Erläuterungsbericht - beim Landkreis Vechta

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Erläuterungsbericht - beim Landkreis Vechta

1. Ausfertigung

Niedersächsischer Landesbetrieb für

Wasserwirtschaft, Küsten- und

Naturschutz (NLWKN)

- Betriebsstelle Cloppenburg -

Ermittlung des

Überschwemmungsgebietes des

Mühlener Mühlenbaches

Aufgestellt:

Datum:

Projekt-Nr.:

12. Oktober 2010

5015-A

INGENIEUR-DIENST-NORD

Dr. Lange - Dr. Anselm GmbH

Industriestraße 32 · 28876 Oyten

Telefon: 04207 6680-0 · Telefax: 04207 6680-77

info@idn-consult.de · www.idn-consult.de


I n h a l t

1 Veranlassung und Aufgabe 2

2 Berechnungsgrundlagen 2

3 Beschreibung des Untersuchungsraumes 4

4 Ermittlung der Abflussmengen 6

5 Berechnung der Wasserspiegellagen 7

5.1 Vorgehensweise 7

5.2 Das Programm "WaspTools" 7

5.3 Vermessungsdaten 9

5.4 Bestimmung der Rauheitsbeiwerte 9

5.5 Ausgangswasserstand HW100 10

6 Ermittlung des Überschwemmungsgebietes 11

6.1 Vorgehensweise 11

6.2 Berechnungsergebnisse für den 100-jährlichen Abfluss 12

6.3 Plausibilitätskontrolle 13

G:\5015\5015 A\Texte\Erläuterungen\Mühlener Mühlenbach\Erläuterungen Mühlener Mühlenbach.odt


1 Veranlassung und Aufgabe

Für den Mühlener Mühlenbach soll das natürliche Überschwemmungsgebiet

ermittelt werden. Der Untersuchungsraum erstreckt sich von der Station

12+700, südlich der Kroger Straße (K 289) nahe der Ortslage Haskamp bis zu

dem Zusammenfluss mit dem Harpendorfer Mühlenbach bei Station 5+996

auf rd. 6,7 km Fließlänge.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

(NLWKN), Betriebsstelle Cloppenburg, hat die Ingenieur-Dienst-

Nord GmbH (IDN), Oyten, mit der Berechnung des natürlichen Überschwemmungsgebietes

beauftragt. Die Ergebnisse werden hiermit vorgelegt.

2 Berechnungsgrundlagen

Die Berechnungen basieren auf folgenden Unterlagen:

• TK 25, DGK 5, AK 5, Digitales Geländemodell (DGM 5 im 5 m-Raster),

Orthofotos, zur Verfügung gestellt vom NLWKN, Betriebsstelle

Cloppenburg

• Gewässerroute mit Stationierung des Gewässers, zur Verfügung

gestellt vom NLWKN, Betriebsstelle Cloppenburg

• Aufmaße des Gewässers und der Kreuzungsbauwerke, durchgeführt

vom Vermessungsbüro DH Geoservice im Frühjahr 2010

• Abflüsse und Einzugsgebietsgrenzen aus dem NA-Modell der Hase

(vorläufig aufgestellt vom Ingenieurbüro Hartung und Partner, Braunschweig),

zur Verfügung gestellt vom NLWKN, Betriebsstelle Cloppenburg

• Auszüge aus dem Gewässerkataster und Bestandspläne des Mühlener

Mühlenbaches, zur Verfügung gestellt durch die Hase - Wasseracht

• Auszüge aus dem Kanalkataster der Ortslage Mühlen, zur Verfügung

gestellt durch die Gemeinde Steinfeld (Oldb.)

• Wasserrechtsantrag von Dr. Kiene für die Wiederherstellung der Mühlen-Stauanlage

vom 12.12.1994, zur Verfügung gestellt durch den

Landkreis Vechta

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• Ortsbesichtigung durch den IDN und Abstimmungen mit dem NLWKN,

Betriebsstelle Cloppenburg

Am 08.09.2009 fand in der Betriebsstelle Cloppenburg des NLWKN der Auftakttermin

zur Berechnung mehrerer Überschwemmungsgebiete einschließlich

des Mühlener Mühlenbaches statt. Teilnehmer waren Landkreise, Unterhaltungsverbände

und Kommunen sowie der NLWKN. Ziel des Auftakttermins

war die Bereitstellung von Unterlagen, die der Berechnung und Darstellung

des Überschwemmungsgebietes dienen.

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3 Beschreibung des Untersuchungsraumes

Der Mühlener Mühlenbach beginnt östlich von Steinfeld (Oldb.) in der Ortslage

Holthausen. Er fließt bis zu dem Zusammenfluss mit dem Harpendorfer Mühlenbach

in nordwestliche Richtung. Die Geländehöhen im Einzugsgebiet fallen

von NN + 91 m auf NN + 28 m.

Der Untersuchungsraum zur Berechnung des Überschwemmungsgebietes beginnt

nahe der Ortslage Haskamp, südlich der Kroger Straße (K 289) bei Station

12+700. Das Einzugsgebiet des Mühlener Mühlenbaches hat an dieser

Stelle eine Größe von rund AEo = 3,17 km². Bis zum Ende des Untersuchungsraumes

an dem Zusammenfluss mit dem Harpendorfer Mühlenbach (Station

5+996) vergrößert sich das Einzugsgebiet um ein Vielfaches auf rund

AEo = 26,30 km². Die Geländehöhen im Untersuchungsraum fallen von

NN + 82,3 m auf NN + 28 m (siehe Anlage 2).

Beidseitig angrenzend an das Gewässer befinden sich neben landwirtschaftlich

genutzte Flächen auch Siedlungsgebiete. In der Mitte der untersuchten

Gewässerstrecke liegt die Ortslage Mühlen in der sich ein Mühlenbauwerk befindet

(Station 9+816).

Südöstlich von Mühlen fließt der Mühlener Mühlenbach durch die Ortslage

Haskamp. Dort befindet sich ebenfalls ein Mühlenbauwerk (Station 12+135).

Oberhalb dieser Wassermühle wird der Mühlener Mühlenbach in einem 75 m

langen Durchlass (Station 12+250) unter einem Hofgelände durchgeleitet.

Im Untersuchungsabschnitt des Mühlener Mühlenbaches befinden sich 10

Brücken, 21 Durchlässe, vier Staubauwerke, ein Holzsteg und eine Sohlenschwelle

im Gewässer. Die Bauwerke werden in der Tabelle 1 entsprechend

der Stationierung (in Fließrichtung) zusammengefasst.

Tabelle 1: Bauwerke im Untersuchungsraum des Mühlener

Mühlenbaches

Station Bauwerk

12+525 Durchlass, "Haskamper Esch"

12+303 Durchlass, "Kroger Straße" (K 289)

12+280 Verrohrung, Privatgrundstück

12+205 Brücke, Fußgänger

12+140 Brücke, Fußgänger

12+135 Stau, Wassermühle

12+123 Brücke, Fußgänger

12+114 Sohlenschwelle

12+073 Durchlass, Feldweg

11+848 Durchlass, Feldweg

11+811 Durchlass, Anliegerstraße

11+618 Durchlass, Feldweg

11+247 Durchlass, Feldweg

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Station Bauwerk

11+052 Durchlass, Feldweg

10+913 Durchlass, Feldweg

10+677 Durchlass, Feldweg

10+440 Durchlass, "Mühlenstraße" (K 268)

10+262 Stau

10+114 Brücke, "Lohner Straße" (L 846)

10+080 Brücke, Fußgänger

9+979 Brücke, Fußgänger

9+816 Stau, Wassermühle

9+802 Brücke, Anliegerstraße

9+486 Durchlass, Grundstückszufahrt

9+436 Holzsteg, Fußgänger

9+412 Durchlass, "Am Hövel" (mit Stautafel)

9+079 Durchlass, Anliegerstraße

9+073 Stau

9+044 Durchlass, Feldweg

8+723 Brücke, "Hufeisenstraße"

8+696 Brücke, Eisenbahn

8+602 Durchlass, Feldweg

8+449 Durchlass, Feldweg

8+343 Durchlass, "Misbäkerdamm"

8+275 Durchlass, Anliegerstraße

7+626 Durchlass, Misbäkerdamm"

6+688 Brücke, "Misbäkerdamm"

Am Durchlass bei Station 9+412 befindet sich eine Stautafel unmittelbar im

Einlaufbereich des Durchlasses. Dieses wurde bei der Berechnung des HQ100

berücksichtigt, da sich auch mit dem Stau keine Ausuferungen oberhalb einstellen.

In der Ortslage Mühlen befindet sich ein Umfluter in den bei HQ100 ein Teil des

Abflusses abgeschlagen wird. Das Wasser wird dabei an Station 11+300 in

einen Seitengraben abgeschlagen und fließt an Station 9+420 wieder dem

Mühlener Mühlenbach zu.

Im Verlauf der Untersuchungsstrecke münden folgende Gewässer in den

Mühlener Mühlenbach bzw. zweigen davon ab:

• Station 11+300 Abschlag in Seitengraben nach links

• Station 9+420 Einmündung Graben von links

• Station 6+880 Einmündung Riedenbach von links

• Station 6+300 Einmündung Fladderbach 1 von rechts

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4 Ermittlung der Abflussmengen

Gemäß Wasserhaushaltsgesetz § 76 und Niedersächsischem Wassergesetz

§ 115, werden die Überschwemmungsgebiete für den 100-jährlichen Hochwasserabfluss

festgesetzt.

Die Ermittlung der Abflussmengen erfolgte in Abstimmung mit dem Gewässerkundlichen

Landesdienst (GLD).

Die HQ100 Abflüsse und die Einzugsgebietsgrößen für die zu untersuchenden

Gewässerstrecken wurden aus dem NA-Modell der Hase (vorläufig aufgestellt

vom Ingenieurbüro Hartung und Partner, Braunschweig) entnommen. Teileinzugsgebiete

wurden bei Bedarf auf Grundlage von Höhenlinien weiter unterteilt.

Auf Grundlage der Einzugsgebiete und der Hochwasserabflussspenden des

NA-Modells ergeben sich an dem Mühlener Mühlenbach folgende Abflusswerte:

Tabelle 2: Abflusswerte des Mühlener Mühlenbaches

von

Station

Lage

bis

Station

Lage

12+700

Anfang der

Berechnungsstrecke 11+500

Landwirtschaftliche

Nutzflächen

11+500

Landwirtschaftliche

Nutzflächen

10+500

Oberhalb Straßendamm

"Mühlenstraße"

10+500

Oberhalb Straßendamm

"Mühlenstraße"

9+420

Einmündung Graben

von links

9+420

Einmündung Graben

von links

6+880

Einmündung

"Riedenbach" von links

6+880

Einmündung "Riedenbach"

von links

6+300

Einmündung "Fladderbach

1" von links

Ende der

6+300

Einmündung "Fladderbach

1" von links

5+996

Berechnungsstrecke/

Mündung in den

"Trenkampsbach"

AE

[km²]

Hq100

[l/s km²]

HQ100

[m³/s]

3,77 401 1,51

5,81 304 1,77

8,36 246 2,05

10,51 221 2,33

21,33 231 4,93

26,30 231 6,09

An km 11+300 wird ein Anteil des HQ100 von 0,6 m³/s aus dem Mühlener Mühlenbach

in einen Umfluter abgeschlagen, der bei km 9+420 zusätzlich zu dem

Gebietszufluss wieder in den Mühlener Mühlenbach fließt. Die Abschlagsmenge

an der Aufteilung (Station 11+300) wurde anhand der Leistungsfähigkeiten

der Durchlässe im Seitengraben ermittelt und entspricht rund 33 % des gesamten

HQ100 Abflusses des Mühlener Mühlenbaches.

Mit den in der Tabelle 2 angegebenen Abflusswerten wurde unter Berücksichtigung

des o.g. Abschlages die Wasserspiegellagenberechnung durchgeführt.

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5 Berechnung der Wasserspiegellagen

5.1 Vorgehensweise

Gemäß Vorgaben des NLWKN wurden die Wasserspiegellagen mit einem stationären,

eindimensionalen Berechnungsmodell ermittelt.

Eindimensionale (1D) Modelle werden für die Simulation natürlicher Gerinne

mit sich laufend, aber mäßig ändernden Querschnitten und einfachen Abflussverhältnissen

angewendet. Mit 1D-Modellen werden die physikalischen Prozesse

der Fließströmung in Richtung der Gewässerachse abgebildet.

Für die Modellierung des Mühlener Mühlenbaches wurde das Programm

"WaspTools" verwendet.

Um das Gewässer im Modell abzubilden, wurden Querprofile und Bauwerke

vermessen und ins Modell eingefügt. Weitere Modellparameter wie die Aufteilung

der Profile in Hauptgerinne, Vorland- und Bewuchsbereiche sowie die

Festlegung des abflusswirksamen Bereiches bei möglichen Ausuferungen

sind anhand des Kartenmaterials, der örtlichen Begehung sowie anhand von

Fotografien und Luftbildern ermittelt worden.

Die Rauheitsbeiwerte der jeweiligen Gerinnequerschnitte bzw. Teilquerschnitte

wurden aufgrund von Erfahrungswerten ermittelt und über vor Ort aufgemessene

Wasserstände im Gewässer kalibriert.

5.2 Das Programm "WaspTools"

Das angewandte Berechnungsmodell "WaspTools" beruht auf einem eindimensionalen

Ansatz für die Strömungsgleichung.

Die Berechnung der Wasserspiegellagen erfolgt mittels nummerischer Verfahren

schrittweise von Profil zu Profil. Bei strömendem Abfluss wird die Berechnung

entgegen und bei schießendem Abfluss mit der Fließrichtung durchgeführt.

Fließformel

Für die 1D-Wasserspiegellagenberechnung können verschiedene empirische

Fließformeln angewendet werden. Die Fließformel nach MANNING-STRICK-

LER ist in der wasserwirtschaftlichen Praxis weit verbreitet und bewährt.

Die vorliegenden Berechnungen erfolgten auf Grundlage der Kontinuitätsgleichung

und der empirischen Gleichung nach MANNING-STRICKLER:

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und

mit

Q = v ⋅ A

v = kSt ⋅ rhy 2/3 ⋅ ISo 1/2

Q = Abfluss [m³/s]

v = Fließgeschwindigkeit [m/s]

A = Fließquerschnitt [m²]

kSt = Abflussbeiwert nach Manning-Strickler [m 1/3 /s]

rhy = hydraulischer Radius = A/lu [m]

ISo = Sohlengefälle [m/m]

lu = benetzter Umfang [m]

Querschnitte mit unterschiedlichen Bewuchsbereichen werden in Teilquerschnitte

untergliedert. Unter der Berücksichtigung, dass die Gesamtfläche A

gleich der Summe der Teilflächen Aj und der Gesamtabfluss Q gleich der Summe

der Teilflächen Aj mal der Teilgeschwindigkeiten vj ist, ergibt sich der Abfluss

im Profil zu:

und

A = ∑ Aj

Q = ∑ Qj = ∑ vj Aj = vL AL + vF AF + vR AR

mit L: linkes Vorland; F: Hauptquerschnitt; R: Rechtes Vorland; Q: Gesamtabfluss [m3/s].

Bauwerksberechnung

Bei der Berechnung von Bauwerken (Brücke, Durchlass, Wehr) werden die

Strömungsverluste und die Wasserstände abhängig vom Bauwerkstyp und

vom Abflusszustand ermittelt. Hierfür wird zwischen den folgenden Abflusszuständen

unterschieden:

• Freier Abfluss

• Rückgestaute Brücke mit freiem Abfluss unter der Brücke

• Rückgestaute Brücke und Druckabfluss

• Überstaute Brücke mit vollkommenem Überfall und Druckabfluss

• Überstaute Brücke mit unvollkommenem Überfall und Druckabfluss

• Vollkommener Überfall

• Unvollkommener Überfall

Beim Auftreten von Druckabflüssen im Brückenbereich kann die Druckgeschwindigkeit

auch über die Formel nach TORRICELLI bestimmt werden. Der

Pfeilerstau wird mit den Gleichungen nach REHBOCK und YARNELL berechnet.

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Berechnung der Mühlenstaue

In der untersuchten Gewässerstrecke befinden zwei Mühlenstaue an denen

sich große Wasserspiegeldifferenzen einstellen.

Der Mühlenstau in der Ortslage Hasekamp (Station 12+135) ist nicht mehr regulierbar.

Die Schütztafel wurde entfernt und das Wasser fließt ungehindert

über die Überfallkante. Die Wasserspiegellage am Stau wurde nach der Überfallformel

von POLENI berechnet.

Der Zweite Mühlenstau befindet sich in der Ortslage Mühlen (Station 9+816)

und ist nach einer Restaurierung funktionstüchtig. Der Mühlenstau staut den

Abfluss auf maximal NN + 36,40 m. Dieses Stauziel kann nach POLENI auch

bei dem ermittelten HQ100 Abfluss eingehalten werden und wurde in den Berechnungen

als Oberwasserstand am Stau angesetzt.

5.3 Vermessungsdaten

Für die Erstellung des Berechnungsmodells standen die aktuell aufgemessenen

Gewässerprofile des Gewässers sowie die hydraulisch relevanten Abmessungen

der Kreuzungsbauwerke zur Verfügung. Die Gewässerprofile wurden

je nach örtlichen Gegebenheiten in einem Abstand von 100 m bis 250 m aufgenommen.

Vorlandbreiten wurden so weit aufgemessen, dass der abflusswirksame

Bereich des Gewässers erfasst wurde. Die Höhenangaben des

DGM wurden mit den aufgemessenen Höhenpunkten der Vorländer abgeglichen.

In Ausnahmefällen wurden einzelne Höhendaten aus dem DGM übernommen.

Hydraulisch erforderliche Zwischenprofile wurden interpoliert.

5.4 Bestimmung der Rauheitsbeiwerte

Um Reibungsverluste durch Geländeunebenheiten und Bewuchs abzubilden,

werden jedem Gerinnequerschnitt bzw. Teilquerschnitt Rauheitsbeiwerte zugewiesen.

Die für die Wasserspiegellagenberechnung angesetzten Rauheitsbeiwerte

nach MANNING-STRICKLER (kSt) wurden auf Grundlage von Erfahrungswerten

gewählt. Anhand der bei den Vermessungsarbeiten erfassten Wasserstände

konnte eine überschlägige Überprüfung der gewählten Rauheitsparameter

erfolgen.

Hochwassermarken von bisher aufgetretenen Hochwasserereignissen standen

nicht zur Verfügung.

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Es wurden folgende Werte angesetzt:

• Hauptquerschnitt kSt = 30 - 38 m 1/3 /s

• Vorländer Grünland kSt = 15 m 1/3 /s

• Vorländer Ackerflächen kSt = 10 m 1/3 /s

• Bewuchsbereiche/Gehölze kSt = 5 - 10 m 1/3 /s

• Betonbauwerke kSt = 40 m 1/3 /s

• Steinschüttung/Sohlensicherung kSt = 15 - 25 m 1/3 /s

• Sohlenschwelle kSt = 15 m 1/3 /s

• Böschungen kSt = 15 m 1/3 /s

• Straßen kSt = 20 m 1/3 /s

5.5 Ausgangswasserstand HW100

Für den Trenkampsbach liegen keine hydraulischen Berechnungen oder

Hochwassermarken vor. Als UW-Stand wurde der bordvolle Abfluss mit einer

Höhe von NN + 28,00 m angesetzt. Dadurch stellt sich ein gleichförmiger

HQ100-Abfluss bis zu dem Ersten Durchlass oberhalb des Zusammenflusses

mit dem Harpendorfer Mühlenbach ein.

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6 Ermittlung des Überschwemmungsgebietes

6.1 Vorgehensweise

Mit dem ermittelten Hochwasserabfluss HQ100 wurde eine Wasserspiegellagenberechnung

durchgeführt. Die errechneten Wasserstände wurden im Anschluss

zwischen den Berechnungsprofilen linear interpoliert und in einem

GIS mit dem digitalen Geländemodell verschnitten. Dem digitalen Geländemodell

liegt ein 5 x 5 m-Raster zugrunde, das anhand der durchgeführten Vermessungen

verifiziert wurde. Aus der Höhendifferenz zwischen Wasserspiegellage

und Geländemodell lassen sich die überschwemmten Flächen und die

Überschwemmungstiefen ableiten. Befindet sich der berechnete Wasserstand

über der Geländehöhe, zählt dieser Punkt zur Überschwemmungsfläche, ansonsten

gilt der Punkt als nicht überschwemmt.

Im Rahmen einer Plausibilitätsprüfung wurde das automatisiert verschnittene

Überschwemmungsgebiet einer manuellen Kontrolle unterzogen.

Bei eingedeichten bzw. verwallten Gewässern ergibt sich oft ein Wasserstand,

der unterhalb der Verwallungshöhe, aber über dem angrenzenden Geländeniveau

liegt. Die angrenzenden Flächen werden daher vom Programm als überflutet

dargestellt und müssen mittels manueller Eingriffe aus dem berechneten

Überschwemmungsgebiet herausgenommen werden. Ähnlich verhält es sich

bei Flächen, die tiefer als die jeweilige Böschungsoberkante des Gewässers

liegen, z. B. bei Vorländern, die zum Talrand hin geneigt sind. Auch in diesen

Bereichen kann der Wasserstand des Gewässers über dem jeweiligen Geländeniveau

liegen, aber das Gewässer ufert nicht aus und führt nicht zu Überschwemmungen.

Dämme (Straßen, Eisenbahnlinien, etc.) werden im digitalen Geländemodell

häufig nicht erfasst. Im Überschwemmungsgebiet können sie aber als Querriegel

wirken und eine Ausweitung von Überschwemmungen verhindern. Überschwemmt

dargestellte Flächen hinter Querriegeln werden manuell aus dem

Überschwemmungsgebiet herausgenommen.

Falls der ermittelte Hochwasserspiegel im Gewässer nur abschnittsweise über

der Böschungsoberkante liegt, wird durch manuelle Korrektur ausgeschlossen,

dass es interpolationsbedingt auf überschwemmten Vorländern zu ansteigenden

Wasserständen oberhalb der Austrittsstelle kommt.

Das berechnete und auf Plausibilität geprüfte Überschwemmungsgebiet des

Mühlener Mühlenbaches beim 100-jährlichen Abfluss ist in den Anlagen dargestellt.

Die Ergebnisliste der Wasserspiegellagenberechnung ist dem Anhang

zu entnehmen.

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6.2 Berechnungsergebnisse für den 100-jährlichen Abfluss

Im Fall eines 100-jährlichen Hochwasserereignisses tritt der Mühlener Mühlenbach

im untersuchten Abschnitt teilweise über die Ufer. Die Beschreibung

der Ergebnisse erfolgt in Fließrichtung, also entgegen der Gewässerstationierung.

Am Beginn des Untersuchungsraumes ufert der Mühlener Mühlenbach, bedingt

durch unterhalb liegende Durchlässe, beidseitig aus. Davon ist ein Gebäude

betroffen.

Das Gewässer ist im Bereich der Hofanlage Haskamp (Station 12+250) stark

eingeengt und über rund 75 m Länge kanalisiert. Dadurch wird der Wasserstand

stark aufgestaut und der Mühlener Mühlenbach tritt im Bereich der angrenzenden

Hoflage beidseitig über die Ufer. Davon sind mehrere Gebäude

betroffen.

Oberhalb des Mühlenstaues (Station 12+145) ufert der Mühlener Mühlenbach

über die linke Verwallung aus und umströmt den Stau. Der Abfluss teilt sich im

Bereich dieser Stauanlage mit 60% auf den Mühlener Mühlenbach und 40%

auf die Umflutung auf. Dies entspricht 0,91 m³/s und 0,6 m³/s des HQ100.

Im folgenden Gewässerabschnitt zwischen Station 11+600 und 12+000 stellen

sich zwei kleinere, etwa 160 m und 110 m lange Ausuferungen ein. Im Bereich

von Station 11+850 befindet sich ein Gebäude im Überschwemmungsgebiet.

Südlich der Mühlenstraße (Station 10+440) stellt sich auf den landwirtschaftlichen

Nutzflächen eine etwa 600 lange und bis zu 260 m breite Überschwemmungsfläche

ein. Zwischen der Mühlenstraße und der Lohner Straße (Station

10+114) kommt es ebenfalls zu einer Ausuferung die bis an die angrenzende

Bebauung reicht.

Der Stau bei Station 9+073 engt das Gewässerprofil stark ein. Dadurch ufert

der Mühlener Mühlenbach auf etwa 100 m Länge und 220 m Breite aus. Die

überschwemmte Fläche wird im Westen durch die höher liegende Poststraße

begrenzt. Das angrenzende Hofgelände und mehrere Gebäude sind durch

diese Überschwemmungsfläche betroffen.

Unterhalb von Station 9+000 wird der HQ100 Abfluss bordvoll im Gewässerprofil

abgeführt. Es kommt bis zu dem Zusammenfluss mit dem Harpendorfer

Mühlenbach (Station 5+996) zu keinen weiteren Überschwemmungsflächen.

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6.3 Plausibilitätskontrolle

Im Anschluss an die Ermittlung des Überschwemmungsgebietes wurden Plausibilitätskontrollen

durchgeführt.

Vor Ort wurde eine Kontrolle der Berechnungsergebnisse durch Inaugenscheinnahme

der potenziellen Überschwemmungsflächen durchgeführt. Die

Kontrollen haben keine Hinweise auf Ungenauigkeiten des verwendeten Datenmaterials

ergeben. Die Darstellung des errechneten Überschwemmungsgebietes

erscheint realistisch.

Aufgestellt:

Ingenieur-Dienst-Nord GmbH Bearbeitet:

Oyten, 12.10.2010 Dipl.-Ing. Stefan Meyer

Dipl.-Ing. Matthias Irrgang

Dr.-Ing. Jörn Anselm

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