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Bundessektion 12 • Folge 4 • November 2004 Berufsschullehrer

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inhalt

> Aktuelle Forderungen

der Bundessektion 3

BERUFSSCHULE LINZ 1

VON KOPF BIS FUSS

> Gesundheit & Schönheit

Lehrberufe mit Zukunft 4

> Neue Chancen für

Jugendliche 6

Fotos: Worel


Editorial

Geschätzte Kolleginnen

und Kollegen!

Am 1. und 2. Dezember 2004 finden die

Personalvertretungswahlen statt. Gewählt

werden die Dienststellenausschüsse auf

Dienststellenebene und die Zentralausschüsse

auf der jeweiligen Landesebene.

Bei dieser Wahl geht es darum die Arbeit

der vergangenen fünf Jahre zu bewerten

und für die Zukunft die besten Teams auszuwählen.

Die Ergebnisse dieser Wahlen

bestimmen nicht nur die Mandatsaufteilung

in den Gremien sondern sie sind auch ein

wichtiges Signal gegenüber der Dienstgeberseite.

Eine hohe Wahlbeteiligung ist die

Voraussetzung dafür, dass die Personalvertretung

vom Dienstgeber als starker Verhandlungspartner

ernst genommen wird.

Die Personalvertretung ist als gesetzliche

Interessensvertretung in Ihrem Aufgabenbereich

auf die jeweilige Dienststelle bzw.

auf den Zentralausschuss beschränkt.

Damit auf Bundesebene die Interessen der

Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrer

vertreten werden können ist die Bündelung

der einzelnen Landesinteressen

über die GÖD-Bundessektion Berufsschullehrer

erforderlich.

Viele Personalvertreter sind daher auch

ehrenamtlich in der GÖD als Funktionäre

tätig. Die Mandate in der Bundesleitung der

GÖD-Sektion Berufsschullehrer werden

vorwiegend aufgrund der PV-Wahlergebnisse

vergeben.

Ich ersuche Sie daher von Ihrem Wahlrecht

Gebrauch zu machen, denn wenn wir

als Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrer

nicht unsere Angelegenheiten

selbst wahrnehmen, wird das niemand für

uns tun.

Herzliche Grüße, Ihr

Albert Arzt

Vorsitzender der Bundessektion

Berufsschullehrer

2 goed-berufsschule

Aktuell

BUNDESGESETZBLATT

FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

Jahrgang 2004. Ausgegeben

am 29. Oktober 2004, Teil II

413. Verordnung: Verfahren zur

Verleihung des Diplomgrades

„Diplompädagoge“ bzw.

„Diplompädagogin“.

413. Verordnung der Bundes–

ministerin für Bildung, Wissenschaft

und Kultur über das Verfahren

zur Verleihung des Diplomgrades

„Diplompädagoge“ bzw.

„Diplompädagogin“.

Auf Grund des § 36a des

Akademien-Studiengesetzes

1999 (AStG), BGBl. I Nr. 94, in

der Fassung des Bundesgesetzes

BGBl. I Nr. 111/2004, wird

verordnet:

Geltungsbereich

§ 1. Diese Verordnung regelt

das Verfahren zur nachträglichen

Verleihung des Diplomgrades „Diplompädagoge“

bzw. „Diplompädagogin“ gemäß § 36a AStG in der Fassung des

Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 111/2004.

Antragstellende Person

§ 2. Berechtigt zur Antragstellung auf Verleihung des Diplomgrades gemäß

§ 1 sind Personen, die eine insgesamt sechssemestrige Lehramtsausbildung

oder eine vergleichbare Qualifikation nach den vor dem In-Kraft-Treten der

Studienpläne auf Grund des AStG geltenden Lehr(Studien)planbestimmungen

erfolgreich absolviert bzw. erlangt haben.

Antrag

§ 3. (1) Der Antrag auf Verleihung des Diplomgrades gemäß § 1 ist schriftlich

an einer Akademie einzubringen, an der das dem Lehramt entsprechende

Diplomstudium geführt wird.

(2) Dem Antrag sind ein Identitätsnachweis und die für die Entscheidung

notwendigen Unterlagen im Original oder in beglaubigter Abschrift anzuschließen.

Andere als schriftliche Beweismittel sind zum Zeitpunkt der Antragstellung

anzugeben.

(3) Unvollständige Anträge sind zur Ergänzung zurückzustellen. Dies kann in

jeder Form erfolgen, die für das Verfahren zweckdienlich ist, wobei eine angemessene

Frist zu setzen ist, nach deren fruchtlosem Ablauf das Anbringen

als zurückgezogen gilt. Für die Berechnung und Wahrung dieser Frist gelten

die §§ 32 und 33 Abs. 1 und 2 sowie Abs. 3, erster Satz, des Allgemeinen

Verwaltungsverfahrensgesetzes 1991 – AVG, BGBl. Nr. 51, in der Fassung des

Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 10/2004. Die zur Verbesserung gesetzte Frist

kann verlängert werden.


Forderungen der Bundessektion:

Unsere unten angeführten Forderungen

wurden dem BMBWK

schriftlich mitgeteilt. Für das Forderungsprogramm

der Bundessektion

wurde ein weiterer Verhandlungstermin

vereinbart.

1. Schaffung eines Stundenpools für

Tätigkeiten im Sinne eines mittleren

Managements (LDG § 52)

• Im Umfang bis zu einer 1/2 Lehrverpflichtung.

• Autonom an der Schule verwaltbar

im Rahmen der Lehrfächerverteilung

(Vergabe durch den Leiter/

Zustimmung der Personalvertretung).

• Für Arbeitsbereiche wie Qualitätsmanagement,

Projektbetreuung,

Koordination der unterschiedlichen

Berufsgruppen, fachspezifische

Lehrplanarbeiten, ...

2. Verbesserung der Leiterfreistellung/Stellvertreterfreistellung

(LDG

§ 52 Abs. 10 und 11)

• Die Organisations- und Verwaltungsarbeit

an den Schulen ist um ein

Vielfaches gestiegen (neue Gegenstände,

rasche Abfolge der Lehrplanänderungen,

integrative Berufsausbildung,

Gruppenteilungen ...). Derzeit werden

aber für die Leiterfreistellung nur die

Schülerzahlen berücksichtigt, die keinesfalls

einen Maßstab für den tatsächlichen

Aufwand der Leiter bilden.

Aktuell

Arbeitsschwerpunkte

der Bundessektion

Neben der Organisation der Personalvertretungswahlen

läuft der „Normalbetrieb“ in vollem Umfang weiter.

Von Albert Arzt, Vorsitzender der Bundessektion

3. Anpassung der Supplierregelung

an die Situation der

Berufsschulen (§ 61 Gehaltsgesetz -

14-Tage-Regelung)

• Die Berufsschulen haben als einziger

Schultyp eine Nettoarbeitszeit

zu erbringen (90 Prozent-Klausel),

wobei jedoch 100 Prozent der Schulzeit

laut Schulzeitgesetz anzustreben

sind.

• An der Berufsschule ist generell

Fachsupplierung vorzusehen (Schulzeit

der SchülerInnen ist der Arbeitszeit

gleichgesetzt).

• Die Berufsschule ist eine Kurzzeitschule.

Der größte Teil der Klassen

wird in 10-Wochen-Lehrgängen

unterrichtet. Eine 14-Tage-Regelung

bedeutet, dass bis zu 1/5 des Schuljahres

„Schmalspurunterricht“ (ohne

entsprechende Vor- und Nachbereitung)

vorgesehen ist.

Verleihung des Diplomgrades

Die angekündigte Durchführungsverordnung

des BMBWK (siehe

Kasten auf Seite 2) ist nun veröffentlicht.

Im Sinne der Gewerkschaft

wurden alle Ausbildungen, die eine

l2a2 wertige Einstufung ergeben in die

Vergaberichtlinien eingeschlossen.

Die Zentralausschüsse werden

ihrerseits nun mit den jeweiligen

Akademien die Gespräche führen.

Das Ziel ist eine möglichst reibungslose

und einfache Abwicklung zu

gewährleisten.

Albert Arzt

Pensionsharmonisierung

Zum Zeitpunkt der Drucklegung

(11. November 2004) unserer Zeitung

befindet sich der Gesetzesentwurf

noch immer im Parlament. Die

GÖD-Spitze verhandelt intensiv um

ihre Forderungen im Rahmen der

Harmonisierung umzusetzen.

Die Bundessektion wird nach Beschlussfassung

im Parlament die weiteren

Beratungen mit dem Ziel

führen, die entstehenden Verluste im

Pensionsbereich über das Aktiveinkommen

bestmöglich auszugleichen.

Unsere diesbezüglichen Forderungen

werden wir nach Beschlussfassung

in der Bundessektionsleitung

dem Präsidium der GÖD übermitteln.

Zu Angelegenheiten, die in den

Aufgabenbereich der Bundessektion

fallen, werden wir eigenständig

unsere Verhandlungen aufnehmen.

Gehaltsforderungen für 2005

Verhandlungsstand per

11. November 2004:

Das Angebot der Bundesregierung

auf Erhöhung der Gehälter um 1,5 %

wurde abgelehnt, da die Inflationsrate

und ein entsprechender Anteil am

Wirtschaftswachstum dadurch nicht

ausreichend Berücksichtigung findet.

Die Bundessektion wird Fortschritte

und Ergebnisse über Ihre Homepage

www.goed-berufsschule.at sowie im

Rahmen der nächsten Zeitung ausführlich

berichten. ◆

goed-berufsschule 3


Schulgeschichte: Die Berufsschule

Linz 1 ist von ihrem Bestand wohl

die älteste, vom Aussehen her jedoch

die neueste und auch architektonisch

schönste Berufsschule in Oberösterreich.

Aus der gewerblichen Fortbildungsschule

der Vorkriegszeit wurde

ab 1945 die fachlich gewerbliche Berufsschule

an der in der Blütezeit ca.

2000 Lehrlinge der verschiedensten

Berufe – Damen-, Herrenkleidermacher,

Mieder- und Wäschewarenerzeuger,

Maschinstricker, Hutmacher,

Modisten, Gold-, Silber- und Perlensticker,

Kürschner, Bäcker, Fleischer,

Konditoren, Molker und Käser, Friseur

und Perückenmacher, Kosmetiker,

Masseure – beschult wurden. Sie

war aber auch zu Beginn Heimat für

Koch, Kellner, Maler, verschiedener

anderer gewerblicher und kaufmännischer

Lehrberufe. Durch den Bau

von neuen Berufsschulgebäuden und

Gründung neuer Berufsschulen in

Linz wurde die derzeitige Konstellation

gebildet.

4 goed-berufsschule

Fotos: Worel

Bildung

Berufsschule Linz 1 An

„Gesundheit, Schönheit, Kreativität“ bilden die

fachlichen Grundlagen für die an unserer Schule

unterrichteten Lehrberufe. Von BD OSR Öhlsinger

Schulische Jetztzeit: „Leben im

Heute und Jetzt ist die Herausforderung

unserer Berufe für morgen.“

Lehrberufe mit Zukunft

An der BS Linz 1 werden Lehrberufe

die mit Schönheit und Gesundheit

in Zusammenhang stehen, das sind

Friseur und Perückenmacher (Stylist),

Kosmetiker, Fußpfleger und Masseure,

beschult. Insgesamt werden ca. 800

BerufsschülerInnen im allgemein bildenden

sowie im fachlich theoretischen

und praktischen Bereich in modernst

ausgestatteten Lehrwerkstätten

und Klassenräumen ausgebildet. Die

vorhandenen Funktionsräume wie

Haararbeits-, PC-, Verkaufs-, Werbetechnikraum

sowie für Masseure eine

Einrichtung für Unterwassermassagen

und Paraffinbehandlungen ermöglichen

den rund 40 Lehrkräften

einen modernen und zukunftsorientierten

Unterricht zu gestalten.

Bei der Ausbildung unserer BerufsschülerInnen

(Lehrlinge) steht

der BS Linz 1 werden

Lehrberufe die sich mit

Schönheit und Gesundheit

beschäftigen angeboten –

FriseurInnen, KosmetikerInnen,

FußpflegerInnen und

MasseurInnen werden bestmöglich

ausgebildet

der Umgang mit den Kunden, die als

Modelle zu uns kommen, im Vordergrund.

Freundlichkeit, Höflichkeit –

eine Selbstverständlichkeit der

Dienstleistungsberufe – Kreativität,

Auslagengestaltung, Farb- Typ- und

Frisurberatung der Modelle aber

auch das Wohlbefinden der SchülerInnen,

Lehrkräfte, Personal und

Modelle sind jene Bereiche, auf die

besonders Wert gelegt wird.

Unsere SchülerInnen vertreten ihren

Lehrberuf nicht nur beim „Tag

der offenen Tür“, bei Lehrlingswettbewerben,

bei der oö. Berufsinformationsmesse

„Jugend und Beruf“

auf hervorragende Weise sondern

auch bei anderen Veranstaltungen

wie „Tag der Gewerkschaft

öffentlicher Dienst“, Herbstwochen

in einem Kaufhaus, usw. Bei Besuchen

von Behinderteneinrichtungen

wie dem Institut „Schloß Hartheim“

sowie der Einrichtung „Lebenswertes

Leben“ in Altenhof, die regelmäßig

stattfinden, können unsere


SchülerInnen im Umgang mit Behinderungen

(Behinderten) auch ihre

ausgeprägte menschliche Einfühlsamkeit

unter Beweis stellen.

Bestmögliche Ausbildung

Dies alles kann nur dann funktionieren,

wenn die Auszubildenden

von erstklassig ausgebildeten Lehrkräften

nicht nur beruflich, sondern

im besonderen Maße auch menschlich

hervorragend geschult und geführt

werden.

Auch muss an dieser Stelle der

Schulaufsicht und dem Schulerhalter

der gebührende Dank ausgesprochen

werden. Beide zusammen ermöglichen

es, im baulichen und schulischen

Bereich die richtigen Akzente

zu setzen, damit an unserer Berufsschule

in einer anregenden Wohlfühlatmosphäre

zum Wohle unserer Berufsschuljugend

gelehrt und gelernt

werden kann. ◆

www.berufsschule-linz1.at

(www.eduhi.at/schule/bs1.linz/)

Bildung

GÖD LANDESSEKTION OBERÖSTERREICH

Von Judith Roth

Mitglieder der Landessektionsleitung:

Judith Roth (FCG) Vorsitzende

Albert Arzt (FCG) Stellvertreter der Vorsitzenden

Andreas Mascher (FCG) Schriftführer

Franz Winter (FCG) Kassier

Friedrich Glaser (FCG) Organisation

Karl Angleitner (FCG) Mitglied

Fritz Haslinger (FCG) Mitglied

Johann Huber (FSG) Mitglied

Gerhard Kutschera (FCG) Mitglied

Reinhold Felber (FCG) kooptierter Berater

Werner Zadrazil (FSG) kooptierter Berater

Die GÖD Sektion 12 BerufsschullehrerInnen arbeitet als freiwillige

Interessensvertretung sehr eng mit dem Zentralausschuss – der

gesetzlichen Interessensvertretung – zusammen. Ca. 600 BerufsschullehrerInnen

in Oberösterreich sind Mitglieder der GÖD.

Unsere Arbeit, unsere Aufgaben,

unser Service

Als eine unserer wichtigsten Aufgaben

sehen wir Information und Beratung unserer

Mitglieder. Durchschnittlich einmal pro

Monat informieren wir in einem gemeinsamen

GÖD/ZA-Rundschreiben unsere KollegInnen

über verschiedene aktuelle Bereiche

– vorwiegend auf dienst- und besoldungsrechtlichem

Gebiet.

Wir beraten unsere Mitglieder gerne in pen-

Judith Roth (FCG)

Vorsitzende

sionsrechtlichen und abrechnungstechnischen Fragen und bieten

Hilfestellung bei Inanspruchnahme von verschiedenen Leistungen,

die die GÖD bzw. der ÖGB seinen Mitgliedern anbietet.

Die Bundessektion 12 und der Landesvorstand OÖ. versorgen uns

mit Gesetzesentwürfen – natürlich mit dem Ersuchen, diese durchzusehen

und entsprechende Stellungnahmen abzugeben. Auch

damit können wir rechtzeitig auf Neuerungen und Änderungen in

unseren Bereichen reagieren. Pensionsharmonisierung und verschiedenste

Änderungen in diversen Gesetzen geben uns die

Gewissheit – wir werden auch und besonders in Zukunft ein reiches

Betätigungsfeld finden!

goed-berufsschule 5


Vorweg ein paar Gedanken zur

Aufgabe des Berufsschullehrers im

Gefängnis: Der Berufsschullehrer soll

den Gefängnisalltag mit sinnvollen Inhalten

füllen, das heißt u. a., die Leute

„berufsreif“ machen! Und das soll

und kann geschehen einerseits mit:

a) Lerninhalten und andererseits mit

b) Arbeitsinhalten

ad a) Vermittlung

von Schlüsselqualifikationen:

• EDV-Kenntnisse (ECDL)

• Je nach Haftdauer und „Potential“

soll den InsassInnen eine Berufsausbildung

ermöglicht bzw. eventuell

6 goed-berufsschule

Kommentar

Jugendlichen

Chancen geben

Der Berufsschulunterricht im Jugenddepartement

der Justizanstalt Wien Josefstadt soll den

Gefängnisalltag mit sinnvollen Inhalten füllen.

Von Thomas Bäuerl

begonnene Ausbildungen zum Abschluss

gebracht werden können.

• Zur Selbständigkeit führen ➔ u. a.

bei der Wissensaneignung, etc…

Autor

Thomas Bäuerl

ZA-Mitglied

Wien (FCG),

Kassier der

BS-Leitung

ad b) Nicht jeder Insasse ist willens

bzw. imstande eine Berufsausbildung

zu machen. Für diese Gruppe ist es

notwendig die Möglichkeit einer Anlehre

zu schaffen. Dabei ist an Arbeiten

gedacht, welche leicht erlernbar

sind (einfache Handgriffe).

Damit schlägt man gleich mehrere

Fliegen mit einer Klappe:

• Sinnvolle Beschäftigung der

Insassen

• Arbeitszufriedenheit und Sozialkontakte

bei Gruppenarbeiten

• Bewusstsein bei den Insassen schaffen:

„Auch ich kann etwas Sinnvolles

leisten und meinen Lebensunter-


halt damit verdienen“

• Die Anstalt verdient Geld damit,

usw.

Ein wichtiger Grund, warum verstärkt

auf Aus- bzw. Fortbildung gesetzt

wird, ist schlicht und einfach

die Beseitigung von Qualifikationsdefiziten,

die bis zur Inhaftierung

der Jugendlichen meist ein maßgeblicher

Hinderungsgrund dafür waren,

sich nachhaltig in den Arbeitsmarkt

integrieren zu können.

Denn der erste Tag im Strafvollzug

soll auch gleichzeitig der Beginn der

Vorbereitung auf die Entlassung sein.

Keine Berufsausbildung bedeutet

Isolationshaft in Freiheit. Dies heißt,

für Gefangene ist eine adäquate Ausbildung

quasi die Eintrittskarte in ein

neues Leben.

Seit dem Schuljahr 1998/99 bzw.

1999/00 sind zwei Kollegen der BS

KTII, 21; Scheydgasse, als Berufsschullehrer

im Gefangenenhaus tätig.

Die beiden Männer betreuen die Jugendlichen

ab dem 15. Lebensjahr

bzw. die jungen Erwachsenen bis

zum 21. Lebensjahr.

Neuer Standort

Nach der Auflösung des Jugendgerichtshofes

mit Ende 2002

wurden die Jugendlichen in die Justizanstalt

Josefstadt übersiedelt.

Auf mittlerweile fünf Abteilungen

sind die Insassen, im Alter zwischen

14 und 21 Jahren untergebracht.

Hauptsächlich U-Häftlinge werden

von den beiden Berufsschullehrern

betreut. Das heißt aber auch,

dass der Zeitraum, welcher für Ausbildungszwecke

zur Verfügung

steht, maximal drei Monate beträgt.

Nachstehende Ausbildungsmöglichkeiten

werden in diesem Zeitraum

angeboten:

EDV-Qualifikationen

Europäischer Computerführerschein

(7 Module mit Prüfung!).

Dauer ca. sechs bis zehn Wochen, je

nach Vorkenntnissen!

Kommentar

Berufsbildung

Theoretisch/Vorbereitung auf die

Lehrabschlussprüfung (LAP)

Wenn die InsassInnen bereits das

18. Lebensjahr vollendet und mehr

als die Hälfte der Lehrzeit absolviert

haben und ein vitales Interesse

bekunden den begonnenen Beruf

abschließen zu wollen.

Praxis/Metall – Grundschulung

Im abgelaufenen Schuljahr wurde

eine sechs Wochen dauernde (>=120

LE) Metall-Grundausbildung, quasi

als Schnupperlehre, mit den praktischen

Inhalten der 1. BS-Klasse für

Metallbearbeitung entworfen. Dank

der regen Nachfrage wurde diese

Ausbildung viermal angeboten bzw.

ist mittlerweile schon zur Dauereinrichtung

geworden. Die Ausbildung

findet in der Anstaltsschlosserei

Ing. Richard Lampl Ing. Herbert Promok

statt. Hier wurden ausbildungsgerechte

Vorkehrungen getroffen, sodass

eine uneingeschränkte Vermittlung

der vorgegebenen Lehrinhalte,

in einer realen Arbeitssituation,

möglich ist.

Staplerkurs

Weiters wird von den Berufsschullehrern

der Staplerkurs, für die über

18-Jährigen angeboten. Die Aussicht

auf einen Job im Lagerbereich ist oft

die einzige berufliche Perspektive für

Haftentlassene ... Und, wie bereits erwähnt,

in diesem speziellen Fall besteht

die soziale Grundaufgabe eines

Berufsschullehrers wohl darin, diesen

Menschen Perspektiven zu bieten.

Erste Hilfe Kurs

Ing. Richard Lampl hat sich vom

Jugendrotkreuz zum Lehrbeauftragten

in Sachen Erste Hilfe Kurs

ausbilden lassen. Zwei Kurse wurden

von Ing. Richard Lampl im abgelaufenen

Schuljahr abgehalten.

Sie werden beispielsweise den angehenden

Staplerfahrern angeboten.

Projekt TELFI 1

Ing. Herbert Promok ist im Jahre

2001, beim Projekt TELFI, seitens

der Anstaltsleitung die Umsetzung

der Inhalte, als Projektverantwortlicher

übertragen worden. Dieses

Schuljahr wurde eine neue Arbeitsgruppe

für Metallbearbeitung eingerichtet.

Hier wurde ihm die fachliche

Seit mehreren Jahren

sind die beiden Berufsschullehrer

in den verschiedensten

Bereichen

im Gefangenenhaus

tätig.

Verantwortung u. a. hinsichtlich Auswahl

der Lernsoftware übertragen. Im

Rahmen des Projektes wurde er auch

zum TeleCoach ausgebildet.

Einrichtung eines TestCenters für

ECDL-Prüfungen

Auf Initiative von Herbert Promok

wurde mit 1. April 2004 der Gefangenenhilfsverein

„Das Ziel“ als

TestCenter für alle Justizanstalten

Österreichs (28!!!) autorisiert. Herr

Promok hat dabei die Rolle des

TestMaster übernommen. ◆

1 ) TELFI – Telelernen für Haftinsassen

goed-berufsschule 7


§

Von Werner Brenner, Vorsitzender des ZA-Burgenland

Aktuelles aus dem

Steuerrecht

Auswirkungen für Arbeitnehmer durch

Änderungen der Lohnsteuerrichtlinien (LStR)

aufgrund aktueller VwGH-Erkenntnisse.

Werbungskosten bei Ausübung politischer

Ämter (Rz 230 LStR 2002)

Aufwendungen, die der Erreichung einer (anderen)

politischen Funktion dienen, sind grundsätzlich als

vorweggenommene Werbungskosten zu beurteilen.

Diese Kosten sind auch abzugsfähig, wenn ein Mandat

nicht erreicht wird und es zu keiner Einkunftsquelle

kommt. Voraussetzung für die Abzugsfähigkeit ist

allerdings, dass der Erwerb der angestrebten Funktion

objektiv gesehen erreichbar sein muss (Reihung auf

der Liste!).

Klarstellung bei der Geltendmachung von Kilometergeldern

als Werbungskosten

Neben einem Fahrtenbuch können auch Belege und Unterlagen, die diese

Merkmale enthalten, zur Nachweisführung geeignet sein (zB Reisekostenabrechnungen

für den Arbeitgeber, Kursprogramm mit Kursbesuchsbestätigung

bei Aus- und Fortbildungsveranstaltungen). Die Anforderungen

an die Qualität der Aufzeichnungen steigen mit der Anzahl der dienstlich

zurückgelegten Kilometer.

Neue Steuersätze ab 1. Jänner 2005

Die Einkommensteuer beträgt jährlich:

Lieber Briefträger, falls Sie diese Zeitschrift nicht zustellen können,

teilen Sie uns bitte hier den Grund und gegebenenfalls die neue oder

richtige Adresse mit.

Name

Straße Nr.

Werner Brenner

Bei einem Einkommen von Einkommensteuer Steuersatz

10.000 Euro und darunter 0 Euro 0 %

25.000 Euro 5.750 Euro 23 %

51.000 Euro 17.085 Euro 33,5 %

Für Einkommensteile über 51.000 Euro beträgt der Steuersatz 50 %

Die Mitglieder der

Bundessektion wünschen

allen Kolleginnen

und Kollegen

gesegnete Weihnachten

und ein gutes neues Jahr.

IMPRESSUM: „www.goed-berufsschule.at

ist die Zeitschrift der Bundessektion 12 der

Berufsschullehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher

Dienst. Herausgeber und Medieninhaber:

GÖD Wirtschaftsbetriebe GmbH, Teinfaltstraße

7, 1010 Wien. Redaktion: Werner Brenner

(Leitung), Ing. Ferdinand Eichberger, Thomas

Bäuerl, Wipplingerstraße 35/3, 1010

Wien, Tel.: 534 44/451. Konzeption und Produktion:

Modern Times Media Verlagsges.m.

b.H., 4111 Walding, Büro Wien: 1010 Wien,

Himmelpfortgasse 17/2/8, Tel.: 01/513 15 50.

Druck: Niederösterreichisches Pressehaus,

Druck- und Verlagsges.m.b.H., 3100 St. Pölten.

DVR-Nr.: 0046655.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen

die Meinung des Autors dar, die sich nicht mit

der Meinung der Redaktion decken muss.

Redaktionsschluss

für die nächste Ausgabe:

7. Februar 2005

PLZ Ort Telefonische Adressenberichtigung: 01/534 54-131 od. 132

P.b.b., Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 3100 St. Pölten, GZ 03Z035305M

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