6 - Königswieser & Network
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königswieser & network<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe Nr. 5 I September 2009
königswieser & network<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe Nr. 5 I September 2009<br />
Inhalt<br />
4–5 EdItorIAl<br />
Ausblick, Weitblick – lichtblick?<br />
Univ.-Prof. dr. Peter Heintel im Interview<br />
mit roswita <strong>Königswieser</strong><br />
Folgen und Folgerungen<br />
Hypothesen zu den Auswirkungen der Krise<br />
und Vorschläge, wie damit umzugehen wäre<br />
Weder dramatisieren<br />
noch bagatellisieren<br />
Krisenexperten und ihre Aufgaben,<br />
Strategien und Perspektiven<br />
Wie Phönix aus der Asche …<br />
der turn-around bei einem<br />
großen deutschen Pharma-Unternehmen<br />
Global statt lokal<br />
die Krise als Beschleuniger nachhaltiger<br />
Veränderungen bei der roto Frank AG<br />
kurz & bündig<br />
Was macht uns „krisenfest“?<br />
ohne Wurzeln kein Wachstum<br />
der lange Weg aus der kollektiven Identitätskrise der San<br />
In der Krise führen<br />
10 Gebote, die das erleichtern<br />
Stabile Zonen<br />
Ankerplätze, die rückhalt bieten<br />
Veranstaltungen und Highlights<br />
rückblick, Vorschau und Buchtipps<br />
Gescheiter scheitern<br />
Wir haben diesem tabuthema<br />
ein Forschungsprojekt gewidmet<br />
GloSSAr: Angst<br />
rätSEl<br />
IMPrESSUM<br />
HErAUSGEBEr: <strong>Königswieser</strong> & <strong>Network</strong> GmbH, Marokkanergasse 22/7a, 1030 Wien, tel. ++43-1-368 46 91, info@koenigswieser.net; rEdAKtIoN: roswita <strong>Königswieser</strong>, Nora Stuhlpfarrer, Heidi Aichinger, leila Steinhilper,<br />
Adrienne Schmidtborn; FotoS: Pilo Pichler, Fotolia, Björn reißmann, roto Frank AG, !Khwattu Pty (ltd); GrAFISCHES KoNZEPt & GEStAltUNG: Grafikatelier Mag. Stephan lindner, www.grafikatelier.at; rätSEl: Elisabeth<br />
loibl; lEKtorAt: Nora Stuhlpfarrer<br />
6–7<br />
8<br />
9<br />
10<br />
11<br />
12–13<br />
14–15<br />
16–17<br />
18–19<br />
20–21<br />
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24
EdItorIAl<br />
Hoffnung<br />
statt Horror<br />
Nein, wir haben nicht vergessen, einen titel aufs<br />
Cover zu setzen – es war unsere volle Absicht. „Krise“<br />
kann einerseits mit dunkelheit (Verlust, Schmerz,<br />
Angst), andererseits mit Helligkeit (licht am Ende des<br />
tunnels; es geht einem ein licht auf; Einsicht, Neuanfang)<br />
assoziiert werden. Man muss nicht weise sein,<br />
um das zu wissen – nur aufmerksam und offen.<br />
Alle Medien sind seit Wochen und Monaten voll<br />
von Serien über Ursachen und Auswirkungen der Krise.<br />
Also überlegten wir: Sollen auch wir noch dieses<br />
thema aufgreifen?<br />
Ja, wir möchten ganz bewusst als Berater zu diesem<br />
thema Position beziehen, weil es uns intensiv<br />
beschäftigt, da ja auch unsere Kunden massiv von der<br />
aktuellen Situation betroffen sind und das Problem<br />
der generellen „Vertrauenskrise“ derzeit einen zentralen<br />
Kontext unserer Beraterarbeit darstellt.<br />
Allerdings geht es uns nicht um eine weitere Analyse,<br />
sondern um die leitfrage: Wie kommt man aus<br />
Krisen heraus? Und wir fragen weiter: Welche vielleicht<br />
hilfreichen Erfahrungen, Ideen, Beispiele lassen<br />
sich diesbezüglich in verschiedensten Bereichen und<br />
Kontexten finden?<br />
Wir distanzieren uns einerseits von Panikmache,<br />
dramatisierung, defizitorientierung, aber auch von<br />
Verdrängung, Bagatellisierung, Beschönigung. Uns<br />
geht es ums Hinschauen, um Konstruktivität, um Beiträge,<br />
die dem leser denkanstöße bieten und somit<br />
Impulse zu bewusstem Handeln und zum Entwickeln<br />
von lösungen setzen – für die eigene organisation,<br />
für die eigene Familie, bei Problemen mit sich selbst.<br />
Ein oft zitiertes chinesisches Sprichwort drückt diese<br />
Intention bildlich verdichtet aus:<br />
„Wenn der Sturm kommt, bauen die einen Mauern<br />
und die anderen Windmühlen.“<br />
Wenn man nicht nur schwarz sieht, kann man erkennen:<br />
Wir leben in einer herausfordernden, spannenden<br />
Zeit. Einerseits sind, wie bereits erwähnt, dramatisierung,<br />
Selbstmitleid und Angstmacherei zu<br />
beobachten, aber es werden infolge der Krise auch<br />
wieder öfter Fragen nach dem Sinn gestellt und radikale<br />
Konzepte erarbeitet, z. B. zum Umbau der Wirtschaft<br />
im Sinne, einer ideologisch bestimmten Zusammenarbeit<br />
privater und öffentlicher Bereiche.<br />
das scheinbar selbstverständliche Vorhandensein<br />
und Funktionieren von Sicherheit bietenden Institutionen<br />
und Einrichtungen – wie etwa den rechtsstaat –<br />
nimmt man wieder mit dankbarkeit wahr. Man kann<br />
eine repolitisierung beobachten, ist wieder häufiger<br />
an engagierten diskussionen beteiligt. Illusionäre<br />
Vorstellungen davon, was „normal“ sei, werden revidiert<br />
(z. B. die Gültigkeit von Prognosen, der Glaube<br />
an permanentes Wachstum, das blinde Vertrauen in<br />
Banken). Wir alle haben jetzt die Chance, an einer Veränderung<br />
zweiter ordnung mitzuwirken.<br />
In diesem „journal“ finden Sie ein Interview mit<br />
dem Philosophen Peter Heintel – wir sprachen über Krisen<br />
ganz allgemein und über die aktuelle Gesamtsituation<br />
(S. 6 u. 7). der Finanzexperte Guido Sollors stellt<br />
seine pointierte Position dar (S. 8). Wir versuchen herauszufinden,<br />
was wir von Krisenexperten aus unterschiedlichen<br />
Einsatzbereichen lernen können (S. 9).<br />
Ein Produktionsleiter schildert, wie sein Pharma-<br />
Werk aus einer existenziellen Krise heraus umdenken<br />
gelernt und den turn-around erfolgreich geschafft hat<br />
(S. 10). Auch von der roto Frank AG, einem Bauzulieferer,<br />
erfahren wir, wie sie eine Krise beeindruckend gemeistert<br />
hat (S. 11). Neben der individuellen und<br />
organisationalen Ebene der Krisenbewältigung beschäfti<br />
gen wir uns auch mit einer existenziellen kol-<br />
journal September 2009 | Editorial königswieser & network | 5<br />
roswita <strong>Königswieser</strong><br />
lektiven Identitätskrise und einem möglichen Ausweg<br />
aus dieser – es geht um Ureinwohner Südafrikas: die<br />
San (S. 14 u. 15).<br />
Wir haben uns selbst und andere gefragt, was in<br />
Krisen am hilfreichsten war. Nicht nur durch diese persönlichen<br />
Statements (S. 12 u. 13), sondern durch alle<br />
Seiten dieses „journals“ hindurch zieht sich als roter<br />
Faden die Erkenntnis: In Krisen ist es wichtig, sich –<br />
möglichst mit anderen gemeinsam – mit den akuten<br />
Problemen auseinanderzusetzen, Begleitung und Unterstützung<br />
zu haben, Gespräche zu führen.<br />
Sie finden auf der Seite 16 „die 10 Gebote“ des<br />
Führens in der Krise und auf Seite 17 eine praktische<br />
Anleitung dazu, wie Sie Ihre „stabilen Zonen“ erkennen<br />
und pflegen können. Und ein Blick hinter die Kulissen<br />
unserer Veranstaltungen zum thema Krise und<br />
Scheitern gibt vielleicht Antwort auf die Frage: Wie bewerten<br />
andere die Situation? (S. 18)<br />
Bei aller Positivität und lösungsorientiertheit vergessen<br />
wir aber nicht das thema Angst (im Glossar,<br />
S. 22). Und zu guter letzt haben wir auch einige Bücher<br />
ausgewählt, die aus den unterschiedlichen Blickwinkeln<br />
verschiedener disziplinen Impulse für zukunftsorientierte<br />
lösungen bieten, ohne die<br />
schmerzliche Seite der Krise zu leugnen (S. 19).<br />
Wir hoffen, Sie finden in unserem „journal“ den<br />
ein oder anderen Gedanken, der sie inspiriert, ermuntert<br />
und energetisiert, Ihre ganz speziellen Windmühlen<br />
zu bauen. Wer die Krise nutzt, geht gestärkt aus<br />
dieser hervor!
oswita <strong>Königswieser</strong>: Springen wir gleich hinein:<br />
Was bedeutet die Krise für einen Philosophen?<br />
Peter Heintel: das Wort Krise ist eine Ableitung<br />
vom griechischen Verb krinein, und das bedeutet unterscheiden,<br />
urteilen (ur im Sinne von ursprünglich),<br />
es besagt also, dass etwas neu beurteilt, ein- bzw.<br />
aufgeteilt werden muss.<br />
Also Weichenstellungen, neue ordnungen...<br />
Ja. Krise ist immer etwas fundamental Einschneidendes,<br />
ein Prozess, in dessen Verlauf tradierte denk-<br />
und Handlungsmuster sich auflösen, feste Ideologien<br />
verflüssigt werden.<br />
Solche Einschnitte sind natürlich unbequem, beängstigend.<br />
Was denkst du denn über die aktuelle<br />
Krise?<br />
Ich beobachte, dass genau dies passiert: Unser<br />
System mit seinen tradierten Mustern stößt unsanft<br />
an Grenzen. Wir werden jetzt brutal mit der Situation<br />
konfrontiert, dass sich lang genährte Illusionen nicht<br />
länger aufrechterhalten lassen.<br />
An welche denkst du?<br />
Z. B. an das Märchen von der Vollbeschäftigung.<br />
die bisherige Form der Erwerbsarbeit wird<br />
es nicht mehr geben. Es stellt sich auch als Illusion<br />
heraus, dass Wirtschaftswachstum Arbeitsplätze sichert.<br />
Man exportiert das Problem der Armut. die<br />
Emi grations bewegungen führen zu massiver destabilisierung.<br />
Ich sehe die Gefahr der tendenz zur radikalisierung<br />
in unserer Gesellschaft. Man braucht nur<br />
nach Frankreich zu schauen, wo der Chef eines Automobilkonzerns<br />
in Geiselhaft genommen wurde.<br />
das finde ich auch besorgniserregend, aber das<br />
Positive an der Krise ist die tatsache, dass es zu einer<br />
Art repolitisierung kommt, weil vielen Menschen<br />
die Ungereimtheiten und Paradoxien bewusst werden<br />
und sie sich für die Hintergründe interessieren.<br />
Ja, wenn es gelänge, politisch daraus Konsequenzen<br />
zu ziehen … Wenn das ideologische Fundament<br />
der Erwerbsarbeit wegbricht, wäre es an der Zeit,<br />
Grundeinkommen einzuführen. Aber solange sich die<br />
rolle des Staates nicht ändert – das heißt die Politik<br />
von der Wirtschaft abhängig ist –, ist das schwierig.<br />
Ich sehe es als den schärfsten Einschnitt, dass das Gesellschaftssystem,<br />
seit es das Bürgertum gibt, nicht<br />
mehr so stabil ist wie in der Feudalgesellschaft, in der<br />
die ökonomische und die politische Macht identisch<br />
waren.<br />
die Wirtschaftslogik frisst sich in alle Bereiche<br />
hinein.<br />
Ja, das ist das Hauptproblem – deren dominanz.<br />
Wir haben jetzt Staatsverschuldungen, die die Politik<br />
über Generationen hinweg handlungsunfähig<br />
machen. Es gibt ja kein Geld mehr für irgendwelche<br />
größeren Programme. Paradox könnte man formulieren,<br />
dass in indirekter Weise damit der Neoli-<br />
journal August 2009 | Platzhalter königswieser & network | 6<br />
Ausblick,<br />
Weitblick –<br />
lichtblick?<br />
der Philosoph Univ.-Prof. dr. Peter Heintel<br />
im Gespräch mit roswita <strong>Königswieser</strong><br />
beralismus sein eigentliches Ziel erreicht hat: die<br />
ohnmacht der Politik wird für die nähere und ferne<br />
Zukunft fortgeschrieben. der ruf nach dem Staat<br />
erweist sich somit als Bumerang. der Ausweg wird<br />
die Inflation sein, aber dann werden die Vermögen<br />
vernichtet.<br />
du hast die Zusammenhänge schon in deinem<br />
„Modell Neuzeit“ beschrieben.<br />
Genau. die leute sparen in der Krise. damit entziehen<br />
sie der Wirtschaft Kaufkraft. dann kommt die<br />
Inflation, und die Sparvermögen sind weg. Wir erleben<br />
aktuell die Marktsättigung. da hilft es auch nicht,<br />
dass immer mehr neue Produkte in den Markt gepusht<br />
werden. diese Innovationshysterie steigert die fatale<br />
Einseitigkeit, an der unser System leidet, noch weiter.<br />
die Einseitigkeit führt sich selbst ad absurdum. Nehmen<br />
wir z. B. das Auto: Hier stand ursprünglich der<br />
Flexibilitätsvorteil im Vordergrund. Jetzt stecken die<br />
Autos im Stau. Alle Maschinen, die wir erfunden haben,<br />
sollten uns entlasten, uns dienen – jetzt dienen<br />
wir ihnen. Hegel nennt das den Entfremdungsprozess,<br />
das „Werk“ als Veräußerung von Freiheit.<br />
die einseitige Ausrichtung des Menschen auf Bedürfnisbefriedigung,<br />
auf Produkte, auf Konsum; der<br />
Wunsch, überall gleichzeitig sein zu können, auf nichts<br />
verzichten zu müssen – was sich etwa im Zappen beim<br />
Fernsehen manifestiert –, auch die totale Macht über<br />
die Natur haben zu wollen, diese Allmachtswünsche<br />
sind der eigentliche Sündenfall.<br />
da passt auch Erich Fromms Unterscheidung zwischen<br />
Sein und Haben dazu.<br />
Ja. Aber wir alle wissen, dass mehr und immer<br />
mehr zu haben nicht glücklicher macht. das Neueste<br />
muss nicht das Beste sein. das Produkt aller Produkte<br />
ist dann das Geld, weil es der letzte Ausweg eines gesättigten<br />
Markts ist, davon immer noch mehr haben<br />
zu wollen. Geld als Produkt! Es ist der raum der Möglichkeit<br />
schlechthin, die Synthese zwischen Freiheit<br />
und Sicherheit.<br />
das wünschen wir uns alle.<br />
Ja. Geld ist aber alles und nichts. die alten menschlichen<br />
Sehnsüchte nach Allmacht, Unsterblichkeit,<br />
unendlichen Möglichkeiten wurden früher in den<br />
Märchen, Sagen und religionen ausgelebt. Wir haben<br />
durch die Abkoppelung der Geldwirtschaft von der<br />
realwirschaft – Finanzblase – den Bogen überspannt,<br />
Geld als Ware gehandelt und somit das aristotelische<br />
„unendliche Begehren“, die Gier, verstärkt.<br />
du schilderst das fast als anthropologische Komponente,<br />
die zum Menschen gehört. Warum aber ist<br />
dann diese Entwicklung nicht bei allen menschlichen<br />
Gesellschaften zu sehen?<br />
dort, wo der Arbeitsbegriff mit leistung verbunden<br />
war und Arbeit nicht mehr nur Mittel zum Zweck<br />
war, sondern zum Selbstzweck des Bürgertums wurde,<br />
dort hat diese einseitige Entwicklung begonnen.<br />
die Griechen fanden ihr Glück in der Muße. Gearbeitet<br />
haben nur Sklaven. Im Gegensatz dazu steht das<br />
europäische Bürgertum mit seiner genialen Einseitigkeit,<br />
dem Abstrahieren, mit der Entscheidung, Natur<br />
zum objekt zu machen, sich mit Hilfe der technik<br />
und der Naturwissenschaften die Welt untertan zu<br />
machen – diese Art des denkens und Handelns gibt<br />
es bei den Naturvölkern oder in der Feudalgesellschaft<br />
nicht.<br />
deinen Ausführungen zufolge ist die Krise nahezu<br />
eine logische Konsequenz dieser Art des denkens –<br />
sie musste demnach eintreten.<br />
Ja, das lässt sich an den Axiomen dieses denkens<br />
feststellen – davon, was es alles ausschließt und somit<br />
Einseitigkeit produziert.<br />
Was genau?<br />
journal September 2009 | Ausblick, Weitblick – lichtblick? königswieser & network | 7<br />
dass die Natur ausgebeutet wird, dass in erster<br />
linie Konkurrenz gelebt wird, nicht Kooperation, dass<br />
statt dialektik logik herrscht, das heißt, dass Widersprüche<br />
ausgeschlossen werden, dass Quantität vor<br />
Qualität zählt.<br />
Beschleunigung – zu wenig Entschleunigung …<br />
Ja, aber dieses denken, der Kapitalismus, erfährt<br />
jetzt seine Grenzen – infolge der Übererfüllung seiner<br />
selbst!<br />
Wenn wir kurz die gesellschaftliche Ebene verlassen<br />
und auf die Personenebene gehen: Welche Formen<br />
des Umgangs mit der Krise nimmst du wahr?<br />
Ich beobachte vier Formen. Erstens: leugnen, verdrängen.<br />
Zweitens: Schuldige suchen. Heute sind es<br />
die bösen Manager, Banken, der Kapitalismus.<br />
Es ist einfacher, Personen Schuld zuzuschreiben,<br />
als Gesamtzusammenhänge oder auch eigene Anteile<br />
zu sehen.<br />
Mhm. Außerdem muss sich dann das System<br />
nicht ändern, wenn man die opfer ausscheidet. drittens<br />
interpretieren manche die Krise als Schicksal:<br />
Man muss durchtauchen, dann geht es schon wieder<br />
vorbei. die vierte reaktionsweise ist das sofortige<br />
Agieren, das schnelle Entscheiden. Ich denke an die<br />
aktuellen Hilfspakete. Auch das ist keine adäquate<br />
Antwort auf das Grundproblem, keine grundsätzliche<br />
Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen, nur<br />
eine Symptombehandlung.<br />
Ich kenne aber durchaus auch leute, die sich mit<br />
der aktuellen Situation auseinandersetzen und hoffen,<br />
dass sich endlich qualitativ etwas ändert. die sagen:<br />
„Wichtig sind mir meine engen Beziehungen, ein<br />
bewussteres leben. Ich kann auch mit weniger Geld<br />
gut leben.“<br />
Je besser – harmonischer, erfüllender, stabiler –<br />
die zwischenmenschlichen Beziehungen sind, desto<br />
weniger Bedeutung hat Geld, desto unwichtiger sind<br />
Ersatzhandlungen, Außenhalte. Aber gerade der Individualisierungsprozess<br />
führt zu verdünnten Beziehungen.<br />
Peter Heintel<br />
Es gibt bezüglich dieser komplexen, interdependenten<br />
Problemfelder sicherlich keine simplen rezepte.<br />
Aber was könnte man – abgesehen von der Suche<br />
nach individuellen lösungen – machen?<br />
Es herrschen bestimmte Machtverhältnisse – die<br />
ökonomische, technische dominanz. da kann man nur<br />
eine Gegenmacht aufbauen. Man müsste weltweite<br />
Prozesse organisieren, dialoge führen, bewusst machen,<br />
an welcher Einseitigkeit wir leiden, niemanden<br />
anprangern, sondern Einsichten fördern, die bewusst<br />
machen, dass nicht die böse Wirtschaft schuld ist,<br />
sondern wir selbst ein teil der Wirtschaft sind.<br />
Es sollten die ressourcen der Geisteswissenschaften<br />
wieder mehr genutzt werden. Wir brauchen<br />
völlig neue Zugänge und Programme. In dem herrschenden<br />
tohuwabohu, in der undurchschaubaren<br />
Komplexität bringen uns die alten Methoden und die<br />
bisherigen Experten mit ihren systemimmanenten<br />
Ideen nicht weiter.<br />
das wäre das Gute im Schlechten – wenn nämlich<br />
viele Menschen erkennen könnten, dass diese Krise<br />
eine globale und grundsätzliche ist und dass folglich<br />
weiterhin immer nur noch mehr desselben zu machen<br />
keine lösung darstellt.<br />
Ja, aber leider können wir alle uns der bisherigen<br />
Wirtschaftslogik nur schwer entziehen. Es braucht<br />
Mut, in wirtschaftlichen Alternativen zu denken, es<br />
braucht viel Kraft für Initiativen. Wir benötigen eine<br />
soziale Bewegung, deren denken jenseits der Kategorien<br />
links/rechts angesiedelt ist. Es geht um die nächsten<br />
Generationen, die mit der Aussichtslosigkeit zu<br />
kämpfen haben werden.<br />
Vielleicht ist ja gerade die Not ein Motor für den<br />
Wandel, für eine änderung des Wertesystems.<br />
Man muss Konkretes tun, z. B. Unternehmerverbände<br />
gründen, die einander mit Kapital unterstützen,<br />
damit die Abhängigkeit von Banken reduziert<br />
wird, oder die z. B. eigene Banken gründen. Staaten<br />
sollten z. B. Kredite direkt an die realwirtschaft statt<br />
an die Banken vergeben.<br />
diese lösungen müssten allerdings weltweit einheitlich<br />
sein, weil wir es ja mit einer globalen Krise zu<br />
tun haben.<br />
da wir aber historisch bedingt in unterschiedlichen<br />
politischen, ökonomischen, sozialen etc. Verhältnissen<br />
leben, bedürfen gemeinsame lösungen<br />
eben eines langen, schwierigen Prozesses.<br />
dennoch machst du mit deiner Haltung, mit deinen<br />
Ideen und deinem philosophisch-interdisziplinären<br />
Weitblick Mut! Ich danke dir für das spannende Gespräch.
8 i königswieser & network Folgen und Folgerungen | journal September 2009 journal September 2009 | Weder dramatisieren noch bagatellisieren königswieser & network | 9<br />
Folgen und<br />
Folgerungen<br />
Hypothesen zu den Auswirkungen der Krise und Vorschläge, wie damit umzugehen wäre<br />
die Krise ist in aller Munde … doch trotz der medialen<br />
und gesellschaftlichen diskussion bleibt das<br />
Phänomen wenig greifbar. die Betroffenheit variiert<br />
erheblich, ebenso die Bewertungen und Klärungsversuche.<br />
Was sollen wir glauben – und gibt es in Zeiten<br />
wie diesen überhaupt eindeutige Prognosen und Sicherheit?<br />
diese Fragen stellte leila Steinhilper dem<br />
Experten Guido Sollors.<br />
„Sicher ist“, so Guido Sollors, selbstständiger<br />
Berater, Gesellschafter der Sollors GmbH & Co. KG,<br />
Netzwerkpartner von <strong>Königswieser</strong> & <strong>Network</strong> und<br />
ehemals persönlich haftender Gesellschafter der Berenberg<br />
Bank, der ältesten Privatbank deutschlands,<br />
„dass die Welt nach der Krise eine andere<br />
sein wird.“ Was in der Zwischenzeit passiert,<br />
kann niemand genau sagen. Aber es<br />
lassen sich Hypothesen aufstellen. „die<br />
Wirtschaftskrise wird noch immer unterschätzt,<br />
und viele der dramatischen Folgen<br />
sind noch gar nicht offensichtlich.<br />
die Staatsgarantien der Banken<br />
werden zu echten Ausfällen führen.<br />
die weitere Konsolidierung der Finanzdienstleistungsindustrie<br />
wird<br />
hohe Arbeitslosigkeit mit sich bringen.<br />
Auch die Autoindustrie steht<br />
vor großen Anpassungen.“ da diese<br />
beiden Schlüsselbranchen weitere<br />
Einbußen erleiden würden,<br />
werde sich dies wie eine Kettenreaktion<br />
auf die meisten anderen<br />
Branchen auswirken. „In<br />
den nächsten Monaten wird es<br />
weiter zu Firmensterben und<br />
Insolvenzen kommen. Besonders<br />
den Mittelstand wird es<br />
mit voller Wucht treffen“, ist<br />
Guido Sollors überzeugt.<br />
das sind klare Worte, die<br />
einem die verheerenden Auswirkungen<br />
der Wirtschaftskrise<br />
deutlich vor Augen führen.<br />
dennoch meint Guido Sollors:<br />
„Ich halte nichts davon, in<br />
Panik oder depression zu<br />
verfallen, denn – und davon<br />
bin ich unerschütterlich<br />
überzeugt – die Krise birgt<br />
große Chancen: Bestehende<br />
Strukturen kön nen justiert<br />
werden, jeder von uns<br />
hat die Möglichkeit, sich neu<br />
zu positionieren. Bestimmte Entwicklungen werden<br />
nahezu zwangsläufig einsetzen, beispielsweise das<br />
Entstehen neuer Märkte.<br />
Nun gilt es, neue, bessere Werte und Marktrends<br />
herauszufiltern und danach eigene tätigkeiten abzuleiten.<br />
So werden gute Geschäftsmodelle und Ansätze<br />
entstehen. Z. B. wird die ökologische und nachhaltige<br />
Industrie stark an Bedeutung gewinnen. Je größer die<br />
Krise, desto größer kann auch unser Entwicklungsschritt<br />
sein.“<br />
doch ab wann ist der Zeitpunkt gekommen, die<br />
Chancen in der Krise zu suchen? „Ist die Stimmung<br />
ganz im Keller, sind beispielsweise die Aktien so stark<br />
gefallen, dass es durch kein Substanzwertkriterium<br />
mehr erklärbar ist, dann ist der Scheitelpunkt da –<br />
und es erwachsen Chancen.“ Allerdings nur im Verein<br />
mit reflexion und Bedacht. Guido Sollors rät zunächst<br />
zur Vergangenheitsbewältigung: „Es muss trauerarbeit<br />
geleistet werden, damit der Kopf für die Zukunft<br />
frei ist. In einem zweiten Schritt muss sich das Unternehmen<br />
selbst analysieren: Wo haben wir Federn<br />
gelassen? Wie ist der Status quo? diese Fragen sind<br />
zentral und sollten nicht unterschätzt werden, sind sie<br />
doch Basis für die folgende Aufbauarbeit.<br />
die nächsten Schritte müssen gut durchdacht sein.<br />
Im Zweifel heißt es, selektiv zu sein, Verlockungen zu<br />
widerstehen und loslassen zu können. Und gerade<br />
in der Krise gilt es, gute teams um sich zu haben. Jemand<br />
hat einmal gesagt: ‚Gib mir ein gutes Produkt<br />
und die besten leute – das ist immer erfolgreicher, als<br />
das beste Produkt und gute leute zu haben.‘ Ich glaube,<br />
dass dies in der Krise noch viel wichtiger ist.“<br />
Gemeinsam mit Unternehmen die Chancen, die der<br />
Krise innewohnen, zu suchen, das ist Guido Sollors’<br />
alltägliches Geschäft. Was bewegt jemanden, der die<br />
Krise hautnah miterlebt, auf der persönlichen Ebene?<br />
„Ich kann etwas in meinem Umfeld bewegen, und somit<br />
fühle ich mich nicht nur in der Verantwortung, sondern<br />
auch in der Pflicht, Initiative zu übernehmen und<br />
entsprechende Impulse zu geben. Und gleichzeitig<br />
spüre ich auch dieses Urvertrauen, dass wir die Krise<br />
bewältigen und – dessen bin ich mir gewiss – gestärkt<br />
daraus hervorgehen werden.“<br />
Weder dramatisieren<br />
noch bagatellisieren<br />
Krisenexperten und ihre Aufgaben, Strategien und Perspektiven<br />
Viele Menschen beschäftigen sich erst seit einigen<br />
Wochen mit dem thema Krise – einige tun dies<br />
aufgrund ihres Berufs schon seit Jahren. Welchen<br />
Herausforderungen müssen sich diese Menschen<br />
stellen? Welche tipps haben sie für den Umgang mit<br />
Krisen? darüber sprach leila Steinhilper mit fünf Krisenexperten.<br />
In für die Natur kritischen Situationen ist Harald<br />
Zindler (Hamburg) zur Stelle. Er war eine Schlüsselfigur<br />
in der aktionsreichen Gründungszeit von Greenpeace<br />
deutschland. Als langjähriger Aktivist begab er<br />
sich immer wieder in potenzielle Gefahr, etwa wenn<br />
er und seine Kolleg(inn)en auf offener See von ihren<br />
Schlauchbooten aus versuchten, riesige Öltanker zum<br />
Aufgeben zu bringen.<br />
Florian Weber (Bonn) ist referent für internationale<br />
Einsätze und Projekte der Bundesanstalt technisches<br />
Hilfswerk (tHW). Er koordiniert die Arbeit<br />
der zum Großteil freiwilligen Mitarbeiter/-innen,<br />
die im Fall von Katastrophen Menschen in Not helfen.<br />
die Arbeit in Krisengebieten, die sich über mehrere<br />
Nationalgrenzen erstrecken, ist Alltag für Joanna<br />
Barelkowska (Berlin). Sie ist ehrenamtliche Geschäftsführerin<br />
von oWEN e. V. – der mobilen Akademie für<br />
Geschlechterdemokratie und Friedensförderung –, einer<br />
Institution, die im Kaukasus Friedens aktivist(inn)<br />
en fortbildet.<br />
Bernd Finkelmeier (Bremen), als geschäftsführender<br />
Gesellschafter von Ge.on team im Gesundheitsmanagement<br />
tätig, hilft Mitarbeiter(inne)n, die sich<br />
in einer psychischen Krise befinden, und schult Führungskräfte<br />
hinsichtlich Krisenprävention.<br />
die leiterin der Abteilung Justizvollzug im Niedersächsischen<br />
Justizministerium, dr. Monica Steinhilper<br />
(Hannover), koordiniert das Krisenmanagement im<br />
Fall sogenannter besonderer Vorkommnisse – etwa<br />
wenn ein Straftäter aus dem Gewahrsam ausbricht<br />
– und schafft Strukturen, die Gefangenen in persönlichen<br />
Krise Unterstützung bieten.<br />
Alle fünf Führungskräfte sind berufsbedingt<br />
krisenerprobt und haben eines gemeinsam: Sie<br />
müssen den schwierigen Balanceakt vollbringen,<br />
Krisen zu entdramatisieren, dabei aber<br />
nicht zu bagatellisieren. Allen steht ein team von<br />
Mitarbeiter(inne)n und Kolleg(inn)en zur Verfügung.<br />
das gibt Kraft.<br />
Was können wir von diesen Krisenexperten lernen?<br />
Haben sie Empfehlungen bezüglich des Umgangs mit<br />
der aktuellen Krise?<br />
„Es gibt doch eigentlich keinen Beruf, in dem man<br />
nicht auch Krisen erleben könnte“, so Monica Steinhilper.<br />
„daher halte ich es für absolut notwendig, gut<br />
vorbereitet zu sein. das bedeutet: Man sollte mögliche<br />
Krisenszenarien vorher durchspielen, entsprechende<br />
Strukturen einrichten, Verantwortliche benennen und<br />
sich und die organisation mental darauf einrichten,<br />
dass Krisen eintreten können.“ „Analysiere, wo du<br />
stehst und was alles kommen kann“, empfiehlt auch<br />
Harald Zindler.<br />
Für Florian Weber sind Struktur und Koordination<br />
das A und o: „Wir arbeiten mit Checklisten und aktualisieren<br />
diese regelmäßig, um aus den Erfahrungen<br />
der Vergangenheit lernen zu können.“<br />
Kommunikation ist der dreh- und Angelpunkt für<br />
Bernd Finkelmeier: „Ich empfehle eindringlich, die<br />
Kommunikationsintensität zu erhöhen, nichts unter<br />
den teppich zu kehren, sich um die Mitarbeiter/-innen<br />
zu kümmern. ähnlich sieht es Joanna Barelkowska:<br />
„In Krisenzeiten ist man als organisation dann stark,<br />
wenn eine Vertrauensbasis besteht.“<br />
doch trotz ihrer Krisenexpertise sind auch die<br />
Führungskräfte von der Wirtschaftskrise betroffen:<br />
der eigene Budgethaushalt und die Vergabe öffentlicher<br />
Gelder sind eingeschränkt, Aufgabenschwerpunkte<br />
verlagern sich. Harald Zindler sieht sich bei<br />
seinem Engagement für den Erhalt des ökologischen<br />
Gleichgewichts mit erschwerten Bedingungen konfrontiert:<br />
„die diskussion um die Wirtschaftskrise<br />
hat die ökologische Misere aus der öffentlichen<br />
Wahrnehmung verdrängt, dabei ist Erstere, verglichen<br />
mit den Auswirkungen des Klimawandels, völlig<br />
irrelevant.“<br />
Sehen die Krisenexperten nichtsdestotrotz auch<br />
positive Impulse in der Wirtschaftskrise? „der Neoliberalismus<br />
hat soziale Grenzen erfahren. Ich setze<br />
diesbezüglich große Hoffnungen in die Politik – in<br />
die Möglichkeit, nun bessere regelungen zu treffen“,<br />
sagt Bernd Finkelmeier.<br />
Harald Zindler sieht die Chance darin, „dass wir<br />
endlich aufwachen und eine ganzheitliche, verantwortungsbewusste,<br />
nachhaltige Philosophie zum<br />
Umgang mit Menschen und der Umwelt entwickeln“.<br />
ähnlich sieht es auch Joanna Barelkowska: „Es geht<br />
um einen sorgfältigen Umgang mit ressourcen jeglicher<br />
Art. Wir können nicht länger nur aus dem<br />
Vollen schöpfen, sondern sollten lernen, ein eingeschränktes<br />
Maß an ressourcen sinnvoll und effektiv<br />
einzusetzen.“<br />
Florian Weber fokussiert seine Erwartungen auf<br />
die persönliche Weiterentwicklung: „Viele merken<br />
gerade, dass sie etwas verlieren könnten, das sie<br />
bislang als selbstverständlich betrachtet haben. Ich<br />
hoffe, dass das dazu führt, auch scheinbar Selbstverständliches<br />
wieder schätzen zu können.“<br />
„die Krise wird dazu führen, Beziehungen wieder<br />
achtsamer zu pflegen“, ist Bernd Finkelmeier<br />
überzeugt. „Es wäre schön, wenn wir alle ein wenig<br />
mehr Achtung und demut gegenüber dem leben zeigen<br />
könnten.“ Und Monica Steinhilper ergänzt: „Ich<br />
wünsche mir, dass wir den Weg zu mehr Einfachheit<br />
wiederfinden und uns auf das im leben Wesentliche<br />
besinnen können.“<br />
Aus ihrer jeweiligen Sicht glauben also alle fünf<br />
Führungskräfte an „das Gute im Schlechten“. Und als<br />
einschlägige Experten wissen sie um die machtvolle<br />
Chance, die in einer Krise liegen kann.
10 i königswieser & network Wie Phönix aus der Asche … | journal September 2009 journal September 2009 | Global statt lokal königswieser & network | 11<br />
Wie Phönix<br />
aus der Asche …<br />
der turn-around bei einem großen deutschen Pharma-Unternehmen<br />
„Fünf Jahre ist es her, dass unser Werk auf <strong>Königswieser</strong><br />
& <strong>Network</strong> zukam und um Unterstützung<br />
bat“, erinnert sich der damals für die Produktion<br />
zuständige Betriebsleiter eines großen deutschen<br />
Pharma-Unternehmens (das nicht genannt werden<br />
möchte), der dann auch die leitung des gemeinsamen<br />
Projekts übernahm. Was war geschehen?<br />
dieser Frage ging leila Steinhilper auf den Grund.<br />
Infolge eines Markteinbruchs war die Auslastung<br />
des Werks einschneidend – das heißt um etwa 50<br />
Prozent – reduziert. die Konsequenzen waren verheerend:<br />
Man musste sich von einem drittel der<br />
1 500 Mitarbeiter trennen.<br />
„diese Krise war für uns alle ein Schock. Wir Führungskräfte<br />
fühlten uns hilflos, die Mitarbeiter waren<br />
traumatisiert. Bis dahin hatten wir in einer heilen<br />
Welt gelebt. die Pharmabranche war und ist sehr<br />
stabil, es gibt eigentlich immer Wachstumserfolge.<br />
Zu Markteruptionen kommt es kaum – falls doch,<br />
dann weiß man vorher davon, z. B. wenn Generika<br />
auf den Markt kommen. Nie zuvor in der Historie<br />
unseres Werks waren betriebsbedingt Kündigungen<br />
ausgesprochen worden. die damalige Situation war<br />
also völlig neuartig und die Krise besonders traumatisch.<br />
die Frage, wie wir unsere Mitarbeiter bei der<br />
Bewältigung dieses Schocks und der trauerarbeit<br />
unterstützen und sie für das leben nach der Krise<br />
motivieren könnten, bewegte uns sehr, also wandten<br />
wir uns an K&N. Nach einer komplementären<br />
Systemdiagnose hielten uns die Berater wertschätzend,<br />
aber in aller deutlichkeit den Spiegel vor.<br />
die diagnose rüttelte uns mit teils drastischen<br />
Bildern – etwa dem Kapitän, der auf die Bugwelle<br />
statt zum Horizont schaut – wach. Wir begriffen: Wir<br />
greifen zu kurz, wenn wir uns nur auf die Probleme<br />
der Vergangenheit und unsere trauer konzentrieren.<br />
Wir mussten vielmehr dringend an unserer strategischen<br />
Ausrichtung, an den Perspektiven, an einer<br />
Vision, an einem turn-around arbeiten – für uns völliges<br />
Neuland.<br />
die Systemdiagnose zeigte aber auch eine krasse<br />
differenz zwischen Selbst- und Fremdbild: Wir waren<br />
bis dahin überzeugt, ein gutes Nahverhältnis zu unseren<br />
Mitarbeitern zu haben und transparent zu führen.<br />
dass sich Gegenteiliges erwies, war für uns sehr<br />
irritierend. letztlich konnten wir die harte realität<br />
aber annehmen. Ein weiterer zentraler Aspekt betraf<br />
die Prozessorientierung, die nicht in unserem denken,<br />
in unserer Kultur verankert war – fatal für einen<br />
Produktionsbetrieb, der wettbewerbsfähig sein will.<br />
Folge der rückspiegelung war es also, dass wir<br />
gemeinsam neben der Steuergruppe vier teilprojekte<br />
initiierten: Vision und Strategie, Prozessorientierung,<br />
Führung sowie Kommunikation. Wir aus<br />
dem Werk mussten unseren Vorständen sagen, wie<br />
ernst es war. danach wurde erwogen, das gesamte<br />
Werk nach Asien zu verlegen, das deutsche Werk zu<br />
schließen. Es herrschte Angst, aber wir kämpften<br />
ums Überleben.<br />
In die Projekte waren 120 Mitarbeiter eingebunden.<br />
Innerhalb von 18 Monaten stellten wir unser<br />
Werk komplett neu auf. Wir griffen themen auf, an<br />
die wir früher keinen Gedanken verschwendet hätten.<br />
Spannend war, dass sich der Wandel nicht hierarchiegeleitet<br />
vollzog, vielmehr konnte jeder Mitarbeiter,<br />
der wollte, seinen Beitrag einbringen.<br />
Zum Verzweifeln brachten mich anfangs die vielen<br />
reflexionsschleifen – bis mir klar wurde, dass<br />
nur auf diese Weise wirklich alle Beteiligten mitgenommen<br />
werden können und Musterveränderungen<br />
stattfinden. das mangelnde Commitment des Konzernvorstands<br />
und einige interne Zweifler gehören<br />
zu meinen lowlights. Aber das nachhaltige Ergebnis<br />
wiegt das leicht auf.<br />
Es war also diese Krise notwendig, um wirklich<br />
etwas zu verändern – seither spielen wir in der<br />
obers ten liga. das Projekt mit K&N war gewissermaßen<br />
die Initialzündung dafür. tatsächlich passierte<br />
auch nach Projektende unglaublich viel, und der<br />
Kulturwandel ist von dauer. An der Steuergruppe<br />
nehmen Mitarbeiter aus allen Bereichen hierarchieübergreifend<br />
teil. Als Projektleiter achte ich darauf,<br />
dass neben Unterstützern auch Verweigerer, Widerständler<br />
und stille Mitarbeiter dabei sind, damit wir<br />
alle Perspektiven nutzen können.<br />
die teilprojekte gibt es zwar nicht mehr als institutionalisierte<br />
Projektgruppen, sie existieren aber<br />
als ‚Keimzellen‘ noch unstrukturierter Prozesse<br />
weiter. daraus haben wir ‚operational Excellence‘<br />
entwickelt – weniger als tool, sondern eher als Philosophie,<br />
die in eine systemische Grundhaltung eingebettet<br />
ist. das teilprojekt Prozessorientierung hat<br />
uns gelehrt, dass die rolle von Wertstrommanagern<br />
sinnvoll ist (einige Mitarbeiter haben eine entsprechende<br />
Ausbildung absolviert), das der lean-Gedanke,<br />
das Vermeiden von Verschwendung der erste<br />
und nachhaltige Weg ist.<br />
Weiters können wir mit Hilfe der Six-Sigma-tools<br />
auch statistische Prozessauswertungen vornehmen<br />
und dabei unseren Kulturwandel integrieren. Wir<br />
arbeiten immer noch viel mit reflexionsschleifen.<br />
Wertschätzung gegenüber unseren Mitarbeitern<br />
ist zentral. Von Besuchern höre ich häufig: ‚Hier ist<br />
irgendetwas anders. die Mitarbeiter sind so motiviert.‘<br />
Und das ist auch in Zahlen belegbar: Wir sind<br />
wieder ein erfolgreicher und wettbewerbsfähiger<br />
Standort mit hervorragend ausgerichteten Produktionsbetrieben,<br />
stellen gerade 150 neue Mitarbeiter<br />
ein, produzieren günstiger als die Inder und Asiaten!<br />
Mich fasziniert der komplementäre Ansatz, weil<br />
er so viel bewirken kann. die Verankerung der Prozessorientierung<br />
ist uns z. B. nur gelungen, weil wir<br />
uns fachlich spezialisiert und gleichzeitig kulturell<br />
geöffnet haben. ohne Integration des Fach-Knowhow<br />
bzw. ohne Prozess-Know-how wäre dieser Entwicklungsschritt<br />
nicht möglich gewesen.<br />
die systemische Grundhaltung habe ich zur Gänze<br />
internalisiert und gelernt, bei wichtigen Schritten<br />
zu überlegen: Wer ist davon betroffen? Welche<br />
ängste gibt es diesbezüglich? Wie könnte man vorgehen,<br />
damit statt Angst Freude und Motivation entstehen?<br />
Mit dieser Einstellung und kreativen Ideen<br />
lässt sich auch im Kleinen vieles verbessern: Wir<br />
haben z. B. ein Flipchart, auf dem wir unsere aktuelle<br />
Stimmung durch Punkte visualisieren können.<br />
dieses Stimmungsbarometer werten wir in regelmäßigen<br />
Abständen gemeinsam aus.<br />
die für mich eindrücklichste Erfahrung in diesem<br />
Prozess mache ich gern mit der ‚orchester-Metapher‘<br />
deutlich: der tolle Klang wird nur im Zusammenspiel<br />
erreicht, jeder leistet seinen Beitrag – egal<br />
ob man nun die erste Geige oder ‚nur‘ die triangel<br />
spielt.“<br />
Und der Werkleiter und Auftraggeber des Beratungsprojekts<br />
resümiert im rückblick: „Ich hätte mir<br />
damals nicht träumen lassen, dass wir aus einem so<br />
tiefen loch heraus eine derartige Erfolgsgeschichte<br />
schreiben. Im Nachhinein bin ich geradezu dankbar<br />
für die Krise!“<br />
Global statt lokal<br />
die Krise als Beschleuniger nachhaltiger Veränderungen bei der roto Frank AG, Stuttgart<br />
das vergangene Jahr wird dem Produktionsteam<br />
des Bauzulieferers roto Frank AG wohl unauslöschlich<br />
in Erinnerung bleiben: „lean Manufacturing“<br />
sollte die roto-Produktion zukunftsfähig machen. das<br />
habe einfach alles verändert, auch – und vor allem –<br />
die Menschen, sagte technik-Vorstand leonhard<br />
Braig im Gespräch mit Heidi Aichinger.<br />
„Veränderungen muss man zulassen können.“<br />
leonhard Braig lehnt sich tief in seinen Sessel zurück.<br />
In den vergangenen Monaten wurden ihm wie nahezu<br />
allen Verantwortlichen in der Baubranche die Folgen<br />
einer bisher in dieser Form noch nie da gewesenen<br />
Wirtschaftskrise vor Augen geführt. Für roto hieß das<br />
konkret: Umsatzeinbrüche von 30 bis 40 Prozent im<br />
ersten Quartal 2009.<br />
Zwar konnte der Bauzulieferer für 2008 mit 620,7<br />
Millionen Euro bei Fenster-, tür-, dach- und Solartechnologie<br />
gegenüber 2007 eine Umsatzsteigerung um<br />
drei Prozent vermelden, die wahren Herausforderungen<br />
stünden aber, so leonhard Braig, noch bevor.<br />
der offizielle Kommentar des Bauzulieferers dazu lautet:<br />
„Auch wir können uns von der weltweiten rezession<br />
nicht abkoppeln.“ Gerade in solch einer Situation<br />
müsse man zukunftsorientiert aktiv werden und dürfe<br />
nicht bloß reaktiv auf die aktuellen Verhältnisse eingehen.<br />
Selbstbestimmtheit ist das, was der technik-<br />
Vorstand und die leiterin der Konzernpersonalentwicklung<br />
Yvonne Merklinger, postulieren und auch<br />
selbst austrahlen. „Mit neu aufgesetzten Produktionssystemen<br />
können wir – anders als in der Vergangenheit<br />
– dem Markt heute eins zu eins folgen“, sagt<br />
er. „dieser Ansatz hat einfach alles verändert“, so Braig<br />
und Merklinger unisono.<br />
Alte Kästchen aufbrechen<br />
Im vergangenen Jahr stellte der Weltmarktführer<br />
für drehkippbeschläge seine historisch gewachsenen<br />
Produktionsstrukturen – den Marktanforderungen entsprechend<br />
– auf moderne Produktionssysteme um: In<br />
kontinuierlichen Verbesserungsschritten (KVP) werden<br />
optimale Produkt-, Prozess- und Servicequalitäten<br />
angesteuert, die die gesamte Wertschöpfungskette effizienter<br />
gestalten (lean Management). die Krise sei<br />
bei dieser ohnehin notwendigen Umstellung ein Beschleuniger,<br />
so Braig.<br />
„Wenn aber“, erklärt er weiter, „neue Produktionssysteme<br />
in den Vordergrund treten, muss auch die dahinter<br />
stehende organisationsstruktur angepasst<br />
werden – ein Prozess, der weite Kreise zieht.“ Möglichkeiten<br />
dafür wurden gemeinsam mit den Werkleitern,<br />
der Konzernpersonalentwicklung sowie den Beratern<br />
von <strong>Königswieser</strong> & <strong>Network</strong>, Martin Hillebrand,<br />
Uwe Scheutz und Erik lang, erarbeitet. Es galt, die<br />
Menschen in den Werken dafür zu begeistern, eigene<br />
Ideen einzubringen, stringente Prozesse mitzudenken,<br />
sich aktiv in mögliche neue Abwicklungen einzu-<br />
bringen – kurzum: in kleinen Schritten große Veränderungen<br />
mitzutragen, „alte Kästchen aufzubrechen“,<br />
wie Braig es bezeichnet.<br />
dabei sei das Backup der Berater von großer Bedeutung<br />
gewesen, stellte der technik-Vorstand der<br />
division Fenster- und türtechnologie fest. denn<br />
technisch betrachtet sei Veränderung an sich ja<br />
kein Problem. Wissen könne formalisiert weitergegeben<br />
und auch angenommen werden. die für einen<br />
kontinuierlichen, nachhaltigen Veränderungsprozess<br />
erforderliche Haltung bzw. Einstellung<br />
verlange aber, dass dieses Wissen als selbst gemachte<br />
Erfahrung internalisiert wird. „dieser<br />
Schritt kostet viel Überwindung und Kraft, aber nur<br />
auf diese Weise können laufend Innovationen in<br />
den Prozess mit aufgenommen und persönliche Einstellungen<br />
verändert werden“, resümiert Braig.<br />
„die Meister“, bestätigt Martin Hillebrand, „sind<br />
heute bereit, diesen Wandel mitzugestalten, wenn<br />
man ihnen die Gelegenheit dazu bietet.“<br />
Vorleben, vorleben, vorleben!<br />
Konkret umgesetzt heißt das heute: die Werkleiter<br />
agieren als treiber des Change-Prozesses, der von Unternehmens-<br />
und Personalentwicklung zentral – also<br />
von Konzernseite aus – gesteuert wird. Auf der operativen<br />
Ebene wurden „tandems“ aus KVP-Managern<br />
und Hr-leitern als zentrale Säulen integriert. „diese<br />
Struktur konnte in allen Werken installiert werden<br />
und kann dank der entsprechenden Vorbereitung und<br />
Unterstützung seitens der K&N-Berater heute auch<br />
weiterhin selbstständig umgesetzt werden“, berichtet<br />
Yvonne Merklinger.<br />
diese nicht selbstverständliche Zusammenarbeit<br />
zwischen Unternehmens- und Personalentwicklung<br />
sei beeindruckend, meint Martin Hillebrand. daraus<br />
generiere das Unternehmen einen echten Mehrwert.<br />
Bemerkenswertes tempo<br />
l. Braig und Y. Merklinger<br />
die Umstrukturierung – mit ihren neuen Arbeitsaufteilungen<br />
und Verantwortungen – machte wiederum<br />
einen Qualifizierungsbedarf auf allen Ebenen<br />
sichtbar. „der heutige teamorientierte Führungsstil<br />
verlangt ganzheitliches denken und somit neue Fähigkeiten<br />
– ein Paradigmenwechsel, der die gesamte<br />
Mannschaft fordert“, so Braig. „Ich nehme alle in die<br />
Pflicht“, sagt er. Weiterbildungsangebote seien wichtig<br />
– im Hinblick auf bessere Kommunikation, auf die<br />
gemeinsame Entwicklung.<br />
„die Mehrheit nimmt das durchaus positiv auf,<br />
aber selbstredend gibt es auch Widerstände. Und natürlich<br />
werden auch Stimmen laut, die in Zeiten einer<br />
Wirtschaftskrise viele Maßnahmen in Frage stellen“,<br />
so Braig weiter. „da muss man vehement dagegenhalten<br />
und die dinge vorleben, vorleben, vorleben!“,<br />
ist er überzeugt. Nur so könne das Erreichte weitergetragen<br />
und -entwickelt werden.<br />
„lean Management ist ja nichts Neues“, so<br />
Yvonne Merklinger abschließend, „bemerkenswert<br />
ist allerdings die Geschwindigkeit, mit der dieser<br />
Veränderungsprozess voranschreitet. Wir haben<br />
sicherlich auch von anderen Industrien gelernt,<br />
aber dieses tempo ist nur durch den Schulterschluss<br />
zwischen ‚treibern und Unterstützern‘ –<br />
den Werkleitern, KVP-Managern, der Unternehmensentwicklung<br />
und der Personalentwicklung<br />
– möglich. Wir haben in sehr kurzer Zeit eine andere<br />
Sensibilisierung erfahren. Wir wissen, auf welche<br />
Faktoren wir in einem so umfassenden Veränderungsprozess<br />
achten müssen, worauf es bei<br />
unserer Zusammenarbeit ankommt und welchen<br />
gegenseitigen Nutzen wir aus dem jeweiligen Wissen<br />
des anderen ziehen können. die Zeit und Energie,<br />
die wir dafür aufgewendet haben, hat uns als<br />
team echt zusammengeschweißt.“
12 i königswieser & network kurz & bündig | journal September 2009 journal September 2009 | kurz & bündig königswieser & network | 13<br />
kurz & bündig<br />
Was hat mir aus einer persönlichen oder beruflichen Krise geholfen? Wodurch habe ich einen Neuanfang geschafft?<br />
Holger Eckstein, Frankfurt<br />
(Netzwerkpartner von K&N)<br />
Krisensituationen sind für<br />
mich erfahrungsgemäß<br />
besser zu bewältigen,<br />
wenn ich drei wesentliche<br />
Faktoren berücksichtige:<br />
1. den Mut, die Sachverhalte<br />
realistische zu betrachten;<br />
2. meine innere Stimme – ich<br />
nenne sie die Stimmigkeit,<br />
viele nennen sie auch das<br />
Gewissen –, die mir sagt,<br />
wohin die reise gehen soll,<br />
ob das nun angenehm ist<br />
oder nicht;<br />
3. mit Menschen zu sprechen<br />
– oder sie zumindest<br />
beobachten zu können –,<br />
die ähnliche Situationen<br />
gemeistert haben und darin<br />
kompetent sind.<br />
Susanna Ulrich, Wien<br />
(Netzwerkpartnerin von K&N)<br />
rückhalt in schwierigen<br />
Situationen – wie<br />
meinem Aufwachsen im<br />
Ausland, meiner beruflichen<br />
Neurorientierung oder dem<br />
Spagat zwischen Beruf und Familie<br />
– hat mir immer eine feste<br />
Vorstellung von der Zukunft<br />
geboten: zu wissen, wohin ich<br />
gelangen möchte. Wichtige<br />
Faktoren sind dabei auch die<br />
Unterstützung durch nahestehende<br />
Personen, Selbstvertrauen<br />
und die Fähigkeit, Kritik von<br />
anderen anzunehmen.<br />
Gespräche mit meinen internationalen<br />
Freunden vermitteln<br />
mir neue Sichtweisen und<br />
lösungsansätze. Meine Hauptantriebskraft<br />
sind jedoch meine<br />
Kinder, die ich in ihren Potenzialen<br />
und ihrem Werdegang<br />
unterstützen und denen ich ein<br />
rollenvorbild sein möchte.<br />
Bassirou Ndiaye, Köln<br />
(selbstständiger Unternehmer)<br />
Ich habe schon viele Veränderungen<br />
erlebt. die<br />
größte war es vielleicht, aus<br />
meinem Heimatland Senegal<br />
nach Europa zu gehen. Nicht<br />
aus Not – bei uns gehört es<br />
dazu, dass junge Männer sich<br />
in der Fremde bewähren. Aber<br />
es war härter als erwartet. Als<br />
ich in Spanien meine Arbeit<br />
verlor, dachte ich an meinen<br />
Vater, der immer sagte: „In<br />
einer Krise sei wie ein Huhn –<br />
das findet immer etwas, indem<br />
es suchend herumpickt.“ Ich<br />
habe also von meinem letzten<br />
Geld Zigaretten gekauft und<br />
mit ganz geringem Gewinn<br />
weiterverkauft. Meines Vaters<br />
zweiter rat lautete: „Sei mobil<br />
wie ein Affe. der schwingt sich<br />
von Baum zu Baum, wenn es<br />
kritisch wird, und behält so den<br />
Überblick.“ Also ging ich nach<br />
deutschland, als ich hörte,<br />
dass es dort Arbeit gibt. dabei<br />
half mir die senegalesische<br />
Gemeinschaft, denn egal in<br />
welche Großstadt ich kam, ich<br />
konnte immer einige tage bei<br />
landsleuten unterkommen.<br />
‚l’union fait la force‘ – die<br />
Gemeinschaft macht stark –,<br />
das habe ich dabei gelernt. Von<br />
dieser Haltung könnte Mitteleuropa<br />
wirklich mehr gebrauchen!<br />
dr. Andreas Matje, Wien<br />
(Senior Vice President Corporate<br />
Controlling & Accounting,<br />
oMV AG)<br />
Sowohl in persönlichen<br />
Krisen als auch bei der<br />
Bewältigung beruflicher<br />
Herausforderungen hat mir<br />
nichts so sehr geholfen wie<br />
das Gespräch mit meiner Frau,<br />
mit Freunden bzw. Personen<br />
meines Vertrauens. Ich bin<br />
davon überzeugt, dass durch<br />
das Formulieren und Artikulieren<br />
von Gedanken vor einem<br />
Gegenüber sowohl die Analyse<br />
der zu bewältigenden Situation<br />
als auch mögliche lösungen<br />
klarere Konturen annehmen,<br />
als dies durch die Bearbeitung<br />
allein mit sich im stillen<br />
Kämmerchen möglich wäre.<br />
Gleichzeitig erlauben es Gespräche,<br />
eigene Positionen zu<br />
hinterfragen und sich ein umfassenderes,<br />
differenzierteres<br />
Bild bezüglich eines Problems<br />
zu machen.<br />
Hans-Georg Hettich, Gaggenau<br />
(Projektleiter, Manager Produktimplementierung<br />
und Serienbetreuung,<br />
daimler AG)<br />
Ein Gedankenaustausch<br />
mit den Personen meines<br />
größten Vertrauens, die<br />
mir wieder bewusst gemacht<br />
haben, mit welch wichtigen<br />
Fähigkeiten, Eigenschaften und<br />
Erfahrungen ich ausgestattet<br />
bin, hat mir schon oft geholfen.<br />
Hierdurch habe ich mein<br />
Selbstvertrauen und den Glauben<br />
an mich selbst wiederefunden.<br />
Seither bewege ich mich<br />
auf dem Pfad der Veränderung,<br />
den zu begehen ein wunderbares<br />
Erlebnis ist.<br />
dr. Marion Keil, Köln<br />
(Netzwerkpartnerin von K&N)<br />
Nicht von ungefähr<br />
orientieren sich die<br />
berühmten Change-<br />
Kurven am von Prof. Küblerross<br />
entwickelten Phasenmodell,<br />
das den Umgang mit dem<br />
Schock nach dem tod eines<br />
Angehörigen zum thema hat.<br />
So war auch der tod meiner<br />
Mutter, da war ich zwanzig,<br />
sicherlich der größte Krisenfall<br />
meines lebens. Und letztens<br />
las ich, dass mit zunehmendem<br />
Alter der Menschen die Intensität<br />
ihrer Gefühle „verflacht“,<br />
weil so vieles schon bekannt<br />
ist. Auch ich empfand wohl<br />
mit zwanzig den Schmerz des<br />
Verlustes dramatischer, als dies<br />
heute wahrscheinlich der Fall<br />
wäre. Am liebsten wäre ich gestorben.<br />
doch nach einer Weile<br />
sagte ich mir: Sterben kann ich<br />
ja immer, wenn ich will. doch<br />
bis dahin will ich leben, und<br />
zwar einigermaßen so, dass ich<br />
jederzeit sterben könnte – in<br />
dem Bewusstsein: Ja ich habe<br />
wirklich gelebt, es hat sich<br />
gelohnt! dieser Gedanke ist mir<br />
eine große Hilfe in Krisen. da<br />
müsste schon sehr viel schief<br />
gehen, sollte ich aufs leben<br />
verzichten wollen.<br />
Adrian Holter, Wien<br />
(Netzwerkpartner von K&N)<br />
Für mich stand nach<br />
zwanzig Jahren opera -<br />
tiver Verantwortung als<br />
Geschäftsführer und Unternehmer<br />
vor zehn Jahren fest,<br />
dass es an der Zeit war, mich<br />
beruflich neu zu orientieren.<br />
In reflexionsschleifen mit guten<br />
Freunden und meiner Frau<br />
kam ich zu einer neuen Positionierung<br />
als organisationsberater<br />
und Manager auf Zeit.<br />
Für diese Gespräche bin ich<br />
noch heute dankbar.<br />
dr. Bernhard Koye, Wilen bei<br />
Wollerau (Netzwerkpartner von<br />
K&N)<br />
Eine Erfahrung durfte<br />
ich im Privat- wie auch<br />
im Berufsleben schon<br />
mehrmals machen: Immer<br />
wieder eröffneten sich mir<br />
neue Horizonte, wenn ich es in<br />
Krisenphasen „fließen“ lassen<br />
und dabei den Impulsen meiner<br />
inneren Stimme Platz einräumen<br />
und diese aktiv umsetzen<br />
konnte. Einige „Stufen“ – wie<br />
es im gleichnamigen Gedicht<br />
von Hermann Hesse heißt – wären<br />
ohne diese Kraft nicht möglich<br />
geworden. das Vertrauen<br />
in ihre Nutzung erscheint mir<br />
geradezu als Voraussetzung<br />
für wesentliche Entwicklungsschritte,<br />
die ich bisher durchlaufen<br />
konnte.<br />
Univ.-Prof. dr. Peter Heintel,<br />
Klagenfurt (Prof. f. Philosophie<br />
und Gruppendynamik, Alpen-<br />
Adria-Universität Klagenfurt)<br />
Sicherlich am allermeisten<br />
hat mir immer<br />
liebevolle Begleitung<br />
geholfen. Außerdem denke ich,<br />
dass die Art und Weise, wie<br />
man bereits vor der Krise Sinn<br />
definiert hat, welche Weichen<br />
man schon gestellt hat, sich<br />
auch in der Krise auswirken.<br />
Herbert Schober-Ehmer, Kassel<br />
(Netzwerkpartner von K&N)<br />
tiefgreifende, scheinbar<br />
ausweglose Situationen,<br />
aus denen ich neue Wege<br />
fand, brachten mir hilfreiche<br />
Erfahrungen im Hinblick auf<br />
künftige Krisen. das verfestigte<br />
allmählich mein Selbstvertrauen,<br />
und so entstand auch,<br />
durch systemisches denken<br />
rational abgefedert, eine neue<br />
Einschätzung von Ereignissen.<br />
ohne Freunde, ohne professionelle<br />
Begleitung, ohne<br />
Begegnungen mit Menschen<br />
wie Heinz von Förster, ohne<br />
philosophische und spirituelle<br />
Anregungen wäre mir dieser<br />
Weg vielleicht versperrt geblieben.<br />
Sich darauf einzulassen,<br />
sich auch tief verunsichern zu<br />
lassen, hilft mir, durch Krisen<br />
– nennen wir es – reifer zu<br />
werden.
14 i königswieser & network ohne Wurzeln kein Wachstum | journal September 2009<br />
ohne Wurzeln<br />
kein Wachstum<br />
der lange Weg aus der kollektiven Identitätskrise der San<br />
„Man kann sich auf zweierlei Arten verhalten: Wegschauen,<br />
die Sonne, das Essen und den guten Wein<br />
genießen – oder man schaut hin. dann ist es unvermeidbar,<br />
sich einbeziehen zu lassen.“ Alfred legner<br />
lebt seit Mitte der 1990er Jahre – auch – in Kapstadt.<br />
Weitere lebensmittelpunkte liegen in Österreich und<br />
Großbritannien. der ehemalige Banker pendelt zwischen<br />
den Kulturen. Nach Jahrzehnten internationaler<br />
Berufstätigkeit ist das wohl von einem anfangs<br />
schwierigen Gewöhnungsprozess zu einer schönen<br />
Gewohnheit geworden. Hinzusehen sei für ihn heute<br />
wie damals eine Selbstverständlichkeit, fast eine<br />
Pflicht, sagt legner im Gespräch mit Heidi Aichinger.<br />
Seit drei Jahren arbeitet Alfred legner an einem<br />
Projekt mit: dem „!Khwa ttu Heritage and training<br />
Center“, das die San – so nennen sich die Buschmänner<br />
und -frauen – dabei unterstützen soll, Wege aus<br />
ihrer Identitätskrise zu finden.<br />
Heidi Aichinger: Wie viele San leben noch im südlichen<br />
Afrika?<br />
Alfred legner: Es gibt noch rund 100 000. Sie gelten<br />
als eines der ältesten Völker der Erde, waren Jäger<br />
und Sammler. Heute sind sie urbanisiert, und die meisten<br />
von ihnen stehen auf der sozialen leiter sehr<br />
weit unten. Ihre Geschichte aber reicht 20 000 Jahre<br />
zurück. Wie auch vielen anderen teilen der einheimischen<br />
Bevölkerung, den Schwarzafrikanern, den Coloureds,<br />
hat man ihnen Bildung und Ausbildung systematisch<br />
vorenthalten. Sie wurden entmenschlicht.<br />
Und das Projekt, an dem Sie mitarbeiten, soll die<br />
San wieder stärken…<br />
Vor zehn Jahren hat eine Schweizer Anthropologin<br />
es sich zur Aufgabe gemacht, ein Ausbildungszentrum<br />
für San aufzubauen. Mehrere Farmen wurden<br />
gekauft, zusammengelegt und die Gebäude restauriert.<br />
das „!Khwa ttu Heritage and training Center“<br />
liegt 45 Autominuten nordwestlich von Kapstadt,<br />
nahe dem ort mit dem schönen Namen darling, mit<br />
Blick auf die Atlantikküste.<br />
Projektleiter ist der Anthropologe Michael daiber,<br />
der sein leben lang mit den San gearbeitet und wesentlich<br />
dazu beigetragen hat, dass das Projekt so<br />
weit gediehen ist. Heute leben dort 25 San-Familien.<br />
Es gibt einen eigenen Kindergarten und Vorschulerziehung;<br />
schulpflichtige Kinder kommen auf lokale<br />
Schulen, damit sie sich auch dort integrieren.<br />
In diesem Projekt geht es darum, den San dabei zu<br />
helfen ihre Vergangenheit wiederzufinden, um kollektive<br />
Zukunft besser gestalten zu können.<br />
Wie machen Sie das?<br />
die San müssen ein gewisses Maß an Stolz auf<br />
ihre Vergangenheit entwickeln – das geht nur, wenn<br />
sie ihre eigene Geschichte begreifen lernen. Es ist<br />
wichtig, ihnen die leistungen ihrer Vorväter vor Augen<br />
zu führen – dass es schon vor Jahrtausenden eine<br />
San-Kultur gab. Auch Überlieferungen über Idole helfen,<br />
die eigene Geschichte zu verinnerlichen. Wir<br />
müssen vermitteln, dass es sich lohnt, auf diese Substanz<br />
aufzubauen und auf ihr Erbe stolz zu sein. Und:<br />
SIERRA LEONE<br />
LIBERIA<br />
Man muss die San mit Wissen und Fähigkeiten ausstatten,<br />
die sie fürs Überleben in unserer heutigen<br />
modernen Welt rüsten. den Menschen ihre Identität<br />
zurückzugeben halte ich für sehr schwierig – ich bin<br />
nicht sicher, ob das überhaupt möglich ist.<br />
Dennoch versuchen Sie es…<br />
Ideale lösungen hierfür gibt es nicht. Unser Ansatz<br />
ist es, die San in einem touristischen Umfeld auszubilden.<br />
das Projekt umfasst ein kleines Museum, ein restaurant,<br />
ein Naturreservat und ein Zeltlager. Im rahmen<br />
dieser Einrichtungen werden leute ausgebildet<br />
– tour Guides, Köche, Farmarbeiter. dazu gehört viel<br />
Übung und Motivation. Heute – nach zehn Jahren – hat<br />
es sich erwiesen, dass die San genauso lernfähig sind<br />
wie andere Menschen auch. Sie haben das nötige<br />
Selbstvertrauen und arbeiten so erfolgreich, als ob es<br />
die Zeit von vor zehn Jahren gar nicht gegeben hätte.<br />
Wie schmal ist da der Grat zur Überheblichkeit?<br />
die Gefahr zu glauben, wir Weißen hätten die<br />
Weisheit mit löffeln gefressen, ist nicht vom tisch zu<br />
wischen. Man kann auch nie ganz sicher sein, dass<br />
diese Art der Umsetzung des Projekts die richtige ist.<br />
Ganz bestimmt falsch – und somit ausgeschlossen –<br />
ist es, nichts zu tun. Wir gehen nach Wissen und Gewissen<br />
den bestmöglichen Weg und hoffen, dass wir<br />
es aus den richtigen Beweggründen tun.<br />
Wie sind die San Ihnen – jemandem, der von „außen“<br />
kommt und ihnen „ihre Kultur zurückgeben will“<br />
– begegnet?<br />
Ich bin kein Mann der ersten Stunde, aber ich habe<br />
mir erzählen lassen, dass die San zunächst sehr skeptisch<br />
waren. Sie kamen verunsichert und ängstlich auf<br />
„!Khwa ttu“ an. da war ein Mann wie Michael daiber,<br />
der sich dem Projekt verschrieben und Zugang zu den<br />
San gefunden hat, enorm wichtig. Er identifizierte „informelle<br />
Führer“, um eine Brücke zu den San zu schlagen,<br />
leute, die schon eine gewisse Ausbildung hatten<br />
und mit denen gemeinsam er das Programm entwickelte.<br />
Heute ist das ein team von kompetenten leuten,<br />
die mit viel Selbstvertrauen lachend an ihre Aufgaben<br />
herantreten.<br />
Und für mich ist es eine Selbstverständlichkeit,<br />
sich für solch ein Projekt zu engagieren, wenn sich die<br />
Chance dazu bietet. da ist sicherlich auch ein wenig<br />
das schlechte Gewissen, das ich als Weißer hier habe,<br />
mit im Spiel.<br />
COTE D'IVOIRE<br />
Lake Volta<br />
GHANA<br />
TOGO<br />
Niger R.<br />
Gulf of Guinea<br />
EQUATORIAL GUINEA<br />
Sao Tome<br />
A T L A N T I C<br />
O C E A N<br />
Benue R.<br />
CAMEROON<br />
GABON<br />
CONGO<br />
Congo R.<br />
N a m i b D e s e r t<br />
CENTRAL AFRICAN REPUBLIC<br />
A N G O L A<br />
N A M I B I A<br />
Z A M B I A<br />
B O T S W A N A<br />
S O U T H A F R I C A<br />
Welche konkrete Aufgabe haben Sie in diesem<br />
Projekt?<br />
Vor rund drei Jahren stellte man fest, das Projekt<br />
könnte zum „weißen Elefanten“ werden. das bedeutet,<br />
dass der touristische Betrieb – nicht der Ausbildungsbetrieb,<br />
dem er als Plattform dient – wirtschaftlich<br />
auf eigene Beine gestellt werden musste. Hier ist<br />
nun der nächste große Schritt notwendig: das Projekt<br />
muss bekannter werden, um mehr zahlende und kulturell<br />
spezifisch interessierte touristen anzuziehen.<br />
Und: Es muss weiter ausgebaut werden – hier bringe<br />
ich meine kaufmännische Erfahrung ein.<br />
Zudem sieht das Ausbildungskonzept vor, San<br />
auch in Managementkarrieren einzuüben. Wie überall<br />
dauert das aber eine Weile – man wird ja bekanntlich<br />
nicht als General Manager geboren. dazu braucht es<br />
Grundwissen, Erfahrung, charakteristische Eigenschaften<br />
und Fähigkeiten – all das muss erst entwickelt<br />
werden. Und gleichzeitig müssen kulturell bedingte<br />
Verhaltenseigenarten verändert werden, wenn<br />
ein San erfolgreich führen soll. Hier stelle ich meine<br />
Führungserfahrung zur Verfügung – in dem Wunsch,<br />
dass in den nächsten zwei bis drei Jahren die/der erste<br />
San ins Management aufsteigen kann. Es stellt sich<br />
allerdings die wichtige Frage: Ist überhaupt der Wille<br />
zu führen vorhanden? der in der afrikanischen Kultur<br />
ausgeprägte egalitäre Verhaltenskodex kann hier hinderlich<br />
sein.<br />
Vor welche Probleme sind Sie als Mensch, dem<br />
Leadership nicht fremd ist, der aus anderen Strukturen<br />
kommt, gestellt?<br />
Ich muss in vieler Hinsicht umdenken. Manchmal<br />
verfalle ich in alte Muster und erwarte disziplin und<br />
Kommunikation, wie ich sie von Europa her gewohnt<br />
bin. darauf kann man in Afrika nicht unbedingt bauen.<br />
dort ist vieles ganz anders, und es ist nötig, das zu<br />
verstehen – um akzeptieren zu können, dass es lange<br />
dauert, ein Projekt dieses Formats umzusetzen.<br />
Hat Ihnen das Projekt neue Erkenntnisse eingebracht?<br />
Zunächst hat es mir die Augen für die Probleme<br />
der Menschen in Südafrika geöffnet. Es hat mir gezeigt,<br />
dass das scheinbar Unmögliche möglich ist. Es<br />
bestätigt mich in dem, was ich gemacht habe und weiterhin<br />
– nicht nur in Südafrika – machen werde: mich<br />
mit Bildung, Ausbildung und Persönlichkeitsentwicklung<br />
befassen. Es hat mich einfach zufriedener ge-<br />
Ubangi R.<br />
Cape of Good Hope<br />
C o n g o<br />
B a s i n<br />
Kasai R.<br />
Orange R.<br />
Ubangi R.<br />
Congo R.<br />
D E M . R E P .<br />
O F C O N G O<br />
Kasai R.<br />
Zambezi R.<br />
K a l a h a r i<br />
D e s e r t<br />
Katanga<br />
Plateau<br />
Vaal R.<br />
Congo R.<br />
Ruwenzori<br />
L. Kivu<br />
Lake<br />
Mweru<br />
Lake Kariba<br />
LESOTHO<br />
Lake Albert<br />
RWANDA<br />
BURUNDI<br />
Z I M B A B W E<br />
Limpopo R.<br />
Drakensberg<br />
UGANDA<br />
Lake<br />
Victoria<br />
L. Tanganyika<br />
SWAZILAND<br />
T A N Z A N I A<br />
MALAWI<br />
Zambezi R.<br />
Ethiopian<br />
Highlands<br />
Kilimanjaro<br />
L. Malawi<br />
Lake Turkana<br />
K E N Y A<br />
MOZAMBIQUE<br />
E T H I O P I A<br />
Somali Pen.<br />
journal September 2009 journal | ohne August Wurzeln 2009 kein | Platzhalter Wachstum königswieser & network | 15<br />
Zanzibar Island<br />
Mozambique<br />
Channel<br />
Comoros<br />
MADAGASCAR<br />
I N D I A N<br />
O C E A N<br />
macht, weil ich jetzt tiefgründigere lebensinhalte<br />
habe. Es besteht nicht – wie in Europa – die Gefahr, an<br />
der oberfläche steckenzubleiben.<br />
Wenn Sie den Weg aus der Identitätskrise der San<br />
Wegen aus anderen Krisen gegenüberstellen: Welche<br />
Vorgehensweisen würden Sie – auch aufgrund Ihrer<br />
Erfahrung als Banker – generell empfehlen?<br />
Zum einen sollte man nicht immer gleich große<br />
Würfe erwarten. Es ist gut, an kleinen Zellen zu arbeiten,<br />
die Wirkung zeigen. Zum anderen muss man an<br />
die Menschen glauben. Wenn wir vor zehn Jahren<br />
nicht davon, den San tatsächlich etwas vermitteln zu<br />
können, überzeugt gewesen wären, hätten wir das<br />
Projekt gar nicht anzufangen brauchen. Nicht zuletzt<br />
sind Bildung und Ausbildung essenziell. Und: Es geht<br />
nicht ohne systematisches Coaching. Man braucht einen<br />
Sparringspartner, der einem den Spiegel vorhält<br />
– und zwar auf Augenhöhe –, um Antworten und lösungen<br />
zu finden. denn allein ist das nicht möglich,<br />
weder für einen San noch für einen Europäer.<br />
Zur Person:<br />
Alfred legner (66) ist gelernter Banker und war u.<br />
a. Geschäftsführer der dG Bank in london. Heute ist<br />
der Gründer des Integrative leadership Forum (www.<br />
ilf.be) an mehreren Bildungs- und Ausbildungsprojekten<br />
beteiligt und kooperiert fallweise mit K&N. Er<br />
lebt in Großbritannien, Südafrika und Österreich.
In der<br />
Krise<br />
führen<br />
Zehn Gebote, die das erleichtern<br />
Stabile<br />
Zonen<br />
Stabile Zonen hängen eng mit der jeweiligen Identität<br />
zusammen und prägen das Handeln. Sie zu verlieren<br />
bedeutet auch einen Verlust an Identität, also<br />
verteidigen wir sie erbittert gegen Angriffe und schützen<br />
somit zugleich uns selbst, denn ganz ohne stabile<br />
Zonen können wir nicht leben.<br />
die folgenden Schlagwörter umreißen Bereiche,<br />
die stabile Zonen sein können:<br />
Ideen – im Sinne von lebensbegleitenden Werten,<br />
an denen man sich orientiert. dazu gehören unter anderem<br />
tiefe religiosität, Philosophie, ein wissenschaftliches<br />
Weltbild, Moralvorstellungen, Ethik, politische<br />
Ideologien, traditionen, dienst an einer<br />
„gerechten Sache“, Hingabe an Musik und Kunst,<br />
aber auch ein starkes Interesse am Beruf und an den<br />
damit verbundenen theorien.<br />
Macht – im Sinne der Chance, auf andere Einfluss<br />
auszuüben und deren Handlungen zu kontrollieren<br />
und somit absehbar zu machen. die Grundlagen dieser<br />
Art von Macht sind vielfältig: Es kann sich um physische<br />
Kraft, eine hierarchische Position, Zugang zu<br />
Informationen und Wissen oder um monopolisierte<br />
Schlüsselstellungen handeln, aber auch um Macht,<br />
die durch Werbung und Gerüchte aufgebaut wurde.<br />
Es muss nicht gleich Macht über ganze Völker oder<br />
tausende Arbeitskräfte sein, den „gewöhnlichen“<br />
Bürgern genügt schon ein wenig Einfluss im Büro, in<br />
der Familie, im Verein oder im restaurant.<br />
Menschen – gemeint ist die wertvolle, konstante,<br />
Sinn stiftende und Halt gebende Bindung an bestimmte<br />
Personen (und nicht etwa die liebe zur gesamten<br />
Menschheit). diese Art Beziehung findet man<br />
gewöhnlich in der eigenen Familie, aber auch bei alten<br />
Freunden, treuen Kameraden, guten Kollegen –<br />
Menschen, zu denen man Vertrauen hat.<br />
Plätze – dabei kann es sich im Großen um ein<br />
land, im Kleinen um einen vertrauten Straßenzug, ein<br />
Haus oder eine Bank unter einem Baum handeln. Viele<br />
Menschen empfinden diese Art stabiler Zonen als Heimat<br />
und fühlen sich fern von ihnen fremd. dann sind<br />
sie froh, wenigstens in Gedanken „heimkehren“ zu<br />
können.<br />
dInge – gemeint sind vertraute Gegenstände, die<br />
nicht ohne weiteres gegen andere, noch so ähnliche<br />
eingetauscht werden können. das kann ein altes Kleidungsstück<br />
sein, eine tabakspfeife, ein Erbstück oder<br />
etwa auch ein Foto, das schöne Erinnerungen wachhält<br />
und somit positive Emotionen hervorruft. Manche<br />
Menschen nehmen derlei dinge auf reisen mit oder<br />
tragen sie ständig bei sich wie ein Amulett.<br />
OrganIsatIOnen – darunter fallen Kirchengemeinschaften,<br />
Betriebe, Berufsgruppen, Gewerkschaften,<br />
wissenschaftliche Institute, Vereine, Clubs,<br />
Sportverbände, politische Zellen, logen u. v. m.<br />
diesen Formen menschlicher Zusammenschlüsse<br />
möchte man angehören, weil man sich mit ihren Zielen<br />
identifiziert und als Mitglied Anerkennung und Geborgenheit<br />
findet.<br />
Selbstverständlich können sich stabile Zonen<br />
überlappen. So kann etwa ein Haus ein ding, aber<br />
auch ein Platz und mitunter zugleich Aufenthaltsort<br />
geliebter Menschen sein. In manchen Fällen genügt<br />
schon eine einzige stabile Zone von Bestand: Ein Naturforscher<br />
z. B. kann wie ein Nomade leben, wenig<br />
besitzen, auf Macht und Einfluss verzichten, selbst<br />
Partner und organisationen ständig wechseln, vorausgesetzt<br />
er hat eine Vision, an die er glaubt.<br />
6Im Folgenden finden Sie sechs Fragen, deren Beantwortung<br />
dabei hilft, eine persönliche „Zwischenbilanz“<br />
bezüglich Ihrer stabilen Zonen zu ziehen.<br />
Schreiben Sie zunächst Ihre Gedanken zu den<br />
sechs Fragen nieder und berücksichtigen Sie dabei<br />
die oben genannten Kategorien: Ideen, Macht, Menschen,<br />
Plätze, dinge und organisationen. Sie können<br />
darüber hinaus selbstverständlich auch andere<br />
Bereiche nennen, die für Sie stabile Zonen sind,<br />
z. B. Meditation, Schachspiel, reisen usw.<br />
Schreiben Sie dann auf, an welchen stabilen Zonen<br />
Sie festhalten wollen und was Sie zur Aufrechterhaltung<br />
und zum Schutz dieser Zonen unternehmen<br />
werden. Überprüfen Sie nach einiger Zeit, was<br />
Sie aufgeschrieben haben und was aus ihren Vorsätzen<br />
geworden ist.<br />
16 i königswieser & network In der Krise führen · Stabile Zonen | journal September 2009 journal September 2009 | Stabile Zonen königswieser & network | 17<br />
10<br />
2. Führen Sie gezielte, reflexive dialoge. Nutzen Sie speziell in Zeiten der<br />
1. Nehmen Sie sich Zeit für eine differenzierte Sicht – gemeinsam mit anderen:<br />
Vermeiden Sie Aktionismus, dramatisierung bzw. Beschönigung.<br />
Unsicherheit die kollektive Intelligenz.<br />
3. Zeigen Sie Präsenz, gehen Sie aktiv auf Ihre Mitarbeiter zu.<br />
4. Vermitteln Sie: Eine Krise birgt auch Chancen. Entwickeln Sie gerade jetzt<br />
Perspektiven, fördern Sie gezielte Weiterbildung.<br />
5. Entscheiden Sie mit Schlüsselpersonen anhand von Szenarien: Welches<br />
sind dringende, welches wichtige Aktivitäten?<br />
6. lassen Sie nicht zu, dass ein Klima der Schuldzuweisungen entsteht.<br />
7. Schenken Sie Vertrauen, ermöglichen Sie Handlungsspielräume.<br />
8. Vermitteln Sie den Sinn des anstehenden Wandels.<br />
9. Akzeptieren Sie Widersprüche, und feiern Sie auch kleine Erfolge.<br />
10. reflektieren Sie Ihre persönliche Situation mit anderen – das bringt Stabilität.<br />
Und verlassen Sie sich auf keinerlei rezept…<br />
Martin Hillebrand, geschäftsführender Gesellschafter von K&N<br />
Ulrich <strong>Königswieser</strong>, geschäftsführender Gesellschafter von K&N<br />
Ankerplätze, die rückhalt bieten<br />
Es ist erstaunlich, was Menschen – speziell in Krisenzeiten – aushalten,<br />
wenn sie über zumindest eine stabile Zone in ihrem Bewusstsein verfügen,<br />
die in Stresssituationen rückzugsmöglichkeit und rückhalt bietet. turbulente<br />
Veränderungen, Unvorhersehbarkeiten, komplexe Situationen, Zeitdruck,<br />
ja selbst bittere Not und Enttäuschung sind erträglich, wenn man<br />
möglichst stabile Fixpunkte hat – Ankerplätze, die auch reißender Strömung<br />
standhalten.<br />
1. Welche stabilen Zonen haben Sie?<br />
2. Wie stabil sind Ihre stabilen Zonen?<br />
3. Was nützen Ihnen Ihre stabilen Zonen morgen?<br />
4. Haben Sie Einfluss auf Ihre stabilen Zonen?<br />
5. Was investieren Sie in Ihre stabilen Zonen?<br />
6. Wie gut/schlecht sind Ihre stabilen Zonen<br />
mit Beruf und Familie vereinbar?<br />
Roswita <strong>Königswieser</strong>,<br />
Traugott Lindner
18 i königswieser & network Platzhalter Veranstaltungen | journal und August Highlights 2009 | journal September 2009 journal September 2009 journal | Veranstaltungen August 2009 und | Platzhalter Highlights königswieser & network | 19<br />
Veranstaltungen und Highlights<br />
rückblick<br />
leben in Zeiten der Wirtschaftskrise<br />
Workshopreihe von <strong>Königswieser</strong> & <strong>Network</strong><br />
Erik lang, geschäftsführender Gesellschafter von K&N<br />
Wie fundamental einschneidend ist die Krise?<br />
Was bricht für uns weg, was bleibt? Wie können wir<br />
Sicherheit geben, wenn es keine Sicherheit gibt?<br />
Was muss ich als Führungskraft tun, wie geht es<br />
mir selbst dabei? Birgt die Krise auch Chancen?<br />
dies sind Fragen, die uns alle bewegen – Führungskräfte,<br />
Mitarbeiter und Berater. Um raum für einen<br />
Austausch der in diesen Zeiten so wichtigen Fragen<br />
zu schaffen, initiierten wir Anfang des Jahres die<br />
Workshopreihe „orientierung in der Krise“. Über<br />
vier länder hinweg fanden und finden zwischen<br />
Frühjahr und Herbst Veranstaltungen in Hamburg,<br />
Paris, Wien und Zürich statt.<br />
Wir diskutierten gemeinsam mit Gästen und<br />
Kollegen. Externe referenten bereicherten die Veranstaltung<br />
mit ihrer individuellen Perspektive. So<br />
zeigte beispielsweise Finanzexperte Guido Sollors<br />
auf, welche immensen Konsequenzen die Wirtschaftskrise<br />
tatsächlich hat, und wagte eine Prognose<br />
hinsichtlich des Umfangs des Vermögensverlusts,<br />
den er bei etwa 30 Prozent über alle Asset-Klassen<br />
ansetzte: „Es kommt zum Vermögensverfall,<br />
aber nicht zum Katastrophenszenario.“<br />
Er weist jedoch auch auf die große der Krise innewohnende<br />
Chance hin: die Neupositionierung –<br />
mit Europa als Vorreiter – bezüglich Ökologie und<br />
Nachhaltigkeitsindustrie. „Ein Wirtschaftswunder<br />
2.0 – mit neuen Werten und Normen – darf nicht<br />
auf Kosten von Gewinn- und Profitstreben gehen.<br />
Statt kurzfristiger sollten in Zukunft eher mittel- bis<br />
langfristige Anreizsysteme angewandt werden.“<br />
Ein weiterer referent, Bernd Finkelmeier, Experte<br />
in betrieblichem Gesundheitsmanagement,<br />
wies auf die psychosozialen Konsequenzen der Krise<br />
hin. Psychische Krankheiten würden aufgrund<br />
der unklaren lage auf dem Arbeitsmarkt und der<br />
daraus resultierenden ängste zunehmen, so seine<br />
these. Er zeigte aber auch auf, wie Arbeitgeber und<br />
Führungskräfte die ängste ihrer Mitarbeiter gezielt<br />
auffangen können: mit Hilfe von transparenz, Kommunikation<br />
und optimaler Balance von Verständnis,<br />
Handhabbarkeit sowie Sinnhaftigkeit der Situation.<br />
thomas Ihde, Chefarzt der Psychiatrie in Interlaken,<br />
beleuchtete die psychologischen reaktionen,<br />
die in Krisenzeiten bei Menschen ausgelöst<br />
werden: „Meist erfolgt in der Krise ein rückzug auf<br />
sich selbst. Weit besser ist es, sich rat zu holen.“<br />
Er gab Anregungen, wie man als Person und in Unternehmen<br />
mit Unsicherheit und Kontrollverlust<br />
umgehen kann. den Versuch, Unternehmenskrisen<br />
ausschließlich in der Führungsetage zu lösen, sieht<br />
er als problematisch: „Jeder muss im gesamten<br />
Prozess aktiv werden.“ Er ist der Meinung: „Erst<br />
wenn man das Vorhandensein einer Krise als tatsache<br />
akzeptiert hat, kann Veränderung entstehen.“<br />
In den anschließenden diskussionsrunden zeigten<br />
sich der leidensdruck, aber auch die Zuversicht<br />
und das Engagement der teilnehmer. „die Krise ist<br />
ein Gespenst, das immer aus einer Ecke kommt, in<br />
der man es nicht vermutet.“ „Wir überlegen lösungen<br />
unter der Annahme, dass alles so weitergeht<br />
wie bisher.“ „Vielleicht hat man in der Vergangenheit<br />
verpasst, einmal das Undenkbare zu denken.“<br />
„Wir müssen weg von einer ‚die anderen sind<br />
schuld‘-Einstellung.“ „Es muss etwas wirklich Neues<br />
entstehen.“ die meisten teilnehmer betrachten<br />
die Wirtschaftskrise als „Systemkrise“ und setzen<br />
große Hoffnung in sie: „die Wirtschaftskrise hat einen<br />
Sinn. Sie löst einen gesellschaftlichen Wandel<br />
aus, der zwangsläufig kommen musste“, so deren<br />
Fazit. das Gute im Schlechten: die Befreiung vom<br />
permanenten – auch gesellschaftlichen – Performance-druck<br />
und die Besinnung auf neue, wahre<br />
Werte als Antwort auf die Frage „Was ist wirklich<br />
wichtig im leben?“.<br />
Mit einem gemeinsamen Abendessen ließen wir<br />
unsere Workshops „orientierung in der Krise“ ausklingen.<br />
Mitgenommen haben wir vielfältige Impulse<br />
– und auch eine gute Portion Mut. denn, wie<br />
eine teilnehmerin scharfsinnig sagte: „Arbeiten in<br />
der Krise kann auch Spaß machen!“<br />
Vorschau<br />
Systemische Gruppendynamik<br />
Veranstaltung des Gottlieb duttweiler Instituts, Zürich<br />
> Was: Erkennen der dynamik in Gruppen,<br />
Erkennen der eigenen denk- und Verhaltensmuster<br />
> Wer: roswita <strong>Königswieser</strong>, Ulrich <strong>Königswieser</strong>,<br />
Jürgen Pelikan, dorothea von ritter-röhr<br />
> Wo: Seehotel Waldstätterhof, Brunnen/Schweiz<br />
> Wann: 7.–12. März 2010<br />
> Anmeldung unter: www.gdi.ch<br />
orientierung in der Krise<br />
> Was: orientierung in der Krise finden, in unsicheren Zeiten Sicherheit<br />
geben; diskussion von Fragen, die Manager, Führungskräfte und<br />
Menschen, generell in schwierigen Zeiten bewegen<br />
> Wer: Ulrich <strong>Königswieser</strong>, lars Burmeister<br />
> Wo: Büro von <strong>Königswieser</strong> & <strong>Network</strong>, Wien/Österreich<br />
> Wann: 21. September 2009<br />
> Anmeldung unter: www.koenigswieser.net<br />
Systemische<br />
Managementwerkstatt<br />
> Was: Veranstaltungsreihe für junge Manager. Auseinandersetzung mit<br />
themen wie Führung, organisation, Verantwortung und gesellschaftlicher<br />
Wandel – als Führungskraft und auch als Mensch.<br />
> Wer: lars Burmeister, Martin Hillebrand<br />
> Wo: Insel Usedom<br />
> Wann: 7.–9. Juni 2010<br />
> Nähere Informationen unter: www.koenigswieser.net<br />
Buchtipps<br />
Jared diamond<br />
Kollaps: Warum Gesellschaften<br />
überleben oder untergehen<br />
ISBN-10: 3596167302<br />
richard layard<br />
die glückliche Gesellschaft:<br />
Was wir aus der Glücksforschung<br />
lernen können<br />
ISBN-10: 3593389223<br />
königswieser & network<br />
königswieser & network<br />
Albrecht lehmann<br />
reden über Erfahrung: KulturwissenschaftlicheBewusstseinsanalyse<br />
des Erzählens<br />
ISBN-10: 3496028017<br />
Komplementärberatung<br />
> Was: Beraterausbildung<br />
> Wer: roswita <strong>Königswieser</strong>, Erik lang<br />
> Wo: Gartenhotel Altmannsdorf, Wien/Österreich<br />
> Wann: 25.–27. Januar 2010<br />
12.–14. April 2010<br />
5.–7. Juli 2010<br />
20.–22. September 2010<br />
8.–10. November 2010<br />
> Nähere Informationen unter: www.koenigswieser.net<br />
MBA Studienlehrgang<br />
Augsburg<br />
> Was: MBA Systemische organisationsentwicklung, Studienlehrgang über<br />
16 Module – Seminar 20: Management strategischer Veränderungs -<br />
prozesse – Architekturen und Strategieentwicklung<br />
> Wer: Martin Hillebrand<br />
> Wo: Universität Augsburg ZWW/deutschland<br />
> Wann: 10.–11. September 2010<br />
> Nähere Informationen unter: www.mba-systemisch.de<br />
Nähere Informationen unter<br />
www.koenigswieser.net<br />
robert reich<br />
Superkapitalismus:<br />
Wie die Wirtschaft unsere<br />
demokratie untergräbt<br />
ISBN-10: 3593385678<br />
Christian Felber<br />
Neue Werte für die Wirtschaft:<br />
Eine Alternative zu Kommunismus<br />
und Kapitalismus<br />
ISBN-10: 3552060723
20 i königswieser & network Gescheiter scheitern | journal September 2009<br />
Gescheiter<br />
scheitern<br />
Wir haben diesem tabuthema ein Forschungsprojekt gewidmet<br />
s„Scheitern“ ist eines der letzten tabus in unserer<br />
erfolgsorientierten Gesellschaft. Es ist eine lebenserfahrung,<br />
die konsequent ausgeblendet wird. dabei<br />
begleiten doch Erfahrungen des Scheiterns jeden<br />
Menschen von Kindheit an. Kein Mensch kann laufen<br />
lernen, ohne dabei zu stürzen. Verbietet man es sich<br />
zu scheitern, kann man auch nicht aus Fehlern lernen<br />
und beraubt sich somit einer Chance auf mögliche<br />
Weiterentwicklung. Über das Scheitern spricht man<br />
nicht. Wir haben es getan und das Forschungsprojekt<br />
Scheitern ins leben gerufen. leila Steinhilper berichtet<br />
über den bisherigen Ablauf des Projekts und die<br />
daraus gewonnenen Erkenntnisse.<br />
lars Burmeister und eine siebenköpfige Forschungsgruppe<br />
mit Vertretern aus unterschiedlichen<br />
Branchen und organisationen beschäftigen sich seit<br />
Anfang 2008 mit dem thema Scheitern. das Ziel: Muster<br />
und logiken zu erkennen und daraus handlungsleitende<br />
Empfehlungen für organisationen und Individuen<br />
abzuleiten. dabei interessierte uns besonders,<br />
wie Menschen und Systeme mit Scheitern umgehen,<br />
welche Konsequenzen im Nachhinein daraus gezogen<br />
werden und welche Perspektiven für das persönliche<br />
und berufliche Umfeld infolgedessen entstehen.<br />
Erste Antworten auf diese Fragen kristallisierten<br />
sich in qualitativen Interviews mit zwölf Menschen<br />
aus verschiedenen lebens- und Berufswelten – vom<br />
Künstler bis zur Managerin – heraus. die Forschungsgruppe<br />
wertete die Gespräche sequenzanalytisch und<br />
mit Hilfe von textinterpretationen aus, generierte Hypothesen<br />
und diskutierte die Ergebnisse mit den Interviewten,<br />
im Kollegenkreis und mit interessierten<br />
Gästen.<br />
Welche Erkenntnisse haben wir gewonnen? das<br />
Erleben, tatsächlich gescheitert zu sein, ist individuell<br />
sehr unterschiedlich. Sieht sich der eine als gescheitert,<br />
ist es gut möglich, dass ein anderer die gleiche<br />
Situation als unglückliche, aber sinnhafte Fügung bewertet.<br />
Entsprechend unterschiedlich sind auch die<br />
daraus gezogenen Konsequenzen.<br />
Kann man tatsächlich gescheiter scheitern? die<br />
Antwort lautet eindeutig: ja! Man kann besser und<br />
man kann schlechter scheitern – vorausgesetzt, man<br />
setzt sich mit der Problematik bewusst auseinander.<br />
dabei ist eine Analyse und Bestandsaufnahme des<br />
eignen Ichs bzw. des Ichs der eigenen organisation<br />
mit all den Potenzialen, Kernkompetenzen und risiken<br />
hilfreich. dieses Selbst-Bewusstsein – die Erkenntnis<br />
der eigenen Wirklichkeitskonstruktion – ermöglicht<br />
eine bessere Selbststeuerung und fördert<br />
die Souveränität, was Menschen und organisationen<br />
in der Phase des Scheiterns stützt und dieses bestenfalls<br />
sogar verhindert.<br />
Es ist auch hilfreich, von Zielen ablassen zu können,<br />
wenn diese nicht mehr sinnvoll erscheinen oder<br />
unmöglich zu erreichen sind.<br />
Unser Hauptanliegen lautet: Es ist wichtig, eine<br />
„aufrechte“ Haltung zum Scheitern zu entwickeln!<br />
Scheitern lässt sich nicht „verhindern“, daher sollte<br />
die Möglichkeit des Scheiterns stets gedanklich in unser<br />
Handeln miteinbezogen und als Entwicklungsschritt<br />
als eine Auseinandersetzung mit sich selbst<br />
und den Umweltfaktoren gesehen werden, denn dann<br />
gelingt das „Aufstehen“ nach dem Fall leichter und<br />
ermöglicht – nach angemessener Zeit – einen konstruktiven<br />
Umgang mit dem vorangegangenen Scheitern.<br />
dies gilt auch für organisationen.<br />
Es wäre wünschenswert, eine Unternehmenskultur<br />
zu etablieren, die Fehler bzw. Scheitern nicht bestraft<br />
oder tabuisiert, sondern die ihm innewohnende<br />
dynamik als Chance, als lernfeld zu nutzen weiß. Ideal<br />
wäre eine durch Experimentierfreude und Mut gekennzeichnete<br />
Arbeitsatmosphäre und eine Führung,<br />
die die „Kultur des Scheiterns“ vorlebt, also auch offen<br />
über gescheiterte Projekte und „falsche“ Entscheidungen<br />
spricht.<br />
Auch bei der Personalauswahl sollten Unternehmen<br />
auf Mitarbeiter setzen, die zu ihrem Scheitern<br />
stehen und daraus gelernt haben. denn wenngleich<br />
viele Menschen glauben, ein guter reiter sei einer, der<br />
noch nie vom Pferd gefallen ist, so sollte man vielmehr<br />
auch als reiter bereits gestürzt sein, um infolgedessen<br />
gelernt zu haben, ein guter reiter zu sein.<br />
diese und weitere Ergebnisse präsentierte und<br />
diskutierte die Forschungsgruppe im rahmen des<br />
„Werkstattgesprächs Scheitern“. die Auseinandersetzung<br />
mit dem thema hatte auf viele teilnehmer eine<br />
berührende und befreiende Wirkung, denn das bislang<br />
tabuisierte konnte endlich besprochen werden.<br />
Eine teilnehmerin meinte: „Jeder weiß, dass es sinnvoll<br />
wäre, sich über gescheiterte Projekte auszutauschen,<br />
aber keiner will damit anfangen. Es tat gut,<br />
heute so offen darüber zu sprechen.“ Auch starke<br />
Emotionen wurden ausgelöst: Scham, Anstrengung,<br />
auch Widerstand. So wurde einer teilnehmerin bei<br />
diesem thema schlecht. die Auseinandersetzung mit<br />
Scheitern ist immer anstrengend, aber kathartisch.<br />
das Forschungsprojekt ist noch lange nicht abgeschlossen.<br />
die Gruppe beschäftigt sich mit der theoriebildung<br />
und hat erste Modelle entwickelt, die im<br />
„Handbuch Scheitern“ veröffentlicht werden.<br />
Unsere Quintessenz: Auch wenn man Scheitern<br />
nicht immer in Erfolg verwandeln kann, so könnte man<br />
doch – statt alte, dumme Fehler zu wiederholen –<br />
neue, intelligentere Fehler wagen. Und das wäre nicht<br />
zuletzt auch in Krisenzeiten wichtig – ganz im Sinne<br />
Samuel Becketts:<br />
Immer versucht.<br />
Immer gescheitert.<br />
Einerlei.<br />
Wieder versuchen.<br />
Wieder scheitern.<br />
Besser scheitern.<br />
journal September 2009 | Gescheiter scheitern königswieser & network | 21<br />
lars Burmeister, geschäftsführender Gesellschafter von K&N
22 i königswieser & network Glossar | journal September 2009<br />
GloSSAr<br />
Zentrale Begriffe aus der<br />
Komplementärberatung<br />
• angst<br />
• Haltung<br />
das Gefühl Angst gehört zu uns Menschen wie<br />
Sehnsucht oder Freude. Insbesondere in Krisenzeiten<br />
ist Angst aber nach wie vor ein tabu – doch im Zuge<br />
unserer Arbeit als Veränderungsberater begegnen wir<br />
ihr auf Schritt und tritt: Angst vor Arbeitsplatzverlust,<br />
vor Versagen, vor degradierung, vor Kontrollverlust.<br />
Angst kann sich als Widerstand, Verdrängung oder<br />
in Form hochgradiger Motivation und als Innovationsimpuls<br />
äußern. Angst hat immer eine negative und<br />
eine positive Seite. Sie ist ein Spannungszustand, der<br />
größere Mengen konstruktiver Energie hervorbringen<br />
und nahezu übermenschliche leistungen bewirken<br />
kann. Wird das Spannungsniveau jedoch zu hoch, so<br />
schlägt Angst in ohnmacht und lähmung um – resignation<br />
und rückzug sind die Folgen (vgl. Motivationskurve<br />
von r. <strong>Königswieser</strong>).<br />
Angst hat eine starke Abwehr- und Schutzfunktion.<br />
Freud spricht von Abwehrmechanismen – individuellen<br />
und kollektiven. Angst polarisiert simplifizierend<br />
in schwarz und weiß, gut und böse, richtig<br />
und falsch. diese Verkürzung auf Polaritäten führt zu<br />
• KomPensation<br />
• oszillieren<br />
• Prozess<br />
systematischen denk- und Wahrnehmungslücken –<br />
bildhaft ausgedrückt kann dann eine Klippe auch als<br />
Seeräuberschiff wahrgenommen werden.<br />
Angst erzeugt wiederum Angst und Misstrauen.<br />
Sie führt zu individuellem und kollektivem rückzug,<br />
zum Ausstieg aus der Kommunikation mit der Umwelt,<br />
da man diese als feindliche Bedrohung wahrnimmt.<br />
Potenzielle ressourcen außerhalb der eigenen Person<br />
stehen somit nicht mehr zur Verfügung bzw. werden<br />
nicht angefragt.<br />
das Gegenteil von Angst und Überforderung – Unbekümmertheit,<br />
Gleichgültigkeit, Unterforderung –<br />
zeitigt zumeist langeweile und demotivation.<br />
Bleiben Angst und Sorge auf einem erträglichen<br />
Niveau, so sind sie nicht selten der Anstoß für kreative<br />
Ideen, Innovationen und Musterveränderungen.<br />
dieses Faktum versuchen wir in Veränderungsprozessen<br />
zu nutzen. das ist oft nicht einfach, weil die ängste<br />
meist in der latenz liegen und erst mentale räume<br />
geschaffen werden müssen, um sie als Symptom erkennen<br />
und bearbeiten zu können.<br />
• SYStEMdIAGNoSE<br />
KoMPlEMENtärE<br />
A B C d E F G H I J K l M N o P Q r S t U V W x Y Z<br />
Wortherkunft: der Begriff Angst hat sich seit dem 8. Jh. vom indogermanischen anghu (=beengend)<br />
über das althochdeutsche angust zum heutigen Wort Angst entwickelt. dieses ist<br />
verwandt mit dem lateinischen angustus (=eng, knapp, bedenklich) bzw. mit angustia (=Enge,<br />
Bedrängnis) und angor (=Beklemmung, Unruhe, Angst).<br />
• wissensvermittlung<br />
Nicht nur aus der Krisenforschung wissen wir, dass<br />
Personen und organisationen in Angstsituationen in<br />
bekannte Verhaltensmuster zurückfallen. die Herausforderung<br />
besteht nun darin, diese Muster zu erkennen<br />
und bearbeitbar zu machen. dieser Bewusstmachungsprozess<br />
setzt innere Energien, individuelle und<br />
kollektive Kräfte frei.<br />
Gerade in angstbesetzten Situationen ist Führung<br />
gefordert – auch wenn die Führungskräfte selbst<br />
Angst haben. Und wieder gilt: Sich mit Problemen<br />
auseinanderzusetzten ist zielführender, als den Kopf<br />
in den Sand zu stecken.<br />
die Fähigkeit, mit Unsicherheit und Angst umzugehen,<br />
gehört heute zu den wichtigsten Kompetenzen<br />
von Unternehmen und Führungskräften.<br />
Roswita <strong>Königswieser</strong>,<br />
Lars Burmeister<br />
Eine Fortsetzung finden Sie im nächsten journal.<br />
Mit der „Theorie U“ stellt der deutsche MIT-Forscher und Berater Otto Scharmer eine<br />
zeitgemäße Führungsmethode vor, die den Erfordernissen von Nachhaltigkeit und<br />
globaler Verantwortung im Management gerecht wird und die notwendigen Führungsinstrumente<br />
bereitstellt. Scharmers zentraler Gedanke: Wie sich eine Situation<br />
entwickelt, hängt davon ab, wie man an sie herangeht, d. h. von der eigenen Aufmerksamkeit<br />
und Achtsamkeit. „Von der Zukunft her führen“ bedeutet, Potenziale und<br />
Zukunftschancen zu erkennen und im Hinblick auf aktuelle Aufgaben zu erschließen.<br />
„Presencing“ (aus „presence“ und „sensing“) nennt Scharmer diese Fertigkeit zur Entwicklung,<br />
von der sowohl eine Organisation als Ganzes als auch der einzelne Mitarbeiter<br />
persönlich profitieren.<br />
Anhand von vielfältigen Beispielen aus seiner internationalen Beratungspraxis illustriert<br />
Scharmer die Prinzipien und Techniken des Presencing. Das Buch hilft Beratern<br />
wie Führungskräften, verbreitete, immergleiche Fehler zu vermeiden und Herausforderungen<br />
auf wirklich neue Art zu begegnen.<br />
„ ‚Theorie U‘ ist meine Basis für attraktive und attraktivierende Reformen. Die höchstmögliche<br />
Zukunft, die in uns und unseren Organisationen steckt, in die Gegenwart zu<br />
holen, das ist auch die Leitungsaufgabe einer Ministerin.“<br />
Dr. Claudia Schmied, Österreichische Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur<br />
„Ein Buch für Pragmatiker und engagierte Menschen, die offen dafür sind, ihre eigenen<br />
Annahmen zu hinterfragen und auf ihre innere Stimme zu hören. Nur durch Zuhören<br />
werden wir die kollektive Fähigkeit entwickeln, eine andere Welt hervorzubringen und<br />
zu gestalten.“ Peter Senge, MIT Sloan School of Management<br />
Hier gehts lang!<br />
Systemisches Management – die Schwarze Reihe bei Carl-Auer<br />
C. Otto Scharmer<br />
➜ Theorie U –<br />
Von der Zukunft her führen<br />
Presencing als soziale Technik<br />
Mit einem Vorwort von Peter Senge<br />
496 Seiten, Gb, 2009 • € (D) 49,–/€ (A) 50,40<br />
ISBN 978-3-89670-679-9<br />
Fritz B. Simon<br />
➜ Gemeinsam sind wir blöd!?<br />
Die Intelligenz von Unternehmen,<br />
Managern und Märkten<br />
333 Seiten, 35 Abb., Gb, 2. Aufl . 2006<br />
€ (D) 34,90/ € (A) 35,90<br />
ISBN 978-3-89670-436-8<br />
Ruth Seliger<br />
➜ Das Dschungelbuch<br />
der Führung<br />
Ein Navigationssystem für<br />
Führungskräfte<br />
214 Seiten, 60Abb., Gb, 2008<br />
€ (D) 29,95/ € (A) 30,80<br />
ISBN 978-3-89670-637-9<br />
Peggy Holman, Tom Devane (Hrsg.)<br />
➜ Change Handbook<br />
Zukunftsorientierte Großgruppen-Methoden<br />
290 Seiten, 37 Abb., A4-Format,<br />
Gb, 2. Aufl . 2006<br />
€ (D) 64,–/ € (A) 65,80<br />
ISBN 978-3-89670-532-7<br />
Carl-Auer Verlag • www.carl-auer.de<br />
Nino Tomaschek (Hrsg.)<br />
➜ Systemische Organisationsentwicklung<br />
und Beratung bei<br />
Veränderungsprozessen<br />
Ein Handbuch<br />
286 Seiten, Gb, 2. Aufl . 2009<br />
€ (D) 32,50/ € (A) 33,50<br />
ISBN 978-3-89670-536-5<br />
Louis Cauffman<br />
Kirsten Dierolf<br />
➜ Lösungstango<br />
7 verführerische Schritte zum<br />
erfolgreichen Management<br />
270 Seiten, 15 Abb., Gb, 2007<br />
€ (D) 29,95/ € (A) 30,80<br />
ISBN 978-3-89670-601-0<br />
Bernhard Krusche<br />
➜ Paradoxien der Führung<br />
Aufgaben und Funktionen für ein<br />
zukunftsfähiges Management<br />
189 Seiten, Gb, 2008<br />
€ (D) 29,95/ € (A) 30,80<br />
ISBN 978-3-89670-619-5
Waagrecht<br />
1 2 3 4<br />
V S B o<br />
5 6 7 8 9 10 11 12 13 14<br />
d E P r E S S I o N P l A t Z E N<br />
15 16 17 18 19 20<br />
t r A E G E S N o B I G E l A M I<br />
21 22 23 24<br />
l r G N o t I E r t I l I S o<br />
25 26 27 28<br />
Z U K U N F t t r o U B l E M E S S<br />
29 30 31<br />
S U l W A G t l A M t<br />
32 33 34 35 36 37<br />
t r A U M A E l M A N A G E r<br />
38 39 40<br />
S t E I l t E I l S G r<br />
41 42 43 44 45 46<br />
A B I B E t G E r E I G N I S<br />
47 48 49 50<br />
A V E t E r A N l o r U H<br />
51 52 53 54 55<br />
N A l E r N E S o S C H U l d<br />
56 57 58 59 60<br />
K U r N r E G r E S S E l<br />
61 62 63<br />
F E S A G A B r N<br />
64 65 66 67<br />
t r A U E r E G A l<br />
68 69 70<br />
S C H A U E r l E E r K U r Z<br />
71 72<br />
t o N B A r B E I t<br />
73<br />
A S K E S E S N N o<br />
5 Zustand der Niedergeschlagenen, seelisch wie<br />
ökonomisch<br />
11 Prall. praller – und dann tut 27 senkr. das, egal ob<br />
bezügl. dotcom oder Hypotheken.<br />
15 Eigenschaft der Masse, auf die keine Kraft einwirkt<br />
16 Hoch die Nase, hoch zu 45 senkr., der Schnösel<br />
18 Strategischer Sieger im Wettlauf mit dem Hasen<br />
19 Kurzer US-Bürger? Französischer Freund!<br />
21 landesregierung, Abk.<br />
22 So ist festgesetzt der Börsenkurs, niedergeschrieben<br />
die Gedächtnishilfe.<br />
24 ob …mer, ob …morph, ob …therm: alles gleich!<br />
25 Was kommen wird? Nicht nur grammatikalisch<br />
temporär…<br />
26 ärger & Zoff des Briten<br />
28 Was dem deutschen ein zum Schluss verschlucktes<br />
Hochamt, ist dem Briten eine Schweinerei!<br />
29 Erste Hälfte eines chemischen Elements<br />
sowie eines islamischer Herrschers<br />
30 Seid riskobereit!<br />
31 dran mit Artikel dran<br />
32 tut der Seele weh, dieser verlängerte Alb…<br />
36 Hey Macker, bist du deine topgage kraft der<br />
Führung wert?<br />
38 da kann einem die Puste wegbleiben, wenn so<br />
der Anstieg – aber auch erhöhte Fallhöhe!<br />
39 Halbherziger Befund: halbe(-halbe)<br />
41 Macht …schwung zur talfahrt<br />
43 Heimat des …alai …ama; unter anderem Vorzeichen<br />
eine arabische Katze<br />
44 Spitze im Event-Kalender, nicht alltäglich<br />
KÖNIGSWIESER & NETWORK<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe No.1 I 2006<br />
Komplementarität<br />
Ausgabe Nr. 1<br />
Sept. 2006<br />
vergriffen<br />
KÖNIGSWIESER & NETWORK<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe Nr. 2 I 2007<br />
r t I A<br />
47 oldtimer? Kriegspensionär? Silberrücken!<br />
50 Nervöse Gretchenklage: … ist hin, Herz ist schwer<br />
51 …nu? … ja!<br />
53 lebenslanger lmperativ zwecks Wissensvermehrung,<br />
gilt für den Einzelnen wie für die organisation.<br />
54 Sic!<br />
55 daran trägt schwer, wer Unrecht und Misslingen<br />
zu verantworten hat bzw. in der Mz. abzahlt!<br />
56 Pflegliche Verordnung? Heilsame regenerations-<br />
Auszeit!<br />
57 Bürgschafts-logik: Griff zurück auf den Verursacher,<br />
auf dass schadlos gehalten<br />
60 „Vorname“ des großen Künstlers Greco<br />
62 legendäre Altprosa, erzählt heroische legenden<br />
aus dem Norden.<br />
64 Verarbeitende reaktion auf 1 senkr.<br />
66 Siehe 24 waagr., auf gut deutsch als Ausdruck<br />
der Wurstigkeit<br />
68 Verursacht Gänsehaut, der kalte Niederschlag,<br />
der einem über den rücken läuft!<br />
69 Nix drin, nix dran in Kassen und an Versprechen.<br />
70 Vertikal benachteiligt? Als Vorsilbe vor 72 waagr.<br />
schafft es krisengebeuteltes dienstnehmer-<br />
Verhältnis.<br />
71 Zentrales Geldinstitut Österreichs, Abk.<br />
72 (re)Produktionsproduktion? Berufung? Erwerb von<br />
17 senkr.? Erwerblich gesehen rarer werdendes<br />
kreatives Angebot im Informationszeitalter!<br />
73 Büßerleben jenseits jeder Versuchung<br />
Ausgabe Nr. 2<br />
Juni 2007<br />
vergriffen<br />
königswieser & network<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe Nr. 3 I Jänner 2008<br />
Vision + x = Energie<br />
Ausgabe Nr. 3<br />
Jänner 2008<br />
senkrecht<br />
S<br />
1 Futsch, perdu und tschüss: Schluss mit Haben!<br />
2 Parcours für Pfennigfuchser? direktive derer,<br />
die den rotstift ansetzen? Ausgabenseitiges<br />
reduktionsmodell!<br />
3 Gutheit? Fragen Sie doch die rating-Agentur!<br />
4 die Wenigen, die sich altgriech. zur herrschaftlichen<br />
…kratie verbinden<br />
6 Im Sinne einer Balance der Märkte: Wenn Angebot<br />
und Nachfrage es nicht mehr sind, kann es eine<br />
Verordnung sein?<br />
7 EU-Vorgängerin<br />
8 Pikante Zugabe zu Wurstigkeiten und von nervigen<br />
Wortspendern<br />
9 tatsächlich vorhanden, der Bestand<br />
10 Aufforderung zum rummäkeln<br />
12 regsames Gegenteil von 15 waagr.<br />
13 Verbindet vor …graf und …fon und …pathie weit<br />
Entferntes, diese …branche<br />
14 organische Voraussetzung, um den Braten<br />
riechen zu können<br />
17 Erwerbsgrundlebensmittel<br />
20 Was in deutschen landen gegärter obsttrunk ist,<br />
ist dem Briten die höchste Steigerung von viel<br />
23 du, lateiner, mach!<br />
24 Ökofreakisch auf alle Zeit? Hoffnung, die nimmer<br />
welkt? Chlorophyll forever!<br />
27 Nicht nur dermatologisch prall abgehoben zu<br />
11 waagr., dieser Auswuchs an Spekulation<br />
31 Aktionsgruppe, Abk.<br />
33 Schlechtigkeit, sitten- und magenfeindlich<br />
34 leihen statt besitzen, benutzen statt kaufen!<br />
Fragen!<br />
königswieser & network<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe Nr. 4 I Jänner 2009<br />
Ausgabe Nr. 4<br />
Jänner 2009<br />
königswieser & network<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung GmbH<br />
A-1030 Wien Marokkanergasse 22/7a tel.: 0043-1-368 46 91 www.koenigswieser.net<br />
journal September 2009 | rätsel königswieser & network | 24<br />
35 (lebens)Zeit-Maßeinheit? Anders lateinisch,<br />
passt zu Ego und …native<br />
36 Promille-Hohlmaß, Abk.<br />
37 35 senkr. für Franzosen, d´or idealerweise<br />
40 Steht vor historisch belasteter Chemiefarbenindustrie.<br />
42 Zum Aussitzen: depot, das müden Mäusen Beine<br />
machen soll? Krisengebeutelte pekuniäre<br />
Institution heutzutage!<br />
45 Wer auf hohem reitet, kommt vor den Fall<br />
46 Neutrale rechnung: kein Gewinn, aber auch<br />
…defizit<br />
48 Gesteigert krass, dieser Unmut!<br />
49 Würzt Speisen und bekränzt Sieger.<br />
52 Beflügelt …schwung<br />
54 respektvolle schriftliche Anrede in Briefen, Abk.<br />
58 Britisches organ zur lauteren Wahrnehmung<br />
59 Unterm Strich: Was kommt raus, wenn man<br />
konsequent Bilanz zieht?<br />
61 Gewissen-maßen eine Haltungsfrage<br />
62 rein und nicht gewaschen: tugend, die Hygiene<br />
im weitesten Sinn umfasst.<br />
63 Poetische Niederung, wo die biblischen Schafe<br />
weiden.<br />
65 Ergänzt im Gleichklang schlank um elastische<br />
Biegsamkeit.<br />
67 Austragungsort von Hahnenkämpfen aller Art<br />
68 Ehrentitel aller Heiligen, Abk.<br />
69 daran trägt schwer wie ein Esel, wer beladen ist<br />
mit 35 waagr. Mz., das letzte, meint dazu der Brite.<br />
70 Persönliches depot auf 42 senkr., Abk.<br />
königswieser & network<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe Nr. 5 I August 2009<br />
Auflösung auf<br />
www.koenigswieser.net<br />
Ausgabe Nr. 5<br />
Sept. 2009<br />
Wir freuen uns über Ihr<br />
Interesse und senden<br />
Ihnen das neue journal<br />
gerne zu. Wir sind auf Ihre<br />
Meinung und reaktion<br />
gespannt!
Waagrecht<br />
1 2 3 4<br />
V S B O<br />
5 6 7 8 9 10 11 12 13 14<br />
D E P R E S S I O N P L A T Z E N<br />
15 16 17 18 19 20<br />
T R A E G E S N O B I G E L A M I<br />
21 22 23 24<br />
L R G N O T I E R T I L I S O<br />
25 26 27 28<br />
Z U K U N F T T R O U B L E M E S S<br />
29 30 31<br />
S U L W A G T L A M T<br />
32 33 34 35 36 37<br />
T R A U M A E L M A N A G E R<br />
38 39 40<br />
S T E I L T E I L S G R<br />
41 42 43 44 45 46<br />
A B I B E T G E R E I G N I S<br />
47 48 49 50<br />
A V E T E R A N L O R U H<br />
51 52 53 54 55<br />
N A L E R N E S O S C H U L D<br />
56 57 58 59 60<br />
K U R N R E G R E S S E L<br />
61 62 63<br />
F E S A G A B R N<br />
64 65 66 67<br />
T R A U E R E G A L<br />
68 69 70<br />
S C H A U E R L E E R K U R Z<br />
71 72<br />
T O N B A R B E I T<br />
73<br />
A S K E S E S N N O<br />
5 Zustand der Niedergeschlagenen, seelisch wie<br />
ökonomisch<br />
11 Prall. praller – und dann tut 27 senkr. das, egal ob<br />
bezügl. dotcom oder Hypotheken.<br />
15 Eigenschaft der Masse, auf die keine Kraft einwirkt<br />
16 Hoch die Nase, hoch zu 45 senkr., der Schnösel<br />
18 Strategischer Sieger im Wettlauf mit dem Hasen<br />
19 Kurzer US-Bürger? Französischer Freund!<br />
21 Landesregierung, Abk.<br />
22 So ist festgesetzt der Börsenkurs, niedergeschrieben<br />
die Gedächtnishilfe.<br />
24 Ob …mer, ob …morph, ob …therm: alles gleich!<br />
25 Was kommen wird? Nicht nur grammatikalisch<br />
temporär…<br />
26 Ärger & Zoff des Briten<br />
28 Was dem Deutschen ein zum Schluss verschlucktes<br />
Hochamt, ist dem Briten eine Schweinerei!<br />
29 Erste Hälfte eines chemischen Elements<br />
sowie eines islamischer Herrschers<br />
30 Seid riskobereit!<br />
31 Dran mit Artikel dran<br />
32 Tut der Seele weh, dieser verlängerte Alb…<br />
36 Hey Macker, bist du deine Topgage kraft der<br />
Führung wert?<br />
38 Da kann einem die Puste wegbleiben, wenn so<br />
der Anstieg – aber auch erhöhte Fallhöhe!<br />
39 Halbherziger Befund: halbe(-halbe)<br />
41 Macht …schwung zur Talfahrt<br />
43 Heimat des …alai …ama; unter anderem Vorzeichen<br />
eine arabische Katze<br />
44 Spitze im Event-Kalender, nicht alltäglich<br />
KÖNIGSWIESER & NETWORK<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe No.1 I 2006<br />
Komplementarität<br />
Ausgabe Nr. 1<br />
Sept. 2006<br />
vergriffen<br />
KÖNIGSWIESER & NETWORK<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe Nr. 2 I 2007<br />
R T I A<br />
47 Oldtimer? Kriegspensionär? Silberrücken!<br />
50 Nervöse Gretchenklage: … ist hin, Herz ist schwer<br />
51 …nu? … ja!<br />
53 Lebenslanger lmperativ zwecks Wissensvermehrung,<br />
gilt für den Einzelnen wie für die Organisation.<br />
54 Sic!<br />
55 Daran trägt schwer, wer Unrecht und Misslingen<br />
zu verantworten hat bzw. in der Mz. abzahlt!<br />
56 Pflegliche Verordnung? Heilsame Regenerations-<br />
Auszeit!<br />
57 Bürgschafts-Logik: Griff zurück auf den Verursacher,<br />
auf dass schadlos gehalten<br />
60 „Vorname“ des großen Künstlers Greco<br />
62 Legendäre Altprosa, erzählt heroische Legenden<br />
aus dem Norden.<br />
64 Verarbeitende Reaktion auf 1 senkr.<br />
66 Siehe 24 waagr., auf gut Deutsch als Ausdruck<br />
der Wurstigkeit<br />
68 Verursacht Gänsehaut, der kalte Niederschlag,<br />
der einem über den Rücken läuft!<br />
69 Nix drin, nix dran in Kassen und an Versprechen.<br />
70 Vertikal benachteiligt? Als Vorsilbe vor 72 waagr.<br />
schafft es krisengebeuteltes Dienstnehmer-<br />
Verhältnis.<br />
71 Zentrales Geldinstitut Österreichs, Abk.<br />
72 (Re)Produktionsproduktion? Berufung? Erwerb von<br />
17 senkr.? Erwerblich gesehen rarer werdendes<br />
kreatives Angebot im Informationszeitalter!<br />
73 Büßerleben jenseits jeder Versuchung<br />
Ausgabe Nr. 2<br />
Juni 2007<br />
vergriffen<br />
königswieser & network<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe Nr. 3 I Jänner 2008<br />
Vision + x = Energie<br />
Ausgabe Nr. 3<br />
Jänner 2008<br />
Senkrecht<br />
S<br />
1 Futsch, perdu und tschüss: Schluss mit Haben!<br />
2 Parcours für Pfennigfuchser? Direktive derer,<br />
die den Rotstift ansetzen? Ausgabenseitiges<br />
Reduktionsmodell!<br />
3 Gutheit? Fragen Sie doch die Rating-Agentur!<br />
4 Die Wenigen, die sich altgriech. zur herrschaftlichen<br />
…kratie verbinden<br />
6 Im Sinne einer Balance der Märkte: Wenn Angebot<br />
und Nachfrage es nicht mehr sind, kann es eine<br />
Verordnung sein?<br />
7 EU-Vorgängerin<br />
8 Pikante Zugabe zu Wurstigkeiten und von nervigen<br />
Wortspendern<br />
9 Tatsächlich vorhanden, der Bestand<br />
10 Aufforderung zum Rummäkeln<br />
12 Regsames Gegenteil von 15 waagr.<br />
13 Verbindet vor …graf und …fon und …pathie weit<br />
Entferntes, diese …branche<br />
14 Organische Voraussetzung, um den Braten<br />
riechen zu können<br />
17 Erwerbsgrundlebensmittel<br />
20 Was in deutschen Landen gegärter Obsttrunk ist,<br />
ist dem Briten die höchste Steigerung von viel<br />
23 Du, Lateiner, mach!<br />
24 Ökofreakisch auf alle Zeit? Hoffnung, die nimmer<br />
welkt? Chlorophyll forever!<br />
27 Nicht nur dermatologisch prall abgehoben zu<br />
11 waagr., dieser Auswuchs an Spekulation<br />
31 Aktionsgruppe, Abk.<br />
33 Schlechtigkeit, sitten- und magenfeindlich<br />
34 Leihen statt besitzen, benutzen statt kaufen!<br />
Fragen!<br />
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Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe Nr. 4 I Jänner 2009<br />
Ausgabe Nr. 4<br />
Jänner 2009<br />
königswieser & network<br />
Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung GmbH<br />
A-1030 Wien Marokkanergasse 22/7a Tel.: 0043-1-368 46 91 www.koenigswieser.net<br />
journal September 2009 | Rätsel königswieser & network | 2<br />
35 (Lebens)Zeit-Maßeinheit? Anders lateinisch,<br />
passt zu Ego und …native<br />
36 Promille-Hohlmaß, Abk.<br />
37 35 senkr. für Franzosen, d´or idealerweise<br />
40 Steht vor historisch belasteter Chemiefarbenindustrie.<br />
42 Zum Aussitzen: Depot, das müden Mäusen Beine<br />
machen soll? Krisengebeutelte pekuniäre<br />
Institution heutzutage!<br />
45 Wer auf hohem reitet, kommt vor den Fall<br />
46 Neutrale Rechnung: kein Gewinn, aber auch<br />
…defizit<br />
48 Gesteigert krass, dieser Unmut!<br />
49 Würzt Speisen und bekränzt Sieger.<br />
52 Beflügelt …schwung<br />
54 Respektvolle schriftliche Anrede in Briefen, Abk.<br />
58 Britisches Organ zur lauteren Wahrnehmung<br />
59 Unterm Strich: Was kommt raus, wenn man<br />
konsequent Bilanz zieht?<br />
61 Gewissen-maßen eine Haltungsfrage<br />
62 Rein und nicht gewaschen: Tugend, die Hygiene<br />
im weitesten Sinn umfasst.<br />
63 Poetische Niederung, wo die biblischen Schafe<br />
weiden.<br />
65 Ergänzt im Gleichklang schlank um elastische<br />
Biegsamkeit.<br />
67 Austragungsort von Hahnenkämpfen aller Art<br />
68 Ehrentitel aller Heiligen, Abk.<br />
69 Daran trägt schwer wie ein Esel, wer beladen ist<br />
mit 35 waagr. Mz., das Letzte, meint dazu der Brite.<br />
70 Persönliches Depot auf 42 senkr., Abk.<br />
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Komplementäre Beratung und systemische Entwicklung I www.koenigswieser.net I Ausgabe Nr. 5 I August 2009<br />
Auflösung auf<br />
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Ausgabe Nr. 5<br />
Sept. 2009<br />
Wir freuen uns über Ihr<br />
Interesse und senden<br />
Ihnen das neue journal<br />
gerne zu. Wir sind auf Ihre<br />
Meinung und Reaktion<br />
gespannt!