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Der Kanton soll die Busverlängerung bezahlen

Am 13. Juli entscheidet der Gemeinderat

über die Verlängerung

der Buslinie 34. Der Quartierverein

Witikon organisiert eine Demonstration

vor dem Rathaus.

Die letzte Sitzung des Parlaments vor

den Sommerferien bringt oft eine Art

Kehrausstimmung. Winken die Badelatschen,

sinken die Adrenalinspiegel –

jedenfalls die politischen. Die vorberatende

Kommission hat denn auch einen

Kompromiss vorgespurt, mit dem nach

Meinung von Kommissionspräsident

Balthasar Glättli (Grüne) viele, wenn

auch längst nicht alle zufrieden sein

dürften. Immerhin, muss man anfügen,

bleibt der Ball im Spiel.

Verkehrsverbund statt VBZ

Der Rat will seine Gunst zu gleichen

Teilen sowohl den Witikern als auch

dem Stadtrat schenken. Das heisst, er

wird zuerst die definitive Erfüllung der

EVP/CVP-Motion ablehnen, die vom

Stadtrat ein konkretes und ausgearbeitetes

Projekt für eine Verlängerung der

Trolleybuslinie Nr. 34 vom Klusplatz

bis zum Hauptbahnhof verlangt.

Schliesslich wird er die Motion abschreiben,

wobei Glättli nicht ausschliesst,

dass dieser Kommissionsantrag

teilweise auf Widerstand stösst. Beispielsweise

bei den Mitteparteien EVP

und CVP, die nicht in der Kommission

vertreten sind. Als Argument gegen die

Beerdigung der Motion sei der Hinweis

denkbar, der Spatz in der Hand des Gemeinderats

wäre besser als die Taube

auf dem Dach des Kantonsrats.

Denn im Gegenzug zur Ablehnung, so

hat es die Kommission beschlossen,

unterstützt eine breite Mehrheit mit

Ausnahme der SVP und der Alternativen

einen Beschlussantrag für ein

Behördenreferendum an den Kantonsrat.

Darin verlangt die Stadt vom Kanton,

dass der Verkehrsverbund statt die

VBZ die Witiker Busverlängerung bezahlen

soll.

Mit diesem Vorgehen erspart der Rat

sich und Stadtrat Andres Türler von

den Industriellen Betrieben zudem einen

wenig ergiebigen Streit über Zahlen.

Der Stadtrat hatte in seiner Weisung

geschrieben, der Ausbau der vom

Quartierverein favorisierten Linie via

Römerhof und Pfauen koste 20 Millionen

Franken. Ein renommiertes Zürcher

Planungsbüro kommt jedoch in einer

vom Quartierverein in Auftrag gegebenen

Studie auf bloss 8 Millionen.

Damit war ein Hickhack über die möglichen

Gründe der überraschend grossen

Differenz vorprogrammiert.

SVP und Alternative halten das Vorha-

Das Zentrum Witikon – politisch eine «zu heisse Kartoffel»

Der Verkauf wird zum Politikum.

Nach einer Anfrage im Parlament

muss sich der Stadtrat mit den

Vorgängen in Witikon befassen.

Urs Rechsteiner, der CVP-Gemeinderat

und Primarlehrer im Schulhaus Looren,

mochte nicht mehr länger untätig zusehen.

Dem betagten Zentrumsbesitzer

Karl Ochsner müsse geholfen werden,

begründet er seine Intervention. Er verlangt

vom Stadtrat Auskunft über das

Verhalten der Sozialbehörde. Diese ist

seit der Verbeiständung Ochsners im

letzten Herbst für den Verkauf des Zentrum

Witikon allein zuständig.

Rechsteiner wollte die Antworten möglichst

bald, brachte im Gemeinderat die

nötigen 30 Unterschriften für eine

Dringlicherklärung aber nicht zusammen.

Die Fragen (siehe Kasten) seien

«zu heiss». (ee)

Das Zentrum wird versteigert

Heute Freitag führt die Sozialbehörde eine

Auktion zwischen Migros und Hess-Gruppe

durch. Die Offerten sind nach einer Aufbesserung

der Migros praktisch gleich hoch.

Der Meistbietende erhält den Zuschlag. (ee)

Demonstration vor dem Rathaus

Mittwoch, 13. Juli, 16.30-17 Uhr

Treffpunkt 16 Uhr Zunfthaus zur Haue

Beginn Ratsdebatte gegen 22 Uhr

ben für zu teuer – egal, ob die städtischen

oder die kantonalen Steuerzahler

dafür aufkommen müssten. Deshalb

lehnen sie die Weitergabe der Forderung

an den Kantonsrat ab und würden

damit den Wunsch, nicht mehr am

Klusplatz umsteigen zu müssen, im

Gegensatz zu ihren bisherigen Beteuerungen

endgültig begraben.

Witiker Demo vor dem Rathaus

Der Vorstand des Quartiervereins hat

für Mittwoch, 13. Juli, vor dem Rathaus

eine Demonstration organisiert.

Damit will er die Politiker an das 40 (!)

Jahre alte Versprechen der Stadt für

eine direkte Buslinie von Witikon in

die City erinnern.

Die Teilnehmer versammeln sich um

16 Uhr im Saal des Zunfthauses zur

Haue gleich gegenüber vom Rathaus.

Dort können sie eines der neuen roten

Witiker T-Shirts anziehen, die gratis

abgegeben werden. Mitglieder der

Männerriege tragen, wenn sie wollen,

ihr eigenes rotes Leibchen. Die Kundgebung

beginnt um 16.30 Uhr und dauert

bis Sitzungsbeginn um 17 Uhr.

Der Quartierverein verteilt auch diesmal

allen 125 Gemeinderäten zur Versüssung

ihres Entscheids einen ofen -

frischen Spitzbuben mit dem Witiker

Wappen. Bei der nächsten Abstimmung

wird die Rechnung der Bäckerei teurer:

Für den Kantonsrat braucht es

180 Spitzbuben. (ee)

Frage 1: Warum hat die für die Beistandschaft zuständige Sozialarbeiterin eine externe

Juristin als Fachperson mit dem Verkauf beauftragt, die nach eigener Aussage

über keine Erfahrung mit Immobiliengeschäften dieser Grösse verfügt?

Frage 2: Warum wurden die Verträge mit den beiden Interessenten der letzten Runde,

die bei der Übernahme des Verkaufs durch die Sozialbehörde zur Unterschrift bereit

lagen, nicht berücksichtigt, sondern stattdessen eine zusätzliche Verhandlungsrunde

mit teils neuen oder längst disqualifizierten Kaufinteressenten begonnen?

Frage 3: Warum drängt die Sozialbehörde den Zentrumsbesitzer seit Beginn der

Beistandschaft, er solle das Zentrum einer Immobiliengruppe aus dem Kanton

Thurgau verkaufen, obwohl der Besitzer immer wieder schriftlich und mündlich erklärt

hat, er wolle und werde nicht an diese Gruppe verkaufen?

Frage 4: Warum missachtet die Sozialbehörde derart systematisch den eindeutigen

Willen des verbeiständeten Eigentümers, dessen Interessen sie doch eigentlich

wahren müsste und der um die Zukunft seines Lebenswerks fürchtet, sollte das Zentrum

Witikon in falsche Hände geraten.

Frage 5: Warum übergeht die Sozialbehörde interne Informationen aus dem Finanzdepartement,

wonach die Stadt Zürich mit der in Frage 3 erwähnten Immobiliengruppe

aus dem Kanton Thurgau in der Vergangenheit negative Erfahrungen

gemacht hat und deshalb beschlossen habe, in Zukunft keine Geschäftsbeziehungen

mehr mit ihr aufzunehmen?

Frage 6: Warum hat die Sozialbehörde das Mandat des – nicht bevormundeten –

Zentrumbesitzers für einen eigenen Rechtsanwalt als nichtig erklärt und dessen

Einsprache gegen diesen Entscheid bis heute noch nicht beantwortet?

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