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Ordner omwonenden /Oekraïeners<br />

Oekraïener Busiimij<br />

Oekraïener Daniltschenko<br />

Oekraïener Demjanjuk<br />

Oekraïener Engelhardt<br />

Oekraïener opleider Rokita<br />

Oekraïener Semigdow<br />

Oekraïener opleider Streibel<br />

Omwonende Borysiuk<br />

Omwonende Grodzicka<br />

Omwonende Horszczaruk<br />

Omwonende Krzowski<br />

Omwonende Lesiuk<br />

Omwonende Lobejko<br />

Omwonende Malinski<br />

Omwonende Parkola<br />

Omwonende Petlak<br />

Omwonende Pierzchowski<br />

Omwonende Piwonski Jr.<br />

Omwonende Piwonski Sr.<br />

Omwonende Propokiuk<br />

Omwonende Sitarski<br />

Omwonende Szubert<br />

Over Trawniki: Scheffler/Probleme der Holocaustforschmig


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*• •<br />

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Beglaubigte Obersetzung<br />

BEZIRKSKOMMISSION ZUR UNTERSUCHUNG VON NS-VERBRECHEN<br />

IN LUBLIN<br />

Akt.-Z.: OKL/Ds. 1/67<br />

PROTOKOLL ÜBER ZEUGENVERNEHMUNG<br />

Am 3. November 1978 vernahm in Lublin Mag. Jozef PAKULA,<br />

Richter am Bezirksbericht, abgeordnet zur Bezirkskommission<br />

zur Untersuchung von NS-Verbrechen in Lublin,tätig aufgrund<br />

des Art. 4 des Dekrets vom 10.11.1945, Dz. U. Nr. 51,<br />

€ ? • Pos. 293 und Art. 129 StPO, mit Teilnahme der Protokollführerin<br />

Haiina KONARSKA, den Untengenannten als Zeugen.<br />

Der Zeuge wurde über eine strafrechtliche Verantwortung<br />

für falsche Aussagen belehrt, wonach der Zeuge mit eigenhändiger<br />

Unterschrift bestätigt, über diese Verantwortung<br />

(Art. 172 StPO) belehrt worden zu sein.<br />

Unterschrift des Zeugen:<br />

(-) Stanislaw BORYSIUK<br />

Danach erklärte der Zeuge wie folgt:<br />

g^ Vor- und Zuname: Stanislaw BORYSIUK<br />

^^ Vornamen der Eltern: Stefan und Olga geb. ANTONIUK<br />

Geburtsdatum und -ort: 16. Mai 1925 in Zabereze bei<br />

Wlodawa<br />

Wohnort: Wola Uhruska bei Wlodawa<br />

Beschäftigung: Glashüttenarbeiter<br />

Ausbildung: sieben Volksschulkl assen<br />

Vorstrafen für falsche Aussagen: keine<br />

Verhältnis zu den Parteien: fremd<br />

U//ej>^/< /^^rA/A/i'YE- Ue-^PAK^-Ay<br />

,^M.I>£> yf^s ^//^/ 3cwc^lär<br />

- 2 -


•<br />

ۥ<br />

2 -<br />

Während der deutschen Besatzungszeit wohnte ich im<br />

Dorfe Jozefow bei Wlodawa und arbeitete in der Glas­<br />

hütte in der Siedlung Nadbuzanka. Die Glashütte in<br />

rti<br />

Nadbuzanka wurde von dem Polen Wadlaw PASIKOWSKI verwal­<br />

tet, der heute nicht mehr lebt. In der Hütte arbeiteten<br />

nur Polen. Ich ging zu Fuß zur Arbeit, denn die Entfer­<br />

nung von Jozefow bis Nadbuzanka beträgt füng Kilometer.<br />

Die Bahnstation Sobibor und das Vernichtungslager waren<br />

etwa 15 Kilometer von Nadbuzanka und Jozefow entfernt.<br />

In der Glashütte wurde alljährlich eine Renovierung durch­<br />

geführt, die meistens in die zweite Jahreshälfte fiel<br />

und etwa drei Monate dauerte. Der Pächter der Hütte,<br />

PASIKOWSKI, wollte die Leute für die Arbeit nicht ver­<br />

lieren und überließ sie für eine bestimmte Zeit anderen<br />

Institutionen, wie der Oberförsterei und anderen deutschen<br />

Firmen, die während der Besatzungszeit verschiedene Ar­<br />

beiten in der Umgebung durchführten. Aufgrund einer<br />

solchen Beschäftigung arbeitete ich von September bis<br />

zum 4. Novembe_r 1943 bei einer deutschen Firma beim Bau<br />

einer Schmal spurbahn auf dem Abschnitt Sobibor-Krychow.<br />

Während meiner Arbeit beim Bau der Schmalspurbahn sah ich<br />

keine Bahntransporte mit Menschen, die ins Lager Sobibor<br />

gebracht worden wären, denn die Arbeiten wurden im Wald<br />

durchgeführt, abseits der Hauptstrecke der Bahn. Als ich<br />

außerhalb des Arbeitsgeländes, auf dem die Schmalspur­<br />

bahn gebaut wurde, war, sah ich manchmal Transporte mit<br />

Menschen auf dem Gelände der Stationen Nadbuzanka und<br />

Majdan Stulenski. Durchschnittlich trafen all e v i ejiJLa g e<br />

Transportemjt Menschen in Sobibor ein. Demnach, was ich<br />

gesehen habe, setzten sich die Transporte hauptsächlich<br />

aus Personenwaggons und manchmal auch aus Güterwaggons<br />

zusammen. Die Personenzüge hatten im Durchschnitt etwa<br />

- 3 -


- 3 -<br />

zehn Waggons, die Güterzüge dagegen 30 bis 40 Waggons,<br />

wobei die Letzteren von zwei Lokomotiven gezogen wurden.<br />

Es war nicht möglich, sich diesen Transporten zu nähern,<br />

denn sie wurden von Deutschen bewacht. Dennoch näherten<br />

sich die Leute manchmal heimlich und reichten Wasser und<br />

manchmal ein Stückchen Brot. Mit den Zügen aus Güterwag­<br />

gons fuhren hauptsächlich polnische Juden. Dieses behaup­<br />

te ich deswegen, weil sie polnisch sprachen. In den Per­<br />

sonenwaggons fuhren dagegen ausländische Juden, denn sie<br />

sprachen nicht polnisch. Und Hilfe bekamen sie von den<br />

9 ^ Polen, weil sie sich mit Zeichensprache verständigten.<br />

Sämtliche Transporte fuhren nach Sobibor. Sie konnten<br />

nicht weiter fahren, denn die letzte Grenzstation war<br />

Wlodawa, wo es kein Lager gab, außerdem führte die Eisen­<br />

bahnstrecke nicht hinter den Bug, weil auf dem Bug die<br />

deutsch-sowjetische Grenze war.<br />

Ich weiß nicht, was mit den Leuten auf dem Lagergelände<br />

geschah, denn ich habe es mit eigenen Augen nicht gesehen<br />

Es war jedoch all_gemein b.ei.annt, daß diese Menschen dort<br />

gemordet wurden. Während der Arbeit beim Bau der Gleise<br />

war vom Lagergelände herandringendes menschliches Stöhnen<br />

zu hören. Schüsse habe ich dagegen nicht gehört. Rund<br />

^ w um das Lager verbreitete sich ein unangenehmer Gestank,<br />

wie von angebranntem Fett. Ein Feuerschein war dagegen<br />

etwa 15 Kilometer weit weg vom Lager Sobibor sichtbar.<br />

Anfang November, es konnte am 3. oder 4. gewesen sein,<br />

des Jahres 1943 hörte ich in den Nachmittagsstunden aus<br />

Richtung Lager, wie Menschen "Hurra!", schrien, Minen<br />

•A//eP£RAi^fA^'^/^^^ ^


« •<br />

unseren Graben. Deswegen versteckten wir Arbeiter uns<br />

unter dem Rand des Dammes. Als die Schüsse auf dem Ge­<br />

lände des Dammes verstummten, fanden wir zwei tote Per­<br />

sonen, einen Mann und eine Frau, die mit Sicherheit aus<br />

dem Lager stammten, denn sie hatten keine Haare und<br />

waren in Lagerkluft. Größere Gruppen aus dem Lager<br />

Flüchtender oder auch Einzelpersonen habe ich nicht ge­<br />

sehen. Es wurde allgemein erzählt, dieses wäre ein Auf­<br />

stand der Juden im Lager gewesen. Nach diesem Aufstand<br />

flüchtete ich zusammen mit anderen Kollegen von dieser<br />

Arbeit nach Hause und ging nicht mehr zurück. Nach diesem<br />

Vorfall wurde das Lager innerhalb einer Woche liSiLi^ei^t.<br />

Wie ich gehört habe, sind zu dieser Zeit viele Juden aus<br />

dem Lager geflüchtet. Ich weiß aber nicht, was mit ihnen<br />

weiter geschehen ist. Ich kenne niemanden von der La^er-<br />

man_nschaft. Den Namen WAGNER kenne ich nicht. Die Kolle­<br />

gen, mit denen ich beim A<strong>nl</strong>egen der Schmalspurbahn ar­<br />

beitete, leben heute nicht mehr. Sonst ist mir nichts in<br />

dieser Sache bekannt.<br />

Damit wurde das Protokoll beendet und nach Vorlesen unter-<br />

schri eben.<br />

Es vernahm:<br />

(-) J. PAKULA<br />

Es protokollierte:<br />

(-) H. KONARSKA<br />

Es sagte aus:<br />

(-) Stanislaw BORYSIUK<br />

L. S. Zwei runde Dienstsiegel mit Adler als Staatswappen<br />

Die übe<br />

mir in<br />

hi ermi<br />

Asche<br />

und Inschrift: Bezirkskommission zur Untersuchung<br />

von NS-Verbrechen in Lublin,<br />

vorstehender Übersetzung mit dem<br />

ache vorliegenden Protokoll wird'>^<br />

i 1984<br />

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._Hj1_i_l_(4j/_^<br />

Le-:lau(2i^te_Uo2rcctzun[;_c:uE_d O 'X(]' f}<br />

Frotolioll einer ZeuriGnverviehmun'^<br />

iwie.;, Au:_.uGt 1975<br />

usr Untersi.'.chun'jGbearnte füi^ besonders •./icriti^jc An^ielesenaeitev.<br />

bei i.'.Gii Socci-csaijwcdt; v.er ui:r-inisclien SGR, Cberjustizr t<br />

iiOlic.so-cw, hat u-iter i,:l-bv.'i:-.'j:un:j eer Dolrnetüclieriii Clur.elnizkaja,<br />

in: .'airtrar; des Ge;L;eralstCo."i:s:..::v/Jltes -Cor l'.clZTl im ;jUsa:.u::enhcLnrr<br />

hechts;, il ree: icae. he., der custisor'-rue der Bundesreiniblil;<br />

jjeutsc^.l'' .I'd i:' i'er SacUo :j;e en dev. e";e:i';li- en oü-]?u<strong>nl</strong>:tioni..r<br />

de::; Lc; e: :•• Soblbor ./abcro Gor.iorc::!, iii Ge,-or.v;^ r b des Vorsitzen-<br />

den des ochv;ur; lericl'tes bei de);; Land7;ericht in Frcuihfurc tmi ;;aii<br />

Schneider, des Richters \7hchtor, der Staatsanwc.lte Eckert und<br />

l-feifer, der Rechtsanwälte Schv/eizer und Lorenzen, des Scxhverstcndigen-lsychiaters<br />

Iroi. Schumacher und der Dolr.ietsc'ierin<br />

Kjpkajev/, unter :c;inhaltunG der Erfordernisse der nrt. 85, 167<br />

und 170 der Str: f •ro^'.eßordnunf?; der UkrSSR, in den R..urnen der<br />

3t^atsan\;altschaft<br />

Zeu; ;en voruouiuien:<br />

der ükrSSR den nachstehend Genannten als<br />

3 U S 1 I-I I: I J Prokofij, Sohn des Dinitrij, cjeboren 1912<br />

in Kirdc.ni, Rayon Tarascbtscbanskij, Gebiet Kiew, Ukrainer,<br />

Bilrfjer der bdoSR, 'j> klassen Grund.nchule, Arbeiter in einem<br />

Staatsgut, wohnhaft am Geburtsort.<br />

Bürger Iflusinnij P. D. v/urde gerA.ß Abs. IV des Art. 167 der Strafirozeßordnun[5<br />

der bkrSSR über die Rechte und Pflichten eines<br />

^•/CU'jen, die in dcT. .vrt. 70 und 170 der Strafprozeßordnun3 der<br />

ül.rboR vor^-ese^en sind und ''ber .'.ie stn^frechtlichen Foljen<br />

einer Au.ssagevorv/ei'ierirai;; und einer bev.-uiit falscJicn Aus3ar_;c<br />

[^cm. Art. 17V' und 17^^' des Strafijeset;,',bucheG der ükr.'JüR belehrt.<br />

[^e:-. I'. Businnij<br />

jie üolnetscVLerin Chmclnizkaja Olga, Toc^.ter des 3crr:Gó, wurde<br />

beleArt über die sUr .free.itliehen Pol-cn oi;:er bcv;ußt falschen<br />

bbertra^jUnfj c^Ui. Art. 170 des Strafij^esetzbuches der UkrSSR.<br />

ij;e/:, Glïfielnizkaja<br />

uie Verne]:irnun[^- be^'ann um lu°° Uhr<br />

j;ie Vernehinunr; endete um ^'j<br />

-2u Uhr, mit einer linterbrechun;^ von<br />

^\10 Ilinuten.<br />

fi<br />

SiAl>c A/^T^//BAI/o jf^f^<br />

als Urkundibecrr.ltjt c .tr(/cicJiüJls ^vWl/ *<br />

-2-


c ^ 1 y<br />

Auf die nir t^eE'cellten Frrfse" kann ich folprendes anp^eben:<br />

Ich beherrsche die russische und ukrainische Sprache, ich<br />

brauc'ne keinen JJolmetscher, ich bin bereit meine Aussage in<br />

Russisch 7.U machen.<br />

Gleich nach dem Ausbrucli des Krieges 19^1 vmrde ich zur<br />

Koten Armee ein.ij-eaogen. Zv/ei Honate später kern ich in die<br />

deutsclie Gefans^nscliaft und v/urde in einem Kriegsij^-efanfj;ene<strong>nl</strong>ager<br />

unter-^ebracht. Ira La':er v;aren sehr schv;ere Lebensbedingungen:<br />

nan ernährte uns schlecht, es v;ar kalt, i^an schlug<br />

uns vor, in den deutschen Dienst zu treten und versprach, dort<br />

besser zu essen zu fjcben und besser anzuziehen. Ich stii:anite zu.<br />

Man schickte mich und andere, v/er etwas kräftiger war, in ein<br />

Ausbildungslager ïrawniki. Man nannte uns Wachmänner, wir sollten<br />

den VJachaienst machen.<br />

Aus de.ni Ausbildungslager v/urde ich zum Dienst in das Lager<br />

Sobibor geschickt. Wann v/ir dort lin fuhren, kann ich nicht genau<br />

sagen, es v/aj? aber bereits v/arvi. Ich fuhr dorthin nicht<br />

allein, man schickte uns dorthin als ein ganzes Kommando von<br />

30 Personen. In Sobibor wai?%ir nicht als erste Wachmänner,<br />

vor uns waren dort schon andere Wachmänner, die wir abgelöst<br />

haben; v/ohin die anderen gefahren waren, die vor uns dort dienten,<br />

v;eiß ich nicht. Ich kenne niemanden von den w'aclimännern,<br />

die vor uns in Sobibor v/aren.<br />

In unserem Waclinännerkommando gab es einen kommandoführer,<br />

der die Befehle der deutschen Offiziere ausführte, und dem wir<br />

unterstanden. Wie sein llaiiie und sein VorncJiie war, weiß ich nichl<br />

Als wir in Sobibor ankamen, gab es dort 15 deutsche Offiziere<br />

ira Lager. Sie lebten in einem abgesonderten Häuschen, das<br />

früher angeblich einem Förster gehörte. Las iiäuschen war ziem-<br />

].ich groß, do.rin gab es mindestens 5 Zänmer. Las Lager selbst<br />

w. r nickt sehr groß, es befand sich in einer V/alduf'ig-ebung, es<br />

war :.;it Stacheldrr.'it umzäunt. Innerhalb der bmzi-.unung steenden<br />

Baracken. In einer von ihnen lebten wir Waclriiaänner, in einer


-'J-<br />

zv/eiten befanden sich verschiedene Magazine, in der dritten<br />

Baracke lebten Juden, die ein Arbeitskommando bildeten. Gie<br />

arbeiteten in den V.'erkstLtten: in der Sc'.ilocserei, sie machten<br />

Schuhe, sie änderten und sortierten die Kleidungsstücke<br />

Jjer sv/eite Tei?!. d:s Arbcit^kominandos bediente das "Badehaus"<br />

- die Gaskamnior. jjos Viort "bedienen" bedeutet, d-.,ß sie die<br />

Leichen der Vergasten aus der Gaskammer heraustrugen und in<br />

besonderen Gruben verscharrten. In der Gaskair.mer v/urden Juden<br />

vernichtet, die in Eisenbahntransporten nach Sobibor [gebracht<br />

v;orü.en sind. In Sobibor gab es eine Kaltescclle, dort VAirden<br />

die Juden aus den Wa'-gons ausgeladen, man brachte sie ins Lager,<br />

befahl ihnen sich auszuziehen, Männer und Frauen getrennt<br />

und schickte sie dann in das "Badehaus". Dort vmrden sie mit<br />

Gas getötet, die Leichen vorgrub man, die Kleidungsstücke,<br />

Schuhe und persö<strong>nl</strong>iche Sachen der Getöteten vmrden in die Ma-r<br />

gazine geholt. Die goldenen Zähne der Leichen vmrden herausgezogen.<br />

Dann ken ein neuer Transport, r.iit dem mm genauso verfuhr.<br />

Die Juden vmrden in Gru^vpen zu 3C - 4C Personen in die<br />

Gaskojjimer geführt.<br />

V;ie lange ich im Lager Sobibor v/ar, kann ich nicht genau sagen,<br />

meiner lieinung nach ca. 1 Jahr. V/ährend o.er Zeit vmrden sehr<br />

viele Juden getötet, es v/aren l.anner und l^-rouen, Junge und Alte<br />

sogar Kinder, aber v;ieviele®^nsgesamt v;are-.i, kann ich nicht<br />

SL.gcn - viele Tausc.ade.<br />

5-;'äter kam dnni i.ii.;<strong>nl</strong>er und befahl, daß :ille Leichen aer vergas'.ea<br />

Juden vyrnic'.'tet v/erden und man bega-an noch zu meiner<br />

uoiA', sie zu verbrc'ine::.<br />

Auc-j Sobibor \;uri.l.o ich v.xm '.' chdicnat de^ Lt.;;cjrs Auschv;itz gesc'<br />

ic]:t und v/ar dort fact bis zuri Iii'ide der. j.riegos. Ich habe<br />

ge:ört, ich erinnere iriic'. ::iic/it von -./Ca, doi: nac^j. Moiner Abreicc<br />

aus deiii Lar;er ( ie Juden des Arboitskornuandos einen Aufstand<br />

organisierte:, einige ceutsche vifizicrc tüteten und<br />

davo<strong>nl</strong>iefen.<br />

als<br />

UrUndsbocrnicro'crCasdiäffsstel ^ -^fU^ ti^T^^ßt^lf^Aym/-<br />

2<br />

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2J?i (xi<br />

Alü ich in Sobibox" v;ar, v/arnten uns die deutGciien Offiziere<br />

davor, nienandem und nirseiid über cic UeGchehninse im Larger<br />

zu ersUilen. Sie drohten mit ErscuieEunfs .bei Zuv/iderhandluiip;.<br />

Hit diesen Judei:, die r,ur Vernichtunfj gebracht worden v/aren,<br />

sprachen wir fast niemals. Es ;;c.b zwar einen Fall, daß ich<br />

von einer Frau ein Briefchen mitnak:i und versprach es weiter<br />

an die angegebene Adresse zu schicken. Die deutschen Offiziere<br />

erfuhren aber davon und verlangten von der Frau, Jenen Viachmann<br />

zu zeigen, der von ihr dieses Schreiben genommen hatte. M±T<br />

wurden auf:v;eGtelit und die Frau suchte nach mir, konnte mich<br />

aber nicht wiedererkennen. Ich habe keine weiteren Beaiehun^^en<br />

zu den Juden gehabt.<br />

i>ie Juden, welche in die Gaskaiamer geführt wurden, widersetzten<br />

sich nicht, weil sie nicht vmßten, wohin sie geführt werden:<br />

man erzählte ihnen, daß sie ins Bad und zur iJesinfektion gingen<br />

und dann zur Arbeit geschic'it werden.<br />

Als iiL-nmler nach Sobibor kam, war ich nicht im Lager: ich befand<br />

mich mit 15 Juden aus dem airbcitskommando und mit zv/ei<br />

V/ü.climännern bei der Rclzbeschaffung. I ach meiner Rückkehr ins<br />

Lager erzählte mir der Wachmann i ankcv/ V/assilij (ich erinnere<br />

mich nicht an die Ilaraen anderer V/acIimänner, die mit mir in Sobibor<br />

waren) über u.en Besuch liiwmlers. Ilach der Erzählung von<br />

lankow kcon Himmler mit dem Zug, begleitet von einer großen Grupr,e<br />

von Offizieren; 'er ging ii:i Lager herum, schaute sich die<br />

Leichengruben an und befa-.-.l, sie alle zu vernichten. Wie ich es<br />

bereits gesagt habe, begann man zu meiner Zeit die Leichen zu<br />

verbrennen.<br />

Fra:en, die auf '.."unsch des Vorsitzenden •'.• es Sch'.;ur;:crichtes<br />

Schneider r:estellt vmrden;<br />

Frt/.:e V' l/ie s..h das Lager Sobibor aus zu der Zeit, als Sie<br />

dorthin gekorii.ien sind?<br />

Antwort: Es war s-.njbcr, es war mit hiefern umz;.,unt.<br />

"rs-^e:<br />

Gao es eine Umzäunung aus otacheldraht?<br />

1/<br />

~ ^ ^<br />

IsUrkund^beamtefclerGeschcHsstell ^H, -^/S/ iVJ^^^Êf^M^^^^^^'^^-


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Antwort<br />

F rap; e;<br />

Antv/ort<br />

Fra^e:<br />

Antv;ort<br />

Frap;e<br />

Ant\ /ort:<br />

Fra^ ;e:<br />

Antwort:<br />

Fra;<br />

e:<br />

Ant .•/ort:<br />

^^-i^c-<br />

AnUv-'ort<br />

-5-<br />

Ja, aber der Stacheldralit war mit Kieferzweigen ge­<br />

tarnt.<br />

\var diis Lar-ergelände in Sektoren aufgeteilt?<br />

Es r;ab im La^er folgende Einteilung: die Männer<br />

wurden in die Gaskammer von den Frauen getrennt ge­<br />

führt.<br />

Sie haben meine Frage nicht verst.nden. Gab es eine<br />

Umzäunung innerh-lb des Lagers? V/urde des Lager in<br />

Sektoren aufgeteilt?<br />

Ja, es v;;.r geteilt. Das ganze Lager war mit getarn­<br />

tem Draht umzäunt und innerhalb deij Lagers waren die<br />

einzelnen Sektoren mit Draht ohne Tarnung voneinander<br />

getrennt.<br />

Gab es eine besonders umzäunte Gaskainracr, diese Kammer,<br />

von der Sie erzählt haben?<br />

Ja. Sie war umzäunt. Aus den anderen Sektoren konnte<br />

man nicht direkt an sie herangehen.<br />

Auf welche Art vmrden die jüdischen Häftlinge in das<br />

Lager Sobibor eingeliefert?<br />

Sie wurden mit Eisenbahntrcnspoi'ten, in Pullmanwagen<br />

und ir.i Güterwaggons gebracht.<br />

Wo \mrden die Häftlinge aus den V/aggons ausgeladen?<br />

Gab e a dafür eine besondere RojnpeV<br />

Ja, es .^ ;.'b eine, üie Juden vmrden aus den V.'a;;gons auf<br />

einen besonderen Platz gebracht und von dort aus ins<br />

Lager :;Gführt.<br />

Können Sie uns den Verlauf der Ausl' dung von Uäftlingr:-<br />

transporten sci lil'' ern?<br />

'.icnn ein Transport mit Juden ankcja, vmrde er sofort<br />

von einem V/exhkonmando umstellt, \/obei die Vraclunänner<br />

in einer üwzinr/elungslinie standen. .;ir handelten imne<br />

gleich, wir hotten eine Aufgabe: nicht zuzulassen, dcT<br />

Becj<br />

" ^<br />

alsUrkundibeamtei der -6-


5<br />

-o-<br />

m}<br />

ircend gemand aus den Trrnsport flüchoet. Die An-gekommenen<br />

vmrden in Grupoen zu liunrJerten geteilt und ins Le^er gebracht,<br />

das jüdische Arbeitskommando reinigte v/c.hrenddessen die V/aggons<br />

Danach prüften die deutschen Offiziere, ob jemand im V/aggon<br />

zurückblieb und gaben dein Lokführer den ïïefehl, den Zug fortzubringen.<br />

gra,?e; V/er leitete die Wacbmänner, wenn sie in der Umzingelung<br />

des Haftlingstransportes standen?<br />

Antwort: Ein deutscher Offizier gab den Befehl und v/ir führten<br />

diesen jjefelil unter der Leitunrj des Gberwachmannes<br />

durch.<br />

j'rar.-e: Und v/er ordnete die Ausladung aus den V/aggons an?<br />

Antwort: Zu jedem V-'aggon kam ein Deutscher, öffnete die Tür<br />

und befahl allen auszusteigen. V/er '-.'egen seines Gesundheitszustandes<br />

in der Lage war, ohne fremde Hilfe<br />

auszusteigen, der tat es selbständig. Die Kranken<br />

und Abgezehrten vmrden von den Juden aus dem Arbeitskomraando<br />

herausgetragen.<br />

Frage: V/ie vmrden sie herausgetragen?<br />

Ani;wort: Wer etwas kraftiger war, der suchte sich einen etwas<br />

v/niger v/iegenden krai?.ken Juden und trug ihn auf dem<br />

Rücken, ^ie anderen wurden auf die ïr...gbahren gelebt.<br />

Das wrrori aber koine echten S nitctstragbahren, sondern<br />

v.'.arer. a.us i.rcttern -.usari! !cnjc::im.mort.<br />

rrar;e<br />

Behandelte man die kra^-ken und abgezehrten Ik.ftlinge<br />

vorsichtig, wenn man sie aus den ..aggons auf den Trag­<br />

bahren b.er-L'iistrugV<br />

Antwort: oo nacdcn: manch, vmrdc vorsichtig aüi die Bahre ge­<br />

legt , uanchc v/urdcM cin.L ch so, ohne jegliche Voraicht<br />

hinge sc'unisscn.<br />

h:.n 3': vor dcB die Krarkon ursd ..bgozehrten bei der<br />

Ausladun-v von iiLftlingcn aus dQu v:a.:gons erschossen'<br />

wuraenV<br />

Antwort: Ich habe solche IMlc nicht becbjchtet. Die Juden<br />

^\?^V'j.eii in der Gask'^<br />

. ,,.^-1- ^>. -!- ^ -t-<br />

' ^ ' ^


_7_<br />

? 3?f<br />

Frc'.;;e: V/ie v/urden ''^.ie Ii^ftlin,re von der Ausladungsstelle zur<br />

Gaskcunmer [;ebrcLc''t? V.'urclen dazu Tf erdev/a. :en, Loren ^e-<br />

•brs.ucl\t?<br />

Ant•••/ort: l'^s -_;>u koine if erdev/a[jen. Es ^^jsb aber Loi-èn. jJ;:jait<br />

v.'urder. die Juden sur CTasksr.iner -ebracliL;. ICs ^ab keine<br />

V.'a^en. Icii habe in Sobibor kein einziges .-fcrd gesehen<br />

Fr ar; e; './ie vmrden die Kaftlinje auf den Loren transportiert?<br />

Antwort: Zuerst brachte sie das ArboitcLor.inando auf den 'i'ragbahren<br />

z\x den Loren, dann fuhren sie die Loren zur<br />

Gaskammer, dort wurden alle ausjesogen und zur "Sanit^..tsbearbeitung"<br />

geschickt. Solche Juden, die nicht<br />

gehen konnten, vAirden manclimal in d?s "Iiazarett" gebracht.<br />

Es war aber kein Lra<strong>nl</strong>cenhaus; so hieß die<br />

Grube, neben der sie erschossen v/urden.<br />

Fran:e; Und v/o befand sich auf dem Lagerrjelände die Grube,<br />

die Sie das "Lazarett" nannten?<br />

Antwort: Sie befond sich abseits von der Zentralgrube. Vierzig<br />

oder vielleicht auch mehr Meter davon entfernt, ich<br />

v/eiß es nicht [jenau.<br />

Frap-e; Und v/elche Grube nennen Sie die"Zentralp;rube"?<br />

Antwort: Diese, in der die Leichen aus der Gaskcmmer la-jen.<br />

l»iese Grube befand sich unmittelbar neben der Gaskai'irner,<br />

von ihrer Rückseite her.<br />

Fra;-e: Gab es ir,;endein Gebäude neben der Grube, die man das<br />

Lazarett nannte?<br />

Antwort; Ich erinnere mich dort an kein Gebäude.<br />

Fra ,e: Gab es irn Lafjei" eine Kapelle?<br />

Anbwort: Ja, es '~v.h eine.<br />

Fr- re; Und wo befand sie sich?<br />

Antwort: In der i.i.te, in der Mitte des Laders.<br />

Frare; VJie soh diese Kapelle äußerlich aus?<br />

Antwort: Und was ist eine Kapelle?<br />

als Urkundsbecmtet der Goschcitsstal» /' ^^ •^/•»^ M*-


Frane: Gab es auf den Gelande des Lagers für das Arbeits­<br />

kommando eine Kapelle, ein kleines Gebäude mit einem<br />

Kreuz auf dem Dacli?<br />

Antv/ort: i^s [c^b kein solches Gebäude. '<br />

3?ra "e:<br />

Antwort<br />

li'rar;e:<br />

Antwort<br />

grap;e;<br />

Antwort;<br />

grar;e;<br />

Antv/ort<br />

Fra.f^e<br />

Antv/ort<br />

'6(1."<br />

Und wie war der Verlauf der Auskleidunc von Häftlingen';<br />

Es vairde ihnen verkiJudet, daß sie sich einer Saniti.ts-<br />

bearbeitung unterwerfen müssen und daß man dazu ausge­<br />

zogen sein muß. Sie zo^en sich also aus. Die Mehrheit<br />

zog sich frei\/illiré::Lus, manche wollten sich nir.ht aus­<br />

ziehen und man zwang sie dazu.<br />

V/er erklärte den Kaftlineen, warum sie sich ausziehen<br />

mußten?<br />

Alle Juden verstinden deutsch. Man brauchte ihnen<br />

nichts besonders erklären. V/ir sagten ihnen einfach,<br />

daß es not'.endig v^ar, eine S.-niti-.tsbearbeitung und<br />

Desinfektion zu machen und sie glaubten uns.<br />

V/ie Gii^o^n die ausgezogenen Häftlinge in die Gask^J^mer•:<br />

Was v/ar danach?<br />

Danach war die Gaskammer und der Tod.<br />

Gab ei andere Arbeitskommandos ausser denen, die die<br />

Kleidungsstücke sortierten uud die Waggons säuberten?<br />

Ich bin uer Meinung, daß es ein Arbeitskomraando gab.<br />

Dieses Kommando verrichtete verschiedene Arbeiten, 0©<br />

nach Befehl: manche Arbeiter nalomen an der Ausladung<br />

der Juden aus den Waügons teil und bracjiten die Kranken<br />

zur Gaskainmer. Die anderen halfen in der Küche, arbei­<br />

teten in der Schlosserei, sortierten die Kleidungs­<br />

stücke und das Schuhwerk, v/aren in der Tischlerei u.s.\;<br />

Gab es ein besonderes Kommando fär die Holzbeschaffung-;<br />

Manche Arbeiter wurden zur liolzbesc-'affunr^ geschickt.<br />

" Ich mußte sie manchmal als '.'aciamann bogleiten. So war<br />

es, als in meiner Abwesenheit im Lager Himmler dorthin<br />

kaiT]. j/<br />

BeglaUb-<br />

ilsUrkundsbeamtet corGcoch<br />

SéM>o A/cr^A/s^^^<br />

~ ^ ^<br />

''""• ':TS .^/S/ uoemMf^^^^^' ^"


^ .<br />

"GQ"<br />

4^. rr:<br />

•9-<br />

2. Y o o<br />

Fra-e: Gab ec solche Fälle, daß die .IILftliiiGe v/ährend der<br />

Holzbeschaffungsarbeiten flüchteten?<br />

Antv;ort: Ich erinnere mich nicht an so einen Fall.<br />

Fra::':e: Erinnern Sie sich an einen Fall, als ein v/acnincinn,<br />

ein Ukrainer der Kationaliti..t nach, getötet vmrde?<br />

Antv;ort: Ich habe von so einem Fall nicht fsehört.<br />

Fra.;e<br />

Antwort<br />

Frar;e;<br />

Kamen nach Sobibor Transporte mit Kaftlingen in einer<br />

ungewöh<strong>nl</strong>ichen Kleidung?<br />

Ja, so etwas passierte einijje Male. Ich erinnere mich,<br />

dcß einmal HUftlin.];e in anderer ivleidung aus dem Lager<br />

"Cholmi" gebracht vaarden.<br />

V/as riescliah mit diesen HLftlinp-enV<br />

Antwort: Sie vmrden auch in die Gaskammer geschickt.<br />

Fraf;e: Gab es solche Fülle, daß die Uc^ftlinge die ganze Wacht<br />

über auf ihre Ei<strong>nl</strong>ieferun3 in die Gaskammer warteton?<br />

Antwort: Ich erinnere mich nicht an solche Fülle.<br />

Frape: Leitete immer ein Mann das V/achkommando?<br />

Antv;ort: V/ir halten einen Gberwaclimann. Er leitete uns alle.<br />

Wenn einige Wachm;-.nner eine besondere Aufgabe bekamen,<br />

VAirde cinor von ihnen zum Vorgesetzten ernannt. V/er<br />

von den deutnchen Offizieren, die Viachm...nner leitete,<br />

v/eiß ich nicht, wjil sicii die Offiziere an c3.en Oberwacbjrio'nn<br />

wandten, der deutsch konnte. Ich konnte nicht<br />

deutsch und verstand daher die Gespr..che zv/ischen den<br />

Lff i:i'.i',.--rsn und de:: Ober-/: climaim nicht.<br />

•^ ranc:<br />

ilönnen Zie das iiußere der Offiziere von der Verwaltun;;<br />

des Lagers Sobibor etwas :;en;:'.•^^er beschreiben?<br />

Antwort: ilein, ich kann es nicht. In meiner Erinnerung blieben<br />

sie sich alle ch-<strong>nl</strong>icl:.: gesund, satt, in hohen nützen.<br />

Fr., Ü: Gab es im La •.:.:• ijobibur Diensthunde?<br />

j.ntwort: Ich erinnere r.ich nicht, daß jJiencthunde zu meiner Zci<br />

dort ;:ewesen ^iC-.rcn.<br />

^éA.l>o A/cr^//BA4/ü<br />

alsUrkundubeamie.cJorGosd-.üHsslell^ ^ "^^Z i/bQ^/&Ut^/:^7)Lék(.<br />

-IC-


s'<br />

V<br />

jiv&.r,e;<br />

Antv/ort:<br />

Fr- [^;e<br />

Antv;or-!;<br />

Fro.ß-e:<br />

Antv.;ort<br />

-IC-<br />

nv<br />

Go.b es auf deia Gelande des Lagers Ganse? •;<br />

Ich habe Iceine Gc.nse in lebenden Zustand im La^er<br />

gesehen.<br />

n .f<br />

bijf<br />

ii<strong>nl</strong>;spricht die Aussacje eines Z.eu^en der VAhrheit,<br />

der dem Gericht berichtete, dali ec im Lager oobibor<br />

eine Ganse schar :^;ab und daß man die Günse herum jagt e,<br />

wahrend eine GruV'pe von Jlüftlingen in die Gaskaiamer<br />

getrieben v/orden v/ar und sie dort zu schreien begannen,<br />

daiait sie mit ihi-em Geschnatter 'ie herszerreißenden<br />

Schreie der ili-'-ftlin^c in der Gaskaiuner übertönten?<br />

Icii habe keine Gänseschar v;ü.tirend meines Aufenthaltes<br />

im Larger Sobibor gesehen.<br />

Kennen Sie die ITamen der V/achjnanner Borov/ik und Pankow';<br />

nn den I'ainen Borov.'ik erinnere ich mich nicht, ich erinnere<br />

mich an Wassilij Pankow. Ich habe ihn erwähnt,<br />

als ich von der Ankunft himmlers berichtete, üb er<br />

gegen'.-v.rtig an Leben ist, v;o er sich nach dem Kriege<br />

befand, weiß ich nicht. Kach Sobibor haben wir uns<br />

nicht begegnet.<br />

Fra-gen, die auf V/unsch des Richters V/ächter gestellt vmrden:<br />

Fra-;e; Sind Sie v;egen Ihres Dienstes in aer Hitlerarmee zur<br />

Ver3-.ntwortung gezogen werden?<br />

Antv/ort: Ja. Ich vmrde 19'^1-y von einem sowjetischen Gericht dafür<br />

zu 10 Jahren Freiheiteentzug verurteilt. Ich habe<br />

die Strafe verbüßt.<br />

Fra.s'e: iiach u'.er in der Bundesrepublik Beutscliland geltenden<br />

Strafprozeßordnung haben Sie 'las Recht, die Aussage<br />

als Zeuge zu verweigern. Hätten Sie davon Gebrauch gemacht,<br />

wenn Sie nach Frankfurt ain Main gekommen und vor<br />

dem Schwurgericht erschienen wären?<br />

..aitvjort: Und warum sollte ich die Aussage verv/eigern, ich hätte<br />

dort auch alles erzählt, v/as ich v/eiß und v/oran ich<br />

mich erinnere.<br />

FURI, als Urkuridsbeamier cor GcschüH


* <br />

-11-<br />

2V f o<br />

Frop;e; V^ieviele jüdische IL.ftlin;i;e haben im Arbeiüskommando<br />

des Lagers Sobibor gearbeitet?<br />

Antwort: Es gab keine feste Anzahl dieser Arbeiter. Es waren<br />

mal mehr mal weni.r>;er.<br />

grafie; Welche Anzahl von Ilcftlingen befond sich im Durch­<br />

schnitt sti..ndi(_5 zur Arbe.it im La[;er Sobibor?<br />

Antwort; Meiner Meinung nach 60 - 70 Personen. Ich habe sie<br />

Fraf ;e;<br />

Antwort<br />

Frajre:<br />

Antwort;<br />

nicht genau gezL.hlt. In dieser Zahl sind Bauarbeiter,<br />

Tischler, Schlosser, Schneider, Kleider- und Schuhsor­<br />

tierer, Arbeiter bei der holzbeschaffuns und Reiniger<br />

neben der Gaskammer enthalten.<br />

Als Sie im Herbst 197^ in Klevi vernommen wurden,<br />

nannten Sie eine andere Zahl der Arbeiter, und zwar<br />

50. Womit erklärt sich der Widerspruch in Ihren Aus­<br />

sagen?<br />

Ich kenne die genaue Zahl der Arbeiter nicht. Viel­<br />

leicht gab es'60 - 70, vielleicht 50 Arbeiter oder<br />

eine andere Zahl von ihnen.<br />

Andere Zeugen teilten dem Gericht mit, daß das Lager<br />

von e.inem Arbeitskoraraando bedient wurde, zu dem<br />

^GC-SOC Menschen gehörten. Sie sagen, '-.aß es 50-70<br />

Arbeiter gab. \;ie war es nun in der '..'irkliclilceit?<br />

Ich weiß nicht, WÜS Ihnen die anderen gesagt haben.<br />

Ich antv.'orte für mich. Ich habe so ein großes Kora-<br />

nando v/Lhrend meines Aufenthal-ces in Sobibor niemals<br />

gesehen. Vielleicht gab es mehr «.rbeiter wahrend<br />

meiner Abwesenheit, nur wo sollte so eine Menschen-<br />

menge schlafeii.<br />

Frage: Wieviele Wacliraänner gab es im Lager Sobibor?<br />

Antv/ort: Ich v/eiß nicht genau, ich glaube 30 Mann, ein Zug.<br />

Fra!';e:<br />

Haben Sie Hilitó.rübungen, Schießausbildung durchgeführt,<br />

hatten Sic Schießübungen und Schießwettkampfe?<br />

Bogia<br />

al» UrkundibecmJef t'er GcsJiü/fsJtelp»


ä"<br />

^ ^<br />

An'.wort<br />

"R ra ;e:<br />

Aritv/ort<br />

Fra'ire<br />

Anbv/ort<br />

i?rc;:e :<br />

Antv;crt<br />

Frar-e<br />

Antwort<br />

Präge;<br />

Ancwert<br />

ri T*;-- '-ci<br />

_Nein, so etv/as [;a.b es bei uns nicht.<br />

Hatt:jn die Wachmänner stknaig V/axfen bei sich?<br />

Ja, wir hatten stc.ndig V/af f en nit.<br />

Hatten die '.vacliinänner leitschen?<br />

Ich hatte keine i'eitscne. S Iche Wachmänner, die<br />

Dienst innerhalb d(;s Lagers verrichteten, hatten<br />

biii<br />

^>-«rf 2^03<br />

Peitschen, iiiejenigen, die bei der Außenbev/achung'<br />

d ,s Lagers eingesetzt v/sre ., hatten keine Peitschen.<br />

[•'larcv. die deutGclien Offiziere, Lagerf unktionäre, •<br />

ständig bewaffnet? lia. teii sie alle Peitschen?<br />

Die Deutschen v;aren alle bewaffnet und trugen stc.n-<br />

dig l/affen bei sich. Peitschen hatten nicht alle.<br />

Die einen trugen Peitschen mit, die anderen nicht.<br />

V/as haben Sie persö<strong>nl</strong>ich im Lager Sobibor genacht?<br />

Ich v;ar die ganze Zeit bei der Außenbewachung des<br />

Lagers. Manchmal wurde icVx mit einen Arbeitskommando<br />

geschickt, urn os ::u bewachen, mancliraal stand ich in<br />

der Umzingelung neben den angekommenen Judentrans­<br />

porten.<br />

War den v/aciimannern erlaubt, in der vom Dienst freien<br />

Zeit nach aui^erhalb des Lagers zu gehen?<br />

Kein, es war streng verboten. V/ir gingen aber ohne<br />

Genehmip;ung heimlich in die benachbarten Dörfer.<br />

V/ir kehrten auch heimlich zum Beginn des Dienstes<br />

zurück.<br />

-ur-j.e es Ihnen verkündet, dc.ß iv.r -..'illkürliches Ver-<br />

larjsen des Lagers eine Strafe droht?<br />

Antwort: licn s. gte uns ständig devcn, v.'ir gingen aber trotzdem,<br />

Wir \airden dafür bestraft: es gab 25 Peitschenhiebe<br />

und Arrest dafür.<br />

./urden .Sie persö<strong>nl</strong>ich dLfür bestraft?<br />

J sliionqoslellfe/<br />

als Urkundibeamie; dsr Gesdiäftsstelle


Pra;'-c:<br />

Arrbv/ort<br />

jj'r:.-- :e:<br />

^AH^^3^ Bog la<br />

J stizongosiellfe/^<br />

olsUfkunJ .bcam'cf der Geschöfissfelle<br />

?^ü ,•#<br />

Ant\;ort: Ja. Zweiinal vmrde icli r;eschlaffen UIJO. daun überliaupt<br />

von der Bev/achunG des LDgerc Sobibor nach Auschwitz<br />

gesciiickt.<br />

grc.r-e; Gab em Strafe::' iv.r' Ji.nderc Ver^c\e:a":<br />

Ai]tv;or-[;: Ja, besoiiderG fi-lr Diebst^dile.<br />

G-ab en einen i^all, daß ein V/aclimunn xlüchteteï<br />

Ich habe rjehört, daß sich so ein Fall ereigne-bG. Man<br />

sagte, daß er nicht festgenommen v/urde.<br />

Sie ßugben, daß die jüdischen iluftlin-e in der Gaskammer<br />

VCj?-lichtet vairden. Gab es noch andere Arten<br />

der Verviichtun^j außerd~em?<br />

Antv/ort: Ja, sie v/urden auch erschossen. 3ev/öh<strong>nl</strong>ich erschoss<br />

man .ie Juden aus dem Arbeitshomraando. V/enn sie ein<br />

Vergehen ber;insen, erschossen sie die Offiziere selbst<br />

odor gaben so einen Befehl uns und dann wurden sie von<br />

uns erschossen.<br />

]?ra-;e: V/urden die Abgezehrten, Kranken und Schwachen auch<br />

erschossen?<br />

Antwort: Ja, auch sie v/urden erschossen.<br />

Fraj,e; Auf wessen Befehl wurde es getan?<br />

Antv.'ort; Jic Lagerleitung gab so einen Befehl.<br />

Frage: V/urde Iraner ein Sondcrbefehl zur ;::.rschießung der<br />

Kranken und Abge^iehrten, die in Jedem '.L'ransport ankamen<br />

ger;eben? Oder war die Vernichtung solcher Häftlinge<br />

durch Erschießung ein gewöh<strong>nl</strong>icher Vorgang?<br />

Antwort<br />

Fra; :e<br />

Antwort<br />

Ja, genauso war es. Einen besonderen Befehl für jeden<br />

Transport gsb es nicht.<br />

V/urdcu die Tu.ftlinge immer an einer Stelle im Lager<br />

ei'schossen?<br />

Ich habe nicht gesehen, daß sie ojn verschiedenen<br />

Stellen getütet wurden.. Ich gl£iubo, sie wurden immer<br />

im"Lazarett" erschossen. Richtig, ich erinnere mich.


•fr&F^e:<br />

Antv.'ort;<br />

grafie;<br />

Antwort;<br />

Frap;e:<br />

-1^1-<br />

daß einiiial ein Jude von den Arbeitern v/egen des<br />

?YOi H<br />

Diebstahls in der Küche direkt neben der Küche er­<br />

schossen vmrde. Jin Deutscher hat ihn erschossen.<br />

Ich habe selbst gesehen, v/ie jener Jude -jetötet vmrde<br />

er rannte aus der Küche und der Deutsche erscuoss ihn<br />

im Laufen, er schoss ihn in den iiinterkopf.<br />

Haben Sie eine Schießerei bei der Ausladung der Trans­<br />

porte ;;,ehört?<br />

ITein, ich habe keine 3chiei7erei gehört. Dort schoss<br />

man fiewöh<strong>nl</strong>ich aus iistolen, d;u';er v/ar die Schießerei<br />

nicht zu hören.<br />

Und wie erklären Sie den Untersc'-ied zwischen der<br />

Schießerei aus einer Pistole und aus einer Maschinen­<br />

pistole?<br />

Der Pistolenschuß klinijjt schwacher, aus der Entfernuni<br />

hört man ihn nicht.<br />

Können Sie Ihre Aussage erklai'cn: auf die Ihnen ge­<br />

stellte Frage sagten Sie, daß Sie einen Fall der Er­<br />

schießung neben der Küche gesehen hatten, jetzt sagen<br />

Sie, daß mon auch auf der Rampe bei der Ausladung der<br />

ïransr.iorte geschossen hatte. Welche Aussage entsprich<br />

der V/irklichkeit?<br />

-•-li ,- I. ^ — L» e -i >-, n: •• ~ der --.oa-oe hat nic::" •esc' c^ser..<br />

Fra^e; Gab ez in Lager einen So-Mann, der einen v;ci;;en Kitte<br />

;ru--<br />

-i.ntv;crt: Ich ..abe so sir.e:: nac."."c ;:ese.-e::.<br />

Frai:e; Gab es im Lager einen Galgen?<br />

Antwort: Ich habe keinen Geiger im Lager gesehen.<br />

Fr a-CG :<br />

Antwort<br />

Sie sagten, daß nan Sie v/egen Vergehen aus Sobibor<br />

fortgcsc'iickt ha.-te. Wie soll man das verstehen?<br />

Ich wurde zwcii'ial mit der Peitsclie bestraft, und späte<br />

anscheinend für unzuverlässig befunden und aus dem<br />

Lager nach Auschwitz geschickt.<br />

fRaben Sie selbst Häftlinge erschossen, Arbeiter ge-<br />

ilagen?<br />

. stizangosiellte/'<br />

-1- 1 l-l l-U«^. ^»aj 'c::^r Ges*Aäffssfeila


-15-<br />

7^'f'-<br />

An-bv.orb: Ich habe niemaiiden erschossen und niemanden geschlagen.<br />

Die Deutschen haben keinen Unterschied bei der Bestrafung<br />

eines jüdischen Arbeiters und eines Wachmannes<br />

gemacht: etwas verschuldet - mit der Peitsche {^eschlage<br />

?ra:-:e; Gab es FUlle der Mißhandlungen der Ko.ftlingsarbeiter,<br />

hat man sie verhöhnt? V.'enn ja, dann wer hat es gemacht'.<br />

Antv.'ort: Ich erinnere mich an so etwas nicht.<br />

Frage: Habe ich Sie richtig verstanden, daß man die Häftlinge<br />

gut behandelte?<br />

Antwort: Das ging mich nichts an. Ich habe das nicht beobachtet,<br />

Frage: Gab es andere Strafen für die Hdftlingsarbeiter, außer<br />

den Peitschenschlä-^en?<br />

• j ^<br />

Antv/ort: Ja, es gab welche. Sie wurden im "Lazarett" erschossen.<br />

Frap,'e; Gab es ein Strafkommando für die Häftlingsarbeiter?<br />

Antwort: Ich weiß nichts davon.<br />

Fr a-je: Landeten Flugzeuge in Sobibor?<br />

Antwort; Kan sagte, daß es so einen Fall gab, ich v/eiß aber<br />

nichts davon. Ich persö<strong>nl</strong>ich habe kein gelandetes Flugzeug<br />

gesehen.<br />

Frage: Soeben h.aben Sie erkl^.rt, daß Sie sich an keine Voruiid<br />

Zun?.men der sich im Lager Sobibor befindlichen Cffj<br />

ziere erinnern; wahrend Ihrer Verriehmung Ende 197^ in<br />

Kiew haben Sie . en Vorni-:nen eines von ihnen, uvid zv;ar<br />

Franz, genannt. Erinnern Sic sich an diesen Offizier?<br />

Antv/ort: So ci/ien Vornamen habe ich eigentlich gehört, weiß<br />

aber nicht mehr in welche.a Lager, in Sobibor oder in<br />

Auschwitz.<br />

Fragen, dia auf '.vurisch des St a jt sar, v/alt es Ifeifer gestellt v;urd(<br />

Froge: Auf wes.;en Befehl stellten Sie sich bei der Urazingelun:<br />

vn den nach Sobibor aiir;ekommenen ïransr-ort herum? v/er


^<br />

^ ^<br />

«^t»,-^ £:<br />

r:-'<br />

^' y>^:^^^<br />

tr<br />

-IG-<br />

hat diesen Befehl gesehen?<br />

Antwort; Der Waclimann bestimmte uns für die Umzingelung lun den<br />

Transoort heruin. V/er ihm den Befehl' ^-egeben hat, habe<br />

ich nicht [jChört.<br />

ffrar-e: V/elche Instrulit ionen erhielten Sie, v/enn .Sie für die<br />

Uiazingelung eines u..ftlingstrunsportes bestimmt vmrden';<br />

Antwort: Stehen und scheuen, damit niemand davo<strong>nl</strong>auft. V/enn<br />

Jemand flüchtet, schießen. Aber niemand flüchtete und<br />

?ry;';e:<br />

Fra :e<br />

Antv/ürt<br />

daher sc'ossen v;ir nicht.<br />

Begleiteten die •.ccroiiärner die Loren mil; den krc-nhen<br />

und abr;e:iehrten ....xtlinven vom Crt d.r Ausladung auf<br />

das Gelände des Ls -ors?<br />

Ich habe Cx.s nicht gen^cht, aber die V/achm^.nner v/aren<br />

dort auch.<br />

wie soll nan Ihre werte "v/c.ren dort ; uch" verstehen?<br />

Jjie Loren ait den abgezehrten und hranhen Juden vairden<br />

von den Arbeitern unter Aufsicht eines '.-"achanannes und<br />

irgend jemanden von den Deutschen begleitet.<br />

gra-cen, die auf v;unschjj.g. Staatsanwaltes Echert r:ostellt vmrde]<br />

jre.c:e: Sagen Sie genau, wielange Sie im La .er Sobibor gedient<br />

haben? Befanden Sie sich dort zur kalten Zeit und zur<br />

V/interzeit? habe:; Sie dort Schnee gesehen?<br />

Antwcrtj. Ich kann nicht genau sagen, wiel^.nge ich in diesem<br />

Lager war. Sur kalten heit w;.r ich dort nicht und<br />

achnee habe ich dort nic'it gesehen.<br />

ffra-e: iiabcn Sie beobachtet, wie die ausgezogenen riw.ftlinge<br />

in 'J.ic Gaskaiamcr ;_,etrieben vnirden';<br />

Antwort: V/ariuii auch nicht? lianchmal habe ich es gesehen.<br />

ffra' -e: V.'er trieb sie dorthin?<br />

i.ntwortj. Arbeiter, unter Aufsicht eines Deutschen und des Ober-<br />

'(ACyW J siizangosielHy<br />

als Urkundsbeamter der GeschcHss/aÄs


^<br />

v/acxunannes.<br />

-17-<br />

Frage • Kaben die jüdischen Häftlinj:;^e aus dem Arbeitskommando<br />

die ausgezogenen Ilclftlinge in die Gask£j;nraer getrieben?<br />

Aribv/orb; Ich' erinnere mich nicht an solche Fälle.<br />

3j'ra;^e; • V/en laeinen Sie, v/enn Sie von dem überv.-aclJTic.n sprechen?<br />

Antwort; Ein V/acI'ünann v;ar über uns alle, die anderen v/urden<br />

• zeitweilig als Vorgesetzte für einige einfache V/achinänner<br />

bestimmt. Kachdem die Aufgabe ausgeführt vairde,<br />

hürte er auf der Vorgesetzte zu sein. Die Lfeutschen<br />

kommandierten in aliern, die v.'aciunünner haben keine Entsciieidungeu<br />

selbständig 'getroffen,<br />

Frcx^iQ; Das Gericht weiß aus den Auslassungen des Angeklagten,<br />

daß vom Herbst 19^1-2 an alle './ac}:manner stündig auf<br />

einen Befehl hin die Schießaixsbildung durchführten.<br />

Wurden Sie auch darin ausgebildet?<br />

Antwortf liein, ich erinnere mich an lieine Schief.; usbildung in<br />

Sobibor.<br />

gra;';e; Erinnern Sie sich an jemanden von den V/acljoaännern,<br />

Ukrainern, . die ich Ihnen jetzt nenne: Koschewatskij,<br />

Bodessa, LipodenLo, Klad ocl.er l'vljad, mit dem Vornamen<br />

Taras?<br />

Antwort; Von aL].Ci"! 1,'amen, die mir jetzt ges-.-.gt wurderj, erinnere<br />

ich mich an den I'-'^men Bodessa. Er v/ar bei uns der überwacluiiann,<br />

weil er ein Vv'olgadeutscher war und gut JJeutS'<br />

konnte.<br />

Frar:e t Haben Sie den üienst in jenem Teil des Lagers, wo sich<br />

die Gaskammer befond, jemals verrichtet?<br />

Antv/or't: Ja, aber nicht innerhalb dos Lagers, sondern von außen,<br />

gegenüber diesem Teil des Lagers, v/o sich diese Kammer<br />

befand.<br />

jragc<br />

Haben Sie gesehen, was in der Gaskammer geschieht?<br />

Antv/ort; V/as sich in der Kammer selbst abspielte, war nicht zu<br />

sehen. Manchmal s:;h ich, wie die Hiüftlinge in Richtung<br />

der Kammer getrieben wurden und wie man dann später voi<br />

ov% die Leichen herauszog. .^l/TiT'<br />

Bocjlau


^\<br />

-It<br />

• 6/.<br />

21-O ^i<br />

I?rar;en, diü auf V.'unsch dc-3 Rechtsanualtes Schweizer ^j;estellt<br />

wurden:<br />

ffra^-je; V/urden die Jüdischen Arbeiter in Sobibor gehängt?<br />

Antwort: Ich erinnere mich nicht an solche Fälle.<br />

Frage; Auf die Frage des Herrn Staatsanwaltes Eckert haben<br />

• Sie erklärt, daß die Hc^ftlinge in die Gaskammer frei-<br />

v/illig gingen und ira anderen Fall sagten Sie, daß<br />

sie dorthin getrieben vmrden. Wie soll man Ihre Aus­<br />

sage verstehen?<br />

Antwort; Die ausgezogenen Juden gingen in das Badeliaus für die<br />

Saniti-.tsbearbeitung und sie gingen freiwillig. An der<br />

Schwelle der Kammer konnten einige von ihnen ablehnen<br />

hineinzugehen und dann wurden sie dorthin getrieben.<br />

Frage: Wurden sie von den Häftlingen aus dem Arbeitskoraraando<br />

hineingetrieben?<br />

Antwort: Kein, das Arbeitskonmando begann seine Arbeit erst<br />

dann, wenn im "Ladehaus" bereits nur Leichen lagen.<br />

Die -'.rbeiter zogen die Leichen zur Grube.<br />

Frsge: Bei der Vernelimung im Herbst 197^ in Kiew erklärten<br />

Sie, daß 5C Juden aus dem Arbeitskomaando, das sich<br />

ständig im Lager aufhielt, auf Befehl der Lagerver-<br />

waltung die Juden in die Gäskojnmer hineintrieben und<br />

sie dort vernichteten. Wie w: r es in Wirklichkeit?<br />

Antwort: Ich \/eiß nicht mehr wie meine Aussage niedergeschrie­<br />

rra :e :<br />

ben vmrde; ey war auf Jeden Fall so, wie ich heute<br />

aussa-;e.<br />

Haben Sie selbst de., neben dor Küche erschossenen<br />

Häftling gesehen?<br />

Antwort: Ich habe es selbst gesehen. Er stürmte aus der Küche<br />

und '-er L/eutsche schorls ihm in den '.pintcrkopf. Ich<br />

habe gesehen, dsß jenor Hlftling tot war.<br />

Hat Jemand den Dienst d-r Wachmänner bei der Umzinge­<br />

lung des Transportes mit Häftlingen und den uienst der<br />

Waelimänner um das Lager herum kontrolliert?<br />

~^P^<br />

alsUrkundsbeamtetderGeschcHssfelte »^ "^/é/ U/Z^PSfiÄ^/'^/t'VS/^f.


•ui


-2C<br />

Frap;e; • Fuhren die Loren an diesen Magasinen vorbei?<br />

Antv.'ort; Vielleicht fuhren sie, aber so getarnt, daß ich<br />

nichts jesehen habe.<br />

r-»-»'-•-" o • V.'vrden Sie nach Prar.l-furt Ó-T. üain honaen können, v.'enn<br />

Gie das Scïiv;ur,--Gricht laden wV.rde, uni v/Uirend der.<br />

Gerichtsverhandlung als Zpeuge auszusagen?<br />

;..ntv.-ort: Ich will nicht dorthin f-ihren, •.('c-s habe ich denn, dort<br />

SU tun, uit 30 einem Kojvf, wie ich ihn habe? Ich habe<br />

so£ar hier Schv/ieriskeiten etv; s vernünftig au erklären,<br />

es hat keinen Sinn mit meinen Fähigkeiten dorthin<br />

zu f al'iren.<br />

Fra'-:en, die auf Vmnsch des l^echtsanv/altes Lorensen c!;estellt<br />

v/urden;<br />

Fro--;e: Sie haben erzählt, daß den {Setcteten Ik^ftlingen Gold-<br />

zahne in der Gaskaüimer herausgezogen v/urden. Haben<br />

Sie das selbst gesehen?<br />

Antv;ort: Wie sie diese Z^hne gezogen haben, habe ich nicht gesehen.<br />

Ich habe aber im Magazin Kisten gesehen, in<br />

denen gezogene Goldzähne aufbewahrt wurden.<br />

Fr-.ge: Sie haben von solchen Fällen erzählt, als die V/.Jch-<br />

männer avf Befehl von' den Deutschen scïilecht arbeitend^.<br />

Juden erschossen hatten. Haben Sie aber gesehen, daß<br />

die oS-i'ii-nner selbst solche Juden erschossen, die<br />

schlecht arbeiteten?<br />

Antwort; Ich habe nicht sesi;gt, diß sie wegen schlechter Arbeit<br />

erschossen v/urden. Für eine sc :lechte Arbeit v/urdon<br />

sie mit der Peitsche geschlagen und man zwang sie besser<br />

zu arbeiten. Man erschoss solche, die vor Abzehrun<br />

nicht mehr arbeiten konnten.<br />

Frar-e: Wer hat also die Häftlinge, die arbeitsunfähig wurden<br />

erschossen: die SS-Hanner oder die Wachmänner?<br />

Antv/ort: Sie v/urAen sowohl von den 33-Ih.nnern als auch von den<br />

Bogia<br />

Waclirnännern auf deren Befohl hin erschossen.<br />

als IM -j y ^^^W^ ^"zongosfellte/


X' rafjje;<br />

Antwort:<br />

Frap;e<br />

Ant'w'ort<br />

Frane<br />

Antv/ort<br />

Fra-e:<br />

Ar.tv/ort<br />

^^^{^'<br />

Antv/ort<br />

Fr.:. •s^'-<br />

Ant v;ort:<br />

Fr;.<br />

\Ant<br />

A<br />

r;e:<br />

>;ort:<br />

B©g|<br />

•21-<br />

9 ^j.^<br />

V/urde der Munitionsverbrauch der Wachmänner registriert<br />

oder konnten sie die Patronen ungezählt verbrauchen?<br />

Bevor v/ir den Dienst antraten, verteilte der Cberwaclimann<br />

genau abgezahlte Patronen, je 5 Stück oder<br />

mehr, das weiß ich nicht mehr genau.<br />

Und wo bekamen die Wachmänner diese Patronen und wo<br />

wurden ihre Gewehre verwahrt?<br />

Dafür gab es im Lager einen besonderen liaum, ein<br />

Zimmer in der Kommandantur d.h. in dem Iiaus, wo die<br />

Deutschen lebten. Wir hajten keine Gewehre stcndif?:<br />

O<br />

dabei und die Gewehre v/urden nur dann an uns verteilt<br />

wenn wir den Dienst antraten. In der Freizeit hatten<br />

die Ivaccjnänner keine Gewehre bei sich.<br />

Welches Gebäude meinen Sie, v;enn Sie die Kommandontur<br />

sagen?<br />

Das Haus, wo o.ie JeutGchen lebten.<br />

Bedeutet es, daß die Kommandantur in demselben Gebaud<br />

v/ar, wo die deutschen Lagerfunktionäre wohnten?<br />

Die Kommandantur war separat,<br />

liaben üie irgendwann gesehen, daß die deutschen Lager<br />

funktionare ScbießWettkämpfe veranstalteten und bei<br />

solchen .ielegenheiten auf die Ge.-,'enst.:.nde schössen,<br />

die sie cuf die Köpfe dor L^.ftlinge gelegt hatten?<br />

lein, ich liabe solche Fälle nicht beobachtet.<br />

•.iurden die Sc'>iei'^.\/ettKe.in;ofe auf eiije andere Art dure';<br />

geführt?<br />

An so etwas erinnere ich mich nic"--t.<br />

Haben Sie überhaupt ir;;endwann eine schnell nacheinender<br />

folgende Schießerei im Lager gehört?<br />

Dines ïa-jes haber. die betru<strong>nl</strong>eenen Deutschen eine<br />

Schießerei im Lager veranstaltet, ich war aber dcij.ia]<br />

außerhalb des Lagers und kenne die Urs.che dieser<br />

eßcrei nic'it.<br />

J. siizanaosifillW<br />

^ ^


j^ ra;-::e:<br />

Antwort<br />

graf;e;<br />

Antnvort<br />

l''rc-.7;e:<br />

Avit-zort<br />

Frar;©:<br />

Antv.'ürt<br />

I'ra- ;e;<br />

-22-<br />

w / 0^/<br />

Ant\;crt: Kei):! .ch erinnere mich nicht an so ei.aen Fall. Fast<br />

in allen l'ranspor en rjab es Tote, Greise und Kranke,<br />

die unter ;oG5 sterben, aber an so einen Fall, daß all<br />

im Transport gestorben waren, erinnere ich mich nicht<br />

^3^^.';G<br />

Anü'.vor-c<br />

Sind Ihnen FL.lle der Flucht von Ik.ftlin:i;en aus dein<br />

Lar^er bekannt?<br />

Hein, icli kenne solche Fälle nicht.<br />

Erinnern Sic sich an einen Fall, als aus dem La^er<br />

Sobibor eine Größere Gru-rpe von i.^ftlinGen geflüchtet<br />

ist? .<br />

Nein, ich kann mich nicht an so einen Vorfall erinnern<br />

Vielleicht kann Ihnen als .Gedächtnisstütze der Umstand<br />

dier.!en, daß die bereits vcrnc;.irnencn Zeu;:en doa Gericat<br />

von der Flucht ei.:;er Gfu-o,>e von .... ftlin:_:ei!, uollander<br />

der I:atiünalit-..t nac.':!, berichteten?<br />

holl.-. nder? Ich habe von so einer ITation nie ini Leben<br />

gehört, hein, holländer c^-^h es in Gobibor nicht.<br />

IJie bewe-'ite sich ein Anc-e'ioriGGi'" der Lae^erverwaltung<br />

fort, während er den Dienst der '.;ac>imc..nner bei der Je-<br />

Wóchunc; des L:-^rcrs kontrollierte?<br />

v/ic bev;o-;tc er sich fort? J^r ßinj ^^u Fuß. Manchmal<br />

gin-j der überv/.xbjnann mit ilra susammen. Dort brauchte<br />

man nicht wohin zu fahren und niemand fuhr, weder a.uf<br />

einem Fferd, noch mit anderen i:itteln.<br />

Erinnern Sic siel- an einen Fall, als in einem £isonbahntrans.ort<br />

alle :;.äftlin,"e im Zeitpunkt der Ankunft<br />

dieses l'r^nsiorta in Gobibor bereits tot waren?<br />

Sie haben -esagt, daß Sie sich an die namen der Deut­<br />

schen von der Lar;erverwaltunG nicht erinnern können.<br />

Können Sie sie beschreiben?<br />

r.ei:T, das kann ich nicht. Dort waren verschiedene. Si<br />

waren im allgemeinen junc;, bis 3^5 Jaiire. Ich kann ihi<br />

iiußeres nicht beschreiben. V/enn ich einen von meinen<br />

Beglai<br />

J 3lizangos«e!l*a/'<br />

als Urkundsbeamtar der Geschäftsstelle<br />

>


Sèi^<br />

•23-<br />

1^4 If<br />

Kejneradeïi etwa 5 Jahre nicht sehe, kann ich mich nicht<br />

an ihn erinnern oder ihn hecchreiben.<br />

Fra::o: Können üie sich an die Kaiaen der iSS-Hanner von der<br />

Verv/altun^ dos La^jers Scbibor erinnern, v/enn ich<br />

Ihnen eine ßeihe von l'aiaen nenne: Das sind die Kamen:<br />

Laclimann, Bolender, Gomerski.<br />

Antwort; Hein, ich kann mich an diese Ilajaen nicht erinnern.<br />

überhaupt nannte man in unserer Ge;:;env;art die Offizier'<br />

nicht mit ihren Hamen und ich habe mit ihnen, da ich<br />

kein üeutsc-i kann, niemals -gesprochen.<br />

Fra en, ö-ie ouf '..unseh des Sachverstandif-en-I sychiaters<br />

Prof. Schumacher j-'cstellt vrgrden:<br />

Fra-e: Haben Sie beobachtet, daß die Offiziere, Funktionäre<br />

des Lagers Sobibor irr^endwann die jüdischen Hv^ftlinrje<br />

verhöhnten, verspotteten?<br />

Antwort: ilan hat mir diese Fra.-je bereits fsestellt gehabt. Ich<br />

F ran e<br />

erinnere mich nicht an so etwas.<br />

Kat man die Häftlinge gezvmngen, irgendwann Lieder<br />

zu singen?<br />

Antwort: Ich erinnere mich an so etwas. Aber ob es im Lager<br />

Sobibor oder in Auschwitz war, das weiß ich nicht mehr<br />

Frar;e; War es manclimal so, daß man die HLftlinge zwang zu<br />

marschieren und llilitUrbefehie auszuführen?<br />

Antwort; Hein, so vmrden wir, V/achmänner, bestraft, ich habe<br />

Frar;e<br />

so etwas den jüdischen naftlingen gegenüber nicht be-<br />

obcchtet.<br />

Hat man im Lager Sport getriebev;?<br />

Antwort: Ich erinnere mich, daß die '.iacVitnanner und die Deutsche<br />

Fru :e<br />

Antwort<br />

Bèglau<br />

Fußball spielten, üie Häftlinge haben keinen Sport ge­<br />

trieben.<br />

V/urden iu Lager Sobibor Spirituosen gebraucht?<br />

Hie Häftlinge haben sie natürlich nicht getrunken, ab(<br />

die^ueutschen und wir, Wachmänner, haben sie getrunkei<br />

J :-iizangos


^<br />

O<br />

Erar-e;<br />

-24-<br />

fc/J<br />

Es v/ar zv/ar den Wc.chinc.nnern verboten, sich zu betrinken,<br />

aber v;ir stahlen die Sachen der Getöteten<br />

aus dem liarjazin und tauschten sie in den Dörfern<br />

.gerben die Spirituosen. Ich wurde eben dafür geschlagen,<br />

Ilcibcn die deutschen Offiziere Spirituosen (getrunken?<br />

An t v/ort: Sie tranken st^.ndig. Sie tranken nicht so viel wie wir,<br />

aber dafür oft. Es ist für mich leichter zu sagen wie<br />

oft sie nüchtern waren, nüchtern waren sie seltener<br />

als betrunken.<br />

(Es erfol,;;;ten keine weiteren Era-jen von den v; stdeutschen Jurisix<br />

Das Protokoll wurde ihm auf V/unsch des Zeuf^en laut vorgelesen.<br />

Es ist richtig aufgenommen. Es gibt keine Verbesserungen und<br />

Ergänzungen.<br />

gez. u<strong>nl</strong>eserlich<br />

(Businnij)<br />

Die Dolmetscherin<br />

gez. Chmelnizkaja<br />

(Chraelnizkaja)<br />

Vernommen:<br />

Der ünterouchunr^cbesjnte für besonders v;ichtige Angelegenheiten<br />

bei äe;:i Staatsanwalt der Ukrainisclien GSK Gberjustizrat<br />

gez. Ilaliaschcv;<br />

Hakaschcv;<br />

Bei der Vernelunung des Zeuge}! l'.D. 13usinnij waren anv/esend:<br />

Der Vorsitzende des Schvmrjerichtcs<br />

gez. Schneider Schneider<br />

Der Richter<br />

gez. V/cchter V/^xhter<br />

Die St:-at3anw...lte .<br />

r >-„-.•• -:i,.^-. ^echtsanv/ulte<br />

;:;ez. Eckert Eckert<br />

r-:e::. i'feifer ifeifer<br />

yf ^^ vv -l'stizongesiellte/<br />

als Urkundsbeamter der Geschäffsstelte<br />

Schweizer


m<br />

-23-<br />

Uer Scchverstundi-^e-Fsychiater Professor Scliuinacaer<br />

G;ez. Prof. Dr. v;. Schumacher<br />

Die Dolmetscherin<br />

2 e z. \i. L ap L a ;i e v/<br />

Die ßtenotyT:)isti"ünen<br />

Ges, u<strong>nl</strong>eserlich<br />

gez. u<strong>nl</strong>eserlich<br />

Frankfurt/Main, den 18. September 1975<br />

^>ur traductlon^conform«<br />

p{jT dl« RlcfitJoÉSJlt d«<br />

... , ; , - J '^"'^cngo'JeWiejf<br />

Saüikyneiöesmicr der GosJicasstelle<br />

Kapkajev/<br />

Altuchov/a<br />

Fe nik<br />

V f -;


o»<br />

o<br />

p<br />

't-<br />

f<br />

r


25. Januar 1985<br />

Der<br />

d<br />

hilf<br />

PROTOKOLL OBER ZEUGENVHÄÜVG^ '^^"^<br />

Stadt Lisakowsk<br />

aatsanwaltschaft der<br />

UdSSR<br />

UdSSR<br />

aufgrund<br />

...fo...^.<br />

des<br />

....<br />

Recht:<br />

.<br />

Ignat Terentjewitsch<br />

Jahre 19?-^ .- n ^'^'^^ L i bCHENKO, geboren im<br />

I-T. DANILTSCHENKO i^t . ^<br />

aKowsk. 1. Mikrorayon 21, Whng. 15.<br />

tfafprozeßordnung der SSR K,. 7 "<br />

"•-fen. daß er zu bP K '''""''" "^"-""er belehrt<br />

"age zu machen, sowie all<br />

'"'r Sache bekannte zu berich » 7 """' "'" *"<br />

9en zu antworten E i " "' '"'^"*^ ^ -<br />

' F^"= einer Aussan '' ""' ^^^"'""tung<br />

193 de, ..„. 1 .''"'^"'S"""9 entsprechend Art.<br />

sowie<br />

der SSR Kasachstan belehrt worden.<br />

Unterschrift des Zeugen<br />

(-) I-T. DANILTSC


Frage: DANILTSCHENKO, Sie werden in der russischen<br />

Sprache vernommen. Benötigen Sie bei der Vernehmung<br />

einen Dolmetscher?<br />

Antwort: Ich spreche fließend russisch<br />

deswegen keinen Dolmetscher bei der Ver nehmung. Ich<br />

werde meine Aussage in russischer Sprac he machen.<br />

Beginn der Vernehmung: 9.45 Uhr.<br />

Unterschrift<br />

(-) r.T. DANILTSCHENKO<br />

Zu den ihm gestellten Fragen erklärte I.T. DANILTSCHENKO:<br />

Im Jahre 1942 nahm ich in den Reihen der Sowjetarmee an<br />

Kämpfen gegen die deutschen Eroberer auf der Halbinsel<br />

Kertschin teil. Dort wurde ich 1942 verwundet (Kontusion)<br />

und gefangengenommen. Man brachte mich als Verwundeten<br />

im Lager für Kriegsgefangene in der Stadt Rowno unter,<br />

wo ich zwecks Behandlung im Krankenhaus lag. Ich war<br />

zwei oder drei Monate im Krankenhaus. Nach meiner Gene­<br />

sung kam ich ins Lager, wo eines Tages angetreten werden<br />

mußte, und unter den Kriegsgefangenen wurden 15o oder<br />

sogar mehr Personen herausgesucht und auf 4-5 großen<br />

Autos ins Lager am Rande der Stadt Trawniki in Polen<br />

gebracht. In diesem Lager mußten wir antreten, und man<br />

erklärte uns, wir würden für die innere Bewachung aus­<br />

gebildet werden, und man sagte uns, derjenige, der die<br />

Schulung nicht mitmachen wolle, soll hervortreten; je­<br />

doch niemand trat aus den Reihen hervor.<br />

und benötige<br />

- 3 -<br />

rÜAi'AO^I


- 3 -<br />

Wir wurden drei Monate lang in Trawniki geschult. Aus<br />

den Reihen der Kriegsgefangenen waren unter den Kurs­<br />

teilnehmern viele Nationalitäten aus der Sowjetunion:<br />

Russen, Ukrainer, Weißrussen, Kasachen usw. Man hatte<br />

drei oder vier Kompanien gegründet, jede Kompanie zu<br />

loo oder ein wenig mehr Mann. In jedem Zug waren 25-3o<br />

Mann. Man lehrte uns auch die deutsche Umgangssprache.<br />

Wir verrichteten in diesem Lager auch Wachdienst. Nach<br />

Beendigung der Schulung wurden vier Mann, IWTSCHENKO,<br />

GONTSCHAROW, DJATSCHENKO und ich in die polnische<br />

Stadt Libarto zur Bewachung eines Sägewerks geschickt.<br />

Unser Vorgesetzter war ein Deutscher, dessen Vor- und<br />

Zunamen ich nicht kenne. Bei diesem Werk arbeiteten<br />

freie Menschen, Polen. Bei diesem Sägewerk waren wir<br />

den ganzen Winter 1942/43.<br />

Im Frühjahr oder Sommer 1943, genau erinnere ich mich<br />

jetzt nicht, wurden wir vier, d.h. GONTSCHAROW, DJA­<br />

TSCHENKO, IWTSCHENKO und ich, in das sich auf dem Terri­<br />

torium Polens befindliche Lager Sobibor gebracht, um<br />

in diesem Lager Wachdienst zu verrichten. Dieses war<br />

ein Todeslager, in dem Juden vernichtet wurden, die man<br />

dorthin aus Polen, Holland, Deutschland, aus der Tsche­<br />

choslowakei, der Westukraine der UdSSR, eigentlich aus<br />

ganz Europa brachte. Das Lager lag in einem großen<br />

Kiefernwald in der Nähe der Eisenbahnhal te- oder -aus-<br />

weichstelle Sobibor, von der aus eine Abzweigung der<br />

Eisenbahnstrecke ins Lager gelegt war. Das Lagergelände,<br />

insofern ich mich jetzt erinnere, nahm unhefähr über<br />

drei Quadratkilometer ein, d.h. die Länge war etwa 8oo<br />

- 4<br />

ij^a/


- 4 -<br />

und die Breite etwa 4oo Meter. Das Lager war mit eini­<br />

gen Reihen Stachel draÜt eingezäunt, wobei die Außenreihe<br />

eine Höhe von etwa drei Metern hatte. Entlang dieser<br />

Umzäunung waren auf der Außenseite Wachtürme, auf denen<br />

wir Wachmänner Wachdienst verrichteten. Das Lager hatte<br />

drei Zonen. Die 1. Zone, wo die gesamte Bewachung war,<br />

bzw. Dienstzone - hier wohnten die Wachmänner in zwei<br />

Kasernenbaracken, und in einem Kasernengebäude getrennt<br />

lebten Deutsche, die wiederum in diejenige aufgeteilt<br />

waren, die mit uns Dienst auf den Wachtürmen taten, und<br />

diejenige, die die zweite und dritte Zone bedienten.<br />

Wir Wachmänner waren loo-12o Mann, und von den Deutschen<br />

waren es 5o Mann. Die 2. Zone, wo die Arbeiter der zwei­<br />

ten Zone lebten und wo sich auch die sogenannte "Über­<br />

gangsbaracke" für den zeitweiligen Verbleib von Menschen,<br />

die vernichtet werden sollten, befand. Die 3. Zone - dort<br />

lebten Arbeiter, nur Männer jüdischer Nationalität, die<br />

die dritte Zone bedienten. Hier befand sich auch die<br />

Gaskammer, das sogenannte "Bad", in dem mittels Motor­<br />

abgase das Vernichten der Menschen durchgeführt wurde.<br />

Auf dem Gelände dieser dritten Zone wurden auch die<br />

Leichen verbrannt.<br />

^^-^gg: Können Sie den Plan des gesammten Lagers mit<br />

Hinweis auf die Zonen zeichnen?<br />

Antwort: Da ich den Wachdienst auf den Türmen verrichtet<br />

und die Lagerzonen von oben gesehen habe, kann ich jetzt<br />

den Plan des Lagers aus dem Gedächtnis, so, wie er mir<br />

in Erinnerung geblieben ist (der Plan wird beigefügt)<br />

zei chnen,<br />

- 5 -<br />

STA.D . •(^W 'd


- 5 -<br />

LLMH In welcher Zeit haben Sie als Wachmann im Lager<br />

Sobibor gedient?<br />

^"^^°^^-. W^'e ich berits oben gesagt habe, hatte man uns<br />

vier ungefähr im Frühjahr oder Sommer 1943, an den Monat<br />

erinnere ich mich gegenwärtig nicht, ins Lager Sobibor<br />

gebracht. Und etwa Ende 1943 oder Anfang 1944, ich er­<br />

innere mich gut, es war zur Winterzeit, denn es lag noch<br />

Schnee, wurde ich aus diesem Lager in einer Gruppe von<br />

Wachmännern, 5o Mann, in die Stadt Flossenburg auf<br />

deutsches Gebiet zur Bewachung eines Konzentrationsla­<br />

gers und einer Flugzeugfabrik abkommandiert. So habe<br />

ich im Lager Sobibor weniger als ein Jahr Dienst getan.<br />

'"'"^g^-. Z^ welchem Zweck diente das Lager Sobibor?<br />

Antwort: Das Lager Sobibor war ein Todeslager. Es diente<br />

dazu, Menschen jüdischer Nationalität zu vernichten.<br />

Während meines Aufenthaltes in diesem Lager geschah,<br />

außer daß Menschen vernichtet wurden, sonst nichts. Ob<br />

außer Juden Menschen anderer Nationalitäten in diesem<br />

Lager vernichtet wurden, weiß ich nicht. Mir persön­<br />

lich ist bekannt, daß man in diesem Lager nur Juden ver­<br />

nichtet hat.<br />

'"'"^gg: Wie verlief der Prozeß der A<strong>nl</strong>ieferung und der<br />

Vernichtung der Gefangenen? Wie oft kamen Transporte<br />

mit Opfern? Zu welcher Zeit war die Anzahl solcher<br />

Transporte die größte und wann die geringste? Wie viele<br />

Gefangene wurden täglich vernichtet?<br />

- 6<br />

STA. i^HÜ^é


- 6 -<br />

Antwort: Die Gefangenen wurden ins Lager Sobibor per<br />

Eisenbahn in geschlossenen Güterwaggons und auch mit<br />

Autos gebracht. Nachdem ich ins Lager Sobibor gekommen<br />

war, trafen die Eisenbahntransporte mit Gefangenen<br />

regelmäßig ein, d.h. ein bis zwei in 24 Stunden. Es<br />

gab auch Fälle, daß bis zu drei Transporten eintrafen.<br />

Es gab aber auch Fälle, in denen es ein oder zwei Tage<br />

lang überhaupt keinen Gefangenentransport gab. Die Tran­<br />

sporte bestanden aus unterschiedlicher Anzahl von<br />

Waggons, aus 2o-25, und es gab auch 5-6. In einem Waggon<br />

waren ungefähr 4o-5o Menschen. So meine ich, daß binnen<br />

24 Stunden bis zu l.ooo Menschen eintrafen, und viel­<br />

leicht waren es zeitweilig mehr oder auch weniger.<br />

Außerdem wurden die Gefangenen mit Autos ins Lager ge­<br />

bracht. Es trafen auch 5-6 Autos mit Gefangenen binnen<br />

24 Stunden ein, und es gab auch Fällen, in denen es<br />

2-3 Autos waren. Mit jedem Auto brachte man 2o-25 Ge­<br />

fangene heran, und all diese Opfer wurden vernichtet.<br />

Zum Ende meines Aufenthaltes im Lager Sobibor begannen<br />

sowohl Eisenbah- als auch Autotransporte mit Gefangenen<br />

seltener einzutreffen. Offensichtlich hatte das Heran­<br />

rücken der sowjetischen Front Einfluß darauf.<br />

In der ersten Zone waren zwei Tore. Durch das eine wur­<br />

den die Waggons mit den Gefangenen hineingeleitet, und<br />

durch das andere fuhren die Autos mit den Gefangenen<br />

hinein. Aus den Eisenbahnwaggons wurden die Gefangenen<br />

auf eine Rampe - eine erhöhte Stelle neben dem Eisenbahn­<br />

gleis - ausgeladen. Bei Entladung der Menschen auf die<br />

Rampe hatten nur Deutsche Wache. Und wir Wachmänner<br />

standen hinter dem Draht, in der ersten Zone, und acbte-<br />

. 1 V! i/jkl rj. ^ /


ten darauf, daß es unter den Opfern keine Panik und<br />

Unordnung gab. Die Wachmänner waren nur mit Gewehren<br />

bewaffnet, und Pistolen bekamen sie nur dann, wenn sie<br />

beim Durchgangspunkt, am Tor, Wache hatten. Von der<br />

Rampe führte man die Gefangenen durch ein Törchen in<br />

die zweite Zone, wo eine Überdachung war. Hier wurden<br />

die Opfer "bearbeitet", d.h. man nahm ihnen Sachen ab,<br />

schor sie, entkleidete sie völlig und brachte sie dann<br />

in die dritte Zone. Wenn mit einem Transport viele<br />

Menschen eintrafen, wurde ein Teil der Opfer in einer<br />

Baracke "zum Weiterleiten" in der zweiten Zone unterge­<br />

bracht, wo sie die Zeit bis zu ihrer Vernichtung ab­<br />

warteten. In der dritten Zone trieb man die entkleide­<br />

ten Menschen in das sogenannte "Bad", welches in Wirk­<br />

lichkeit die Gaskammer war, die aus sechs Kammern be­<br />

stand. In jeder Kammer hatten bis zu 25o Personen Platz<br />

Danach wurde die Tür des "Bades" hermetisch verschlos­<br />

sen, und man tötete die Menschen mittels Abgase von<br />

Dieselmotoren. Soviel ich aus Berichten anderer Wach­<br />

leute weiß, waren angeblich zwei Dieselmotoren von<br />

sowjetischen "KW"-Panzern in Betrieb. Nach der Vernich­<br />

tung der Menschen öffneten Arbeiter aus der dritten<br />

Zone die GaskammertUren, luden die Leichen auf Wägel­<br />

chen und transportierten sie in derselben Zone auf<br />

eine aus Eisenbahnschienen angefertigte Rampe. Dort<br />

wurden die Leichen verbrannt. Der Augenblick, in dem<br />

die Leichen verbrannt wurden, war sichtbar, wenn man<br />

Dienst auf dem Turm tat. Während der Verbrennung der<br />

Leichen waren Flammen zu sehen, und man nahm den Ge­<br />

stank verbrannten Fleisches wahr. Wenn während der


K<br />

><br />

8 -<br />

Verbrennung der Leichen der Wind zum Turm wehte, war<br />

es sehr schwer zu atmen. Es trafen auch Autos, die<br />

Gefangene heranbrachten, im Lager ein. Der Unterschied<br />

lag lediglich darin, daß sie durch das aus der ersten<br />

Zone führende Tor auf die Rampe geladen wurden.<br />

In der zweiten Zone, bei der "Bearbeitung" der Gefan­<br />

genen, d.h. dort, wo den Gefangenen die Sachen abge­<br />

nommen und sie entkleidet wurden - vor der Weiterlei­<br />

tung in die Gaskammer - fanden Erschießungen der Perso­<br />

nen statt, die sich nicht aus eigener Kraft bewegen<br />

konnten. Ich muß sagen, daß die Wachmänner keinen Zu­<br />

tritt zur zweiten und dritten Zone hatten, weil aus­<br />

schließlich Deutsche den Wachdienst dort verrichteten.<br />

'^'^age: Wieviele SS-Bedienstete von den Deutschen hat<br />

es im Lager gegeben? An wen von ihnen erinnern Sie<br />

sich?<br />

Antwort: Wie ich bereits oben gesagt habe, hat es von<br />

den Deutschen im Lager Sobibor 5o Mann gegeben. Nicht<br />

nur, daß ich mich an ihre Namen nicht erinnere, ich<br />

habe sie auch nicht gekannt, denn wir sprachen sie mit<br />

dem Rang an. Es ist wahr, ich erinnere mich, daß unsere<br />

Wachmannschaft von dem Deutschen namens Kurt kontrol­<br />

liert wurde. Ich erinnere mich daran und weiß es nur<br />

deswegen, weil es unser unmittelbarer Vorgesetzter war.<br />

Ich weiß, Lagerleiter war ein Deutscher im Rang eines<br />

Hauptsturmführers. Seinen Namen kenne ich aber nicht.<br />

Mir ist nicht bekannt, wer von den Deutschen konkret<br />

welche Funktionen ausübte. Jeder Deutsche war für uns<br />

/


- 9 -<br />

Wac.änner "Gerr". d.h. Her.D. Die Person des Lager-<br />

'eiters. den Hauptsturmführer, habe ich gekannt, d.h.<br />

^ch habe ihn gesehen. Er war groß, gutaussehend und<br />

etwa 40 Jahre alt. Ich habe kein einziges Mal dienst­<br />

lich rrnt Ihm gesprochen. Ich könnte ihn jetzt nicht<br />

iedererkennen<br />

fri5^ Haben Sie von den Deutschen den SS-Mann Karl<br />

FRENZEL gekannt? Wenn Sie ihn gekannt haben, welche<br />

Funktionen nahm er im Lager wahr?<br />

Antwort: Mir sagt weder der Familienname FRENZEL noch '<br />

der Vorname Karl etwas. Ich habe einen solchen Deutschen<br />

mcht gekannt. In der ersten Zone lebten wir Wachmänner<br />

;n anderen Baracken als die Deutschen, und sie pflegten<br />

überhaupt keinen Kontakt mit uns. Wir lebten getrennt<br />

und aßen getrennt. Ich weiß, daß sie zur Entladung von<br />

Gefangenen gewöh<strong>nl</strong>ich mit Gummiknüppeln gingen. Bei der<br />

Entladung von Menschen gab es keinerlei Unordnung. Und<br />

was weuer vor sich ging, nachdem die Gefangenen in die<br />

zweite Zone geführt worden waren, weiß ich nicht, weil<br />

die Wachmänner, darunter auch ich. keinen Zutritt zu<br />

dieser Zone hatten. Wie der Prozeß der A<strong>nl</strong>ieferung der<br />

Gefangenen und ihrer Vernichtung vor sich ging - worü­<br />

ber ich oben in meiner Aussage berichtet habe - habe<br />

ich gesehen, wenn ich Wachdienst auf den Türmen tat<br />

und die Lagerzonen von oben einsehen konnte, oder wenn<br />

ich Wache hinter der Rampenzone beim Entladen der '<br />

Menschen hatte. Erschießungen selbst von Gefangenen,<br />

le sich nicht bewegen konnten, habe ich persö<strong>nl</strong>ich<br />

1) Anmerkung d. Übersetzers: russische Aussprache des<br />

deutschen Wortes "Herr"<br />

- lo<br />

STA.DJ ^i^^lÜ.f^


- lo -<br />

nicht gesehen, weil das "Lazarett", wo die Erschießung<br />

durchgeführt wurde, von den Türmen aus nicht sichtbar<br />

war. über diese Erschießungen haben aber andere Wach­<br />

männer gesprochen. Diese Erschießungen konnte man ver­<br />

muten, denn dann, wenn ich auf den Türmen Wache hatte,<br />

habe ich beobachten können, wie Arbeiter aus der drit­<br />

ten Zone Leichen auf Wägelchen aus der zweiten Zone<br />

herausfuhren und auf Stößen zur Verbrennung stapelten.<br />

Was die Deutschen von der Lagerwache und auch von der<br />

Verwaltung in der zweiten und dritten Zone konkret<br />

taten, das weiß ich nicht.<br />

^rage: Wer von den Deutschen, ausgenommen der Lager­<br />

leiter, der HauptsturmfUhrer, und Ihr unmittelbarer<br />

Vorgesetzter Kurt, hatte noch irgendwelche Funktionen<br />

im Lager?<br />

Antwort: Die Deutschen selbst waren untereinander ge­<br />

trennt. Die einen nahmen an der Entladung von Gefan­<br />

genen teil, die anderen bedienten die zweite und die<br />

dritten die dritte Zone, und wer von ihnen welche<br />

Funktionen hatte, das weiß ich nicht.<br />

Frage: Wer von den Deutschen mißhandelte die Gefange­<br />

nen besonders, tötete sie?<br />

Antwort: Da ich keinen Zutritt zur zweiten und dritten<br />

Zone hatte, kann ich nicht sagen, wer genau von den<br />

Deutschen die Häftlinge mißhandelte und sie tötete.<br />

Frage: Was tat man im Lager mit arbeitsunfähigen und<br />

kranken Gefangenen?<br />

11<br />

ilZTfJ i1 if4


- 11 -<br />

ialworlL Da man im Lager Sobibor, in dieser "Fabrik"<br />

fur die Massenvernichtung von Menschen, gesunde Menschen<br />

vernichtete, um so mehr vernichtete man auch Kranke und<br />

Arbeitsunfähige. Wenn ein Mensch als Gefangener in dieses<br />

Lager geriet, so kam er nicht mehr lebend aus diesem<br />

Lager heraus.<br />

füiei Sagen Sie. DANILTSCHENKO, was ist Ihnen von dem<br />

Aufstand der Gefangenen im Lager Sobibor bekannt?<br />

A<strong>nl</strong>wo^ Ich habe bereits gesagt, man hatte uns 5o Mann<br />

Ende 1943 oder Anfang 1944, d.h. noch vor dem Aufstand<br />

im Lager Sobibor, aus dem Lager Sobibor in die Stadt<br />

Flossenburg abkommandiert. Deswegen ist mir über diesen<br />

Aufstand nichts bekannt.<br />

ll^9±i Sagen Sie, was Ihnen über die Erschießung des<br />

'•Waldkommandos" und der Holländer bekannt ist.<br />

Aritwort: Mir ist über diese Aktionen nichts bekannt.<br />

Iriisei Können Sie und wünschen Sie in die Stadt Hagen.<br />

Bundesrepublik Deutschland, zu reisen, um eine Aussage<br />

vor dem Landgericht zu machen?<br />

h<strong>nl</strong>ioru Mein Gesundheitszustand hat sich in der letzten<br />

Zeit rapide verschlechtert. Im Februar 1984 habe ich<br />

einen Infarkt erlitten, wonach ich oft ärztliche Hilfe<br />

benötige. Meinem Gesundheitszustand nach habe ich ge­<br />

genwärtig die Invaliditätsgruppe II. Schon deswegen<br />

wird es für mich sehr schwer sein, eine solche Reise<br />

- 12<br />

STA.DOece 33 Pf^^Jg«^


» •<br />

! •<br />

12<br />

anzutreten. Wenn dieses absolut notwendig sein würde,<br />

so könnte ich mich zu einer solchen Reise entschließen.<br />

Ende der Vernehmung: 16.35 Uhr,<br />

Die Vernehmung wurde mit Erholungspausen durchgeführt.<br />

Ich habe das Protokoll persö<strong>nl</strong>ich gelesen. Die Aussa­<br />

ge ist nach meinen Worten richtig niedergeschrieben.<br />

Ich habe nichts zu berichtigen oder hinzuzufügen.<br />

Unterschri f ten:<br />

Unterschrift des Zeugen<br />

(-) I.T. DANILTSCHENKO<br />

Stellvertretender Staatsanwalt für den Bezirk Kustanajsk<br />

(-) W.A. GOLDORF - Oberjustizrat<br />

Das Original wird beglaubigt:<br />

Stellvertretender Leiter der Verwaltungsabteilung<br />

(-) P.I. RJACHOWSKICH<br />

L.S. Rundes Dienstsiegel mit Staatswappen und Inschrift<br />

Staatsanwaltschaft der UdSSR.<br />

Di.; überei ns timmung vors stehender Übersetzung mit de<br />

mir in russischer Sprac '•he vorliegenden Schriftstüc<br />

wird hiermit bestätigt. gt.<br />

Ascheberg, den 25<br />

Juni 198&^<br />

Vom Oberlandesgericht Oberland<br />

Hamm zur<br />

Bescheinigung der Richtigkeit und<br />

Vollständigkeit von Übersetzungen<br />

ermächtigte Dolmetscherin.<br />

c • - iTTJun a/.<br />

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2. Consugerma Detroit<br />

USA<br />

Täfex-Nr. 23 - o7l6<br />

-2-<br />

Betrifft: Strafverfahren gegen Frenze1 (NSG-Verbrechen<br />

in Sobibor / 31 Ks 5V76<br />

Bezug: Schriftwechsel mit LG Frankfurt<br />

- dort RK 531 SE 3527; zuletzt Schreiben<br />

vom 26.11.1976<br />

Kann der Zeuge Ivan Nikolajewich Demjanuk 36o2 Riverside<br />

Avenue, Cleveland, Ohio 44lo9, nochmals befragt werden,<br />

ob und wie lange er im NS-Vernichtungslager Sobibor war ?<br />

Ist der Zeuge bereit, zur Kauptverhandlung nach Hagen zm<br />

kommen oder sich dort kommissarisch vernehmen zu lassen ?<br />

Die Sache eilt wegen hier« andauernder und zum Abschluß zu<br />

bringender Hauptverhandlung.<br />

Erbitte Telexnachricht.<br />

Vielen Dank.<br />

Hochachtungsvoll<br />

Hagen, den 3.1o.l983<br />

Landgericht - Schwu'^gericht<br />

Der Vorsitzende:<br />

K r e m e r<br />

Vorsitzender Richter am Landge-richt<br />

Vielen Dank für die Aufgabe.<br />

Dahlbüdding, Justizangestellte<br />

[/[JyUuiuaioLJyr^ J / Kê ^^/^ ^^^/"^TE'-/;2.<br />


^<br />

^<br />

^<br />

^<br />

^<br />

0?3230716f<br />

rca oct 03 1015<br />

consugerma det<br />

consugerma det<br />

323316 Lghgn d<br />

31 ks 54/76<br />

consugerna detroit<br />

usa<br />

betritt:<br />

55trafverfahren neqen frenzeL (nso-verbrechen<br />

in sobibnr / 31 ks 54^76<br />

h e z ü 'i:<br />

schrift'.vechseL nit Landgericht frinkfurt<br />

- dort rk 531 se 3527, ' zuLsetzt schreiben vo-i '^'S. 11 .1976<br />

kann der zeuge Ivan nikoLajewicb denjanuk<br />

3602 riverside avenue, Cleveland, ohio iv'+109,<br />

nochnals befragt werden, ob und '.vie lange er in<br />

ns-vernichtungsLager sobibor war?<br />

ist der zeuge bereit, zur hauotverhandlung nach hagen<br />

zu komnen oder sich dort ko^^risasarisch vernehnen<br />

zu Lassen?<br />

die Sache eilt wegen hier andauernder und zu-n abschLu zu<br />

bringender hauptverhandlung .<br />

erbitte telexnachricht.<br />

vielen dank.<br />

hochachtungsvoll<br />

5300 hagen, 3. oktober 19B3<br />

Landgericht - Schwurgericht<br />

der Vorsitzende<br />

krener<br />

Vorsitzender richter an Landgericht<br />

323316 Lghgn d-T»<br />

consugerna det<br />

uif{-<br />

1^


21.10.33 04.10 uh r ++<br />

S86591b aabn d<br />

21.10.1983 07.16<br />

f ^<br />

wtLg, edv: 430 20 in «^ ,, ^<br />

-t^v^,^v;..ifj.y3^ Landgericht<br />

aus: bonn aa<br />

an: Landgericht hagen<br />

aus: new york consu<br />

nr 504 von 20, 10.1983,<br />

an; bonn aa<br />

1510 oz<br />

Fernschreiben (offene<br />

rigegangen: 20.10.83, ?025 07<br />

> « «er Landgericht hagen<br />

hagen<br />

teLek s nr 823316 Lghgn<br />

az. r<br />

betr.<br />

h se 51993<br />

bezuo • Strafsache frenzeL (nsg)<br />

: fs nr 502 vom 19.1 0.1983<br />

dort, az 31 ks 54'<br />

hieLt<br />

rechtsvertreter des<br />

m erneuten anruf z<br />

erkLa erte jedoch, dass se<br />

gewes en sei. diese behaup<br />

kamoa gne gegen seinen nan dänten d,» i ^i"^'' "erleuncJungs-<br />

aberk ennung der einb+uerg erunn In H ^^ "^'^ verfahren auf<br />

sich die befragung durch<br />

angf b Lieh in Lager sobibo<br />

koenn e sein nandant nicht<br />

recht sanvvaLt o'connor wir<br />

unnit teLbar an das gerich<br />

roÄsc h<br />

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32331-^. iihnn r1^<br />

3-^331': t^Yin d '<br />

21.10.83 07.27 uhr ++<br />

l(( ß/


„Demjanjuk war Wachmann"<br />

JERUSALEM, 16. Januar (dpa). Im Berufungsverfahren<br />

des wegen Beteiligung<br />

am Massenmord von Hunderttausenden<br />

Juden im Konzentrationslager Treblinka<br />

zum Tode verurteilten John Iwan Demjanjuk<br />

hat der israelische Staatsanwalt<br />

Dokumente vorgelegt, aus denen eindeutig<br />

hervorgehen soll, daß dieser — im Gegensatz<br />

zu früheren Beteuerungen —<br />

doch ein „Wachmann" der SS in mehreren<br />

Konzentrationslagern war. In Jerusalem<br />

reichte der Ankläger am Mittwoch<br />

drei -Dokumente zur Beweisaufnahme<br />

ein, die belegten, daß Demjanjuk im<br />

Spätsommer 1943 im KZ Flossenburg als<br />

„Wachmann" eingesetzt wurde.<br />

Staatsanwalt Michael Schaked entdeckte<br />

die Papiere nach eigenen Angaben<br />

1991 bei Nachforschungen im Staatsarchiv<br />

von Koblenz, f-fi -iT.^.Oy


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.er Flynn heeft<br />

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. oproep. O<strong>nl</strong>angs werd<br />

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5tsenffe Itindert<br />

afstand met een Supgevuld<br />

met bleekwati<br />

ogen spoten.<br />

Flynn noemde de Super<br />

een „uitnodiging tot gewei<br />

het huidige leefklimaat in het<br />

centrum van dezp stad".<br />

n b ^]i'^<br />

Israëlische rechter denkt<br />

aan vrijspraak Demjanjuk<br />

Jeruzalem - Een rechter van het<br />

Israëlische hooggerechtshof<br />

heeft gisteren gezmspeeld op de<br />

mogelijkheid dat John Demjanjuk,<br />

door een lagere rechtbank al<br />

ter dood veroordeeld, vrijgelaten<br />

zal moeten worden. Als de openbare<br />

aanklager niet kan aantonen<br />

dat Demjanjuk in het vernietigingskamp<br />

Treblinka is geweest,<br />

dan zullen wij hem moeten vrijlaten,<br />

zei rechter Aharon Barak.<br />

De nu 72-jarige Demjanjuk werd<br />

vier jaar geleden ter dood veroordeeld<br />

omdat hij 'Ivan de Verschrikkelijke'<br />

zou zijn, een sadistische<br />

bewaker die werkte bij de<br />

gaskamers van Treblinka, waar<br />

700.000 joden werden vergast.<br />

In de beroepszaak die Demjanjuk<br />

heeft aangespannen, heeft de<br />

openbare aanklager, Michael<br />

Shaked, zich de laatste tijd vooral<br />

gericht op Demjanjuks doen en<br />

laten in Sobibor. waar hij na Treblinka<br />

als kampwacht te werk<br />

werd gesteld. Shaked vindt dat<br />

nieuw bewijsmateriaal dat Demjanjuk<br />

een bewaker was in Sobi-<br />

bor - evenals Treblinka gelegen<br />

in het door de nazi's bezette Polen<br />

- de veroordeling ondersteunt.<br />

In beide gevallen waren joden het<br />

slachtoffer, in beide gevallen was<br />

het misdrijf volkerenmoord, aldus<br />

de openbare aanklager. Of<br />

het nu Treblinka was of Sobibor,<br />

dat doet er in zijn visie niet zoveel<br />

toe.<br />

Rechter Barak is het daar niet<br />

mee eens. Hij vindt dat aangetoond<br />

moet worden dat Demjanjuk,<br />

die altijd heeft ontkend Ivan<br />

de Verschrikkelijke te zijn, in<br />

Treblinka was, omdat in het vonnis<br />

van 1988 met name naar zijn<br />

misdaden in dat kamp wordt verwezen,<br />

Pas ontdekte beëdigde verklaringen<br />

die 37 voormalige kampbewaarders<br />

tientallen jaren geleden<br />

hebben afgelegd, werken eveneens<br />

in het voordeel van Demjanjuk.<br />

Uit de verklaringen zou blijken<br />

dat niet Demjanjuk, maar<br />

Ivan Marchenko 'Ivan de Verschikkelijke'<br />

was.<br />

Rebellen in Sudan vallen<br />

zuidelijke stad Juba aan<br />

Nairobi - Slechts enkele dagen<br />

ia de afsluiting van vTedesbehebben<br />

rebellen van<br />

•^'^Iksbevrijdingsle-<br />

Zuidsoedanese<br />

langevallen en<br />

[plaatsen beze^<br />

[s. steeds ir<br />

Volgens een woordvoerder van de<br />

rebellen hebben deze zware verliezen<br />

toegebracht aan het regeringsleger,<br />

en ook een aantal in^<br />

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P R O T O K O L L 2Z64 3 ,; ;..<br />

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einer Zeugenvernehmung<br />

21. August 1975 Leningrad<br />

Der Gehilfe des Staatsanwaltes der Stadt Leningrad, der Ober­<br />

justizrat Ponomarjow, hat im Auftrage des Generalstaatsan­<br />

waltes der Union der SSR im Zusammenhang mit dem Rechtshilfe­<br />

ersuchen der Justizorgane der Bundesrepublik Deutschland in<br />

der Sache der ehemaligen SS-Angehörigen STREIBEL, JANCZAK u.a<br />

in Anwesenheit des Vorsitzenden des Schwurgerichts beim Land­<br />

gericht HAMBURG, SEEFELDT, der Richter AMTRUP und ZAHLTEN,<br />

der Staatsanwältin GRABITZ, des Rechtsanwalts BRAKER und des<br />

Dolmetschers WAEHLER unter Beachtung der Erfordernisse der<br />

Artikel 157, 158 und 160 des Strafprozeßgesetzbuches der<br />

Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik im Ge­<br />

bäude des Stadtgerichts als Zeugen vernommen<br />

ENGELHARDT, Jakob Henrichowitsch, geboren 1917 im<br />

Dorf Stepnoe, Rayon Sary-Agatsch, Gebiet<br />

Tschimkent, Kazachische SSR, Deutscher,<br />

•IM<br />

vierjährige Schulbildung, wohnhaft: Dorf<br />

Stepnoe, Rayon Sary-Agatsch, Gebiet<br />

Tschimkent, Kazachische SSR.<br />

Gemäß Artikel 73 und 160 des Strafprozeßgesetzbuches der<br />

RSFSR wurden dem Bürger Engelhardt, Ja.G., die Rechte und<br />

Pflichten eines Zeugen erläutert, er wurde hingewiesen auf<br />

die strafrechtliche Verantwortlichkeit bei voller oder teilweiser<br />

Aussageverweigerung gemäß Artikel 182 des Strafgesetzbuches<br />

der RSFSR und bei wissentlich falschen Aussagen gemäß<br />

Artikel 181 des Strafgesetzbuches der RSFSR.<br />

Engelhardt ^<br />

(Unterschrift)<br />

An der Vernehmung nimmt der Dolmetscher Buzinow, losif<br />

Maximowitsch, teil, der gemäß Artikel 57, 151 und 160 des<br />

Strafprozeßgesetzbuches der RSFSR belehrt wurde, daß er im<br />

Falle unrichtiger Übersetzung gemäß Art. 181 des Strafge­<br />

setzbuches der RSFSR verantwortlich ist.<br />

Buzinow<br />

(Unterschrift)<br />

i'r<br />

/'


Auf Befragen des Staatsanwaltes Ponomarjcw erklärte der<br />

Zeuge Engelhardt, daß er die russische Sprache besser<br />

kennt und in russischer Sprache aussagen will.<br />

Die Vernehmung begann um 10 .<br />

Engelhardt- Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

2? ^yp.<br />

i V» J


22^44<br />

Vom Staatsanwalt Ponomarjow gestellte Fragen:<br />

'1 V' ^<br />

Frage; Engelhardt, Sie wurden am 14. November 1974 vemommer<br />

Antwort; Ja.<br />

Erinnern Sie sich Ihrer Aussagen und bestätigen<br />

Sie diese jetzt ?<br />

Frage; Erzählen Sie, als Sie in Kriegsgefangenschaft ge­<br />

rieten, wohin und wann wurden Sie aus dem Kriegs­<br />

gefangene<strong>nl</strong>ager wegggebracht ?<br />

Antwort: Im Jahre 1941 geriet ich in Kriegsgefangenschaft,<br />

als ich mich bei der Stadt Grodno befand. Von dort<br />

wurde ich ins Kriegsgefangene<strong>nl</strong>ager gebracht.<br />

Es gab dort drei Lager: B und C und für Kriegsge­<br />

fangene Kommandeure im Range vom Major bis zum<br />

General.<br />

Einige Zeit später brach in unserem Lager eine<br />

Typhus- und Ruhrepedemie aus. Alle Gefangenen wurden<br />

weggeschickt, im Lager C aber, wo ich festgehalten<br />

wurde, blieb ich.<br />

Im Herbst 1941 kamen drei Deutsche in unser Lager,<br />

unter denen sich Streibel befand. Streibel fragte;<br />

"Wer wird in den deutschen Wachtruppen dienen?".<br />

Viele wollten es, um aus dem Lager herauszukommen,<br />

wo man hungerte (dort blieben von allen Gefangenen<br />

30 - 40 % am Leben). Streibel wählte diejenigen aus,<br />

welche die deutsche Sprache beherrschten. Dann wähl­<br />

te er die physisch kräftigeren aus. Aus unserem Lagei<br />

nahm man ungefähr 40 Mann, darunter auch mich.<br />

Wir wurden zunächst in das Lager Cholm gebracht. Von<br />

dort holte man<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

20- • - ^r.


22645 ^3<br />

'i \} O<br />

auch Leute. Uns alle brachte man in das Ausbildungs-<br />

lager Trawniki. Dort waren Männer von vielen Lagern.<br />

Der Chef des Ausbildungslagers Trawniki war Streibel.<br />

Im Lager Trawniki hat man uns besser ernährt und<br />

aufgepäppelt. Dort wurde auch ausgebildet. Alle Befehle<br />

wurden in deutscher Sprache erteilt und mein<br />

mußte die Befehle kennen. Das war das Haupterfordernis.<br />

Dann kam der Bewachungsdienst. Man mußte mit<br />

dem Gewehr, dem Maschinengewehr, der Maschinenpistole<br />

und Granaten umgehen können und all dies in deutscher<br />

Sprache. Ich - als Deutscher - und alle, die Deutsch<br />

konnten (man unterrichtete uns gesondert), wurden<br />

Dolmetscher bei der Ausbildung. Man verlieh uns die<br />

Ränge eines Gruppenwachmannes und Zugwachmannes, die<br />

Zug- und Kompanieführer waren Deutsche. Wir übersetzten<br />

alle ihre Befehle. Oft überwachten die Deutschen<br />

uns Dolmetscher, wir wurden beobachtet und man<br />

hörte uns zu.Diejenigen, die schon die deutschen Waffenbezeichnungen<br />

und -Befehle kannten, schickte man zu<br />

den Wachtruppen.<br />

Fraae: Ehe wir über Ihre Abstellung aus diesem Lager<br />

sprechen, erzählen Sie, was ist Ihnen bekannt oder<br />

was wissen Sie über die Struktur dieses Lagers, welche<br />

Unterabteilungen bestanden dort ? Falls Sie sich<br />

erinnern, nennen Sie die Kommandeure dieser Unterabteilungen<br />

?<br />

Antwort; In diesem Lager lebte wahrschei<strong>nl</strong>ich einmal ein Guts­<br />

besitzer, daneben war ein Werk. Dort'standen zwei<br />

Häuser: In dem einen Haus waren der Stab der Wach­<br />

truppen und die Küche untergebracht, im zweiten Haus<br />

wohnten Deutsche. Der Lagerkommandant Streibel wohnte<br />

nicht im Lager, seine Uohnung hat man gesondert<br />

' bewacht. i^<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

1


^2646<br />

/ i 9<br />

Im Lager waren Baracken errichtet worden, es gab<br />

ungefähr sieben. Die Kompanien und die Züge waren<br />

eingeteilt worden, der erste, der zweite, der dritte,<br />

insgesamt gab es neun Züge.<br />

Wenn die Männer die Ausbildung durchlaufen hatten,<br />

brachte man sie zu anderen Orten.<br />

Frage: Das heißt, die einen kamen und andere gingen.<br />

Alles lief wie am Fließband ?<br />

Antwort: Ja, wenn man eine Einheit wegschickte, dann kam eine<br />

andere. Die Kommandos, die man weit wegschickte, die<br />

kamen nicht mehr ins Lager zurück. Diejenigen jedoch,<br />

die man in die Nähe geschickt hatte, die kamen zurück.<br />

Ich kannte die Deutschen nach ihren Dienstgraden,<br />

ihre Familien- und Vornamen kannte ich nicht. Ich kann<br />

nur sagen, daß dieser Streibel alles unterschrieb.<br />

Sein Gehilfe v/ar der Untersturmführer Schwarz.<br />

Es gab noch einen Deutschen, der sagte, daß er Deutsche<br />

sei, er hatte jedoch einen polnischen Familiennamen -<br />

Majewskij. Warum ich das weiß ? Weil die Kameraden<br />

sagten, daß man ihm gegenüber vorsichtig sein müsse,<br />

er kennt die polnische Sprache, über die anderen<br />

kann ich nichts sagen. Alle Dautschen nannte man mit<br />

ihrem Rang.<br />

Frage; Könnten Sie gegenwärtig den einen oder anderen v;ieder-<br />

erkennen, die zur Lagerverwaltung gehörten oder<br />

Kompanien oder Züge befehligten ?<br />

Antwort; Wenn man mir sie in der Uniform der damaligen Zeit<br />

zeigte, dann könnte ich sie wiedererkennen.<br />

Frage; Im Augenblick ihrer Ankunft im Lager Trawniki hatten<br />

Sie da einen militärischen Dienstgrad, eine militärisch<br />

Ausbildung ?<br />

Antwort: Ich diente in der Sov/jetarmee. Die Befehle sind überall<br />

gleich, nur in der deutschen Armee in deutscher Sprache<br />

und in der sov/jetischen Armee in russischer Sprache.<br />

Man rauß nur dia deutschen -'orte kennen.<br />

nyp


22646 4a ?. •• •«<br />

/ 1 « i<br />

Frage; Aber wann wurde Ihnen die Zweckbestimmung des Lagers<br />

Trawniki bekannt ?<br />

Antwort: Als man uns in dieses Lager brachte.<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

p/P.,


22547 5<br />

Frage: Was vmßten Sie damals über dieses Lager ?<br />

Wann wurde Ihnen bekannt, womit man sich in diesem .<br />

Lager befaßt ? Wen man ausbildet und für welchen Zwecke<br />

Antwort; Man sagte uns, man wird euch für den Dienst in Wach­<br />

einheiten ausbilden. Was zu bewachen ist ? Alles, was<br />

anfällt. Man sagte, wohin man euch auch schicken wird,<br />

dort werdet ihr zu bewachen haben. Diese Kommandos<br />

schickte man nach Deutschland und nach Italien.<br />

Frage; Aber wer setzte Sie davon in Kenntnis, wofür dieses<br />

Lager ausbildet ?<br />

Antwort; Das machte Streibel. Er gab alle Befehle.<br />

Frage; Sie sind später, wie bekannt, in ein Todeslager ge­<br />

kommen. Wann wurde Ihnen bekannt, daß man Sie für<br />

den Dienst in diesem Lager vorbereitet ?<br />

Antwort; Erst dann, als ich selbst sah, was dort geschieht,<br />

Frage; Erst dann, als Sie dort ankamen und Augenzeuge wurden ?<br />

Antwort; Ja. Erst dann, als wir ankamen, merkten wir, woriUQ es<br />

sich handelt. Das Lager war klein.<br />

Frage; Erzählen Sie bitte, gab es auf dem Gebiet des Lagers<br />

in Trawniki irgendwelche besonders zu bewachenden<br />

Objekte ?<br />

Antwort; Ja. Dort war ein Jude<strong>nl</strong>ager. Wir waren durch eine<br />

Mauer getrennt.<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

3/?


12648 • ^-6<br />

Frage; Das Lager, das unmittelbar an das Lager Trawniki<br />

Antwort; Ja.<br />

angrenzte, war klein ?<br />

Frage; Was können Sie über dieses Lager erzählen ?<br />

Antwort; Man hat uns natürlich nicht dorthin gelassen.<br />

Man hat uns sogar nicht einmal erlaubt, zum Tor<br />

zu gehen und mit diesen Juden sich zu unterhalten.<br />

f, '•• ':»<br />

Dort waren besondere Deutsche, die mit ihnen arbeiteten<br />

uiti sie bewachten .Sie bewachten sie nicht außerhalb des<br />

Lagers, sondern in der Mitte des Lagers. Sie arbeiteten<br />

am Tage mit ihnen und bewachten sie. Nachts schlössen<br />

sie die Türen oder nicht, das weiß ich nicht. Wenn<br />

man aus unserem Tor herauskommt, so war dort gleich<br />

ihr Tor in der Nähe. Es war zu sehen, daß dort Leute<br />

umhergehen. Bei diesem Tor stand ein Deutscher und<br />

hat niemand durchgelassen. Man sagte, daß man mit<br />

ihnen keine Kontakte haben sollte und mit ihnen auch<br />

nicht sprechen sollte.<br />

Es gab drei Frauen, die morgens unter Bewachung in den<br />

Keller unseres Hauses kamen und die Wäsche für unser<br />

Lager wuschen.<br />

Frage; Was geschah noch ?<br />

Antwort; Einmal, es dürfte Anfang 1943 gewesen sein, sêüien<br />

wir während unseres Unterrichtes, wie diejenigen, die<br />

das Jude<strong>nl</strong>ager bewachten, zwei oder drei Bretter ab-<br />

neihmen und sie auslegten. ura das Lager<br />

herum, etwa 50 Meter, waren Gräben ausgehoben, wie zur<br />

Verteidigung.^^^ ^^^ schon vor längerer Zeit geschehen,<br />

. und zwar für den Fall, daß ein Angriff auf das Lager er­<br />

folgen sollte, damit man in diesen Gräben liegen könnte.<br />

~lngelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

B/?.,


Frage;<br />

Antwort;<br />

Frage;<br />

Antwort:<br />

22549<br />

Als die V7achleute das Lager öffneten, standen dort<br />

auf beiden Seiten alle 4-5 Meter Deutsche und ließen<br />

dort in der Mitte zwischen sich nackte Juden in diese<br />

Gräben und erschoßen sie dort.<br />

Derjenige, der erschoß, war von unserer Lagerbewachung.<br />

Das machte der Wachführer Bretthauer und er hatte noch<br />

zwei Wachleute mitgenommen. Das war ein Befehl von<br />

Streibel, daß Bretthauer zwei Männer mitnahm und die<br />

Juden erschoß.<br />

Streibel war bei der Erschießung der Juden selbst zu­<br />

gegen ?<br />

Ja. Er war auch in diesem Lager. Alle waren in diesem<br />

Lager.<br />

Herr Seefeldt will präzisiert haben. Sie sagten, daß<br />

Streibel in diesem Lager war. War er persö<strong>nl</strong>ich an­<br />

wesend ? Wer erteilte den Befehl ?<br />

Ich habe es gesagt, ja. Streibel war bei der Erschießung<br />

zugegen. Er selbst hatte den Befehl gegeben, daß 3<br />

Wachleute zum Erschießen gingen. Er selbst war auch<br />

bei der Erschießung zugegen.<br />

Als die Erschießung begann, ließ man uns wegtreten und<br />

wir gingen uns anzuschauen, was dort geschieht. So habe<br />

ich das gesehen. Ich selbst bin hingegangen und habe<br />

es mir angeschaut.<br />

Frage; Sie waren Augenzeuge ?<br />

Antwort; Ja, ich war Augenzeuge. V<br />

Frage; Wieviele Menschen wurden dort erschossen ?<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

^n? •<br />

i-<br />

^7


22650 .8<br />

Antwort: Genau kann ich das nicht sagen. Es waren aber nicht<br />

weniger als 100. Vielleicht waren es mehr als 100.<br />

Ich ging vor dem Ende der Erschießung weg. Mir fiel<br />

es schwer, die Leichen anzusehen.<br />

'i * ti<br />

Frase: Wohin und wann wurden Sie aus dem Lager Trawniki weggeschickt<br />

?<br />

Antwort: Das war im Frühjahr 1942. Ich wurde in das Todeslager<br />

Frage:<br />

Antwort<br />

Sobibor abgestellt. Aber wir wußten das zunächst nicht.<br />

Streibel selbst kam zu mir und sagte: "Du wirst<br />

sicher mit einem Kommando von 11 Mann fahren.<br />

Du wirst der 12. sein. Heute kommt ein Auto und Ihr<br />

werdet zu einem Einsatz fahren". v;enn er einen solchen<br />

Befehl erteilte, was sollte man dann anderes tun ?<br />

Er sagte, wohin Ihr fahren werdet ?<br />

Streibel sagte. Du wirst in ein Lager fahren, aber was<br />

für ein Lager, das sagte er nicht. Er kannte den<br />

Marschbefehl: Sobibor. Er sagte, daß Ihr ein Lager<br />

bauen werdet. Ich wählte unter meinen Freunden 11 Mann<br />

aus. In Trawniki war die Ausbildung auch nicht leicht.<br />

Wer in das Lager Sobibor fuhr, sah, daß dort ein<br />

großes Waldgebiet mit Stachel.drahtzaun umsäumt war.<br />

Einige Meter von der alten Eisenbah<strong>nl</strong>inie stand ein<br />

Haus. Dort standen zwei Baracken und dort befanden<br />

sich fünf Deutsche. Einer von ihnen war ein Hauptmann,<br />

er war jedoch immer in Zivilkleidung. Einer war ein<br />

Oberscharführer der SS, Und dann waren dort zwei Arbeiter.<br />

Sie waren in Arbeitskleidung. Diese beiden<br />

Männer bauten das Bad, als wir dort ankamen. Wir machten<br />

•uns mit diesen Deutschen bekannt. Der eine Deutsche sagte<br />

mir, daß er unser unmittelbarer Wachvorgesetzter<br />

ist.<br />

Engelhardt<br />

(Unterschrift)<br />

Buzinow<br />

(Unterschrift)<br />

i/?,


22651<br />

Eure Aufgabe ist es zu bewachen, nirgendwo hinzugehen<br />

und niemand ohne Erlaubnis durchzulassen. So wurde<br />

uns gesagt.<br />

Aber sind vor Ihnen noch irgendwelche Wachleute in<br />

dieses Lager Sobibor gekommen ?<br />

: Nicht vor mir. Jedoch, nach mir.<br />

Am zweiten Tag kam ein Auto. Wir f\ihren auf diesem<br />

Auto in irgendein Gebiet in ein Dorf, wo Juden lebten,<br />

und von dort fuhren wir mit den Deutschen zu dem<br />

Judenstarost.. Das ist der Älteste. Diese Juden waren<br />

bei den Deutschen registriert.<br />

Ein Deutscher sagte, daß er 28 - 30 Mann benötigt, die<br />

arbeiten können. Der Älteste fuhr mit uns. Wir wählten<br />

Leute aus. Sie wurden zur Arbeit genommen. Sie bauten<br />

das Lager. Dieses Lager war geplant.<br />

Was haben Sie dort gebaut ?<br />

: Am Anfang dachten wir, daß wir ein Bad bauen. Baracken<br />

wurden gesondert errichtet. Die ganze Einrichtung war<br />

so wie in einem Bad. Dort wurde eine Dusche installier<br />

Wir fragten: v/elchem Zweck dient dieses Bad ?<br />

Man antwortete uns, daß dies Bad für Soldaten oder<br />

Arbeiter bestimmt sei, die auf der Durchfahrt ge­<br />

waschen werden und dann weiterfahren.<br />

So hat man es uns erklärt.<br />

Das Bad wurde von Deutschen gebaut. Aber die Juden<br />

führten die Arbeit durch, sie säuberten alles, was<br />

nötig war.<br />

Hinten wurden große Gruben ausgehoben. . Menschen,<br />

die dort arbeiteten - jeweils 1-2 Mann am Tag '.-rurde<br />

erschossen, da sie entkräftet waren und schon nicht<br />

mehr arbeiten konnten.<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

^02- yp<br />

*''


^uri<br />

22652 ^0<br />

Als ein Teil der Gruppe vernichtet worden war, brachte<br />

man neue. Und so wiederholte es sich einige Male.<br />

Physisch entkräfteten die Leute, die Arbeit war schwer,<br />

und es waren alte und junge Menschen da. Die Deutschen<br />

befaßten sich mit ihnen. Sie sprachen mit ihnen deutsch<br />

und so brachte man dreimal neue Arbeiter. Wenn ein<br />

Mensch physisch schwach wurde, sagte ihm ein Deutscher,<br />

gut. Wir wollen dich ins Krankenhaus schicken. Er ,<br />

brachte sie weg. Das war jedoch kein Krankenhaus, dort<br />

irgendwo unten war ein besonderes Lager und dort war<br />

eine Grube, in die man sie warf. Als die Arbeiten endeten,<br />

wurden alle erschossen, m Gruppen von 5 - 7<br />

Mann wurden diejenigen, die schon nicht mehr arbeiten<br />

konnten, mit Maschinengewehren erschossen. Später, als<br />

der Bau des Bades und der Gruben abgeschlossen war,<br />

kam einmal ein Auto (das war das erste Mal), aus dem<br />

man 17 - 18 Leute entlud. Das waren Frauen, Alte und<br />

Kxnder.Das war ihre erste Probe. Mit ihnen kamen drei<br />

Manner in Zivilkleidung.<br />

Die neu Angekommenen.entkleidete man völlig, brachte<br />

sie ins Bad. Dort war tatsächlich der Eindruck geschaffen<br />

worden, daß dies ein Bad sei. Dort gab es Seif<br />

Duschen. Die Menschen sperrte man in diesem Bad ein.<br />

Hinten stand ein Motor und anstelle von Wasser ließ man<br />

dorthin durch die Duschen Gas.<br />

SO wurden alle vernichtet. Das Bad konnte nicht von<br />

allen Seiten eingesehen werden, es lag unten. Dies war<br />

das ersteMal das ich sah, was dort geschieht. Der Ober<br />

Scharführer kam und sagte, daß er 2 - 3 Mann braucht,<br />

um alle in Gruben zu werfen. Die Kam.eraden wollten sich<br />

damit nicht abgeben. Dann aber haben sie sie runtergeworfen.<br />

"Tngelhardt n ^<br />

(Unterschrift) /M ^^^^^O«<br />

•^cnrittj (Unterschrift)<br />

^sfP


23118<br />

22653 11<br />

So machte man, während ich dort war, einige Proben.<br />

Das zweite Mal waren es schon mehr Menschen, es waren<br />

auch Männer dabei. Später gab es dort eine besondere<br />

Arbeitsbrigade, die alles reinigte, die Sachen sor­<br />

r • ^<br />

tierte und die Leute in die Gruben warf. Dies war eine<br />

Arbeit, für die sie schon zuständig waren. Uns hat man<br />

dafür schon nicht mehr in Anspruch genommen. Dies war<br />

die Haupttätigkeit des Oberscharführers.<br />

Frage; Kennen Sie die Familiennamen dieser Deutschen ?<br />

Antwort; Nein, ich kenne sie nicht.<br />

So machte man einige Proben. Und einmal kam ein<br />

Kommando aus Trawniki angefahren, es waren ungefähr 40<br />

Mann. Es befehligte Glassner. Man ließ sie antreten,<br />

Glassner ging zu den Deutschen. Er erstattete dem Lagerchef<br />

Meldung, daß eine neue Einheit angekommen ist.<br />

Glassner war ein Deutscher. Wir schliefen zusammen mit<br />

ihm, durchliefen gemeinsam die Ausbildung. Deshalb kannte,<br />

ich ihn. Er fragte mich noch, was das für ein Lager sei,<br />

ich antwortete jedoch, wenn du hinkommst, so wirst du<br />

es sehen.<br />

Der Oberscharführer gab den Befehl: "Wachen ablösen,<br />

Ihr werdet mit dem gleichen Wagen wegfahren". Wir<br />

stellten uns in Reih und Glied auf, marschierten schnell i<br />

aus dem Lager, setzten uns in den Wagen und fuhren zurück<br />

Frage; Wie lange befanden Sie sich im Lager Sobibor ?<br />

Antwort; 1 1/2 oder 2 Monate. v<br />

Frage; Wer brachte Sie aus dem Lager weg ?<br />

Antwort; Deutsche.<br />

Hngelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

•^P,


^o 1 J. i;<br />

22654 ^12<br />

Frage; Wohin brachte man Sie aus dem Lager Sobibor ?<br />

Antwort: Wieder in das Ausbildungslager Trawniki. Und dort<br />

durchliefen wir wieder wie früher die Ausbildung.<br />

Dies war so: Einer fuhr weg und ein anderer kam.<br />

Frage: WievM Zeit verbrachten Sie das zweite Mal im Lager<br />

Trawniki ?<br />

Antwort: Bis zum Herbst 1942. Dann wurden wir ins Ghetto Warschau<br />

abgestellt.<br />

Frage: Dies war ein anderes Kommêindo ?<br />

Antwort; Ja, ein anderes Kommando. In Warschau gab es viele<br />

Kommandos: für drinnen, Kommandos für die Südseite<br />

und für die Nordseite. Das Ghetto war sehr groß.<br />

Frage: Später, als Sie aus dem Lager Sobibor weggefahren waren,<br />

mußten Sie dann noch (oder waren Sie Augenzeuge) an<br />

äh<strong>nl</strong>ichen Aktionen teilnehmen ?<br />

Antwort: Ich nahm nicht teil und ich war auch nicht mehr Zeuge<br />

bei der Vernichtung von Menschen,sieht man von dem Fall<br />

im Lager Trawniki ab", über den ich schon gesprochen<br />

habe.<br />

Fra^e: Was wissen Sie über den Austausch der Wacheinheiten<br />

im Lager Sobibor?<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

20 /p


^iJ iZ^J<br />

22655 13<br />

•JL i-> i<br />

Antwort: Sieht man von dem Kommando ab, das uns abgelöst hat,<br />

so weiß ich nichts mehr.<br />

Frage; Wie oft kehrten SXS nach Ihrer Überführung aus Sobibor<br />

nach Tra\^miki • andere Wachleute dorthin zurück ?<br />

Antwort: Ich kenne nur einen Fall, in dem ein Bekannter von mir<br />

nach Trawniki zurückgekommen ist. Ich fragte ihn:<br />

woher kommst du? Er sagte, daß er aus Sobibor komme.<br />

Da ich selbst früher in Sobibor gewesen war, so<br />

interessierte mich, was dort später geschah. Er ant­<br />

wortete mir, daß dort all das geschieht, was auch in<br />

unserer Anwesenheit geschehen sei, nur in größerem<br />

.Maßstab, - wir haben nach eurer Abfahrt noch ein Bad<br />

gebaut und Gruben ausgehoben.<br />

Fraae: Was verstehen Sie unter "Bad" ?<br />

Antwort: Ich verstehe darunter die "Gaskammer", die "Bad" ge­<br />

nannt wurde,<br />

Frage: In Wirklichkeit war das die "Gaskammer" ?<br />

Antwort: Ja. Der Bekannte erzählte mir, daß man Menschen direkt<br />

in Zügen bringt. Soviele, wie man an einem Tage vernichten<br />

konnte, soviele brachte man auch. Für die Nacht<br />

blieben keine mehr übrig. All das habe ich gehört und<br />

mehr kann ich nicht sagen. Ich selbst war dort nicht<br />

mehr, und diejenigen, die mich abgelöst haben, habe<br />

ich nicht mehr getroffen.<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

'fP.,


22656<br />

40 1/01<br />

Frage: Wer gab die Befehle über die Ablösung von Kommandos ?<br />

Antwort; Das weiß ich nicht. Alles kam von Streibel. Woher er<br />

Befehle erhielt, das ist mir unbekeinnt.<br />

Frage; Wenn ich Sie richtig verstanden habe, so meinen Sie,<br />

daß die Kommandos aus Trawniki aufgrund eines Befehles<br />

von Streibel wegfuhren ?<br />

Antwort; Ja, aufgrund seines Befehles.<br />

Frage; Sie haben ausgesagt, daß Ihr Kommando in Sobibor<br />

ankam und dann an dessen Stelle ein anderes Kommando<br />

ankam. Was wissen Sie über die Bewegungen anderer<br />

Kommandos ?<br />

Antwort; Ich weiß nichts.<br />

FRAGEN, DIE AUF BITTEN DES VORSITZENDEN DES SCHWUR­<br />

GERICHTS, HERRN SEEFELDT, GESTELLT WURDEN.<br />

Frage; Sie sprachen vom Lagerkommandanten Streibel.<br />

Können Sie eine äußere Beschreibung geben, nach<br />

Größe, Statur und so weiter ?<br />

Antwort; Streibel war mittelgroß, dick, es fiel ihm sogar<br />

schwer, zu gehen.<br />

Frage; Können Sie vielleicht noch einige Details anführen ?<br />

Engelhardt<br />

(Unterschrift)<br />

Buzinow<br />

(Unterschrift)<br />

n?<br />

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14<br />

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22657 .15<br />

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4 '.; ^<br />

Antwort; Er war damals schon älter.<br />

Frage; Was hatte er für einen Rang ?<br />

Antwort; Damals war er Obersturmführer der SS.<br />

Frage: und Schwarz ?<br />

Antwort: Schwarz war Untersturmführer der SS.<br />

Frage; In welchem Lager war Schwarz ?<br />

Antwort; Schwarz war im Lager Trawniki. Nur dort. Er \tar<br />

Gehilfe bei der Ausbildung.<br />

Frage; Können Sie nicht Trawniki mit einem anderen Lager ver­<br />

wechseln, vielleicht mit Sobibor ?<br />

Antwort: Nein, in Sobibor gab es keinen Untersturmführer Schwarz<br />

Frage: Gehörte Streibel nach seinem Rang zu den ünter-<br />

offiziersrängen ?<br />

Antwort; Streibel gehörte zu den Offiziersgraden.<br />

Frage; Gab es in Trawniki eine Schreibstube ?<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

2n-<br />

B/F,,


Antwort: Ja, da war ein Stab.<br />

22658<br />

23123<br />

Frage; Als man Sie ins Lager Sobibor brachte, gab man Ihnen<br />

von diesem Stab ein Papier, eine Begleitung ?<br />

Antwort: Nein. Wir hatten als Begleiter einen Deutschen, ob<br />

der im Stab ein Papier erhalten hat oder nicht, das<br />

weiß ich nicht.<br />

Fraae: Wer war dieser Deutsche ?<br />

Antwort: Das weiß ich nicht. Er kam mit dem Auto und fuhr weg.<br />

Dieser Deutsche war nicht aus diesem Lager.<br />

Frage; Waren Sie selbst in diesem Stab ? vielleicht hatten<br />

Sie dort etwas zu erledigen oder dort etwas zu fragen<br />

Antwort; Ja, ich war dort, aber nicht zu der Zeit, als man<br />

uns wegschickte. Ich ging häufig dort-hin.<br />

Frage: Wer war der Leiter dieser Schreibstube ?<br />

selbst<br />

Antwort: Der Schreiber. Er war ein Russendeutscher - Frost.<br />

Frage: Wer war der Leiter der Kanzlei ?<br />

Antwort: Außer dem deutschen Schreiber kannte ich keine anderen<br />

Bediensteten des Stabes oder der Kanzlei.<br />

Engelhardt<br />

(Unterschrift)<br />

Buzinow<br />

(Unterschrift)<br />

3/P„<br />

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16


23124 ^,,-4<br />

*<br />

22659 17<br />

Frage; Als man Sie in Sobibor ablöste, sagten Sie, daß ein<br />

Kommando, bestehend aus 40 Mann, mit einem Dolmetscher<br />

xind einem Deutschen ankam ?<br />

Antwort; Ja, der Dolmetscher war ein Wolgadeutscher aus Trawniki<br />

Frage: Sein Name ?<br />

Antwort: Gljassner.<br />

Frage: Den Deutschen, der Ihr Kommando mit dem Auto über­<br />

Antwort: Nein.<br />

führte, den kennen Sie namentlich nicht ?<br />

Frage: Er war aus Trawniki ?<br />

Antwort: Nein.<br />

Frage; Das war derselbe Deutsche, der Sie hingebracht hatte?<br />

Antv/ort: Nein.<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

/?„


23125 4.5<br />

22-660 18<br />

Frage; Sie wissen nicht, wo dieser Deutsche stationiert war ?<br />

Antwort; Ich weiß es nicht. Woher hätte ich das wissen können ?<br />

Frage: Warxim wurden Sie in Sobibor abgelöst ?<br />

Antwort; Das versteht sich von selbst. Solch ein großes Todes­<br />

lager konnten 12 Mann nicht bewachen.<br />

Frage; Man hätte die Lagerbewachung einfach verstärken können,<br />

Sie dort lassen können und Nachschub bringen können ?<br />

Antwort; Das weiß ich nicht. Wenn man uns gesagt hätte, bleibt,<br />

dann wären wir geblieben.Man sagte uns aber; "Fahrt<br />

wegl".<br />

Frage; Vielleicht hat man Sie deshalb abgelöst, weil man<br />

Ihnen nicht vertraut hat ?<br />

Antwort: Das weiß ich nicht. Dazu kann ich nichts sagen.<br />

Frage; Hatten Sie in Sobibor Waffen ?<br />

Antwort: Selbstverständlich hatten wir Waffen. Was wäre das<br />

für eine Bewachung ohne Wciffen ?<br />

Frage; Was waren das für Waffen ?<br />

Antwort; Maschinenpistole, Gewehr, Maschinengewehr.<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

]/ ?


Frage: Hatten Sie selbst eine Waffe ?<br />

o .i 4 o<br />

22661 19<br />

Antwort; Ich war Wachführer. Ich selbst stand nicht Posten.<br />

Wenn ich die Wache einteilte, dann mußte ich das Ge­<br />

wehr mit mir nehmen. Aber sonst habe ich kein Gewehr<br />

getragen.<br />

Frage; Wie waren diejenigen bewaffnet, die Ihnen untergeordne<br />

waren ?<br />

Antwort: Einige hatten Maschinenpistolen, andere standen mit<br />

Gewehren. Auf dem Turm war ein Maschinengewehr, es<br />

gab Granaten.<br />

Frage; Zu der Zeit, als man Sie auswechselte, mußten Sie da<br />

Ihre Waffen im Lager lassen oder mit sich nehmen ?<br />

Antwort; Wir nahmen nur die Gewehre. Alles übrige blieb da.<br />

Frage; Der Bestrafte, den Sie in Trawnikinach Ihrer Rückkehr<br />

aus Sobibor trafen, wurde der, als er seinen Arrest<br />

verbüßt hatte, nach Sobibor zurückgeschickt ?<br />

Antwort; Nein. Er - wie auch die anderen Bestraften - blieb<br />

in diesem Lager. Nach der Verbüßung der Strafe wurde<br />

er ausgebildet, dann schickte man ihn mit einem andere<br />

Kommando irgend-^wohin.<br />

Frage; Sie sagten, daß man Sie im Kriegsgefangene<strong>nl</strong>ager fragt<br />

ob Sie als Wachmann bei den Deutschen dienen würden ?<br />

Wie stellten Sie sich Ihren künftigen Dienst vor ?<br />

Was sollten Sie bewachen ? .<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

3/ ?.


23127 4„7<br />

22662 20<br />

Antwort; Streibel sagte uns, daß wir alles bewachen werden, was<br />

uns aufgetragen wird.<br />

Fraae;<br />

Antwort;<br />

Fraae;<br />

Antwort;<br />

Bestand eine Wahrschei<strong>nl</strong>ichkeit, daß raan Sie gegen die<br />

Sowjetunion verwenden würde ?<br />

Nein. Wir fragten die Deutschen: "Vielleicht schickt<br />

man uns an die Front ?" Man antwortete uns, daß dies<br />

nicht geschehe, man werde uns in Wachtruppeneinstellen,<br />

Eh man Sie nach Sobibor schickte,waren Sie da überzeugt,<br />

daß man Sie bei der Vernichtung der jüdischen<br />

Bevölkerung einsetzen würde ?<br />

Nein. Man sagte uns in Sobibor, daß dies ein Bad sei,<br />

und wir dachten, daß das tatsächlich ein Bad sei.<br />

Frage; Wurde unter Ihnen irgendeine antijüdische Propaganda<br />

durchgeführt, eh man Sie nach Sobibor schickte ?<br />

Antwort; Nein. Die erste Aktion gegen Juden in meiner Gegenwart<br />

dem<br />

geschah;iach/wir nach Trawniki kamen. Dort wohnten<br />

einige Familien. Man.brachte uns alle heraus wie zu<br />

einer taktischen Übung. Man sagte, daß dies eine<br />

taktische Übung sei.<br />

Engelhardt<br />

(Unterschrift)<br />

Buzinow<br />

(Unterschrift)<br />

^1 n/p,


23128 4u-s<br />

22653 21<br />

Wir umzingelten das ganze Dorf xind uns Dolmetschern<br />

sagte man, daß dort Juden leben. "Geht zu ihnen -<br />

jeweils ein bis zwei Mann - und sagt, daß sie sich<br />

anziehen, alles mit sich nehmen, was sie wünschen, so­<br />

gar Hühner und Ferkel, gleich werde ein Wagen kommen<br />

und sie alle nach Lublin bringen". Das war das erste<br />

Mal, daß wir sahen, wie man Juden wegbrachte. Wohin<br />

man sie brachte, davon hatten wir damals keine Vor-r<br />

stell;ing.<br />

Frage; Wieviel Menschen waren dort ?<br />

Antwort: Ich weiß es nicht. Ich ging zu einer Familie, dort<br />

waren der Mann, die Frau und eine kleine Tochter. Ich<br />

sagte, daß die deutsche Regierung sie von hier aus­<br />

siedelt, daß sie sich sammeln und alles mit sich nehme!<br />

könnten, was sie wollten. So lautete der Befehl.<br />

Frage; Dieses Dorf war in der Nachbarschaft von Trawniki ?<br />

Antwort; Das war das Dorf Trawniki.<br />

Frage; Aber welche Bevölkerung lebte dort ?<br />

Antwort; In der Hauptsache lebten dort Polen, vielleicht waren<br />

dort fünf Judenfamilien. Genau weiß ich es nicht.<br />

Frage; Hat man sie bei dieser Aktion erschossen ?<br />

Engelhardt ^''''^"°''. r..<br />

(Unterschrift) (Untersc^irift)<br />

? n ^ *. r OfP„


22&€4<br />

23>2 i'<br />

Antwort: Nein. Das weiß ich nicht. Man nahm an, daß man<br />

sie nach Lublin schickt, was aber wirklich geschah,<br />

das weiß ich nicht.<br />

Frage; Wieviel Leute aus dem Lager Trawniki nahmen an dieser<br />

Aktion teil und wieviel Deutsche ?<br />

' . > •<br />

Antwort: Das weiß ich nicht. Einmal sagte der Kommandeur unseres<br />

Zuges, daß wir tcüctische Übungen durchzuführen hätten,<br />

und zwar so, daß keine Panik entstünde, daß niemand<br />

wegging, obwohl ja ohnehin niemand aus dem Dorf hätte<br />

fliehen können. Das war eine taktische Übung.<br />

Frage: Aber wann war das ? Können Sie das genaue Datum nennen?<br />

Antwort: Das genaue Datum kann ich nicht nennen.<br />

Frage; War das im Winter oder im Sommer ?<br />

Antwort: Es war schon warm, Schnee lag nicht mehr.<br />

Frage: Wer hat den Befehl für diese Aktion gegeben ?<br />

Antwort: Der Obersturmführer Streibel gab uns Befehle. Wer<br />

ihm Befehle gegeben hat, das weiß ich nicht.<br />

Frage: Können Sie nicht sagen, wer der Oberkommandierende bei<br />

dieser Aktion war ?<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

?• A *'.<br />

^/P


226^<br />

2>130 •»<br />

Antwort: Wahrschei<strong>nl</strong>ich Streibel. Er war aber ein schwerge­<br />

wichtiger Mann. Das Laufen fiel ihm schwer.<br />

Frage; übertrug er gern anderen Arbeiten ?<br />

Antwort; Das weiß ich nicht. Streibel machte nichts. Morgens<br />

kam er ins Lager, schaute, wir stellten vins in Reih<br />

und Glied auf und mußten ihm Ehrenbezeugungen erweisen<br />

und Meldung erstatten über alles. Er kam, schaute sich<br />

alles an und ging, den ganzen Tag lang im Lager war<br />

er selten. Morgens, das war wie ein Gesetz, war er<br />

immer da. So war die Ordnung.<br />

Frage; Nach Trawniki kamen Sie nach Sobibor, kehrten nach<br />

Trawniki zurück und dann hat man Sie nach Warschau ge­<br />

schickt ?<br />

Antwort; Ja, genau so war es.<br />

Frage; Das war im Jahre 1942 ?<br />

Antwort; Ja, im Jahre 1942.<br />

Frage; Wieviel Juden waren in Warschau ?<br />

Antwort; Als wir nach Warschau kamen, war das Ghetto schon zer­<br />

stört, die Menschen waren vernichtet. Nur diejenigen<br />

waren übrig geblieben, die sich irgendwie hatten ver-<br />

I stecken können. Die Häuser waren verschüttet. Wenn man<br />

feststellte, daß sich in einem Haus jemand versteckte,<br />

dann brannte man das Haus an.<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

B/P<br />

r-<br />

.V<br />

2^


2S>31<br />

'j ^1<br />

22-666 M<br />

Wir bewachten das Ghetto von außen. Alle Fenster waren<br />

geschlossen.<br />

Frage: Wie lange waren Sie in Warschau ?<br />

Antwort: In Warschau waren wir etwas länger als einen Monat,<br />

Dann brachte man uns nach Trawniki zurück, weil es<br />

sin<strong>nl</strong>os gewesen wäre, dort soviele Leute zu belassen.<br />

In der Mitte waren Deutsche, dann unsere, außen<br />

hat man alle abgezogen.<br />

Frage: Kennen Sie irgendwelche Fälle, in denen Leute aus<br />

Trawniki in andere Todeslager abgestellt wurden ?<br />

Antwort: Man hat uns das nicht gesagt. Wir haben davon zu­<br />

fällig Kenntnis erlangt, beispielsweise dann, wenn<br />

einer der Bestraften zurückkehrte.<br />

Fragen, die auf Bitten des Richters Zahlten ge­<br />

stellt wurden:<br />

Frage: Sie erwähnten die Stadt Lublin. Waren Sie dort ?<br />

Antwort; Ich war nicht dort. 'Ich habe nur gesagt, daß man den<br />

Juden, die man zur Vernichtung schickte, sagte, daß ma<br />

sie nach Lublin schickt, wo große Jude<strong>nl</strong>ager waren.<br />

Persö<strong>nl</strong>ich war ich nicht dort.<br />

Frage: Wer lebte in Trawniki ?<br />

Antwort: In Trawniki wohnten 6 oder 5 jüdische Familien, die<br />

übrigen waren Polen.<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

ZJ- B/i^.


Frage; Wurden die Polen weggebracht ?<br />

^67 2J&'<br />

Antwort: Nein. Man hat sie nirgend^wohin gebracht.<br />

Frage;<br />

Antwort:<br />

Frage;<br />

Antwort:<br />

Ist Ihnen bekannt, daß zu der Zeit, als Sie sich in<br />

'i " c<br />

Trawniki befanden, Kommandos aus Trawniki nach Lublin<br />

geschickt wurden ?<br />

Ja, sogar viele Kommandos. Sie sind jedoch nicht<br />

zurückgekehrt. Ich habe sie nicht mehr getroffen.<br />

War das vor Ihrer Abreise nach Sobibor ?<br />

Ja, vor und nach meiner Entsendung nach Sobibor<br />

schickte man Kommandos nach Lublin. Ich traf Leute,<br />

die sagten, daß unsere Kameraden in Lublin sind.<br />

Frage: Bekannt ist, daß zu irgendeiner Zeit eine starke Einheit<br />

aus Trawniki nach Lublin verlegt worden ist.<br />

Wissen Sie darüber etwas ?<br />

Antwort: Es kann sein. Ich verneine es nicht.<br />

Frage: Können Sie sagen, ob dies vor Ihrer Abstellung war ?<br />

Antwort: Ich kann es nicht genau sagen. Ich weiß es nicht.<br />

Nach Lublin schickte man einige Male Kommandos.<br />

Engelhardt Buzinow<br />

(Unterschrift) (Unterschrift)<br />

203Afi'2 6UJ?^ 8yP.


22^86<br />

^ ó/i. d ^<br />

Bei der Vernehmung des Zeugen Engelhardt, Ja.G., am 21,<br />

August 1975 in der Stadt Leningrad waren zugegen:<br />

Der Vorsitzende des Schwurgerichts<br />

beim Landgericht Hamburg<br />

Richter<br />

Richter<br />

Staatsanwältin<br />

Rechtsanwalt<br />

Dolmetscher<br />

Amtrup<br />

Zahlten<br />

Grabitz<br />

Braker<br />

Waehler<br />

Die Stenographinneni<br />

Brjanskaja<br />

Bublik<br />

Pantschechina<br />

Tolkatschewa<br />

Seefeldt<br />

(Seefeldt)<br />

(Amtrup)<br />

(Zahlten)<br />

(Grabitz)<br />

(Brêiker)<br />

(Waehler)<br />

^<br />

(Brjanskaja)<br />

(Bublik)<br />

f. ••<br />

(Pantschechina)<br />

(Tolkatschewa)<br />

Ich versichere, daß ich die Übersetzung nach bestem Wissen<br />

und Gewissen gefertigt habe.<br />

RA Dr. J.P. Waehler<br />

20dAri-2 54 3/71 B/P„


5^<br />

P<br />

l<br />

f o<br />

p


c*<br />

Beglaubigte Übersetzung<br />

BEZIRKSKOMMISSION ZUR UNTERSUCHUNG VON NS-VERBRECHEN<br />

IN LUBLIN<br />

Akt.-Z.: OKL/Ds. 1/67<br />

PROTOKOLL ÜBER ZEUGENVERNEHMUNG<br />

Am 5. Oktober 1978 vernahm in Lublin Mag. Jozef PAKULA,<br />

< nr<br />

Richter am Bezirksgericht, abgeordnet zur Bezirkskommission<br />

zur Untersuchung von NS-Verbrechen in Lublin, tätig auf­<br />

grund des Art. 4 des Dekrets vom 10.11.1945, Dz. U. Nr. 51,<br />

9 w Pos. 293 und Art. 129 StPO, mit Teilnahme der Protokoll-<br />

führerin Haiina KONARSKA, den Untengenannten als Zeugen.<br />

Der Zeuge wurde über eine strafrechtliche Verantwortung<br />

für falsche Aussagen belehrt, wonach der Zeuge mit eigen­<br />

händiger Unterschrift bestätigt, über diese Verantwor­<br />

tung (Art. 172 StPO) belehrt worden zu sein.<br />

Danach erklärte der Zeuge wie folgt:<br />

Unterschrift des Zeugen:<br />

(-) Katarzyna 6R0DZICKA<br />

Vor- und Zuname: Katarzyna GRODZICKA geb. JARCZUK<br />

Vornamen der Eltern: Jozef und Antonina geb. KASZCZUK<br />

Geburtsdatum und -ort: 25. November 1909 in Osowa bei<br />

Wlodawa<br />

Wohnort: Wola Uhruska bei Wlodawa<br />

Beschäftigung: Rentnerin<br />

Ausbildung: vier Vo1ksschu1 kl assen<br />

Vorstrafen für falsche Aussagen: keine<br />

Verhältnis zu den Parteien: fremd<br />

'^y.^->^/i^^ f-A/M/fWir Us/^fAK^'^<br />

óUP


2 -<br />

7U- 7<br />

Während der deutschen Besatzungszeit wohnte ich bei mei­<br />

nen Eltern im Dorfe Osowa bei Wlodawa, denn mein Mann<br />

Otton war zu dieser Zeit in einem Gefangene<strong>nl</strong>ager im Ge­<br />

biet von Deutschland. An das Datum erinnere ich mich<br />

nicht, aber es war Ende 1940 oder Anfang 1941, als im<br />

Dorfe Osowa ein Lager für Juden eingerichtet wurde, die<br />

man beim Ausheben von Meliorationsgräben beschäftigte.<br />

In diesem Lager waren junge Männer und Frauen. Man hatte<br />

die Juden zunächst in der Schule untergebracht und später<br />

in Baracken. Ich erinnere mich nicht, wieviele Baracken<br />

w W es waren. Ich behaupte jedoch, es waren mehrere, die man<br />

mit Stacheldraht eingezäunt hatte. Lagerkommandant war<br />

ein uniformierter Deutscher mit dem Namen KLIM, der vier<br />

SS-Leute zur Hilfe hatte. Sie trugen alle schwarze Uni­<br />

formen. Nach einigen Monaten ging KLIM fort, und es kam<br />

ein anderer Kommandant, dessen Namen ich nicht kenne, und<br />

der eine strenge Ordnung einführte und den Juden nicht<br />

gestattete, das Lager beliebig zu verlassen. Dieser Komman­<br />

dant quälte die Juden, denn er schlug sie, und manchmal<br />

traf so etwas auch Polen. Osowa liegt etwa fünf Kilometer<br />

von Sobibor entfernt.<br />

^ 1 ^ Das Lager in Sobibor wurde in den Jahren 1941 - 1942<br />

eingerichtet, und gebaut haben es Juden. Es wurden meh­<br />

rere Holzbaracken gebaut, und das Lagergelände wurde mit<br />

einem drei Meter hohen Stacheldraht eingezäunt. Den Bau<br />

des Lagers beaufsichtigten uniformierte Deutsche. Ent­<br />

lang der Stacheldrähte war ein Minenfeld, und auf der Höhe<br />

der Bahnstation Sobibor war ein Zaun aus hohen Pfählen<br />

aufgestel 1 t,der die Sicht aufs Lagergel änd£__versj)errte .<br />

Nach Einrichtung des Lagers in Sobibor wurden die Juden<br />

- 3 -


3 -<br />

aus Osowa, etwa 200 Personen an der Zahl, nach Sobibor<br />

transportiert. Auch die Lagermannschaft aus Osowa ging<br />

nach Sobibor.<br />

V/'^^c/^ /-tri' /"/i/W/Wc- ^^/i'/r/i./^^-^^<br />

dl<br />

Ich ging oft nach Sobibor, denn als Tochter des Waldauf­<br />

sehers arbeitete ich im Wald bei den Setzpflanzen, wobei<br />

ich zusammen mit anderen die Arbeitsgeräte bei der<br />

Försterei holte. Man hatte, noch bevor das Lager gebaut<br />

wurde, Menschen nach Sobibor gebracht. Diese Menschen<br />

&ind angeblich von Deutschen ermordet und die Leichen in<br />

Gruben vergraben worden. Ich habe verschiedene Bahntrans­<br />

porte von Menschen gesehen, die auf das Lagergelände<br />

fuhren. Die Transporte setzten sich aus Güterwaggons zu­<br />

sammen. Ich habe keine Personenwaggons gesehen. Aus Ge­<br />

sprächen mit dem Bruder meines Mannes Bogdas GRODZICKI,<br />

er lebt nicht mehr, erfuhr ich, auf der Bahnstation Wola<br />

Uhruska hätte es einen Transport von Juden, die in Per­<br />

sonenwaggons nach Sobibor fuhren, gegeben. Sie waren sehr<br />

erschöpft, denn sie kamen angeblich aus Deutschland und<br />

anderen Ländern. Sie behaupteten, sie führen, um in einer<br />

Knopffabrik zu arbeiten.<br />

^^A.Do yo.r^ ^^/^/ 3


«W<br />

- 4 -<br />

später verbrannt. Die verbrennenden Leichen gaben einen<br />

ungeheuren Gestank ab, der sich um das Lager herum ver­<br />

breitete. Mein Vater Jozef, der während der deutschen<br />

Besatzungszeit Waldaufseher war, erzählte zu Hause, er<br />

/u<br />

hätte, als er am Lager vorbeiging, einen Stapel brennen­<br />

der menschlicher Leichen gesehen.<br />

Ins Dorf Osowa kamen _^Wachmänner vom Lagerdienst in<br />

Sobibor und nahmen manchmal am dörflichen Tanzvergnügen<br />

teil. Sie waren es, di e _e^rzä_hUen, auf welche Weise den<br />

Menschen in den Gaskammern das Leben genommen wurde. Sie<br />

sagten aber nicht, wie und welches Gas dort hineingelei­<br />

tet wurde .<br />

"sap. y^-^-^ ^>> ^''-^<br />

Im Augenblick fallen mir die Namen KRUPKA und PADESA und<br />

der Vorname Emil ein. Sie arbeiteten als Wachmänner auf<br />

dem Gelände des Lagers Sobibor. Ich erinnere mich auch<br />

an den Namen WAGNER. Ich kann mich aber nicht erinnern, ob<br />

es sich um einen Deutschen aus dem Lager Sobibor oder<br />

eventuell aus Osowa handelte. Mit dem Namen WAGNER verbin­<br />

de ich gedanklich einen Mann, der ziemlich groß und<br />

schlank war und dunkelblonde Haare hatte. Ich bin gegen­<br />

wärtig, nach Verlauf von so vielen Jahren, n,i_cht J." ^^.^<br />

Lage, irgend jemanden sowohl vom Lagerdienst^ausSobibor<br />

aU auch aus Osowa zu erkennen. Außer mit Bahntranspor­<br />

ten wurden die Juden ausser naheji_Urn£ebjjing auch mit<br />

Fuhrwerken nach Sobibor gebracht. Man trieb sie sogar<br />

zu Fuß, so z. B. aus dem Lager in Krychowo, wo die Juden<br />

beim Graben von Meliorationsgräben arbeiteten. Ich weiß,<br />

daß in Sobibor sehr viele Menschen umgekommen sind, wie­<br />

viele aber, das kann ich nicht sagen. Zur Sommerzeit im<br />

Jahre 1943 kam mein Mann aus Deutschland in Urlaub. Da<br />

er nicht zurückgehen wollte, hielt er sich in den<br />

- 5 -


• •<br />

• •<br />

umliegenden Dörfern versteckt, mit ihm auch ich, wobei<br />

wir im Dorfe Kosyn wohnen blieben. Ich habe gehört, daß<br />

es in Sobibor einen Aufstand gegeben hat, und daß das<br />

Lager liquidiert wurde, mir sind aber keine Einzelheiten<br />

bekannt.<br />

Das ist alles, was mir in dieser Sache bekannt ist.<br />

Damit wurde das Protokoll beendet und nach Vorlesen<br />

unterschrieben.<br />

Es vernahm:<br />

(-) J. PAKULA<br />

Es protokollierte<br />

(-) H. KONARSKA<br />

Es sagte aus:<br />

(-) Katarzyna GRODZICKA<br />

L. S. Zwei runde Dienstsiegel mit Adler als Staatswappen<br />

und Inschrift: Bezirkskommission zur Untersuchung<br />

von NS-Verbrechen in Lublin.<br />

ie Übereinstimmung vorstehender Übersetzung mit dem<br />

ir in polnischer Sprache vorliegenden Protokoll wird<br />

iermit bestätigt. '<br />

Ascheb Juli 1984<br />

jU^vy^t ^c<br />

. •' > 1


Beglaubigte Übersetzung<br />

BEZIRKSKOMMISSION ZUR UNTERSUCHUNG VON NS-VERBRECHEN<br />

IN LUBLIN<br />

Akt.-Z.: OKL/Ds. 1/67<br />

PROTOKOLL ÜBER ZEUGENVERNEHMUNG y<br />

7 to<br />

Am 3. November 1978 vernahm in Lublin Mag. Jozef PAKULA,<br />

Richter am Bezirksgericht, abgeordnet zur Bezirkskommission<br />

zur Untersuchung von NS-Verbrechen in Lublin, tätig auf­<br />

grund des Art. 4 des Dekrets vom 10.11.1945, Dz. U. Nr. 51,<br />

Pos. 293 und Art. 129 StPO, mit Teilnahme der Protokoll­<br />

führerin Alina GALAN, den Untengenannten als Zeugen.<br />

Der Zeuge wurde über eine strafrechtliche Verantwortung<br />

für falsche Aussagen belehrt, wonach der Zeuge mit eigen­<br />

händiger Unterschrift bestätigt, über diese Verant­<br />

wortung (Art. 172 StPO) belehrt worden zu sein.<br />

Danach erklärte der Zeuge wie folgt:<br />

Vor- und Zuname: Jozef HORSZCZARUK<br />

Unterschrift des Zeugen:<br />

(-) Jozef HORSZCZARUK<br />

Vornamen der Eltern: Pawel, Jadwiga geb. LAGODA<br />

Geburtsdatum und -ort: 12. März 1927, Orchowek bei Wlodawa<br />

Wohnort: Wlodawa, Kochanowskiego Str. 14<br />

Beschäftigung: Landwirt<br />

Ausbildung: vier Volksschulkl assen<br />

Vorstrafen für falsche Aussagen: keine<br />

Verhältnis zu den Parteien: fremd<br />

- 2


- 2<br />

lii<br />

Während der deutschen Besatzungszeit wohnte ich im Dorfe<br />

Orchowek bei Wlodawa und war als Lagerarbeiter der<br />

Firma Quebracho-Warszawa auf der Bahnstation Wlodawa<br />

beschäftigt. Zu meinen Aufgaben als Lagerarbeiter ge­<br />

hörte es, Eichenspalthölzer anzunehmen und sie zur<br />

Firma nach Warszawa zu schicken. Ich war jeden Tag bei<br />

der Arbeit. Die Station Sobibor liegt neun Kilometer von<br />

der Station Wlodawa entfernt. In Sobibor hatten die<br />

Deutschen neben der Bahnstation ein Vernichtungslager für<br />

Juden gebaut. Wie ich mich erinnere, hatten sie mit dem<br />

Bau 1940 begonnen und ihn 1941 beendet. Nacii der Beendi­<br />

gung des Baus wurde sofort damit begonnen, polnische und<br />

ausländische Juden dorthin zu transportieren. Wie ich mich<br />

erinnere, war der erste Transport ein Transport von Juden<br />

aus Wien. Das Lager war damals noch nicht fertig, und<br />

man brachte diese Juden zusammen mit örtlichen Juden<br />

irgendwo in Wlodawa unter. Dieses fand im Herbst 1941<br />

statt. Kurze Zeit danach, es kann Anfang 1942 gewesen sein,<br />

wurden diese Juden aus Wien zusammen mit einem Teil von<br />

Juden aus Wlodawa in das Lager Sobibor gebracht. Daß es<br />

Juden aus Wien waren, erfuhr ich von Leuten und von den<br />

Juden selbst. Es waren gut gekleidete und gut genährte<br />

Juden, die man mit Personenwaggons nach Wlodawa gebracht<br />

hatte. Sie gingen ohne Eskorte ins Getto und unterhielten<br />

sich unterwegs mit Leuten, denen sie begegneten. Ins<br />

Lager Sobibor wurden sie bereits in GUterwaggons ge­<br />

bracht. Man schickte insgesamt drei Jransporte ab. In je­<br />

dem Transport konnten etwa 30 Waggons gewesen sein. Wie­<br />

viele Personen in jedem Transport weggebracht wurden,<br />

weiß ich nicht.<br />

Die Station Wlodawa war die letzte Bahnstation vor dem<br />

Bug, denn der Fluß Bug bildete damals die Grenze<br />

t^ySX^ef^AOfy^ Ul- ^<br />

SiADO'<br />

^^A/<br />

/^-A/^/^ "^ ""• ,• -TT<br />

-F^£-^':^i<br />

/


3 -<br />

zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Andere Bahn­<br />

transporte, außer den oben erwähnten, mit denen die<br />

Juden nach Sobibor gebracht wurden, habe ich nicht gesehen<br />

Die noch im Getto Wlodawa verbliebenen Juden wurden im<br />

^ IL<br />

Herbst 1942 von den Deutschen zur Bahnstation Wlodawa ge­<br />

trieben. Man lud Frauen und Kinder in Waggons und brachte<br />

sie nach Sobibor. Die Männer dagegen, die in den Waggons<br />

nicht mehr Platz hatten, wurden auf der Bahnstation er­<br />

schossen. Man hat damals 159 Männer ermordet. Woher die<br />

Deutschen stammten, die diesen Mord begangen haben, weiß<br />

ich nicht. Ich weiß, daß sie Uniformen von solcher Far­<br />

be trugen, wie sie die Wehrmacht hatte, und auf den Mützen<br />

hatten sie Totenköpfe. Die Leichen der ermordeten Juden<br />

wurden in einem Gemeinschaftsgrab am Ort des Mordes ver­<br />

graben. Getan haben dieses Polen auf Anordnung der<br />

Deutschen. Es gab einen Mann, einen Juden, der unter den<br />

zu Ermordenden war und am Leben geblieben ist. denn für<br />

die Exekution hatte man 160 Männer herausgesucht. Er stammte<br />

angeblich aus Lublin. Ich weiß aber nicht,wie er hieß.<br />

Das Begraben der Leichen fand zur Abendzeit statt, nach­<br />

dem die Deutschen die Station verlassen hatten. Der am<br />

Leben gebliebene Jude wurde von den Polen in den Wald ge­<br />

schickt, und ich weiß nicht, was mit ihm weiter geschehen<br />

i St.<br />

Was das Lager Sobibor angeht, so weiß ich aus__Erzähl ungen,<br />

daß zu Beginn seines Bestehens die ermordeten Juden in<br />

Gruben vergraben und später auf Holzstößen verbrannt<br />

wurden. Die brennenden Leichen gaben einen unangenehmen<br />

Geruch ab, der sich in der ganzen Umgebung verbreitete,<br />

wobei das Feuer, vor allem in der Nacht, sogar im Dorfe<br />

4 -<br />

" ^


- 4 -<br />

Orchowek zu sehen war. Ich weiß nicht, wieviele Juden<br />

in diesem Lager umgekommen sind. Ich habe von Leuten<br />

gehört, nach Antransport von Juden aus den Gebieten<br />

der Sowjetunion hätten diese einen Aufstand organisiert,<br />

bei dem einige Deutsche von der Lagermannschaft und<br />

einige -zig Juden umgekommen sind. Während des Aufstandes<br />

wurde die Lagerumzäunung an zwei Stellen durchbrochen,<br />

wo die Juden herauskamen. Eine große Anzahl von Juden hat<br />

durch diese Durchgänge das Lager verlassen. Ich weiß nicht,<br />

was mit ihnen nach Verlassen des Lagers geschehen ist.<br />

Nach diesem Aufstand hörte das Lager auf zu existieren.<br />

Von der Lagermannschaft kenne ich die Namen RYL und MAOR,<br />

es waren im deutschen Dienst stehende Ukrainer, und sie<br />

gehörten zur SS. Andere Namen habe ich nicht gehört. Den<br />

Namen WAGNER kenne ich nicht.<br />

Das ist alles, was mir in dieser Sache bekannt ist. •<br />

Damit wurde das Protokoll verlesen und unterschrieben.<br />

Es vernahm:<br />

(-) J. PAKULA<br />

Es protokol1i erte:<br />

(-) A. GALAN<br />

Es sagte aus:<br />

{-) J. HORSZCZARUK<br />

L. S. Zwei runde Dienstsiegel mit Adler als Staatswappen<br />

und Inschrift: Bezirkskommission zur Untersuchung<br />

von NS-Verbrechen in Lublin.<br />

Die Übereinstimmung vorstehender Übersetzung mit dem<br />

mir in polnischer Sprache vorliegenden Protoko.ll wird,<br />

hiermit bestätigt.<br />

Asche Juli 1981^<br />

Vom Oberlandesgericht Hamm zur<br />

Bescheinigung der Richtigkeit und<br />

Vollständigkeit von Übersetzungen<br />

ermächtigte Dolmetscherin<br />

'/


p<br />

s<br />

o<br />

r


0%,<br />

^<br />

<<br />

c^<br />

Übersetzung aus der polnischen Sprache<br />

/staat8emblem/<br />

.Tuatizminiaterluia<br />

EeuptkomBission Z\XT Untersuchung<br />

der I.'S-Verbrechen in Polen<br />

rgb.:;r.: Zh. l/&n/ü/6/72/zi:o.<br />

Warschau, den 8.711,1975<br />

Al. Ujazdowski* 11<br />

Landgericht Hamburg<br />

ochwurgcricht<br />

Hehr geehrter Herr Vorsitzender!<br />

2 Hamburg ^6<br />

ricvokingpiatz 3<br />

la Anschluü an nein Schreiben vom 2. Juni ^^T5, Nr. on 8/6/72<br />

Kpp 26/73 und ia Zusammenhang mit Ihren Schreiben vo» 26.Ja­<br />

nuar 1973, ITr. (50) 8/72, übersende ich Ihnen weittäres B«-<br />

weisnaterial, auf Cruna deesen sich Eeglcitumstände der<br />

"iorde an Polen, Juden und russischen Kriegsgefangenen<br />

in Polczjn bei Travniki, im Vernichtungslager in wO-<br />

bibor und ' lodava ergeben, begangen in den Jahren<br />

1941 - 1943 von Funktionären der SS, des 5D, der Gendarmerie<br />

und der Gestapo.<br />

Ich Übermittle Ihnen hiermit Ver­<br />

nehmungsprotokolle nachstehender Zeugen»<br />

1. Jan Ilrzovski<br />

2. Joiof Tzialakiewics<br />

3. Antoni Kuczewski<br />

4. Feliks Fijalkovski<br />

5. Jozef K«drak - 2 Protokolle<br />

6. Tadeusz Bednarczj^k<br />

7. Jan Fiwonski<br />

Außerdem übersende ich Ihnen eine Skizze des La­<br />

gers in Sobibor mit dazugehöriger Legende und ein<br />

Protokoll über die Ortsbeaichtigun^ der Massen­<br />

gräber ia v/alde- D^browa bei rrawniki.<br />

Ich bitte, mich zu gegebener Zeit über die Verwendung<br />

des übersandten Materials zu benachrichtigen.<br />

A<strong>nl</strong>. noohaohtungsvoll<br />

Der Direktor<br />

ges. Unterschrift<br />

Frof.Dr. Cs.Piliohovskl<br />

^ 0 [>


ÜTDeroetzung aus der polnischen Sprache<br />

Bezirkskommiaaion zur Untersuchung von NS-Verbrechen<br />

in Lublin<br />

Aktenzeichen! OKL/D8.13/73<br />

Zeugonvemehmungaprotokoll<br />

Am 7. August 1974 hat in Lublin Mieczyalaw Kowalski - Richter<br />

beim Kreiagericht in Lublin, Abgeordnet zur Bezirkakommiasion<br />

für die Untersuchung von NS-Verbreohen in Lublin, handelnd<br />

gemäß Artikel 4 dea Dekrete vom lo.XI.i945, Oeaetzblatt Nr. 51,<br />

POB. 293 und Artikel 129 der Strafprozeßordnung (k.p.k.),<br />

unter Mitwirkung der Protokollführerin Eadoslawa Jakubiak,<br />

den nachatehend Genannten ala Zeugei^emommen.<br />

Der Zeuge wurde über seine strafrechtliche Verantwortlichkeit<br />

bei falacher Auaaage belehrt, worauf der Zeuge durch eigen­<br />

händig vollzogene Unterachrift bestätigt, über dieae aeine<br />

Verantwortlichkeit belehrt worden zu sein (Artikel 172 der<br />

Strafprozeßordnung).<br />

/-/ Jan Erzowakl<br />

/Unterschrift des Zeugen/<br />

Anaohließend sagte der Zeuge wie folgt auat<br />

Vor- und Zuname 1 Jan Krzowaki<br />

Vornamen der Eltern t Jozef und Prakaede geb. Stefaniuk<br />

Geburtsdatum u. -Ort 1 6. März I916, Zlobek &eia Wlodawa<br />

Wohnort 1 Wlodawa, Miokiewicza 6<br />

Beruf I Angeatellter<br />

Schulbildung i Mittlere, allgemein<br />

Vorstrafen wegen Falachaussage1 nicht vorbestraft<br />

Verhältnia zu den Parteien i nicht verwandt, nicht veraohwägert<br />

Ich stamme aus dem Dorf Zlobek Duzy, etwa drei Kilometer von<br />

Sobibor entfernt, einem Ort, in welchem die Deutaohen im März<br />

1942 mit dem Bau eines Lagers begonnen hatten. Ab 6, Oktober<br />

1959 wohnte ich weiterhin in dieaer Ortschaft Zlobek Duzy.<br />

Ich arbeitete ala Waldarbeiter dort in der Oberföraterei Sobibor.<br />

In der Oberföraterei Sobibor arbeitete ich bis Ende I94O.<br />

Anaohließend arbeitete ich ala Bahnarbeiter auf der Station in


- 2 -<br />

Sobibor bis Ende 1942. Von der Station Sobibor vmrde ich An­<br />

fang 1943 zur Hachbaratation Bug-Wlodawa versetzt, wo ich<br />

den Posten eines Weichenstellers bekleidete, dort arbeitete<br />

ich bis zvok 2o. Juli 1944. la ZusaBmenhang mit meiner Arbeit<br />

bei der Eisenbahn marschierte ich täglich zu Fuß von der Ort­<br />

schaft Zlobek Duzy zur Ortschaft Sobibor. Nachdem ich zur<br />

Ortschaft Bug-Wlodawa verlegt worden war, ging ich Jeden zwei­<br />

ten Tag denselben Weg über die Ortschaft Sobibor bis zua Zug,<br />

alt welchen ich von der Station Sobibor zur Station Bug-Wlodawa<br />

fuhr, und nach der Arbeit benutzte ich den gleichen Weg, um<br />

nach Hause zu gelangen.<br />

Im Monat Juli 1942 sah ich den Ausbau des Lagers in Sobibor.<br />

Das Oelände wurde umzäunt, so dann durch Staeheldraht abge­<br />

sichert, man errichtete irgendwelche Gebäude, hierbei arbeiteten<br />

die Einwohner der Ortschaft Wlodawa. Rings um das Lager wurden<br />

Beobachtungstürme errichtet, und zwar von der Waldeeite aua<br />

gesehen* Es wurden dort Gruben ausgehoben uni Bäume gerodet*<br />

Sohon damals bewachten die Deutschen das ganze Gelände, welohes<br />

diirch das Lager eingenommen war. Diese Deutschen hatten an<br />

den Mützen Totenkopf-Abzeichen, es halfen ihnen Wlasow-Ange-<br />

hörige, die schwarze Uniformen trugen. Im September 1942<br />

wurde ein Gebäude errichtet, in welchem - wie ich später erfuhr -<br />

das Krematorium untergebracht war. Ich erinnere mich daran,<br />

daß der erste Transport von Juden aua Wien nach Sobibor im<br />

Pullmannwagen 1. Klasse angekommen war, jedoch infolge Fehlens<br />

einer ordnungsgemäßen Organisation innerhalb des Lagars in<br />

Sobibor wurde dieser Transport nach Wlodawa weggeschickt,<br />

und diese Juden wohnten in Wlodawa. Danach kamen die nächsten<br />

Transporte systematisch in das Lager Sobibor, darunter waren<br />

Juden aus Polen, Belgien, Holland, der Tschechoslowakei,<br />

Österreich, Deutschland und Prankreich. In Jedem dieser Trans­<br />

porte kamen etwa 2.000/3.000 Juden an. Meine Kollegen, von<br />

Beruf Eisenbahner, haben ca. 106 solcher Transporte bis zum<br />

Ende des Bestehens des Lagers in Sobibor gezählt, das ist etwa<br />

bis November 1943. tlberdies wurden von den Deutschen und den<br />

Angehörigen der Wlasow-Einheiten in das Lager Sobibor auch<br />

noch Juden aus dem Bereiche des Kreises Wlodawa, de« Ereieea<br />

Chelm und aus der Ortschaft Wlodawa selbst getrieben.<br />

^^^/i


- 3 -<br />

Die Transporte mit den Juden wurden, nachdem ale durch das<br />

Lagertor gefahren waren, aufgeteilt in Gruppen, bestehend aus<br />

Frauen, Kindern und Männern. Nackt ausgezogen, trieb man sie<br />

in die Badeanstalt innerhalb des Lagerbereiches in Gruppen.<br />

Dies habe ich von der Mühle aus gesehen, die in einer Entfernung<br />

von ca« 150 a von der Lagerumzäunung stand. Mehr konnte loh<br />

nicht sehen, denn es fielen Schüsse, ich weiß aber nicht, aus<br />

welchem Grunde und in welcher Richtung diese Schüsse abgegben<br />

worden sind« Ich welB aus den Erzählungen der Wlasov-Leute,<br />

die In deutschen Diensten standen, da£ im Lager Soblbor die<br />

Juden unmittelbar in die Badeanstalt getrieben wurden, wo man<br />

sie mit Wasser übergoB, und anschlle£end wurden sie ca. eine<br />

halbe Stunde lang mit Irgend einem Gas erstickt. AnschlleBend<br />

ging der Fußboden in dieser Badeanstalt automatisch naoh unten,<br />

und die Körper der von Gas Vergifteten fielen naoh unten.<br />

Und auf diese Welse wurde eine neue Gruppe von Mensohcn wieder<br />

hineingetrieben, und der laufende Zustroa an Juden in die<br />

Oaskammer wvirde solcherart aufrechterhalten. Von den gleichen<br />

Vlasow-Leuten welfi loh, daß man die Juden zuerst alt Blei­<br />

oxyd, welches aus einem Verbrennungsmotor stamate, erstickte*<br />

Die Arbelt dieses Motors dämpfte glelohzeltlg und übertönte<br />

die Schreie der geaordeten Juden. Die Arbeitsveisc dieser<br />

Badecuistalt und der Gaskammer wurde vervollkommnet, und es<br />

wurden dort immer mehr Menschen vernichtet, man hörte das Schrei­<br />

en der Menschen trotx der Geräusche des laufenden Motors. JJm<br />

die Schreie der gemordeten Menschen völlig zu übertönen,<br />

schafften sich die Deutschen eine Oänsesohar von etwa 200 Stück<br />

Gänsen an, und wenn die Oaakaaaer arbeitete, hetsten die<br />

Deutschen die Gänse alt Hunden, und das Gänsegeschnatter däapfte<br />

das Gesohrel der in der Gaskamaer gemordeten Mensohan. Der<br />

Hund, alt welchem die Deutschen die Gänse hetsten, war wahr­<br />

schei<strong>nl</strong>ich ein Bernhardiner, denn es war dies ein groBer Hund.<br />

Während der Transporte wurde ein Teil der Menschen abgetrennt,<br />

man brachte sie In kleinere Lager, und zwar in die Ortschaften<br />

Ossowa, Luta und Krychow. Die dort hingebrachten Juden arbei­<br />

teten zuerst bei Meliorationsarbeiten und anderen schweren<br />

Tagesarbeiten, bei denen sie massenweise aus Hunger und Er-


- 4 -<br />

Schöpfung umkamen. An Ihre Stelle kamen dann neue Juden. Ein<br />

Teil dieser Häftlinge, die aus dem Lager Sobihor nach Oa»owa,<br />

Krychow und Luta gebracht 'vurden, aind an Ort und Stelle durch<br />

Erschießen ermordet worden. Ich war Axigenzeuge folgenden Ge-<br />

achehenai 2a kann in Sommer 1942 wohl gewesen sein, als ich am<br />

Bahixgleia in der Nähe des Lagers Sohihor arbeitete, ala einer<br />

der 'Vlasow-Leute, der '/achter dieses Lagerstreifens an den<br />

Gleisen außerhalb des Lagers war, zu mir sagte, "Geh und schau<br />

mal, was die Deutschen dort im Lager, dem sogenannten Spital,<br />

machen". Ich ging näher an das Lager heran, und auf der Höhe<br />

der Bahngleise, wo ich auch arbeitete, hatte ich den besten<br />

Einblick ins Lager, sah loh, wie zuerst ein Deutscher au dem<br />

eingetroffenen Transport der Juden sprach, wobei er sagte,<br />

sobald die Deutschen gesiegt haben wurden, dann würde es para­<br />

diesisch und sehr gut auf dieser Welt sein, und vorerst könnten<br />

die Juden-Häftlinge es sich aussuchen, in welches Nebe<strong>nl</strong>ager<br />

sie xur physischen Arbeit fahren wollten. Die Nebe<strong>nl</strong>ager waren<br />

diejenigen, die ich erwähnt hatte. Die kranken Juden und die<br />

Körperbehinderten sollten sich für das Lager-Spltal in Soblbor<br />

melden. Im Bereiche des Lagers Soblbor gab es aber überhaupt<br />

kein Spital, es gab dort nur eine ausgehobene Grube, ca. 2oo m<br />

In nördlicher Richtung von der Stelle entfernt, wo diese Ver­<br />

sammlung der Juden eben atattgef\inden hatte. Daraufhin kam<br />

ein Pferdewagen vorgefahren, den Wagen bestlegen lo bis 15<br />

I5<br />

In sohwar«er Uniform, die ich weder dem Vornamen und Nachnamen<br />

kranke Juden, und die Fuhre fuhr lu dieser Grube. An dieser<br />

Grube befahl einer der Deutschen und einer der Wlasov-Leute<br />

njxoh nicht kenne, daß die kranken Juden sich ausziehen sollten,<br />

vorauf sie von ihnen auf der Stelle erschossen wurden, und<br />

zwar auf diese Art und Welse, daß sie sie der Reihe nach an<br />

der Grube aufstellten, in welche sie nach der ErsohleBtmg<br />

sofort hineinfielen. Ich hörte aus Gesprächen mit den Wlaeow-<br />

Leuten, daß im Bereiche des Lagers Soblbor Mensohe<strong>nl</strong>elohen<br />

verbrannt wurden, und zwar auf Verbrennungsstätten, die ge­<br />

bildet wurden aus Auto-Untergestellen oder Eisenbahnschienen,<br />

Für die Verbrennung der Leichen benutzte man Wurzelstubben<br />

und Holz, und auf so eine« Stapel, bestehend aus geschlohteten


- 5 - 4 P<br />

Leichen waé Holz, erfolgte die Verbrennung, wobei man den<br />

Stapel mit Irgend einer Flüssigkeit Ubergofi, daailt die Leiohen<br />

besser verbrannten.<br />

loh kannte keinen, weder dem Vor- noch Familiennamen nach<br />

von der Belegschaft des Lagers Sobibor, weder von den Deutschen<br />

nooh von den Wlasow-Angehörigen. Würde man mir jedoch einige<br />

der Wärter zeigen, vielleicht würde ich sie noch wiederer­<br />

kennen, denn ich habe sie immer flüchtig gesehen. Die mir ge­<br />

zeigte Skizze von dem Lager in Sobibor erkenne ioh., und ich<br />

finde mich zuBoht, obwohl sie in deutscher Sprache gefertigt<br />

ist. Die deutsche Sprache beherrsche ioh soweit, daß ich mich<br />

verständigen kann. Die Skizze stellt tats&chlich den Lagerbe­<br />

reich dar. Wenn ich zur Arbeit naoh Sobibor ging, oder von d«r<br />

Arbeit zurückkehrte, oder auch zur Eisenbahnstation Bug-Wlodawa,<br />

dann umging ich dieees Lager von der Nordseite her. Mein<br />

Kollege hingegen, Weichensteller bei der polnischen Staats­<br />

eisenbahn )PKP), Jan Piwonski, ging zur Arbeit naoh Sobibor<br />

von seinem Hause aus in Zlobek Maly über den kleinen Weg, ähn­<br />

lich wie auch loh, jedoch \imging er das Lager von der Südseite<br />

her. Auf der mir gezeigten Skizze stimmt alles mit dem Überein,<br />

was ioh im Oelände von Sobibor gesehen habe, mit Ausnahme der<br />

sogenannten Todesstraflei diese führte nicht durch die Mitte<br />

des Feldes III und IV des Lagers in Sobibor, sondern an der<br />

Abgrenzung der westlichen Seite der Felder III und IV des<br />

Lagers zum Krematorium. Der Oleisabsch<strong>nl</strong>tt, auf dem ioh gear­<br />

beitet habe, umfaßte die eigentliche Station Sobibor und das<br />

Bahngleis auf der Strecke von Sobibor bis zur Station Bug-<br />

Wlodawa. Dieses Gleis verlief in einer Entfernung von 3/4 m<br />

von der Stacheldrahtumzäunung, welche das ganze Lager umgab.<br />

Ioh erinnere mich daran, daß zum Bau des Lagers in Sobibor<br />

von den Deutschen ca« 3oc Juden aus Wlodawa zusammengetrieben<br />

worden sind. Die Juden sägten den Wald ab, teilweise auf der<br />

gegenüberliegenden Seite der Station Sobibor, und bereiteten<br />

einen Plat« vor, wo später das Lager stand, oder riohtlger,<br />

ein Teil des Lagers, der auf der vorgezeigten Skisse als Lager III<br />

bezeichnet ist. Mein täglicher Weg zur Arbelt führte über den<br />

Waldpfad durch das Terrain, das später von den Juden als das<br />

erwähnte Lager III vorbereitet wurde. Die Arbelt der Juden auf<br />

-6


- 6 -<br />

dem Terrain, auf welchem dann das Lager entstand, leiteten<br />

uniformierte und bewaffnete Deutsohe, welche auehf den Ärmeln<br />

die Buchataben SD trugen. Nach der lÄizäunung des Lagerterralna<br />

mit Draht mied ich den fnrtiheren Pfad und das Gelände des Lagers,<br />

welches von vom und von der Station sowie Eisenbahngleisen<br />

abgedichtet war mit Zweigen, die zwischen die Drähte gesteckt<br />

worden waren über eine Strecke von ca. 2oo m. Senkrecht zu<br />

diesen Gleisen von der Südseite des Lagers her auf einer Strecke<br />

von ca* 3oo m waren ebenfalls Zweige in die Itezäxmung einge­<br />

flochten. Der restliche Teil des Lagers war nicht auf diese<br />

Welse durch Zweige abgesohiint, denn dort war er von einem<br />

Kiefernwald imgeben. Von der Kordseite her gesehen, wo auch ich<br />

den Pfad durch den Wald zur Arbeit benutzte, war dieser Wald<br />

etwas lichter und durchsohel<strong>nl</strong>g. Deshalb konnte Ich auch die<br />

Erdaushebungen in einer Länge bis zu loo m sehen. An dieser<br />

Stelle errichteten die Deutschen Holzbaracken, derer es etwa<br />

acht gewesen sein können. Aufierdem benutzten die Deutschen<br />

das Holzgebäude der OberfOrsterei und das Forathaus, in wel­<br />

chem der Lagerkommandant selbst wohnen sollte. Ich habe keinen<br />

der Lagerkommandanten dam Vor- und Familiennamen nach gekannt<br />

und bin mit Ihnen nie zusammengetroffen. loh erinnere mich<br />

daran sehr gut, gesehen zu haben, da£ das Lager von den soge­<br />

nannten "Schwarzen" bewacht wurde, sie trugen nämlich schwarze<br />

ü<strong>nl</strong>foxiBen, und allgemein nannte man sie die "Vlasows". Das<br />

Lager wurde von vier Holztürmen aus von der Waldselt« bewacht.<br />

Auf den Waohtürmen und an der Lager-AuBenselte hielten die<br />

Wlasows in schwarzen Uniformen dl« Wache. Sie waren mit Schuß­<br />

waffen ausgerüstet und hatten außerdem noch Reflektoren«<br />

Innerhalb der doppelten Lagerumzäunung aus Stachcldraht - dvr<br />

Abstand hier betrug ca. 1 l/2 m - waren Minen versteckt.<br />

Hiervon w«i£ ich d«8halb, well bei der Auflösung des Lagers<br />

in Sobibor im Herbst 1943 einer der Deutschen durch ein« ver­<br />

borgen« Mine zerrissen und getötet worden war. Izinerhalb des<br />

Lag«rs wurd« die Arbelt der ''Schwarzen" Wlasows von den<br />

Deutschen beaufsichtigt, die auch den ganzen Lag«rb«tri«b<br />

leiteten. Diese Fakten habe ich persö<strong>nl</strong>ich gesehen. Es gab<br />

Fälle, da£ während d«r Abw«s«nh«lt der Deutschen die Vlaaov«


- 7 -<br />

nit den Polen Geapräoha führten, und awar wenn wir auf den<br />

Glelaeu arbeiteten. Diese Unterhaltungen wurden gehela geführt.<br />

Dleae Vlaaows ersählten una, ale wären aowjetlaohe Krlegage-<br />

fangene, die aioh lur Mitarbeit alt den Deutschen bereit erklärt<br />

hätten. Ich seibat kannte die ruaaiaohe Sprache beaaer als die<br />

deutaohe und konnte mioh während der Oeapräohe der Wlaaowa*Leute<br />

mit una ^t Teratändigen* Die 'Vlaeows aagten, daß ea von Ihnen<br />

innerhalb dea Lagera in Soblbor etwa 2oo gäbe, Deutaehe selbst<br />

waren es nur oa. 3o. Dleae Deutachen trugen graugrüne Unifomen<br />

<strong>nl</strong>t SD-Abaolchen, und an den runden Mützen trugen sie Toten-<br />

köpf-Abselchen. Ina Lager kaaen oiltunter je drei Elaenbahn-<br />

Transporte tätlich, durehsohnittllch jeder bestehend aus ca.<br />

3o Waggona. Die Blaenbahnarbelter sagten mir, daB solohe Trans­<br />

porte auoh In der Hacht ankäaen, wieriel jedoch, das weiß ich<br />

nicht. Die aus dea Ausland im Lager Soblbor eintreffenden<br />

Juden kamen in Waggons 1. nasse, den sogenannten Pullaann-<br />

vagen. Die aus Polen ataaaenden Juden dagegen kaaen in daa<br />

Lager in Oüterwaggona. Ich erinnere aich daran, daß an einen<br />

gewiesen Zeitabseh<strong>nl</strong>tt - Ich erinnere aich nicht genau, wann<br />

f?as war - eine Pause in den Elaenbahn-Tranaporten entatanden<br />

war. Dleae Pauae wurde veruraaoht durch die Notwendigkeit, eine<br />

{rrößerv Anzalil von Leichen wegxuachaffen, die in den für die­<br />

sen Zweck achon früher vorbereiteten Gruben geaamaelt worden<br />

waren und wo, trotzdea oan auf die Leichen Chlorcalk geatreat<br />

hatte, ein furchtbarer Lelohengeatank entatanden war. Hier­<br />

über berichteten mir Wlasow-Leute, deren Naaen ich nicht kenne*<br />

Sodann kaaen erneut Transporte von Juden in das Lager von<br />

Soblbor, und in der üaigebung begaxm man den Geruch von ver-<br />

branntea Haar, verbrannten Körpern und Knochen su spüren.<br />

Dieser Gestank war sogar in Wlodawa, etwa B kn von Soblbor<br />

entfernt,Astsustellen. Ich erinnere aich daran, daß die<br />

Wlasows auf der Eisenbahn-Station in Soblbor in scharfer<br />

Pora die Reisenden aufriefen, sie aollten nicht aua den Uaggons,<br />

die In Richtung Bug-Wlodawa fuhren, auf das Terrain des Lagers<br />

In Soblbor hinausschauen. Ich habe auch einen aus dea Lager<br />

flüchtenden Juden gesshen, der aioh in Richtung der Oleis«<br />

unalttelbar auf mich su bewegte, 1ha wurde jedoch der Weg von<br />

einen "Schwarzen" abgeschnitten, der ihn in Höhe der Lager-


- 3 -<br />

drahte erschoß. Ein anderes Hal h&be Ich gesehen» wie eine<br />

nackte Pr&u aus den tmräunten Teil des Laders davo<strong>nl</strong>ief, he-<br />

zelchnet auf der nirrgezeigten Sklsze als Lager III, aber<br />

ein Deutocher holte sie ein, schlug sie <strong>nl</strong>t einer Peitsche<br />

und trieb sie zurück In den aiiï III "bezeichneten Tell des<br />

Lagers In Richtung Krematorium. Eines Tagen, als Ich zur Arbalt<br />

auf den Gleisen ging, sah Ich, vle Innerhalb de» Lagers ein<br />

deutsches Flugseug vo« Typ "Storch" landete. Dies soll vor dem<br />

Ausbruch eines Aufatandes im Lager stattgefunden haben. Illt<br />

diesem Flugzeug sollen deutsche Kontroll-Inspektoren einge­<br />

troffen sein, wahrend des Aufstandes ia Lager f.obibor war ich<br />

in Chdlm, und ich habe den Verlauf dieses Geschehens nicht<br />

gesehen. Eines Tages bin ich im Walde eines Juden begegnet»<br />

der mir erzählte, daB die deutschen im Lager Sobibor die Juden<br />

ia Krematorium morden, er wäre einer von denen, denen es ge­<br />

lungen sei, zu flüchten. Den Namen dieses Juden sowie die<br />

näheren Umstände seiner Flucht kenne ich nicht.<br />

'Sine gewisse Zeit nach dem Aufstand im Lager in Sobibor brach­<br />

ten die Deutschen eine Gruppe von Juden aus Treblinka nach<br />

Sobibor. iüt Hilfe diiaer Juden ^turde doxux caa Lager in<br />

Sobibor liquidiert. Die Gaskasuaem vurden in die Luft gesprengt,<br />

die Saracken ia Bereiche ces Lagers \mrdon ausainandergenoBmen»<br />

der üchutt aus der Gaskammer .^urde zum Teil abtransportiert<br />

\mä teilweise auch in der Erde vergraben. Dort, wo das Lager<br />

sich befunden hatte, vrurde der Boden umgepflügt, anschlieBend<br />

geeggt, und das Gold, welches aus dem Boden herausgepflügt<br />

worden war, wurde herausgesucht, und dann \mrde ein Kiefem-<br />

'aid gepflanzt. Auf dem Gelände des ehemailgcn Lagers befindet<br />

sich gegenwärtig ein Denkmal sowie ein Gedenkhügel , der aua<br />

der Asche der Opfer errichtet worden ist*<br />

Ich erinnere mloh daran, dafi einer der Mitglieder der Lager-<br />

Belegaohaft in Sobibor, ein Deutscher /ar alt des Kamen<br />

Sohaleta (Sobalota?). Er war ca. 17o am grofi, atva 4o Jahre<br />

alt, er hatte ein volles Gesicht, randlloh, er trug SS-<br />

U<strong>nl</strong>fora, oha« besondere Zeiohen» ich weiS loh, woh«r er<br />

staoate«<br />

a


- 9 -<br />

Andere Tor- und Kachna^en. Dien.tgrad-Be.eichnu^.n. D.tail.<br />

der L<strong>nl</strong>fornileruxig und bekleidet« Dlenat.teUui»«en - kenne<br />

ich nicht.<br />

:^ehp in dieser Angelegenheit veifl ich nicht.<br />

Dae Protokoll -.nurde alr vorgelesen, ich uat.rBohreib. e. al.<br />

ubereinstiamend alt aeiner Aussage. -<br />

Vernomen I Illeczyslaw Kowalaki<br />

Protokolliert! R. Jaktiblak<br />

Auageaagti Jan Kreoweki<br />

A.S./, Bexirkekonuaia.ion zur IMt.rwchua, der NS-7.rbrechea<br />

la Lublin<br />

/L,:;./I Bezlrkekonmiosl<br />

in Lublin<br />

on zur Untersuchung a^r KS-Verbrechen<br />

Oie öbereinstimrrung dieser Obersetzung mit der mir vorgslegtan<br />

Jrsdirift in poimscner 5practie beglaubige idi hiermit<br />

Hamburg, den _ 3. i 75<br />

Waiter Kudzielka<br />

vereidigter DciTsK.:'3."-J'^'-2^'»'<br />

der poinKC.--cn - --'-<br />

^.mbu«,26,J.n3lcrn.,^:0.iel.34ä5»<br />

4 o


i<br />

1.<br />

PROTOKÓt<br />

PRZESLU6HANIA SWIADKA<br />

.. iaiu<br />

r. o godi. y/ ^^<br />

r J^I^iia^,^^!:^/^^^^ e^^^^a^ , /S!s/^ ^^^^A^/f IM O<br />

dzialaj^c na mocy:<br />

1) art. 238 § 2 i 239 § 2 K.P.K.<br />

2) art. 237 § 1 K.P.K.<br />

8) polecenia Pod-Vice-Prokuratora Rejonu Prokuratury<br />

Sqdu -<br />

I ënia<br />

_ n<br />

19 r. NI<br />

wydanego na podstawie art. 238 § 1 (Prok.), 247 § 2 (SG) K.P.K. zachowuj^c formalnoéci<br />

vyniienione w srt. 227, 229 — 234 K.P.K.<br />

przy udziale protokólanta<br />

prxesJuchslem niiej wymienion/?^^ cfaartktarze swiadka, który (a) po uprzedzeniu o:<br />

•) prawie odmovy xein»n i przycxyn wymienionych v art. 101 K.P.K.<br />

b) treéci art. 103 K.P.K.<br />

s) odpoviedzialnoéci za nieprewdzive xe^nanie — zeznal co nast§pu]e:<br />

Nazwisko i imi§ .<br />

Imiona rodziców /i Py^^^S^ IIÉA<br />

Wiek<br />

Zajfcie ^éi''t'^ti'*±.<br />

Miejsce zamieszkania<br />

w<br />

^UL/^'T^^t^<br />

z d.<br />

J0AUi^y lyM^ ^^y^U JL^.<br />

^ y ' au^. au^. *>i^-^^ilJW fe^M^^ >»^*< y^^^.<br />

Af^/^i^j^


Na tym protokól zakonczono I prxed podpisaniem odczytano.<br />

Protokélovrii:<br />

'odpii éwiadka:<br />

•*••


-O<br />

O<br />

o<br />

1<br />

l/l<br />

r<br />

f


'PwRO fxjf^.lsn r n 1,11 i. ^•fin<br />

- 1 -<br />

^ • / - - ^<br />

U woondo 'MI fl • Dl ],";(>^ i 11,' - ,••, .oliilMii . ' i- IxMit; I' ? lioo oiid wns I'<br />

i.odii '•' Ik ben uit ^')'•lH . \'n bon i.u 5b.)RHi- oud. '' v.'ouudo in osfiu .<br />

• ,-m f!r>r- hn,endoii<br />

Mensen uit de dorpen Icwamen daar en bedreven handel met liun. /o<br />

brachten f^raar, landbouwi)ro(hikten en verkochte ze oj ruilden voor<br />

de materialen en anderen dln^ien die ze nodijj hadden. ''' n liaiidel<br />

bfidreven zeddanr./ow.is lio i, nn^v aan het J)ef;ln van de bezet titif^.<br />

n was \\'>r, oon jonf^on. 'h>o oud wa ''. Ik wari 1/j jaar oud. \v;inii er<br />

y.Hf, u v()')i' dn (.or-st,(> loMM hl- Icuip.Xk heb het f,ezien . Kerst '.'^K<br />

ik het nioi, omrla t er een omheinif^ was. Vlak bij het kamp een paar<br />

me tor vandaan , {^liif^ oen sjioorLijn lari^.s op het traject ChR.1im-\\'lodawa .<br />

Je kon niet veel / i.eii want aan die kant was alles met de planken<br />

betimmer(i. Tk ]irobeej'do door de boven raampjes in rte trein iets<br />

over die omheining'; heen to zien. Helaas kon je alleen de dakfcen -<br />

van liuisjes zien. Kr waren vool vfin die huisjes, /oveel kon je, i, „<br />

vanaf de trein zien. (lewoo<strong>nl</strong>ijk kon je niet dichterbij komen. "s^ -<br />

II be,


vorvolg i»oolsP f';ot,in^^on<br />

V'n I h^>b^n^l /


~ Jverv<strong>nl</strong>^<br />

jKiolse {',o niii/';on<br />

alleop WO ino t; ooii panr ;',n7:Tmien blevnn acliter. Met VRBI. Onder<br />

nndernn J'ami llo van die ma miner. bleef ook acliter. Onze familie<br />

was /^ernenf:d. Mün moeder was eon Poolse , mi;n vader vas oriodox.<br />

Ma ar wo r(>isden niot al' naai- S.U. Dat alles onpeweer hadden wo<br />

^^ezien. wat de joden vertelden, lii (»SOK waar l' woonde was ook eon<br />

joods kaïnp.U'aL voor kariplioi. was V Dat waren de joden natimrlyk.<br />

De i'iensen die naar S.U. afreisden lieten de woninp-en, de huizen<br />

achter. Het was midden in liet dorp. /e liebben daar no^ meer luiizen<br />

bi.ifiiezet en met de d raadomho ind. D>i uaclit hielden joden zelf. '/e<br />

vluchtten zo wie zo niet. Ik kan me herinjieren mensen wilden doodschieten. Die soldaten<br />

mengden zicfi niet in de politieke zaken. '/,e kwamen aan en ze ver­<br />

boden dat. /e moesten dat alles laten anders zouden ze met hen<br />

spreken. Die dnitsers van do toren kwapien vaker in her dorp .<br />

Niemand viel ze lasti/';. Net andersom , zi handelden met hen. In<br />

ruil voor garen on rindere din/, MI kregen ze boter die ze waarscliyn-<br />

liik naar hun families stnnr'den. '/e iee/Vien op de goede voet met de<br />

mensen en de mensen met die dnitsers. /o hebbon die dnitsers van<br />

de toren de mensen vnrdecHr;d die gefusilleerd zouden worden, Waar-<br />

schii<strong>nl</strong>ijk liebhen die twen joden hnni gedood t. De woning'; van de ko-<br />

mandant ]ag niet ve > van de weg af. V.r brandde ILcht in zijn woning,<br />

het was s'avonds, dat waren waa rsclii.i<strong>nl</strong> iik die govluchtte joden.<br />

De lielftvan Jien kon vluchten .Alleen de komanrtnnt was een duitser.<br />

De joden zelf hiolden i.\o. wacht , i-ia r niet streng. Ms iemand het<br />

wilde , kon vluchten. Maar zn vluchtten niet. \as er en grolo<br />

fin tlsoi li I, i HPio in (i:i


fD^v'<br />

s<strong>nl</strong>iien tien dood^T-nsclio ton . ' •i'-; *^'' n i R i: n fs <strong>nl</strong>iuwel iik zo cli<strong>nl</strong>.tl)ij<br />

!^;nh"1)or- \\'()uoii v Waar mocst.nn w-< dan wonen ? Tlof was hoi. , j 1^ woou(.in<br />

daar i:i(> , olkc H.i, . . . Huiken , ja ? die stank , ja. Je rood het<br />

niet e i ke (ipfl . 'ronii v,e lion verbrandden en de wind in de ricliting<br />

van Osow waaide kon je dan die stank ruiken. Het was l^ kin verder.<br />

Rii de wind uit andore kant ^;inf^ die s i-ank over de andere dorpen<br />

lieen . ' >aiik 1' • oi .<br />

, j ^ Mann e I • I' '.'i v


vprvolf^ poolse ;^ tin^f-n<br />

-5-<br />

on tl)ondon hadrloii. Dnnr wn roii ook 'ie wnrkers VHU onri za^^erij-,<br />

7Tf!of(; H do oxo(-iit. ios /v'>.:i.


vervolg podlse f^Ptni.f^Rii<br />

hun uitspraken waron vnrsctiillenrle zakeii. U'aroii zo baji^'; voor SS-ers<br />

Ze waren nieé«^)anfï voor SS-ers. A.Lloen als ze een overtreding hadden<br />

befjaan. '.'\\\i «li.n neiisfiii iiii. 'KM, !;;IM|) ;, (>\-) ucli t ? J)e "vodden" ? N(;e, r .uibihcjr' \> i s i. V Ik woot het, niet. Hier ziin voel<br />

inor\sen, / Swi tn Is ki -i« werkte bii hein , W<strong>nl</strong>ski mot wie ik werkte<br />

sanon . Tk woot liot. niot wi o no^v in'>er naam or deel ann. Kr werkten<br />

veel firhoi.dors a- n hoi, sjioor. ;\


,


.'Tftat^


AA^


^f^t{^y£i^p...».iC^>'^^jU-''-Trxi.^^ r^^-- /*s.xót y'itc^


(/X. (é^-'J-'V-kV—Co- ^l/-n-^ £''-*^tC -d^v,,.<br />

^jd/y^-t^^'^''^^ ^^^ -^^^ '^''^ '"'^

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