Natura 2000 VVU Paddingbüttel 2012

becker.maximilian41

Natura 2000 VVU Paddingbüttel 2012

Biologische Gutachten - Umweltplanung BIOLAGU

Natura 2000 Verträglichkeitsvorprüfung

für das geplante Repowering

des Windparks „Padingbüttel“

Im Auftrag der Rennert Energieprojekte GmbH

Bearbeiter:

Dipl. Umw. St. Lehmann

Dr. Ch. Plate

R. Wagner

Juni 2012

Dr. Buck & Dr. Plate GbR

21354 Bleckede/Elbe - Kastanienweg 3 - Tel. 05852/2859 - Fax 3706 (Sitz der Gesellschaft)

21339 Lüneburg - Vor dem Bardowicker Tore 6 A - Tel. 04131/2461946 – Fax 05852-3706

79098 Freiburg i. Br. - Bernhardstrasse 1 – Tel. 0761/29280414 - Fax 29280415

01099 Dresden - Lößnitzstrasse 14 – Tel. 0351/2606630 - Fax 2606631

18069 Rostock - Fischerweg 408 - Tel. 03 81 - 8 11 31 10

e-mail: BioLaGu@t-online.de,

www.biolagu.de

Gesellschafter: Dr. Olaf Buck (Geschäftsführer), Dr. Christian Plate (Stellv. Geschäftsführer),

Rudolf Wagner, Ingelore Plate, Stephan Lehmann


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Inhaltsverzeichnis

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Seite

1 Anlass und Aufgabenstellung ....................................................................... 4

2 Übersicht über das Schutzgebiet und die für seine Erhaltungsziele

maßgeblichen Bestandteile ........................................................................... 6

2.1 Übersicht über das Schutzgebiet „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

FFH-DE-2306-301 ............................................................................................ 6

2.1.1 Allgemeine Angaben ........................................................................................ 6

2.1.2 Überblick über die Lebensräume des Anhangs I der FFH-Richtlinie ................. 7

2.1.3 Überblick über die Arten der FFH-Anhänge / Vogelschutzrichtlinie................... 8

2.1.4 Überblick über die anderen bedeutenden Arten der Fauna und Flora .............. 8

2.2 Übersicht über das Vogelschutzgebiet „Niedersächsisches Wattenmeer und

angrenzende Küstenmeere DE-2210-401 ........................................................ 9

2.2.1 Allgemeine Angaben ........................................................................................ 9

2.2.2 Überblick über die Arten der FFH-Anhänge / Vogelschutzrichtlinie..................10

2.3 Erhaltungsziele der Schutzgebiete ..................................................................14

2.4 Funktionale Beziehungen des Schutzgebietes zu anderen Natura 2000-

Gebieten .........................................................................................................18

2.5 Wirkfaktoren / Beeinträchtigungen...................................................................18

2.5.1 Allgemeine Betrachtungen ..............................................................................18

2.5.2 Voraussichtlich betroffene Lebensräume des Anhangs I der FFH-Richtlinie im

Trassenkorridor ...............................................................................................19

2.5.3 Voraussichtlich betroffene Arten des Anhangs II der FFH-RL ..........................19

2.5.4 Prognose von Auswirkungen auf die Vogelwelt durch das geplante

„Repowering“ ..................................................................................................19

2.5.4.1 Grundsätzliches zum Einfluss der Anlagenhöhe auf die Auswirkungen von

WEA auf Vögel ................................................................................................19

2.5.4.2 Prognose zu Auswirkungen des geplanten „Repowerings“ auf die Vogelwelt am

Standort „Padingbüttel“ ...................................................................................21

2.5.4.3 Zusammenfassung des avifaunistischen Gutachtens ......................................24

2.5.5 Beschreibung der Bewertungsmethode ...........................................................26

2.5.6 Bewertung des Vorhabens bezüglich der Natura 2000 Gebiete ......................27

2


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3 Ergebnis der Beeinträchtigungsprüfung .....................................................28

4 Literatur- und Quellenverzeichnis ................................................................29

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Im Schutzgebiet vorkommende Lebensräume nach Anhang I der FFH-

Richtlinie .......................................................................................................... 7

Tabelle 2: Im Schutzgebiet vorkommende Arten der FFH-Anhänge / Vogelschutzrichtlinie

......................................................................................................................... 8

Tabelle 3: Im Schutzgebiet vorkommende Arten der FFH-Anhänge / Vogelschutzrichtlinie

........................................................................................................................10

Tabelle 4: Möglicherweise avifaunistisch relevante technische Daten der derzeit in Betrieb

befindlichen WEA und der als mögliche Variante vorgesehenen fünf größeren

modernen Anlagen. .........................................................................................21

Tabelle 5: Einordnung des Grades der lokalen Beeinträchtigung (Bundesministerium für

Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen 2004b) ..................................................26

3


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1 Anlass und Aufgabenstellung

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Mit der Richtlinie 92/43/EWG zur „Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden

Tiere und Pflanzen (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie)" und der Richtlinie 2009/147/EG

über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Vogelschutz-Richtlinie) wurden in der Europäischen

Union die rechtlichen Grundlagen für ein länderübergreifendes Schutzgebietssystem

geschaffen.

Wesentliches Ziel der Richtlinien ist die Schaffung und dauerhafte Sicherung eines kohärenten

ökologischen Netzes von besonderen Schutzgebieten mit der Bezeichnung „Natura

2000" (Art. 3 FFH-Richtlinie).

Eine wichtige Rechtsfolge der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (im Folgenden FFH-Richtlinie)

ist die Prüfung von Plänen und Projekten auf deren Verträglichkeit entsprechend FFH-Richtlinie

Artikel 6 Abs. 3 und 4.

Hierzu wird in der FFH-Richtlinie festgelegt: „Pläne oder Projekte, die nicht unmittelbar mit

der Verwaltung des Gebietes in Verbindung stehen oder hierfür notwendig sind, die ein solches

Gebiet jedoch einzeln oder im Zusammenwirken mit anderen Plänen und Projekten

erheblich beeinträchtigen könnten, erfordern eine Prüfung auf Verträglichkeit mit den für dieses

Gebiet festgelegten Erhaltungszielen..." (Artikel 6 Abs. 3).

Durch das Bundesnaturschutzgesetz vom 29.07.2009 ist die FFH-Richtlinie im nationalen

Recht verankert. § 34 BNatSchG bezieht sich auf die Prüfung der Verträglichkeit von Projekten.

Nach § 34 Abs. 1 Satz 1 BNatSchG ist vor der Zulassung oder Durchführung eines Projektes,

dessen Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen eines Gebietes von gemeinschaftlicher

Bedeutung zu überprüfen. Nach § 34 Abs. 2 BNatSchG ist ein Projekt unzulässig, wenn

es zu erheblichen Beeinträchtigungen eines FFH-Gebietes in seinen für die Erhaltungsziele

oder den Schutzzweck maßgeblichen Bestandteilen führen kann. Besteht der Verdacht einer

erheblichen Beeinträchtigung von Gebieten gemeinschaftlicher Bedeutung oder eines Europäischen

Vogelschutzgebietes durch Projekte, müssen seitens des Projektträgers in den

nach den Rechtsvorschriften vorgeschriebenen behördlichen Gestattungs- oder Anzeigeverfahren

alle Angaben gemacht werden, die zur Beurteilung der Verträglichkeit des Projektes

erforderlich sind.

Die vorliegende Natura 2000-Verträglichkeitsvoruntersuchung wurde in Anlehnung an die

Leitfäden der FGSV (2002), des BMVBW (2004a/2004b) und FROELICH & SPORBECK

(2006) erstellt.

Die Rennert Energieprojekte GmbH beabsichtigt die bereits im Mai 1993 errichteten Windpark

„Padingbüttel“, der aus 10 parallel zur Deichlinie angeordneten Anlagen mit Nabenhöhen

von 35 m und Rotordurchmessern von 37 m besteht, zu repowern. Es ist geplant die 10

4


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Anlagen durch fünf Windenergieanlagen mit einer Höhe von 100,0 m (inklusive Rotor) zu

ersetzen. Die Nabenhöhe beträgt 64,0 m, der Rotordurchmesser 71 m.

Im Rahmen einer Verträglichkeitsvoruntersuchung ist zu beurteilen, inwiefern dieses Vorhaben

mit den festgelegten Erhaltungszielen des Gebietes verträglich ist, beziehungsweise

inwiefern der Schutzzweck und die Erhaltungsziele der beiden betroffenen Natura 2000 Gebiete:

• Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (FFH- DE 2306-301)

• Niedersächsisches Wattenmeer und angrenzende Küstenmeere (Vogel-

schutzgebiet 2210-401)

durch das Vorhaben erheblich beeinträchtigt werden können.

Die räumliche Verortung ist dem aktuellen Antrag zu entnehmen.

5


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2 Übersicht über das Schutzgebiet und die für seine Erhaltungsziele

maßgeblichen Bestandteile

Im Folgenden werden das Schutzgebiet und die für seine Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteile

vorgestellt. Darunter fallen die im FFH-Gebiet vorkommenden Lebensraumtypen

des Anhangs I der FFH-Richtlinie sowie die Tier- und Pflanzenarten des Anhangs II der FFH-

Richtlinie mit ihren Habitaten und Standorten (LANA 2004). Ferner werden die im Standarddatenbogen

genannten anderen bedeutenden Arten der Fauna und Flora sowie die Vogelarten

des Anhangs I und die regelmäßig vorkommenden Zugvögel betrachtet.

2.1 Übersicht über das Schutzgebiet „Nationalpark Niedersächsisches

Wattenmeer FFH-DE-2306-301

2.1.1 Allgemeine Angaben

Lage

Das FFH-Gebiet befindet sich im Bundesland Niedersachsen und grenzt an mehrer Landkreise

(Cuxhaven, Emden, Wilhelmshaven, Aurich, Friesland, Leer, Wesermarsch, Wittmund)

an.

Naturraum

Das Gebiet charakterisiert sich durch die Ostfriesische Seemarschen, die Wesermarschen,

die Ostfriesische Inseln und Watten, die Wesermündung Geest, die Stader Elbmarschen und

die Deutsche Bucht (ohne Felssockel Helgoland).

Gebietsausstattung und Schutzwürdigkeit

Das FFH-Gebiet besteht aus einem Komplex von Küstenbereich der Nordsee mit Salzwiesen,

Wattflächen, Sandbänken, flachen Meeresbuchten und Düneninseln. Flugsandüberlagertes

Geestkliff mit Küstenheiden, Grasfluren und Dünenwäldern und Teile des Emsästuars

mit Brackwasserwat gehören dazu.

Die Schutzwürdigkeit begründet sich durch die großflächigen Komplexe naturnaher Küstenbiotope

mit Flachwasserbereichen, Wattflächen, Sandbänken, Stränden und Dünen sowie

das Vorkommen zahlreicher seltener und gefährdeter Arten.

Es befinden sich folgende Biotopkomplexe (mit prozentualer Angabe) im Schutzgebiet:

• Flachwasserkomplex, hohe Salinität 34 %

• Wattkomplex, tidenbeeinflußt (Nordsee) 55 %

• Salzgrünlandkomplex, tidenbeeinflußt (Schlamm- u. Schlickküsten) [Nordsee] 3 %

6


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• Sandstrand- und Küstendünenkomplex 5 %

• Grünlandkomplexe mittlerer Standorte 3 %

Gefährdung

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Das Gebiet ist durch Wasserverschmutzung, Fischerei, Tourismus, Küstenschutz u.a. Faktore

gefährdet.

2.1.2 Überblick über die Lebensräume des Anhangs I der FFH-Richtlinie

Im Anhang I der FFH-Richtlinie werden natürliche Lebensräume aufgelistet, die von gemeinschaftlichem

Interesse sind und für die besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Die folgende Tabelle listet die Lebensraumtypen aus dem aktuellen Standarddatenbogen

auf.

Tabelle 1: Im Schutzgebiet vorkommende Lebensräume nach Anhang I der FFH-

Richtlinie

Cod

e

FFH

1110

Name Fläche (ha) Fläche-%

Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung

durch Meerwasser

40.500,0000 14,62

1130 Ästuarien 2.400,0000 0,87

1140 Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt 131.500,0000 47,48

1150 Lagunen des Küstenraumes (Strandseen) 5,0000


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Cod

e

FFH

2150

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Name Fläche (ha) Fläche-%

Festliegende entkalkte Dünen der atlantischen

Zone (Calluno-Ulicetea)

15,0000


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PFLA CAREPUNC Carex punctata [Punktierte Segge] 2 r

PFLA EQUIVARI

PFLA GENTBALT

Equisetum variegatum [Bunter Schachtelhalm]

Gentianella baltica ( = Gentianella campestris

ssp. baltica [Baltischer Enzian])

2 r

PFLA GENTULIG Gentianella uliginosa [Sumpf-Enzian] 2 -

PFLA LATHMARI Lathyrus maritimus [Strand-Platterbse] 3 r

PFLA ODONLITO Odontites litoralis [Salz-Zahntrost] r

PFLA TUBEGUTT Tuberaria guttata [Geflecktes Sandröschen] 1 r

2.2 Übersicht über das Vogelschutzgebiet „Niedersächsisches Wattenmeer

und angrenzende Küstenmeere DE-2210-401

2.2.1 Allgemeine Angaben

Lage

Das FFH-Gebiet befindet sich im Bundesland Niedersachsen und grenzt an mehrer Landkreise

(Cuxhaven, Wilhelmshaven, Aurich, Friesland, Leer, Wesermarsch, Wittmund) an.

Naturraum

Das Gebiet charakterisiert sich durch die Ostfriesische Seemarschen, die Wesermarschen,

die Ostfriesische Inseln und Watten, die Wesermündung Geest, die Stader Elbmarschen und

die Deutsche Bucht (ohne Felssockel Helgoland).

Gebietsausstattung und Schutzwürdigkeit

Das FFH-Gebiet besteht aus einem Komplex von Küstenbereich der Nordsee mit Salzwiesen,

Wattflächen, Sandbänken, flachen Meeresbuchten und Düneninseln sowie Teile des

Emsästuars mit Brackwasserwatt und Teil Dollart. In die offene See angrenzende Wasserflächen

von 10-12 m Tiefe der 12-Seemeilen-Zone.

Die Schutzwürdigkeit begründet sich durch ein Feuchtgebiet internationaler Bedeutung, herausragendes

niedersächsisches Brut- und Rastgebiet für über 30 Anhang I-Arten und zahlreiche

andere Wasser- und Watvogelarten. Die Meeresflächen der 12-Seemeilen-Zone sind

bedeutsames Rastgebiete.

Es befinden sich folgende Biotopkomplexe (mit prozentualer Angabe) im Schutzgebiet:

• Tiefwasserkomplex, hohe Salinität (>15m Wassertiefe) 52 %

-

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• Flachwasserkomplex, hohe Salinität 40 %

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• Salzgrünlandkomplex, tidenbeeinflußt (Schlamm- u. Schlickküsten) [Nordsee] 2 %

• Sandstrand- und Küstendünenkomplex 4 %

• Feuchtgrünlandkomplex auf mineralischen Böden 2 %

Gefährdung

Das Gebiet ist durch Wasserverschmutzung, Fischerei, Tourismus, Küstenschutz, Flugverkehr,

Windenergienutzung, Baggergutverklappung, Fahrwasservertiefung und neubau, Störung

und Jagdgefährdet.

2.2.2 Überblick über die Arten der FFH-Anhänge / Vogelschutzrichtlinie

Tabelle 3: Im Schutzgebiet vorkommende Arten der FFH-Anhänge / Vogelschutzrichtlinie

Code Name Status Pop.-Größe

ACROSCHO

Acrocephalus schoenobaenus [Schilfrohrsänger]

n = 511

ACROSCIR Acrocephalus scirpaceus [Teichrohrsänger] n = 315

ALAUARVE Alauda arvensis [Feldlerche] n = 1.130

ALCATORD Alca torda [Tordalk] m ~ 800

ANASACUT Anas acuta [Spießente] m < 7.515

ANASACUT Anas acuta [Spießente] n = 2

ANASCLYP Anas clypeata [Löffelente] m < 2.239

ANASCLYP Anas clypeata [Löffelente] n = 91

ANASCREC Anas crecca [Krickente] w < 6.088

ANASPENE Anas penelope [Pfeifente] m < 56.077

ANASPLAT Anas platyrhynchos [Stockente] w < 45.391

ANASPLAT Anas platyrhynchos [Stockente] n ~ 990

ANASQUER Anas querquedula [Knäkente] m < 137

ANASSTRE Anas strepera [Schnatterente] n = 47

ANASSTRE Anas strepera [Schnatterente] m < 270

ANSEALBI Anser albifrons [Bläßgans] w < 4.350

ANSEANSE Anser anser [Graugans] n = 118

ANSEANSE Anser anser [Graugans] m < 5.688

ANSEBRAC Anser brachyrhynchus [Kurzschnabelgans] m < 70

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Code Name Status Pop.-Größe

ANSEFABA Anser fabalis [Saatgans] w < 183

ARDECINE Ardea cinerea [Graureiher] m = 212

ARENINTE Arenaria interpres [Steinwälzer] m = 1.816

ASIOFLAM Asio flammeus [Sumpfohreule] n = 60

AYTHFERI Aythya ferina [Tafelente] w = 350

AYTHFULI Aythya fuligula [Reiherente] w < 267

AYTHFULI Aythya fuligula [Reiherente] n ~ 81

BOTASTEL Botaurus stellaris [Rohrdommel] n = 1

BRANBERN Branta bernicla [Ringelgans] m = 16.275

BRANCANA Branta canadensis [Kanadagans] m < 200

BRANLEUC

Branta leucopsis [Nonnengans, Weißwangengans]

m < 50.000

BUCECLAN Bucephala clangula [Schellente] m < 528

CALIALBA Calidris alba [Sanderling] m = 9.607

CALIALPI Calidris alpina [Alpenstrandläufer] m < 253.688

CALICANU Calidris canutus [Knutt] m < 30.707

CALIFERR Calidris ferruginea [Sichelstrandläufer] m < 500

CALIMARI Calidris maritima [Meerstrandläufer] m < 600

CARDFLAV Carduelis flavirostris [Berghänfling] w ~ 11.000

CHARALEX Charadrius alexandrinus [Seeregenpfeifer] m < 783

CHARALEX Charadrius alexandrinus [Seeregenpfeifer] n = 28

CHARDUBI Charadrius dubius [Flußregenpfeifer] n > 1

CHARDUBI Charadrius dubius [Flußregenpfeifer] m = 146

CHARHIAT Charadrius hiaticula [Sandregenpfeifer] n = 171

CHARHIAT Charadrius hiaticula [Sandregenpfeifer] m < 13.309

CHLINIGE Chlidonias niger [Trauerseeschwalbe] m ~ 21

CIRCAERU Circus aeruginosus [Rohrweihe] n = 36

CIRCCYAN Circus cyaneus [Kornweihe] n = 45

CREXCREX Crex crex [Wachtelkönig] n = 4

CYGNCO_B

Cygnus columbianus bewickii [Zwergschwan

(Mitteleuropa)]

m = 51

CYGNCYGN Cygnus cygnus [Singschwan] w = 202

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Code Name Status Pop.-Größe

CYGNOLOR Cygnus olor [Höckerschwan] w ~ 100

CYGNOLOR Cygnus olor [Höckerschwan] n > 3

EREMALPE Eremophila alpestis [Ohrenlerche] w ~ 2.300

FALCPERE Falco peregrinus [Wanderfalke] m ~ 40

FALCPERE Falco peregrinus [Wanderfalke] n = 12

GALLGALL Gallinago gallinago [Bekassine] m < 2.388

GALLGALL Gallinago gallinago [Bekassine] n = 12

GAVIARCT Gavia arctica [Prachttaucher] m < 105

GAVISTEL Gavia stellata [Sterntaucher] m ~ 1.600

GELONILO Gelochelidon nilotica [Lachseeschwalbe] m ~ 5

HAEMOSTR Haematopus ostralegus [Austernfischer] m = 148.680

HAEMOSTR Haematopus ostralegus [Austernfischer] n = 11.406

LANICOLL Lanius collurio [Neuntöter] n > 5

LARUARGE Larus argentatus [Silbermöwe] m < 44.815

LARUARGE Larus argentatus [Silbermöwe] n = 22.949

LARUCANU Larus canus [Sturmmöwe] m ~ 60.000

LARUCANU Larus canus [Sturmmöwe] n = 6.427

LARUFUSC Larus fuscus [Heringsmöwe] n = 23.063

LARUFUSC Larus fuscus [Heringsmöwe] m < 14.633

LARUMARI Larus marinus [Mantelmöwe] m = 2.319

LARUMARI Larus marinus [Mantelmöwe] n = 2

LARUMELA Larus melanocephalus [Schwarzkopfmöwe] n = 3

LARUMINU Larus minutus [Zwergmöwe] m < 700

LARURIDI Larus ridibundus [Lachmöwe] m = 122.571

LARURIDI Larus ridibundus [Lachmöwe] n = 25.895

LIMOLAPP Limosa lapponica [Pfuhlschnepfe] m = 72.805

LIMOLIMO Limosa limosa [Uferschnepfe] m = 2.200

LIMOLIMO Limosa limosa [Uferschnepfe] n = 460

LUSCMEGA Luscinia megarhynchos [Nachtigall] n > 10

MELAFUSC Melanitta fusca [Samtente] w ~ 150

MELANIGR Melanitta nigra [Trauerente] w < 9.948

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Code Name Status Pop.-Größe

MERGALBE Mergus albellus [Zwergsäger] w = 28

MERGSERR Mergus serrator [Mittelsäger] m < 50

MERGSERR Mergus serrator [Mittelsäger] n = 3

MOTAFLAV Motacilla flava [Schafstelze] n = 868

NUMEARQU Numenius arquata [Großer Brachvogel] m = 89.359

NUMEARQU Numenius arquata [Großer Brachvogel] n = 125

NUMEPHAE Numenius phaeopus [Regenbrachvogel] m = 825

OENAOENA Oenanthe oenanthe [Steinschmätzer] n = 242

PHALCA_S

PHALCA_S

Phalacrocorax carbo sinensis [Kormoran (Mitteleuropa)]

Phalacrocorax carbo sinensis [Kormoran (Mitteleuropa)]

m = 3.233

n = 477

PHILPUGN Philomachus pugnax [Kampfläufer] m < 1.800

PHILPUGN Philomachus pugnax [Kampfläufer] n = 1

PLATLEUC Platalea leucorodia [Löffler] m < 353

PLATLEUC Platalea leucorodia [Löffler] n = 103

PLECNIVA Plectrophenax nivalis [Schneeammer] w ~ 4.000

PLUVAPRI Pluvialis apricaria [Goldregenpfeifer] m = 21.433

PLUVSQUA Pluvialis squatarola [Kiebitzregenpfeifer] m = 45.668

PODICRIS Podiceps cristatus [Haubentaucher] w = 83

PODIGRIS Podiceps grisegena [Rothalstaucher] m < 10

PODINIGR Podiceps nigricollis [Schwarzhalstaucher] m < 11

RECUAVOS Recurvirostra avosetta [Säbelschnäbler] m = 17.808

RECUAVOS Recurvirostra avosetta [Säbelschnäbler] n = 1.674

RISSTRID Rissa tridactyla [Dreizehenmöwe] m ~ 300

SAXITORQ Saxicola torquata [Schwarzkehlchen] n > 5

SOMAMOLI Somateria mollissima [Eiderente] m < 90.405

SOMAMOLI Somateria mollissima [Eiderente] n = 650

STERALBI Sterna albifrons [Zwergseeschwalbe] m = 331

STERALBI Sterna albifrons [Zwergseeschwalbe] n = 163

STERHIRU Sterna hirundo [Flußseeschwalbe] m = 1.865

STERHIRU Sterna hirundo [Flußseeschwalbe] n = 2.696

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Code Name Status Pop.-Größe

STERPARA Sterna paradisaea [Küstenseeschwalbe] m = 1.848

STERPARA Sterna paradisaea [Küstenseeschwalbe] n = 720

STERSAND Sterna sandvicensis [Brandseeschwalbe] m < 6.208

STERSAND Sterna sandvicensis [Brandseeschwalbe] n = 3.185

TACHRUFI Tachybaptus ruficollis [Zwergtaucher] n > 3

TACHRUFI Tachybaptus ruficollis [Zwergtaucher] m = 113

TADOTADO Tadorna tadorna [Brandgans] m = 56.570

TADOTADO Tadorna tadorna [Brandgans] n = 2.448

TRINERYT Tringa erythropus [Dunkelwasserläufer] m = 2.521

TRINNEBU Tringa nebularia [Grünschenkel] m = 6.214

TRINTOTA Tringa totanus [Rotschenkel] m = 17.126

TRINTOTA Tringa totanus [Rotschenkel] n = 4.054

URIAAALG Uria aalge [Trottellumme] m ~ 1.200

VANEVANE Vanellus vanellus [Kiebitz] m < 8.912

VANEVANE Vanellus vanellus [Kiebitz] n = 1.434

2.3 Erhaltungsziele der Schutzgebiete

Die Erhaltung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der Lebensräume

und Arten der Anhänge I bzw. II der FFH-RL, für deren Schutz das Gebiet gemeldet wurde,

beschreibt das grundsätzliche Erhaltungsziel des Schutzgebietes (vgl. § 10 Abs. 1 Pkt. 9

BNatSchG).

Die Erhaltungsziele sind im Anhang 5 des Nationalparkgesetzes von 01.03.2010 benannt:

1. Allgemeine Erhaltungsziele für die Lebensraumtypen gemäß Anhang I der Richtlinie

92/43/EWG

a) Verbreitungsgebiet und Gesamtbestand (Flächengröße) im Rahmen der natürlichen

Schwankungen stabil oder zunehmend

b) langfristig geeignete Strukturen und Funktionen

c) günstiger Erhaltungszustand der charakteristischen Arten

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2. Allgemeine Erhaltungsziele für Arten gemäß Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG einschließlich

der charakteristischen Arten der Lebensraumtypen

a) langfristig lebensfähige, im Rahmen der natürlichen Schwankungen stabile Populationen

b) keine Abnahme des natürlichen Verbreitungsgebietes

c) geeignete Lebensräume für alle Lebensphasen wie Fortpflanzung, Aufzucht, Mauser,

Durchzug, Rast, Überwinterung und Nahrungssuche von ausreichender Größe sowie der

Möglichkeit unbehinderter Wander- und Wechselbewegungen zwischen den Teillebensräumen,

auch in der Umgebung des Nationalparks

3. Besondere Erhaltungsziele für Lebensräume und Arten der Meeresgebiete

a) Flache Meeresarme und -buchten (1160), überspülte Sandbänke (1110) sowie geogene

und biogene Riffe (1170) mit guter Wasserqualität, natürlichen Strukturen, natürlichen dynamischen

Prozessen und beständigen Populationen der charakteristischen Arten. Dies beinhaltet

aa) natürliche hydrodynamische und morphologische Bedingungen,

bb) natürliche Sandbankstrukturen mit Kämmen und Tälern sowie durch Wellenbewegung

und Strömungen bedingten Sedimentumlagerungen,

cc) natürliche sublitorale Muschelbänke mit allen Altersphasen und intakten Lebensgemeinschaften,

dd) natürliche Verteilung der verschiedenen Fein- und Grobsubstrate des Meeresgrunds,

ee) günstige Voraussetzungen für die Neuentstehung von Bänken der Europäischen Auster,

Sabellaria-Riffen und sublitoralen Seegras-Wiesen.

b) Störungsarme, großflächige, mit der Umgebung verbundene Lebensräume für beständige

Populationen von Schweinswal, Kegelrobbe, Seehund, Finte, Meerneunauge und Flussneunauge.

c) Störungsarme Meeresflächen als Nahrungs-, Rast- und Mausergebiete für Seevogelarten

wie Sterntaucher, Eiderente, Trauerente und Brandseeschwalbe.

4. Besondere Erhaltungsziele für Lebensräume und Arten der Wattgebiete einschließlich der

Ästuare

a) Naturnahe Salz- und Brackwasser-Wattflächen der Lebensraumtypen 1130, 1140, 1310

und 1320 mit guter Wasserqualität, natürlichen Strukturen, natürlichen dynamischen Prozessen

und beständigen Populationen der charakteristischen Arten. Dies beinhaltet

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aa) natürliche Hydrodynamik und ungestörte Sedimentversorgung,

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bb) natürliche Verteilung von Sand-, Misch-und Schlicksedimenten sowie von Flächen mit

Seegras-, Queller- und Schlickgras-Vegetation,

cc) natürliche Prielsysteme,

dd) natürliche eulitorale Muschelbänke mit allen Altersphasen und intakten Lebensgemeinschaften.

b) Störungsarme, großflächige, mit der Umgebung verbundene Lebensräume für beständige

Populationen von Kegelrobbe, Seehund, Finte, Meerneunauge und Flussneunauge.

c) Störungsarme Nahrungs-, Rast- und Mausergebiete für typische Brut- und Gastvogelarten

der Wattflächen wie Säbelschnäbler, Alpenstrandläufer, Pfuhlschnepfe, Großer Brachvogel,

Brandgans.

5. Besondere Erhaltungsziele für Lebensräume und Arten der Salzwiesen

a) Natürliche und naturnahe Salzwiesen (1330) sowie darin gelegene Lagunen (1150) mit

vielfältigen Strukturen, natürlichen dynamischen Prozessen und beständigen Populationen

der charakteristischen Arten. Dies beinhaltet

aa) natürliche Abläufe der Erosion, Sedimentation und Prielbildung,

bb) regelmäßige Überflutung durch unbelastetes Meerwasser,

cc) natürliche Ausprägung von Relief, Salinität und Wasserhaushalt,

dd) natürliche Vegetationsentwicklung auf den überwiegenden Flächenanteilen,

ee) ausgewählte Teilflächen mit den besonderen Lebensgemeinschaften extensiv beweideter

oder gemähter Salzwiesen.

b) Störungsarme Brut- und Rastgebiete für charakteristische Brut- und Gastvogelarten der

Salzwiesen wie Rotschenkel, Austernfischer, Ringelgans, Ohrenlerche. Dies beinhaltet das

Fehlen von nicht natürlicherweise vorkommenden Prädatoren.

6. Besondere Erhaltungsziele für Lebensräume und Arten der Strände und Dünen

a) Sandplaten mit Pioniervegetation (1310), Strandseen (1150), Vordünen (2110), Strandhafer

Weißdünen (2120), Graudünen-Rasen (2130), Dünenheiden mit Krähenbeere (2140) und

Besenheide (2150), Sanddorngebüsche (2160), Kriechweidengebüsche (2170) und Dünenwälder

(2180) mit vielfältigen Strukturen, natürlichen dynamischen Prozessen und beständigen

Populationen der charakteristischen Arten. Dies beinhaltet

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aa) natürliche Abläufe aus Aufwehung und Abtrag kalkreicher und kalkarmer Sande,

bb) vollständige Zonierung der typischen Vegetationsbestände mit jüngeren und älteren

Entwicklungsstadien einschließlich offener Sandstellen,

cc) naturnahe Strandseen und -tümpel mit temporärer Verbindung zum Meer,

dd) ständige Neubildung von Pionierstadien der Strände, Dünen und Lagunen,

ee) ausgewogene Verteilung von vorherrschenden gehölzfreien Stadien sowie Gebüschen

und kleinflächigen Wäldern,

ff) keine oder allenfalls geringe Anteile eingeführter Gehölzarten und sonstiger Neophyten.

b) Störungsarme Brut- und Rastgebiete für charakteristische Brut- und Gastvogelarten der

Strände und Dünen wie Seeregenpfeifer, Zwergseeschwalbe, Großer Brachvogel, Eiderente,

Brandgans, Steinschmätzer. Dies beinhaltet geeignete Vegetations- und Bodenstrukturen

wie z. B. vegetationsarme Schillbänke sowie das Fehlen von nicht natürlicherweise vorkommenden

Prädatoren.

7. Besondere Erhaltungsziele für Lebensräume und Arten der feuchten Dünentäler

a) Feuchte bis nasse Dünentäler und -randbereiche (2190) einschließlich naturnaher Birkenund

Erlenwälder dieser Standorte (2180) mit vielfältigen Strukturen, natürlichen dynamischen

Prozessen und beständigen Populationen der charakteristischen Arten. Dies beinhaltet

aa) ausreichende Anteile aller natürlichen Entwicklungsstadien mit ihren charakteristischen

Biotop- und Vegetationstypen, wie salzbeeinflusste Initialstadien, Tümpel, kalkreiche und

kalkarme Kleinseggenriede, torfmoosreiche Feuchtheiden, Röhrichte und Weidengebüsche,

bb) ständige Neubildung von Dünentälern mit natürlichem Wasserhaushalt sowie natürlichem

Einfluss von Wind und Sturmfluten,

cc) ausgewogene Verteilung von vorherrschenden gehölzfreien, kurzrasigen und hochwüchsigen

Stadien sowie von Gebüschen und kleinflächigen Wäldern,

dd) keine oder allenfalls geringe Anteile eingeführter Gehölzarten und sonstiger Neophyten.

b) Stabile oder zunehmende Bestände des Sumpf-Glanzkrauts (Liparis loeselii) in nassen,

kalkreichen Dünentälern und -randbereichen.

c) Störungsarme Brutgebiete für charakteristische Brutvogelarten der feuchten Dünentäler

wie Sumpfohreule, Kornweihe und Rohrweihe. Dies beinhaltet geeignete Vegetationsstrukturen

wie Schilfröhrichte sowie das Fehlen von nicht natürlicherweise vorkommenden Prädatoren.

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8. Besondere Erhaltungsziele für Lebensräume und Arten des Grünlands

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Störungsarme Brut- und Rastgebiete für charakteristische Brut- und Gastvogelarten des

Grünlands wie Uferschnepfe, Rotschenkel, Blässgans. Dies beinhaltet hohe Wasserstände

im binnendeichs gelegenen Feuchtgrünland,

b) vielfältige Strukturen mit Bodenwellen und Kleingewässern,

c) geringe bis mäßige Nährstoffversorgung,

d) zielgerichtete Pflege durch extensive Beweidung oder Mahd,

e) das Fehlen von nicht natürlicherweise vorkommenden Prädatoren,

f) Eignung als störungsfreie Hochwasserrastplätze für Wat- und Wasservögel.

9. Besondere Erhaltungsziele für Lebensräume und Arten der Stillgewässer

a) Naturnahe Tümpel, Weiher und Seen, insbesondere innerhalb der eingedeichten Grünlandgebiete,

teils mit mesotrophem Wasser und einer Vegetation der Strandlings- und

Zwergbinsen-Gesellschaften (3130), teils mit eutrophem Wasser und einer Vegetation der

Laichkraut- und Froschbiss-Gesellschaften (3150).

b) Störungsarme Wasser- und Röhrichtflächen als Lebensräume von Brutvögeln wie

Rohrdommel, Löffelente, Rohrweihe, Blaukehlchen, Schilfrohrsänger sowie als Rastplätze

für Wat- und Wasservögel, insbesondere bei Hochwasser.

2.4 Funktionale Beziehungen des Schutzgebietes zu anderen Natura

2000-Gebieten

Die beiden oben dargestellten Natura 2000 Gebiete sind zum Teil deckungsgleich. Das Vogelschutzgebiet

geht weiter in westlicher Richtung weiter auf das offene Meer hinaus.

2.5 Wirkfaktoren / Beeinträchtigungen

2.5.1 Allgemeine Betrachtungen

Im Folgenden sind die allgemein zu erwartenden bau- und anlagebedingten Wirkfaktoren /

Beeinträchtigungen des Vorhabens sowie die mögliche Betroffenheit des FFH-Gebietes zusammenfassend

dargestellt.

Baubedingte Wirkfaktoren / Beinträchtigungen

• Beinträchtigung von Biotopen/Boden durch den Bau der Anlagen

• Störung der Avifauna während des Baubetriebes

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Betriebs und Anlagenbedingte Wirkfaktoren / Beeinträchtigungen

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• Beeinträchtigung bzw. Störung der Avifauna (Wechselbeziehungen Land – See,

Rast- und Zuggeschehen, Brutplätze, Scheuchwirkung, Kollisionsgefahr)

• Beeiträchtigung bzw. Störung der Fledermäuse (Beeinträchtigung der Jagdgebiete,

Flugstraßen und Quartiere, Fledermausschlag)

2.5.2 Voraussichtlich betroffene Lebensräume des Anhangs I der FFH-Richtlinie

im Trassenkorridor

Durch das Vorhaben werden keine Lebensräume der FFH-Anhänge berührt (siehe Biotoptypenkartierung).

2.5.3 Voraussichtlich betroffene Arten des Anhangs II der FFH-RL

Die im obigen Teil aufgeführten Arten der FFH-Anhänge können von den Vorhaben betroffen

sein. Dies trifft jedoch nicht für die aquatischen Arten zu, da die Windenergieanlagen am

Land gebaut werden. Desweiteren sind die oben aufgeführten Pflanzenarten nicht betroffen,

da die für ihr Vorkommen vorrausgestzten Biotopstrukturen durch das Vorhaben nicht betroffen

sind.

Aus diesem Grunde sind im Rahmen dieser VVU die Avifaunaarten von besonderem Interesse,

die in dem Standartdatenbogen genannt werden. Diese sollen im folgenden Kapitel

bearbeitet werden. Die Ergebnisse der avifaunistischen Untersuchung ist in dem Sondergutachten

„Erfassungen zu Brut- und Rastvögeln im Bereich des Windparks Padingbüttel im

Rahmen eines geplanten „Repowerings“ - Ergebnisse des Untersuchungsjahres 2009/2010

unter Berücksichtigung früherer Untersuchungen - Landkreis Cuxhaven, - Abschlussbericht:

September, 2010 – im Auftrag der Rennert Energieprojekte GmbH, dargestellt.

2.5.4 Prognose von Auswirkungen auf die Vogelwelt durch das geplante

„Repowering“

2.5.4.1 Grundsätzliches zum Einfluss der Anlagenhöhe auf die Auswirkungen von

WEA auf Vögel

Bezüglich der bauhöhenspezifischen Unterschiede von Verhaltensweisen von Vögeln gegenüber

WEA, die - angesichts des aktuellen Trends zu immer höheren Anlagen und des

v.a. im Küstenbereich angestrebten Ersatzes kleinerer WEA durch leistungsstärkere, große

Windräder - zunehmende Planungsrelevanz besitzen, gab es bislang nur wenige Untersuchungen.

Mittlerweile gibt es aber erste zusammenfassende statistische Auswertung aktueller

Untersuchungen bei HÖTKER (2006) bzw. HÖTKER ET AL. (2006), die belegen, dass die

verschiedentlich vorgenommene Schlussfolgerung, dass größere Anlagen auch gleichzeitig

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zu entsprechenden Erhöhungen der Negativauswirkungen wie Verdrängungseffekt, Kollisionsgefahr

oder Barrierewirkung führen, in dieser Pauschalität sicherlich nicht richtig ist.

Schon REICHENBACH (2003) konnte bei seinen Untersuchungen zu Brutvögeln in verschiedenen

Windparks in Nordwestdeutschland keine grundsätzlich anderen Ergebnisse an den

beiden Standorten mit 100 bzw. 130 Metern hohen Anlagen als bei den Windparks mit kleineren

Anlagen feststellen. Er beschreibt auch die Möglichkeit, dass höhere Anlagen einige

Vorteile, die negative Einflüsse auf Brutvögel verringern, bieten können. Dazu zählt er die

geringere Drehfrequenz und damit die Verringerung der Emission optischer Störreize, die

größeren Abstände der einzelnen Anlagen zueinander und den größeren Abstand der Rotoren

von den Brutplätzen der Bodenbrüter. Bei einzelnen Gastvogelarten (Kiebitz, Mäusebussard

und Star) konnte REICHENBACH (2003) dagegen bei einem der Standorte mit höheren

Anlagen größere Meidungsdistanzen als in den anderen Windparks feststellen und führt als

eine mögliche Ursache die Anlagenhöhe auf.

Diese Beobachtungen konnten die zusammenfassenden Auswertungen von HÖTKER (2006)

im Wesentlichen bestätigen. Für Brutvögel ließen sich sogar geringere Meidungsabstände

gegenüber größeren WEA nachweisen, als in den Untersuchungen an Windenergiestandorten,

in denen Anlagen mit geringeren Gesamthöhen errichtet wurden. So zeigte sich bei 21

von 29 untersuchten Brutvogelarten die Tendenz, sich näher an größeren als an kleineren

Anlagen anzusiedeln. Für Vögel außerhalb der Brutzeit, die ohnehin ein ausgeprägteres

Meideverhalten gegenüber WEA zeigen als Brutvögel, ließ sich dagegen in 16 von 23 Fällen

eine Zunahme des Meidungsabstandes mit der Größe der WEA feststellen. Allerdings ließ

sich auch unter einigen Gastvögeln, darunter störempfindliche Arten wie Pfeifente, Bekassine

und Großer Brachvogel, der umgekehrte Trend nachweisen.

Eine weitere Frage zu den Auswirkungen höherer Anlagen betrifft die Kollisionsgefahr.

KOOP (1997, 1999) äußerte die Meinung, dass bei den Anlagen heutiger Größenordnung

(Gesamthöhe um oder über 100 m) mit einer wesentlich höheren Zahl von Anflugopfern zu

rechnen sei. Entscheidend sei dabei, dass große Windkraftanlagen von über 50 oder 60 m

Höhe (Anmerkung: damals galten solche Anlagen bereits als groß) über dem Gelände in

einen Bereich hineinragen, ab dem sich verstärkt der nächtliche Vogelzug (bis zu 80% des

gesamten Vogelzuges findet nachts statt) abspielt. Auch BREUER & SÜDBECK (1999) weisen

auf die Problematik hin, dass die Rotorblätter mit zunehmender Anlagenhöhe in die Flughöhenbereiche

durchziehender Vögel hineinragen. CLAUSAGER & NØHR (1995) weisen dagegen

auf Untersuchungen hin, nach denen große Anlagen nicht mehr Vögel töten als kleine

und damit im Verhältnis zur erzeugten Energiemenge sogar eine geringere Gefahr darstellen.

In der Statistik von DÜRR (2004, aktualisierter Stand vom 17.03.2010) finden sich nur

wenige Todfunde von überwiegend nachts ziehenden Vogelarten. GRÜNKORN et al. (2005)

konnten bei ihren intensiven Kontrollen nach Kollisionsopfern in Windparks an der Westküste

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Schleswig-Holsteins trotz nachgewiesenen intensiven Nachtzuggeschehens keine Vögel

finden, die als typische Nachtzieher einzuordnen wären.

HÖTKER (2006) konnte in seiner Zusammenstellung für WEA in der relativ risikoarmen „Normallandschaft“

die Anlagenhöhe zwar als nahezu signifikante Einflussgröße auf die Vogelschlagrate

ausmachen, er betont aber ausdrücklich, dass das Kollisionsrisiko v.a. vom

Standort abhängig ist, der angesichts enormer Unterschiede zwischen einzelnen untersuchten

Windparks eine ungleich größere Bedeutung besitzt, als die Größe der Anlagen.

Noch völlig ungeklärt ist die Frage, welche Auswirkungen die bei den großen Anlagen notwendige

Beleuchtung auf den nächtlichen Vogelzug hat.

Zusammenfassend stellt HÖTKER (2006) für die Beeinträchtigungsprognosen hinsichtlich des

„Repowerings“ fest, dass die Störwirkungen je nach Zusammensetzung des am Standort

vorhandenen Arteninventars unterschiedlich beurteilt werden müssen. Für die meisten Brutvögel

hätte ein „Repowering“ eher positive Auswirkungen. Für Gastvögel sind dagegen artspezifische

Beurteilungen notwendig. Für Vögel dürfte sich die Kollisionsgefahr durch den

Einsatz der größeren Anlagen erhöhen. Gesamtkonzeptionell kann aber auch dieser Risikofaktor

durch den Ersatz von Anlagen an risikoarmen Standorten und die geringere Gesamtzahl

von Anlagen im Verhältnis zur produzierten Strommenge reduziert werden.

2.5.4.2 Prognose zu Auswirkungen des geplanten „Repowerings“ auf die Vogelwelt

am Standort „Padingbüttel“

Eine Variante des geplanten „Repowerings“ im Windpark „Padingbüttel“ sieht den Ersatz der

alten Anlagen durch fünf größere WEA mit je 64,0 m Nabenhöhe und einem Rotordurchmesser

von 71 m, also einer Gesamthöhe von 100,0 Metern vor. In der folgenden Übersicht werden

die für die Auswirkungen auf Vögel möglicherweise relevanten technischen Daten kurz

gegenübergestellt. Dabei wird weiterhin von einer zur Deichlinie parallelen Anordnung über

die gesamte derzeitige Windparklänge ausgegangen.

Tabelle 4: Möglicherweise avifaunistisch relevante technische Daten der derzeit in Betrieb

befindlichen WEA und der als mögliche Variante vorgesehenen fünf größeren modernen

Anlagen.

TECHNISCHE PARAMETER DERZEITIGE ANLAGEN GEPLANTE ANLAGEN

Zahl der WEA 10 5

Nabenhöhe 35 m 64,0 m

Rotordurchmesser 37 m 71 m

Gesamthöhe 53,5 m 100,0 m

Abstände zwischen den WEA ca. 115 m ca. 230 m

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TECHNISCHE PARAMETER DERZEITIGE ANLAGEN GEPLANTE ANLAGEN

minimaler durchschnittlicher freier

Luftraum zwischen den Rotoren

(abhängig von der Windrichtung)

freier Luftraum zwischen Boden

und der Rotorenebene

durch die Rotoren überstrichene

Fläche/WEA

durch die Rotoren überstrichene

Fläche insgesamt

ca. 80 m ca. 170 m

16,5 m 33,0 m

ca. 1075 m² ca. 3957 m²

ca. 10750 m² ca. 19 785 m²

Zu den weiteren, auch für Vögel relevanten Änderungen dürften eine sicherlich geringere Lärment-

wicklung der modernen Anlagen gegenüber den jetzigen, vergleichsweise sehr lauten Anlagen sowie

eine geringere Drehfrequenz mit aber durchaus ebenso hohen oder höheren Geschwindigkeit der

Rotorspitzen gehören. An dieser Stelle nicht einzuschätzen ist bei den größeren Anlagen eine mög-

licherweise stärkere Bildung von Luftturbulenzen oder „Wirbelschleppeneffekten“, die zu Beeinträchti-

gungen der Flugbedingungen für Vögel führen können.

Zu beachten ist auch die deutlichere Sichtbarkeit der Rotoren im Außendeichsbereich bei den höhe-

ren Anlagen.

Als derzeit bei Weitem wichtigster negativ wirkende Faktor des bestehenden Windparks „Padingbüttel“

auf die Vogelwelt ist die Barrierewirkung im Interaktionsraum zwischen außendeichs

und weiter im Binnenland gelegenen Rast- bzw. Nahrungsflächen, während es offenbar

vergleichsweise selten zu Kollisionen kommt und ein negativer Einfluss auf den weitgehend

parallel zur Windparklinie verlaufenden Vogelzug nicht beobachtbar war.

Mit den Plänen des geplanten Repowerings, der den Ersatz von 10 Anlagen durch nur mehr

fünf vorsieht, ist mit einer günstigeren Querungsmöglichkeit des Windparks für Vögel auf

ihren lokalen Wechselflügen zu rechnen. Die Variante mit nur noch fünf großen Anlagen

würde - unter der Vorraussetzung der Beibehaltung der gegenwärtigen Windparkausdehnung

und -anordnung - selbst bei westlichen oder östlichen Windrichtungen noch freie Korridore

von jeweils 170 Metern statt wie bisher nur 80 Metern zwischen den WEA bieten. Der

Durchflug zwischen den Anlagen würde damit erheblich erleichtert werden.

Als weiterer positiver Wirkfaktor durch das geplante „Repowering“ ist der größere Freiraum

zwischen Boden und Rotorebene, der sich von bislang minimal 16,5 auf ca. 33,0 Meter erhöhen

würde, hervorzuheben. Damit wird ein Teil der lokalen Flugbewegungen, die sich häufig

im niedrigen Höhenbereich abspielen (z.B. Stockente, viele Singvögel, Rasttrupps von

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Goldregenpfeifern und Möwen), weniger behindert. Auch ein großer Anteil des Tagzugs vieler

Singvogelarten verläuft im Untersuchungsgebiet in einem niedrigen Höhenbereich ab.

Positiv wäre dieser Wirkfaktor auch für die während der zur Brutzeit im Gebiet als regelmäßige

Nahrungsgäste auftretenden Wiesen- und Rohrweihen sowie im Winterhalbjahr für

Kornweihen. Ihre Nahrungssuchaktivitäten finden häufig im niedrigen Jagdflug statt, so dass

ein größerer Freiraum zwischen Boden und Rotoren einen geringeren Anteil beeinträchtigter

potenzieller Nahrungsflächen bedingen würde. Ein möglicherweise erhöhtes Kollisionsrisiko

durch die größeren Rotoren ist allerdings für thermiksegelnde Arten denkbar, die nach der

zentral geführten bundesweiten Funddatei DÜRR (2004, aktualisierter Stand vom 17.03.2010)

zu den anfluggefährdetsten Arten gehören. Dies beträfe im Untersuchungsgebiet v.a. den

Mäusebussard. Aber auch die im Gebiet häufigen drei Möwenarten, die ebenfalls kreisendes

Flugverhalten zeigen können, gehören mit zusammen immerhin 10,5 % aller offiziell registrierten

Kollisionsopfer unter den Vögel (DÜRR, 2004, aktualisierter Stand vom

17.03.2010) zu den Arten, für die die größeren Anlagen eventuell negative Auswirkungen,

wenn auch mit keiner bestandsbeeinträchtigenden Erheblichkeit, haben könnten.

Für eine stärkere Beeinträchtigung von Brutvögeln aufgrund größerer Meidungsabstände zu

den höheren Anlagen gibt es nach dem derzeitigen Kenntnisstand keine Hinweise, eher ist

sogar das Gegenteil der Fall.

Bei den relativ dicht am bestehenden Windpark beobachteten Rasttrupps handelte es sich

überwiegend um Möwen, die kaum Meideverhalten gegenüber WEA zeigen, und Große

Brachvögel, für die HÖTKER (2006) statistisch einen geringeren Meidungsabstand bei zunehmender

Anlagenhöhe errechnen konnte. Die bedeutsamen Rastplätze von Wat- und

Wasservögeln im Vordeichsbereich befinden sich mit Entfernungen von mindestens 600 Metern

zum Windpark in Bereichen, in denen nach dem derzeitigen Kenntnisstand kaum von

Meidungsreaktionen der Gastvögel ausgegangen werden muss, so dass auch die bessere

Sichtbarkeit der Rotoren der höheren Anlagen über der Deichkrone keine stärkeren negativen

Auswirkungen hätte. Am ehesten negative Auswirkungen durch höhere Anlagen könnten

für rastende Goldregenpfeifer an den beiden Ackerflächen-Rastplätzen, die mindestens 400

m nördlich bzw. etwa 300 m südlich von den nächstgelegenen WEA-Standorten liegen, angenommen

werden. Allerdings benennen nur wenige Untersuchungen tatsächlich so hohe

Meidungsdistanzen. HÖTKER ET AL. (2006) beziffern nach ihrer Auswertung von 127 Studien

zum Thema als statistische Mittelwerte der Minimalabstände zu Windkraftanlagen für den

Goldregenpfeifer 202 Meter. REICHENBACH ET AL. (2004) bezeichnen rastende Goldregenpfeifer

als hoch störempfindlich gegenüber WEA und nennen Meidungsabstände von minimal

200 bis maximal 800 Metern, wobei sie sich auf die Arbeiten von PEDERSEN & POULSEN

(1991), WINKELMANN (1992), SCHREIBER (1993 & 2000), CLEMENS & LAMMEN (1995), BREHME

(1999), BACH ET AL. (1999), HANDKE ET AL. (2004 a & b) beziehen.

Zusammenfassend sind aber die positiven Auswirkungen des geplanten „Repowerings“ –

insbesondere die deutliche Verbesserung für die Querungsmöglichkeiten lokaler Flugbewe-

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gungen – als wesentlich höher zu bewerten, so dass das Vorhaben aus avifaunistischer

Sicht zu begrüßen ist.

2.5.4.3 Zusammenfassung des avifaunistischen Gutachtens

Für den bereits im Mai 1993 errichteten Windpark „Padingbüttel“, der aus 10 parallel zur

Deichlinie angeordneten Anlagen mit Nabenhöhen von 35 m und Rotordurchmessern von 37

m besteht, ist ein „Repowering“ geplant, bei dem die WEA durch 5 modernere Anlagen mit

Gesamthöhen von 100,0 Metern ersetzt werden sollen. Nachdem im Rahmen der geplanten

Modernisierung des Windparks bereits in den Jahren 2000 und 2003/04 avifaunistische Begleituntersuchungen

durchgeführt wurden, war es aufgrund mittlerweile erhöhter Anforderungen

an den Untersuchungsstandard bei Windenergieprojekten und der Notwendigkeit

einer aktualisierten Datenbasis erforderlich, eine weitere Untersuchungsperiode durchzuführen.

Diese Untersuchung erfolgte zwischen Ende Juni 2009 und Ende Juni 2010 im Rahmen von

47 Begehungen an 48 Terminen. Sie umfasste eine vollständige quantitative Brutvogelerfassung

in einem ca. 290 ha großen „engeren Untersuchungsgebiet“, qualitative Brutvogelerfassungen

in einem erweiterten Untersuchungsraum, regelmäßige Hochwasserrastzählungen

im Außendeichsbereich und Erfassungen von Gastvögeln binnendeichs, die Ermittlung

der Raumnutzung von Greifvögeln, Beobachtungen des Vogelzugs über dem Gebiet und die

Quantifizierung des Verhaltens von Vögeln gegenüber dem Windpark bei lokalen Flugbewegungen.

Ergänzend zu den drei durch das Büro BioLaGu durchgeführten Untersuchungen,

standen mit der Arbeit von CLEMENS & LAMMEN (1995) sowie den umfangreichen Beobachtungsmeldungen,

die in den Ornithologischen Jahresberichten des NABU – KREISVERBAND

CUXHAVEN-BREMERHAVEN veröffentlicht wurden, weitere Daten zur Verfügung.

Von den 118 aktuell und 137 insgesamt im Untersuchungsraum festgestellten Vogelarten

ließen sich in der Saison 2010 49 als Brutvögel innerhalb des „engeren Untersuchungsgebietes“

einstufen, die insgesamt 527 Reviere bzw. Brutpaare bildeten. Mit Rebhuhn, Kiebitz,

Kuckuck, Feldlerche, Rauchschwalbe, Gartenrotschwanz und Wiesenpieper finden sich darunter

sieben Arten der Roten Liste Niedersachsens, wobei Kiebitz und Rebhuhn zudem

auch in Deutschland als „stark gefährdet“ und die Feldlerche als „gefährdet“ eingestuft werden.

Im für Niedersachsen relevanten Bewertungsverfahren nach WILMS ET AL. (1997) ergibt

sich dadurch eine „Lokale Bedeutung“ als Brutvogellebensraum. Gegenüber den früheren

Untersuchungsjahren 2003 und 2000 haben sich Schwarzkehlchen, Wiesenschafstelze und

Blaukehlchen neu angesiedelt, für den Schilfrohrsänger gelang eine Brutzeitfeststellung.

Dohlen unternahmen Brutversuche an den Rotorgehäusen der WEA. Dafür fehlte diesmal

die Wachtel, die 2003 ein Revier zwischen Deichlinie und Windpark besetzte.

Im Gegensatz zu der für zahlreiche Arten hohen Bedeutung der außendeichs gelegenen

Bereiche des Nationalpark-Abschnitts „Padingbütteler Altendeich“ spielen die zwischen den

Deichlinien gelegenen Grünland- und Ackerflächen als Rast- und Nahrungshabitat für Wat-

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und Wasservögel eine eher untergeordnete Rolle. Allerdings gibt es zumindest zwei Bereiche,

die regelmäßig von größeren Zahlen von Laro-Limikolen und einigen anderen Arten als

Rast- und Nahrungsgebiet genutzt werden. Dies sind die größeren Ackerflächenkomplexe

nördlich des Windparks, südlich von Dorum-Neufeld, wo 2009/10 maximal 1600 Lachmöwen,

900 Sturmmöwen, 350 Goldregenpfeifer, 250 Kiebitze, 40 Silbermöwen sowie in kleinerer

Zahl u.a. Austernfischer und Sandregenpfeifer zu beobachten waren, und südlich bzw. südwestlich

des Windparks, wo schwerpunktmäßig auf zwei Flächen verteilt ein ähnliches Artenspektrum

mit allerdings geringeren Maximalzahlen rastete. Daneben gibt es eine Reihe

temporär genutzter Rast- und Nahrungsflächen auf denen u.a. Große Brachvögel und Möwen

zu beobachten waren.

Eine deutlich größere Rolle als Brutplatz für Limikolen als die binnendeichs gelegenen Flächen

spielt das als erweitertes Untersuchungsgebiet angrenzende Außendeichsgelände, wo

neben Austernfischer, Kiebitz, Sandregenpfeifer und Rotschenkel mittlerweile schon mehr

als 30 Paare Säbelschnäbler brüten.

Der dem Untersuchungsgebiet vorgelagerten Nationalpark-Abschnitt „Padingbütteler Außendeich“

spielt für eine Reihe von Wat- und Wasservögeln eine wichtige Rolle als Rastgebiet.

Nach den Höchstzahlen aus den drei Untersuchungszyklen bzw. der Literaturdaten erfüllen

insgesamt 24 Arten die quantitativen Kriterien nach BURDORF ET AL. (1997) für Rastgebiete

von internationaler, nationaler, landesweiter, regionaler oder lokaler Bedeutung, wobei v.a.

Großer Brachvogel, Austernfischer oder die Brandgans hervorzuheben sind, die nicht nur

alljährlich hohe Rastbestände erreichen, sondern auch über lange Zeiten des Jahres anwesend

sind.

Unter den Greifvögeln traten als Nahrungsgäste neben den oft zu beobachtenden Mäusebussarden

und Turmfalken zur Brutzeit regelmäßig Wiesenweihen und Rohrweihen im Untersuchungsgebiet

auf. Gelegentliche Nahrungsgäste sind Habicht, Sperber und im Außendeichsbereich

der Wanderfalke. Im Winterhalbjahr sind Kornweihe und Merlin anzutreffen.

Intensiver Kleinvogelzug wurde zeitweise im Bereich der Deichlinie registriert. Weiter binnendeichs

nahm die registrierte Zugintensität deutlich ab, ist aber im Bereich des Windparks

immer noch stärker ausgeprägt als weiter landeinwärts in Richtung Padingbütteler Altendeich.

Als steuernder Faktor für diese Konzentration überfliegender Durchzügler ist die Leitlinienwirkung

des Deich- bzw. Küstenverlaufs eher anzunehmen als eine Beeinflussung durch

den parallel zur Hauptzugrichtung ausgerichteten Windpark. Für den Tagzug von Singvögeln

wurden relativ niedrige Zughöhen beobachtet mit einer starken Konzentration im Höhenbereich

unter 30 Metern.

Auffällig ist die hohe Beeinträchtigung von Flugbewegungen durch die Barrierewirkung des

Windparks im Interaktionsraum zwischen außendeichs und weiter im Binnenland gelegenen

Rast- bzw. Nahrungsflächen. Besonders auffällig ist dies beim Großen Brachvogel, der auch

mit Abstand die häufigste Art ist, für die diese regelmäßigen Wechselflüge am Windpark Pa-

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dingbüttel beobachtet werden können. Unter den anderen Arten ließen sich Beeinträchtigungen

auch relativ häufig bei Möwen und Stockenten beobachten, während die festgestellten

Singvogelarten offensichtlich kaum Probleme beim Durchflug zwischen den Anlagen haben.

Bei den prognostizierbaren Auswirkungen des geplanten „Repowerings“ überwiegen die positiven

Effekte – insbesondere die deutliche Verbesserung für die Querungsmöglichkeiten

lokaler Flugbewegungen – die negativen, zu denen eine Beeinträchtigung binnendeichs rastender

Goldregenpfeifer und eine Erhöhung des Kollisionsrisikos für Thermiksegler gehören

könnten, deutlich, so dass das Vorhaben aus avifaunistischer Sicht zu begrüßen ist.

2.5.5 Beschreibung der Bewertungsmethode

Eine Beeinträchtigung liegt dann vor, wenn entweder einzelne Faktoren eines Wirkungsgefüges,

z. B. eines Ökosystems, oder das Zusammenspiel der Faktoren derart beeinflusst

werden, dass die Funktionen des Systems gestört werden (Flächen- und/oder Funktionsverluste)

oder wenn notwendige Maßnahmen zur Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands

erheblich behindert werden.

Die Bewertung vorhabensbedingter lokaler Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele des

Schutzgebietes erfolgt differenziert in bau-, anlage- und betriebsbedingte Wirkungen. Von

besonderer Bedeutung ist dabei die Wahrscheinlichkeit, mit der Beeinträchtigungen im Bereich

des Wirkraums (Beurteilungsraum) auftreten können. Die Betrachtung konzentrierte

sich dabei vor allem auf die Avifauna.

Die Einordnung des jeweiligen Beeinträchtigungsgrades wird aus der Einteilung der möglichen

Wirkungen in eine 6-stufige Skala abgeleitet.

Tabelle 5: Einordnung des Grades der lokalen Beeinträchtigung (Bundesministerium für

Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen 2004b)

Stufe Lokaler Beeinträchtigungsgrad

1 Keine Beeinträchtigung

2 Geringer Beeinträchtigungsgrad

3 Noch tolerierbarer Beeinträchtigungsgrad

4 Hoher Beeinträchtigungsgrad

5 Sehr hoher Beeinträchtigungsgrad

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6 Extrem hoher Beeinträchtigungsgrad

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2.5.6 Bewertung des Vorhabens bezüglich der Natura 2000 Gebiete

Wie in der obigen Ausführung dargestellt sind nur Auswirkungen des geplanten Repowerings

auf die Avifauna denkbar. Nach der Analyse der vorliegenden Avifaunistischen Daten und

der einschlägigen Literatur ist die Bewertung der Lokalen Beeinträchtigung als ein „Geringer

Beeinträchtigungsgrad“ zu sehen. Weiterhin kommt die Analyse zu dem Ergebniss das die

positiven Effekten des Repowerings überwiegen. Dementsprechen geht der Beeinträchtigungsgrad

(im positive Sinne) über seine Skalierung hinaus.

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BioLaGu „Natura 2000 VU Paddingbüttel2012

3 Ergebnis der Beeinträchtigungsprüfung

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Das geplante Repowering hat bezüglich seiner Wirkfaktoren theoretisch nur einen Einfluss

auf die Avifauna. Lebensraumtypen und andere FFH-Arten sind von dem Vorhaben nicht

betroffen. Die Analyse der durchgeführten avifaunistischen Untersuchung, die Auswertung

der einschlägigen Literatur lässt die Einschätzung zu, dass die positiven Aspekte des

Repowerings, also der Reduzierung der WEA von 10 auf 5 mit einer höheren Nabenhöhe

überwiegen. Somit kann eine Beeinträchtigung der beiden Natura 2000 Gebiete ausgeschlossen

werden.

BioLaGu, Dr. Olaf Buck, Bleckede den 06. 06. 2012

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BioLaGu „Natura 2000 VU Paddingbüttel2012

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