich 2. 7m, mit den (irenzwerten I.2 bzw. 3.9 m. Auch das<br />
pH liegt höher als im Equisetiim-Typ, durchschnittlich G.e; Grenzwerte<br />
sind 6.2 und 7.o. Die N- und P-Mengen dürften ebenfalls durchschnittlich<br />
grösser sein. Im Hinblick auf die Eigenschaften des Wassers<br />
ist man also einen deutlichen Schritt weiter in der Richtung<br />
nach zunehmender Eutrophie gekommen.<br />
Durchschnittlich 18 Wasserpflanzenarten gehören zum Arienbestand<br />
des Typs. Die gesamte Artenzahl beläuft sich auf 39 oder<br />
02 % von sämtlichen in Tab. 2 angeführten Arten. Von See zu See<br />
beträgt die Variation 11-24. Der Mindestwert wurde im Kotkajärvi<br />
(Nr. 37) und der Höchstwert im Sotkamojärvi (Nr. 25) verzeichnet.<br />
Der eutraphente Artenbestand umfasst 12 Arten; die Zahl<br />
der Funde beläuft sich auf 24, in Verteilung auf 14 Seen. Als (iesamt-
Ann. Hot. Soc. Zool.-Bot. l'\Min. Viinanio, 15, n:o 5. 135<br />
milLelwert des Typs ergibt sich 1 eutraphente Art in jedem See. Die<br />
meisten anspruchsvollen Arten, insgesamt vier, hatte der Sotkamojärvi<br />
aufzuweisen. Poiamogeton pusilliis wurde in vier, Tillaea aquatica,<br />
Sagillaria nalans und Lcnma minor in je drei Seen angetroffen.<br />
Letztere Art trat jedoch überall sehr si)ärlich auf und zwei von den<br />
Funden befanden sich im unmittelbaren Wirkungskreis der Kultur.<br />
Im allgemeinen verteilen sich die Funde der eutraphenten Arten<br />
ziendich gleichmässig auf die verschiedenen Lebensformen.<br />
Im Eqnisetiun - Phragmites-Typ findet man schon sämtliche<br />
J.ebensformen repräsentiert, auch wenn der Anteil der Freischwimmer<br />
ganz unbedeutend ist. Die Schwimmblättrigen befinden sich in<br />
der Mehrzahl, ihr Anteil beläuft sich auf 28 % vom gesamten Artenbestand<br />
des Typs, und von den 12 in Tab. 2 verzeichneten Arten<br />
dieser (lrup})e sind 11 hier zu finden, (irundblattkräuter gibt es 9<br />
Arten oder 23 % vorn gesamten Artenbestand, und der Anteil der<br />
Ilelophytcn ist noch geringer, 21 %. Für die \Vasseri)lattkräutcr<br />
lautet der entsprechende Prozentwert 15. In sämtlichen Lebensformen<br />
hat die Artenzahl im Vergleich zum Equiseliim-lyp entweder<br />
zugenommen oder ist unverändert die gleiche geblieben.<br />
Wassermoose gibt es verhältnismässig reichlich sowohl in den<br />
Hel()j)hytenbeständen des seichten Wassers als auch ausserhalb derselben<br />
im Elitoral. Häufigste Art ist Drepanocladiis Sendlneri, die<br />
auf 9 zu den typischsten Vertretern des Typs gehörenden Untersuchungsflächen<br />
hauptsächlich in grösserer Tiefe gefunden wurde.<br />
Fontinalis anlipijrelica trat in 7 Seen, ebenfalls in tiefem Wasser auf<br />
und Scorpidinm scorpioides wurde in 5 Seen angetroffen. Das häufigste<br />
Seichtwassermoos war Drepanocladiis fliiilans. Von Charazeen<br />
gibt es Nilella flexilis in den grössten Seen (insgesamt 8 Funde), in<br />
5 Seen wurde auch Chara fragilis und in zwei Seen C. slrigosa als<br />
offenbarer Zeuge eines mehr als mittelmässigen Ca-Gehalts dieser<br />
Seen gefunden. Wasserblüte tritt nur selten und spärlich auf.<br />
Als vorherrschende Arten können Phragmiles, Eqiiiseliun oder<br />
Scirpiis laciisler auftreten, und zwar in grossen Zügen je nachdem,<br />
welchem der durch die genannten Arten gekennzeichneten Seetyp<br />
der betreffende See am nächsten steht. So dominiert der Schilf in<br />
12 Seen, während Eqiiiselum und Scirpiis laciisler je für sich in fünf<br />
Seen die vorherrschende Vcgetationskomponente darstellen. In ein<br />
paar Seen findet man ausserdem zwei Arten sowohl in bezug auf
L. Maristo, Die I'lorislisclieii Seetypcn Fiiiiilaiuls.<br />
lMV(|uenz als Heiclilichkcit in ebeiihiirtiger Doininanz vor, so z.H.<br />
im Ala-Kintaudcnjärvi (Nr. 34) Plmigmiles und Equisetiini. Von<br />
alien drei Arien ist P hr ay m i tes in jedem der untersuchten Seen vorhanden,<br />
der Schachtelhalm fehlt im Kotkajärvi und Scirpus laciister<br />
kommt nur in 81 %der Seen vor. Von den eigentlichen Lufthlattkräutcrn<br />
ist Alisnut plnnlmjo schon in 80 % der Seen zu finden, fällt aber<br />
wegen ihrer zerstreuten Wachstumsweise wenig in die Augen. Lijsimachia<br />
thijrsijlora erringt sich i)esonders an dygründigen Ufern,<br />
ganz wie im E8 %), alle übrigen findet man<br />
dagegen nur noch mehr oder minder gelegentlich vor.<br />
In der (Iruppe der Wasserblattkräuter erringen sich Polamogelon<br />
perfolialus und Mijriophijllum allerniflorum die wichtigste Heden-
Anil. Hol. Sof. Zool.-Hol. Ffiiii. N'aiiaino, 15, ii:o 5. KiT<br />
lun^. Das Fre(iuenzi)rozciiL l)ei(ler bcläiirt sich auf 72, der Häurif>keitsmittelwert<br />
der ersteren Art ist aber etwas grösser.<br />
Der Artenbestaiid des Ufers ist recht dürftig. Carex roslrala stellt<br />
nacii wie vor an erster Stelle, obwohl ihr Freqiienzj)rozent bereits<br />
auf nur 70 herabgesunken ist. Auch der Anteil von C. lasiocmpa hat<br />
sicli verringert und C. elala ist überliaupt ausgefallen. C. gracilis<br />
und C;. vcsicaria findet man dagegen schon etwas reichlicher als im<br />
-Typ vor. Von anderen Uferpflanzen sind Cowanini palustrc<br />
und Menijanthes Irifoliata fortsetzungsweise die wichtigsten,<br />
aber auch Lijlhriim salicaria, die im Jujuiseliim-'Vy]) fehlte, tritt<br />
hier schon in 52 % aller untersuchten Gebiete auf.<br />
Als Tyi)enseen seien z.B. Nr. 31 Gålisjö (Abb. 4) und Nr. Üksjärvi<br />
erwähnt, zwei Quellseen,.die von der Kultur nur wenig beeinflusst<br />
worden sind. In beiden sind mit Ausnahme der Freischwimmer<br />
sämtliche Lebensformen vertreten. Dagegen eignete sich Nr. /6'lUiokojärvi<br />
im Hinblick auf die Eigenschaften des Wassers wohl als ein<br />
ßqiiiseliun-^cc, doch das reichliche Vorkommen von Wasserblattkräulern<br />
sowie das dominierende Auftreten von Pliragmites sichern dem<br />
See einen Platz im Eqiiiseliim-Phrngmiles-Tyy) zu. Nr. 40 Vitträsk<br />
(Abb. 5) steht wiederum den klaren LoheliaSeon schon sehr nahe.<br />
.\m schwierigsten ist die Unterbringung der Seen Nr. 38 iMyrysjärvi<br />
und Nr. 39 Syväjärvi. In ihnen bedingt die Nähe des Kalksteingrundes<br />
einen relativ hohen pll-Wert und Kalkgehalt des Wassers, was seinen<br />
wichtigsten Ausdruck im Vorkommen der (^harazeen findet. Diese<br />
Seen vermitteln durch ihren Arteniiestand hinüber zu gewissen nördlichen<br />
Seetypen, in erster Linie dem Eloiden-Typ, wobei die Ähnlichkeit<br />
erstenhands durch edaphische und klimatische Faktoren bedingt<br />
ist. Durch ihr braunes Wasser und ihren dürftigen Artenbestand<br />
ist indessen ihre Einreihung beim<br />
wohl am angebrachtesten. Von besonderer Eigenart ist auch der<br />
Kotkajärvi, wie die vorgenannten ein su])raaquatischer See.<br />
Wie oben (S. 130) bereits erwähnt wurde, hat LINKOLA (lUHi)<br />
seinen dürftigen Seen offenbar auch einige dem vorliegenden Typ<br />
angehörende Ciewässer zufallen lassen. Auch die von ihm im Kirchsp.<br />
Sulkava untersuchte kleine Seenreihe (LINKOLA ID.'Jlib) umfasst unzweideutige<br />
Vertreter des Eqnisciiim-Phr
138 L. Muristo, Die floristischeii Seetypcn Finnlands.<br />
Von den vier eigentlichen Seen bei HENKONEN (1935) lässt sich<br />
kein einziger beim vorliegenden Typ unterbringen. Dagegen fällt<br />
nahezu die gesamte zweite Gruppe der von METSO (1936) untersuchten<br />
Seen, die schwach sauren Gewässer, dem Eqiiisetiim-Phragmiles-Typ<br />
zu. Die betreffenden Seen sind allerdings klein, zwei<br />
geradezu als Teichseen anzusprechen, aber Nr. 2-6, 10 und 12 gehören<br />
hierher, desgleichen Nr. 14 aus seiner Gruppe der sauren Gewässer<br />
(vgl. S. 131). Die Seen Nr. 7 und 9 hingegen, deren Zugehörigkeit<br />
zu dieser Gruppe auch METSO selbst (op. c., p. 26) auf Grund der<br />
Sichttiefenwerte als die schwächste erachtet, können nicht dem<br />
Equisetum-Phragmites-ryp zugezählt werden. Ersterer ist auf<br />
Grund seiner Vegetation trotz des pH-Wertes 6.5-6.7 ein Equisetiim-<br />
See, letzterer dürfte wohl den Klarwasserteichseen näher stehen.<br />
Verfassers Darstellung des Anteils der verschiedenen Lebensformen<br />
und der Arten an der Zusammensetzung der Vegetation dieser Seen<br />
ist treffend und enthält auch wertvolle Beobachtungen zur Ökologie<br />
der letzteren, worauf später noch zurückzukommen sein wird.<br />
Wenn wir schliesslich noch feststellen, dass die meisten der von<br />
REINIKAINEN (1935) untersuchten Seen hierher gehören und unter<br />
den von CEDERCREUTZ (1934) untersuchten äländischen Seen Nr.<br />
21 und 22 ihres relativ hohen Kalkgehalts ungeachtet am besten<br />
wohl gerade dem Equisetum - Phragmiies-Typ zuzuzählen wären,<br />
so ist damit auch das einheimische Literaturmaterial an dem Teil<br />
Ami. Bot. Soc. Zool.-lioL. l^'enn. Vanamo, 15, 11:0 5. 139<br />
Einteilung dem Eqiiisctiim-PhragniUcs-Lyp zul'allon würden. Derart<br />
wirken auf Grund des Artenverzeichnisses z.B. Nr. 5 und 6<br />
(op. c., p. 91, Tal). 9). Auch aus tier (iruppe der Übergangstypen<br />
(p. 91, Tab. 10) dürften die zwei artenärmsten Seen, Nr. 1 und 2,<br />
am nächsten dem Eqiiisetiim-Phragmiles-iyp zuzuzählen sein. Das<br />
Gesagte hat indessen nur als blosse Vermutung zu gelten, weil alle<br />
Angaben über Transparenz und pH fehlen.<br />
Ein liinsichtlich der Zusammensetzung seiner Vegetation unzweideutiger<br />
Equiseluin-Phragmiles-Sce ist auch der von LILLIEIIOTII<br />
(1938) untersuchte Lammen, auch wenn ihn die geringe Sichttiefe<br />
sich den JE'^uise/f/m-Seen nähern lässt.<br />
Auch in dem Material von IVERSEIN (1929) gibt es keine Eqiiiseium-I^hragmitesSaen,<br />
was seine Ursache wohl in dem von Finnland<br />
so durchaus abweichenden geologischen Aufbau Jyllands hal)en<br />
dürfte, indem dort jene kalkannen Moränenböden fehlen, die in Finnland<br />
die meisten Gewässer des vorliegenden Typs beherbergen.<br />
Dagegen kommen bei LOIIAMMAR (1938), l)esonders im Bereich<br />
seiner nördlichen Untersuchungsgebiete, reichlich in den vorliegenden<br />
Typ gut hineinpassende Seen vor; um einige Ikisjjiele zu erwähnen,<br />
mögen hier nur die Nr. 103, 109, 110, 120 und 130 herausgegriffen<br />
werden.<br />
Aus dem Obigen dürfte zu ersehen sein, dass (ler Equisclum-<br />
Phragmiles-Ty\) sowohl im Hinblick auf die Artenzusammensetzung<br />
seiner Vegetation als inbetreff aller übrigen berücksichtigten Faktoren<br />
seine Stellung als selbständiger Typ wohl bewährt.<br />
Phra(jmiies -'1 y p.<br />
(Nr. 41 - GO.)<br />
Verfolgen wir die Stromrichtung des Wassers von der Wasserscheide<br />
gegen die Zentralseen hin, so kommen wir schliesslich zu<br />
dem Phragmites-Tyi). Zusammen mit den beiden zuletzt beschriebenen<br />
Typen bildet dieser Seetyp in Fiuidand denjenigen Kern des<br />
Seetypensystems, um welchen sich die übrigen Seetyjjen, zu denen<br />
in der Hauptsache verschiedene Quellseen gehören, gruppieren. Der<br />
Typ licsse sich mit Bezug auf den Charakter der betreffenden Gewässer<br />
als Seen mit ausgedehnter offener Wasserfläche (»Selkä»),<br />
10
110 L. Marista, Die floristisclieii Seetypeii Finnlands.<br />
ebenso gut auch anders benennen, in welchem Falle die Benennungen<br />
zwar wohl berechtigt, aber weniger botanisch wären.<br />
Der Pliragmites-Ty\) repräsentiert gewissermassen das konstante<br />
Endergebnis einer langen Stroinfolge. Es ist ja bekannt, dass der<br />
allgemeine Nährstoffgehalt des Wassers durch die Strömung gefördert<br />
wird. Wenn die Wässer unserer grossen Binnenseesysteme ihre<br />
lange Reise aus den Eqiiisetum-Scen der fernen Wasserscheidengebiete<br />
dem Meer entgegen antreten, sind sie braun, sauer und im<br />
allgemeinen arm an Nährstoffen. Allmählich wird aber das Wasser<br />
immer mehr »angereichert». Es durchfliesst auf seinem Wege bebaute<br />
Täler, ein Teil der Humuskolloide wird nach und nach ausgefällt<br />
und sinkt schliessllcli zu Boden. Etwa hier haben sich in die Seenfolge<br />
einige Equiseliim-Phragmites-Seen eingeschaltet. Im Laufe<br />
des Weges kann das Gewässer Zuflüsse auch aus manchen Klarwasserseen<br />
der Osgebiete, ja gelegentlich selbst aus einigen alkalischen<br />
Seen erlialten. Wenn das Wasser dann schliesslich<br />
in den grossen Zentralseen des Gewässe rsystems<br />
anlangt, stellt es eine Mischung recht<br />
mannigfacher Elemente dar, gleichsam einen<br />
Durchschnitt sämtlicher kleineren Gewässereinheiten<br />
des Landes, der wenigstens in den ausgedehnten<br />
M o r ä n e n g e b i e t e n Süd- und M i 11 e 1 f i n nlands<br />
überall annähernd der gleiche ist. Es zeigt<br />
auch an, dass sich der Dystrophiegrad des Wassers und des Sees<br />
umgekehrt proportional zu der Grösse des Sees und der Länge des<br />
zurückgelegten Weges verhält (vgl. JÄRNEFELT 1938, p. 216). Auf die<br />
gewaltigen Wassermassen jener grossen Zentralseen vermögen die<br />
lokalen Faktoren nicht mehr nennenswert einzuwirken. Weil das Baumaterial<br />
des Ufers und des Seebodens überall innerhalb der gleichen<br />
engen Grenzen variiert und der Anteil des Kulturbodens an den<br />
Ufern in grossen Zügen betrachtet gering ist, gestalten sich auch die<br />
wichtigsten das Gedeihen der Wasservegetation beeinflussenden Faktoren<br />
überall annähernd gleich. So bilden diese Zentralgewässer auch<br />
ihren eigenen Vegetationstyp, den Phragmitcs-Typ, benannt nach<br />
seinem charakteristischsten und zugleich dominant auftretenden Helophyt.<br />
Damit wird man aber gleich vor die Schwierigkeit gestellt, die<br />
den meisten Seenforschern entgegengetreten ist. Je grösser nämlich
Anil. Hot. Soc. Zool.-Hot. Fenn. Vanaiiio, 15, 11:0 5. Ml<br />
ein See ist und je zerrissener seine Ulerlinie, desto meiir ivönncii die<br />
verschiedenen Teile des Sees voneinander abweiciieu. Dies betrifft<br />
nicht minder auch die Wasservegetation (vgl. SAMITKLHSON 1925,<br />
p. 5; ALMQUIST 1929, p. 93). Ancli die Artenliste des Pliranmilcs-<br />
Typs enthält verhältnismä.ssig zahlreiclie eutrophe Arten, trotzdem<br />
der Typ der oligotrophen Typengru{)pe zugezählt worden ist. Dies<br />
kommt davon, dass dii-, geschützten, von Kulturland umgelienen<br />
Ahl). 17. Nr. 67 Näsijärvi. Die gesclaitzle, von Anhaiiflächoii uiiigebeiit'<br />
Huclil Merjaiilahti. Ziiinner.st vom Vieh heweidetes Röhricht, Jiinler dein<br />
Stein Glyceria aquatica, weiter nach aussen Gürtelhestände von Votomogeton<br />
nutans und Sparganiwn Frietiii.<br />
Buchten der grossen Seen (Abb. 17) nicht ausser Betracht gelassen<br />
werden können, in seiner typischen Gestaltung ist aber der Phra-<br />
(jmites-lyp an den kargen Ufern der offenen Seeflächen und an den<br />
von Ödland umgebenen Buchten zu finden (vgl. MAIUSTÜ 1935, j). 44;<br />
V^VARAMA 1938, p. 45 und 294), die sowohl in bezug auf Flächeninlialt<br />
als Uferlänge den überwiegenden Hauptteil der betreffenden Seefläche<br />
einnehmen. Dieser Standpunkt dürfte inbetreff der Grossseen<br />
auch von den Limnologen gebilligt worden sein (vgl. WERESTSCHAGIX<br />
1924 a, p. 230).
142 L. Maristo, Die florisLischen Seetypen Finiihiiuls.<br />
In den Phragmites-'Vyp liabe icli insgesamt 20 Untersucluingsllächen<br />
znsammengefiilirt, die in manchen Fällen aus verscliiedenen<br />
Teilen ein und desselben Grosssees (z.B. des Saimaa s. lat. oder<br />
des Oulujärvi) stammen können. Der mittlere Flächeninhalt der Seen<br />
erreicht in diesem Ty}) sein Hociistmass, insofern wir den Clrosssee<br />
als die Summe sämtlicher ungefähr in gleicher Meereshöhe liegenden<br />
und durch schmale Wasserengen voneinander getrennten Wasserflächen<br />
auffassen (vgl. RENQVIST 1936, j). 281). Als Nordgrenze des eigentlichen<br />
Saimaa-Komplexes ist hier indessen der Kyrönsalmi-Strom<br />
bei der Stadt Savonlinna betrachtet worden (RENQVIST op. c., p. 287).<br />
Als durchschnittliche Grösse der Seen ergibt sich in dieser Weise<br />
Ü2G km-; die Grenzwerte betragen 31 und 2 BüO km^. Die Farbe des<br />
Wassers variiert von braungelb ])is grün. Im ersteren Fall handelt<br />
GS sich um eine eng mündende Grossseebucht mit humushaltigen<br />
Zuflüssen (Nr. 43 Karankolahti), im letzteren um eine offene Wasserfläche<br />
mit zum Teil sandigen Ufern (Nr. 60 Pyhäjärvi). In typischen<br />
Fällen ist (Uis Wasser gelijgrün. üie Sichttiefe beläuft sich im Durchs<br />
.schnitt auf 3.9 m, mit den Grenzwerten 2.5 und 7.o m; ersterer Wert<br />
wurde jedoch unter ungünstigen Verhältnissen gemessen. Der mittlere<br />
pH-Wert liegt bei 0.7 und auf den typischsten Untersuchungsflächen<br />
recht gleichmässig bei G.c-G.s, trotzdem dieselben weit voneinander<br />
entfernt in ganz versciiiedenen (iewässersystemen gelegen sind. Die<br />
Grenzwerte betragen (3.5 und 7.i, letzterer gemessen in einer von<br />
Anbauflächen umgebenen Bucht des Louhivesi (Nr. 56). Man stellt<br />
also fest, dass sich die Eigenschaften des Wassers im Vergleich zu<br />
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot, Fenn. Vanamo, IT), n:o 5. 113<br />
ursaclit ist. Auch aus der Aitolahti-Bucht haben sich 8 eutrapliente<br />
Wasserpflanzeiiarten ergehen (MARISTO 1935, p. 15), was wiederum<br />
von der Anwesenheit geschützter, leiimgründiger und zugleich von<br />
Anbaufläclien umgel)ener Buchten herrührt. Die IIeh)phyten sind<br />
nun unter den verschiedenen Lebensformen des eutraphenten Artenbestandes<br />
an den offenbar schwäclier eutraphenten Grundblattkräutern<br />
vorbei zur leitenden Stellung herangerückt. Die am häufigsten<br />
vorkommende eutrai)hente Art ist indessen Sayiüarin iiaidiis,<br />
der ich auf insgesamt 8 Untersucluingsfläclien i)egegnele.<br />
Auch in bezug auf die Artenzahlen der einzelnen Lebensforjuen<br />
bekundet der l^hragmites-Typ seine Vermittlerstellung zwischen den<br />
extremeren 'ryi>eii. In keiner Lebensform wird im vorhegenden Typ<br />
die maximale, ebensowenig wie auch die minimale Arienzahl erreicht<br />
(Tab. 3), Auch die lebensformmässige Verteilung des Artenbestaudes<br />
(Tai). 1) ents])richt gerade in diesem Typ am besten dem gleichen<br />
\\>rhä]tnis mit Bezug auf sämtliche angetroffenen Arten. Nur der<br />
Prozentanteil der Wasserblattkräuter liegt bedeutend unterhalb des<br />
Mittelwertes, (ileichzeitig bemerkt man, wie der Anteil der in der<br />
Mehrzahl vorhandenen llelophyten wächst, während derjenige der<br />
Schwimmblättrigen etwas sinkt. Aus Tab. 3 ist jedoch zu entnehmen,<br />
dass jene Verminderung nur eine scheinbare ist und in erster Linie<br />
eben von der beträchtlichen Zunahme der Helophylen herrührt. Die<br />
Anzahl der (Irundblattkräuter ist die gleiche wie im Equisetum-<br />
Phrugnnles-'Vy\), sowohl die le(juenz- als die Ueichlichkeilsprozente<br />
liegen aber etwas höher (Tab. 2). Hier übernehmen also die Heloj)hyten<br />
zum erslennuü die I.eitung. Wassermoose kommen recht<br />
reichlich vor. (lewöhnlich bilden sie im Klitoral ihre eigenen ausgedehnten<br />
Bestände, die als eine der charakteristischsten l'jgenschaften<br />
des PhnujmilvH-Vy\)v> zu bezeichnen sind. Die gewölinlichsten Arten<br />
sind Drepaiwcladns Scndtneri und Fontiiinlis antipijredca; erstere<br />
wurde auf insgesamt 12 Untersuchungsflächen angetroffen. Von<br />
(Mujrazeen gab es Nilella (lexilis in 35 % der untersuchten Seen.<br />
Die Wahl von Phrngmites zur Nennart des Typs mag zunächst<br />
gewagt, ja, sogar missglückt erscheinen. Handelt es sich doch um<br />
eine der häufigsten Pflanzen der Welt, die auch bei uns in Finnland<br />
in jedem Seetyp zu finden ist. Bewegt man sich aber auf den grossen<br />
Binnenseen des Landes, so wird man bald inne, dass sich gerade dort<br />
die das Gedeihen der Wasserpflanzen bestimmenden Faktoren so
114 L. Marislo, Die'floristischen Seetypen Finnlands,<br />
kombiniert haben, dass von allen Helopliyten der Sehilf am besten<br />
gedeiht nnd demzufolge in unbestrittener Dominanz auftritt. Dies<br />
setzt natürlich voraus, dass das untersuchte Gebiet hinreichend gross<br />
ist und nicht etwa nur ein kleines, nahezu vegetationsloses und stark<br />
exponiertes Uferstück oder z.B. eine sehr geschützte, von alten<br />
Ackerflächen umgebene Bucht darstellt. Aus Tab. 2 ersieht man,<br />
dass die mittleren Frequenzzahlen des Schilfes denjenigen der übrigen<br />
Helophyten in diesem Seetyp weit überlegen sind. An zweiter Stelle<br />
in bezug auf die Häufigkeit steht Scirpiis eiipaliister, der nur selten<br />
zu ausgedehnteren reinen Beständen zusammentritt. Die Art fehlt<br />
nur auf der am Puulavesi untersuchten Fläche. Ebenso fehlt Equisctiim<br />
limosiim in einem der uniersuchten Gebiete. Diese Art bildet<br />
zwar mitunter selbst recht ausgedehnte reine Bestände, noch öfters<br />
tritt sie aber als Komponente in den verschiedensten Mischbeständen<br />
sowohl von Schilfgewächsen als von Schwimmblättrigen auf<br />
(vgl. MARISTO 1935, ]). 36 - 37; VAARAMA 1938, p. 99). Auf den allerdürftigsten<br />
Untersuci\ungsflächen des Phragmiles-Typs erringt sich<br />
der Schachtelhalm erwarlungsgemäss den wichtigsten Anteil. So findet<br />
man ihn in der Brau n wasserbucht Karankolahti etwas reichlicher<br />
und auf der Untcrsuchungsfläche am Puulavesi etwa in der gleichen<br />
Reichlichkeit wie den Schilf vor. Scirpiis lacuster ist nur in 75 % der<br />
untersuchten (iebiete vorhanden. Das Auftreten und die Heichlichkeit<br />
der Art sind in hohem Masse sowohl von der Festigkeit des Seebodens<br />
als von der Exposition abhängig (vgl. S. 256). Tijpha lalifolia<br />
und Glijceria maxima treten regelmässig als Kulturbegleiter auf,<br />
während das Vorkommen von Scolochloa festiicacca weniger regelgebunden<br />
wirkt.<br />
Von eigentlichen lAiftblattkräutern findet man am iiäufigsten<br />
Alisma planiago (Frequenzprozent 95), deren mesotraphenter Charakter<br />
hier recht klar zutage tritt. Sparganiiim simplex, sowohl als<br />
schwimmblättrige wie als luftblättrige Form, ist ebenfalls häufig,<br />
75 %. Die Kulraphenten Sagillaria sagitlifolia, Biitomiis iimbellaliis<br />
und Iris pseiidacoriis müssen dagegen als selten bezeichnet werden.<br />
Häufigste Art unter den Schwimmblättrigen ist Sparganiiim<br />
Friesii (90 %), das sein optiuudes Gedeihen gerade in den Seen des<br />
Phragmilcs-Vyps zu finden scheint. Mitunter bildet die Art in windgeschülztcn<br />
Uferbuchten ausgedehnte Überzüge auf dem Wasser, ein<br />
andermal wieder begegnet man ihr als schmalen Gürtel ausserhalb des
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot, Fenn. Vanamo, IT), n:o 5. 115<br />
Röliriclits (Abb. 17). Audi Polygonum amphibium ist auf allen typischen<br />
Untersuchungsflächen reichlich vertreten, und zwar fehlt die<br />
Art nur dort, wo die gesamte Artenzahl audi sonst am niedrigsten<br />
bleibt, wie in der Karankolahti-Bucht und auf der Untersuchungsfläche<br />
am Puulavesi. Polygonum amphibium gilt auch namentlich<br />
als Typenart eJien der Phragmites-Seen (vgl. MABISTO 1935, p. 17;<br />
VAARAMA 1938, p. 144). Auch Poiamogeton naians und Nuphar<br />
luteum (70 bzw. 85 %) begegnet man verhältnismässig oft. Letztere<br />
Art bildet aber hier weit kleinere Bestände als in den dürftigeren<br />
Seetypen. Auch Sagillaria naians sdieint in den Seen des vorliegenden<br />
Typs gut zu gedeihen, die beschränkte Allgemeinverbreitung der<br />
Art bedingt es aber, das ihr Frequenzwert nicht höher als bis 40%<br />
ansteigt. Die Nympliaea-Artcn sind hier im allgemeinen seltener als<br />
in den meisten anderen Seetypen.<br />
Von Freischwimmern sind insgesamt nur 4 Funde zu notieren,<br />
sämtliche ganz offenbar von der Kultur bedingt. Unter den Wasser-<br />
Schwimmblattkräulern ist Ranunculus pelialus die häufigste Art.<br />
Obwohl ihr Frequenzwert niclit hölier als bei 60 % liegt, möchte<br />
ich sie als eine der Cliarakterarten des Phragmiles-Typs ansehen.<br />
Sie bevorzugt offensichtlich klares Wasser. Der Anteil von Poiamogeton<br />
gramineus und Callilriche verna ist gering.<br />
Polamogelon perfolialus fehlt nur auf den vorgenannten kargsten<br />
Untersuchungsflächen. Ein zweites ebenso häufiges (80 %) Wasserblattkraul<br />
ist Myriophyllum allerniflorum. Auch dem Eutraphenten<br />
Polamogelon pusillus begegnet man vielerorts (35 %), doch tritt die<br />
Art überall nur in sehr kleinen Beständen oder auch ganz einzeln auf.<br />
Unter den (irundblattkräutern ist Isoeies lacuslre die wichtigste<br />
Charakterart. Gewöhnlich bildet sie iliren eigenen Gürtel ausserhalb<br />
der Helophytenbestände, wird aber auch im Röhricht selbst, falls<br />
dieses nicht zu dicht ist, bis zur Grenze des Erosivbodens angetroffen.<br />
Noch häufiger (95 %) sind Scirpus adcularis und Ranunculus reptans,<br />
denen man überall, wo die Unterlage nicht zu locker ist, beiderseits<br />
der Wasserlinie begegnet. Häufig sind auch Subularia aqualica und<br />
Lobelia. Erstere ist anspruchsvoller und bevorzugt offenbar sandlehmige<br />
VVeideufer. Lobelia tritt meistens spärlicher ah im Equisetum<br />
-Phragmites-Yy\i auf, der niedrige Frequenzwert (75 %) rührt aber<br />
daher, dass ich die Art nicht auf den Untersuchungsflächen in Kainuu<br />
(dem um die Stadt Kajaani gelegenen Gebiet) antraf.
MC) L. Marisit), Die floristisclicn Scelypen iMiiiiIands.<br />
Al)b. 18. Nr. 67 Näsijärvi. Exponiertes Ufer./Vm^aris-Hesland an den<br />
äi)sser(Mi Klippen der JJncht Tapatoranlaliti.<br />
AucliJ das Ufer l)clic'rl)c'rgL einige nainenllicli für den Eqiiisetiun-<br />
Phragmitcs-Yy\) kouii/.eichnende Arten. Solche sind vor allem Carex<br />
gracilis, Plialaris arundinacca und Lijlhnini salicaria, von denen die<br />
erstgenannte am häufigsten (85 %) auftritt. Für Phalaris wurde der<br />
Frequenzwert 10 % notiert, namentlich an den (Irossseen des Binnenlandes<br />
(Abb. 18) gilt sie al)er durchaus als Charakterart (MARISTO 1 UJö,<br />
p. 9). Diese drei Arten zusammen bilden den dürftigen, al)er um so<br />
typischereji Artenbestand der an die weiten, offenen Wasserflächen<br />
grenzenden exponierten Ufer. Von den anderen Seggenarten ist<br />
Carex roslrala etwas häufiger als C,. vcsicaria, dagegen sind C. laffincarpa<br />
und C. data verhältnismässig selten. Von ubiquistischen Uferbewohnern<br />
war Conuiriim pulustre auf jeder Untersuchungsfläche<br />
vorhanden.<br />
Als ty])ischste unter den zum vorliegenden Typ geführten Untersuchungsflächen<br />
seien genannt Nr. 18 Päijänne bei Padasjoki, Nr. 03<br />
Haukivesi bei Varparanta und die Aitolahti-Bucht (Nr. 57), Auch<br />
zwischen dem Pllragmites^''Vy\^ und den übrigen Typen gibt es natürlich<br />
Anknüpfungsj)unkte. Solche sind z.H. die vorhin schon öfters erwähnten<br />
artenarmen Untersuchungsflächen am Puulavesi und Ueh-
Ann. Uol. Sue, Zool.-liol. I'enn. Vjuianio, 15, n:o ."). M7<br />
janselkä (Karankolaliti), die l)ei vielen Arten eine lierabseLzun^uhres<br />
durchsclinittlichen Frequenzwerles ini Tyj) bewirken. Der Artenbestand<br />
der ersteren weist zum Teil auf den Equisetiim-Phrngmilcs-<br />
Typ, andererseits ai)er auch auf den Lohclia-Yy\^ hin, und aueli die<br />
Sichttiefe ist l)eträchtlich. Die enge und lange Bucht Karankolahti<br />
wäre als sell)ständiger See schon unzweidculig dorn Eqiiisefum-Phragmites-iyp<br />
zuzuzählen. Wohl die eigenartigste Kombination tritt uns<br />
aber in dem oben ebenfalls schon mehreremal erwähnten Pyhäjärvi<br />
(Nr. 60) entgegen. Sein reicher Entraphentenbestand ist zum Teil<br />
kulturbedingt (vgl. S. 142), solche Arten wie Poiainogeion liiccns, die<br />
Freischwimmer und Cham (ragilis setzen indessen gewöhnlich auch<br />
eine alkalische Ueaktion des Wassers voraus. Als pll ergal) sich hier<br />
jedoch nur 6.5, allerdings am vegetationslosen Ufer gemessen. Auf<br />
diesen Umstand kann indessen nicht ein so grosses Gewicht gelegt<br />
werden, denn es ist ja bekannt, dass in durchschnittlich neutralen<br />
Seen die lokalen Schwankungen des j)!!-Wertes beträchthch sein<br />
können. Ausserdem dürfte das Vorkommen von C/iura fragilis auch<br />
auf einen abweichenden Kalkgehalt des Wassers hindeuten. Das<br />
Wasser des Sees ist weiter ausserordentlich klar und hier vereinigen<br />
sich m.E. in dem PIiragmites-Vy\) sowohl für die Lobelia Socn als<br />
für die alkalischen Klarwasserseen kennzeichnende Züge. Eine eigene<br />
Gruppe für sich i)ilden noch die zum vorliegenden Typ gezählten<br />
Seen des Kaiuuu-Gebietes. Die Unterschiede rühren hauplsächlich<br />
von der verschiedenen Beschaffenheit des Felsgrundes im genannten<br />
Gebiet und im übrigen Binnenland her. Im Wasser der iiier gelegeiuMi<br />
grossen Seen findet man die durch die umliegenden ausgedehnten<br />
Moorgebiete verursachte Ilumusfärbung einerseits und einen sich<br />
von der Beschaffenheit des Felsgrundes herleitenden bedeutenden<br />
Kalkgehalt des Wassers, der seinen Höchstwert in gewissen nördlichen<br />
Buchten des Oulujärvi (z.B. Nr. 46 Melalahti) erreichen dürfte,<br />
in ein und demselben See vereinigt vor. Hier wie vielfach auch anderswo<br />
habe ich den relativen Kalkgehalt des Wassers auf Grund<br />
des Vorkommens oder Fehlens allgemein als kalkhold bekannter<br />
Wasserpflanzenarten geschätzt.<br />
Im Hinblick auf die Wasservegetationsforschung sind jene Grossseen<br />
sowohl bei uns als überhauj)t, fast gänzlich vernachlässigt worden.<br />
LINKOLA (1910) hat die geschützten Uferbuchten des Kiesensees<br />
Laatokka zwar wohl als eigenen Seetyj) oder besser noch als (iruppe
18 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />
von üntersuchiingsgebieten abgetrennt. Im einzelnen sind sie jedoch<br />
J)ei den eutrophen Seetypen unterzubringen. Die erste auf einen<br />
l)innenfinnischen Grosssee bezügliclie Untersuchung ist meine Arbeit<br />
über die Vegetation der Näsijärvi-Bucht Aitohihti (MARISTO 1935).<br />
Letztere ist als Nr. 57 auch in die Reihe der den Grundstock der vorliegenden<br />
Abhandlung bildenden Untersuchungsflächen aufgenommen<br />
worden. Eine von den Untersuchungsgebieten RENKONENS<br />
(1935) umfasst allerdings einen Teil des Louhi vesi, berührt aber zugleich<br />
auch eine meiner eigenen Untersuchungsflächen (Nr. 56), so<br />
dass von grösseren Unterschieden hier nicht die Rede sein kann.<br />
Zuletzt hat die Grossseeforschung einen wertvollen Beitrag durch<br />
die umfangreiche monographische Studie VAARAMAS (1938) vom<br />
Kallavesi erhalten. Ausser im floristischen und ökologischen Sinne<br />
kommt ilir besonders in bezug auf die theoretische und nicht minder<br />
auch ))raktische Klärung der die Soziologie der Wasserpflanzen<br />
bewegenden Fragen ein ansehnliches Verdienst zu. Das Untersuchungsgebiet,<br />
der Kallavesi, stellt ausserdem einen typischen Phra-<br />
(jniiies-^ee. dar und eignet sich mithin vortrefflich als Vergleichsobje<br />
bei der vorliegend auf Grund der in rascher Folge untersuchten<br />
Einzelgebiete vorzunehmenden Charakterisierung des Typs. Auch<br />
VAARAMA (p. 290-293) ist bei der Einfügung des Kallavesi in bereits<br />
i)estelien(le Seetypeneinteilungen den gleichen Schwierigkeiten begegnet<br />
wie vormals ich bei der Unterbringung des Näsijärvi-Sees<br />
(MARISTO 1935, j). 40), und ganz folgerichtig erörtert er auch die<br />
Möglichkeit der Aufstellung eines neuen Seetyps, bei welchem sich<br />
der Kallavesi einreihen Hesse. Dieser neue Seetyp ist gerade der<br />
Phr(ujinites-Vy\) - aber nicht als ein dem Lobelia-Typ untergeordneter<br />
Subtyp, sondern als völlig selbständiger Vegetationstyp der<br />
Grossseen.<br />
Die geographischen Voraussetzungen des Phragmües-'iyps bringen<br />
es mit sich, dass es schwer ist, für den Tyj) geeignete Parallelen<br />
im Ausland zu finden. Der I^odensee erweist sich durch die pflanzensoziologischen<br />
Untersuchungen von KIRCHNER & SCJIKÖTKR (1902)<br />
und BAUMANN (1911) als dermassen abweichend, dass ein Vergleich<br />
nicht möglich ist. Auch aus Deutschland, desgleichen aus Dänemark<br />
lässt die Literatur auf keine Phragmües-iicen sehliessen. In Schweden<br />
haben sowohl ALMQUIST (1929) als LOHAMMAR (1938) die Buchten<br />
des Grosssees Mälaren untersucht, doch auch in diesem Falle ist
Aim. Hot. Soc. Zool.-liol. I'\'iiii. Vanamo, 15, 11:0 5. 149<br />
tlie Zugcliorigkcil zum Phra e n zu b e t r a c hten,<br />
die mehrere l^ i n z e 11 y }) e n oder Fazies g lei c hs<br />
a m n e ]j e n e i n a n der i 11 sic li a u f 11 e h m e n. I c h<br />
habe indessen den ani e x j) o n i e r t e n und weniger<br />
k u 1 t n r b e e i n f 1 n s s t e n Ufer h e r r sehenden Se e-<br />
1 y p als den mass g e b e n d e n a n gesehen, w eil solche<br />
Ufer an den fraglichen Seen weitaus vorherrschen.<br />
Auch die bjgenschaften des Wassers verändern sich<br />
vom exi)onierten zum geschützteren Ufer so wenig und ebenso erfolgt<br />
die Zunahme des Artenbestandes wie auch der Dichte der Siedlungen<br />
in dergleichen Richtung so unmerklich, dass das Ziehen einer<br />
Grenze das Gesamtbild zerstören würde.<br />
]A)belia-'ry\).<br />
(Nr. Gl - SO.)<br />
Der Name, den ich diesem Seetyj) verliehen habe, wurde bereits von<br />
SAMUELSSON (1925) eingeführt. Es handelt sich aber dabei, wie auch<br />
bei einigen anderen der von ihm unterschiedenen Seetypen, um einen
150 L. Mdrislo, Die llorislischcii St'ctyi)eii Finnlands.<br />
kollektiven Tyj), dessen einzelne (ilieder in hezng ani' die Ve^»etati
Ann. Hol. Soc. Zool.-Hol. I't-nn. Vaninno, IT), 11:0 .">. I'jl<br />
lichkcitsiniltclwcrle der Tabelle 2 den grossen Anteil erkennen, der<br />
gerade den Grundhiattkräiitern aul' den Lohelid-Secn zukoiiinit.<br />
den Arten dieser Gruppe sind nur 7'A % in der IVIiLtehverlstahelle<br />
entliaiten, doch auch die drei aus
152 L. Muristo, Die florislischen Scctypeii Fiiinlaiuls.<br />
Seen liiulet man oft sterile Individuen vor, die keine Artshestiniinuni^:<br />
erlauben.<br />
Aus der Grui)})e der Freischwininier ist nur ein Fund von Leniiur<br />
minor zu verzeichnen. - Von Wasser-Schwimmblattkräutern findet<br />
man Raruinruliis pelialus iiäufii^ (70 %), die ül)ri^en aber nur selten<br />
vor.<br />
Häufigstes Wasserl)latlkraut ist Mijriophijllum allermjloriim, indem<br />
auf diese Art bezügliche Notizen nur von zwei Seen fehlen. Von<br />
den übrigen Arten der Gruppe erreicht nicht einmal Potamogctoii<br />
perfolinliis ein höheres Frequenzprozent als 35, das der anderen ist<br />
noch geringer. Bezüglich des kalkliebenden Polamoyelon praelongiifi<br />
liegen Vermerke von vier Seen vor.<br />
Lobelia ist natürlich in jedem See vorhanden. Gerade in diesen<br />
auf Grus- oder Sandboden gelegenen Klarwasserseen erreicht die Art<br />
jene Üj)i)igkeit und quantitative Ausbildung, die die Benennung des.<br />
ganzen Typs nach ihr rechtfertigt. Wo das Ufer seicht ist, kann man<br />
der x\rt in ausgedehnten, den Seeboden auf weiten Flüciien bedeckenden<br />
Wiesenbeständen begegnen (Abb. 19) an steil abschüssigen Ufern<br />
Abb. 19. Nr. 73 Kipinolanjärvi. Prächtiger Lobelia dortmanna•JiGSiand<br />
am flachen Sandufer.
Alin. Hol. Soc. Zool.-BoL. Fenn. Vanamo, 15, 11:0 .'), 15H<br />
hingegen bildet die Art im Tiefenbereicli von 30-80 cm einen schmalen,<br />
oft schön blühenden Sanm. Sterile Blattrosetten gibt es dann in<br />
immer lichterem Stand in den klarsten Seen bis hinab zn 4 m. An<br />
den dichtesten Stellen, im Tiefenbereich von O.5-I.5 m, kann die<br />
Deckung einer solchen Lofte/i«-Matte bis nahe an die 100 % heran<br />
kommen, und ausserdem sind die Bestände in solchen Fällen meist<br />
rein. Eine zweite nahezu ebenso wichtige Art ist Isoetes lacmlrc,<br />
die nur im Suurijärvi fehlte. Ihr Frequenzwert kommt an denjenigen<br />
der vorhergehenden Art heran, die Ueichlichkeit, die bei diesem zumeist<br />
die äussere Tiefengrenze der liöheren Vegetation bildenden<br />
Grundblattkraut oft schwierig zu ermitteln war, ist indessen schon<br />
geringer. Auch diese xVrt wächst oft in dichten Matten und geht in<br />
den klarsten Seen bis zu G m hinab. Ilu- Machtbereich beginnt gewöhnlich<br />
dort, wo derjenige von Lobelia endigt, und zwar so, dass<br />
zwischen beiden ein Mischgürtel eingeschaltet ist, in welchem beide<br />
Arten nebeneinander vorkommen. Isoetes Inciistre ist auf den Lobelia-<br />
Seen ebenfalls eine wichtige Clliaraklerart, verliert aber einigermassen<br />
an Bedeutung, eben weil die Art die grösseren Tiefenbereiche bevorzugt<br />
und deshalb nicht zum Vorschein kommt. Als näcliste folgen<br />
dann in der Uangordnung Ranimciihis reptans mit 85 % und Subularia<br />
aquatica, Erwähnung verdient auch die in Finnland seltene<br />
Liiorella uniflora, die gerade in diesen Seen ihr oj)timales (Gedeihen<br />
zu finden scheint.<br />
Die Uferflora der Lobelia-i^een ist artenarm, denn die öfters<br />
schmale und kiesbedeckte Uferbank ist als Standort in dieser Hinsicht<br />
recht ungeeignet. Nur an flachen Sandufern und in geschützten<br />
kleinen Uferbuchten kann man die Arten siedlungsbildend vorfinden.<br />
Unter den Seggen erreichen Corex rostrata und C. lasiocarpa die<br />
grösste Häufigkeit, sonstigen Arten begegnet man nur gelegentlich.<br />
Comarum palusire und Merujanihes triloliata wurden an mehr als der<br />
Hälfte der untersuchten Seen angetroffen, übrige Arten weniger.<br />
Im Bereich des Typs bemerkt man zwischen den grösseren und den<br />
kleineren Seen einen geringen, aber deutlichen Unterschied in der<br />
Artenzahl zugunsten der ersteren. Das kommt daher, dass die grösseren<br />
Seen stets wenigstens einigermassen unter dem Einfluss der Kultur<br />
stehen. Zumeist liegt in ihnen auch das pH höher. Als Typenbeispiele<br />
der kleineren Lobelia-Seen möchte ich Nr. 75 Valkjärvi im<br />
Kirchsp. Somerniemi und Nr. 78 Kuoppalampi erwähnen. Äusserst
154 L. Müvislo, Die t'lorislischeii SoeLyi)t'n Finnlands.<br />
ly])ische Verlreler der grösseren Seen sind wiederum der Kipinolanjärvi<br />
und der Kuorinkajärvi. In diesem Falle verlegen sich die grösseren<br />
Seen gleichsam in die Peripherie des Typs, indem sie die grösste<br />
Menge verschiedenartiger Wässer und auch verschiedenartiger Kultureint'lüsse<br />
empfangen. Die Bescliarienlieit des Ufers und des Seebodens<br />
ist in ilinen mannigiacher und auch der Einfluss der Expositionsfaktoren<br />
tritt hier bereits deutlich in Erscheinung. So nähern<br />
sich die grössten Lobelia-'Seen, bei mir die Seen Nr. 62 Kotijärvi,<br />
Nr. 67 Kivijärvi und Nr. 70 Venepohja, mehr oder minder dem<br />
Plii'a(jiniles-iy\). In denjenigen Teilen dieser Seen, die ich untersuchte,<br />
rechtfertigen jedoch sowohl die Vegetation als die Flora die<br />
Einreiluing derselben l)eim Lobelia-["y]). In ])ezug auf seinen Artenl)estand<br />
von den übrigen Untersuchungsfläciien einigenmissen abweichend<br />
l)eschaffen ist Nr. 79 Törmäsjärvi, wo u.a. Phracjmiles, Niiphar<br />
luteum und Potairnnjelon nalaus fehlen. Die eigentlichen Charakterarten<br />
sind indessen die gleiclien wie auf den südiiciiereti Lobclia-<br />
Seen, ei)ens() sind die Eigenschaften des Wassers völlig übereinstimmend.<br />
Diese Loöe//a-Seen dürfte LINKOLA (1916) bei seiner Gruppe der<br />
dürftigen Seen untergebracht haben, sofern er ihnen in seinem Untersuchungsgebiet<br />
überhaupt in nennenswerterem Umfang begegnet<br />
ist (Nr. 61 und 62 bei mir). Die Vegetation der Lobelia-Scen ist<br />
in Finnland bisher nur von HENKONEN (1935) geschildert worden.<br />
Vier von seinen Seen zählt er zum vorliegenden Typ und teilt sie<br />
nach IVERSEN (1929) weiter in saure und neutrale Lobelia-Sccn ein.<br />
In die letztgenannte (iruppe verlegt er den Louhivesi, einen ausgeprägten<br />
Kettensee, den ich aber in meinen Phragmites-Ty\) aufgenommen<br />
luil)e. Das Vorkommen gewisser Arten, z.B. Scirpus lacustcr<br />
und Polygonum amphibium, sowie die reichliche Vertretung des<br />
eutraphenten Elements - bei HENKONEN ausserdem Sagiüaria natans<br />
- machen seine Einfügung bei meinem Lobelia-Vy\i unmöglich.<br />
Ebenso erscheintauch der Kuonajärvi, trotz fehlender lüitraphenten,<br />
dem Loöe/irt-Typ recht fremd, dem die Zahl der Wasserpflanzen<br />
beläuft sich in diesem See auf nicht minder als 28, der Seeboden<br />
besteht zum Teil aus Lehm und auch das Wasser ist nicht klar. Die<br />
sauren Lofte/t«-Seen RENKONENS, Valkjärvi und Parjalampi, sind<br />
dagegen ganz unzweideutige Lobelia-Seen. Der letztgenannte ist<br />
saurer als alle von mir untersuchten Lobelia-Seen und entbehrt voll-
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot, Fenn. Vanamo, IT), n:o 5. 155<br />
ständig (ler GrundblattkräuLer. In bezug auf seinen Artenbestand<br />
stellt er m.A.n. erst an der Grenze zu den sauren und klaren Lobelia<br />
- Isoetes-Seen IVERSENS und auch zu den entsprechenden Seen bei<br />
DONAT (192G). Es ist allerdings möglich, dass in Finnland auch andere<br />
dem Parjalampi ähnliche und zugleich noch artenärmere Seen zu<br />
finden sein könnten, Lobelia und Isoetes lacusire bleiben aber in ihnen<br />
aul" jeden Fall als Charakterarten bestehen, weshalb sich eine<br />
weitere Aufteilung des Typs erübrigt. - Von den Seen bei CEDER-<br />
OREUTZ (1931) kann Nr. 23 Kvarnsjö (p. 43) dem vorliegenden Typ<br />
zugezählt werden.<br />
Der Loftc/t«-Tyj) SAMUELSSONS (1925) umfasst neben den zuvor<br />
(S. 138) behandelten auch solche Seen, die ich in den Seetyj) dieses<br />
Namens zusammengefasst habe. Den liauptanteil seines Lobelia-<br />
Typs bilden jedoch mesohumose Seen, während l)ei mir sämtliclie<br />
Lobelia-i^ccii oligoluimos sind. Dadurch wird erklärlich, dass im<br />
Lobelia-'iy\) SAMUELSSONS der Schachtelhalm als dominierender<br />
Ilelophyt auftritt, wie auch, dass u.a. Alisma und Memjanilies<br />
irifoliala geradezu als Charakterarten erwähnt werden. Der Lobelia-<br />
Jyp SAMUELSSONS sciiliesst also in sich sowohl meinen Equiselum<br />
- Pliragrnites-Ty\) als den Lobelia-Typ und ausserdem noch einige<br />
Seen aus ganz anderen Typen ein, und die Typencharakteristik<br />
drückt also den Durchschnittswert sämtlicher aus. Es ist allerilings<br />
wahr, dass Lohelia auch in den Seen des Equiselum - Pliratjmiles-Typi^,<br />
manclnnal sogar in bedeutender Heichlichkeit zu finden<br />
ist, zu ihrer dominierenden Stellung unter den Grundblattkräutern<br />
und zugleich zum Rang einer konstanten Charakterart erhebt<br />
sie sich indessen erst in den Klarwasserseen, wo sie ihren Wachstumsbercich<br />
auch in vertikaler Richtung am weitesten ausdehnen<br />
kann.<br />
In Anlehnung an SAMUELSSON zählen auch BRAARUD & AALEN<br />
(1939) dem Lobelia-Typ einige Braunwasserseen zu. Auf Grund ihrer<br />
Vegetation wären die meisten von denselben beim Equiselum-<br />
Phragmiles-Typ unterzubringen, die grosse Sichttiefe dieser Seen<br />
verbunden mit der braunen Farbe des Wassers ist mir aber von<br />
andersher unbekannt. Die klaren LobeliaSecn der genannten Autoren<br />
sind dagegen wohl Lobelia-Sccn im eigentlichen Sinne des Wortes.<br />
Bei der Erörterung der norddeutschen Seetypen vom Standpunkt<br />
der Wasservegetation stellt DONAT (192G) Vergleiche in erster<br />
11
156 L. Marislo, Die florislischen SeeLypen Fijinlaiuls.<br />
Linie mit den biologischen SeeLypen THIKNEMANNS (1920) an. Eine<br />
eingehendere Behandlung finden in diesem Zusammenhang gerade<br />
die oligotrophen Seetypen. Er unterscheidet die geomorphologisch<br />
und die physiologisch oligotrophen Seen, von denen erstere infolge<br />
der Steilheit des Ufers und die dadurch bedingte geringe Breitenausbildung<br />
der Litoralzone vegetationsarm geblieben sind, trotzdem<br />
das Wasser einen hohen Elektrolytgehalt aufweist. Dem letztgenannten<br />
Typ fallen wiederum klare und elektrolytarme Gewässer zu, die<br />
er Lobelia - Isoetes-Sccn nennt und sie (p. 54) als den Lobelia-Secn<br />
SAMUELSSONS entsprechend anerkennt. Es sind grus- und sanduferige<br />
Quellseen, wahrhafte Lobelia-scen, und zwar von so extremer<br />
Ausbildung, dass z.B. im Ilöllenpinnowsee nur 5 Phanerogamenarten,<br />
darunter kein einziger Helophyt, vorkommen. Doch ist die Erwähnung<br />
DONATS über die Eurytrophie von Polygonum amphibium<br />
und das Vorkommen der Art in sämtlichen Seetypen wenigstens für<br />
finnische Verhältnisse nicht zutreffend. DONAT kommt bei seiner<br />
Betrachtung schliesslich dahin, dass sein oligotropher Jsoelcs - Lobc-<br />
/ta-Typ nur zum Teil identisch mit dem oligotrophen Gewässertyp<br />
THIENEMANXS ist.<br />
Der von JÖNS (1931) untersuchte Bültsee in Holstein ist vom<br />
Autor (p. 205) den Isoetes - Lobelia Seen zugezählt worden, ein<br />
Lobelia-i^ee im Sinne SAMUELSSONS ist dieser See indessen nicht.<br />
Die Eigenschaften des Wassers und selbst noch die edaphischen<br />
Voraussetzungen sind wohl diejenigen eines Lobelia-i^eos, die Artenzusammensetzung<br />
lässt aber wichtige Unterschiede hervortreten.<br />
Ausser auf das Fehlen einiger typischen Arten wird die Aufmerksamkeit<br />
auf das Vorkommen von solchen Eutraphenten wie Potamogcion<br />
crispus, Slratiotes aloides, Lvmna irisulca und Tijplia angiislifolia<br />
gelenkt, alles Arten, die dem Lobelia-Typ wesensfremd sind. Sie<br />
deuten auf einen hohen Elektrolytgehalt des Wassers, aber wenigstens<br />
der Kalkgehalt desselben (p. 175) hat sich als gering erwiesen.<br />
Das Material von SAUER (1937) enthält keinen einzigen Lobelia-See,<br />
aber der Garrensee und der Ihlsee, von welchen HOLL (1939, p. 355)<br />
Isoeies - Lobelia - Litorella-AHfi07.\ii{\onen beschreibt, sind offenbar<br />
hier einzureihen.<br />
Auch ALMQVIST (1929) hat einige Lobelia-Secii untersucht, die in<br />
seinem Untersuchungsgebiet, in der Provinz Uppland, Seltenheiten<br />
sind. In Übereinstimmung mit SAML^ELSSON hat er dem Lobelia-
Aim, Bot. Soc. Zool.-Jiot. Vnniimo, 15, ii:o 5. 157<br />
Typ auch Braunwassersecn zugeführt, iu denen z.B. Isoétes lacmlre.<br />
j»änzlich fehlt. Der als typischster Vertreter der Gruppe erwähnte<br />
Siggefora-See (Tab. 9, Nr. 2) ist ebenfalls ein Braunwassersee mit<br />
geringer Sichtliefe des Wassers (I.OHAMMAR 1938, p. 14) und u.a.<br />
Scirpii^ laciister als eine Charakterart.<br />
Die sauren Klarwasserseen IVERSENS (1929, p. 304) entsprechen<br />
reellt vorzüglich dem Lobelid-Typ in unserem Sinne. Er identifiziert<br />
sie mit den Lobelia - /.soeZßs-Seen DONATS und teilt sie in zwei Fazies,<br />
die stark und die schwach sauren (iewässer ein. Erstere gleichen<br />
den extrem artenarmen Lobelia - Isoetes-^can DONATS. In Finnland<br />
sind solche Seen vorläufig nicht angetroffen worden. Dagegen entspricht<br />
die schwach saure Fazies sowoiil in bezug auf die Artenzusammensetzung<br />
als die Eigenschaften des Wassers meinen Lobelia-<br />
Seen, so gut es in zwei khmatisch derart verschiedenen (iebieten<br />
möglich ist.<br />
Der von LEPILOVA (1933) in Olonetz-Karelien untersuchte Gabozero-See<br />
ist ebenfalls am nächsten den Loü>e/ia-Seen zuzuzählen.<br />
Die vollständigste Schilderung der Makro])hytenvegetation eines<br />
einzelnen Lobelia-i^ecs bringt uns THÜN^IARK (1931) vom See Fiolen<br />
in Schweden.<br />
Polamogeton filiformis - Chara<br />
(Nr. 81-89.)<br />
Ein Typ von durchaus lokalem Charakter, indem sich seine Verbreitung<br />
lediglich auf die Provinzen Kuusamo und Kainuu beschränkt,<br />
und zugleich edaphisch bedingt, wie später (S. 295) noch<br />
ausführlicher zur Bede kommen wird. Ob eutroph oder oligotroph,<br />
ist schwer zu entscheiden gewesen. Der hohe pH-Wert, der in den<br />
südlichen Teilen des Landes eine recht weitgehende Eutropliie voraussetzen<br />
würde, scheint hier indessen nicht massgebend zu sein.<br />
Die llelophytenvegetation der Polamogeton filiformis - Chara-Seeii<br />
ist meistenteils ganz besonders dürftig entwickelt und auch die<br />
I lydrophytenvegetation bringt es an Heichlichkeit nur in Ausnahmefällen<br />
über die Grenze der Üligotrophie hinaus, wohl aber, was die<br />
Artenzahl und die Zusammensetzung des Artenbestandes betrifft.<br />
Weil ich als massgebend für den Eutrophie-Begriff die Vegetation
158 L. Marislo, Die floristiseheii Scetypcii Fiiinlaiuls.<br />
ebensogut wie die Flora betraciitet liabe, habe icli diesen sowohl<br />
physiognomisch als quantitativ dürftigen Seetyj) auf der oligotrophen<br />
Seite der die beiden grossen Hauptgruppea trennenden Grenze<br />
belassen. Bei der Benennung des Typs musste zum Teil zu den Kryj)logamen<br />
und damit zu schwer wahrnehmbaren Arten gegriffen werden.<br />
Dieser Nacliteil wird indessen gewissermassen dadurch aufgehoben,<br />
dass die Nennarten im engsten Verhältnis zu denjenigen<br />
Faktoren stehen, die den Sondercharakter dieser Seen bestimmen.<br />
Die Zahl der untersuchten Gebiete beläuft sich in diesem Typ auf<br />
insgesamt 9. Ihre Grösse variiert zwischen O.i km^ (Nr. 86 llorkanlampi)<br />
und 227.5 km^ (Nr. 81 Yläkitkajärvi) um den Mittelwert von<br />
29.2 km^ (unter Ausschluss des Yläkitkajärvi l.i km'^) herum. Der<br />
letztgenannte See wurde nur an einem Punkt im östlichen Teil untersucht,<br />
der in bezug auf seinen Felsgrund zugleich das Ijasischsle<br />
Gebiet am ganzen See darstellen dürfte, weshalb es möglich seiti<br />
kann, dass die Vegetation in den übrigen Teilen des Sees nicht ganz<br />
gleichartig beschaffen ist. Es wäre jedoch noch weniger berechtigt,<br />
die Stellung des Sees in der Typeneinteilung auf Grund blosser Annahmen<br />
zu bestimmen, und darum habe ich den See nach der Vegetation<br />
der untersuchten Fläche bei Vasaraperä beim vorliegenden Ty[)<br />
eingereiht. Die Farbe des Wassers wechselt von grüngelb l)is blaugrün.<br />
Die Sichttiefe beträgt durchschnittlich 5.3 m und bewegt sich<br />
innerhalb der Grenzwerte 4.5-0.5 m - die Variation ist also recht<br />
gering. pH durchschnittlich 7.5, Grenzwerte 7.3-7.9, letzterer vom<br />
Korvasjärvi (Nr. 89) und bedeutend niedriger als der von VAAKAMA<br />
(mündl. Mitt.) vom gleichen See mit dem Indikator von MEKCK<br />
gemessene Wert 8.8. IVERSEN(1929, p. 289) hat indessen nachgewiesen,<br />
dass eine derartige Variation keineswegs unmöglich ist, und ein Teil<br />
{les Unterschiedes ist auf jeden Fall auf die Verschiedenheit der Messungsmethoden<br />
zurückzuführen.<br />
Die durchschnittliche Zahl der Wasserpflanzenarten beträgt in<br />
diesem Typ 18. Die Variation ist allerdings in Abhängigkeit von der<br />
Grösse der Seen beträchtlich - so wurden im Ilorkanlampi nur 7<br />
Arten angetroffen, während sich ihre Zahl im Yläkitkajärvi auf 28<br />
beläuft. Von Eutraphenten entfallen auf jeden See durchschnittlich 3.<br />
Im Ilyypiöjärvi (Nr. 85) und im vorgenannten Ilorkanlampi<br />
gab es nur je eine eutraphente Art, aber auf der begrenzten Untersuchungsfläche<br />
des Paanajärvi (Nr.
Ann. J3
1()0 L. Maristo, Die floristischcii Seetyi)en Finnlands.<br />
den iUmgeii Teilen des Sees ziemlicli sicher zu finden ist. Als nächste<br />
folgen dann Sparganiiim affine und Friesii mit den Frequenzprozenten<br />
56 und 33. Die übrigen Arten, z.B. Potamogeton nutans und<br />
Polygonum amphibium, sind auf den Seen des Typs nur gelegentlicli<br />
zu finden.<br />
Die Gruppe der Wasser-Schwimmblattkräuter ist dagegen in<br />
ihrer Gesamtheit vertreten (Tab. 2). Ranunculus pelialus ist mit<br />
Ausnahme des Horkanlampi in sämtlichen Seen zu finden. Obwohl<br />
die Art stets nur an wenigen Punkten des betreffenden Sees auftritt,<br />
kann man sie dennoch geradezu als eine Cliarakterart dieser Seen<br />
betrachten. Ebenso wurde Potamogeton gramineus in sämtlichen<br />
untersuchten Seen des Kuusamo-Gebietes, vielerorts reichlich im<br />
seicliten Wasser gefunden.<br />
Unter den Wasserblattkräutern sind vier untereinander gleich<br />
häufig, indem jede auf zwei Untersucliungsflächen fehlt und also den<br />
gleichen Frequenzwert, 78 %, besitzt. Diese Arten sind Potamogeton<br />
praelongus, P. filiformis, P. perfolialus und Mijriophijllum alterniflorum.<br />
Besondere Beaclitung verdient von ihnen wegen seiner Heliktnatur<br />
Potamogeton filiformis. Die Art fehlt im Salmijärvi (Nr. 87)<br />
und im Horkanlampi, tritt aber auf den Untersuchungsflächen des<br />
Kuusamo-(iebietes sehr charakteristisch auf. Stellenweise war sie<br />
auf dem Sandboden nur vereinzelt zu finden, aber z.B. im Korvasjärvi,<br />
wo der Seeboden an verschiedenen Punkten aus Verwitterungsprodukten<br />
kalkhaltiger Gesteine besteht, entfaltete sie sich zu einem<br />
beträchtlichen Reichtum. Als nächste folgen nach dieser Gruppe<br />
dann die ebenfalls alkaliphilen Arten Mijriopliyllum spicatum und<br />
Callitriche antumnalis nebst dem schwach eutraphenten Potamogeton<br />
pusilliis. Die erstgenannte Art tritt in ein paar Fällen nur auf einer<br />
begrenzten Fläche, hier aber in ungemein dichtem, bis volle 100%<br />
deckendem Bestand auf. *<br />
Die meisten Grundblattkräuter scheinen trotz des klaren Wassers<br />
nicht besonders gut zu gedeihen. Dieser Umstand dürfte als Hinweis<br />
darauf gelten können, dass diese Lebensform meistenteils einen<br />
allzu kalkhaltigen Standboden und alkalisches Wasser meidet<br />
(vgl. S. 222). Häufigste Art ist Ranunculus reptans mit 78 %, danach<br />
folgen die beiden Jsoetes-Arien mit je 07 und Suhularia aqualica mit<br />
50 %. Lobelia wurde recht spärlich nur von vier Seen verzeichnet.
Ann. J^ol. Soc. Zool.-Jiol. I'Y'nn. Vanamo, 15, n:o 5. 161<br />
Auch die Uferllora ist arteiiarm. Der Hauptanleil eiiLfäJlt auf<br />
Carex rosiraia, die nur auf der Uiitersuchurigsfläclie am Paanajärvi<br />
fehlte, lm übrigen sind aber die Seggenbestände meist licht und<br />
von beschränkter Flächenausdehnung. Als näciiste in der Mäufigkeitsfolge<br />
der Seggen stehen Carex lasiocurpa und C. gracilis. Aus<br />
dem übrigen Artenbesland sind an erster Stelle die Ubiquisten Comariim<br />
paluslre und Meiujanilics Irijoliula zu erwähnen.<br />
. Als Ty[)enbeispiele der Potamogetoii filiforinis - Chara -Seen<br />
könnte man den Sovajärvi (Nr. 88) sowie den oben bereits erwähnten<br />
Oivankijärvi wählen. Diese bihlen gleichsam den ))Normaltyp»,<br />
von welchem die übrigen Seen nach versciiiedenen lliciitungen hin<br />
ausstrahlen. Am stärksten alkalisch ist der Korvasjärvi. Besonders<br />
in den seichten Buchten an den beiden Enden dieses Sees haben sich<br />
so di(^ke Lagen loser Kalkgyttja abgesetzt, dass die meisten im See<br />
gedeihenden Arten hier niclit Wurzel fassen können. Dieser See<br />
vermittelt aucii gleichsam zum Slratiotes-Vy\), dem am strengsten<br />
alkalischen aller Seetypen Lapplands und ganz Finnlands, hinüber.<br />
Dem Paanajärvi verleiht ein von den übrigen Seen etwas abweichendes<br />
Gepräge zunächst der Umstand, dass die Ufer zum grössten Teil<br />
selir steil sind und dadurch der Wasservegetation entbehren. Die<br />
grosse jährliciie Wasserstandsschwankung wiederum bedingt, dass<br />
die Grupj)e der llelophyten hier nur spärlich vertreten ist. An der<br />
]\lündung des Oulankajoki begegnet man allerdings einer reichen<br />
1 lydrophytenvegetation. Über die eventuelle Verschiedenheit der<br />
einzelnen Teile des Yläkitkajärvi ist vorhin (S. 158) bereits die<br />
Bede gewesen, desgleichen über die Ijesonderen Eigenschaftszüge<br />
der Seen Morkanlami)i und Salmijärvi in der Provinz Ivainuu.<br />
CnDJEiiciiEUTZ (1937, ]). 331) hat auf Ahvenaujuaa in Anlehnung<br />
an ALMQUIST (192U) C/io/7
162 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />
ein eutrophes Allgcmeingeprägc nnd sind dadurch eher einem später<br />
noch zur Sprache kommenden eutrophen Seetyp gleichzustellen.<br />
SAMUELSSON (p. 12) weist allerdings auf das Vorkommen solcher<br />
Seen auf Gotland und Öland liin. Der spärliche Artenbestand des<br />
von STERNER (1926, p. 197) untersuchten einzigen Sees Ölands, dem<br />
Hornsjö, lässt tatsächlich einige Übereinstimmungen mit dem Artenbestand<br />
der Polamogetoii filiformis - C/iar«-Seen des Kuusamo-<br />
Gebietes erkennen. Solche gemeinsame Arten sind Potamogeton praelongiis,<br />
P. gramineus und Myriophglliim spicaturn und an der Stelle<br />
von Potamogeton filiformis haben wir hier P. pectinatus, eine Art,<br />
die sich in bezug auf ihre Ansprüche recht wolil als Vikariante<br />
eignet. Ausserdem werden Charazeen reichlich erwähnt.<br />
Zuerst wurde der Charci-Typ von ALMQUIST (1929) in der schwedisclien<br />
Provinz Uppland unterschieden. Die von ihm diesem Typ<br />
zugeordneten Seen sind jung und nur ganz unl)edeutend über dem<br />
Meeresspiegel erhoben. Daraus folgt, dass sicli in ihrem Artenbestand<br />
zahlreiche Brackwasserrelikte einen erheblichen Anteil erringen. Die<br />
Vegetation ist gewöhnlicli üppig und artenreich, es handelt sich eben<br />
um eutrophe kalkreiche Gewässer. Darin liegt auch der Grundunterschied<br />
zwischen den Cliara-Seen ALMQUISTS und meinen Potamogeton<br />
filiformis - C/uir«-Seen. Ausserdem stehen beide auch morph(>metrisch<br />
in direkten Kontrast miteinander. - Das eutrophe Gepräge<br />
der Cliara-^ccn Norwegens (BKAARÜD & AALEN 1939) ist nicht<br />
klar. Das Wasser ist in ihnen durch Einwirkung klimatischer Faktoren<br />
sehr humusreich, was ihre endgültige A))trennung als selbständigen<br />
üntertyp bedingen dürfte.<br />
In Dänemark hat IVERSEN (1929) eine Reihe alkalischer Gewässer<br />
untersucht. Der überwiegende Teil dieser Seen ist im Hinblick<br />
auf ihren Makrophyteni)estand sehr eutroph und entspricht auch<br />
nach IVERSEN (p. 30G) den Potamogeton-Seen SAMUELSSONS (1925).<br />
Betrachtet man aber das Artenverzeichnis und die Beschreibungen<br />
der Seen Nr. 38, 40 und 41 bei IVERSEN, SO kommt man zu dem<br />
Schluss, dass es sich hier um den C7»«ra-Typ ALMQUISTS, in dänische<br />
Verhältnisse übertragen, handelt. IVERSEN unterscheidet noch die<br />
»Kreideseen», einen extremen Kalkseetyp. Es sind alkalische Seen<br />
mit oligotropher Vegetation, vergleichbar z.B. mit dem Ilornsjö auf<br />
Öland (STERNER 1926, p. 198), scliwieriger aber mit den Potamogeton<br />
filiformis - Chara-^een in Kuusamo.
Ann. liot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:() ."). 329<br />
Der obige Vergleich lässt erkennen, dass die lioiie Lage der Seen<br />
von Kuusamo, d.h. ihr beträchtliches Alter im Vergleich zu den alkalischen<br />
Seen Schwedens und Dänemarks zusammen mit den abweichenden<br />
klimatischen Verliältnissen zu der Entstehung eines in<br />
bezug auf seine AIakro})hytenvegetation lokalen alkalischen Seetyps<br />
geführt haben. Dieser bildet zugleich auch einen guten Untertyp<br />
im kollektiven Seetyp der alkalisciien Klarwasserseen bei der<br />
Errichtung eines weitgreifenderen regionalen Tyjjensystems.<br />
Carex-iy\).<br />
(Nr. 90 - 92.)<br />
Auch im iiördlichsteu Finnisch-Lappland, wo etwa die Hallte<br />
der Makrophytenarten unserer Gewässer nicht mehr zu gedeihen<br />
vermag, gibt es reichlich Seen. Ihre Unterbringung bei den südlicheren<br />
Seetypen ist indessen nicht möglich. Den auffälligsten Unterschied<br />
bildet das spärliche Vorkommen der Helophyten. Die Ufer<br />
können auf weiten Strecken völlig der Makrophytenvegetation enlbehren<br />
(Abb. 20), während im übrigen die Seggen nahezu die einzige<br />
sichtbare Vegetation an der Wasserlinie darstellen. An geschützten<br />
Uferstrecken kann sich dieser Seggengürtel über mehrere hundert<br />
Abb. 20. Nr, Ol Vastvisjärvi. Vegetationsloses Witulufor. In der Buolit im<br />
Flinterf^rund ein Carex /v>s/rfl
161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />
Meter erstrecken und ist mitunter, obwoiil licht und unterbrochen,<br />
auch an exponierten Ufern anzutreffen. So ist auch die Benennung<br />
des vorliegenden Seetyps nacii der auffälligsten und vorherrschenden<br />
Gattung seiner Uferflora durchaus natürlich. Die Hydrophyten zeigen<br />
indessen eine üi)erraschend reiche Vertretung, so vor allem die Wasser-<br />
und die Grundblattkräuter, die von den strengsten Klimaeinflüssen<br />
weniger stark berührt werden.<br />
' Die Zahl der untersuchten C«rex'-Seen beträgt nur 3. Ihre Grösse<br />
schwankt ungemein, denn der grösste, Nr. 90 Inarijärvi, erstreckt<br />
sicli über eine Fläche von etwa 1 000 km^, während der kleinste,<br />
Nr. 92 Talvitupajärvi, nur 0.45 km^ gross ist. Die Einreihung des<br />
Inarijärvi beim vorliegenden Typ mag in Anbetracht der beträchtlichen<br />
Grösse dieses Sees zunächst befremden. Die in der Artenzusammensetzung<br />
im Vergleich zu den übrigen Carex-^QCii hervortretenden<br />
Unterschiede sind indessen gering und offenbar durch die<br />
Expositionsfaktoren bedingt, und auch die Eigenschaften des Wassers<br />
zeigen eine weitgehende Übereinstimmung. Das pH liegt sehr konstant<br />
bei 6,8-6.9. Das Wasser ist klar, die Sichttiefe beläuft sich<br />
durchschnittlich auf 6.5 m und die Farbe des Wassers schwankt von<br />
gelbgrün bis grün.<br />
Die durchschnittliche Zahl der Wasserpflanzenarten beträgt 16.<br />
Auf dem Inarijärvi wurden insgesamt 22 Arten gezählt, während<br />
der Talvitupajärvi ihrer nicht mehr als 9 aufzuweisen hatte. Auch<br />
die Gruppe der Eutraphenten ist durch drei Arten vertreten, von<br />
denen Polanwgeton pusilliis und Rammcidiis confervoidcs auf je zwei<br />
Seen gefunden wurden.<br />
Oben ging bereits hervor, dass die Bedeutung der Helophyten<br />
als Vegetationskomponente au den Seen des Canu'-Typs gering ist<br />
(vgl. Tab. 3 und 1). Der Schachtelhalm war zwar auf jedem der drei<br />
untersuchten Seen zu finden, stets aber nur in kleinen und lichten<br />
Beständen im Inneren der geschütztem Uferbuchten. An manchen<br />
anderen zum vorliegenden Typ zu zählenden Seen (JÄRNEFELT 1934)<br />
begegnet man allerdings auch dem Schilf, doch tritt auch dieser dann'<br />
nicht zu ausgedehnteren Beständen zusammen. Die Bedeutung des<br />
Tannenwedels ist ungeachtet seines Vorkommens auf sämtlichen drei<br />
Seen gering. '<br />
Die ausgesprochen wichtigste Art unter den Schwimmblättrigen<br />
ist Spurganium (iffiiie, das stellenweise auf der Wasseroberfläche
Alin. Hot. Soc. ZooI.-HoL. l-'cniu N'ananu), 15, n:o f). 1()5<br />
166 L. Marislo, Die florisLischeii SeetyixMi l^'imilands.<br />
I'akloren ausscheidcL und alle übrigen StandorLstaktoren von den<br />
klimatischen Faktoren überdeckt werden (vgl. S. 253), selbst so verschieden<br />
grosse Gewässer wie die drei nntersnchten Seen bei einer<br />
anl" die Makrophytenvegetation begründeten Typeneinteilung mit<br />
voller lierechtignng nnter ein und demselben Namen zusammengefasst<br />
werden.<br />
Die Auffindung von Vergleichspunkten für den Ca/-e.t-Typ in<br />
der Literatur ist schwer. In Finnland ist die Vegetation der lappländischen<br />
(lewässer bisher überhaupt nicht studiert worden. Die<br />
von LOIIAMMAII (1938) in Nordschweden untersuchten Seen sind<br />
wieder um einen (irad eutropher. Dagegen würde ich die meisten<br />
von AiiwrossoN (1925) in Norrland untersuchten Seen beim vorliegenden<br />
Tyj) unterbringen, trotzdem der Verfasser nichts über den<br />
Anteil der C.Vn'c.T-Arten an der Zusammensetzung der Ufervegetation<br />
erwähnt. Die auf die eigentliche Wasserflora und die Durchsichtigkeit<br />
des Wassers ])ezügliciu!n Angaben weisen indessen auf<br />
den Car^';i'-Typ hin. Die geringfügigen Unterschiede finden ihre Erklärung<br />
dadurch, dass die von AIIWIDSSON untersuchten Seen zum<br />
Teil seichte Durchflussseen sind. J)ie Ähnlichkeiten wiederum gründen<br />
sich auf die klimatischen Verhältnisse, sind doch die Untcrsucliungsgebiete<br />
ARWTDSSONS nahezu bei 67° N und 213-504 m ü.d.M.<br />
gelegen. Das jährliche Temperalurmittel ist sowohl dort wie hier das<br />
gleiche (.JOHANSSON 193(), p. 218) und auch der Eisgang findet übereinstimmend<br />
in beiden (iebieten meist nicht vor dem Juni statt.<br />
Auch einige höchstgelegenen Seen Nordschottlands, deren Makro-<br />
])hytenvegetalion WEST (1905) studiert hat, schliessen sich offenbar<br />
eng an den vorliegenden Typ an, wenngleich das Wasser etlicher<br />
Seen stark humushaltig und braun ist.<br />
Trotz der geringen Zahl der untersuchten Gewässer glaube icli<br />
behaui)ten zu können, dass es sich beim Carex-Typ offenbar um<br />
einen unzweifelhaft selbständigen und geographisch deutlich umgrenzbaren<br />
(vgl. S. 290) kargen Seetyj) handelt.
Ann. Bot. Soc. Zool.-lioL. l'"enn. Vanamo, 15, n:o 5. 107<br />
Elodeideii-Typ.<br />
(Nr. 93 -104.)<br />
Dieser nörclliclie Seetyp umfasst eleu grössteu Teil der Seen Südmnd<br />
Westlapplands und enthält zum Teil braune und entweder<br />
neutrale oder schwach alkalisch reagierende Gewässer. Die Makrojjliytenvegetation<br />
kann in ihnen stellenweise durch die basische<br />
Natur des umgebenden Felsgrundes oder der losen Hodenablagerungen<br />
eine geradezu reiche Entfaltung aufweisen, der überwiegende<br />
Mauptteil des Sees trägt indessen gewöhnlich ein dürftigeres Gepräge<br />
(z.B. Nr. 104 Perunkajärvi), wenngleich die Artenliste im ganzen<br />
unter Umständen einen ziemlich eutrophen Eindruck machen kann.<br />
Auf einigen südlichsten Elodeiden-Seen haben sich auch die flöhrichte<br />
zu einer Üppigkeit entwickelt, derlei man z.B. auf den Polamogelon<br />
filiformis - Chara-Seen nicht begegnet. Die l^ntscheidung, ob eutro])h<br />
oder oligotroph, ist denn auch inbetreff des vorliegenden 'lyps sehr<br />
schwierig gewesen. In Anbetracht des lokalen Charakters der l^utrophie<br />
auch an denjenigen Seen, wo sie am deutlichsten zutage tritt,<br />
habe ich aber den Elodeiden-Typ den oligotro})hen Seetyj)en angereiht.<br />
Irgendwelche massgebende einzelne Arten, nach welchen der Typ<br />
l)enannt werden könnte, gibt es nicht. Weil aber das reichliche Vorkommen<br />
der Wasserblattkräuter einen typischen Charakterzug dieser<br />
Seen darstellt, habe ich den Namen daraufhin gewählt. Die Stellung<br />
des Eloideideu-Typs unter den nordfinnischen Seetypen erinnert an<br />
tlen Eqiiiseliim - Phra(Jmilcs-Ty[^ in Südfinnland, indem sich Anknüpfungspunkte<br />
ausser an die übrigen nördlichen Typen auch an<br />
gewisse südliche finden.<br />
Dem hvlodeiden-Tyj) habe ich 12 der von mir untersuchten Seen<br />
zugezählt. Ihre Grösse schwankt zwischen O.a und 19.3 km'-^, der<br />
mittlere Flächeninhalt beträgt (1.2 km-. Die Farbe des Wassers zeigt<br />
verschiedene Abstufungen von braun bis gelbgrün. In dieser Beziehung<br />
können zwei (iruppen unterschieden werden, denn in den<br />
Seen Nordwest- und Binnenlaj)plands ist der llumusgehalt des Wassers<br />
deutlich geringer als in Südlappland, Die mittlere Sichttiefe<br />
beläuft sich auf 2.Ü m, die Grenzwerte betragen l.o m (Nr. 93 Saiveljärvi)<br />
und 3.3 m (Nr. 94 Orajärvi). pH liegt durchsclinittlich bei 7.i,<br />
Grenzwerte s'.nd (>.7 (Nr. 95 Vaalajärvi) utul 7.5 (Nr. 100 Särkijärvi).
1()8 L. Maristu, Die fiorisUscluMi Seetypcii Filmlands.<br />
Die Zahl der Wasserjjflanzenarten l)eläuft sich durchschnittlicii<br />
auf 22. Die höchste Anzahl, 33 Arten, wurde auf den Seen Vähä<br />
I.ohijärvi (Nr. 102) und Majamalompolo (Nr. 103) gefunden, darunter<br />
6 eutraphente Arten. Auf dem Saiveljärvi beschränkte sich die<br />
Zahl der Wasserpflanzen dagegen auf nur 8. Vom eutraphenten Arienbestand<br />
entfallen auf jeden See durchschnittlich 3 Arten, die<br />
Gesamtzahl der Vorkommnisse beträgt 31, davon ganze 28<br />
aus der (i r u p p e der W a s s e r b 1 a t t k r ä u t e r, die<br />
übrigen drei beziehen sich auf Sagiltaria natans. Die häufigste<br />
cutrai)hente Art war Potamogetoii pusilliis, die nur im Särkijärvi<br />
fehlte.<br />
Wie auch schon aus der Verteilung des eutraphenten Artenbestandes<br />
zu ersehen ist, sind die Wasserblattkräuter die wichtigste Lebensform<br />
in der Vegetation dieser Seen. Ihr Anteil beläuft sich im vorliegenden<br />
Typ auf 28 % vgm gesamten Artenbestand, d.h. auf einen<br />
etwas geringeren Betrag als im Polamogelon filiformis - C/ia/a-Typ<br />
(Tab, 4), Im ganzen ist aber die Zahl der Wasserblattkräuter im<br />
Elodeiden-Typ grösser (Tab. 3) und auch die Häufigkeitsprozente<br />
der einzelnen Arten liegen hier zumeist höher. An den zweiten Platz<br />
stellen sich dann die Schwimmblattkräuter, während sowohl die<br />
Ilelophyten als die Grundblattkräuter es nicht höher als bis 19.5 %<br />
bringen.<br />
Wassermoose gab es in mehreren Seen, so z.B. im Sieppijärvi<br />
(Nr. 101) und im Vaalajärvi stellenweise sehr reichlich, nur im Särkijärvi<br />
fand ich solche überhaupt nicht. Die häufigsten Arten waren<br />
Drepanocladiis Sendlneri auf 10 und Calliergon megaloplujlliim auf ß<br />
Seen. Von Charazeen wurde Nitella flexilis auf 9 Seen angetroffen.<br />
Der Schachtelhalm ist auf den Elodeiden-Seen ein ausgesprochener<br />
Ubiquist. Vorherrschend tritt er indessen nur an drei Seen auf<br />
und an manchen Seen begegnet man ihm nur spärlich. Den gleichen<br />
Anteil an der Zusammensetzung der Vegetation erringen sich Phragmiies<br />
und ScArpiis lacusier mit etwas grösserem oder dem gleichen<br />
Reichlichkeitsmittelwert wie beim Schachtelhalm (Tab. 2). Auf den<br />
artenreichsten Seen dominiert Scirpns lacusier unter Bildung von reinen,<br />
dichten Beständen (Abb, 21), die den Helophytengürtel nach<br />
aussen hin begrenzen und in bestimmter Tiefe aufhören. Diese letztgenannten<br />
Seen erinnern an die südlichen Scirpiis lacusier-^cen auch<br />
durch die Eigenschaften des Wassers, aber vor allem das reiche Auf-
Ann. liol. St)c. Zool.-liaL. Fenn. Vaiunno, J 5, nio ,'). J(i9<br />
^Vl)b. 21. Nr. JOJ Perunkajärvi. Diclite Scirpus lacuster- und Phragmiles-<br />
Röhrichte in der vegetationsreichen Buclit am Ostufer. Im Vordergrund<br />
gemälitor Carcx roslrata -Bestand.<br />
treten der Wasser- und der Grnndhlattkräuter verhindern ihre Einverleibung<br />
mit dem erwähnten Typ. Scirpus lacuster felilt indessen<br />
auf insgesamt fünf, zur Hauptsache nördlichen Untersuchungsflächen.<br />
Die Bedeutung von Scirpus eupahisler ist gering; nur an den<br />
flachen Sandlehmufern des Fosiojärvi (Nr. 96) tritt die x\rt stellenweise<br />
zu grösseren einheitliclien Beständen zusammen.<br />
Von den eigentlichen Luftblattkräutern ist Lysiniachia tlujrsiflora<br />
die wiclitigste Art und auf sämtlichen untersuchten Seen zu<br />
finden. Nirgends tritt sie aber besonders reichlich auf und bildet nur<br />
selten geschlossene Bestände, weshalb sie trotz ihrer Häufigkeit nicht<br />
als Charakterart betrachtet werden kann. Das Frequenzprozent von<br />
Sparganium simplex beträgt ü7; auf jenen nördlichen Seen ist die<br />
Art stets nur in ihrer schwimmblättrigen Form zu finden.<br />
Unter den Schwimmblattkräutern ist Nuphar luteum nicht wie<br />
in den meisten anderen Seetypen alleinherrschend, sondern zum<br />
gleichen Frequenzwert (92 %) heran kommt auch Sparganium Friesii,<br />
dessen Reichlichkeitsmittelwert überdies hoher ist (Tab. 2). Die Sparganium-Arten<br />
treten auf manchen Seen jener nördlichen Gebiete<br />
fast durchgehends steril auf, so dass man auch bei der Bestimmung<br />
dieser sterilen Vorkommnisse lediglich auf die wenigen blühenden<br />
Individuen angewiesen ist, denen man hin und wieder zufällig be-
161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />
i>egnct. Die meisten anderen Schwimmblättrigen fehlen in den nördlichsten<br />
nntersuchten Seen des Typs und erhalten dadurch einen<br />
niedrigeren Frequenzwert, so z.B. Nijmphaea Candida (67 %) und<br />
l^olarnogeton nalans (58 %),<br />
Unter den Wasser-Sciiwimmblattkräutern iai Raiiiuiculus pelialus<br />
die liäufigste Art, indem sie nur auf einer einzigen Untersuchungsfläche<br />
fehlt. Beachtung verdient der Umstand, dass die Art überhau})t<br />
in so trübem Wasser, wie das der Elodeiden-Seen, zu finden ist.<br />
Der Fre(juenzwert von Potarnogeton gramineiis beträgt 75 %. Die Art<br />
ist recht unauffällig, obwohl sie durch ihr mitunter überaus reichliches<br />
Auftreten geradezu als Charakterart gelten könnte.<br />
Wie oben bereits erwähnt, sind die Wasserblattkräuter im Ilin-<br />
])lick auf die Artenzahl die dominierende Lebensform der Elodeiden-<br />
Seen. Drei Arten sind im Bereich des Typs als sehr häufig zu bezeichnen.<br />
Potamogelon pcrfoliaiiis ist in sämtlichen untersuchten Seen zu finden,<br />
auf manchen Seen l)egegnet man der Art geradezu überall. Der<br />
lleichliclikeilsmitlehvert kann indessen nicht zu einer beträchtlicheren<br />
Höhe ansteigen, weil die Art gewöhnlich nicht zu dichten, geschlossenen<br />
Beständen zusammentritt, sondern den Seeboden in mehr<br />
oder minder lichter Verteilung besiedelt. Als nächste in der Häufigkeitsreihenfoige<br />
kommen Polumogeloii pusillus (vgl. S. 168) und<br />
Mgriophylliini aUerniflonim (75 %). Alle übrigen Wasserblattkräuter<br />
machen dagegen bei 50 % oder schon darunterhalb halt.<br />
Häufigste Grundblattkräuter sind Scirpus acicularis und Ranunculus<br />
replans (92 %), die nur am Saiveljärvi fehlen. Tiefer hinaus<br />
gehende Arten gibt es weniger, hau})tsächlich wegen der schwachen<br />
]3urchsichtigkeit des Wassers.<br />
Unter den Seggen dominiert Carex roslrala, der man an sämtlichen<br />
Seen begegnet. Die Art ist ausgesprochen eurytraphent und scheint<br />
sich nicht viel um Beaktions- und Klimadifferenzen zu kümmern.<br />
Der Frequenzwert von Carex gracilis lautet auf 50 %, alle anderen<br />
.Seggenarten bleiben schon bei niedrigeren Prozentwerlen stehen.<br />
Von den übrigen Pflanzen des Ufers ist Comarum paluslrc völlig mit<br />
Carex roslrala vergleichbar und auf jeder Untersuchungsflüche vorhanden.<br />
Häufig sind ferner Menijanlhes Irifoliala und Callha paluslris<br />
(83 bzw. 75 %).<br />
Die Untersuchungsflächen des Elodeiden-Typs verteilen sich auf<br />
mehrere kleine, aber doch deutlich gegeneinander abgrenzbare
Alin. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 171<br />
Gruppen, von denen sich diese oder jene auf Grund eines uinfanj^reiciieren<br />
Materials vielleicht als selbständige Typenvariante abtrennen<br />
liesse. Zunächst bilden die braunen Scirpns laciister-rc\chc,i\<br />
Seen (vgl. S. 108) eine Gruppe, die dem schwach eutrophen südlichen<br />
Scirpiis lacuster -Typ entspricht und die eutrophsten Elodeiden-<br />
Seen umfasst. Als zweite Gruppe heben sich von den übrigen die<br />
drei nordwestlappländischen Untersuchungsflächen Nr. 98-100,<br />
und zwar in erster Linie durch die geringe Artenzahl und die Eigenschaften<br />
des Wassers ab. Der dritten Gruppe fällt sodann der gesamte<br />
Rest der Seen zu, jedoch mit Ausnahme des Saiveljärvi, dessen<br />
trübes Wasser die Entscheidung der Tyjienzugehörigkeit am meisten<br />
erschwerte. Der See ist ganz ofrenl)ar als ein Zwisclienglied zwischen<br />
dem Elodeiden- und dem Slratiotes-ryp zu betrachten, an dessen<br />
Verbreitungsgrenze er sich auch befindet. Sein Wasser ist indessen<br />
nicht annähernd so alkalisch wie in den Stratiotes-Seen und audi<br />
der Artenbestand ist dürftiger, indem u.a. die Nennart des letztgenannten<br />
Typs fehlt.<br />
Für den Elodeiden-Typ ergeben sicli in der Literatur nur geringe<br />
Vergleichsmöglichkeiten. Der einzigen begegnen wir in den von<br />
LOHAMMAR (1938) untersuchten Seen in Norrland und Torne Lappland,<br />
von welchen ganze 52 nördlich des Ob. Breitegrades und höchstens<br />
65 km von der finnischen (irenze entfernt liegen. Indem auch<br />
der Felsgrund beiderseits der Grenze recht gleichartig beschaffen ist,<br />
gestaltet sich der Vergleich um so ergiebiger.<br />
Unter jenen nördlichen Untersuchungsflächen LOIIAMMARS findet<br />
sicli kein einziger etwa zum Potamogeton filiformis - Chara- oder zum<br />
Lobelia-Typ zu zählender Klarwassersee. Dagegen lässt sich zumindest<br />
die Hälfte derselben beim Elodeiden-Typ in seiner von mir<br />
gegebenen Fassung unterbringen. So schliessen sicli z.B. LOIIAMMARS<br />
Nr. 158, 159, 162 und 164 eng an meine nordwestliche Gruppe von<br />
Muonio (Nr. 08-100) an. Nr. 145, 153 und 156 nähern sich wiederum<br />
meinen Scirpus lacuster-rcichcn Elodeiden-Seen. Ein Teil der nördlichen<br />
Seen LOIIAMMARS findet aber keinen Platz im Elodeiden-Typ,<br />
sondern ist gewissen südlichen Typen (vgl. S. 139) zuzuordnen, die<br />
in nahezu typischer Ausbildung noch bis in die Gegenden des Polarkreises<br />
vordringen können.<br />
12
172 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />
2. EUTROPHE SEETYPEN.<br />
Scirpiis laciister -Tyj).<br />
(Nr. 105 -114.)<br />
Dieser Typ umfasst hauptsächlich seichte und fast ausschliesslich<br />
kulturbeeinflusste Seen, denen man auf „nährstoffreicherem .Boden<br />
auch in sonst karger Umgebung begegnen kann. Der Typ ist von<br />
den südlichen Teilen des Landes bis an die Grenze von Nord-Pohjanmaa<br />
verbreitet und sein wichtigster Charakterzug, die grösstenteils<br />
von dichten Röhrichten umsäumten Ufer, an denen die dichtesten<br />
und ausgedehntesten Bestände von der Nennart gebildet werden,<br />
ist überall der gleiche.<br />
Die gesamte Zahl der untersuchten Seen beläuft sich auf 10. Es<br />
sind meist mittelgrosse Seen mit einer durchschnittlichen Flächenausdehnung<br />
von 6.0 km^. Der kleinste, Nr. 112 Stor Lonoksträsk,<br />
misst 0,84 km^ und der grösste, Nr. 108 Näläntöjärvi, 16.o km^. Die<br />
grösste Tiefe (S.5 m) zeigt wiederum Nr. 109 Kiuruvesi (JÄKNEPELT<br />
1936 b, p. 84). ^gas_JW^s^er„ji.er . iScirp^«^^ ist braun<br />
QdfiL gelbbraun und stets polyhumos. Die Sichttiefe beträgt durchschnittlich<br />
1.0 m; am grössten (1.4 m) wurde sie im vorgenannten<br />
Kiuruvesi sowie im Niemisjärvi (Nr. 110) gefunden, während der<br />
geringste Wert, 0.4 m, sich im Stor Lonoksträsk ergab. Vorübergehend<br />
können auch niedrigere Werte erreicht werden, denn in jenen<br />
seichten, schlammgründigen Seen wird das Wasser durch Einwirkung<br />
des Windes sehr leicht getrübt. Das pH bewegt sich um den Mittelwert<br />
von 6.9 herum innerhalb der Grenzen von 6.6^-7-5- Eine so grosse<br />
Amplitude braucht indessen nicht zu verwundern, denn je reicher<br />
die Vegetation eines Sees ist, desto grösser sind auch die sowohl<br />
täglichen als periodischen Schwankungen des pH-Wertes. Ausserdem<br />
ist das Wasser gerade beiderseits des Neutralpunktes zumeist<br />
am schwächsten gepuffert und gegen Aziditätsveränderungen besonders<br />
empfindlich. Am alkalischsten war das Wasser im Ridasjärvi<br />
(Nr. IIS), während der niedrigste pH-Wert im vorher bereits<br />
erwähnten Näläntöjärvi gefunden wurde.<br />
Wasserpflanzen gibt es im Typ durchschnittlich 18. Die geringste<br />
Zahl, 10 Arten, wurde im Evijärvi HI (Nr. 107), die grösste, 26<br />
Arten, im Köyliönjärvi (Nr. 114) gefunden. Von Eutraphenten enl-
Anil. Hot. Soc, Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, ii:o 5. 173<br />
fallen auf jeden See durchschnittlich 3. Im Ylisenjärvi (Nr. 106)<br />
wurde keine einzige eutraphente Art gefunden, während sich iiire<br />
Zahl im Köyliönjärvi auf 7 belief. Im ganzen beträgt die Anzahl<br />
der Eutraplientenvorkommnisse 29, davon entfällt, wie üblich auf<br />
eutrophen Seen, der grösste Teil auf die Gruppe der Helophyten,<br />
auch wenn sich Elatinc iriandra mit 4 Funden an die Spitze aller<br />
stellt.<br />
Die ausgesprochen dominierende und tongebendste Lebensform<br />
auf den Scirpus laciisier-Seen sind die Helophyten, deren Anteil<br />
sich auf 38 % vom gesamten Artenbestand und auf 88 % von sämtlichen<br />
angetroffenen Helophyten (Tab. 3) beläuft. An folgender<br />
Stelle stehen die Schwimmblättrigen mit 27 %. Ihre physiognomische<br />
Bedeutung ist auf den Scirpus laciisier-Seen nicht so gross wie in<br />
einigen anderen Seetypen, wo sie in geringeren Prozentanteilen vorkommen,<br />
wo aber auch die Röhrichte nicht eine derart zentrale<br />
Stellung einnehmen, wie im vorliegenden Typ. Die übrigen Lebensformen<br />
bleiben alsdann schon erheblich hinter diesen beiden zurück.<br />
Die Wasserblatt- und die Grundblattkrauter bringen es beide zu<br />
13.5%, betrachten wir aber die Frequenzprozente in Tab. 2, so finden<br />
wir den Anteil dieser zwei Lebensformen noch unbedeutender, als<br />
es der obige Prozentwert Vorscheinen lässt. Freischwimmer wurden<br />
nur in einem See gefunden, welches angibt, dass stark humushaltige<br />
Wässer, trotz des sonst gelegentlicii eutrophen Charakters ihrer<br />
Vegetation, sich für diese Lebensform dennoch nicht als Standorte<br />
eignen. Einen wichtigen Sondercharakter stellt ferner das völlige<br />
Fehlen der Charazeen dar. Wassermoose können dagegen in den<br />
seichten Uferbuchten mitunter geradezu massenhaft zu finden sein;<br />
auch im Röhricht kann man ihnen begegnen, und es kann vorkommen,<br />
dass sie auf begrenzten Flächen sämtliche übrige höhere Vegetation<br />
vollends erstickt haben. Die wichtigsten Arten sind Drepanocladus<br />
Sendtneri und D. trichophijllus.<br />
In seinem eigenen Seetyp tritt S^irpusjacuster in möglichst ausgesprochener<br />
Ppminanz auf. Die Röhrichte grenzen oft schroff wie<br />
eine Wand an das freie Wasser und sind zumeist gerade an ihrem<br />
äusseren Rande am dichtesten. Gegen das Ufer hin geht das reine<br />
Scirpus-Röhncht oft in einen Mischbestand mit Pliragmites über,<br />
seltener folgt darauf noch ein reiner Schilf- oder Schachtelhalmgürtel.<br />
Beide letztgenannten Arten sind in untereinander gleichen Frequenz-
17 1 L. Maristo, Die floristisclien vSeetypen Finnlaiuls.<br />
und Heiclilichkeitsanteilen (Tab. 2) in sämtlichen untersuchten Seen<br />
des Typs zu finden. Scirpiis eiipaluster fehlt auf drei Seen völlig und<br />
erringt sich auch sonst nur einen recht unbedeutenden Anteil. Auf<br />
dem Stor Lonoksträsk sowie auf dem E vi järvi III gibt es ausserdem<br />
einige dichte Bestände von Tijplia angustifolia (Abb. 10).<br />
Von den eigentlichen Luftblattkräutern steht AUsma plantago<br />
an erster Stelle. Man begegnet ihr auf jedem See, selten jedoch in<br />
geschlossenen Beständen, sondern meist als Beimischung im Eulitoral.<br />
Häufig vorkommend (80 %) ist auch Sparganiiim simplex, und<br />
zwar im Gegensatz zu den vorhergehenden Typen zumeist in seiner<br />
hiftblättrigen Form. Auch Lysimachia thijrsiflora ist ziemlich häufig<br />
(70 %), sämtliche übrigen Luftblattkräuter bleiben dagegen sclion<br />
hinter der 50 % -Grenze zurück.<br />
Unter den Sclnvimmblättrigen ist Polamogelon naians die wich-,<br />
tigste Art und auf sämtliciien Seen bald in kleineren, bald in grösseren,<br />
die Wasseroberfläche ausserhalb des Scirpiis laciister-Gürtch<br />
bedeckenden Beständen zu finden. Nuphar luteum fehlt in einem See,<br />
in welchem aber statt desseg^AT. pij/niZumiingetroffen wurde. In der<br />
Mäufigkeitsordnung folgt dann Ni/mphaea Candida mit 60 % (auf<br />
zwei Seen wurde auch N. alba notiert). Alle übrigen Schwimmblattkräuter<br />
erreichen nicht 50 %. Besonders fällt auf, dass Sparganiiim<br />
Friesii und S. affine in den meisten Scirpiis laciister-Seen völlig<br />
fehlen. - Wasser-Schwimmblattkräuter sind nur spärlich vorhanden.<br />
Häufigstes Wasserblattkraut ist Polamogelon perfoliatus, jedoch<br />
mit nicht mehr als 60 % und einem auch sonst nur spärlichen oder<br />
zerstreuten Vorkommen. Die übrigen Wasserblattkräuter, darunter<br />
die vorgenannten eutraphenten Arten (Tab. 2), sind noch seltener.<br />
Utriciilaria-Arten, die allem Anschein nach recht geringe Ansprüche<br />
auf den Lichtgenuss machen, gab es in vier Seen, gewöhnlich massenhaft<br />
in seichten und geschützten Uferbuchten.<br />
Einen wesentlichen Zug des Scirpiis laciisler-Tyyts bildet die<br />
schwache Vertretung der Grundblattkräuter. Namentlich die Oligotraphenten<br />
Jsoeles lacustre und Lobelia fehlen nahezu völlig - nur<br />
ausnahmsweise, wenn am See auch feste, z.B. Grus- und Sandufer<br />
zu finden sind, kann man diesen Arten spärlich begegnen. Beide<br />
wurden nur in je einem der untersuchten Seen vorgefunden. Das<br />
häufigste Grundblattkraut ist Scirpiis aciciilaris (60 %), dem ich<br />
hauptsächlich an den Bootssträndern begegnete. Alle übrigen Arten
Ann. liot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:() ."). 175<br />
kommen niclit bis 50 % heran. Das Fehlen von Subiilaria aqiiatica<br />
in der Mittelwertstabelle verdient notiert zu werden.<br />
Der Seggengürtel besteht hauptsächlich aus Carex gracilis und<br />
C. rosirata. Die Bestände der letzteren Art überwiegen die der ersteren<br />
an Grösse und bilden oft einen eigenen Gürtel an der Wasserlinie,<br />
während Carex gracilis, z.B. am Uidasjärvi und stellenweise auch<br />
anderswo, im seichten Wasser, wo die Dichte des Röhrichts es nicht<br />
verhindert, bültenbildend auftritt. Auch Carex vcsicaria wurde, sowohl<br />
bestandesbildend als zusammen mit C. rosirata, von vier Seen<br />
verzeichnet. Unter den übrigen Pflanzen des Ufers steht natürlich<br />
Comarum palustre nach wie vor an erster Stelle, obwohl die Art nicht<br />
an allen Seen gefunden wurde. Lijihrum salicaria, Ciciita virosa und<br />
Mcnijanthes trifoliala sind schon seltener (40 %).<br />
Auch diese zehn Seen weichen einigermassen voneinander ab. Als<br />
Typenbeispiele Hessen sich der Niemisjärvi und Nr. III Tjusträsk<br />
nennen. Die dürftigsten Vertreter des Typs und dadurch schon an<br />
der Grenze zur oligotrophen Typengruppe gelegen sind der Näläntöjärvi<br />
und der Sulkuenjärvi (Nr. 105). Trotz der Lage dieser beiden<br />
Seen in einer dürftigen Wasserscheidengegend, haben der partielle<br />
Lehmgrund und die geringe Tiefe des Seebeckens in, Zusammenwirkung<br />
mit dem Einfluss der Kultur hier zur Entstehung eines<br />
Scirpiis laciister-^ecs geführt. Der Ylisen järvi wiederum befindet<br />
sich zum Teil auf basischem Gesteinsgrund, der sich im pll-Wert<br />
des Wassers zu erkennen gibt. Ohne diesen edaphischen Faktor<br />
hätten wir sicher einen seichten Eqinseium-S>cc mit einer geringeren<br />
Artenzahl und vor allem einer bescheidneren Produktion an Pflanzenmasse<br />
vor uns. Die Artenzahl der Scirpus laciisicr-Seen ist indessen<br />
nicht das einzig ausschlaggebende Kriterium bei der Beurteilung des<br />
Eutrophiegrades der Seen, und zwar, weil die Konkurrenzfaktoren<br />
sich hier von den früheren Typen abweichend gestalten (vgl. S. 273).<br />
Den geringsten Humusgehalt und zugleich die artenreichste Flora<br />
weist der Köyliönjärvi auf, der damit auch als Verbindunsglied zum<br />
folgenden eutropheren Seetyp anzusprechen ist.<br />
Getrennt ist der Scirpus laciister-Typ in Finnland bisher noch<br />
nicht dargestellt worden. Der von HENKONEN (1935) untersuchte<br />
Weiher Ala-Ruskea ist zwar wohl ein seichter und lehmgyttjagründiger<br />
Kleinsee, dessen Flora gerade derjenigen der Scirpus lacuster-<br />
Seen am nächsten kommt, das Wasser ist aber oligohumos. Diese
176 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />
Eigenschaft des Wassers ist indessen nicht l)eständig, und z.B. der<br />
Name des Sees (ruskea = braun) deutet auf braunes Wasser. Diesen<br />
See hat RENKONEN (p. 76) seiner Kombinationsform III zugezählt,<br />
in welcher die Grundblattkräuter fehlen. Ausser diesem Kleinsee<br />
umfasst die Gruppe eine Anzahl Teichseen mit mehr oder minder<br />
gleichartiger Vegetation. Einen Teil derselben vereint RENKONEN<br />
zum iScirpus-Teichtyp, eine Benennung, die in diesem Falle wohl<br />
angebracht erscheint. Diese Teichseen entsprechen nach RENKONENS<br />
Auffassung dem Potamogeton-Typ SAMUELSSONS. Der dabei geäusserte<br />
Verdacht, dass es sich bei den Poiamogeton Seen dennoch um<br />
einen eutropheren Typ handelte, als es die erwähnten Teichseen<br />
ausweisen, ist unbedingt zutreffend. Dagegen ist gerade im vorliegenden,<br />
schwach eutroplien Scirpus lacuster-Typ der den Teichseen<br />
RENKONENS am nächsten, und zwar vollends entsprecliende See typ<br />
zu erblicken. Es ist niclit unmöglicli, dass ein Vertreter desselben<br />
auch in der Nähe des von RENKONEN untersuchten Gebietes zu finden<br />
sein könnte. - Von den Gewässern bei METSO (1936) steht Nr. 1<br />
Vanginlampi (p. 7) dem Scirpus laciistcr-Typ am nächsten, kann<br />
aber noch nicht vorbehaltslos dem Typ zugezählt werden.<br />
In einigen anderen Untersuchungen, in denen jedoch nicht auf<br />
die vSeetypenfrage eingegangen wird, finden wir die Vegetation des<br />
Scirpus /acHs/er-Sees beschrieben. Ein solcher See war seinerzeit<br />
noch der von STENROOS (1898) untersuchte Nurmijärvi, obzwar seine<br />
Vegetation seit der durchgeführten Seensenkung sich erheblich verändert<br />
hat (AAIUO 1933, p. 45). Ungefähr ähnlich verhält es sich<br />
auch mit dem See Savijärvi im Kirchsp. Nummi (INGMAN 1930,<br />
p. 172), dessen Vegetationscharakter sich infolge der durch Drainage<br />
herbeigeführten Wasserstandsregulation ebenfalls verändert liaben<br />
dürfte.<br />
Bei SAMUELSSON (1925) begegnet man mehreren Scirpus lacuster-<br />
Seen. Zu diesen ist schon im oligotrophen Dysee-Typ vor allem der<br />
Hedesjö (Nr. 2 bei SAMUELSSON) ZU zählen. Von den 14 Wasserpflanzenarten<br />
dieses Sees sind 4 eutraphent (sensu LINKOLA) und die<br />
Vegetationsbeschreibung (oj). c., p. 13) passt vorzüglich auf den<br />
Scirpus lacuster-Typ ein. Überdies ist auch das Wasser nach LOHAM-<br />
MAR (1938, p. 88) gelbbraun, die Sichttiefe beträgt durchschnittlich<br />
1.0 m und das pH im Sommer 6.7-6.9. Andererseits finden sich auch<br />
im allereutrophsten Seetyp SAMUELSSONS, nämlich in seinem Potamo-
Ann. liot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:() ."). 177<br />
^t'/on-Typ, zwei ausgesprochene Scirpus laciister-Seen, Nr. 78 und<br />
79 Västra und östra Holmsjön. Diese unterscheiden sich nur durch<br />
den etwas reicheren Artenbestand von dem vorgenannten Hedesjö<br />
und entspreciien in dieser Beziehung dem Köyliön]ärvi bei mir. Auch<br />
inbetreff der Eigenschaften des Wassers (siehe LOHAMMAR op. c.,<br />
p. 105 und 115) Hessen sie sich wolil beim Scirpus /acus/er-Typ unterbringen.<br />
Man stellt erneut fest, dass die meisten der Seetypen SA-<br />
MUELSSONS Gewässer von recht verschiedenartigem Vegetationscharakter<br />
enthalten, sowie dass dementsprechend auch ihrem Wesen<br />
nach eng verwandte Seen in weit voneinander stehenden Seetypen<br />
ihren Platz gefunden haben können. Dieses kommt, wie ich glaube,<br />
(lalier, dass SAMUELSSON seine Seetypeneinteilung nahezu einzig auf<br />
den Artenbestand gründete und die sowohl auf das Auftreten der<br />
Wasserpflanzen als auf die Entwicklung der Wasser vegetation überhaupt<br />
einwirkenden Faktoren fast gänzlich unberücksichtigt Hess.<br />
Ausser den obigen sind Scirpus lacuster-Seen auch aus anderen<br />
Teilen Schwedens beschrieben worden. Insbesondere finden sich<br />
solche im Bereich der von LOHAMMAR (1938) untersuchten Gebiete,<br />
ich erwähne hier, ohne näher auf sie einzugehen, nur die Seen Nr. 63,<br />
122 und 127. Auch ALMQUIST (1929, p. 80) ist auf diesen Seetyp aufmerksam<br />
geworden, indem er die Assoziationen von Scirpus lacuster<br />
für viele seichte eutroplie Seen als kennzeichnend betrachtet.<br />
Unter den eutrophen Seen der Typeneinteilung DONATS (192G) aus<br />
Norddeutschland dürften sich auch vereinzelte Scirpus lacuster Seen<br />
befinden, denn er erwähnt (p. 48), dass »dem breiten Phraginites-<br />
Gürtel oft noch ein ansehnlicher Scirpus StrcUen seewärts vorgelagert<br />
sein kann». Man hat sich aber gleichzeitig auch der Seltenheit der<br />
dystrophen Gewässer in Norddeutscliland zu erinnern. Eine Stütze<br />
dafür liefert uns auch die Untersuchung SAUERS (1937) aus Ost-<br />
Holstein, wo man weder in der Beschreibung der Makrophytengesellschaften<br />
noch in der Typengruppierung jener Seen Andeutungen<br />
an den Scirpus lacuster-Ty]) vorfindet.<br />
Zu einem ebenso negativen Ergebnis inbetreff des Scirpus lacuster-lyp^<br />
kommt man bei der Durchsicht der Untersuchung<br />
IVERSENS (1929). Er erwähnt wohl (p. 306) »alkalische Humusseen»,<br />
diese sind aber nach ihm torfschlammgründig mit schwach entwickelten<br />
Röhrichten. Weiter unten heisst es aber (p. 307): »Besondere<br />
Erwähnung verdienen die Seen, die zwar keinen l)esonders grossen
178 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />
Ilumiisgehalt besitzen, aber dennocii seiir undurciisiclitiges Wasser<br />
liaben. Solche Seen besitzen eine ebenso arme submerse Vegetation<br />
wie die oben besprociienen, weichen aber namentlich durch dichte<br />
Röhrichte ab.» Ob solche Seen unter den von IVERSEN untersuciiten<br />
also wirklich vorhanden sind, geht aus seiner Darstellung nicht mit<br />
Gewissheit hervor.<br />
Dem Obigen gemäss liaben wir es hier also mit einem Seetyp von<br />
relativ beschränkter geographischer Verbreitung zu tun, und zwar<br />
ist der Scirpus lacuster-Typ ein hauptsächlich in Fennoskandien<br />
heimischer, schwacii eutropiier Braunwassertyp der nährstoffarmen<br />
Moränengebiete.<br />
Tijpha - Alisma -Typ. '<br />
(Nr. 115 - 124.)<br />
Dieser Typ nimmt den liauptteil der eutrophen Seen Südlinnlands<br />
in sicli auf, und zwar entfallen auf'ilin die artenreichsten Seen<br />
des ganzen Landes, wie auch solche, in denen die Artenzahl sieh'<br />
innerhalb bescheidener Grenzen hält. Im ganzen betrachtet ergibt<br />
sich hier ein wSeetyp, innerhalb dessen Grenzen die Artenzahl der<br />
Wasserflon^ mehr als in einem der vorhergelienden Typen variiert.<br />
Eine nähere Betrachtung lässt jedoch sowohl in der Vegetation als<br />
im Wasser und selbst in der Ausbildung des Seebeckens mehrere<br />
durchgehende Züge hervortreten. Zugleich erkennt man deutlich,<br />
dass um einen je eutropheren See es sich handelt, desto mannigfachere<br />
Faktoren bzw. Faktorenkomplexe sind es, die die Vegetationsentwicklung<br />
des betr. Sees beeinflussen, und dementspreciiend<br />
ist auch das Resultat um so vielfältiger. Auf die Ursachen, flie die<br />
Verscliiedeniieit der Vegetation audi im Bereich des vorliegenden<br />
Typs bedingen, wird später (S. 274) noch zurückzukommen sein, auf<br />
eine derselben mag indessen schon liier eingegangen werden.<br />
Als einer der den Aufbau der Wasservegetation und die Zusammensetzung<br />
ihres Artenbestandes beeinflussenden Faktorenkomplexe<br />
ergibt sich die wechselnde Beschaffenheit des Ufers und des Seebodens.<br />
Die typischsten Tijpha - Alisma-^ecn sind seicht und in<br />
Vertiefungen der Tonebene gelegen (vgl. LITNDQUIST 1927, p. 104<br />
und 114; ALMQUIST 1929, p. 90). Ein gutes Beispiel eines solchen<br />
Sees liefert uns Nr. 120 Sääskjärvi, wo sich dem relativ spär-
Ann. Ik)t. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 179<br />
lichen Artenbestand eine um so reichere Massenentfaltung der Wa.sservegetation<br />
gegenüberstellt. Eine der Ursachen dazu ist die fast<br />
durchgehends gleichartige Beschaffenheit des Ufers und des Seebodens,<br />
die zur Begünstigung bestimmter Arten und dadurch zu einer<br />
gewissen Gleichrichtung der Konkurrenz gefüiirt hat. Dem Tijplia -<br />
Alisina-Typ mussten aber auch solche Seen angeschlossen werden,<br />
an denen das Ufer nicht überall gleich beschaffen ist, auch wenn<br />
zwar der Lehmboden und das Lehmufer tongebend auftreten. Das<br />
wird notwendig schon deshalb, weil die Unterstreichung geringfügiger<br />
Unterschiede zu einer unmässigen Erhöhung der Zahl der Seetypen<br />
führen und die Seetypeneinteilung dadurch an Übersichtlichkeit<br />
verlieren würde. Bei der Kannas-Variante (von Karjalan Kannas<br />
= Karelische Landenge) der Typha - Alisma-Seen ist diese Grenze<br />
jedoch schon überschritten worden. In den meisten Fällen gibt es<br />
hier nämlich neben dem Lehmboden recht reichlich auch sandige<br />
Ufer, obwohl der Sand allerdings schon in geringer Tiefe von Gyttja<br />
oder Lehmgyttja überdeckt ist. In grösserer Tiefe besteht der Seeboden<br />
wahrscheinlich aus Lehm, wie auch ein Teil der Ufer, und<br />
bedingt die vorhandenen Ähnlichkeiten mit dem Arienbestand der<br />
Typha - Alisma -^een. Der stellenweise herrschende Sandboden führt<br />
jedoch der Flora stets einige dem Haupttyp wesensfremde üligotraphenten<br />
zu, und gerade diesem Unterschied glaube ich durcii<br />
die Abtrennung eines Teiles der auf der Karelischen Landenge<br />
gelegenen Seen des Typs als selbständige Variante, die Kaunas-<br />
Variante, am besten gerecht geworden zu sein.<br />
Der Name wurde diesem Typ nach seinen zwei Typengattungen,<br />
Typlia und Alisma, gegeben. Die erstgenannte war, entweder durch<br />
eine oder beide Arten, mit Ausnahme von Nr. 123 Särkijärvi auf<br />
sämtlichen Seen des Typs vertreten, Typha aiigustifolia mitunter*<br />
sogar in völlig dominierender Stellung. Beide Arten bevorzugen<br />
namentlich den Lehmgyttjaboden und die Hälfte aller auf sie bezüglichen<br />
Funde entfällt gerade auf den Typiui - Alisina-'Vy\). Eine<br />
gute Charakterart dieser Seen ist auch Alisma, die auf den Typha -<br />
Alisma-^cen viel höhere Häufigkeitswerte als in den übrigen Seetypen<br />
erreicht (Tab. 2).<br />
Die Zahl der untersuchten Typha - AlismaScen beläuft sich auf<br />
10. Es sind kleine bis mittelgrosse Seen mit einer mittleren Flächenausdehnung<br />
von 3.0 kni^. Der kleinste ist Nr. J18 Savijärvi mit 0.45 km^
346 L. Marislo, Die florislischen SeeLypen Fijinlaiuls.<br />
und der rösste Nr. 116 Majuvesi mit 7.o kni^. Die Grösse bewegt<br />
sich also innerhalb recht enger Grenzen. Auch die Tiefe ist<br />
zumeist recht gering. Auf mehreren Seen betrug die grösste gemessene<br />
Tiefe etwa 2 m. Der tiefste See dürfte Nr. 117 Kaukjärvi sein,<br />
dessen südliches Ufer von einem sich recht steil aus dem See erhebenden<br />
Oshang gebildet wird. Die wirkliche Farbe des Wassers ist in<br />
diesen Seen schwierig zu ermitteln, weil in ihnen zumeist eine starke<br />
Ton- oder Planktontrübung oder auch beide zugleich vorherrschen.<br />
Man begegnet verschiedenen Tönungen von trübem Grün bis zu<br />
trübem Gelb, nie aber ist das Wasser braun. Die Sichttiefe ist aus<br />
den genannten Gründen von See zu See recht verschieden, im allgemeinen<br />
aber gering; der Mittelwert beträgt 1.3 m. Die geringste Sichttiefe,<br />
0.2 m, wurde im Läppträsk..(Nr. 119), die grösste, 2.2 m, im<br />
vorgenannten Majuvesi gefunden. Der pH-Wert bewegt sich um den<br />
Mittelwert von 7.i herum bei 6.8-7.7. Hier gilt die gleiche Erklärung<br />
wie beim Scirpm laciister-Typ, auf den Tijpha - Alisma-Seen sind<br />
aber sowohl die Makro- als die Mikroflora noch reicher und die<br />
Schwankungen des COg-Standards sowie des pH-Wertes noch grösser<br />
als im vorherbeschriebenen Typ. Auch diese {)H-Grenzen dürfen<br />
nicht als konstant betrachtet werden.<br />
Als durchschnittliche Anzahl der Wasserpflanzenarten ergibt sicii<br />
22 und als Gesamtzahl derselben 39 oder mehr als in allen anderen<br />
Seetypen (Tab. 2). Die reichste Makrophytenflora, 33 Arten, hatte<br />
der Majuvesi, während sich der Kaukjärvi mit nur 14 Arten an das<br />
Ende des Verzeichnisses stellt. Von Eutraphenten entfallen auf jeden<br />
See durchschnittlich 6. Die höchste Zahl, 11 Arten, wurde auch jetzt<br />
im Ostamojärvi verzeichnet, die geringste, 2 Arten, im Valkjärvi<br />
(Nr. 116). Mehr als die Hälfte sämtlicher Eutraphentenvorkommnisse<br />
betrafen auch die Helophyten, während als häufigste Arten<br />
Tijpha latifolia und Potamogeton obtiisifoliiis zu verzeichnen sind,<br />
welche beide auf sechs Seen angetroffen wurden.<br />
Die Helophyten sind die dominierende Lebensform der Tijpha -<br />
AlismaSccn. Ihr Anteil lieläuft sich auf 38 % vom gesamten Artenbestand,<br />
am deutlichsten tritt ihre Überlegenheit aber erst bei der<br />
Betrachtung der Reichlichkeitszahlen hervor (Tab. 2). Wasserblattkräuter<br />
gibt es zu 18 % oder etwas mehr als im Scirpiis laciisler-Typ,<br />
während die Schwimmblättrigen mit gleichfalls 18 % schon erheblich<br />
hinter dem vorhergehenden Typ zurückbleiben. Die Freischwimmer
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 181<br />
gehören ebenfalls zum kemizeiciinendeii Arteiibestand der Lelinibodenseeii.<br />
Ihr Anteil beläuft sich allerdings auf nicht mehr als 8 %<br />
des gesamten Artenbestandes, dafür sind sie aber in der bei uns<br />
höchstmöglichen Artenzahl vertreten, indem sämtliche drei Freischwimmer<br />
der finnischen Flora auf diesen Seen zu finden sind. Zu<br />
den wichtigsten Charaktereigenheiten der Typha - AlismaSeen gehört<br />
auch das spärliche Vorkommen der Grundblattkräuter. Ferner<br />
ist das Fehlen der Charazeen in den meisten untersuchten Seen<br />
zu beachten - ein wichtiger Beleg für die Kalkarmut der südfinnischen<br />
Lehmböden z.B. im Vergleich zu den entsprechenden Sedimenten<br />
in Südschweden, Dänemark und Norddeutschland und zugleich<br />
eine der wichtigsten Ursachen zu der Verschiedenheit der Wasservegetation<br />
jener Gebiete. Ausserdem sind auch die Wassermoose im<br />
vorliegenden Typ nur spärlich vertreten; die häufigsten Arten sind<br />
Drepanocladus Sendtneri und Fontinalis antipijretica. Dagegen ist die<br />
Menge des Phytoplanktons nach okulärer Schätzung bedeutend und<br />
Wasserblüte kommt auf sämtlichen Seen sehr reichlich vor.<br />
Ilpminierende Art auf den Typhq^- /IZisma-Seen ist Phragmites.<br />
Auf einigen Seen erreicht zwar Scirpiis laciisier ebenfalls die gleichen<br />
Häufigkeits- und auch Reichlichkeitswerte, im Typ als Gesamtheit<br />
betrachtet ist aber der Schilf unbedingt vorherrschend. Mitunter<br />
kann das Ufer von mehr als kilometerlangen zusammenhängenden<br />
und sich von nahe bei der Wasserlinie bis 200-300 m weit hinaus<br />
(z.B. Sääskjärvi) erstreckenden dichten Schilfröhrichten umsäumt<br />
sein. Gerade auf den Typha - AlismaScm erreichen die Schilf bestände<br />
ihre grösste Dichte und hier kommt es auch zur Bildung von<br />
runden, allseitig vom Wasser umgebenen Inselbeständen in der Art<br />
von Scirpus lacnsler im vorhergehenden Typ. Letztgenannte Art,<br />
die auf einigen Seen reichlich zu finden ist, i)ildet sowohl reine, dichte<br />
Bestände als Mischbestände zusammen mit dem Schilf. Das Auftreten<br />
des Schachtelhalms schwankt von selten bis sehr häufig; im Kuokkajärvi<br />
(Nr. 121) ist er die häufigste Art und an Beichlichkeit dem<br />
Schilf ebenbürtig. Gleicherweise ist das Auftreten von Scirpus eiipaluster<br />
sehr verschieden, denn am Läppträsk wurde die Art überhaupt<br />
nicht gefunden, während sie am Sääskjärvi häufig vorkommt,<br />
obwohl ihre Bestände dort keine l)esonders grosse Ausdehnung und<br />
Dichte erreichen. Als Tyjjengattung der Lehmbodenseen gilt wiederum<br />
Typha (siehe S. 179 und Abb. 22).
182 L. Maristo, Die florislischen Seetypen I'innlands.<br />
Abb, 22. Nr. 119 Läppträsk. Der imponierende, wie eine Wand aus dem<br />
Wasser emporragende Aussenrand des Typha latifolia-Bestandes am Nordende<br />
des Sees, unterbrochen von einem Sparganium ramosum-Bestand.<br />
Vüii den Luttblattkräutern der Typha - A/tsma-Seen ist Alisina<br />
die häufigste Art und zugleich eine der Charakterarteu des Typs<br />
(siehe S, 179). Man begegnet ihr auf jedem See, seltener aber in<br />
reinen Beständen, sondern zumeist als Mischkomponente im Eulitoral.<br />
Die Bestände von Sparganium ramosum erreichen nur geringe<br />
Flächenausdehnung, S. simplex tritt zur Hauptsache in ihrer luftblättrigen<br />
Form auf. Die Eutraphenten Iris pscudacorus und Sagitlaria<br />
natans kommen ebenfalls kleinere Bestände i)ildend vor. Lysimacliia<br />
iliijrsiflora, ein offenbarer Eurytraphent, ist an den meisten<br />
Seen, bald reichlicher, bald spärlicher, zu finden.<br />
Die Schwimmblättrigen sind zwar durch mehrere Arten vertreten,<br />
gegen das Ganze betrachtet ist aber ihr Anteil an der Zusammensetzung<br />
der Vegetation verhältnismässig gering. Poiamogeton natans.<br />
und Nuphar luteum sind mit den Frequenzwerten 90 und 80 % die<br />
häufigsten.<br />
Für die Freischwimmer gilt das gleiche wie vorhin für die Tijpha-<br />
Arten, nämlich dass ich sie als besonders kennzeichnend gerade für
Ann. Ik)t. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 183<br />
den Tijphn - Alisma-Typ betrachte, wenngleich sie anf drei von<br />
den untersuchten Seen fehlten. Es ist jedoch sehr möghch, dass sicli<br />
am Ostende des Kaukjärvi (Nr. 117), wo ich nicht war, vielleicht<br />
Lemna minor ergeben hätte.<br />
Die zur Hauptsache oligotraphenten Wasser-Schwimmblattkräuter<br />
gehören nicht zum Artenbestand der Typha — AlismaSeen. Po-<br />
(amogelon gramineiis und Ranunculus pelialus wurden beide nur in<br />
je zwei Seen angetroffen.<br />
Unter den Wasserblattkräutern steht Polamogelon perfoliatus unbedingt<br />
an erster Stelle. Die Art fehlt nur im l.ä{)pträsk, in allen<br />
übrigen Seen ist sie häufig und bildet entweder zusammenhängende<br />
Bestände oder tritt in zerstreuten Individuen hier und da ausserhalb<br />
des Röhrichts auf. Von sonstigen Arten sei Polamogelon oblusijolius<br />
von sechs Seen (60 %) erwähnt.<br />
Häufigstes Grundblattkraut ist Ranunculus rcplans (GO %), dem<br />
man auch am Lehmufer hauptsäciihcli an den Bootssträndern begegnet.<br />
Die Funde sämtlicher übrigen Arten entfallen auf Seen,<br />
deren Ufer zum Teil von gröberer Beschaffenheit sind.<br />
Die Seggenbestände des Ufers können mitunter bedeutende Flächenausdehnung<br />
erreichen, wie z.B. stellenweise am Sääskjärvi und<br />
am Särkijärvi. Vorherrschende Arten sind Carex gracilis und C. roslrata,<br />
aber auch C. vesicaria ist ziemlich häufig. Carex pseudocijperns^<br />
und C. aquaiilis wurden nur auf je zwei -Seen angetroffen. In der<br />
übrigen Uferflora sind Comarum pahislre, Lyllirum salicaria und Cicula<br />
virosa die häufigsten Arten, anderen begegnet man nur zufällig.<br />
Die Gesamtzahl der Uferpflanzenarten (Tab. 2) ist jedoch höher als<br />
in den anderen Seetypen.<br />
Als Typenseen sind der Läppträsk und der Sääskjärvi zu<br />
nennen, und zwar weil sie durchgehends einen Lehm- bzw. Lehn>gyttjaboden<br />
besitzen, wenngleich das Ufer zu einem geringen Teil<br />
auch aus Moräne besteht. Dadurch werden dem Artenbestand keine .<br />
weicheren Boden meidende, hauptsächlich oligotraphente Arten zu-'<br />
geführt, die für den Typha - Alisma-Typ auf jeden Fall als wesensfremd<br />
zu betrachten sind. In dieser Hinsicht weicht der Kaukjärvi<br />
am meisten von den anderen ab, indem das ganze Südufer des Sees<br />
aus Osmaterial aufgebaut ist. Die Lehmflächen des gegenüberliegenden<br />
Ufers beherrschen jedoch das Wasser so stark, dass sich die<br />
Vegetation des Sees zur Hauptsache danach richtet. Das gleiche ist
161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />
(ler Fall am Ahmasvesi (Nr. 124), wo der am Moräneniifcr stellenweise<br />
vorherrschende gröbere Grund das Vorkommen einiger oligotraphenten<br />
Grundblattkräuter veranlasst. Der Maj uvesi stellt sich<br />
wiederum als vermittelndes Glied zwischen den Tijpha - Alisinaund<br />
den Phragmiies-Typ und ist auch in bezug auf seine Lage einer<br />
Bucht des Päijänne-Sees nahezu gleichzustellen, während der Valkjärvi<br />
durch die dominierende Stellung von Scirpiis lacuster zum gleichnamigen<br />
Seetyp hinüberleitet.<br />
In Finnland ist die Vegetation der Tijplia - yl/is/na-Seen auch<br />
schon früher beschrieben worden. Der dritte Seetyp LINKOLAS (191G,<br />
p. 194), die nördlichen Uferbuchten des Laatokka oder die »Lehmbodenseen»<br />
stehen mit Rücksicht auf ihre Vegetation meinem im Vorhergehenden<br />
beschriebenen Seetyp am nächsten. Ihr Vorkommen konzentriert<br />
sich nach LINKOLA nicht einzig auf die genannten Uferbuchten<br />
des Laatokka, sondern es schliessen sich ihnen auch lehmgründige<br />
Seen aus dem küstennahen Binnenlandgebiet an. Von meinen<br />
Untersuchungsflächen ist der Kuokkajärvi gerade in jenem Gebiet<br />
gelegen und fällt nach der Karte bei LINKOLA auch in den<br />
Rahmen seines Untersuchungsgebietes. Vergleichen wir die Tijpha -<br />
Alisina-Säen mit den Uferbuchten des Laatokka, so ergeben<br />
sich im Artenbestand schon einige deutliche Unterschiede, die<br />
sich zum Teil auf die begrenzte Allgemeinverbreitung einiger<br />
Wasserpflanzenarten - hier mögen als Beispiele nur Glijceria<br />
maxima, Sagiilaria naians und Helodea canadensis erwähnt werden<br />
- zurückführen lassen, die Übereinstimmungen in der Makrophytenvegetation<br />
sind aber demgegenüber so offenbar, dass sie die<br />
Gleichstellung vollauf rechtfertigen. Damit hat indessen die Typenfrage<br />
des gesamten Laatokka-Sees noch nicht ihre Lösung gefunden,<br />
sondern erfordert vielmehr noch ein eingehendes Studium der Makroflora<br />
in allen Teilen dieses interessanten Riesensees. Auch den von<br />
VAIIERI (1932) untersuchten Jyväsjärvi möchte ich ohne Bedenken<br />
beim Tijpha - Alisma-Typ einreihen. Ausserdem hat CEDERCREUTZ<br />
(1937, p. 330) auf Ahvenanmaa vom Poianiogcton-Typ SAMUELS-<br />
SONS einen besonderen Untertyp abgetrennt, der in manchen Beziehungen<br />
an die Typha — AlismuSeen erinnert, nämlich die Anabaena-Sccn.<br />
Diese sind aber zu kalkhaltig (CEDERCREUTZ 1931,<br />
p. 11), um beim Typha - Alisma-Typ aufgenommen zu werden,
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot, Fenn. Vanamo, IT), n:o 5. 185<br />
Irotzdeni sowohl Lehmtrübung als Wasserblüte in ihnen als reichlich<br />
angegeben werden.<br />
Uer Poi(imogeion-Yy\^ SAMUELSSONS (1925) ist namentlich derjenige,<br />
dem am alleröftesten ein kollektiver Charakter zugesprochen<br />
worden ist (z.B. ALMQUIST 1929, p. 90; CEDERCREUTZ 1937, p. 327;<br />
SAUER 1937, p. 557). Oben (S. 177) wurde })ereits nachgewiesen,<br />
dass er in seiner ursprünglichen Fassung Elemente auch aus einigen<br />
der vorhergehenden Seetypen enthält. Ein Teil der ihm zugeordneten<br />
Seen ist wiederum sowohl in bezug auf den Artenbestand<br />
als die Eigenschaften des Wassers (LOIIAMMAR 1938) dem<br />
Tijpha - Alisma-'Ty\i gleichzustellen. Solche sind z.B. seine Seen<br />
Nr. 74 und 77 trotz des den Schilf an Reichlichkeit übertreffenden<br />
Vorkommens von Scirpus lacuster. Der Rest der Potamogeton-S,c.(in<br />
SAMUELSSONS weist indessen einen allzu hohen Kalkgehalt auf, um den<br />
Typha - Alisma-Seen nebengestellt werden zu können. Alles Gesagte<br />
deutet darauf hin, dass der Polnmogeion-Typ SAMUELSSONS<br />
auch schon makrofloristisch in mehrere getrennte Typen aufgeteilt<br />
werden müsste. Das ist aber eine ungemein schwierige Aufgabe (vgl.<br />
ALMQUIST I.e.), und m.E. darum, weil die Variation des Artenbestandes<br />
in diesem Typ so überaus gross ist. Man könnte sich eine Einteilung<br />
in Untertypen unter Beibehaltung des bisherigen Gesamtrahmens<br />
denken, wie sie von CEDERCREUTZ (1937) und SAUER (1937)<br />
auch bereits zum Teil verwirklicht worden ist. Dabei müsste als<br />
Hilfsfaktor vor allem der Kalkgehalt des Wassers herangezogen werden,<br />
dem in bezug auf die Artenzusammensetzung der Potamogeton-<br />
Seen eine Bedeutung ersten Ranges zuzukommen scheint. Der vorliegende<br />
Tijplia - Alisnia -Typ könnte dann als ein kalkarmer,<br />
lehmgetrübter und auch artenarmer Untertyp des Potamogeton-<br />
Typs aufgefasst werden. Indem aber namentlich die Typha - Alisnia'-<br />
Seen in den fruchtbarsten Teilen unseres Landes dennoch viel häufiger<br />
als solche Seen zu finden sind, die ohne Widerspruch den typischsten<br />
Potamogeton Seen im Sinne SAMUELSSONS entsprechen,<br />
habe ich die beiden Gruppen mit Rücksiclit auf unsere Verhältnisse<br />
als getrennte Typen behandelt.<br />
Auf den Tonebenen Norddeutschlands gibt es ebenfalls Seen, deren<br />
Makroflora in grossen Zügen derjenigen entspricht, die uns auf den<br />
Typha - AIisma'i:iccn entgegentritt. Der ersten Schilderung dieser
161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />
vSeen begegnen wir bei DONAT (1926, p. 49), sie ist aber knapp gehalten,<br />
weil diese Seen in hohem Grade unter dem Einfluss der Kultur<br />
stehen. Man erfährt jedoch, dass in ihnen der Schilf dominiert, obwohl<br />
auch Scirpiis lacuster gelegentlich reichlich zu finden sein kann.<br />
Auch \Vasserl)lüte ist reichlich vorhanden. Die Erwähnung eines<br />
elitoralen C/zara-Gürtels gibt aber an, dass die Tonschichten an den<br />
von DONAT untersuchten Seen kalkreicher als die südfinnischen Lehmböden<br />
sind und auch hier zur Entstehung der gleichen Unterschiede<br />
führten, von denen oben bereits die Rede war. Diesen eutrophen norddeutschen<br />
Seetyp, den »Baltischen Seetypus» THIENEMANNS (1921a)<br />
nennt DONAT den Phragmiics - Potamogeion-Typ und koordiniert<br />
ihn mit dem Potamogeion-Typ SAMUELSSONS. Erst SAUER (1937)<br />
bringt eine eingehende Sciülderung der Vegetation dieses am weitesten<br />
verbreiteten Seetyps Norddeutsciilands. Auch er gibt ihm<br />
ohne Bedenken einen Platz neben dem Potamogeton-Typ SAMUELS-<br />
SONS, führt aber (p. 558) vier lokale Untertypen und zwei Untertypengrup})en<br />
an, die KOPPE (1923) schon früher auf Grund der Beschaffenheit<br />
des Bodenschlammes unterschieden hatte. Auch von diesen<br />
Seetypen .entspricht mit Rücksicht auf die Wasservegetation kein<br />
einziger den Typha - Alisma-Seen. Ähnlichkeiten gibt es wohl<br />
mehrere, das reiche Vorkommen von kalkholden Arten und von<br />
Relikten der Meerphase ist aber das gleiche wie auf allen übrigen<br />
typischen Poiamogetou -Seen.<br />
Wie die norddeutschen sind auch die dänischen eutrophen<br />
Seen fast durchgehends kalkreicher als die finnischen, wie aus den<br />
Darstellungen IVERSENS -(1929) zu ersehen ist. Seine alkalischen<br />
Klarwasserseen kommen wegen ihres höheren Ca-Standards uud des<br />
klareren Wassers sowie der dadurch bedingten Verschiedenheit des<br />
Artenl)estandes nicht an die Tijpha - Aiisma-Sacn heran. Nach<br />
IVERSEN (p. 30C) entsprechen diese wSeen den Polamogeto'i-Scan<br />
SAMUELSSONS und DONATS, das trifft aber nur zum Teil zu. Zugleich<br />
gibt es aber endgültig zu erkennen, wo der Grund zu dem geringen,<br />
aber deutlichen Unterschied zwischen diesen Seen und unseren<br />
Typha - Alisma-Seen liegt. Die letztgenannten besitzen nie<br />
jenen charakteristischen C/tara-Gürtel der schwedischen, dänischen<br />
und deutschen Potamogeton-Scen, der als das beste Anzeichen eines<br />
hohen Kalkgehalts des Wassers und des Bodens zu gelten hat, wie<br />
von LOIIAMMAR (1938) vermittels Analysen von mehreren Seen, die
Alin. I{()1. vSoe. Zool.-Hol. Fenn. Vaiuuuo, 15, ii:o 5. 187<br />
7ugleich liöciist typische Potamogeton-iiceu im Sinne SAMUB^LSSONS<br />
und ALMQUISTS (1920) darstellen, gezeigt worden ist.<br />
Aus dem Obigen dürfte mit liinreicliender Deutlichkeit hervor-<br />
^gegangen sein, dass der Pofamor/e/on-Typ in dem Sinne, wie er von<br />
SAMUELSSON (1925) begründet wurde und seitdem von DONAT (192G),<br />
ALMQUIST (1929), IVERSEN (1929) und SAUER (1937) begrenzt worden<br />
ist, audi trotz seines weiten Inhalts etwas anderes darstellt,<br />
als was bei uns in Finnland bisher unter diesem Namen verstanden<br />
worden ist. Diesem Tyj) sind bei uns Tijpha - AlisinaSevii, Scirpus<br />
lac.usler-Sücn, ja, sogar noch artenärmere (levvässer zugezählt worden<br />
(vgl. INGMAN 1930; VAHEKI 1932; REINIKAINEN 1935; HENKONEN<br />
1935; METSO 1936; u.a.). In den allermeisten Fällen können die<br />
Ti/pha - /l/t67JU/-Seen nicht in den PoUimof/eloii-\.y\) einverleibt<br />
werden, sondern sie bilden ihren eigenen artenärmeren, lür die<br />
Lehmböden Südlinnlands charakteristischen Seetyj).<br />
Kannas-Variaiile des Tijpha - Alisnia-iyps.<br />
(Nr. m-128.)<br />
Diese lokale, sich vom llaupttyp deutlich abhebende (Iruppe<br />
zeichnet sich durch ihren durchsclinittlich grösseren Artenreichtum<br />
aus. Die Zunahme gründet sich hauptsächlich daran!, dass die (irundblattkräuter<br />
hier als konstantes Vegetationselement aultreten, was<br />
wiederum auf veränderte edaphische Verhältni.sse hindeutet. Als<br />
Eigenheit dieser Seen ist auch zu konstatieren, dass ein grosser Teil<br />
ihres Ufer- und Bodenmaterials aus Sand gebildet ist, der dann stellenweise<br />
den untergelagerten Lehm oder die Lehmsedimente zum<br />
Vorschein treten lässt (vgl. S. 170). Der, wie ich mich ausdrücken<br />
möchte, »aktive» Einfluss der letzteren auf das Wasser macht sich im'<br />
ganzen See bemerkbar, ihre Günstigkeit als Standort gelangt wiederum<br />
lokal zum Ausdruck. Das (ie.samtergebnis ist ein See, dessen<br />
Artenbestand ein deutlich eutro|)hes Gejiräge trägt, trotzdem au» See<br />
auch nahezu vegetationslose Uferstreifen vorkonunen können. Oft<br />
wird aber der Sand schon bei O.s m beginnend von Gyttja bedeckt,<br />
wodurch sich grössere Tiefen bevorzugenden Arten Möglichkeilen<br />
zum Gedeihen darbieten.<br />
Nur l Seen wurden in dieser Variante untersucht. Ihre Grösse<br />
variiert zwischen l.i und 12.5 km^, als Mittelwert ergibt sich 4.2 km-,<br />
i;]
188 L. Marista, Die 1'loristischen Seetypen PMnnlands.<br />
also annähernd die gleiche Zaiil wie beim liaupLtyp. Mit Aiisnalime<br />
des Kuolema järvi (Nr. 125) handelt es sich auch um verhältnismässig*<br />
selchte Seen, mit maximalen Tiefenwerten von 3-4 m. Das Wasser<br />
ist trüb gelbgrün, die Sichttiefe beläuft sich durclischnittlich auf<br />
1.2 m. pH liegt ebenfalls etwas höher als im Haupttyp, 7.3.<br />
Die durchschnittliche Artenzahl beträgt in der Kaunas-Variante<br />
24, die der Eutraphenten 4. Besonders sei hervorgehoben, dass von<br />
den insgesamt 15 Eutraphentenvorkommnissen sich kein einziges auf<br />
Wasserblattkräuter bezieht. Dagegen gab es Freiscliwimmer in 0 Fällen,<br />
Ilelophyten in 5 und Grundblattkräuter in sämtlichen übrigen.<br />
Der grösste Unterschied im gegenseitigen Verhältnis der einzelnen<br />
Lebensformen im Vergleich zum Hauptty[) begegnet uns in dem naiiezu<br />
verdoppelten Anteil der Grundblattkräuter. Die Menge der<br />
Wasserblattkräuter zeigt eine beträchtliche Abnahme (Tab. 4) und<br />
die meisten Arten dieser Grujjpe wurden nur an je einem See gefunden.<br />
Schwimmblättrige gibt es wiederum meiir als im Haupttyp.<br />
Freischwimmer wurden mit Ausnahme des Rieskjärvi (Nr. 126) auf<br />
jedem See in der Zweizahl gefunden. Die spärliche N'ertretung dei-<br />
Wassernioose wie auch das Fehlen der Charazeen sind ebenfalls als<br />
mit dem Haupttyp gemeinsame Züge zu verzeichnen; ähnliches gilt<br />
auch für das reichliche Auftreten von Wasserl)lüte.<br />
Ein Vergleich der Anteile der einzelnen Arten an der Zusammensetzung<br />
der Vegetation auf diesen Seen und im Haupttyp lässt einige<br />
Unterschiede hervortreten. Zuallernächst stellt man fest, dass der<br />
Schilf hier von seiner dominierenden Stellung zurückgewichen ist.<br />
Scirpus lac.iisier ist ihm zwar an Häufigkeit ebenbürtig, aber an<br />
lleichlichkeit schon überlegen. 13cr Schachtelhalm erringt sich auf<br />
diesen Seen den gleichen Anteil wie der Schilf. Die grösste Veränderung<br />
konstatieren wir aber in bezug auf SrArpiis eiipalusler, denn diese<br />
Art rückt nun plötzlich an den ersten Platz unter den Helophyten<br />
heran. Vergegenwärtigt man sich aber, dass sie ihre ausgedehntesten<br />
Bestände gerade auf Sandboden bildet (vgl. S. 151), so erscheint<br />
diese Umstellung durchaus natürlich. Tijpha latifolia wurde nur auf<br />
einem See gefunden. So begegnen uns hier also ganze vier untereinander<br />
nahezu ebenbürtige Helophytenarten im Kampfe um die<br />
vorherrschende Stellung im Röhricht.<br />
Unter den Luftblattkräutern sind Alisina, Sparganium simplex<br />
und Lijsimachia thijrsijlora die häufigsten Arten (100 %). Alisma
Ann. liot. Soc. Zool.-Bol, Fenn. Vananio, 15, n:() 5. 189<br />
bleibt wegen ihrer zerstreuten Wachstunisweise trotz dem gleichen<br />
Häufigkeitswert an Reiehliclikeit hinter den anderen zurück.<br />
Unter den Schwimmblättrigen scheinen (lie gegenseitigen Mengenverliältnisse<br />
die gleichen wie im Haupttyp zu sein. Die häufigsten<br />
Arten sind Potamogelon natans und Nupliar luteum, beide mit<br />
vollen 100 %. Zum gleichen Wert hat es auch Alopecurus nequalis<br />
gebracht, nur die Mittelwerte liegen etwas niedriger.<br />
Die Freischwimmer fanden bereits oben Erwähnung. Wasser-<br />
Schwimmblattkräuter gibt es zwei Arten, Polamogclon gramineus<br />
und an der Stelle von Ranunculus pelialus des Hau|)ltyps Callitriche<br />
venia.<br />
In der Gruppe der Wasserblattkräuter tritt der Vorsprung der<br />
häufigsten Art im Vergleich zu den übrigen noch schärfer hervor<br />
als im Haupttyp. Potamogelon perfoliatus ist hier nämlich auf allen<br />
vier Seen zu finden, während die übrigen vier Arten nur von je einem<br />
See notiert wurden.<br />
Auch unter den Grundblattkräutern stehen an erster Stelle die<br />
gleichen Arten wie im Haupttyp. Scirpus acicularis und Tianunculus<br />
reptans erringen sich nämlich beide den Frequenzwert von vollen<br />
100 %, während die übrigen schon bei niedrigeren Werten halt<br />
machen.<br />
Aus dem Obigen ist zu ersehen, dass mit Ausnahme der Helophyten<br />
in sämtlichen Lebensformgruppen die gleichen Arten wie<br />
im Haupttyp dominieren. Nur die Frequenzj)rozentc liegen in der<br />
Kaunas-Variante des Typs fast durchweg höher.<br />
Die Übereinstimmung erstreckt sich auch auf die Uferpflanzen.<br />
Die Seggen sind durch Carex rostrata (häufiger) und C. gracilis vertreten.<br />
Von anderen Arten wurden an jedem See Comarum paluslre^<br />
Cicula virosa und merkwürdigerweise auch Menijanlhes Irifoliata<br />
angetroffen. An drei Seen wurde auch Ljjcopus europaeus notiert,<br />
eine Art, der ich an meinen Seen sonst nur selten begegnete.<br />
Für einen derartigen lokalen Scetyp ist es schwer, aus der auch<br />
sonst nicht sehr reichhaltigen diesbezüglichen Literatur geeignete<br />
Vergleichsobjekte zu finden. Die ausländische Literatur scheidet in<br />
dieser Hinsicht ganz aus. Dagegen ist zu bemerken, dass der von<br />
PANTWAR (1933) und POHJALA (1933) untersuchte Äyräpäänjärvi<br />
sich in regionaler Hinsicht wohl der Kannas-Variante des Tijpha-<br />
Alisma-TyyiS anschliessen könnte, ist er doch nur 15 km weit von
H)0 L. Marista, Die floristischeti Seety|)eii Fiiiiilunds.<br />
dem von mir luitersuclitcn Raakolanjärvi (Nr. 127) gelegen. Die<br />
Einreilmng des Äyräpään järvi beim vorliegenden Typ mag gewagt<br />
erscheinen, tritt man aber näiier an die Sache heran, so stellt man<br />
lest, dass es an Anknüpfungspunkten gewiss nicht fehlt. Erstens<br />
besteht der Seegrund zur Hauptsache aus Lehm und Lehnigyttja,<br />
doch aucli gröberes Material gibt es immerhin so viel, dass die oligo-<br />
Iraphenten Grundblattkräuter Isoetes lacmlrc und Lobelia, die als<br />
charakteristische, wenn auch quantitativ geringfügige Komponenten<br />
der Wasserflora jener Seen der Karelischen Landenge angehören,<br />
/U .selbständigen Assoziationen zusammentreten können. Auch in<br />
bezug auf die Eigenschaften des Wassers (PANTSAR op. c., p. 3) misst<br />
sich der Ayräpäänjärvi vollauf mit den von mir untersuchten Kannas-Seen.<br />
Dagegen scheint die hohe Artenzahl des fraglichen Sees,<br />
17 eigentliche Wasserpflanzenarteu, davon 19 eutrai)[ieuLe (POHJALA<br />
op. c., p. 89-90), diesen für hiesige Verhältnisse ganz besonders<br />
artenreichen See beim ersten lilick in eine Klasse für sich zu stellen.<br />
Dieser Unterschied wird indessen schon durch den Umstand geschwächt,<br />
dass zwei Personen während zweier Sommer einen See<br />
von der Art des Ayräpäänjärvi sicher so genau zu untersuchen<br />
vermögen, dass dabei von den höheren Wasserpflanzen wohl kaum<br />
noch eine einzige Art unbemerkt bleiben kann. Diesem ist dann<br />
gegenüberzustellen, dass ich genötigt war, die von mir besuchten<br />
Seen in ihrer Gesamtheit (beim Kuolemanjärvi etwa den halben See)<br />
jedesmal in nur einem oder zwei Tagen zu erledigen, wobei dieses<br />
oder jenes Wasser- oder Grundblattkraut unbemerkt geblieben sein<br />
kann. Als weit wichtigerer Umstand ergibt sich jedoch, dass die seinerzeit<br />
durchgeführte künstliche Senkung des Wasserspiegels dem See<br />
quadratkilometergrosse Flächen konkurrenzfreien Bodens zugeführt<br />
hat, wo auch biotisch schwache Arten sich noch lange zu behaupten<br />
vermögen. Es vergeht noch eine geraume Zeit, ehe am Äyräpäänjärvi-See<br />
ein solcher Gleichgewichtszustand der eutrophen Wasservegetation<br />
erreicht worden ist, in welchem nur noch wenige Arten<br />
das Kampffeld behaupten. Der einzigartig reiche Zugvogelbestand<br />
.sorgt überdies für die Ausbreitung der Arten im Bereich des Sees, '<br />
ja, wohl auch für die Bereicherung der Flora mit neuen Einwanderern.<br />
Unter Berücksichtigung der für das Gedeihen biotisch<br />
schwacher und eine allgemeine Eutrophie beanspruchender Arten<br />
ausserordentlich günstigen Verhältni.sse, die am See vorläufig noch
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bol. Fenn. Vaniuno, 15, n:o 5. 191<br />
herrschen, kann der Artenreich Luin des Sees nicht als hinderlicli<br />
für seine Zuordnung zur Kannas-Variante des Tijphti - Alisma-<br />
Typs betraciitet werden. Ein eingehender Vergleich der Vegetation,<br />
der sich indessen hier erübrigt, lässt ausserdem den wichtigen<br />
Umstand hervortreten, dass die dominierenden Arten in jeder Lebensform<br />
in aller Hauptsache die gleichen sind wie auf den von<br />
mir untersuchten Seen auf der Karelisclieii Landenge. Nur das Vorkommen<br />
von Cliara fragilis verdient als ein abweicliender Zug beachtet<br />
zu werden.<br />
Potamogeton -Typ.<br />
(Nr. 120 -131.)<br />
Will man diese Typenbenennung SAMUELSSONS (1925) auch für<br />
einen finnischen See beibehalten, so ist sie m.A.n. am Platze gerade<br />
hier, als Name einer Seengruppe, die in meinem Material nur durch<br />
ilie geringe Zahl von drei Weihern repräsentiert ist. Auf diesen gibt<br />
es insgesamt fünf Polamogeion-Arten, von denen vier in keinem der<br />
untersuchten Seen fehlen. Drei von ihnen treten ausserdem als ausgesprochene<br />
Cliarakterarten, und zwar so reichlich auf, dass sie<br />
wenigstens in dieser Beziehung die Typenbenennung wohl rechtfertigen.<br />
Einen wichtigeren Grund für die Anwendung dieses schon reservierten<br />
Namens gerade hier bildet aber der Umstand, dass von sämtlichen<br />
Seen meines Materials diese drei am besten denjenigen Seen<br />
entsprechen, die von SAMTTELSSON (OJ). C.) und ALMQUIST (1929) als<br />
typischste PotamogeionSocn dargestellt werden (vgl. S. 185 und 19(5).<br />
Ausserdem lässt die Vegetation jener Seen gewisse Sondercharaktere<br />
erkennen, durch welche ihre Abtrennung zu einem eigenen, vom J^olaimgelon-Tyi)<br />
sensu SAMUELSSON divergierenden Seetyp wohl berec.litigt<br />
erscheinen könnte.<br />
Diese drei Weiher befinden sich auf der Insel Ålo im Kirchs]).<br />
Pantinen im Schärenhof von Turku einige Kilometer voneinander<br />
entfernt und sind nur l-.'i m über dem Meeresspiegel gelegen. Ihre<br />
Grösse schwankt zwischen O.ss und O.uo km-. Sie sind seicht, durchschnittlich<br />
nur 2 m tief und haben sie!) also erst im Laufe der<br />
letzten tausend Jahre vom Meere abgeschnürt, was nuin u.a. aucii<br />
an dem Vorkommen mehrerer Ueliktarten im Makrophytenbestand<br />
erkennt. Die Farbe des Wassers ist gelbgrün. Die Sichttiefe ist
192 L. Maristo, Die Horistisclien Seetypeii Finnlands.<br />
ebenfalls redit bedeutend, aiil" sämtlichen Seen deutlicli über 2.6<br />
in. Lciim- oder Schlammtrübung wurde nicht festgestellt und kann<br />
auch nicht vorkommen, weil der Boden gänzl.ch vegetationsbedeckl<br />
ist. Plankton schien es dagegen in massiger Reichlichkeit zu geben,<br />
t)bwohl nicht so viel, dass es direkt zu einer Planktontrübung gekommen<br />
wäre. In diesen Seen ergab sich der höchste pH-Wert, den<br />
ich in Südfinnland überhaupt gemessen habe, nämlich 8.0-8.2. Dies<br />
ist auch dm'chaus verständlich, denn auf dieser selben Insel befinden<br />
sich die industriell wichtigsten Kalksteinvorkommnisse ganz<br />
Finnlands, auch wenn zwar der Kalksteingrund nach der geologischen<br />
Karte nicht unmittelbar bis an die genannten Seen herankommt.<br />
Das pH des Bodens dürfte aber höher als gewöhnlich liegen.<br />
Die Anzahl der Wasserpflanzenarten schwankt von 17 bis 27, als<br />
Mittelwert ergibt sich 22. Diese Zahl würde noch durch Einwirkung<br />
des Mustfinnträsk steigen, würde man die von LINKOLA (1911, p. 50)<br />
gefundenen Arten Elatlne. irianüra und Ranimculiis confervoides,<br />
denen ich aber nicht begegnete, dazu iu)ch einige Ul'erpflanzen mileinberechnen.<br />
Der eutraphente Artenbestand zählte auf dem Mustfinnträsk<br />
(Nr. 129) nebst dem Gräggböleträsk (Nr. 130) je 9 und auf<br />
dem Lampisträsk (Nr. 131) 0 Arten. Ganze fünf von diesen, nämlich<br />
Tijpha lalifolia, Leiniia trisuica, Polanwgctoii pusilhis, l\ oblmifoliiis<br />
und Cüllitriclie uuluniiialis sind für alle drei Seen gemeinsam.<br />
Im Polaniogelon-'Vyi) erreicht die Dominanz der Helopliyten<br />
ihren Höhepunkt, denn ihr Anteil beläuft hier auf ganze 43 % vom<br />
gesamten Artenbestand. Wasserblattkräuter gibt es zu 32 %,<br />
Schwimmblättrige zu 18 % und Freischwimmer zu 7 %. Die Grundblattkräuter<br />
und die Wasser-Schwimmblattkräuter fehlen völlig. Die<br />
lebensformmässige Verteilung der Arten lässt deutlicher als in allen<br />
bisherigen Seetypen den eutrophen Charakter dieses Seetyps hervortreten.<br />
Diejenigen Lebensformen, die auch sonst die geringste<br />
Zahl eutraphenter Arten beherbergen, fehlen hier völlig oder sind,<br />
wie z.B. die Schwimmblättrigen, nur in be.scheidenen Anteilen' vertreten.<br />
Charazeen, zum überwiegenden Teil Cham jragilis, treten<br />
besonders reichlich auf, hin und wieder selbst in so dichten Beständen,<br />
dass das Wachstum der Wasscrblattkräuter Verhindert wird.<br />
Wassermoosen, hauptsächlich DrcpanoclaUiis capilUlolius, begegnet<br />
man am Seeboden im Bereich des offenen Wassers stellenweise in<br />
Massen, so auch in den Vegetationsgürteln des Ufers, wo sich der
Ann. liol. Soc. Zool.-Iiol. I^'enn. Vanamo, 15, nro f). 19:5<br />
genannten Art ausserclcni noch Foiüinalis lujpnoidi'.s ntul Cnllienjon<br />
(ji(/(uüeiim zugesellen.<br />
Der erste Eindruck, den man von der Wasservegetation erhält,<br />
ist auf jedem der drei Seen etwas verschieden, und zwar weil unter<br />
den I lelophyten jedesmal eine andere Art dominiert. Aul dem Musti'innträsk<br />
werden alle übrigen Ilelophyten von den ganz ungemein<br />
üppigen Schillheständen verdeckt (Abb. 23), trotzdem z.T'. audi der<br />
Vhh. 2I{. Ni'. 129 Miisf finiilräsk. Die AiilVieriiiig fial. im aiisf^edcliiileii Mölicicht<br />
oiiH' Liickt' In'rvor^'orufcii. die von Schwiiiiin- und V\'iiss('rhl;iltkränloi'H<br />
in Besitz wnoninion isl.<br />
Schachtelhalm häul'ig isl und dichle liestätide bildet. Am (Iriiggböleträsk<br />
gibt es reichlicher steile Ufer, weshalb dort der Ilelophylengürtel<br />
schmäler ist und der Schachtelhalm ausgesjirochen dominiert.<br />
Der Lamj)isträsk stellt sich zwischen die beiden so, dass dort<br />
der Schilf und der Schachtelhalm einander ungelahr aufwiegen. Ganz<br />
besonders wird die Aufmerksamkeit auf das Fehlen von Scirpiis<br />
laciisler in den zwei letztgenannlen Seen gelenkt. Dagegen begegnel<br />
man auf sämllichen drei Seen üppigen Heständen von l'ijplia Utlifolia.<br />
Von den eigentlichen Ljiftblatlkrünlern sind Alisina pUmUxuo,<br />
Spargcmiiim simplex und Lijsimacina Ihijrsijluia auf allen drei Seen<br />
zu finden, nie aber reichlich und ausgedehntere Bestände bildend.<br />
Dagegen wurden auf dem Mustfimdräsk und dem Gräggl)öleträsk ein
194 L. Maristo, Die florislischen Seetypen I'innlands.<br />
Paar üppi^f ausgebildete Bestände von Spargaiiium rarnosuni angetroffen.<br />
Aus der Gruppe der Scliwimmblättrigen sind Potanioyelon natana,<br />
Nuphar lulcum und Nifmpliaea Candida auf allen drei Seen vorhanden,<br />
doch geht hier die gewöhnliehe dominierende Stellung der gelben<br />
Seerose auf Pofaniogeion natans über. Diese Art bildet auf diesen<br />
Seen sowohl in den Liehtungen des Höhriehls als ausserhall) de.s<br />
Höhrichtgürtels dichte und ausgedehnte Bestünde, während man<br />
Nuphar nur hier und da zerstreut vorfindet. Auch die weisse Seerose<br />
tritt /U ausgedehnten, einheitlichen Beständen zusammeji, so besonders<br />
im Lampisträsk. Sparganiinn Friesii gab es nur auf dem<br />
Mustfinnträsk ein wenig und Polygonum amphibiuni wietlernm scheint<br />
derart alkalische (iewässer vollends zu meiden.<br />
Auch die Freiscliwimmer gedeihen hier vorzüglich. Lcmna minor<br />
und Spirodela pohjrrhiza begegnet man hier und da im Röhricht.<br />
elzlere ist von den beiden Arten merkwürdigerweise die häufigere.<br />
Beide fand ich nicht auf dem Lamjjisträsk, der auch sonst die artenärmste<br />
Flora aufzuweisen hatte.<br />
Unter den Wasserblattkräutern sind ganze fünf in allen drei Seen<br />
zu finden, nämlich die vier auf S. 192 bereits erwähnten Eutraphenlen<br />
und Polamogclon perfoliaius. Die grösste Häufigkeit erreicht<br />
Lcmna Irisulca, der man fast überall sowohl in den Helophylengürteln<br />
als besonders am Sceboden im Bereich des offenen Wassers<br />
begegnet. Der quantitative Schwerpunkt dürfte indessen auf Polamogclon<br />
pnsillus entfallen, der in grossen Scharen den Seeboden<br />
im letztgenannten (iebiet überzieht. Alle übrigen Arten sind dagegen<br />
schon weniger häufig zu finden. Polamogclon oblusifolius wächst im<br />
seichten Wasser in der Nähe des Ufers, während P. perfoliaius und<br />
Callilrichc aulumnalis hauptsächlich im Bereich des Lieferen Wassers<br />
ausserhalb der Ilelophytengürtel auftreten. Beachtung verdient ferner<br />
Ccralophylluni dcmcrsum. Die Art fehlt im Mustfinnträsk, tritt<br />
aber besonders im Lampiträsk reichlich auf.<br />
Die Seggenbestände des Ufers sind in der Hauptsache von Carcx<br />
roslrala und C. vcsicaria aufgebaut. Erstere ist unbedingt wichtiger<br />
besonders am Mustfinnträsk mit seinen flachen Ufern, die zu mehr<br />
als die Hälfte ihrer Länge von einem Seggengürtel gefolgt werden<br />
(vgl. die Karte bei LINKOLA 1911, j). 23). Als dritte Seggenart ergab<br />
sich an sämtlichen drei Seen C. pseudocyperus entweder in zerstreu-
Anil. lioL Soe. Zool.-Bot. Fcnn. Viinunio, 15, 11:0 ö. 195<br />
lem Vorkommen oder kleine Bestände bildend. Aus der übrigen Uiervegetation<br />
wurden Comarum palustre, Lijihrum salicaria, Cicuta uirosa<br />
und Lijcopus europaeiis von sämtlichen drei Seen notiert, docli<br />
bleibt ihre Bedeutung neben den eigentlichen Wasserpflanzen recht<br />
gering.<br />
Auch lieute noch, hunderte von Jahren seitdem sich diese Weiher<br />
vom Meer und vom Brackwasser abschnürten, machen sich im Wasserpflanzenbestand<br />
deutliche Nachklänge jener Zeit bemerkbar.<br />
Viele Arten (vgl. LINKOLA op. c., p. 52), wie Lemua ivisulca, CjiUi-<br />
Iriche aiiliimnalis und CcratophijUum demers/i/n, stellen wahrscheinlicli<br />
Brackwasserrelikte dar und haben sich hier unter dem Schutze der<br />
alkalischen Reaktion und des hohen Kalkgelialts des Wassers erlialten<br />
können. Dagegen möchte ich es für recht unwahrscheinlich halten,<br />
dass Chara fragilis auf dem Mustfinnträsk das Hornblatt verdrängt<br />
und zum Aussterben gebracht hätte, denn weil ja beide Arten<br />
sowohl im Gräggböleträsk als im Lampisträsk reichlich nebeneiiuinder<br />
vorkommen und weil der letztere in einem höheren Niveau als<br />
der Mustfinnträsk liegt, so müsste namentlich gerade in ilmi Cham<br />
fragilis noch L)esser Zeit gefunden haben, sich an (UMI Standorten des<br />
Hornblatts breit zu machen.<br />
Ganz ähnliche junge Seen, deren Arienbestand indessen ein noch<br />
deutlicheres marines Gepräge trägt, sind in Finnland von CEDEROREUTZ<br />
(1934; 1937) aus Ahvenanmaa beschrieben worden. V.r hat dort vom<br />
Polamogeion-Typ SAJVIUELSSONS (1925) drei Untertypen abgetrennt,<br />
nämlich die Algengyttja-, die Anabaeiui- und die Braunnioor-Seen.<br />
Von tliesen ist der erstere, nach der Heschreibiiug (1937, p. 329) zu<br />
schliessen, als ein Teichseetyp anzusprechen, dagegen liegt uns in<br />
den Anabacna-^acu gerade der J^olanioyeton-'Vy]) in seiner engsten<br />
Fassung vor (1934, p. 9-11; 1937, p. 330). Der pH-Wert beläuft<br />
sich in ihnen mit dem Indikator von C^LAitiv gemessen auf 7.2-7.8 und<br />
der Kalkgehalt des Wassers beträgt 30-80 mg (CaO) im i.iter. Hin<br />
und wieder tritt auch Lehn)trübung auf. Diese Seen beherbergen eine<br />
ganze Anzahl von Brackwasserrelikten, ilie auf meinen vorgenannten<br />
(Irei Weihern nicht zu finden sind. C.harazeen und IMiytojilanktou<br />
gibt es ebenfalls reichlich. Als beste Beisjiiele dieser Seen mögen<br />
Nr. 10, 13, 16 und 29 bei CEDKRCREUTZ (1931) dienen.<br />
ALMQUIST (1929) und LOHAMMAR (1938) haben in Schweden zahlreiche<br />
Seen und Buchten des Mälaren untersucht, die nur einige
Marisio, Die floristischeii Seetypen Finnlands.<br />
Meter über dem Meeresspiegel erhoben liegen. Die Wasservegetation<br />
ist in ihnen nocii üppiger und artenreicher als in meinen finnischen<br />
Poiarnogelon-^ecn und auch die übrigen von mir dargestellten Sotidercharaktere<br />
treten hier noch schärfer geprägt auf. Das Wasser ist<br />
sehr alkalisch und kalkreicii und die Zahl der als Meeresrelikte anzusehenden<br />
Arten ist besonders hoch. Nach ALMQUIST (op. c., !>. 87)<br />
entsprechen diese Gewässer dem Potaniogeion-Typ in seiner reichsten<br />
Ausbildungsform. Als Beispiele mögen Sunnerstaviken, Garnsviken<br />
und Kärven (Nr. 17-19 bei ALMQUIST p. 88, Tab. 8, Nr. 21-23 bei<br />
I.OHAMMAII OJ). C.) erwähnt werden. Ausser nahezu im Niveau ties<br />
Meeres gibt es zu diesem gleichen Typ zu zählende Seen auch im<br />
schwedisclien Binnenlande, wo es nur der Kalkgehalt des umgebenden<br />
Bodens zulässt. Solche sind z.B. der berühmte Vogelsee Täkern<br />
(Du RIETZ, MANNERZ u.a. 1939) sowie die Seen Hönsan und Glisstjärn<br />
(Nr. 28 und SO bei SAMUELSSON 1925, Nr. 116 und 121 bei<br />
LOIIAMMAR op. c.), die zugleich den Potamogelon-^ca SAMUELSSONS<br />
(oj). c., p. 9) in seiner typischsten Form repräsentieren.<br />
Ausser in Finnland und in Scliweden gibt es hierher gehörende<br />
Seen auch in anderen (iegenden sowohl Nord- als Mitteleuropas.<br />
Solche sind mit ziemhch grosser Sicherheit auch in dem von DONAT<br />
(1926, p. 19) aus Norddeutschland beschriebenen Phragmilcs - Polamogelon-iy\)<br />
enthalten, worauf u.a. die Erwähnung eines Chara-<br />
(iürtels in jenen Seen (vgl. S. 180) liinzudeuten hätte. Von den vier<br />
von SAUER (1937) unterschiedenen Subtypen des Po/«mo//e/on-Typs<br />
entspricht der erste, der »W^esenschwingseetyj)» sowohl in bezug auf<br />
seine Vegetation als seine F'lora dem Polamogelon-'Vyp im engeren<br />
Sinne, obwohl auch Unterschiede (u.a. das spärliclie Vorkommen von<br />
Wasserblattkräutern) zu verzeichnen sind. SAUERS zweiter Untertyp,<br />
der typische PotainogelonSae, entspricht mit Rücksicht sowohl auf<br />
die Eigenschaften des Wassers als zum Teil auch den Artenbestand<br />
dem Polamogeloii-Ty\i s.str., l)ei grösserer Flächenausdehnung der<br />
Seen verursacht aber die wechselnde Exposition lokale Differenzen<br />
in der Zusammensetzung der Vegetation, und dem Artenbestand<br />
mischen sich »Fragmente des Litorellion- uiul Nanocyperion-Verbandes»<br />
(op. c., p. oGl) bei. Der Krauthunuis- und der Waldhumus-'<br />
seetyp SAUERS umfassen humushaltige Gewässer, die zum Teil<br />
lediglich als Teichseen anzusprechen sind und offenbar lokale Varianten<br />
des Polamogctondarstellen (vgl. SAUER oj). c., j). 562).
Ami. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. N'^ananio, 15, n:o 5. 197<br />
Von den von IVERSEN (1929) aus Dänemark beschriebenen alkalischen<br />
Klarwasserseen steht der grösste Teil dem Chara-Typ ALM-<br />
QUISTS näher als dem Potamogeton-Tyi) in seiner engeren Fassung<br />
(vgl. S. 162). Vorhin (S. 180) wies ich auch bereits auf die wiciitigsten<br />
Unterschiede zwischen jenen dänischen Seen und meinen Tijpha -<br />
AlismaSecn hin. Als vorzüglichste Beis{)ielc erge])en sich Nr. 38, 40<br />
und 41 bei IVEIISEN. Es sind ähnliche seichte Weiher wie meine drei<br />
Seen aus Parainen, Zum Beispiel der M.jang So (Nr. 40) ist wie der<br />
Mustfinnträsk zur Zeit in Verwachsung begrii'ien, der Slivso (Nr. 41)<br />
steht aber noch zeitweise in Verbindung mit dem Brackwasser des<br />
nahen Meeres, weshalb seine Stellung als See in dem Sinne, wie icli<br />
es aul'gefasst Iiabe, in Frage gestellt werden kann.<br />
Auch im Baltikum sind wahrscheinlich derartige junge Seen voriuinden.<br />
Darauf deutet u.a. die knappe Erwäiinung KUPFFERS (1925,<br />
p. 30) über gewisse Seen im lettischen Küstengebiet und auf Ösel.<br />
Sie haben ihre Verbindung mit dem Meere infolge der Landhebung<br />
verloren und KUPFFER nennt sie nach den daselbst noch vorkommenden<br />
Arten brackischen Wassers »Heliktseen».<br />
Aus dem Obigen dürfte hervorgegangen sein, dass dav l^olamogclon-<br />
Typ im engeren Sinne hauj)tsächlich einen Seetyp junger, kalkreicher<br />
und alkalischer Gewässer tiarstellt, der in seiner deutlichsten Ausbildung<br />
auf dem Lehmboden zu finden ist. 15ei uns in Finnland gibt es<br />
solche Seen ausschliesslich in der nächsten Nähe des Meeres und auch<br />
dort nur an Stellen mit abweichend hohem Kalkgehalt des Bodens.<br />
Der Potnmogeton-Typ s.str. stellt zugleich einen der einheitlichsten<br />
und am weitesten verbreiteten Seetypen Nord- und Mitteleuropas<br />
dar, dessen wenige finnische Vertreter als seine äussersten nördlichen<br />
Vorposten dienen und dadurch die bescheidene Ausbildung ihres<br />
Artenbestandes im Vergleich zu den südlicheren 'ry|H-ugeiu)ssen verständlich<br />
machen.<br />
Straüotes-Typ.<br />
(Nr. 132- 135.)<br />
Fern jenseits des Polarkreises, nahe beim 68. Breitengrad, wo<br />
der Sommer kurz ist und die Wärmezeit sich nur üi)er etwa 160 Tage<br />
erstreckt (Karte 2), auch dort kiinn man Gewässern begegnen, die<br />
in bezug auf ihre Makrophytenvegetation noch als eutroph ange-
161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />
sprochen werden müssen. Hire Artenzahl ist naturgeniäss bescheiden,<br />
denn viele Arten drin.^en nicht mehr einmal annähernd so weit nördlicli<br />
vor. Diese Eutrophie tritt uns daher auch nicht im Helophytenhestand<br />
entgegen, denn die Strenge des Winters und in Zusammenwirkung<br />
damit die Gefriersciiäden sorgen dafür, dass die Bestände<br />
stets klein und lichtwüchsig bleiben. Unter der Wasseroberfläche hat<br />
sich dagegen eine um so üppigere und reichere Wasservegetation<br />
entwickelt, die überdies zur Mauptsaclie aus lauter Eutraphenten<br />
zusammengesetzt ist. Zur Entstehung einer solchen Vegetation<br />
so hoch oben im Norden sind natürlich ganz besondere edaphisclu^<br />
Voraussetzungen nötig und solche gibt es auch in der Tat hier<br />
und da im Bereich der basischen Schiefer Finnisch-Lapplands.<br />
Den Namen habe icli diesem Seetyp nacli einer seiner Charakterarteu<br />
gegeben, Slraliotes aloides ist eine Art des elektrolytreiciien<br />
Wassers und tritt in ähnlich beschaffenen Gewässern auch in den<br />
übrigen Teilen des Landes reichlich auf.<br />
Die Zahl der diesem Seetyp zugezählten Untersuchungsflächen<br />
l)eträgt nur vier, sämtliche verhältnismässig nahe beeinander (höchster<br />
gegenseitiger Abstand etwa 10 km) im Kirchsp. Kittilä gelegen<br />
und von bescheidener Grösse, 0.3-2.4 km^. Die Farbe des Wassers<br />
ist grüngelb und die Sichttiefe variiert zwischen etwa 1.6 und 3.o m.<br />
Am klarsten war das Wasser im Hastinjärvi (Nr. 134), wegen der<br />
geringen Wassertiefe musste ich mich jedoch lediglicli mit einer blossen<br />
Schätzung der Sichttiefe begnügen. Auf dem Hautajärvi (Nr. 133)<br />
wurde die Messung wiederum unter ungünstigen Bedingungen ausgeführt<br />
und der im Vergleich zu den übrigen geringere Durchsichtigkeitswert<br />
ties Sotkajärvi (Nr. 135) fülirt sich zum grössten Teil<br />
auf die intensive Planktontrübung zurück. Die pII-Grenzwerte betragen<br />
8.2 und 8.3. I<br />
Die durchschnittliche Zahl der Wasserpflanzenarten beträgt 15,<br />
ist also doch nicht die niedrigste von allen. Die höchste Artenzahl,<br />
20 Arten, wurde auf dem Hautajärvi, die geringste, 12 Arten, auf<br />
dem Sotkajärvi verzeichnet. Die Zahl der eutraphenten Arten<br />
schwankt auf den einzelnen Seen zwischen 4 und 5 und mit Ausnahme<br />
von Lemna minor handelt es sich um Wasserblattkräuter,<br />
von denen zwei, nämlich Stratiotes aloides und Mijriophylliim spicaluin,<br />
auf allen vier Seen anzutreffen sind.
Ann. Bot. Soc. Zool.-Hol. l
200 L. Maristo, Die floristischeii Seetypeii Finnlands.<br />
Grösse<br />
km2<br />
pH<br />
Tabelle 5. Übersiclit über die Eigenschaften<br />
Transparenz<br />
m<br />
Farbe des<br />
Wassers<br />
Vorherrschendes<br />
Ufermaterial<br />
Equisetum -Typ
202 L. Maristo, Die lloristischen Seetyj)eii Finnlands.<br />
Grösse<br />
km2<br />
Scirpus Incuster-Ty^) 0.84- IG.o G.«- 7.3 O.l - 1.4<br />
pH<br />
1<br />
Transparenz<br />
m<br />
Farbe des<br />
Wassers<br />
1 braun - gelbbraun<br />
1<br />
Typlia - Alisma -Typ . ü.i:. - 7.0 0.2 - 2.2 gelb - grün<br />
Kannas -Variante |<br />
i 1<br />
1<br />
t<br />
1.1-12..-; 7.1 - 7.R 0.« - 2.0<br />
1<br />
Vorherrschendes<br />
Ufermaterial<br />
Moräne, Lehm, weniger<br />
Torf<br />
Lehm, weniger<br />
Moräne<br />
gelbgrün Lehm, Sand, weni-<br />
1<br />
ger Osniaterial<br />
( 1<br />
!<br />
i<br />
Potarnogeton -Typ 0.25 - 0.6 8.0 - 8.2 > 2.5 gelbgrün Lehm, Moräne<br />
Stnitiotfs' -Typ 0.:. - 2.4 8.2 - 8.:« 1 .f) — iJ.O grüngelb<br />
•<br />
Torf, weniger<br />
Moräne<br />
schere (»kievana» im Volksmuncl) kommt in jenen Einödengel)leten<br />
eine beträchtliche wirtschaftliche Bedeutung als frisches Ersatzlutter<br />
zu (vgl. SANDÖTRÖM 192Ü, p. 54). Wenn die im Sommer<br />
zusammengebrachten geringen Heuvorräte beim Fortschreiten des<br />
Winters zu Ende gehen, begibt man sich auf den See und holt sich<br />
das Futter mit rechenartigen Geräten durcli zuvor an erfahrungsgemäss<br />
reichergiebigen Stellen in das Eis gehackte Öffnungen heraus.<br />
Nach der Aussage der Ortsbevölkerung wird dieses Futter von den<br />
Tieren sehr gerne gefressen und soll zudem auch eine produktionserhöhende<br />
Einwirkung haben. Doch ist natürlich stets die Gefahr<br />
vorhanden, dass die Art infolge übermässiger Nutzung zum Leiden<br />
gebracht werden könnte. Ob das spärliche Vorkommen der Krebsschere<br />
im Bastinjärvi eben diesem Umstand zur Last zu stellen ist.
Umgebung<br />
Ann. Ik)t. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 203<br />
Anteil der verschiedenen<br />
Lebensformen an der Wasservegetation<br />
Misch- u. Laub- Helophyten dominieren.<br />
wälder,Anbauflächen u. etwas<br />
Moore<br />
Anbaufläclien<br />
u. llainwälder<br />
Anbaufläclien u.<br />
Ileidewälder, et-<br />
was Moore<br />
Hainwälder u.<br />
Anbauflächen<br />
i 1<br />
Braunmoore,<br />
Heide Wälder<br />
Schwimmblattkräuter reichlicli.<br />
Wenig Wasserblattkräuter<br />
und selir wenig Grundblattkräuter.<br />
Gharazeen feh-<br />
len.<br />
Charakterarten Allgemeines Vegetatlonsbild<br />
Scirpus lacuster,<br />
Potamogeton natans<br />
Helopliyten dominieren. . Phragmites,<br />
Freisehwimmer allgemein. Typha spp,,<br />
Spärlich Grundblattkräuter, Alisma<br />
VVassernmoso u. Cliarazeen.<br />
Helophyten dominieren.<br />
Schwinuublättrige u, Grund-<br />
blattkräuter ziemlich reich-<br />
lich. Wassermoose n. Cliarazeen<br />
spärlich.<br />
Helophyten dominieren. Wasserblatt<br />
kräu ter u. Cliarazeen<br />
reichlich. Wenig Schwimniblättrige,<br />
Grundblattkräuter<br />
fehlen.<br />
\<br />
Phragmites,<br />
Scirpus lacuster,<br />
Alisma, Sparganium<br />
simplex<br />
!<br />
Phragmites, Potamogetonnatans,<br />
P. pusillus,<br />
Lemna trisulca<br />
Wasserblattkräuter dominie- Equisetum, Straren.<br />
Übrige Lebensformen tiotes,Myrio- spärlich. Grundblattkräuter phyllumspica- fehlen.<br />
tum<br />
Reichliche Vegetation.Dichte<br />
Scirpus lacuster -Bestände<br />
(auch Inselbestände). Deutliche<br />
Zonation: Seggengürtel,<br />
Luftblattkräuter, Scirpus lacuster,<br />
Schwimmblattkräuter.<br />
Reichliche Vegetation. Umfangreiche<br />
Phragmites -Bestände.<br />
Zonation: Uferarten,<br />
Luftblattkräuter, Equisetum,<br />
Phragmites, Schwimmblattkräuter.<br />
Wie vor, stellenweise auch<br />
Grundblattkräutor.<br />
Üppige Vegetation. Der ganze<br />
Seeboden vegetationsbedeckt.<br />
Dichte, reine Bestände.<br />
Zonat'on deutlich, variirt<br />
aber beträchtlich.<br />
Helophyten recht spärlich.<br />
Dichte, reine Wasserblattkrautbestände.<br />
Keine deutliche<br />
Zonation.<br />
blieb leider uneriniltelt. - Potamuyelon praelongiis war in zerstreutem<br />
Stand auf drei Seen zu linden, P. pcrfoliatns traf<br />
ich dagegen im llastinjärvi in ganz unglaublicher Menge an.<br />
Stellenweise war dort der Seeboden ferner dicht mit P. piisilliis<br />
bedeckt; diese Art fehlte in den übrigen Seen. Im Sotkajärvi<br />
und im Hautajärvi gab es dagegen ziemlich reichlich P. zoslcrifoliiis.<br />
I£ine besondere Erwähnung verdienen ausserdem P. filiformis<br />
und Ceratophijllnm demersiim aus dem Hautajärvi, speziell<br />
die letztgenannte Art, die in Finnland bisher nicht jenseits<br />
des Polarkreises angetroffen wurde, hier aber -recht reichlich<br />
auftritt. - «<br />
Dieser Wasserblattkrautbestand ist etwas Einzigartiges so hoch<br />
oben im Norden. Die Artenzusammensetzung ist zwar auf den ein-<br />
14
161 L. Maristo, Die floristisclien Seetypen P'innlands.<br />
zelnen Seen teilweise verschieden, das Gesamtgepräj^e der Vegetation<br />
ist aber durchgehends ziemlich gleich.<br />
Die Uferflora scheint sich von derjenigen der südlicheren Breiten<br />
nicht viel zn nnterscheiden. Carex rostrata war an sämtlichen Seen<br />
reichlich zu finden, am Sotkajärvi sowie am Hantajärvi ausserdem<br />
spärlich C. aquatilis. Auch Comarum palusire und Ciciita virosa wurden<br />
an sämtlichen Seen notiert, an dreien ausserdem Menijanlhes<br />
trifoliala.<br />
Diesem Straliotes-lyp möchte ich in Lappland die gleiche Stellung<br />
geben wie dem Potamogeton-Typ s. str. in Südfinnland. In<br />
beiden Fällen handelt es sich um Seen mit sehr alkalischem und<br />
kalkhaltigem Wasser und einer so üppigen Vegetation, wie es in einer<br />
solchen Umgebung überhaupt möglich ist. Die durch die nördliche<br />
Lage bedingte Strenge der klimatischen Faktoren und im<br />
(icgensatz dazu die günstigen edaphischen Verhältnisse iiaben zur<br />
l£ntstehung jenes negativen Zuges in der Physiognomie der Stratio-<br />
/
Ann. liot. Soc. Zool,-Bot. b'enn. Vanarno, 15, n:o 5. 205<br />
ill der Tabelle verzeichneten Grenzwerte können nicht, so wie sie<br />
sind, als absolut gelten. Bei zunehmender Zahl der Untersuchungsflächen<br />
würden sich die Grenzwerte des Flächeninhalts, des pH<br />
sowie der Transparenz wahrscheinlich noch nach beiden Richtungen<br />
hin verschieben. Ich habe indessen die hier angegebenen Zahlenwerto<br />
direkt meinem Material entnommen, statt auf den Weg der unsicheren<br />
Vermutungen zu gehen.
V. ÜBER DIE DIE DIFFERENZIERUNG DER<br />
SEETYPEN BEDINGENDEN FAKTOREN.<br />
Im jetzt folgenden Abschnitt wenlcn die verschiedenen Standortslaktoren<br />
und Faktorenkom})lexe besjjrochen, unter deren Einfluss sowohl<br />
der Artenbestand als die gesamte Wasservegetation eines Sees<br />
stehen und die zugleich Ursache der verscliiedenen Gestaltung und<br />
ungleichmässigen Verbreitung der Seetypen sind. Es leuchtet ein, dass<br />
es hier lediglicli mit einer im Grossen durchgeführten Betrachtung des<br />
Gegenstandes genügen muss. Die Kürze der für die Untersuchung vorgesehenen<br />
Zeit hat es unmöglich gemacht, sich systematisch in die<br />
einzelnen autökologischen Probleme zu vertiefen, von denen ein jedes<br />
für sich den Stoff für eine selbständige Untersuchung geben könnte.<br />
Ich hoffe indessen, dass mich die während der Untersuchungsarbeit<br />
allmählich gesammelte Erfahrung dazu verholfen hat, doch so zuverlässige<br />
Beobachtungen über das Verhalten der Wasserpflanzenarten<br />
zu den verschiedenen Standortsfaktoren anzustellen, dass dieselben<br />
als Grundstoff für eine in grossen Zügen durchgeführte Erörterung<br />
dieser Fragen herangezogen werden können. Als wertvolle<br />
Stütze haben dabei natürlich die verschiedenen schon früher in Finnland<br />
oder im Auslände veröffentlichten detaillierteren Untersuchungen<br />
gedient. Weiter hoffe ich, dass meine Beobachtungen geeignet<br />
sein mögen, nützliche Hinweise für künftig auszuführende Spezialstudien<br />
zu liefern.<br />
1. TIEFENVERHÄLTNISSE UND UFERTOPOGRAPHIE.<br />
Beim Erörtern der Seetypenfrage vom allgemeinlimnologischen<br />
Standpunkt hat vor allem THIENEMANN (1928) die Bedeut^g<br />
der Tiefenverhältnisse für die Typengestaltung der Seen hervorgehoben.<br />
Diese Tatsache bedarf keiner weiteren Beweisführung,
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 207<br />
wenn wir wissen, dass sich die limnologischen Seetypeneinteilungen<br />
auf die Zusammensetzung der Bodentierfauna und des Planktons<br />
gründen, die ihrerseits wiederum* von solchen mit der Wassertiefe<br />
parallel verlaufenden Milieufaktoren wie die Temperatur und der<br />
Sauerstoffgehalt des Wassers durchaus abhängig ist. Betrachtet man<br />
die bathymetrischen Verhältnisse in ihrer Einwirkung auf die Makrophytenflora<br />
namentlich im Hinblick auf die auf Grund der letzteren<br />
unterschiedenen Seetypen, so stellt man fest, dass sie auch in diesem<br />
Falle nicht ganz ohne Bedeutung sind. Als erster hat DON AT (1926,<br />
p. 50) diesen Umstand eingehender beachtet, indem er in seiner<br />
Gruppe der oligqtrophcn Gewässer die »gcomorphologiscli^^ind physiologisch<br />
oligotrophen Swui» unterscheide!^ Die ersteren, deren<br />
Wasservegetation sicii nach DONAT nur quantitativ von derjenigen<br />
der eutrophen Seen unterscheidet, haben ein elektrolytreiches Wasser,<br />
aber die grosse Mitteltiefe des Sees, die geringe Breite der Uferbank<br />
und der beträchtliche Neigungswinkel der Halde bedingen es, dass den<br />
Makrophyten nur wenig F^latz zum Gedeihen übrig bleibt. Auf das<br />
gleiche Verhältnis hat auch REINIKAINEN (1935, p. IG und 20) inbetreff<br />
der Teichseen hingewiesen. Ganz so radikal wie DONAT möchte<br />
ich diese Typenfrage indessen nicht lösen, obwohl es auch in meinem<br />
Material darauf hindeutende Fälle gibt. Am Westende des Paanajärvi<br />
(Nr. S3), der sich l)ckanntlich in einem Bruchtal gebildet hat,<br />
kommen auf einer ganz eng begrenzten Fläche recht viele selbst<br />
ziemlich anspruchsvolle Wasserpflanzenarten vor. Ungefähr ähnlich<br />
verhält es sich auch mit dem Urajärvi (Nr. 7J), einem ebenfalls<br />
steiluferigen, zwischen Üsrücken gelegenen See, dessen })H (6.o) im<br />
Hinblick darauf als ziemlich hoch zu betrachten ist. An den vegetationsreichsten<br />
Punkten dieser Seen ist aber zugleich auch der Jiodeu<br />
nährstoffreicher als am Steilufer, was nur angibt, dass sich im Falle<br />
ihres Fehlens diese Seen auch qualitativ noch mehr vom eutrophen<br />
Gewässer entfernen würden. Auch jetzt sind sie offenbar - allerdings<br />
in erster Linie wegen der quantitativ schwachen Entwicklung der<br />
Wasservegetation - der oligotrophen Typengruppe zuzuzählen.<br />
Die ganz seichten Seen wiederum, wie z.B. Nr. JJ4 Koyliönjärvi,<br />
Nr. J20 Sääskjärvi und Nr. J26 Hieskjärvi, sind öfters mehr oder<br />
minder eutroph. Es sind Quellseen, auf deren Boden sich zumeist<br />
fruchtbare Detritusgyttja in dicker Lage angesammelt hat, die<br />
natürlich daran angetan ist, die Entwicklung der Wasservegetation
208 I,. Marislo, Die lloristischcn Sectypi'ii Finnlands.<br />
zu fördern. Auch der eigentliche minerogene Boden ist in ihnen günstig<br />
beschaffen, sind doch diese Seen in den seichten Vertiefungen<br />
der Tonebene gelegen. In solchen Seen haben die Helophytenbestände<br />
stets ausgesprochen die Obermacht, während sich das Auftreten der<br />
submersen Arten dann hauptsächlich nach der Transparenz des Wassers<br />
richtet. Auch das Material von SAMUELSSON (1925), ALMQUIST<br />
(1929) und LOHAMMAK (1938) gibt au die Hand, dass die eutrophen<br />
Seen meist seicht sind. Nur in dem Falle, wenn die Ufer stark vermoort<br />
sind (z.B. Nr. 2 Suovanjärvi, Nr. 14 Keskisträsk), bleibt auch<br />
ein seichter See sowohl in bezug .auf seine Vegetation als seine Flora<br />
karg und arm. Solche Fälle erreichen ihre grösste Häufigkeit auf den<br />
Moränenböden der Wasserscheidengebiete.<br />
Jener eingangs berührte Einfluss der Temperatur und des Sauerstoffgehalts<br />
des Wassers auf das Gedeihen der liölieren Wasservegetation<br />
bleibt in seiner Zusammen Wirkung mit den Tiefen Verhältnissen<br />
des Sees im allgemeinen geringer als an dem Teil der Boilenfauna.<br />
Die Tiefenamplitude der Makropythen ist gewöhnlich innnerhin so<br />
gering, dass die Pflanzen während des günstigsten Abschnittes der<br />
Vegetationsj)eriode im Bereich des gleichwarmen Epilimnions zu stehen<br />
kommen. Am kennbarsten ist der Temperatureinfluss in den<br />
klarsten Seen, doch auch in dem transparentesten See meines Materials,<br />
Nr. 80 Kuorinkajärvi, ist die Temperaturabnahme im Sichtbereich<br />
des Wassers im Hochsommer nicht so gross (JÄUNEFELT 193C a,<br />
p. 5), dass die Tiefenamjilitude der Makrophytenvegetation dadurch<br />
eine nennenswertere l^eeinträchtigung erführe, sofern sie nicht eine<br />
allzu grosse Verkürzung der Vegetationsperiode verursacht (vgl.<br />
S. 236).<br />
In grossen Zügen betrachtet ist also die<br />
g erj^» Ji ^ i e f e ei ne s Sees d a zu g e e i g n e t, d i e<br />
E u t r o p h i e der Makrophytenvegetation n a m e n t-<br />
1 ich in quantitativer Hinsicht zu fördern.<br />
A n d e r e r s e i t s h i n d ert i n m a n c h e n Fälle n<br />
wiederum die grosse Tiefe des Sees die<br />
Vegetation daran, einen n t w i c k 1 u n g s g r a d<br />
zu erreichen, der ihr z.B. durch den Elektro-<br />
1 y tge h a 1 t des, Wassers und die pH-Lage sons.t<br />
gesichert e r s c h i e n e. Diese Möglichkeiten hangen aber
Ami. liol. Soc. Zool.-hot. Fiinn. Vanamo, 15, 11:0 5. 209<br />
auf das engste von ilen edapliistjlien Faktoren und den übrigen<br />
ILigenschaften des Wassers, und zwar in der Hauptsache von der<br />
Durchsichtigkeit desselben ab.<br />
An (his Obige schliesst sich eng der Einfluss der Ufertopographie<br />
an. Im allgemeinen ist festzustellen, dass, je grösser die U f e re<br />
n t Wicklung, d.h. je g e s c Ii 1 ä n g e 11 e r die Uferlin<br />
i e ej nes Sees ist, (lest o__b e s s e r e E n t w i c k 1 u n g si<br />
n ö g 1 i c h k e i t e n stehen d e r \V a s s e r v e g e t a t i o n i. u<br />
G e b o t e, v o r a u s g e s e t z t, dass d i e e d a p h i s c h e n<br />
a k t o r e n ü 1) e r a 1 1 die gleichen si n d.<br />
Die Bedeutung des Neigungswinkels des Seebodens im Litoralgürtel<br />
wurde oben bereits zum Teil klargelegt. Dieselbe ist jedocli<br />
stets auf (las innigste mit den Expositionsfaktoren und mit der<br />
Korngrösse des liodens verbuiulen. Auf solchen kleinen Seen, wo<br />
die Exposition nur wenig zur Auswirkung kommt, kann nian aber<br />
je nach der Al)schüssigkeit des Hodens im Litoral deutliche Unterschiede<br />
in der Zonation der Wasservegetation konstatieren. Senkt<br />
.sich die Uferbank nur langsam gegen die Tiefe, so reichen die Ilelophytenbestände,<br />
in erster TJnie die Röhrichte oder die Bestände des<br />
Schachtelhalms uferwärts bis zur Wasserlinie heran. Je mehr aber<br />
die Erosionsfaktoren am flachen Ufer eingreifen können, desto deutlicher<br />
ausgebildet findet man den das Röhricht und die Wasserlinie<br />
trennenden, vorwiegeiul von (irundblattkräulern und den eigentlichen<br />
Luftblattkräutern bewohnten »Kanal» (vgl. S. 258). An steileren<br />
Ufern ist die Zonationsfolge der Vegetation oft deutlicher ausgeprägt,<br />
obzwar die Zahl der verschiedenen (Hirtel in Abhängigkeit<br />
von anderen lokalen Faktoren, hau|)tsächlich der Rodenbeschaffenlieit,<br />
variieren kann.<br />
Über das Verhältnis der von mir unterschiedenen Seetypen zu<br />
den hier erörterten Faktoren kann auf Clrund ties Obigen, allerdings<br />
etwas verallgemeinernd, gesagt werden, dass d i e e u t r o p h e n<br />
S e e t y ]) e n i m 1) u r c h s c h n i t t seicht e r als die<br />
o 1 i g o t r o {) h en si n d. Die höhere Arienzahl und die reichere<br />
Ausbildung der Makrophytenvegetalion in seichteren Clewässern<br />
ist u.a. ARWIDSSON (192G, p. 25) in seinem Untersuchungsgebiet<br />
aufgefallen und wurde auch von ihm als einziger Einteilungsgrund<br />
.seiner Seen gewählt. Unter den oligotrophen Seen sind die kargen
210 L. Marislo, Die floristischen Seetypeii Fiimlaiuis.<br />
Equisetum-^ean (lurclischiiittiich seichter, weil sie die f^eriiigste<br />
Flächenausdehiiiing besitzen nnd weil in ihnen die Aiisfälhing der<br />
lluinuskolloide sowie der alhnählich vom Ufer gegen die Tiefe hin<br />
stattfindende Transport des Torfmaterials kräftig zur Ausflachung<br />
des Seebeckens beiwirken. Relativ am tiefsten sind die Lobelia-Seen,<br />
deren typischsten Vertretern man in den tiefen Osgruben begegnet<br />
und in denen die zum Ausgleich des Bodenprofils führende allcchthone<br />
Sedimentation sehr schwacii ist.<br />
2. KORNGRÖSSE UND NÄHRSTOFFGEHALT OES<br />
SEEBODENS.<br />
Kecht oft macht man sich einer Verweciislung dieser beiden<br />
Grundbegriffe schuldig, obwohl doch einerseits die Zusammensetzung<br />
und der Nährstoffgehalt des Seebodens und anderseits seine physikalischen<br />
Eigenschaften, wie die Korngrösse, als Standortsfaktoren<br />
in ganz verschiedener Weise zur Auswirkung gelangen. Zur Grobeinteilung<br />
habe ich mich der alten Einteilung in minerogenen und<br />
organogenen Boden bedient und in der ersteren Gruppe die allgemein<br />
gebrauchten und schon eingangs (S. 21) angegebenen, genau festgelegten<br />
Korngrössen (siehe z.B. SAURAJVIO 1910, p. 32) unterschieden,<br />
während es bei den organogenen Sedimenten z.B. in Tab. 5 lediglich<br />
auf eine Grobeinteilung in Dysedimente und Gyttjaen ankommen<br />
durfte; unter den letzteren habe ich jedoch die Kalkgyttja<br />
wegen ihrer ganz besonderen Zusammensetzung getrennt gehalten.<br />
Im Text ist indessen gewöhnlich ein Unterschied zwischen der Lehmgyttja<br />
und den Detritusgyttjaen gemacht worden.<br />
Der Einfluss der edaphischen Faktoren auf die Wasservegetation<br />
ist stets mit einer ganzen Zahl von anderen Faktoren verknüpft.<br />
Die wichtigsten von diesen sind die Exposition und die Strömung,<br />
eine Faktorengruppe, die namentlich darüber entscheidet, wo sich<br />
die organogenen Sedimente im betreffenden See anlagern können.,<br />
Diese können ja von der Wasserlinie beginnend auf der ganzen Breite<br />
des Litoralgürtels vorkommen, zumeist begegnet man ihnen aber<br />
erst in grösserer Tiefe, mitunter sogar erst im Profundal. Oft hat<br />
sich die Grenze zwischen dem minerogenen und dem organogenen<br />
Boden nur schwierig bestimmen lassen, weil beide Bodenarten bisweilen<br />
auch gleichzeitig, entweder in übereinandergelagerten Schich-
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 211<br />
ten oder vermischt vorkommen können. Mitunter liegen die organogenen<br />
Sedimente dem minerogenen Boden nur auf ganz kleinen<br />
Flächen, z.B. im Schutze eines im Wasser liegenden Steinblocks auf,<br />
oft wiederum auf grösseren Arealen, dann aber in so dünner Schichl,<br />
dass es schwer zu entscheiden ist, welche Bodenart im betreffenden<br />
Falle als ausschlaggebend für das Fortkommen der Makrophytei><br />
betrachtet werden muss. Auf dem minerogenen Boden macht sicli<br />
der Einfluss der Ex])Ositions- und Erosionsfaktoren zur Hauiitsacho<br />
in einer auslesenden Tätigkeit geltend. Auf vielen Seen, ja, in ganzen<br />
Seetypen wirken jene Faktoren so intensiv, dass sich die Vegetation<br />
überhaupt nicht zu der Üppigkeit zu entwickeln vermag, wie es die<br />
IJodenbeschaffenheit voraussetzte.<br />
Die Bedeutung des Nährstoffreichtums des Seel)()dens ist verschieden,<br />
je nachdem, um welclie Lebensform es sich jeweils handelt.<br />
Damit ist man auch schon bei der Frage nach der Nälirstoffaufnahme<br />
der Wasserpflanzen angelangt, über welche LOIIAMMAH<br />
(1938, p. 197-201) ganz neulich eine zusammenfassende Übersicht<br />
veröffentlich hat. Als das Ergebnis aller bisherigen Forsciiungsarbeil<br />
kann gesagt werden, dass die meisten Wasserpflanzenarten, vor allenii ^<br />
aber die Helophyten, vom Nährstoffgehalt des Bodens durchaus ' ^<br />
abhängig sind, während für die Freischwimmer sowie für gewisse<br />
Wasserblattkräuter wenigstens in bezug auf die unmittelbare Bedeutung<br />
des Seebodens für die Ernährung das (iegenteil gilt. Am schwierigsten<br />
ist zu ermitteln, in wie grossem Umfang sich einige schwach<br />
wurzelnde Wasserblattkräuter des Seebodens als Nährstoffquellt"<br />
bedienen. Meine Beobachtungen über das Verhalten der einzelneu<br />
Wasserpflanzenarten zu der Beschaffenheit und der Korngrösse des<br />
Bodens mögen hier in Form eines Tabeilendiagramms (Tab. 6><br />
wiedergegeben werden. Dieses gestattet eine Betrachtung der Bedeutung<br />
jener Faktoren für die Existenz der auf die Grossvegetation,<br />
fussenden Seetypen, in erster Linie an Hand des Verhaltens der<br />
Dominant- und der Charakterarten.<br />
E q u i s e t II m - Typ. Der 1 lelophytenbestantl dieses Seetyps fin-<br />
12 L. Mar isla. Die floristischeri Seetypen Finnlands.<br />
Tabelle C). has Aultrett'ii der wichtit?sten \Vasser|)flanzenarien auf den Vernich!<br />
etwa mit vorigem<br />
Equiseluw liwosuin<br />
Typha latifolia<br />
T. angustijolia '.)<br />
Scirpus lacuster<br />
S. eupaluster<br />
Phragmites communis ....<br />
Scolochloa festucacea<br />
iSagitlaria natans<br />
Potamogeton natans<br />
Spargan ium Friesrii<br />
S. affine<br />
Polygonuni amphibiutn ...<br />
Nuphar luteum<br />
Nymphaea alba<br />
N. Candida<br />
Potamogeton pcrfoliatus ..<br />
P. praelongus<br />
P. pus ill US<br />
P. filiformis<br />
P. obtusifolius<br />
Myriophyllum alterniflorum<br />
M. spicatum<br />
M. vcrticillatum<br />
Utricularia spf><br />
f Minerogener Boden<br />
O<br />
O<br />
M<br />
e<br />
e<br />
cc<br />
Organogener<br />
Boden<br />
e<br />
e
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5.<br />
:.schiedenen Bodenarten. - • Optimaler Standboden, o reinste Bestände (wo<br />
zusammenfallend).<br />
PotamogetoH graminem<br />
P. alpinus<br />
Ranunculus peltatus<br />
Callitriche venia<br />
Isoéles lacuslre<br />
I. echinosporum<br />
Juncus supinus mf. fluitans<br />
Scirpus acicularis<br />
Ranunculus reptans<br />
Subularia nquatica<br />
Elatine triandra<br />
E. hydro piper<br />
Tillaea aquatica<br />
Litorella uni flor a<br />
Lobelia dortmanna<br />
^Alisma plantago<br />
* Sagittaria sagittifolia<br />
' Butomus umbellatus<br />
Sparganium minimum<br />
» S. simplex<br />
" S. ramosum<br />
I Hippuris vulgaris<br />
1 Lysimachia thyrsiflora<br />
Anzahl der Arten<br />
O<br />
Mineroerener Boden<br />
o<br />
o<br />
10 21 31 :i7 38<br />
O<br />
379<br />
Organogener<br />
Boden<br />
35 39 12 20
214 L. Maristo, Die floristischen Seetypen Finiilaiuls.<br />
kuiij» des Wassers an der 'rorlbösciiung des Moorufers wird dem See<br />
durch die in denselben einmündenden Moorhäche fortwährend neues<br />
Torfmaterial, daneben aber auch ausserordentlich humushaltiges<br />
Wasser zugeführt, ans welchem die Humuskolloide zum Teil ausgefällt<br />
werden und sich als wichtiger Bestandteil dem Dy beimengen,<br />
[m Litoral ist jene Dyschicht oft so dick, dass die Wurzeln der<br />
Wasserpflanzen nicht bis zum untergelagerten festeren minerogenen<br />
Boden hinabzudringen vermögen. Eqiiisetiini liinosiim ist bekanntlich<br />
eine Art mit der denkbar weitesten Amplitude sowohl inbetrefl<br />
des Nährstoffgehalts als der Korngrösse des Bodens (vgl. Tab. 6).<br />
und zwar eine Art, der man ebenso gut auch auf dem gröbsten Grusund<br />
Geröllbode;! -p dann allerdings schon in erheblich gelichteten<br />
Beständen - bqgegnen kann (vgl. MARISTO 1935, p. 10; VAARAMA<br />
1938, p. 101). Die dichtesten Bestände in oligotrophen Seen entwickelt<br />
die Art auf losem Dyboden (vgl. CARLSON 1902, p. 18; THUIS-<br />
WARK 1931, p. 78; MARISTO 1. c.). Dieses hat indessen noch nicht zu<br />
bedeuten, dass der Schachtelhalm sein optimales Gedeihen gerade<br />
auf dem Dyboden fände - die grössten sowohl Häufigkeits- als Reichlichkeitswerte<br />
werden im (iegenteil in einigen eutrophen Seetypen<br />
erreicht (Tab. 2) und die ausgedehntesten Bestände bildet die Art<br />
auf dem fruchtbaren Gyttjaboden derselben (vgl. POHJALA 1933,<br />
p. 23). Auf dem Dyboden dominiert der S c h a c lite<br />
1 h a I m deshalb, weil er d e n lo c k e r e U Bode n<br />
besser verträgt als der Schilf, mit einen näh rs<br />
t 0 f f ä r m e r e n B oden v o r I i e b n i m m I als Sc i rf)<br />
II s l a CH s t er u n d a u f lockere m B o d en den g en<br />
a n n t e n Arten a n K o n k u r r e n z k r a f t überlege n<br />
ils t, und zwar weil der Hhizomtorf von Eqiiisetiim sich für die übrigen<br />
Arten als Standboden sehr schlecht eignet (vgl. POHJALA 1. c.).<br />
Meist sind indessen die Schachtelhalmbestände des Dybodens wie<br />
auch alle anderen daselbst anzutreffenden Bestände verhältnismässig<br />
licht. Dieses wiederum dürfte wohl zum grossen Teil davon herrühren,<br />
dass zumal an flachen Ufern, wo das Wasser l)is zum Seebodeu<br />
anfriert, das Eis den Dy in grossen Schollen vom Boden losreisst<br />
und hin und her rückt, eine Behandlung, der die Art nicht<br />
gewachsen ist. Davon erhielt man einen guten Begriff an der Puulave.si-Bucht<br />
Kaijanlahti (Nr. 69\ Abb. 6).
Ann. Bot. Soe. Zool.-liot. Fenn. V^ananio, 15, n:o 5. 215<br />
Die näclisthäul'igste Art auf den EqiiisetumSean, der Schilf,<br />
komini auch auf dem Dyboden aus, wird aber zumeist docii auf festerem<br />
Boden angetroffen, z.B. an vStellen, wo der Moränenboden nur<br />
von einer dünnen Dyschicht üliergelagert ist. Die Röhrichte übertreffen<br />
die Schachtelhalmbestände an Mäufigkeil aucli an den<br />
steileren und exponierteren Ufern, wo die Dysedimentation schwächer<br />
ist. Auch einer insofern von der gewcihnliclien Hegel abweichenden<br />
Zonationsfolge begegnete ich u.a. am Korhosjärvi (Nr. 11), als<br />
dort der Schachtelhalmgürtel zuäusserst lag und auf der Uferseite,<br />
wo die den Sandboden bedeckende Dyschicht dünner war, an ein<br />
Schilfröhriclit grenzte.<br />
Scirpus eiipaliister vermag auf dem Dyl)oden überhaupt nicht zu<br />
gedeihen (vgl. z.B. THUNMARK 1931, }>. 77). Dessenungeachtet begegJ<br />
net man dieser Art auch an den Eqiiisetuni -Seen, wo es nur Sandoder<br />
Sandlehmboden gibt. So ist z.B. am Keskisträsk (Nr. 14) die eine<br />
der beiden angetroffenen Helophytenarten gerade Scirpus eiipahister<br />
(vgl. S. 32). Der geringe Anteil von S. laciister auf den Eqiiisetum-<br />
Seen ist m.E. wohl mehr dem geringen Nährstoffgehalt des Dybodens<br />
als den physikalischen Eigenschaften desselben zuzuschreiben.<br />
Andere röhrichtbildende Arten kommen auf den Equiseiiim -Seen<br />
nicht vor. Dagegen ist unter den eigentlichen Luftblattkräutern<br />
fAjsimacliiü ihijrsijlora geradezu eine Charaklerart, ausgesprochen<br />
eurytraphent und- in ihrem Verhalten zum Seeboden indifferent.<br />
Auch auf dem Dyboden gedeiht sie vorzüglich, zumal es sich hier<br />
für sie um einen nahezu konkurrenzfreien Standort handelt (Abb. 15).<br />
Die A/isma-Vorkommnisse der Eqiiisetum-^aen staumien nicht vom<br />
Dyboden, sondern zumeist von Bootsträndern und Weideufern mit<br />
Sand- oder Sandlehmboden.<br />
Von den Schwimmblättrigen ist ^ipliar luteum die einzige Art,<br />
ilie sich auf dem Dyboden wohlzufühlen scheint (vgl. z.B. CARLSON<br />
1902, p. 23). Dieser Umstand sichert ihr auch eine deutlich vorherrschende<br />
Stellung auf den Eqiiisetum-i^ecn und die absolute Alleinherrschaft<br />
auf den Niiphar-Seen zu (S. 123). Von den übrigen Arten<br />
dieser (iruppe gedeiht nur Nijmphaea Candida auf dem Dy anscliei-,<br />
nend ebenso gut wie auf andersartigem Grund. , .<br />
Bei den Wasserblattkräutern handelt es sich im allgemeinen um<br />
X) anspruchsvolle Arten, dass ihr Gedeihen auf dem Dyboden daher
216 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />
nieist nicht in Frage kommt, auch wenn dies nicht die wichtigste<br />
Ursache zu ihrem völligen Fehlen in den Seen des Equisetum-Typs<br />
ist (siehe S. 234). Dagegen ist die spärliche Vertretung der Grundblattkräuter<br />
zur Hauptsache darauf zurückzuführen, dass sie infolge<br />
der Kürze Hirer _W_urz^^n nicht imstande sind, sich in dem losen Dy<br />
zu bewurzeln. Die Grundblattkräuter, denen ich auf den Eqiiisetum-<br />
Seen begegnete, wuchsen auch in der Regel an Stellen mit festerem<br />
Boden.<br />
Bezüglich der Uferarten sei erwähnt, dass Menyanthes Irifoliatju<br />
in dygründigen Uferbuchten als Charakterart auftritt. Die Art ist<br />
sehr genügsam und vermag sich mit Hilfe ihres langen Wurzelstockes<br />
auch im losen Dy zu bewurzeln. Unter den Seggen steht wiederum<br />
Carex rostrata den übrigen an Häufigkeit voran und gedeiht auf<br />
dem D^^boden offenbar besser als diese.<br />
Die Vegetation des Equiset um -T y p s wird<br />
also zum grossen Teil durch die e d a p h i s c h e n<br />
Faktoren bestimmt. Wenigstens die dominante<br />
Stellung von Eqiiisetum l i m o s ii rn und<br />
N u p h a r luteum in je ihrer Lebensform führt<br />
sich auf den Nährstoffarmut des Seebodens<br />
und die physikalischen Eigenschaften desselben<br />
zurück. Die geringe Arteiizahl überhaupt<br />
und die spärliche Vertretung der H e 1 o -<br />
phyten und der Grundblattkräuter im besonderen<br />
haben ihren vornehmlichen Grund<br />
darin, dass der grosste Teil der Wasserpflanze<br />
n arten auf dem Dyboden eben nicht<br />
auszukommen vermag (Tab. 6).<br />
Equisetum-Phragmites-Typ. Der Einfluss der Bodenbeschaffenheit<br />
hebt sich in diesem Typ schon viel weniger deutlich<br />
von den übrigen Standortsfaktoren ab. Seine Bedeutung als lokaler<br />
Faktor ist zwar auch hier noch erheblich,.im Hinblick auf die Artenzusamniensetzung<br />
des gesamten Typs aber nicht mehr einzig im<br />
begrenzenden Sinne. Die Equiselum - Phragmites-Seen sim\ nämlich<br />
durchschnittlich schon so gross, dass man in ihrem Litoral fast stets<br />
verschiedenartigem Bodenmaterial begegnet. Dyboden gibt es<br />
gewöhnlich nur im Inneren der engen Buchten, wo z.B. Moore an das<br />
Ufer grenzen. Die vorherrschende Bodenart des Litorals ist dagegen
Ann. Bot. Sof. Zool.-liol. Fenn. Vanamo, 1"), n:o .'). 217<br />
der Grus, der von einer Gyttjascliiclit von abwechselnder Dicke ühergelagert<br />
ist. Auch Sand und Sandlelini kommen verhältnismässi<br />
häufig vor und unter Miteinberechnung sämtiiciier Untersuchungsflächen<br />
sind mit Ausnahme der Kalkgyttja alle unterschiedenen<br />
Hodenarten und Korngrössen im Typ vertreten.<br />
Trotzdem die Helophyten sich hier einen relativ geringeren Anteil<br />
am gesamten Artenbestand als im Eqiiisetum-Ly\) erringen (Tab. 4),<br />
geben die beträchtlich erhöhten Frequenz- und Heichlichkeitsmittelwerte<br />
(Tal). 2) an, dass man sicii nun schon im Bereich eines für den<br />
Pflanzenvvuchs bedeutend günstigeren Bodens i)efindet. Für die<br />
wechselnde Bodenbesciiaffenheit zeugt wiederum der Umstand, dass<br />
Equisetum unci Phragmites auf sämtlichen untersuchten Seen zu finden<br />
sind. Ebenso fehlt Scirpus eupalmter nur auf einem See un
218 LßMaristo, Die l'Ioristischeu Scetyix'ti Finnlands.<br />
die in den Seen des Eqiiisetmn-Typa fehlt, in mehreren Gewässern des<br />
vorliegenden Typs den ihr allem Anschein nach am besten zusagenden<br />
Sand- oder Sandlehmboden vorgefunden.<br />
Das Auftreten der Wasserblattkräuter scheint auf den Eqiiisetiim<br />
Phragmites-Sean wenigstens nicht in erster Linie an die Bodenbeschaffenheit<br />
gebunden zu sein. Das gleiche gilt auch für die Wasser-Schwimmblattkräuter,<br />
von denen wenigstens das Auftreten von<br />
Ranunculus peltaius eher durch aiulere Faktoren geregelt wird<br />
(S. 231).<br />
Die hohe Artenzahl der Gruntll)lattkräuter ist durch den hier<br />
und da vorkommenden Sa n d lehiniKj d en bedingt. Auf die Mengenzunahme<br />
wirkt indessen in zumindest ebenso grossem Masse auch die<br />
erhöhte Transparenz des Wassers ein. Das wichtigste Grundblattkraut,<br />
Isoetes lacuslre, gedeiht' am vorzüglichsten auf dem sedimentären<br />
Gyttj¥bodcii des Elitorals (vgl. z.B. VAARAMA 1938, p. 184),<br />
falls hier die (iyttjaschicht nicht allzu dick und locker ist. Das relativ<br />
häufige Auftreten von ^belia an den Equiseium - Phragmiies-<br />
Seen gilt lediglich als Zeugnis des Vorkommens von<br />
gründigen lJferstreifen,auf welchen die Art am vorzüglichsten gedeiht.<br />
Die übrigen Grundblattkrüuter sind denn auch vorwiegend Arten<br />
des erosiven Bodens, deren Ansprüche in bezug auf die Korngrösse<br />
und den Nährstoffgehalt des Bodens indessen offenbar einigermassen<br />
variieren.<br />
Auch die üferpflanzen treten an (.ian Equiseium - Phragmites-<br />
Seen im Vergleich zum vorhergehenden Typ sowohl in erhöhter<br />
Artenzahl als Heichlichkeit auf und zeugen so ihrerseits für die verbesserte<br />
Bodenbeschaffenheit des Litorals.<br />
A 11 c h a u f den Equiseium- P h r a g m i t e s -Seen<br />
wird die Physiognomie der Vegetation w e i tg<br />
e h e n (1 d u r c h die B o d e n b e s c h a f f e n h e i t b e e i nf<br />
1 u s s t, o b z w a r nicht mehr im negativen Sinne<br />
wie i m E q u i s e i u m-T y \). Die erhöhte A r t e n z a h 1<br />
der Schwimm- und der G r u n d 1) 1 a 11 k r ä u t e r ist<br />
zum Teil dem nährstoffreicheren Grund zuzuschreiben.<br />
Die B o d e n b e s c h a f f e n h e i t e n tscheidet<br />
auf il i es en Seen auch über die jeweils;<br />
(1 o m i n i e r e n d e Hel o p h y t e n a r t.
Ann. Rot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 219<br />
Auf den P h r a g m i / c s -S e e n wird der Einfluss der edaphischen<br />
Faktoren unter demjenigen anderer, kräftiger wirkender<br />
Faktoren dermassen verdeckt, dass seine Ermittlung oft schwer ist."<br />
Die Ungunst der an die offenen Wasserflächen grenzenden Ufer als<br />
Standorte der Wasserpflanzenarten leitet sich direkt von der Wirkung<br />
der Expositionsfaktoren her, daneben auch indirekt davon,<br />
dass die feineren Bestandteile des Litoralbodens durcii die Wellenbewegung<br />
allmählich den grösseren Tiefenbereichen zugeführt werden.<br />
Ein solcher ausgewaschener Stein- und Grusboden bietet an halbgeschützten<br />
Ufern Wachstumsmöglichkeiten nur für den Schilf in<br />
lichtem Stand und ist zugleich frei von der Konkurrenz der übrigen<br />
Helophyten. Die typische P/irö_
22t) J.. Marislo, Die l'lorislischen ScH'ty})en Finnlands.<br />
WassergehicLe J)edeckt nämlicli den niincro
Alin. Bot. Soc. ZoüJ.-Bot. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 221<br />
lenlicil Iiedingt, Tür Polijyoniim amphihium kann dieses aber nicht<br />
zutreffen (vgl. S. 217). Bezüglich der Wasserblattkräuter sei nur<br />
erwähnt, dass Myriophijllum aliernijlorumjn diesem Typ anscheinend<br />
besser als die anderen auf grobkörnigem Boden auszukommen<br />
vermag.<br />
Für die oligotrophsten (irundblattkräuter, wie Scirpiis acicularisyf<br />
Ranunculus reptans, LUorella und Lobelia, gestaltet sich der zu Gebotei<br />
stehende Boden sehr günstig. Isoetes lacustre tritt wiederum in so<br />
viel tieferem Wasser auf, dass dort der minerogene Boden gewöhnlich<br />
schon von einer dünnen Gyttjaschicht übergelagert ist (vgl. METSO<br />
1936, p. 29). Das überaus reichliche Auftreten und die bedeutende<br />
Arealentwicklung der genannten Arten führen sich schon auf andere<br />
Faktoren als die edaphischen zurück (S. 235 und 273). Eutraphente<br />
Grundblattkräuter, wie Tillaea aqualica und Elaiine triandra, vermögen<br />
wiederum auf einer so groben Unterlage nicht zu gedeihen.<br />
Unter den Seggen sind Carexjostrata und C. lasiocarpa häufig,<br />
für die anspruchsvollere C. veskaria dürfte aber der Grus- und Sandboden<br />
schon zu nährstoffarm sein (vgl. LINKOLA 1933 b, {). 17). Aus ,<br />
dem gleichen Grunde ist auch die Zahl der Uferpflanzen überhaupt I<br />
gering.<br />
Im L 0 b e l i a - T y p tritt der Einfluss der B od<br />
e n 1) e s c h a f f e n h e i t als S t a n d o r t s f a k t o r erneut<br />
mit ä u s s e r s t e r Deutlichkeit zum Vors c h e i n,<br />
und zwar wieder im negativen Sinne, weil der<br />
V o r herrschende S a n d- u n d Grus b o d en so w o h 1<br />
im M i n b 1 i c k auf seine physikalischen Eigenschaften<br />
als sei n en Nährstoff a r m u t d a r a n<br />
angetan ist, sowohl die A r t e n z a h 1 als die<br />
quantitative Ausbildung und die Bestandesdichte<br />
der W a s s e r V e g e t a t i o 11 h e r a b z u d r ü eken.<br />
Auf den P o t a nio (/ e t o n filiforniis-Charn-i^tien<br />
treten uns neue Faktorenkomjilexe entgegen, indem dort zu den<br />
schon vorher erörterten Faktoren noch die nördliche Lage der Untersuchungsflächen<br />
und die damit zusammenhängenden klimatischen<br />
Einflüsse, desgleichen auch der stellenweise recht hohe Kalkgehalt;<br />
des Bodens und die alkalische Reaktion dos Wassers hinzutreten, voni<br />
denen der letztgenannte Faktor zwar edaphisch bedingt ist, dessen<br />
Behandlung sich aber in diesem Zusammenhang erübrigt.
222 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />
Trotzdem der Schilf auf zwei Untersuchungsflächen fehlt, ist er<br />
dennoch die wichtigste Helophytenart der Poiamogeton filiformis-<br />
Chara-Seen, und zwar wenigstens zum Teil deshalb, weil im Litoral<br />
hauptsächlich der Grus- oder der Sandboden vorherrsclien. Phragini-<br />
/cs und der Schachtelhalm vermögen auch in der lockeren Kalkgyttja<br />
auszukommen, die es in manchen Buchten der Potamogeton filiformis<br />
- CharaSeen geben kann (vgl. S. 161). Der Einfluss der übrigen<br />
Standortsfaktoren auf das Auftreten dieser Arten ist im Bereich des<br />
vorliegenden Typs schwächer. Der verhältnismässig geringe Anteil<br />
von Scirpus eiipaliister erweckt Verwunderung, zumal es an geeigneten<br />
Sandufern fast auf keiner Untersuchungsfläche mangelt. Schwinmiblattkräutcr,<br />
insbesondere solche mit grösseren Ansprüchen auf die<br />
Jiodenbeschaffenheit, gibt es spärlich. Nur der Eurytraphent Niiphar<br />
luteum gehörte zum konstanten Artenbestand. Unter den Wasserblattkräutern<br />
ist die Häufigkeit von Potamogeton JiUfounis deutlich<br />
durch die Beschaffenheit des Seebodens bedingt, indem die Art als<br />
ausgesprochen kalkhold.zu gelten hat (SAMUELSSON 1934, p. 163).<br />
Ich traf sie hauptsächlich auf dem Grus- und Sandboden an. Vorwiegend<br />
auf dem letzteren wurde auch P. gramineus gefunden.<br />
Unter den Grundblattkräutern fehlen die Eutraphenten völlig und<br />
auch der anspruchslosere Artenbestand ist ^[^licher vertreten, als<br />
nach der Korngrösse des Bodens und der Durchsichtigkeit des<br />
Wassers zu schliessen wäre. Dieses dürfte zu einem gewissen Teil<br />
davon herrühren, dass einige von diesen Arten den Kalk meiden.<br />
Andererseits zeigt das Auftreten von Isoetes lqcustr^ der Untersuchungsfläclien<br />
an, dass diese Art auch einen kalkhaltigen Boden<br />
wohl verträgt (vgl. SAMUELSSON op. c., p. 70). Im Poiamogeton filiformis<br />
- Chara-Typ tritt der Einfluss des Nährstoffgehalts sowie der<br />
Korngrösse des Seebodens auf die Zusammensetzung der Vegetation<br />
gleicherweise wie im Phragmites-Tyj) vorwiegend indirekt zum<br />
Vorschein. Über den Artenaufbau der verschiedenen Lebensformen<br />
lentscheiden in diesem Typ, wenn man von den Melophyten absieht,<br />
Jiauptsächlich andere Faktoren.<br />
Die im Makrophytenbestand der drei Untersuchungsflächen des<br />
Care x-T y p s hervortretenden Unterschiede sind zur Hauptsache<br />
edaphisch bedingt, auch wenn die die Makrophytenvegetation und'<br />
den Artenbestand des gesamten Seetyps kennzeichnenden Sonderc.haraktere<br />
vor allem durch die klimatischen Faktoren bestimmt
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 223<br />
werden. Die den anderen überlegene Artenzahl des Inarijärvi (Nr. 90)<br />
führt sich in erster Linie auf die wechselnde Bodenbeschaffenheit<br />
zurück. Auf dem Sand- und dem Sandlehmboden findet man reichlich<br />
Potamogeton gramineiis nebst Wasser- und Grundblattkräutern. In<br />
geschützten Buchten bedeckt den Sandboden des Litorals eine dünne<br />
Gyttjaschiclit und bewirkt das Auftreten von teilweise neuen Arten.<br />
An exponierten Ufern geht der steinige Boden gelegentlich bis zur<br />
Tiefe von 1 m hinab, was wiederum daran angetan ist, die Artenzahl<br />
der Heiophyten herabzusetzen.<br />
Auf dem Vastusjärvi (Nr. 91) ist die Bodenbeschaiienheit weniger<br />
bunt und demgemäss auch die Artenzahl geringer. Den meisten Arten<br />
begegnet man auf dem sandgemiscliten Gyttjaboden an der Mündung<br />
des Kaamasjoki. An den Reisermoorufern besteht der Boden zur<br />
Hauptsache aus Grobdetritus, stellenweise herrscht wiederum auf<br />
weiten Strecken das steinige Geröll vor, so dass hunderte Metei* des<br />
Ufers völlig der Makrophytenvegetation entbehren (Abb. 20).<br />
Auf dem kleinen Talvi tupa järvi (Nr. 92) wird die Artenzahl vor<br />
allem durch die Steilheit des Ufers und des ufernahen Seebodens<br />
beeinträchtigt. Auf dem Boden lagert der dünnen Gyttjasicht ausserdem<br />
eine harte, brüchige Ockerschicht imter, in der die Arten<br />
offenbar nicht leicht wurzeln können.<br />
Auf den Elodeiden-Seen tritt der Einfluss der eda[)hischen<br />
Faktoren stellenweise ebenfalls deutlich zum Vorschein, obwohl<br />
er hier nicht direkt die Zusammensetzung der Makrophytenvegetation<br />
bestimmt. Die voneinander einigermassen abweichenden Seengruppen,<br />
die sich im Bereich des Gesamttyps ergeben haben (S. 171),<br />
leiten sich zum grossen Teil von der abwechselnden Bodenbeschaffenheit<br />
her. In denjenigen Seen, die die meisten gyttjagründigen Buchten<br />
aufweisen, dominiert Scirpiis lacuster. Auch der Nährstoffreichtum<br />
des Grundes ist allem Anschein nach nicht unbedeutend und<br />
bewirkt so an seinem Teil eine Erhöhung der Artenzahl.<br />
Die geringe Artenzahl des kargen Särkijärvi (Nr. 100) ist neben<br />
den klimatischen Faktoren znni Teil auch durch den vorherrsclienden<br />
Grus- und Sandboden bedingt. Als gutes Beispiel von der Bedeutung<br />
224 L. Maristo, Die I'loristiscluMi Seetypcii Finnlands.<br />
[)lieiiten Arlenhestaiides, üppig entwickelt (Abb. 21). Ini westlichen<br />
'leilsee herrschen dagegen steinige Sand- oder Sandlehmufer vor und<br />
dementsprechend zeigt auch die Vegetation des Wassers und des<br />
Ufers ein dürftiges Gepräge.<br />
Wo wiederum der Sandboden in grösserem Umfang vorlierrscht,<br />
ist es zur Bildung eines ganz eigenen, typischen Artenbestandes gekommen.<br />
Insbesondere Potamogeton grainineiis, wie bereits oft erwähnt,<br />
aber auch viele Grundblattkräuter gedeihen an solchen Orten,<br />
und vom Sandufer stammen auch die einzigen Funde von Sdrpiis<br />
eupalmtcr.<br />
Der schwächste unserer eutrophen Seetyjien, der c i r p u s<br />
l a c u s l e i -'V y ]), ist im Hinblick auf seine Entstehung recht<br />
deutlich umrissen. Die dominierende Stellung der Nennart ist zum<br />
grössten Teil durch die Bodenbesciuiffenheit bedingt. Auf einem<br />
solchen Gyttja- und Dygyttjaboden, wie er im vorliegenden Typ<br />
meist zu finden ist, werden sämtliche andere Helophyten durch die<br />
Scirpus laciisler-Bestände verdrängt (vgl. z.B. TIIUNMARIC 1931,<br />
p. 80). üem Schilt begegnet man zwar ebenfalls, doch zieht er sich<br />
gewöhnlich gegen das Ufer zurück, wo die dem Seeboden aufliegende<br />
Gyttjasehicht dünner ist, und das gleiche gilt auch für den Schachtelhalm.<br />
Scirpus eupaliisler begegnet man nur auf härterem Grund<br />
sowie an Bootsträndern und an beweideten, vom Vieh fleissig betretenen<br />
Ufern. Auch die Rohrkolbenarten gedeihen auf dem Gyttjaboden<br />
anscheinend vorzüglich. Von den eigentlichen Luftblattkräutern<br />
scheinen insbesondere Alisina plantago sowie die Eutraphenten<br />
Spargamum ramosuw und Biiformis iimhellatiis das weiche Gyttjaufer<br />
zu bevorzugen.<br />
In der Ciruppe der Schwimmblattkräuter begegnet nuin nahezu<br />
allen Arten wenigstens auf manchen Scirpus lacuster-Seen, doch<br />
fühlen sich anscheinend nur Potamogeton natans und Nuphar luteum<br />
auf einem so losen Boden wohl (vgl. z.B. THUNMAHK 1931, p. 75).<br />
Allen übrigen Arten begegnet man nur mehr oder minder gelegentlich.<br />
Wasserblattkräuter gibt es sehr wenig, was zu einem, obwohl nichl<br />
wichtigsten Teil (S. 237) der lockeren Bodenbeschaffenheit zuzuschreiben<br />
ist. Ganz ebenso verhält es sich auch mit den Wasser-<br />
Schwimnd)lattkräutern.<br />
An dem nahezu völligen Fehlen der Grundblattkräutern ist zum<br />
Teil ebenfalls der lose und sauerstoffarme Seeboden schuld. Einige
Aim. Hot. Soc. Zool.-Bot. I^'enn. Vanamo, 15, n:o 5. 225<br />
von den angetroffenen Arten wurden an härteren Uferstrecken und<br />
oft oberhalb der Wasserlinie gefunden.<br />
Auch die Uferflora ist einigermassen artenärmer als in manchen<br />
vorhergehenden Seetypen, was zum Teil davon herrührt, dass die<br />
iieschaffenheit der Ufer im Bereich des Typs meist wenig variiert.<br />
Eine wiclitige Bedeutung kommt indessen hierbei auci» den Konkurrenzfaktoren<br />
zu.<br />
Die geringe Arte nza Iii der Sei r pus (aciislcr-<br />
S e e n ist also zum grosse n T eil dur c h die lose<br />
B e s c h a f f e n h e i t des S e e b o de ns be d i n g t, i n d e m<br />
die Bewurzeln n g der (i r u n d b 1 a 11 k r ä u t e r<br />
u n d zum Teil a u c h d e r \V a s s e r b 1 a t t k r ä u t e r<br />
erschwert wird. Noch deutlicher ist die v o rherrschende<br />
Stellung der S c i v p u s I a c u s I c r-<br />
11 ö h r i c 11 t e u n d d a mit auch die K n t s t e h u n g<br />
des ganzen S e e t y {) s dem v e g e t a t i o n s g e s t a 11 e nd<br />
e n i n f 1 u s s d e r B o d e n b e s c h a f f e n h e i t z u z us<br />
c h r e i 1) e n.<br />
Oben (S. 179) wurde bereits der Anteil der Bodenbeschaffenheil<br />
an der Entstehung des T ij p Ii a - A l i s m a-T y j) s in allgemeinen<br />
Zügen erörtert. Hier möge nur festgestellt werden, dass der Lehmj^ind<br />
der Lj^mgytljaboden insbesondere das Auftreten der llelophyten<br />
begünstigen, und als gutes Zeugnis davon sind auch die Ilelophyten<br />
an den T y pha - A lismadeutlich vorherrschend (Tai^.<br />
1). Im Röhricht dominiert namentlich der Schilf immer dann, wenn<br />
der Lehmgyttjaboden nicht zu lose ist, sonst tritt Scirpus lacnsler<br />
an seine Stelle, Besonders gut scheinen auch die 7'i/p/iü-Arten auf<br />
der Lehmgyttja zu gedeihen (Ai)b, 22), Von den Luftblattkräutern<br />
ist AJisnia plantago ausgesprochen eine y\rl des Lehmgyttjabodens,<br />
und offenbar auch Sparyaiiimn ramosum.<br />
Schwimmblättrige gibt es z,B, im Vergleich zu mehreren kargeren<br />
und zugleich transparenteren Seetypen auffallend wenig, der wichtigste<br />
eirund dazu liegt indessen nicht in den eda])hischen Faktoren<br />
(S. 237), Bezüglich der im Typ vorkommenden eutraphenten Wasserblattkräuter<br />
ist schwer zu sagen, in wie hohem (Irade sie unter dem<br />
Einfluss der physikalischen Eigenschaften des Seebodens stehen,<br />
solche Arten aber, wie Potamogelon obliisifolius, P. zosterifoliiis und<br />
CeralopIujUiim denicrsum, wurden stets an weicligründigen Stellen
226 L. Maristo, Die t'lorislischen Seetypen Finnlands.<br />
angetrotfcn. Das nahezu völlige Felilen der Cirundblattkräuter ist<br />
dagegen wenigstens an dem Teil der oligotraphenten Arten der<br />
losen Beschaffenheit des Seebodens zuzuschreiben. Die Kannas-<br />
Variante der Typha — AZisma-Seen lässt nämlich erkennen, dass es<br />
auch an trüben lehmschlammgründigen Seen solche Grundblattkräuter<br />
wie Isoeies lacustre und Lobelia geben kann, wo sich z.B. auch<br />
nur etwas Sandgrund gebildet liat (Tab. 2). Die K a n n a s - V ariant<br />
e ist daher auch zur Hauj)tsache auf Grund der Bodenbeschaffenheit<br />
unterschieden worden (vgl. S. 170) und der Sondercharakter<br />
der Vegetation ist auch im Bereich des Tjjplia - Alisma-<br />
Typs in hohem Grade e d a p h i s c h b e d i n g t.<br />
Auf den Potamogeto n- Seen ist der Einfluss der Bodenbeschaffenheit<br />
schon schwieriger als in den zwei vorhergehenden Seetypen<br />
vom übrigen Faktorenkomplex getrennt zu halten. Insbesondere<br />
die Hydrophyten scheinen ausschlaggebend von den Eigenschaften<br />
des Wassers beeinflusst zu sein. Die vorherrschende Stellung<br />
der Helophyten ist jedoch ganz wie auf den Tijpha - AlismaSeen<br />
unbestritten und dem losen, nährstoffreichen Boden zuzuschreiben.<br />
Die untersuchten Potamogeton-Seen unterscheiden sich allerdings<br />
in Abhängigkeit von der Bodenbeschaffenheit sowohl in bezug auf<br />
die Artenzahl als die Reichlichkeit der Helophyten einigermassen<br />
voneinander (vgl. S. 193). Von den Wasserblattkräutern möge nur<br />
Callüriche aiiliimnalis erwähnt werden, deren Auftreten hier ebenso<br />
wie auf den Potamogelon filiformis - Chara -Seen (vgl. S. 160) neben<br />
dem Kalkgehalt des Wassers wohl auch dem vermutlich rechl<br />
hohen Kalkgehalt des Bodens zuzuschreiben ist. An dem Fehlen<br />
der Grundblattkräuter dürften in diesem Falle wenigstens nicht in<br />
erster Linie die lose Beschaffenheit, sondern eher wohl die Zusammensetzung<br />
des Seebodens (S. 227) und die Eigenschaften des Wassers<br />
(S. 245) schuld sein.<br />
Bezüglich der Straiiolcs-Seen ist festzustellen, dass unsere<br />
gewöhnlichsten Helophyten auch auf dem Schiefergrusboden und<br />
nicht minder auch in der Kalkgyttja zu gedeihen vermögen, sofern<br />
nicht die lose Oberfläciienscliicht so dick ist, dass sie die Bewurzelung<br />
der Pflanzen verhindert. Von den zahlreichen Wasserblattkräutern<br />
.dürften wenigstens Polamogelon praclongus, P. filiformis, Stratiotes '<br />
aloides und Myriophijllum spicatiim vom Kalkgehalt des Grundes günstig<br />
beeinflusst werden (vgl. SAMUELSSON 1934, p. 179), sind doch<br />
\
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15,"nro '). 227<br />
sänitliclie Arten ganz ausgesproclien kalkliold. Andererseits wird das<br />
Gedeihen der Grundblattkräuter gerade durch den beträchtlichen<br />
Kalkgehalt des Seebodens (vgl. ebenfalls SAMUELSSON I.E.) sowie<br />
durch die Sauerstoffarnuit und die physikalischen Eigenschaften der<br />
Kalkgyttja verhindert.<br />
Das ebenso vorzügliche Gedeihen von Lijsimachia thyrsiflora sowie<br />
der gewöhnlichsten Uferpflanzen an den Straiioles- wie an den<br />
EquiseiiimSeen stellt ein unwiderlegliches Zeugnis für ihre völlige<br />
Indifferenz inbetreff der Bodenbeschaffenheit dar.<br />
Auch auf den StraiiotesSeen wird der Einfluss der Bodenbeschaffenheit<br />
unter den übrigen, die Zusammensetzung der Vegetation<br />
bestimmenden Faktoren verdeckt. Letztere sind vor allem die<br />
klimatischen, die Ausl)reitung der Arten regeluden Faktoren und die<br />
Eigenschaften des ultraalkalischen Wassers. So lässt sich denn auch<br />
nur sagen, dass die Bodenbeschaffenheit im Siratiotes-Typ einerseits<br />
zur Erhöhung der Artenzahl beiträgt, sich andererseits aber auch<br />
hinderlich für das Gedeihen mancher Arten gestaltet.<br />
Unter den S t a n d o r t s f a k t o r e n gehört mithin<br />
), dass s i c h d i e<br />
aller g r o b k ö r n i g s t e n li o d e n a r t e n a m s c ii I e c h 1 e-
228 L. Maristo, Die I'loristiscluMi Seetypcii Finnlands.<br />
s t e II als S t a n (I o r t e der W a s s e r p 1" 1 a n z e ii e i g n e n,<br />
weil sie am n ä h r s t o f f ä r in s t e n, z u g 1 e i c h aber<br />
auch eben infolge ihrer (i r o b k ö r n i g k e i l für di e<br />
li e w u r z e I u n g mehrerer Arten ungeeignet si n d.<br />
Ebenso ist ein se h r 1 o s e r S e h 1 a m m t r o t z<br />
seines o f t grossen Nährst o f f r e i c Ii t u m s d a r a n<br />
a n g e t a n, die A r t e n z a h l h e r a b z u s e t z e n. A u s<br />
diesem Grunde sind auch diejenigen S e e t y p e n,<br />
in deren li e r e i c h ma ii v e r s c li i e d e n a r t i g e m<br />
Boden b e g e g n e t, d u r c h s c h n i t I 1 i c li a m arte nr<br />
e i c h s ten.<br />
3. FARBE UND TRANSPARENZ DES WASSERS.<br />
Zu den allcrwichtigsten Umgebungsfaktoren, unter deren Einfluss<br />
die Biozönosen des Wassers stehen, gehören die Beleuchtungsverhältnisse<br />
sowohl an der Wasseroberfläche als in dem umgebenden<br />
Element. Die Menge des Uchtes hängt wiederum von mehreren verschiedenen<br />
Faktoren, in erster Linie von der Farbe des Wassers ab,<br />
zu welcher die 'i ransi)arenz, wie LUNDQVIST (1936, p. 7-16) gezeigt<br />
hat, in einem deutlichen Abhängigkeitsverhältnis steht. Neben der<br />
Eigenfarbe des Wassers sind noch die durch das organische Plankton<br />
und die leblose Schlammtriibung hervorgerufene Färbung und ihre<br />
Einwirkung auf die Durchsichtigkeit des Wassers in Betracht zu<br />
ziehen. Auf die Menge des in das Wasser eindringenden Lichtes<br />
ist der mit der geographischen Lage wechselnde Einfallswinkel des<br />
Lichtes (die Sonnenhöhe) von Einfluss. Es ist also möglich, in den<br />
Durchsichtigkeitswerten auch regionale, von den lokalen geologischen<br />
Bodenfaktoren gänzlich unabhängige Differenzen festzustellen.<br />
Das Problem der I'arbe und der Durchsichtigkeit des Wassers als<br />
Milieufaktor erweist sich somit als recht vielgestaltig.<br />
Physikalische Untersuchungen über das Eindringen des Lichtes<br />
in das Wasser sind in grosser Zahl ausgeführt worden, nur wenige<br />
aber im Anschluss an biologische Probleme. Von den Erforschern<br />
der Organismenwelt des Wassers haben die Planktologeii zuerst<br />
die grundlegende Bedeutung der Beleuchtungsverhältnisse für ihre<br />
Untersuchungsobjekte erfasst, während über das Verhältnis der<br />
Makroflora zu den besagten Faktoren Spezialuntersuchungen sozusagen<br />
nur dem Namen nach vorliegen.
'Alin. Bol. Soc. Zool.-Bot. Fc>nn. Vanamo, 15, 11:0 5. 229<br />
Der^ 'Irarisparenz de^ Wassers konunl offenbar in den allerrneisten<br />
Fällen geradezu eine ausschlaggebende Bedeutung für die<br />
Tiefenerstreckung der Makrophyten zu (PEARSALL 1920, p. 168)<br />
und demzufolge ist gerade dieser Faktor zum Teil mitbestimmend<br />
an der Gestaltung der auf die Grossvegetation begründeten Seetypen.<br />
Völlig selbständig in seiner Wirkung ist indessen auch dieser<br />
Faktor nicht, sondern man konstatiert ein Abhängigkeitsverhäll^is<br />
zu den anderen Eigenschaften des Wassers, wie zur Temperatur und<br />
zum Sauerstofl'gehalt, sowie vor allem zu den edaphischen Faktoren,<br />
den Abflussverhältnissen und in gewissem Grade auch zu den Expositionsfaktoren.<br />
Selbst der Einfluss der Kultur aufTlicTTyiTrcTrslchtigkell<br />
des Wassers tritt oft indirekt durch die Menge der Planktontrübung<br />
zutage. Alle diese Faktoren zusammen bedingen es, dass es nicht<br />
möglich ist, für die Tiefenerstreckung der Wasserpflanzen im Verhältnis<br />
zur Durchsichtigkeit des Wassers eine allgemeingültige Hegel<br />
aufzustellen. Eine »photische Grenze», etwa in der Art von PEARSALL<br />
(1. c.), kann nicht für sämtliche Typen gemeinsam bestimmt werden,<br />
wohl aber könnte sie sich für jeden einzelnen Typ getrennt ergeben<br />
(vgl. VAAKAMA 1938, p. 201). Die Tiefengrenze der höheren Wasservegetation<br />
kommt nämlich von Typ zu Typ auf verschiedenen vSeiten<br />
des maximalen Sichttiefenwertes zu liegen, wie aus Tab. 7 zu ersehen<br />
ist. Es sei auch noch in diesem Zusammenhang hervorgehoben, dass<br />
die hier mitgeteilten Sichttiefenwerte Juli- bzw. Augustwerte darstellen<br />
und den Umständen gemäss unter etwas verschiedenartigen<br />
Bedingungen gemessen worden sind. Durch die Zahl der im Bereich<br />
eines jeden Seetyps untersuchten Gebiete wird jedoch der eventuelle<br />
Einfluss- grösserer Abweichungen weitgehend ausgeglichen.<br />
Tab. 8 zeigt uns die Tiefenamplitude der verschiedenen llydrophytenarten<br />
in ihrer Jjeziehung zur Durchsichtigkeit des Wassers.<br />
Mehr als die einzelnen Arten verdienen in dieser Hinsicht die einzelnen<br />
Lebensformen Beachtung. J)ie Helophyten sind aus der<br />
Tabelle weggelassen worden, weil sie sich während des grössten 'l'eiles<br />
der Vegetationsperiode über der Wasseroberfläche befinden und das<br />
Licht daher ungehinderten Zutritt zu ihnen hat. In solchen Fällen<br />
wiederum, wie z. B. auf den Scirpiis lacuslerSt'vn, wo der Aussenrand<br />
des Binsichts gewöhnlich jenseits der maximjilen Sichttiefengrenze<br />
liegt (Tab. 7), liegt die l^rklärung zu dieser ICrscheinung<br />
darin, dass sich tlie .lahrestriebe vermöge der im Wurzelstock ent-
230 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />
Taljolle 7. Das Verhältnis der Tiei'enei'streckung der Wasservegetation zui-<br />
Transparctiy. des Wassers in einigen Seen. - Der Querstrich gibt die äussere<br />
Tiefengrenze der Vegetation an.<br />
Nr. Typ 1 3 't. 5 ( 5 7 t i 5771 Art<br />
f)<br />
Fontinalis atitipyretica<br />
S >• — 1 Nuphar luteum<br />
n O" — 1 Fontinalis sj).<br />
23<br />
25<br />
1 Drepnnorladus Sendlneri<br />
— » —<br />
29<br />
44<br />
56<br />
H<br />
Foii t in al is ant ip yret ica<br />
-a Drepanodadus Sendlneri<br />
£ t»<br />
— » —<br />
57 Fon 1 inulis an t ip yret ica<br />
05<br />
71<br />
><br />
Fontinalis si>.<br />
Drop un oclad us Sen dt ner i<br />
79 Isoétes lacustre<br />
S2 iS Wasst'i'nioosf<br />
— )) —<br />
89 — » -<br />
90<br />
91<br />
92<br />
94<br />
90<br />
99<br />
o.<br />
^<br />
c<br />
o<br />
1<br />
c<br />
4)<br />
."So.<br />
v t»«<br />
•OH<br />
»<br />
o<br />
1<br />
Isoetes lacustre<br />
Drepanocladus Sendtneri<br />
Myriophylluin altern ijl.<br />
Fontinalis antipyrelica<br />
Drepan oclad us Sen din eri<br />
—)) —<br />
105 w o,<br />
3 ^<br />
109<br />
III<br />
"C I;<br />
1<br />
mmt^m |<br />
117 1 i - 1<br />
120<br />
121<br />
- 1<br />
Scirpus lacuster<br />
— » —<br />
- )> -<br />
Potamof^eton perfol i a tus<br />
- »> -<br />
Sparganiuni Friesii
Ann. Bot. Sot*. Zool.-Hot. Fenn. Vanain», 15, n:o o. 231<br />
hallenen Reservestoi'ie im Frühjahr rasch über die untere Releuchtungsgrenze<br />
erheben. Zu jener Zeit im Anfang der Vegetationsperiode<br />
ist auch die Menge des Planktons geringer und die Durchsichtigkeit<br />
des Wasser infolgedessen grösser.<br />
Auch die Schwimmblättrigen werden von den Beleuchtungsveriiältnissen<br />
nur auf dem Keimlingsstadium berührt, und zwar sind<br />
die Keimlinge in dieser Hinsicht offenbar sehr genügsam, denn zumal<br />
in schwach transparenten Gewässern habe ich Keimlinge der gelben<br />
Seerose oft dicht bei der Sichttiefengrenze, mitunter (z. B. Nr. 5<br />
Svedjaträsk) sogar unterhalb derselben angetroffen. Im Kuokkajärvi<br />
(Nr. 121) gab es in ähnlicher Weise Keimlinge von Sparganiiim Friesii<br />
jenseits der Siclittiefengrenze, was aber in diesem Falle durcli die<br />
als Folge der zeitweisen Lelimtrübung schwankende Durchsichtigkeit<br />
des Wassers zu erklären sein dürfte. Im allgemeinen sind<br />
Schwimmblättrige in den aller klarsten Gewässern nur ziemlicli spärlich<br />
zu finden, ihre .Amplitude in bezug auf die Durchsichtigkeit des<br />
Wassers ist aber grösser als bei den anderen Hydrophytengruppen,<br />
denn auch in den trübsten Gewässern findet man sie oft reichlich<br />
vor.<br />
Auch die meisten Wasser-Schwimmblattkräuter veriialten sich<br />
zu diesem Milieufaktor ziemlich indifferent. Nur Ranunculus pelialus<br />
ist in dieser Hinsiclit empfindlich. Abgesehen von.ein paar Ausnahmen<br />
begegnet man der Art nicht in trüben Gewässern. Es hat<br />
auch den Anschein, als wären für das Auftreten der Art die Beleuchtungsverhältnisse<br />
des Wassérs von wichtigerer Bedeutung als die<br />
Beschaffenheit des Seegrundes, denn meinen Beobachtungen gemäss<br />
(Tab. 6) vermag sie auf recht verschiedemartigem Boden zu gedeihen<br />
(vgl. VAARAMA 1938, p. 150). Ausserdem ludtc icli es ganz wie VAA-<br />
IIAMA (1. c.) für sehr wahrsciieinlich, dass die Art auch gegen den<br />
Sa^Ts t o f f ge h a It des Wassers empfindlich reagiert, zumal man ihr |<br />
fast ausschliesslich auf grösseren Seen und dort vorwiegend an exponierten<br />
Ufern begegnet, wo der Sauerstoffgehalt durch die Wellenbewegung<br />
dauernd aufrechterhalten wird.Nach dergleichen Richtung<br />
deutet auch das Auftreten der Art in strömendem Wasser hin.<br />
Im ganzen betrachtet sind die W a s s c r b 1 a 11- '<br />
k r ä u t e r am meisten von der Durchsichtigkeit<br />
des Wassers abhängig. Nur äusserst selten begegnet man<br />
ihnen in Gewässern mit geringerer Sichttiefe als 1 m und auch diese
232 L. Marislo, Die llorisLisclien Seetypen Finnlands.<br />
Tabelle 8. 'I'ransparenzainpliliuie einiger liäul'igsten Hydrophyten.<br />
Sagittaria notans<br />
Potamoeelon nutans<br />
Sparganium Friesii<br />
S. affine<br />
Polygonuni innphibium ....<br />
N. Candida<br />
Nuphar luteum<br />
l'otamogeton perfoliatus<br />
P. praelongus<br />
P. pusillus . :<br />
P. zosterifolius<br />
P. filiformis<br />
I pnmn lf*{*iijl/wi<br />
Ceratophylluni dcmersuni. . .<br />
MyriophijUunt alterniflorum<br />
M, s pica tum<br />
Callitriche antumnalis ....<br />
(Jtricularia vulgaris<br />
l'otamogeton alpinus<br />
P. gi'uniineiis<br />
Ranunculus peltatus<br />
Callitriche venia<br />
Isoåtes lacustre<br />
J é*/'h 1 ii^K lifinjut<br />
Scirpus acicularii^<br />
Ji fi ii ij n/'ij J Ii'i fftitnuK<br />
Subuloria a
Anil. Hot. Soc. Zool.-Hot. Feuii. Vanamo, 1"), u:o o. 2315<br />
Fälle koiizeiiLrieren sich zum grössleri Teil auf den Tijpha - Alisma-<br />
Typ, wo die Durchsichtigkeit des Wassers im Hef^inu der Vegetationsperiode<br />
erhei)lich über den von mir gemessenen Werten liegt.<br />
Durch das 01)ige findet auch der Umstand seine Erklärung, dass<br />
Poiarnogeton perfolialus im Tijphu - Alisina -Vy\) auch jenseits der<br />
Sichttiefengrenze angetroffen wurde (Tal). 7). In sciiwach transparenten<br />
I lumusgewässern vermögen nur die Utric.ularia Arten zu gedeihen;<br />
Die grösste Amplitude weisen wiederum Polamogelon pcrjoliatiis und<br />
Mijriophijllum allerniflorum auf. In den klarsten (J e w ä ss<br />
e r n fehlen hinwieder die e u t r a p h e n t e n W a ss<br />
e r b 1 a 11 k r ä u t e r, was indessen durch den Nährstoffarmut<br />
des Wassers und d^ Seebodens bedingt ist.<br />
Kommt man sodann hinüber zu den Grundblattkräutern, so erweist<br />
es sich, dass die Durclisichtigkeit des Wassers eigentlich nur<br />
für Isoeies laciisire, Litorella uniflora und Lobelia, die audi im Subund<br />
im Elitoral gedeihen, Bedeutung besitzt. Die übrigen Grundblattkräuter<br />
sind zum vorwiegenden Teil xVrten des erosiven Eulitoralbodens<br />
und können bei niedrigem Wasserstand sogar auf das<br />
trockne Land geraten. Sie erhalten also stets genügend Licht und<br />
daher kann man ihnen auch in recht stark getrübten Gewässern<br />
begegnen. Die drei oben genannten Arten gedeihen wiederum nicht<br />
in Gewässern mit geringerer Sichttiefe als 1 m, um so reichlicher<br />
findet man sie al)er in den klarsten Gewässern. Am genügsamsten<br />
ist Isoetes laciislre (vgl. PEARSALI. 1920, J). 183), denn abgesehen<br />
von den Wassernu)osen und den Charazeen bildet diese Art in den<br />
meisten Klarwasserseetypen auch die äussere Grenze der höheren<br />
Wasservegetation. Nie habe ich sie aber unterhalb der vSichtiiefengrenze<br />
angetroffen.<br />
Mit noch geringeren Lichtmengen als die bisher besprochenen<br />
Lebensformen nehmen die Charazeen und die Wassermoose vorlieb.<br />
In fast sämtlichen von mir unterschiedenen Seetypen bilden<br />
sie die äussersten Zonen der Makrojjhytenvegetation. In schwach<br />
transparentem Wasser begegnet man ihnen oft unterhalb der Sichttiefengrenze,<br />
während in den klarsten Gewässern auch sie nicht<br />
bis an dieselbe heranreichen.<br />
In bezug auf das Verhältnis der Wasservegetation zu der Durchsichtigkeit<br />
des Wassers sind zwischen den einzelnen Seetypen deut*<br />
liehe Unterschiede nachweisbar.
234 L. Marista, Die lloristischen Seetypeii Finnlands.<br />
Alli' (len E q u i s e t u m-S e e n kann man in den meisten Fällen<br />
l)eobacliten, dass die untere Sichttiefengrenze von den Makrophyten<br />
überschritten wird (vgl. Tab. 7). Dieses findet seine Erklärung darin,<br />
dass die Menge der kolloidalen Humusstoffe, auf welche sich die<br />
braune Farbe und die geringe Durchsichtigkeit zurückführen, leicht<br />
selbst kurzfristigen Schwankungen unterworfen sein kann (vgl. LÖN-<br />
NERBLAD 1929, p, 411). Meist gehen die Wassermoose in lichten Beständen<br />
am tiefsten hinaus. Die Arten und die Reichlichkeit der<br />
Helophyten und der Schwimmblättrigen werden von anderen Faktoren<br />
bestimmt (S. 216). Dagegen sind die wesentliches<br />
ten negativen Merkmale des E q u i s e t ii m-T y p si,<br />
das fast völlige Fehlen der W a s s e r b 1 a 11 k r ä u t e r<br />
und die spärliche Vertretung der Grundblattkräuter,<br />
zum grossen Teil durch den T^r<br />
r e n z f a k t o r bedingt. Das merkt man namentlich daran,<br />
(lass Isoeies laciistre und Lobelia eben nur in denjenigen Equiselum-<br />
Seen zu finden sind, in denen die Durchsichtigkeit ihre Höchstbeträge<br />
erreicht. Ebenso begegnet man Wasserblattkräutern, z. B.<br />
Potamogeion perfoliatus und Myriophgllum allerniflorum, in einigen<br />
Equiseiiim - Phragmiies-Seen, die u.a. ein niedrigeres pH, andererseits<br />
aber eine vielleicht doppelt so grosse Transparenz aufweisen als<br />
mehrere Equisetiim-Seen, in denen die genannten Arten fehlen.<br />
Auf den Seen des Eqiiisetum - P Ii r a g m i t e s-T y p s ist<br />
der direkte Einfluss der Durchsichtigkeit auf die Artenzusammenüetzung<br />
der Wasservegetation verdeckter als im Equiselum-'iyp,<br />
und zwar ist namentlich die negative Einwirkung dieses Faktors<br />
durch die weniger intensive Humusfärbung und die dadurch bedingte<br />
tirhöhte Durchsichtigkeit des Wassers geschwächt. Am fühlbarsten<br />
tritt dieser Umstand in der Zunahme sowohl der Artenzahl als der<br />
Heichlichkeit der Wasser- und der Grundblattkräuter zum Vorschein.<br />
Auch solche vorwiegend im klaren Wasser gedeihenden und in den<br />
Equisetum-Seen fehlenden Arten wie Polygonum amphibium. Ranunculus<br />
peUatus und Myrioplujllum allerniflorum trifft man schon<br />
auf mehreren Untersuchungsflächen des vorliegenden" Typs an. Je<br />
mehr sich ein Equiseium - Phragmites-Sce den Klarwasserseetypen,<br />
z. B. dem Lobelia- oder dem Phragmiles-Typ nähert, desto mehr<br />
gibt es Wasser- und Grundblattkräutcr^ je näher er wiederum dem<br />
Equiseium- oder dem Scirpus lacusler-Typ steht, desto geringer ist
Ann. Hol. vSoc. Zool.-Hol. lu'iin. Vniianu», 15, n:o 5. 235<br />
Hire Menge, oder mil anderen Worten j^esagt, je hrauner und trüber<br />
das Wasser eines Eqiiisetum - Phragmites-Sees ist, desto weniger<br />
gibt es Wasser- und (irundblattkräuter, und umgekehrt. Die vermittelnde<br />
Stellung des Equisetiim - Pliragmitesfindet ihren<br />
Ausdruck auch in dem Verhalten der Tiefengrenze der Vegetation<br />
zu der üurchsiclitigkeit (Tab. 7). In Seen mit der geringsten Sichttiefe<br />
findet man den Wassermoosgürtel nocli unterhalb der Sichtliefengrenze<br />
vor, wäiirend er in den klarsten vSeen des Typs nicht<br />
bis an dieselbe herantritt.<br />
Auf den P Ii r a g mile s-S e e n ist der Kinfluss der Durchsichtigkeit<br />
des Wassers auf die Wasservegetation anscheinend gering,<br />
denn die Humusfärbung ist hier bereits so schwacli, dass sie für keine<br />
einzige Art mehr als Hindernis aufzutreten vermag, wenn nur die<br />
übrigen Faktoren das Gedeihen derselben gestalten. 13avon dürfte<br />
es herrühren, dass z. B. VAAKAMA (1938, p. 206) auf Grund seiner<br />
Erfahrungen von dem ebenfalls zum Phroginitc.s-ly[i gehörenden<br />
Kallavesi seiue Auffassung von der geringen Bedeutung dieses Faktors<br />
verallgemeinert hat. Noch deutlicher wird diese Auffassung von<br />
PEAESALL (Z. B. 1920, J). 108; 1921, p. 271) vorgetragen, dessen Material<br />
ebenfalls keine echten llumusseen enthüll. - Die relativ beträchtliche<br />
Transj)arenz der Phragmites-Scon trägt offenbar neben<br />
den anderen Fakloren zu der Entstehung jener Vegetationszonation<br />
bei, der man auf diesen Seen in so überaus deutlicher Ausbildung<br />
begegnet. Besonders die äussersten Vegetationsgürtel des Elitorals,<br />
der Isoetes laciislre- und der Wassermoosgürtel, sind in ihrer Lage<br />
offenbar von der Lichlzufuhr diktiert worden, doch so, dass man<br />
ihnen stets nur oberlialb der Sichttiefengrenze und ungefähr in der<br />
gleichen Enlfernung von derselben l)egcgnel.<br />
Auf den L o h e l i «-S e e n tritt uns die Zonation der submersen<br />
Wasservegetation iu ihrer grössten Vollendung entgegen. In optimalen<br />
Fällen (z. B. Nr. 80 Kuorinkajärvi) herrscht vom Ufer aus gerechnet<br />
nachstellende Zonalionsfolge: 1. Erosiv-Isoötiden-f-Lo&e/iö,<br />
2. Lo/>e/i«-Blattrosetten, .'J. Isoetes laciislre, 4. Moose und 5. Charazeen.<br />
Oft kann eine oder die andere Zone auch fehlen und stets findet<br />
man an der Grenze zweier Zonen eine Übergangszone, in welcher<br />
beide betreffenden Arten durcheinandergemischt auftreten. Offenbar<br />
ist wenigstens die Lage der äussersten dieser Zonen durch die<br />
Konkurrenz ausser auf Grund der edaphischen Faktoren auch nach<br />
ir.
236 L. Murista, Die lloristischeii Seel,y|)en Fiiinlnmls,<br />
(lem verschiedenen Lichtbedarl" bestimmt worden. Auf den Lobelia-<br />
Seen macht die äussere Tiefengrenze der Wasservegetation schon<br />
weit vor der Sichttiefengrenze halt (Tab. 7), und zwar wohl deshalb,<br />
weil in grösserer Tiefe (8-12 m) die Wassertemperatur bis recht<br />
weit in den Sommer hinein niedrig bleibt und dadurch eine sehr<br />
kennbare Verkürzung der Vegetationsperiode bewirkt.<br />
Die P 0 l amo g e l 0 n f i I i f o r m i s - C h a r n-S ac n kommen<br />
in bezug auf die Transparenz des Wassers den Lofte/i«-Seen<br />
j^nnähernd gleich. Das reichliche Auftreten der Wasserblattkräuter<br />
ist geeignet zu zeigen, dass die grosse Transparenz des Wassers wenigstens<br />
nicht hinderlich für ihr Auftreten ist, sondern es muss ihr<br />
spärliches Vorkommen in den Lobelia-^een durch andere Faktoren<br />
veranlasst sein. Die Zonation der übrigen submersen Wasservegetation<br />
ist auch auf den Polamogelon filiformis - Chnra-^ieon zumeist<br />
recht deutlich.<br />
Die in bezug auf die Sichtticfengrenze relativ geringste Tiefenerstreckung<br />
der Wasserv^egetation ist auf den C are a;-S e e n zu<br />
verzeichnen, von denen der grösste Teil offenbar als das nördliche<br />
GegenstttcJ< der Loöe/ia-Seen aufzufassen ist und auf denen der verhältnismässig<br />
geringen Tiefenerstreckung der Arten liauptsächlich<br />
die gleichen Ursachen zugrunde liegen wie auf den Loöc/ia-Seen. Auf<br />
den Carex-Setm halten sich indessen die tieferen Wasserschichten<br />
nahezu den ganzen Sommer hindurch kühl, auch wenn eine deutliche<br />
Sprungschicht nicht immer nachweisbar ist (JÄRNEFELT 1934, p. 335).<br />
Die in das Wasser eindringende Lichtmenge kann auch nfcht so<br />
gross wie auf einem entsprechenden klaren LobeliaSccn sein, weil<br />
ja der Einfallswinkel des Lichtes auf den Carex-Seen viel kleiner<br />
und die Menge des reflektierenden Lichtes dementsprechend grösser<br />
ist. So macht denn die höhere Wasservegetation auf den von mir<br />
untersuchten Carex-Sccn durchschnittlich schon bei 3.5 m halt,<br />
während die mittlere Sichttiefengrenze erst bei 6.5 m erreicht wird.<br />
Bei einem Teil der Elodeiden-Seen wird die Sichttiefengrenze<br />
von der Wasservegetation überschritten, während für den<br />
übrigen Teil das Entgegengesetzte zutrifft. Zu der ersteren Gruppe<br />
gehören vor allem die Scirpus laciister-reichen Elodeiden-Seen, die<br />
sich dadurch der eutrophen Typengruppe nähern, zu der letzteren<br />
wiederum die transparentesten Seen d.eses Seetyps.
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 237<br />
In melireren eutrophen Seetypcn trill die Bedeutung der Durchsichtigkeit<br />
des Wassers wieder deutlich zutage. Auf den S cir pus<br />
lacuster-Seen, die eine recht bedeutende Humusfärbung aufweisen<br />
können, liegt die äussere Tiefengrenze der Wasservegetation<br />
.unterhalb der Sichttiefengrenze. Am weitesten hinaus geht gewöhnlich<br />
Scirpus lacusler, dessen submerse S])rossteile jedoch von der<br />
Lichtzufuhr unabhängig sind. Auf diesen Seen wird die Durchsichtigkeit<br />
im Sommer auch durch die reichliche Planktonentwicklung und<br />
mitunter durch die bei windigem Wetter einsetzende Sclilammtrübung<br />
lierabgesetzt. Die für diesen Seetyj) kennzeichnende spärliche<br />
Vertretung der Wasseri)latlkräuter, der Wasser-Schwimmblaltkräuter<br />
sowie der Cluirazeen führt sich offenbar zum grossen Teil auf die<br />
geringe Durchsichtigkeit des Wassers zurück, obwohl man sich hierbei<br />
auch insbesondere des Anteils der edapliischen Faktoren (S. 225)<br />
zu erinnern hat. Ausseriialb des Binsenröhrichts gii)ts es gewöhnlich<br />
keinen submerseu Vegetationsgürtel mehr, höchstens begegnet man<br />
hier ver^nzelten Schwimmblattkräutern. Von den Grundblattkräutern<br />
Jeblen n^mentlicli die in grösserer Tiefe gedeihenden Isoétes<br />
lamsire und Lobelia.<br />
Auf den T ij p h a- A l i s m a-S e e n wird die von mir gemessene<br />
Sichttiefengrenze von der äusseren Tiefengrenze der Wasservegetation<br />
am stärksten überschritten (Tab. 7). Die kräftige Plankton-<br />
und Lehmtrübung bewirken, dass die Durchsichtigkeil des Wassers<br />
im Hochsommer sehr gering und das Gedeihen der submersen<br />
Arten demgemäss erschwert ist. Wasserblattkräuter gibt es allerdings<br />
etwas mehr als auf den Scirpus lacuster-Seen, dagegen ist die Menge<br />
der Grundblattkräuter ebenso gering und die Wassermoose feiilen<br />
nahezu ganz. Dieser Umstand ist geeignet zu zeigen, einen wie wichtigen<br />
negativen, das Auftreten der Arten beeinträchtigenden Zug<br />
die geringe Durchsichtigkeit des Wassers auch auf den Typha-<br />
Alisma-Scen darstellt. Das gleiche betrifft auch die Kannas-Variante<br />
des Haupttyps, innerhalb welcher das Wasser durclischnittlich etwas<br />
klarer ist.<br />
Auf den P O t a M O g c t O n~ und den S t r at i o t e SS&QW<br />
schliesslich wird der Einfluss der Durchsichtigkeit hinter den übrigen<br />
Eigenschaftsfaktoren des Wassers verdeckt. In beiden Typen ist das<br />
Wasser immerhin so klar und die Seen seicht, dass es, falls andere
238 L. Mar isla. Die floristischeri Seetypen Finnlands.<br />
Faktoren nicht hindernd im Wege stehen, sämtlichen Lebensformen<br />
Möglichkeiten zu einer harmonischen Entwicklung darzubieten vermag.<br />
Der Einfluss der Transparenz des Wassers auf das Gedeiiien der<br />
Wasservegetation, der zu einem gewissen Teil von der Wasserfarbe<br />
geregelt wird, kann also entweder einjjördernder oder ein hemmender<br />
sein. Von der grössten Bedeutung ist dieser Faktor für die submersen<br />
Arten, die ihr Licht auch im erwachsenen Stadium durch<br />
eine stärkere oder weniger starke Wasserschicht empfangen. Am<br />
deutlichsten tritt der Faktor in seiner negativen Auswirkung zutage,<br />
denn je geringer die Transparenz des Wasser ist,<br />
desto weniger g i 1) L es auch submerse Arten, vorausgesetzt,<br />
dass die übrigen Faktoren annähernd unverändert bleiben.<br />
So bedingt denn auch gerade dieser Faktor die Entstehung der<br />
namentlich für die Equisetum-, Elodeiden-, Scirpus lacuster- und<br />
Typlia - Alisma-Seen kennzeichnenden Vegetation. In den extremen<br />
Klarwassertypen wirkt die Transparenz des Wassers nicht derart,<br />
dass er sich aus der Menge der zahlreichen anderen Standortsfaktoren<br />
besonders herausfinden Hesse, obzwar die deutliche Zonation<br />
der submersen Wasservegetation zum grossen Teil gerade durch diesen<br />
Faktor diktiert wird. Auf jeden Fall tragen Transparenz und<br />
Farbe des Wassers als wichtige Agenzien zur Differenzierung der<br />
Wasservegetation in den verschiedenen Seetypen l)ei.<br />
4. pH UND NÄHRSTOFFGEHALT DES WASSERS.<br />
Die Bedeutung der Wasserstoffionenkonzentration für die Organismenwelt<br />
des Wassers ist heute bereits ein paar Jahrzehnte lang<br />
bekannt gewesen. Die Abhängigkeit der höheren Wasservegetation<br />
von diesem Faktor ist weitläufiger von IVERSEN (1929) behandelt<br />
worden, der Parallelbeobachtungen auf mehreren Untersuchungsflächen<br />
angestellt hat. Diese Untersuchung bildet auch den Grund<br />
für einige später in Finnland ausgeführte kleinere Wasservegetations-<br />
studien (I^ENKONEN 1935; METSO 1936).<br />
Die Eigenart der" klimatischen, edaphischen und hydrographischen<br />
Faktoren führte auf den Untersuchungsflächen IVEIISENS in<br />
bezug auf mehrere Wasserpflanzenarten zu klaren Ergebnissen und<br />
einer recht geringen pH-Amplituc^. Offenbar dieser Umstand hat
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Viniaino, 15, n:o ."). 239<br />
den Autor zu einer Überschätzung dieses J>tandortsiakLors neben den<br />
übrigen verleitet (vgl. LOHAMMAH 1938, p. 215). Dagegen stimmen<br />
IVEKSENs Beobachtungen bezüglich des Verhaltens der verschiedenen<br />
ökologischen Hydrophytengruppen zuni pH des Wassers<br />
selir gut mit den meinigen überein. Der Möglichkeiten ungeaclitet<br />
kann liier nicht näher auf die Autökologie, auf das Verhalten der einzelnen<br />
Arten zu den pH-Schwankungen eingegangen werden, es mag<br />
genügen, im Nachstehenden lediglich einige Ursachen der letzteren<br />
und ihren Anteil an der Bildung des für die verschiedenen Seetypen<br />
charakteristisciien Arten bestandes zu erörtern.<br />
Weil von den meisten meiner Untersuchungsflächen nur eine<br />
einzige pH-Messung vorliegt, so ist beim Ziehen der Schlüsse sowie<br />
bei der Verallgemeinerung der Ergebnisse grosse Vorsicht geboten.<br />
Überdies beziehen sich die mitgeteilten pH-Werte einzig auf die<br />
Sommerzeit, weshalb die jahreszeitlichen Schwankungen ganz ausser<br />
Betracht fallen. Die erhaltenen pH-Werte stelleji also in grossen<br />
Zügen Höchstwerte dar. Gleicherweise sind auch die täglichen pH-<br />
Schwankungen nicht ermittelt worden, indem aber die Messungen<br />
stets am Mittag bei maximaler Tagesbeleuchtung und lebhaftester<br />
Assimilationstätigkeit vorgenommen wurden, gelten die erhaltenen<br />
Werte auch in dieser Hinsicht als Maximalwerte und sind demnach<br />
untereinander vergleichbar. Als grösster Nachteil ergibt sich insbesondere<br />
vom, Standpunkt der Ermittlung der j)H-Amplitude der einzelnen<br />
Arten der Umstand, dass vom pH der verschiedenen Teile<br />
eines Sees keine Kunde vorliegt uiul der erhaltene Wert daher nicht<br />
immer das standortseigene pH jeder notierten Art vertritt. Das zur<br />
pH-Messung verwendete Wasser stammt aber stets von der freien<br />
Wasserfläche ausserhalb der Helophytenbestände, wo die, pH-<br />
Schwankungen geringer sind, weshalb der eventuelle Unterschied<br />
hauptsächlich die in den engsten Uferbucliten gedeihenden und vereinzelte<br />
ausschliesslich innerhalb des Köhrichtgürtels wachsende Ar-;<br />
ten betrifft. Der Umfang meines Materials ist iiulessen daran angetan,<br />
diese eventuellen Differenzen auszugleichen und lässt zugleich mehrere<br />
so ausgeprägte Hegelmässigkeiten hervortreten, dass sich die;<br />
Behandlung dieser Frage auf Grund dessen ermöglichen dürfte.' t<br />
Bezüglich einiger auf die Heaklion des Wassers einwirkendenf<br />
Faktoren liefert mein Material einige allgemeine Ausschlüsse. Die<br />
edaphischen Faktoren, besonders der Kalkgehalt des Bodens, wirken
240 L. Maristo, Die I'loristiscluMi Seetypcii Finnlands.<br />
Tabelle 9, pII-AmpIitude der wichtigsten Wasserpflanzenarteii.<br />
Equisetum liniosum<br />
Typha latifolia . . . . X<br />
T. angustifolia .... .V... .<br />
Scirpus eupaluster<br />
S. lacuster<br />
Phragmites communis<br />
Scolochloa festucacea<br />
Sagittnria nalnns<br />
Potamogelon natans<br />
Sparganium Fricsii<br />
S, affine<br />
Alopecurus aeqiialis<br />
Glyceria jluitans<br />
Polygonum amphibiutn<br />
Nymphaea alba<br />
N. Candida<br />
Nuphar luteum<br />
N. pumilum<br />
Ilydrocharis morsus-ranae<br />
Lern na m inor<br />
Spirodcla polyrrhiza ^<br />
Stratiotcs aloides<br />
Elodea canadensis . . .<br />
Potamogelon perfoliatus .. .<br />
P. praelongus<br />
P. obtusifolius<br />
P. pusillus<br />
y. zosterifolius<br />
P. filiformis<br />
Lcmna trisulca<br />
pH I.O I.I é.* U 7.0 7.1 L.H LA 7.8 •JJÄ 8A<br />
f<br />
T'<br />
J .
Ann. Hol. Soo. Zool.-Hot. l
242 Marislo, Die llorislisclu'ii Scctypi'n I'innlnnds.<br />
hekaniitlicli reaklionseiiiölieiKl, namenllicli wo es sich um einen über<br />
(lem Durchschnittswert liegenden Kalk^^ehalt des Wassers iiandelt<br />
(iVERSEN 1929, p. 290). Die alkalischsten der von mir unterschiedeneu<br />
Seetypen, der Slraüotes-, der PoUunogeton- und der Polamogeton<br />
filiforrnis - Chara-Vy\), liegen sämtlich im Gebiet des basischen<br />
kalkreichen Felsgrundes. Im Bereich der übrigen Seetypen ist der<br />
Kalkgehalt des Bodens im allgemeinen gering und dürfte nicht in<br />
nennenswerterem (irade die Reaktion des Wassers beeinilusseu<br />
können.<br />
Die auch bei uns genuichte Feststellung, dass das ])I1 in der Strötuungsrichtung<br />
des Wassers sukzessiv steigt (LINKOLA 1933, p. M;<br />
BKNKONEN 1935, p. M), ist offensichtlich zutreffentl. Mein Material<br />
hat allerdings keine solche zusammenhängende Seenfolge aufzuweisen,<br />
die im vorliegenden Zusammenhang zur l.ösung dieser Frage beitragen<br />
könnte, die allgemeinen Beobachtungen, die sich im binnenfinnischen<br />
Seengebiet ergeben haben, geben aber an, dass das pH in<br />
dengrossen Zentralseen der Oewässersysteme höher als durchschnittlich<br />
in den Quellseen liegt.<br />
Die oft vorgebrachte lieobachtung über die j)! 1-senkende Wirkung<br />
der Humusstoffe (vgl. SKADOVSKY 192T), p. 75) ergibt sich auch hier,<br />
wenngleich nur in den sauersten Typen. Die Beihe: Equisetum-Tyi),<br />
Equiselum - Phragmiles-'Vyi^, Phragmites-'Yy\), bildet ein gutes<br />
Zeugnis dafür. Dagegen kann das Wasser z. B. in den Scirpus lacuster-Sccn<br />
einen gar beträchtlichen llumusgehalt aufweisen und<br />
pll dessenungeachtet bei nicht weniger als 7.7 liegen (z. B. Nr. 113<br />
Bidasjärvi), ein Umstand, der auf die Möglichkeit der Existenz alkalischer<br />
Humusseen hindeutet (vgl. LOIIAMMAR 1938, p. 213). Wie<br />
gross in solchen Italien der l'^lektrolytgehalt des Wassers ist, dem ja<br />
eine Bedeutung für den (Irad der 1 lumusfärbung zukommt (LOIIAM-<br />
MAR 1. c.), entzieht sich nuMuer Kenntnis, zum Teil dürfte aber deihohe<br />
pH-Wert durch die beträchtliche Menge des Phytoplanktons<br />
bedingt sein. Auch der reiche Gehalt der Bodengytlja an autochthonen<br />
Bestandteilen sowie die Lehmtrübung (BRESSLAU 1920, p. 70)<br />
wirken aziditätsmildernd auf diis Wasser ein.<br />
Das Verhalten der einzelnen Wasserpflanzeiuirten und Lebensformen<br />
zum pH des Wassers auf meinen Untersuchungsflächen<br />
erhellt aus Tab. 9. BENKONEN (1935) und METSO (1936) z. B. geben<br />
in ihren Untersuchungen für viele Wasser|)flanzenarlen eine viel
Anu. Bot. Soc. Zool.-Bol. Fenii. Vaiisinio, If). 11:0 a.<br />
weitere pH-Ampliliule II A i:i...i nach K der saureren IlicliLuiig i»:,.i.i an. Dabei handelt<br />
es sieli indessen bei ihren Untersuchunj»sllächen stets um Teichseen,<br />
abgesehen vom Parjalampi (RENKONEN op. C., p. 11), dessen<br />
pH bei 5.6 liegt. Von den Arten der" Tab. !) vermögen also diejenigen<br />
IG, die am unteren Ende der pH-Skala angegeben sind, offenl)ar<br />
auch noch in saurerem Wasser zu gedeihen, und diese Arten<br />
Fiiaclicn 2Ü % von Gesamtartenzahl der Tabelle aus. Die Zaid ist also<br />
nur etwas höher, zu welcher auch IVERSEN (1929, p. 291) inbetrell<br />
der sauersten Gewässer gekommen ist. Der Prozentwerl bliebe ungefähr<br />
der gleiche bei Auslassung der Helophyten, wenn man zugleich<br />
berücksiclitigt, dass IVERSEN den Tannenvvedel bei dieser (iru[)ju'<br />
einreiht.<br />
Ohne in diesem Zusammenhang näher auf das Verhalten der einzelnen<br />
Arten zum pH des Wassers einz\igehen, möge jedoch erwäimi<br />
werden, dass die pH-Amplitude mancher Arten, z. R. Scolocliloa<br />
jeslucacea und Elodea canadensis, in der Tabelle wegen der geringen<br />
Zahl der Funde offenbar zu gering angesetzt ist. Wahre Eurytraphenten<br />
in bezug auf die Wasserstoffionenkonzentration des Wassers sind<br />
der Schachtelhalm, der Schilf, Scirpiis cupalnstcr, S. lacuster, Niiphar<br />
Inlcnm, AT. pumüuni, Raminctiliis replans, der Tannenwedel und Lijsimacliia<br />
llijjrsiflora, deren pH-Gebiel sich über die gesamte Skala<br />
erstreckt.<br />
Tn Tab. 9 ist ferner durch gestrichelte Linien die durchschnitlliche<br />
pH-Amplitude der verscliiedenen Lebensformen angegeben.<br />
Weil nicht die wirklichen j)H-Grenzen aller Wasserpflanzenarten in<br />
der Tabelle sichtbar sind, bedeutet es, dass insbesondere die Grenzen<br />
der Helophyten und der .Schwimmblattkräuter eine geringe Verschiebung<br />
nach beiden Richtungen hin erfahren würden und die<br />
pH-Amplitude dieser Lebensformen also erweitert würde. Die gegenseitigen<br />
Reziehungen der I>ebensformen zu diesem l'aklor blieben<br />
indessen unverändert.<br />
IVERSEN (1929) hat die Helophyten ganz ausserhalb .seiner Retrachtungen<br />
gelassen, weil die meisten kaum zur direkten Nährstoflaufnahme<br />
aus dem Wasser imstande sein dürften und mithin nichl<br />
in dem Masse wie die Hydrophyten von den Eigenschaften des Wassers<br />
abhängig sind. Sie erhalten ihre Nahrung aus dem Roden, dessen<br />
Elektrolytgehalt erstenhands in einer Reziehung zum Elektrolytgehalt<br />
und vennutlich wohl auch zum |)H des Wassers steht. Nach<br />
21S
244 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />
iVERSEN (op. c., p. 283) liegt nämlich das pH der obersten Bodenschlammschichten<br />
nahe dem pH-Minimum des Wassers. So geraten<br />
insbesondere die Wurzeln der in grösserer Tiefe gedeihenden Helophyten<br />
sicher in eine saurere Umgebung als z. B. die Hydrophyten.<br />
Kann aber die Azidität des Wassers in einem See derartige Werte<br />
erreichen, dass den Helophyten die Mögliclikeiten zum Gedeihen<br />
genommen wären? Leider gibt es keine ausführlicheren Untersuchungen<br />
über die pH-Lage des Seebodens, wohl aber über die der Moorböden.<br />
Wir wählen uns Phragmiles communis zum Beispiel. Der Schilf<br />
entsendet sein Wurzelwerk an Seestandorten bis 92 cm (MURÉN 1934,<br />
p. 48) und in Mooren mindestens bis 80 cm tief in den Boden hinein.<br />
Die Bedingungen gestalten sich also für ihn in bezug auf das den<br />
Standboden bedeckende Wasser in beiden Fällen gleich. An Moorstandorten<br />
vermag die Art auf extrem sauer Unterlage, pH 3.6 zu<br />
gedeihen (KOTILAINEN 1927, p. 53; PANKAKOSIQ 1935, p. 14). Ihre<br />
pH-Amplitude muss also auch nach unten hin recht weitläufig sein,<br />
die Art kann aber nicht auf Grund der pH-Werte des Wassers als<br />
azidophob angesprochen werden, wie es RENKONEN (1935, p. 20)<br />
getan hat, auch wenn es nach seinem begrenzten Material wohl einen<br />
solchen Ansciiein haben könnte. Offenbar wird das Auftreten des<br />
Schilfs wie auch der meisten anderen Helophyten durch die edaphischen<br />
Faktoren, d.h. die physikalischen Eigenschaften und den Nährsalzgehalt<br />
des Bodens (S. 219) bedingt,<br />
Inbetreff der übrigen Lebensformen ist festzustellen (Tab. 9),<br />
dass die S c h w i m m b 1 ä 11 r i g e n die weiteste und die<br />
I G r u n d b 1 a 11 k r ä u t e r die engste j) H - A m p 1 i t u d e<br />
' aufweisen, w ä h r e-n d die übrigen L e b e n s f o rrn<br />
e n in dieser Hinsicht eine Mittelstellung<br />
einnehmen (vgl. IVERSEN 1929, p. 293-294). Die Schwimmblattkräuter<br />
zeigen mithin in bezug auf das pH offenbar ein eurytraphentes<br />
Verhalten, während die Wasserblattkräuter eine deutliche<br />
Azidophobie zu erkennen geben. Indem sich aber zwischen dem<br />
Nährstoffgehalt und dem pH des Wassers eine deutliche Parallelität<br />
ergeben hat, handelt es sich wohl auch in diesem Falle wenigstens<br />
nicht einzig um eine wirkliche Azidophobie, sondern es dürften auch<br />
andere Eigenschaften des Wassers in Betracht zu ziehen sein. ,<br />
Die Freischwimmer und die Wasserblattkräuter nähern sich in'<br />
bezug auf die pH-Amplitude den Grundblattkräutern. Die letzteren
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 215<br />
bekunden wieder einmal ihren «ligotroplien Charakter, meiden offenbar<br />
extrem alkalische Gewässer und haben sich zugleich als Arten<br />
elektrolytarmer Gewässer erwiesen (LOHAMMAK 1938, p. 213). Die<br />
|)H-Amplitude der Charazeen lässt sich wiederum recht wohl derjenigen<br />
der Wasserblattkräuter gleiclistellen (vgl. IVERSEIV op. c.,<br />
1). 295).<br />
Wendel man sich sodann der Bedeutung der Wasserstoffionenkonzentration<br />
für die Ausformung der Seetypen zu, so ist zuallernächst<br />
klar, dass ihr Einfluss am ausgeprägtesten in den aller sauer-,<br />
sten und andererseits in den aller alkalischsten Gewässern zum Aus-|<br />
druck kommt. Im Eqiiisetuni-Ty[) fehlen die meisten Wasserblattkräuter,<br />
was wohl zum Teil dem niedrigen pH zuzuschreiben<br />
sein könnte. Auch noch in den Seen des Eqiiisetiini - Phragmitesund<br />
des Lobelia-kann dieser Faktor in einigem Umfang zur<br />
Auswirkung kommen, in den meisten übrigen Seetypen ist das Gedeihen<br />
sämtlicher Makrophytenarten wenigstens im Hinblick auf die<br />
Reaktion des Wassers möglich. In den extrem alkalischen Polarnogelon-<br />
und SiraliolesScQH tritt uns wieder eine geringere Artenzahl i<br />
entgegen, indem u.a. die Grundblattkräuter in ihnen zum grössten/<br />
Teil fehlen. Auch hier hanclelt es^sich wahrscheinlich mehr um\<br />
den Einfluss verschiedener edaphischer Faktoren, u.a. die kalkmeidende<br />
Natur der fraglichen Arten, als um eine »Alkaloj)hobie)) des<br />
Wassei^pH.<br />
Auf Grund des vorliegenden Materials ist<br />
festzustellen, dass mit steige n d e m p II - W e r t<br />
des Wassers auch der M a k r o p h y t e n b e s t a n 8)<br />
jedoch ausgenommen - zunimmt. Dass diese Zunahme<br />
ausschliesslich o d e r zur IIa u j) t s a c h e<br />
durch diese A z i d i t ä t s v e r ä n d e r u n g bedingt ist,<br />
il ü n k t indessen nicht w a h r s c h e i n 1 i c h, s o n d e r n<br />
als V o r n e h m I i c h s t e r F a k t o r dürft e h i e r b e i d e r<br />
parallel mit dem pH verlaufende Anstieg des<br />
Elektrolyt g e h a ITS d e s W a s s e r s (LOHAMMAR 1938,<br />
p. 215) wirken. Berücksichtigt man dazu die in<br />
246 L. Marista, Die lloristischen Seetypeii Finnlands.<br />
Schwankungen, so erweist es sich, dass die p Ii-<br />
Amplitude der M a k r o p h y t e n die im Sommer<br />
erhaltenen Werte n o c li beträchtlich ü b e rsteigt.<br />
Viele auf das Verhältnis der Wasserp<br />
f 1 a n z c n a r t e n zum j) 11 des Wassers 1) e g r ü nd<br />
e t e Einteilungen verlieren d a d u r c li zum<br />
Teil ihre Bedeutung. Andererseits wird aber<br />
a u c h d u r c h den U m s t a n d, dass auf das g 1 e i-<br />
(• h e )) H - G e b i e t bezüglich ihrer V e g e t a t i o n<br />
ganz v e r s c h i e d e n bese h a f f e n e G e w ä s s e r, w i e<br />
z.B. die Lobelia- und die Scirpus lacuster See. n,<br />
entfallen k ö n nen, die v e r m u t e t e Bedeutung<br />
der A z i d i t ä t a I s S t a n d o r t s f a k t o r offensichtlich<br />
h e r a b g e s e t z t. So gelangt man wohl oder übel zu<br />
dem Schluss, dass die unmittelbare Bedeutung des Wasser-pH für das<br />
(iedeihen der Wasserpflanzen und damit auch für die Differenzierung<br />
der Seetypen bisher überschätzt worden ist (vgl. LOHAMMAH 1. c.)<br />
Im obigen Zusammenhang wurde auch i)ereits darauf hingewiesen,<br />
eine wie wichtige Rolle dem Nährstoffgehalt des Wassers, der<br />
seinerseits wiederum in der Hauptsache von den edaphischen Faktoren<br />
abhängig ist, für das Gedeihen der Wasserpflanzenarten zukommt.<br />
Leider habe ich keine Wasseranalysen anstellen können,<br />
weshalb diese wichtige Seile der Frage grossenteils auf Vermutungen<br />
beruhen bleibt. Der für die Makrophyten so überaus wichtige N- und<br />
P-Ionengehall des Wassers bleibt gänzlich dunkel, nur über den Ca-<br />
(iehalt erhält man indirekt Aufschluss auf Grund gewisser bekannter<br />
Indikatorarten der Wasserflora. So ist der holie Kalkgehalt des Wassers<br />
in den Potamogelon filiformis — Cliara", Straliotes- und PotamogetoiiSeen<br />
offenkuntlig und tritt uns insbesondere im Artenbestand<br />
der Wasserblattkräuter und der Charazeen entgegen. Alle<br />
übrigen Seetypen bilden denn auch den Gegensatz zu diesen drei<br />
Typen in bezug auf den genannten Faktor. Hoffentlich wird sich<br />
künftig die Gelegenheit bieten, das hier vorgelegte Seetypensystem<br />
namentlich gegen den von diesen Faktoren gebildeten Hintergrund<br />
zu betrachten. ^
Arm. Bi)L. Soc. ZooJ.-Bol. l''enn. N aiuimo, 15, 11:0 f). 247<br />
5. GEOGRAPHISCHE LAGE UND KLIMATISCHE<br />
FAKTOREN.<br />
Wo es sicli um die Mögliclikeiten des Gedeihens einzelner Pl'lanzenarten<br />
inneriialb eines so ausgedeiinten Gebietes wie das ganze<br />
Finnland handelt, sind die klimatischen Faktoren besonders in regionaler<br />
Hinsicht von grösster Bedeutung. Die Sache ändert sich aber<br />
örterung derselben in ihrem ganzen<br />
Umfang endgültige Klarheit über die Verbreitung der meisten einzelnen<br />
Wasserpflanzenarten des Ljindes erfordern würde.<br />
Die Frage nach dem Einfluss der klimatischen Schwankungen<br />
auf die Artenzusammensetzung der Wasservegetatiou in west-östlicher<br />
Richtung lässt sich kurz abfertigen. Obwohl man im Wasser-<br />
()flanzenbestand Fennoskandiens sowohl westliche als östliche, d.h.<br />
atlantische und kontinentale Elemente unterschieden hat (z. B.<br />
IIÄKD AF SEGERSTAD 1924; KOTILAINEN 1933; SAMUELSSON 1934),<br />
so treten diese Unterschiede in der höheren Wasserflora Finnlands so<br />
schwach zutage, dass ihnen jede Bedeutung für die CJiarakteri.sierung<br />
und die Verbreitung der sich auf die (irossvegetation gründenden Seetypen<br />
abgeht. Auch die Höhenunterschiede sind im grössten Teil des ^<br />
Landes so gering, dass ihnen ebenfalls kein grösserer klimatischer Ein- (/<br />
fluss auf den Wasserpflanzenbestand zugeschrieben werden kann. Die ,<br />
kennbarste Abnahme erfährt der Artenbestand in Lappland beim I<br />
Übergang zur Regio subalpina (LINKOLA 1933 a, p. 92-9.3), im Bereich 1
248 L. Maristo, Die I'loristiscluMi Seetypcii Finnlands.<br />
(ler lctzlt;rcii cs aber Seen nur im nördliclien Lappland, wo dii-<br />
Verminderung» des Artenbestandes neben der niedrigen Temperaturlage<br />
auch durch die Kürze der Vegetationsperiode verursacht wird<br />
(vgl. SÖYRINKT 1939, p. 35). Ausserdem ist die Wasserflora jener Gegenden<br />
heute noch sehr unvollständig bekannt und der überwiegende<br />
Hauptteil (ler Seen gehört immerhin nur zu einem, dem Carex-Ty\i.<br />
- Die Niederschlagsverhältnisse dürften in diesem Zusammenhang<br />
wohl ebenfalls keine grössere Beachtung beanspruchen können, weil<br />
die regionalen Differenzen in dieser Hinsicht in unserem Lande verhältnismässig<br />
gering sind und die vorliegende Betraclitung sich ausschliesslich<br />
auf die Seen beschränkt. Eine indirekte Wirkung wird<br />
indessen dadurch zustandegebracht, dass die Menge der Sommerniederschläge<br />
gegen Lappland hin erheblich abnimmt, was wiederum<br />
eine Verringerung der Humuszufuhr der Seen zur Folge hat.<br />
Als einziger wirklich belangvoller klimatischer Faktor bleibt<br />
somit die Temperaturänderung in meridionaler Richtung übrig.<br />
Die Länge der Vegetationsperiode, die mittlere Temperatur des<br />
kältesten und des v/ärmsten Monats sowie die Dauer der Eisbedeckung<br />
sind die klimatischen Teilfaktoren, mit denen man in der<br />
Wasservegetationsforschung ^meistens operiert hat. SAMUELSSON<br />
(1934, p. 149), der den klimatischen Faktoren den ersten Rang<br />
unter den die Verbreitung der Wasserpflanzen regelnden Faktoren<br />
zugeschrieben hat, betrachtet namentlich das 'l^ip^miturmittel des<br />
wärmsten Monats als ausschlaggebend für die nördliche Verbreitungsgrenze<br />
der Arten (op. c., p. 157). Er behandelt aber dabei die Wasserpflanzenarten<br />
an ihren s ä m 11 i c h e n i n Frage komme nd<br />
e n S t a n d o r t e n, u.a. einschliesslich der Bäche, Teiche und<br />
Tümpel, wo die Wasserstandsschwankungen und die Temperatureinflüsse<br />
beträchtlich sind, während sich die vorliegende Darstellung<br />
lediglich und ausdrücklich auf die Seen und den Einfluss der klimatischen<br />
Faktoren daselbst beschränkt. LINKOLA wiederum (1932,<br />
[). 100) stellt die edaphischen Faktoren unbedingt an die Spitze aller<br />
die Verbreitung unserer Wasserflora regelnden Faktoren, während<br />
LOIIAMMAK (1938, p. 213-211) hervorhebt, wie schwierig es zu entscheiden<br />
ist, wodurch, ob durch die klimatischen oder die edaphischen<br />
Faktoren und die sich davon herleitenden Eigenschaften des Wassers<br />
jeweilig die Nordgrenze der Verbreitung bestimmt wird. Die Lösung<br />
der Frage wird auch dadurch erschwert, dass die Hydrophyten von
Ann. Hol. Soc. Zool.-Iiol. Fenn. Vnnanio, IT), nro 5.<br />
den Teinperalurvorgängen in<br />
der Luft nur indirekt betroffen<br />
werden. Am wichtigsten<br />
wäre es, Kunde über die<br />
mittleren Temperaturen der<br />
verseliiedenen Wasserschichten<br />
z.B. monatlich im Laufe<br />
des Sommers zu erlialten.<br />
Solche Anf^aben stehen aber<br />
ans jenen nördlichen Höhen<br />
niciit in genügender Menge<br />
zur Verfügung. Als einzige<br />
sind die Messungen JÄRNE-<br />
FELTs (1931) und LOIIAM-<br />
MARs (1938) zu erwähnen,<br />
doch auchsiestelleneherEiiizelbeobachtungen<br />
als vollständige<br />
Serien dar.<br />
Als Beispiel vom Einfluss<br />
der klimatischen Faktoren<br />
auf die Grossvegetation der<br />
(icwässer Lapplands mögen<br />
Karte 1. Verlaiil" der .luliisolherrnon in<br />
Finnland. (Nach JOHANSSON IICIG.)<br />
die von mir untersuchten Stralioies-Seen iles Kirchsp. Kittilä<br />
hier einer näheren Betrachtung unterzogen werden. Die (irui)i)i'<br />
umfasst die nahe bei einander gelegenen Seen Jesiöjärvi (Nr.<br />
132), Hautajärvi {Nr.l33), Uastinjärvi (Nr. 134) und Sotkajärvi<br />
(Nr. 135). Es sind durchgehends seichte Seen, die also äusserst<br />
empfindlich gegen die Temperaturvorgänge der Luft reagieren.<br />
Das Gebiet gehört zu den nächstkältesten in ganz Lappland<br />
(JOHANSSON 193(), p. 21C), das .lanuarmittel beträgt -11° C, das<br />
Julimittel l-l.'r C, die Wärmezeit dauert KiO Tage (Karten I<br />
und 2). Die zusammengerechnete Artenzahl der Wasserpflanzen<br />
dieser Seen beläuft sich auf davon entfallen ganze 33 % auf<br />
die Wasserblattkräuter, dagegen nur 29 % auf die llelophyten.<br />
während der Hest den übrigen Hydrophyten zufällt. Eutraphentr<br />
Arten gibt es hier im Reich der Kälte und des Frostes nicht minder<br />
als sieben, nämlich Polamogefon filiformis, P. zosicrifolim, P. pusilliis,<br />
Slratioies aloides, Ceraloplujlliim demersum (aus Finnisch-Lappland
250 I.. Murista, Die floristischeii Soetypeii Finiilaiuls.<br />
Karle 2. Wärmezeit (in Tagen) oder diejenige<br />
Periode des Jahres in welcher die Mittoltßiiiperalur<br />
über 0° C liegt. (Nach JO-<br />
HANSSON 1936.)<br />
nicht früher l)ekannt), Myriophijlliim<br />
spicaiiim und im<br />
.lesiöjärvi (nach mündl. Mitteilung<br />
von Dr. M. J. IvOTr-<br />
LAINBN) Lemna minor. Mit<br />
Ausnalime der letzteren Art<br />
handelt es sich also durchweg<br />
um Wasserblattkräuter, allerdings<br />
im sterilen Zustand,<br />
aber immerhin um Arten,<br />
die auch in Südfinnland als<br />
ziendich anspruchsvoll zu<br />
betrachten sind. Die Ungunst<br />
der klimatisciien Faktoren<br />
vermag also auch nicht<br />
einmal in Lappland das Gedeihen<br />
der Wasserblattkräuter<br />
zu gefährden. Dagegen<br />
ist die Abnahme des Wasserpflanzenbestandes<br />
beim<br />
Übergang vom Süden her<br />
nach Lappland an dem Teil<br />
der Helophyten grösser als an<br />
dem Teil der übrigen Lebensformen. Da besonders die eutraphenten<br />
I lelophyten gänzlich fehlen, konstatiert man also eine deutliche Ikeinflussung<br />
des I lelophytenbestandes seitens der klimatischen Faktoren.<br />
Fudern überdies dieDifferenz der Durchschnittstemperaturen zwischen<br />
den nördlichen und den südlichen Teilen des Landes im Winter mehrfach<br />
grösser als im Sommer ist (.JOHANSSON 1. c.), kann angenommen<br />
werden, dass die N o r d g r e n z e der M e 1 o p h y t e n in<br />
bM n n 1 a n d an erster Stelle durch die niedrige<br />
i' e m p e r a t u r 1 a g e des Winters bestimmt wird.<br />
Als weiterer wichtiger Faktor wirkt dazu noch die daraus folgende<br />
Anfrierung besonders der seichten Seegewässer bis auf den Boden.<br />
Zum Beispiel auf dem Bastinjärvi konnte man die verheerende<br />
mechanische Wirkung jenes Faktors deutlich beobachten (vgl.<br />
LOIIAMMAK 1938, p. 230). An den flachen Ufern lagen ausgedehnte<br />
Flächen des Schiefergrusbodens nackt da und nur hier und» da
Ann. Jiol. Soc. Zool.-l^ol. i''enn. Vanamo, lö, n:o "). 251<br />
orhol) sich ein cinsanier SchilfsLengel aus (leiii Wasser. In eiiiii^er<br />
l^ntfernun^ davon breiteten sich dicke Kali\gytljaia^en mil<br />
einer reichen Vei^etalion von WasserblattkräuLern aus. J^in solches<br />
sicii bis auf den Hoden erstreckendes Anfrieren lässt auch die ol)ersten<br />
SchiciiLen desseli)en gefrieren, die dann l)ei der dabei erioikeuden<br />
Dehnuufji die Wurzelstöcke der Ilelophyten zersprenf»en. Heini ICisl^aiif^<br />
im l'olf>enden l'rühjahr werden diese dann mit dem luse aus<br />
dem Hoden i^erissen und abgeführt. Die Vereisung kann auch zum<br />
Aussterben einzelner 1 lelophytenartcn in l'orm des Kältetodes<br />
führen (LoiiAMMAii op. c., p. 225). liei den Wasserblattkräutern<br />
hin^e^en liegen die über\vinternn
252 L. Marislo, Die floristisclieii Scelypen Finnlands.<br />
(Nr. 42-, Reg.l)ez. Oulu), wo auf dem t'laclien Anlandung.suier zur l lauplsache<br />
nur einjährige (Irundblattkräuter nebst verein/.ellen Alisina-<br />
Sprossen auftraten (Ahl). 21). Von den Schill- und Schachtelhalmröhriciiten<br />
standen hier und da nur nocii einige stark gelichtete,<br />
kleine Bestände übrig (Abb. 25).<br />
Was dann noch das Fehlen mehrerer Ilelopiiytenarten in den<br />
oben besprochen SIraiiotesSeen betrifft, so dürften hier die edajjhischen<br />
Faktoren kaum mitgespielt haben können, denn sowohl der<br />
Kleklrolylgehall des Wassers als der des (Irundes ist auf diesen Seen<br />
l)edeuten(l. Dieses tritt auch darin zutage, dass die hier anzutreffenden<br />
eutraphenten Wasserblattkräuter bekanntlich nur in elektrolytreicliem<br />
Wasser und auf nährstoffhaltigeni Cirund gedeihen.<br />
Die Jieobachlungen über das Verhalten der Wasser])flanzenarten<br />
zu den klimatischen F'aktoren lassen sich kurz zu nach.stehenden<br />
Schlussfolgerungen zusammenfassen:<br />
1. Weil die A r t e n z a h 1 d e r W a s s e r f 1 o r a g e g e n<br />
d e n N o r d e n hin d e u t l i c h a b n i m m t, ist daraus<br />
zu folge r Uj dass di e W a s s e r j) f I a n z e n d e n<br />
d i r e k t e u u n d indirekt é n E i n f 1 ii s s e n d e r i n<br />
(1 e r g 1 e i c hen U i c h t u n g v e r 1 a u f e n d e n T e m p e -<br />
r a t u r e r n i e d r i g u n g s o w i e d e r V e r k ii r z u n g d e r<br />
Vegetationsperiode in recht h o h e m (i r a d e<br />
ausgesetzt sind.<br />
2. Weil aber d i e s e. A b n a h m e a n d e m Teil de r<br />
W a s s e r p f 1 a n z e n a r t e n erheblich geringer als<br />
a n d e m T e i I d e r I. a n d f I o r a ist (LINKOLA 1932, }). 94),<br />
muss man s c h 1 i e s s e n, il a s s j e n e w e n i g e r als<br />
(1 i e s e V o n den kli m a t i s c h e n F a k t o r e n a b h ä ng<br />
i g sin d.<br />
Weil' die besagte Abnahme unter den Wasserpflanzen<br />
a n d em Teil der 11 y d r o p h y t e n u n d<br />
Il a m entlieh der in grösserer Tiefe gedeihenden<br />
W a s s e r b 1 a 11 k r ä u t e r u n d d e r S c h w i m m b 1 ä 11r<br />
i g e n am geringsten ist, ergibt sich d a r a u s,<br />
(lass dieselbe n v on den kli m a t i s c h e n F a k t or<br />
e n offen b a r w e n i g e r a b h ä n g i g sind als die<br />
übrigen e b e n s f o r m e n, u. a, die Mcl o p h y t e n.
Ann. Jiol. Soc. Zool.-l^ol. Fenn. Vanamo, 15, n:o 253<br />
i. De r Anteil de r k 1 i ni a i i s c h c n F a k 1. o r e n a n<br />
(1 e r A r t e n z u s a m in ens e t z u n » d e r \V a s s e r f 1 o r a<br />
ist i ni g r ö s s t e n T e i 1 å e s L a n d e s gl e i c li a r t i g.<br />
N u r i n T. a p p 1 a n d k o ni iii t i h n en eine e r h e b I i e h e,<br />
d i e A r L e n z a h 1 d e r \V a s s e r f 1 o r a r e g e 1 n d e li e-<br />
(1 e u t n n g z u.<br />
Diese Schlussrolgeriingen erlordeni jedocli zu iiirer Stütze experimentelle<br />
S])ezialsLu(lien ül)er die Kälteresistenz der Wasserpflanzenarten<br />
sowie auch eine genaue Ermittlung der Länge der Vegetationsperiode<br />
in den verschiedenen Teilen des andes.<br />
Die klimatischen Faktoren spielen also hei der Verl)reitung der<br />
iSeetypen unseres Landes eine ganz bestimmte Holle. Ihr lunl'hiss<br />
beschränkt sich auf (iriind des Oliigcu hauptsächlich auf I^apiiland<br />
und trägt dort zum wesentlichen Teil zur PLutsteluing besonderer<br />
nördlicher Seetypen l)ei. Trotz fehlender Wasser- und Bodenanalysen<br />
möchte ich die ßehau])tung wagen, dass die wichtigsten Unterschiede<br />
zwischen dem Siralioies- und dem Potamogelon-'iyp einerseits<br />
und dem Carex- und Lo/;diVi-Typ andererseits, und zwar in erster<br />
Linie in bezug auf den Artenbestand und die Menge der llelophyten,<br />
hanjitsächlich klimatisch bedingt sind, zumal die auf die Aiisformung<br />
der obigen Typenpaare einsi)ielen(len edajihischen Verhällnisse sehr<br />
gleichartig beschaffen sind.<br />
(). i^:xposnTON UND I^:ROSION.<br />
Die Fxpositionsfaktoren stellen inbetreff der Wasservegetatiou<br />
einen verwickelten Faktorenkomplex dar, dessen Teilfaktoren auch<br />
bei der Ciesamtbehandlung getrennt gehalten werden müssen. An<br />
stark exponierten Ufern wirkt zunächst der Wind, von welchem besonders<br />
die Ilelojihyten direkt mechanisch beeinflusst werden. Der<br />
Wind verursacht wiederum den Wellengang, dessen Wirkung auf<br />
die Wasservegetation entweder ebenfalls eine direkt mechanische oder<br />
auch eine indirekte ist, indem die Ufer durch die Wellenbewegung<br />
angefressen und die Pflanzen infolgedessen dem lioden entrissen werden.<br />
Der Wellengang bewirkt auch eine Abtragung der nährstoffreichen<br />
(lyttjasedimente und macht so den Poden für die meisten<br />
Arten unbesiedelbar. Ferner kann er den Pflanzen indirekt durch die<br />
Ilimindherbewegung der gröberen Bodenbestandteile Schaden zufü-
25 1 L. Maristo, Die floristisclien Seclypeii FiiiiiiaiKis.<br />
gen. Mau kominL so ganz oline (irenze zum Wirkungslclcl der lü'osiou<br />
über. Weiter scliliesst sich an die PLxpositionsfaktoren auch nocli der<br />
iMufhiss der Kiserosion auf die Wasservegetatiou eng an.<br />
Diesen Fragen ist eine eingehende Fieachtung schon in der ältesten<br />
WasservegetatHonslorschung zuteil geworden (WARMING 1CS97; KIRCI[-<br />
]VER Sc SCHRÖTER 1902; WEST 1905 und 1910; u.a.). Von den neuesten<br />
mögen hier nur z.B. T!IL^\3IARK (1931), SAUER (1987) und VAARAMA<br />
(1938) genannt werden. Besonders VAARAMA hat auf diese Frage ein<br />
grosses (lewicht gelegt und sclireiht ihr eine geradezu aussciilagge-<br />
])ende Bedeutung bei der Ausgestaltung der die Wasservegetation<br />
seines üntersuchungsgebietes kennzeichnenden Züge zu. So hat aucli<br />
der Kallavesi als ein ausgeprägter Vertreter gerade jenes Seetyps zu<br />
gelten, in dessen Bereich die Expositions- und Erosionsfaktoren zu<br />
ihrer grössten Auswirkung gelangen.<br />
l'Vrner gesellen sich den Expositions- und lirosionsl'aktoren stets<br />
auch noch die orographischen und edaphischen Faktoren zu. Die<br />
Abschüssigkeit des Ufers ist nämlich von wichtiger Bedeutung im<br />
Hinblick auf die Wirkungskraft der Wellen- und der F^iserosion und<br />
ebenso hängt es von der Beschaffenheit des Ufermaterials ab, inwieweit<br />
die Erosion imstande ist, das Uferprofil verändernd zu beeinflussen.<br />
Weil diese Umstände zugleich von der regionalen Verschiedenheit<br />
der Jiüdenverhältnisse abhängig sind, kommt ihnen ein Anteil<br />
auch an der Verbreitung der verschiedenen Seetypen zu.<br />
Die Bedeutung der l"Lx})Ositionsfaktoren hängt also im Grunde<br />
genonunen von den herrschenden Windverhältnissen ab. In Ländern<br />
mit das ganze Jahr hindurch oder jahreszeitlich konstantgerichteten<br />
Winden, wie z.B. in lüigland, Norddeutschland und Dänemark (Südwest-<br />
und Westwinde), ist die Windrichtung von ganz ausschlaggebender<br />
Bedeutung sowohl für den (juantitativen als den qualitativen<br />
Aufbau der Makrophytenvegetation in den verschiedenen Teilen eines<br />
Sees (KLINGE 1890; WEST 1908; WESENBERG-LUND 1917; SAUKR<br />
1937). Auch die (irös^j^jes^Sees ist in solchen Fällen nicht von grösserem<br />
Belang, denn ist nur das Windufer offen, so macht sich der Einfluss<br />
der Windrichtung auch auf einem kleinen See deutlich bemerkbar.<br />
In Finnland liegt die Sache etwas anders. Erstens kommt hier<br />
vom Standpunkt der jährlichen Wasservegetationsentwicklung nur<br />
die Zeit vom Juni bis zum September in Frage. Ferner ist die Entscheidung<br />
der vorherrschenden Windrichtung wenigstens im Binnen-
Ann. Jiol. Soc. Zool.-l^ol. i''enn. Vanamo, lö, n:o "). 255<br />
lande schwierig, und zwar weil die Liii'tdruck- und Windverliältnisse<br />
des Töandes selir uni)esländig sind. Hei uns koninil es denn sehliesslich<br />
nur auf die (irösse und die l^inlieilliehkeil. der oi'lenen Seel'läelie an,'<br />
deren zunehmender Werl aneii eine erhöhte Kraft der l^xpositionslakloren<br />
bedingt.<br />
Von einer detailherlen lieiiandhuig des Verliältnisses aller einzelnen<br />
Arten zu den ]^x])Osili()nstaktoren muss im vorliegenden Zusammenhang<br />
des ziemMcii reieiiiialligen Beoi)aciitungsstorfes ungeaehtet<br />
abgesehen werden, leh hesehränke mich daher lediglieh auf die versehiedenen<br />
l.ebensformen und die wiehligsten C.haraklerarlen.<br />
Zunächst ist festzustellen, dass die röhrichlbildenden Arien und<br />
überhaui)t alle Ilelophyten stark exi)onierte Ufer meiden. Die Wirkungskraft<br />
der Welleid)ewegung ist nämlich direkt ])r()|)orlional zum<br />
Durchmesser der offenen Seefläche und je mehr diese Werte ansteigen,<br />
desto spärlicher ist - sowohl qualitativ als (juantitativ- die l lelophylenvegelation<br />
des Tlersaumes (vgl. VAARAMA 19;i8, p. li'iii). Bezüglich<br />
des eurylraphenleslen llelophyls, Equiselum limosnm, isl festrj<br />
zustellen, dass, auch wenn seine dichleslen Heslände in geschützten<br />
Ihichten gebildet werden, nuin ihm bisweilen auch au recht stark<br />
exponierten rfern begegnen kann, sofern dorl z.H. aus dem Wasser<br />
hervorragende Steinblöcke auch nur geringen S(diulz gegen die verheerende<br />
Wirkung der Wellen- und l^serosion bieten. Auf kleineren,<br />
aber offenen und flachnferigen eulrophen Seen kann man sogar<br />
dichte Schachtelhalmbeslände anlreffen, was zusammen mil dem<br />
Obigen angibt, dass der direkte Windeinfluss keine Hedeulung für<br />
das (ledeihen der Art besitzt. Die ausgedehntesten und dichtesten Hestände<br />
befinden sich aber zumeist im Schulze der Höhrichle, wo der<br />
Wellengang nicht die ('iclegenheil erhält, die lockeren Heslandleilc des<br />
Seebodens abzutragen, auf welchen sich ja die Art am wohlsten fühlt<br />
(vgl. S. 211). 1 lier treten die edai)hischen und die Konkurrenzfakloren<br />
offenbar wie in so zahlreichen anderen h'ällen auf das innigste an die<br />
ICxpositionsfakloren verknü|)ft auf. Das besti' Heis|)iel davon liefert<br />
uns die auch in der Literatur viel diskutierte l'rage, welcher von<br />
beiden, ob Scirpiis Uwusier oder der Schilf, »windhärter» isl. N'AAKAAIA<br />
(laiS, p. 111-112, 115-1 IS und 227) hat sich weitläufig über die,<br />
bei dieser Diskussion hervorgebrachten Fakta ausgelegt, weshalb<br />
ich mich hier lediglich mit einem zusammenfassenden überblick<br />
über meine eigenen Heobachtnngen begnüge. Scir])us hinisier ist
256 L. Maristo, 13ie floristisclien Seelyiieii Finnlands.<br />
aii den grösseren Seen ausgesproelien eine Art der f^eschützlen llferbucliten,<br />
während der Schilf in licliteni Stand aneh an ziemhcii<br />
offenen Ufern gedeihen i-cann. Die J)ruekwirknng des Windes wird<br />
ai)er von dem stieh'unden Binsenstengel sicher ebenso gut vie vom<br />
beblätterten Schilfsi)ross vertragen, ein Umstand, der dnrch die<br />
vorlierrsciiende Stellung der Binse auf den offenen Scirpus lacmter-<br />
Seen der bebauten Gebiete auch deutlich bezeugt wird. An den Moränenufern<br />
der grossen Seen wird aber die Gyttja von den Wellen aus<br />
Ami. B(jI. Soc. Zool.-Jiol. FtMiii. Vniiiuno, 15, 11:0 5. 'i.")?<br />
Die JM'eiscliwiniiner sind durcliwof' scliutzhediiri'tige ArLcii mid<br />
zuiiieisl nur ganz dicht an dor Wasserlinie im Schulze der llelophytenhestände<br />
zu finden. Die (irui)pe der Wasser-Schwimmbhittkräuler<br />
zeigt hingegen eine recht heterogeneZusamniensetzung, indem auf der<br />
einen Seite z.B. die Callilrichc-Arlcn den windexiionierten Ufern aus<br />
dem Wege gehen, wälirend andererseits Ranuncnliis pcUatm sicii oft<br />
die dem Wellengang extrem ausgesetzten Gerölluntiefen der Selkägewässer<br />
als Standorte ausgewählt hat (vgl. VAAKAMA 1938, p. 155).<br />
Auch die Wasserhlattkräuter verhalten sich zu den Expositionsfaktoren<br />
recht verschieden. Zahlreiche Kutraphenten findet man<br />
nur auf das geschützte Ufer beschränkt vor. Manche sind so zart<br />
gebaut, dass sie dem W^elleugang überhauj)l keinen Widerstand zu<br />
leisten vermögen, hei einigen ist ausserdem das Wurzelwerk äusserst<br />
schwach oder felilt gänzlich (z.H. Elodea, CcralophijUiim dcmcrsum,<br />
die Ulriculari(i-Arlcu). Heden tend wiederstandsfähiger sind scliou<br />
z.H. Polamogeton perjoliatus und J\ praelonyiis, denen man im tiefen<br />
Wasser oft auch an offenen Ufern, offenbar jedoch nur dort<br />
begegnet, wo der Seegrund zuoberst wenigstens von einer dünnen<br />
(jyttjaschicht bedeckt ist. An dieser Stelle möge auch noch Potamof/eton<br />
pcrfolialus f. densifoliiis Meyer (vgl. z.B. BAUMANN 1911, J). 93;<br />
VAAKAMA 1938, p. 160; u.a.) Erwähnung finden, eine mit kräftigen<br />
Wurzeln ausgerüstete Zwergforni, die mit Vorliebe die sandigen<br />
Uferbänke der Phragmites- und der LobcUa-^Qnn besiedelt iind auch<br />
als eine Anjiassung an die Wellenwirkung entstanden sein dürfte.<br />
Mit Hammcidus pelialus (siehe oben) vergleichbar ist MiiriopliyUnm<br />
alternifloriiin, das sich auch an kargen, exjjonierten Ufern wohlzufühlen<br />
scheint.<br />
Am wenigsten von allen werden die (irundblattkräuter von Wind<br />
und Wellengang berührt. Isoelcs lacuslrc und lAlorella uniflora liegen<br />
ganz ausserhalb des Bereiches dieser Kräfte, doch auch die im seichteren<br />
Wasser gedeihenden Arten wurzeln zumeist stark und stellen<br />
den Wellen nur eine unbedeutende Angriffsfläche entgegen. Indirekt<br />
erstreckt sich die Wellenwirkung aber auch auf die (Irundblattkräuter,<br />
denn auf einem reinges])ülten sehr grobkörnigen Grund<br />
vermögen auch sie nicht zu gedeihen, sondern suchen sich lieber in<br />
den Schutz der iielophytenl)estände.<br />
Die grössten Wassermoos- und (!harazeen-»Wicsen» entziehen sich<br />
vollends dem Wirkungskreis der bLrosionsfaktoren. Den Moos-
258 L. Marislo, Die florislischen Seotyi)t'n hMmiUuids.<br />
hestäiuleii dos Solchtwassers, wio z.B. doii dicliloii Mas.soii VÜJI Drepanorladiis<br />
Iluilans, 1). Iriclwplujllus und dor Splim/nurn -ArLon, 1)0^0^4iiel<br />
man ausschliesslich in don noschützton IJforJnicliLon der Seen.<br />
Die 0 i n z e I n e n Le h e n s 1' o r ni e n v e r h a I L e n s i c h<br />
a I s o z u d e r W i r k n n g des W i n d o s ii n d d o r W o I-<br />
1 e n I) e \v o ^ n n » r o c ht vers c ii i o d e n. A ni ni e i s I e n<br />
e ni )) r i n d li c h s i n d all e ni e i n 1) e l r a c h tet die<br />
s (; h w a c h \v n r z e I n d o n A r t e n, \v ie di e iii e i s l o n<br />
\V a s s e r h 1 a l t k r ä ii t e r u n d d i e 1' reis e ii w i ni ni e r,<br />
a ni n n a h h ä n ^ i s I e n, o I) \v o h 1 e b o n Tall s n 1 c h t<br />
g a n z, d ie (i r u n d h I a t t k r ä u t o r. O 1" I' e n h a r ist<br />
a n c II r Ü r viel e \V a s s e r p f 1 a n z e n die i n d i r e k l e<br />
VV i r k II n d e r W olle n ii n d de s \V i n d e s, die s i c h<br />
d a r i n ä u s s e r t, d a s s die f ü r d i e H e \v ii r z e I ii n
Ann. Hot. Soc. Zool.-Hot. l/////j-<br />
Seen ist die direkte Windwirkung unbedeutend, die Wellenerosion<br />
kann sich aber insbesondere doi-t, wo das Moor in lM)rm einer<br />
Torfböscluing an das offene Wasser grenzt, ziendich intensiv bemerkbar<br />
machen, indem die Wellen den 'iorf anfressen und dadurch die<br />
l^ntstehung einer lockeren und sehr beweglichen Dyschicht dicht an<br />
der Wasserlinie bewirken, in welcher die Pflanzen nur mit Mühe<br />
Wurzel fassen können. Ausserdem frieren diese Dyschichten im<br />
Winter an das I^isdach fest und wiMden so von der Stelle gerückt,<br />
obzwar die durch die iMsbewegung verursachte l^rosion jiuf den Eqniscluni<br />
-Seen im ganzen sehr unbedeutend ist. Die ausgedehnten CMICX<br />
roslrala-, Mcniianllics- und die Wassermoosbestände der Uferbuchten<br />
zeugen für die im allgemeinen geringe Wirkungskraft der l^x|)osilionsund<br />
ICrosionsfaktoren auf den H(Hiis('luin -Seen.<br />
Auf den K 7 u i s c t 11 ni - P h r a (j m i I e .s- S e e n begegnet man<br />
im seichten Wasser schon zumeist einer deutlichen erosiven Zone.<br />
Auf jedem See gibt es wenigstens an den Landzungen und auf den<br />
Inseln, wo die Wellenerosion am stärksten zur Auswirkung gelangt,<br />
auch vegetationslose l'fer.<br />
Der P h r a tj m i I c .v-T y p ist in seiner tyi)ischslen binnenfin-i<br />
nischen Ausbildung hauptsächlich den i-'xpositionsfaktoren entspruiH<br />
gen. An offenen Ufern hat der Wellengang aus dem vorherrschenden<br />
Moränengrund alle feineren Bestandteile ausgewaschen, so dass nur<br />
noch das zumeist vegelTitionslose (leröll übriggeblieben ist, und sie<br />
dem Profundal und dem b^litoral zugeführt, wo man dann hier und<br />
da vereinzelten Individuen von lidimncnliis pelialus oder Mi/rio-
260 J.. Marislo, Die florislisclieii SeeLyi)eii l^'iiinlaiuls.<br />
plujllum alli'mijloruin sowie etwas Nilelld jlexilis oder Wasserniooseii<br />
hege/^neii kann. Zum Teil ^elan^en die feineren Bestandteile mit den<br />
Ulerstromiingen in die Buchten und an andere ^fescliütztere Orte<br />
des lifers, wo die in der Ves^etation liervortretende Zonalion grossenteils<br />
j»erade der Wirkung" der hier hehandeilen Faktoren zuzuschreil)en<br />
ist.<br />
Audi auf den L o ö e / t «-S e e n macht sicii die Exjjosition deutlich<br />
bemerkbar. Weil am üler zumeist der Sand oder das Osmaterial<br />
vorherrschen, ist es vielfach zur Hildunf^ einer breiten sandif>en Uferbank<br />
Ami. Bot. Soc. Zool.-Hol. Fcmi. Vanamo, 15, ii:o 261<br />
nuHjdon fililormis - Cluira -Seen begegnet man ehensolciien Ulerbänken<br />
wie auf den Loöc/i«-Seen (/..15. Nr. S2 Saapunkijärvi, Nr. 84<br />
Oivankijärvi). J)ie Vegetationszonalion ähnelt ebenfalls (ierjenigen<br />
der LoheliaSeen, die Arten sind aber zum Teil andere, was von der<br />
verschiedenen Beschaffenheit des Hodens und der abweichenden<br />
chemischen Zusammensetzung des Wassers herrührt. Audi die<br />
äussere Grenze des als Folge der Anfrierung entstandenen erosiven<br />
Gürtels liegt durchschnittlich etwas tiefer als im Lobelia-Ty\).<br />
Auf den grössten E l o d e i d e n-S e e n, wie Nr. 9-'i Vaalajärvi<br />
und Nr. 9G Posiojärvi, gibt es schon stellenweise ex})()nierle Uferstrecken,<br />
die der Vegetation fast gänzlich entbehren. Nr. 101 Ylinen<br />
Sieppijärvi kommt wiederum eher den südlichen Scirpus hicusler-<br />
Seen gleich, indem starke llöhrichle nahezu den ganzen See umsäumen.<br />
Im allgemeinen ist jedoch das Ufer an den Elodeiden-Seen<br />
versciiiedenartig beschaffen, so dass diese Seen im Hinblick auf die<br />
Expositionsfaktoren in grossen Zügen den südlicheren Jujiiiselum -<br />
Phragmiles Seen gleichgestellt werden können.<br />
In sämtlichen e u t r o ]) h e n S e e t y p e n, in deren liereich<br />
auch die durchschnittliche Grösse der Gewässereiniieiten relativ<br />
gering ist, ist die Wirkung der Expositions- und Erosionsfaktoren<br />
schwächer als in den oligotrophen. Trotz der Lage der erslgenannteu<br />
im Flachland, wo die Winde freien Spielraum haben, sind das Fehlen<br />
der eigentlichen Uferbildungen und die abgeflachte Form des Seebeckens<br />
daran angetan, die Ausbreitung der Makrophyten vom<br />
Ufer aus auch gegen die Mitte des Sees zu begünstigen. Ausserdem<br />
erstreckt sich gewöhnlich der Melophytengürtel zusammenhängend,<br />
indem nur die verschiedenen Arten einander der Reihe nach ablösen,<br />
von der Uferlinie bis zum Hand des offenen Wassers heran. Dies<br />
wird dadurch ermöglicht, dass die Eisdecke im Frühjahr zumeist<br />
an der Stelle abschmilzt und die Eiserosion daher nur unbedeutend<br />
zur Auswirkung kommen kann, während im Sommer die gewaltigen<br />
Röhrichte die seichtesten Teile des Litorals vor den Wirkungen der<br />
Wellenerosion schützen. Am meisten weichen von dieser Hegel die<br />
Seen der Kaunas-Variante des Typiui - .l/i.s7/Jrt-Typs ab, und zwar<br />
weil dort die Sandufer in bedeutender Menge vertreten sind.<br />
Der Einfluss der Expositions- und Erosionsfaktoren ist also zum<br />
vorwiegenden Teil ein negativer, zerstörender (vgl. VAAUAMA 1938,<br />
p. 232). Sein Grad ist direkt proportional zu der (irösse der offenen
262 L. Maristo, Die I'loristiscluMi Seetypcii Finnlands.<br />
Soefläche und ))edingt es, wie oben bereits lesLi)estelit wurde, dass<br />
der E i 11 f 1 11 s s d e r E x p o s i l i o n s- ii n d r o s i o n sf<br />
a k t o r e n a u I" d a s A ii f l r e t e n ii n d d i e A r t e nz<br />
11 s a 111 ni e n s e t z u n ^ d e r h ö h e r e n W a s s e r v e ^ et<br />
a t i o n Hand in 11 a n d m i t d e r d ii r c Ii s c h n i L 11 ic<br />
h e n S e e n g r ö s s e des S e e t y [) s w ä c h s t. Am deuLliclisleii<br />
trifl er an den PhiagmifesSacn zutage, wo ihm die wichtigste<br />
Holle unier den das Auftreten der Wasservegetatioii regelnden<br />
Faktoren ziikoiiimt. Weitgehend aiihängig linden wir ihn auch<br />
von dem Neigungswinkel des Ufers und der Beschaffenheit der losen<br />
Bodenarten» welche letztgenannten I'aktoren in enger Ziisaminenwirkung<br />
niileinander auftreten.<br />
7. EINFLUSS DEH KUI/LUH.<br />
Der ICinfluss der Kultur auf die Grossvegetation der Seen macht<br />
sich zumeist nur lokal bemerkbar, in manchen Fällen erstreckt er sich<br />
aber auch auf den gesamten See. Im ersteren l'alle sind die sich<br />
am Ufer ausbreitenden die Beweidung, der l^ootsverkehr,<br />
die Ladung sowie lokale Verunreinigung des Wassers Ursache der<br />
in den natürlichen Pflanzengeseilschaften eintretenden Störungen.<br />
Auf der ganzen Seefläche macht sich wiederum eine solche Massnahme<br />
wie die künstliche Senkung des Wasserspiegels bemerkbar.<br />
Über die Einwirkung sämtlicher dieser Isaktoren, abgesehen jedoch<br />
von der durch die Industrieanlagen verursachten Wasserverunreinigung,<br />
habe ich Beobachtungen wenigstens in einigem Umfang<br />
anstellen können. Indem aber schon jeder von ihnen allein ein eigenes<br />
S))ezialstudium erfordern würde - einige sind auch bereits in der<br />
hiesigen Literatur wenigstens einigermassen erörtert worden - gehe<br />
ich im vorliegenden Zusammenhang nicht näher auf sie ein, sondern<br />
beschränke mich lediglich auf eine allgemeine Betrachtung ihrer<br />
Wirkung.<br />
Den tiefgreifendsten Veränderungen unterläuft die Makrophytenvegetation<br />
eines Sees bei der künstlichen Senkung des Wasserspiegels.<br />
Ähnliche, obwohl nur geringfügige Veränderungen kann auch<br />
ein exzeptionell niedriger Wasserstand hervorrufen. Indem sich aber<br />
seine Wirkungsdauer nur seilen über den ganzen Sommer erstreckt,
Ann. Hot. Sue. Z(K)l.-rk)l. I''emi. Vanamo, 1.'), n:o .'). 263<br />
l)leil)l seine iiaeliLeilijL^e Wirkung im Vergieieh zu der künsLliclien<br />
Seensenkung gering. Solche llegelungen des Wassersjiiegels sind in<br />
b'innland in sehr grossem Umfang hetriei)en werden, so dass, obwohl<br />
ich im allgemeinen solchen künstlich gesenkten Seen aus dem Wege<br />
7Ai gehen versucht habe, ihre Menge sich in meinem Untersuchungsmaterial<br />
immerhin auf 25 Seen oder 19 % vom gesamten Material<br />
i)eläuft. Zum Teil rührt dieses davrtn her, dass bei uns bis in die<br />
heutigen Tage noch keine einheitliche Statistik über die im Lande<br />
vorgenommenen Seensenkungen vorliegt. Ausserdeni zeigt es, dass<br />
es schon die höchste Zeit zur Ausführung einer Seety])enuntersuchung<br />
ist, weil die Zahl der noch im Naturzustand verharrenden<br />
Seen zumal in besiedelten (iegenden in rascher Folge abnimmt. In<br />
den obigen Werten sind nur diejenigen Seen enthalten, von deren<br />
vSenkung weniger als 50 Jahre verlaufen sind. Nach meinen Beobachtungen<br />
lässt nämlich noch die Vegetation eines vor 30 .lahren gesenkten<br />
Sees Anzeichen dieses Vorgangs erkennen (z.H. Nr. .%' Posiojärvi<br />
und Nr. 121 Kuokkajärvi).<br />
Die Seensenkung macht sich in der Wasservegetation auf mannigfache<br />
Art - meist jedoch negativ - bemerkbar. Die meisten auf<br />
das Trockne geratenen Hydrophyten sind früher oder später dem<br />
Tode geweiht. Im seichten Eu- oder Sublitoralgürtel wirken Erosion<br />
und Konkurrenz viel stärker als in grösserer Tiefe, so dass viele<br />
Arten, die durch die Seensenkung dahinselbst versetzt wurden,<br />
zerstört werden. Auch die Wiederbesiedlung der normalen Standorte<br />
erfordert geraume Zeit, und dann kann es noch zu guter letzt eintreffen,<br />
dass der Boden an der neuen Stelle für die betreffende Art<br />
überhaupt nicht mehr bewohnbar ist. Ausserdem ist mit der Seensenkung<br />
gewöhnlich auch eine mehrere Jahre andauernde Trübung<br />
des Wassers verbunden, die davon herrühren dürfte, dass die feinen<br />
Schlammsedimente nunmehr leichter von den Wellen erfasst werden.<br />
Am kennbarsten ist jedoch die Verheerung, die die Anfrierung<br />
und die Erosion in einem gesenkten See anrichten (vgl. S. 251).<br />
LOHAMMAIIS (lU.'kS, p. 225-2:I2) vortreffliche Beisj)iele liefern uns<br />
davon einen deutlichen Begriff. Da ich selbst nicht über jährlich<br />
fortgesetzte Dauerbeobachtungen von ein und derselben Untersuchungsfläche<br />
verfüge, kann ich ähnliche Vergleiche nicht anstellen.<br />
An dem erst kürzlich gesenkten i^yhäjärvi (Nr. 42-, Heg. bez. Oulu)<br />
bot sich mir indessen ein höchst eigenartiges Vegetationsbild dar.
20 L. Marista, Die florislischeii SeetypcMi Finiilaiuls.<br />
Abb. i>5. \r. 42 Pyliäjärvi (Heg. bez. Oulu). Lichter Schill- und Schachtel-<br />
Jialml)eslan(l auf dorn bei der Seensenkung entstandenen Anlandungsboden<br />
der IJut'lil Jnnttilanlaliii.<br />
Besonders in der (iegend der Junttilanlalili-Jiucht am Xordende<br />
des Sees war zu sehen, dass die vor zwei .laliren abgeschlossene Seensenkiing,<br />
deren (resamtl)elrag sich auf 7.') cm heläuft, schlimm über<br />
die Makrophytenvegetalion hergegangen war. Von den vormals verniullicli<br />
zusammenhängenden Schachleihalmbeständen und Schilfr()hrichten<br />
waren jetzt nur noch Reste z.T. auf dem trocknen Lande<br />
(Abb. 25), z.T. im Wasser übrig. Die Aussengrenze der Pliraymifesliestände<br />
befand sich trotz der bedeutenden Sichttiefe (über 'A m)<br />
bei GO - 110 cm. Auf dem flachen Anlandungsufer des Oslufers hatte<br />
dann noch das Vieh das Werk des winterlichen Gefrierens vervollständigt.<br />
Scirpus eiipdluslcr, Alisiud, Spanjanium simplex und die<br />
Juncns-Arlen gediehen dagegen vorzüglich auf dem Anlandungsufer,<br />
begleitet von (irundblattkräutern, besonders Haniincidiis replans<br />
(Al)b. 24), aber auch Siihularia, Scir])iis aciciilaris und Lobelia (vgl.<br />
HRAAKI'I) 1928, p. 18-10). Sogar Isoetes laciislrc wurde auf dem<br />
trocknen I.ande .I-IO cm oberhalb der Wasserlinie angetroffen. Von<br />
den übrigen Hydrophyten waren offenbar die Wasserblattkräuter<br />
am stärksten von der Seensenkung betroffen worden. Eine starke<br />
Dezimierung hatte auch der Schwimmblattkrautbestand erfahren,<br />
aus welchem nur Pohjgomun amphilnum bei der Wasserlinie als amphibische<br />
Form gedieh. Die Einfügung einer solchen Untersuchungs-
Ann. liot. Soc. Zool.-Hol. Feini. Vanamo, 15, n:o 5. 265<br />
fläche in das Seelypensysleni ist schwierig, berücksichtigl man aber<br />
(lie durch die Seensenkuny herheigeliihrle Verheerung und zieht die<br />
l^igenschal'ten des Wassers zur Hilfe, so ist die b^rmilliung des ursprüngliclien<br />
Seely[)s wold möglich. Handelt es sicii um einen zur<br />
Hauptsache steiluferigen See oder einen solchen, in welchem auch nocli<br />
nach der stattgefundenen Senkung tiefere Stellen nachgehliehen sind,<br />
so beschränkt sich die Zerstörung auf ein bescheidneres Mass. fn so!-'<br />
chem Falle ist auch die Wiederherstellung des ursprünglichen Seetyps,<br />
wenngleich nur als das Uesultat einer jahrzentelangen luitwicklung,<br />
möglich. Wird dagegen ein See, der urs[)rünglich auch ein vegetationsloses<br />
Profundalgebiet aufgewiesen hat, in seiner (länze in den ivreis<br />
der Besiedlungsmöglichkeiten gezogen, so kann die l^ntwicklung<br />
unter Umständen zu einer Änderung des Seetyps führen (vgl. S. 176<br />
das über den Nurmijärvi Angeführte).<br />
Von der Seensenkung ziehen stels^die biotisch schwachen Arten<br />
den grössten Nutzen (S. 252), indem sie durch diesen Vorgang neuen,<br />
konkurrenzfreien Wuchsraum gewinnen. Kin Teil der Arten geht<br />
völlig unter, demgegenüber können sich aber im Artenbestand ganz<br />
neue Ankömndinge einfinden (vgl. AARIO 1933, ]). 113-111). Wie<br />
sich die Vegetation dann schliesslich wieder zu regelgebundenen Verbänden<br />
gruppiert, hängt von sämtlichen oben berejts behandelten<br />
Standortsfaktoren sowie von der KampITertigkeit der Arten bei der<br />
liesiedlung neuer Standorte im tieferen Wasser ab.<br />
(lesenkte Seen kommen in meinem Material mit Ausnahme der<br />
Carcx- und der Pniamogeton-Soon in sämtlichen Ty|)en vor. Auch in<br />
kargen Wasserscheidengebieten sind zahlreiche Iu]niselum-S,ccn gesenkt<br />
worden (z.l^. Nr. iö Vuorijärvi und Nr. 11 Korhosjärvi, Abb. IG)<br />
gewöhulich in der Absicht, die wasserge[)iaglen Moorkulturen des<br />
l'fers zu entwässern. Die weichen Dyufcr verwandeln sich dann<br />
bald in Carcx ms7/Y//rt-Verlandungsweissmoore. An ^loränenufern<br />
siedeln sich allmählich solche Arten wie Carcx Coodcnonni, C. slcllnlala,<br />
Juncus filiforiiüs, Dcschampsia (Icxiiosa, Ixunicx accloacUa u.a.<br />
an. Von den Wasserj)flanzen scheint nur Scirpus cupahislcr auch<br />
nachträglich das Ufer oberhall) der Wasserlinie zu besiedeln. Die<br />
durch die Seensenkung in den Seichtwassergürtel geratenen lichten<br />
Helophyten- und Schwimmblattkrautbestände beginnen, falls sie<br />
nicht den W^interschäden unterliegen, eine langsame Wanderung<br />
zurück nach dem tieferen Wasser hin. Hat die Seensenkung etwa
2G(> L. Marislo, Die florislisehcii Set'lypeii I'Mmiliuuls.<br />
einen Meter oder mehr betrafen, d.h. isl sie also sehr (hirchgreii'eiid<br />
cwesen, so kann der EqiiiseliimSvc für lange Zeiten nahezu vegetationslos<br />
hleil)en, indem die neue Wasserlinie i)is an die Aussengrenze<br />
des ehemaligen Vegetationsgürtels gerückt ist.<br />
Vom Eqiiisetiun - Phrayniites-Ty\) liegt mir keine geeignete<br />
Heohachtungsfläche vor, denn die Seensenkungen sind hier schon<br />
vor langen Zeiten erfolgt. Die Verhältnisse liegen indessen an diesen<br />
Seen annähernd gleich wie oben und als allgemeine Heol)achtung<br />
ergibt sich, dass je offener und flacher das Ufer isl,<br />
desto gründlicher ist die durch die Seensenkung<br />
i m M' a k r o p h y t e n b e stan d h e r v o r g e r u f e ne Z e rs<br />
t ö r u n g. Dieses trat deutlich z. B. an dem zum Lobelia-'ly])<br />
gehörenden Kipinolanjärvi (Nr. 73) hervor, wo die Höhrichte auf<br />
kilonieterlangen Strecken des üstufers ganz restlos verschwunden<br />
waren, während das steilere, aber sonst gleichartig i)eschaffcne Südufer<br />
stellenweise von fortlaufenden Schilfröhrichten umsäumt wurde.<br />
Am kennbarsten sind jedoch die Folgen der Seensenkung an den<br />
seichten Scirpus läciister- und Tijpha - Alisma-^Qcn. Andererseits<br />
ist aber auch die Erneuerung der Wasservegetation auf diesen Seen<br />
dank dem nährstoffreichen Boden am effektivsten, so dass die entstandenen<br />
Lücken alsbald wieder ausgefüllt werden. Der gegenseitige<br />
Kampf der Arten um den verfügbaren Wuchsraum dauert aber<br />
noch Jahrzehnte hindurch fort, bevor auch nur ein annähernder<br />
(Gleichgewichtszustand erreicht worden ist.<br />
Von den auf die Wasservegetation einwirkenden Kulturfaktoren<br />
steht an folgender Stelle die Besiedlung. Ini grössten Teil des andes<br />
konzentrieren sich die Anbauflächen auf die die (iewässerzüge umgebenden<br />
Xiederungen, weil sich gerade hier die feineren Lehmbestandteile<br />
am Ende und nach der Eiszeit in den Seebecken absetzten,<br />
um später durch die Landhebung an den Tag gefördert zu werden.<br />
Wie nahe an den See die Ackerflächen herankommen, hängt zum<br />
Teil von der Steilheit des Ufers, zum Teil aber auch von der Exposition<br />
desselben sowie von der Ausdehnung tier Strandbarrikade<br />
ab. An den grössten Seen konzentrieren sich die Anbauflächen vorwiegend<br />
auf die Umgebungen der geschützten lUichten, während<br />
man ihnen an der offenen Seefläche weniger begegnet. Zumeist ist<br />
zwischen der Wasserlinie und den Äckern ein 5-2;") m breiter Streifen<br />
eingeschaltet, welcher am steinigen Ufer von Laubwald oder
x\iin. Bot. Soc. Zool.-I^ot. Feiin. Vananio, 15, n:o 5. 2()7<br />
(lel)iisch, auf wcicliereiii lioclen wiederum von einer beweidelen Uferwiese<br />
eingenommen ist. Die an das Ufer grenzenden Äcker üben<br />
eine deutlich eutropliierende Wirkung aus, die sicli sowohl qualitativ<br />
als quantitativ bemerkbar macht. Der wichtigste Anteil kommt<br />
hierbei wohl dem im b'rühjahr dem See zuströmenden Schmelzwasser<br />
zu, das dem See von den gedüngten Äckern verschiedene Mineralsalze<br />
zuführt. Die deutliciiste lokale Eutrophiewirkung stellt man an<br />
den Mündungen der von den Ackern her kommenden (ir
268 L. Maristo, Die I'lorislischeii St'ely])eii l-'innlaiuls.<br />
Prozent i IKU X<br />
K(jiiisefuni-T\\) 17<br />
lujuiscliim - Plir(i(jinil
AMU. Hol. Soc. ZOOL.-Bol. FCMI. N'oiiamo, lö. 11:0 ä, 269<br />
/iiriickslchl. Als der unsicherslc von Jillen isl \vi'c'ii der f^erin^Jen<br />
Zalil der Untersiichini^sl'lürhon der Inde.wverl der Poldinoficfon-<br />
Seeii /.11 l)elracliteii.<br />
Der ICinl'Iiiss der Beweidiin«^ :uil' die \'egelntion l>e.s()iiflers des<br />
ICidilorals und des oberen Snl)litor:ds isl mil'mehreren UnlersucJumgsriäehen<br />
reelit kennl)nr. Indem nher der (Irnd der Beweiduni* !uif den<br />
versehiedenen l'fernnleiien von .laiir zu .)nhr helräehtlieli scinvankl,<br />
lassen sieh ])ianmässi, (lurchi>erührle Beol)aehtiinj*en über ihre<br />
Wirkungen im Twdimen einer knr/lrisliocn l'nlersnchnni,' nidhl<br />
hewerkslellii^en. Und weil meine hjnzelheobaehtiniyen /.. B. über<br />
das Verhallen der einzelnen Arien /.u diesem l'aklor mit Irühereii<br />
l'nlersuchnni^en (ILULKKONP^N ll)2!>; .MAKISTO ID.'i,"); VAAKAMA lO.'iS)<br />
nl)ereiiislimmen, erübrigt sieh m.M in diesem Znsanimenhanf^ die<br />
nähere lk'handlunf>' des (le, obwohl natürlich<br />
aus verschiedenen (iründen, an den Loh c lid'<br />
S e e n s o w i e i m B e r e i c h d e r r e i n n ö r d I i e h e n S e el<br />
y p e n e 11 e n d. Die I loidewaldui'er der erstf^enannlen haben<br />
dem \'ieh keine Xalirnng darzubielen, im Xr)rden isl wiederum der<br />
Viehbestand allzu i>erinf4'. Bei allen übrij^en Seelypen isl aber ein<br />
i
270 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />
Wasservegetation sich ausschliesslich negativ zu äussern scheint<br />
(vgl. MARISTO 1935, p. 31). Die Grossröhrichte verschwinden völlig<br />
und nur Scirpiis eiipaliister vermag noch im seichten Wasser standzuhalten.<br />
Von den Schwimmblattkräutern verharren Sparganiiim<br />
Friesii, Glijceria fluitans und Niiphar luteum verhältnismässig zähe<br />
an ihren alten Standorten, aber die Wasser- und die Grundblattkräuter<br />
sind alsbald zum Weichen gezwungen, weil der Seeboden<br />
dicht mit Schälrinde und llolzspänen bedeckt ist. Im Elitoral behauptet<br />
sich von den Grundblattkräutern nur noch Raimncuhis<br />
reptans, von Luftblattkräutern sind charakteristisch Lijsimacliia<br />
ihyrsiflora und Alisma plantago, von den Uferpflanzen z. B. Juncus<br />
filifornüs, Calilui palustris und Mijosotis scorpioides. Den meisten<br />
solchen Ladungsplätzen begegnet man in den gescliülzlen Uferbuciiten<br />
der PhrafjnülesStien.<br />
Die obige Darstellung bezieht sich auf die behandelten Faktoren<br />
in ihrer Wichtigkeitsreiiienfolge unter Berücksichtigung der gesamten<br />
Seetypen. In den einzelnen Typen kann nämlich, ganz wie es<br />
natürlich auch bezüglich der verschiedenen Standortsfaktoren der<br />
Fall war, einmal der eine, ein andermal wieder der andere Kulturfaktor<br />
überwiegen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die<br />
Vegetation der Equisetuni-, Lobelia-, Carex-, Potamogeton filiformis -<br />
Chara- und der Stratioles-i^ccn am wenigsten von der Kultur beeinflusst<br />
ist. Und je weniger die Wasservegetation eines Sees von der<br />
Kultur beeinflusst ist, desto »regelmässiger» ist sie aufgebaut. J e<br />
zahlreichere und m a n n i g f a c Ii e r e K u 11 u r e i nflüsse<br />
an den Ufern eines Sees festzustellen<br />
sind, desto veränderlicher ist die Wasservegetation<br />
trotz der Gleichartigkeit der natürlichen<br />
S t a n d 0 r t s f a k t o r e n. Diesem Umstand<br />
ist zum grossen Teil die w e c h s e 1 v o 11 e Artenzusammensetzung<br />
der höheren W a s s e r v e g et<br />
a t i o n im Bereich der e u t r o p h e n Typengruppe<br />
zuzuschreiben.<br />
8. KONKURRENZ.<br />
Einerlei ob es sich um die Vegetation des trocknen Landes oder<br />
die des Wassers handelt, können sichere Daten über die Einwirkung
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 271<br />
der Konkurrenzfakloren erst auf Grund melirjährigcr lieobachlungsreihcn<br />
vorgelegt werden (siehe z. B. AARIO 1933; I^OHJALA 1933).<br />
Weil ich im vorliegenden Zusammenhang dazu keine Möglichkeiten<br />
hatte, begnüge ich mich hier lediglich mit der Krörterung einiger<br />
Beobachtungen allgemeinen Charakters, wiederum vom Standpunkt<br />
der Seetypenfrage. Die Gruppierung der höiieren Wasservegetation<br />
zu Pflanzengesellschaften unter dem Einfluss der Konkurrenzfaktoren<br />
ist vom Standj)unkt der theoretischen Pflanzensoziologie von VAA-<br />
KAMA (1938, ]). 213-215) behandelt worden, weshalb auch auf diese<br />
l'rage hier nicht jiäher eingegangen zu werden braucht.<br />
Es ist leicht festzustellen, dass der Einfluss der Konkurrenzfaktoren<br />
im Bereich der Wasservegetation in grossen Zügen l)elraclitet<br />
nicht derart kennbar wie auf dem trocknen Lande ist (vgl. CARLSON<br />
1902, p. 31). IJie ganz eigenartigen Milieuverhältnisse des Wassers<br />
haben eine Einschränkung der Artenzahl bewirkt, und auch das<br />
verschiedene Verhalten der einzelnen Arten zu den verschiedenen<br />
Standortsfaktoren ist daran angetan gewesen, den Lebensraum<br />
(lersell)en noch darüber hinaus zu beschränken, (ianz offenbar ist<br />
jedoch, dass, je n ä h rs t o f fr e i c 11 e r das Wasser oder
272 Marislo, Die florislisclieii Seotypeu I'Mnnlands.<br />
Abh.j 2(). iJas seiolilo Norddfer des Ilielajärvi] (Nr. Jj. \'oni zum Toil vofii<br />
Vieh al)gegrastei', lichter Scliachteihalmhestand, uiilonuisciit mit Corcx<br />
Irostrota nud Nuphnr luteum, dahinter Phragrnite.t in lichtotu Stand.<br />
den Arleii ^ifewölinlicli nicht leicht walirnehnihar (Ahl). 2()). Die wenigen<br />
Arten, denen die zu (lehole stehende Nahrung genügt, bilden<br />
meist so lichte liestände, dass die Knlslehung von Mischheständcn<br />
zweier I.ehensfornien - hauptsächlich der laifthhittkräuter und der<br />
Schwimmblättrigeii - stets möglich ist. Die absolute l^riorität einer<br />
einzehieu Art (VAARAMA H)38, p. kann nur dann festgestellt<br />
werden, wenn sich Spluiyiuiiu z. 15. in irgend einer vermoorlen<br />
Bucht als dicker 'IVfjpich unter N'erdrängung z. 15. des Seggengürtels<br />
oder der Hestände von Liisinntchid Ihijrsiflora in das Wasser ausi)reitet.<br />
(ieht man zu den nährstofl'reicheren E
Anil. 15()l. Sot'. Zool.-Hot. l-'onii. Vaiuinio, lä, 11:0 "). 273<br />
.stark kiillurhoe'mriii.ssLeii (iehielon ahsu-ht, iiniiUMliiii noch so<br />
.schwach, da.ss die maniiigl'aclisten, von don W'rlrcltMii vcr.schiedcii-<br />
.ster J.ehensl'ornie.n i^obihlcLoii Mi.schheständo inöotro])hen und der eutrophen Typengruppe (S. 115). Die {4e{»enseitie<br />
Konkurrenz der Arten ist in den eutroi)hen Seetypen olTenbar<br />
grösser. Kine kritische Hetrachtunj^ gibt zur Hand, dass als e ut<br />
r o j) h ein sol c h e r S e e bet r achtet w e r d e n k a n n,<br />
d e s s e n P l" 1 a n z e n b e s t ä n de zu m g r T) s s t e n T e i 1<br />
nur von einer V e g e t a I i o n s s c h i c h t gebildet, d.h.<br />
a us Sy n u s i e n z u s a m m e n g e s e t z t is t u n d, v o r a 1-<br />
1 e m, (I e s s e n 1' ö h r i c h t e z u m ii b e r w i e g e n d en Teil<br />
r e i n e A r t b e s t ä n d e (VAAUAMA 1938, p. 78) d JI r s t e 1 1 e n.<br />
J)iese Bedingung betrifft indessen nicht die l'^reischwimmer und<br />
Lcniiid Irisiilcd, denn mir sind nicht so dichte i Ielo])hylenbeständc<br />
l)egegnel, dass nicht auch diese Arten dort noch Platz gefunden<br />
hätten. Das oben dargestellte Prinzip ist auch in meinem vSeetypensystem<br />
verwirklicht worden, denn schon im Sdrpus /f/cH.s/a-Typ,<br />
dem am schwächsten eutrophen in der eutrojjhen 'i ypengruppe, erfüllen<br />
die meisten Seen die genannte Bedingung. Dort stellen die<br />
meisten Höhrichte und Schachtelhahubeslände arienreine einschichtige<br />
Bestände dar und die sich darausserhalb ausbreilenden Schwimmblaltkrautbestände<br />
vermögen nicht mehr die Verbände der Wasserund<br />
der (Irundblattkräuter zu beschatten. Das gleiche trifft auch für<br />
die Tijphd - Alisina- und die Polainoyclon-Swn, auf den letztge-
274 L. Marista, Die lloristischen Seetypeii Finnlands.<br />
nannten jedoch nnr an dem Teil der llöliriehle, der Sehaciitelhalnihestände<br />
sowie der snbmersen Chara- und Cmi/op/i/////?m-Bestände<br />
des offenen Wassers zu. Auf solclien Seen ist die Soziationsgruppierung<br />
der Wasservegetation niclit so scluvieri»" wie auf den oligo-<br />
Irophen Seen (vgl. VAARAMA 1938, p. 44), wo es sich zum grössten<br />
Teil um mannigfach kombinierte Misch])estän(le handelt. Auf den<br />
eutrophen Seen sind die zwischen den Artheständen eingeschalteten<br />
Übergangszonen oft sehr schmal, so dass z. B. ein Schachtelhalmbestand<br />
mitunter ganz schroff an ein ebenso reines Schilfröhriclit<br />
grenzen kann. Die lirenze ist offenbar um so schärfer, je stärker die<br />
Konkurrenz ist. Das Gleichgewicht wird aber dennoch nicht erlangt.<br />
Die Beweidung, die Mahd u.dgl. tragen zur Zerstörung der eulitoralen<br />
Pflanzenbestände bei, an deren Stelle sich dann biotisch schwächere<br />
Arten ausbreiten. Nach Wietlerherstellung der normalen Verhältnisse<br />
beginnen die verdrängten Arten, die Seggen, die Schachtelhalmbestände<br />
u.a., ihre allen Standorte allmählich wieder zu besiedeln.<br />
- Auf den Scirpiis laciistcr- (z. B. Nr. III Tjusträsk) und den<br />
Potamogi'lon-SQen (Nr. ii^^? Mustfinnträsk) wurde meine Aufmerksamkeit<br />
auf die hier und da mitten in das Röhricht eingesprengten, von<br />
Schwimmblattkräutern eingenommenen Lücken gerichtet (Abb. 23).<br />
Die Unel)enheiten des Seegrundes und grosse Bhizomtorfklumpen<br />
gaben aber an, dass hier offeni)ar das Anfrieren am Werk gewesen war.<br />
l
Ann. Bot. Soc. Zool.-Hol. l
276 L. Marislo, Die florislisclioii St'ely))en I-'iiinlands.<br />
haupl auslälll. Solche siiul vor allem die verschiedciiaiiiyeii Kullureinflüsse<br />
und zum Teil die Konkurrenzfaktoren. In der ersten (iruppe<br />
bilden die ICxpositions- und lu-osionsfaktoren ^ewisserrnassen ein vTrl)in(len(les<br />
(ilied zwiseiien diesen zwei (Iruppen, zumal ihr Minfluss in<br />
manchen SeeLy[)en nahezu nnhefindlich isl. Indem alle diese Faktoren<br />
auf den verschiedenen Seen in den mannigfachsten Komhinationen<br />
auftreten können, l)ei>reift man das f4e\vallif>e, lückenlose<br />
System, das von der nnzähli^en Menge der Seej^ewässer f'ebildet<br />
wird, und he^^reift auch, dass das Ziehen von (Irenzen zwischen den<br />
einzelnen Seetypen in diesem System stets eini^ermassen subjektiv<br />
bleibt. Der Umstand, dass die eutrojjhen Seetypen in dieser Heziehun«^<br />
die grössten Schwierigkeiten darbieten, rührt davon her, dass,<br />
]• e g r ö s s e r di e Z a h I d e r d i e \V a s s e r v e g e t a t i o n<br />
eines S e e s b e e i n f 1 u s s e n d e n a k l o r en is l, d e s t o<br />
z a 11 I r e i c ii e r e e r ä n d e r u n g e n u n l e r I ä u f t sei n<br />
A r t e n 1) e s t a n d n n d d e sto labil e r i s t die Z u s a mm<br />
e n setz u n g seine r W a s s e r p f Ui n z e n g e s e I I s c h a fte<br />
n. Die Kutrophie der Seen ist ja in I-'innland oft wenigstens zum<br />
Teil kulturbedingt, weshalb bei steigendem Eutrophiegrad neben den<br />
permanent wirkenden b'aktoren auch die .Menge der Kullurfaktoren<br />
zunimmt.
YI. DAS VIvHIlAi;rXIS ])K\\ AUF DIl^: (ilU)SSvi^(rf;ra^i<br />
ion h i ^ g s e e t y p e n<br />
zu dilN limnologischen si^im^peneinteilungen.<br />
Die llu'oroiisc'he 1/minolo^ic ist als WissrnschalL noch jim^^. Ihre<br />
regionale J'Ya
278 L. Maristo, Die t'lorislischen Seetypen Finnlands.<br />
nologisclie Mischlypen unterschieden worden, unter denen die niixotroj)hen<br />
Seen von nnserem Standpunkt die wichtigsten sind (.JÄRNE-<br />
FELT 19301), p. 107).<br />
Bei der Ausgestaltung jenes auf den bisherigen Errungenschaften<br />
der Lininologie banenden (lerüstes, ist der höheren Wasservegetalion,<br />
die ja doch in den meisten Italien den grössten Teil von der<br />
»Biomasse» eines (iewässers oder Sees ausmacht, nicht eine gleichl)erechtigte<br />
Stellung als Einteilungsgrund neben der übrigen Organismenwelt<br />
des Wassers zuerkannt worden. In den bestehenden (lewässer-<br />
und Seetypeneinteilungen findet man allerdings Hinweise auch<br />
auf die höhere Wasservegetation, in aller Hauptsache sind aber diese<br />
Systeme oiine Zuhilfenahme der Makrophytenforschung entstanden.<br />
Diese hat auch erst später ihre eigenen Seetyjieneinteilungen<br />
entstehen lassen (S. 4), deren l'Mnfügung in die limnologischen<br />
Systeme aber nie recht gelingen wollte. Dieses ist indessen m.A.n.<br />
nicht als ein Nachteil zu betrachten, denn das wichtigste ist, dass<br />
sich die auf die höhere Wasservegatation begründeten Einteilungen<br />
den limnologischen Systemen leicht gleichstellen lassen. Dieses wiederum<br />
wird erst dann möglich, wenn die Makrophytenforschung das<br />
Studium einiger solchen Faktoren in ihr Arbeitsprogramm aufnimmt,<br />
die für die ganze J.ebewelt des Wassers von wichtiger Bedeutung<br />
sind, l'jnen solchen, den Vergleich erleichternden Anknüi)fungspunkt<br />
bildet die Berücksichtigung der h^igenschaften des Wassers,<br />
wie der F'arbe, der Durchsichtigkeit und der chemischen Zusammensetzung,<br />
weil gerade diese Faktoren den limnologischen hLinteilungen<br />
als Grundlage gedient haben. Gerade diese Umstände sind aber bisher<br />
bei der Makrophytenforschung entweder zum Teil oder ganz vernachlässigt<br />
worden und eben darum ist der Vergleich schwierig gewesen.<br />
Bei der Grobeinteilung der Seetypen habe ich mich tier alten<br />
Zweiteilung in oligotrophe und eutrophe Gewässer (NAUMANN 1919)<br />
bedient. Als wichtigstes Merkmal der l^utrophie führt NAUMANN<br />
(1932, p. 20) den N und P!> Mesotypus und die dadurch bedingte<br />
Vegetationsiarbung des Wassers an. Auf den Tfiplid - Alisnia- und<br />
den Pulamoyetüii-^cQn ist diese deutlich, desgleichen auf den Slra-<br />
/to/t'Ä-Seen, der offenbare (la-Folytypus der letzteren lässt sie aber<br />
den ortho-eutroph-gypsotrophen Gewässern (NAUMANN OJ). C., p. 27)<br />
zufallen. Am schwierigsten gestaltet sich die Frage nach der luitrophie
Ann. Hol. Soc. Zool.-Hol. b'enii. Vanamo, IT), n:o 5. 27!)<br />
des Scii'pus /«cn-s'/cr-Typs. Ich habe ihn sowohl aiiT (iriuul der Massencntwicklung<br />
als auch des einschiclitigen Aiil'l)aus (S. 273) seiner<br />
Makrophytenvegetation als sci\wach enlrojihen Typ der eulrophen<br />
lypengruppe angeschlossen. Die Scirpiis /aca.s/cr-Secn stellen in<br />
lininologischeni Sinne durchgehends solche inixolrophe (iewässer dar<br />
(JÄIINEFEIYR 19301), p. 107), wie sie als Zwischeni'orin der eulrophen<br />
und oligotroi)hen Typengruppe namentlich für Finnland kennzeichnend<br />
sind. Sie sind orlho- und zum Teil paramixolroph (JÄR.\P:FELT<br />
I.E.). Von ersteren seien erwähnt u.a. Nr. HO Niemisjärvi (.IÄUNK-<br />
TELT 19361), ]). 20) und Nr. 113 Uidasjärvi, welcher letztere sich inmitten<br />
von Ackerfläciien auf einer Lehmehene befindet, dessen Ufer<br />
aber zum Teil von Zwergslrauclimooren eingenomnu-n sind, die dem<br />
Wasser neben der Eutrojjhie einen bjnschlag von para-oligotrophcm<br />
(sensu NAUMANN) Munuis-Polytypus verleihen, Para-mixotropii ist<br />
wiederum z. B. Nr. 109 Kiurujärvi (vgl. .TÄRNEVELT OJ). C., \). IM),<br />
der zur Zeit durch den lunfluss der Kultur in deutlicher liutrophierung<br />
begriffen ist und sich von einen para-oligotrophen See in einen paramixotrophen<br />
verwandelt. In sämtlichen Scirpus lacusier-^cen gilt<br />
die Vegetationsfärbung als liäufige, obwoid nicht immer ein reichliches<br />
Mass erreichende Erscheinung. Im Hinblick auf die (irossvegetation<br />
betrachte ich indessen den Tyj) als ausgesjjrochen eutroph.<br />
Über die faktische Zugeliörigkeit der von mir unterschiedenen<br />
oligotrojihen Seetyj)en zu der oligotrophen Typengruppe der NAII-<br />
MANNschen Zweiteilung besteht kein Zweifel. Am meisten nähern<br />
sich der (irenze der I^utrophie die Klodeiden-Seen, wie z. H. Nr. 101<br />
Perunkajärvi und Nr. 102 Vähä-Lohijärvi, sowie andererseits gewisse<br />
Phrmimiles-^een, auf denen l)egrenzte (iebiete geradezu eutroph<br />
sein können (Nr. 00 Pyhäjärvi, Heg.bez. Viipuri). In den Phragmites-<br />
Seen finden wir die Einflüsse aller Seetypen vereinigt, die es stromaufwärts<br />
im Niederschlagsgebiet des ])etreiTenden Seensystems gibt<br />
(S. 140), weil aber der grösste Teil derselben oligotroph ist, ist<br />
demgemäss auch das ^Endergebnis das gleiche.<br />
Der Kalkgehalt der Potaniofjclon jUiformis - Cliara-^ccn ist nach<br />
einigen Kalkindikatoren in ihrer Flora (S. 21()) sowie nach den vorkommenden<br />
Kalkinkrustationen zu schliessen so kennbar, dass diese<br />
Seen am nächsten den ortho-oligotroph-gypso-])olytrophen Gewässern<br />
zuzuzählen sind. Die EqniseiumSiUiw sind wiederum ausgesprochen<br />
para-oligotroph.
280 L. Maristo, Die floristisciieii SccLypcii Miiiilaiuls.<br />
\'iel schwieriger gestallet sich der N'ergleich mit der von THrp^XE-<br />
MAXX (1925) auf zoologischer (irundlage durchgeführten Dreiteilung<br />
der Seegewässer. THIENEMANX (O]). C., p. 199-200) unterscheidet<br />
zunächst zwei Seetypengrui)pen; 1. die Klarwasserseen und 11. die<br />
Hraunwasserseen. Hier ist also als vornehmlichster l^nteilungsgrund<br />
nur ein j)roduktionsl)estimmender I'^aktor, näniHcii der Humusgehalt<br />
des Wassers herangezogen worden. J^'ür die iniiiere Wasservegetation<br />
kommt die direkte Wirkung dieses h'aktors nur wenig in Frage<br />
(S. 212), weshall) er sich hei mir nicht als wichtigster iMiiteilungsgrund<br />
eignet. Den Hraunwasserseen würden in meiner Typeneinteilung<br />
der E(juiselum-, der E
Ann. Fiol. Soc. Xool.-Bol. I"\'nn. ^'^lnanl(), 1'), n:o 5. 281<br />
iTi4i()iial voiioli»! werden. Die allehiii^e lieriicksichlitJung dieser Fakloren<br />
reioiit indessen nach NAUMANN (1932, ]). ILL) nocli nicht zur<br />
Aufstellung' einer vollständij^eu Seelyi)eneinteilunfj; aus. Er hat jedoch<br />
diese Haushaltsarten teilweise als theoretische ])roduktionsbiolo.^ische<br />
Seelypen behandelt und sof>ar (oj). c., ]). 112-121) verschiedene<br />
Konihinalionsmöiflichkeiten derselben vor^eliihrt.<br />
Untersucht man, wie sich die von mir unterschiedenen Seetypen<br />
zu jeiuMi Seety|)en NAUMANNS verhalten und zugleich, welche 1 laushallsarten<br />
in ihnen bestimmend sind, so ergibt sich lolf^endes.<br />
Im E (j u i s c I u in-'l' y j) ^ilt als vorherrschender Zu^' eine reine<br />
Dystrophie, die ausser der starken Humuslarbuni> durch eine X-,<br />
P- und ('a-Oli^olrophie iJekennzeichnet ist. Die Makrophytenveyetalion<br />
ist spärlich, desgleichen das Phytoplanklon. Der wichli^sle<br />
Kombijiationslyp, dem ich auf diesen Seen be^ef^nele, ist - vorwiegend<br />
nach dem X'orkommen von See-l'Lrz zu schliessen - die Dys-<br />
Siderotrojjhie. Sie wird anscheinend um so häufi
282 L. Maristo, Die floristischen Seetypen Finiilaiuls.<br />
i\()nil)inalionsly[)en aufgel)aut. In ilun sind in der mannigfachsten<br />
Weise stets mindestens zwei von den naclistehend erwähnten Ilaiishaltsarten,<br />
nämlich der harmonischen Oligotrophie, der Kutrophie,<br />
der Dystrophie, der wSiderotrophie sowie der Argillotropliie vereint.<br />
Von diesen sind die Arj^illotrojjliie und die Eutrophie die<br />
seltensten und nur lokal anzutreffen. Die harmonische Oligotrophie<br />
und die Dystro{)hie verhalten sich zu einander umgekehrt proportional.<br />
])ie typischsten L o b c. l i a-S a c n sind rein harmonisch oligotrophe<br />
Seen. Dieses rührt zur Ilaujjtsache von der N-, und<br />
Ca-Arnuit, aber zum Teil auch von der ]VIorj)hologie des Secl)eckens<br />
her (vgl. NAUMANN 1932, p. 117). Solche Seen, die DOXNAT (1926,<br />
}). 503) »geomorphologisch oligotroph» nennt und deren Makroflora<br />
sich von den eutrophen Seen nur quantitativ unterscheidet, sind<br />
in meinem Lnbelia-Typ nicht enthalten. Wichtigste kombinierte<br />
] Jauslialtsart ist eine schwache Siderotrophie, worauf schon dasreichliclie<br />
Vorkommen von Isoeies laeiistre und Lobelia schliessen lässt<br />
(vgl. THIINMARK 1937, j). 136-138). Der von NAUIMANX (I.e.) erwähnte,<br />
auf den losen Bodenablagerungen des Ufers beruhende<br />
Unterschied auf den harmonisch oliogotrophen Seen tritt auch in der<br />
Makrophytcnvegetation der Lobelia-^cen deutlich zum Vorschein<br />
(vgl. z. B. Nr. 73 Kipinolanjärvi und Nr. 7S Ku()pi)alampi).<br />
Eine Charakterisierung des P o t a in o g e t o n j iii f o r mi s -<br />
Char a -T y {) s auf Grund der NAUMANNschen llaushaltsarten<br />
ist nicht möglich. Es sind sowohl in bezug auf die höhere Wasservegetation<br />
als wahrscheinlich auch das Phytoplankton oligotrophe<br />
wSeen. Neben der harmonischen Oligotrophie wirkt offenbar zugleich<br />
auch ein beträchtlicher Kalkgehalt des Wassers. Diese Seen Hessen<br />
sich auch wohl eher durch NAUMANNS (1921, p. 13) alte Benennung<br />
»gypsotrophe Fazies des oligotroi)hen Seetypus» charakterisieren.<br />
In nuinchen Fällen weist das Wasser der Polamogctoii jiliforrnis -<br />
Cliara-^cen auch eine schwache Mumusfärbung auf, obzwar von<br />
einer dystrophen Kombination kaum die Rede sein kann. Über eventuelle<br />
Siderotrophie gibt es nicht einmal indirekte Beobachtungen.<br />
Auch die Crtre:c-Scen Nordlapplands sind in erster Linie<br />
harmonisch oligotroph. Bezüglich einer eventuellen Siderotrophie<br />
kann in Ermanglung von Wasseranalysen nichts geschlossen werden.<br />
Dagegen konstatiert man stellenweise eine ganz schwache, in Anbe-
Ann. J^ot. Soc, Zool.-Hcd. Frnn. Vanamo, 1"), nro ä. 283<br />
Iraclit der ausgedeliiiLen Uleniioore iiiiiiimale Dystropliie. Audi eine<br />
sfliwaclie Gypsotrojiliie dürfte als jielegcntliclic Koml)inati()nsarl<br />
in Fraf»e kommen können.<br />
Die E 1 o d e i d e n - S e e n sind deutllcli dystroph nnd der<br />
liumnsstandard schwankt zwisclien dem Polytyjius und dem Mesotypus<br />
so, dass die Mindestheträge im inneren sowie im nordöstlichen<br />
1.applaud erreicht werden. Den grössteu Ilumusgelialt weisen die<br />
Scirpiis /rtcus/er-reichen südwestlaj)pländischen Seen Nr. 101 Ylinen<br />
vSieppijärvi, Nr. 102 Vähä f.ohijärvi, Nr. 103 Majamalompolo und<br />
Nr. 104 Perunkajärvi auf, die sich zugleich den schwach eutrophen<br />
Scirpiis lacAisler-Seen nähern. Auf einigen bezüglich ihrer Makrophytenvegetation<br />
unzweideutig oligotrophen Seen, wie z.B. Nr. 93<br />
Saiveljärvi und Nr. 90 Äkäsjärvi, wurde als eutrophierender Zug<br />
eine l)enierkenswerte Plauktontrübuug nebst Wasserblüte beobaclitet.<br />
Auf manchen Seen, z.B. Nr. 100 Särkijärvi und dem ^'ähä Lohi-<br />
Järvi, ruft der aus basischen Gesteinen gebildete I'elsgrund eine<br />
relativ hohe pH-Lage hervor, die der seltenen dys- -f alkalitrophen<br />
Kombination (NAUMAXN 1932, p. 120) nahe kommt.<br />
Der Scirpiis l n c ii s 1 e r-T y stellt, wie oben (S. 270)<br />
bereits hervorging, eine Kombination der P2u- und Dystrophie odei'<br />
einen mixotrophen Seetyp (JÄRNEFELT 1930 b, p. 107) dar, der bis<br />
auf weiteres wohl nur aus Fennoskandien beschrieben sein dürfte. Als<br />
weitere Kombinationsmöglichkeit dürfte noch die Siderotro])hie in<br />
Betracht kommen können. Auf den aller üppigsten Seen, wie z.B.<br />
Nr. 114 Köyliönjärvi, bemerkt man wiederum argillotrophe Züge.<br />
Die T ij p h (i - A l i s m a - S c c n stellen in ihrer typischsten<br />
Ausbildung Kombinationen der Argillo- und Kutrophie dar. Auf solchen<br />
Seen, die sich dem Scirpiis laciister-Ty]^ nähern, WMC Z.B. Nr. 123<br />
Särkijärvi (vgl. JÄRNEFELT 1936 b, p. 117), stellt man ausserdem eine<br />
.schwache Dystrojjhie fest, die mit einer entsprechenden Abnahme<br />
der Argillotrophie verbunden ist. Der im Sääskjärvi (Nr. 120) angetroffene<br />
See-Erz (Pyrit) deutet auch auf eine offenbare siderotrophe<br />
Kombinationsmöglichkeit hin. Die Kannas-Variante des Ilaupttyps<br />
lässt sich am besten durch die Kombination En- + Argillo- -f<br />
Dystrophie charakterisieren. Die Dystrophie ist allerdings oft nur<br />
schwach und die Argillotroi)hie dementsi)rcchen(l deutlicher hervortretend.<br />
Plankton scheint es nahezu reichlicher als im Ilaupttyp zu<br />
19
281 L. Marisio, Die florisliscluMi Seclypcii I'innlands.<br />
Gewässertypen<br />
nach NAU-<br />
MANN 1921<br />
Equisetum-Typ<br />
Oligotroph<br />
Para-oligotroph<br />
Gewässertypen Braunwasser-<br />
tiach THIEXK- seen<br />
MANN 1925 1 Dystroph<br />
tiewässer- iind Dystropli<br />
Seetypen nach<br />
1<br />
NAUMANN 1932 1<br />
Weitere Ivonibinationsinö^'lichkeiten<br />
Tabelle 10. Das Verhältnis der botanischerj<br />
Equisetum - Phraffmites<br />
-Typ Phragmites -Typ Lobelia -Typ<br />
Oligotroph<br />
Para-oligotroph<br />
Braunwasserseen<br />
j Dystroph<br />
Oligotropli<br />
Ortho- und paraoligotroph <br />
Klarwasserseen<br />
(?)<br />
[Oligotroph<br />
Dystropli Harmoniscli<br />
oligotropli -<br />
idystroph<br />
Siderof ropliie Siderotrophie Siderotro{)liie<br />
und harmoni- Argillotrophie<br />
sellephicüligofro-<br />
Eutrophie<br />
Oligotroph<br />
Ortho-oligotroph<br />
s.str.<br />
Klarwasserseen<br />
Oligotroph<br />
Harmonisch<br />
oligotropli<br />
Sid erot ropliie<br />
Potamogeton filiformis<br />
- Chara-<br />
Typ<br />
1<br />
Oligotroph j<br />
Ortho-oligotrophgypso-polytroph <br />
Klarwasserseen<br />
Oligotroph<br />
Alkalitroph (?)<br />
ijrben, aufh wenn ilie höhere Wasservegelalion i^ewisse in erster Linie<br />
i'daphisch hedin/^te olif
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 15,"nro '). 285<br />
Seetypen zu den limnologischen Typeneinteilungen.<br />
Carex-Typ Elodeiden-Typ<br />
Uligotroph<br />
Ortho-oligotroph<br />
3.str.<br />
Klarwasserseen<br />
Oligotroph<br />
Harmonisch<br />
oligotropli<br />
Oligotroph<br />
Para-oligotrophgypsotroph <br />
Braunwasserseen<br />
Dystroph<br />
Siderotrophie Alkalitrophie<br />
Eni rop hie<br />
Scirptis lacuster-<br />
Typ<br />
Dystroph Eutroph -f<br />
dystropl»<br />
Typha - Alimia-<br />
Typ<br />
Eutroph (?) Eutroph<br />
Para-eutroph + Ortho- -f para-<br />
para-oligotroph eutroph s.str.<br />
Braunwasserseen<br />
Dystroph Eutroph<br />
Siderotropliie<br />
1<br />
Eutroph +<br />
argillotroph<br />
Siderotrophie<br />
(?)<br />
Potamogeton -Typ Stratioies -Typ<br />
Eutroph<br />
Ortho-eutroph<br />
(-erypsotroph)<br />
Klarwasserseen<br />
Eutroph<br />
Eutroph ialkalitroph<br />
(?)<br />
Eutroph<br />
Ortho-eutrophgypsotroph <br />
Klarwasserseen<br />
(?)<br />
Eutroph<br />
Eutroph (?) +<br />
alkalitroph<br />
vegetation dieser Seen von den PotamoyeionSean abweichend entwickelt.<br />
Die mächtigen Kalkgyttjascliicliten zeugen für eine offenbare<br />
Gypso-Polytrophie, die jedoch zugleich mit einer reichen<br />
Hydrophyten- und Planktonproduktion verbunden ist.<br />
Die Resultate der obigen vergleichenden Übersicht mögen hier<br />
noch in der Form einer zusammenfassenden Tabelle (Tab. 10) vorgeführt<br />
werden. Sie gehen leider zum Teil nicht über blosse Vermutungen<br />
hinaus, und zwar weil mir nicht von allen Seen Angaben über die<br />
Chemie des Wassers zur Verfügung gestanden haben. Aber auch in<br />
ihrer provisorischen Form dürften sie sowohl für die botanische als die<br />
Umnologische Forschung nicht ohne Bedeutung sein. Sie zeigen, dass<br />
zwischen der Makrophyten- und der allgemeinlimnologischen Forschung<br />
gemeinsame Probleme und Anknüpfungspunkte bestehen»<br />
die uns dazu verhelfen, die erzielten Resultate untereinander vergleichbar<br />
zu machen, ebenso zeigen sie, dass auch die höhere Vegetation<br />
als ein mit der übrigen Organismenwelt des Wassers gleichberechtigter<br />
Faktor l)ei der Ausgestaltung des endgültigen Zieles<br />
der regionalen Limnologie, eines Gewässer- und Seetypensystems,<br />
das sich auf »alle Erscheinungen des Süsswassers» gründet, berücksichtigt<br />
zu werden verdient.
VII. DIE REGIONALE VERBREITUNG DER<br />
BOTANISCHEN SEETYPEN IN FINNLAND.<br />
Dieselben Standortsi'aktoreii, denen im Vorhergehenden der<br />
Hauptanteil an der Differenzierung der Seetypen zugeschrieben<br />
wurde, spielen auch l)ei der Verl)reitung dieser Seetypen die wicliligste<br />
ilolle. Lediglich wegen der regionalen Problemstellung werden<br />
sie aber hier grossziigiger als im genannten Zusammenhang<br />
behandelt.<br />
Als erste und wichtigste Beobachtung ergibt sich im Hinblick<br />
auf die gesamten Gewässer des Landes die Seltenheit der Eutrophie.<br />
Dieses trifft nicht minder auch für die Seen zu, eine Tatsache, die<br />
bei uns auch vom Standpunkt der allgemeinen Linmologie bereits<br />
früher festgestellt worden ist (JÄRNEFELT 1935, p. G53). In Finnland<br />
fehlen jegliche jüngere Sedimentgesteine nahezu völlig und der Felsgrund<br />
ist zum überwiegenden Teil aus })räkambrischen kristallinischen<br />
Gesteinsarten gebildet. Nur dort, wo basische Schiefer an<br />
den Tag treten oder wo es lokale Kalksteinvorkommnisse gibt,<br />
macht sich die eutrophierende Wirkung des Felsgrundes auch in<br />
iler Wasservegetation bemerkbar. Ihre Bedeutung bleibt indessen<br />
im Hinblick auf das ganze Land gering, indem sie sich lediglich auf<br />
das sich vom Nordufer des Laatokka nach Lappland erstreckende<br />
Schiefergebiet sowie auf gewisse isolierte Areale in Südwestfinnland<br />
beschränkt.<br />
Die losen Bodenablagerungen, die in dickeren oder dünneren<br />
l.agen dem Felsgrund aufliegen, sind glazialen Ursprungs und bestehen<br />
vorwiegend aus der Moräne. Sie leiten sich hauptsächlich von<br />
dem aus sauren Gesteinsarten zusammengesetzten Urgestein her und<br />
sind, abgesehen vom Lehm, im allgemeinen nährstoffarm. Nur in<br />
Süd- und Südwestfinnland, wo sich ausgedehntere, zusammenhängende<br />
Bändertongebiete ausbreiten (Karte 4), können eutrophe
Ann. Hot. Soc. Zool.-Hol. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 287<br />
Karte Die Uiitersuclnm},'sgel)i(!te. In die Karte eingezeichnet sind<br />
ferner diejenigen Gel)iele, in denen die Seenl'reqnenz (JII-NQVIST I03(),<br />
p. 280 H'.) weniger als 5 'V) beträgt.
288 L. Maristu, Die floristischen Sectypen 1'innlands.<br />
Seengcl)iete in der eigentlichen Bedeutung des Wortes unterschieden<br />
werden. Im übrigen Lande kommen, wenn man vom Gebiet der<br />
Slratioies-Sv.cix absieht, eutrophe Seen nur hier und da im Machtl)ereich<br />
der oligotropheii Seetypen vor. Sie liegen dann gewöhnlich<br />
/.ur Hauptsache in Niederungen, im Nahbereich der grossen (lewässei -<br />
systeme, wo postglaziale Tonböden in Zusammenwirkung mit der<br />
Besiedlung eine lokale I'^utrophie des Wassers hervorrufen. Im allgemeinen<br />
spiegelt das Auftreten der eutro[)hen Seen in Finnland recht<br />
deutlich die l'^utrophierverhältnisse des Krdbodens wider, indem der<br />
überwiegende llauptteil unserer cutr(){)hen Seen im Hereich dei'<br />
sog. Ilainwaldzentren (CA.TAXDER lUlß b, p. 186; LUKKALA 1919.<br />
p. 104) liegt.<br />
Oenllich ist aucli der Einfluss des Osmalerials und des Sandes<br />
sowie anderer stark ausgewaschenen losen Bodenablagerungen auf<br />
die Lebewelt des Wassers. Auf solchem Bfxlen sind die Seen gewöhnlich<br />
klar und zumeist nährstoffarni, oligolro[)h s. str., welches deutlich<br />
auch in ihrer Makrophytenvegetatioii /.um Ausdruck kommt. .Jene<br />
Bodenarten weisen indessen ein so /.erstreutes Vorkommen auf<br />
(Karte 1), indem man ihnen hauptsächlich im .\nschluss an Ose und<br />
l^ndmoränen begegnet, dass die Gruppierung der betreffenden Seen<br />
zu einheitlichen Gebieten schwef ist. Und indem dazu noch in zusammenhängenden<br />
Osgebielen, z. B. zwischen den Salpausselkä-Wällen<br />
sowohl ])()lyhumose als ganz klare Seen eng beieinander vorkommen<br />
können (vgl. S. 294), ist eine kartographische Darstellung einheitlicher<br />
Oligotrophiebereiche (s.str.) um so weniger angebrachl.<br />
Es ist bekannt, dass die Moränen boden in dem bei uns herrschenden<br />
Klima leicht der Vernioorung unterliegen. Dem Moorreichtum<br />
des Landes zufolge k(mimt mithin den Torfbodenarten eine wichtige<br />
Bedeutung im Hinblick auf die Zusammensetzung der Vegetation<br />
zu. Unsere Torfböden sind im allgemeinen sauer und nährstoffarm.<br />
Die von den moorigen Wasserscheidengebieten her kommenden Wässer<br />
spielen wiederum eine wichtige Holle im allgemeinen Wasserhaushalt<br />
unserer Gewässer, indem sie die Wassermenge derselben<br />
ausschlaggebend beeinflussen. Dieses alles zusammen mit den schon<br />
früher erörterten edaphischen Umständen ist die Ursache zu der<br />
Nährstoffarinut unserer Gewässer und der vorherrschenden Oligotrophie<br />
(s. lat.) unserer Seen. Auch in meinem Material tritt es zum<br />
Vorschein, indem dasselbe nur zu einem Viertel eutrophe Seen um-
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fciin. Vanamo, 15, n:o 5. 289<br />
Karte 4. Die allgemeine Verteilung der losen Bodenablagerungen<br />
in Finnland nach SAUUA.MO (1936). -<br />
Weiss: Moräne; sciiwarz: Endmoräne und Ose; Punkte:<br />
Sand; waagerecht schraffiert: Ton.<br />
lasst - auf die sämtliche Zahl der Seen unseres Landes bezo^^en würde<br />
sich das Verhältnis nur noch zum Schaden der Rutrophie verscldeciilern.<br />
Die klimatischen Unterschiede sind in Süd- und Mittellinnland s(»<br />
i^ering, dass ihre Bedeutunj> im Hinblick aul" den Artenbestand der<br />
Wasserflora und die Verbreitung der südlichen Seetypen von den»<br />
liinfluss der verschiedenen edaphischen Faktoren überschattet wird,<br />
fn Nordfinnland und Lappland macht sich bereits die Abnahme der
200 L. Maristo, Die florisLisclicii Seelypen IMmilaiuls.<br />
lemperalurmittelwerLe so stark geltend, dass sie zu einer keimbareii<br />
Verminderung der Artenzahl der Makrophyten in den dortigen Seen<br />
l'ührt. Wie (iie Isothermen, so verhiufen auch die wiclitigsten zwischen<br />
Lapphind und dem ül)rigen Finnland unterschiedenen klitnatischen<br />
Regionsgrenzen in der Riciitung von Nordwest iuu;h<br />
Südost (JOHANSSON 1936, p. 247-248). Klimatisch bedingt ist auch<br />
der bekannte und wichtige Unistaivd, dass sowohl die Torf- als die<br />
Mineralboden Lapplands weniger sauer als in Südlinnland sind. Auch<br />
die Humusstoffbildung ist geringer und einer solciien pernuinentcn<br />
Dystrophie des Wassers, wie sie auf den Seen der siid- und niittclfinnischen<br />
Moor- und Wasserscheidonge))ielo liorrsclil, begegnet man,<br />
zumal in Nordlappland, nie.<br />
Mit den oben erwähnten klimatischen Regionsgrenzen fällt iti<br />
grossen Zügen aucli die pctrograjjhische Regionsgrenze zusammen,<br />
die die basischeren Schiefergebiete Südlapplands und der Ivuusanu)-<br />
(iegend von dem südlicheren granitischen Felsgrund trennt. Alle<br />
diese Umstände zusammen bewirken, dass in Lappland ganz besondere<br />
nördliche Seetypen zu unterscheiden sind, von denen die meisten<br />
ihr bestimmtes Gegenstück in Südfinnland besitzen.<br />
Die eingehende Behandlung der die regionale Verbreitung dei*<br />
Seetypen bedingenden Ursachen eignet sich jedoch besser in einer<br />
typenmässigen Übersicht, die ich nachstehend folgen lasse. In deikartographischen<br />
Darstellung haben nur diejenigen fremden Untersuchungen<br />
Berücksichtigung gefunden, die sich namentlich mit dei-<br />
Makrophytenvegetation der Seen befassen, während limnologische<br />
Untersuchungen, in denen Angaben auch über den Makrophytenbestand<br />
gemacht werden, als wertvolles Vergleichsmaterial dienen durften.<br />
N II p Ii (I r-'l yi). Weil die Niiphar-Sm^n als Vertreter der extremen<br />
Dystrophie zu gelten hai)en, so ist es klar, dass sie, sofern nuin<br />
ihnen bei uns überhaupt begegnet, kleine Quellseen darstellen und<br />
sich innerhalb des Verbreitungsgel)ietes des Eqiiisetuni-Vypa befinden.<br />
E q II i s e i II m - T y p. Die allgemeine Beobachtung, dass polyhunioses<br />
Wasser und Seegewässer der Moorgegenden und Torfboden<br />
zusammengehören, hat volle Geltung auch für Finnland. Den<br />
EquisciiimSccn begegnet man vor allem in Wasserscheidengebieten,<br />
wo die Moränenböden auf weiten Arealen vermoort sind »ind saure<br />
Weissmoore als vorherrschende Moortypengrnj)i)e auftreten. So ver-
Aim. J^ol. Soc. /ool.-Bot. h'eiin. Vanamo, 15, 11:0 5. 291<br />
mitteli uns eine Karte, die die Verbreitung (ier Moore in Südlinnland<br />
zeigt, einen guten Begriff auch von der relativen Häufigkeit der Equive/um-Seen.<br />
Im nördlichen Teil der Provinz Pohjanmaa dringen dii'<br />
Equiseliim-^cen etwa his 66° N oder also his dorthin vor, wo die<br />
Grenze zwischen dem südlappländischen Schiefergebiet und den<br />
Graniten des nördlichen Pohjanmaa (siehe oben) verläufL. Aus dem<br />
gleichen Grunde fällt auch Kuusamo-Lappland und ein Teil des Kainuu-Gebietes<br />
ausserhalb des Verbreitungsgebietes des Equiseium-<br />
Typs. Ausser den edaphischen machen auch die khmatischen Faktoren<br />
den Eqinsetiun-\y\) zu einem südhchen Seetyp, indem sie die<br />
geringere Azidität sowohl der Mineral- als der Torfböden I.ajjplands<br />
bedingen. Der spärliche Artenbestand der Equisclum. -Seen vermag<br />
allerdings in seiner Gänze auch noch nördlich des Polarkreises zu<br />
gedeihen, welches angibt, dass die Nordgrenze des Typs jedenfalls<br />
nicht von der gegen den Norden hin stattfindenden Temperaturnbnahme<br />
bestimmt wird.<br />
fm hydrographischen Sinne ist der Eqiiisetum -Typ vor allem ein<br />
Quellseetyp oder m.a.W. für Wasserscheidengebiete kennzeichnend.<br />
Die Quellseen der binnenfinnischen Gewässersysteme sowie der Flüsse<br />
der österbottnischen Küstenebene stellen in der Hauptsache Equisefum-^CQu<br />
dar. 13er grösste Teil jener Untersuchungsflächen ist<br />
kreisförmig am Rande des binuenfinnischen Seengebieles gelegen,<br />
m.a.W. man konstatiert einen gegen die Peripherie hin zunehmenden<br />
Grad der Dystrophie (JÄRNEFELT 1935, j). 655). Eqiiisetiini-iivcu<br />
gibt es jedoch überall im Seengebiet, wenngleich die Anzahl der zu<br />
diesem Ty}) gehörenden Seen daselbst verhältnismässig gering isl.<br />
Man begegnet ihnen nämlich überall auch auf den kleineren, die versehiedenen<br />
Teilsysteme trennenden Wasserscheiden vor, wie z.H.<br />
tUe Untersuchungen von HENKONEN (1935) und METSO (1935) erweisen.<br />
Ueichlich ist die Menge der /17iiise/wm-Seen auch im Rapakivigebiet<br />
zwischen den Städten Mamina und Viipuri, wo es viel Moore<br />
und entsprechend weniger Lehme als im übrigen südlichen Küstengebiet<br />
gibt, so dass das südfinnische Eutrophiegebiet an dieser Stelle<br />
eine Unterbrechung erfährt (Karte 5). Ein zweites ähnliches (Vebiet<br />
ist das zum Teil supraaquatische Hügelland von Tammela und die<br />
sich von dort südwärts bis zum Lohjanselkä erstreckende (iegend. Im<br />
l^ereich der eutrophen Gebiete begegnet man Eqniseliini-i^Qcix nur<br />
ausnahmsweise am Rande derselben (z.U. Nr. 9 l'innbacka-Lillsjö).
292 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />
Karte 5. Die Maclilliereiclie der botanischen Seetypen, schraffiert das<br />
eigentliche Dystropliiegehiet. - W'aagereciit scliral'fiert: Equisetumwdhsi<br />
Equisctum - Phnii^itiUesseidirecht schraffiert: J'hrag/nites-<br />
Tyf), I: Carex-Ty\t, II: Elodelden-Tyj), III: Slratioles -Typ, IV: Polamogetnn<br />
filiforniis- Charn-'lyp, V: südliches Eiitrophiegehiet [Typha-<br />
AUsnui- und Scirpus /f/cM.s/f/--Typen), VI: Kaunas-Variante des<br />
Typha — . 1/t.s7//a-Ty|is, VIII: l'ot(inioge1on-'V\\).<br />
r
Ann. liot. Soc. Zool.-Hol. Feini. Vanamo, 15, n:o 5. 293<br />
Der q u i s e t ii m - P Ii r a g m i les - T y p isl ehenlalls ein<br />
Krannwasserseetyp, z. '1'. poly-, z. T. mesohunios. Nur der Makrophytenbesland<br />
unterseheidel sich durch seine grössere Arienzahl,<br />
die Wasservegelalion durch ihre erhöhte Ileichlickeit und die allgemeine<br />
Oligolrophie durch ihren schwächeren Grad vom Equisetum-Typ.<br />
Die die Verbreitung dieses Typs bedingenden Ursachen<br />
sind jedoch ganz die gleichen wie zuvor. Auch den Equisetum -<br />
I^hragmilesSiien begegnet nuin in Wasserscheidengegenden, sie<br />
sind aber gewöhnlich keine eigentlichen Quellseen, sondern sind<br />
zwischen diesen und den Zentralseen in die Seenkette eingeschaltet.<br />
Als gutes Beisj)iel eignet sich der Pirttijärvi (Nr. 26) in Sotkamo,<br />
ein kleiner See im Vereinigungsi)uukt nvehrerer Seenketten. liLr<br />
ergiesst sein Wasser in den Hehjanselkä (Nr. 43 und 44), der wegen<br />
seiner Grösse nnd der deutlich hervortretenden Wirkung der ExpositionsFaktoren<br />
schon dem Pliraqniiics-Tyi) zugezählt worden isl,<br />
obwohl sich eine grössere Abnahme der I lumuslarbiing noch nichl<br />
bemerkbar gemacht hat.<br />
Eqiiise.iuin - Phragmilcs-S>^ei\ gibt es auch an den Iländern der<br />
Lehmgebiete und stellenweise z.H. im westlichen Uusimaa und in<br />
der südwestlichen Provinz Varsinais-Suomi sogar auch innerhalb der<br />
Grenzen von Eutrophiegebielen, wo man auf lokale, zum Teil vermoorte<br />
Moränengebiete stösst (z.B. Nr. 21 Maarijärvi und Nr. 40<br />
Vitträsk). Ganz isoliert liegt auch der Ylisjärvi (Nr. 30) auf der<br />
Karelischen Landenge, es handelt sich aber hier um ein hochgelegenes<br />
supraaqualisches Gelände (HYYPPÄ IIK}?, App. H), wo ein für die<br />
Karelische Landenge charakteristischer eulro[)her See nichl in l'rage<br />
kommen kann.<br />
Die (irenzbestimmung zwischen dem Gebiet der Equisctiiin -<br />
Phragmiles -Sacn und dem Eutro|)hiegebiel bereitet eiuigermassen<br />
Schwierigkeilen. Auf Grund des Obigen würde sich die (irenze des<br />
erstgenannten Gebietes ein Stück ausserhalb der Grenze der Eqiiise-<br />
/«m-Typs erstrecken. Dieser Unterschied isl indessen so gering, dass<br />
er in der Praxis übersehen werden kann und sich also für beide oligo-<br />
Irophe Hraunwasserlypen eine gemeinsame (irenze ergibt.<br />
Die Begrenzung des Verbreilungsbietes des P h r a g m i l e s-<br />
Typs ist leichler. Er umfasst die grössten Keltenseen des binnenfinnischen<br />
Seengebieles, auf welchen als wichtige vegelalionsgestaltende<br />
Faktoren die (irösse der Seen und die Expositionsfaktoren
460 L. Marislo, Die llorisLisclien Seetypen Finnlands.<br />
(S. 259) wirken. Auch die geringfügige Schwankung der edaphischeii<br />
und klimatischen Faktoren im Gebiet ist geeignet, die Unterschiede<br />
in der Makroj)hytenvegetation der einzelnen Seen auszugleichen.<br />
Ohne einige isoliert gelegene grosse Seen, wie der Lohjanjärvi (nicht<br />
im vorliegenden Material enthalten) und die l)eiden hier unter den<br />
Nummern 47-49 und 60 behandelten Seen des Namens Pyhäjärvi,<br />
die ausserhalb der eigentliclien Gebietsgrenze zu liegen kommen, wäre<br />
dieses Gebiet sehr eiidieitlich. Indem der Yläkitkajärvi (Nr. 81) beim<br />
Polamo(jeUm filiformis - Cluud-'Vyp und der Inarijärvi (Nr. 00) beim<br />
(.'(/rex-Typ untergebracht worden sind, l)leibt von den grösseren Seen<br />
des Landes nur noch die 'ryj)enzugehörigkeit des Kemijärvi und des<br />
Kianlajärvi, die nicht in meinem Material enthalten sind, ungewiss.<br />
-- So kommt das (iebiet der Phra(jmites-i^cvn in seiner Gänze innerhalb<br />
des Verbreitungsgebietes der vorhergehenden Typen zu liegen.<br />
Das Auftreten der transj)arenten L o ft
Anu. Bot. Soo. Zool.-Bot. Fenn. Vunanio, t.'), 11:0 5. 295<br />
(Lobelia-Typ), Nr. 33 Oksjärvi (Eqiiisctum - Pliragmiles - Typ) und<br />
Nr. 72 Suurijärvi (Lobelia-Tyi)) u.a. zu ersehen ist.<br />
So ist der Lobelia-Typ im Hinblick auf die Arl seines Auftretens<br />
sporadisch und auf schmale Os- und Sandhodenstreifen begrenzt. Im<br />
Bereich der südfinnischen eutrophen Lelimböden fehlt er völlig. Im<br />
Norden erstreckt er sich hinauf bis zur (iegend des l^)larkreises (Nr. 79<br />
Törmäsjärvi), offenbar sind aber die Lobelia-Sven schon jenseits des<br />
65. Breitengrades selir selten, denn die Klarwasserseen des Kuusamo-Gebietes<br />
und Kainuu fallen fast durchweg dem durcli alkalisches<br />
Wasser gekennzeichneten Potamogclon filiformis - C7ia/a-Typ zu.<br />
Der P o i d m o (f c lon f i I i f o r ni i s - h a r a - T y p ist<br />
infolge der Natur der seine Entstehung bedingenden l'aktoreu<br />
ein ausges[)r()chen lokaler Seetyp, dem nuin in Kuusamo-Ivaj)pland<br />
und in Kainuu im Bereich der kalevischen Schiefer, wo der Felsgrund<br />
aus basischen Gesteinen, wie dem Dolomilschiefer, dem Amphibolit<br />
oder aus Metabasiten gebildet ist, sowie in der unmittelbaren<br />
Nähe solcher Gebiete im Wirkungsbereich eines höheren Kalkgehalts<br />
296 L. Maristo, Dii- Honslischen Seelyj)en Finnlands.<br />
Wicklung dieser Gegenden vom Standpunkt der Verl)reitung einzelncieutroplierCiiarakterarten.<br />
Ich hoffe auf sie künftig noch in einem anderen<br />
Zusammenhang zurückkommen zu können. Es mag jedoch erwähnt<br />
werden, dass sämtliche Untersuchungsflächen meines Materials unterhalb<br />
der höchsten Meeresgrenze (HYYPPÄ 1936, p. 145), wenngleicli<br />
möglicherweise an der Stelle einstiger Eisstauseen gelegen sind.<br />
Care. ;r-T y p. Dieser klimatisch bedingte Seetyp (S. 253) ist<br />
regional recht deutlich umrissen. Das ganze nördliciie Hinterland<br />
jenseits der grossen lappländischen Wasserscheide bildet nämlich ein<br />
zusammenhängendes oligotrophes Gebiet. Hauptsächlich aus topographischen<br />
Gründen (AUER 1930, p. 374) gibt es Moore dort nur wenig.<br />
Die klimatischen Faktoren wiederum sind offenbar Ursache dazu,<br />
dass sowohl die minerogenen Böden als die Torfböden in Nordlappland<br />
weniger sauer als in den übrigen Teilen des Landes sind (AALTONEN<br />
1930, p. 118), So ist es im nördlichsten Teil unseres Landes zur<br />
Bildung eines oligolrophen Klarwassertyjjs gekommen. Obwohl<br />
aus dem Petsamo-Ciebiet keine Untersuchungsfläche vorliegt, ist<br />
aus den Untersuchungen von JÄRNEFELT (1934) zu entnehmen, dass<br />
die Seen des genannten Gebietes sowohl bezüglicli der Eigenschaften<br />
des Wassers als des Artenbestandes ihrer Makrophytenvegetation<br />
ausgeprägte -Seen sind. Eine weitere Stütze bietet auch die<br />
Beschreibung der Vegetation einiger kleinen Fjeldseen bei SÖYRINKI<br />
(1938, p. 59; 1939). Unsicher l)leibt die Begrenzung des Carex-Typs<br />
nur stellenweise in Nordwestlappland, aller Wahrscheinlichkeit nach<br />
sind aber auch die Seen des Enontekiö-Gebietes dem vorliegenden<br />
Typ zuzuordnen (vgl. JÄRNEFELT 1935, Taf. XVT).<br />
Dem E 1 o d e i d e n-T y p ist der grösste Teil der Seen des<br />
lappländischen Binnenlandes zugeteilt worden. Seine Grenze gegen<br />
den Carc;i:-Typ im Norden ist deutlich, ausser im Nordwesten (vgl.<br />
oben). Im Südosten wiederum ist die Grenze gegen den Potamogeton<br />
filiformis - Chara-Typ stellenweise auf Grund der vorhandenen Angaben<br />
über den Felsgrund gezogen worden. Die Grenze gegen die<br />
oligolrophen Braunwasserseen im Süden verläuft ebenfalls der<br />
Gesteinsgrenze gemäss eine lange Strecke den 60. Breitengrad entlang<br />
(S. 291).<br />
Die Unterschiede im Artenbestand und in den Eigenschaften des<br />
Wassers, die zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil des<br />
vom Elodeiden-Typ eingenommenen Gebietes bestehen, sind in der
Ann. Bot. Soe. Zool.-liot. Fenn. V^ananio, 15, n:o 5. 297<br />
Hanptsaclie durch klimatische Faktoren bedingt. Die Nordgrenze<br />
melirerer Helophyten und Grundblattkräuter durchkreuzt das Gebiet<br />
in nordwest-südüstliciier Richtung, den Polarkreis etwa in der Gegend<br />
von Rovaniemi schneidend. x\uch die Azidität der losen Bodenablagerungen<br />
und der Moorböden nimmt gegen den Norden hin ab<br />
und verursacht einige weitere Differenzen. Nur ein einziger unzweideutig<br />
einem südlichen Seetyp angehörender See ist mir im Gebiet<br />
der Elodeiden-Seen begegnet, nämlicli der Lobelia-See Törmäsjärvi<br />
(Nr. 79), was allein schon für die Einheitlichkeit des Typs spricht.<br />
Der iS' c i r p II s l a c ii s l e r -Tyj» zeigt von unseren eutrophen<br />
Seetypen die weiteste Verbreitung. Seine grosste Üppigkeit erreicht<br />
er im Bereicli der Lciimböden, wo man ihn an solciien Stellen<br />
findet, wo dem im Leiimgebiet gelegenen Seebecken reichlich von<br />
weiter lier kommende hunuishaltige Wässer zufliessen (z.B. Nr. III<br />
Tjusträsk) oder dort, wo ein ebensolcher See zum Teil an Weissmoor<br />
oder Reisermoor grenzt (z.B. Nr. 113 Ridasjärvi). Auch ausserhalb<br />
des südfinnischen Eutro{)hiel)ereichs begegnet man Scirpus laciis/er-Seen<br />
vor allem als einen schwach eutrophen Seetyp lehmgemischter<br />
Moränenböden, wo sich ihre Entstehung gewöhnlich auf lokale<br />
Lehmvorkommuisse in Zusammenwirkung mit dem Kultureinfluss<br />
zurückführt. Solche Scirpus laciisterSccu können selbst mitten auf<br />
der llauptwasserscheide vorkommen, wie es die Seen Nr. JOS Nälänlöjärvi<br />
und Nr. 115 Sulkuenjärvi zeigen.<br />
Das Verbreitungsgebiet der Scirpus lacusier-Sccn umfasst somit<br />
mit Ausnahme von Ahvenanmaa (Åland) und der Karelischen Landenge<br />
ganz Süd- und Mittelfinnland. Tm binnenfinnischen Seengebiet<br />
begegnet man ihnen nur spärlich, was sich von der gegen den Mittel-<br />
|)unkt des Gebietes hin abschwächenden Dystrophie herleitet (vgl.<br />
S. 291). Die Nordgrenze folgt in ost-westlicher Richtung zunächst<br />
der Wasserscheide Suomenselkä und läuft dann etwa auf der Höhe<br />
von Kokkola (etwa bei 61° N) in den Bottnischen Meerbusen aus.<br />
.JÄRNEPELTS (1935, Taf. XV) Darstellung über die Verbreitung der<br />
mixotrophen Seen, die in den meisten Fällen gerade Scirpus lacustcr-<br />
Seen sind, bestätigt den so skizzierten Verlauf.<br />
Der T y p h a — A l i s nr a -T y p zählt in seinen Kreis Lehmbodenseen,<br />
die ausserdem stets einen starken Kultureinschlag aufweisen.<br />
Sein eigentliches Verbreitungsgebiet umfasst Südwestfinnland,<br />
das südlich des Salpausselkä gelegene Lehmgebiet sowie das
1298 I,. Marislo, Die lloristischcn Sectypi'ii Finnlands.<br />
Küstengebiel des Laatokka l)is östlich von der Stadt Sortavala<br />
(Karte 5). Dieses Ge})iet wird indessen an zwei Stellen von kargeren<br />
Gegenden unterbrochen, wo die oligotrophen Seen die Überhand<br />
gewinnen (siehe S. 291). Ein schmaler Eutroj)hiergürtel folgt, von<br />
Uusimaa in nordwestlicher Richtung ausgehend dem Haupttal des<br />
Vanajavesi-Systems. Er schneidet eigentlich auch zum Teil in das<br />
(iebiet des P/irar/mi/es-Typs ein, indem einzelne Teile des Vanajavesi<br />
und des Pyhäjärvi (bei der Stadt Tampere) sowie vor allem<br />
die nahegelegenen Kleinseen unzweideutige Tijpha - Alisina Seen<br />
darstellen (vgl. 0. KALELA 1938, p. 152-157), Auch jenseits des<br />
Kokemäenjoki-Tales gibt es noch verhältnismässig eutrophc Lehmbodenseen,<br />
die zugleich die Nordgrenze des Eutropliiegebietes ])estimnien.<br />
Das so umgrenzte Eutrophiegebiet umfasst sowohl Scirpiis<br />
laciister-üh (vorherrschend) Tijpha - Alisma-S>ce\\.<br />
Auch im binnenfinnischen Seengebiet gibt es hier und da Tijpha -<br />
AlismaSecu, am meisten dort, wo sich ausgedehnte postglaziale<br />
lonböden ausbreiten, m.a.W. im Bereich der sog. Hainwaldzentren,<br />
insbesondere derjenigen von Hollola-Sysmä (Nr. 116 Majuvesi)<br />
und Kuopio-Iisalmi, ferner in der Gegend von Joensuu (Nr. 123<br />
Särkijärvi) und Joroinen-Rantasalmi (vgl. LUKI^ALA 1919, p. 105<br />
und Karte 10; REINIKAINEN 1930). Jene Seen befinden sich aber hier<br />
im iMachtbereich des Phragmiies-{^y[)?, in der Minderlieit, weshalb<br />
ihre l)esondere Auszeichnung auf der Karle nicht dem Zweck ent-<br />
.sj)richt.<br />
Die Nordgronze der Kaunas-Variante folgt in der Hauptsache<br />
derjenigen der glazifluvialen Sand- und üsmaterialvorkommnisse.<br />
Diese Bodenarten zusammen mit dem Lehm bestimmen nämlich die<br />
Sondercharaktere der höheren Wasservegetation der im Bereich der<br />
Karelischen Landenge gelegenen Seen.<br />
Die P 0 t a ni 0 (j € t 0 n - S e e n sind jung, indem sie sich erst<br />
in historischer Zeil vom Meer abgeschnürt haben, und deshali)<br />
beschränkt sich auch ihr Vorkommen einzig auf den meeresnahen<br />
Küstenstreifen. In iiirer typischsten Ausbildung findet man sie in<br />
einer kalkreichen Umgebung; das Wasser ist dann deutlich alkalisch.<br />
Weil sämtliche von mir untersuchten Potamogeton-^con nahe beieinander<br />
in Parainen gelegen sind, ist die Begrenzung eines grösseren<br />
fiebietes unsicher. Auf Grund der Gesteinskarte zähle ich dem<br />
(iebiet der PofamogetonSeen vorläufig den Schärenhof von Hanko
Ann. Hot. Soc. Zool.-Hol. Fenn. Vanamo, 15, n:o 5. 299<br />
bis iiacli Uusikaupunki sowie einige junge Kleinseen im entsprechen-<br />
(ien Küstenslreifen zu. Ausserdem scliliesse ich ganz Ahvenanmaa<br />
(Åland) in den 13ereich des Typs ein, weil der überwiegende Teil der<br />
flortigen Seen (CEDERCUEUTZ 1937) dem Polamogclon-Tyxi zuzuordnen<br />
ist (vgl. S. 196).<br />
Der S t V a i i o / c s -Ty[) ist ein rein h)kaler Seetyp und besitzt<br />
von allen unterschiedenen Seetypen das engste Verbreitungsgebiet,<br />
indem dieses lediglich das Kirchspiel Kittilä in Lappland<br />
umfasst. Dort verursachen der Dolomit nebst IMetabasitschiefer<br />
und die aus diesen hervorgegangenen losen Jiodenablagerungen eine<br />
stark alkalische Reaktion des Wassers und eine llydrophytenvegetation<br />
von ganz besonderer Eigenart. Ausser den von mir untersuchten<br />
vier einander genäherten Seen sciiliessen sich dem Typ,<br />
nach dem Massenauftreten der Nennart zu sciiliessen (SANDSTRÖM<br />
1926, ]). 51), auch noch-einige nördlich und südlich davon gelegene<br />
Seen an. Die regional enge Begrenzung des Slralioles-ly\)^ wird<br />
ausserdem dadurch bekundet, dass der nach Sodankylä hin gänzlich<br />
im Jiereich des Grünsteinschiefergrundes gelegene Saiveljärvi (Nr. 93)<br />
nicht dem Slraliolcs-'Vyp zugeordnet werden kann.<br />
Untersucht man das Auftreten der unterschiedenen Seetypen in<br />
dön verschiedenen Teilen des Landes, so stellt man fest, dass sie sich<br />
auf je eine südliche und nördliche Gruppe verteilen lassen, wie es die<br />
nachstehende Übersicht zeigt.<br />
' ' L Südliche Seetypengruppe<br />
1. Oligotrophc Seetypen<br />
' Eqiiiselum-Tyi^<br />
Eqiiisetum - Phrmjmileft - )Ly\\<br />
Phr(i(jnülcs-Vy\\<br />
Loheli(i-'Vy\i<br />
2. Eutro})he Seetypen<br />
Scirpus laciisicr-Typ<br />
Tijplia - Alisina-Tyy><br />
Poiamogelon-Ty\)<br />
K II. Nördliche Seetypengruppe , --<br />
1. Oligotrophe Seetypen : ,<br />
! ^ Cfire.r-Typ ' ,<br />
26 • • >• • , . : .
300 L. Maristo, Die floristischen Seetypeii Finnlands.<br />
Potamogelon filiforniis - Cham -Typ<br />
Elodeiden-Typ<br />
2. Eutrophe Seetypen<br />
Stratiolcs -Typ<br />
Diese Gruppierung ist sowohl klimatisch als edaphisch bedingt<br />
und von den Trophieverhäitnissen unabhängig. Es ist ein Zufall,<br />
dass die Grenze der basischen Schiefer mit der für die lielophylen<br />
die wichtigste I^edeutung besitzenden klimatisciien Grenze annähernd<br />
übereinstimmend verläuft. Offenkundig ist aber, dass, auch wenn<br />
ganz Lappland aus dem gleichen kargen ki'istallinischen Gestein<br />
wie die übrigen Teile des Landes aufgebaut sein würde, die die nördlichen<br />
und südlichen Seetypen trennende Grenze dennoch den kli-<br />
matischen Kegionsgrenzen (JOHANSSON 193G, p. 247-218) folgend den<br />
Polarkreis schräg überqueren würden. Dann würden von den nördlichen<br />
Seetypen jedoch nur noch der Curex- und der Eh)dciden-Typ<br />
bestehend bleiben.<br />
Was die Selbständigkeit der Seelypen im Verhältnis zu ihrem<br />
regionalen Auftreten betrifft, so ist festzustellen, dass einige Typen<br />
in ihren Gebieten alleinherrschend sind, w^ährend man anderen durcheinander<br />
in einem ausgedehnten (k^biet begegnet, das weder als der<br />
^Machtbereich des einen noch des anderen Seety[)s angesj)rochen werden<br />
kann. Zu der ersteren Gruppe gehören diejenigen Seetypen, die<br />
im Hinblick auf das ganze Land unter dem Einfluss der am meisten<br />
vom Normalen abweichenden Standortsfaktoren entstanclen sind,<br />
nämlich alle nördlichen Seetypen und im Süden der Potanwgelon-<br />
TyP- Auch im südlichen Eutrophiegebiet begegnet man nebeneinander<br />
sowohl Typha - Alisma- als Scirpiis laciisterScen, auch wenn<br />
zwar die ersteren dominieren. Der grösste Teil des Landes und<br />
zugleich der überwiegende llauptteil aller unserer Seen fällt in den<br />
gemeinsamen Bereich der Eqiiisetiim-, Eqiiiseliim - Pliragmües- und<br />
Phragniites-Ty[)cn, die ihre Entstehung hauptsächlich den gleichen,<br />
aber verschiedengradig wirkenden Faktoren zu verdanken haben.<br />
Ganz wie einzelne eutrophe Wasserpflanzenarten als Indikatoren<br />
eines grösseren Nährstoffreichtums des Bodens und des Wassers<br />
dienen können, gilt auch der Ileichtum der Makrophytenvegetation<br />
an ihrem Teil als Kennzeichen der Fruchtbarkeit einer Gegend<br />
(vgl. CAJANDER 191Ga, p. 55; 191Gb, p. 487-188). Auch die<br />
botanischen S e e t y p e n eignen s i c h d a h e r wohl
Anil. Bot, Soc, Zool.-Bot. Fenn. Vananio, lä, n:o 301<br />
als ein hr a u c h b a r c s IM a s s (UM- a 1 1 g e m o i n e n<br />
F r u c h t 1) a r k e i t s V e r h ä 1 t n i s s e d e r v e r s c li i e d en<br />
e n G e h i e t e. Vergleicht man die regionale Verhreilung der vorhegenden<br />
Seetypen und die von mir unlersehiedenen Eutrophiegehiete<br />
mit den sog. Frueiitharkeitsprovinzen des Landes (Suomen<br />
Kartasto, KartenI)!. 17) und dem gesamten Artenhestand der Wasserflora<br />
sowie der Anzahl der eutraphenten Arten in denselben (LIN-<br />
KOLA 1933, Karte 2 und 3), so ergibt sieh eine deutliche Übereinstimmung.<br />
Das Süd- und südwestfinnische lüitrophiegebiet kommt<br />
in seiner (iänze innerhalb derjenigen drei Fruchtbarkeitsproviu/A'ii<br />
zu liegen, in welchen sowohl der (iesamtartenbestand der Wasserflora<br />
als die Anzahl der eutraphenten Arten am grössten sind.<br />
Vielerorts fallen sogar die Grenzen der Eutrophiegebiete mit denjenigen<br />
der Fruchtbarkeitsprovinzen zusammen. Ausserdem ersieht<br />
man (vgl. S. 298), dass die ausserhalb des eigentlichen Eutrophiegebietes<br />
gelegenen (iegenden, in denen eutro[)he Seen zahlreicher vorkommen,<br />
im Bereich der sich auch durch ihre reichere Landflora<br />
auszeichnenden Hainwaldzentren liegen. Die Übereinstimmung<br />
zwischen der Verbreitung des anspruchsvollen Wasserpflanzeni)estan(lcs<br />
und der eutropheu Seetypen sowie z.B. der besten Wakitypen,<br />
ist schlagend, so dass es faktisch möglich ist, die Ik'griffe<br />
Waidtyj) und Seetyp sowohl in physiognomischem als jiroduktivem<br />
Sinue einander gleichzustellen, in der Art, wie es z.B. P. PALMCJUEN<br />
(1928, p. 32) getan hat. In bezug auf die Moore verhalt es sich ähnlich<br />
nur in Ivappland, nicht aber im südlichen Teil des Landes, wo der<br />
überwiegende Mauptteil der Moore im Machtbereich der eutropheu<br />
Seen zu den produktionsschwächsten Weissmooren gehört (CAJAN-<br />
J)ER 1913, p. 100).<br />
Die Gleichschaltung der Land-und Wasservegetatioii ist indessen<br />
keine so absolute, dass sich die Seen stets etwa auf Grund der sie<br />
umgebenden Landflora bonitieren Messen (VALLE 1929). Bezüglich<br />
der Quellseen, deren Standortsfaktoren ja von der Nahumgebuug<br />
dirigiert werden, ist dies zwar wohl möglich, anders stellt sich aber<br />
die Sache bei einer Seenkette, wo sich z.B. der Dystrophiegrad des<br />
Wassers erheblich ändern kann, während die umgebende Laudvegetation<br />
ihren Charakter annähernd unverändert beibehält, wie es<br />
vielerorts im Binnenland der Fall ist. Jene wSchwächung des Dystrophiegrades<br />
hat einen bedeutenden Einfluss sowohl indirekt auf die<br />
iMakrophj'tenvegetation als direkt auf das Plankton und die Boden-
302 L. MarisLo, Die 1'loristisclien SeeLypeu Finnlands.<br />
fauna und führt schliesslich zu einer Umwandlung des ganzen Seetyi)s.<br />
Oft noch deutlicher tritt der Widersj)ruch zwischen den Trophieverhültnissen<br />
und der unigebenden Vegetation auf den ])aramixotrophen<br />
Scirpiis lacuslcr SCQIX zutage, wo der Einfluss der l'ernumgci)ung<br />
für die Eigenschaften des Wassers ausschlaggehend ist.<br />
Auch grosse, bis an das Ufer lierantretende Anbauflächen können<br />
einem kleinen See ein bedeutend eutropheres Gepräge verleihen, als<br />
es die natürliche Vegetation der Umgebung voraussetzte.<br />
Vergleicht man sodann die Verbreitung der botanischen Seetyj)en<br />
mit derjenigen der limnologischen (.IÄRNEFELT 1985), so ist die<br />
Übereinstimmung auch hier offenbar. Zunächst ergibt sich, dass die<br />
Eutroj)hiegrenzen in beiden Systemen einander vorzüglich entsprechen.<br />
Die detailliertere Ausgestaltung der (irenzen bei JÄRNEFELT<br />
an dem Teil von Südfinnland rührt von der Ueichlichkeit des von<br />
ihm benutzten fremden Angabenmaterials her. Seine in Finnland<br />
unterschiedenen ()ligolr()j)hie (s. str.) -Gebiete wiederum sind gerade<br />
VIII. SCIILUSSÜBEHSICMT.<br />
Vorliegende UiiLersucliung hat es sich zum Zweek gestellt, auf<br />
lloristisch-ökolügischer Gruiullage ein das ganze Land umfassendes,<br />
auf die Makrophytenvegetation begründetes Seetypensystem zu<br />
schaffen. Als weitere Bestrebung liat gegolten, dieses System ohne<br />
zeitbeanspruchende Spezialuntersuchungen jihj'siognomisch klar umrissen<br />
und zugleich verwendbar zu machen.<br />
]3ie beträchtliche Ausdehnung des gesamten Unlersuchungsgebietes<br />
hat die Materialbeschaffungsmöglichkeiten stark beeinträchtigt,<br />
weshalb die Unlersuchungsflächen sorgfältig im voraus unter Inachtnahme<br />
der verschiedenen Slandortsfaktoren gewiUdt werden mussleu.<br />
Wegen der grossen Abstände galt es, die Methoden der Untersuchung<br />
möglichst einfach uiul wenig zeitraubend zu gestalten.<br />
Infolge des Wechsels der wichtigsten Slandortsfaktoren in den<br />
verschiedenen Teilen des r.andes sind die Unterschiede in der Makrophytenflora<br />
und -vegetation so bedeutend, dass sie die Aufstellung<br />
deutlich begrenzter Seetypen erlauben. Für diese gilt als Cirobeinteilung<br />
die lunteilung in eine oligotrophe und eine eutrophe Typengrup[)e,<br />
wobei jedoch dem letzteren Hegriff ein bescheidnerer Inhalt<br />
gegeben worden ist als im übrigen l'ennoskand.ien oder in Mittel-<br />
Europa. Als Mass der luilro[)hie wurden vor allem die (lesamtartenzahl,<br />
die Anzahl der eutraphenten Arten sowie die allgemeine Ueichlichkeitsentfallung<br />
der Wasservegetation betrachtet. Als llesultat<br />
hat sich das auf S. 122-205 vorgelegte und in Tab. 5 kurz zusammengefasste<br />
Seetypeiisystem ergeben.<br />
Von den die Differenzierung der Seetypen bedingenden Faktoren<br />
ist die eda|)hische Faktorengruppe die wichtigste. Der grösste Anteil<br />
kommt dabei der Korngrösse und dem Nährstoffgehalt der verschiedenen<br />
Hodenarten zu. Auch ein indirekter Finfluss des bVIs-
304 L. Maristo, Die floristischen Seetypen Finiilaiuls.<br />
grundcs auf das (iedeilien und die Artenzusainniensel/Aing der Wasservegetation<br />
ist stellenweise zu verzeichnen.<br />
Der Einfluss der klimatischen Faktoren wird um so deutlicher,<br />
je nördlicher man kommt. In Lajjpland ist ihre Bedeutung zum Teil<br />
von geradezu ausschlaggebender Natur. An der Entstehung der<br />
eutrophen Seetypen kommt der Kultureinwirkung ein bedeutender<br />
Anteil zu. In zahlreichen Fällen hat die Makro{)hytenvegetation<br />
eines auf nährstoffarmer Unterlage gelegenen Sees ihr eutroi)hes<br />
Gepräge entweder dem direkten I^influss der Uferbesiedlung oder<br />
demjenigen einer kulturbetonten Fernumgebung zu vertlanken.<br />
Auch durch die i)hysikalischen Eigenschaften des Wassers, wie<br />
die Farbe und die Transparenz, desgleichen durch die von der Grösse<br />
der Seefläche abhängigen Expositions- und l'>osionsfaktoren sowie<br />
die Topographie der Ufer wird das Gedeilien der Wasservegetation<br />
und die Ausgestaltung der Seetypen deutlich beeinflusst. - Von den<br />
biotischen Faktoren stärkt sich wiederum der (irad der Konkurrenz<br />
Hand in Hand mit der zunehmenden Günstigkeit der Standortsfaktoren,<br />
d.h. mit dem zunehmenden (irad der lüitropliie.<br />
Die unterschiedenen Seetypen lassen sich in eine nördliche und<br />
eine südliche Gruppe einteilen. Der überwiegende Hauj)tteil der<br />
eutrophen Seetypen gehört zu der letzteren und die einzigen belangvolleren<br />
Eutrophiegebiete befinden sich in Süd- und Südwestfinnland.<br />
Die nördlichen sowie die eutrophen Seetyj)en treten ziemlich<br />
selbständig in ihren eigenen, regional begrenzten Gebieten auf, während<br />
das Verbreitungsgebiet der südlichen oligotro|)hen Seetypen<br />
für alle fraglichen Typen gemeinsam ist.<br />
Die Verbreitung der auf die Makrophytenvegetation begründeten<br />
Seetypen deckt sich in grossen Zügen auch mit der an der Hand der<br />
Landflora durchgeführten Hegionseinteilung des Landes in Fruchtbarkeitsprovinzen.<br />
Ausserdem lässt sich das hier vorgelegte Seetypensystem<br />
vorzüglich denjenigen Resultaten gleichstellen, zu denen<br />
die limnologiselle Seetyj)enforschung in Finnland gekommen ist.<br />
Mit den Ergebnissen der botanischen Seetypenforschung des<br />
l'^remdlandes kann das vorliegende Seetyj)ensystem mehrere Anknüpfungspunkte<br />
aufweisen. Vor allem die in den skandinavischen Ländern<br />
sowie in Norddeutschland und Nordrusslaiul erzielten llesultate<br />
sind untereinander wohl vergleichbar.
LITERATURVERZEICHNIS.<br />
AAI^TONEN, V. T., 1936, Maannos. - Suomen inaantioteen käsikirja, p. 141 - 150.<br />
Helsinki.<br />
A\itio, L., 1933, Vegetation und postglaziale Geschichle des Nurmijärvi-Sees.<br />
- Ann. Hol. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 3, n:o p. 1-132.<br />
AARMO, B., 1917, Järvimalmit eräissä Pusulan, Pyhäjärven, Lopen, Someroniemen<br />
ja Tammelan järvissä. - Suomen Geologinen Toimisto. Geotoknillisiä<br />
tiedonantoja, 2(3, p. 1-Gl.<br />
ALM, G., 1922, Bottenfaunan ocli fiskens hiologi i Yxtasjön. (Referat: Die<br />
Hodenfauna des Sees Yxlasjön.) - Medd. fr. Kungl. Lantbruksstyrelsen,<br />
236, p. 1-186.<br />
Ai.MQuisT, K., 1929, Upplands vegetation ocii flora. Akad. Abli. - Acta Phytogeogi'.<br />
S\iec., 1, p. 1 -622.<br />
Ai'ST K IN, C., 1896, Das Süsswa.sser})lankton. Kiel & Leipzig.<br />
AnwH)SS0N, Tii., 1926, Studier över sjöarnas vegelation i Lilla Luleälvs<br />
vattenområden. - Arkiv f. Botanik, 20, A, n;o 14, |). 1-31.<br />
AUEU, V., 1936, Suot. - Suomen maantieteen käsikirja, p. 371-398. Helsinki.<br />
BAUMANN, L., 1911, Die Vegetation des TTntersees (Bodensee). - Archiv f.<br />
Hydrobiologie und Planktonkunde, Suppl. Bd. 1, p. 1 -554.<br />
BLOMGUKN, N. & NAUMANN, E., 1925, Untersuchungen über die höhere Vegetation<br />
des Sees Stråken bei Aneboda. - Lunds Univ. Arsskr., N. F.,<br />
Avd. 2, Bd. 21, n:o 6, ].. 1-51.<br />
BKAAHUI), T., 1928, Den lioiere vegelasjon 1 Hurdalen. - Nyt Mag. f. Naturv.,<br />
67, p. 1-53.<br />
—»— 1932, Die höhere Vegetation einiger Seen in Nord-Trondelag Fylke<br />
(Norwegen). - Ibid., 71, p. 73-93.<br />
•—1)— & AAI.KN, O. .1., 1938, Undi^rsokelser over makrovegetasjonen i en del<br />
Aust-Agder-vatn. - Ibid., 79, p. 1-48.<br />
]?iiEssi-AU, E., 1926, Die Bedeutung der Wasserstoffionenkonzentration für<br />
die Hydrobiologie. - Verli. Inlern. Ver. f. theor. u. angew. liimnologie,<br />
3, ]). 56-100.<br />
GAJANÜEU, A. K., 1913, Studien über die Moore Finnlands. - Acta Forest.<br />
Fenn., 2, [n:() 3J, p. I - 208.<br />
—IS— 1916 a, Viljavan maa-alan jakaantuminen Suomessa. - Metsätaloudellinen<br />
Aikakausk., 33, j). 51-58.
306 L. Maristo, Die floristischen SeetypcJi Fiimlaiuls,<br />
CAJANDER, A. K., 1916 b, ^Metsänhoidon perusteet. I. Kasvibiologian ja kasvimaantieteen<br />
alkeet. Porvoo.<br />
CARLSON, G. W. F., 1902, Om vegetationen i några småländska sjöar. - P.iii.<br />
K. Sv. Vet.-Akad. Ilandl., 28, III, n:o 5, p. 1-40.<br />
CEDERCUKUTZ, G., 1933, Die Giiaraceen Finnlands. - Memor. Soc. F. Fl. Fcnii.,<br />
8, p. 241-254.<br />
—»— 1934, Die Algenflora und Algenvegetation auf Aland. - Acta Bot. Feiin.,<br />
15, p. 1-120.<br />
—»— 1937, Eine pflanzengeographische Einteilung der Seen Alands und die<br />
regionale Verteilung der verschiedenen Seetypen. - Acta Soc. F. Fl.<br />
Fenn., 60, p. 327-337.<br />
CHODAT, R., 1898, Etudes de biologie lacustre. - Bull, de l'llerbier Boissier, G,<br />
p. 49 - 77.<br />
DECKSBACU, N. K., 1924, Seen und Flüsse des Turgai-Gebietes (Kirgisen-<br />
Steppen). — Verli. Intern. Ver. f. theor. u. angew. Limnologie, 2, p. 252 -<br />
268.<br />
DONAT, A., 1926, Die Vegetation unserer Seen und die »biologischen Seetypen».<br />
- Ber. Deutsch. Bot. Ges., 44, p. 48 - 56.<br />
DU RIETZ, E.G., HANNERZ, A.G., LoitAMMAU,G., SANTESSON, R.& WAEUN, M.,<br />
1939, Zur Kenntnis der Vegetation des Sees Tåkern. - Acta Pliytogeogr.<br />
Suec., 12, p. 1-65.<br />
FOREL, F. A., 1901, Handbuch der Seenkunde. Allgemeine Limnologie. Stuttgart.<br />
GAMS, H., 1927, Beitrag zur Kenntnis der Vegetation schwedischer Seen. -<br />
Veröffentl. Geob. Inst. Rübel in Ziiricli, 4, p. 56- 77.<br />
GESSNER, F., 1929, Die Biologie der Aloorseen. - Archiv f. Hydrobiologie. 20,<br />
p. 1-64.<br />
GRAN«), ,1. G., 193(I, Puhdas maantiede. Porvoo.<br />
HÄNNINEN, K., 1915, Drumlininaisemien järvistä ja reiteistä Oulankajoen<br />
alueella Kuusamossa. - Suomen Maantiet. Yhd. .lulkaisuja, 11, p. 1 - 153.<br />
HELLAAKOSKI, XV., 1928, Puulan järviryhmän kehityshistoVia. (Referat: Die<br />
Entwicklungsgeschichte der Puula-Seengrui)pe.) - Fennia, 51, n:o 2,<br />
p. 1-67.<br />
HUECK, K., 1925, Vegetationsstudien auf brandcnburgischen Hochnu)orea. -<br />
Beitr. z. Naturdenkmalpflege, 10, p. 309- 408.<br />
HUITFELN-LVAAS, H., 1906, Planktonundersögelser i norske vande. (Referat:<br />
Das Plankton norwegischer Gewässer.) Christiania.<br />
HULKKONEN, O., 1929, Laiduntamisen vaikutuksesta kasvillisuuteen eräissä<br />
Laatokan maatuvissa lahdekkeissa. - Turun Ylioppilas, 1, Sep. p. 1 - 14.<br />
HYYPI'Ä, E., 1936, Über die spätquartäre Entwicklung Nordfinnlands mit<br />
Ergänzungen zur Kenntnis des spätglazialen Klinuis. - Gomptes Rendas<br />
Soc. Geol. de Finlande, 9, p. 401 - 465.<br />
—0—• 1937, Post-glacial changes of shore-line in South Finland. - Bull. Comm.<br />
Geol. de Finlande, 120, p. 1 - 225.<br />
HA.RI) AV SEGERSTAD, F., 1924, Sydsvenska florans växtgeografiska huvudgrupper.<br />
Akad. Abh. Uppsala.
Anji'. Bot. Süc. Zool.-Bot. Feim. Vanamo, 15, n:o 5. 307<br />
INGMAN, MKUTTA, 1930, Niiininen SavijärvtMi kasvillisuus. - Luoiinon Ystävä,<br />
34, p. 167 - 178.<br />
IvKRSKN, J., 1929, Stiidioii über die pH-Vorliällnissc dänischer Gewässer und<br />
ihren Einfluss auf die llydrophyten-VeS^^'iiJ'f^'i- - Tidsskr., 'jO,<br />
p. 277 - 333.<br />
JÄRNEFELT, IL, 1925, 1927 a-c, 1928, 1929 a und b, 1930 a, 1932 a und h,<br />
193''I, 1936 a-c. Zur Linuiologie einiger Gewässer Finnlands, - (1.) Ann.<br />
Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 2, p. 185 - 350; H. Ibid., O, ]). 05- 100;<br />
III. Pyhäjärvi. Ibid., 0, p. 101-153; IV. Lohjanjärvi = Lojo sjö.<br />
Ibid., 6, p. 162 - 186; V. Vesijärvi. Ibid., 8, p. 1-17; VL ibid., 8,<br />
p. 105- 167; VII. Witträsk. Ibid., 8, p. 181 - 192; VIII. Iso-Kiskonjärvi<br />
und Muurajärvi. Ibid., 10, p. 143 - 226; IX. Ibid., 12, ]). 145 - 283;<br />
X. Ibid., 14, p. 1 -4'I; XL.Petsamo. Ibid., 14, p. 172 - 347; XII. Ann.<br />
Zool. Soc. Zool.-liot. Fenn. Vanamo, 3, n:o 3, p. 1 - 206; XIII. Ibid., 4,<br />
n:o 2, p. 1 - 152; XIV. Ibid., 4, n:o 3, p. 1-19.<br />
—*— 1930 1), Ein kurzer Überblick über die I/unnologie Finnlands. - Verii.<br />
Intern. Ver. f. theor. u. angew. Limnologie, 4, p. 401 - 407.<br />
—»— 1935, Die regionale Verleihing der Gewässei'typen in J''innland. - Ibid.,<br />
7, p. 653-656.<br />
—»— 1938, Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der finnischen<br />
Seen. - Geologie der Meere und Binnengewässer, 2, j). 199 - 223.<br />
JONS, K., 1934, Der Bültsee und seine Vegetation. - Schriften d. Xatm-w.<br />
Ver. Schleswig-Holstein, 20, p. 171 - 207.<br />
JOHANSSON, O. V., 1936, Ilmasto. - Suomen maaniieteen käsikirja, p. 203-252.<br />
Helsinki.<br />
KALELA, O., 1938, Über die regionale Verteilung der Brutvogelfaiina im Flussgebiet<br />
des Kokemäenjoki. Akad, Abh. - Aiui. Zool. Soc. Zool.-Bot.<br />
Fenn. Vanamo, 5, n:o 9, j). 1 - 297.<br />
KincHNER, O. & SCUIIÖTEU, C., 1902, Die Vegetation dos liodensees. IL -<br />
Boden.see-Forschungen, 9, [». 1 - 86.<br />
KLINGE, J., 1890, Über den Einfluss der mittleren Windrichtung auf das<br />
Verwachsen der Gewässer. - I']nglers Bot. Jalu-b., 11, p. 264-313.<br />
KOPPE, F., 1923, Die Schlammflora der oslholsteinisclien Seen und des Hodensees.<br />
- Archiv f. Hydrobiologie, 14, p. 619- 672.<br />
KOTILAINEN, M. J., 1927, üntersuciuuigen über die Beziehungen zwischen<br />
der Pflanzemlecke der Moore und der H«>S(;haffenheit, besonders der<br />
Reaktion des Torfbodens. - Suomen Siioviljelysyhdistys. Tieteellisiä<br />
julkaisuja (Wiss. Veröffentl. d. Finn. Moorkuiturvereins), 7, ]). 1 -219.<br />
—»— 1933, Zur Frage der Verbreitung des atlantischen Florenelements Eennoskandias.<br />
- Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vaiuuno, 4, n:o l, f). 1 - 76.<br />
KUPFFEU, K. 11., 1925, Grundzüge der Pflanzengeographie des ostbaltischen<br />
Gebietes. - Abluuxdl. d. Herder-Instituts in Riga, 1, n:o 6, p. 1 - 224.<br />
LAitAKAur, A., 1925, Onko Säkylän Pyhäjärven kuivaus mahdollinen? -<br />
Teknill. Aikakausi., 1, Sep. p. 1-6.<br />
LENZ, Fn., 1925, Chironomiden und Seetypenlehre. - Die Naturwissenschaften,<br />
13, p. 5-10.
308 L. Maristo, Die floristischcn SecLyj)en I
Ann. Bot. Soc. Zonl.-Bot. Ihmui. Vnnivnio, 15, n:o 5. 309<br />
MUIIÉN, AUNK, lO.S'I, 'riilkiiniiksia vesikusvieii juurista, (liol'orat: IJiitersucliungon<br />
über die AVin-zein dor VVassorpflaiizoii.) - Ann. Hot. Soc.<br />
Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 5, n:o 8, p. 1 -50.<br />
NA^1M^^'N, E., 1917, Undersökningar öfver I'ytoplankton och under den<br />
pelagiska regionen försiggående gytlje- ocli dyhildniiig iiioni vissa<br />
syd- och mellansvenska url)ergsval,len. (Mil deulscliom Jloleral.) -<br />
K. 8v. Vet.-Akad. Ilandl., SC), n:o G, j). 1 -Ifif).<br />
—»—• 1919, Några synpunkter angående j)huikt,ons ])in von iMooi'- und Waldböden.<br />
- Ann. Hol. Soc. Zool.-15ot. l'^eim. Vanamo, G, u:o 7, p. G-18.<br />
l'\!STSAii, ljAr.\i, Äyräi)aänjiirviMi vesikasvilajien ekologiaa. (Kel'erat: Autökologische<br />
UnlersucJnmgen über die Wasserpflanzen d(*s Ayräpäänjärvisees.)<br />
- Ibid., 3, nio 'i, p. 1 -131.<br />
FKAUSAI.I,, \V. 11., 1917, The acfuatic and marsh vegetation of Esthwaite<br />
^Vater. - Journ. of l'^cology, 5, p. 180 - 202.<br />
—»— 1918, On the classification of a(piatie plant comnuuiili(\s. - Ibid., G,<br />
I». 75 - 83.<br />
—»— 1920, The acpnilic vegetation of the english lakes. - Ibid., 8, p. 1G3 - 199.<br />
—»— 1921, The development of vegetation in the english lakes, considered<br />
in relation to the geiu'ral evolution of glacial lakes and rock basins.<br />
- I'roc. Uoy. Soc. London, U, 92, p. 259 - 28'i.
310 L. Murisit), Die llorislischcn Seetypeii Finnlands.<br />
POHJALA, L., 1'J33, Äyräpäänjärveii vesilvasvillisuiidosta. (Referat: Über die<br />
Wasservegetation des Äyräpäänjärvi-Sees.) - Ann. Hot. Soc. Zool.-<br />
Bot. Fenn. Vanamo, n:o 3, p. 1 - 114.<br />
HEINIKAINEN, A., 1935 Ivuopionnieinen pikkujärvien ja lampien vesikasvistosta<br />
ja -kasvillisuudesta. - Kuopion Luonnon Ystäväin Yhdistyksen<br />
julkaisuja, B, 1, n:o 8, p. 1-28.<br />
HENKONEN, O., 1935, Über das Verhalten der Wasserpflanzen zur Reaktion<br />
in einigen Gewässern Mittelfinnlands. - Ann. Univ. Turkuen.s., A, 4,<br />
n:o 2, p. 1-44.<br />
RENQVIST, II., I93ß, Sisävedet. - Suomen maantieteen käsikirja, p. 279 - 323.<br />
Helsinki.<br />
HOI,L, H., 1939, Isoetes, Lobelia und Litorella in kalkarmem und kalkreicliom<br />
Wasser. - Heih. Bot. Centralbl., 59, Abt. B, p. 245 - 258.<br />
SAMUELSSON, (i., 1925, Untersuchungen über die höhere Wasserflora von<br />
Dalarne. - Sv. Växtsociol. Sällsk. llandl., 9, {). 1- 31.<br />
—»— 1934, Die Verbreitung der hölieren Wasserpflanzen in Noi'deuropa. -<br />
Acta Phytogeogr. Suec., G, p. 1-211.<br />
SANDSTRÖM, V., 1926, Vesisaha (Stratiotes aloides) karjanrehuna Kittilässä.<br />
- J.nonnon Ystävä, 30, p. 54.<br />
SAUEU, F., 1937, Die Makropliytenvegetation ostholsleinischcr Seen und<br />
Teiche. - Archiv f. Hydrobiologie, Suppl. Bd. 6, p. 431 - 574.<br />
SAUKAMO, AL, 1930, Maapeite. - Suomen maantieteen käsikirja, j). 109- 140.<br />
Helsinki.<br />
—»— 1940, Suomen luonnon kehitys jääkaudesta nykyaikaan. Porvoo &<br />
Helsinki.<br />
SELIOO, A., 1922, T;ber fiscliereiwirtschaftliclie Seentypen. - Fisclien^i-Ztg,<br />
25, p. 487 - 491.<br />
SKADOWSKY, S, N., 192(), (iber die aktuelle Reaktion der Siisswasseri)e(!ken<br />
und ihre biologische Bedeutnng. - Verh. Intern. Ver. f. theor. u. angew.<br />
Limnologie, 3, p. 109 -144.<br />
SöYuiNKi, N., 1938, Studien id)er die generative und vegetative Vermehrinig<br />
tier Samenpflanzen in der alpinen Vegetation Petsamo-ljapi»laiuls.<br />
I. Allgemeiner Teil. Akad. Abh. - Ann, Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn.<br />
Vanamo, 11, n:o 1, p. 1-311.<br />
—»— 1939, Ein Beitrag zur Kenntnis der Verbreitung der höheren Was.ser-<br />
|)flanzen in der ali)inen Stufe Fennoskandiens. - Ibid., II, n:o 3,<br />
]>. 35- 40.<br />
STENIIOOS [Kl villi KKO], K. E,, 1898, Das Thierleben im Nunnijärvi-See.<br />
- Acta SOC. F. Fl. Fenn., 17, n:o 1, p. 1 - 259.<br />
STEUNEU, R., 192(), t')lands växtvin*ld. - Södra Kalmar l.än, 3, p. 1 - 237.<br />
STALIIEIUJ, N., 1939, Lake Vättern. - Acta Phytogeogr. Suec., 11, ]>. 1-52.<br />
S u o m en kartasto (Atlas of Finland) 1925. Helsinki 1925 - 28.<br />
S n o m e n m a a n tiet e e n k ä s i k i r j a. Helsinki 193r). - Siehe unter<br />
AALTONEN 193(), AI'EII 19:JF), .IOUANSSON 193R), RENQMST 193G und<br />
SALMIA MO 193(1.<br />
Suomenmaa. I-IX. Porvoo 1919-31.
Aull. J:iol. Soc. Zool.-]3()l. i'cnn. Vanamo, 15, 11:0 5. 311<br />
TiiiKNKMANN, A., 1914, Pliysikalisclie und clienusclie llntorsucluuigeu in den<br />
Maaren dor Eifel. II. - Verli. Naturli. Ver. d. preuss. liheinl. u. Westf.,<br />
71, p. 27:{-:{89.<br />
.—Ä— liiologisclie Seeiyjton und die Gründung einer IIy(lrol)iologiscIuMi<br />
Anslall am Hodenseo. - Archiv f. lIj'drol)io]ogie, J;J, p. 347 - 370.<br />
—1)— 1921 a, Seetypen. - Die Naturwissenschaften, 9, p. 343 - 346.<br />
—>>— 1921 h, Tiber ])iohigisohe Seentypen und ihre fisciiereiliciie IJedeutung.<br />
- Allg. Fischerei-Ztg, 40, p. 211-214.<br />
—•>— 1925, Die Binnengewässer Mitteleuropas. Eine linniologische Einführung.<br />
- Die Binnengewässer, I, p. 1 - 255.<br />
—«— 1928, Der Sauerstoff im eulrophen uj)d oligolroplien See. - Ibid., 4,<br />
}). 1-175.<br />
TIIVNMAHK, S., 1931, Der See Fiolen uiul seine Vegetation. - Acta Phytogeogr.<br />
Suec., 2, p. 1 - 198.<br />
—»— 1937, (jl)er die regionale Limnologie von Südschweden. - Sveriges Geol.<br />
Unders., Ser, C, n:o 410 (Årsbok 31, n:o G), p. 1-1G0.<br />
T'I.VINKN, A., 1937, Untersuchungen über die Straiul- uiul Wasserflora des<br />
Scfiärenliofes am mittleren Alüiulungsarm des Flusses Kymijoki in<br />
Südfinnland. Akad. Ai)h. - Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. l''enn. Vanamo,<br />
H, n:o 5, p. 1 - 152.<br />
ÜTKnMöuL, H., 1925, Linniologische PhytopIanUtonstudien. - Archiv f. Ilydrol)iologie,<br />
Su|){)l. Ikl. 5, p. 1 - 524.<br />
VAAKAMA, A., 1938, Wasservegetationsstudien am ürosssee Kallavesi. Akad.<br />
Abh. - Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn. Vanamo, 13, n.o 1, p. 1 -314.<br />
\"AIII:III, L'J., 1932, .lyväsjärven kasvillisuus. (Referat: Die Vegetation des<br />
.lyväsjärvi-Sees.) - Ibid. 3, n:o 1, p. 1 -51.<br />
WAIILUKUO, A., 1914, Bidrag till kämiedomen om Littoisträsk. - Acta Soc.<br />
F. Fl. Fenn., 38, n:o 1, p. 1 - 201.<br />
\'AI.LK, K. J., 1923, Fischwa-ssoruntersm-lnwigen im Staatsrevier Evo. - Acta<br />
Forest. Fenn., 25, n:o 12, p. 1 -34.<br />
-—»— 1928, Ükologisch-linuu)logische Untersucliungen ü])er die lioden- und<br />
Tiefenfauna in einigen Seen nördlich vom Ladoga-See. H. - Acta Zool.<br />
Fenn., 4, p. 1 - 231.<br />
—»— 1929, Kömien die südfinnischon Seen vermittels der umgebenden Vegetation<br />
und Flora bonitiert werdeny - Acta Forest. Fenn., 34, n:o 23,<br />
j). 1 - 22.<br />
WAUMIN«, I^., 1897, Motaniske Exkursioiu.»r. 3. Skarridso. - Vidensk. Medd. fr.<br />
Naturhist. Foren, i Kjobenhavn f. Aaret 1897, p. 1C)4-197.<br />
\VKnKSTSCHAf;iN, G., 1924 a, Die Unglei(;hartigkeit der verschiedenen Teile<br />
eines Sees und ihre Bedeutung für die Aufstellung der Seetypen. - Verh.<br />
Intern. Ver. f. theor. u. angew. Linuiologie, 2, {). 225 - 232.<br />
—»— 1924 b. Die Seen Segosero luid Wygosero nach den Forschungen der<br />
wissenschaftliclien Olonetz-Expedition. - Ibid., 2, p. 23l-2:{4.<br />
WKSKNUKUC-LUNO, G., 1919, Furesostudier. En bathynietrisk-botaniskzoologisk<br />
IJndersogelse af Molleaaens Soer. - 1\. Danske Vidensk. Selsk.<br />
Skrifter, Naturv.-math. Afd., 8 l^aekke, 3, n:o 1, p. 1- 208.
312 L. Marislo, Die floristisclieii Scelypen Finnlands.<br />
WEST, G., 1905, A comparative study of the dominant I)haiierogamic and<br />
liigiier cryptoganiic flora of aquatic habit in three lake areas of Scotland.<br />
- Proc. lloy. Soc. of Edinburgh, 25, p. 767 - 1023.<br />
—»— 1908, Bathynietrical survey of the freshwater loclis of Scotland. 8.<br />
Notes on the a
SUOMENKIELINEN SELOSTUS.<br />
SUOMEN .lÄRVITYYPIT SUURKASVILLISUUDEN PERUSTE ELLA.<br />
Makeanveden eliömaailmaa massaltaan suurin osakas, vesien suurkasvillisuus,<br />
on viimeaikoiliin saakka jätetty suliteollisen välhälle huomiolle. Pääasiassa<br />
vasta kolmella viimeksikuluneella vuosikymmenellä on suoriteltu<br />
monografisluontoisia tutkimiiksia yksityisiltä järviltä. Sensijaan laajempia<br />
regionaalisia tutkimuksia, jotka pyrkivät järvityyp|)isystecn\in luomiseen<br />
kasvitieteellisellä pohjalla, on vain SAMUE^ssoNin (1925) tutkimus Taalainmaan<br />
järviltä sekä IvKiisENin (1929) Tanskan järviltä suorittama tutkimus<br />
veden j)ll:n vaikutuksesta korkeampaan vesikasvillisuuteen. Yritettäessä<br />
soveltaa näitä järvityyppijakoja Suomen vesiin on kuitenkin huomattu,<br />
etteivät ne täysin sovellu meillä käytettäviksi. Siksi kypsyi tekijässä ajatus<br />
koko Suomen käsittävän suurkasvillisuuteen j)erustuvan floristis-ekologisen<br />
järvityyppijaon luomisesta, mikä tässä tutkimuksessa on toteutettuna.<br />
Kenttätyöt suoritettiin varsinaisesti 1930sekä täydentäviä tutkimuksia<br />
kesinä 1939 ja 1940. Tutkimusalueet käsittävät 135 järveä tai<br />
järven osaa eripuolilta Suomea ja ne on valittu etukäteen tarkoin huonnoonottaen<br />
seudun maalaji- ja kaliioperäsuhteet sekä kulttuurin vaikutusasteeu.<br />
Lopputuloksena on J_2 varsinaista järvityyppiä, joista ensimmäinen,<br />
sikäli teoreettinen, että esillä olevassa aineistossa oi<br />
siihen kuuluvia järviä olo. Väliniuotojon luonnollisesta esiintymisestä johtuen<br />
on rajan vetäminen eri järvityyppien välille usein tuottanut vaikeuksia.<br />
Järvityypit on pyritty nmodostamaan fysiognoomisesti mahdollisimman<br />
yhtenäisiksi silmälläpitäen ennenkaikkea vesikasvillisuuden valtalajeja, eri<br />
elonniotojen keskinäistä runsaussuhdetta sekä ympäristö- ja kasvupaikkatekijäin<br />
mahdollisimman pientä vaihtelua. Vaikeata on ollut myös j)ääjaoituksena<br />
käytetyn^ oligotrofisen ja eutrofisen järvityyppirylimän keskinäinen<br />
rajoittaminen. JSutrofia makrofyyttilaji§ton<br />
kpkoon^^anon myös vesikasvillisuudbn yleisen runsaud^ ja kasvustojen<br />
tiheyden sekä eräiden kasvupaikkatekijäin kuten veden pll-arvon iuTomioonottaen.<br />
Eroitettujen järvityyppien erilaisuuden aiheuttavia kasvupaikkatekijöitä<br />
on käsitelty pääasiassa eri elomuotojen sekä kunkin järvityypin tyyi)pilajien<br />
kannalta yksityisiin autekologisiin probleemoihin tarkemmin puuttumatta.<br />
Eri kasvupaikkatekijäin ominaisen vaikutuksen toteaminen on usein<br />
vaikeata johtuen kullakin kasvupaikalla yhtaikaa vaikuttavien tekijäin paljoudesta.<br />
Yleinen havainto koko maan huomioonottaen on, että edafisten
31 1 L. Mcirislo, Die florisUsclien Seetypen Mmilands.<br />
tokijäiii, ciiiutiikaikkoa pohjuii karkQusastcen Ju riivintopiloisiuiden inerkjtys<br />
korkoaniinarv vosikasyiUisiiudcn motuistymisolle on tärkoiii. j^imrin on näiden<br />
U-kijiiin vaikutus iielofyyttilajistoon, vähäisempi liydrofyytteihin.<br />
Kiimaatlisten tekijäin uierkitys vesikasvillisuudelle, jota ei maan itälänsisuuutuissa<br />
huomaa, lisääntyy koko ajan etelästä polijoiseen siirryttäessä.<br />
La[)issa niiden vaikutus vesikasvillisuuteen huomataan lajiluvun tuntuvana<br />
pienenemisenä sekä helofyyttikasvustojen suhteellisena vähentymisenä.<br />
Öelvä syyperäisyys on huomattavissa kaikkien muidenkin kasvupaikkatekijäin<br />
vaikutuksessa. Niistä mainittakoon ennenkaikkea veden ominaisuuksien<br />
sekä erilaisten kulttuuritekijäin vaikutus vesikasvillisuuteen sekä<br />
järvityyppien syntyyn. Niinpä esim. vesikasvillisuuden rehevyys kasvaa<br />
selvästi railt^tan rajoittuvien viljelysttMi lisääntyessä.<br />
Verrattaessa eroitettuia suurkasvillisuuteen perustuvia järvityyppejä yleislimnologisiiii""järvityyppijakoihin<br />
havaitaan, että ne ovat hyvin keskenään<br />
verrattavissa, l.opullinen rinnastus on kuitenkin tässä vaiheessa mahdoton,<br />
koska vesianalyyseja ei voitu suorittaa. Molempien alueellinen levinneisyys<br />
Suomessa käy myös hyvin yksiin, mikä myös osoittaa, miten tärkeä osa<br />
vesien suurkasvillisuudella on sekä yleisen että regionaalisen limnologian tutkimuskohteena.<br />
Korkeamman vesikasvillisuuden perusteella eroitettujen järvityyppien<br />
levinneisyys vaiivistaa maakasvilajiston suliteen jo aikaisemmin selvitetyn<br />
tosiasian, ^yleisea .eutrofiaji harvinaisuuden Suomessa. Eutrofisten järvien<br />
määrä on myös vain murto-osa oligotrofisten määrästä. Laajempia eutrofiaalueita<br />
voidaan eroittaa vain Lounais- ja Etelä-Suomen savialueilla. Niiden<br />
rajat käyvät hyvin yhteen ns. viljavuusmaakuntien rajojen kanssa. Oligotrofiaalueella<br />
tavattavat eutrofiset järvet keskittyvät taas pääasiassa ns. lehtokeskuksiin<br />
eli sinne, missä kuivan maan kasvillisuuskin on paikallisesti rehevintä.<br />
Raja tässä eroitetun pohjoisen ja eteläisen järvityyjjpiryhmän välillä noudattaa<br />
sekä kallioperä- että klimaattista aluerajaa, jotka Etelä-Lapissa ja<br />
Kainuussa kulkevat paikoin aivan lähekkäin. Useimmilla polijoisilla järvityypeillä<br />
on vastineensa eteläisten järvityyppien joukossa. Lisäksi ovat<br />
pohjoiset järvityypit sikäli itsenäisempiä, että eri osissa Lappia on tavallisesti<br />
yksi järvityyppi selvästi vallitsevana. Sensijaan on Etelä-Suomessa<br />
alueellinen kirjavuus suurempi. Luonteenomaisin on siellä Sisä-Suomen<br />
järvialue, jossa vedet ovat enemmän tai vähemmän humuspitoisia riippuen<br />
siitä, mistä osasta alueelle ominaisissa reittivesistöissä on kysymys. Veden<br />
dystrofian väheneminen vedenjakajalta keskusjärviin päin on selvä ja siitä<br />
johtuen happamampien järvityyppien runsaampi esiintyminen alueen perifeerisissä<br />
osissa.<br />
Verrattaessa Suomen järvien suurkasvillisuutta Skandinavian ja Keski-<br />
Euroopan vesikasvillisuuteen havaitaan selvästi Suomen järvien karumpi<br />
yleisleima. Tässä esitetty jako on kuitenkin rinnastettavissa niihin järvityyppijakoihin,<br />
joita samalta pohjalta lähtien, vaikkakin pieniltä alueilta, on<br />
tehty munalla Pohjois-Euroopassa.
s e e t y p<br />
Equisetum -Typ<br />
Equisetum - Phragmites -Typ<br />
Phragmites -Typ<br />
Lobelia -Typ<br />
Potamogeton filiformis<br />
Chara -Ty[)<br />
- Carex-<br />
Typ<br />
Elodeiden -T^<br />
Nr. des Sees<br />
pH des Wassers<br />
Transparenz, m<br />
iJul räj) 11. \Vass(?r f) f lan ze n<br />
Wässer|i7fhinzen insgesan»t<br />
Bebautes Ufer, %<br />
Al i<br />
S.sj 5.8 6.o| 5.9<br />
'l.sj iü l.a|<br />
15 10<br />
9 \1U 11 \12\rd\ U \il5 16\ 17 18\ 19\ 20 21\ 22\ 22\ 24 26 26 27 28 29\ 30 31 32\ 33\ 34\ 35\ 36\ 37 38 39\ 40 4T\42 45 \ 40 47\48 49 60\öl\ 52 53 54\65<br />
6.31 G.i ß.sj fi.al 6,fi 6.5| 6.8 Kai '6.; 6.7| 6.t| 6.4 6.6| 6.5| 6.6| 6.7 6.6 6.4 6.8 6.8 6.6] 6.4 6.3 6.8| 6.8| 6.8| 6.6| 6.5j 6.9 7.0 7.o| 6. 6.6| 6.8 6.6| 6.7 6.6| 6.1 6.8 6.8 6.!) 6.7| 6.6[ 6.6 6.8| 6.6 6.7<br />
r.2| 1.4 1.2| l.sj l.ö Ö.isj 0.». 2.o| 2.5 2.5| 2.O[ 1.5 2.l| 1.2| 1.7| 2.6 2.9 2.8 2.7 3.4 3.7 3.2 3.0 2.6| 3.4| 2.7| 3.8| 3.«! 3.7 1.8 2.i| 3. 3.o| 4.0 2.6| 3.8 2.5 3.3 3.0 3.0 3.0 3.5| 3.7 4.4| 4.7 5.4<br />
-M - I 1 I 2 - I 3 Jj- - -I- 111111 -<br />
1 I 3 1 I 1 I - I - I - I -<br />
2| 2 Iii<br />
1| 3 2! 1<br />
5| 19<br />
15I15j15 2| 16 21 I 15 14 15jl8 16 19|17|12 24 23 13 22 16| 21 13 18| 20| 20| 21 I 15 I 11 17 23 18 22| 21 131 20 22 20 11 21 14 I 25 22 23 31<br />
10 20 20 75 65 15 25 10 50 10 45 I 40 10 15 I 80 I 70 20 15 15 40 15 15 10 I 10 I 20 30 I 5 |10 10 15 10 I 50 10 40 30 30 10 30<br />
10 50<br />
58 59 00 01\G2\63<br />
071 081 6-?yJ 7^\71 \72\ 731 741 75 \ 76 \ 77\ 78\ 79 80<br />
6.8 6T7 6.5 G.aj 6.3| 6.8 '6.8| 6.6[ li.tl 6.7| 6.7| G.9| 6.8f6.9"| 6.7|<br />
6.4| 6.8 6.6<br />
3.8 4.8 5.0 t.o| 4.3[ 5.4| 5.2 6.4| 5.O| 5.0 6.8| G.O| 7.1 H.o| 7.i| 4.8| 7.J S^ifH.a'<br />
-l-l-<br />
" | T n 3 - -<br />
"Ej 1 A<br />
11 16 1_3 17 ir.| 10| 18| PI 23<br />
211 10| \[\\ 16 jy<br />
13] 15<br />
50<br />
10 10| - I 10"f-^ I 5 10 51- fl» 15! -r- i 5 20<br />
- 1^5<br />
84\^\J6<br />
"7.3} 7.5 7'n| 7.5|_7.4<br />
•4'.5|'5.Ö •5ro|7)7i| 5.0<br />
.jjj 6 Al Al I<br />
25|J5 23|J7 j " 7<br />
10 I 10 'I 10 j 2'0<br />
88 89 901911 92<br />
G.aj 6.»| 6.<br />
6.o| 6.2| 7.<br />
3 2 -<br />
21 I 18 I 9 .8<br />
-I M -<br />
94 95 971 98 99<br />
6.8 6.7 7.3| 7.i| 7.8 7.2<br />
3.3 2.1 2.7| 3.o| 3.1 3.1<br />
1| 2| 3<br />
20 24 24 I 26 I 18 18<br />
10 101201 15<br />
Equist'luni limosuiti<br />
Typha latijolia<br />
.. 2; 3 2; 3 4; 5 5;/i G;5 6; 5 5; 4 5; 4 6; 6 5; 4 4; 5 't;5 7; 5 3; 3 5; 4 4; 6 4; 4 4; 5 4; 4 4; 3 4; 5 2; 3 3; 3 4:4 3; 4 4; 3 3; 2 6; 5 4; 5<br />
2; 6<br />
4: 4 5:4 i;5 4; 5 4; 4 3; 3 2; 5 3; 4 3; 4 2; 6 3; 4 4; 4 2; 3 3; 3 3; 3 4; 3 4; 3 4; 3<br />
1;7<br />
2:5 5:4 '»;7 4; 4 Ii; 4-2; 4 4; 5 4;5 4;3 3;3i2;3l4;i' 3; 4 4^3^ -<br />
3; 6<br />
3; 3; - 3; 3 3 2; 2 2; 4 2; 5 4; 6,3; 3 3; 5 3; 3i3; 3 3; 4 3; 4 3; 4 2;3|3;4 5; 5 2; 4 3; 5 6; 6 6; 6 O, r. r O 5; 5 2; 3 2;<br />
T. anguslijolia<br />
Scirpus lacuster<br />
2; 3 2; 3 2; 2 1;2 2; 3 3; 4 4; [)<br />
4; 5 2; 3 6; 5 6; 6 7; 6 4; 6 5; 6 4;;) 3; 4 4; 6 1;3 4; 3 );5 6; 6 3; 3 3; 5 i;2 1;3 3; 3 5:4 3 3; 5 2; 5<br />
S. eupalustcr .<br />
2; 3 2; 2 4; 4 2; 3 4; 5 4; 3 3; 4 3; 3 2; 4 3; 3 3; 4 3; 4 5; 4 5; 4 4; 3 3; 4 4; 4 4; 4 4; 5 4; 4 4; 5 4; 5 3; 3 5; 5 4; 3 3; 3 3; 3 1;2 3; 4 4; 4 5; 5 4; 4<br />
Vhragmites communia 2; 2 4; 3 3; 4 4; 3 1;5 3; 3 3; 4 4; 4 2; 2 1;3 3; 3 4; 5 4; 5 5; 5 4; 4 3; 4 5; 4 6; 6 7; 7 4; 5 6; 6 3; 5 4:4 r. r 5; 6 5 6; 5 6 5; 5 4; 5 5:4 5; 4 4; 4 4^4 4; 4 5: G 5; 5 G; 5 3; 2<br />
Scolochloa festucacca .<br />
Ghjceria maxima ....<br />
Sagittaria nalans<br />
4; G 4; 5 2; 3<br />
2^3<br />
Potamogeton nalans . . . .<br />
2; 4 2; 4 G; 5 3; 3 3; 3 2; 4 4; 4 4; 5 1;3 2; 3 3; 4 4; 5 5; 5 4; 5 3; 3 3; 3 1;3 2; 5 2; 3 3; 7 4; 3 4; 5 4; 3 2;2 4; 6 1;2 3; 3 3; 3 2; 3<br />
Sparganium Friesii . . . . 3; 3 3; 3 4; 3 4; 5 3; 3 3; 4 3; 4 2; 2 3; 4 4; 5 5; G G; G 5; 4 4; 3 1;3 3; 4 3; 4 3; 4 K. r 4; 5 5^4 4; 3 4; 4 5; 6 2; 3 4; 4 3; 4 3^4 3; 4 4; 4<br />
S. affine<br />
3; 3 2; 2 3; 3 3; 2<br />
3^3 3; 4 3; 3 2; 3<br />
Alopecurus acqualis . .. .<br />
3; 3 3; 2 2; 3<br />
2;2<br />
1;4<br />
Glyceria fluilans<br />
5^2<br />
3; 3 6; 5 2; 2 2^2 3; 3 2; 2 3^4<br />
1^2 2; 3<br />
Polygonum amphihium . .<br />
2; 3<br />
2; 3 4; 4 3; 5 4^5 2; 3 3^3<br />
2; 3 3; 5 3; 4<br />
Nymphaea alba<br />
3; 4<br />
5; 3<br />
3; 3 5; 5<br />
3; 3 3; 3 2; 2<br />
N. Candida<br />
2^2 3; 3 G; 4 2^ 3; 3 3^2 3^3 2^3 3; 3 1^3 2; 2 1;3 2; 3 2; 2 3^4 5; 5 3; 3<br />
5; 4 2; 2 2; 3 3; 3 5; 5 5; 4<br />
2; 3<br />
N. tetragona<br />
3; 3<br />
3; 4<br />
Nuphar luteum<br />
2; 3 4; 5 3; 3 4; 4 G; 6 5; 4 5; 4 4; 4 4; 5 4; 3 5; 4 4; 4 5:4 4; 4 3; 4 2; 3 3; 2 5; 5 G; 6 4; 3 3; 4 2; 3 4; 5 4; 5 4; 4 3; 4 4; 4 4; 5 4; 4 4; 4 1:2 5; 3 5; 4 3; 5 2; 4 3; 3<br />
N. pumilum<br />
3:3 2; 3<br />
3; 5 4; 3 2; 2 3; 4<br />
6; 6<br />
2; 2<br />
3; 3 4;;- l;3<br />
Ilydrocharis morsus-ranae<br />
2; 4<br />
Lemna minor<br />
2; 2 1;2<br />
1;3<br />
Spirodela polyrrhiza . . . .<br />
S trat io tes a lo ides<br />
Elodea canadensis<br />
Potamogeton perfolialus . .<br />
3; 2 G; 4 3; 5 3; 2 3; 2 4; 5 2; 2 3; 5 2; 4 4; 3 4; 3 5; 5 4; 3 3; 4 4; 4 4; 3 4; 3 2; 2 3; 3 3; 4<br />
P. praelongus<br />
2; 4<br />
1;3 3; 3<br />
P. lucens<br />
6; 4<br />
3; 5 2; 2; 6 2; 5 4; 4 3; 4 3; 3 i; 3 4; 5 G 1;G 3; 3 1;3 1;3 1;2 - 2;3 3;3j3;3 2;3 3;3| - i - |1;2<br />
2; 3 -<br />
1;3<br />
4 4; G 4; 4 4; 6 2; 4 4; 5 3; 5 4; 5 5; G 6; 5 5; 5 5; 5 5; 4 3; 5 5; 4 3; 4 3; 5 4; 4 - 3; 311;2 3; 4 2; 3,4; 3 4; 311; 3 G; G 2; 3 4; 4 2; 3 3; 3 2; 4<br />
4; 6 6; 6 1;3 3; 7 5; 6 G; G 4; 6 5; 6 6; 6 5; 5 G; G 6:6 G; 5 'i;G 4; 5 G; 6 5; 4 5; 5 G; 5 5; 4 5;4|4;4 4;4|4;4'5;5 5; 6 5;5 5;5l4;3;4;G 3; 3 4; 4 4; 4 4; 3<br />
3; 4 1; 3<br />
2; 5 3; 5<br />
5; 6 3; 4<br />
•,4i3;4 3; 4 -<br />
1;2<br />
3; 4 1;3<br />
2; 2 4;5j3;5 3; 5 4; 4 4; G 4; 5 1;3 3; 4 2; 4 2; 3 1;3 2; 3 1;3 3; 4 4; 3 3; 3 i;5<br />
4; 4 4; 6 3; 4 3; 312; 3 3;2j3;3|3;4 5; 5 2; 4 2; 2 2; 4 3; 4 4; 4 2; 3 4; 4 3; 2 2;2 2; 2 3; 4<br />
2; 2 3; 2<br />
3; 3<br />
2; 2 1^3 2; 2; - "" j i "" 4; 3 2; 2<br />
2; 3<br />
3; 3 ;3i3;2 3; 2 4; 4 3; 4 6; 4 1;4 3; l;3 3 2; 3 3; 4<br />
3^3 2; 2<br />
3; 4 3; 4 2; 4 2; 2 5; 4 5;5 4; 5 5; 4 5; 6 r. r 4; 4 - 2; 4 2; 4<br />
3; 4<br />
- i2;3<br />
2; 2 2; 2<br />
3; 3 2; 2<br />
2; 31; 3 2; 3 3; 2 3; 3 3; 5<br />
1^2 3; 4 3; 3 - !3;2<br />
2; 2 1;3<br />
2; 2 2; 3<br />
3; 4<br />
3:3 2; 4 3;4 4;4 3; 413; 314; 3 4; 5 2; 4 i;3'3;4 5; 4 5; 4 2; 3 3; 4 3; 3 4; 4 1;2 2;2i2;3 1;3<br />
2; 3 2; 3<br />
2; 2<br />
3; 4<br />
2; 3 3; 5<br />
- I - I -<br />
1;3<br />
i;5<br />
2; 3<br />
5; 4<br />
1^2<br />
3; 3 4; 5 3; 4 2; 2 5; 3 4:3 2; 2 3; 2 3; 3 4; 3 5; 4 3; 2 6; 3<br />
2; 3<br />
3; 2<br />
3; 3<br />
P, obtusifolius<br />
P. pusillus<br />
P. zosterifolius<br />
P. filiformis<br />
2; 2 1;2 1;2 4; 3<br />
1;2<br />
1;2 2; 2 1;2<br />
1;2 2;1 1;4<br />
1;2<br />
Najas tenuissima<br />
Lemna trisulca<br />
Ranunculus conjervoides .<br />
Ceratophyllum demersum .<br />
Myriophyllum alternifl. ..<br />
M. spicatum<br />
M. verlicillalum<br />
Calli'-^ ' e auturnnalis . .<br />
UiricUiuria vulgaris ....<br />
U. intermedia<br />
U. minor<br />
1; 2 1; 5 3; 3 -<br />
4; [1 5 2; 3 - 2; 3.1;2 1;2 1;3<br />
,5 4; G 5; 6 2; 4 6; 6 4; 4 4; 4 4; 4<br />
_ I<br />
3; 3 2; 2 1;2 2;4| - -<br />
'1; 6<br />
2; 2 1;2 2;2l3;3 'il: :<br />
2; 2 - '1;3 1;2 2;3i - i2;3 3; 3 4^6<br />
2; 2 4; 3 3; 2 -<br />
2;2 -<br />
1;2<br />
- - 3;4 4;3j -<br />
3; 3 5;5| - 2; 3 3;2 2^1 - • - 1;1<br />
3; 2 3; 4 - 3;4|3;3 1;3 2; 4 1; 2! -<br />
1;2<br />
3; 2<br />
4; 4 1;2 4; 3 5; 2<br />
1;1 2; 2<br />
3; 2<br />
3; 4<br />
t;3<br />
3; 3<br />
fi;<br />
1; 4; G<br />
4; 6 3; 3<br />
3; 4 G; 5 5; 5 4; 5 7; G 3:4<br />
- 13; 5<br />
1;2<br />
- .2; 4 1;5 3; 415;5<br />
2; 5 2; 5 3; G<br />
- !3; 6 3; 3! -<br />
3; G 3; 7 5; 7 3; 3 3; 4 3;<br />
4; 5 2; 4 4; 5 4; 3 2; 2 4; 5 4; 4 3; G 2; 3 2; 3 4; 7 4; 4<br />
1;3<br />
3; 2<br />
4; G - 4; 3; - 2;4 - I - 2; 4<br />
~ I -<br />
1;4 2; 5 1;2 2; 2<br />
5; 6;3;5 5; G 2; 3 3;3!3:: - 1;4 - 3; 5 3; G 1;3 4; 4 3; 3 2; 3<br />
1;3|1;2 2; 5 2; 3 5; 4 3; 3 2; 3<br />
- 1;2<br />
5; 5 3; 4 G; 5 3; 3 5; 4 5; 4 4; 3 7; 4 3; 3 5; 4 5; 4 5; 4 5; 4 S; 4<br />
2; 2 3; 3 4; 2 'i;2 1;2 4-4 t;3 •A- 9 1;3 1;2 3; 2 4; 2<br />
3; 3<br />
2; 3 1;2<br />
2; 5<br />
4; 4 4; 5 2; 3 5; 5 4; 4<br />
2; 2 3; 3 4; 3<br />
i;2 5; 5<br />
G; 3 5; 3 4;;: 3; 2 4; 4 2; 2 4; 5<br />
2; 4<br />
2; 2<br />
2; 2<br />
2; 4<br />
2:4<br />
1;4 1;3 2; 2<br />
2; 3<br />
i;2<br />
1;1<br />
Potamogeton gramineus<br />
P. alpinus<br />
1;5 1;1<br />
Ranunculus pelialus . .<br />
Callitriche v?rna<br />
C. polymorpha<br />
Isoéles lacustre<br />
5; 5 3; 2 5; 3 5; 3 4; 3 4; 3<br />
/. echinosporum<br />
3; 3<br />
J uncus supinus mf. f luit.<br />
3; 2 4; 4 4; 3 3; 2<br />
Scirpus acicularis ....<br />
3; 3<br />
Ranunculus reptans .. . 2;2 4; 3<br />
3; 2<br />
Suhularia aquatica ....<br />
3; 3<br />
Elatine iriandra<br />
3; 3<br />
E. hydrupiper<br />
Tillaea aquatica<br />
Litorella uniflora<br />
Lobelia dorimanna<br />
2; 3 4; 4 4; 3 4; 3 G; 5 5; 4 4; 4<br />
Alisrna i)lanta^o .....<br />
- 2; 2<br />
Sagittaria sagittifolia .<br />
Butomus umbellatus .<br />
Sparganium minimum<br />
S. simplex<br />
S. ramosum<br />
Iris pseudacorus<br />
Rumex hydrolapathum<br />
Ranunculus lingua . ..<br />
Hippuris vulgaris ...<br />
Lysimachia thyrsiflora<br />
3; 2 1;2 2; 3 2; 3<br />
2; 3<br />
2; 2 1;2 3; 3<br />
3; 4 3; 2 4; 3 4:3<br />
3; 3<br />
1;2 3; 3 2; 2<br />
2;2 3; 3<br />
2; 3<br />
2; 2<br />
3^2 2; 2 4^3 3; 2<br />
3; 4 3; 3 3; 4<br />
3; 2 2; 3 3; 3 2; 3 3; 3 3; 2 3; 6 3; 4 5; 3 3; 3 3; 2 5; 3 5; 4 2; 2 5; 4 2; 2 4; 4 2; 3 4; 3 l;2 3; 5 3; 3 4; 2 3; 2 4; 2 4; 2 '»;2 4:2 6; 3 4; 2 3: 2 6; 4 3; 2 3; 3 5; 5 3; 4 4; 3 4; 2 5; 2 4; 2 4; 4 5; 2 3; 2 5; 3 5; 2 3; 2 2; 4 2; 2 4; 2 6; 4 6; G 4; 5 2; 2 5; 5 2; 4<br />
1;3 3; 6<br />
2; 5<br />
4; 6 3; 3 3; 5 2; 3<br />
2; 4 2; 3 2; 2<br />
1;1 1;2 2;2 2; 4 2; 5 2; 4<br />
1;2<br />
3; 3 2; 4 3; 4<br />
2; 2<br />
2; 2 1;2<br />
3; 2 4:3 3; 2<br />
3; 3<br />
2; 3 1;2<br />
1:2 2; 2<br />
2; 2<br />
1;2<br />
2; 2<br />
1;3<br />
1;2 1;3 1;3<br />
2; 2<br />
3,3<br />
2; 2<br />
2; 3<br />
3; 3 4; 4 4; 4 2; 3<br />
3; 3<br />
2; 3<br />
4; 3<br />
2; 3<br />
5; 4 4:4 3; 4 2; 2 4; 3<br />
3; 4<br />
4; 5<br />
6; 5 2: 3 3; 4 4; 5<br />
4^5 3; 2 3^4 4; 2<br />
1;3<br />
275 2; 3<br />
3; 3 2; 3 4; 4 5; 4 6; 4 2; 5 5; 4 4; 4 3; 2 5; 4<br />
1;2 1;2 1;2<br />
3; 2 2; 2 2; 2<br />
2; 2<br />
2; 2 2; 3<br />
1;1<br />
1;5<br />
3; 3<br />
3; 3<br />
1;2<br />
G; 5 3; 3 5; 4 4; 4 5;4 6; 4<br />
Scirpus silvaticus . ..<br />
Carex elata<br />
4; 4 3; 3 3; 3 3; 3<br />
C. gracilis<br />
C. aqualilis<br />
2;2<br />
2; 3<br />
3; 2<br />
2; 3<br />
i;4 6; 4 1;4<br />
3; 5 2^3 4; 3<br />
4; 3 2^4<br />
1;4 4; 5<br />
4; 4<br />
4; 5 5; 5 5; 5 6; 6 4; 4<br />
1; 3 1;3<br />
1;2<br />
3; 3<br />
1;2<br />
2; 2 3; 3 2;4 2; 4<br />
1;1 4; 2<br />
4; 3<br />
2; 2 2;2 3; 2 1;1 2; 2 1;1 1;1 2; 2 2; 2 4; 2 2; 2 5; 2 1:4 3; 4 3; 3 4; 4 5; 3 3; 2 3; 2 5; 5 6; 5 2; 2 1;2 2:2 5; 3 4; 4 4; 2 5; 4 3; 3 4; 4 1;2<br />
2; 3 2; 5 2; 4 2; 3 2; 3 2; 3 1;2<br />
1;2 4; 2<br />
1;3 3; 4<br />
3; 3 3; 3 2; 3 4; 4<br />
3; 2 t;l<br />
1:2<br />
2;1<br />
1;2<br />
3; 3 5; 4 1^2 G; 5 5; 6 4; 3 7; 6 5; 5 7; 6 7; 6 5; 4 G; 6 3^3<br />
5; 5 6; 5 6; 5 4; 4 5; 4 4; 4 3; 4 4; 4 7; 6 5; 5 G; G G; 5 6; 5 5; 5 G; 6 5; 5 ;};3 5; 4 5; 4 5; 4 4; 4 6; G 6; G 5; 5 4; 4 4^3 7; 6 G; 5 6; 5 6; 5 7; 7 6; 5 4; 3 6; 6 6; 5 6; 5 6; 5 3; 2 5; 4 3; 4<br />
3; 3<br />
3; 3 2^3 4; 3 5; 3<br />
3; 3<br />
3; 3<br />
4; 3 5; 4<br />
5; 4 4; 4<br />
3; 3 5; 3 5; 4 5; 4 3; 3 5; 4<br />
3; 2 4; 4<br />
3:3 4^4 2; 2 2; 4<br />
4; 3<br />
4; 4 1^4<br />
3; 2 3; 2 2; 2 4; 4 4; 5 1^2<br />
1;2 4; 4 4; 4 3; 3 4; 4 3; 3 3; 3<br />
5; 4 5; 4 3; 3 5; 4 3; 4 4; 4 3; 4 4; 4 5; 4 4; 4 4; 4 5; 4 3; 3 4; 3 4; 3 5; 5 5; 4 5; 4 3; 3 3; 3<br />
3; 3 5; 4 4; 5 5; 4 5; 5 6; 6 3; 3 4; 5 5; 5<br />
2; 3<br />
4; 4 3; 3 5; 4 5; 4 2; 2 3; 3 2; 3 5; 5 3; 3 2; 2 3; 3 5; 4 6; 4 3; 4 4; 4 4; 5 5; 4 4; 4 4; 4 5,4 5; 4 5; 4 5; 4 5; 3 4; 4 5; 4 3; 4 5; 4 4; 3 4; 3 2; 4 5; 5 3; 3 4; 3 5; 5 5; 5 5; 3 4; 4 5; 5 4; 3 5; 5 5; 4 6; 7 G; 5 4; 5 5; 5 3; 5<br />
6; 6 3^4 4; 3 3; 3 G; G<br />
4; 5 4; 5 4; 4 5; 4 5; 5 4^4 4; 3 2; 3 4; 4 5; 5 3; 3 3; 3 3; 3 2; 3<br />
5; 4 4; 4 3; 3 2; 3 5; 5 4; 4 6; 5 4; 4 4; 5 4; 4 2; 2<br />
3; 2<br />
2; 3 2; 4<br />
2; 2<br />
1;3 2; 3 1;3<br />
2; 2<br />
3; 3 3; 3 1;2<br />
3; 4 3; 3<br />
2^3 5; 4 2; 3<br />
4; 3<br />
2; 2 3; 3<br />
2; 4<br />
1^3 3; 3 3; 3 5; 4<br />
3^4<br />
3; 3<br />
4; 4 3; 3<br />
6; 7 G; 5<br />
6; 5 5; 5 4; 3<br />
4; 3 5; 4 4; 4 6; 6 6; 4 5; 4 5 5; 4 2; 3 3; 3 5; 5 4; 5 5; 4<br />
- 3; 3 3; 3 5; 4 4; 3 3; 3 5; 4 5; 4 4;3 3;3 4;3 :};3 4; 5<br />
4; 3<br />
6; 4 6; 4 G; 5 6; 6 6; G 5; 4 5; 4 5;. 5; 4 5; 5 2:3 5; 4 G; 4 7; 6 7; 6 G; 4 5:3 7; 5 6; 5 4; 3 4; 3 - 3; 3<br />
- - 4;3 4:4 3; 2 3; 2 3; 3 3; 5 3^2 3;2 - - 4;4 4; 3 2;2 2;1 2^2 1;2 2; 2 4; 2 3; 2 2; 4 4; 3 2; 2 3; 2 3; 2 2; 2 3; 2 2^2 4; 2 2: 2 3;2 4^2 3; 2 4; 2 4; i 3; 2 4; 3 2; 2 2; 2<br />
3; 2 3; 2 3; 1 4^2<br />
l;2<br />
3:5<br />
11, w 1<br />
2; 4 1;2<br />
3; 2 2; 2<br />
2;2<br />
1;1 2; 2<br />
1;3<br />
1;3 1;3 2;4 1;2 3; 6 3; 3 1;2 3; 4<br />
1;3 1;2<br />
2;3 3; 3 2^2 2; 4 2; 3 2; 2 1;3 2; 4 2; 4 I;2 2; 3 i;3 2; 3 2; 2 3; 4<br />
1;2 2; 3 3; 3<br />
2; 2<br />
3; 3<br />
2; 4<br />
3; 3<br />
3:3<br />
1;2<br />
1;2<br />
1;3 1;2<br />
4; 3 4; 4 6; 6 3; 3 2; 2 3; 3 4; 4 6; 5 4; 3 4; 5 4; 3 2; 2 3; 3 3;3 4; 3 -3:3 3; 2 3;3 4; 3 4; 3 3; 3 4; 3 4; 3 2; 2 2; 3 3; 3 3; 3 3; 4 - 5; 4 4; 3 2; 2 2; 2<br />
4; 5 G; 5 7; 4 6; 4 4; 4 6; 5 3; 4<br />
4; 2 1;2<br />
2; 2<br />
3; 2 2; 3 1;2 2; 2 3; 3 4; 3 3; 2 3; 3 4; 4 t;2 3; 3 4; 2<br />
2; 3 2; 3 2; 5 4; 4 2; 2<br />
5; 5 5; 5 f>;ö 4; 4 4; 4 6; 4 6; 6 4; 4 - 5; 4<br />
3;3 1;2 4; 4 4; 4<br />
5; 4 3 2; 3<br />
G; G 5; 5 3; 5 3; 4 5; 3 G; 7 3; 4 2; 3 4; 3<br />
4; 4 2; 4 6; 5 5; 4 3; 5 4; 4 5; 4 G; 7 3 3; 3 5; 3<br />
5; 5 4; G 2; 3 2; 3 6; G '3; 3 4; 3<br />
4; 4<br />
5; 4<br />
4; 3<br />
2; 2<br />
4; 2<br />
1-4<br />
2; 6 3; 3 4; 4 1;<br />
C. pseudocyperuH<br />
C. rostrata<br />
C. vesicaria<br />
C, lasiocarpa<br />
Phalaris arundinacea<br />
Calla palustris<br />
Rumex a(^uaticus ....<br />
5; 5 2; 4 3; 4<br />
4^5 4; 4 5; 4<br />
4; 5 5; 5<br />
3; 3 3; 4<br />
3; 3<br />
Montia nvularis<br />
Ranunculus flammula<br />
Caltha palustris<br />
Comarum palustre . . .<br />
Lythrum salicaria ....<br />
Cicuta virosa .......<br />
Menyanthes trifoUaia .<br />
Myosotis scorpioides .<br />
Lycopus curopaeus<br />
Ridens cernuus<br />
..<br />
1;2<br />
2; 2 1;2 1;2<br />
3; 3 4; 3 5; 4 2; 2 3; 3 3; 3 2;4 5; 3 3; 2 - 2; 2 2; 4 2; 3 2; 2<br />
3; 4 3; 3 2;3<br />
3; 3<br />
5; 2 3; 3 2; 2 2; 3 i;2<br />
;2<br />
3; 3 4; 3<br />
4; 3<br />
5; 4 3; 4 5; 3 3; 2 2; 3<br />
3; 3 2; 3<br />
4; 5 4; 3<br />
4; 4<br />
2^4<br />
3; 4 5; 3 6; 4 3; 3 4; 4 4; 4 6; 4 4; 4 2; 3<br />
3; 3 2; 3 5; 3<br />
3; 3 4; 5 4^5 2; 2<br />
3; 4<br />
2; 3<br />
4; 3<br />
2; 2 5; 5 3; 3<br />
l;3<br />
4; 4<br />
3; 3<br />
2; 3<br />
6; 6 5; 5<br />
3"4<br />
3; 2<br />
2^4<br />
4; 5<br />
3; 6<br />
274<br />
3; 5<br />
4^5 3; 4 4; 5 4; 5 4^4 2^3 5; 5 4; 4<br />
2; 3<br />
4; 4 5; 5 5; 6 3; 4 4; 4 5; 5 5; 5 5; 4<br />
2; 2 1;3 2; 3 1;3<br />
5; 7<br />
3; 3<br />
3; 4<br />
1;2<br />
1;2 3; 4 3; 5 3^4 2; 4 4^4 4^4<br />
2; 6 3; 5 3; 3 4; 5 3; 5 1;3<br />
3; 3 3; 4 3; 4 3; 3 3; 3 3; 4<br />
6; 3 G; 3 3; 2 3; 3 4; 3 5; 4 4; 3<br />
3; 4 2; 5<br />
5; 5 4; 4 5; f) 4; 5 2^3 4;4 4; 5 5; 4 4; 4<br />
4; 4 4; 4 2; 3 3^5 2; 3 3; 4 4; 5 6; 5<br />
1;4 2; 5 3; 3<br />
4; 4<br />
3^4<br />
1;2<br />
2; 3 4; 3 2; 5 3^4 6; G 5; 5 G; G 4^4 5; 5 5; 4 5; 5<br />
1;3 2; 3<br />
4;5 3; 3 4; 4 2; 5 4; 4 4^3 2; 2 1;3<br />
i;4<br />
3; 2<br />
2;;<br />
2;:<br />
2; 3 3; 2 4; 4<br />
6; G 3; 4 7; 4<br />
3; 2<br />
4; 5 2; 5 6; 7 7; 5 2; 4 3; 5 3; 4 5; G 2; 5 4^4 4; 4<br />
2; 5<br />
6; 5 2^5 G; 5 3; 4<br />
3"4 273<br />
2; 3<br />
2; 2 3; 2 4; 2<br />
2; 4 2; 2 2;2<br />
4; 2 4; 2<br />
2;3 1;2<br />
2; 2<br />
4; 3<br />
2; 2<br />
4; 3<br />
5; 5<br />
5; 4 4; 4<br />
4; 3 4; 3<br />
4; 2 4; 3<br />
1;3 1;2<br />
1;2<br />
3; 2<br />
4; 2<br />
2; 3<br />
3; 3<br />
2; 2<br />
3^2<br />
2; 2<br />
1;2<br />
4; 4 3; 2 2; 2 1;2 2; 2<br />
'i; 4 'i;2 4; 4 4^4 4; 2 3; 2 3; 2 4; 2<br />
3; 3 1;2 3; 2 2; 2 3; 2<br />
4; 4 2; 3<br />
3; 3 3; 3 3; 4 1;2 4^3 3; 4<br />
1;2<br />
2; 2 3; 2 2^2 2;2 2; 3<br />
1;2 2; 2 4; 4 3; 4 4; 3 't;3 2; 3<br />
5; 3 1;2 2; 2 3; 2 4; 2 3; 2 2;2 '.;2 3; 2 3; 2 3; 2 2;2 3^2<br />
3; 2 4;2 4; 2 5; 2 'i;2 3; 2 3; 2 5; 2 4; 2 4; 2<br />
'»;2 -<br />
1;1 4; 2 3; 2<br />
3; 3 3; 3 1;4 3; 3 3; 3<br />
3; 3 2; 3<br />
2;2 3; 2<br />
2; 2 1;2 3; 2 3; 2 3; 2 4; 3 '•;2<br />
1;1 o. ') 4; 2 2; 2<br />
2; 2 l;4 1;4 2; 3 3; 3 2;2<br />
1;2<br />
3; 2<br />
4; 2<br />
2; 3<br />
3; 4<br />
1;3<br />
3; 3 2; 2 3; 2 2; 2<br />
2; 2 3; 2 3; 2 4; 2 4; 2 4; 4 3; 2 4; 3 3; 2<br />
2; 2 4; 2<br />
1;2<br />
l;3 1;4 2; 4 2; 2 3; 3 t;2 2; 3 1;2<br />
3; 2<br />
l;3<br />
5; 2 2; 2 3; 2 4; 3 2;:<br />
3; 2 5; 4 2;2 3; 2 4; 2 3; 2 7; 2 5; 2 5; 2 3; 2 3; 3 5; 4 5; 4<br />
'). o<br />
o. ')<br />
2; 4<br />
1;2 l;2 3; 4 4; 4 513 2; 4 3; 4 2; 3 3; 4 3; 3<br />
X -<br />
Nitella flexilis ...<br />
X - - X X - - X - X - - - X - X ~ X<br />
N. Wahlbergiana<br />
Chara strigosa . . .<br />
C. fragilis<br />
X<br />
Fonlinalis^ anlipyretiva<br />
F. hyp no ides<br />
F. spp<br />
Drepanocladus aduncus<br />
Ü. capillifolius<br />
D. exannulatuH<br />
1). exannulalus coli, ..<br />
J). fluilans<br />
I). procerus<br />
I). revoWens coll<br />
1). Sendtneri<br />
1). irichophyllus<br />
D. tundrae ,•;•••<br />
Scorpidium scorpioides<br />
Calliergon megalophyllum<br />
Acrocladium cuspidatum .<br />
Rhynchostegium rusciforme<br />
V. lacustre<br />
Sphagnum cuspidatum<br />
S. papillosum<br />
S. platyphyllum<br />
Ann. Bot. Soc. Zool.-Bot. Fenn, Vttnanio, 16, n:o 5,
-Typ<br />
6.0<br />
25<br />
10<br />
'i-/*<br />
4:5<br />
5; G<br />
53\ö4\åå 561 57<br />
6.g| G.el 6.7| 7.i| G.«<br />
4.1 4.7<br />
2| 1<br />
22 23<br />
3; 3<br />
5; G<br />
G; G<br />
4; 413; 4<br />
4; 513; 5<br />
3; 3!2; 3<br />
2; 2' -<br />
4; 313; 2<br />
5; 4; 5; 5<br />
- i2;3<br />
2; 3:1; 3<br />
3;4 4;'<br />
4; 3<br />
4; 3<br />
G; 5<br />
5; 5<br />
5.il 4.o| 3.8<br />
51 1<br />
311 23 40<br />
50<br />
4; 3<br />
t;!)<br />
5; 5<br />
6; G<br />
3; 5<br />
3; 2<br />
3; 2<br />
4^5<br />
2; 3<br />
2; 2<br />
3; 4<br />
3; 4<br />
4; 4<br />
3; 3<br />
4; 4<br />
5; 4<br />
3; 2<br />
3; 3<br />
55<br />
'.;3<br />
5; G<br />
r.. r.<br />
O, .)<br />
G; G<br />
30<br />
1;G<br />
5; 4<br />
G; 5<br />
l;4<br />
1>;5<br />
6.8| 6.7] G.<br />
4.8| 5.O| 7.C<br />
li- ' ^^^<br />
22| 11 I 33<br />
25 5 50<br />
2; 5<br />
3; 5<br />
V; G<br />
1;3<br />
4; 5<br />
'•;7<br />
3; G<br />
3; 3<br />
5; 4<br />
G; G<br />
3; 5<br />
4; G<br />
3; 4<br />
3; 4<br />
5; G<br />
3; 3<br />
4; 3<br />
2; 2 3; 2<br />
i; 2 4; 2<br />
; I<br />
>; a G; G<br />
i; 4 5; 4<br />
1; 3<br />
i; 2<br />
{;3<br />
r,3<br />
5; 4<br />
3; 3<br />
1;2<br />
4; 2<br />
3; 3<br />
1;1<br />
G; 5<br />
3; 3<br />
5; 4<br />
2; 3<br />
3; 3<br />
5; 4<br />
2; 3<br />
3; 3<br />
2; 4<br />
2; 3<br />
4; 5<br />
5; 5<br />
4; 3<br />
G; 4<br />
3<br />
1;3<br />
4; 5<br />
1;3<br />
2; 4<br />
1;4<br />
4; 4<br />
2;<br />
2; 3<br />
- 3; 4<br />
2; 212;4<br />
- |2;2<br />
3; 3 2; 3<br />
3; 3:3; 4<br />
3; 4<br />
3; 5<br />
1;3<br />
4; 3<br />
2;1<br />
4; 2<br />
5; 4<br />
t; 4<br />
G; 3<br />
2; 5<br />
3; 4<br />
1;2<br />
3; 2<br />
4; 2 3; 2<br />
5; 4<br />
G; 3<br />
3; 3<br />
G; 4<br />
2;2<br />
1;2<br />
4; 3<br />
2; 2<br />
6; 5<br />
4; 3<br />
4; 3<br />
5; 3<br />
4; 4<br />
3; 3<br />
4; 5<br />
5; 4<br />
l;2<br />
t; 4<br />
4; 2<br />
1;2<br />
3; 2<br />
4; 3<br />
I; 3<br />
:;6<br />
I; 3<br />
6; 4<br />
3; 5<br />
H;3<br />
G; 3<br />
4; 4<br />
3; 2<br />
5; 2<br />
3; 2 4; 2<br />
1;3<br />
1;3<br />
1;3<br />
4; 3 3; 3<br />
5; 4<br />
3; 3<br />
3; 4<br />
3; 2<br />
2^2<br />
4; 2<br />
4; 2<br />
l;2<br />
4; 4<br />
1;2<br />
3; 3<br />
3^3<br />
2; 2<br />
3; 4<br />
3; 2<br />
3; 2<br />
1;1<br />
3; 3<br />
5; 5<br />
4; 3<br />
4; 4<br />
2^3<br />
4; 3<br />
3; 3<br />
4; 2<br />
4; 2<br />
2;1<br />
2; 2<br />
G; 6<br />
5; 4<br />
4; 3<br />
5; 5<br />
5; 4<br />
5; 5<br />
1;3<br />
5; 4<br />
5; 4<br />
3; 3<br />
5; 5<br />
5; 4<br />
3; 4<br />
3; 3<br />
2; 3<br />
2; 3<br />
4: 3<br />
4; 2<br />
2; 3<br />
4; 3<br />
5; 3<br />
3; 4<br />
1;3<br />
I;3<br />
4; 3 2; 2<br />
3; 4<br />
4; 4<br />
3; 4<br />
4; 5<br />
3; 4<br />
4; 3<br />
2; 3<br />
4; 3<br />
2; 2<br />
3; 2<br />
6; 4<br />
3; 5<br />
3; 5<br />
5; 4<br />
3; 4<br />
4; 3<br />
4; 2<br />
5; 2<br />
4; 2<br />
3; 3<br />
3; 3<br />
3; 2<br />
2; 3<br />
3; 3<br />
3; 3<br />
2; 4<br />
;2<br />
5; 4<br />
5; 4<br />
5; 4<br />
3; 3<br />
1;3<br />
4; 5<br />
OJ 62<br />
G.2I G.3<br />
4.0] 4.3<br />
16<br />
4; 4<br />
3; 4<br />
5; 4<br />
2; 4<br />
3; 4<br />
2; 4<br />
2; 2<br />
5; 4<br />
63\04\ 65<br />
G.»I 6.7! 6.8<br />
- 5,0 f).4<br />
13| 17| IG<br />
-I 10| 10<br />
{;4:2;4 4; 5 4; 5<br />
3; 5<br />
5; 5<br />
1;3<br />
4; 4<br />
G; 5<br />
2; 3<br />
4; 4<br />
3; 4<br />
2; 4<br />
2; 2<br />
5; 4<br />
2;2| -<br />
1;3<br />
2; 3<br />
1;2<br />
2; 3<br />
3; 2<br />
1;3<br />
5; 4<br />
1;2<br />
3; 3<br />
5; 4<br />
Lobelia -Typ<br />
66\671 fi^l 70\71\72\73\7i\76\76\77\ 78\70<br />
6.5| G.5|'G.7| 6.7| 6.>| 6.9| 6.9| 6.7] G.sj<br />
5.i| G.4| 5.O| 5.0<br />
- - 1 1<br />
10| 1H| 1«J| 23<br />
- I -<br />
4; 3 3;3!2;3!4;3<br />
6.j| G.8| G.O| 7.i| 8.O| 7.i| 4.g| 7.i<br />
- I - l - l - l - l -<br />
251 "261 0| 211 211 10| 13| Jf.<br />
10] 51 - I 10| 15| - I - I 5<br />
:1;4|4;3; - |3;3i3;3' - :3;3<br />
2; 3<br />
3; 4<br />
4; 4<br />
1;2<br />
4; 4<br />
2; 3<br />
4; 4<br />
2; 2<br />
3; 4<br />
2; 2<br />
3; 4<br />
3; 3<br />
t; 3<br />
3; 2<br />
3; 3<br />
2; 3<br />
3; 3<br />
3; 2<br />
3; 3<br />
4; 4<br />
3;3;3;3<br />
2; 3 4; 3<br />
'•;4l5;5<br />
3; 4<br />
2; 2<br />
3; 3<br />
2^2<br />
1;2<br />
5; 5<br />
1;2<br />
- -<br />
3; 4<br />
2; 2<br />
3; 4<br />
3; 2<br />
2; 2<br />
2; 3<br />
4; 3<br />
1;5<br />
3; 4<br />
3; 3<br />
1;2<br />
3; 3<br />
4; 4<br />
4; 3<br />
3; 2<br />
3; 2<br />
4; 2<br />
5; 3<br />
3; 4<br />
3; 3<br />
3; 2<br />
2; 3<br />
2; 3<br />
2; 4<br />
l;3<br />
2; 5<br />
5; 4<br />
3; 3<br />
4; 3<br />
3; 3<br />
6; 4<br />
il<br />
3; 2<br />
4; 4<br />
373<br />
2; 3<br />
3; 2<br />
V, 2<br />
3; 2<br />
1;4<br />
- 2; 3<br />
3; 2<br />
;2<br />
3^3<br />
5; 4<br />
4; 4<br />
3; 3<br />
4; 3<br />
2; 3<br />
G; 4<br />
4; 4<br />
1;4<br />
2; 4<br />
G; 5<br />
2; 2 2;2<br />
3; 4<br />
2; 3<br />
4; 4<br />
3; 4<br />
3; 2<br />
3; 3<br />
3; 3 4; 4<br />
6; G<br />
4; 5<br />
3; 2<br />
G; G<br />
- 5; 4 4; 3<br />
6; G<br />
5; 5<br />
G; G<br />
4; 3<br />
2; 2<br />
3; 2<br />
4; 2<br />
4^,3<br />
2; 2 3; 3<br />
3; 3<br />
2; 2<br />
-<br />
2; 212;3<br />
2; 3<br />
4; 4<br />
5; 6<br />
1;2<br />
1;5<br />
3; 4<br />
3; 4<br />
1;3<br />
3731: i: Iii.;: :<br />
4;3ll;3G;G2;3 - 4;4<br />
5; 5 5; 5i4; 3/.; 6|3; 3 4-<br />
- I - I " I<br />
3; 3<br />
2; 2<br />
2; 2<br />
2; 2<br />
2;2|l;2j2;4 - -<br />
1;2|2;2;3;3 -<br />
- 1;3 1;2<br />
3; 2 -<br />
4; 3<br />
2; 2 - j -<br />
3; 3 5; 5<br />
3; 2 3; 4' -<br />
I -<br />
i;2<br />
3; 2<br />
5; 2<br />
2; 3<br />
1;2<br />
4; 2<br />
2; 2<br />
2; 2<br />
5; 3<br />
1;4<br />
3; 2<br />
1;2<br />
1;2<br />
3; 3<br />
2; 3<br />
4; 4<br />
G.4|_6.8<br />
H.sj 8.2<br />
I 1<br />
13| 15<br />
-I 5<br />
2; 2 2; 4<br />
3; 312;4<br />
4; 3 -<br />
2;4i - -<br />
- ! -<br />
2;3|<br />
3; 4<br />
2^3 3; 2j -<br />
3; 4(3; 3 1:3<br />
4; 4<br />
1;3<br />
4; 4<br />
i;2<br />
4; 5<br />
3; 2<br />
1;3<br />
5; 5<br />
5; 5<br />
5; 5<br />
4; 4<br />
2; 2<br />
2^2<br />
4; 4<br />
4; 4<br />
5^5<br />
2; 3<br />
1;4<br />
1;2<br />
l;l<br />
4; 4<br />
3; 2<br />
3; 3<br />
4; 4<br />
5; 4<br />
2; 2<br />
3; 3<br />
4^5<br />
3^5<br />
1;4<br />
3; 2<br />
2; 2<br />
1;4<br />
4^3<br />
3; 2<br />
4; 3<br />
3; 3<br />
5; 4<br />
1;2<br />
2; 2<br />
5; 4<br />
3; 2<br />
4; 3<br />
4; 3<br />
2; 2<br />
5; 5<br />
1;2<br />
3; 3<br />
7; 6<br />
5; 4<br />
5<br />
5; 5<br />
5;^<br />
5; 4<br />
3; 2<br />
2; 3<br />
2; 3<br />
2; 3<br />
2; 3<br />
3; 3<br />
4; 4<br />
3; 4<br />
3; 2<br />
4; 2<br />
3; 2<br />
2; 2<br />
2; 3<br />
2; 3<br />
4; 5<br />
2; 5<br />
2; 2<br />
4; 3<br />
3; 3<br />
3; 2<br />
1;2<br />
3; 2<br />
5; 2 3; 2<br />
V, 3<br />
5; 3<br />
2; 3<br />
- K*; 3 -<br />
2;4; - ' -<br />
2;4'l;2l -<br />
80<br />
6.<br />
12.<br />
ly<br />
20<br />
2; 5<br />
1;2<br />
4; 4<br />
5; 5<br />
3; 3<br />
5; 2<br />
5; 2<br />
- 2;2 -<br />
3; 2<br />
1;2<br />
5; 5<br />
6; 5<br />
5; 5<br />
5; 5<br />
3; 2<br />
3; 3<br />
5; 4<br />
5; 4<br />
'i;5<br />
3; 3<br />
3; 2<br />
'.;2<br />
2; 2<br />
1;2<br />
6; 5<br />
3; 4<br />
4; 4<br />
2; 2<br />
2; 4 2; 2<br />
1; 1<br />
3; 3<br />
4; 2<br />
2; 2<br />
3; 4<br />
6; 4<br />
1;2<br />
2; 3<br />
3;l<br />
2; 2<br />
5; 3<br />
4; 4<br />
G; 5<br />
- X - - X<br />
6; 5<br />
4<br />
4; 4<br />
5; 4<br />
5; 3<br />
4; 4<br />
4^3<br />
G; 7<br />
5; 4<br />
6; 5 7; 7<br />
4; 4<br />
3; 3<br />
6; 5<br />
G; 4<br />
4;2<br />
3; 3 1;1<br />
7; 6<br />
6; 5<br />
4; 5<br />
4; 5<br />
5; 5<br />
7; G<br />
4; 3<br />
3; 3<br />
1^2<br />
4; 3<br />
2; 3<br />
G; 4<br />
2; 2<br />
2; 2<br />
5; 3<br />
3; 3<br />
3; 3<br />
4; 4<br />
3; 3<br />
4^2<br />
2; 2<br />
4; 2<br />
2; 2<br />
5; 3<br />
2; 2<br />
- 3; 3 3; 3 2; 4<br />
4; 2<br />
4; 4<br />
3; 4<br />
1;2<br />
3^2<br />
2; 3<br />
3; 4<br />
4; 5<br />
4; 5<br />
3;2<br />
1;4<br />
1;3<br />
2; 2<br />
2; 2<br />
1;2<br />
i;3<br />
X X -<br />
5; 3<br />
2; 3<br />
3; 3<br />
3; 2<br />
1;4<br />
2; 2<br />
3; 2 -<br />
G; G<br />
5; 4<br />
5; 5<br />
5; 5<br />
7; 5<br />
6; 5<br />
5^3<br />
5; 5<br />
5; 4<br />
4; 4<br />
2^2<br />
3; 4<br />
6; 5<br />
1;2<br />
4; 3<br />
M<br />
4; 4<br />
4; 2<br />
3; 3<br />
4; 3<br />
2; 5<br />
3; 2<br />
2; 4<br />
3; 4<br />
2; 5<br />
4; 3<br />
4; 2<br />
- - - X<br />
Potamogeton filiformis -<br />
Chara -Typ<br />
8J \ 82 \ 83<br />
7.6| 7.3| 7.1<br />
4.&I 4.5| 5.0<br />
|3| G<br />
25 I 25<br />
10 [ 10<br />
I<br />
4;G|3;3 3;5<br />
1;5<br />
5; 5<br />
4; G<br />
3; 3 -<br />
2; 3 -<br />
5; 612; 4<br />
'.;6<br />
4; 6<br />
1;2<br />
1;1<br />
- !3;5<br />
- 2; 4<br />
- !3;G<br />
4; 5 2; 4<br />
5; 6:3; 5<br />
G; 4<br />
2; 2<br />
2; 3<br />
4; 4<br />
2^2<br />
6; 6<br />
4; 6<br />
2; 2<br />
1;2<br />
84<br />
7.1<br />
23<br />
86 I 86 87<br />
7.s| 7.i| 7.3<br />
5.ij 5.o| 5.7<br />
1| 1| 2<br />
17 I 7 I 15<br />
10 I 20 I 50<br />
3; 313; 3 3;4|3;4<br />
273!:<br />
2; 3,1;2<br />
6; 6 4; 4<br />
4; 5<br />
1; 5<br />
4; 3<br />
:<br />
5; 6 2; 3<br />
5; 5<br />
3; 3<br />
'»; 5<br />
4; 5<br />
1;3<br />
3; 3<br />
1;2<br />
3; 4<br />
1;2<br />
2; 3<br />
2; 4<br />
2; 4<br />
2; 2<br />
3; 5<br />
4; 2<br />
2; 3<br />
6; 5<br />
5^4<br />
6; 6<br />
6; 7<br />
6; 5<br />
4; 3<br />
2; 4<br />
;5<br />
6; 6<br />
;3<br />
3; 3<br />
4; 2<br />
2;2<br />
3; 2<br />
4; 2<br />
2; 5<br />
r:. r<br />
5; 5<br />
3; 6<br />
2; 3<br />
88<br />
6.1<br />
15<br />
3; 4<br />
1;2<br />
4; 4<br />
3; 4 5;5<br />
3; 3 -<br />
3:<br />
'»; 't<br />
3; 3<br />
3; 2<br />
4; 4<br />
2; 4<br />
4; 2<br />
2; 7<br />
t; 2<br />
89<br />
6.<br />
2; 2 -<br />
3:313;:<br />
2; 2<br />
3; 3<br />
2; 2<br />
5; 4<br />
1;2<br />
1;2<br />
2; 3<br />
1;2<br />
5; 4<br />
4; 4<br />
5; 5<br />
1;2<br />
5; 5<br />
2; 4<br />
5; 4<br />
G; 5<br />
5; 4<br />
3; 3<br />
G; 5<br />
4; 4<br />
4; 3 -<br />
5; 5<br />
3; 3<br />
4; 4<br />
G; G<br />
2; 4<br />
4; 4<br />
3; 2<br />
3; 3<br />
4; 5<br />
4; 5<br />
4; 5<br />
1;3<br />
3; 3<br />
1;2<br />
5; 5<br />
4; 4<br />
2; 2<br />
4; 4<br />
3; 3<br />
4; 5<br />
2; 3<br />
3; 2<br />
3; 2<br />
1;2<br />
5; 4<br />
5; 5<br />
5; 5<br />
4; 4<br />
3; 3<br />
4; 4<br />
1;2<br />
4; 2<br />
3; 2<br />
4; 5<br />
2; 3<br />
3; 4<br />
3; 5<br />
2; 2<br />
2; 3<br />
1;2<br />
2; 2<br />
2; 2<br />
6^6<br />
4; 3<br />
2; 2<br />
4; 3<br />
2; 3<br />
4; 4<br />
2; 2<br />
3; 2<br />
1;2<br />
5; 5<br />
5; 5 -<br />
3;3 1;2<br />
4; 4<br />
5; 4<br />
2; 4<br />
2; 2<br />
3; 3<br />
5; 4<br />
3; 2<br />
3^2<br />
2; 2<br />
G; 5<br />
1;2<br />
l;3<br />
r;. r<br />
J, o<br />
1:3<br />
5; 4<br />
1;2<br />
4; 5<br />
6; 5<br />
2^2<br />
1;2<br />
Carex-<br />
Typ<br />
6.8<br />
Jl<br />
21<br />
91192<br />
6.9| 6.<br />
6.2I 7.<br />
2 -<br />
18 I 9<br />
2; 313;4<br />
— ! —<br />
uÅ -<br />
4; 5<br />
1;3<br />
2; 4<br />
4; 4 3;<br />
- 1;4; -<br />
4; 3<br />
1;3<br />
3; 3<br />
1;4<br />
,4<br />
,2<br />
7; 4<br />
4; 3<br />
3<br />
5; 4 6; 4<br />
G; 4<br />
3; 3<br />
2; 3<br />
4; 3<br />
5; 5<br />
5; 5<br />
4; 4<br />
5; 5<br />
5; 4<br />
4; 6<br />
3; 4<br />
2; 4<br />
3; 3<br />
6; G<br />
2^5<br />
2; 5<br />
3; 2<br />
2; 3<br />
3; 4<br />
G; 7<br />
2; 5<br />
6; 5<br />
1;3<br />
4^2<br />
3; 4<br />
4; 4<br />
3; 5<br />
3; 5<br />
7; 5<br />
3; 4<br />
3; 2<br />
4; 4<br />
Kannas<br />
Elodeiden -Typ Scirpus lacuster Typha - AUsnia -Typ Variante<br />
; 93 94 96 96 97 98 99\100<br />
• 101<br />
102 103 104 lOå 106 107 108 m 111c 1 in in in 1 114<br />
Ill \11L •>11:<br />
' in un ) 120\121<br />
'122 112a :i24 1261126 12? ' 128<br />
8 7.C 1 6.8 6.7 7.3 7.1 7.2 7.2 7.5 7.2 7.4 6.9 7.2 6.7 7.1 6.8 6.6 6.8<br />
|| 7.C 1 6.8 6.e i.i i 7.1 7.1<br />
l 6.8 1 7.2 1 i.i 1 7.1<br />
. 7.T 6.8 1 6.9 7.1 7.0 7.2 :| 7.1 7.2 7.6<br />
3 l.C 1 3.a 2.1 2.7 3.0 3.1 3.1 2.0 1.7 1.9 2.1 1.9 l.C O.fl 1.0 l.C \.i 1 1.1 0.^ O.f i O.i 1.: r 2.2 : O.c i l.s ' O.i ! 0.3 1 1.3<br />
|1.0 2.0 2.2 2.0 1.2 O.fl 1.0<br />
2 2 4 1 2 3 3 - 1 6 G 4 2 - 2 3 2 1 5 3 1 1 2 9 3 7 5 3 1 7 |11 7 6 4 1 7 3<br />
1 .8 20 24 24 26 18 18 15 23 33 33 26 19 17 10 18 22 1 22 13 14 14 26 22 33 14 20 15 15|24 1 29 21 24 22 19 33 22<br />
- 5 10 10 20 15 5 - - 10 5 5 35 - 80 20 501 80 75 90 25 80 70 80 50 50 70 80 75 1 25 50 50 20 •80 15 75<br />
5 2; 4<br />
. 3; 5<br />
,6; G 6; C<br />
i 5; S<br />
15; S ! 2; 2 •2; 2 3; 4 5; G 5; 4 5; 5 5; 4 5; 4<br />
, 5;£ . 3; 4 5; t 5; E<br />
i 4; 4 4;: 13; G<br />
16;!; i 3; f 15;: ?G;G 17; G<br />
14; E<br />
i3;E , 2; 4 3; 4<br />
: G; G<br />
,6; G<br />
i 6; 6<br />
_ _ _ - - - _ _ _ - _ _ _ _ _ _ — _ 2;? 12;S il; E ö:: 1 - 1;? 1 - - 2; 5 — - 2:5 t —<br />
_ _ _ - - _ _ _ _ _ _ _ _ _ 1;G — _ _ _ 5;: - _ _ 2;-' 7;: 1 4; G<br />
i — 3; 7 1;5 - - -<br />
_ _ 4; C - G; ; ' 7; 6 G; 7 5; 7 6; 7 7; G 7;0 5; S<br />
. 6; G<br />
i 7; G<br />
i 6;: 7; G 4; 4<br />
1 6;£ 5; G<br />
1 3; 4<br />
i4;G 14;r 15;:<br />
13; 7<br />
' 6; G<br />
,3; G 3; C<br />
>5; 7 6; 7<br />
' 5; 6<br />
_ _ - 4; e<br />
; 3; 'J<br />
1 - - - - 3; 4 2; 2 4; 5 3 4 3; 3 - 5; 4 5; 4<br />
. 3; S 4; 4<br />
i3;4 . 5; 4<br />
1 — 6; E<br />
. 5; 4 4; 4 1;2 4; 4 5; 5<br />
1 G; G<br />
6; C<br />
I 5; 4<br />
3; 4 > 6; S<br />
; f.-''' 4; C<br />
.7;f 3; 4<br />
: - 4; C<br />
1 5; 4 3; 4 6; 5 3; E 3;H 4; 4 5; i 4; 4 5; 4 5;r 7;: '6; 7 4; r i7;7 '5; G<br />
17;:<br />
' 6; G<br />
i 6; 7 6; C<br />
'7; 7 4; G<br />
16; 7 5; 5<br />
i 6; 5<br />
—<br />
_ _ _ _ _ _ _ _<br />
~<br />
_ _ _ _ _ 4; 4 1 — —<br />
_ 1;3<br />
- - - - -<br />
_ _ _ _ _ 1;'J 1 ^ _ _ 4; 4 3; 3 _ - _ _ 3; 4 4; E<br />
1 4; 3 _ _ _ _ _ _ _ _ 1 - - - - - 1 - -<br />
_ _ 2; 2 2; 5 1 3; (; — - - 3; 4<br />
. 3; 3 5; 4 5; 7 4; 5 4; 4 4; 5 4; 4 3; 4 4; 4 4; 4 3; 2 4; 4 3; 4 4; 4 4; G<br />
>2; 3<br />
1 6; G<br />
i 2; 4 2; 4<br />
,4; 5 2; 3 3; 5 2; 3 4; 5 4; 5<br />
i 5; 4<br />
_ 3; G<br />
.3; 7 5; 7<br />
' 3; 3 3; 4 2; S 3; 4 r,. r<br />
L Of tj<br />
. 4; (1 5; G 4; 6 5; 5<br />
, 5; G<br />
, 5; , - - - - - 4; 4 2; 2 4; 5 G; 4 2; 2 - - 4; 5 i - 4; 4<br />
G2;r] 12; 3 4; 7 4; 7 4; 4 — — — — — — — — — — — 4; 5 _ _ _ _ — _ _ — i — — — — — 4; 3 —<br />
3; 2 - - - 2; 2 - - - - - 3; 3 _ _ 2; 3 _ 3; 4 _ 2; 3 2; 3 2; 2 12; 3 - - 2; 2 3; 3 2; 2 2; 2<br />
_ _ - - - - - - - - - - - - - - - - 2; 2 2; 3 3; 3 4; 5 - _ 2;2 - ;3;3 - 3; 3 3; 4 3; 3<br />
4; 4 -<br />
2; 3<br />
_ 2; 4 - - - - - - - - - - - - - - - - 4; 5 - 4; 5 - _ 1;2 5; 5 i4;5 4; 3 - 2; 4<br />
3; 3<br />
4; 4 2; 4 -<br />
_ _ — — — — _ _ _ _ — 4; 3 _ _ _ 1;3 _ 3; 3 _ _ _ — — — — — 1;4<br />
- 1;4 2; 5 1;2 2; 2 - - 4; 4 4; 4 3; 4 3; 3 2; 4 - - - 3; 3 5; 4 3; 4 4; 4 2;4 2;2 3; 3 - 7; 6<br />
t —' - - 12; 3 2; 2 2; 2 - 2; 4 3; 3<br />
4; 5 3; 5 3; G 1;3 4; 4 3; 3<br />
; 2; 3 3; 2 4; 5 4; 4 4; 5 4; 4 5; 3 3; 3 _ 4:3 5:5 4:5 2;1 5; 4 4; G 3; 3 4; 3 2; 3 3; 4 3; 3 I _ !4;5 3; 3 4; 5 3; 4 4; 5 4; 4 5; 5<br />
2 - - 2; 5 2; 3 5; 4 3; 3<br />
. 2; 3 5; 5 1 5; 5 5; 4 4; 6 - 4; 3 4; 4 3; 3 4; 4 - - - - - - 3; 3| - - - - - 4; 5 -<br />
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 1;3 _ _ _ 3; 4 _ 4; 4 - 1;3 1;2 - 3; 4 3; 3<br />
_ _ _ - - - - - - _ _ — - — - - - - - _ _ 1;3 _ 3; 3 _ 4; 5 3; 4 1;4 - 2; 4 3; 4 1;5 2; 3 - 3; 3 2; 3<br />
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 1;2 - - 2; 3 - 4; 5 - - — - — -<br />
_ _ - - - - - _ — - — 3; 6 - _ _ - - - - - _ _ _ _ _ _ _ _ - 3; 7 - - - - - -<br />
_ _ — — — _ _ _ _ _ _ — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 5; 5 — — — — — — —<br />
3; 3 5; 4 5; 4 5; 4 6; 4 5; 4 5; 4 4; 3 6; 5 7; 5 7; 5 7; 4 - 4; 3 _ - 4; 4 4; 5 2; 2 — 2; 3 5; 6 3; 5 5; 3 5; 5 4; 3 _ 5; 6 7; 4 6; 4 5; 3 3; 4 3; 3 4; 3 4; 3 5; 4<br />
- 1;3 1;2 - 3; 2 4; 2 - - 4; 3 4; 3 - - - - - - - - 2; 5 - - — - - - — - - - 3; 2<br />
_ _ — — 3; 3 — — — — — — — _ — — — — — — _ — — — _ _ _ — — — — — — — —<br />
_ . _ _ - - - — _ 3; 3 3; 4 2; 5 1;3 _ _ _ _ ?;3 _ _ 1;3 2; 2 2; 5 _ 4; 4 _ _ - 3; 4 G; G 2; 2 - - - -<br />
G; 3 5; 3 4; 3 3; 2 4; 4 2; 2 4; 5 - 4; 4 4; 3 4; 2 4; 3 — _ _ - — 2; 3 _ - _ - - 4; 3 _ — - - 3; 5 - - - - -<br />
- - 2; 4 : — 2; 2 — 1;2 3; 5 — - — - - - - - — - - - — - - 3; 3 3; 3 5; 5 _ _ _ _<br />
— -<br />
2; 3<br />
— — — —<br />
2; 2 2; 2<br />
— — — - — — — — — - - — — — - - - — 376 : _ _ _ :<br />
2; 2 _ 1;2 - - - _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - _ _ _ • _ - - - - - - - -<br />
_ - - - _ _ - 2; 2 _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 1;7 _ _ _ 3; 2 - 5; G 2; 3 - - - -<br />
2; 5 _ 5; 4 4; 4 3; 2 5; 4 4; 4 _ 5; 5 6; 6 4; 4 1;2 2; 2 _ _ _ _ _ _ _ _ 3; 3 4; 3 _ _ _ _ 3; 4 - - - - - 3; 2 -<br />
_ _ - - - - _ _ - _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - - 6; 7 - - - - -<br />
_ _ _ - - - - _ _ — _ _ _ _ _ _ _ l;6 1;3 _ _ _ _ 3; 5 _ _ _ _ - - - - - - - -<br />
_ 3; 2 _ - - 2; 2 2; 2 - - 3; 3 1;2 _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — 3; 3 _ _ - - - - - - - -<br />
- - 2; 2 - 2; 3 - - 3; 3 3; 3 3; 3 2; 2 2; 5 - - - 3; 5 2; 6 - - - 1;.4 - 3; 4 - - 1;2 - - 3; 4 2; 5 - - - 2; 2 —<br />
1. _ — — — — — — — 1;2 4; 3 — — _ _ _ _ _ _ _ _ — — — — — — 4; 3 —<br />
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 3; 2 _ - - - - - - — - -<br />
— 4; 4 - - 6; 5 4; 5 3; 4 3; 2 2; 2 4; 4 2; 3 4;3 - - — — _ _ 1;2 _ _ 3; 5 2;4 _ _ _ _ _ - 2; 4 - - - 1;2 2; 3 -<br />
- - 2; 2 - - - 2; 2 3; 3 3; 3 - 1;3 - - - - - - - 1;3 _ - — - - - - - — — — — —<br />
_ 3; 2 3; 3 4; 4 3; 2 3; 3 4; 2 4; 2 - 3; 2 2; 2 1;4 _ _ _ _ _ _ _ _ _ 2; 2 _ _ _ _ 4; 2 - - - — — — —<br />
_ 2; 5 - 4; 4 2; 2 - - 3; 3 4; 4 4; 4 4; 3 4; 5 - - - 4; G 3; 4 3; 3 _ _ _ 2; 2 _ _ _ _ _ - - - - — — 2; 2 —<br />
- - - - - - - - - - - - - - - - - — - - - - - - - - - — —<br />
_ 4; 4 6; 4 6; 6 4; 4 — 5; 4 5; 3 3; 2 5; 4 6; 6 5; 4 _ — _ _ 1;3 _ _ _ _ _ 2; 3 4; 4 _ _ _ _ 2; 4 - - 4; 5 4; 3 - 4; 5 2; 2<br />
_ _ 5; 4 4; 3 2; 3 _ 4; 3 3; 2 3; 3 5; 4 _ _ _ _ 4; 3 1;3 _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — 2; 2 — — — — 1; 2<br />
_ _ - - _ _ _ - - _ _ _ _ _ _ _ _ _ ^ _ _ _ _ _ - - - 5; 4 - - 2; 3 -<br />
3; 4 5; 3 G; 7 3; 4 2; 3 4; 3 3; 2 4; 3 4; 4 4; 5 3; 4 1;3 - _ 3; 4 2; 3 2; 3 _ _ 1;2 3; 4 5; 4 _ _ _ _ 5; 4 4; 4 - 2;? 4; 4 4; 3 5; 4 3; 2<br />
_ 4; 4 5; 4 G; 7 3; 3 3; 3 5; 3 4; 3 4; 4 4; 5 5; 5 4; 5 1;3 - - 4; 4 3; 3 2; 3 _ _ _ 5; 4<br />
v j<br />
5; 4 _ _ _ 2; 3 4; 4 4^3 - 4; 5 5; 4 5; 4 5; 5 4; 4<br />
2; 3 2; 3 6; G •3; 3 4; 3 4; 4 4; 3 4; 4 5; 5 3; 4 — _ 4; 4 _ _ _ _ _<br />
" I ' 5; 4 _ _ _ 2; 2 — 2; 3 3; 3 — 4; 3 —<br />
_ . - - - - - i;2 - - 5; 5 4;4 2; 3 _ _ _ _ _ _ — 3; 2 - - - 4; 3 - 4; 4 1;2<br />
_ - - 4; 4 - - - - - 3; 2 3; 2 - 1;2 - - - 3; 4 1;2 _ _ _ _ 4; 3 _ _ _ - - — - — — — —<br />
- - - - - - - - - - - - - - 3; 3 - - _ _ _ _ 2; 3 _ _ - - - — - - — — 4; 3 —<br />
_ — — — — — — — - — — — — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — — — — — — — — —<br />
- - - 4; 3 - - - - - 2; 2 4; 2 - 2; 3 - - - - - - - — _ 1;3 - - - - 3; 2 - - 5; 5 4; 3 - 5; 5 -<br />
- - - 4; 2 - - - - - - - - 4; 3 4; 2 3;-i 4; 5 4; 3 4; 5 2; 2 3; 3 4; 2 2; 3 5; 2 4; 2 4; 2 6; 4 6; 4 4; 2 4; 2 5; 4 3; 2 4; 3 3; 2 4; 2 5; 3 5; 2<br />
- - - - - - - - - - - - - - - - - 2; 3 1;3 - _ 5; 3 1;2 - 4; 3 — — 4; 3 — 3; 4 —<br />
- - - - - - - - — - - - - - - - - - 1;3 _ 1;3 _ - 1;3 - — — — — — — — —<br />
— — — — — — — — — — — — — 3; 3 _ _ _ _ 1- 2 _ 3; 3 2; 5 — —<br />
— — — — — — — —<br />
_ 2; G 3; 3 4; 4 - 1;2 4; 5 4; G 4; 4 4; 5 3; 4 4; 3 2; 4 3; 4 4; 4 3; 4 3; 4 3; 3 1;4 3; 4 2; 4 - — 3; 3 5; 4 - 1;2 4; 5 3; 3 4; 3 4; 4<br />
- - - -<br />
4; 4 - - 4; 6 _ 2; 3 2; 4 > *<br />
1;5 - - 3; 5 4; 5 — 1;3 - - - 3; 6 1;4 -<br />
- - - - - - - - - - - - - _ _ _ _ 3; 3 3; 2 2; 2 _ 3; 3 - - — — I;2 3; 4 - - - - — -<br />
- - - - - - - - - - - - - - — _ _ _<br />
><br />
_ - - — — — 2; 3 - - - - — —<br />
— — — — — — - — — — — — — _ _ _ _ _ V — _ _ _ — — — — — — — — — *— — —<br />
_ — - i; 2 _ 2; 3 2; 3 3; 2 1;2 - 2; 2 _ _ _ _ 2; 4 _ 2; 3 2; 4 — - - - - - - - -<br />
5; 2 3; 3 2; 2! 2; 3 2; 2 5; 5 3; 3 2;2 4; 3 4; 3 4; 4 4; 4 3; 3 4; 3 3; 3 2; 3 4; 3 - _ 5; 4 5; 4 5; 4 3; 3 575 -<br />
^ 1 5; 4 4; 3 3; 4 3; 3 4; 4 3; 3 4; 4 3; 4 4; 3<br />
- - - - - _ - - - - - - - — _ _ _ _ _ _ _ - l;4 - - 2; 3 - - - - - - -<br />
- - - - - - - - - - - — 5; 5 _ _ _ _ — _ _ 5; 5 - - — - - - - - - - - -<br />
- 2; 3 3; 2 'i;4 - - - 3; 3 5; 5 5; 5 - - - X X X X X X 4; 3 X 3; 3 4; 5 X - - 5; 6 5; 5 5; 5 - - 5; 3 3; 5 - -<br />
- - - - 3; 2 - 3; 3 - 5; 5 5 - - - - _ _ 3; 4 - - — — - 2; 3 - - - — - —<br />
— — — — _ — — — — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — 5; 4 5; 5 — — — — — — — — —<br />
2; 4 3; 5 3; 4 5; 6 2; 5 4; 4 4; 4 5; 3 5; 5 3; 3 4; 5 6; 5 X 5; 5 _ X X _ _ 5; 4 3; 5 2; 3 X - - 3; 4 3; 4 6; 6 G; 5 - 4; 5 4; 4 5; 5<br />
- _ - 1;3 - - - X — X 5; 4 X 4; 4 3; 4 X 374 3; 3 4; 4 - - - - - - - -<br />
— - - - 3; 4 - 2; 3 — - - - — - 4; 4 - - _ _ _ _ 3; 4 — 2; 4 - - — - - - - — — —<br />
— — — — — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 2; 3 — — — — — — — — — — — —<br />
- - - - _ _ _ _ _ _ _ _ 2; 3 _ _ _ _ _ _ X _ _ 5; 5 3; 3 - - 4; 5 - - - 3; 5 3; 4 4; 4<br />
- 2; 3 - - - _ _ — — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - - - - - - - - 3; 2<br />
- - - - - - - - - - - - - _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — - - — - - - - • - - - - -<br />
— — — — _ _ „ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 3; 2 _ — 4; 5 — — — — — — — — -<br />
5; 2 - - 2; 2 _ 3; 2 4; 3 2; 2 2;2 4; 2 2; 2 3; 2 _ _ _ _ _ _ 3; 2 3; 2 X - - 3; 2 - 3; 2 - 2; 3 3; 2 3; 3 - 3; 3<br />
7; 2 5; 2 5; 2 3; 2 H;3 5; 4 5; 4 4; 2 5; 3 5; 3 5; 4 4; 3 X 4; 2 X _ _ _ X X 5; 2 X 4; 3 5; 3 - 6; 4 3; 3 3; 2 3; 2 3; 2 4; 2 4; 4 4; 2 4; 3 3; 2 3; 2<br />
- — — ~ 3; 2 5; 3 1;1 _ 3; 2 _ _ _ _ X X 4; 2 _ 4; 3 3; 2 - 5; 4 6; 5 3; 2 3; 2 4; 2 - 4; 4 5; 3 4; 3 - —<br />
2; 2 - - - - 2; 4 _ _ _ _ 2; 4 _ 2;1 _ _ _ _ X 2; 2 X _ 4; 2 X 4; 3 5; 4 - - 3; 2 3; 2 3; 3 3; 2 4; 2 4; 2 3; 2<br />
5; 3 2; 4 3; 4 - 2; 3 3; 4 3; 3 _ 2;? 5; 4 3; 2 4; 5 _ 3; 4 _ _ _ X X X - X 4; 3 i;3 - - 2; 4 - 1;2 2; 4 2; 4 2; 4 3; 4<br />
— — — — _ _ _ _ _ _ _ 1; 2 _ _ 2; 3 — — — — — 4; 2 — — 1;3 — 3; 3 —<br />
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _<br />
1<br />
X _ _ - 4; 3 5; 4 - - 2;2 - - - 3; 2 4; 3 3; 2<br />
- - - - - - - - - - _ _ - - - - - - - - - X - - - 2; 3 2; 6 - - - - - - - - —<br />
X X - X X - X _ X X X X _ _ - _ _ - - - - - - - - - - - - - X - - - - -<br />
- - - - - - _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - - _ - - - - — - - - — — — — —<br />
- - - - - - — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ - - - - - - - - — — - - - - - — —<br />
- - X - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - — X — - — — — — — —<br />
- X - - X _ „ _ X _ _ _ _ _ X X _ _ _ - X - - - - X - - X - - - -<br />
— — — _ — _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — — — — — — — —<br />
— — — — — — — —<br />
- - - - — _ _ _ _ _ _ _ _ _ X _ - - - - - - - — — — - - - - - — — —<br />
- - - - - - X _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — - - - - - - — — — — X - - - - — — —<br />
- - - - X - X - - X _ X _ — - - - - - - - - - — — — X - - - — — — —<br />
— — — — — — — — — — _ _ _ _ _ — — — — — — — — — — — — — — — — —<br />
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - — X — — — — — —<br />
- - - X - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -<br />
X X X X X _ X X X X X _ _ _ _ X X _ _ X _ - X - X - - X - - X - - -<br />
- - X X - - - - X X X<br />
_ _ — — X _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ — — — — — — — — — — — — — — —<br />
— — - X _ X - _ _ _ _ _ _ _ _ _ - - - - - - — - - - - — — — — —<br />
X X X X X X<br />
- -<br />
—<br />
- - - -<br />
— —<br />
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -<br />
Potamogeton-<br />
Typ<br />
129<br />
8.2<br />
> 2.0<br />
9<br />
27<br />
G; 7<br />
r. r<br />
3; 5<br />
3; 4<br />
7; 7<br />
6; 7<br />
3:4<br />
3; 2<br />
5^5<br />
5; 5<br />
2; 2<br />
2; 4<br />
130<br />
8.1<br />
> 2.5<br />
21<br />
50<br />
7; 7<br />
3; 5<br />
3; 7<br />
131<br />
8.0<br />
> 2.<br />
il<br />
60<br />
G; G<br />
l;5<br />
4; 3<br />
G; 5<br />
r.;7<br />
5; 5 6; 5<br />
2; 3 4; 4<br />
1;2<br />
4;G<br />
3; 4<br />
4; 3<br />
3; 3<br />
7; 7<br />
7:6<br />
5; 5<br />
3^2<br />
2; 2<br />
G: G<br />
4; 5<br />
7; 7<br />
7:6<br />
4; 5<br />
3; 3<br />
3; 4<br />
4; 3 4; 4<br />
4; 3<br />
1;2<br />
1;5<br />
1;2<br />
3; 4<br />
4; 3<br />
4; 4<br />
7; G<br />
5: G<br />
4; 3<br />
3; 3<br />
G; 5<br />
4; 3<br />
2; 2<br />
2; 4<br />
1;2<br />
2; 3<br />
2; 4<br />
2; 5<br />
4; 4<br />
4; 5<br />
5; 6<br />
6; G<br />
6:5<br />
6; 6<br />
4; 5<br />
2; 3<br />
4; 4<br />
3; 3<br />
2; 3<br />
4; 4<br />
5; 4<br />
G; 6<br />
4: 5<br />
4:3<br />
5; 5<br />
3; 3<br />
2; 2<br />
2; 2<br />
6; 6<br />
4:5<br />
3; 3<br />
5; 4<br />
3; 3<br />
2; 3<br />
1;2<br />
2;3 t; 3<br />
Stratiotes-<br />
Typ<br />
132\133<br />
8.3| 8.3<br />
2.5| 2.5<br />
13<br />
20<br />
2; 3<br />
2:2<br />
3; 3<br />
3,2<br />
2; 2<br />
20<br />
4; 4<br />
1;3<br />
2; 2<br />
134 136<br />
8.2<br />
3.0<br />
15<br />
40<br />
G; 6<br />
4; 5<br />
2; 2<br />
4; 5<br />
3; 3<br />
7; 7<br />
4^4<br />
3; 4<br />
3; 5<br />
7; 7<br />
2' 2<br />
vi 4<br />
5; 5<br />
1;5<br />
5:7<br />
4; 5<br />
3; 5<br />
2^3<br />
473<br />
5; 6<br />
4; 3<br />
3:4<br />
8.3<br />
1.6<br />
12<br />
10<br />
4; 4<br />
3; 3<br />
3; 3<br />
2; 3<br />
2; 3<br />
7; 7<br />
5; 4<br />
5:7<br />
7; 7<br />
3; 3<br />
2; 3<br />
2; 2<br />
3; 3<br />
4; 4<br />
3; 2<br />
6; 4<br />
2; 2<br />
5; 5<br />
3; 4<br />
2; 3<br />
1;2<br />
4; 3<br />
5; 5<br />
2; 2<br />
4; 2<br />
G; 4<br />
2; 2<br />
5; 4<br />
2; 4<br />
6; 6<br />
3; 3<br />
4; 3<br />
5; 6<br />
6; 5<br />
4; 4<br />
5; 4<br />
6; 6<br />
4; 5<br />
3; 2<br />
3; 3<br />
4; 3<br />
6; 6<br />
2; 2<br />
5; 3<br />
5; 2<br />
3; 3<br />
5; 5<br />
2; 2<br />
5; 6<br />
2; 2<br />
3; 2<br />
X<br />
- X
]2. Vn<br />
M ^ S!)<br />
18 i m<br />
to XI ififö<br />
Xii mo<br />
^^ iV j<br />
n. ^^f<br />
-2. 4 1362<br />
2 9'21Z 2<br />
2212.65<br />
I5.NB4<br />
Eräytymispäivä<br />
Kirja on palautettava viimeistään eräytymispäivänä. Jos kirjaa<br />
ei palauteta määräajan kuluessa, on lainaajan maksettava myöhästymissakkoa<br />
5 markkaa päivältä.<br />
2782—49,
HY VIIKIN KAMPUSKIRJASTO