Spatenstich für Granitzentrum Bayerischer Wald - Landkreis Passau

landkreispassau

Spatenstich für Granitzentrum Bayerischer Wald - Landkreis Passau

Pressemitteilung

1

8. Juli 2003

Spatenstich für Granitzentrum Bayerischer Wald

in Hauzenberg erfolgt

Landrat Hanns Dorfner und Hauzenbergs Bürgermeister Bernd Zechmann gaben am

Montag, 7. Juli 2003 im Beisein zahlreicher Ehrengäste und unter Beteiligung der

Hauzenberger Bürgerinnen und Bürger das Startsignal für den Bau der zukunftsträchtigen

Gemeinschaftsmaßnahme Granitzentrum Bayerischer Wald am Schachetbruch

in Hauzenberg. Nachdem der Kreisausschuss in einer vorangegangenen Sitzung die

Vergabe der ersten Bauarbeiten gebilligt hatte, erfolgte der symbolische Spatenstich.

Dorfner gab dabei einen kurzen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte dieses innovativen

Projektes:

1. Die Grundidee, ein „Granitzentrum“ zu errichten, geht auf das Jahr 1995 zurück.

Damals beschloß der Schul- und Kulturausschuß grundsätzlich, sich gemeinsam

mit der Stadt Hauzenberg an einem Steinbruch-Freigelände mit Schaucharakter

und Ausstellungsmöglichkeiten zu beteiligen.

2. In den folgenden Jahren haben sich insbesondere der Verein „Immergrün Wotzdorf“

sowie der Förderverein „Granitmuseum Bayerischer Wald“ darum gekümmert,

daß das Granitzentrum bei den politischen Stellen in der Diskussion blieb

und in der Sache auch Fortschritte erzielt wurden.

3. Große Hoffnung keimte auf, als aus Mitteln der Privatisierungserlöse des Freistaates

ein Projekt in das Auswahlverfahren geschickt wurde, das insbesondere auf

die neuen Technologien im Bereich der Bearbeitung des Werkstoffes Granit abzielte.

Nach dem knappen Scheitern dieser Pläne erfolgte die Kontaktaufnahme über die

Euregio Bayerischer Wald/Böhmerwald (Herr Sammer) und mit Partner-Ausstellungen,

vor allem in Österreich.

In einer Gemeinschaftsarbeit aller am Projekt Interessierten wurde ein INTERREG

III-Antrag formuliert, der schließlich ein Kostenvolumen von 7 Mio. DM bzw. 3,5

Mio. € umfaßte. Dabei entfällt eine Kofinanzierung in Höhe von je 750.000 € auf

den Landkreis Passau sowie die Stadt Hauzenberg. Die Europäische Union (IN-

TERREG III) fördert das Vorhaben mit 1,5 Mio. € und der Kulturfonds Bayern in

Höhe von 400.000 €. Beantragt war noch ein Zuschuß der Bayerischen Landesstiftung

in Höhe von 100.000 €, der jedoch auch nach intensivsten Bemühungen

nicht erreicht werden konnte. Um so erfreulicher ist, daß dieser Betrag von Wissenschaftsminister

Zehetmair aufgefangen wurde. Ganz wesentlich, vor allem

auch für den Ausstattungsteil, ist die Förderzusage der Bayerischen Sparkassenstiftung

in Höhe von 30.000 €.


4. Parallel zur Abklärung der Finanzierung des Projekts erfolgte die Behandlung in

den zuständigen politischen Gremien, sowie die Auswahl des Archtitekten und der

am Projekt beteiligten Projektanten:

Architekt:

Brückner & Brückner, Tirschenreuth, nach Durchführung eines Architekturwettbewerbs

im Frühjahr 2001

Museumskonzept und Ausstellungen:

Büro Theorie und Praxis, Dr. Winfried Helm, Passau

in Zusammenarbeit mit Steintechnik Ludwig Bauer, Hauzenberg

Landschaftsökologisches Konzept und Freiraumplanung:

Büro für Landschaftsentwicklung, Dr. Ursula Diepolder, Schönbrunn am Lusen

in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt Schmidt, Deggendorf

Tragwerksplanung:

Ingenieurbüro Kropfmühl GmbH, Hauzenberg

Heizung/Lüftung/Sanitär:

Ingenieurbüro Winkler & Seidl, Hauzenberg

Elektroplanung:

Ingenieurbüro Kasprowski, Passau

Objektüberwachung:

Architekturbüro Ludwig A. Bauer, Hauzenberg

5. Die Anfänge des Granitmuseums/Granitzentrums in Hauzenberg gehen in den

Gremien des Landkreises Passau zurück bis 1991. Schon damals wurde beschlossen,

„die Errichtung eines überregionalen Granitmuseums in Hauzenberg voranzutreiben“.

1995 billigte der Schul- und Kulturausschuß die Errichtung einer Ausstellung

durch den Volkstrachtenerhaltungsverein „Immergrün Wotzdorf e.V.“. Als ersten

Teilabschnitt zur Realisierung des Granitmuseums.

Im Juni 1999 erklärte dann der Ausschuß für Umwelt, Abfallwirtschaft und Energie

des Landkreises Passau seine grundsätzliche Bereitschaft, die Investition in

gleicher Höhe wie die Stadt Hauzenberg mitzutragen, verteilt auf einen Zeitraum

von etwa 6 Jahren.

Eine Vereinbarung zwischen dem Landkreis Passau und der Stadt Hauzenberg

wurde zur gemeinschaftlichen Errichtung eines Granitzentrums/-museums auf den

Grundstücken Fl.Nr. 438, 440 und 443 der Gemarkung Wotzdorf im 1999 beschlossen.

Im November 2000 erfolgte dann die Beschlußfassung zum gemeinsamen

Grunderwerb des sogenannten Schachetbruches vom Betrieb Zankl.

2


6. Die Vergabe der Planungsleistungen (Vergabe der Architekturleistungen bzw.

Verfüllung des Zankl-Steinbruches) erfolgte im Mai bzw. Juli 2001.

7. Nach ursprünglichen Überlegungen, eine Betriebs-GmbH für das Granitzentrum in

Hauzenberg zu gründen, entschlossen sich der Landkreis Passau und die Stadt

Hauzenberg bald, die gesamte Führung und Verantwortlichkeit für den Betrieb

der Einrichtung in die Hände Derjenigen zu geben, die auch bei der Konzeption

und Realisierung des Zentrums wesentlichen Einfluß ausüben. Wichtiges Knowhow

geht damit nicht verloren, die Betreiber kennen die Vorteile, Chancen, aber

auch Empfindlichkeiten der Region, ein „Das-Handtuch-Werfen“ ist eine viel

größere Barriere als bei der Suche über eine Ausschreibung. Es gibt bei der jetzigen

Konstellation auch nicht die Gefahr der Zuständigkeitsabgrenzung bzw. gegenseitigen

Verantwortlichkeit zwischen Geschäftsführern und politischen Gremien.

Für den Betrieb liegt die klare Zuständigkeit bezüglich der gesamten Einnahmen

und Ausgaben bei den Herren Dr. Helm und Ludwig Bauer, während der

Landkreis Passau und die Stadt Hauzenberg als Eigentümer der Anlage sozusagen

die Funktionen des Aufsichtsrates übernehmen. Ich freue mich auch, daß die Regelung

dieser Zuständigkeiten mit der Unterzeichnung des Betriebsführungsvertrages

heute mit dem Spatenstich rechtskräftig geworden ist und damit die Arbeit

am Marketing für das künftige Granitzentrum bereits heute kraftvoll einsetzen

kann.

8. Das Projekt wird in der Öffentlichkeit vielfach noch als Granitmuseum bezeichnet

und als solches eingestuft. Das ist nicht ganz richtig. Natürlich soll auf dieser Anlage

künftig den Urlaubern, Gästen der Region, aber auch den Einheimischen, die

Geschichte des Granits, insbesondere auch dessen Abbau in unserer Region nähergebracht

werden. Dazu wird auch ein Erlebnissteinbruch, der originalgetreu

den historischen Granitabbau nacherleben läßt, eingerichtet werden. Das Projekt

soll aber auch die Rolle eines Granitzentrums übernehmen: Ein Forum für die

regionale Granitwirtschaft in Bayern, um Architekten, Planern, etc. den Stand der

Technik bezüglich der Verwendung und Bearbeitung des Werkstoffes Granit aus

heutiger Sicht näherzubringen und damit ein Multiplikator für die regionale Granitwirtschaft

sein. In diesem Zusammenhang appellierte der Landrat auch an die

gesamte Granitwirtschaft des Bayerischen Waldes, ihr Schicksal selbst in die Hand

zu nehmen, das Granitzentrum - als vielleicht letzte Chance - anzunehmen, es für

Tagungen und sonstige Veranstaltungen zu nutzen und aktiv in das eigene Marketing

einzubinden.

9. „Wir dürfen hier, genauso wenig wie in vielen anderen Fällen, nicht immer in ein

permanentes Jammern und Wehklagen über unser Schicksal verfallen. Wir müssen

aktiv unsere Chancen ergreifen und unsere Kompetenzen nutzen, solange wir

selbst daran glauben, daß ein Erfolg daraus werden kann. Und die Möglichkeit,

einer traditionsreichen Branche aus unserem Raum, verbunden mit nach wie vor

einer Vielzahl von Arbeitsplätzen, eine Zukunft zu geben, rechtfertigt aus meiner

Sicht auch einen hohen Einsatz“, so Landrat Hanns Dorfner.

3


10. Der Landrat dankte schließlich ausdrücklich allen Förderstellen und stellte erfreut

fest, dass es durch das starke persönliche Engagement von Herrn Geschäftsführer

Sammer von der Bayerwald/Böhmerwald-Euregio gelang, den Lenkungsausschuß

von der Ernst- und Sinnhaftigkeit des Projektes zu überzeugen

und damit eine 50 %-ige EU-Finanzierung sichergestellt werden konnte. Dank galt

auch dem Wirtschaftsministerium und der Regierung von Niederbayern, ebenso

wie dem Bayerischen Wissenschaftsministerium mit Herrn Staatsminister Zehetmair

an der Spitze. Erst in einem Gespräch mit ihm selbst konnte die Förderzusage

erreicht werden. Ein ebenso herzliches Dankeschön richtete Dorfner an die

Bayerische Sparkassenstiftung.

Sein ausdrücklicher Dank galt auch der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen

für die stets kooperative und von viel Sachverstand geprägte Begleitung des

Projektes in der Planungsphase und künftig wohl auch bei der Realisierung bezüglich

des Ausstellungskonzeptes.

4

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine