Jahresbericht 2011 - Landvolk Niedersachsen

landvolk
  • Keine Tags gefunden...

Jahresbericht 2011 - Landvolk Niedersachsen

Jahresbericht

2011


Wirtschaftliche und agrarpolitische Situation

Gemeinsam stark, auch im Dialog

mit Politik und Gesellschaft _________________________ 2

Zahlungsansprüche werden neu zugeteilt _____________ 8

Neuer Zuschnitt für die 2. Säule ______________________ 9

Landesverband erfolgreich QM zertifiziert ____________ 11

Tierschutzplan erfordert konstruktive Mitarbeit _______ 13

Landvolk im Dialog ________________________________ 15

Produktion und Vermarktung

Stabile Märkte – weltweit! ___________________________ 16

Situation im Fleischsektor mit

großen Unterschieden ______________________________ 18

TSK pflegt verantwortungsvollen Umgang

mit den Beiträgen __________________________________ 21

Mäßige Getreideernte –

Schwache Erträge, rückläufige Anbauflächen __________ 22

EEG 2012 – Die Entscheidungen sind gefallen _________ 25

Dokumentationsaufwand für Landwirte reduzieren ____ 28

Nachfrage nach heimischen Bioprodukten

übersteigt das Angebot _____________________________ 30

Sozial- und Steuerpolitik

Soziale Sicherung erneut heftig in Bewegung __________ 32

Das geltende Steuerrecht

muss praktikabl bleiben ____________________________ 35

Landwirtschaftsrecht

Turbulenzen am Pachtmarkt ________________________ 38

Privilegierung nicht antasten ________________________ 40

Umweltschutz birgt weiter Konfliktstoff _______________ 42

Bildung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bildung ganz im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit _______ 45

Authentische Nachrichten

gegen die tägliche Desinformation ___________________ 47

„Erfolg = Leistung + Image“ __________________________ 49

Partner und Dienstleister

„Aus zwei mach Eins“ ______________________________ 52

ZJEN: Mitgliederzuwachs und Erfolge ________________ 53

Naturschutz mit den Grundeigentümern ______________ 55

Gute Rübenernte – dunkle Wolken aus Brüssel _________ 56

Energiewende als Herausforderung

für die Versicherungswirtschaft ______________________ 58

Hoch motivierte Obstbauern ________________________ 59

Die Zukunft fest im Blick ____________________________ 60

Wald liefert regenerative Energie _____________________ 61

Niedersächsische Landjugend –

Anpacken statt rumschnacken _______________________ 62

Ausschüsse, Referate, Adressen _______________________65

Impressum ________________________________________ 64

Inhaltsverzeichnis


Wirtschaftliche und agrarpolitische Situation

Die rund 100

Delegierten aus

Niedersachsen.

Gemeinsam stark, auch im Dialog

mit Politik und Gesellschaft

Das Jahr 2011 wird sich mit Dioxin und EHEC in unserem Gedächtnis festsetzen. Beide

Krisen sind überwunden, aber die finanziellen Folgen werden unsere Betriebsleiter nicht

so rasch abschütteln können. Die Gesellschaft diskutiert intensiv über den Tierschutz,

Politiker auf Landes- und Bundesebene denken laut über Konsequenzen nach und

lassen die Tierhaltung mit allen vor- und nachgelagerten Branchen oft völlig zu Unrecht

in einem schlechten Licht erscheinen. Hier sind wir alle intensiv aufgefordert, für mehr

Objektivität und fachlich-sachliche Aufklärung zu sorgen.

Es muss jeden Tierhalter nachdenklich stimmen,

wenn Medien, bestimmte Interessengruppen

und sogar die Politik ihm die Kompetenz und den

guten Willen zu einer tiergerechten Haltung seiner

Schweine, Hähnchen oder auch Rinder absprechen.

Das Wohl unserer Nutztiere

ist für uns Landwirte keine

lästige Pflicht, sondern eine

Herzensangelegenheit. Jeder

neue Stall steht nicht nur

für moderne Technik und

höhere Leistung, sondern

auch für mehr Komfort,

besseren Tierschutz und mehr Umweltschutz. Diese

Fakten müssen wir immer wieder und noch offensiver

kommunizieren. Deshalb arbeiten wir auch am

Tierschutzplan mit, den unser Landwirtschaftsminister

Gert Lindemann kurz nach Beginn seiner Amtszeit

vorgelegt hat. In 40 Sitzungen wurden die Ziele des

Tierschutzplanes bisher durchaus kontrovers diskutiert.

Auf unserem Landesbauerntag in Cloppenburg hat

Ministerpräsident David McAllister die Stimmung

der Landwirte dazu hautnah selbst erleben können.

Nach unserer festen Überzeugung müssen die im

Tierschutzplan festgelegten Inhalte sinnvoll zum Ziel

des Tierschutzes, für die Tierhalter praktikabel und

wirtschaftlich verkraftbar sein, und sie dürfen keine

„Mit Sorge beobachten wir die

Angriffe auf die Privilegierung

landwirtschaftlicher Bauten

im Außenbereich.“

negativen Effekte auf Qualität und Sicherheit der von

uns erzeugten Produkte haben. Diesen Standpunkt

vertreten wir auch in vielen öffentlichen Diskussionen,

beispielsweise mit den Parteien, Kirchen,

Journalisten oder auch Lehrern, Gewerkschaften und

Wissenschaftlern.

Eng verknüpft mit der

Tierschutzdebatte ist die vielfach

sehr einseitig und oberflächlich

geführte Diskussion

rund um die Neuerrichtung

von Ställen und dem fortschreitenden

Strukturwandel.

Der Bau des inzwischen in Betrieb genommenen Geflügelschlachthofes

in Wietze im Landkreis Celle und

die damit verbundenen Investitionspläne in der Landwirtschaft

haben eine Welle der Ablehnung ausgelöst,

wie wir sie noch nicht erlebt haben. Bürgerinitiativen

und Anfeindungen verursachen Zwist in den Dörfern.

Nichts gegen den Bedarf nach sachlicher Aufklärung

und Information, aber es sind fast immer die gleichen

Akteure und selbst ernannten Klugprahler, die über

die Dörfer ziehen und aufhetzen. Nach unserem Eindruck

ist das Klima der Ablehnung in den Regionen

besonders heftig, wo man Ställe derzeit fast suchen

muss. Von einzelnen radikalen Gruppierungen verursachte

Brandanschläge, wie wir sie leider auch erleben

mussten, müssen aufgeklärt und geahndet werden.

Landwirtschaftliche Familien dürfen nicht

zu Opfern dumpfer Gewalt werden.

Mit Sorge beobachten wir in diesem Zusammenhang,

dass die Privilegierung landwirtschaftlicher

Bauten im Außenbereich in Frage gestellt

wird. Die Kommunen und der Niedersächsische

Landkreistag haben hier einen gewaltigen politischen

Druck aufgebaut. Auf kommunaler Ebene

scheuen sich Politikerinnen und Politiker

zunehmend davor, Stallbauten zu genehmigen.

Sie rufen lautstark nach dem Staat, obwohl sie

sehr wohl über ausreichende Steuerungsinstrumente

verfügen, sie müssen nur genutzt werden.

Es darf aber nicht sein, dass sich Bürgermeister

oder Landräte vor Entscheidungen drücken, die

Landwirte über lange Zeit im Unklaren lassen

und letztendlich die Gerichte über Investitionen

befinden müssen.

Diese Zusammenhänge zeigen deutlich, wie

wichtig es für uns Bäuerinnen und Bauern ist,

sich in politische Entscheidungsprozesse einzu-

bringen. Wir müssen nicht

nur mitdiskutieren, sondern

auch auf politischer Ebene

mitarbeiten. Leider haben

die Kommunalwahlen in

diesem Sommer eher weniger

als mehr Landwirten

zu Sitz und Stimme in den

Orts- und Gemeinderäten

oder Kreistagen verholfen.

Nicht nur das passive, auch

das aktive Wahlrecht muss

genutzt werden, damit in den

Dörfern und Landkreisen die

Weichen richtig gestellt werden

und der ländliche Raum

Wirtschaftsraum mit einer

starken Agrar- und Ernährungswirtschaft

bleibt. Wir

dürfen das Erreichte nicht

leichtfertig zur Disposition

stellen.

Beim Blick auf die Märkte

zählen erneut die Sauenhalter

zu den Sorgenkindern. Steigende Futterkosten

und sinkende Erlöse bringen sie betriebswirtschaftlich

in äußerst schwieriges Fahrwasser. Die letzte Talfahrt

war kaum abgewendet, als die Preise erneut unter

Druck gerieten. Wenn die Gewinne von zwei Seiten

aufgefressen werden, sind die Reserven in Windeseile

aufgebraucht. Wer keine festen Lieferbeziehungen zu

Mästern aufbauen kann oder nicht die auf dem Markt

gefragten Partien erreicht, muss sich für die Zukunft

neu orientieren. So mancher

Betrieb mit Sauenhaltung

muss sein Betriebskonzept

zudem wegen der noch anstehende

Umstellung auf

die Gruppenhaltung auf den

Prüfstand stellen. Es sind in erster Linie die von der

Gesellschaft so vehement geforderten „bäuerlichen“

Betriebe, die vor den neuen Vorgaben der Nutztierhaltungsverordnung

kapitulieren und in einem anderen

landwirtschaftlichen Zweig oder gar gleich einem ganz

anderen Beruf ihr Glück versuchen.

Die Rinderhalter dürfen zurzeit den Markt von

seiner angenehmen Seite genießen. Ein knappes Angebot

hat bei reger Nachfrage die Erzeugerpreise für

Rindfleisch auf ein erfreuliches Niveau gebracht. Noch

stärker profitiert der Milchmarkt von dem weltweit

steigenden Interesse an Milch und Milchprodukten.

Impulse gehen insbesondere vom Exportgeschäft aus.

Unsere gut aufgestellten Molkereien erzielen zum

Teil mehr als jeden dritten Euro ihres Umsatzes mit

Vertragsabschlüssen jenseits der deutschen Grenze

und versuchen damit, soweit es geht, dem weiter anhaltenden

Preisdruck im deutschen Lebensmittelmarkt

zu entgehen. Hier zeigt es sich, dass sich unsere

politische Ausrichtung, auf den Markt zu setzen, als

richtig erwiesen hat. Bei der von der EU-Kommission

vorgegebenen stärkeren Ausrichtung auf den Weltmarkt

werden sich Schwankungen für die Zukunft

nicht ausschließen lassen. Unser Milchausschuss hat

daher sehr folgerichtig mit dem Kieler Forschungszentrum

für Ernährungswirtschaft Möglichkeiten der

„Beim Blick auf die Märkte

zählen erneut die Sauenhalter

zu den Sorgenkindern.“

Preisabsicherung an Warenterminmärkten diskutiert.

Ein solches Instrument zur Risikoeindämmung kann

für Landwirte wie auch Verarbeitungsunternehmen

und Handel von wachsender Bedeutung werden. Die

Ackerbauern sind über den Handel und die Genossenschaften

mit dem Instrument inzwischen vielfach vertraut.

Der undifferenzierte Fingerzeig auf die „bösen“

Spekulanten darf unsere Terminmärkte nicht lahm legen.

Gegen jede gängige Wettbewerbstheorie hat sich

zu unserem größten Erstaunen

das Bundeskartellamt gestellt.

Seine Einlassung, dass Markttransparenz

nur dem stärkeren

Marktpartner nützt, hat

das Informationsbedürfnis der

Praktiker im Mark erschüttert und muss auf jeden Fall

revidiert werden.

Unsere Ackerbauern haben in diesem Jahr bange

Tage durchlebt. Für das Wintergetreide waren schon

die Startvoraussetzungen bei der Aussaat im vergangenen

Herbst alles andere als gut. Die durch den harten

Winter geschwächten Saaten mussten dann ein extrem

trockenes Frühjahr aushalten. In vielen Regionen

hielten die Bestände nur dank der flächendeckend

verfügbaren Beregnung durch. Die natürlichen Niederschläge

folgten dann wie im Vorjahr zur Erntezeit.

Die Geduld so mancher Betriebsleiter aber auch der

Lohnunternehmen oder Maschinenringe wurde auf

die Probe gestellt. In Ostfriesland reichte es nicht mehr

überall für die ausreichende Abtrocknung. Erträge und

Qualitäten litten häufig, wobei sich erneut erhebliche

Differenzen zum Teil auf sehr kleinräumiger Distanz

ergaben.

Ganz anders die Situation bei Kartoffeln, Zuckerrüben

und Mais. Die Futterpflanze muss so manche

Lücke im Getreidelager ausgleichen und hat ihr Ertragspotenzial

ausspielen können. In diesem milden

Licht sehen viele Mitbürger und allen voran Naturschützer

den Mais leider nicht. Ihnen ist die weitere

Ausdehnung des Anbaues ein Dorn im Auge, der böse

Vorwurf der „Vermaisung“ macht die Runde und erfor-

Bundeskanzlerin

Angela Merkel kam

trotz der Bundestagsdebatten

zur Energiewende

nach Koblenz

zum Bauerntag.


Wirtschaftliche und agrarpolitische Situation

Der Niedersachsenabend

zur Internationalen

Grünen Woche in

Berlin ist ein Anziehungspunkt.

dert Gegenstrategien. Ähnlich wie der Mais geraten,

ungeachtet der von der Gesellschaft eingeforderten

Energiewende, Biogasanlagen ins Kreuzfeuer der Kritik.

Wir haben über Jahre dieses zusätzliche Standbein

für Ackerbauern gefordert und werden zukünftig einen

Beitrag zur Sicherung unserer Energie leisten können

und müssen. Vor zu weitreichenden Zusagen sollten

wir uns jedoch hüten, denn

auch zukünftig wird die

Nahrungsmittelerzeugung

für uns die erste Wahl sein.

Als enttäuschend muss die

Tatsache bezeichnet werden,

dass die Novelle des Erneuerbare

Energien Gesetzes (EEG) allein unter dem

Eindruck der Energiewende beschlossen wurde. Das

EEG greift erneut in bestehende Strukturen ein und

wird den kritisch gesehenen industriellen Großanlagen

eher Vorschub leisten, als deren Ausbreitung zu

begrenzen. Biogasanlagen auf Basis nachwachsender

Rohstoffe gehören in die Hand der Bauern und nicht

in die der Konzerne. Erneute Korrekturen müssen

daher bereits schon jetzt als unausweichlich gesehen

werden.

Großen Einsatz hat einmal wieder die eigenständige

soziale Sicherung unserer landwirtschaftlichen

Betriebe zu bezahlbaren Konditionen verlangt. Ein

„Der undifferenzierte Fingerzeig

auf die ‚bösen’ Spekulanten

darf unsere Terminmärkte

nicht lahm legen.“

Bundesträger in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung

ist kein Selbstläufer, zumindest nicht, wenn

Kosteneinsparungen weiter die erste Rolle spielen.

Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren im Sozialbereich

über Reformen und Zusammenschlüsse

das System zukunftsfest gemacht und erfolgreich an

der Kostenschraube gedreht. Die Akzeptanz für einen

neuen Bundesträger wird

hierzulande nur zu erreichen

sein, wenn die Beiträge

stabil bleiben. Daran

lassen wir nicht rütteln.

Im vergangenen Jahr

stand die Frage im Raum,

wohin die europäische Agrarpolitik steuern wird.

Nach vielen Diskussionsrunden, Gesprächskreisen

und Informationsreisen in die Mitgliedstaaten hat

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos seine Vorschläge

für die Neugestaltung der Agrarpolitik nach 2013 vorgelegt.

Ungeachtet der wachsenden Weltbevölkerung

und dem Wunsch der Menschen in Entwicklungs- und

Schwellenländern, westliche Ernährungsgewohnheiten

zu übernehmen, will er den europäischen Landwirten

eine Ökologisierung verordnen. Seine Greening-Ambitionen

mit einer ökologisch begründeten

Flächenstilllegung lassen sich mit der heutigen Lage

an den Märkten nicht in Einklang bringen und müssen

korrigiert werden. Die starke Reglementierung bis in

die Anbauplanung des einzelnen Betriebes trägt planwirtschaftliche

Züge und kann zudem nur über noch

mehr bürokratische Vorschriften realisiert werden. Mit

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner werde ich auf Brüsseler

Ebene über den europäischen Bauernverband

COPA engagiert dafür eintreten, die notwendigen

Korrekturen durchzusetzen. Das von der Kommission

favorisierte Konzept der freien Märkte passt nicht zu

einer planwirtschaftlichen Gängelung des einzelnen

Landwirts. Wir sind in intensiven Gesprächen mit den

Abgeordneten des Europäischen Parlaments, die sich

mehr Mitspracherecht erhofft hatten und ebenfalls

Korrekturbedarf an den Vorschlägen zur gemeinsamen

EU-Agrarpolitik nach 2014 sehen. Da haben wir einen

starken Verbündeten.

Auf dem Deutschen Bauerntag in Koblenz haben

wir die Aktion „Stopp dem Flächenfraß“ angeschoben.

Es hat viel Vorarbeit und Ausdauer erfordert, dieses

Thema auf der politischen Tagesordnung zu verankern.

Wir erleben jeden Tag hautnah, wie uns buchstäblich

der Boden unter dem Trecker weggezogen

wird. Den Absichtserklärungen der Politik müssen

nun endlich engagierte Taten folgen, beispielsweise

bei der Bauleitplanung, der Verkehrspolitik und auch

im Naturschutz.

Nach mehr als zweijähriger Arbeit, Diskussion,

Abwägung und zähen Auseinandersetzungen hat die

Arbeitsgruppe unter meiner Leitung ein Leitbild für

den Deutschen Bauernverband entwickelt. Die Vorschläge

wurden auf einem Wertekongress in Bonn

diskutiert und auf dem Bau-

Die Bezirksvorsitzenden

des Landvolkes

Niedersachsen bei ihrer

Tagung Anfang Mai

in Goslar.

erntag in Koblenz verabschiedet.

Dieses Leitbild verleiht

uns Kraft und Sicherheit

bei unseren Forderungen

und Argumentationen. Die

Landwirtschaft in Deutsch-

land steht für einen behutsamen Umgang mit unseren

lebenswichtigen Ressourcen wie Boden, Luft und Wasser.

Ihr Erhalt ist und war für uns Bauern schon immer

angewandte Form der Nachhaltigkeit.

Es ist ein breiter Strauß an Themen, den das Netzwerk

unseres Berufsverbandes tagtäglich beackert.

Echtes Fachwissen und die Einarbeitung in Details

sind dabei unerlässlich. Diese Herkulesaufgabe können

wir sowohl in der Landesgeschäftsstelle in Hannover

und noch mehr in unseren 50 Geschäftsstellen in

ganz Niedersachsen nur durch effektive Arbeitsteilung,

Teamarbeit und den Austausch von Expertenwissen

leisten. Über unser gut aufgebautes System mit Rundschreiben,

Infobriefen, Informationsveranstaltungen

und vielem mehr profitieren alle Mitarbeiter und alle

Mitglieder in unserem fein verzweigten Netzwerk von

dem täglich neu erarbeiteten Wissen. Aus- und Fortbildung

sind für unsere Betriebsleiter selbstverständlich.

Unsere Geschäftsstellen stehen dem in Nichts nach.

Auf den Kreisverbandsversammlungen und vielen anderen

Veranstaltungen im Lande haben wir uns immer

wieder davon überzeugen können, dass die Mitglieder

unser Informationsangebot gern nutzen. Diesem Anspruch

wollen wir auch in Zukunft kompetent gerecht

werden.

Zusammenarbeit und

Teamarbeit steht auch bei

der Öffentlichkeitsarbeit im

Vordergrund. Unser Wirtschaften

wird in dem Maße

kritischer gesehen, wie sich

unsere Mitbürger von dem

ländlichen Umfeld entfernen.

Wir werden nicht jeden

Bewohner einer Mietwohnung in der City von Hannover,

Oldenburg oder Braunschweig erreichen können.

Aber wir müssen und wollen uns kritischen Nachfragen

stellen. Im kommenden Jahr darf dazu der „Tag

des Offenen Hofes“ am 17. Juni wieder als Einladung

an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger verstanden

werden. Nutzen Sie die Gelegenheit zum Dialog mit

Verbrauchern, Kindern und Freunden der Landwirtschaft

sowie auch kritischen Zeitgenossen. Wenn wir

uns nicht selbst in die gesellschaftliche Debatte ein-

„Großen Einsatz hat einmal

wieder die eigenständige

soziale Sicherung unserer

landwirtschaftlichen Betriebe

zu bezahlbaren

Konditionen verlangt.“

bringen, überlassen wir anderen die Deutungshoheit

darüber, was auf unseren Höfen passiert. Ein solches

Informationsdefizit können wir uns nicht leisten.

Unser Verband lebt von dem engagierten Ehrenamt

und begeisterten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Ihnen allen möchten wir an dieser Stelle Dank

dafür sagen, dass sie sich nahezu selbstverständlich

sehr oft weit über das normale Quantum hinaus an

ihrem Platz für die niedersächsische Agrarwirtschaft

einsetzen. Wir alle zusammen

sind gut in Politik,

Verbänden und Wirtschaft

vernetzt und danken allen,

die immer wieder vertrauensvoll

und konstruktiv mit

uns zusammenarbeiten.

Aber das Wichtigste sind

unsere selbstbewussten

und von ihrem Beruf überzeugten

Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter sowie

ihre Familien. Sie leben ihren Kindern vor, dass Landwirtschaft

eine Zukunftsbranche ist. Sie stellen sich

den Herausforderungen auf den Höfen und in der

Gesellschaft. Mit Fachkompetenz, aber auch mit Herzblut

und Überzeugung beweisen sie Tag für Tag, dass

Landwirtschaft nicht nur ein Beruf, sondern vielmehr

eine Berufung ist. Mit dieser Überzeugung wollen wir

die Aufgaben der Zukunft couragiert gemeinsam meistern.

Gehen wir es an!

Ministerpräsident David

McAllister beim Landesbauerntag

am 30. Mai

in Cloppenburg.


Wirtschaftliche und agrarpolitische Situation

Dr. Wilfried Steffens

Strukturreferent

Zahlungsansprüche

werden neu zugeteilt

Am 12. Oktober sind die Verordnungstexte zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013

vorgelegt worden. Damit tun sich für die nächsten zwei Jahren eine Fülle von Baustellen auf.

Vom Grundsatz her soll das bestehende System der

Direktzahlungen erhalten bleiben, aber es erhält

neue Elemente. Die bisherigen Zahlungsansprüche

werden zum 31. Dezember 2013 eingezogen. 2014 ist

zum Stichtag 15. Mai eine Neuzuteilung vorgesehen,

und zwar an alle Betriebsinhaber, die im Jahr 2011

mindestens einen Zahlungsanspruch aktiviert

oder die einheitliche Flächenzahlung beantragt

haben. Wie bei der GAP-Reform 2005 wird es bei

der Neuzuteilung Ausnahmeregelungen für höhere

Gewalt und besondere Umstände geben. In allen

Mitgliedstaaten soll bis spätestens 1. Januar 2019 ein

Regionalmodell eingeführt werden mit einheitlichen

Zahlungsansprüchen innerhalb einer Region oder

eines Mitgliedstaates. Bis spätestens 2028 sollen EUeinheitliche

Zahlungsansprüche eingeführt sein.

Die Zahlungsansprüche sollen ab 2014 als entkoppelte

Basis-Direktzahlungen fungieren, und zwar

übertragbar. Sie sind durch Verknüpfung mit beihilfefähigen

Flächen bei Erfüllung der CC-Anforderungen

zu aktivieren. Der Auszahlungswert ist neben der

endgültigen Höhe des verfügbaren Mittelvolumens

(vorgesehene Umverteilung zwischen den Mitgliedstaaten)

insbesondere vom Umfang der folgenden fünf

Komponenten abhängig. Die entkoppelte Basisprämie

stellt damit eine Restgröße dar.

1. Einführung einer obligatorischen

„Ökologisierungskomponente“

30 Prozent des Budgets der Direktzahlungen (in Niedersachsen

etwa 272 Mio. Euro) soll als Zuschlag zu

den entkoppelten Basisprämien gezahlt werden. Diese

„grüne Prämie“ ist nicht Bestandteil des Zahlungsanspruchs

und an die additive Einhaltung (EU-weit) der

folgenden drei Maßnahmen gekoppelt:

a) Anbaudiversifizierung: Ab mindestens drei ha

Ackerfläche pro Betrieb müssen jährlich mindestens

drei Fruchtarten, jede mit einem Anteil von mindestens

fünf und höchstens 70 Prozent der Ackerfläche,

im Anbau sein. Ca. 42 Prozent der Betriebe in Niedersachsen

erfüllen dieses Kriterium derzeit nicht.

b) Dauergrünlanderhalt: Das vorhandene Dauergrünland

eines landwirtschaftlichen Betriebs im Referenzjahr

2014 muss bei einem „Spielraum“ von fünf

Prozent erhalten werden.

c) Flächennutzung im Umweltinteresse: Sieben Prozent

der Ackerfläche eines Betriebs sollen als im

Umweltinteresse genutzte Flächen ausgewiesen

werden. Welche Flächen der an bestehenden Agrarumweltmaßnahmen

teilnehmenden Landwirte auf

ökologische Vorrangflächen angerechnet werden

können oder müssen und welche sonstigen Flächen

wie Ackerrandstreifen, Landschaftselemente, oder

Blühstreifen dazu gezählt werden, soll in einer „dele-

gierten Rechtsakte“ geregelt werden. Auswirkungen

auf das bisherige Angebot an Agrarumweltprogrammen

sind jedenfalls zwingend zu erwarten.

Bei Betrieben des ökologischen Landbaus soll

das Greening „per se“ als erfüllt gelten. Eine gesonderte

Erfüllung der bereits erwähnten Anforderungen

muss hier nicht nachgewiesen werden. Welche Auswirkungen

dies wiederum auf die künftige „Ökoförderung“

haben wird, ist noch nicht abzusehen. 25 Prozent

der ELER-Mittel sollen die Mitgliedstaaten jedoch

weiterhin für Agrarumweltmaßnahmen und für die

Ausgleichszulage einsetzen.

Betriebsinhaber, deren Betriebe ganz oder teilweise

in Natura 2000- oder Vogelschutzgebieten liegen:

Hier sind die Greening-Auflagen so anzuwenden,

dass sie in Übereinstimmung mit deren Zielen stehen.

Die Auszahlung der Basis- und der Grünprämie

soll zusammen, aber in getrennten Systemen erfolgen.

Wird das Greening unzureichend erfüllt, wird die

„grüne Prämie“ gekürzt oder gestrichen, bei „Nichterfüllung“

erfolgt zusätzlich eine Sanktionierung der Basisprämie.

2. Zusätzliche Einkommensstützung

Fünf Prozent des jeweiligen nationalen Budgets für

Direktzahlungen (in Niedersachen etwa 45 Mio. Euro)

können in Form einer Flächenzahlung an Landwirte

in Gebieten mit besonderen natürlichen Einschränkungen

zusätzlich zur Ausgleichszulage der 2. Säule

zur Auszahlung kommen. Dabei werden den Mitgliedstaaten

Spielräume gelassen, diese Mittel zu konzentrieren

auf Teile der benachteiligten Gebiete, in denen

die Gefahr besteht, dass die Bewirtschaftung aufgegeben

wird. Auch diese zusätzliche Zahlung wird nicht

Bestandteil der künftigen handelbaren Zahlungsansprüche

sein.

3. Fakultative gekoppelte Unterstützung

Innerhalb klar definierter Grenzen (flächen-, ertrags-

oder tierzahlbezogen) können fünf bis zehn Prozent

(sofern Artikel 68-Maßnahmen, das heißt gekoppelte

Prämien, bereits angewendet werden) des nationalen

Budgets (bis 90 Mio. Euro in Niedersachsen) für besondere

Formen der Landwirtschaft, die aus wirtschaftlichen

und/oder sozialen Gründen als besonders

wichtig eingestuft werden, als gekoppelte Zahlungen

erfolgen. In der Diskussion sind die Bereiche Milch,

Rind-, Schaf- und Ziegenfleisch, Oliven, Obst, Gemüse,

Stärkekartoffeln, andere Ackerkulturen und Eiweißpflanzen.

Deutschland wird von dieser Möglichkeit

vermutlich keinen Gebrauch machen. Aber: Betriebsinhaber,

die am 31.12.2013 zugewiesene Zahlungsansprüche

besaßen und über keine beihilfefähigen Hek-

tarflächen verfügen, um Zahlungsansprüche aktivieren

zu können (besondere Zahlungsansprüche), können

ab 2014 eine gekoppelte Unterstützung erhalten.

4. Einfache und spezifische Unterstützungsregelung

für Kleinlandwirte

Direktzahlungen bis 100 Euro oder für Betriebe bis zu

einem ha sollen aus Vereinfachungsgründen gestrichen

werden. In Deutschland kann diese Grenze bei

300 Euro oder vier ha liegen. Kleinbetriebe oberhalb

dieser Bagatellgrenze, die sich bis zum 15. Oktober

2014 zum Kleinbetrieb erklären, sollen einen Pauschalbetrag

als Betriebsprämie erhalten. In der Diskussion

sind Zahlungen zwischen 500 und 1.000 Euro pro Betrieb

(die neue ELER-Verordnung sieht darüber hinaus

für Kleinlandwirte jährliche Zahlungen bis 3.000 Euro

über einen Zeitraum von fünf Jahren vor). Zahlungsansprüche

aus dieser Regelung müssen in 2014 aktiviert

werden und gelten dann für die Dauer der Teilnahme

an der Kleinlandwirteregelung. Sie sind nicht

übertrag-, aber vererbbar. Teilnehmende Betriebsinhaber

sind von Cross Compliance-Auflagen und vom

Greening befreit.

5. Junglandwirte sollen einen Zuschlag zur

Betriebsprämie erhalten

(Zwei Prozent des nationalen Budgets sollen dafür reserviert

werden). Der Zuschlag von 25 Prozent zur Betriebsprämie

kann in Deutschland für maximal 46 ha

fünf Jahre lang gewährt werden.

Heruntergebrochen auf den Zahlungsanspruch

ergibt sich für Niedersachsen ab 2014 nach den vorliegenden

Vorschlägen in etwa, ohne Anspruch auf

wissenschaftliche Genauigkeit, die im Kasten beschriebene

Situation: Landwirte, die die Greening-Vorgaben

ohne Einschränkungen erfüllen, könnten mit einer Basisprämie

von mindestens 168 Euro rechnen, je nach

Mittelbedarf für Klein- und Junglandwirte auch bis

knapp 200 Euro (= handelbarer Zahlungsanspruch)

zuzüglich einer „grünen Prämie“ von etwa 99 Euro/ha.

Liegt die Fläche im benachteiligten Gebiet, kann ein

weiterer Zuschlag hinzu kommen. Die Basisprämie

kann dadurch und im Falle der Gewährung gekoppelter

Zahlungen, aber bis auf 136 oder sogar 120 Euro

sinken. Die Höhe dieses Zuschlages ist abhängig von

der Größe der Kulisse, in der dieser Zuschlag zur Anwendung

kommt. Die niedersächsische Gebietskulisse

Berechnungsschema

zur Basisprämie (gerundet)

Das vorhandene

Dauergrünland eines

Betriebes soll nach

den Vorstellungen

der EU-Kommission

weitgehend erhalten

werden.

Bruttoprämie 2013: 366 €/ha

– 10 % Modulation: 37 €/ha

– 4 % Umverteilung Mitgliedstaaten: 13 €/ha

– 30 % Greening: 99 €/ha

(– 5 % Gebiete mit natürlichen Einschränkungen: 16 €/ha)

(– 5 % bis 10 % gekoppelte Zahlungen: 16 bis 32 €/ha)

– bis 10 % Pauschalbetrag für Kleinlandwirte: max. bis 32 €/ha

– 2 % Junglandwirteförderung: 6 €/ha

Basisprämie (ZA): mind. 179 €/ha (147 bis 131 €/ha)


Wirtschaftliche und agrarpolitische Situation

EU-Parlamentarierin Dr.

Godelieve Quisthoudt-

Rowohl und Dr. Rudolf

Mögele von der Generaldirektion

Landwirtschaft

diskutieren in Hildesheim

mit Landwirten über die

EU-Agrarpolitik.

Eine Servicegarantie für

schnelle Baugenehmigungen

übernimmt der

Landkreis Osterholz

für die Ausgleichszulage umfasst bisher gut 1,5 Mio.

ha, daran wird sich durch die beabsichtigte Neuabgrenzung

nicht allzu viel ändern. Sollte die zusätzliche

Einkommensstützung auf das gesamte benachteiligte

Gebiet verteilt werden (was unwahrscheinlich ist), ergäbe

sich ein Zuschlag pro Hektar von rund 30 Euro.

Bei 50 Prozent der Fläche wären es 60, bei 25 Prozent

120 Euro. Das heißt, in den Gebieten mit besonderen

natürlichen Einschränkungen würde die Zahlung (inklusive

Greening) nicht bei etwa 300, sondern bei 400

Euro/ha und mehr liegen. Heftige (Neid-) Diskussionen

sind hier programmiert, sollte Deutschland von

dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

In der Diskussion bleibt die Definition des aktiven

Landwirts. Landwirte, die ihre Flächen nicht nach den

Mindeststandards bewirtschaften, und Betriebsinhaber,

deren Direktzahlungen weniger als fünf Prozent

ihrer Gesamteinkünfte aus nichtlandwirtschaftlichen

Tätigkeiten im jüngsten Steuerjahr ausmacht, sollen

keine Direktzahlungen erhalten. Erbracht werden

muss dieser Nachweis, sofern die Direktzahlungen

über 5.000 Euro pro Betrieb liegen, bei einer Zahlung

von 3.000 Euro würde die Grenze mit 16,7 ha erreicht.

Landwirte, die künftig über 150.000 Euro Betriebsprämie

(ohne Greening- und sonstige Zuschläge) beziehen

– in Niedersachsen trifft das für 70 Betriebe zu –

müssen sich auf eine stufenweise „Kappung“ ihrer Betriebsprämie

einstellen. Folgende „Grenzen“ werden

genannt:

20 Prozent bei bis zu 200.000 Euro,

40 Prozent bei bis zu 250.000 Euro,

70 Prozent bei bis zu 300.000 Euro und

100 Prozent bei mehr als 300.000 Euro.

Die Auswirkungen der Kappung soll durch Anrechnung

von Kosten für sozialversicherungspflichtig

beschäftigte Arbeitnehmer abgemildert werden. Der

volle Betrag aller Arbeitskosten für angestellte Arbeitskräfte

inklusive der Ausgaben für Steuern und Sozialversicherung

soll berücksichtigt, Umgehungen durch

Betriebsteilungen sollen verhindert werden.

Schließlich müssen die Mitgliedstaaten künftig

ein Beratungssystem anbieten, das neben Cross Compliance

auch die Vorgaben des Greening sowie Maßnahmen

zum Klimaschutz, zum Gewässerschutz, Meldungen

von Tierseuchen und Innovation umfassen

muss. Der Entwurf der neuen ELER-Verordnung sieht

dazu umfassende Fördermöglichkeiten vor.

Der Auszahlungswert des künftigen handelbaren

Zahlungsanspruchs sinkt nach derzeitiger Vorstellung

der Kommission auf unter zwei Drittel des jetzigen Niveaus.

Um knapp ein Drittel mehr kann der Landwirt

als Zuschlag in Form einer „grünen Prämie“ erhalten.

Dafür muss er aber eine Gegenleistung erbringen,

die über den derzeitigen

Standard hinausgeht. Die

EU-weit einheitliche Festlegung

von drei obligatorischen„Greeningmaßnahmen“

macht die Sache

nicht nur kompliziert und

ungerecht, sondern wird

auch massive Auswirkungen

auf das Angebot

an Agrarumweltmaßnahmen

der 2. Säule haben.

Dass die „Ökobetriebe“

das Greening „per se“ erfüllen,

ist nicht als Vorteil

zu werten, sondern lässt

auch Auswirkungen auf

die künftige „Ökoförderung“

erwarten. Sanktionierungen

im Falle eines

Verstoßes über die grüne

Prämie hinaus erscheinen

unverhältnismäßig.

Zuschläge in Gebieten

mit besonderen natürlichen

Einschränkungen machen eine Abgrenzung

einer Gebietskulisse innerhalb der Gebietskulisse erforderlich

mit neuen Ungerechtigkeiten und (Neid-)

Diskussionen. So schön „vereinfachte Regelungen für

Kleinlandwirte“ zunächst auch klingen, sie lassen erhebliche

Auswirkungen auf die Höhe der Direktzahlungen

insgesamt vermuten. Rückbehalte bei Hof-

übergaben könnten folgen. Im Bereich Kontrollen und

Cross Compliance scheint der Geist der Kommission

mal wieder willig zu sein, aber es fehlt erneut die Umsetzung.

Und auch zum aktiven Landwirt und zur Kappung

der Direktzahlungen wird das letzte Wort noch

nicht gesprochen sein.

Was wird mit den Kontrollen?

Im Bereich Kontrollen und Cross Compliance hat die Kommission

ebenfalls Änderungen angekündigt. So soll der Umfang der

systematischen Kontrollen bei CC zugunsten der anlassbezogenen

Kontrollen vermindert werden. Landwirte, die an Zertifizierungssystemen

teilnehmen, sollen weniger häufig kontrolliert

werden, die CC-Kontrollen an „Flaschenhälsen“ dagegen

ausgedehnt werden. Bei Mitgliedstaaten mit belegbar gut funktionierenden

Kontrollsystemen wird die Quote von fünf auf 2,5

Prozent halbiert.

Aus dem Katalog der CC-relevanten 18 Richtlinien und Verordnungen

sollen folgende gestrichen werden: Klärschlamm,

Verwendung von Hormonen, Meldung von Krankheiten (MKS,

Blauzungenkrankheit). Im Gegenzug sollen die zu prüfenden

Standards auf die EU-Wasserrahmenrichtlinie ausgeweitet und

die neue Pflanzenschutz-Zulassungsverordnung an die Stelle

der EU-Pflanzenschutzrichtlinie im CC-Katalog treten. Damit

dürfte das gesamte für den Landwirt relevante EU-Pflanzenschutzrecht

der Pflanzenschutz-Anwendungsrichtlinie CCrelevant

werden. Beim guten landwirtschaftlichen und ökologischen

Zustand sind folgende Änderungen geplant:

Neuer Zuschnitt für die 2. Säule

Nach den Verordnungsentwürfen der Kommission zur künftigen Förderung

in der 2. Säule wird am System des Aufbaus der Förderung grundsätzlich festgehalten.

Dennoch kommt es bei der ländlichen Entwicklung zu einigen Veränderungen.

Unklar bleibt die geplante Mittelausstattung für die

2. Säule im Zeitraum 2014 bis 2020. Hierzu hatte

die Kommission in ihrer Mitteilung vom 29. Juni 2011

zur mehrjährigen Finanzplanung Aussagen getroffen.

101,2 Mrd. Euro möchte sie im Zeitraum 2014 bis

2020 für die 2. Säule zur Verfügung stellen. Nominal

sind das fünf Prozent mehr gegenüber der laufenden

Förderperiode 2007 bis 2013, real aber deutlich

weniger. Wie viel auf Deutschland beziehungsweise

Niedersachsen entfällt, bleibt weiter offen. Neue

Verteilungsschlüssel, die zu einer „ausbalancierten

territorialen ländlichen Entwicklungspolitik“ führen

sollen, sind angekündigt. Die Mitgliedstaaten erhalten

die Möglichkeit, zehn Prozent der Mittel aus der 1. in

die 2. Säule umzuschichten.

Die künftige ELER-Förderung soll laut Verordnungsentwurf

in einem „gemeinsamen strategischen

Rahmen“ über alle EU-Fonds eingebunden werden.

Kommission und Mitgliedstaaten verhandeln auf

dieser Basis einen Partnerschaftsvertrag für die neue

Förderperiode. Die „ländlichen Entwicklungsprogramme“

(in Niedersachsen derzeit „PROFIL“) werden

auf Grundlage des Partnerschaftsvertrages wie bisher

von den Mitgliedstaaten (in Deutschland auf Ebene

der Bundesländer) erarbeitet. Sie können künftig vier

• Festlegung von prozentualen Anteilen für eine Bodenbedeckung

auf Ackerland

• Schutz von Böden mit hohem Kohlenstoffgehalt inklusive

eines Erstumbruchverbotes

• Schutz von Feuchtgebieten inklusive eines Erstumbruchverbotes.

Flächen, die zuletzt 2011 als Ackerflächen deklariert waren,

sind vom Erstumbruchverbot nicht betroffen.Die Vorgaben

einer Mindestbodenbedeckung könnten die in Deutschland

bei Umsetzung des Erosionsschutzkatasters die heftig

diskutierten Regeln zur Bodenbedeckung wieder beleben. Die

vorgesehenen neuen Standards zum Schutz von Böden mit hohem

Kohlenstoffgehalt und von Feuchtgebieten in Verbindung

mit einem möglichen Erstumbruchverbot lassen gravierende

Auswirkungen vermuten. In der nationalen Umsetzung würden

diese Standards wahrscheinlich zu neuen Katastern führen. In

ihrer Brisanz überwiegen diese zusätzlichen Standards die Entlastungen

bei den 18 Richtlinien und Verordnungen wesentlich,

da sie das Fachrecht deutlich verschärfen und in der nationalen

Umsetzung nicht kalkulierbar sind.

„thematische Unterprogramme“ festlegen: Junglandwirte,

Landwirtschaftliche Kleinbetriebe, Berggebiete

und Regionale Wertschöpfungsketten.

Die bisherigen Schwerpunktachsen der ELER-

Förderung werden aufgegeben. Dafür gibt es künftig

eine Art Zielvereinbarung mit der Kommission zur

Erfüllung der „Unionsprioritäten“Hier sieht der Verordnungsentwurf

drei Hauptziele vor: Wettbewerbsfähigkeit

der Landwirtschaft, Nachhaltiges Management

von natürlichen Ressourcen und Ausgewogene territoriale

Entwicklung der ländlichen Gebiete.

Hier fällt auf, dass viele Förderbereiche der ELER-

Verordnung nahezu vollständig zugunsten der kleinen

und mittleren Unternehmen (KMU) und für kommunale

Investitionen geöffnet werden sollen. Das Spektrum

der KMU reicht laut EU-Richtlinie bis zu 249

Arbeitskräften und Jahresumsätzen bis unter 50 Mio.

Euro je Unternehmen. Außerdem sollen sämtliche

Maßnahmendetails über „delegierte Rechtsakte“ geregelt

werden. Die Mitgliedstaatendaran jedoch nicht

beteiligt!

Zum AFP: Investitionen sollen künftig sowohl die

wirtschaftliche Leistung der Unternehmen als auch

die Umweltleistung steigern. Darüber hinaus können

laut Verordnungsentwurf künftig auch KMU aus der


Wirtschaftliche und agrarpolitische Situation

10

Nahrungsmittelverarbeitung mit AFP-Mitteln gefördert

werden. Außerdem sollen noch näher zu definierende

kleine landwirtschaftliche Betriebe vorrangig

berücksichtigt werden. Der Nachweis der Wirtschaftlichkeit

wird auch hier erforderlich sein. Investitionen

zur Förderung der Gesamtleistung des Betriebs, wie

der Stallneubau, können nur gefördert werden, wenn

eine bestimmte Betriebsgröße nicht überschritten

wird. Investitionen in Klimaschutz, Einkommendiversifizierung,

Energie usw. können hingegen ohne (Größen-)Restriktionen

gefördert werden. Schließlich soll

die Zweckbindungsfrist bei der Investitionsförderung

von fünf Jahren nach Bewilligung auf drei Jahre nach

Schlusszahlung umgestellt werden.

Bei Maßnahmen zur Erschließung des Potenzials

der ländlichen Gebiete soll ein größerer Wert auf innovative

Ideen für Unternehmen und Kommunalbehörden

gelegt werden. Innerhalb dieses Rahmens kann

alles gefördert werden, was der „kleinräumigen Infrastruktur“,

dem Tourismus, der sozialen Integration und

dem demographischen Wandel Rechnung trägt. In den

Bereichen erneuerbare Energien und Breitband sollen

auch größere Vorhaben zum Zuge kommen.

Neue Chancen für die lokale Entwicklung, z.B.

neue Vertriebskanäle, mit denen lokale Ressourcen

aufgewertet werden, sollen künftig stärker genutzt

werden. Der Ausbau von Direktverkäufen und lokalen

Märkten sollen ebenso wie die forstliche Förderung

verstärkt werden. Auch die Gründung von Kooperationen

soll im Rahmen der künftigen ELER-Förderung

Die sechs wichtigsten Förderziele

1. Stärkung des Wissenstransfers in der Land- und Forstwirtschaft:

Dazu sollen das „Humankapital“ und die intelligente

Vernetzung in der Land- und Forstwirtschaft gefördert, „Innovation

und Wissen“ in der Land- und Forstwirtschaft ebenso

gestärkt werden wie die „Zusammenarbeit von Landwirtschaft,

Forstwirtschaft, Forschung und Entwicklung“. Geplant ist die

Förderung von Weiterbildungskursen, Workshops, Coachings,

Demonstrationsaktivitäten, Informationsaktionen und der

Wissensaustausch über Besuchsprogramme. Die bisherige EU-

Beratungsförderung soll erheblich ausgeweitet werden. Neben

„Umweltberatungen“ sollen auch betriebswirtschaftliche Beratungen

und Beratungen zur einzelbetrieblichen Ausrichtung

förderfähig werden.

2. Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit aller Formen der Landwirtschaft

und Stärkung ihrer Existenzfähigkeit: Geplant sind

Erleichterungen von Betriebsumstrukturierungen und die Erleichterung

des Generationswechsels in der Landwirtschaft.

3. Förderung der Organisation von Lebensmittelketten sowie

Förderung des Risikomanagements in der Landwirtschaft:

Angedacht sind Qualitätsprogramme zur besseren Integration

der landwirtschaftlichen Erzeuger in die Lebensmittelkette

und die Förderung von Regionalmärkten und regionaler

Wertschöpfungsketten. Zur Unterstützung des landwirtschaftlichen

Risikomanagements plant die Kommission, die Artikel

70 (Versicherungen im pflanzlichen und tierischen Bereich)

und 71 (unter anderem Tierseuchenfonds) aus der EU-Direkt

einen hohen Stellenwert erhalten. Schließlich möchte

die Kommission den Bedürfnissen von Junglandwirten

und Marktneulingen eine besondere Aufmerksamkeit

widmen, während die Vorruhestandsregelung aus Kostengründen

aus der ELER-Verordnung gestrichen wird.

Bei den Agrarumweltmaßnahmen sollen die bestehenden

Laufzeiten von fünf bis sieben Jahren erhalten

bleiben. Nur bei der „Beibehaltungsprämie“ im

Ökolandbau und den Zahlungen für „Tierschutzmaßnahmen“

(z.B. Förderung der Weidehaltung) könnte

sich die Kommission jährliche Laufzeiten vorstellen.

Die einzuhaltenden „Standards“ bei den Agrarumweltprogrammen

sollen künftig oberhalb der Cross

Compliane und der neu einzuführenden „Greening“-

Standards der 1. Säule angesiedelt sein mit Ausnahme

der Förderung des Ökolandbaus. Bis zu 20 Prozent

Prämienaufschlag (bei Kooperationen 30 Prozent) an

Transaktionskosten sollen möglich sein.

Die Fördersätze bei der Ausgleichszulage sollen

nicht geändert werden. An der Neuabgrenzung der

benachteiligten Gebiete anhand der acht biophysikalischen

Kriterien wird festgehalten. Die Neuabgrenzung

soll auf Gemeindeebene mit einem Schwellenwert von

66 Prozent erfolgen. Durch die Neuabgrenzung herausfallende

Gebiete können bis 2017 eine degressive

Übergangsförderung erhalten (80-60-40-20 Prozent

der AGZ 2013). Neben Natura 2000-Gebieten sollen

künftig auch Gebiete mit Bewirtschaftungseinschränkungen

im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie

gefördert werden können.

zahlungenverordnung nahezu unverändert in die neue ELER-

Verordnung zu übernehmen. Darüber hinaus sollen auch Einkommensverluste

von mehr als 30 Prozent mit EU-Förderung

abgesichert werden können. Subventioniert werden sollen die

fälligen Versicherungsbeiträge der Landwirte.

4. Erhaltung und Förderung von land- und forstwirtschaftlichen

Ökosystemen: Hier soll der Schwerpunkt liegen auf der „Erhaltung

der Biodiversität und des Zustandes europäischer Kulturlandschaften“,

der „Verbesserung des Wassermanagements“

und des „Bodenmanagements“.

5. Unterstützung von Ressourceneffizienz und CO2-armen Wirtschaftsweisen

in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Ernährungsindustrie:

Maßnahmenschwerpunkte sollen die

effizientere Wasserverwendung in der Landwirtschaft, der effiziente

Energieeinsatz in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelverarbeitung,

die Erleichterung der Bereitstellung und

Nutzung von Abfällen, Reststoffen oder anderen nicht landwirtschaftlichen

Rohmaterialien für Zwecke der Bioökonomie,

die Verringerung von landwirtschaftlichen Stickoxiden und

Methanemissionen und die Förderung der Kohlenstoffsequestrierung

in der Land- und Forstwirtschaft zum Inhalt haben.

6. Mobilisierung des Arbeitsplatzpotenzials und Entwicklung von

ländlichen Gebieten: Dazu sollen gehören Erleichterungen bei

der Erwerbsdiversifizierung und Arbeitsplatzbeschaffung, die

Förderung sozialer Integration und Armutsbekämpfung sowie

die Förderung lokaler Entwicklung in ländlichen Gebieten.

Der „bottom-up-Ansatz“ bei der Gemeinschafts-

initiative Leader soll verstärkt werden. Eine generelle

federführende öffentliche Trägerschaft soll es bei

Leader deshalb künftig nicht mehr geben. Die Zusammensetzung

der Leader-Aktionsgruppen soll ein

„Spiegelbild“ der „lokalen Gesellschaft“ darstellen.

Auch die Strukturfonds (z.B. EFRE, ESF) sollen zur

Verwirklichung der Leader-Ziele beitragen. Schließlich

sollen die fondsübergreifenden Finanzregeln harmonisiert

werden. Betreffen soll die Harmonisierung aber

lediglich die Anrechnung der Mehrwertsteuer und die

Abrechnung von Kostenpauschalen, nicht aber die

Anrechnung von privaten Mitteln bei der geforderten

nationalen Kofinanzierung.

Als vorläufiges Fazit zur künftig geplanten ELER-

Förderung bleibt festzuhalten: Die Vorschläge zu den

Durchführungsmechanismen und Verknüpfungen der

EU-Fonds enthalten interessante Ansätze. Kritisch ist

zu sehen, dass immer neue Anforderungen formuliert

(Strategie Europa 2020) werden, die mit den bekannten

(alten) Maßnahmen und den „alten“ Mittelansätzen

der 2. Säule angegangen werden. Gleichzeitig soll der

Kreis der Empfänger in Richtung KMU geöffnet werden.

Ob im Gegenzug künftig auch der „EFRE-Topf“

für landwirtschaftliche Vorhaben zur Verfügung steht,

muss sich erst noch zeigen. Zur Bewältigung des demographischen

Wandels soll verstärkt auf Junglandwirteförderung

gesetzt werden. Gleichzeitig wird die

Vorruhestandsregelung aus Kostengründen aus der

ELER-Verordnung gestrichen.

Landesverband

erfolgreich QM zertifiziert

Mit dem Ziel, die Qualität der Zusammenarbeit mit den Kreisverbänden und externen

Organisationen zu verbessern und die Arbeitsabläufe innerhalb des Hauses transparenter

und effektiver zu gestalten, ist der Landesverband im vergangenen September an den

Start gegangen und hat an der Implementierung eines Qualitätsmanagement (QM)-

Systems nach ISO 9001:2008 gearbeitet. Nach einem zweitägigen externen Audit,

der Prüfung durch einen akkreditierten Zertifizierer, schloss der Landesverband die

Zertifizierung mit Erfolg ab. Nachdem bereits einige Landvolk-Kreisverbände nach ISO

9001:2008 auditiert wurden, ist die Geschäftsstelle des Landvolkes Niedersachsen nun

der erste Landesverband mit QM-Zertifizierung.

Von Anfang an waren die Erwartungen der

Mitarbeiter an das QM-System groß. Es sollten

unter anderem die internen Strukturen verbessert

und die Transparenz innerhalb des Hauses erhöht

werden. Damit verknüpft war auch der Wunsch,

die erarbeiteten Grundlagen und Ergebnisse zum

Wohle des Verbandes konsequent umzusetzen. Mit

der Unterstützung des externen Beraters Joachim

Ahlers sind in über 30 Arbeitsgruppengesprächen

mit allen Mitarbeitern sowie der Geschäftsführung

Optimierungspotenziale bei den internen Strukturen

und Arbeitsabläufen des Hauses erkannt worden.

Zusammen mit der verantwortlichen Qualitätsmanage

Bei den vorgesehenen „fondsübergreifenden

Strategievereinbarungen“ zwischen der Kommission

und den Mitgliedstaaten besteht die Gefahr, dass

die Strukturfonds die ELER-Mittel „vereinnahmen“

werden. Die fondsübergreifende Harmonisierung der

Finanzregeln ist hingegen überfällig (Mehrwertsteuer,

Kostenpauschalen), soll aber nicht im Bereich der

gerade bei der ELER-Förderung so wichtigen Anrechnung

von privaten Mitteln bei der geforderten nationalen

Kofinanzierung gelten.

Die vorgeschlagenen Leitthemen Klima, Umwelt

und Innovation dürfen der Förderung der Wettbewerbsfähigkeit

landwirtschaftlicher Betriebe nicht

übergeordnet werden. Die vorgesehene Anhebung

der Standards bei den Agrarumweltprogrammen der

2. Säule führt zwangsläufig zu „komplexeren Vorhaben“,

die wiederum für deutlich weniger Betriebe als

bisher umsetzbar sind. Schließlich kommt dem Risikomanagement

eine steigende Bedeutung zu. Der

Vorschlag der Kommission zur Überführung der vorhandenen

Instrumente aus der 1. in die 2. Säule erscheint

insoweit folgerichtig. Ob Versicherungs- oder

Fondslösungen allerdings grundsätzlich geeignete Instrumente

darstellen, ist zu prüfen, insbesondere was

die „Nebenbedingungen“ angeht. Auch ist das „Zusammenspiel“

mit der geplanten Öffnung der Krisen-

und Globalisierungsfonds für die Landwirtschaft noch

ungeklärt. Sinnvoll wäre die Einführung einer Risikoausgleichsrücklage,

wie vom DBV gefordert.

Dr. Wilfried Steffens

mentbeauftragten, Dr. Friederike Albersmeier, und dem

KVP-Team mit Kerstin Riechmann und Werner Bosse,

es soll den kontinuierlichen Verbesserungsprozess

des QM-Systems überwachen, wurde die Anpassung

der verbesserungswürdige Prozesse begonnen. Die

Arbeitsergebnisse aus allen Gesprächskreisen sind

in einem Handbuch zusammengestellt, in dem

alle wesentlichen Prozesse beschrieben sowie die

dazugehörigen Dokumente und Vorlagen hinterlegt

sind.

Ein wichtiger Meilenstein im QM-Prozess ist die

Einführung eines neuen, einheitlichen Ablagesystems.

Die Umsetzung erfolgte im Herbst durch die Firma

Dr. Friederike

Albersmeier

Referentin für

Marktanalyse

11


Wirtschaftliche und agrarpolitische Situation

12

Gedys intraware, sie stellte die gesamte elektronische

Ablage mit ihrem System auf Lotus Notes-Basis um.

Dies ermöglicht den Mitarbeitern auch außerhalb des

Büros, z. B. auf Dienstreisen, relevante Dokumente zu

bearbeiten. Gleichzeitig bietet das System ein hohes

Maß an Sicherheit und erfüllt durch die Vergabe spezifischer

Zugriffsrechte die Anforderungen des Datenschutzes.

Zukünftig werden alle Arbeitsunterlagen

und Dateien von den Mitarbeitern nur noch in diesem

zentralen System abgelegt. Vorbei sind die Zeiten, in

denen jeder Mitarbeiter seine eigene Speichervariante

hatte und der allen zugängliche Server mit über 70.000

Dateien und 4.000 Ordnern nicht mehr zu überblicken

war. Durch klare Struk-

turen und eine erweiterte

Suchfunktion sollen wichtige

Dokumente zukünftig allen

Mitarbeitern einfach und vor

allen Dingen schnell zugänglich

sein.

QM wird von vielen Kritikern immer wieder als “Dokumentationsmonster“

betrachtet, welches durch

Formulare und Vorgaben die Arbeitsweise des einzelnen

Mitarbeiters einschränkt und einen erheblichen

Berg an Papier produziert. In der Tat erhöht auch das

QM-System des Landvolks zunächst den Dokumentationsaufwand

der Referenten. Jedoch sollte die Dokumentation

aufgrund eines QM-Systems nie dem

Selbstzweck dienen. Vielmehr werden interne Arbeits-

„QM optimiert interne Arbeitsabläufe

und externe Beziehungen

und erhöht damit die Qualität “

abläufe und auch externe Beziehungen optimiert und

damit die Qualität erhöht. Die verstärkte Erfassung interner

Prozesse ermöglicht beispielsweise:

• einen Überblick über den aktuellen Stand bei verschiedenen

Projekten,

• bei Abwesenheit oder Ausscheiden eines Referenten

die schnelle Einarbeitung und Vertretung z. B. bei

wichtigen Gesprächsterminen,

• Flexibilität bei der Bearbeitung von (neuen) Themen,

• eine schnellere Arbeitserledigung bei höherer Transparenz.

Durch die Dokumentation von externen Kontakten

werden u. a.

• eine rechtliche Absicherung

bei juristischen oder

steuerlichen Auskünften

sowohl für den Landesverband

als auch für den

Kreisverband erzielt,

• Themen mit Schulungsbedarf identifiziert,

• Signale für eine eventuell aufkommende Krise erkannt

und Vorbereitungen zur Gegensteuerung getroffen,

• auftretende Fehler systematisch analysiert, um eine

Wiederholung zu vermeiden,

• die Zufriedenheit der Kunden erfasst.

Jeder Mitarbeiter ist aktiv an der Gestaltung des

QM-Systems im Landesverband beteiligt und angehalten,

durch Anregungen und

Änderungsvorschläge zur Verbesserung

beizutragen. Es gibt momentan

noch genug zu tun, mit „QM“ ist

man niemals „fertig“. Vielmehr gilt

es, die Arbeitsabläufe und Strukturen

an geänderte Rahmenbedingungen

anzupassen und stetig zu

verfeinern.

Die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit

jedes QM-Systems lebt somit

vom Engagement der Mitarbeiter

sowie dem Willen und der Vorbildfunktion

der Geschäftsführung. Dass

die Motivation für dieses Ziel gegeben

ist, zeigen die Bestrebungen der

Geschäftsleitung, das erworbene

Zertifikat nicht als reinen Schmuck

nach außen zu führen, sondern das

System im operativen Geschäft des

Landesverbands zu verankern. Bis

zum Juli 2012, und natürlich auch

darüber hinaus, hat der Landesverband

Zeit, sein QM-System im Alltag

zu testen und an entsprechenden

Stellen nachzujustieren. Nutzt er

diese Chancen und arbeitet auch

zukünftig konsequent am eigenen

Unternehmen, dann kann der Landesverband

einer Überprüfung der

Normanforderungen im Rahmen

des ersten Überwachungsaudits

ein Jahr nach der Erstzertifizierung

beruhigt entgegenblicken und auf

Dauer den Erhalt des Zertifikats sichern.

Tierschutzplan

erfordert konstruktive Mitarbeit

Das Thema „Tierschutz“ hat die Landwirte und damit den Landesverband im gesamten

Jahresverlauf maßgeblich beschäftigt. Aus der breiten Diskussion in Medien und

Gesellschaft erwuchsen zunehmend politische Initiativen von EU, Bund und Ländern. Im

Mittelpunkt stand der „Tierschutzplan Niedersachsen“ mit umfassenden Zielen für die

kommenden Jahre. Der Berufsstand ist sich weitgehend einig, dass es dieser Initiative aus

sachlich-fachlicher Sicht nicht bedurft hätte. Denn die Betriebe haben ihre Tierhaltungen

in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter entwickelt, teilweise auch oder gerade

im Zuge der Erweiterung und Ausdehnung dieses Betriebszweigs. Neue Ställe und der

Einsatz moderner Technik bringen nicht nur eine höhere Produktivität mit sich, sondern

zunehmend auch Verbesserungen im Tier- und Umweltschutz.

Leider werden die letztgenannten Aspekte viel

zu wenig oder gar nicht wahrgenommen, im

Gegenteil: NGO ´s und andere Interessengruppen

wettern pauschal gegen die moderne Nutztierhaltung

und sorgen so für eine emotional geprägte Negativ-

Berichterstattung vor allem in überregionalen Medien.

Vor Ort machen Bürgerinitiativen Stimmung gegen den

Bau neuer, moderner Ställe. Dabei spielen in vielen

Diskussionen sachliche Argumente schon längst keine

Rolle mehr.

Die Landesregierung

hat letztlich dem Druck

von Medien, NGO´s und

der oberflächlichen Stimmungslage

nachgegeben

und nach außen mit ihrem

„Tierschutzplan“ Handlungsfähigkeit

bewiesen.

Gleichwohl haben die Politiker

stets betont, dass diese

Initiative vor allem die gesellschaftliche Akzeptanz für

die moderne, intensive Tierhaltung fördern soll – auch

im Interesse der Landwirte.

Bereits mit seinem Amtsantritt im Februar hatte

Minister Gert Lindemann den Tierschutzplan angekündigt,

im April wurde er

dann sehr kurzfristig veröffentlicht.

Das Landvolk hat

der Veröffentlichung seinerzeit

nicht zugestimmt, konnte

aber im Schulterschluss mit

anderen wirtschaftsnahen Organisationen

im Vorfeld Einfluss

nehmen und eine Reihe

sachfremder und nachteiliger

Forderungen und Formulierungen

abmildern.

Unmittelbar nach der

Veröffentlichung hat der Landesverband

in Abstimmung

mit den Bezirks- und Kreisverbänden

eine konstruktive

Mitarbeit im Sinne der niedersächsischen

Tierhalter am

„ Politisch sind die Weichen für

den weiteren Prozess nunmehr

so gestellt, dass man nicht

euphorisch, aber doch

optimistisch am Tierschutzplan

weiter arbeiten kann“

Tierschutzplan angekündigt – sowohl in den einzelnen

Arbeitsgruppen als auch im Lenkungsausschuss. Zwei

Gründe sprachen und sprechen für diesen eingeschlagenen

Weg

• Es ist unabdingbar, dass bei Entscheidungen oder

Weichenstellungen in Sachen Tierschutz die Praktiker

gehört werden.

• Die Landwirtschaft kann es sich nicht leisten, in der

Öffentlichkeit als Verzögerer oder Blockierer dazustehen.

Alle sind sich darüber

im Klaren, dass die tierhaltenden

Landwirte auf Dauer

nicht gegen die öffentliche

Meinung produzieren

können. Kurzfristig ist ein

gewisses Maß an Akzeptanz

entscheidend für die

Weiterentwicklung der Betriebe,

etwa den Bau oder

die Modernisierung von Ställen. Mittelfristig wird eine

ausreichende Akzeptanz für den Verkauf der in diesem

Segment erzeugten Produkte benötigt.

Trotzdem hat das Landvolk seine Mitarbeit am

Tierschutzplan gegenüber der Politik unmissverständ-

Helmut

Brachtendorf

Referent für

Öffentlichkeitsarbeit

Eine spontane Gegendemo

organisierten

Landwirte im Wendland,

als sie von einer erneuten

Protestaktion gegen Stallbauprojekte

erfuhren.

13


Wirtschaftliche und agrarpolitische Situation

14

Kritiker der modernen

Tierhaltung nutzten auch

den Landesbauerntag in

Cloppenburg.

lich an vier Bedingungen geknüpft. Demnach sollen

Änderungen am ohnehin schon komplexen Regelwerk

nur dann vorgenommen werden, wenn sie :

1. sinnvoll sind im Sinne des Tierschutzes, also tatsächliche

Verbesserungen mit sich bringen und nicht nur

Bedürfnisse einiger NGO´s erfüllen;

2. praktikabel sind, d.h. für die Tierhalter umsetzbar

und vor allem in modernen Betrieben an aktueller

Technik und Arbeitsweise hinreichend erprobt sind;

3. wirtschaftlich verkraftbar sind und keine Benachteiligungen

gegenüber Wettbewerbern aus anderen

Bundesländern und EU-Staaten darstellen;

4. keine negativen Auswirkungen in Bezug auf die Qualität

und Sicherheit der Produkte mit sich bringen.

Darüber hinaus besteht die Forderung, vor Beschlüssen

über Veränderungen und Neuregelungen

jeweils eine umfassende Folgenabschätzung vorzunehmen,

und zwar in Bezug auf die Tiere, die Landwirte,

die Verbraucher sowie die Umwelt und die natürlichen

Ressourcen. In vielen Einzelgesprächen und

einer Reihe von Veranstaltungen konnte das Ministerium

davon überzeugt werden, dass die gestellten Bedingungen

sowie eine umfassende Folgenabschätzung

der einzig gangbare Weg für Veränderungen sind. Nur

diese Vorgehensweise verhindert kurzfristigen Aktionismus

und Maßnahmen, die den Betrieben schaden

oder sie wegen möglicher Wettbewerbsverzerrungen

sogar aus dem Markt drängen.

Die größte Veranstaltung im Verhandlungsmarathon

rund um den Tierschutzplan war der Landesbauerntag

in Cloppenburg am 30. Mai. Mehr als 1.500

Teilnehmer vermittelten Ministerpräsident David

McAllister und Landwirtschaftsminister Gert Lindemann

eindrucksvoll ihre Erwartungen, ihre Kritik sowie

ihre Sorgen und Nöte. Im Oktober bekräftigte das

Landvolk seine Positionen gegenüber Ministerpräsident

und Minister im Rahmen des Gesprächsforums

Agrar- und Ernährungswirtschaft im Landvolkhaus in

Hannover. Weitere Verhandlungen mit Minister und

Staatssekretär gab es darüber hinaus im Rahmen einer

Tagung der Bezirksvorsitzenden im September

sowie bei der zweiten Gesprächsreihe „Landvolk im

Dialog“, die im letzten Quartal 2011wieder aufgenommen

wurde.

Ein sehr intensiver Austausch zu Tierhaltung und

Tierschutz fand mit Medienvertretern, gesellschaftlichen

Gruppen, Parteien, Fraktionen und Kirchen

statt: In Pressekonferenzen, schriftlichen und mündlichen

Stellungnahmen, Argumentationspapieren

sowie durch die Teilnahme an Veranstaltungen und

Podiumsdiskussionen stellte das Landvolk kontinuierlich

die Sicht der Landwirte da, um die Diskussionen

zu versachlichen. Gelöst sind die Akzeptanzprobleme

der Nutztierhaltung damit noch nicht, der Berufsstand

steht hier vor einer langfristigen oder gar Daueraufgabe.

Dabei scheint es unausweichlich, die Kommunikation

für moderne Landwirtschaft und insbesondere

die Tierhaltung zu intensivieren: Das gilt für Maßnahmen

„vor Ort“, aber auch für eine reaktive und proaktive

überregionale Pressearbeit.

Politisch sind die Weichen nun so gestellt, dass

man nicht euphorisch, aber doch optimistisch am

Tierschutzplan weiter arbeiten kann. Das Ministerium

hat verstanden, dass die Landwirtschaft der wichtigste

„Player“ in diesem Projekt ist. Schließlich sind die

Landwirte diejenigen, die von den Ergebnissen des

Tierschutzplans direkt betroffen sind und die eventuell

Veränderungen auf ihren Höfen umsetzen müssen.

Oberstes Ziel in diesem weiten Spagat bleibt,

moderne Nutztierhaltung und ihre wirtschaftliche Erfordernisse

so weit wie möglich mit den Erwartungen

der Verbraucher in Einklang zu bringen. Das erfordert

Aufklärungsarbeit in Richtung Politik, Medien und

Verbraucher, mit Sicherheit aber auch den einen oder

anderen Kompromiss bzw. allmähliche und praktikable

Änderungen in der Nutztierhaltung.


Landvolk

im Dialog

6. November 2011 Wardenburg

3. Dezember 2010 Uelzen

15


Produktion und Vermarktung

16

Dr. Werner Rüther,

Milchreferent

Prominente Gäste wie

First Lady Bettina Wulff

und Landwirtschaftsministerin

Ilse Aigner

haben auf der Grünen

Woche in Berlin Spaß

mit Milch.

Stabile Märkte – weltweit!

Steigende Milchmengen und trotzdem feste Preise? Die deutschen Milcherzeuger

erleben die Marktkräfte seit mehr als zwölf Monaten von ihrer angenehmen Seite. Nicht

nur in Deutschland, sondern u. a. in Frankreich, Irland, Polen und Großbritannien haben

die Milcherzeuger ihre Erzeugung gesteigert. Aber nicht nur die EU-Länder produzieren

in diesem Jahr rd. 2,3 Prozent mehr Milch, auch das Milchaufkommen in wichtigen

Erzeugerländern außerhalb der EU wie USA, Argentinien, Brasilien und Neuseeland steigt

– teilweise mit Zuwachsraten von über zehn Prozent.

Gleichzeitig hat aber die weltweite Nachfrage

nach Milch- und Milcherzeugnissen deutlich

zugenommen. Im ersten Halbjahr 2011 exportierten

die EU-Länder 0,5 Mio. t mehr Milch als im Vorjahr,

insbesondere Käse, Magermilch- und Molkenpulver. Im

gleichen Zeitraum gingen die Importe aus Drittländern

leicht zurück. So hat der

Weltmarkt den EU-Binnenmarkt

wie im Vorjahr stabilisiert. Das

Wechselkursrisiko bleibt aber

für die weitere Entwicklung von

großer Bedeutung. Anders als im

Vorjahr stützt die Binnennachfrage

wenigstens teilweise den Markt:

Zwar ist der Konsummilchabsatz

seit drei Jahren rückläufig, der Butterabsatz konnte sich

aber trotz hoher Preise stabilisieren, und der Käseabsatz

nimmt weiter zu. Die insbesondere 2009 aufgebauten

Butter- und Magermilchpulverbestände sind abgebaut

bzw. werden im Fall des Magermilchpulvers den

Markt voraussichtlich nicht negativ beeinflussen.

Die Milcherzeugerpreise lagen bereits im Frühjahr

oberhalb der 30 Cent-Marke (4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß)

und dürften das Vorjahresniveau um wenigstens

vier Cent/kg übertreffen. Aufgrund der gestiegenen

Betriebsmittelkosten wird die Gewinnsituation der

Milchviehbetriebe sich aber nicht in gleichem Maße

verbessern.

Trotz dieses grundsätzlich sehr positiven

Marktausblicks darf nicht übersehen werden, dass –

gerade auch wegen der stärkeren Ausrichtung auf den

„Der Weltmarkt

hat wie im Vorjahr

den EU-Binnenmarkt

stabilisiert.“

Weltmarkt – der Milchmarkt auch künftig durch größere

Marktschwankungen gekennzeichnet sein wird. Der

Milchausschuss hat sich deshalb auf seiner Sitzung im

Sommer u. a. von Prof. Holger Thiele vom Kieler ife

Forschungszentrum für Ernährungswirtschaft über

Möglichkeiten der Preisabsicherung auf Warenterminmärkten

informieren lassen.

Diese Seminarreihe mit dem Titel:

„Zukunft der Milchpreisabsicherung

– Fortbildung zu Milchterminmärkten“

wird inzwischen

deutschlandweit angeboten.

Mit der Preisbildung auf

dem Milchmarkt beschäftigt

sich auch das Bundeskartellamt

seit fast zwei Jahren. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen,

hat doch der Berufsstand seit vielen Jahren auf

die marktbeherrschende Stellung des Lebensmitteleinzelhandels

hingewiesen. Die Sektoruntersuchung

Milch beschäftigt sich allerdings bisher vornehmlich

mit dem Verhältnis der Erzeuger / Milch-erzeugergemeinschaften

zu den Molkereien. Dass das Kartell-

amt dabei die Grundstrukturen

der zumindest in

Nord- und Westdeutschland

vorherrschenden Molkereigenossenschaften

durch-

Kinder durften zum

Internationalen Tag der

Milch bei Familie Evers

in Rethem-Moor den

ganzen Hof erkunden.

drungen hat, ist bisher nicht ohne weiteres erkennbar.

In einem weiteren Schritt will es jetzt aber auch die

Wettbewerbsverhältnisse zwischen Herstellern und

Lebensmitteleinzelhandel näher betrachten. Mit seinem

außerdem Ende Juni 2011

herausgegebenen Fallbericht

„Standard für kartellrechtskonforme

Gestaltung von Marktinformationssystemen

im

Bereich der Beschaffung von

Rohmilch“ greift das Kartellamt

ganz massiv in die Preisbildung

auf dem Rohmilchmarkt ein. Danach dürfen Milchauszahlungspreise

nur noch veröffentlicht werden,

wenn sie mindestens sechs Monate alt sind. Aktuelle

Durchschnittspreise dürfen dann veröffentlicht werden,

wenn die Daten von mindestens fünf Molkereien

zusammengefasst werden und u. a. die größte Molkerei

nicht mehr als 33 Prozent Anteil an der Gesamtliefermenge

der erfassten Molkereien hat. Das dürfte nur

in Bayern zutreffen, in allen anderen Bundesländern

könnten keine aktuellen Durchschnittspreise mehr

genannt werden! Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft

Niedersachsen wird ihre niedersächsischen

Statistiken weiter herausgeben, da diese auf Angaben

der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

(BLE) fußen. Außerdem sieht das Kartellamt die bei

privaten Molkereien übliche Praxis, den Auszahlungspreis

auf der Basis von Preisen von Vergleichsmolkereien

festzulegen, als unzulässig an. In Gesprächen

mit dem DBV, dem DRV und dem MIV hat das Kartellamt

seine Auffassung unterstrichen, dass Markttransparenz

nur dem stärkeren Marktpartner nütze.

Dies überrascht angesichts praktischer Erfahrungen

und widerspricht der gängigen Wettbewerbstheorie.

Der Verband wird Sorge tragen müssen, dass am Ende

nicht für den Milcherzeuger der Marktüberblick stark

eingeschränkt wird. Lebensmitteleinzelhandel und

Molkereien verfügen mit Sicherheit über ausreichende

Kapazitäten, sich ungeachtet dieser Vorschriften einen

guten Marktüberblick zu verschaffen.

„Nach Auffassung

des Kartellamtes nützt

Markttransparenz nur dem

stärkeren Marktpartner.“

Wie schnell Märkte durch unvorhersehbare Ereignisse

gedreht werden können, mussten Anfang

des Jahres die Schweine- und Geflügelhalter im Zuge

des „Dioxinskandals“ erfahren. Die niedersächsische

Milchwirtschaft war davon zu

Beginn ebenfalls betroffen,

denn mehrere hundert Milcherzeuger

hatten Mischfuttermittel

eingesetzt, die möglicherweise

Fette mit Ursprung von der Firma

Harles u. Jentzsch enthielten.

Die Landesvereinigung der

Milchwirtschaft Niedersachsen veranlasste umgehend

in Absprache mit dem Landwirtschaftsministerium die

Probenahme auf ausgewählten Betrieben und nutzte

die vom Landvolk verhandelten Laborkapazitäten.

Mittels dieser wirtschaftsseitig veranlassten Analysen

sowie den amtlichen Probeergebnissen konnte belegt

werden, dass die Milch der betroffenen Milcherzeuger

völlig unbedenklich war. Die enge Zusammenarbeit

zwischen Ministerium, Laves, Landvolk und

Milchwirtschaft bewährte sich, es wurden aber auch

Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich Datenschutz

und Rückverfolgbarkeit deutlich. Dem soll durch Änderungen

der Milchlieferordnungen und durch Ergänzung

der QM-Milch-Kriterien Rechnung getragen

werden.

17


Produktion und Vermarktung

18

Markus Kappmeyer

Referent für Vieh

und Fleisch

Situation im Fleischsektor mit

großen Unterschieden

Nach dem historischen Höchststand der Jungbullenpreise im Dezember 2010 gaben

die Jungbullenpreise bis zur Mitte des Jahres nach, lagen aber stets deutlich über den

Vorjahreswerten. Nach der Jahresmitte zogen die Jungbullenpreise wieder an. Die

hohen Rindfleischpreise resultieren aus den flott laufenden EU-Drittlands-Exporten

nach Russland und in die Türkei. Die EU peilt mit bis zu 900.000 t Rindfleisch und

Rindern das höchste Ausfuhrniveau seit dem Jahr 1999 an und wird einen

Außenhandelsüberschuss in Höhe von rund 500.000 t realisieren.

Seit Herbst 2010 wirbelten die europaweit lukrativen

Rindfleischexporte in die Türkei die nationalen

und internationalen Handelsströme durcheinander.

Bis Juli 2011 verkauften die EU-Exporteure über

110.000 t Rindfleisch in die Türkei. 2010 waren es erst

88.000 t Rindfleisch. Hauptlieferanten sind Polen und

Deutschland. Die Ausfuhren nach Russland zeigten ein

ebenso beachtliches Plus von 70 Prozent im Zeitraum

Januar bis Juli, beim Versand in andere Regionen

gab es ein Plus von 21 Prozent. Dagegen gingen die

Importe um 18 Prozent zurück. Aus Argentinien und

Brasilien kam erheblich weniger Ware in die EU, ein

neuer bedeutender Anbieter sind seit 2010 die USA.

Auch der relativ kühle Sommer in Deutschland brachte

vor allem für das Rindfleischgeschäft Absatzgewinne.

Im Juni und Juli griffen die Verbraucher trotz höherer

Preise im LEH deutlich häufiger zu Rindfleisch als im

vergangenen Jahr. Auf der anderen Seite ist durch den

geringeren Rinderbestand das Angebot vergleichsweise

knapp. Die Schlachtkuhpreise erreichten für O-

Kühe mit knapp drei Euro/kg im August ein

Rekordniveau. Entsprechend der Saisonkurve gingen

die Schlachtkuhpreise zum Jahresende wieder zurück,

notierten aber deutlich über dem Vorjahresniveau.

Insgesamt ist die Lage für die Rindfleischerzeuger

derzeit durchaus zufriedenstellend, wenngleich die

hohen Futtermittelpreise sich belastend auswirken.

Ferkel- und Schlachtschweinemarkt

katastrophal

Die Ferkelpreise waren nur einige Wochen im April

und Mai erträglich. Ansonsten legten die Sauenhalter

beim Verkauf ausnahmslos drauf. Hauptproblem sind

die Importe großer und sehr billiger Ferkelpartien aus

den Niederlanden und Dänemark. Diese Dumping-

Angebote setzen die Preise unter Druck. Rund 10 Mio.

Ferkel kommen im Jahr aus dem Ausland. Zugleich ist

ein größer werdender Teil der heimischen Ferkel nicht

zu akzeptablen Preisen zu vermarkten. Trotz des starken

Strukturwandels in den vergangenen Jahren gibt

es weiter strukturelle Defizite in der Sauenhaltung im

Vergleich zur Schweinemast. Die Ferkelerzeuger haben

infolge mehrerer aufeinanderfolgender Preistiefs

mit nur kurzen Phasen geringer Preiserholung keine

Reserven anlegen können. Besonders gravierend

schlagen die hohen Futterkosten zu Buche. In dieser

Phase mit äußerster Liquiditätsanspannung steht bei

den tragenden Sauen die Umstellung auf die Grup-

penhaltung an und löst existenzielle Ängste aus. Zu

alledem kommen Irritationen durch Merkblätter des

niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums zum

Tierschutz (Schwänze kupieren, Sauenhaltung) sowie

der Tierschutzplan Niedersachsen Dies alles sorgt für

massive Verunsicherung bei den Landwirten.

Um die speziellen Belange der Ferkelerzeugung

gezielter in die Arbeit des Landesvolks einfließen zu

lassen, wurde auf Landesebene ein Arbeitskreis Sauenhaltung

gegründet. Er hat unter dem Kernziel „Ferkelerzeugung

in Niedersachsen erhalten“ seine Arbeit

aufgenommen. Parallel gab es ähnliche Aktivitäten auf

Kreis- bzw. Bezirksverbandsebene. Die Arbeitskreise

Sauenhaltung sollen u.a. über eine noch aufzubauende

geschlossene Benutzergruppe in einem Onlineportal

kommunizieren.

Auch für die Schweinemast war das aktuelle Jahr

alles andere als rosig. Äußerst hohen Futterpreise

drückten stark auf die Rentabilität. Die AMI ermittelte

für das laufende Jahr die niedrigste Bruttomarge im

Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren.

Jüngste Viehbestandserhebungen in der EU lassen

nach noch vorläufigen Auswertungen der AMI

einen Rückgang der Schweineproduktion im Jahr

2012 erwarten. Im Gesamtschweinebestand wird in

13 Ländern eine leichte Verminderung von einem

Prozent prognostiziert, in der Sauenhaltung fällt der

Rückgang mit fünf Prozent deutlicher aus. Die Anzahl

der Jungsauen als Indikator der zukünftigen Sauenherde

soll noch stärker eingeschränkt werden. Ab Jahresbeginn

2012 geht die AMI von einem rückläufigen

Schlachtaufkommen aus.

Neue Masken, neue Formeln, neue

Handelsklasse

Seit Anfang Oktober gelten bundesweit die neuen

Formeln zur Berechnung des Muskelfleischanteils

bzw. der Teilstückgewichte für die Klassifizierung von

Schweinen. Die Neuberechnung wurde veranlasst,

weil die Schweine schwerer und fleischreicher geworden

sind und daher die bisher verwendeten Schätzformeln

den tatsächlichen Muskelfleischanteil bzw. die

Teilstückgewichte unterschätzt haben. Neu ist auch

die Einführung der Handelsklasse „S“, die Tiere mit

einem Muskelfleischanteil über 60 Prozent erfasst.

Mit Einführung der neuen Formeln entfällt auch der

„Kopffleischabzug“, der einen Ausgleich für das höhere

Schlachtgewicht (durch den Verbleib von Augen, Au-

genliedern und Ohrmuscheln) schaffen sollte. In die

neuen Klassifizierungsformeln ist die Erhöhung des

Schlachtgewichtes schon eingerechnet.

Die neuen Abrechnungsmasken wurden den

Mästern erst direkt vor der Einführung mitgeteilt. Erste

Auswertungen des DBV seit der Umstellung zeigen,

dass es sehr wichtig ist, die Tiere in einem sehr viel engeren

Gewichtsbereich zu verkaufen. Für sehr leichte

und sehr schwere Tiere gibt es nur noch „wenig Geld“.

Hier fehlt schnell ein Betrag von zehn Euro und mehr

am Schwein. Der DBV unterstützt Schweinemäster bei

der Auswertung des optimalen Schlachtgewichtes. Bei

Interesse wenden Sie sich an Christa Niemann, DBV,

Tel. 0251-4175150 oder www.wlv.de/Preisvergleich.

Die Umstellung auf die neuen Abrechnungsmasken

lief alles andere als reibungslos. In der zweiten Woche

nach Einführung der neuen Formeln und Masken

stellten einige Schlachtbetriebe zu „ihrem Erstaunen“

fest, dass die Schätzergebnisse für den Muskelfleischanteil

sowie die Teilstückgewichte zum Teil erheblich

von den vorkalkulierten und erwarteten Werten nach

oben abwichen. Manche Schlachtbetriebe reduzierten

zunächst rückwirkend den Einkaufspreis, gaben dies

aber auf Intervention des Berufsstands wieder auf .

Viele Masken hatten nur eine sehr kurze „Halbwertzeit“

und wurden kurz nach der Einführung schon

wieder zu Lasten der Erzeuger geändert.

Dass die Schlachtbetriebe von dieser Entwicklung

„überrascht“ wurden, erstaunt. Die Einkaufsabteilungen

der Schlachtunternehmen haben schon seit

Februar, als die neuen Formeln bekannt gegeben wurden,

im stillen Kämmerlein gerechnet. Die neuen Abrechnungsmasken

wurden den Landwirten aber erst

unmittelbar vor der Einführung vorgelegt und nicht so

rechtzeitig, wie vom Berufsstand gefordert wurde. Die

Schlachtbetriebe müssen im Nachhinein einsehen,

dass eine frühzeitige Bekanntgabe und Diskussion

Chaos verhindert hätte. In einer längeren Diskussionsphase

wären die Anfangsprobleme rechtzeitig zu

erkennen gewesen. Die aktuellen Erfahrungen bestätigen

den Berufsstand in seinen Bemühungen um die

Einführung einer Blackbox zur Erfassung der Klassifizierungs-

und Verwiegungsdaten.

Seuchenvorsorgesysteme

Schwein und Geflügel

Nachdem ein Seuchenvorsorgesystem im Bereich Geflügel

über die beiden Gesellschaften GSV (Emsland

und Grafschaft Bentheim) und Gesevo (Rest-Niedersachsen)

im Großen und Ganzen aufgebaut wurde,

konstituierte sich in diesem Jahr der Lenkungsausschuss

Seuchenvorsorge Schwein. Seine Aufgabe

ist der Aufbau eines Vorsorgesystems zur schnellen

Bekämpfung von Seuchenausbrüchen. Der Lenkungsausschuss

hat über die erforderlichen Kapazitäten zur

Bekämpfung einer Schweineseuche in sogenannten

Hot-Spot-Gebieten beraten. Ferner wurden vorhande-

Ihr letztes Hemd gaben

wegen der dramatisch

gefallenen Schweinepreise

zum Jahresauftakt

Studenten der Agrar-

fakultät an der Hochschule

Osnabrück.

Druck auf die

Schweinepreise meldete

im August Familie

Bremer in Nöpke in

der Region Hannover

gegenüber Journalisten.

19


Produktion und Vermarktung

20

Mit Multiplikatoren,

hier Pastorinnen und

Pastoren des Sprengels

Stade, im Gespräch

über neue Hähnchenmastställe.

ne technische Lösungen zur Tötung von Schweinebeständen

im Seuchenfall gesichtet. Im nächsten Schritt

sollen Pilotanlagen getestet werden .

Geflügelmarkt mit Unsicherheiten belastet

Die Eierproduktion in Deutschland hat sich 2011 weiter

erholt, liegt aber weiter unter dem Niveau von 2008, vor

dem Auslaufen der Käfighaltung in Deutschland. Der

Sektor wird durch das unterschiedliche Ausstiegstempo

in den anderen EU-Staaten stark verunsichert. Viele

Mitgliedstaaten haben gegenüber der EU-Kommission

erklärt, den Termin zum Auslaufen der klassischen

Käfighaltung zum Jahresende 2011 nicht einhalten zu

können. Die große Frage ist, welche Auswirkungen

diese Entwicklung auf die Produktionsmenge haben

wird und wo die Eier aus der Käfighaltung ab 2012 verbleiben.

Insgesamt ist zum Jahreswechsel von einer

sinkenden EU-Produktionsmenge auszugehen, was

möglicherweise steigende Eierpreise bedingen kann.

Mit Beschluss vom 12.10.2010 hat das Bundesverfassungsgericht

die Regelungen zur Kleingruppenhaltung

von Legehennen aus dem Jahr 2006 und die

hierzu erlassenen Übergangsvorschriften in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

aufgrund eines

Verfahrensfehlers für verfassungswidrig erklärt. Anlass

Zehn Jahre QS

war ein Normenkontrollantrag der Landesregierung

Rheinland-Pfalz, der u.a. die verspätete Anhörung der

Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung beanstandete.

Das Verfassungsgericht hat nur den Verfahrensfehler

festgestellt und sich nicht zur Tierschutzwidrigkeit

der Kleingruppenhaltung geäußert. Der Gesetzgeber

wurde aufgefordert, bis zum 31.3.2012 den bestehenden

Verfahrensfehler zu beheben. Bis dahin bleibt die

bestehende Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

in Kraft.

Das Landvolk Niedersachsen erwartet, dass die

Politik den Verfahrensfehler zügig heilt. Mit der Übergangsregelung

ist der dringend erforderliche Vertrauensschutz

für die betroffenen Legehennenhalter

zunächst gesichert. Bei Druck dieses Berichts verhandelten

die Bundesländer noch über eine Änderung der

Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung. Entgegen

der Forderung des Verbandes geht es nur noch um die

Länge der Nutzungsdauer der vorhandenen Anlagen

mit Kleingruppenhaltung. Eine Heilung des Verfahrensfehlers,

die eine Zukunft der Kleingruppenhaltung

sichern würde, lässt sich politisch derzeit offensichtlich

nicht durchsetzen.

Der Hähnchenmarkt stand im Jahr 2011 stark in

der medialen Diskussion. Hier ging es um die Themen

Tierschutz und Arzneimitteleinsatz. Der Absatz von

Hähnchenfleisch läuft kontinuierlich, wenngleich sich

die Steigerungsraten beruhigt haben. Nach wie vor

steigt aber die Produktion um drei bis vier Prozent. Mit

Inbetriebnahme des Schlachthofes in Wietze wurde

die Schlachtkapazität in Niedersachsen deutlich ausgedehnt.

Dies könnte zur Folge haben, dass sich langfristig

der Lebendexport von Schlachthähnchen nach

Holland reduziert. In Folge der ansteigenden Futtermittelpreise

notierten die Erzeugerpreise im Jahresverlauf

fester.

Die deutsche Putenfleischproduktion befand

sich in einer Phase der Konsolidierung. Der Verbrauch

in Deutschland ist leicht rückläufig, der deutsche Verbraucher

konsumiert allerdings doppelt so viel Putenfleisch

wie der EU-Durchschnittsbürger. Auch die

Erzeugerpreise für Puten zogen infolge steigender Futtermittelpreise

an. Im Vergleich zum Hähnchensektor

wird die Putenmast wegen der ungünstigeren Futterverwertung

durch steigende Futterkosten stärker belastet.

Nach dem ersten BSE-Fall in Deutschland im Dezember 2000 war der Rindfleischsektor völlig zusammengebrochen,

Schlachtrinder teilweise überhaupt nicht zu verkaufen. In dieser Zeit des totalen Marktzusammenbruches

gelangten die bereits bestehenden Überlegungen einzelner Organisationen und Unternehmen

in Richtung eine stufenübergreifenden Qualitäts- und Produktionssicherungssystems zum

Durchbruch. Aus der reinen Herkunftssicherung, die schon vor 2000 im Rindfleischbereich bestand, wurde

eine stufenübergreifende Qualitätssicherung über den gesamten Prozess der Lebensmittelerzeugung aufgebaut.

Das QS-System hat sich zum Grundpfeiler des Exporterfolges der deutschen und insbesondere der

niedersächsischen Fleischwirtschaft entwickelt. Jetzt begingen die QS-Gesellschaft sowie die IQ-Agrarservice

GmbH (vormals QPNW bzw. Infosys) als größter landwirtschaftlicher Bündler in Deutschland im Rahmen

des QS-Systems ihr zehnjähriges Bestehen.

TSK pflegt verantwortungsvollen

Umgang mit den Beiträgen

Die Rinder haltenden Betriebe blieben in den vergangenen zwölf Monaten von

Seucheneinbrüchen verschont. Trotzdem sind noch viele Betriebe mit teilweise hohen

Sanierungskosten belastet, weil sie die Bekämpfung der BHV 1 noch nicht abschließen

konnten oder BVD-positive Kälber festgestellt wurden. Der BHV 1 -Sanierungsstand

verbesserte sich bereits im Vorjahr in den Landkreisen um wenigstens sechs Prozent,

so dass heute ein Freiheitsgrad von i.d.R. über 90 Prozent erreicht wird. Die hohen

BHV 1 -Sanierungskosten veranlassen die Niedersächsische Tierseuchenkasse, die

Beitragsdifferenzierung für freie Betriebe beizubehalten.

Mittels Ohrstanzproben läuft das BVD-

Bekämpfungsverfahren sehr gut. Rund jeder dritte

aller in Deutschland gemeldeten BVD-Fälle entfällt

dabei aber auf Niedersachsen. Durch konsequente

Merzung der Kälber und ihrer Muttertiere wird die

BVD-Bekämpfung auf wenige Jahre begrenzt werden

können. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass keine

Zukäufe von nicht BVD-getesteten Rindern erfolgen,

diese sind verboten. Sollten Rinder ohne Status aus

anderen EU-Ländern zugekauft werden, sind diese

unbedingt getrennt aufzustallen und zu testen. Die

Niedersächsische Tierseuchenkasse (TSK) hat Anfang

des Jahres die Beihilfevoraussetzungen bei BVD

geändert und die Beihilfe für Tierverluste auf pauschal

150 Euro begrenzt. Impfstoffkosten werden nicht

mehr übernommen. Eine weitere Satzungsanpassung

sieht auch bei den tierärztlichen Tötungskosten einen

einheitlichen Beihilfesatz vor. Der verantwortungsvolle

Umgang mit den Beiträgen der

Tierhalter steht im Vordergrund.

Bei der Blauzungenkrankheit

(BT) hat es 2011 wie im Vorjahr

keinen Ausbruch gegeben, so dass

Deutschland 2012 als BT-frei anerkannt werden kann.

Seit mehr als 14 Jahren arbeitet der Landesbauernverband

auf Ebene der Milchwirtschaftlichen Verwertungsgemeinschaft

mit. Diese Genossenschaft war

unter Federführung der Landesvereinigung der Milchwirtschaft

Niedersachsen e. V. gegründet worden, um

im Falle des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche

(MKS) die Milchverwertung sicher zu stellen. Dabei ist

völlig klar geregelt: Milch aus MKS-Restriktionsgebieten

ist nach erfolgter Pasteurisierung ohne Einschränkung

verkehrsfähig, der Verzehr ist für den Verbraucher

unbedenklich, es besteht keine Gefahr für die

menschliche Gesundheit. Entsprechende Erklärungen

des Laves und auch des Friedrich-Loeffler-Instituts

liegen vor. Es bleibt zu hoffen, dass im Krisenfall die

Medien und der Lebensmitteleinzelhandel auf Basis

dieser Fakten verantwortungsbewusst handeln werden.

Ungelöst bleibt der Umstand, dass Molkereibetriebsstätten,

die Milch aus MKS-Restriktionsgebieten

verarbeiten, ihr Exportzertifikat verlieren. Gleichwohl

ist es der MVG gelungen, einen Maßnahmenkatalog zu

erarbeiten, mit dem die niedersächsischen Molkereien

den Rahmen festlegen, wann welche Molkerei in den

Restriktionsgebieten Milch erfasst und wo diese verarbeitet

werden kann. In einem nächsten Schritt soll ver-

„Umsatzsteuer als

Damoklesschwert.“

sucht werden, gemeinsam mit dem Laves praxisnahe

Anforderungen an Betriebsstätten zu formulieren, in

denen Milch aus Restriktionsgebieten verarbeitet werden

soll.

Wie ein Damoklessschwert bedrohen erhebliche

Umsatzsteuernachforderungen im Bereich der Tierkörperbeseitigung

die Haushalte von Tierseuchenkasse

und Landkreisen. Dabei war 2009 mit einer Änderung

des Ausführungsgesetzes zum Tierkörperbeseitigungsgesetz

in enger Absprache zwischen Finanzminister

und Landwirtschaftsminister ausdrücklich klargestellt

worden, dass den Tierkörperbeseitigungsanstalten

(TKBA) lediglich ein nicht umsatzsteuerbarer Defizit-

ausgleich gezahlt wird. Bei der Prüfung einer TKBA im

vergangenen Jahr wurde die Umsatzsteuerpflicht ungeachtet

dessen von einem Finanzprüfer und der Oberfinanzdirektion

anders gesehen. Rückwirkend wären rd.

26 Mio. Euro aufzubringen, davon allein 15,7 Mio. Euro

oder 60 Prozent von der TSK. Dieses

hätte erhebliche Anhebungen der

Beiträge zur Folge – in Abhängigkeit

der absoluten Höhe der Beiträge bei

den Schweinen eine Verdreifachung,

beim Geflügel eine Erhöhung um etwa 50 und bei den

Rindern um rund 25 Prozent. Der Niedersächsische

Landkreistag, die TSK und das Landvolk haben sich

gemeinsam Ende Juni an Ministerpräsident David

McAllister mit der Bitte um eine Vertrauensschutzregelung

gewandt. Landvolkpräsident Werner Hilse hat im

Herbst den Ministerpräsidenten schriftlich wie auch

mündlich nochmals auf die aus den Nachforderungen

resultierenden hohen Belastungen hingewiesen und

an die Verlässlichkeit der Politik appelliert.

Die TSK wird ihre Beiträge ohnehin anheben

müssen. Bei den Rindern sind hohe Ausgaben bei der

Bekämpfung der BHV 1 und der BVD der Grund. Bei

den Schweinen fließen 2,5 Mio. Euro als Zuschuss in

die Seuchenvorsorge. Außerdem hat sich beim jüngsten

Ausbruch der Geflügelgrippe gezeigt, dass Rücklagen

je Tierart in Höhe von vier Prozent des gemeinen

Wertes des Gesamtbestandes nicht ausreichen.

Der Grund sind die neben der Entschädigung zu

tragenden Kosten für Tötung, Reinigung, Desinfektion

und Entsorgung, die bei den jüngten Seuchengeschehen

immerhin 66 Prozent der Gesamtkosten

betrugen. Der Verband verschließt sich deshalb einer

Anhebung der Rücklagen der TSK nicht.

Dr. Werner Rüther

21


Produktion und Vermarktung

22

Werner Bosse

Referent für pflanzliche

Produkte

Dauerregen zur Ernte

zehrte an den Nerven

der Bauern und brachte

die Technik an ihre

Grenzen.

Mäßige Getreideernte – Schwache

Erträge, rückläufige Anbauflächen

Wie kein zweiter Wirtschafszweig hängt die Landwirtschaft vom Wetter ab. Nach einem

kalten Winter und extrem trockenen Frühjahrsmonaten setzten mit Beginn der Erntezeit

starke Regenfälle ein. Über Wochen mussten die Erntearbeiten immer wieder unter-

brochen werden. Besonders im Norden wurde die Situation im Laufe des Monats August

immer prekärer. Hohe Verluste und teure Nachtrocknungen waren die Folge. Erfolg oder

Misserfolg lagen kleinsträumig nebeneinander und unterschieden sich häufig nur durch

einen ergiebigen Regenguss zur richtigen Zeit.

Nach Erhebungen der besonderen Ernteermittlung,

die mehrmals an veränderte Bedingungen

angepasst wurde, ernteten niedersächsische Landwirte

geringe 5,22 Mio. Tonnen Getreide. Im Verhältnis

zum Vorjahr ergab sich ein Minus von 9,9 Prozent,

das sich aus einem Flächenrückgang um 6,8 Prozent

und der Ertragsminderung von 3,3 Prozent herleitet.

Der Weizen ist mit 3,071 Mio. t die mit Abstand

bedeutendste Getreideart, gefolgt von der Wintergerste

mit nur noch 829.000 Tonnen. Der Roggen gewann mit

603.000 Tonnen zwei Prozent an Menge hinzu.

Auch die Qualität des Getreides verschlechterte

sich mit dem zögerlichen Erntefortschritt permanent.

Die Wintergerste erbrachte noch durchweg gute Hektolitergewichte,

weil sie von der Trockenheit weniger

beeinflusst war und zeitgerecht geerntet werden konnte.

Doch schon der Weizen verzeichnete die guten hl-

Gewichte nur noch auf Bördestandorten. Insbesondere

die Fallzahlen des Weizens, und vor allem des Brotroggens,

sanken zum Ernteschluss ständig ab. Am Ende

konnte nur noch Futterroggen geerntet werden. Eine

Ausnahme bildete in diesem Jahr die Sommergerste.

In der Verwertungsrichtung Braugerste wurde sie intensiv

bewässert und wies sehr gute Sortierungen und

die geforderten niedrigen Proteinwerte auf. Der Raps

ist mit 127.000 Hektar in Niedersachsen eine konstan-

te Marktfrucht, wenn auch nicht so bedeutsam wie z.B.

in Mecklenburg-Vorpommern. Aufwuchs und Ernte

standen unter ungünstigen Vorzeichen, bereits von

der Aussaat an. So wurde dann bei einem Mengenaufkommen

von 438.000 Tonnen das sehr gute Vorjahresergebnis

um 16 Prozent verfehlt.

Hackfrüchte zeigen gute Erträge

Die Kartoffelfläche wurde leicht um 2.000 Hektar auf

114.774 ha erhöht, davon noch 31.887 ha für den Speisebereich.

Als der Regen zur Getreideernte einsetzte,

kam er zum Wachstum der Hackfrüchte noch rechtzeitig.

Mit einer Mengenerwartung von ca. 5,4 Mio.

Tonnen wurde das Vorjahr um 18 Prozent übertroffen,

damit bleiben niedersächsische Landwirte die mit Abstand

wichtigsten Kartoffelerzeuger in Deutschland

(11,9 Mio. t). Da es in diesem Jahr viele Übergrößen

gibt, bleibt die Versorgung mit frischen, marktgerechten

Speisekartoffeln etwa auf dem Vorjahresniveau. Fritten-,

Chips- und Flockenhersteller können hingegen

auf eine breite Rohstoffbasis mit hohen Ausbeuten

zurückgreifen. Von besonderem Interesse ist der Bereich

der Stärkekartoffeln, wo sich infolge politischer

Veränderungen eine Orientierung am Weltmarkt und

an anderen Stärkearten vollzieht. Bislang konnte dieser

Prozess „ohne zu große Schmerzen“ ablaufen. Die

Erntemengen sind gut und ein entsprechender Bedarf

der Stärkefabriken ist vorhanden.

Der Silomaisertrag wird zur Zeit der Drucklegung

mit ca. 492 dt/ha Frischmasse geschätzt, einem Plus

von 20 Prozent zum schwachen Vorjahr und 10 Prozent

über dem fünfjährigen Mittel. In Verbindung mit

der Anbauausdehnung sollte die Ernte in diesem Jahr

auf immense 25,6 Mio. Tonnen anwachsen, ein Plus

zum Vorjahr von 45 Prozent. Der Zuckerrübenanbau

wird ab Seite 56 beschrieben.

Märkte und Preise

Agrarpreise entstehen nur noch sehr begrenzt durch

regionale oder lokale Marktereignisse. Vor allem der

Getreidepreis richtet sich nach fundamentalen Grundlagen

(Angebot und Nachfrage, Vorräte, Transport und

Lagerung etc.) im weltweiten Maßstab. Ergänzend wirken

weitere Faktoren wie z.B. zunehmende politische

Markteingriffe (Schwarzmeerregion, Marktwirtschaft

nach Belieben) oder Turbulenzen an den Finanzmärkten.

Die Märkte werden hierdurch schwankungsanfälliger,

undurchsichtiger und riskanter für Landwirte.

Entwicklung der Erzeugerpreise im Überschussgebiet

(Niedersachsen Süd)

Grundsätzlich sind die Preisverläufe der Druschfrüchte

für Ackerbauern noch zufriedenstellend, ohne die

z.T. erheblichen Minderernten in Regionen und Einzelbetrieben

oder gestiegene Kosten verschweigen zu

wollen. Bemerkenswert sind einige Sonderentwicklungen

wie z.B. die mögliche Renaissance der Braugerste

oder die hohen Preise des Brotroggens. Auch das Stroh

verteuerte sich im September um ca. 60 Prozent gegenüber

dem Vorjahr.

Im September liefen Preissenkungswellen durch

die weltweiten Rohstoffmärkte, ausgelöst vor allem

von den Akteuren an Finanzmärkten. Fundamentale

Gründe für die Schwäche gibt es beim Getreide hingegen

kaum. Denn weltweit sind die Ernten zwar höher

als im Vorjahr und regional

sehr unterschiedlich, in der

Summe aber nicht größer als

der Verbrauch. Etwas Entlastung

kommt vom Reismarkt.

Dort stieg die Ernte um zehn

auf 461 Mio. Tonnen an.

Grundsätzlich bleibt die Versorgungsituation

mit Getreide

aber angespannt, weil die

Vorräte nur noch 19 Prozent

des Verbrauchs abdecken.

Vor zehn Jahren war dieses

Verhältnis mit 30 Prozent

noch deutlich sicherer.

Wenig zufriedenstellende

Preise finden hingegen

die Kartoffelerzeuger,

einschließlich der Frühkartoffelproduzenten.

Dort ist

die Erlössituation enttäuschend.

Es kamen zu früh

zu viele Kartoffeln an den

Markt, auch aus guten Ern-

ten in Europa. Ein Blick auf andere Jahre mit Ernten

zwischen 11,5 und 12 Mio. t zeigt aber, dass es im Frühjahr

noch zu steigenden Preisen kommen kann.

Ein Markt für den immer wichtiger werdenden

Silomais existiert nur auf kleinräumiger, allenfalls

regionaler Ebene. Die geringe Transportwürdigkeit

schränkt den Handel ein, zudem suchen Biogasanlagenbetreiber

häufig eine längerfristige Bindung durch

Lieferverträge. Ohne funktionierende „Marktplätze“

erfolgt die Preisfindung häufig kostenbasiert durch

Zuschlagskalkulation. Allerdings differenzieren sich

Angebot und Nachfrage zunehmend und durch den

verstärkten Handel mit der Ware könnten Effizienzgewinne

gehoben werden. Erste Formen eines besser organisierten

Austausches von Silomais entstehen durch

Vermittlungsaktivitäten, z.B. von etablierten Genos-

23


Produktion und Vermarktung

24

Nach enttäuschenden

Preisen zur Erntezeit

hoffen die Kartoffelanbauer

auf bessere Erlöse

für die zweite Vermarktungshälfte.

Der Nordosten

Niedersachsens gilt

als Hochburg der

Beregnung, der Klimawandel

macht dieses

Produktionsmittel

immer wertvoller.

senschaften. Diese Ansätze sollten weiter ausgebaut

werden.

Ist das bereits der Klimawandel?

In 2011 haben niedersächsische Landwirte den Getreideanbau

erneut maßgeblich eingeschränkt. Mit

786.000 Hektar wurde so wenig eingesät wie seit 1950

nicht mehr. Stark ausgeweitet wurde hingegen die

Maisaussaat (plus 82.000 auf 614.000 ha). Die Entwicklung

verläuft rasant. Während im Jahre 1970 erst

wenige tausend Hektar vereinzelt vorkamen, lag der

Anbau zwischen 1986 und 2002 konstant bei etwa

300.000 Hektar für den Silo- und Körnermais. Ab 2002

begann dann die weitere Ausweitung. Die Beweggründe

der Landwirte sind zunächst wirtschaftlicher Natur

und deuten auf die bessere Wettbewerbsfähigkeit des

Maises gegenüber Getreide in viehstarken Regionen.

Zudem lässt sich der Betrieb einer Biogasanlage gut

mit der landwirtschaftlichen Tätigkeit kombinieren.

Der Mais stabilisierte bei den Wetterlagen der vergangenen

Jahre sowohl die Hektarerträge als auch das Betriebsergebnis.

Weiterhin fällt ein besonderer Blick auf die umfangreiche

Bewässerung in Niedersachsen, vor allem

im Nordosten des Landes. Man geht von 180.000 Hektar

mit Feldberegnung aus, der höchsten Beregnungsdichte

in Deutschland. Ohne die intensive – allerdings

auch teure- Beregnung während der trockenen Monate

hätte man wohl katastrophale Ernteergebnisse melden

müssen. Es wird immer deutlicher, dass auch andere

Standorte diesen Vorteil erkennen und ebenfalls an

den Aufbau einer Beregnung denken.

Inzwischen darf man fragen, ob sich Landwirte

bereits heute ganz pragmatisch an einen längerfristigen

Klimawandel anpassen. Dieser wird inzwischen

von 90 Prozent aller fachkundigen Wissenschaftler als

unausweichlich und von Menschen hervorgerufen

akzeptiert. Auf diesem Verständnis basierend, hat die

Landesregierung im Oktober 2008 eine Regierungskommission

Klimaschutz installiert. Sie soll

mit allen relevanten gesellschaftlichen Gruppen

Bausteine für zukünftige Energie- und Klimakonzepte

Niedersachsens entwickeln. Das Landvolk

Niedersachsen hat sich im Rahmen seiner Möglichkeiten

in diesen Prozess eingebunden. Denn

die Landwirtschaft ist einerseits erheblich am

Ausstoß klimaschädlicher Gase beteiligt, andererseits

aber auch sehr stark von Klimaänderungen

betroffen. Zudem kann sie wichtige Beiträge zur

Einsparung von Treibhausgasen leisten, entweder

direkt oder indirekt durch die Bereitstellung

von Bioenergie.

Als erstes Ergebnis wurde im September

2011 vom Kabinett ein Energiekonzept verabschiedet,

das noch im laufenden Jahr die parlamentarischen

Wege passieren soll. Mitte des

kommenden Jahres wird ein Klimaschutzkonzept

entscheidungsreif sein, dem dann noch ein Programm

zur Anpassung an die erwarteten Klimafolgen

folgen wird.

EEG 2012 – Die Entscheidungen

sind gefallen

Das Reaktorunglück in Fukushima hat in Deutschland zu einer Energiewende und dem

Atomausstieg geführt. Damit verbunden ist zugleich das Bekenntnis zu den erneuerbaren

Energien, es hat dem EEG insbesondere bei dem Biomasseanlagen ein „neues Gesicht“

gegeben.

Originär ist das EEG ein Klimaschutzgesetz,

die Bundesregierung benutzt es aber jetzt als

Instrument für die „Energiewende“. Ein führendes

Fraktionsmitglied der Union hat dieses deutlich betont.

So wundert es nicht, dass die Ziele der Bundesregierung

sehr ambitioniert sind: Der Anteil erneuerbaren

Stroms soll in den nächsten neun Jahren von derzeit

17 auf mindestens 35 Prozent steigen. 2050 werden soll

ein Anteil von 80 Prozent als regenerativer Strom aus

der Steckdose kommen. Der dafür erforderliche „dynamische

Ausbau“ erfordert große Anstrengungen.

Das „Gros“ der regenerativen Stromerzeugung

wird die Windkraft leisten müssen. Die Potenziale sind

hier sowohl an Land („on shore“) als auch auf See („off

shore“) groß. Ergänzend wird die Fotovoltaik eine Rolle

spiele. Da Wind und Sonne nicht jederzeit für die Energieproduktion

zur Verfügung stehen, soll Biogas für

den Ausgleich sorgen. Es wird offensichtlich auf einen

starken Zubau, insbesondere bei der Gasaufbereitung

und Gaseinspeisung gesetzt. Die gravierenden Auswirkungen,

die die neuen Regelungen auf die Agrarstruktur

haben können, werden ignoriert.

Die Beschlüsse im Detail

Die – ursprünglich vorgesehene – rückwirkende Kürzung

des Güllebonus um 50 Prozent bei bis zum

6.6.2008 in Betrieb gegangenen Anlagen ist „vom

Tisch“. Insoweit bleibt der vom Berufsstand geforderte

Bestandsschutz gewahrt.

Zunächst zur Vergütungsstruktur: Das EEG 2012

sieht einerseits die klassische Vergütungsregelung vor,

die aus den Vorgängerregelungen bekannt ist. Der Betreiber

einer Biogasanlage hat einen Anspruch auf Anschluss

an das öffentliche Stromnetz, auf Abnahme des

erzeugten Stroms und auf die Vergütung nach den vom

EEG gemachten Vorgaben. Daneben wird eine Marktprämie

eingeführt, die bei der Direktvermarktung des

Stroms zusätzlich zu dem von dem Stromkunden gezahlten

Strompreis gewährt wird. Die Höhe dieser

Marktprämie ermittelt sich aus der Differenz zwischen

der Vergütung, die die Anlage nach dem EEG erhalten

würde, und dem gemittelten Preis an der Strombörse.

Hier könnten sich für die Betreiber von Biogasanlagen

im Einzelfall wesentlich höhere Einnahmemöglichkeiten

ergeben als bei der „klassischen“ Einspeisung.

Die Marktprämie wird ab dem 1.1.2014 für Anlagen

größer als 750 kW trotz Einwandes von Bauernverband

und Bundesrat verbindlich eingeführt, d. h. Biogasstrom

ist dann bei Anlagen größer 750 kW direkt zu

vermarkten – die „klassische“ Einspeiseregelung mit

der EEG – Vergütung greift dann nicht mehr.

Nun aber zurück zu den Vergütungsregelungen

des EEG 2012:Die Grundvergütung fällt höher aus als

bisher, da unter anderem der Kraft – Wärme - Kopplungsbonus

(KWK – Bonus) hier „eingepreist“ worden

ist. Bis 150 kW beträgt sie 14,3 Cent/kWh, bis 500 kW

12,3 Cent/kWh und bis 5.000 kW 11,0 Cent/kWh. Die

vom Bundesrat vorgeschlagene Erhöhung bis 150 kW

Harald Wedemeyer

Referent für Bio-

energie und Baurecht

Landvolkvizepräsident

Heinz Korte (rechts) hat

die Aktion Bunte Felder

mit ins Leben gerufen.

Sie soll die Akzeptanz des

Maisanbaues steigern.

25


Produktion und Vermarktung

26

auf 16,3 Cent/kWh verbunden mit einer Absenkung

auf 9 Cent bis 5.000 kW wurde vom Bundestag nicht

mitgetragen. Mit der Einbeziehung des KWK – Bonus

wird eine – vom Bauernverband kritisierte – Mindestwärmenutzungsquote

von 60 Prozent gefordert. Dabei

können 25 Prozent für die Fermenterbeheizung angesetzt

werden. Die anerkannten Wärmenutzungen (u.

a. auch ORC – Anlagen, Hygienisierung und Pasteurisierung

von Gärresten) sind in einer Positivliste dargestellt.

Da die Vergärung von Gülle – klimapolitisch –

hohe Priorität hat, entfällt die Wärmequote, wenn

mehr als 60 Masseprozent Gülle eingesetzt wird.

Zusätzlich wird eine besondere Vergütung bei

Einsatz bestimmter Stoffe gewährt. Für Biomasse der

Einsatzstoffvergütungsklasse 1 – das sind im Wesentlichen

die bisherigen „NawaRos“ – wird anteilig ihres

Einsatzes bis zu einer Bemessungsleis-tung von

500 kW eine Vergütung in Höhe von 6 Cent/kWh, bis

zu 750 kW fünf Cent/kWh und bis 5.000 kW von vier

Cent/kWh gezahlt. Die Stoffe sind – ähnlich wie bei der

Positivliste der rein pflanzlichen Nebenprodukte nach

dem EEG 09 – entsprechend ihres Energiegehaltes mit

einem „Methanertrag in m3/t Frischmasse“ in einer

Liste aufgeführt. Daraus lässt sich anteilig die Vergütung

berechnen.

Neben dem Stoffkreis der Vergütungsklasse 1 ist

ein Weiterer in der Vergütungsklasse 2 geregelt, in der

Stoffe wie Gülle, Stroh und Landschaftspflegematerial

zusammengefasst sind, die schwerer oder nur mit

höherem Aufwand vergärbar sind. Für diese Stoffe ist

eine Vergütung in Höhe von acht Cent/kWh bis zu einer

Bemessungsleistung von 5.000 kW vorgesehen. Bei

Gülle senkt sich die Vergütung ab 500 kW auf 6 Cent.

Der Anspruch auf die Einsatzstoffvergütungen

besteht nur bei einem maximalen Einsatz von 60

Masseprozent Mais, Getreidekorn, Corn Cob Mix,

Körnermais und Lieschkolbenschrot. Diese Regelung

muss als untauglicher Versuch gesehen werden. In

den Veredlungsregionen wird sie nicht zu einer Verringerung

des Maisanteils führen, da dieser schon nach

bestehendem Recht bei Inanspruchnahme des Güllebonus

bei max. 70 Masseprozent liegt. Dort, wo kein

„Maisproblem“ besteht, nämlich in der Ackerbauregion,

werden unnötige Erschwernisse geschaffen. Darüber

hinaus sind noch Stoffe in einer separaten Liste

aufgeführt, die ebenfalls den „Standardmethanertrag“

jedes einzelnen Stoffes angeben, so dass in jedem Fall

die Vergütung errechenbar ist.

Etwas ganz Neues im Regelungsgefüge des EEG

ist die Vergütung für „Güllevergärungsanlagen“ bis zu

einer installierten Leistung von 75 kW. Bei einem Güllemasseanteil

von mindestens 80 Prozent werden 25

Cent/kWh gewährt. In einer 75 kW – Anlage müssten

etwa 4.000 t Gülle (160 Milchkühe, 2.000 Mastschweine)

und 1000 t (20 ha) Mais eingesetzt werden. Im

Gegensatz zur Vergütung der Stoffe nach der Vergütungsklasse

2 wird diese Vergütung nur für Pferdemist,

Rinderfestmist, Rindergülle, Schafmist, Schweinefestmist,

Schweinegülle, Ziegenmist gewährt.

Vergärung von Bioabfällen

Ebenfalls neu ist die Vergütung in Höhe von 16 Cent/

kWh (bis 500 kW) und 14 Cent/kWh (bis 20.000 kW)

für die Vergärung von mindestens 90 Masseprozent

bestimmter Bioabfälle (u. a.: Bioabfällen aus privaten

Haushalten, Marktabfälle, Garten und Parkabfälle).

Diese sollen kombinierbar sein auch mit Stoffen der

anderen Vergütungsklassen. Eine strikte Trennung dieser

Stoffgruppen, wie vom Bauernverband gefordert,

ist nicht erfolgt. Voraussetzung für diese Vergütung ist,

dass die Einrichtungen zur anaeroben Vergärung der

Bioabfälle unmittelbar mit einer Einrichtung zur Nachrotte

der festen Gärrückstände verbunden sind und

die nachgerotteten Gärrückstände stofflich verwertet

werden.

Das EEG 2012 erhöht den Anreiz für die Gaseinspeisung.

Die Größenschwellen und auch die

Vergütungssätze sind deutlich erhöht worden: bis 700

Nm3/h Biomethan drei Cent/kWh; bis 1.000 Nm3/h

zwei Cent/kWh und bis 1.400 Nm3/h ein Cent/kWh.

Trotz der Kritik des Bauernverbandes und auch des

Bundesrates sind die bisherigen Schwellenwerte verdoppelt

worden. Das Bestreben des Gesetzgebers, die

Gaseinspeisung voranzutreiben, ist deutlich erkennbar.

Eine Vergärungseinheit, die 1.400 Nm3/h Biomethan

erzeugt, entspricht einer 5.600 kW(el.) Anlage!

Übergangsregelungen:

Es kursiert momentan das Gerücht, dass auch Biogasanlagen,

die in diesem Jahr genehmigt werden, aber

erst 2012 in Betrieb gehen, den Anspruch auf die Vergütung

nach dem EEG 09 hätten. Eine solche Regelung

besteht nur für Anlagen, die „feste“ Biomasse wie Holz

einsetzen. Der Forderung, die Regelung auf Biogasanlagen

auszudehnen, wurde nicht nachgekommen.

In diesem Zusammenhang wird in der Praxis

überlegt, ob bei Fertigstellung einer Biogasanlage im

Jahr 2012 die Inbetriebnahme des BHKW in 2011 die

Vergütungssätze des EEG 09 „retten“ könnte. Ohne im

Detail hierauf einzugehen, dürfte der Wille des Gesetzgebers

eher dagegen sprechen, zumindest ist die

Rechtslage unklar.

Leider gibt das EEG 12 keine Hinweise darauf, ob

der enge oder weite Anlagenbegriff gilt. Jedoch ist in

der Anlagenzusammenfassungsregelung klargestellt

worden, dass künftig alle BHKW, die von einer Vergärungseinheit

„gespeist“ werden, als eine Anlage gelten.

Damit dürfte die Umgehung der Größendegression

mittels „Satelliten“ für Anlagen, die ab dem 1.1.2012 in

Betrieb gehen, nicht mehr möglich sein.

Das EEG 12 stärkt und fördert die Direktvermarktung.

Ziel ist es, die erneuerbaren Energien sukzessive

aus dem EEG – Vergütungsrahmen herauszuführen.

Für die Anlagen kann es äußerst lukrativ sein, den

Strom verbrauchsorientiert an den Markt zu bringen

und damit höhere Erlöse zu erzielen. Dafür werden

unter anderem die bereits erwähnte Marktprämie, die

Managementprämie und die Flexibilitätsprämie angeboten.

Mit der Flexibilitätsprämie fördert das EEG 12

das Vorhalten zusätzlicher BHKW - Kapazitäten für

eine bedarfsgerechte Stromerzeugung. Sie beträgt 130

Euro im Jahr je zusätzlicher kW – Generatorleistung

und wird über einen Zeitraum von zehn Jahren gewährt.

Landvolk bündelt Strommengen

Die mit der Direktvermarktung verbundenen zusätzlichen

Erlöschancen rufen viele Dienstleister auf den

Plan. Deren Seriosität ist nicht immer gewährleistet.

Basierend auf dem engen Kontakt und dem Vertrau-

en der Landwirte zu ihrer Berufsvertretung hat das

Landvolk Initiativen ergriffen, regenerativ erzeugte

Strommengen gebündelt an den Markt zu bringen.

Hierzu fasst die Betriebsmittel-GmbH die regenerativ

erzeugten Strommengen zusammen und bringt

sie über die gemeinsam mit dem WLV (Westfälischer

Landwirtschaftsverband und der Terravis) gegründeten

GeLa-GmbH an den Markt. Mittelfristig sollen die

gebündelten Mengen ein großes virtuelles Kraftwerk

darstellen und für die Anlagenbetreiber die besten

Konditionen aushandeln. Entscheidend ist hierbei

in jedem Fall, dass Ausfallrisiken durch Bankbürgschaften

abgesichert sind.

Fotovoltaik und Solarthermieanlagen jetzt

privilegiert

Bisher waren Fotovoltaikanlagen im Außenbereich nur

unter eingeschränkten Voraussetzungen baurechtlich

zulässig. Das Landvolk hat sich gemeinsam mit dem

DBV vehement dafür eingesetzt, dass eine Privilegierungsvorschrift

für Fotovoltaikanlagen in das Baugesetzbuch

(BauGB) aufgenommen wird. Im Zuge des

Gesetzespaketes zur Energiewende ist nun das BauGB

entsprechend geändert worden. Damit sind Fotovoltaikanlagen

im Außenbereich unter folgenden Voraussetzungen

privilegiert zulässig:

– Gebäude, auf denen Fotovoltaikanlagen angebracht

werden, müssen zulässigerweise im Außenbereich

errichtet worden sein.Wenn die Nutzung eines

Gebäudes bereits dauerhaft aufgegeben worden ist

oder ein Gebäude nicht genehmigungskonform genutzt

wird, liegen die Privilegierungsvoraussetzungen

nicht vor.

– Weiterhin muss die Anlage dem Gebäude baulich

untergeordnet sein. Das ist dann nicht der Fall,

wenn die Fläche der Fotovoltaik- oder Solarthermieanlage

größer als die des Daches oder der Wand ist.

Mit dieser Regelung ist nun endlich Rechtsicherheit

für Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen im

Außenbereich geschaffen worden. Viele Fotovoltaikanlagen

wurden im Außenbereich errichtet und von

den Baugenehmigungsbehörden toleriert, obwohl

sie bauplanungsrechtlich nicht zulässig waren. Hier

wurde endlich ein Gleichklang baurechtlicher Bestimmungen

mit denen des EEG geschaffen. Mit dem EEG

sollen die Potenziale der Fotovoltaik an, auf und in Gebäuden

genutzt werden.

Bislang waren Biogasanlagen im Außenbereich

bis zu einer installierten elektrischen Leistung von 500

kW privilegiert zulässig. Der Gesetzgeber hat diesen

Parameter aufgegeben und stellt nun auf die Feuerungswärmeleistung

(2,0 MW) sowie auf die jährliche

Biogasproduktion (2,3 Mio. Normkubikmeter Rohbiogas)

Jahr ab. Beide Grenzwerte müssen eingehalten

werden, um Anspruch auf die Privilegierung zu ha-

27


Produktion und Vermarktung

28

ben. Die neue Regelung hat den Vorteil, dass mit dem

Schwellenwert 2,3 Mio. Nm3/a Biogas nun Wirkungsgradsteigerungen

eines BHKW ausgeschöpft werden

können. Auch gewährleistet er die Teilnahme an den

im EEG neu geregelten Direktvermarktungsmöglichkeiten.

Danach sollen Biogasanlagen bedarfsgerecht

Strom erzeugen, was mehr Flexibilität und die Installation

höherer Generatorleistung voraussetzt.

Aus 2,3 Mio. Nm3 Rohbiogas können in Abhängigkeit

vom Methangehalt sowie von der Betriebsstundenzahl

und des elektrischen Wirkungsgrades unterschiedliche

Schwellenwerte abgeleitet werden. So

liegt bei einem Wirkungsgrad von 40 Prozent, einer Betriebsstundenzahl

von 8.000 pro Jahr und einem Methangehalt

von 53 Prozent der zulässige Schwellenwert

bei 610 kW installierter elektrischer Leistung.

Wenn im Fall der Direktvermarktung mehr Generatorleistung

vorgehalten werden muss, um die

Biogasanlage flexibel fahren zu können, ist man auf

maximal 2 MW Feuerungswärmeleistung begrenzt.

Bei einem elektrischen Wirkungsgrad von 40 Prozent

sind das 800 kW elektrische installierte Leistung. Hier

hätte es noch mehr Flexibilität bedurft, dem hat der

Als gemeinsames Projekt des Landesverbands und

der Kreisverbände wurde die Grüne Buchführung

vor gut drei Jahren aus Hannover angeschoben. Der

Erfolg des Systems spiegelt sich auch in der konstant

wachsenden Teilnehmerzahl wider. Zurzeit nehmen

19 Kreisverbände mit insgesamt 475 Landwirten

am System Grüne Buchführung des Landvolks teil.

Damit stieg die Zahl in den vergangenen Jahren

kontinuierlich. Seit 2009 bietet die Grüne Buchführung

auch die Möglichkeit zum Nährstoffvergleich für

den Einzelbetrieb. Im ersten Jahr haben in neun

Kreisverbänden 783 Betriebe diesen Service in

Anspruch genommen, 2011 waren es 958 Betriebe in

16 Kreisverbänden.

Die Zahl der Betriebe je Kreisverband variiert

genauso wie die Handhabung der Erfassung und Eingabe

der laufenden Maßnahmen, die von den Landwirten

gemeldet werden. Für die Kreisverbände gibt

es grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten zur

Teilnahme

Gesetzgeber leider nicht entsprochen. Erweiterungswillige

Anlagenbetreiber müssen sich mit ihrer Genehmigungsbehörde

in Verbindung setzen und die

möglichen Erweiterungsschritte besprechen.

Standortsicherung von Windkraftanlagen

Vor dem Hintergrund des weiteren Ausbaus der erneuerbaren

Energien werden in niedersächsischen

Gemeinden zusätzliche Flächen für Windparks ausgewiesen.

Planer und Entwickler versuchen mit den

Eigentümern in Betracht kommender Flächen Verträge

über deren Nutzung abzuschließen. Diese Verträge

werden mit der erteilten Genehmigung auf Fondsgesellschaften

übertragen, die mit der Stromproduktion

erzielte Wertschöpfung bleibt damit nicht in der Region.

Die Landvolkkreisverbände führen daher die

Grundstückseigentümer zusammen, um gemeinsam

gegenüber Investoren deren Positionen durchsetzen.

Die Wertschöpfung soll über „Bürgerwindparks“ möglichst

in der Region verbleiben. Einige Landvolkkreisverbände

haben damit bereits hervorragende Erfolge

erzielt und ihren Mitgliedern zu zusätzlichen Einnahmemöglichkeiten

verholfen.

Dokumentationsaufwand für

Landwirte reduzieren

Die gesetzlichen Dokumentationsanforderungen für Landwirte sind in den vergangenen

Jahren stetig gestiegen. Neben der eigentlichen Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen

Betriebs verbringt jeder Landwirt immer mehr Zeit am Schreibtisch mit der Aufzeichnung

von Arbeitsprozessen auf seinem Betrieb. Dies ist in der Vergangenheit immer wichtiger

geworden, da eine fehlerhafte oder unzureichende Dokumentation sogar zu einer

Verringerung der Betriebsprämie führen kann. Das Landvolk Niedersachsen bietet seinen

Mitgliedern seit einigen Jahren ein erprobtes System zur Grünen Buchführung an, es soll

den Landwirt bei der Dokumentationsarbeit entlasten.

– der Kreisverband bucht seine Betriebe durch eigenes

Personal oder

– der Kreisverband nutzt die Dienstleistung eines anderen

Kreisverbandes und lässt die Daten seiner

Mitglieder dort eingeben. Die drei großen Eingeber

betreuen jeweils mehr als 90 Betriebe, davon viele

im Auftrag für andere Kreisverbände. In Gifhorn und

der Lüneburger Heide werden die Daten für vier weitere

Kreisverbände erfasst, in Wesermünde für drei.

Der Landesverband bietet den Mitgliedern wichtige

Nachrichten aus Politik, Gesetzgebung und den

Märkten über verschiedene Info-Briefe. Sie decken die

Bereiche Milch, Pflanze, Schwein/Geflügel im einwöchigen

Rhythmus, Ökolandbau einmal im Monat sowie

Bioenergie und Umwelt nach Bedarf ab. Interessierte

Landwirte können die entsprechenden Info-Briefe bei

ihrem Kreisverband bestellen und erhalten sie per E-

Mail oder Fax. Zusätzlich werden die Info-Briefe im

Mitgliederbereich auf der Homepage unter www.landvolk.net

eingestellt. Zurzeit werden regelmäßig etwa

30.500 Info-Briefe an registrierte Landwirte in ganz

Niedersachsen verschickt, davon 16.772 per Fax und

13.663 per E-Mail.

Über eine Leserbefragung wurde die Zufriedenheit

mit dem Inhalt der Rundschreiben ermittelt. Von

7.582 Abonnenten des Info-

Briefs haben über 400 Leser an

der Befragung teilgenommen.

Die Ergebnisse beruhen auf

der Auswertung von 406 Fragebögen,

davon haben 177 Teilnehmer an der online-

Umfrage teilgenommen und 229 an der schriftlichen

Befragung.

Das durchschnittliche Alter beträgt danach 50,2

Jahre. 91,1 Prozent der Befragten sind aktive Landwirte

und bewirtschaften schwerpunktmäßig Ackerbaubetriebe

(88,2 Prozent). Weitere Betriebszweige waren

Schweinemast (26,92 Prozent) und Milchviehhaltung

(20,5 Prozent). Drei von vier Befragten gaben an, den

Info-Brief regelmäßig zu lesen, jeder

Fünfte liest ihn meistens. Der überwiegende

Teil der Info-Briefe erreicht

die Leser per Fax (61,4 Prozent), gut

ein Drittel (37,1 Prozent) per E-Mail.

Nur sehr wenige Landwirte lesen die

Info-Briefe im Mitgliederbereich unter

www.landvolk.net. Viele Landwirte

erhalten einen oder mehrere

Info-Briefe: 37,4 Prozent den Schwerpunkt

Schwein/Geflügel, 32,4 Prozent

Milch/ Rind, 9,1 Prozent Ökolandbau,

9,3 Prozent Bioenergie und 15,2 Prozent

Umwelt. Die Befragten ergänzen

die Marktinformationen des Landvolkes

durch weitere Informationen.

Im Schnitt nutzen sie dabei 2,3 andere

Organisationen.

Wie die Tabelle „Zufriedenheit“

zeigt, sind 89,8 Prozent der Leser mit

dem Info-Brief „Pflanze“ zufrieden;

ein Drittel sogar voll und ganz. 64,6

Prozent denken nicht, dass der Inhalt

des Info-Briefes zu schwer zu verstehen

ist, während jeder Vierte diese

Aussage mit teils/teils beantworten.

13,1 Prozent der Landwirte stuft das

Rundschreiben als zu allgemein ein,

knapp die Hälfte der Landwirte stimmt

dieser Einschätzung nicht zu. Insgesamt

bescheinigt mit 90,2 Prozent eine

große Mehrheit der Befragten dem

Info-Brief eine hohe Aktualität und

kann die Informationen für Entscheidungen

im Betrieb nutzen. Insgesamt

stimmen 21,4 Prozent der Landwirte

voll und ganz zu, dass der Info-Brief

sie bei betrieblichen Entscheidungen

unterstützt, 29,8 Prozent stimmen

eher zu und 44,5 teilweise. Für 4,3 Prozent

der Befragten bieten die Informationen

des Info-Briefs keine Entscheidungsgrundlage.

Neben dem Inhalt

sind die Leser sowohl mit der Länge

als auch mit dem wöchentlichen Erscheinungsrhythmus

zufrieden.

„Die Zufriedenheit mit dem

Info-Brief Pflanze ist groß.“

Aus der Tabelle „Informationsbedarf“ lassen sich

Themen ablesen, die nach Einschätzung der Leser stärker

aufgegriffen werden sollten. Grundsätzlich setzen

die Autoren die Schwerpunkte offensichtlich richtig.

Ein zusätzlicher Informationsbedarf besteht jedoch für

mehr als 70 Prozent der Nutzer

im Bereich Düngemittel. Auch

zu Mühlen, dem Agrarhandel

und den nachgelagerten Stufen

werden mehr Informationen

gewünscht. Zu Futtermitteln wünschen sich 43 Prozent

mehr Informationen, jedem Fünften reicht das Angebot.

Die Berichte zu Änderungen auf gesetzgeberischer Ebene

werden von 43,7 Prozent als zu umfassend eingestuft.

Der Landesverband bedankt sich bei allen Lesern,

die an der Befragung zum Info-Brief Pflanze teilgenommen

haben, und wird die Wünsche und Anregungen

der Leser aufgreifen.

Dr. Friederike Albersmeier

29


Produktion und Vermarktung

30

Christine Hoppe,

Referentin für

Ökolandbau

Nachfrage nach heimischen Bioprodukten

übersteigt das Angebot

„Bio ist eine Erfolgsgeschichte“ war in diesem Jahr in den DLG-Mitteilungen zu

lesen. Es gäbe nur ein „kleines (Luxus-)Problem: Es reicht nicht“. Die Nachfrage

nach Biolebensmitteln wächst deutlich schneller als die inländische Erzeugung. Um

interessante Wertschöpfungsmöglichkeiten und die Chance auf eine bedarfsangepasste

Weiterentwicklung des heimischen Ökolandbaus nicht zu verpassen, ist die

Intensivierung von Forschung, Beratung und Förderung unerlässlich.

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Biobetriebe ist

2010 in Niedersachsen von 1.320 auf 1.344 (Stand

31.12.2010) leicht gestiegen. Bundesweit stiegen die

Zahl der Betriebe und damit das Rohstoffangebot

ebenfalls weiter. Dennoch wird die Schere zwischen

der heimischen Rohstofferzeugung und der Nachfrage

nach Bioprodukten immer größer. Die biologisch

bewirtschaftete Fläche in

Deutschland hat sich von

2000 bis auf rund eine Mio.

ha in 2010 verdoppelt, der

Umsatz des Biomarktes im

selben Zeitraum von zwei auf

sechs Mrd. Euro verdreifacht.

2010 stiegen der Umsatz um zwei, der Absatz sogar

um drei Prozent, trotz leicht gesunkener Preise. Dabei

fragen Verbraucher und Verarbeitungsunternehmen

mehr denn je nach Waren aus der Region. In einer

aktuellen Befragung des Kompetenzzentrums

Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) haben 80 Prozent

der Verarbeitungsunternehmen den Wunsch nach

mehr regionaler Bio-Rohware geäußert.

Von Seiten der landwirtschaftlichen Betriebsleiter

besteht durchaus Interesse an der Umstellung auf

Ökolandbau oder der Erweiterung bestehender Biobetriebe.

Aber es muss sich auch rechnen – die Zeit der

reinen Idealisten im Ökolandbau ist längst vorbei. Die

Haupterwerbsbetriebe im deutschen Testbetriebsnetz

haben im Wirtschaftsjahr 2009/10 einen um 16 Prozent

über der konventionellen Vergleichsgruppe liegenden

Durchschnittsgewinn plus Personalaufwand

je Arbeitskraft erwirtschaftet. Dieses ist jedoch im

Wesentlichen durch die zusätzlichen Prämien für den

Ökolandbau bedingt, die je nach Bundesland unterschiedlich,

politikabhängig und damit unsicher sind.

Bei dem heutigen, auch durch das EEG verursachten

Konkurrenzkampf um die Fläche kann der Ökolandbau

kaum mithalten. Bestehende Biobetriebe geben

eher Fläche ab als weiter zu wachsen. Niedersachsen

ist mit 2,9 Prozent Bio-Anteil an der landwirtschaftlichen

Nutzfläche bundesweit weiterhin „Schlusslicht“.

Diese Entwicklungen stehen sowohl bei den Sitzungen

der Arbeitsgruppe Ökolandbau im Landvolk

Niedersachsen und im Fachausschuss Ökolandbau

des Deutschen Bauernverbandes regelmäßig auf der

Tagesordnung. Als wichtigste Voraussetzung für die

positive Weiterentwicklung des heimischen Ökolandbaus

wird die Erhöhung von Produktivität und

Wettbewerbsfähigkeit gesehen, wofür eine erhebliche

„Die Zeit der reinen Idealisten

im Ökolandbau ist längst vorbei,

Bio muss sich rechnen.“

Verstärkung der Agrarforschung notwendig ist. Im

ökologischen Pflanzenbau besteht insbesondere bei

Saatgut und Produktionstechnik Forschungsbedarf,

bei Tierhaltung und -zucht kommt auch mit Blick auf

die aktuelle Tierschutzdiskussion dem Geflügel eine

große Bedeutung zu (u.a. Intensivierung der Zuchtarbeit

bei Zweinutzungsrassen). Fachausschuss und

Arbeitsgruppe Ökolandbau

messen dabei der „On-Farm-

Forschung“ eine besondere

Bedeutung bei und fordern

einen leichteren Zugang zu

Forschungsmitteln für Praktiker.

Neben der Forschungsförderung ist die einzelbetriebliche

Förderung durch Umstellungs- bzw.

Beibehaltungsprämien von großer Bedeutung. Eine

Erhöhung dieser Prämien stuft die Arbeitsgruppe Ökolandbau

für Niedersachsen als sehr wünschenswert

ein und verweist auf die attraktivere Förderung in anderen

Bundesländern.

Auf der Agenda der Landvolk-Arbeitsgruppe

steht natürlich auch das Thema „GAP nach 2013“. Die

Ausrichtung auf „Ökologisierung“ wird grundsätzlich

begrüßt. Dass Biobetriebe voraussichtlich die „Greening“-Anforderungen

quasi „per se“ erfüllen und

damit den Zuschlag von 30 Prozent auf die Basisprämie

ohne weiteren Nachweis erhalten, klingt positiv.

Welche Auswirkungen sich daraus auf die zukünftige

Förderung des Ökolandbaus in der Zweiten Säule

ergeben, ist derzeit ungewiss. Die EU-Kommission

möchte jedoch auch zukünftig mindestens 25 Prozent

der ELER-Mittel für Agrarumweltmaßnahmen und die

Ausgleichszulage einsetzen.

Ein schwieriges Thema ist das Auslaufen der Ausnahmegenehmigung

für fünf Prozent konventionelle

Ei weiß-Futtermittel. Die nach EU-Ökoverordnung

ab 2012 vorgeschriebene 100-prozentige Biofütterung

auch für Schweine und Geflügel wird von der Arbeitsgruppe

Ökolandbau und dem DBV-Fachausschuss als

Ziel generell befürwortet. Die Umsetzung erscheint jedoch

sowohl aus Gründen der Ökonomie als auch des

Tierwohls noch nicht realisierbar. Es stehen zurzeit

keine geeigneten ökologischen Futtermittel für eine

tierartgerechte Aminosäure-Versorgung von Monogastrier-Jungtieren

und Legehennen zur Verfügung, d.h.

zu konventionellem Kartoffeleiweiß und Maiskleber

gibt es noch keine Alternativen. DBV-Präsident Gerd

Sonnleitner hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden

des DBV-Fachausschusses Ökolandbau, Dr. Heinrich

Graf von Bassewitz, in einem Schreiben an Landwirtschaftsministerin

Ilse Aigner um Unterstützung gegenüber

der EU-Kommission gebeten, die Ausnahmegenehmi

gung unter bestimmten Voraussetzungen zu

verlängern. Ergänzend dazu wird eine Intensivierung

der Forschung zur Verbes serung der Futterqualität

und der Ertragssicherheit einheimischen Leguminosen

sowie einer „Nordverschiebung“ des Soja-Anbaues

gefordert. Auch die Prüfung einer Zulassung von Öko-

Fleischmehl oder Fischmehl aus nachhaltiger Pro duktion

zur Schließung der Ei weißlücke wird als sinnvoll

erachtet. Dafür wäre zunächst ein sichereres Verarbeitungs-

und Zertifi-zierungssystem notwendig.

Eine große Gefahr für Natur, Umwelt, den Ökolandbau

und ihre Betriebe sieht die Arbeitsgruppe Ökolandbau

in einer „Aufweichung“ der bisher geltenden

Nulltoleranz für gentechnische Verunreinigungen im

Saatgut. Während der Deutscher Bauernverband und

das Landvolk Niedersachsen eine „praktikable technische

Lösung für die Nulltoleranz“ anstreben – z.B.

einen Schwellenwert von 0,1 Prozent von gentechnisch

veränderten Organismen (GVO) – spricht sich die Arbheitsgruppe

Ökolandbau für die vollständige GVO-Freiheit

des Saat- und Pflanzgutes aus.

Bei der Novellierung des EEG kritisiert der Ökolandbau

die Begrenzung des Bonus für Klee- und Luzernegras

auf den Zwischenfruchtanbau. Der DBV

hat sich gegenüber dem Bundeslandwirtschaftsmi-

nisterium für die Streichung dieser Einschränkung

eingesetzt. Die Bundesregierung wird aufgefordert,

Nachbesserungen im Sinne eines mehrjährigen Kleegrasanbaus

vorzunehmen. Die ökologisch wirtschaftenden

Landwirte sehen auch nach Novellierung des

EEG die weiter zu erwartende Ausdehnung der Biogasproduktion

und den damit verbundenen Druck auf

die Bodenpreise kritisch.

Die diesjährige Ernte fiel bei den niedersächsischen

Biobetrieben durch die extremen Witterungsverhältnisse

ähnlich wie 2010 regional, zum Teil sogar

lokal sehr unterschiedlich aus. Bei Betrieben ohne

Möglichkeit zur Beregnung gab es zum Teil erhebliche

Ertragseinbußen. Im Schnitt aller Kulturen und Betriebe

ist von leicht unterdurchschnittlichen Erträgen

auszugehen. Eine Ausnahme bilden die Kartoffeln

mit Erträgen deutlich über dem langjährigen Mittel.

Aufgrund der schwierigen Erntebedingungen sind die

Qualitäten eher unbefriedigend. Beim Weizen wurden

nur wenige Partien mit guten Backqualitäten geerntet,

bei den Kartoffeln wird Krankheitsbefall zu Qualitätsproblemen

und verringerter Lagerfähigkeit führen.

Für Zuckerrüben war 2011 ein sehr gutes Jahr.

Jedoch fehlen in Niedersachsen für Ökozuckerrüben

nach wie vor Verarbeitungsmöglichkeiten, so dass

nur wenige Betriebe im Süden des Kreises Göttingen

davon profitieren. Potenzielle Anbauflächen für diese

lukrative Frucht gäbe es in Niedersachsen genug.

Die Arbeitsgruppe

Ökolandbau im Landvolk

Niedersachsen

besichtigte den Biohof

Berner in Südniedersachsen

31


Sozial- und Steuerpolitik

32

Heinz Möller,

Sozialreferent

Soziale Sicherung

erneut heftig in Bewegung

1. Landwirtschaftliche Sozialversicherung: Die durch den Erfurter Beschluss des

DBV-Präsidiums vom 11.10.2010 eingeleiteten Diskussionen zur Errichtung eines

Bundesträgers der landwirtschaftlichen Sozialversicherung haben letztlich zur Vorlage

des Referentenentwurfes eines „Gesetzes zur Neuordnung der Organisation der

landwirtschaftlichen Sozialversicherung – LSVNOG –“ im September 2011 geführt.

Vorab wurden in zahlreichen Gesprächen,

Ausschusssitzungen und Verhandlungen die

Positionen aller Beteiligten eingebracht, um die

Interessen der betroffenen Landwirte in eine neu zu

gründende Zentralverwaltung einzubringen. Das

Landvolk Niedersachsen hat immer wieder betont,

dass es einem Bundesträger skeptisch gegenüber

steht, weil für die niedersächsischen Landwirte, so die

Erfahrungen mit den Zahlungen zum Strukturausgleich,

höhere Sozialversicherungsbeiträge zu erwarten

sind. Die Mehrheit aus Politik, Bauernverbänden und

Verwaltungen hat sich jedoch abschließend für die

Errichtung eines LSV-Bundesträgers ausgesprochen.

Als Begründung wurde zugesagt, das eigenständige

System zu erhalten und zusätzliche Bundesmittel

zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung in Höhe

von zusätzlich 150 Mio.

Euro für die nächsten drei

Jahre zu sichern. Mit dem

LSVNOG ist ein Gesetz auf

den Weg gebracht worden,

dessen Auswirkungen

für den einzelnen landwirtschaftlichen

Betrieb

noch nicht absehbar

sind, weil das Gesetz

keinerlei Aussagen zu den

zukünftig anzuwendenden Beitragsmaßstäben in der

landwirtschaftlichen Unfall- und Krankenversicherung

enthält. Diese Beschlussfassung ist allein den

Selbstverwaltungsorga-nen des neuen LSV-Trägers

vorbehalten. Die niedersächsischen Positionen sind in

folgenden Veranstaltungen eingebracht worden:

• Arbeits- und Sozialministerkonferenz am 25.11.2010

Ergebnis: Ablehnung eines LSV-Bundesträgers

• Sozialpolitischer Ausschuss des Landvolkes am

3.2.2011

Ergebnis: Kein LSV-Bundesträger vor 2018

• Sozialpolitischer Ausschuss des DVB am 16.3.2011

Ergebnis: Überwiegende Zustimmung zum Bundesträger,

keine Beschlussfassung

• Agrarministerkonferenz am 1.4.2011

Ergebnis: Keine Beschlussfassung

• Gespräch Präsident Hilse mit Niedersachsens Sozialministerin

Aygül Özkan und Landwirtschaftsminister

Gert Lindemann am 27.5.2011

Ergebnis: Erstellung des niedersächsischen Forderungskatalogs

vom 1.6.2011

• Sozialpolitischer Ausschuss des Landvolkes am

17.6.2011

„Entscheidend für die Akzeptanz

des neuen Bundesträgers

wird für die Landwirte jedoch

die Höhe des Beitrags in der

landwirtschaftlichen Unfall- und

Krankenversicherung sein.“

Ergebnis: Zustimmung zum Forderungskatalog, Ablehnung

der Zentralisierung zum 1.1.2012

• Eckpunktepapier des BMELV aus Juni 2011

Ergebnis: Errichtung eines LSV-Bundesträgers zum

1.1.2012

• Gutachten von Prof. Enno Bahrs vom 9.7.2011

Ergebnis: Bundeseinheitlicher Beitragsmaßstab in

der landwirtschaftlichen Unfall- und Krankenversicherung

ist machbar

• Bundesregierung im August 2011

Ergebnis: Vorlage des Referentenentwurfes eines

LSVNOG

• Abschließendes Abstimmungsgespräch zwischen

Politik und Bundesministerien am 20.9.2011

Ergebnis: Zustimmung zur Errichtung eines LSV-

Bundesträgers zum 1.1.2013

• Sozialpolitischer Aus-

schuss des DBV am

5.10.2011

Ergebnis: Erarbeitung eines

Forderungskatalogs zur Beschlussfassung

für das DBV-

Präsidium

• DBV-Präsidium am

11.10.2011

Ergebnis: Beschlussfassung

eines Forderungskatalogs,

Zustimmung zur Errichtung eines LSV-Bundesträgers.

Das LSV-Neuordnungsgesetz, das nach Auffassung

der Bundesregierung nicht zustimmungspflichtig

ist, sieht die Errichtung eines Bundesträgers zum 1.

Januar 2013 unter dem Namen Sozialversicherung für

Landwirtschaft und Gartenbau vor. Zu diesem Termin

werden die regionalen Träger und der Spitzenverband

aufgelöst, wobei das Vermögen sowie die Rechte und

Pflichten auf den neuen Träger übergehen. Vorgesehen

ist ein zweistufiger Aufbau, d. h. die zentralen Dienste

werden beim Bundesträger erledigt, während das sog.

„operative Geschäft“ in den Hauptverwaltungen der

ehemaligen Träger erledigt wird. Damit soll eine ortsnahe

Betreuung der Versichertengarantiert werden (z.

B. Versicherung, Mitgliedschaft, Beitrag und Leistung).

Vorgesehen ist die Gründung eines Errichtungsausschusses,

dem die Aufgabe zufällt, den Entwurf

eines Personal-, Organisations- und Standortkonzepts

zu erarbeiten sowie die innere Organisation des neuen

Bundesträgers zu regeln. In einer Übergangszeit

bis zur nächsten Sozialwahl 2017 soll die Vertreterversammlung

aus 81 Mitgliedern, der Vorstand aus 18

oder 27 Mitgliedern bestehen. In dieser Übergangszeit

gilt in der Vertreterversammlung ein Stimmenquorum

von 60 Prozent für Beschlüsse zum Haushalt, zur

Festlegung des Beitragsmaßstabes in der LUV und

LKV sowie über Standortkonzepte. Die mit den Sozialwahlen

2011 gewählten Mitglieder der regionalen

Selbstverwaltungsorgane, die nicht im Bundesträger

mitarbeiten, werden in Regionalbeiräten mitarbeiten

und erhalten ein Vorschlagsrecht z. B. zur Festsetzung

von Umlage und Beitrag und zu Entnahmen aus dem

Sondervermögen für ihren Zuständigkeitsbereich.

Insbesondere die Verwendung des Sondervermögens

stellt ein Problem dar, denn obwohl das Vermögen auf

den neuen Bundesträger übergeht, wird das bei den

regionalen Trägern vorhandene Vermögen bestehend

aus Betriebsmitteln und liquiden Mitteln der Rücklage,

nach Abzug der für den Bundesträger benötigten

Betriebsmitteln den Regionen zur weiteren Verwendung

zur Verfügung gestellt. Eine Einigung über die

Verwendung des Sondervermögens ist bisher nicht

erfolgt, so dass hier noch Klärungsbedarf besteht. Entscheidend

für die Akzeptanz des neuen Bundesträgers

wird für die Landwirte jedoch die Höhe des Beitrags

in der landwirtschaftlichen Unfall- und Krankenversicherung

sein. Diesbezüglich regelt der Referentenentwurf

nur, dass in einer Übergangszeit bis 2017 ein

gleitender Übergang zu den neuen Beitragsmaßstäben

eingeführt wird. In fünf gleichmäßigen Anpassungsschritten

werden die Beiträge vom Ausgangsbetrag des

bisherigen regionalen LSV-Trägers bis zum Zielbeitrag

des neuen Bundesträgers angepasst und erhoben. Die

neue Vertreterversammlung hat die entsprechenden

Beschlüsse zu fassen, um einen bundeseinheitlichen

Beitragsmaßstab in Kraft zu setzen. Das Landvolk wird

die Interessen der niedersächsischen Landwirte in den

anstehenden Verhandlungen und Diskussionen einbringen.

Das LSVNOG beinhaltet zudem Regelungen in

der Alterssicherung der Landwirte, die im Wesentlichen

auf Forderungen des Landvolkes und des DBV

zurückzuführen sind. Zum Einen soll die Schädlichkeit

der gewerblichen Tierhaltung bei Abgabe des landwirtschaftlichen

Unternehmens wegfallen, zum Anderen

soll eine Abgabe zukünftig für alle Mitunternehmer

von Gesellschaften ermöglicht werden. Als dritte

wesentliche Regelung ist festzuhalten, dass zukünftig

eine Abgabe an den Ehegatte nicht mehr an dessen Lebensalter

geknüpft sein soll. Die Neuregelungen werden

ausdrücklich begrüßt.

Das Bundeskabinett wird sich Mitte November mit

dem Gesetzentwurf befassen, so dass das LSVNOG

Mitte 2012 in Kraft treten soll.

Saisonarbeitskräfte

Ab dem 1. Mai 2011 ist es wegen der Freizügigkeit für

die sog. EU-8-Staaten (u. a. Polen) zu einer Neuausrichtung

des Saisonarbeitnehmerverfahrens gekommen.

Das bisherige Zulassungsverfahren wurde für

33


Sozial- und Steuerpolitik

34

Die Geschäftsstelle des

Landwirtschaftlichen

Sozialversicherungsträgers

für Niedersachsen

und Bremen im Haspelfelde

in Hannover.

die neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rumänien

und Kroatien neu geregelt und wird nicht mehr von

den örtlichen Agenturen für Arbeit durchgeführt, sondern

von besonderen Dienststellen der Zentralen Auslands-

und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur

für Arbeit (BA). Das Verfahren über die Zusicherung,

Arbeitserlaubnis bzw. Zustimmung zum Aufenthaltstitel

wird dann von sechs Teams an vier Stützpunkten

der ZAV durchgeführt, für Niedersachsen in Duisburg.

Ziel des Landvolkes, des Deutschen Bauernverbandes

und des Gesamtverbandes der Deutschen Land- und

forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände war es, eine

praktikable Handhabung des neuen Arbeitsmarktzulassungsverfahrens

sicherzustellen. Es sollte gewährleistet

werden, dass die Arbeitnehmer rechtzeitig vor

Arbeitsbeginn eine Arbeitserlaubnis erhalten sollten,

um die Beschäftigung zeitnah nach der Einreise beginnen

zu können.

Die Sorge des Berufsstands war gerechtfertigt,

denn die Teams der BA waren mit den ihnen von

einem Tag auf den anderen zugeordneten Arbeiten

hoffnungslos überfordert. Da vielfach die für die Arbeitsaufnahme

notwendigen Arbeitserlaubnisse nicht

oder sehr verspätet erteilt wurden, häuften sich die Beschwerden

der Landwirte und Bauernverbände. Zwischenzeitlich

wurde in Verhandlungen erreicht und

mit der Bundesagentur für Arbeit abgestimmt, dass

eine Arbeitserlaubnis-BU in diesem Jahr (2011) nicht

erteilt werden muss. Ausreichend ist die Beschäftigungserlaubnis

über das Listenverfahren. Hierüber

erfolgt durch die Zentrale eine Abstimmung mit den

Bundesfinanzdirektionen. Diese haben entsprechende

Informationen an die Hauptzollämter, insbesondere

die Abteilungen Finanzkontrolle Schwarzarbeit, weitergegeben.

Für das Landvolk war entscheidend, dass

es bei den Überprüfungen der Hauptzollämter zu kei-

nen Problemen kommen darf. Ob die Forderung des

Berufsstandes, die Arbeitserlaubnisverfahren ganz

abzuschaffen, für das Jahr 2012 Erfolg haben wird, ist

derzeit nicht abzusehen.

Der Wegfall des Arbeitserlaubnisverfahrens zunächst

für die EU-8-Staaten und die sich anschließende

Regelung für die neuen EU-Mitgliedsstaaten

hat zumindest für eine Erleichterung in der Verwaltungsarbeit

bei den landwirtschaftlichen Unternehmern

geführt. Beachtet werden muss jedoch, dass sich

die Regelungen hinsichtlich der Sozialversicherungspflicht/Sozialversicherungsfreiheit

osteuropäischer

Saisonarbeitskräfte nicht geändert haben. Nach wie

vor ist für jedes Beschäftigungsverhältnis ein „Fragebogen

zur Feststellung der Versicherungspflicht/Versicherungsfreiheit“

zu den Lohnunterlagen zu nehmen,

wenn eine kurzfristige Beschäftigung ausgeübt werden

soll.

Gesetzliche Krankenversicherung

Hauptberuflich selbstständig Erwerbstätige sind von

der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung

ausgeschlossen. Die Frage der Feststellung

der hauptberuflich selbständigen Erwerbstätigkeit

hat jedoch auch in der landwirtschaftlichen

Krankenversicherung große Bedeutung, weil eine

außerhalb der Land- und Forstwirtschaft ausgeübte

hauptberuflich selbständige Erwerbstätigkeit die Versicherung

in der landwirtschaftlichen Krankenkasse

ausschließt. Dies gilt für alle Personen, deren Versicherungspflicht

als Landwirt, Ehegatte, mitarbeitender

Familienangehöriger, Rentner usw. zu prüfen ist. Da

gesetzlich nicht geregelt ist, nach welchen Maßstäben

dies zu erfolgen hat, haben die Spitzenverbände der

gesetzlichen Krankenversicherung sog. „Hauptberuflichkeitsgrundsätze“

neu erarbeitet. Auch zukünftig ist

eine Ermessensausübung im

Einzelfall notwendig:

1. Arbeitnehmer in einer

Vollzeitbeschäftigung bleiben

versicherungspflichtig in der

gesetzlichen Krankenversicherung.

2. Die Beschäftigung von Arbeitnehmern

im Zusammenhang

mit der selbständigen Tätigkeit

ist ein Merkmal für das

Vorliegen einer hauptberuflich

ausgeübten selbständigen Tätigkeit.

3. Auch Landwirte und Altenteiler

sind von der Prüfung

der Hauptberuflichkeit betroffen,

wenn sie gewerbliche

Einkünfte z. B. durch Beteiligung

an einer Windkraft- oder

Photovoltaikanlage, Urlaub auf

dem Bauernhof, Hofladen etc.

erzielen. In jedem Fall sollte

eine ausführliche Beratung in

Anspruch genommen werden,

die nicht nur den steuerlichen,

sondern auch den sozialversicherungsrechtlichen

Teil umfassen

muss.

Das geltende Steuerrecht muss

praktikabel bleiben

Auch wenn zum Ende des Jahres 2011 wieder Steuerentlastungen angeschoben wurden,

mit grundlegenden Reformen ist es aufgrund der unterschiedlichen Mehrheiten

in Bundestag und Bundesrat bis auf weiteres vorbei. Vorerst gescheitert ist die

Gemeindefinanzreform, für eine Grundsteuerreform erscheint der erforderliche Konsens

zunehmend fraglicher. Die Arbeit im Steuerreferat war so mehr durch die Begleitung der

praktischen Umsetzung durch Rechtsprechung und Verwaltung geprägt – der Intensität

der Anforderungen tat das keinen Abbruch.

Die komplizierten Regeln des deutschen

Steuerrechts sind legendär. Sie verdanken

ihre Dynamik der wachsenden Komplexität

der zu besteuernden Sachverhalte und der

Umsetzung europarechtlicher Vorgaben. Aber

auch der Überfrachtung der Steuergesetze mit

außerfiskalischen Zielsetzungen sowie der Wunsch

der Bürger nach Einzelfallgerechtigkeit und die

Sorge des Fiskus um gestalterischen Missbrauch

fördern die Regelungswut. Nichts deutet daraufhin,

dass sich an diesen grundsätzlichen Motivationen

etwas ändern wird. Wenn man dann noch sieht,

dass die verlässliche Kalkulation der fiskalischen

Auswirkung einer Grundsatzreform kaum möglich

ist (man denke noch an die Steuerausfälle nach der

Körperschaftsteuerreform 2000), muss man wohl

realisieren, dass ein Neustart à la Kirchhoff keine

ernsthafte Perspektive ist. Die Praktiker auf beiden

Seiten der Finanzamtstür sind sich einig, dass

Zurückhaltung bei den Steuergesetzänderungen der

vorerst der wichtigste Beitrag zur Steuervereinfachung

wäre.

Der dringend erforderliche Bürokratieabbau im

Steuerrecht sollte als Erstes bei der Umsetzung der geltenden

Vorschriften und der dazu ergehenden Rechtsprechung

ansetzen – mit nachhaltig ausgerichteten,

praxisgerechten und verlässlichen Verwaltungsregelungen.

Landwirte brauchen wie alle Steuerbürger

Sicherheit vor rückwirkenden Verschärfungen. Das

gilt nicht nur für die öffentlichen Verwaltungsanweisungen,

sondern fängt bei der Praxis gegenüber dem

einzelnen Steuerpflichtigen an. Besonders wichtig ist

das bei der Umsatzsteuer: Sie findet als Verkehrssteuer

unmittelbar Eingang in die laufenden wirtschaftlichen

Kalkulationen und rechtlichen Vereinbarungen mit

Geschäftspartnern. Gerade hier gibt es in Niedersachsen

noch viel zu tun.

Der Verband muss sich weiterhin intensiv dafür

einsetzen, dass das geltende Steuerrecht für die Landwirtschaft

praktikabel bleibt – also ihre sachlichen Besonderheiten

angemessen berücksichtigt – und dass

einseitige Belastungsverschiebungen zu Lasten der

Landwirte vermieden werden. Beharrlich und nachdrücklich

weist der Verband zum Beispiel darauf hin,

dass der Ansatz von Bodenrichtwerten als Bemessungsgrundlage

bei der Grundsteuer wie auch bei der

Erbschaftsteuer der sachlich falsche Weg sind, da sie

die Leistungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Be-

wirtschaftung und damit auch den betrieblichen Wert

nicht realistisch abbilden.

Eine sich abzeichnende Baustelle sind die Bestrebungen

um den Abbau der ermäßigten Steuersätze

von sieben Prozent bei der Umsatzsteuer mit der Begründung

der Steuervereinfachung. Der Katalog der

Anwendungsfälle der Ermäßigung war großenteils

schon zu Beginn des heutigen Umsatzsteuersystems

im Jahr 1968 im Gesetz enthalten – die seither eingetretene

Verkomplizierung hat andere Ursachen. Effekt

und Motivation des Abbaus wäre vor allem eine Steuererhöhung.

Das Niedersächsische Finanzministerium

hat dem Bundesfinanzministerium die Abschaffung

sämtlicher ermäßigten Steuersätze vorgeschlagen,

deren Mehreinnahmen sollten zum Teil für eine Absenkung

des Regelsteuersatzes verwendet werden. Da

Steuersatzanhebungen und -senkungen am Markt nur

zum Teil auf den Endverbraucher überwälzt werden,

hätte das ganz erhebliche Belastungsverschiebungen

zu Landwirtschaft und Gartenbau zur Folge.

Einige durchaus wirksame Detailvereinfachungen

hat der Gesetzgeber mit dem Steuervereinfachungsgesetz

2011 gewagt, zum Beispiel bei der Berücksichtigung

von Kindern. Eingebracht hat sich der

Verband insbesondere bezüglich der Änderungen für

die Forstwirtschaft. Hier wurde die Steuerermäßigung

für Kalamitätsnutzungen zum Beispiel nach Sturmschäden

vereinfacht, aber auch eingeschränkt. Wohl

weniger aus Gründen der Steuervereinfachung wurde

Cord Kiene,

Steuerreferent

35


Sozial- und Steuerpolitik

36

der pauschale Betriebsausgabenabzug für nichtbuchführungspflichtige

Forstbetriebe abgesenkt, das Landvolk

konnte zumindest eine Abmilderung erreichen.

Als Erfolg siet das Landvolk die Verlängerung der Steuererklärungsfristen

um zwei Monate, sie nutzt den auf

landwirtschaftliche Betriebe spezialisierten Buchstellen,

die für eine qualitativ hochwertige Steuerberatung

der Landwirte wichtig sind. Daneben setzt auch die

Steuerverzinsung zwei Monate später ein.

Zum Jahresende befand sich der Entwurf der Einkommensteuerrichtlinien

2012 in der Abstimmung.

Aufgrund aktueller Rechtsprechung werden dort die

Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft neu definiert

– insbesondere der Verkauf zugekaufter Waren. Im beharrlichen

Zusammenspiel der Verbände wurde eine

pragmatische und praktikable Umsetzung der Rechtsprechung

erreicht. Nicht verhindert werden konnte

die vom Bundesfinanzhof klar gesetzte Umsatzgrenze

von 51.500 Euro, oberhalb derer die Veräußerung zugekaufter

Waren aus einem landwirtschaftlichen Betrieb

gewerblich wird – allerdings nur dieser! Die Gefahr

der Gesamtgewerblichkeit

eines landwirtschaftlichen

Betriebes besteht praktisch

nicht mehr. Vereinfacht und

etwas günstiger gestaltet

wurde auch die Abgrenzung

zum Gewerbebetrieb bei

den Nebenbetrieben und

den Dienstleistungen.

Die Aktivitäten um die

Grundsteuerreform haben

sich zum Jahresende 2011

von der politischen Bühne auf die Arbeitsebene verlagert.

Die Reform befindet sich aber noch im Zeitplan:

Bis Ende 2011 sollten Arbeitsgruppen die Auswirkungen

der vorgeschlagene Modelle berechnen

und Anfang 2012 in der Finanzministerkonferenz neu

beraten. Vieles spricht mittlerweile dafür, dass die Politik

auf das Urteil des vor dem Bundesverfassungsgericht

anhängigen Verfahrens wartet. Ein Datum dafür

ist aktuell noch nicht absehbar.

Praktiker auf beiden Seiten der

Finanzamtstür sind sich einig,

dass Zurückhaltung bei den

Steuergesetzänderungen der

vorerst wichtigste Beitrag zur

Steuervereinfachung wäre

Die Position des Verbandes steht:

1. Die Reform darf zu keiner einseitigen und ungerechtfertigten

Steuererhöhung für die Landwirtschaft

führen. Dazu muss sich insbesondere auch

die niedersächsische Landesregierung bekennen.

2. Die Grundsteuer für die Landwirtschaft muss sich

weiterhin nach der nachhaltigen Ertragsfähigkeit bemessen.

Eine Eigentümer-bezogene Ertragsbewertung

ist auf einer stark vereinfachten Basis mit vertretbarem

Aufwand möglich. Die von den nördlichen

Bundesländern unter der Mitarbeit Niedersachsens

vorgeschlagene Bewertung landwirtschaftlicher

Nutzflächen anhand von Bodenrichtwerten bildet

die Ertragsfähigkeit der Betriebe in keiner Weise

ab und ist daher als Bemessungsgrundlage für die

Grundsteuer völlig ungeeignet.

Die Grunderwerbsteuer wird in zahlreichen Bundesländern

angehoben, in Niedersachsen seit Januar

2011 von 3,5 auf 4,5 Prozent. Die Erhöhung verteuert

auf dem aktuell überhitzten Boden- und Pachtmarkt

zusätzlich den Flächenerwerb. Der Berufsstand setzt

sich für Entlastungen ein,

Ansatzpunkt ist dabei die

doppelte Grunderwerbsteuerbelastung,

wenn Siedlungsgesellschaften

wie die

NLG ihr Vorkaufsrecht ausüben

und die Fläche unmittelbar

an Landwirte weiterveräußern.

Mit dem neuen Anwendungserlass

zur Umsatzsteuer

hatte die Finanzverwaltung

Ende 2010 die Umsatzsteuerrichtlinien

ersetzt. Die darin enthaltene Neuregelung der Umsatzsteuerpauschalierung

musste im Jahr 2011 praktisch

umgesetzt werden. Große Probleme bereiteten

rückwirkende Verschärfungen durch die Finanzverwaltung.

So mussten zahlreiche Landwirte für die Abnahme

von Klärschlamm bis zu sieben Jahre rückwirkend

19 Prozent Umsatzsteuer abführen, obwohl ihr

Finanzamt bis dahin die Anwendung der Umsatzsteuerpauschalierung

akzeptiert hatte. Auch das

Niedersächsische Finanzministerium hat

diese Verfahrensweise gegen die Eingabe

der Verbände vorangetrieben, da es die Tendenz

der Rechtsprechung auf seiner Seite

weiß.

Aktuelles Umsatzsteuerthema ist das

Urteil des Europäischen Gerichtshofes

(EuGH), nach dem für den Verkauf von

Pferden der Regelsteuersatz von 19 Prozent

angewendet werden muss. Den ermäßigten

Steuersatz hat das Gericht nur für

Pferde zugelassen, die als Nahrungs- oder

Futtermittel dienen oder in der landwirtschaftlichen

Erzeugung eingesetzt werden.

Das Landvolk setzt sich gemeinsam mit

dem DBV dafür ein, dass der vom EuGH

eröffnete Spielraum für den ermäßigten

Steuersatz auch genutzt wird. Verhindert

werden konnte bisher, dass die Umsetzung

nicht als Schnellschuss erfolgte. Sinnvoll ist

die zeitgleiche Umsetzung mit den Europäischen

Nachbarländern.

Kompetent und gut vernetzt

Wesentlicher Teil der Arbeit des Steuerreferates

war wieder die Dienstleistung für die

Kreisverbände und Buchstellen bei der steuerlichen

Betreuung ihrer Mitglieder. Informationen,

Fortbildung und die Bearbeitung von Einzelanfragen

zählen dazu. Professionelle Fortbildung ist für die

Buchstellen und Steuerberatungsgesellschaften der

Verbände unerlässlich. Sie müssen den Anforderungen

an eine sich verändernde und diversifizierende

��� ������������������ ����

��� ����������� ��� ����������

���� ������� ��������������������

��� ������������ ��������� �����

���� � ������� ��� ������������

��� �� ����������� �������������

��������������������� ���� ����

��������� ����� ��� ������������

����������� ��������������������

������������

�������������� ����

����� ������������

���� �����������

����������������

���������������

Landwirtschaft gerecht werden – also einerseits

zunehmend das gesamte Unternehmensteuerrecht

abdecken und dennoch für die Betriebe das

Spezialwissen der landwirtschaftlichen Besteuerung

vorhalten. Zunehmende Bedeutung gewinnt die

Ausbildung von Fachkräften für die Buchstellen.

Fertig ausgebildete Steuerberater oder Sachbearbeiter

mit landwirtschaftlichem Spezialwissen sind am

Arbeitsmarkt kaum zu finden.

Die landwirtschaftlichen Buchstellen ermöglichen

das fachliche Fundament und den Praxisbezug

der steuerpolitischen Arbeit des Verbandes, gleichzeitig

fließt das Wissen über die politischen Hintergründe

der Steuerrechtsentwicklungen in die Beratung

der Landwirte ein. Vor allen das Nebeneinander

der Steuerberatung mit der Kompetenz in Sozial-,

Zivil- und Verwaltungsrecht ermöglicht eine umfassende

betriebliche Beratung. Weiterer Trumpf des

Landvolkes ist die Vernetzung der unterschiedlichen

Schwerpunkte in den Kreisverbänden. Die Nutzung

und Intensivierung dieser Synergieeffekte muss weiterhin

Ziel des Landesverbandes und der Kreisverbände

sein.

���������

������� ��� ���������������

���������� ������������ �����������

��� ������ �������� �� ��� �������������������� ������������ ������

�������� ������ ����� ����� ����������� ��� ������ �������� ������

�������� ��� ������ ������������ ������������������ ������ ����� �����

��������������� ��� ����� ���������������� ������� ��� ��� ������� �����

�������� �������� �� ����������� ��� ������������������������ ���� ���

���� ��� ��� ������

��������� �����������

��� ��� ����� �����������

�������������� �����������

�������� � ������� � ����������

������������ ��� ������������ �������������������� ����� ���

37


Landwirtschaftsrecht

38

Jens Haarstrich,

Rechtsreferent

Widerstand gab es

gegen den Bau der

Norddeutschen Erdgasleitung

(NEL), das

Bild zeigt den Baubeginn

in Rehden, im

Landkreis Diepholz.

Turbulenzen am Pachtmarkt

Der Aufwärtstrend der Pacht- und Grundstückspreise für landwirtschaftliche Flächen ist

ungebrochen. Flächen sind knapp und weiterhin attraktiv für außerlandwirtschaftliche

Investoren. Das Grundstücksverkehrsgesetz, das seine Wurzeln bereits aus der Zeit

nach dem ersten Weltkrieg hat, bezweckt die Lenkung des Verkehrs mit land- und

forstwirtschaftlichen Grundstücken. Mit dem „Run“ auf landwirtschaftliche Flächen durch

außerlandwirtschaftliche Investoren haben die Anfragen von erwerbswilligen Landwirten

und Mitgliedern von Grundstücksverkehrsausschüssen stark zugenommen.

Das spiegeln auch die Zahlen der NLG wider, die

im Jahr 2010 bei 121 Fällen die Ausübung des

siedlungsrechtlichen Vorkaufsrechts geprüft und

dieses bei 40 Fällen ausgeübt hat – eine Verdoppelung

gegenüber dem langjährigen Durchschnitt. Es ist zu

beobachten, dass außerlandwirtschaftliche Erwerber

versuchen, die Beschränkungen des Grundstücksverkehrsgesetzes

durch Vertragsgestaltung zu umgehen.

Auf der anderen Seite geht die Rechtsprechung

zunehmend dazu über, verschiedene Erwerbsvorgänge

– sei es für Projekte im Bereich der erneuerbaren

Energien oder den Erwerb zu Naturschutzzwecken –

einem Kauf durch Landwirte gleichzustellen und

zu genehmigen. Daher mehren sich die Stimmen,

dass der Gesetzgeber beim Grundstücksverkehrsgesetz

nachbessern muss. Mit der Förderalismusreform

ist die Gesetzgebungskompetenz für das

Grundstücksverkehrsrecht in die Hände der Länder

gegeben worden, bisher hat aber nur Baden-

Württemberg hiervon Gebrauch gemacht.

Die Entwicklung auf dem Pachtmarkt führt dazu,

dass nicht nur in den neuen Bundesländern, sondern

auch in Niedersachsen Verpächter versuchen, sich vorzeitig

durch Kündigung von ihren bisherigen Pächtern

zu trennen. Dabei wird gerne auf die Formvorschrift

des § 585 a BGB zurückgegriffen. Wurde ein über mehr

als zwei Jahre geschlossener Landpachtvertrag nicht in

Schriftform abgeschlossen, gilt er als auf unbestimmte

Zeit geschlossen, d. h. er ist mit einer Frist von zwei Jahren

kündbar. Fallstrick ist in diesem Zusammenhang

häufig die pachtende GbR. Unterzeichnet nur einer

der Gesellschafter den Vertrag, muss nach der Rechtsprechung

aus dem Pachtvertrag deutlich hervorgehen,

dass der Unterzeichner als Vertreter für die GbR

handelte. Ist ein langjähriger Vertrag nicht kündbar,

versuchen einige Verpächter mit Blick auf die gestiegenen

Neupachtpreise, den eigenen Pachtpreis über

§ 93 BGB anzuheben. Nach dieser Vorschrift kann der

Pachtpreis angepasst werden, wenn sich seit Vertragsschluss

die wirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend

und nachhaltig gewandelt haben, so dass die Vertragsleistungen

in ein grobes Missverhältnis geraten sind.

Die Verpächter machten in drei Verfahren vor dem

OLG Oldenburg geltend, dass die Preise für Neuverpachtungen

erheblich gestiegen seien und daher auch

die Altpachtverträge angepasst werden müssten- eine

zur Zeit gängige Argumentation. Das OLG Oldenburg

hat jedoch klargestellt, dass bei der Frage, ob eine Anpassung

in Betracht kommt, ein Bündel von Umständen

zu berücksichtigen ist. Dazu zählen beispielsweise

die allgemeine Wirtschaftslage in der Landwirtschaft,

die Änderung von Steuern und Abgaben oder staatlichen

Lenkungsmaßnahmen, der Zustand der Pachtsache

und die Entwicklung der Pachtpreise unter Berücksichtigung

vergleichbarer Objekte und regionaler

Besonderheiten. Bei der Ermittlung der regionalen

Pachtpreise – so das OLG Oldenburg – sind Durchschnittspachten

heranzuziehen, nicht lediglich die

Neupachtpreise. Eine Anpassung des Pachtvertrages

kommt ferner nicht bei kleineren Veränderungen in

Betracht, es müssten sich die Faktoren (Pachtpreis,

Lebenshaltungskostenindex, Erzeugerpreisindex, Betriebsmittelindex,

Deckungsbeiträge usw.) um mindestens

40 bis 50 Prozent verändert haben. Damit

besteht nun weitgehend Klarheit, dass nicht allein die

bloße Veränderung des regionalen Pachtmarktes auch

zu einer Pachtanpassung von Altverträgen führt, es

muss sich um eine erhebliche Veränderung der vorgenannten

Kriterien handeln.

Viele Verfahren um die Zuteilung der Zahlungsansprüche

nach der GAP-Reform 2003 sind noch nicht

abgeschlossen. Inzwischen sind die Legislativvorschläge

der Kommission für die GAP ab 2014 veröffentlicht

worden. Nach den bisherigen Vorschlägen werden

zum Stichtag 15.Mai 2014 die Zahlungsansprüche neu

zugeteilt. Es zeichnen sich daher bereits jetzt in der

Beratung identische Probleme wie bei dem Bekanntwerden

der Vorschläge zur GAP-Reform 2013 ab. Für

betriebliche Veränderungen, wie den Erwerb von

verpachteten landwirtschaftlichen Flächen oder Betriebsübergaben,

werden Härtefälle vorgesehen. Nicht

geregelt ist allerdings der Übergang von über das Jahr

2013 hinaus verpachteten Zahlungsansprüchen an das

neue Recht. Die Zahlungsansprüche werden im Jahr

2013 eingezogen, und es werden völlig neue Zahlungsansprüche,

die sowohl von der Zahl als auch dem Wert

her deutliche Unterschiede zu den bisherigen Zah-

lungsansprüchen aufweisen, neu zugeteilt. Daher

werden die über 2013 hinausgehende Pachtverträge

über Zahlungsansprüche unter Umständen

erlöschen. Ebenfalls ist fraglich, ob die gängigen

Übertragungsklauseln sich auf die Zahlungsansprüche

ab 2014 beziehen. Entsprechende Vereinbarungen

werden zur Zeit erarbeitet und den

Kreisverbänden für die Beratung ihrer Mitglieder

zur Verfügung gestellt, um bereits im Vorfeld Auseinandersetzungen

zu vermeiden.

In den vergangenen Jahren wurde bereits

mehrfach über die Novellierung des Realverbandsgesetzes

berichtet. Des Berufsstand trug

an die Politik die Bitte heran, in dem Realverbandsgesetz

die Möglichkeit zu verankern, vorhandene

Realverbände zu erweitern und neue

Verbände außerhalb von Flurbereinigungsverfahren

gründen zu können. Für dieses Bedürfnis sah

das Landwirtschaftsministerium zunächst keine

prakisrelevante Nachfrage für die Neugründung

von Realverbänden. Diese Auffassung hat das

Landvolk auch dank der tatkräftigen Unterstützung

durch die Kreisverbände in vielen Veranstaltungen

und Gesprächen widerlegt. Daher ist es sehr

zu begrüßen, dass die Landesregierung kürzlich einen

Gesetzentwurf, der weitgehend die Forderungen des

Berufsstandes aufgreift, zur Verbändeanhörung freigegeben

hat. Sehr erfreulich und sicher auch ein Erfolg

der Initiative des Landvolks ist es, wenn Minister Gert

Lindemann erklärt: „Es gibt künftig nicht nur den Vorteil,

ländliche und forstliche Liegenschaften unbürokratisch

gemeinschaftlich zu bewirtschaften, sondern

auch die Möglichkeit, die kommunalen Haushalte zu

entlasten, wenn sich Akteure vor Ort zusammentun

und ihre Liegenschaften durch einen Realverband bewirtschaften

oder unterhalten lassen.“

In dem Fallbericht „Standard für kartellrechtskonforme

Gestaltung von Marktinformationssystemen

im Bereich der Beschaffung von Rohmilch“ vertritt

das Bundeskartellamt die Auffassung, dass nur aggregierte

oder historische Daten, die mindestens sechs

Monate alt sind, veröffentlicht werden dürfen. Nach

Veröffentlichung des Fallberichts wurden viele Akteure

– u. a. auch landwirtschaftliche Buchstellen oder

Verlage – angeschrieben und um Auskunft über ihre

Veröffentlichungspraxis gebeten. Die Rechtsauffassung

des Bundeskartellamts stützt sich auf verschiedene

Entscheidungen des OLG Düsseldorf und des

Bundesgerichtshofs. Hierbei ging es aber um Marktinformationssysteme,

die Wettbewerbern (z. B. Zement-

herstellern) ermöglicht haben, ihre Preise aufeinander

abzustimmen. Ob diese Entscheidungen auch auf

den völlig anders gestalteten Sektor Milch passen, mag

bezweifelt werden. Schließlich ermöglicht eine ausreichende

Marktransparenz den Milcherzeugern erst,

wirkungsvoll und zeitaktuell Molkereien zu vergleichen

und diese gegebenenfalls zu wechseln.

Die Entschädigung der Eigentümer für die Inanspruchnahme

ihrer Grundstücke beim Netzausbau

ist aktueller denn je. Niedersachsen wird durch die

Anbindung der Offshore-Windkraftstandorte mit den

Verbrauchsgebieten im Süden in den kommenden

Jahren und Jahrzehnten durch viele Netzausbauvorhaben

betroffen sein, aktuell sind die in der Umsetzung

befindliche Norddeutsche Erdgasleitung (NEL)

oder die Trasse Wahle-Mecklar zu nennen. Das führt

zu einigem Konfliktpotenzial zwischen Grundeigentümern,

Landnutzern und Bürgerinitiativen, zur Zeit ist

beispielsweise die Erdverkabelung, die zu erheblichen

Bewirtschaftungseinschränkungen führt, höchst umstritten.

Die Entschädigungspraxis durch die Energie-

unternehmen führt – so zeigt auch das Beispiel der

NEL im Bereich Winsen/Harburg – nicht gerade zu

einer Akzeptanzsteigerung bei den Grundeigentümern

Auf Basis der aktuellen Rechtslage kann der

Berufsstand durch Rahmenvereinbarungen allenfalls

eine Anhebung der durch die Rechtsprechung festgelegten

Enteigenungsentschädigungen in Höhe von

10 bis 20 Prozent des Grundstücksverkehrswerts erreichen.

Bei den Gewinnen der Energieunternehmen

ist dieser Betrag für Landwirte kaum nachvollziehbar.

Der Deutsche Bauernverband hat die Forderung der

Grundeigentümer und des Berufsstandes aufgegriffen

und bereits im Vorjahr ein Rechtsgutachten bei Prof.

Dr. Bernd Holznagel über die Rechtmäßigkeit der Enteignungsentschädigung

in Auftrag gegeben, das inzwischen

vorliegt. Das Gutachten soll als Grundlage für

die politische Diskussion dienen.

Nach der Atomkatastrophe in Japan hat die Bundesregierung

im Eilverfahren im Netzausbaubeschleunigungsgesetz

auch Entschädigungsfragen tangiert.

Die Netzunternehmen können nunmehr Zahlungen

an Kommunen, auf deren Gebiet Freileitungen verlaufen,

bis zur Höhe von 40.000 Euro pro km gegenüber

der Bundesnetzagentur geltend machen - böse Zungen

kolportieren nicht zu Unrecht: Eine durch den

Gesetzgeber gebilligte Bestechung! Die Forderung des

Berufsstandes nach einer jährlich wiederkehrenden

Entschädigungszahlung, die sich an dem Wert der Leitung

für das Energieunternehmen orientiert, wurde

hingegen bisher nicht berücksichtigt. In vielen Diskussionen

auf Bundes- und Landesebene zeigten Politiker

großes Verständnis für die Forderung und sagten, diese

alsbald umzusetzen. Diese Zusage muss die Politik

einlösen. Der Verband wird CDU und FDP in den

folgenden Monaten daran messen, ob sie ihre grundeigentümerfeindliche

Position aufgeben.

Die Entschädigungen

der Eigentümer,

auf deren Flächen

Stromleitungen für den

Netzausbau realisiert

werden, muss neu

diskutiert werden.

39


Landwirtschaftsrecht

40

Privilegierung nicht antasten

Das Baugesetzbuch sieht vor, dass Ställe im Außenbereich privilegiert zulässig sind.

Gerade so genannte gewerbliche Tierhaltungsanlagen, die nicht auf überwiegend eigener

Futtergrundlage betrieben werden, stoßen in der Politik vermehrt auf Ablehnung.

Baurechtsexperten fordern die Beibehaltung der

jetzigen Regelungen, da das Regelungsgefüge

im Baugesetzbuch auf einem ausbalancierten

System von Privilegierung und planerischen

Steuerungsmöglichkeiten der Gemeinden beruht. Dies

zeigten die Ergebnisse der „Berliner Gespräche“ von

2010. Es handelt sich hierbei um Expertentreffen, die die

Novelle des BauGB vorbereiteten. Es bestand Einigkeit,

dass die Privilegierung von Tierhaltungsanlagen nicht

geändert werden muss. Dies ist auch die Position

des Deutschen Bauernverbands und des Landvolkes

Fortbildungsangebote des Rechtsreferats

Niedersachsen. Die Gemeinden haben eine Vielzahl

von planerischen Steuerungsmöglichkeiten, die sich

in der Praxis und Rechtsprechung, gerade auch in den

Veredlungsregionen, bewährt haben.

Im Kontext öffentlicher Kritik an Tierhaltungsanlagen,

insbesondere auch geäußert durch den Niedersächsischen

Landkreistag, machte Landwirtschaftsminister

Gert Lindemann einen Vorschlag zur Änderung

des BauGB. Danach sollen in „Gebieten“ mit hoher

Viehdichte (über zwei GV) die Landkreise durch Satzung

bestimmen können, dass nicht landwirtschaftliche

Tierhaltungsanlagen ab bestimmter Größenschwellen

(u. a.: 40.000 Hennen oder 800 Rinder) nicht

mehr der Privilegierung unterliegen.

Dies stößt beim Berufsstand auf heftige Ablehnung.

Im Spätsommer legte das Bundesbauministerium

einen eigenen Vorschlag vor. Der Referentenentwurf

zur Novelle des BauGB schlägt vor, die

baurechtliche Privilegierung von nicht landwirtschaftlichen

Tierhaltungsanlagen an die Pflicht zur Durchführung

einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu

knüpfen. Damit wird die Beurteilung der Frage, ob ein

Stallvorhaben privilegiert ist, komplizierter gemacht.

Insbesondere werden damit Möglichkeiten geschaffen,

den Bau von Ställen zu verzögern bzw. faktisch zu

verhindern.

Die Pflicht zur UVP besteht nämlich nicht nur bei

der Überschreitung bestimmter Schwellenwerte (etwa

60.000 Hennen- oder 3.000 Mastschweinplätze; Anlage

Die Kreisverbände bieten ihren Mitgliedern Rechtsberatung im Agrarrecht an. Um den hohen Ansprüchen

im umfangreichen Landwirtschaftsrecht gerecht werden zu können, zählen umfassende juristische

Schulungen zu den Kernaufgaben des Rechtsreferats. Der 2009 eingeführte Fachanwalt für Agrarrecht ist

verpflichtet, sich mindestens zehn Stunden im Jahr fortzubilden. Es werden jährlich vier Rechtstage mit

jeweils fünf Fortbildungsstunden für die Kreisverbände angeboten und damit die Fortbildungsanforderung

an einen Fachanwalt für Agrarrecht zu 100 Prozent übertroffen. Die Themen reichen vom Bau- und Umweltrecht

über das Förder- bis hin zum Höfe- und Landpachtrecht. Zum Erfolg der Seminare haben 2011

folgende Referenten beigetragen: Dr. Joachim Schwindt, Beigeordneter des Niedersächsischen Landkreistages

(NLT) zu „Ersten Erfahrungen mit dem novellierten Wasserrecht“, Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Krüger

vom Deutschen Bauernverband zu „Getreidekontrakten“, Rechtsanwalt Claus Reinert vom Kreisverband

Grafschaft Diepholz zu „Wärmenutzungsverträgen für Biomasseanlagen“. Neben den Rechtstagen werden

nach Bedarf einzelne Themen in Sonderveranstaltungen vertieft oder aber für neuere Mitarbeiter oder Geschäftsführer

Einführungsseminare in bestimmte Rechtsbereiche angeboten.

In diesem Jahr ist es gelungen, in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Mediation im öffentlichen Bereich

einen Mediationskurs anzubieten, in dem sich an deutlich über 120 Zeitstunden 13 Mitarbeiter und

Geschäftsführer des Landvolk und drei Kollegen des Westfälisch Lippischen Landwirtschaftsverbandes

(WLV) zu Mediatoren ausbilden lassen. Damit soll die Lücke im Bereich der einvernehmlichen Streitschlichtung

im doch sehr speziellen Bereich des Agrarrechts in Niedersachsen geschlossen werden.

1 Spalte 1 UVPG), sondern auch dann, wenn sich entweder

nach der allgemeinen oder nach der standortbezogenen

Vorprüfung des Einzelfalles die Notwendigkeit

einer Umweltverträglichkeitsprüfung ergibt.

Die standortbezogene Vorprüfung ist unter anderem

bereits ab 15.000 Hennenplätzen oder 600 Rinderplätzen

erforderlich. Die Vorprüfungen beziehen sich auf

Kriterien der Anlage 2 UVPG, deren Prüfung wiederum

eine Reihe von Einzelfragen aufwirft. Sie führen

also zu einer erheblichen Rechtsunsicherheit bei der

Überprüfung der Standortwahl im Zuge der Entscheidung

über die Bauvoranfrage. Zudem können die politischen

Kräfte vor Ort die rechtlichen Unsicherheiten

für eine faktische Blockade des Investitionsvorhabens

nutzen.

Fachlich ist es zudem völlig widersinnig, die

Privilegierung an die UVP-Pflicht zu binden. Diese

führt nicht zwangsläufig zu Einschränkungen bei der

Realisierung des Vorhabens. Vielmehr hat die UVP-

Pflicht lediglich zur Folge, dass bei der Genehmigung

bestimmter Vorhaben deren Auswirkungen unter

anderem auf Mensch, Wasser und Kulturgüter intensiver

geprüft werden müssen. Diese Umweltverträglichkeitsprüfung

ist unselbständiger Bestandteil des

eigentlichen Genehmigungsverfahrens. Dass die erforderliche

höhere Prüfintensität Ausschlusskriterium

für die baurechtliche Privilegierung sein soll, ist nicht

nachvollziehbar und fachlich nicht zu begründen.

Wenn nun mit der UVP ein Bestandteil des Genehmigungsverfahrens,

der selbst noch nicht einmal rechtlich

selbständig angreifbar ist, zum maßgeblichen Entscheidungskriterium

für die bauplanungsrechtliche

Privilegierung gemacht wird, wird der Rechtsunsicherheit

Tür und Tor geöffnet.

Der Berufsstand ist in intensiven Gesprächen

und hofft, dass das Bundesbauministerium von dem

Vorschlag Abstand nimmt. Der DBV lehnt den Vorstoß

zur Einschränkung der Prtivilegierung kategorisch

ab. Das ausgewogene Privilegierungssystem, wie

es im BauGB verankert ist, hat sich bewährt, trägt der

verfassungsrechtlichen gewährleisteten kommunalen

Planungshoheit Rechnung und sollte unbedingt beibehalten

werden.

Harald Wedemeyer

������������� �� ����� ������

��� ��� �������������� ��� ��� ���������� �

����� ��� ����� ����

���������������������

������� ������� ��� ����������� ��� �������

������������������������

��������

������������ ����������

�������������

��������� ������� ������������ �������������������

��������

������������������ ������������ �������������

������������ ������������� ���������������

������������������

������ ���� ��� ����� ���������

Im Landkreis Cloppenburg

unterstützt das

Optima-Team investitionswillige

Landwirte

von der Planung bis hin

zum konkreten Bauvorhaben.

����������������

���������������� ���

��������

����������� ��

����� ��������

��� ���� ������

����������������

������ ����� ������

������������ ���� �������

����������� ���� �������

��������� ����� ������

�������� ���� ���������

�������� ����� ������

������ ����� ������

��������� ���� �������

��������� ���� �������

������ ����� ������

41


Landwirtschaftsrecht

42

Hartmut Schlepps,

Umweltreferent

Umweltschutz

birgt weiter Konfliktstoff

Das Spektrum an Themenfeldern, das unter dem Stichwort „Landwirtschaft und

Umwelt“ im Landvolk Niedersachsen zu bearbeiten ist, bleibt vielfältig und kann nur

exemplarisch dargelegt werden. Rahmenbedingungen zu schaffen oder zu erhalten,

die eine nachhaltige Intensivierung von Landnutzung und Tierhaltung ermöglichen,

ist dabei oberstes verbandspolitisches Ziel. Denn nur so kann Europa den vielfältigen

Herausforderungen auch durch eine weiter wachsende Weltbevölkerung gerecht

werden. Sie war Ende Oktober 2011 auf sieben Milliarden Menschen und damit um eine

Milliarde innerhalb von nur zwölf Jahren gewachsen.

Eine möglichst praxistaugliche Umsetzung der Cross

Compliance-Anforderungen zum Erosionsschutz

hatte das Landvolk auch in Niedersachsen gefordert

und wurde zum Jahresanfang mit dem Erlass einer

entsprechenden Landesverordnung belohnt. Die

politische Zusage, eine Regelung in Anlehnung an die

Vorgaben in Nordrhein-Westfalen zu treffen, wurde

eingehalten. Jetzt sind die

Berater vor Ort gefragt, die

Betriebe in den betroffenen

Gebieten zu sensibilisieren.

Weniger befriedigend

sieht die Situation bei

den im Jahresbericht 2010

prognostizierten neuen

Konflikten aus dem Naturschutzrecht

aus. Nach intensiven Bemühungen hat

das Niedersächsische Umweltministerium (MU) im

August erstmals weitgehend klargestellt, welche naturschutzrechtlichen

Vorgaben die Naturschutzbehörden

zu Einwänden gegenüber der Umwandlung von

Dauergrünland in Ackerland oder Dauerkulturen berechtigen.

Es bleibt zu hoffen, dass über weitere Klarstellungen

im Rahmen einer Behördenbesprechung

im Oktober auch in den Landkreisen, in denen ganz

offensichtlich die Auffassungen der Landesregierung

„Die umweltpolitisch

gewünschten Einschränkungen

des Grünlandumbruchs

werden auch in den kommenden

Jahren ein Dauerthema bleiben.“

bisher nicht geteilt wurden, die Beschwerden über

nicht nachvollziehbare Ablehnungen eines „Statustausches“

von Acker- und Dauergrünlandflächen jetzt

zurückgehen.

Offen Baustelle bleiben noch die Auslegung des

„Grünlandbegriffes“ im Umweltrecht sowie die Definition

„sonstiger naturnaher Standorte“, auf denen nach

den Vorgaben des neuen

Niedersächsischen Landesnaturschutzgesetzessowohl

eine Umwandlung zur

Ackernutzung als auch eine

intensive Grünlandnutzung

genehmigungspflichtig sind.

Hier verlangt der Verband

eine Beschränkung auf eine

1:1-Umsetzung der europäischen Vorgaben und wird

dieses Anliegen in weiteren, bereits vereinbarten Gesprächen

mit dem Umweltministerium in Hannover

vorantreiben. Bis zu einer endgültigen Klärung hält

der Landesverband daher an seiner Warnung vor einer

extensiven Bewirtschaftung von Dauergrünland

bzw. vorübergehenden Stillegung von Grünlandflächen

ebenso fest wie an seinen Bedenken vor einem

Grasanbau auf Ackerflächen in Überschwemmungsgebieten,

Moorgebieten, auf Standorten mit hohem

Grundwasserstand oder Hangflächen, die in die Erosionsgefährdungsklasse

CC Wasser 1+2 eingestuft sind.

Die jüngst veröffentlichten Legislativvorschläge

der EU-Kommission zur Agrarpolitik ab 2014, die europäischen

und nationalen Zielsetzungen zur Erhaltung

der Biodiversität und die Bemühungen um größere Klimaschutzanstrengungen

auch in der Landwirtschaft

lassen befürchten, dass die umweltpolitisch gewünschten

Einschränkungen des Grünlandumbruchs

ein Dauerthema auch in den kommenden Jahren bleiben

wird. Die Landvolkausschüsse für Grünland und

Rindfleischerzeugung sprechen sich als Alternative für

ein Angebot an gezielten, freiwilligen Fördermaßnahmen

auf dem Grünland aus, die gebietsspezifisch auszugestalten

sind und neben dem Natur-, Wasser- und

Klimaschutz auch dem Tierschutz dienen, wie z. B die

Förderung der Weidehaltung.

Mit deutlich steigender Frequenz fordern Politik,

Behörden, Umweltverbände und Wasserversorger weitere

Fortschritte im Wasserschutz von der Landwirtschaft

ein, insbesondere mit Blick auf die Nitratein-

träge. Unter Fachleuten gilt dabei unumstritten, dass

ein wesentlicher Schlüssel dafür ein verbessertes Management

bei den durch die Tierhaltung, die Biogaserzeugung

sowie den in der Kreislaufabfallwirtschaft

(Komposte, Bioabfälle, Klärschlamm) anfallenden

organischen Nährstoffträgern ist. Mit steigender Effizienz

der pflanzenbaulichen Verwertung der in diesen

Düngemitteln enthaltenen Nährstoffe werden die unvermeidbaren

Verluste über das Sickerwasser oder die

Atmosphäre gesenkt und gleichzeitig Mineraldünger

eingespart, ohne die Produktion einzuschränken. Fleißig

beraten und gestritten wird aktuell vor allem über

die richtigen, zielführenden Wege zur Verbesserung

der Nährstoffeffizienz in den Betrieben. Leider wird

diese Diskussion zunehmend begleitet durch wenig

zielführende, pauschale Schuldzuweisungen und moralische

Keulen einiger Akteure.

Als erste ordnungsrechtliche Maßnahme kündigte

die Landesregierung im Frühjahr den Erlass einer

„Landesverbringenverordnung“ an, die Tierhalter und

Biogasanlagen mit Wirtschaftsdüngerüberschüssen in

Form von Gülle, Mist oder Gäresten jährlich zur Offenlegung

des Verbleibs gegenüber der Düngebehörde

verpflichtet. Damit soll eine bessere Transparenz der

Nährstoffströme einschließlich von Importen aus den

europäischen Nachbarländern erreicht werden.

Auf Bundesebene wurde mit einer Evaluierung

der Düngeverordnung begonnen, die dem Vernehmen

nach auch wegen kritischer Nachfragen der EU-Kommission

zur Umsetzung der Nitratrichtlinie nicht ohne

verschärfende Konsequenzen abgeschlossen werden

wird. Obwohl in der Umweltpolitik inzwischen überwiegend

anerkannt wird, dass Umweltverbesserungen

vor allem dann erreicht werden, wenn dazu auf be-

sonders kosteneffiziente Maßnahmen zurückgegriffen

wird, ist diese Erkenntnis in einigen Arbeitsgebieten

noch nicht angekommen. Das gilt beim Wirtschaftsdüngermanagement

für die vom Bundesumweltministerium

nach Abstimmung mit Umweltvertretern

der Länder vorgelegten Verschärfungen beim Bau und

in der Unterhaltung von Jauche-, Gülle-, Festmist- und

Silagelagern (JGS-Anlagen). Wie unter der Vorgabe

von Nachrüstungen mit Leckageerkennung oder sogar

Doppelwandigkeit die auch in der Praxis grundsätzlich

befürwortete Erweiterung von Lagerkapazitäten jemals

erreicht werden soll, wurde auch in einer Anhörung

des BMU nicht deutlich. In einem Schreiben an

alle niedersächsischen Bundestagsabgeordneten hat

Landvolkpräsident Werner Hilse nochmals die drastischen

und teilweise existenzgefährdenden Kostensteigerungen

beanstandet, die hier anfallen können, falls

sich das Ministerium mit seinen Plänen durchsetzt.

43


Landwirtschaftsrecht

44

Auf unbestellten Flächen

muss Wirtschaftsdünger

unverzüglich eingearbeitet

werden

Verstärkte Bemühungen um eine Effizienzsteigerung

werden von der Landwirtschaft auch aus dem

Bereich der Luftreinhaltung erwartet. Voraussichtlich

entgeht Deutschland nur knapp einem europäischen

Vertragsverletzungsverfahren in Bezug auf seine Reduktionsverpflichtungen

bei Ammoniak. Da diese

aber dauerhaft einzuhalten sind und aufgrund der

EU-Ziele zukünftig noch verschärft werden sollen, besteht

zur Erhaltung von Entwicklungsmöglichkeiten in

der Tierhaltung und wegen der akzeptanzsteigernden

Wirkung von Emissionsminderungen ein besonderes

Eigeninteresse der niedersächsischen Landwirtschaft

an praxisgerechten Maßnahmen. Im Rahmen konstruktiver

Beratungen konnte dazu mit ML, MU und

LWK Niedersachsen ein Konsens über die zu bevorzugenden

Aktivitäten zur Minderung von Ammoniakemissionen

erzielt werden. Im Vordergrund stehen dabei

besonders kosteneffiziente Maßnahmen mit großer

Breitenwirkung, wie die als gute fachliche Praxis angesehene

unverzügliche Einarbeitung von Wirtschaftsdüngern

auf unbestellten Flächen und Abdeckung

offener Schweinegüllelager (Außenlager). Das Landvolk

hat sich dabei ausdrücklich gegen einen ebenfalls

diskutierten Alleingang in Bezug auf den Einbau von

Ammoniakabluftwäschern oder die Begrenzung von

Harnstoffdüngern eingesetzt. Durch die Einbindung

in die Niedersächsische Regierungskommission „Klimaschutz“

wurde zudem erreicht, dass hier die Empfehlung

ausgesprochen wird, die emissionsmindernde

Direkteinarbeitung (Injektion)

bzw. Paralleleinarbeitung

von Wirtschaftsdünger

zunächst im Rahmen von

Fördermaßnahmen zu unterstützen,

bevor eine ordnungsrechtliche

Einführung

vorgenommen wird.

In eine kurzfristig nicht

befriedigend zu lösende Situation

hat dagegen die Rechtsprechung zum Schutz

stickstoffempfindlicher FFH-Gebiete viele Tierhalter

gebracht. Wegen der hohen Hintergrundbelastung an

atmosphärischem Stickstoffeinträgen aus den Emissionen

des Verkehrs, der Wärme- und Stromerzeugung

sowie der Landwirtschaft dürfen danach bei der Genehmigung

von emittierenden Vorhaben in räumlicher

Nähe zu diesen Gebieten (wie z. B. Stallbauten) nur

noch Bagatellzusatzbelastungen von regelmäßig unter

1 kg/ha und Jahr zugelassen werden. Für Haltungsverfahren

ohne Möglichkeit von Abluftwäschern wie

„Mit deutlich steigender

Frequenz fordern Politik,

Behörden, Umweltverbände und

Wasserversorger von der Landwirtschaft

weitere Fortschritte im

Wasserschutz ein.“

in der Milchviehhaltung können sich daraus schnell

Abstandsforderungen von 1.000 Meter und mehr ergeben.

Vor dem Hintergrund der gerichtlichen Anfech-

tung von Genehmigungen,

die diese Rechtsprechung

vernachlässigen, endet damit

leider eine weitere politische

Zusage, die bei der

Meldung der FFH-Gebiete

gegeben wurde, wie eine

zerplatzte Seifenblase.

Die berufsständischen

Bemühungen um eine Reduzierung

des Flächenverbrauchs halten auf allen

Ebenen an und finden grundsätzlich auch oft breite

Zustimmung, beispielsweise durch Bundeskanzlerin

Angela Merkel auf dem Deutschen Bauerntag in

Koblenz. Dabei ist es aber in den vergangenen Jahren

oft auch geblieben, wenn sich nicht vor Ort wichtige

Akteure wie Kommunalpolitiker oder aufgeschlossene

Mitarbeiter von Naturschutzbehörden diesem Anliegen

mit Entschlossenheit und Pragmatismus angenommen

haben. Die aktuelle Debatte um den Ausstieg

aus der Kernenergie und die damit zwingend verbundene

zusätzliche Flächeninanspruchnahme zur Sicherung

der zukünftigen Energieversorgung nehmen

der Deutsche Bauernverband und die Landesbauernverbände

zum Anlass, jetzt nochmals das Eisen zu

schmieden. Dazu hat der DBV aktuell einen Gesetzentwurf

zur Erhaltung landwirtschaftlicher Nutzflächen

und gegen den Flächenfraß in die Politik eingebracht.

Er sieht ein breites Bündel von Maßnahmen vor, über

die Flexibilisierung der Eingriffsregelung hinaus. Um

den Druck auf die politischen Entscheidungsträger

aufrecht zu erhalten, soll dazu im ersten Quartal 2012

bundesweit eine berufsständische Kampagne anlaufen.

Zusätzliche Anstrengungen zur Reduzierung des

Flächenverbrauchs sind auch bei Bauleitplanung, Verkehr

und Naturschutz gefordert.


Bildung ganz im Sinne der

Öffentlichkeitsarbeit

Unternehmenskindergärten und Tagesmütter-Notdienste sollen jungen Frauen ans

Unternehmen binden. Die Chance, während der Ausbildung den Hauptschulabschluss

nachzuholen, soll auch lernschwache Schüler für die Arbeit begeistern.

Bewerbungspartys, auf denen Jugendliche bei lauter Musik, Kultgetränke schlürfend

auf Sitzsäcken mit ihrem potenziellen zukünftigen Chef plaudern, soll Lust auf eine

Banklehre machen.

Sie ist nicht nur angekommen, die Angst vor

dem Fachkräftemangel hat sich zum Albtraum

der Wirtschaft entwickelt. Aktuelle Schülerzahlen

sprechen eine deutliche Sprache und lassen sich nicht

schönrechnen. Die Ideenvielfalt der ausbildenden

U nternehmen, j u n g e

Menschen an ihr Haus

zu binden, ist deshalb

scheinbar grenzenlos. Die

Ausbildungsbetriebe zählen

nicht mehr zu den Gesuchten, auswählen können

sie ebenfalls kaum noch. In der ungewohnten Rolle

werden sich bald die Jugendlichen befinden, die einen

Ausbildungsplatz suchen.

Auch die Landwirtschaft muss für Auszubildende

und Arbeitnehmer interessanter werden. Im Gegensatz

zu großen Unternehmen sind die Möglichkeiten

für den einzelnen Landwirt häufig begrenzt und können

mit Bewerbungspartys und zusätzlichen Schulabschlüssen

nicht mithalten.

Was den Landwirten bleibt, ist die Begeisterung

für den Beruf und die Lebenseinstellung Landwirt.

Jeder Einzelne ist Botschafter seines Berufsstandes.

Er kann nicht nur die jungen Menschen mitreißen, er

kann auch Eltern, Lehrer und Ausbildungsberater der

Arbeitsagenturen überzeugen.

Einige Kreisverbände

haben bereits

angefangen, den Multiplikatoren

verschiedene

Ausbilder und Betriebe

sowie die Landwirtschaft

selbst vorzustellen,

um auf diesen Weg

auch Jugendliche ohne

landwirtschaftlichen

Hintergrund für eine

Ausbildung im grünen

Bereich zu interessieren.

Diese Kontakte und

Hofbesuche sind die

ersten Früchte der vor

über zwei Jahren vom

Landvolk-Bildungsbeauftragen

Thorsten

Riggert gestarteten

Ausbildungsoffensive.

Damit sind die regionalen

Netzwerke zwischen

Landvolk, Land-

„Jeder einzelne Landwirt ist ein

Botschafter seines Berufes.“

wirtschaftskammer und Arbeitsagenturen nicht mehr

die Ausnahme, sondern können möglichst bald die

Regel werden.

Aktuell steht Niedersachsen vor allem im Ländervergleich

der Ausbildungszahlen noch sehr gut

da. Mit aktuell 6.269 Auszu-

bildenden bleiben die Zahl

auch 2011 konstant. In vielen

Berufen konnte im neuen

Ausbildungsjahr sogar ein

leichter Zuwachs beobachtet werden. Hier führen die

Landwirte mit 1.788 und die Gärtner mit 1.812 Auszubildenden

die Statistik an. Die Ausbildung in der Hauswirtschaft

ist mit 658 Auszubildenden und weiteren

627 Auszubildenden zu Helfern in der Hauswirtschaft

in 2011 nach wie vor beliebt.

Bundesweit erlernten im vergangenen Jahr 38.661

Auszubildende einen der 15 Grünen Berufe. Auch hier

führen der Landwirt mit über 8.871 und der Gärtner

mit 16.239 Auszubildenden in allen Jahrgängen die

Statistik an. Im Vergleich zu 2009 gab es in Deutschland

in fast allen grünen Berufen einen Rückgang der

Ausbildungszahlen um fast sechs Prozent. Im Westen

fiel der Rückgang mit 3,4 Prozent geringer aus als im

Osten mit mehr als 12 Prozent.

45

Bildung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Heike Marheineke,

Bildungsreferentin

Engagierte Diskussionen

beim Junglandwirte-

forum auf dem Deutschen

Bauerntag in Koblenz.


Bildung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

46

Nach den guten Erfahrungen

in Uelzen lud

das Landvolk Mittelweser

Berufsberater auf

Bauernhöfe ein.

Vorbereitung für den großen

Auftritt in der Öffentlichkeit

Sicher auftreten, souverän auch

mit kritischen Nachfragen umgehen

und den eigenen Beruf und

die Branche in der Öffentlichkeit

vertreten – dies sind für viele Landwirte

noch ganz neue Herausforderungen.

Einigen ist ein Talent für

die Kommunikation in die Wiege

gelegt, alle Anderen können es

lernen. Mit viel Spaß und persönlichem

Einsatz haben viele haupt-

und ehrenamtliche Vertreter der

Kreisverbände an den Landvolk-Seminaren

zum öffentlichen Auftritt

teilgenommen. Das Interesse ist

so groß, dass im nächsten Jahr ein

Aufbauseminar stattfinden wird.

Besonders intensiv werden

die Teilnehmer im Niedersächsischen

Studienkurs auf ihren Einsatz

im Ehrenamt und für den öffentlichen

Auftritt vorbereitet. Kursleiter Berndt Tietjen

stellte auch in diesem Jahr wieder mit viel Fingerspritzengefühl

und persönlichem Einsatz ein einmaliges

Programm für den Kurs zusammen. Im Medien- und

Gedächtnistraining, in Farb- und Stilberatung oder im

Kniggedinner steht die Persönlichkeitsentwicklung

im Mittelpunkt. In Gesprächen mit Politikern, Wirtschafts-,

Verbands- und Kirchenvertretern erhalten

sie einen tiefen Einblick in die Strukturen und Zusammenhänge

der Agrarwirtschaft und anderer Verbände

in Niedersachsen, Deutschland und Europa. Dort

können sie das Erlernte direkt anwenden und sich

ausprobieren – inklusive des Feedbacks aus dem Kurs.

Das selbstbewusste Auftreten vor Berufskollegen und

der Öffentlichkeit, dass die Teilnehmer aus dem Kurs

mitbringen, überrascht sie nach diesen insgesamt fünf

Wochen häufig selbst.

Erfolgreiches Jahr für Junglandwirte

Ehemalige Kursteilnehmer, Mitglieder der Junglandwirte-Arbeitskreise,

Auszubildende und Ausbilder und

viele weitere Interessierte – insgesamt über 700 Per-

sonen – kamen in diesem Jahr zum Junglandwirtetag

nach Lingen. Heino Klintworth, Vorsitzender der Junglandwirte

Niedersachsen-Landesarbeitsgemeinschaft,

wollte mehr über das Bild der Landwirtschaft und vor

allem der Landwirte in der Öffentlichkeit wissen und

fragte Referenten und Gäste: „Geiz-Gesellschaft und

Dagegen-Republik – Wo bleibt die Landwirtschaft?“

Ministerpräsident David McAllister, Prof. Achim Spiller

von der Uni Göttingen und Medientrainer Eberhard

Breuniger, versuchten, Antworten zu finden. Erfreulich

war das gute und positive Echo in den Medien. Noch

erfreulicher war die große Unterstützung durch den

Arbeitskreis Agrar aus Lingen vor Ort.

Dieser Arbeitskreis hat sich den Junglandwirten

Niedersachsen angeschlossen, in Göttingen hat sich

ein neuer Arbeitskreis mit großem Engagement von

Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner neu gegründet,

und der Arbeitskreis in Ostfriesland ist aus den

Kinderschuhen heraus gewachsen und arbeitet an seinem

ersten Winterprogramm. Insgesamt 29 Arbeitskreise

sind in Niedersachsen aktiv. Sie veranstalten Exkursionen,

Fortbildungen, Bälle, Diskussionsrunden

oder einfach nur Klönabende. Doch vor

allem teilen alle Mitglieder in den Arbeitskreisen

die Begeisterung für ihren Beruf.

Zum Austausch der Termine wurde

die Homepage www.junglandwirte-niedersachsen.de

überarbeitet. Angeschlossen

wurde ein Diskussionsforum. Hendrik

Lübben, stellvertretende Vorsitzender der

Landesarbeitsgemeinschaft, diskutiert hier

mit einer kleinen, wechselnden Gruppe

Interessierter aus allen Landesteilen ein

bestimmtes Thema. Das Auftaktthema des

ersten Forums war die Novellierung des

EEG. Mit den Abschlussberichten aus diesen

Foren möchte Lübben langfristig an

die Öffentlichkeit gehen. Die Junglandwirte

Niedersachsen können so sehr schnell

Stellung beziehen zu aktuellen politischen

Entscheidungen oder gesellschaftlichen

Entwicklungen.

Authentische Nachrichten gegen

die tägliche Desinformation

Die landwirtschaftliche Pressearbeit stand ganz unter dem Zeichen großer Skandale:

Dioxin und EHEC-Krise beherrschten über Wochen die Schlagzeilen. Abgelöst wurden

sie von dem Dauerthema Tierschutz. Die schwierige Erntesituation im Sommer wurde

landesweit von allen Medien aufgegriffen. Beim Thema Wetter dürfen die Landwirte

im Allgemeinen auf viel Verständnis und Sympathie vertrauen, bei Skandalmeldungen

dagegen bekommen sie nur allzu oft völlig ohne Grund den schwarzen Peter zugeschoben.

Sehr gut klappte die Zusammenarbeit mit den

Kolleginnen und Kollegen der Tageszeitungen

„zwischen den Jahren“. Die Zeit knapp besetzter

Behörden und Dienststellen hatten Betrüger genutzt,

um sich einen Teil der Direktzahlungen erschleichen

zu wollen. Unter einer falschen Adresse der

Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) erhielten die

Landwirte Aufforderungen zu einer „Beitragszahlung

KLEF“. Sie nahm Bezug auf ein fingiertes Bundes-

Havarieschutzgesetz. Durch das gute Zusammenspiel

zwischen Kreisverbänden und Landesgeschäftsstelle

ging noch an dem Tag, als die Landwirte die

Briefe erhielten, eine Warnung vor dem dreisten

Betrugsversuch als Pressemeldung an die Medien.

Sie wurde von den Tageszeitungen sowie Funk und

Fernsehen aufgegriffen und steht als Beleg dafür, dass

sich ein guter Kontakt zu Journalisten auszahlt.

Wie ein Paukenschlag traf gleich zum Jahresauftakt

die Dioxinkrise die niedersächsische Landwirtschaft.

Die starke Betroffenheit niedersächsischer

Betriebe löste eine Nachfragewelle aus, wie sie die

Pressestelle des Landesverbandes noch nicht erlebt

hat. Die Katastrophe hat erneut deutlich gezeigt, mit

welcher Schnelligkeit die Medien wichtige Ereignisse

heute aufgreifen. Das Land Niedersachsen hatte kaum

verkündet, das landesweit rund 1.000 Höfe vorsorglich

gesperrt wurden, als die Deutsche Presseagentur mit

einer Eilmeldung den Sprecher des Landwirtschaftsministeriums

mit der Aussage zitierte: „Wir legen erstmal

alles still. Der Verbraucherschutz geht vor“. Nur

wenige Minuten nachdem diese Meldung bei den Redaktionen

eingegangen war, meldeten sich die ersten

Journalisten in der Pressestelle des Verbandes, um mit

betroffenen Betriebsleitern sprechen zu können.

Das Thema stieß in der nachrichtenarmen Zeit

zum Jahresauftakt auf enorme Resonanz. Aus dem gesamten

Bundesgebiet und mit einiger zeitlicher Verzö-

gerung auch aus dem benachbarten Ausland meldeten

sich Journalisten, um Stimmungen und Bewertungen

einzufangen. Um den Ansturm etwas zu kanalisieren,

lud das Landvolk für den 7. Januar nach Hünzingen

zu einer Pressekonferenz mit zwei direkt betroffenen

Schweinehaltern ein, die sehr gut besucht wurde. Die

Medien schilderten die große Betroffenheit der Landwirtschaft,

trugen aber leider sehr wenig zu sachlicher

Aufklärung und insbesondere einer risikoorientierten

Einschätzung der tatsächlichen Gefährdung bei.

Ähnliche Erfahrungen mussten die Gemüsebauern

nur wenige Monate später in der EHEC-Krise machen.

In nahezu allen Beiträgen zu der traurigen Thematik

schwang durchaus das Mitleid gegenüber den

Betroffenen durch, unübersehbar aber wurde immer

wieder Angst geschürt. Mit dazu beigetragen haben

nicht zuletzt die von amtlicher Seite ausgesprochenen

Warnungen vor Tomaten, Gurken und Salat in beziehungsweise

aus Norddeutschland. Die schwierige Ursachenforschung

ließ zusätzlich allerlei wissenschaftlich

nicht zu belegende Theorien ins Kraut schießen.

Wohltuende Ausnahmen lieferten wenige Zeitungen.

So formulierte beispielsweise Winand von Petersdorff

in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sehr

treffend: „Die alten Reflexe funktionieren: Landwirtschaft

soll grün, niedlich und bloß nicht industriell

sein. Doch vor Gift in Lebensmitteln schützt uns eine

solche Idylle erst recht nicht“.

Leider muss man sehr ernüchtert feststellen, dass

viele Journalisten mit Bravour die Emotionen bedienen,

die sachliche Wertung einer Nachricht dafür zu

häufig zu kurz kommt. Das trifft nicht allein die landwirtschaftliche

oder agrarpolitische Berichterstattung.

Im Zusammenhang mit der von Attac und anderen

Gabi von der Brelie

Pressesprecherin

Schilderungen

betroffener Bauern

waren während der

Dioxin-Krise bei

Journalisten gefragt.

47


Bildung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

48

Protestbewegungen unterstützten „Ocupy-Frankfurt-

Bewegung“ hat der ehemalige Chefredakteur des Handelsblattes,

Bernd Ziesemer, die bereits 1984 von jungen

Journalisten an ihrem eigenen Gewerbe geäußerte

Kritik erneuert. „Wir werden nicht richtig informiert.

Wir leben mit der täglichen Desinformation.“ prangerte

er Mitte Oktober in einem Kommentar zur Eurokrise

an. Nicht nur in der Hochphase der Dioxinkrise, sondern

auch in der nachfolgenden EHEC-Krise hat eine

ganze Reihe von Journalisten nur allzu bereitwillig

ungeprüft die Landwirtschaft in der Rolle des Verursachers

gesehen. Große Tierbestände oder Gülleausbringung

gerieten dabei ebenso unter Generalverdacht wie

Biogasanlagen. Die Spros-

sen ägyptischer Herkunft,

die von einem Biobetrieb

in Bienenbüttel in Umlauf

gelangten, passten dagegen

für viele Journalisten nicht in das Bild, dass sie sich

von der Landwirtschaft machen und damit auch ins

Zentrum ihrer Berichterstattung rücken.

Dioxin- und EHEC-Krise wurden vom „Dauerbrenner“

Tierschutz abgelöst. Mit Landwirtschaftsministerin

Astrid Grotelüschen, die als Vertreterin der

Putenwirtschaft von Beginn ihrer kurzen Amtszeit an

Kritiker herausforderte, ging dieses Thema als „Erblast“

an ihren Nachfolger Gert Lindemann über. Er

distanzierte sich in seiner Regierungserklärung zum

Amtsantritt am 19. Januar, die noch ganz im Zeichen

der Dioxinaffäre stand, von Forderungen nach einer

Agrarwende und löste dazu im Niedersächsischen

Landtag einen heftigen Schlagabtausch aus. Knapp

vier Wochen später konfrontierte er Niedersachsens

Tierhalter mit ambitionierten Zielen im Tierschutzplan

Niedersachsen (siehe Beitrag Seite ). Zusätzlichen

Auftrieb erhielt das Thema Tierschutz durch den Bau

des Rothkötter-Schlachthofes in Wietze im Landkreis

Celle, an dem sich radikale Tierschützer, Vertreter von

„Grüne“ Topnews bei Twitter und im Netz

Das Jahr 2011 fing auch im Internet mit der Dioxinkrise an: Sie

verunsicherte Verbraucher, Journalisten und nicht zuletzt Landwirte.

Aktuelle Informationen dazu suchten und fanden sie im

Internet unter www.landvolk.net. Mit fast 12.000 Besuchern

wurden dort im Januar Rekordzahlen registriert. Im Jahresverlauf

pendelte sich der Ansturm wieder auf ein Normalmaß ein,

bis September klickten im Monatsdurchschnitt aber immerhin

9.308 Besucher die Landvolk-Seiten an. Das ist eine deutliche

Steigerung zu den Vorjahreszahlen – auch ohne Dioxinkrise!

Häufigstes Ziel der Internetnutzer war neben den aktuellen

Meldungen auf der Startseite der Mitgliederbereich. Dort können

sie das Wetterfax abrufen oder sich über Vergünstigungen

beim Kauf von Erdgas oder Hochdruckreinigern informieren.

Zudem stehen unter „Mitgliederservice“ Vordrucke und Formulare

unter anderem für die Agrardieselvergütung oder die

Versicherung ausländischer Saisonarbeiter zum Herunterladen

bereit. Bislang nicht so häufig genutzt – aber vielleicht ein Tipp

für die Zukunft: Im Mitgliederbereich werden die wöchentlichen

Produkt-Infos aus den Referaten angeboten und archiviert. Sie

„Landwirtschaft soll grün, niedlich

und bloß nicht industriell sein“

Bürgerinitiativen und andere Kritiker der angeblichen

Massentierhaltung reiben. Auch investitionswillige

Landwirte, die sich von der steigenden Nachfrage

nach Geflügelfleisch für ihren Hof wirtschaftliche Perspektiven

ausrechnen, geraten in den Sog der Kritik,

die in einzelnen Fällen in stumpfe Ablehnung und sogar

Zerstörung ihres Eigentums gipfelt. Diese Form der

Auseinandersetzung mit Kritikern hat eine völlig neue

Dimension erreicht und trägt bei vielen Landwirten zu

Verunsicherung bei. Erfreulicherweise finden sich in

der von einigen unermüdlichen Kritikern aufgeheizten

Diskussion doch immer wieder Journalisten, die sich

um echte Aufklärung bemühen und auch die Landwirte

zu Wort kommen

lassen. Leider mag sich

mancherorts aus Furcht

vor öffentlichen Anfeindungen

kaum noch ein

Landwirt öffentlich zur Tierhaltung äußern. Authentische

Nachrichten und das offene Angebot für eine

faire Berichterstattung sind als Gegenpol zu der täglichen

Desinformation aber nicht zu unterschätzen.

Sie müssen von jedem einzelnen Landwirt als wichtigster

„Betriebszweig“ auf dem Hof sehr ernst genommen

werden.

Eine gute Gelegenheit dazu bietet im kommenden

Jahr wieder der Tag des offenen Hofes am 17. Juni.

Gemeinsam mit NDR I Niedersachsen plant das Landvolk

Niedersachsen eine Neuauflage dieses Klassikers

in der Öffentlichkeitsarbeit. Zum 10. Mal ergeht das

Angebot an Verbraucher, sich direkt vor Ort auf den

Höfen über den Ursprung ihrer Nahrungsmittel zu informieren.

Nur bei einem flächendeckenden Angebot

wird die Kooperation mit dem NDR weiter Bestand

haben. Von unschätzbarem Wert sind die intensive

Vorberichterstattung sowie die totale Ausrichtung des

Programms bei Niedersachsens meist gehörtem Radiosender

auf die Landwirtschaft am Veranstaltungstag.

lassen sich so zum Teil bis in das Jahr 2008 zurückverfolgen. Im

Wochenvergleich erweisen sich die Tage Montag und Donnerstag

als besonders stark besucht. Dann werden neben dem neuen

Pressedienst auch Beiträge aus der aktuellen Land & Forst eingestellt.

Alle Landwirte, bei denen die Post die „Grüne“ erst gegen

Mittag oder gar am Freitag zustellt, können sich schon am Donnerstagmorgen

unter www.landvolk.net oder www.landundforst.de

über die „grünen“ Topnews informieren.

Zudem ist das Landvolk Niedersachsen seit dem Frühjahr

bei www.twitter.de vertreten und weist dort auf aktuelle Meldungen

hin. Die „Follower“, also diejenigen, die dem Landvolk

folgen, werden immer informiert, wenn es auf der Landvolk-

Homepage Neuigkeiten gibt und über Links zu den entsprechenden

Meldungen geleitet.

Mehr in den Blickpunkt gerückt wurde die Rubrik „aktuelles

Video“. Bei der Vielzahl der angebotenen Filme stehen die

sachliche Darstellung der Landwirtschaft und die Berichterstattung

über Landvolk-Veranstaltungen im Mittelpunkt. Dieser Bereich

soll auch in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Ob als einzelner Hof, Gemeinschaft mehrerer Betriebe

oder des ganzen Dorfes, ob im Verbund mit Verarbeitungsunternehmen

oder Zulieferern: Der Tag des

offenen Hofes lebt von der Kreativität und dem Ideenreichtum

aller Teilnehmer und ist damit das Spiegelbild

der äußerst vielgestaltigen Landwirtschaft in

Niedersachsen. Machen Sie mit und melden sich bei

Ihrem Kreisverband für den 17. Juni 2012 zur Teilnahme

am Tag des Offenen Hofes an!

Die Pressestelle des Landvolkes ist ein geschätzter

Ansprechpartner für Agrarpolitik, Landwirtschaft und

alle Fragen rund um den ländlichen Raum. Über den

Deutschen Bauernverband oder das Internet ergeben

„Erfolg = Leistung + Image“

Seit Jahrzehnten werden die Bauernhöfe größer, die Zahl nimmt gleichzeitig ab. Die

Tierbestände und die bewirtschafteten Flächen wachsen, Ställe und Maschinen werden

größer, leistungsfähiger und effizienter. Der landwirtschaftliche Strukturwandel verlief

bisher zumeist konfliktfrei und wurde von der Gesellschaft unaufgeregt hingenommen.

Doch das hat sich inzwischen geändert, vor allem die Entwicklung in der Tierhaltung

sorgt für Diskussionen.

Mit dem anhaltenden Wachstum der Betriebe

entstehen Ställe in Größenordnungen, die sich

noch vor einigen Jahren in Westdeutschland kaum

jemand vorstellen konnte. Landwirte investieren

beträchtliche Summen und gehen ein erhebliches

finanzielles Risiko ein, um ihre Betriebe im

europäischen und globalen Wettbewerb zukunftsfähig

zu erhalten. Sie treffen unternehmerische

Entscheidungen, an denen grundsätzlich nichts

auszusetzen ist. Aber immer häufiger kommt es

bei Bauvorhaben zu Vorbehalten bei Nachbarn

und Dorfbewohnern, die Beeinträchtigungen von

Lebensqualität, Wohnumfeld oder dem Wert ihres

Eigentums befürchten.

Diese Einwände und Vorbehalte werden inzwischen

von gesellschaftlichen Gruppierungen mit

unterschiedlichsten Zielsetzungen aufgegriffen und

für ihre Interessen benutzt. Mit den Kampfbegriffen

„Agrarindustrie“ und „Massentierhaltung“ artikulie-

sich zunehmend überregionale Kontakte, aus den EU-

Nachbarländern informieren sich gelegentlich Kollegen

der Fachpresse im Agrarland Niedersachsen. Bei

den elektronischen Medien verstärkt sich weiter der

von der Privatsendern vorgelebte Hang zum „human

touch“. Solche Formate, können durchaus als Chance

genutzt werden, wenn sie nicht nur das platte Thema

„Bauer sucht Frau“ bedienen. Wenn ein Kamerateam

eine Woche lang auf dem Bauernhof präsent ist, kann

der Betriebsleiter mit seiner Familie sehr viele Informationen

über Landwirtschaft vermitteln und ein wahres

Bild vom Alltag auf deutschen Bauernhöfen zeichnen!

Das Interesse daran überlebt alle Skandale und Krisen.

ren sich z.B. radikale Gegner jeglicher Nutzung von

Tieren durch Menschen genauso wie die Befürworter

kleinbäuerlicher Strukturen oder Vertreter von Umwelt-,

Tier- und Klimaschutzorganisationen, aber auch

von Entwicklungshilfeorganisationen, Parteien und

Kirchen, sie alle reiben sich an den Entwicklungen

in der Landwirtschaft. In der Gesellschaft haben sich

überregionale Netzwerke und Strukturen gebildet. Sie

regen u.a. die Gründung von Bürgerinitiativen an, dienen

diesen umfangreiches Argumentationsmaterial,

journalistische Begleitung, juristische Beratung und

Experten für öffentliche Diskussionsveranstaltungen

oder auch auswärtige Aktivisten für Veranstaltungen

und medienwirksame Protestaktionen an. Intensiv

werden dazu auch die Möglichkeiten des Internets

Wolfgang Arens

Referat Öffentlichkeitsarbeit

Ob im Kuhstall oder auf

dem Acker, Bauernhöfe

sind als Klassenzimmer

immer stärker gefragt.

49


Bildung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

50

Mit großen Plakaten

begrüßte der LHV die

Gäste des Tages der

Niedersachsen vom

1. bis 3. Juli in Aurich.

genutzt, vielfach an der Grenze der Seriosität. Bei Lebensmittelkrisen

wie der EHEC-Problematik oder der

Dioxinkrise wurden die Ursachen reflexartig bei der

Massentierhaltung oder gar einer „agrarindustriellen

Verschwörung“ gesucht. Kriminelle Handlungen wie

Brandstiftungen und Verletzungen der Eigentumsrechte

werden mit z.T. äußerst

geschickten Formulierungen und

Argumenten als „verständlich“

relativiert.

Die mediale Berichterstattung

bewegt sich häufig weit weg

von der Realität zwischen den Extremen

„Bauer sucht Frau“ und

üblen Bildern von leidenden Tieren

und quälenden Menschen.

Mit Eifer sind Fernsehteams auch öffentlich-rechtlicher

Sender auf der Suche nach möglichst skandalösen Auswirkungen

der heutigen landwirtschaftlichen Realität,

leisten z.B. Einbrüchen in Ställe Vorschub, indem sie

dabei entstandene Bilder verwerten, oder organisieren

Speicheltests zum Nachweis von Keimbelastungen bei

Tierhaltern. Ereignisse werden so geschaffen oder herbeigeführt,

um dann darüber berichten zu können. Einige

Journalisten sprechen inzwischen selbst(kritisch)

von „Medienerregern“.

Alles das bleibt nicht ohne Wirkung. In den Köpfen

der Menschen verfestigt sich ein unrealistisches

Bild von Landwirtschaft: einerseits die vermeintliche

„Heile Welt“, andererseits die Vorstellung von horrenden

„Missständen“ in der Landwirtschaft. Sie sind

damit empfänglich für die romantisierende Propaganda

vielfältiger Interessengruppen von einer kleinbäuerlich

strukturierten Landwirtschaft, ohne sich über

die Folgen auch für die eigene Lebenshaltung Gedanken

zu machen.

Auch die Politik reagiert. Baumaßnahmen und

Genehmigungsverfahren in der Landwirtschaft werden

zu Wahlkampfthemen, Auflagenverschärfungen

und Gesetzesänderungen sind politischer Alltag,

die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft

ändern sich mit den politischen Mehrheiten, politische

Weichenstellungen von der kommunalen über

Landes- und Bundesebene bis zur europäischen Ebene

sind nicht widerspruchsfrei. Aktuell stehen u.a. die

Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik und in

Deutschland die Änderung des BauGesetzbuches auf

der politischen Tagesordnung. Damit wird deutlich,

dass Produktionssysteme, die von der breiten Masse

der Bevölkerung nicht ak-

„Landwirtschaft muss auf die

offenkundig vorhandenen

Defizite bei der Akzeptanz

moderner landwirtschaftlicher

Methoden reagieren.“

zeptiert werden, auf Dauer

keinen Bestand haben.

Andererseits werden auch

landwirtschaftliche Betriebe,

die im Wettbewerb

nicht mithalten können,

auf Dauer keinen Bestand

haben.

Die Landwirte befinden

sich in einer schwierigen Lage. Die Europäische

Agrarpolitik gibt die Leitlinie für die Betriebe

vor, insgesamt ging die Richtung in den vergangenen

Jahrzehnten hin zu Marktöffnung, Abbau von Marktordnungen,

Deregulierung und Wettbewerbsfähigkeit

im globalen Markt. Zwar gab es dabei auch bereits

Umwelt- und Tierschutzvorgaben, aber mit den Vorschlägen

für die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2013

scheint nach der Beschleunigung hin zur globalen

Wettbewerbsfähigkeit wieder der Rückwärtsgang eingelegt

zu werden. Weniger die Märkte, vielmehr das

landwirtschaftliche Handeln und Wirtschaften sollen

stärker denn je reguliert werden.

Längst ist in Europa die Zeit vorbei, als die Anbieter

landwirtschaftlicher Produkte gegenüber den

Nachfragern im Vorteil waren. Heute können die

Nachfrager weltweit zwischen den Anbietern wählen

und entscheiden sich in der Regel für diejenigen mit

den günstigsten Konditionen. Die Nachfrage wird von

wenigen großen Handelskonzernen dominiert, die sich

gegenseitig einen harten Verdrängungskampf liefern.

Ihnen gegenüber stehen zahlreiche Unternehmen der

Ernährungswirtschaft und eine noch weitaus größere

Vielfalt landwirtschaftlicher Betriebe. Den Nutzen davon

haben die Verbraucher, die von extrem niedrigen

Ausgaben für ihre Ernährung profitieren. Sie haben

sich inzwischen derart an das niedrige Preisniveau für

Nahrungsmittel gewöhnt, dass selbst vergleichsweise

geringfügige Preiserhöhungen aufgrund von Marktschwankungen

größere öffentliche Erregungswellen

auslösen. Rational nicht nachzuvollziehen ist dabei

der Befund, dass die große Mehrzahl der Verbraucher

durch ihr reales Kaufverhalten zwar die günstigsten

Anbieter mit den niedrigsten Preisen bevorzugt und

damit das niedrige Preisniveau stützt und herbeiführt,

dass aber die gleiche Mehrzahl der Verbraucher nach

Medienberichten angeblich eine andere Landwirtschaft

will. Diese Vorstellungen werden sehr stark von

Wunschdenken und Sozialromantik geprägt. Für den

um Objektivität bemühten Betrachter wird immer

deutlicher die wachsende Diskrepanz zwischen dem

tatsächlichen „Bedarf“ und den geäußerten „Bedürfnissen“.

Immer mehr Menschen benötigen ausreichende

und erschwingliche Nahrungsmittel, fragen

insbesondere Veredelungsprodukte nach, und wünschen

angesichts der Endlichkeit fossiler Energieträger

und des Atomausstiegs eine nachhaltige Energieversorgung.

Gleichzeitig leistet sich die Gesellschaft eine

gewaltige Verschwendung von landwirtschaftlichen

Nutzflächen – 120 ha am Tag allein in Deutschland.

Für die Landwirtschaft wird angesichts dieser

Sachlage immer deutlicher, dass dauerhafter „Erfolg“

nur durch „Leistung + Image“ zu garantieren ist. Sie

muss auf die offenkundig vorhandenen Defizite bei

der Akzeptanz moderner landwirtschaftlicher Methoden

reagieren, auch wenn die veröffentlichte und

zurzeit vorherrschende öffentliche Meinung nicht die

Realität widerspiegelt, sondern Zerrbilder und Halbwahrheiten

präsentiert. Akzeptanz-Defizite schaden

über Entscheidungen in Politik und Verwaltung den

Produzenten, z.B. durch Verbote, Auflagen, Kontrollen,

Versagen von Genehmigungen. Sie schaden mittelfristig

auch den Absatzchancen der Produkte einer

modernen Landwirtschaft, und sie beeinträchtigen auf

Dauer Selbstbewusstsein und Arbeitsmotivation der

Menschen in der Landwirtschaft.

Damit fällt der Blick auf die Öffentlichkeitsarbeit.

Sie will falsche Bilder in den Köpfen der Menschen

korrigieren. Rund 140 Menschen ernährt heute ein

Landwirt. Die Kehrseite dieser Erfolgsstory ist, dass

heute nur noch ein Bruchteil der Menschen aus eigenem

Erleben die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft

und Ernährung kennt. Die Landwirtschaft

ist hier ebenso gefordert wie die Wirtschaftszweige im

vor- und nachgelagerten Bereich. Meinungsbildung

darf nicht denen überlassen werden, die am meisten

und am lautesten schreien und mit Verkürzungen und

Halbwahrheiten Negativbegriffe in die Köpfe platzieren,

weder im Internet, noch in den Schul- oder Kinderbüchern,

weder in den Zeitungen noch im Rundfunk

oder Fernsehen, weder in den Gemeinderäten,

den Kirchengemeinden oder im Bekanntenkreis. Mit

kleinen Schritten, aber flächendeckend muss ein re-

alistisches Bild der Landwirtschaft vermittelt werden.

Selbstbewusst und kontinuierlich muss mit klaren

und deutlichen Positionen erläutert werden, warum

die Landwirtschaft etwas tut und warum bestimmte

Methoden genutzt werden, vor welchen Herausforderungen

und Problemstellungen sich die Landwirtschaft

selbst sieht, wie sie an Lösungen arbeitet.

Die hervorragende wirtschaftliche Entwicklung

unserer Regionen, der im weltweiten Maßstab sehr

gute Zustand der Kulturlandschaft, der hohen Standards

an Tierschutz, Arbeitsschutz, Hygiene und Lebensmittelsicherheit

belegen, dass die Menschen

in der Landwirtschaft selbstbewusst für ihre Arbeit

eintreten können. Das Landvolk Niedersachsen hat

mit den Kreisverbänden und dem Deutschen Bauernverband

ein breites Instrumentarium für die Öffentlichkeitsarbeit

entwickelt. Es reicht weit über die

politische Lobbyarbeit hinaus und ist Reaktion auf

die aufgezeigten Probleme. Die Palette umfasst die

klassische Pressearbeit, politische Gespräche und

Stellungnahmen, Internet und weitere Möglichkeiten

der modernen Informations- und Kommunikationstechniken.

Entwickelt wurden auch wiederkehrende

Aktionen wie „Tag des Offenen Hofes“, „Bauernhof als

Klassenzimmer“ und Unterstützungsprogramme wie

„Ein-Sichten“ der i.m.a., mit dem interessierte Besucher

Einblicke in moderne Ställe erhalten sollen. Sehr

viele Direktvermarkter und die Anbieter von Urlaub

auf dem Bauernhof leisten zusätzlich wertvolle Arbeit

in diese Sinne.

Die Formel „Erfolg = Leistung + Image“ gilt für

jeden Betrieb und für jeden Kreisverband. Vor Ort

müssen die Angebote mit Ideenreichtum, Kreativität

und Engagement angepasst und zu den örtlichen Gegebenheiten

passend weiter entwickelt werden. Wenn

Menschen sich selbst ein Bild von der Landwirtschaft

machen können, ist das der beste Schutz gegen falsche

und verzerrte Bilder von Landwirtschaft.

Mehr als 20 Kreisverbände unterstützen die Aktivitäten

zum Lernort Bauernhof. Überall im Lande werden

Gespräche mit Landwirten und Besuche von Multiplikatoren

– u.a. lokale Medien, Kirchengemeinden,

Kommunalpolitiker, Lehrer – in Ställen und auf den

Nutzflächen organisiert, damit diese sich selbst ein

Bild von den Realitäten, der Sorgfalt und dem Verantwortungsbewusstsein

der Landwirte machen können.

Zur Grünen Woche in

Berlin ist Niedersachsen

traditionell mit einer

eigenen Halle vertreten.

51


Partner und Dienstleister

52

„Aus Zwei mach Eins“

Um gemeinsam stärker auftreten zu können und eine geschlossene und einheitliche

Tarifpolitik in ganz Niedersachsen zu gewährleisten, haben die zuständigen Gremien im

Frühjahr 2011 beschlossen, die Land- und forstwirtschaftliche Arbeitgebervereinigung

Niedersachsen e.V. (Hannover) und den Arbeitgeberverband Agrar, Genossenschaften,

Ernährung Nord-West AGE (Oldenburg) zu einem gemeinsamen und landesweit tätigen

Verband zusammen zu führen.

Der neue Verband firmiert als „Arbeitgeberverband

Agrar, Genossenschaften, Ernährung

Niedersachsen“ (AGE) mit Sitz in Oldenburg.

Das im Bereich Hannover bestehende System der

Bezirksverbändestruktur wird dabei unverändert

übernommen.

Die land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeber-Bezirksverbände

Hannover-Mitte, Braunschweig,

Stade, Lüneburger Heide und Südhannover sind zwischenzeitlich

dem neuen Verband beigetreten. Die

einzelnen Arbeitgeberbetriebe sind nach wie vor über

ihre Mitgliedschaft im Landvolk-Kreisverband als mittelbare

Mitglieder oder aber zum Teil auch als Direktmitglieder

in die Vereinszielsetzung eingebunden.

Mit der Überleitung der Geschäftsstelle nach

Oldenburg hat die Land- und forstwirtschaftliche Arbeitgebervereinigung

Niedersachsen e.V. in Hannover

zum 30. September 2011 ihre Tätigkeit beendet und ist

als Verein aufgelöst worden. Gegründet worden war

die Arbeitgebervereinigung Niedersachsen im Oktober

1947 mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen in der

Landwirtschaft „wieder wie früher weitgehend selbst

zu regeln“.

Tarifpolitik, Gremienarbeit und Rechtsberatung

werden für die Arbeitgeberbetriebe seit 1. Oktober 2011

ausschließlich über den AGE Niedersachsen in Oldenburg

geleistet. Das Team der Arbeitgebervereinigung

in Hannover, das regelmäßig in arbeitsrechtlichen und

tarifpolitischen Fragestellungen zur Verfügung stand

und sich inzwischen bereits anderweitigen Aufgaben

widmet, dankt auf diesem Wege allen Arbeitgebern

herzlich für das über lange Jahre entgegengebrachte

Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. Alle abgeschlossenen

Tarifverträge gelten zunächst grundsätzlich

fort, bis sie durch eine neue Abmachung ersetzt

werden. So sind im aktuellen Landarbeiter-Lohntarifvertrag

die bereits in 2010 vereinbarten Lohnerhöhungen

zum 1.11.2011 zu beachten. Der Ecklohn für

die Lohngruppe 4 (geprüfter Landwirt/landw. Fach-

arbeiter) stieg von 11,15 auf 11,41 Euro. Auch in allen

weiteren Lohngruppen erhöhten sich die Stundensätze

ab dem 1.11.2011 um 2,3 Prozent. Der Tarifvertrag

hat noch eine Laufzeit bis zum 31. Oktober 2012.

Im Übrigen hatte das Jahr 2011 für viele Arbeitgeberbetriebe

deutliche Entlastungen im Gepäck.

Seit dem 1. Mai 2011 gilt für alle Bürger der EU-

Staaten, die zum 1. Mai 2004 der EU beigetreten sind,

der freie Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.

Obwohl also z. B. polnische Arbeitskräfte damit in

allen Branchen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen können

und sich die Landwirtschaft bei der Gewinnung

von Erntehelfern damit in einer noch ungewohnten

Konkurrenzsituation befand, stand dennoch im Ergebnis

eine ausreichende Anzahl motivierter Saisonarbeitskräfte

zur Verfügung.

Für Erntehelfer aus Rumänien und Bulgarien verbleibt

es vorerst noch beim bekannten Vermittlungsverfahren

über die Bundesagentur für Arbeit. Dazu gehört

die Erfordernis der förmlichen Arbeitserlaubnis,

die vor Aufnahme der Beschäftigung vorliegen muss.

Zum 1. Mai 2011 wurde das Anforderungsverfahren für

Saisonkräfte aus Bulgarien, Rumänien und Kroatien

im Bereich der Bundesagentur für Arbeit neu organisiert.

Zuständig für die Annahme der Anträge sind jetzt

nicht mehr die regionalen Arbeitsagenturen, sondern

direkt die ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung).

Für das Land Niedersachsen ist der ZAV-Stützpunkt

in Duisburg zuständig. Als Folgeregelung zu

den bisherigen Eckpunkten wurden für das Jahr 2011

für die tatsächlich vermittelten Saisonarbeitskräfte ein

Kontingent von bundesweit 150.000 Saisonarbeitskräften

eingeführt. Diese wurden von der Bundesagentur

für Arbeit/ZAV ohne Arbeitsmarktprüfung zugelassen.

Wegen des hohen Arbeitskräftebedarfs wurde dieses

Kontingent im Laufe des Jahres 2011 auf 180.000 Vermittlungen

erhöht. Bei polnischen Erntehelfern kann

die Lohnhöhe seit Mai 2011 frei verhandelt werden, sie

muss allerdings mindestens zwei Drittel eines in der

Den neu strukturierten Arbeitgeberverband für das gesamte

Land Niedersachsen erreichen Sie über folgende Adresse:

Arbeitgeberverband Agrar, Genossenschaften,

Ernährung Niedersachsen (AGE)

Bahnhofstraße 14, 26122 Oldenburg

Telefon 04 41 / 2 10 27 – 51

Als Beratung in allen arbeitsrechtlichen und tarifrechtlichen

Fragestellungen stehen Ihnen dort Geschäftsführer

Torsten Kasimir und seine Mitarbeiter

zur Verfügung.

betreffenden Branche und Wirtschaftsregion üblicherweise

gezahlten Tariflohns erreichen. Andernfalls gilt

die Vergütungsvereinbarung als sittenwidrig.

Rumänische und bulgarische Saisonkräfte sind

nach dem Saisonarbeiter-Tarifvertrag zu vergüten, das

heißt in der Lohngruppe 1 (leichte Erntearbeiten) zur

Zeit mit 6,40 Euro und in der Lohngruppe 2 (normale

und schwerere Erntearbeiten) mit 6,70 Euro.

Der Tarifvertrag für Saisonarbeitskräfte endet

durch Kündigung der IG-Bauen-Agrar-Umwelt zum

31.12.2011. Die Gewerkschaft hat darüber hinaus angekündigt,

keinen neuen Saisonarbeiter-Tarifvertrag

mehr abschließen zu wollen. Zu Lohnerhöhungen für

Saisonkräfte wird es deshalb in 2012 voraussichtlich

nicht kommen.

Über all diese Entwicklungen und vieles mehr

haben die land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände

auf Landes- und Bezirksebene auch in

Nur ein Landarbeiterstreik in sechzig Jahren

Wie wichtig und erfolgreich die von

den Arbeitgeberverbänden gepflegte

Sozialpartnerschaft mit den Gewerkschaften

ist, belegt ein Blick in die Historie: Es gab

bisher erst einen einzigen Landarbeiterstreik in

Niedersachsen. Er begann am 1.8.1951. Die Presse

berichtete von 12.000 bis 31.000 Streikenden. Am

2011 ihre Mitgliedsbetriebe unterrichtet, sie aktiv unterstützt

und darüber hinaus in zahllosen arbeitsrechtlichen

Fragestellungen Hilfe geleistet.

Peter Zanini

13.8.1951 war dieser Streik beendet, ohne dass die

Arbeitgeberbetriebe sich zu betriebsschädigenden

Zugeständnissen hatten bereit erklären müssen.

Auch der neue Arbeitgeberverband wird am

Arbeitsfrieden in der Land- und Forstwirtschaft

weiter verantwortungsvoll und zum Wohle der

Betriebe mitwirken.

ZJEN:

Mitgliederzuwachs und Erfolge

Anlässlich der Jahresmitgliederversammlung am 29.11.2011 in Bad Fallingbostel begrüßte

der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen

(ZJEN) sein 3.500stes Mitglied. Aber auch aus anderen Gründen gab es Anlass, auf ein

ausgesprochen erfolgreiches Vereinsjahr zurück zu blicken.

Eeigentums- und jagdrechtliche Belange nicht

im Alleingang wahren zu können, mit dieser

Überzeugung haben sich jetzt insgesamt über 270.000

Grundeigentümer mit über 2,1 Millionen Hektar

bejagbarer Fläche im ZJEN zusammengeschlossen.

Das Jahr 2011 begann mit mehreren positiven Nachrichten:

• Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte

(EGMR) hatte durch Urteil vom 20. Januar die

Pflichtmitgliedschaft der Grundeigentümer in deutschen

Jagdgenossenschaften bestätigt. Mit vier zu

drei Richterstimmen ging diese Entscheidung allerdings

denkbar knapp aus. Der unterlegene Beschwerdeführer,

der sich gegen eine Bejagung seiner

Grundflächen wehrt, hat inzwischen zwar eine

Überprüfung der Entscheidung durch die insgesamt

17 Richter der Großen Kammer beim EGMR durch-

setzen können. ZJEN und Bundesarbeitsgemeinschaft

hegen aber die berechtigte Hoffnung, dass

auch die Große Kammer aus übergeordneten hegerischen

Gründen eine Bejagungspflicht und die

hieraus folgende Pflichtmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft

bestätigen wird. Anderenfalls käme es

voraussichtlich zu einem jagdlichen Flickenteppich.

Schnell wachsende Wildbestände, die erhöhte Gefahr

von Tierseuchen und weiter zunehmende Wildschäden

in der Land- und Forstwirtschaft wären die

Folge. Mit der Entscheidung der Großen Kammer ist

noch in der ersten Jahreshälfte 2012 zu rechnen.

• Durch den neu in das Niedersächsische Jagdgesetz

eingefügten § 16 a) sind seit Anfang Januar die Jagdgenossenschaften

beim Erwerb der Eigentümerdaten

für ihr Jagdkataster den Gemeinden gleichgestellt.

Sie zahlen an die Katasterverwaltung nur noch

Begründeten im Frühjahr

eine neue Ära der Arbeitgeberverbände:

Gert Lindemann,

Lothar Lampe,

Albrecht Bußmeier und

Werner Hilse (v.l.n.r.)

Peter Zanini

Geschäftsführer ZJEN

53


Partner und Dienstleister

54

den so genannten Bereitstellungsaufwand. Für eine

Jagdgenossenschaft mittlerer Größe ergeben sich damit

Kosten von ca. 150 Euro statt wie bisher über 300

Euro. Der ZJEN hat diese Gesetzesänderung nach

langen und intensiven Verhandlungen mit den zuständigen

Landesministerien erreichen können.

• Die Förderfähigkeit von Bejagungsschneisen, die

zur Unterstützung der gezielten Schwarzwildbejagung

angelegt werden, wurde vereinfacht. Durch die

Einführung neuer Nutzungscodes für Silomais mit

Bejagungsschneisen müssen

diese Flächen für den

Antrag auf Betriebsprämie

nicht mehr aus dem Maisschlag

gesondert heraus

gerechnet werden. Die beschriebenen

Änderungen

werden es vielen Landwirten erleichtern, sich zur

Anlage zusätzlicher jagdlicher und wildtierfreundlicher

Strukturen bereit zu erklären.

Neben der umfassenden Beratung der Mitglieder

in Rechts- und Organisationsfragen und zu Jagdpachtangelegenheiten

war der ZJEN an zahlreichen

Arbeitskreisen und Diskussionsforen beteiligt, um dort

die berechtigten Interessen der Jagdrechtseigentümer

einzubringen. Der „Runde Tisch“ zur Wald-Wild-Diskussion,

den das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium

einberufen hatte, konnte zu konkreten

Ergebnissen kommen, um erhöhte Wildschäden im

Wald zu vermeiden. So soll die Abschussplanung für

Rehwild auf Vorschlag des ZJEN dahingehend flexibilisiert

werden, dass eine zur Wildschadensabwehr notwendige

Überschreitung des Abschussplans um bis zu

30 Prozent ermöglicht wird. Die hierfür erforderlichen

Verwaltungsvorgaben werden zur Zeit im Ministerium

erarbeitet. Weiterhin wird die bereits in der Vergangenheit

tätige Wald-Wild-Kommission wieder ins Leben

gerufen, die bei regionalen Problemschwerpunkten an

Ort und Stelle ein vermittelndes und beratendes Gespräch

mit den Betroffenen führt.

Service-Angebote für Mitglieder:

1. Das im Jahr 2009 eingeführte PC-Programms Jagdkataster 2.0

zählt mittlerweile über 350 Anwender. Zusätzlich steht seit einiger

Zeit ein GIS-Modul zur Verfügung, durch das die Möglichkeit

einer digitalen Kartenansicht einschließlich der Anzeige

der Flurstücksbezeichnung für das gesamte Gebiet der

jeweiligen Jagdgenossenschaft gegeben ist.

Die niedersächsische Katasterverwaltung hat nun seit März

2011 katasteramtsweise mit der Umstellung des alten Datenformats

ALB auf das neue Format ALKIS begonnen. Die Einführung

dieses neuen Formats erfordert eine Anpassung der

Jagdkataster-Software durch den Geoinformationsdienst;

zudem wird es demnächst eine neue Kostenordnung für den

Bezug von ALKIS-Daten geben. Es wird damit gerechnet, dass

der Import des neuen Datenformats in das Jagdkataster ab

Frühsommer 2012 möglich sein wird. Diejenigen Jagdgenossenschaften,

die erstmals Interesse am Erwerb von Daten und

PC-Programm 2.0 haben, werden aus diesem Grund erst im

Frühsommer 2012 bedient werden können.

„In vertrauensvoller und

partnerschaftlicher Kooperation

können Wildschäden

vermieden werden.“

Im Arbeitskreis „Jagd in Naturschutzgebieten“,

werden verbindliche Vorgaben entwickelt, um unbegründeten

Einschränkungen der Jagd in Naturschutzgebieten

entgegen zu wirken. Das Landwirtschaftsministerium

hatte zu diesem Arbeitskreis eingeladen,

nachdem Landesjägerschaft und ZJEN die Jagd in Naturschutzgebieten

zunehmender Bedrängnis ausgesetzt

sahen.

In der unmittelbaren Mitgliederbetreuung stand

im Jahre 2011 wieder die Beratung zur Ausgestaltung

des Jagdpachtvertrages und

zur Wildschadenshaftung

hoch im Kurs. Im Hinblick

auf die Vertragsverhandlungen

vor Ort müssen

die Jagdgenossenschaften

wissen, dass Wildschadensanteile,

die vom Jagdpächter haftungsrechtlich

nicht übernommen werden, gemäß § 29 BJagdG von

der Jagdgenossenschaft ausgeglichen werden müssen,

notfalls sogar über eine Mitgliederumlage. Die

geschädigten Bewirtschafter können über den Jagdpachtvertrag

nicht verpflichtet werden, einen Teil des

Schadens selbst zu tragen, denn Verträge zu Lasten

Dritter sind rechtlich unzulässig. Insgesamt besteht

zum Thema weiterhin hoher Aufklärungsbedarf, dem

der ZJEN durch gezielte Mitgliederinformation und

Vortragsveranstaltungen gerecht wird. Wichtigster

Baustein im Bemühen um die Vermeidung und Regelung

des Wildschadens ist und bleibt die vertrauensvolle

und wirklich partnerschaftliche Kooperation

aller Beteiligten vor Ort, die sich zum Beispiel durch

jährliche gemeinsame Revierbegehungen sehr befördern

lässt.

Das vereinseigene Mitteilungsblatt „ZJEN-Informationen“

unterrichtet die Mitglieder regelmäßig über

alle Verbandsaktivitäten und politischen Diskussionen.

Neueste Nachrichten, Merkblätter, Tagungsprotokolle

und Jagdpachtverträge usw. finden Mitglieder unter

www.zjen.de im Internet.

2. Der ZJEN bietet den Jagdgenossenschaften seit dem 1.1.2011

eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung an. Für einen

jährlichen Versicherungs-beitrag von nur 15 Euro kann

sich der Jagdvorstand gegen Vermögensschäden absichern,

die Dritte oder die Jagdgenossenschaft selbst aufgrund eines

fahrlässigen Fehlverhaltens des Jagdvorstands (z. B. fehlerhafte

Anwendung der Satzung) erleiden.

3. Gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft haben die

Landesverbände der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer

eine Publikation zum Thema „Jagdgenossenschaften

– Aufgaben im Jagdrechtssystem“ erarbeitet. Die Broschüre ist

als aid-Heft erschienen und kann über die Geschäftsstelle des

Verbandes bezogen werden.

4. Der Werbe-Flyer „ZJEN – Eine starke und lebendige Gemeinschaft“

stellt Aufgaben und Service-Angebote des Verbandes

dar und ist weiterhin verfügbar. Der Flyer sollte in jedem

Landvolk-Kreisverband und bei den zuständigen Jagdbehörden

ausliegen.

Naturschutz

mit den Grundeigentümern

Die Stiftung Kulturlandpflege fördert Naturschutzprojekte, die gemeinsam mit

Jagdgenossenschaften oder einzelnen Grundeigentümern durchgeführt werden.

Mittlerweile sind über 150 derartige Vorhaben – verteilt auf fast alle Landkreise

Niedersachsens – umgesetzt worden. Seit 2005 firmieren die geförderten Maßnahmen

der Stiftung Kulturlandpflege unter dem Titel „Grüne Herzen Niedersachsens“.

Die Stiftung Kulturlandpflege bietet außerdem

eine Plattform, um gemeinsam mit

Grundeigentümern und Flächenbewirtschaftern

Konzepte für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu

entwickeln. Bei entsprechenden Vorhaben nimmt

die Stiftung gerne Anregungen zur kooperativen

Umsetzung solcher Maßnahmen entgegen.

Im Jahr 2011 präsentierte sich die Stiftung Kulturlandpflege

gemeinsam mit ihren Schwesterstiftungen

aus den anderen Bundesländern erstmals

mit eigenem Messestand auf der Internationalen

Grünen Woche in Berlin.

Im Mittelpunkt stand das

Angebot der Stiftungen, im

Rahmen einer produktionsintegriertenKompensation

(PIK) flächensparende

Modelle zum Ausgleich

von Eingriffen in Natur und

Landschaft umzusetzen.

Sehr gut besucht war die Begleitveranstaltung im

Zukunftsforum Ländliche Entwicklung, in der die

Stiftungen Lösungen für konkurrierende Landnutzungen

vorstellten. Die Stiftung Kulturlandpflege

wies in ihrem Beitrag auf die Möglichkeiten der „Biotopaufwertung

durch Pflegemaßnahmen“ an bereits

bestehenden Landschaftselementen hin. Denn

schließlich können viele Biotope, wie z.B. Kleingewässer,

Hecken oder Trockenrasen erst durch Pflegemaßnahmen

in ihrem Wert erhalten oder verbessert

werden.

Am 19. Mai fiel der Startschuss in Berlin: Gemeinsam

mit anderen Kulturlandstiftungen aus

Deutschland setzt sich die Stiftung Kulturlandpflege

in Niedersachsen für Rauch- und Mehlschwalben

ein. Unter dem Titel „Schwalbe sucht Dorf“ will

die Stiftung Kulturlandpflege gemeinsam mit den

Kulturlandstiftungen aus Bayern, Rheinland-Pfalz,

Westfalen und dem Rheinland sowie der Deutschen

Stiftung Kulturlandschaft in den kommenden Jahren

verstärkt auf die Lebensbedingungen der Rauch-

und Mehlschwalben aufmerksam machen.

Während Schwalben gerade aus den Dörfern

früher nicht wegzudenken waren und mit ihrem

munteren Gezwitscher auf sich aufmerksam machten,

bleibt es heute vielerorts verdächtig still. Zwar

sind sowohl Rauch- als auch Mehlschwalben in

Deutschland noch weit verbreitet, doch ihre Lebensbedingungen

verschlechtern sich vielerorts und

so nimmt ihre Zahl ab. Im Gegensatz zu den Rauchschwalben,

die vorwiegend in Ställen oder ande-

„Die Teiche der ehemaligen

Lehrter Zuckerfabrik sind ein

Beispiel dafür, wie wertvoll

Biotope aus Menschenhand für

den Naturschutz sein können.“

ren landwirtschaftlichen Gebäuden brüten, bauen

Mehlschwalben ihre Nester an den Außenfassaden

von Gebäuden und sind damit auf das Wohlwollen

der gesamten Bevölkerung angewiesen. Landwirte

und Hausbesitzer haben viele Möglichkeiten, um

die Lebensbedingungen für die Schwalben zu verbessern.

Im kommenden Frühjahr wird die Stiftung Kulturlandpflege

das Projekt „Schwalbe sucht Dorf“ in

Niedersachsen im Rahmen einer eigenen Aktion mit

Leben füllen. Näheres zum länderübergreifenden

Schwalbenprojekt finden

Sie auf www.stiftungkulturlandpflege.de

Auf der Mitgliederversammlung

des ZJEN

in Fallingbostel am 29.

November hat die Stiftung

Kulturlandpflege das

„Projekt des Jahres 2011

mit einem besonderen Preis gewürdigt. Der Preisträger

ist Frank-Dieter Busch aus Lehrte in der Region

Hannover, der seit 50 Jahren die Vogelwelt an

den Teichen der ehemaligen Lehrter Zuckerfabrik

beobachtet und dokumentiert. Dieses 40 ha große

Feuchtgebiet ist im Jahr 2002 von der Nordzucker

AG in das Eigentum der Stiftung Kulturlandpflege

übertragen worden. Schon während des Fabrikationsbetriebes

hatten sich die Teiche zu einem bedeutsamen

Lebensraum für Brut- und Rastvögel

entwickelt. Seit Betriebsaufgabe hat sich die Anzahl

der beobachteten Vogelarten noch weiter erhöht.

Die Lehrter Zuckerfabriksteiche sind ein Beispiel

dafür, wie wertvoll Biotope aus Menschenhand

für den Naturschutz sein können. Die Stiftung Kulturlandpflege

hat die Verantwortung für den dauerhaften

Erhalt dieses Lebensraumes übernommen.

Die Wertigkeit und Störungsfreiheit des Gebietes auf

Dauer zu erhalten, sieht die Stiftung als vordringliche

Aufgabe an.

Die Veränderungen in der Vogelwelt und der

Artenzusammensetzung sind von Frank-Dieter

Busch in eindrucksvoller Weise dokumentiert worden.

Seine Aufzeichnungen sind für die Stiftung eine

wichtige Orientierungshilfe beim zukünftigen Gebietsmanagement

und sollen mit Unterstützung der

Stiftung veröffentlicht werden.

Über aktuelle Aktionen und die verschiedenen

Angebote der Stiftung Kulturlandpflege können sich

Interessierte im Internet unter www.stiftungkulturlandpflege.de

ausführlich informieren.

Björn Rohloff,

Stiftung Kulturlandpflege

55


Partner und Dienstleister

56

Dr. Heinrich-

Hubertus Helmke,

Geschäftsführer DNZ

Hohe Rüben- und

Zuckererträge lassen

auf eine erfolgreiche

Kampagne hoffen.

Gute Rübenernte –

dunkle Wolken aus Brüssel

Die Rübenernte begann in Norddeutschland Anfang September sehr vielversprechend.

Hohe Rüben- und Zuckererträge lassen auf eine erfolgreiche Kampagne 2011 hoffen.

Getrübt wird die Freude darüber jedoch durch die jüngsten Pläne der EU-Kommission

zur Reform der Zuckermarktordnung ab 2015. Die bewährte Quotenregelung und der

Rübenmindestpreis werden seitens der EU-Kommission in Frage gestellt. Nach den

harten Einschnitten seit 2006 und angesichts der veränderten Lage auf den Agrarmärkten

wäre es verantwortungslos, dem europäischen Rübenanbau erneute Veränderungen

der politischen Rahmenbedingungen zuzumuten. Die Europäische Rüben- und

Zuckerwirtschaft fordert auch mit Blick auf die Versorgungssicherheit geschlossen den

Erhalt der bestehenden Zuckermarktregelungen.

Nach einer durchschnittlichen Rübenernte 2010

wurde die Anbaufläche im Verbandsgebiet des

Dachverbands Norddeutscher Zuckerrübenanbauer

e.V. (DNZ) 2011 gegenüber dem Vorjahr um 4.500 auf

152.000 ha ausgedehnt. Die Aussaat begann unter

günstigen Bedingungen bereits Mitte März und war in

der ersten Aprildekade im gesamten Verbandsgebiet

nahezu abgeschlossen. Ausreichender Niederschlag

sorgte für einen zügigen und gleichmäßigen

Feldaufgang. Mit den trockenen und warmen

Witterungsverhältnissen im Mai und Juni kamen die

Rüben gut zurecht, der Reihenschluss war auf vielen

Flächen bereits Anfang Juni erreicht. Sehr ergiebige

Niederschläge im Juli und August ließen schließlich

hervorragende Rübenbestände heranwachsen. Bereits

zu Kampagnebeginn wurden durchschnittlich 61 t

Rüben je Hektar geerntet bei einem Zuckergehalt von

16,5 Prozent geerntet.

Zuckerernte vielversprechend

Unter zumeist trockenen Witterungsverhältnissen

verliefen Ernte, Verladung und Transport im September

und Oktober problemlos. Ende Oktober ergab die

letzte Schätzung einen durchschnittlichen Rübenertrag

von etwa 71 t/ha (2010 = 58,8) bei einem Zuckergehalt

von rund 18 Prozent (2010 = 17,1). Daraus

resultiert ein sehr guter Zuckerertrag von 12,8 t/ha

(2010 = 10,1). Damit wird das langjährige Mittel um

20 Prozent übertroffen. Die Gesamtabzüge für Erdbesatz

und Kopfanteile liegenmit 8,2 Prozent im Mittel

aller Zuckerfabriken deutlich unter den Werten von

9,5 Prozent aus den vergangenen Jahren. Im Verbandsgebiet

des DNZ werden in der Kampagne 2011

aus insgesamt etwa 10,7 Mio.t Rüben (Vorjahr: 8,8)

rund 1,7 Mio. t Zucker (2010: 1,2) gewonnen. Die Verarbeitung

der Rüben erfolgte in den zur Nordzucker

AG gehörenden niedersächsischen Werken Clauen,

Nordstemmen, Schladen und Uelzen sowie im sachsen-anhaltinischen

Klein Wanzleben bis Ende Oktober

reibungslos. Eine weitere Fabrik, die zum niederländischen

Zuckerhersteller Suiker Unie gehört,

befindet sich in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Kampagne begann bereits am 7. September

und wird aufgrund der großen Rübenernte erst

Ende Januar beendet sein.

Zuckermarktordnung fortsetzen

Unter den Agrarpolitikern in der EU gilt

das Sprichwort: „Nach der Reform ist vor

der Reform“. Die EU-Kommission hat ihren

Vorschlag zur Neugestaltung der Gemeinsamen

Agrarpolitik (GAP) am 12. Oktober

2011 vorgelegt. Die Zuckermarktordnung ist

zwar nicht Hauptgegenstand der Diskussion,

jedoch geht es bereits jetzt um eine Anschlussregelung

ab 2015. Der DNZ ist sehr

besorgt über die geplante Abschaffung der

Zuckerquoten und des Rübenmindestpreises

nach der Kampagne 2014. Dieses Ziel

hat die Europäische Kommission mit ihrem

Reformentwurf unterbreitet. Dannach sollen

ab dem Anbaujahr 2015 nur noch die Einfuhrzölle

für nichtbegünstigte Zuckerimporte

und der Referenzpreis für Weißzucker in

Höhe von 404 Euro/t erhalten bleiben. Die

Quotenregelung und der Rübenmindestpreis

würden hingegen vollständig wegfallen. Die

Brüsseler Agrarverwaltung rechnet

mit deutlich rückläufigen Erzeugerpreisen

auf ein Niveau von unter 25

Euro/t Rüben. Nach Einschätzung

des DNZ wäre der Rübenanbau in

Norddeutschland damit nahezu

ausnahmslos in seiner Existenz bedroht.

Als Folge würden zahlreiche

Arbeitsplätze in der Zuckerindustrie

und im ländlichen Raum akut

gefährdet. Ferner könnte die Versorgung

der Verbraucher aus heimischer

Produktion nicht mehr gewährleistet

werden.

Der DNZ fordert die unveränderte

Fortsetzung der gegenwärtigen

Zuckermarktregelungen

mindestens bis zum Jahr 2020. Diese steht bereits im

Einklang mit den Zielen der EU-Agrarpolitik bezüglich

Versorgungssicherheit, Marktzugang für Entwicklungsländer

und nachhaltigen Fruchtfolgen. Nach

den großen Einschnitten bei Preisen und Ausgleichszahlungen

durch die Reform in 2006 benötigen die

norddeutschen Rübenanbauer verlässliche Rahmenbedingungen.

Dankbar ist der DNZ in diesem Zusammenhang

über die Unterstützung des Europäischen

Parlaments, das sich in seiner Stellungnahme zur GAP

für eine unveränderte Fortsetzung der Zuckerpolitik

bis mindestens 2020 ausgesprochen hat.

Veränderte Lage an den Zuckermärkten

Die Lage an den Zuckermärkten hat sich erheblich

gewandelt. In Folge der Zuckermarktreform ist die

Quotenerzeugung aus dem Anbau von Zuckerrüben

in der Europäischen Union deutlich geringer als der

Bedarf zur Versorgung des Nahrungsmittelsektors.

Aufgrund der anhaltend hohen Weltmarktpreise reichen

die importierten Zuckermengen derzeit nicht für

eine ausgeglichene Marktversorgung. Entgegen allen

Erwartungen bei Einführung der Marktreform in 2006

hat Brüssel für das Zuckerwirtschaftsjahr 2010/11 erstmalig

Überschusszucker zur Vermarktung auf dem europäischen

Binnenmarkt freigegeben. Darüber hinaus

wurden die Importbeschränkungen temporär gelockert.

Waren noch vor kurzer Zeit Begriffe wie

Deklassierung und Marktrücknahme bedeutende

Themen bei der Planung des Rübenanbaus, so

sind es derzeit zusätzliche Absatzmengen und

Ausdehnung des Rübenanbaus. Für Rübenanbauer

und Zuckerindustrie unerwartet erfreuliche

Marktchancen.

Norddeutsches Bioethanol nachhaltig

erzeugt

Auf dem Biokraftstoffsektor hat die Einführung

von verbindlichen Nachhaltigkeitsstandards

zur Stabilisierung des heimischen Marktes

beigetragen. Ethanol aus norddeutschen Zuckerrüben

entspricht ausnahmslos den internationalen

Zertifizierungsbedingungen. Damit

leistet der Rübenanbau einen wichtigen

Beitrag zum Klimaschutz und zur Optimierung

der Kraftstoffversorgung aus heimischer

Produktion. Neben der Erzeugung von Bio-

ethanol ist die Zuckerrübe mittlerweile auch ein

Forderungen des DNZ zur Zukunft der ZMO

• Fortbestand der bisherigen Zucker-

quotenregelung

• Erhalt des aktuellen Rübenmindest-

preises mit Frachtregelung

• Fortschreibung der Verpflichtung zu

Branchenvereinbarungen zwischen

Zuckerunternehmen und Rübenanbauerverbänden

• Beibehaltung des Preisberichterstattungssystems

• Gewährleistung von uneingeschränkten

Zuckerexporten

• Langfristige Absicherung von Einfuhrzöllen

bei der WTO

• Abschaffung der Produktionsabgabe

• Fortsetzung der Zuckermarktordnung

bis mindestens 2020

interessanter Rohstoff für die Bereitstellung von Biogas.

Optimierungsbedarf zeigt sich noch in der gesamten

Logistikkette von der Lagerung, Konservierung und

Aufbereitung bis hin zum Aufbau einer flächendeckenden

und kostengünstigen Vermarktung für Rübensubstrat.

In jedem Falle beinhalten die politisch gesetzten

Ziele zur weiteren Entwicklung regenerativer Energien

ein großes Potenzial für den Rübenanbau.

Rübenbezahlung 2011 und 2012

Im Juli 2011 haben sich DNZ und Nordzucker auf neue

Vertragsbedingungen für den Rübenanbau 2012 geeinigt.

Darüber hinaus wurden Nachbesserungen zur

laufenden Rübenkampagne 2011 vereinbart. Abweichend

von den bereits zuvor vereinbarten Regelungen

wird ein individueller Vortrag für Überrüben in Höhe

von fünf Prozent angeboten. Ferner wurden die Abschlagzahlungen

für das Rübengeld aufgestockt bzw.

erstmalig auch für Überrüben eingeführt. Der in der

Vergangenheit heftig umstrittene Nichterfüllungsbeitrag

wurde erheblich abgemildert und greift nur noch

bei bewusster Unterbelieferung der Vertragsmenge.

Die neu vereinbarten Regelungen gelten auch bereits

für die Rübenlieferungen in 2011.

Bei der vom DNZ angestrebten Nachbesserung

der fünfjährigen Industrierübenverträge wurde ein

„Süße, Leben, Land

wirtschaft“ hieß es vom

19. bis 21. Mai mit

dem Erlebnis Bauernhof

mobil der FNL auf

dem Kohlmarkt in

Braunschweig.

57


Partner und Dienstleister

58

Heino Beewen

Teamleiter Landvolkdienste

Kompromiss geschlossen. Die in 2010 vereinbarten

Preismodelle werden unverändert fortgeführt. Allerding

besteht die Option für eine jährliche Nachverhandlung

zum Ende der Kampagne auf Basis der aktuellen

Vermarktungslage. Alle Inhaber von fünfjährigen

Industrierübenverträgen erhielten ein Exklusivangebot

zur Zeichnung eines einjährigen Industrierübenvertrages

zum vollen Quotenrübenpreis ohne individuelle

Frachtbeteiligung für 2012. Das Branchenabkommen

zwischen Nordzucker und DNZ sieht ferner vor, dass

die noch vor einem Jahr im Rahmen des Einsparprogramms

vereinbarten Rübengeldkürzungen in Höhe

von 2,8 Mio. Euro in 2011 nicht umgesetzt werden.

Darüber hinaus garantiert Nordzucker eine Beteiligung

der Rübenanbauer an den Zuckererlösen in Höhe

von mindestens fünf Mio. Euro. Ein konkretes Modell

zur Ableitung der endgültigen Erlösbeteiligung befand

sich bei Redaktionsschluss noch in Verhandlung. Der

DNZ strebt eine Orientierung an transparenten Marktdaten

an. Aus Sicht des Verbandes bieten die ausgehandelten

Vertragskonditionen den norddeutschen

Rübenanbauern wirtschaftlich interessante Perspektiven

für den Rübenanbau in 2011 und 2012.

Mit der Rübenernte 2011 wird erneut das große

Potenzial der süßen Feldfrucht deutlich. Nach einer

nur durchwachsenen Getreideernte überzeugt die

Zuckerrübe mit hohen Erträgen und trägt damit weiterhin

zur Stabilisierung des Betriebseinkommens auf

den Marktfrruchtbaubetrieben bei. Der DNZ ist deshalb

zuversichtlich, dass die norddeutschen Zuckerrübenanbauer

die anstehenden Herausforderungen

im Wettbewerb mit anderen Regionen, Feldfrüchten

und Verwertungsmöglichkeiten auch künftig bestehen

können.

Energiewende als Herausforderung

für die Versicherungswirtschaft

Die vielfach beschworene Energiewende ist für „Otto Normalverbraucher“ noch nicht

überall sichtbar und fassbar, aber Gesellschaft und Politik sind sich darüber einig, dass die

Potenziale der erneuerbaren Energien als Schlüsseltechnologie für eine klimafreundliche

und autarke Energieversorgung stärker als bisher genutzt werden müssen. Der Schritt

vom Landwirt zum Energiewirt wird, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung,

das Bild der zukünftigen Landwirtschaft prägen und ein bedeutendes Moment in der

zukünftigen Entwicklung der Betriebe ausmachen.

Schätzungen zu Folge sind 20 Prozent aller

installierten Leistung von Photovoltaikanlagen

auf den Gebäuden landwirtschaftlicher Betriebe.

Ende 2010 waren ca. 6.000 Biogasanlagen bundesweit

am Netz und lieferten eine elektrische Leistung von

insgesamt 2,279 Megawatt, das entspricht der Leistung

von 1,5 Kernkraftwerken. Wie wichtig die pflanzliche

Produktion für den zukünftigen Energiemix ist, wird

schon daran deutlich, dass bereits jetzt mehr als 65

Prozent der erneuerbaren Energien, angefangen von

der Wärmeproduktion bis hin zu Biokraftstoffen, aus

Biomasse stammen. Die zukünftige Energiewende

wird von dem weiteren Ausbau der Photovoltaik und

Windenergie sowie der Nutzung von Biomasse geprägt

sein, auf die landwirtschaftlichen Betriebe wird eine

Schlüsselrolle zukommen.

Diese große Herausforderung, die gleichermaßen

ein Stück der zukünftigen Existenzsicherung

darstellt, ist gleichzeitig verbunden mit einer Vielzahl

von Veränderungen in den Abläufen der Betriebe.

Einerseits wird die klassische Urproduktion

ein Stück weit verlassen, andererseits gibt es neue

Handelspartner wie z.B. die Energiewirtschaft, die

mit anderen und vielfach verbindlicheren vertraglichen

Regelungen aufwarten. Fragen zur Gründung

von Kapitalgesellschaften, von vertraglicher Haftung,

Liefergarantien und vielem mehr werden die

Landwirtschaft zukünftig prägen. Möglicherweise

wird auch der Klimawandel in der Diskussion um

die Produktion von Biomasse eine neue oder andere

Stellung einnehmen.

Am Ende muss sich dann noch der Versicherungsschutz

des Betriebes den sich verändernden

Rahmenbedingungen anpassen. Neue Haftungsfragen

sollten berücksichtigt werden, betriebliche Umstrukturierungen

nach großen Schadenereignissen,

aber auch die Absicherung des Betriebsleiters und

Geschäftsführers einer Kapitalgesellschaft stellt neue

Herausforderungen an die Versicherungsprodukte.

Die Landvolkdienste sehen ihre Aufgabe nicht nur in

der unabhängigen Beratung, sondern auch darin, die

veränderten Anforderungen an die Versicherungswirtschaft

weiterzugeben und die Produktentwicklung der

Häuser positiv für die landwirtschaftlichen Betriebe zu

beeinflussen.

In diesem Jahr stand die Qualifizierung der

Rechtsschutzpolicen, der Haftpflichtversicherung

und der Tierversicherung im Vordergrund. Im Nachgang

zum Dioxinskandal wurden für tierhaltende Betriebe

besondere Informationen zusammengestellt. In

der zweiten Jahreshälfte und für das kommende Jahr

standen und stehen versicherungstechnische Anpassungsmöglichkeiten

an die Folgen des Klimawandels

im Fokus.

Hoch motivierte Obstbauern

Das Jahr 2011 brachte den niedersächsischen Obstbauern viele Neuerungen. Der Bund

der deutschen Blaubeererzeuger ist mit in das berufsständische Boot der Fachgruppe

Obstbau gestiegen, die Sommertagung der Bundesfachgruppe Obstbau gastierte in

Niedersachsen, und der Bundesfreiwilligendienst ist im Obstbau gestartet. Der erste

freiwillige Obstbauhelfer in Deutschland kommt aus dem Alten Land und leistet eine

hervorragende Hilfe für in Not geratene Obstbaubetriebe.

Gut besucht wurde von den norddeutschen

Obstbauern das Seminar „Saisonarbeitskräfte“ im

Alten Land in Jork-Wisch zum Jahresauftakt. Vorgestellt

wurden die aktuellen Hinweise zur Sicherstellung

des Arbeitskräftebedarfs

im laufenden Jahr. Die

Referenten aus dem Team

des Landesbauernverbandes,

der Land- und forstlichen

Arbeitgebervereinigung, der

Deutschen Rentenversicherung und der Agentur

für Arbeit gaben wieder praxisnahe und wichtige

Hinweise. Das Saisonarbeiterseminar 2012 findet am

16.Januar statt.

Die Norddeutschen Obstbautage setzten mit der

Meisterehrung der jungen Obstbauern ein Zeichen

für den qualifizierten Nachwuchs. Am verbandspolitischen

Tag hatten Jens Stechmann, Vorsitzender der

Bundesfachgruppe, und Niedersachsens Landwirtschaftsminister

Gert Lindemann das Wort.

Die Motivation der Obstbauern und der Fachgruppe

Obstbau wird getragen vom Wunsch der Verbraucher

nach frischem gesundem Obst. Er bestimmt

das Handeln beim Einkauf. Krisenstimmungen mit

Kaufzurückhaltung können so bald überwunden

werden. Das motiviert den Obstbauern jeden Tag

und hilft über die wirtschaftliche Entwicklung in der

diesjährigen Obstvermarktung hinweg. Die Preissenkungswellen

des Lebensmitteleinzelhandels (LEH)

treffen auch immer wieder den Obstbau. Wenn der

Discounter mit Aktionspreisen von weniger als 90

Cent für zwei kg Äpfel wirbt, ist das für den Erzeuger

mehr als deprimierend. Für die Fachgruppe Obstbau

ergibt sich daraus immer wieder ein Ansatzpunkt, mit

den bundesweiten Entscheidern im Einkauf des LEH

in die Diskussion zu kommen. Argumente gegen ein

Verschleudern von Obst und anderen Lebensmitteln

gibt es genug. Fordern wir den Verbraucher also auf,

die Chance des günstigen Preises zu nutzen und zum

gesunden heimischen Apfel zu greifen.

Der Apfel ist der Werbeträger schlechthin. Seine

Natürlichkeit nutzen viele Branchen, gerne auch im

Dienstleistungsbereich oder für Werbebotschaften.

Der heimische Apfel ist der Inbegriff für eine natürliche

und gesunde Ernährung und seine Herkunft aus

der unmittelbaren Region für den bewussten Konsumenten

ein starkes Kaufargument. Das sollte analog

für den Apfelsaft gelten. Sorgfältig gepresst, liefern die

vielen heimischen Apfelsorten ein schmackhaftes, gesundes

und obendrein preiswertes Getränk, Genuss

aus der Region auch nach dem Bearbeitungsprozess in

der Saftpresse! Das schafft Vertrauen und Sicherheit.

„Der heimische Apfel ist der

Inbegriff für eine natürliche

und gesunde Ernährung.“

Ein guter Apfelsaft braucht eine guten Apfel, und der

wächst in der Nähe.

Gemeinsam sucht die Fachgruppe Obstbau nach

Lösungsansätzen für neue Probleme. Dazu zählen die

Elbvertiefung und die damit

steigende Salinität des Elbwassers,

Fragen des Risikomanagements,

sei es durch

Klimaextreme wie Frost oder

Hagel oder auch andere Katastrophen

wie die durch EHEC-Keime ausgelöste. Die

ewig komplizierte Situation bei der Genehmigung notwendiger

Pflanzenschutzmittel muss in jedem Frühjahr

erneut als fast dramatisch beschrieben werden

und stellt für alle Beteiligten eine nervenaufreibende

und anstrengende Situation dar. Nur der unermüdliche

Einsatz der Fachgruppe Obstbau und die struktive

Zusammenarbeit mit den Fachberatern und den

Bundesbehörden ermöglichen eine befriedigende

Lösung. Es bleibt die zwingende Aufgabe, intelligente

und akzeptierte Strukturen zur Lückenschließung zu

schaffen. Nur dann hat der Obstbau in Deutschland

eine Zukunft.

Der deutsche Obstbau hat starke Argumente, die

Qualität, Sicherheit und Naturschutz im Anbau garantieren

Die Einzelheiten der Erzeugungsmethoden

sind in bundeseinheitlichen Richtlinien festgeschrieben,

die von Jedermann eingesehen werden können.

Die Obstbauern laden jedes Jahr wieder dazu ein, den

Obstbau bei den Altländer Apfeltagen und dem Tag

des offenen Hofes lebendig mit einer Tour durch die

Obstplantagen zu erleben.

Bernd Eckhoff,

Fachgruppe Obstbau

Gut gelaunt präsentiert

sich DBV-Präsident

Gerd Sonnleitner mit

Apfelkönigin Laura

59


Partner und Dienstleister

60

Constantin Graf von

Lüttichau,

Geschäftsführer

aLMR Niedersachsen

Die Zukunft fest im Blick

Eine positive Entwicklung der Landwirtschaft erfordert von Landwirten und ihren

Organisationen, dass sie sich die Chancen der Veränderungen erkennen und sich

auf die neuen Anforderungen der Märkte einstellen, die sich aus der Globalisierung

und dem sich ständig ändernden Umfeld ergeben. Die Maschinenringe möchten

ihre Mitglieder als kompetente und verlässliche Dienstleister unterstützen.

Zusätzlich stehen sie auch der Wirtschaft und den Gemeinden in den ländlichen

Regionen Niedersachsens mit Know How und mehr als vierzigjähriger Erfahrung als

Ansprechpartner zur Verfügung.

Diesen Weg in die Zukunft zeigte das Motto „Vision

2020“, unter dem die Bundesversammlung

und der Tag der Maschinenringe 2011 standen. Die

Maschinenringe in Niedersachsen bieten als starker

Partner ihren Mitgliedern in einer Zeit des immer

schneller fortschreitenden technischen Fortschritts

zukunftsfähige Angebote und neue Perspektiven.. So

werden bäuerliche Familienunternehmen jederzeit

in die Lage versetzt, notwendige Anpassungen an

sich ändernde Rahmenbedingungen zu vollziehen.

Trotz des auf die Globalisierung ausgerichteten

Hauptaugenmerks werden aber nicht die Bedürfnisse

der bäuerlichen Familien und der Menschen

in den ländlichen Räumen vergessen. Darum wird

es auch zukünftig Angebote geben, die nicht nur auf

die tägliche Arbeit des Betriebsleiters abgestimmt

sind, sondern die Familien auf den Höfen als Ganzes

sehen und einbeziehen. In diesem Zusammenhang

fand unter dem Leitmotiv „Ein Tag Auszeit

vom Betrieb… für die Familie“ am 25. Juni wieder

ein MR-Familientag im Heidepark Soltau statt. Maschinenringmitglieder

erhielten die Karten wurden

zum günstigen Vorzugspreis.

Am 19. September fand unter der Regie des

Bundesverbandes der Maschinenringe der zweite

„Bauernmontag“ auf dem Oktoberfest in München

statt, wo zwei Festzelte reserviert waren. Der gute

Zuspruch macht Mut, dass der „Bauernmontag“ zu

einer festen Größe im Kalender der Maschinenringorganisation

wird.

Überbetriebliche Nährstoffverwertung

einheitlich dokumentiert

Seit langem schon ist die Dokumentation von Nährstoffen

ein Thema in der Landwirtschaft und wird

unter anderem ob ihres Arbeitsaufwands kontrovers

diskutiert.

Die Maschinenringe in Niedersachsen sind

in diesem Aufgabenfeld als Dienstleister im Sinne

ihrer Mitglieder seit einigen Jahren aktiv. Die Dokumentation

wurde in der Vergangenheit mit diversen

Programmen durchgeführt. Nun können die

Nährstoffströme mit einem einheitlichen, webbasierten

System dokumentiert werden, das durch die

Maschinenringe über drei Jahre getestet und kontinuierlich

verbessert wurde. Dieses Programm, das

in seiner Entwicklung auch durch das niedersächsische

Landwirtschaftsministerium sowie die Landwirtschaftskammer

Niedersachsen kritisch begleitet

wurde, erfüllt alle Anforderungen der am 1.9.2010

in Kraft getretenen Verordnung über das Inverkehr-

bringen und Befördern von Wirtschaftsdünger. Dem

Landwirt wird Arbeit abgenommen, bei Anfrage

kann er seine Daten in kürzester Zeit digital nach

Hause übermittelt bekommen. Dies ermöglicht

ihm einen genauen Überblick über den Stand der

Nährstoffbilanz seines Betriebes. Zusätzlich soll der

Landwirt auf Anfrage einen direkten Zugang zur Ansicht

seiner Daten erhalten. Bei Betriebsprüfungen

stünden den Nutzern der Dokumentation damit

immer die tagesaktuellen Zahlen zur Verfügung,

mühsames Zusammenstellen oder Anfordern wären

überflüssig.

Das Programm bildet eine ideale zukunftsorientierte

Dokumentationsplattform für Landwirte,

aber auch für externe Vermittler oder Verwerter, die

noch nach einer geeigneten modernen Dokumentationslösung

suchen. Letztere haben die Möglichkeit,

einen eigenen Zugang zu erhalten und somit

ihre Kunden auch weiterhin optimal zu betreuen.

Weitere Informationen dazu können beim Landesverband

der Maschinenringe Niedersachsen e. V.

erfragt werden.

Zertifizierung nach ISO 9001:2008

verbessert die Arbeit

Bereits seit einigen Jahren ist etwa jeder dritte niedersächsische

Maschinenring mit seinen Tochtergesellschaften

in einer Matrixzertifizierung über den

Landesverband der Maschinenringe Niedersachsen

e.V. nach der ISO 9001:2008 zertifiziert. Durch den

kontinuierlichen Verbesserungsprozess und den

Erfahrungsaustausch während der internen Audits

können so die verschiedenen Prozesse angepasst

und die Arbeit für die Mitglieder immer weiter verbessert

werden.

Bundesfreiwilligendienst beim

LMR Niedersachsen

Als Ergänzung zu den haupt- und nebenberuflichen

Betriebshelfern war der Landesverband der Maschinenringe

Niedersachsen seit 1995 als Beschäftigungsstelle

für den Zivildienst anerkannt. Mit dem

Aussetzen der allgemeinen Wehrpflicht wurde auch

der Zivildienst vom Gesetzgeber ausgesetzt.

Als „Ersatz“ für den Zivildienst gibt es seit Juli

2011 den Bundesfreiwilligendienst, der allen Frauen

und Männern nach der Erfüllung der Schulpflicht

angeboten werden kann. Die Aufgaben sind im Wesentlichen

die gleichen wie die beim Zivildienst, also

die Betriebshilfe auf Höfen, wenn der Betriebsleiter

im Krankheitsfall ersetzt werden muss.

Wald liefert regenerative Energie

Die Waldbesitzer in Niedersachsen blicken auf ein erfolgreiches Internationales Jahr der

Wälder 2011 zurück. Durch zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen ist es gelungen,

den Wald und seine Eigentümer in das Bewusstsein vieler Menschen zu rücken. So hat

sich der Waldbesitzerverband Niedersachsen e.V. in diesem Jahr unter anderem mit

einem Gemeinschaftsstand Privatwald auf der Forst- und Holzmesse LIGNA in Hannover

erfolgreich präsentiert.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat

in der Energiepolitik ein Paradigmenwechsel

stattgefunden. Der Ausstieg aus der Kernkraft und

die Klimaschutzvorgaben rücken die Erzeugung

regenerativer Energie in den Vordergrund. Den

heimischen Wäldern kommt dabei eine besondere

Bedeutung zu. Sie erzeugen nachhaltig den

klimaschonenden Energieträger Holz und können

gleichzeitig als Standort für die Erzeugung von

Windenergie dienen. Diese und andere Standpunkte

hat der Waldbesitzerverband Niedersachsen deshalb

in einer Waldresolution zusammengefasst, die

Präsident Norbert Leben dem niedersächsischen

Ministerpräsidenten David McAllister anlässlich der

Zukunftskonferenz auf der LIGNA übergeben hat.

Die 2014 beginnende Periode der EU Agrar- und

Forstförderung wirft längst ihre Schatten voraus. Es

ist an uns, den Prozess der forstlichen Förderung so

�������������� �� ����� ��������

����������������

mit zu begleiten, dass die Forstwirtschaft mit ihren

kleinen und mittleren Strukturen, vor dem Hintergrund

der Gesellschaftsvorsorge zukunftsfähig gemacht

wird.

Die Anpassung der Wälder an den Klimawandel

bleibt die Herausforderung der nächsten Jahrzehnte.

Der Waldklimafonds soll Waldbesitzern bei

dieser Anpassung helfen. Noch wichtiger aber ist

es, die Baumarten im Wald zu etablieren, die den

klimatischen Veränderungen angepasst sind und

den Waldbesitzern Wertschöpfungsmöglichkeiten

eröffnen.

Der Holzverkauf wird in absehbarer Zeit die

Haupteinnahmequelle für die Betriebe bleiben. Die

Gemeinwohlleistungen wie Klimaschutz, Trinkwasser,

Naturschutz und Erholung müssen nachziehen

und den Waldbesitzern endlich gerecht vergütet

werden.

Steffen Hartig,

Geschäftsführer

Waldbesitzerverband

Niedersachsen

��������������� ����

�������������������

��� ��� �� ���� ���������� ������� �

���� ����������������

��� ��� ��� � ��������� ��������� ���� ����

��������������� ����

�������������������

���������������� �

����� ��������

����������������������

�������� ��� ��� �� �� �����

�������� ��� ��� �� �� �����

������������

������� ��� �����������

��� ���� ��� ��� ����� ���

�������� ��� ���� ��� ��� ����� ���

� ������������������

� ������������������������������

� �������������������������������������

� �������������������������������

� ������������������

� �������������������������������

� �������� ��� ��������������������

� ����������������������������������

� ���������� ������������ ��� ������������� ������� ���������

� ���������� ��� ������������������

� �����������������

� ������������������������

� ����������������

61


Partner und Dienstleister

62

Till Reichenbach

Geschäftsführer NLJ

Niedersächsische Landjugend –

Anpacken statt rumschnacken

Das Jahr 2011, das europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit, war bei der Landjugend

geprägt von der 72-Stunden-Aktion. Bereits zum fünften Mal fand sie vom 26.bis 29. Mai

statt, sie stand unter dem Motto „Wi pakt dat an“. Das ließen sich die teilnehmenden

Landjugend Gruppen nicht zweimal sagen.

Seit 1995 findet die Aktion im Vierjahresrhythmus

statt und bisher wurde alle vier Jahre wieder eine

Rekordbeteiligung erreicht – so auch in diesem Jahr.

Trotzdem ist die 72-Stunden-

Aktion keine Routine, sondern

immer wieder eine neue

Herausforderung. Insgesamt

75 Gruppen hatten sich für

die neue 72-Stunden-Aktion

angemeldet. Die steigende

Beteiligung über die Jahre ist ein

deutliches Zeichen dafür, dass die Jugendlichen mehr

als motiviert sind, etwas Gemeinnütziges für ihr Dorf

zu tun, aber auch Spaß haben und tolle Erlebnisse mit

der Aktion verbinden.

Vor allem die ehrenamtliche Dimension beeindruckt:

Die Aktion wird fast ausschließlich von eh-

„Die 72-Stunden-Aktion

ist mehr als Spaß,

sie hat einen hohen

Bildungswert.“

renamtlichen Kräften verwirklicht. Von der obersten

Planungsebene (zwei Ehrenamtliche!), über die Vorbereitung

der Aufgaben (ca. 20 Ehrenamtliche) bis hin

zu der Durchführung in den

Aktionsgruppen (ca. 4.500 Jugendliche

und Helfer vor Ort)

führen Mitglieder und Freunde

der Niedersächsischen Landjugend

die 72-Stunden-Aktion zu

einem großen Erfolg. Lediglich

in der landesweiten Koordination

und der Öffentlichkeitsarbeit wirkt jeweils ein Bildungsreferent

unterstützend mit.

Der besondere Reiz der Aktion besteht weiterhin

darin, dass die Aufgabe und der Agent bis zum Startschuss

um 18 Uhr am 26. Mai geheim waren. Natürlich

wurde vorher schon fleißig spekuliert, wer der geheime

Agent sein könnte und was genau die diesjährige

Aufgabe der Gruppe sein würde. Wichtig für den

Agenten und auch die Aufgabe, die er oder sie in

Abstimmung mit dem Landesverband sucht, ist

ein starker Bezug zum Dorf. Die Aufgabe soll sowohl

dem Dorf zugutekommen als auch der Landjugendgruppe

vor Ort. Die Agenten mussten damit

schon fast eine Mammutaufgabe bewältigen: Eine

Aufgabe finden, die dem Dorf und den Landjugendlichen

nutzt, Spaß bei der Umsetzung macht,

in 72 Stunden zu bewältigen und dann auch noch

über Spenden und Sponsoren finanzierbar ist. Die

Aufgabe ist Dreh- und Angelpunkt der Aktion und

muss die individuellen Bedürfnisse und Fertigkeiten

der jeweiligen Gruppe berücksichtigen. Die

Bandbreite reichte von einem Piratenschiff, über

einen Schwimmteich, den Bau eines kompletten

Kinderspielplatzes bis hin zu einem XXL-Outdoor-Memory.

Auch wenn die Gruppen vor Ort vorher noch nicht

wussten, was auf sie zukommt, konnten sie doch schon

einiges vorbereiten. Tipps und Tricks hierzu gaben die

Bildungsreferenten an insgesamt zwölf Terminen. Öffentlichkeitsarbeit,

Sponsorensuche und Projektplanung

sind nur einige der dabie genannten Stichworte.

Unterstützt wurden die Jugendlichen vielfach

durch Kommunen oder öffentliche Träger. Sie helfen

mit finanziellen Zuschüssen oder bei Genehmigungen.

Auch lokale Betriebe oder Vereine helfen zum Beispiel

bei der Bereitstellung der notwendigen Werkzeuge

oder Maschinen. Aber auch kleine Dinge zählen: Von

Brötchen über Getränke bis hin zum Baumaterial:

Jede Spende ist gerne gesehen. Auf Landesebene zählen

die VGH und der Förderverein der Landjugend zu

den Hauptsponsoren. So bekamen die Jugendlichen

T-Shirts, Banner, Zollstöcke und vieles mehr für die Öffentlichkeitsarbeit

vor Ort.

Die 72-Stunden-Aktion ist mehr als nur Spaß und

Action. Die Aktion selbst, aber auch ihre Vorbereitung,

haben einen hohen Bildungswert für die Jugendlichen.

Sie sollen erleben, dass sie ihr Lebensumfeld aktiv

mitgestalten können. Wichtig ist die Arbeit als Gruppe

und im Team, um gemeinsam

auch auf den ersten Blick unlösbar

erscheinende Aufgaben

zu bewältigen. Alles in allem

ist die 72-Stunden-Aktion ein

breit angelegtes Beteiligungsprojekt

für Jugendliche und

dadurch eine jugendgemäße

Form der informellen Bildung.

Sie stärkt zugleich die

Kontinuität der dörflichen Jugendarbeit.

Darüber hinaus betrieben

die Jugendlichen aktive

Öffentlichkeitsarbeit für ihre

Ortsgruppe und die Landesgemeinschaft,

was sich in diesem

Jahr auch in dem großartigen

Echo in Presse, Fernsehen

und Rundfunk widerspiegelte.

Von lokalen Zeitungen, die

fast immer über „ihre“ Gruppen

vor Ort berichteten, über

Rundfunk und überregionale Presse – die 72-Stunden-

Aktion war Ende Mai „das“ Thema in Niedersachsen.

So widmete die Hannoversche Allgemeine Zeitung am

Aktionswochenende der 72-Stunden-Aktion die halbe

Seite Niedersachsenseile und besuchte gleich mehrere

Gruppen vor Ort. Ein NDR-Fernsehteam begleitete

die Ortsgruppe Jever und machte daraus das Top-Thema

der Sonntagsausgabe von „Hallo Niedersachsen“.

Auch bei den niedersächsischen Radiosendern kam

niemand umhin, etwas von der 72-Stunden-Aktion

zu hören. Ob Telefoninterviews, kurze Berichte oder

Spendenaufrufe der Gruppen vor Ort, die Medien haben

die NLJ an diesem Wochenende kreativ begleitet.

Die 72-Stunden-Aktion ist eine Herkulesaufgabe

auf allen Ebenen, von Landesebene bis hin zu den

Gruppen vor Ort. Erschöpfte, aber glückliche Gesichter

am Sonntagabend stehen aber als Beleg dafür, dass

sich der Arbeitsaufwand lohnt! 2012 macht sich die

Landjugend wieder „Stark fürs Land“: Unter diesem

Titel wird die Jahresaktion 2012 auf Fehlentwicklungen

und Missstände im ländlichen Raum aufmerksam machen.

Die Landjugend wird ihre Anliegen, Wünsche

und Hoffnungen kreativ gegenüber Politik und Öffentlichkeit

vortragen.

Die Landjugend in

Hollen packte kräftig

an und baute Sitz-

gelegenheiten für

einen Spielplatz.

63


Partner und Dienstleister

64

Freiwilligendienste bei der NLJ

Di e Ni e d e r s ä c h s i s c h e L a n d j u g e n d

bietet verschiedene Möglichkeiten des

bürgerschaftlichen Engagements. Ausgebildete

Landwirte haben die Chance, im landwirtschaftlichen

Betriebshilfsdienst ihr Fachwissen anzuwenden

und zu erweitern. In Notsituationen sind

landwirtschaftliche Familien auf Hilfe im Betrieb

angewiesen. Bei Ausfall des Betriebsleiters kommt in

vielen Fällen ein Bundesfreiwilliger, alsNachfolger der

Zivildienstleistenden zum Einsatz. Sie übernehmen

alle Aufgaben zur Weiterführung des Betriebes nach

den Leistungsgrundsätzen der landwirtschaftlichen

Betriebshilfe. Jungen Agrariern bietet sich ein

vielseitiges Einsatzfeld auf unterschiedlichsten Höfen.

Vorhandenes Fachwissen wird durch den praktischen

Einsatz erweitert, für die spätere Berufstätigkeit

werden wertvolle Erfahrungen erworben. Die

Freiwilligentätigkeit wird als Praxiszeit für den Besuch

Nach der erfolgreichen Imagekampagne „Landwirt

aus Leidenschaft“ hat die Niedersächsische

Landjugend als Folgeprojekt 2011 die Kampagne

„Von Herzen Hauswirtschaft“ in Kooperation mit

Impressum:

Redaktion: Gabi von der Brelie

Fotoquellen: Landvolk 32, Landpixel 12, LVN 3, NLJ 3, Stephan 2, Archiv 5, Titel: Landvolk 1, Landpixel 3

der Zweijährigen Fachschule bzw. des Meisterkurses

oder des Studiums anerkannt. Der Einsatz der

Freiwilligen erfolgt entweder auf direkte Anforderung

der betroffenen Familie oder in Zusammenarbeit mit

den Kreisverbänden des Landvolkes Niedersachsen

bzw. den Maschinenringen. Auch Gärtner der

Fachrichtung Obstbau können im Freiwilligendienst

ihr berufliches Können vertiefen. Im Jahr 2011

haben sich sieben Zivildienstleistende in der

landwirtschaftlichen Betriebshilfe engagiert. Wer über

keine abgeschlossene Ausbildung verfügt und sich

beruflich orientieren möchte, der kann Erfahrungen

im Bereich der Heilerziehungspflege sammeln. Als

anerkannter Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres

steh die NLJ mit Einsatzstellen im Wangerland und in

Oldenburg in Kontakt. Für handwerklich geschickte

Allrounder besteht die Möglichkeit, sich im Bereich

Gebäudemanagement zu erproben.

den Landfrauenverbänden entwickelt. Mit Postkarten

und einem „Berufsinformationsflyer“ soll

über den Beruf der Hauswirtschafterin informiert

werden. Die Kampagne will das Interesse für eine

Ausbildung in der Hauswirtschaft wecken. Die Models

auf den Postkarten sind Auszubildende oder

gelernte Hauswirtschafterinnen aus der Landjugend

und wollen zeigen, dass Hauswirtschaft

mehr ist als „kochen, putzen, backen“, nämlich

das Management des Haushalts. Auf der Rückseite

der Postkarten finden sich Statements der Auszubildenden

zum Beruf der Hauswirtschafterin. Mit

den Materialien präsentiert sich die Landjugend

auf Messen und Ausstellungen und stattet Schulen,

Verbände, Vereine und Berufsinformationszentren

aus, sie können in der Geschäftsstelle Hannover

kostenlos angefordert werden.

Mehr unter www.ausbildung-hauswirtschaft.de.

Kreativkonzept Innenteil: Andrea Tschiersch, Titel: Mirja Schmale, Werbemittelproduktion Hannover/Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH

Layout: Mirja Schmale, Maren Wolf, Werbemittelproduktion Hannover/Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH

Verbandsorganisation/

Steuerpolitik u. -recht,

Jugend u. Bildung

Personal, Verwaltung,

Finanzen, Beteiligungen,

Verbandsstruktur,

Verbandsberatung

Jürgen Vohl

Steuerpolitik,

Steuerrecht

Cord Kiene

Aus- und Weiterbildung,

Bildungsträger,

Junglandwirte,

Nachwuchsförderung

Heike Marheineke

Mitgliederversammlung

Agrar-, Umwelt-

und Sozialrecht

Agrarrecht,

Agrarrechtspolitik,

Förderrecht,

Kommunalrecht,

Raumordnung

Jens Haarstrich

Harald Wedemeyer

Umweltpolitik,

Umweltrecht

Hartmut Schlepps

Sozialrecht, Sozialpolitik,

Nebenerwerbslandwirtschaft,

Private Vorsorge

Heinz Möller

Ausschüsse

Ausschuss Pflanze

Vorsitzender Jürgen Hirschfeld

Geschäftsführer Werner Bosse

Ausschuss Milch

Vorsitzender Heinz Korte

Geschäftsführer Dr. Werner Rüther

Ausschuss Rindfleischerzeugung

Vorsitzender Albert Schulte to Brinke

Geschäftsführer Markus Kappmeyer

Ausschuss Grünland

Vorsitzender Peter Cornelius

Geschäftsführer Hartmut Schlepps

Ausschuss Schweine / Veredelung

Vorsitzender Hermann Wester

Geschäftsführer Markus Kappmeyer

Ausschuss Tierseuchen

Vorsitzender Norbert Meyer

Geschäftsführer Dr. Werner Rüther

Geschäftsführer Markus Kappmeyer

Ausschuss Finanzen

Vorsitzender Heiner Beermann

Geschäftsführer Jürgen Vohl

Ausschuss Jungagrarier

Vorsitzender Heino Klintworth

Geschäftsführerin Heike Marheineke

Präsident: Werner Hilse

Hauptgeschäftsführung:

HGF: Jörn Dwehus

Stv. HGF: Jürgen Vohl

Agrarmärkte,

Marktpolitik

Milchwirtschaft

Dr. Werner Rüther

Vieh und Fleisch

Markus Kappmeyer

Pflanzliche Erzeugnisse,

Werner Bosse

Marktanalyse

Dr. Friederike Albersmeier

Regenerative Energien

NawaRo

Harald Wedemeyer

Werner Bosse

Ökolandbau

Christine Hoppe

Holz und Forst

Steffen Hartig

Vorstand

Agrar- und

Strukturpolitik,

Lebensmittelrecht,

Agrarwirtschafts- und

Förderpolitik,

öffentl. Haushalte,

Betriebswirtschaft

Dr. Wilfried Steffens

Qualitätssicherung,

Lebensmittel, Tierschutz,

Veterinärwesen,

Tierseuchen

Dr. Werner Rüther

Markus Kappmeyer

Ausschuss Nebenerwerb

Vorsitzender Karl Wiedemeier

Geschäftsführer Heinz Möller

Ausschuss Schul- u. Bildungspolitik

Vorsitzender Thorsten Riggert

Geschäftsführer Heike Marheineke

Ausschuss Sozialpolitik

Vorsitzender Helmut Meyer

Geschäftsführer Heinz Möller

Ausschuss Strukturpolitik

Vorsitzender Erich Hinrichs

Geschäftsführer Dr. Wilfried Steffens

Warmbüchenstraße 3

30159 Hannover

Telefon: 05 11/3 67 04-0, Fax -62

E-Mail: landesverband@landvolk.org

www.landvolk.net

Stand: 18. 11. 2011

Ausschuss Umwelt

Vorsitzender Dr. Hans-Christian Hanisch

Geschäftsführer Hartmut Schlepps

Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit

Vorsitzender Johann Knabbe

Geschäftsführer Wolfgang Arens

Ausschuss Regenerative Energien

Vorsitzender Hermann Grupe

Geschäftsführer Harald Wedemeyer

Arbeitsgruppe Sauenhalter

Vorsitzender NN

Geschäftsführer Markus Kappmeyer

Helmut Brachtendorf

Arbeitsgruppe Ökolandbau

Vorsitzender NN

Geschäftsführerin Christine Hoppe

Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit

Koordination

Öffentlichkeitsarbeit,

Verbandskommunikation

Wolfgang Arens

Helmut Brachtendorf

Pressestelle / Internet

Gabi von der Brelie

Wiebke Molsen

Christian Podlewski

65


Referate

66

Referate –

Wir stellen uns vor

Politik

Geschäftsbereich

Grundsatzfragen,

Struktur- und Förderpolitik

Dr. Wilfried Steffens

Steuern

Geschäftsbereich

Steuern und Finanzen

Cord Kiene und

Elena Just

Geschäftsführung

Jörn Johann Dwehus,

Christine Hoppe,

Jürgen Vohl,

Ilona Schildener (vl.n.r)

Marktreferat

Markus Kappmeyer,

Dr. Friederike Albersmeier,

Brigitte Theiler,

Werner Bosse,

Dr. Werner Rüther

(v.l.n.r.)

Soziales

EDV

Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit

Wolfgang Arens,

Gabi von der Brelie,

Kerstin Riechmann,

Wiebke Molsen,

Helmut Brachtendorf

(v.l.n.r.)

Geschäftsbereich Sozialrecht

Heinz Möller, Dorota Plautz

Bildung

Heike

Marheineke

Geschäftsbereich Verwaltung und EDV

Christian Köster, Michael Heß (v.l.)

Recht

Empfang

Maja Orzechowski

Beate Freye

(v.l.)

Geschäftsbereich Umwelt- und Landwirtschaftsrecht

sowie Forstpolitik

Harald Wedemeyer, Barbara Heinze,

Hartmut Schlepps, Jens Haarstrich (v.l.n.r.)

67


Vorstand und Anschriften

68

Das Präsidium des Landvolkes Niedersachsen:

Helmut Meyer, Heinz Korte, Werner Hilse

Franz-Josef Holzenkamp, (v. l.).

Vorstand Landvolk Niedersachsen Landesverband

Werner Hilse Präsident

Franz-Josef Holzenkamp Vizepräsident

Heinz Korte Vizepräsident

Helmut Meyer Vizepräsident

Wilhelm Niemeyer Ehrenpräsident

Johann Arendt Meyer zu Wehdel Präsident der

LWK Niedersachsen

Heiner Beermann Lüneburg

Peter Cornelius Oldenburg

Hartmut Danne Hildesheim

Tobias Göckeritz Hannover

Bezirksarbeitsgemeinschaften

im Landvolk Niedersachsen

Niedersächsisches Landvolk

Bezirksverband Braunschweig

Helene-Künne-Allee 5, 38122 Braunschweig

Tel. 0531/287700, Fax: 0531/2877020

Vorsitzender Jürgen Hirschfeld

stellv. Vorsitzender Gerhard Schwetje

stellv. Vorsitzender Ulrich Löhr

Geschäftsführerin Manuela Schneider

Geschäftsführer Kurt Hübner

Niedersächsisches Landvolk

Bezirksverband Hannover

Klütstr. 10, 31787 Hameln

Tel. 0 51 51/40 66 60, Fax: 0 51 51/4 06 66 29

Vorsitzender Hermann Grupe

Geschäftsführer Friedrich Wilharm

Niedersächsisches Landvolk

Bezirksverband Hildesheim

Friedrichstr. 27/28, 37154 Northeim

Tel. 0 55 51/9 79 00, Fax: 0 55 51/97 90 29

Vorsitzender Hartmut Danne

Geschäftsführer Willi Teutsch

Niedersächsisches Landvolk

Bezirksverband Lüneburg

Düshorner Str. 24, 29683 Bad Fallingbostel

Tel. 05 162/903-100, Fax: 05 162/903-139

Vorsitzender Heiner Beermann

Geschäftsführer Klaus Grünhagen

Hermann Grupe Hannover

Erich Hinrichs Ostfriesland

Jürgen Hirschfeld Braunschweig

Heino Klintworth LAG Junglandwirte

Lars König Nds. Landjugend

Joost Meyerholz Stade

Thorsten Riggert Lüneburg

Albert Schulte to Brinke Osnabrück

Hermann Wester Emsland

Brigitte Scherb Landfrauenverband Hannover

Agnes Witschen Landfrauenverband Weser-Ems

Landesverband des

Oldenburger Landvolkes

Albrecht-Thaer-Str. 2

26939 Ovelgönne

Tel. 0 44 01/9 80 50, Fax: 0 44 01/98 05 33

Vorsitzender Peter Cornelius

Geschäftsführer Manfred Ostendorf

Niedersächsisches Landvolk

Bezirksverband Osnabrück

Am Schölerberg 6, 49082 Osnabrück

Tel. 05 41/56 00 10, Fax: 05 41/5 60 01 16

Vorsitzender Albert Schulte to Brinke

Geschäftsführer Martin Andrees

Niedersächsisches Landvolk

Bezirksverband Stade

Lindhooper Str. 61, 27283 Verden

Tel. 0 42 31/92630, Fax: 0 42 31/926392

Vorsitzender Joost Meyerholz

Geschäftsführer Carsten Hipp

Landw. Hauptverein

für Ostfriesland

Südeweg 2, 26607 Aurich-Sandhorst

Tel. 0 49 41/60 90, Fax: 0 49 41/60 92 49

Präsident Erich Hinrichs

Vizepräsident Justus Ackermann

Hauptgeschäftsführer Karl Hedden

Vereinigung des

Emsländischen Landvolkes

An der Feuerwache 12, 49716 Meppen

Tel. 0 59 31/9 33 21 11, Fax: 0 59 31/9 33 21 12

Präsident Hermann Wester

Vizepräsident Hermann Heilker

Hauptgeschäftsführer Lambert Hurink

Anschriften

der Kreisverbände

Ammerländer Landvolkverband

Kolbergerstr. 20, 26655 Westerstede

Postfach 12 68, 26642 Westerstede

Tel. 0 44 88/83 70, Fax: 0 44 88/85 90 91

Vorsitzender Manfred Gerken

Geschäftsführer Hans-Jürgen Schröder

Landw. Kreisverein Aschendorf-Hümmling

Große Str. 14, 26871 Aschendorf

Tel. 0 49 62/9 13 12 00, Fax: 0 49 62/9 13 12 22

Vorsitzender Bernd Schulte-Lohmöller

Geschäftsführer Georg Brüning

Kreisverband Aurich

Südeweg 2, 26607 Aurich-Sandhorst

Tel. 0 49 41/60 92 50, Fax: 0 49 41/60 92 49

Vorsitzender Peter Dirksen

Geschäftsführer Karl Hedden

Landw. Kreisverein Grafschaft Bentheim

Berliner Str. 2, 49828 Neuenhaus

Postfach 11 65, 49825 Neuenhaus

Tel. 0 59 41/608100, Fax: 0 59 41/6 08 188

Vorsitzender Hermann Heilker

Geschäftsführerin Elfriede Werdermann

Niedersächsisches Landvolk

Braunschweiger Land e.V.

Geschäftsstelle Braunschweig

Helene-Künne-Allee 5, 38122 Braunschweig

Tel. 0531/287700, Fax: 0531/2877020

Geschäftsstelle Peine

Freiligrathstr. 2, 31224 Peine

Tel. 05171/99050, Fax: 05171/990533

Vorsitzender Jürgen Hirschfeld

stellv. Vorsitzender Wilfried Henties

stellv. Vorsitzender Ulrich Löhr

Geschäftsführerin Manuela Schneider

Geschäftsführer Kurt Hübner

Kreisverband Bremervörde

Albrecht-Thaer-Str. 6, 27432 Bremervörde

Tel. 0 47 61/99 22 00, Fax: 0 47 61/99 22 22

Vorsitzender Heinz Korte

Geschäftsführer Dr. Hartmut Schröder

Kreisverband Celle

Biermannstr. 14, 29221 Celle

Tel. 0 51 41/38 44-53, Fax: 0 51 41/38 44 77

Vorsitzender Jürgen Mente

Geschäftsführer Martin Albers

Kreisverband Cloppenburg

Löninger Str. 66, 49661 Cloppenburg

Tel. 0 44 71/96 52 00, Fax: 0 44 71/96 52 81

Vorsitzender Hubertus Berges

Geschäftsführer Bernhard Suilmann

Kreisverband Grafschaft Diepholz

Geschäftsstelle Sulingen

Galtenerstr. 18, 27232 Sulingen

Tel. 0 42 71/94 51 00, Fax: 0 42 71/94 51 11

Geschäftsstelle Diepholz

Grafenstraße 28, 49356 Diepholz

Tel. 0 54 41/34 59, Fax: 0 54 41/8 16 41

Vorsitzender Lothar Lampe,

ab 1.1.2012: Theodor Runge

Geschäftsführer Wilhelm Bergmann

Kreisverband Friesland

Bahnhofstr. 23 a, 26419 Schortens

Tel. 0 44 61/30 12, Fax: 0 44 61/60 10

Vorsitzender Hartmut Seetzen

Geschäftsführer Manfred Ostendorf

Kreisverband Gifhorn-Wolfsburg

Geschäftsstelle Gifhorn

Bodemannstr. 16, 38518 Gifhorn

Tel. 0 53 71/86 41 00, Fax: 0 53 71/86 41 20

Geschäftsstelle Wittingen

Schützenstr. 10, 29378 Wittingen

Tel. 0 58 31/2 91 80, Fax: 0 58 31/74 39

Vorsitzender Joachim Zeidler

Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse

Kreisverband Göttingen

Geschäftsstelle Duderstadt

Herzberger Str. 12, 37115 Duderstadt

Tel. 0 55 27/9 82 10, Fax: 0 55 27/98 21 20

Geschäftsstelle Göttingen

Götzenbreite 10, 37124 Rosdorf

Tel. 05 51/7 89 04 50, Fax: 05 51/7 89 04 59

Vorsitzender Hubert Kellner

Geschäftsführer Achim Hübner

Kreisverband Land Hadeln

Schulstr. 4, 21762 Otterndorf

Postfach 12 61, 21759 Otterndorf

Tel. 0 47 51/9 22 60, Fax: 0 47 51/92 26 44

Vorsitzender Volker Kamps

Geschäftsführer Detlef Jungclaus

Landvolkkreisverband Hannover

Hauptgeschäftsstelle Hannover-Ahlem

Wunstorfer Landstr. 11, 30453 Hannover

Tel. 05 11/40 07 87-0, Fax: 05 11/40 07 87-22

Vorsitzender Heinrich Blume

Geschäftsführer Dr. Carl Dohme

Kreisverband Hildesheim

Grünes Zentrum Hildesheim

Am Flugplatz 4, 31137 Hildesheim

Tel. 05121/70670 Fax: 05121/706767

Grünes Zentrum Alfeld

Bahnhofstr. 14, 31061 Alfeld

Tel. 05181/84050, Fax 05181/840518

Vorsitzender Wolfgang Rühmkorf

Vorsitzender Helmut Meyer

Geschäftsführer Carl-Jürgen Conrad

Geschäftsführer Gerhard Rudolph

Kreisverband Leer

Nessestr. 2, 26789 Leer

Tel. 04 91/9 29 95 10, Fax: 04 91/9 29 95 22

Vorsitzender Justus Ackermann

Geschäftsführer Rudolf Bleeker

Landw. Kreisverein Lingen

Am Hundesand 12, 49809 Lingen

Tel. 05 91/9 63 07 25, Fax: 05 91/9 63 07 39

Vorsitzender Hermann Hermeling

Geschäftsführer Wichard Wabner

Kreisverband Lüneburger Heide

Geschäftsstelle Winsen

St.-Georg-Str. 2, 21423 Winsen/Luhe

Postfach 1244, 21412 Winsen/Luhe

Tel. 04171/65460, Fax: 04171/65 46 46

69


Vorstand und Anschriften

70

Landvolkhaus

in Sulingen

Geschäftsstelle Buchholz

Am langen Sal 1, 21244 Buchholz

Postfach 12 08, 21232 Buchholz

Tel. 04181/90860, Fax: 04181/30589

Geschäftsstelle Bad Fallingbostel

Düshorner Str. 25, 29683 Bad Fallingbostel

Tel. 05162/903100, FAX: 05162/903139

Vorsitzender Heiner Beermann

Vorsitzender Rudolf Meyer

Geschäftsführer Klaus Grünhagen

Geschäftsführer Jochen Schröder

Kreisverband Melle

Gesmolder Str. 7, 49324 Melle

Tel. 0 54 22/9 50 20, Fax: 0 54 22/95 02 30

Vorsitzender Hermann Josef Bolte

Geschäftsführer Heinrich Kinnius

Bauernverband

Nordostniedersachsen e. V.

Geschäftsstelle Lüneburg

Altenbrücker Damm 6, 21337 Lüneburg

Tel. 04131/862923, Fax: 04131/8629255

Geschäftsstelle Lüchow

Senator-Sandhagen-Str. 1, 29439 Lüchow

Tel. 05841/97700, Fax: 05841/977099

Geschäftsstelle Uelzen

Wilhelm-Seedorf-Str. 1, 29525 Uelzen

Tel. 0581/9736690, Fax: 0581/97366910

Vorsitzender Thorsten Riggert

Geschäftsführer Wolf Winkelmann

Geschäftsstellenleiterin Urte Rötz

Kreisverband Northeim-Osterode

Landvolk Northeim-Osterode

Kreisbauernverband e.V.

Geschäftsstelle Northeim

Friedrichstr. 27/28, 37154 Northeim

Tel. 05551/9790-0, Fax: 05551/979029

Geschäftsstelle Uslar

Lange Str. 53, 37170 Uslar

Tel. 05571/2527, Fax: 05571/4559

Geschäftsstelle Osterode

Bergstr. 10, 37520 Osterode

Tel. 05522/50000, Fax: 05522/500050

Vorsitzender Siegfried Sander

Geschäftsführer Willi Teutsch

Geschäftsführer Gerhard Rudolph

Landwirtschaftl. Hauptverband

Südniedersachsen

Friedrichstr. 27/28, 37154 Northeim

Tel. 0 55 51/9 79 00, Fax: 0 55 51/97 90 29

Vorsitzender Helmut Meyer

Geschäftsführer Dr. Bernd A. von Garmissen

Landvolkhaus Land Hadeln

Landw. Kreisverein Meppen

An der Feuerwache 12, 49716 Meppen

Tel. 0 59 31/93 32-111, Fax: 0 59 31/93 32-112

Vorsitzender Hermann Wester

Geschäftsführer Michael Feld

Kreisverband Mittelweser

Geschäftsstelle Syke

Hauptstr. 36-38, 28857 Syke

Tel. 0 42 42/59 50, Fax: 0 42 42/5 95 80

Geschäftsstelle Nienburg

Vor dem Zoll 2, 31582 Nienburg

Tel. 0 50 21/96 86 60, Fax: 0 50 21/9 68 66 19

Vorsitzender Dr. Hans-Christian Hanisch

Vorsitzender Tobias Göckeritz

Geschäftsführer Olaf Miermeister

Kreisverband Norden-Emden

Südeweg 2, 26607 Aurich

Tel. 0 49 41/60 90, Fax: 0 49 41/60 92 49

Vorsitzender Carl Noosten

Geschäftsführerin Gelinde Uphoff

Kreisverband Oldenburg

Sannumer Str. 3, 26197 Huntlosen

Postfach 30 25, 26194 Huntlosen

Tel. 0 44 87/7 50 10, Fax: 0 44 87/72 61

Vorsitzender Jürgen Seeger

Geschäftsführer Bernhard Wolff

Hauptverband des

Osnabrücker Landvolkes

Geschäftsstelle Bersenbrück

Liebigstr. 4, 49593 Bersenbrück

Tel. 0 54 39/9 47 10, Fax: 0 54 39/94 71 28

Vorsitzender Joh. Arendt Meyer zu Wehdel

Geschäftsführer Dr. Friedrich Wilms

Geschäftsstelle Osnabrück

Am Schölerberg 6, 49082 Osnabrück

Tel. 05 41/56 00 10, Fax: 05 41/5 60 01 16

Vorsitzender Albert Schulte to Brinke

Geschäftsführer Martin Andrees

Geschäftsstelle Wittlage

Gartenstr. 7, 49163 Bohmte

Postfach 12 04, 49154 Bohmte

Tel. 0 54 71/9 55 50, Fax: 0 54 71/48 87

Vorsitzender Andreas Kroll

Geschäftsführerin Maren Kreyenhagen

Kreisverband Osterholz

Bördestr. 19, 27711 Osterholz-Scharmbeck

Postfach 13 01, 27703 Osterholz-Scharmbeck

Tel. 0 47 91/9 42 40, Fax: 0 47 91/94 24 22

Vorsitzender Reinhard Garbade

Geschäftsführer Dr. Uwe Huljus

Kreisverband Rotenburg-Verden

Geschäftsstelle Rotenburg

Zum Flugplatz 5, 27356 Rotenburg

Tel. 0 42 61/6 30 30, Fax 0 42 61/6 30 31 11

Geschäftsstelle Verden

Lindhooper Str. 61, 27283 Verden

Tel. 0 42 31/9 26 30, Fax 0 42 31/92 63 92

Vorsitzender Gerhard Eimer

Vorsitzender Joost Meyerholz

Geschäftsführer Carsten Hipp

Kreisverband Stade

Bleichergang 12, 21680 Stade

Tel. 0 41 41/51 91 10, Fax: 0 41 41/51 91 111

Vorsitzender Johann H. Knabbe

Geschäftsführer Klaus-Hinrich Breuer

Kreisverband Vechta

Rombergstr. 53, 49377 Vechta

Tel. 0 44 41/9 23 70, Fax: 0 44 41/92 37 11

Vorsitzender Norbert Meyer

Geschäftsführerin Silvia Breher

Kreisverband Weserbergland

Geschäftsstelle Stadthagen

Oberntorstr. 6, 31655 Stadthagen

Tel. 0 57 21/40 55, Fax: 0 57 21/40 72

Geschäftsstelle Hameln

Klütstr. 10, 31787 Hameln

Tel. 0 51 51/40 66 60, Fax: 0 51 51/4 06 66 29

Geschäftsstelle Holzminden

Bülte 2, 37603 Holzminden

Tel. 0 55 31/20 51, Fax: 0 55 31/20 52

Vorsitzender Hermann Grupe

stellv. Vorsitzender Cord Lattwesen

stellv. Vorsitzender Karl Johann Stukenbrock

Geschäftsführer Friedrich Wilharm

Landwirtschaftliche Organisationen

30159 Hannover, im Haus Arnswaldtstr. 18

Landesverband der Maschinenringe Niedersachsen e.V.

Geschäftsführer Constantin Graf v. Lüttichau

Tel. 05 11/3 68 10 54, Fax. 05 11/3 68 10 54

Maschinenringe Niedersachsen GmbH

Geschäftsführer Constantin Graf v. Lüttichau

Tel. 05 11/1 23 49 60, Fax. 05 11/3 68 10 54

Kreisverband Wesermarsch

Albrecht-Thaer-Str. 2, 26939 Ovelgönne

Tel. 0 44 01/9 80 50, Fax: 0 44 01/98 05 33

Vorsitzender Peter Cornelius

Geschäftsführer Manfred Ostendorf

Kreisverband Wesermünde

Bismarckstr. 61, 27570 Bremerhaven

Tel. 04 71/92 49 50, Fax: 04 71/9 24 95 99

Vorsitzender Jan Heusmann

Geschäftsführer Harm Wilkens

Kreisverband Wittmund

Bismarckstr. 31, 26409 Wittmund

Postfach 13 47, 26400 Wittmund

Tel. 0 44 62/5 07 00, Fax: 0 44 62/50 70 27

Vorsitzender Herbert Heyen

Geschäftsführer Heinz-Hermann Pupkes

Kreisverband Zeven

Meyerstraße 15 + 17, 27404 Zeven

Tel. 0 42 81/82 11 00, Fax: 0 42 81/82 11 11

Vorsitzender Rudolf Heins

Geschäftsführerin Nadine Eckhoff

MR

Oliver Müller, Petra Räcker,

Constantin Graf von Lüttichau,

(v. l. n. r.)

Waldbesitzerverband

Steffen Hartig

Zusammenschlüsse

Landw. Hauptverein für Ostfriesland

Südeweg 2, 26607 Aurich-Sandhorst

Tel. 0 49 41/60 90, Fax: 0 49 41/60 92 49

Präsident Erich Hinrichs

Hauptgeschäftsführer Karl Hedden

Vereinigung des Emsländischen Landvolkes

An der Feuerwache 12, 49716 Meppen

Tel. 0 59 31/9 33 21 11, Fax: 0 59 31/9 33 21 12

Präsident Hermann Wester

Hauptgeschäftsführer Lambert Hurink

71


Vorstand und Anschriften

72

NLJ

Janina Bauke,

Christian Podlewski,

Margit Peschmann,

Alena Rosenberger,

Mara Duchstein,

Lena Fastje,

Till Reichenbach,

Beate Freye

(v.l.n.r.)

Landwirtschaftliche Organisationen

30159 Hannover, im Haus Warmbüchenstr. 3

Landvolkdienste GmbH

Geschäftsführer Jörn Johann Dwehus

Tel. 05 11/3 67 04-20, Fax 05 11/3 67 04-80

Bundesverband Landwirtschaftlicher Pächter e. V.

Geschäftsführer Jens Haarstrich

Tel. 05 11/36704-35, Fax 05 11/36704-68

Niedersächsische Landjugend Landesgemeinschaft e. V.

Geschäftsführer Till Reichenbach

Tel. 05 11/3 67 04-47, Fax 05 11/3 67 04-72

Waldbesitzerverband Hannover in Niedersachsen e. V.

Geschäftsführer Steffen Hartig

Tel. 05 11/3 67 04-39, Fax 05 11/3 67 04-62

Landwirtschaftliche Organisationen

30159 Hannover, im Haus Marienstr. 11

Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V.

Geschäftsführer Dr. Heinrich-H. Helmke

Tel. 05 11/3 67 04-49, Fax 05 11/3 67 04-74

Zentralverband der Jagdgenossenschaften

und Eigenjagden in Niedersachsen e.V. (ZJEN)

Geschäftsführer Peter Zanini

Tel. 05 11/3 67 04-41, Fax 05 11/3 67 04-62

Stiftung Kulturlandpflege

Geschäftsführer Peter Zanini

Tel. 05 11/3 67 04-41, Fax 05 11/3 67 04-62

ZJEN

Peter Zanini

Brigitte Möller

Sylvia Hoopmann,

Björn Rohloff (v. l. n. r.)

DNZ

Julia Biehl,

Dr. Heinrich-H. Helmke,

Edelgard Miarka,

Markus Blomberg

(v.l.n.r.)

LVD

Matthias Grieß, Christian Daudert,

Stephan Deicke, Nadine Ehinger Schwarzl,

Kerstin Zakrzewski, Heino Beewen, Heiko

Fellenberg (v. l. n. r.)

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine