IN AUSBILDUNG UND BERUF ORIENTIEREN 1

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IN AUSBILDUNG UND BERUF ORIENTIEREN 1

1

IN AUSBILDUNG UND

BERUF ORIENTIEREN


1. Der Friseurberuf

gestern und heute Seite 10

2. Rechtlicher Rahmen Seite 12

3. Organisation

des Friseurhandwerks Seite 17

4. Organisation des Friseursalons Seite 20

5. Gesund im Salon Seite 22

6. Salonkonzepte Seite 27

7. Umweltschutz Seite 32

8. Fort- und Weiterbildung Seite 34

Aufgaben Seite 35

áá EINLEITUNG

Die Ausbildung zum Friseur ist der Einstieg in das Berufsleben.

Noch vor dem Erwerb fachlicher Qualifi kationen muss sich der

Auszubildende in seiner neuen Rolle zurechtfi nden. Ein Auszubildender

ist Arbeitnehmer mit einem besonderen rechtlichen

Status. Er ist auch Teil des Handwerks und seiner verschiedenen

Organisationen.

Der Salon ist ein spezieller Arbeitsplatz: Seine äußere Gestaltung

und seine internen Abläufe müssen kennengelernt werden.

Nur dann kann der Friseurauszubildende seine Selbstverantwortung

in den Bereichen Gesundheits- und Umweltschutz beweisen

und Perspektiven für seine berufl iche Zukunft entwickeln.


1.2 Der moderne Friseur

Friseur kann ein Traumberuf sein – aber nur für diejenigen,

die den vielseitigen Anforderungen des Berufs

gerecht werden. Ein guter Schulabschluss und

eine möglichst breite Allgemeinbildung werden in

jedem Ausbildungsberuf erwartet. Ein Friseur muss

mehr mitbringen:

n Ein Gespür für Farben und Formen

Der Kunde erwartet eine typgerechte modische Frisur.

Der Friseur als Typ- und Trendberater muss Schnitte

und Farben kreativ in Szene setzen können.

n Ein gepflegtes Auftreten

Jeder Friseur ist auch immer ein Aushängeschild des

Salons. Vom Experten in Fragen der Schönheit erwartet

der Kunde ein entsprechendes äußeres Erscheinungsbild.

Sorgfältige Körperpfl ege ist unverzichtbar.

n Handwerkliches Geschick

Um gute Ideen auch umsetzen zu können, ist handwerkliches

Geschick nötig.

n Kontaktfreude und Kontaktfähigkeit

Ein Friseur ist ständig von Kunden und Kollegen umgeben.

Gute Umgangsformen, Offenheit und sprachliche

Kompetenz (= Fähigkeit) sind die Grundlage für

einen freundlichen Umgang miteinander.

n Leistungsbereitschaft

Leistung, ob in der Schule oder im Salon, kann nur

der zeigen, der ein bestimmtes Ziel erreichen will.

n Körperliche Fitness

Langes Stehen und Umgang mit Chemikalien sind im

Friseuralltag üblich. Dies ist auf Dauer nur möglich,

wenn der Friseur gesund und frei von Allergien ist.

Ein Auszubildender muss vielen Rollen gerecht werden.

Im Salon ist er z. B. Mitarbeiter, Ansprechpartner

für die Kunden oder Kollege, in der Berufsschule noch

immer Schüler, bei seinen Eltern bleibt er Tochter bzw.

Sohn.

In jeder dieser Rollen werden viele Ansprüche an ihn

herangetragen.

Die Anforderungen sind oft gleich, auch wenn sie von

verschiedenen Personen gestellt werden. Pünktlichkeit

wird z. B. von Ausbildern, Kollegen, Kunden, Lehrern,

Eltern und auch oft in der Freizeit erwartet.

1 • Der Friseurberuf gestern und heute 11

Freunde

Kunden

Kollegen

Azubi

Anforderungen von vielen Seiten

Ausbildungsberuf Friseur

Lehrer

Chef

Eltern

Friseur ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Der

praktische Teil der Friseurausbildung wird im Salon

vermittelt, die theoretischen Kenntnisse in der Berufsschule.

Diese Ausbildung an zwei unterschiedlichen

Lernorten wird duales Berufsausbildungssystem genannt.

Das duale System wird im Berufsbildungsgesetz

(‘ Kap. 2.1) geregelt.

In der Regel verbringen Auszubildende sechs bis zwölf

Stunden pro Woche in der Berufsschule. Was dort gelehrt

und geprüft wird, unterliegt dem Rahmenlehrplan

und den Lehrplänen der Bundesländer. Die

Lehrinhalte sind zu etwa zwei Dritteln berufsbezogen,

ein Drittel ist allgemein bildend. Im Salon bestimmen

der Ausbildungsrahmenplan und die Ausbildungsordnung

die Anforderungen.

Ziel jeder Ausbildung ist die Vermittlung

von berufl icher Handlungsfähigkeit.

Dazu zählen

• Fachkompetenz (Kompetenz = Fähigkeit),

• Methodenkompetenz (Fähigkeit, Arbeit

selbstständig zu planen, durchzuführen

und zu kontrollieren) und

• Sozialkompetenz (Fähigkeit, mit Kunden,

Kollegen und Vorgesetzten angemessen

umzugehen).


2

KUNDEN EMPFANGEN

UND BETREUEN


I. Kunden empfangen Seite 38

2. Kundentypen Seite 43

3. Kunden betreuen Seite 44

4. Kunden verabschieden Seite 49

5. Terminplanung und

Kundenverwaltung Seite 49

Aufgaben Seite 51

áá EINLEITUNG

Kunden sind die wichtigsten Personen in Ihrem Salon. Deshalb

verdienen sie die beste Betreuung – vor, während und nach

der Behandlung. Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und Respekt

erwarten alle Kunden. Um ihre ganz persönlichen Wünsche in

Erfahrung zu bringen, muss der jeweilige Kundentyp erkannt

werden. Dazu tritt der Friseur jedem Kunden offen gegenüber

und macht sich klar, mit wem er es zu tun hat und wie er mit

ihm umgeht.

Wenn der Friseur die Kundenwünsche ermittelt hat, kann er

angemessen reagieren. Eine angemessene Reaktion hilft auch in

problematischen Situationen, wie z. B. Reklamationen. Eine optimal

geführte Kundendatei und eine effi ziente Terminplanung

sorgen für reibungslose Abläufe im Salon. Das erleichtert nicht

nur die Arbeit, sondern verstärkt auch die Kundenbindung.


48

2 KUNDEN EMPFANGEN UND BETREUEN

3.5 Umgang mit Reklamationen

Während oder nach der Betreuung kann es zu Reklamationen

(= Beschwerden) von Seiten des Kunden

kommen. Unter Reklamationen werden alle negativen

Äußerungen von Kunden wie auch Lieferanten oder

Geschäftspartnern verstanden. Sie können mündlich

oder schriftlich vorgetragen werden. Sie beziehen sich

entweder auf eine fachliche Leistung oder ein Produkt.

Ob eine Reklamation begründet ist oder nicht,

spielt dabei zunächst gar keine Rolle. Der Friseur muss

stets zuvorkommend, höfl ich und sachlich reagieren.

Gegebenenfalls wird die Reklamation sofort an den

zuständigen Kollegen weitergeleitet.

Beschwerden sind nicht immer nachvollziehbar, wie

z. B. „Es haben zu viele Kollegen an meinem Kopf

gearbeitet“. Solche Empfi ndungen können gerechtfertigt

oder ungerechtfertigt sein. Eine ungerechtfertigte

Beschwerde ist z. B.: „Warum muss mir der Auszubildende

die Haare föhnen, der kann das doch gar

nicht“. Egal welche Beschwerden geäußert werden,

sie müssen auf jeden Fall ernst genommen werden,

denn unzufriedene Kunden sorgen für eine schlechte

Mund-Propaganda. Nur bei einer ernsthaften Auseinandersetzung

mit den Beschwerden kann eine vertrauensvolle

Friseur-Kunden-Beziehung entstehen.

Generell sollte der Friseur sachlich und freundlich reagieren

und die Beschwerde nicht persönlich nehmen.

Beschwerden sind auch immer eine

Chance, sich weiterzuentwickeln.

3.6 Feedback

Eine weitere Möglichkeit zur Weiterentwicklung bietet

das Feedback (engl. = Rückmeldung). Rückmeldungen

zu der eigenen Arbeit oder zum persönlichen

Verhalten erhält ein Friseur oft von Kunden. Aber

Feedback im engeren Sinne geht über diese einfachen

Rückmeldungen hinaus.

Feedback ist eine Gesprächsform, die oft in der

Schule, in Fortbildungen oder Managementseminaren

eingesetzt wird. Für den Friseur ist besonders das

Feedback von Kollegen und seinem Meister wichtig,

denn das zeigt ihm, wo er steht und was er verbessern

kann.

Kritische Rückmeldungen können schnell verletzend

wirken. Daher sollten folgende Punkte bei der Formulierung

eines Feedbacks beachtet werden:

Feedback geben

n

n

n

n

n

Feedback immer als Ich-Botschaft formulieren,

damit der Gesprächspartner nicht verletzt wird,

z. B.: „Ich fi nde, du hast die Farbe heute sehr

unsauber aufgetragen“.

Immer zuerst ein positives Feedback geben.

Dadurch wird eine günstige Grundstimmung

aufgebaut und die Kritik leichter aufgenommen,

z. B.: „Ich fi nde, du hast große Fortschritte beim

Föhnen gemacht, aber du trägst die Farbe noch

zu unsauber auf“.

Die Konsequenzen des Verhaltens sollen im Feedback

deutlich werden, z. B.: „Ich fi nde, du hast

große Fortschritte beim Föhnen gemacht, aber du

trägst die Farbe noch zu unsauber auf. Dadurch

wird die Farbe nicht gleichmäßig“.

Feedback möglichst direkt geben, solange die

Situation noch im Gedächtnis ist.

Feedback nur auf etwas beziehen, was der

Betroffene auch wirklich verändern kann.

Feedback nehmen

n

n

n

n

Wer Feedback gibt, muss auch Feedback

annehmen können!

Den Gesprächspartner ausreden lassen.

Man weiß nie, was noch kommt.

Nachfragen, wenn Verständnisprobleme

auftauchen.

Sich nicht rechtfertigen. Der andere beschreibt

seine Wahrnehmung, die sich nicht mit der

eigenen decken muss.

Dankbar sein. Kritik, auch negative, als Chance

wahrnehmen.

Richtig formuliert, trägt ein Feedback zu einem verbesserten

Arbeitsklima bei. Davon profi tieren nicht

nur die Mitarbeiter, sondern auch die Kunden.


4. Kunden

verabschieden

Die Verabschiedung im Salon ist die letzte Phase des

Beratungsgesprächs und der letzte Eindruck, den der

Kunde mit nach Hause nimmt. Jede Verabschiedung

beginnt mit dem Begleiten des Kunden zur Kasse und

läuft nach dem gleichen Schema ab:

a Bestätigung der Kundenzufriedenheit

Von dem Kunden die abschließende Bestätigung einholen,

dass er mit der Behandlung und dem Ergebnis

zufrieden ist.

b Produktverkauf

Ausgehend von den Empfehlungen im Beratungsgespräch

eventuell Produkte verkaufen.

c Kassieren

Die Rechnung erstellen und kassieren. Im Idealfall die

einzelnen Rechnungsposten kurz nennen.

d Terminvereinbarung

Gegebenenfalls einen neuen Termin vereinbaren und

im Terminplan vermerken (‘ Kap. 5.1). Der Kunde erhält

eine Terminkarte mit Datum und Uhrzeit.

e Verabschiedung

Den Kunden zur Tür begleiten, ihm eventuell in den

Mantel helfen, die Tür aufhalten und höfl ich mit

Namen verabschieden.

Auch während der Kundenverabschiedung muss der

Friseur sich seiner nonverbalen Kommunikation bewusst

sein und diese angemessen einsetzen.

Damit der Kunde an den Salon gebunden wird, führen

viele Salons Bonuskarten. Auf diesen werden die

Friseurbesuche vermerkt. Ab einer gewissen Anzahl

oder einem bestimmten

Gesamtbetrag erhält der

Kunde entweder Rabatte,

einen Gutschein oder eine

kostenfreie Dienstleistung.

Auch Proben oder Präsente

(z. B. Feuerzeuge mit

Salonlogo), die der Kunde

während der Verabschiedung

erhält, lassen ihn

Bonuskarte

gerne wiederkommen.

5 • Terminplanung und Kundenverwaltung

5. Terminplanung und

Kundenverwaltung

Damit eine optimale Betreuung und ein reibungsloser

Arbeitsablauf gewährleistet sind, müssen die Kundendaten

verwaltet und Termine korrekt geplant werden.

Hierzu stehen dem Friseur verschiedene Hilfsmittel zur

Verfügung.

5.1 Terminbuch

Das Terminbuch ist ein wichtiges Mittel zur Steuerung

des Betriebsablaufs. In ihm erfolgt eine zeitliche Planung

der Kundentermine und eine Einteilung der Mitarbeiter.

Dies kann handschriftlich in einem Buch oder

elektronisch mit einem Computer geschehen. Das Ziel

ist immer der bestmögliche Einsatz von Mitarbeitern.

Wenn die Termine angemessen auf alle Mitarbeiter

verteilt werden, kommt es weder zu Stress noch zu

Leerlauf. Das ist nicht nur im Sinne der Mit arbeiter,

auch auf Kunden wirken gestresste oder gelangweilte

Friseure irritierend.

Möglich ist dies aber nur bei genauem Eintragen und

richtiger Terminplanung. Der Friseur muss exakt notieren,

wer wann wofür und zu wem kommt. Er notiert

die Dauer der Behandlung und vermerkt Einwirkzeiten,

in denen weitere Termine möglich sind.

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Jessica Nicole Anne Sven

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Beispiel einer Terminplanung

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3

HAARE UND

KOPFHAUT PFLEGEN


1. Das Haar Seite 54

2. Die (Kopf-) Haut Seite 60

3. Haar und Kopfhaut reinigen Seite 68

4. Haarreinigung durchführen Seite 75

5. Pflegepräparate Seite 77

6. Pflegeprodukte empfehlen Seite 79

7. Die Kopfmassage Seite 82

Aufgaben Seite 83

áá EINLEITUNG

Kunden kommen in den Friseursalon, um ihr Äußeres zu verändern.

Der Friseur setzt die Wünsche um und ist dabei für die

Gesunderhaltung der Haare und der Kopfhaut verantwortlich.

Für diese wichtige Aufgabe ist die kompetente Empfehlung und

Anwendung der Reinigungs- und Pfl egeprodukte notwendig.

Das Verwenden der passenden Produkte erleichtert dem Friseur

und dem Kunden zu Hause den Umgang mit den Haaren und

bringt die Frisur besser zur Geltung. Das richtige Einsetzen von

Fachwissen ermöglicht den Verkauf von hochwertigen Friseurprodukten

und fördert die Kundenbindung.

Für eine individuelle Empfehlung von Haarpfl egeprodukten muss

der Friseur eine Haar- und Kopfhautbeurteilung durchführen.

Erst danach können die passenden Produkte im Salon angewendet

und für zu Hause empfohlen werden.


72

3 HAARE UND KOPFHAUT PFLEGEN

Das Tensid wird in allen wässrigen Produkten,

die Haare und Kopfhaut benetzen

sollen, als Netzmittel (= Hilfsmittel,

um das Haar vollständig zu befeuchten)

eingesetzt.

Der Waschvorgang

Shampoos enthalten Tenside für den Waschvorgang.

Sie setzen die Ober fl ächenspannung des Wassers

herab und lagern sich an den Verschmutzungen der

Haare an. Sie lösen dann den Schmutz vom Haar ab,

zerkleinern ihn in feinste Teile und umhüllen ihn, sodass

er mit dem fl ießenden Wasser abtransportiert

werden kann.

Schmutz

Der Waschvorgang

Im Friseurjargon (Jargon = umgangssprachlich geprägte

Sondersprache einer Berufsgruppe) wird das

Ablösen des Schmutzes häufi g als aufemulgieren bezeichnet.

Dies ist fachlich nur dann korrekt, wenn es

sich um fl üssigen Schmutz handelt. Bei Festschmutz

müsste dazu dispergieren gesagt werden.

Emulgieren und Dispergieren

Als dispergieren wird die gleichmäßige

Verteilung eines Stoffes in einem anderen

Stoff verstanden. Es kann sich hierbei um

Feststoffe, Gase oder Flüssigkei ten handeln.

Die neu entstandenen Mischungen

werden Dispersionen genannt.

Unter emulgieren wird die gleichmäßige

Vermischung von Flüssigkeiten verstanden,

die sich normalerweise nicht miteinander

verbinden. Nur durch so genannte

Emulgato ren lassen sich einheitliche

Lösungen bilden. Emul sionen sind somit

auch Dispersionen.

3.3 Haarreinigungsprodukte

Das erste Reinigungsprodukt für Haut und Haar war

Seife. Sie wurde aus natürlichen Substanzen hergestellt.

Die Seife hat die gleiche Reinigungswirkung wie

Tenside. Ein Nachteil der Seife ist, dass ihr pH-Wert im

alkalischen Bereich liegt, wodurch Haut und Haar aufquellen:

Die Schuppenschicht spreizt sich ab und das

Haar sieht glanzlos aus. Früher wurde deshalb nach

dem Waschen mit Seife eine Spülung mit verdünnter

Essig- oder Zitronensäure durchgeführt. Außerdem

hinterlässt die Seife je nach Kalkgehalt bzw. Härtegrad

des Wassers einen grau-weißen Belag auf dem

Haar, die so genannte Kalkseife.

Wasserhärte

Die Wasserhärte gibt an, wie viel Salze im

Wasser gelöst sind. Gemessen wird dieser

Gehalt in Grad Deutscher Härte (°dH). Je

mehr Salze im Wasser gelöst sind, umso

härter ist das Wasser. Dies zeigt sich z. B.

an Kalkablagerung beim Wasserkocher.

3.3.1 Kennzeichnungsvorschrift –

INCI-Nomenklatur der Inhaltsstoffe

Seit 1997 müssen in ganz Europa alle Inhaltsstoffe

von kosmetischen Mitteln auf der Verpackung aufgezählt

werden. Dieses Kennzeichnungssystem wird INCI

(engl. international nomenclature of cosmetic ingredients

= Internationale Nomenklatur für kosmetische

Inhaltsstoffe) genannt. INCI wurde eingeführt, damit

vor allem Allergiker Produkte vor dem Kauf auf ihre

Inhaltsstoffe prüfen können.

Alle Inhaltsstoffe müssen nach ihrer Konzentration in

abnehmender Reihenfolge aufgelistet werden. Das

heißt, der Inhaltsstoff, der als erster genannt wird, ist

im Produkt in größter Konzentration vorhanden. Inhaltsstoffe,

die mit einer Konzentration von weniger

als 1 % enthalten sind, müssen nicht aufgeführt werden.

Die Liste unterscheidet:

1. Grundstoffe

2. Wirkstoffe

3. Hilfsstoffe

Als Beispiel eine INCI-Deklaration eines Shampoos:


4

FRISUREN EMPFEHLEN


1. Frisuren gestern und heute Seite 86

2. Merkmale einer Frisur Seite 88

3. Das Erscheinungsbild

des Kunden Seite 93

4. Kopf- und Gesichtsformen

optisch verändern Seite 96

5. Individuelle Beschaffenheit

der Haare Seite 101

6. Fehlende Haare ersetzen Seite 107

7. Eine Frisurenempfehlung

aussprechen Seite 112

8. Einwandbehandlung Seite 113

9. Computergestützte

Frisurenempfehlung Seite 114

Aufgaben Seite 115

áá EINLEITUNG

Eine Frisurenempfehlung beginnt mit der Ankunft des Kunden

im Salon. Bereits in dem Moment entwickelt der Friseur gedanklich

eine neue Frisur. Für eine kompetente Frisurenempfehlung

muss der Friseur bestimmte Merkmale der Person berücksichtigen.

Das gesamte Erscheinungsbild mit der jeweiligen Gesichtsform

ist die Voraussetzung für eine passende Beratung. Hierfür

benötigt der Friseur Fachwissen über den Aufbau einer Frisur

und wie diese zum Ausgleichen oder Betonen eingesetzt werden

kann.

Die Frisurenempfehlung lässt sich nur umsetzen, wenn der

Friseur die individuelle Beschaffenheit der Haare berücksichtigt.

Kunden mit geringer Haarfülle erwarten eine besonders erfolgreiche

Frisurenempfehlung, durch die das fehlende Haar gegebenenfalls

ersetzt werden kann. Ein systematisches Vorgehen

während der Frisurenempfehlung kann durch ein computergestütztes

Frisurenprogramm unterstützt werden.


3. Das Erscheinungsbild

des Kunden

Für eine Frisurenempfehlung ist der erste Eindruck,

den der Kunde auf den Friseur macht, entscheidend.

Dabei richtet sich der Blick des Friseurs auf verschiedene

Merkmale der Person. Diese bestehen aus dem

Kleidungsstil, der Größe, Figur, Gesichtsform und der

Frisur des Kunden. Das Zusammenspiel der Merkmale

bildet das Erscheinungsbild einer Person.

3.1 Stil-Merkmale der Kunden

Jeder Mensch hat die Möglichkeit, die aktuelle Mode

auf ganz persönliche Art und Weise zu tragen. Allgemeine

Merkmale, wie z. B. Frisur, Art der Kleidung,

Schmuck oder Make-up ergeben einen bestimmten

Stil. Ein Vermischen bestimmter Stil-Merkmale ergibt

einen sogenannten Stilbruch, der die jeweilige Individualität

betont. Der Stil ist eine Ausdrucksweise der

Persönlichkeit und kann den Beruf, die Lebenseinstellung

oder die gesellschaftliche Stellung verdeutlichen.

Die Einteilung der Stile ist bei Frauen und Männern

ähnlich. Frauen haben allerdings mehr Möglichkeiten,

ihren Stil auch im Berufsleben zu tragen. Bei Männern

wird die Kleidung stärker in Beruf und in Freizeit eingeteilt.

In der Regel entwickelt sich ab dem 25. Lebensjahr

die Ausprägung der Stilrichtung.

Der Friseur hat die Aufgabe, den Stil zu erkennen und

mit einer entsprechenden Frisur zu unterstützen. Im

Laufe der Zeit haben sich unterschiedliche Stilrichtungen

entwickelt. Die vier bekanntesten Stile werden

hier näher beschrieben.

3.1.1 Klassisch/ Elegant

Der klassische Typ wirkt aufrecht und scheint jede

Körperbewegung zu kontrollieren. Ein gepflegtes

Outfi t (= Kleidung, Accessoires) ist sehr wichtig. Dieser

Typ ist nicht bieder oder altmodisch. Die modischen

Trends werden gerne in der Auswahl der

Schuhe oder der Handtaschen gezeigt. In der Farbauswahl

werden unterschiedliche Grau- und Brauntöne

bevorzugt. Der klassisch elegante Typ bevorzugt

Hosenanzüge und Kostüme. Selbst in der Freizeit ist

die Kleidung edel und hochwertig.

Das Make-up wird dezent in der Farbwahl gestaltet

und perfekt aufgetragen. Die meist glatten Haare sind

sehr gepfl egt und streng frisiert. Dieser Typ wechselt

ungern die Frisur und trägt gerne stirnfrei.

Klassisch eleganter Typ

3.1.2 Romantisch

Der romantische Typ wird häufi g durch eine weiche

und weibliche Ausstrahlung charakterisiert. Die Kleidung

betont die weiblichen Formen der Figur. Verspielte

Elemente, wie Rüschen an Blusen und Röcken

und auch Trachtenmode, betonen diesen Stil. Es werden

fröhliche Farben miteinander kombiniert. Die verwendeten

Stoffe weisen häufi g Blumenmuster auf.

Das Make-up wird in dezenten, aber schimmernden

Farben gestaltet. Die natürliche Weiblichkeit soll unterstrichen

werden. Der romantische Typ trägt gerne

längeres, lockiges Haar, das auch gerne locker hochgesteckt

wird.

Romantischer Typ

3 • Das Erscheinungsbild des Kunden

93


5

HAARE SCHNEIDEN


I. Die Haarschneideschere Seite 118

2. Vorkenntnisse

für einen Haarschnitt Seite 120

3. Die Basis-Schnittformen Seite 122

4. Haarschnitte verfeinern Seite 125

5. Der Einfluss

natürlicher Gegebenheiten Seite 127

6. Die Schnittformen beim Mann Seite 128

7. Schneiden mit System Seite 130

8. Preise von Arbeitsmitteln

vergleichen Seite 132

9. Lohnkosten für Haarschnitte Seite 134

Aufgaben Seite 135

áá EINLEITUNG

Der Haarschnitt ist noch immer die Hauptaufgabe des Friseurs.

Um seinen Kunden faire Preise bieten zu können und rentabel

zu arbeiten, ist eine sorgfältige Preiskalkulation notwendig.

Neben der Preisgestaltung sichert die handwerkliche Qualität

des Betriebes den Erfolg bei Stammkunden und bei der Gewinnung

neuer Kunden.

Die Umsetzung der Wunschfrisur erfordert Fachwissen und

handwerkliches Geschick. Das Fachwissen ist notwendig, um die

Schnittform aus der empfohlenen Frisur erkennen zu können.

Die passenden Werkzeuge müssen ausgewählt werden, um

anschließend den Haarschnitt mit der richtigen Arbeitstechnik

zu erstellen.


128

5 HAARE SCHNEIDEN

6. Die Schnittformen

beim Mann

Technisch unterscheiden sich Damen- und Herrenhaarschnitt

nicht voneinander. Unterschiedlich sind aber

die Ansprüche, die Frauen und viele Männer an den

Friseur stellen. Ein Teil der männlichen Kunden möchte

nicht viel Zeit für einen Friseurbesuch aufwenden. Der

Haarschnitt soll handwerklich gut ausgeführt und unkompliziert

im Styling sein. Andere männliche Kunden

verändern gerne die Haarlänge und unterstreichen

ihren Stil durch modische Farbverän derungen.

6.1 Fassonschnitt

Die Hochzeit des Fassonschnittes waren die 50er Jahre.

In dieser Zeit erfand Georg Hardy den Messerhaarschnitt,

bei dem das Haar nur mit einem Rasiermesser

geschnitten wird. Durch diese Technik wurde der Haarschnitt

perfekt ausgeführt und somit welt berühmt.

Ein typisches Merkmal des

Fassonschnittes ist die sichtbare

natürliche Nackenkontur.

An dieser Stelle ist das Haar

am kürzesten und die Haarlänge

nimmt in Richtung Hutlinie

kontinuierlich zu. Dabei

Fassonschnitt

entsteht ein weicher, ineinander

fließender Übergang. Im Seiten bereich wird ebenfalls

mit fließendem Übergang zum Oberkopf hin geschnitten.

Der Unterschied zum Nacken ist, dass die

Kontur rund um das Ohr bis zur äußeren seitlichen

Nackenkontur sauber abgeschnitten wird.

6.2 Rundschnitt

Mit dem Rundschnitt lassen

sich vielfältige Schnittvarianten

erreichen. Im Gegensatz zum

Fasson ist der natürliche Haaransatz

nicht sichtbar. Bei längerem

Haar wird der Haaransatz

verdeckt, bei kürzerem

Rundschnitt

werden Teile des Ansatzes abrasiert,

so dass eine gleich mäßige Linie entsteht.

6.3 Bartformen

Der Bart war in der Vergangenheit nicht nur ein modisches

Gestaltungselement, sondern auch ein Statussymbol.

In der heutigen Zeit wird die Bartbehaarung

als Schmuckbart bezeichnet. Die gängigsten Bartformen

sind der Drei-Tage-Bart, der Vollbart, der

Schnur- oder Oberlippenbart und der Kinnbart. Durch

die entsprechende Bartform lassen sich Gesichtsformen

optisch verändern.

Optische Veränderung der Gesichtsform

durch verschiedene Bartformen

6.4 Rasur

Unter Rasur (rasieren = schaben, kratzen) wird das

Abschneiden des männlichen Barthaares verstanden.

Die Haare werden so kurz über der obersten Hautschicht

abgeschnitten, dass sie nicht mehr zu spüren

sind. Der Mann verwendet im Laufe seines Lebens

mehrere hundert Stunden für das Schneiden seines

Bartes oder für die komplette Rasur. Bei vielen ist es

eine alltägliche Pfl icht, die aber gerade im Friseurbereich

ein großes Potential an Wellness (= Wohlgefühl)

für den Mann bietet.

Es gibt zwei Arten der Rasur: die Nass- und die Trockenrasur.

Im Salon wird hauptsächlich die Nassrasur

durchgeführt. Sie ist aufwendiger und braucht Ruhe

und Geduld bei der Ausführung.

Bei ansteckenden Krankheiten wie Bartfl

echte oder Pilzerkrankungen darf eine

Rasur nicht durchgeführt werden.


136

Glossar

LERNFELD 1: In Ausbildung und Beruf orientieren

Hallo, wie geht’s? Hello, how are you?

Mir geht’s gut, danke. I’m fi ne, thanks.

Mir geht es heute nicht so gut. I’m a little bit under the weather.

Wie heißt du/heißen Sie? What’s your name?

Ich heiße … My name is …

Vorname, Nachname fi rst name/surname, family name

Können Sie bitte Ihren Nachnamen buchstabieren? Could you spell your family name, please?

Hast du Geschwister? Do you have any brothers or sisters?

Ich habe eine Schwester und zwei Brüder. I’ve got one sister and two brothers.

Mein Bruder ist verheiratet. My brother is married.

Ich bin ledig, habe aber einen festen Freund. I’m single but I’m in a relationship.

Was machst du gerne in deiner Freizeit? What do you like doing in your free time?

Ich gehe gerne tanzen/ins Kino. I really enjoy dancing or going to the cinema.

Wie alt bist du? How old are you?

Ich bin 22 Jahre alt. I’m 22 years old.

Wo wohnst du? Where do you live?

Ich wohne jetzt in …, komme aber ursprünglich aus … I live in … but originally I’m from …

In welchem Ausbildungsjahr bist du? Which year of your apprenticeship are you in?

Ich bin im ersten/zweiten/dritten Ausbildungsjahr. I’m in my fi rst/second/third apprenticeship year.

Wo arbeitest du? Where do you work?

Ich arbeite in einem modernen Salon in der Innenstadt. I work in a modern salon in the city.

Warum willst du Friseur werden? Why do you want to be a hairdresser?

Ich will Friseur werden, weil …

I want to be a hairdresser because …

n mich Mode/gutes Aussehen interessieren.

n I’m interested in fashion and like to look good.

n ich den direkten Kontakt zu den Kunden schätze.

n I enjoy contact with customers.

n ich meine kreativen Ideen handwerklich umsetzen kann.

n I’m really creative and like working with my hands.

Wir haben einmal in der Woche Berufsschulunterricht. We have theory practice once a week.

Ich will nach meiner Ausbildung noch …

After my apprenticeship I’d like to …

n Meister werden.

n study for my level 3 advanced qualifi cation.

n studieren.

n do some more study.

Meine Kollegen sind/mein Chef ist …

n My colleagues are/my boss is …

n freundlich/hilfsbereit/streng

n friendly/helpful/strict

n geduldig/ungeduldig

n patient/impatient

Wir sind insgesamt vier Auszubildende. There are four us – we are all apprentices.

LERNFELD 2: Kunden empfangen und betreuen

Was kann ich für Sie tun? What would you like me to do?

Bitte sprechen Sie etwas langsamer. Could you speak more slowly, please?

Ich würde mir gerne die Harre schneiden lassen. I’d like to have my hair cut.

Ich möchte gerne ein paar Strähnchen. I’d like some highlights/lowlights.

Wir haben einen Termin am Dienstag um 14 Uhr frei. We’ve got an appointment free on Tuesday at 4 pm.

waschen, schneiden, föhnen to wash, to cut, to blow dry

Dauerwelle perm

Tönung, Färbung toner, colour

Kurzhaarschnitt short hair cut

lange/lockige Haare long/curly haircut

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag/Abend. Have a nice day.

Vielen Dank für Ihren Anruf. Thanks for your call.

Guten Morgen/Tag/Abend. Good morning/afternoon/evening.

Darf ich Ihnen die Jacke/den Mantel abnehmen? May I take your jacket/coat?

Bitte nehmen Sie kurz in der Warteecke Platz. Please take a seat in the waiting area.

Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten? Would you like something to drink?

Ich hätte gerne einen Kaffee/ein Wasser. Thanks, I’d like a cup of coffee/a glass of water.

Hätten Sie gerne eine Zeitschrift? Would you like a magazine to read?

Bitte kommen Sie mit zum Bedienungsplatz. Would you like to follow me?

Kommen Sie bitte mit zum Waschbecken. Could you come over to the wash basin?

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