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Ordner omwonenden /Oekraïeners<br />
Oekraïener Busiimij<br />
Oekraïener Daniltschenko<br />
Oekraïener Demjanjuk<br />
Oekraïener Engelhardt<br />
Oekraïener opleider Rokita<br />
Oekraïener Semigdow<br />
Oekraïener opleider Streibel<br />
Omwonende Borysiuk<br />
Omwonende Grodzicka<br />
Omwonende Horszczaruk<br />
Omwonende Krzowski<br />
Omwonende Lesiuk<br />
Omwonende Lobejko<br />
Omwonende Malinski<br />
Omwonende Parkola<br />
Omwonende Petlak<br />
Omwonende Pierzchowski<br />
Omwonende Piwonski Jr.<br />
Omwonende Piwonski Sr.<br />
Omwonende Propokiuk<br />
Omwonende Sitarski<br />
Omwonende Szubert<br />
Over Trawniki: Scheffler/Probleme der Holocaustforschmig
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9<br />
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*• •<br />
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Beglaubigte Obersetzung<br />
BEZIRKSKOMMISSION ZUR UNTERSUCHUNG VON NS-VERBRECHEN<br />
IN LUBLIN<br />
Akt.-Z.: OKL/Ds. 1/67<br />
PROTOKOLL ÜBER ZEUGENVERNEHMUNG<br />
Am 3. November 1978 vernahm in Lublin Mag. Jozef PAKULA,<br />
Richter am Bezirksbericht, abgeordnet zur Bezirkskommission<br />
zur Untersuchung von NS-Verbrechen in Lublin,tätig aufgrund<br />
des Art. 4 des Dekrets vom 10.11.1945, Dz. U. Nr. 51,<br />
€ ? • Pos. 293 und Art. 129 StPO, mit Teilnahme der Protokollführerin<br />
Haiina KONARSKA, den Untengenannten als Zeugen.<br />
Der Zeuge wurde über eine strafrechtliche Verantwortung<br />
für falsche Aussagen belehrt, wonach der Zeuge mit eigenhändiger<br />
Unterschrift bestätigt, über diese Verantwortung<br />
(Art. 172 StPO) belehrt worden zu sein.<br />
Unterschrift des Zeugen:<br />
(-) Stanislaw BORYSIUK<br />
Danach erklärte der Zeuge wie folgt:<br />
g^ Vor- und Zuname: Stanislaw BORYSIUK<br />
^^ Vornamen der Eltern: Stefan und Olga geb. ANTONIUK<br />
Geburtsdatum und -ort: 16. Mai 1925 in Zabereze bei<br />
Wlodawa<br />
Wohnort: Wola Uhruska bei Wlodawa<br />
Beschäftigung: Glashüttenarbeiter<br />
Ausbildung: sieben Volksschulkl assen<br />
Vorstrafen für falsche Aussagen: keine<br />
Verhältnis zu den Parteien: fremd<br />
U//ej>^/< /^^rA/A/i'YE- Ue-^PAK^-Ay<br />
,^M.I>£> yf^s ^//^/ 3cwc^lär<br />
- 2 -
•<br />
ۥ<br />
2 -<br />
Während der deutschen Besatzungszeit wohnte ich im<br />
Dorfe Jozefow bei Wlodawa und arbeitete in der Glas<br />
hütte in der Siedlung Nadbuzanka. Die Glashütte in<br />
rti<br />
Nadbuzanka wurde von dem Polen Wadlaw PASIKOWSKI verwal<br />
tet, der heute nicht mehr lebt. In der Hütte arbeiteten<br />
nur Polen. Ich ging zu Fuß zur Arbeit, denn die Entfer<br />
nung von Jozefow bis Nadbuzanka beträgt füng Kilometer.<br />
Die Bahnstation Sobibor und das Vernichtungslager waren<br />
etwa 15 Kilometer von Nadbuzanka und Jozefow entfernt.<br />
In der Glashütte wurde alljährlich eine Renovierung durch<br />
geführt, die meistens in die zweite Jahreshälfte fiel<br />
und etwa drei Monate dauerte. Der Pächter der Hütte,<br />
PASIKOWSKI, wollte die Leute für die Arbeit nicht ver<br />
lieren und überließ sie für eine bestimmte Zeit anderen<br />
Institutionen, wie der Oberförsterei und anderen deutschen<br />
Firmen, die während der Besatzungszeit verschiedene Ar<br />
beiten in der Umgebung durchführten. Aufgrund einer<br />
solchen Beschäftigung arbeitete ich von September bis<br />
zum 4. Novembe_r 1943 bei einer deutschen Firma beim Bau<br />
einer Schmal spurbahn auf dem Abschnitt Sobibor-Krychow.<br />
Während meiner Arbeit beim Bau der Schmalspurbahn sah ich<br />
keine Bahntransporte mit Menschen, die ins Lager Sobibor<br />
gebracht worden wären, denn die Arbeiten wurden im Wald<br />
durchgeführt, abseits der Hauptstrecke der Bahn. Als ich<br />
außerhalb des Arbeitsgeländes, auf dem die Schmalspur<br />
bahn gebaut wurde, war, sah ich manchmal Transporte mit<br />
Menschen auf dem Gelände der Stationen Nadbuzanka und<br />
Majdan Stulenski. Durchschnittlich trafen all e v i ejiJLa g e<br />
Transportemjt Menschen in Sobibor ein. Demnach, was ich<br />
gesehen habe, setzten sich die Transporte hauptsächlich<br />
aus Personenwaggons und manchmal auch aus Güterwaggons<br />
zusammen. Die Personenzüge hatten im Durchschnitt etwa<br />
- 3 -
- 3 -<br />
zehn Waggons, die Güterzüge dagegen 30 bis 40 Waggons,<br />
wobei die Letzteren von zwei Lokomotiven gezogen wurden.<br />
Es war nicht möglich, sich diesen Transporten zu nähern,<br />
denn sie wurden von Deutschen bewacht. Dennoch näherten<br />
sich die Leute manchmal heimlich und reichten Wasser und<br />
manchmal ein Stückchen Brot. Mit den Zügen aus Güterwag<br />
gons fuhren hauptsächlich polnische Juden. Dieses behaup<br />
te ich deswegen, weil sie polnisch sprachen. In den Per<br />
sonenwaggons fuhren dagegen ausländische Juden, denn sie<br />
sprachen nicht polnisch. Und Hilfe bekamen sie von den<br />
9 ^ Polen, weil sie sich mit Zeichensprache verständigten.<br />
Sämtliche Transporte fuhren nach Sobibor. Sie konnten<br />
nicht weiter fahren, denn die letzte Grenzstation war<br />
Wlodawa, wo es kein Lager gab, außerdem führte die Eisen<br />
bahnstrecke nicht hinter den Bug, weil auf dem Bug die<br />
deutsch-sowjetische Grenze war.<br />
Ich weiß nicht, was mit den Leuten auf dem Lagergelände<br />
geschah, denn ich habe es mit eigenen Augen nicht gesehen<br />
Es war jedoch all_gemein b.ei.annt, daß diese Menschen dort<br />
gemordet wurden. Während der Arbeit beim Bau der Gleise<br />
war vom Lagergelände herandringendes menschliches Stöhnen<br />
zu hören. Schüsse habe ich dagegen nicht gehört. Rund<br />
^ w um das Lager verbreitete sich ein unangenehmer Gestank,<br />
wie von angebranntem Fett. Ein Feuerschein war dagegen<br />
etwa 15 Kilometer weit weg vom Lager Sobibor sichtbar.<br />
Anfang November, es konnte am 3. oder 4. gewesen sein,<br />
des Jahres 1943 hörte ich in den Nachmittagsstunden aus<br />
Richtung Lager, wie Menschen "Hurra!", schrien, Minen<br />
•A//eP£RAi^fA^'^/^^^ ^
« •<br />
unseren Graben. Deswegen versteckten wir Arbeiter uns<br />
unter dem Rand des Dammes. Als die Schüsse auf dem Ge<br />
lände des Dammes verstummten, fanden wir zwei tote Per<br />
sonen, einen Mann und eine Frau, die mit Sicherheit aus<br />
dem Lager stammten, denn sie hatten keine Haare und<br />
waren in Lagerkluft. Größere Gruppen aus dem Lager<br />
Flüchtender oder auch Einzelpersonen habe ich nicht ge<br />
sehen. Es wurde allgemein erzählt, dieses wäre ein Auf<br />
stand der Juden im Lager gewesen. Nach diesem Aufstand<br />
flüchtete ich zusammen mit anderen Kollegen von dieser<br />
Arbeit nach Hause und ging nicht mehr zurück. Nach diesem<br />
Vorfall wurde das Lager innerhalb einer Woche liSiLi^ei^t.<br />
Wie ich gehört habe, sind zu dieser Zeit viele Juden aus<br />
dem Lager geflüchtet. Ich weiß aber nicht, was mit ihnen<br />
weiter geschehen ist. Ich kenne niemanden von der La^er-<br />
man_nschaft. Den Namen WAGNER kenne ich nicht. Die Kolle<br />
gen, mit denen ich beim A<strong>nl</strong>egen der Schmalspurbahn ar<br />
beitete, leben heute nicht mehr. Sonst ist mir nichts in<br />
dieser Sache bekannt.<br />
Damit wurde das Protokoll beendet und nach Vorlesen unter-<br />
schri eben.<br />
Es vernahm:<br />
(-) J. PAKULA<br />
Es protokollierte:<br />
(-) H. KONARSKA<br />
Es sagte aus:<br />
(-) Stanislaw BORYSIUK<br />
L. S. Zwei runde Dienstsiegel mit Adler als Staatswappen<br />
Die übe<br />
mir in<br />
hi ermi<br />
Asche<br />
und Inschrift: Bezirkskommission zur Untersuchung<br />
von NS-Verbrechen in Lublin,<br />
vorstehender Übersetzung mit dem<br />
ache vorliegenden Protokoll wird'>^<br />
i 1984<br />
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._Hj1_i_l_(4j/_^<br />
Le-:lau(2i^te_Uo2rcctzun[;_c:uE_d O 'X(]' f}<br />
Frotolioll einer ZeuriGnverviehmun'^<br />
iwie.;, Au:_.uGt 1975<br />
usr Untersi.'.chun'jGbearnte füi^ besonders •./icriti^jc An^ielesenaeitev.<br />
bei i.'.Gii Socci-csaijwcdt; v.er ui:r-inisclien SGR, Cberjustizr t<br />
iiOlic.so-cw, hat u-iter i,:l-bv.'i:-.'j:un:j eer Dolrnetüclieriii Clur.elnizkaja,<br />
in: .'airtrar; des Ge;L;eralstCo."i:s:..::v/Jltes -Cor l'.clZTl im ;jUsa:.u::enhcLnrr<br />
hechts;, il ree: icae. he., der custisor'-rue der Bundesreiniblil;<br />
jjeutsc^.l'' .I'd i:' i'er SacUo :j;e en dev. e";e:i';li- en oü-]?u<strong>nl</strong>:tioni..r<br />
de::; Lc; e: :•• Soblbor ./abcro Gor.iorc::!, iii Ge,-or.v;^ r b des Vorsitzen-<br />
den des ochv;ur; lericl'tes bei de);; Land7;ericht in Frcuihfurc tmi ;;aii<br />
Schneider, des Richters \7hchtor, der Staatsanwc.lte Eckert und<br />
l-feifer, der Rechtsanwälte Schv/eizer und Lorenzen, des Scxhverstcndigen-lsychiaters<br />
Iroi. Schumacher und der Dolr.ietsc'ierin<br />
Kjpkajev/, unter :c;inhaltunG der Erfordernisse der nrt. 85, 167<br />
und 170 der Str: f •ro^'.eßordnunf?; der UkrSSR, in den R..urnen der<br />
3t^atsan\;altschaft<br />
Zeu; ;en voruouiuien:<br />
der ükrSSR den nachstehend Genannten als<br />
3 U S 1 I-I I: I J Prokofij, Sohn des Dinitrij, cjeboren 1912<br />
in Kirdc.ni, Rayon Tarascbtscbanskij, Gebiet Kiew, Ukrainer,<br />
Bilrfjer der bdoSR, 'j> klassen Grund.nchule, Arbeiter in einem<br />
Staatsgut, wohnhaft am Geburtsort.<br />
Bürger Iflusinnij P. D. v/urde gerA.ß Abs. IV des Art. 167 der Strafirozeßordnun[5<br />
der bkrSSR über die Rechte und Pflichten eines<br />
^•/CU'jen, die in dcT. .vrt. 70 und 170 der Strafprozeßordnun3 der<br />
ül.rboR vor^-ese^en sind und ''ber .'.ie stn^frechtlichen Foljen<br />
einer Au.ssagevorv/ei'ierirai;; und einer bev.-uiit falscJicn Aus3ar_;c<br />
[^cm. Art. 17V' und 17^^' des Strafijeset;,',bucheG der ükr.'JüR belehrt.<br />
[^e:-. I'. Businnij<br />
jie üolnetscVLerin Chmclnizkaja Olga, Toc^.ter des 3crr:Gó, wurde<br />
beleArt über die sUr .free.itliehen Pol-cn oi;:er bcv;ußt falschen<br />
bbertra^jUnfj c^Ui. Art. 170 des Strafij^esetzbuches der UkrSSR.<br />
ij;e/:, Glïfielnizkaja<br />
uie Verne]:irnun[^- be^'ann um lu°° Uhr<br />
j;ie Vernehinunr; endete um ^'j<br />
-2u Uhr, mit einer linterbrechun;^ von<br />
^\10 Ilinuten.<br />
fi<br />
SiAl>c A/^T^//BAI/o jf^f^<br />
als Urkundibecrr.ltjt c .tr(/cicJiüJls ^vWl/ *<br />
-2-
c ^ 1 y<br />
Auf die nir t^eE'cellten Frrfse" kann ich folprendes anp^eben:<br />
Ich beherrsche die russische und ukrainische Sprache, ich<br />
brauc'ne keinen JJolmetscher, ich bin bereit meine Aussage in<br />
Russisch 7.U machen.<br />
Gleich nach dem Ausbrucli des Krieges 19^1 vmrde ich zur<br />
Koten Armee ein.ij-eaogen. Zv/ei Honate später kern ich in die<br />
deutsclie Gefans^nscliaft und v/urde in einem Kriegsij^-efanfj;ene<strong>nl</strong>ager<br />
unter-^ebracht. Ira La':er v;aren sehr schv;ere Lebensbedingungen:<br />
nan ernährte uns schlecht, es v;ar kalt, i^an schlug<br />
uns vor, in den deutschen Dienst zu treten und versprach, dort<br />
besser zu essen zu fjcben und besser anzuziehen. Ich stii:anite zu.<br />
Man schickte mich und andere, v/er etwas kräftiger war, in ein<br />
Ausbildungslager ïrawniki. Man nannte uns Wachmänner, wir sollten<br />
den VJachaienst machen.<br />
Aus de.ni Ausbildungslager v/urde ich zum Dienst in das Lager<br />
Sobibor geschickt. Wann v/ir dort lin fuhren, kann ich nicht genau<br />
sagen, es v/aj? aber bereits v/arvi. Ich fuhr dorthin nicht<br />
allein, man schickte uns dorthin als ein ganzes Kommando von<br />
30 Personen. In Sobibor wai?%ir nicht als erste Wachmänner,<br />
vor uns waren dort schon andere Wachmänner, die wir abgelöst<br />
haben; v/ohin die anderen gefahren waren, die vor uns dort dienten,<br />
v;eiß ich nicht. Ich kenne niemanden von den w'aclimännern,<br />
die vor uns in Sobibor v/aren.<br />
In unserem Waclinännerkommando gab es einen kommandoführer,<br />
der die Befehle der deutschen Offiziere ausführte, und dem wir<br />
unterstanden. Wie sein llaiiie und sein VorncJiie war, weiß ich nichl<br />
Als wir in Sobibor ankamen, gab es dort 15 deutsche Offiziere<br />
ira Lager. Sie lebten in einem abgesonderten Häuschen, das<br />
früher angeblich einem Förster gehörte. Las iiäuschen war ziem-<br />
].ich groß, do.rin gab es mindestens 5 Zänmer. Las Lager selbst<br />
w. r nickt sehr groß, es befand sich in einer V/alduf'ig-ebung, es<br />
war :.;it Stacheldrr.'it umzäunt. Innerhalb der bmzi-.unung steenden<br />
Baracken. In einer von ihnen lebten wir Waclriiaänner, in einer
-'J-<br />
zv/eiten befanden sich verschiedene Magazine, in der dritten<br />
Baracke lebten Juden, die ein Arbeitskommando bildeten. Gie<br />
arbeiteten in den V.'erkstLtten: in der Sc'.ilocserei, sie machten<br />
Schuhe, sie änderten und sortierten die Kleidungsstücke<br />
Jjer sv/eite Tei?!. d:s Arbcit^kominandos bediente das "Badehaus"<br />
- die Gaskamnior. jjos Viort "bedienen" bedeutet, d-.,ß sie die<br />
Leichen der Vergasten aus der Gaskammer heraustrugen und in<br />
besonderen Gruben verscharrten. In der Gaskair.mer v/urden Juden<br />
vernichtet, die in Eisenbahntransporten nach Sobibor [gebracht<br />
v;orü.en sind. In Sobibor gab es eine Kaltescclle, dort VAirden<br />
die Juden aus den Wa'-gons ausgeladen, man brachte sie ins Lager,<br />
befahl ihnen sich auszuziehen, Männer und Frauen getrennt<br />
und schickte sie dann in das "Badehaus". Dort vmrden sie mit<br />
Gas getötet, die Leichen vorgrub man, die Kleidungsstücke,<br />
Schuhe und persö<strong>nl</strong>iche Sachen der Getöteten vmrden in die Ma-r<br />
gazine geholt. Die goldenen Zähne der Leichen vmrden herausgezogen.<br />
Dann ken ein neuer Transport, r.iit dem mm genauso verfuhr.<br />
Die Juden vmrden in Gru^vpen zu 3C - 4C Personen in die<br />
Gaskojjimer geführt.<br />
V;ie lange ich im Lager Sobibor v/ar, kann ich nicht genau sagen,<br />
meiner lieinung nach ca. 1 Jahr. V/ährend o.er Zeit vmrden sehr<br />
viele Juden getötet, es v/aren l.anner und l^-rouen, Junge und Alte<br />
sogar Kinder, aber v;ieviele®^nsgesamt v;are-.i, kann ich nicht<br />
SL.gcn - viele Tausc.ade.<br />
5-;'äter kam dnni i.ii.;<strong>nl</strong>er und befahl, daß :ille Leichen aer vergas'.ea<br />
Juden vyrnic'.'tet v/erden und man bega-an noch zu meiner<br />
uoiA', sie zu verbrc'ine::.<br />
Auc-j Sobibor \;uri.l.o ich v.xm '.' chdicnat de^ Lt.;;cjrs Auschv;itz gesc'<br />
ic]:t und v/ar dort fact bis zuri Iii'ide der. j.riegos. Ich habe<br />
ge:ört, ich erinnere iriic'. ::iic/it von -./Ca, doi: nac^j. Moiner Abreicc<br />
aus deiii Lar;er ( ie Juden des Arboitskornuandos einen Aufstand<br />
organisierte:, einige ceutsche vifizicrc tüteten und<br />
davo<strong>nl</strong>iefen.<br />
als<br />
UrUndsbocrnicro'crCasdiäffsstel ^ -^fU^ ti^T^^ßt^lf^Aym/-<br />
2<br />
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4,<br />
M^ -U.<br />
•^x<br />
./> *^ f/^^<br />
Mw^'f ^}<br />
2J?i (xi<br />
Alü ich in Sobibox" v;ar, v/arnten uns die deutGciien Offiziere<br />
davor, nienandem und nirseiid über cic UeGchehninse im Larger<br />
zu ersUilen. Sie drohten mit ErscuieEunfs .bei Zuv/iderhandluiip;.<br />
Hit diesen Judei:, die r,ur Vernichtunfj gebracht worden v/aren,<br />
sprachen wir fast niemals. Es ;;c.b zwar einen Fall, daß ich<br />
von einer Frau ein Briefchen mitnak:i und versprach es weiter<br />
an die angegebene Adresse zu schicken. Die deutschen Offiziere<br />
erfuhren aber davon und verlangten von der Frau, Jenen Viachmann<br />
zu zeigen, der von ihr dieses Schreiben genommen hatte. M±T<br />
wurden auf:v;eGtelit und die Frau suchte nach mir, konnte mich<br />
aber nicht wiedererkennen. Ich habe keine weiteren Beaiehun^^en<br />
zu den Juden gehabt.<br />
i>ie Juden, welche in die Gaskaiamer geführt wurden, widersetzten<br />
sich nicht, weil sie nicht vmßten, wohin sie geführt werden:<br />
man erzählte ihnen, daß sie ins Bad und zur iJesinfektion gingen<br />
und dann zur Arbeit geschic'it werden.<br />
Als iiL-nmler nach Sobibor kam, war ich nicht im Lager: ich befand<br />
mich mit 15 Juden aus dem airbcitskommando und mit zv/ei<br />
V/ü.climännern bei der Rclzbeschaffung. I ach meiner Rückkehr ins<br />
Lager erzählte mir der Wachmann i ankcv/ V/assilij (ich erinnere<br />
mich nicht an die Ilaraen anderer V/acIimänner, die mit mir in Sobibor<br />
waren) über u.en Besuch liiwmlers. Ilach der Erzählung von<br />
lankow kcon Himmler mit dem Zug, begleitet von einer großen Grupr,e<br />
von Offizieren; 'er ging ii:i Lager herum, schaute sich die<br />
Leichengruben an und befa-.-.l, sie alle zu vernichten. Wie ich es<br />
bereits gesagt habe, begann man zu meiner Zeit die Leichen zu<br />
verbrennen.<br />
Fra:en, die auf '.."unsch des Vorsitzenden •'.• es Sch'.;ur;:crichtes<br />
Schneider r:estellt vmrden;<br />
Frt/.:e V' l/ie s..h das Lager Sobibor aus zu der Zeit, als Sie<br />
dorthin gekorii.ien sind?<br />
Antwort: Es war s-.njbcr, es war mit hiefern umz;.,unt.<br />
"rs-^e:<br />
Gao es eine Umzäunung aus otacheldraht?<br />
1/<br />
~ ^ ^<br />
IsUrkund^beamtefclerGeschcHsstell ^H, -^/S/ iVJ^^^Êf^M^^^^^^'^^-
^t<br />
^<br />
, t<br />
Antwort<br />
F rap; e;<br />
Antv/ort<br />
Fra^e:<br />
Antv;ort<br />
Frap;e<br />
Ant\ /ort:<br />
Fra^ ;e:<br />
Antwort:<br />
Fra;<br />
e:<br />
Ant .•/ort:<br />
^^-i^c-<br />
AnUv-'ort<br />
-5-<br />
Ja, aber der Stacheldralit war mit Kieferzweigen ge<br />
tarnt.<br />
\var diis Lar-ergelände in Sektoren aufgeteilt?<br />
Es r;ab im La^er folgende Einteilung: die Männer<br />
wurden in die Gaskammer von den Frauen getrennt ge<br />
führt.<br />
Sie haben meine Frage nicht verst.nden. Gab es eine<br />
Umzäunung innerh-lb des Lagers? V/urde des Lager in<br />
Sektoren aufgeteilt?<br />
Ja, es v;;.r geteilt. Das ganze Lager war mit getarn<br />
tem Draht umzäunt und innerhalb deij Lagers waren die<br />
einzelnen Sektoren mit Draht ohne Tarnung voneinander<br />
getrennt.<br />
Gab es eine besonders umzäunte Gaskainracr, diese Kammer,<br />
von der Sie erzählt haben?<br />
Ja. Sie war umzäunt. Aus den anderen Sektoren konnte<br />
man nicht direkt an sie herangehen.<br />
Auf welche Art vmrden die jüdischen Häftlinge in das<br />
Lager Sobibor eingeliefert?<br />
Sie wurden mit Eisenbahntrcnspoi'ten, in Pullmanwagen<br />
und ir.i Güterwaggons gebracht.<br />
Wo \mrden die Häftlinge aus den V/aggons ausgeladen?<br />
Gab e a dafür eine besondere RojnpeV<br />
Ja, es .^ ;.'b eine, üie Juden vmrden aus den V.'a;;gons auf<br />
einen besonderen Platz gebracht und von dort aus ins<br />
Lager :;Gführt.<br />
Können Sie uns den Verlauf der Ausl' dung von Uäftlingr:-<br />
transporten sci lil'' ern?<br />
'.icnn ein Transport mit Juden ankcja, vmrde er sofort<br />
von einem V/exhkonmando umstellt, \/obei die Vraclunänner<br />
in einer üwzinr/elungslinie standen. .;ir handelten imne<br />
gleich, wir hotten eine Aufgabe: nicht zuzulassen, dcT<br />
Becj<br />
" ^<br />
alsUrkundibeamtei der -6-
5<br />
-o-<br />
m}<br />
ircend gemand aus den Trrnsport flüchoet. Die An-gekommenen<br />
vmrden in Grupoen zu liunrJerten geteilt und ins Le^er gebracht,<br />
das jüdische Arbeitskommando reinigte v/c.hrenddessen die V/aggons<br />
Danach prüften die deutschen Offiziere, ob jemand im V/aggon<br />
zurückblieb und gaben dein Lokführer den ïïefehl, den Zug fortzubringen.<br />
gra,?e; V/er leitete die Wacbmänner, wenn sie in der Umzingelung<br />
des Haftlingstransportes standen?<br />
Antwort: Ein deutscher Offizier gab den Befehl und v/ir führten<br />
diesen jjefelil unter der Leitunrj des Gberwachmannes<br />
durch.<br />
j'rar.-e: Und v/er ordnete die Ausladung aus den V/aggons an?<br />
Antwort: Zu jedem V-'aggon kam ein Deutscher, öffnete die Tür<br />
und befahl allen auszusteigen. V/er '-.'egen seines Gesundheitszustandes<br />
in der Lage war, ohne fremde Hilfe<br />
auszusteigen, der tat es selbständig. Die Kranken<br />
und Abgezehrten vmrden von den Juden aus dem Arbeitskomraando<br />
herausgetragen.<br />
Frage: V/ie vmrden sie herausgetragen?<br />
Ani;wort: Wer etwas kraftiger war, der suchte sich einen etwas<br />
v/niger v/iegenden krai?.ken Juden und trug ihn auf dem<br />
Rücken, ^ie anderen wurden auf die ïr...gbahren gelebt.<br />
Das wrrori aber koine echten S nitctstragbahren, sondern<br />
v.'.arer. a.us i.rcttern -.usari! !cnjc::im.mort.<br />
rrar;e<br />
Behandelte man die kra^-ken und abgezehrten Ik.ftlinge<br />
vorsichtig, wenn man sie aus den ..aggons auf den Trag<br />
bahren b.er-L'iistrugV<br />
Antwort: oo nacdcn: manch, vmrdc vorsichtig aüi die Bahre ge<br />
legt , uanchc v/urdcM cin.L ch so, ohne jegliche Voraicht<br />
hinge sc'unisscn.<br />
h:.n 3': vor dcB die Krarkon ursd ..bgozehrten bei der<br />
Ausladun-v von iiLftlingcn aus dQu v:a.:gons erschossen'<br />
wuraenV<br />
Antwort: Ich habe solche IMlc nicht becbjchtet. Die Juden<br />
^\?^V'j.eii in der Gask'^<br />
. ,,.^-1- ^>. -!- ^ -t-<br />
' ^ ' ^
_7_<br />
? 3?f<br />
Frc'.;;e: V/ie v/urden ''^.ie Ii^ftlin,re von der Ausladungsstelle zur<br />
Gaskcunmer [;ebrcLc''t? V.'urclen dazu Tf erdev/a. :en, Loren ^e-<br />
•brs.ucl\t?<br />
Ant•••/ort: l'^s -_;>u koine if erdev/a[jen. Es ^^jsb aber Loi-èn. jJ;:jait<br />
v.'urder. die Juden sur CTasksr.iner -ebracliL;. ICs ^ab keine<br />
V.'a^en. Icii habe in Sobibor kein einziges .-fcrd gesehen<br />
Fr ar; e; './ie vmrden die Kaftlinje auf den Loren transportiert?<br />
Antwort: Zuerst brachte sie das ArboitcLor.inando auf den 'i'ragbahren<br />
z\x den Loren, dann fuhren sie die Loren zur<br />
Gaskammer, dort wurden alle ausjesogen und zur "Sanit^..tsbearbeitung"<br />
geschickt. Solche Juden, die nicht<br />
gehen konnten, vAirden manclimal in d?s "Iiazarett" gebracht.<br />
Es war aber kein Lra<strong>nl</strong>cenhaus; so hieß die<br />
Grube, neben der sie erschossen v/urden.<br />
Fran:e; Und v/o befand sich auf dem Lagerrjelände die Grube,<br />
die Sie das "Lazarett" nannten?<br />
Antwort: Sie befond sich abseits von der Zentralgrube. Vierzig<br />
oder vielleicht auch mehr Meter davon entfernt, ich<br />
v/eiß es nicht [jenau.<br />
Frap-e; Und v/elche Grube nennen Sie die"Zentralp;rube"?<br />
Antwort: Diese, in der die Leichen aus der Gaskcmmer la-jen.<br />
l»iese Grube befand sich unmittelbar neben der Gaskai'irner,<br />
von ihrer Rückseite her.<br />
Fra;-e: Gab es ir,;endein Gebäude neben der Grube, die man das<br />
Lazarett nannte?<br />
Antwort; Ich erinnere mich dort an kein Gebäude.<br />
Fra ,e: Gab es irn Lafjei" eine Kapelle?<br />
Anbwort: Ja, es '~v.h eine.<br />
Fr- re; Und wo befand sie sich?<br />
Antwort: In der i.i.te, in der Mitte des Laders.<br />
Frare; VJie soh diese Kapelle äußerlich aus?<br />
Antwort: Und was ist eine Kapelle?<br />
als Urkundsbecmtet der Goschcitsstal» /' ^^ •^/•»^ M*-
Frane: Gab es auf den Gelande des Lagers für das Arbeits<br />
kommando eine Kapelle, ein kleines Gebäude mit einem<br />
Kreuz auf dem Dacli?<br />
Antv/ort: i^s [c^b kein solches Gebäude. '<br />
3?ra "e:<br />
Antwort<br />
li'rar;e:<br />
Antwort<br />
grap;e;<br />
Antwort;<br />
grar;e;<br />
Antv/ort<br />
Fra.f^e<br />
Antv/ort<br />
'6(1."<br />
Und wie war der Verlauf der Auskleidunc von Häftlingen';<br />
Es vairde ihnen verkiJudet, daß sie sich einer Saniti.ts-<br />
bearbeitung unterwerfen müssen und daß man dazu ausge<br />
zogen sein muß. Sie zo^en sich also aus. Die Mehrheit<br />
zog sich frei\/illiré::Lus, manche wollten sich nir.ht aus<br />
ziehen und man zwang sie dazu.<br />
V/er erklärte den Kaftlineen, warum sie sich ausziehen<br />
mußten?<br />
Alle Juden verstinden deutsch. Man brauchte ihnen<br />
nichts besonders erklären. V/ir sagten ihnen einfach,<br />
daß es not'.endig v^ar, eine S.-niti-.tsbearbeitung und<br />
Desinfektion zu machen und sie glaubten uns.<br />
V/ie Gii^o^n die ausgezogenen Häftlinge in die Gask^J^mer•:<br />
Was v/ar danach?<br />
Danach war die Gaskammer und der Tod.<br />
Gab ei andere Arbeitskommandos ausser denen, die die<br />
Kleidungsstücke sortierten uud die Waggons säuberten?<br />
Ich bin uer Meinung, daß es ein Arbeitskomraando gab.<br />
Dieses Kommando verrichtete verschiedene Arbeiten, 0©<br />
nach Befehl: manche Arbeiter nalomen an der Ausladung<br />
der Juden aus den Waügons teil und bracjiten die Kranken<br />
zur Gaskainmer. Die anderen halfen in der Küche, arbei<br />
teten in der Schlosserei, sortierten die Kleidungs<br />
stücke und das Schuhwerk, v/aren in der Tischlerei u.s.\;<br />
Gab es ein besonderes Kommando fär die Holzbeschaffung-;<br />
Manche Arbeiter wurden zur liolzbesc-'affunr^ geschickt.<br />
" Ich mußte sie manchmal als '.'aciamann bogleiten. So war<br />
es, als in meiner Abwesenheit im Lager Himmler dorthin<br />
kaiT]. j/<br />
BeglaUb-<br />
ilsUrkundsbeamtet corGcoch<br />
SéM>o A/cr^A/s^^^<br />
~ ^ ^<br />
''""• ':TS .^/S/ uoemMf^^^^^' ^"
^ .<br />
"GQ"<br />
4^. rr:<br />
•9-<br />
2. Y o o<br />
Fra-e: Gab ec solche Fälle, daß die .IILftliiiGe v/ährend der<br />
Holzbeschaffungsarbeiten flüchteten?<br />
Antv;ort: Ich erinnere mich nicht an so einen Fall.<br />
Fra::':e: Erinnern Sie sich an einen Fall, als ein v/acnincinn,<br />
ein Ukrainer der Kationaliti..t nach, getötet vmrde?<br />
Antv;ort: Ich habe von so einem Fall nicht fsehört.<br />
Fra.;e<br />
Antwort<br />
Frar;e;<br />
Kamen nach Sobibor Transporte mit Kaftlingen in einer<br />
ungewöh<strong>nl</strong>ichen Kleidung?<br />
Ja, so etwas passierte einijje Male. Ich erinnere mich,<br />
dcß einmal HUftlin.];e in anderer ivleidung aus dem Lager<br />
"Cholmi" gebracht vaarden.<br />
V/as riescliah mit diesen HLftlinp-enV<br />
Antwort: Sie vmrden auch in die Gaskammer geschickt.<br />
Fraf;e: Gab es solche Fülle, daß die Uc^ftlinge die ganze Wacht<br />
über auf ihre Ei<strong>nl</strong>ieferun3 in die Gaskammer warteton?<br />
Antwort: Ich erinnere mich nicht an solche Fülle.<br />
Frape: Leitete immer ein Mann das V/achkommando?<br />
Antv;ort: V/ir halten einen Gberwaclimann. Er leitete uns alle.<br />
Wenn einige Wachm;-.nner eine besondere Aufgabe bekamen,<br />
VAirde cinor von ihnen zum Vorgesetzten ernannt. V/er<br />
von den deutnchen Offizieren, die Viachm...nner leitete,<br />
v/eiß ich nicht, wjil sicii die Offiziere an c3.en Oberwacbjrio'nn<br />
wandten, der deutsch konnte. Ich konnte nicht<br />
deutsch und verstand daher die Gespr..che zv/ischen den<br />
Lff i:i'.i',.--rsn und de:: Ober-/: climaim nicht.<br />
•^ ranc:<br />
ilönnen Zie das iiußere der Offiziere von der Verwaltun;;<br />
des Lagers Sobibor etwas :;en;:'.•^^er beschreiben?<br />
Antwort: ilein, ich kann es nicht. In meiner Erinnerung blieben<br />
sie sich alle ch-<strong>nl</strong>icl:.: gesund, satt, in hohen nützen.<br />
Fr., Ü: Gab es im La •.:.:• ijobibur Diensthunde?<br />
j.ntwort: Ich erinnere r.ich nicht, daß jJiencthunde zu meiner Zci<br />
dort ;:ewesen ^iC-.rcn.<br />
^éA.l>o A/cr^//BA4/ü<br />
alsUrkundubeamie.cJorGosd-.üHsslell^ ^ "^^Z i/bQ^/&Ut^/:^7)Lék(.<br />
-IC-
s'<br />
V<br />
jiv&.r,e;<br />
Antv/ort:<br />
Fr- [^;e<br />
Antv;or-!;<br />
Fro.ß-e:<br />
Antv.;ort<br />
-IC-<br />
nv<br />
Go.b es auf deia Gelande des Lagers Ganse? •;<br />
Ich habe Iceine Gc.nse in lebenden Zustand im La^er<br />
gesehen.<br />
n .f<br />
bijf<br />
ii<strong>nl</strong>;spricht die Aussacje eines Z.eu^en der VAhrheit,<br />
der dem Gericht berichtete, dali ec im Lager oobibor<br />
eine Ganse schar :^;ab und daß man die Günse herum jagt e,<br />
wahrend eine GruV'pe von Jlüftlingen in die Gaskaiamer<br />
getrieben v/orden v/ar und sie dort zu schreien begannen,<br />
daiait sie mit ihi-em Geschnatter 'ie herszerreißenden<br />
Schreie der ili-'-ftlin^c in der Gaskaiuner übertönten?<br />
Icii habe keine Gänseschar v;ü.tirend meines Aufenthaltes<br />
im Larger Sobibor gesehen.<br />
Kennen Sie die ITamen der V/achjnanner Borov/ik und Pankow';<br />
nn den I'ainen Borov.'ik erinnere ich mich nicht, ich erinnere<br />
mich an Wassilij Pankow. Ich habe ihn erwähnt,<br />
als ich von der Ankunft himmlers berichtete, üb er<br />
gegen'.-v.rtig an Leben ist, v;o er sich nach dem Kriege<br />
befand, weiß ich nicht. Kach Sobibor haben wir uns<br />
nicht begegnet.<br />
Fra-gen, die auf V/unsch des Richters V/ächter gestellt vmrden:<br />
Fra-;e; Sind Sie v;egen Ihres Dienstes in aer Hitlerarmee zur<br />
Ver3-.ntwortung gezogen werden?<br />
Antv/ort: Ja. Ich vmrde 19'^1-y von einem sowjetischen Gericht dafür<br />
zu 10 Jahren Freiheiteentzug verurteilt. Ich habe<br />
die Strafe verbüßt.<br />
Fra.s'e: iiach u'.er in der Bundesrepublik Beutscliland geltenden<br />
Strafprozeßordnung haben Sie 'las Recht, die Aussage<br />
als Zeuge zu verweigern. Hätten Sie davon Gebrauch gemacht,<br />
wenn Sie nach Frankfurt ain Main gekommen und vor<br />
dem Schwurgericht erschienen wären?<br />
..aitvjort: Und warum sollte ich die Aussage verv/eigern, ich hätte<br />
dort auch alles erzählt, v/as ich v/eiß und v/oran ich<br />
mich erinnere.<br />
FURI, als Urkuridsbeamier cor GcschüH
* <br />
-11-<br />
2V f o<br />
Frop;e; V^ieviele jüdische IL.ftlin;i;e haben im Arbeiüskommando<br />
des Lagers Sobibor gearbeitet?<br />
Antwort: Es gab keine feste Anzahl dieser Arbeiter. Es waren<br />
mal mehr mal weni.r>;er.<br />
grafie; Welche Anzahl von Ilcftlingen befond sich im Durch<br />
schnitt sti..ndi(_5 zur Arbe.it im La[;er Sobibor?<br />
Antwort; Meiner Meinung nach 60 - 70 Personen. Ich habe sie<br />
Fraf ;e;<br />
Antwort<br />
Frajre:<br />
Antwort;<br />
nicht genau gezL.hlt. In dieser Zahl sind Bauarbeiter,<br />
Tischler, Schlosser, Schneider, Kleider- und Schuhsor<br />
tierer, Arbeiter bei der holzbeschaffuns und Reiniger<br />
neben der Gaskammer enthalten.<br />
Als Sie im Herbst 197^ in Klevi vernommen wurden,<br />
nannten Sie eine andere Zahl der Arbeiter, und zwar<br />
50. Womit erklärt sich der Widerspruch in Ihren Aus<br />
sagen?<br />
Ich kenne die genaue Zahl der Arbeiter nicht. Viel<br />
leicht gab es'60 - 70, vielleicht 50 Arbeiter oder<br />
eine andere Zahl von ihnen.<br />
Andere Zeugen teilten dem Gericht mit, daß das Lager<br />
von e.inem Arbeitskoraraando bedient wurde, zu dem<br />
^GC-SOC Menschen gehörten. Sie sagen, '-.aß es 50-70<br />
Arbeiter gab. \;ie war es nun in der '..'irkliclilceit?<br />
Ich weiß nicht, WÜS Ihnen die anderen gesagt haben.<br />
Ich antv.'orte für mich. Ich habe so ein großes Kora-<br />
nando v/Lhrend meines Aufenthal-ces in Sobibor niemals<br />
gesehen. Vielleicht gab es mehr «.rbeiter wahrend<br />
meiner Abwesenheit, nur wo sollte so eine Menschen-<br />
menge schlafeii.<br />
Frage: Wieviele Wacliraänner gab es im Lager Sobibor?<br />
Antv/ort: Ich v/eiß nicht genau, ich glaube 30 Mann, ein Zug.<br />
Fra!';e:<br />
Haben Sie Hilitó.rübungen, Schießausbildung durchgeführt,<br />
hatten Sic Schießübungen und Schießwettkampfe?<br />
Bogia<br />
al» UrkundibecmJef t'er GcsJiü/fsJtelp»
ä"<br />
^ ^<br />
An'.wort<br />
"R ra ;e:<br />
Aritv/ort<br />
Fra'ire<br />
Anbv/ort<br />
i?rc;:e :<br />
Antv;crt<br />
Frar-e<br />
Antwort<br />
Präge;<br />
Ancwert<br />
ri T*;-- '-ci<br />
_Nein, so etv/as [;a.b es bei uns nicht.<br />
Hatt:jn die Wachmänner stknaig V/axfen bei sich?<br />
Ja, wir hatten stc.ndig V/af f en nit.<br />
Hatten die '.vacliinänner leitschen?<br />
Ich hatte keine i'eitscne. S Iche Wachmänner, die<br />
Dienst innerhalb d(;s Lagers verrichteten, hatten<br />
biii<br />
^>-«rf 2^03<br />
Peitschen, iiiejenigen, die bei der Außenbev/achung'<br />
d ,s Lagers eingesetzt v/sre ., hatten keine Peitschen.<br />
[•'larcv. die deutGclien Offiziere, Lagerf unktionäre, •<br />
ständig bewaffnet? lia. teii sie alle Peitschen?<br />
Die Deutschen v;aren alle bewaffnet und trugen stc.n-<br />
dig l/affen bei sich. Peitschen hatten nicht alle.<br />
Die einen trugen Peitschen mit, die anderen nicht.<br />
V/as haben Sie persö<strong>nl</strong>ich im Lager Sobibor genacht?<br />
Ich v;ar die ganze Zeit bei der Außenbewachung des<br />
Lagers. Manchmal wurde icVx mit einen Arbeitskommando<br />
geschickt, urn os ::u bewachen, mancliraal stand ich in<br />
der Umzingelung neben den angekommenen Judentrans<br />
porten.<br />
War den v/aciimannern erlaubt, in der vom Dienst freien<br />
Zeit nach aui^erhalb des Lagers zu gehen?<br />
Kein, es war streng verboten. V/ir gingen aber ohne<br />
Genehmip;ung heimlich in die benachbarten Dörfer.<br />
V/ir kehrten auch heimlich zum Beginn des Dienstes<br />
zurück.<br />
-ur-j.e es Ihnen verkündet, dc.ß iv.r -..'illkürliches Ver-<br />
larjsen des Lagers eine Strafe droht?<br />
Antwort: licn s. gte uns ständig devcn, v.'ir gingen aber trotzdem,<br />
Wir \airden dafür bestraft: es gab 25 Peitschenhiebe<br />
und Arrest dafür.<br />
./urden .Sie persö<strong>nl</strong>ich dLfür bestraft?<br />
J sliionqoslellfe/<br />
als Urkundibeamie; dsr Gesdiäftsstelle
Pra;'-c:<br />
Arrbv/ort<br />
jj'r:.-- :e:<br />
^AH^^3^ Bog la<br />
J stizongosiellfe/^<br />
olsUfkunJ .bcam'cf der Geschöfissfelle<br />
?^ü ,•#<br />
Ant\;ort: Ja. Zweiinal vmrde icli r;eschlaffen UIJO. daun überliaupt<br />
von der Bev/achunG des LDgerc Sobibor nach Auschwitz<br />
gesciiickt.<br />
grc.r-e; Gab em Strafe::' iv.r' Ji.nderc Ver^c\e:a":<br />
Ai]tv;or-[;: Ja, besoiiderG fi-lr Diebst^dile.<br />
G-ab en einen i^all, daß ein V/aclimunn xlüchteteï<br />
Ich habe rjehört, daß sich so ein Fall ereigne-bG. Man<br />
sagte, daß er nicht festgenommen v/urde.<br />
Sie ßugben, daß die jüdischen iluftlin-e in der Gaskammer<br />
VCj?-lichtet vairden. Gab es noch andere Arten<br />
der Verviichtun^j außerd~em?<br />
Antv/ort: Ja, sie v/urden auch erschossen. 3ev/öh<strong>nl</strong>ich erschoss<br />
man .ie Juden aus dem Arbeitshomraando. V/enn sie ein<br />
Vergehen ber;insen, erschossen sie die Offiziere selbst<br />
odor gaben so einen Befehl uns und dann wurden sie von<br />
uns erschossen.<br />
]?ra-;e: V/urden die Abgezehrten, Kranken und Schwachen auch<br />
erschossen?<br />
Antwort: Ja, auch sie v/urden erschossen.<br />
Fraj,e; Auf wessen Befehl wurde es getan?<br />
Antv.'ort; Jic Lagerleitung gab so einen Befehl.<br />
Frage: V/urde Iraner ein Sondcrbefehl zur ;::.rschießung der<br />
Kranken und Abge^iehrten, die in Jedem '.L'ransport ankamen<br />
ger;eben? Oder war die Vernichtung solcher Häftlinge<br />
durch Erschießung ein gewöh<strong>nl</strong>icher Vorgang?<br />
Antwort<br />
Fra; :e<br />
Antwort<br />
Ja, genauso war es. Einen besonderen Befehl für jeden<br />
Transport gsb es nicht.<br />
V/urdcu die Tu.ftlinge immer an einer Stelle im Lager<br />
ei'schossen?<br />
Ich habe nicht gesehen, daß sie ojn verschiedenen<br />
Stellen getütet wurden.. Ich gl£iubo, sie wurden immer<br />
im"Lazarett" erschossen. Richtig, ich erinnere mich.
•fr&F^e:<br />
Antv.'ort;<br />
grafie;<br />
Antwort;<br />
Frap;e:<br />
-1^1-<br />
daß einiiial ein Jude von den Arbeitern v/egen des<br />
?YOi H<br />
Diebstahls in der Küche direkt neben der Küche er<br />
schossen vmrde. Jin Deutscher hat ihn erschossen.<br />
Ich habe selbst gesehen, v/ie jener Jude -jetötet vmrde<br />
er rannte aus der Küche und der Deutsche erscuoss ihn<br />
im Laufen, er schoss ihn in den iiinterkopf.<br />
Haben Sie eine Schießerei bei der Ausladung der Trans<br />
porte ;;,ehört?<br />
ITein, ich habe keine 3chiei7erei gehört. Dort schoss<br />
man fiewöh<strong>nl</strong>ich aus iistolen, d;u';er v/ar die Schießerei<br />
nicht zu hören.<br />
Und wie erklären Sie den Untersc'-ied zwischen der<br />
Schießerei aus einer Pistole und aus einer Maschinen<br />
pistole?<br />
Der Pistolenschuß klinijjt schwacher, aus der Entfernuni<br />
hört man ihn nicht.<br />
Können Sie Ihre Aussage erklai'cn: auf die Ihnen ge<br />
stellte Frage sagten Sie, daß Sie einen Fall der Er<br />
schießung neben der Küche gesehen hatten, jetzt sagen<br />
Sie, daß mon auch auf der Rampe bei der Ausladung der<br />
ïransr.iorte geschossen hatte. Welche Aussage entsprich<br />
der V/irklichkeit?<br />
-•-li ,- I. ^ — L» e -i >-, n: •• ~ der --.oa-oe hat nic::" •esc' c^ser..<br />
Fra^e; Gab ez in Lager einen So-Mann, der einen v;ci;;en Kitte<br />
;ru--<br />
-i.ntv;crt: Ich ..abe so sir.e:: nac."."c ;:ese.-e::.<br />
Frai:e; Gab es im Lager einen Galgen?<br />
Antwort: Ich habe keinen Geiger im Lager gesehen.<br />
Fr a-CG :<br />
Antwort<br />
Sie sagten, daß nan Sie v/egen Vergehen aus Sobibor<br />
fortgcsc'iickt ha.-te. Wie soll man das verstehen?<br />
Ich wurde zwcii'ial mit der Peitsclie bestraft, und späte<br />
anscheinend für unzuverlässig befunden und aus dem<br />
Lager nach Auschwitz geschickt.<br />
fRaben Sie selbst Häftlinge erschossen, Arbeiter ge-<br />
ilagen?<br />
. stizangosiellte/'<br />
-1- 1 l-l l-U«^. ^»aj 'c::^r Ges*Aäffssfeila
-15-<br />
7^'f'-<br />
An-bv.orb: Ich habe niemaiiden erschossen und niemanden geschlagen.<br />
Die Deutschen haben keinen Unterschied bei der Bestrafung<br />
eines jüdischen Arbeiters und eines Wachmannes<br />
gemacht: etwas verschuldet - mit der Peitsche {^eschlage<br />
?ra:-:e; Gab es FUlle der Mißhandlungen der Ko.ftlingsarbeiter,<br />
hat man sie verhöhnt? V.'enn ja, dann wer hat es gemacht'.<br />
Antv.'ort: Ich erinnere mich an so etwas nicht.<br />
Frage: Habe ich Sie richtig verstanden, daß man die Häftlinge<br />
gut behandelte?<br />
Antwort: Das ging mich nichts an. Ich habe das nicht beobachtet,<br />
Frage: Gab es andere Strafen für die Hdftlingsarbeiter, außer<br />
den Peitschenschlä-^en?<br />
• j ^<br />
Antv/ort: Ja, es gab welche. Sie wurden im "Lazarett" erschossen.<br />
Frap,'e; Gab es ein Strafkommando für die Häftlingsarbeiter?<br />
Antwort: Ich weiß nichts davon.<br />
Fr a-je: Landeten Flugzeuge in Sobibor?<br />
Antwort; Kan sagte, daß es so einen Fall gab, ich v/eiß aber<br />
nichts davon. Ich persö<strong>nl</strong>ich habe kein gelandetes Flugzeug<br />
gesehen.<br />
Frage: Soeben h.aben Sie erkl^.rt, daß Sie sich an keine Voruiid<br />
Zun?.men der sich im Lager Sobibor befindlichen Cffj<br />
ziere erinnern; wahrend Ihrer Verriehmung Ende 197^ in<br />
Kiew haben Sie . en Vorni-:nen eines von ihnen, uvid zv;ar<br />
Franz, genannt. Erinnern Sic sich an diesen Offizier?<br />
Antv/ort: So ci/ien Vornamen habe ich eigentlich gehört, weiß<br />
aber nicht mehr in welche.a Lager, in Sobibor oder in<br />
Auschwitz.<br />
Fragen, dia auf '.vurisch des St a jt sar, v/alt es Ifeifer gestellt v;urd(<br />
Froge: Auf wes.;en Befehl stellten Sie sich bei der Urazingelun:<br />
vn den nach Sobibor aiir;ekommenen ïransr-ort herum? v/er
^<br />
^ ^<br />
«^t»,-^ £:<br />
r:-'<br />
^' y>^:^^^<br />
tr<br />
-IG-<br />
hat diesen Befehl gesehen?<br />
Antwort; Der Waclimann bestimmte uns für die Umzingelung lun den<br />
Transoort heruin. V/er ihm den Befehl' ^-egeben hat, habe<br />
ich nicht [jChört.<br />
ffrar-e: V/elche Instrulit ionen erhielten Sie, v/enn .Sie für die<br />
Uiazingelung eines u..ftlingstrunsportes bestimmt vmrden';<br />
Antwort: Stehen und scheuen, damit niemand davo<strong>nl</strong>auft. V/enn<br />
Jemand flüchtet, schießen. Aber niemand flüchtete und<br />
?ry;';e:<br />
Fra :e<br />
Antv/ürt<br />
daher sc'ossen v;ir nicht.<br />
Begleiteten die •.ccroiiärner die Loren mil; den krc-nhen<br />
und abr;e:iehrten ....xtlinven vom Crt d.r Ausladung auf<br />
das Gelände des Ls -ors?<br />
Ich habe Cx.s nicht gen^cht, aber die V/achm^.nner v/aren<br />
dort auch.<br />
wie soll nan Ihre werte "v/c.ren dort ; uch" verstehen?<br />
Jjie Loren ait den abgezehrten und hranhen Juden vairden<br />
von den Arbeitern unter Aufsicht eines '.-"achanannes und<br />
irgend jemanden von den Deutschen begleitet.<br />
gra-cen, die auf v;unschjj.g. Staatsanwaltes Echert r:ostellt vmrde]<br />
jre.c:e: Sagen Sie genau, wielange Sie im La .er Sobibor gedient<br />
haben? Befanden Sie sich dort zur kalten Zeit und zur<br />
V/interzeit? habe:; Sie dort Schnee gesehen?<br />
Antwcrtj. Ich kann nicht genau sagen, wiel^.nge ich in diesem<br />
Lager war. Sur kalten heit w;.r ich dort nicht und<br />
achnee habe ich dort nic'it gesehen.<br />
ffra-e: iiabcn Sie beobachtet, wie die ausgezogenen riw.ftlinge<br />
in 'J.ic Gaskaiamcr ;_,etrieben vnirden';<br />
Antwort: V/ariuii auch nicht? lianchmal habe ich es gesehen.<br />
ffra' -e: V.'er trieb sie dorthin?<br />
i.ntwortj. Arbeiter, unter Aufsicht eines Deutschen und des Ober-<br />
'(ACyW J siizangosielHy<br />
als Urkundsbeamter der GeschcHss/aÄs
^<br />
v/acxunannes.<br />
-17-<br />
Frage • Kaben die jüdischen Häftlinj:;^e aus dem Arbeitskommando<br />
die ausgezogenen Ilclftlinge in die Gask£j;nraer getrieben?<br />
Aribv/orb; Ich' erinnere mich nicht an solche Fälle.<br />
3j'ra;^e; • V/en laeinen Sie, v/enn Sie von dem überv.-aclJTic.n sprechen?<br />
Antwort; Ein V/acI'ünann v;ar über uns alle, die anderen v/urden<br />
• zeitweilig als Vorgesetzte für einige einfache V/achinänner<br />
bestimmt. Kachdem die Aufgabe ausgeführt vairde,<br />
hürte er auf der Vorgesetzte zu sein. Die Lfeutschen<br />
kommandierten in aliern, die v.'aciunünner haben keine Entsciieidungeu<br />
selbständig 'getroffen,<br />
Frcx^iQ; Das Gericht weiß aus den Auslassungen des Angeklagten,<br />
daß vom Herbst 19^1-2 an alle './ac}:manner stündig auf<br />
einen Befehl hin die Schießaixsbildung durchführten.<br />
Wurden Sie auch darin ausgebildet?<br />
Antwortf liein, ich erinnere mich an lieine Schief.; usbildung in<br />
Sobibor.<br />
gra;';e; Erinnern Sie sich an jemanden von den V/acljoaännern,<br />
Ukrainern, . die ich Ihnen jetzt nenne: Koschewatskij,<br />
Bodessa, LipodenLo, Klad ocl.er l'vljad, mit dem Vornamen<br />
Taras?<br />
Antwort; Von aL].Ci"! 1,'amen, die mir jetzt ges-.-.gt wurderj, erinnere<br />
ich mich an den I'-'^men Bodessa. Er v/ar bei uns der überwacluiiann,<br />
weil er ein Vv'olgadeutscher war und gut JJeutS'<br />
konnte.<br />
Frar:e t Haben Sie den üienst in jenem Teil des Lagers, wo sich<br />
die Gaskammer befond, jemals verrichtet?<br />
Antv/or't: Ja, aber nicht innerhalb dos Lagers, sondern von außen,<br />
gegenüber diesem Teil des Lagers, v/o sich diese Kammer<br />
befand.<br />
jragc<br />
Haben Sie gesehen, was in der Gaskammer geschieht?<br />
Antv/ort; V/as sich in der Kammer selbst abspielte, war nicht zu<br />
sehen. Manchmal s:;h ich, wie die Hiüftlinge in Richtung<br />
der Kammer getrieben wurden und wie man dann später voi<br />
ov% die Leichen herauszog. .^l/TiT'<br />
Bocjlau
^\<br />
-It<br />
• 6/.<br />
21-O ^i<br />
I?rar;en, diü auf V.'unsch dc-3 Rechtsanualtes Schweizer ^j;estellt<br />
wurden:<br />
ffra^-je; V/urden die Jüdischen Arbeiter in Sobibor gehängt?<br />
Antwort: Ich erinnere mich nicht an solche Fälle.<br />
Frage; Auf die Frage des Herrn Staatsanwaltes Eckert haben<br />
• Sie erklärt, daß die Hc^ftlinge in die Gaskammer frei-<br />
v/illig gingen und ira anderen Fall sagten Sie, daß<br />
sie dorthin getrieben vmrden. Wie soll man Ihre Aus<br />
sage verstehen?<br />
Antwort; Die ausgezogenen Juden gingen in das Badeliaus für die<br />
Saniti-.tsbearbeitung und sie gingen freiwillig. An der<br />
Schwelle der Kammer konnten einige von ihnen ablehnen<br />
hineinzugehen und dann wurden sie dorthin getrieben.<br />
Frage: Wurden sie von den Häftlingen aus dem Arbeitskoraraando<br />
hineingetrieben?<br />
Antwort: Kein, das Arbeitskonmando begann seine Arbeit erst<br />
dann, wenn im "Ladehaus" bereits nur Leichen lagen.<br />
Die -'.rbeiter zogen die Leichen zur Grube.<br />
Frsge: Bei der Vernelimung im Herbst 197^ in Kiew erklärten<br />
Sie, daß 5C Juden aus dem Arbeitskomaando, das sich<br />
ständig im Lager aufhielt, auf Befehl der Lagerver-<br />
waltung die Juden in die Gäskojnmer hineintrieben und<br />
sie dort vernichteten. Wie w: r es in Wirklichkeit?<br />
Antwort: Ich \/eiß nicht mehr wie meine Aussage niedergeschrie<br />
rra :e :<br />
ben vmrde; ey war auf Jeden Fall so, wie ich heute<br />
aussa-;e.<br />
Haben Sie selbst de., neben dor Küche erschossenen<br />
Häftling gesehen?<br />
Antwort: Ich habe es selbst gesehen. Er stürmte aus der Küche<br />
und '-er L/eutsche schorls ihm in den '.pintcrkopf. Ich<br />
habe gesehen, dsß jenor Hlftling tot war.<br />
Hat Jemand den Dienst d-r Wachmänner bei der Umzinge<br />
lung des Transportes mit Häftlingen und den uienst der<br />
Waelimänner um das Lager herum kontrolliert?<br />
~^P^<br />
alsUrkundsbeamtetderGeschcHssfelte »^ "^/é/ U/Z^PSfiÄ^/'^/t'VS/^f.
•ui
-2C<br />
Frap;e; • Fuhren die Loren an diesen Magasinen vorbei?<br />
Antv.'ort; Vielleicht fuhren sie, aber so getarnt, daß ich<br />
nichts jesehen habe.<br />
r-»-»'-•-" o • V.'vrden Sie nach Prar.l-furt Ó-T. üain honaen können, v.'enn<br />
Gie das Scïiv;ur,--Gricht laden wV.rde, uni v/Uirend der.<br />
Gerichtsverhandlung als Zpeuge auszusagen?<br />
;..ntv.-ort: Ich will nicht dorthin f-ihren, •.('c-s habe ich denn, dort<br />
SU tun, uit 30 einem Kojvf, wie ich ihn habe? Ich habe<br />
so£ar hier Schv/ieriskeiten etv; s vernünftig au erklären,<br />
es hat keinen Sinn mit meinen Fähigkeiten dorthin<br />
zu f al'iren.<br />
Fra'-:en, die auf Vmnsch des l^echtsanv/altes Lorensen c!;estellt<br />
v/urden;<br />
Fro--;e: Sie haben erzählt, daß den {Setcteten Ik^ftlingen Gold-<br />
zahne in der Gaskaüimer herausgezogen v/urden. Haben<br />
Sie das selbst gesehen?<br />
Antv;ort: Wie sie diese Z^hne gezogen haben, habe ich nicht gesehen.<br />
Ich habe aber im Magazin Kisten gesehen, in<br />
denen gezogene Goldzähne aufbewahrt wurden.<br />
Fr-.ge: Sie haben von solchen Fällen erzählt, als die V/.Jch-<br />
männer avf Befehl von' den Deutschen scïilecht arbeitend^.<br />
Juden erschossen hatten. Haben Sie aber gesehen, daß<br />
die oS-i'ii-nner selbst solche Juden erschossen, die<br />
schlecht arbeiteten?<br />
Antwort; Ich habe nicht sesi;gt, diß sie wegen schlechter Arbeit<br />
erschossen v/urden. Für eine sc :lechte Arbeit v/urdon<br />
sie mit der Peitsche geschlagen und man zwang sie besser<br />
zu arbeiten. Man erschoss solche, die vor Abzehrun<br />
nicht mehr arbeiten konnten.<br />
Frar-e: Wer hat also die Häftlinge, die arbeitsunfähig wurden<br />
erschossen: die SS-Hanner oder die Wachmänner?<br />
Antv/ort: Sie v/urAen sowohl von den 33-Ih.nnern als auch von den<br />
Bogia<br />
Waclirnännern auf deren Befohl hin erschossen.<br />
als IM -j y ^^^W^ ^"zongosfellte/
X' rafjje;<br />
Antwort:<br />
Frap;e<br />
Ant'w'ort<br />
Frane<br />
Antv/ort<br />
Fra-e:<br />
Ar.tv/ort<br />
^^^{^'<br />
Antv/ort<br />
Fr.:. •s^'-<br />
Ant v;ort:<br />
Fr;.<br />
\Ant<br />
A<br />
r;e:<br />
>;ort:<br />
B©g|<br />
•21-<br />
9 ^j.^<br />
V/urde der Munitionsverbrauch der Wachmänner registriert<br />
oder konnten sie die Patronen ungezählt verbrauchen?<br />
Bevor v/ir den Dienst antraten, verteilte der Cberwaclimann<br />
genau abgezahlte Patronen, je 5 Stück oder<br />
mehr, das weiß ich nicht mehr genau.<br />
Und wo bekamen die Wachmänner diese Patronen und wo<br />
wurden ihre Gewehre verwahrt?<br />
Dafür gab es im Lager einen besonderen liaum, ein<br />
Zimmer in der Kommandantur d.h. in dem Iiaus, wo die<br />
Deutschen lebten. Wir hajten keine Gewehre stcndif?:<br />
O<br />
dabei und die Gewehre v/urden nur dann an uns verteilt<br />
wenn wir den Dienst antraten. In der Freizeit hatten<br />
die Ivaccjnänner keine Gewehre bei sich.<br />
Welches Gebäude meinen Sie, v;enn Sie die Kommandontur<br />
sagen?<br />
Das Haus, wo o.ie JeutGchen lebten.<br />
Bedeutet es, daß die Kommandantur in demselben Gebaud<br />
v/ar, wo die deutschen Lagerfunktionäre wohnten?<br />
Die Kommandantur war separat,<br />
liaben üie irgendwann gesehen, daß die deutschen Lager<br />
funktionare ScbießWettkämpfe veranstalteten und bei<br />
solchen .ielegenheiten auf die Ge.-,'enst.:.nde schössen,<br />
die sie cuf die Köpfe dor L^.ftlinge gelegt hatten?<br />
lein, ich liabe solche Fälle nicht beobachtet.<br />
•.iurden die Sc'>iei'^.\/ettKe.in;ofe auf eiije andere Art dure';<br />
geführt?<br />
An so etwas erinnere ich mich nic"--t.<br />
Haben Sie überhaupt ir;;endwann eine schnell nacheinender<br />
folgende Schießerei im Lager gehört?<br />
Dines ïa-jes haber. die betru<strong>nl</strong>eenen Deutschen eine<br />
Schießerei im Lager veranstaltet, ich war aber dcij.ia]<br />
außerhalb des Lagers und kenne die Urs.che dieser<br />
eßcrei nic'it.<br />
J. siizanaosifillW<br />
^ ^
j^ ra;-::e:<br />
Antwort<br />
graf;e;<br />
Antnvort<br />
l''rc-.7;e:<br />
Avit-zort<br />
Frar;©:<br />
Antv.'ürt<br />
I'ra- ;e;<br />
-22-<br />
w / 0^/<br />
Ant\;crt: Kei):! .ch erinnere mich nicht an so ei.aen Fall. Fast<br />
in allen l'ranspor en rjab es Tote, Greise und Kranke,<br />
die unter ;oG5 sterben, aber an so einen Fall, daß all<br />
im Transport gestorben waren, erinnere ich mich nicht<br />
^3^^.';G<br />
Anü'.vor-c<br />
Sind Ihnen FL.lle der Flucht von Ik.ftlin:i;en aus dein<br />
Lar^er bekannt?<br />
Hein, icli kenne solche Fälle nicht.<br />
Erinnern Sic sich an einen Fall, als aus dem La^er<br />
Sobibor eine Größere Gru-rpe von i.^ftlinGen geflüchtet<br />
ist? .<br />
Nein, ich kann mich nicht an so einen Vorfall erinnern<br />
Vielleicht kann Ihnen als .Gedächtnisstütze der Umstand<br />
dier.!en, daß die bereits vcrnc;.irnencn Zeu;:en doa Gericat<br />
von der Flucht ei.:;er Gfu-o,>e von .... ftlin:_:ei!, uollander<br />
der I:atiünalit-..t nac.':!, berichteten?<br />
holl.-. nder? Ich habe von so einer ITation nie ini Leben<br />
gehört, hein, holländer c^-^h es in Gobibor nicht.<br />
IJie bewe-'ite sich ein Anc-e'ioriGGi'" der Lae^erverwaltung<br />
fort, während er den Dienst der '.;ac>imc..nner bei der Je-<br />
Wóchunc; des L:-^rcrs kontrollierte?<br />
v/ic bev;o-;tc er sich fort? J^r ßinj ^^u Fuß. Manchmal<br />
gin-j der überv/.xbjnann mit ilra susammen. Dort brauchte<br />
man nicht wohin zu fahren und niemand fuhr, weder a.uf<br />
einem Fferd, noch mit anderen i:itteln.<br />
Erinnern Sic siel- an einen Fall, als in einem £isonbahntrans.ort<br />
alle :;.äftlin,"e im Zeitpunkt der Ankunft<br />
dieses l'r^nsiorta in Gobibor bereits tot waren?<br />
Sie haben -esagt, daß Sie sich an die namen der Deut<br />
schen von der Lar;erverwaltunG nicht erinnern können.<br />
Können Sie sie beschreiben?<br />
r.ei:T, das kann ich nicht. Dort waren verschiedene. Si<br />
waren im allgemeinen junc;, bis 3^5 Jaiire. Ich kann ihi<br />
iiußeres nicht beschreiben. V/enn ich einen von meinen<br />
Beglai<br />
J 3lizangos«e!l*a/'<br />
als Urkundsbeamtar der Geschäftsstelle<br />
>
Sèi^<br />
•23-<br />
1^4 If<br />
Kejneradeïi etwa 5 Jahre nicht sehe, kann ich mich nicht<br />
an ihn erinnern oder ihn hecchreiben.<br />
Fra::o: Können üie sich an die Kaiaen der iSS-Hanner von der<br />
Verv/altun^ dos La^jers Scbibor erinnern, v/enn ich<br />
Ihnen eine ßeihe von l'aiaen nenne: Das sind die Kamen:<br />
Laclimann, Bolender, Gomerski.<br />
Antwort; Hein, ich kann mich an diese Ilajaen nicht erinnern.<br />
überhaupt nannte man in unserer Ge;:;env;art die Offizier'<br />
nicht mit ihren Hamen und ich habe mit ihnen, da ich<br />
kein üeutsc-i kann, niemals -gesprochen.<br />
Fra en, ö-ie ouf '..unseh des Sachverstandif-en-I sychiaters<br />
Prof. Schumacher j-'cstellt vrgrden:<br />
Fra-e: Haben Sie beobachtet, daß die Offiziere, Funktionäre<br />
des Lagers Sobibor irr^endwann die jüdischen Hv^ftlinrje<br />
verhöhnten, verspotteten?<br />
Antwort: ilan hat mir diese Fra.-je bereits fsestellt gehabt. Ich<br />
F ran e<br />
erinnere mich nicht an so etwas.<br />
Kat man die Häftlinge gezvmngen, irgendwann Lieder<br />
zu singen?<br />
Antwort: Ich erinnere mich an so etwas. Aber ob es im Lager<br />
Sobibor oder in Auschwitz war, das weiß ich nicht mehr<br />
Frar;e; War es manclimal so, daß man die HLftlinge zwang zu<br />
marschieren und llilitUrbefehie auszuführen?<br />
Antwort; Hein, so vmrden wir, V/achmänner, bestraft, ich habe<br />
Frar;e<br />
so etwas den jüdischen naftlingen gegenüber nicht be-<br />
obcchtet.<br />
Hat man im Lager Sport getriebev;?<br />
Antwort: Ich erinnere mich, daß die '.iacVitnanner und die Deutsche<br />
Fru :e<br />
Antwort<br />
Bèglau<br />
Fußball spielten, üie Häftlinge haben keinen Sport ge<br />
trieben.<br />
V/urden iu Lager Sobibor Spirituosen gebraucht?<br />
Hie Häftlinge haben sie natürlich nicht getrunken, ab(<br />
die^ueutschen und wir, Wachmänner, haben sie getrunkei<br />
J :-iizangos
^<br />
O<br />
Erar-e;<br />
-24-<br />
fc/J<br />
Es v/ar zv/ar den Wc.chinc.nnern verboten, sich zu betrinken,<br />
aber v;ir stahlen die Sachen der Getöteten<br />
aus dem liarjazin und tauschten sie in den Dörfern<br />
.gerben die Spirituosen. Ich wurde eben dafür geschlagen,<br />
Ilcibcn die deutschen Offiziere Spirituosen (getrunken?<br />
An t v/ort: Sie tranken st^.ndig. Sie tranken nicht so viel wie wir,<br />
aber dafür oft. Es ist für mich leichter zu sagen wie<br />
oft sie nüchtern waren, nüchtern waren sie seltener<br />
als betrunken.<br />
(Es erfol,;;;ten keine weiteren Era-jen von den v; stdeutschen Jurisix<br />
Das Protokoll wurde ihm auf V/unsch des Zeuf^en laut vorgelesen.<br />
Es ist richtig aufgenommen. Es gibt keine Verbesserungen und<br />
Ergänzungen.<br />
gez. u<strong>nl</strong>eserlich<br />
(Businnij)<br />
Die Dolmetscherin<br />
gez. Chmelnizkaja<br />
(Chraelnizkaja)<br />
Vernommen:<br />
Der ünterouchunr^cbesjnte für besonders v;ichtige Angelegenheiten<br />
bei äe;:i Staatsanwalt der Ukrainisclien GSK Gberjustizrat<br />
gez. Ilaliaschcv;<br />
Hakaschcv;<br />
Bei der Vernelunung des Zeuge}! l'.D. 13usinnij waren anv/esend:<br />
Der Vorsitzende des Schvmrjerichtcs<br />
gez. Schneider Schneider<br />
Der Richter<br />
gez. V/cchter V/^xhter<br />
Die St:-at3anw...lte .<br />
r >-„-.•• -:i,.^-. ^echtsanv/ulte<br />
;:;ez. Eckert Eckert<br />
r-:e::. i'feifer ifeifer<br />
yf ^^ vv -l'stizongesiellte/<br />
als Urkundsbeamter der Geschäffsstelte<br />
Schweizer
m<br />
-23-<br />
Uer Scchverstundi-^e-Fsychiater Professor Scliuinacaer<br />
G;ez. Prof. Dr. v;. Schumacher<br />
Die Dolmetscherin<br />
2 e z. \i. L ap L a ;i e v/<br />
Die ßtenotyT:)isti"ünen<br />
Ges, u<strong>nl</strong>eserlich<br />
gez. u<strong>nl</strong>eserlich<br />
Frankfurt/Main, den 18. September 1975<br />
^>ur traductlon^conform«<br />
p{jT dl« RlcfitJoÉSJlt d«<br />
... , ; , - J '^"'^cngo'JeWiejf<br />
Saüikyneiöesmicr der GosJicasstelle<br />
Kapkajev/<br />
Altuchov/a<br />
Fe nik<br />
V f -;
o»<br />
o<br />
p<br />
't-<br />
f<br />
r
25. Januar 1985<br />
Der<br />
d<br />
hilf<br />
PROTOKOLL OBER ZEUGENVHÄÜVG^ '^^"^<br />
Stadt Lisakowsk<br />
aatsanwaltschaft der<br />
UdSSR<br />
UdSSR<br />
aufgrund<br />
...fo...^.<br />
des<br />
....<br />
Recht:<br />
.<br />
Ignat Terentjewitsch<br />
Jahre 19?-^ .- n ^'^'^^ L i bCHENKO, geboren im<br />
I-T. DANILTSCHENKO i^t . ^<br />
aKowsk. 1. Mikrorayon 21, Whng. 15.<br />
tfafprozeßordnung der SSR K,. 7 "<br />
"•-fen. daß er zu bP K '''""''" "^"-""er belehrt<br />
"age zu machen, sowie all<br />
'"'r Sache bekannte zu berich » 7 """' "'" *"<br />
9en zu antworten E i " "' '"'^"*^ ^ -<br />
' F^"= einer Aussan '' ""' ^^^"'""tung<br />
193 de, ..„. 1 .''"'^"'S"""9 entsprechend Art.<br />
sowie<br />
der SSR Kasachstan belehrt worden.<br />
Unterschrift des Zeugen<br />
(-) I-T. DANILTSC
Frage: DANILTSCHENKO, Sie werden in der russischen<br />
Sprache vernommen. Benötigen Sie bei der Vernehmung<br />
einen Dolmetscher?<br />
Antwort: Ich spreche fließend russisch<br />
deswegen keinen Dolmetscher bei der Ver nehmung. Ich<br />
werde meine Aussage in russischer Sprac he machen.<br />
Beginn der Vernehmung: 9.45 Uhr.<br />
Unterschrift<br />
(-) r.T. DANILTSCHENKO<br />
Zu den ihm gestellten Fragen erklärte I.T. DANILTSCHENKO:<br />
Im Jahre 1942 nahm ich in den Reihen der Sowjetarmee an<br />
Kämpfen gegen die deutschen Eroberer auf der Halbinsel<br />
Kertschin teil. Dort wurde ich 1942 verwundet (Kontusion)<br />
und gefangengenommen. Man brachte mich als Verwundeten<br />
im Lager für Kriegsgefangene in der Stadt Rowno unter,<br />
wo ich zwecks Behandlung im Krankenhaus lag. Ich war<br />
zwei oder drei Monate im Krankenhaus. Nach meiner Gene<br />
sung kam ich ins Lager, wo eines Tages angetreten werden<br />
mußte, und unter den Kriegsgefangenen wurden 15o oder<br />
sogar mehr Personen herausgesucht und auf 4-5 großen<br />
Autos ins Lager am Rande der Stadt Trawniki in Polen<br />
gebracht. In diesem Lager mußten wir antreten, und man<br />
erklärte uns, wir würden für die innere Bewachung aus<br />
gebildet werden, und man sagte uns, derjenige, der die<br />
Schulung nicht mitmachen wolle, soll hervortreten; je<br />
doch niemand trat aus den Reihen hervor.<br />
und benötige<br />
- 3 -<br />
rÜAi'AO^I
- 3 -<br />
Wir wurden drei Monate lang in Trawniki geschult. Aus<br />
den Reihen der Kriegsgefangenen waren unter den Kurs<br />
teilnehmern viele Nationalitäten aus der Sowjetunion:<br />
Russen, Ukrainer, Weißrussen, Kasachen usw. Man hatte<br />
drei oder vier Kompanien gegründet, jede Kompanie zu<br />
loo oder ein wenig mehr Mann. In jedem Zug waren 25-3o<br />
Mann. Man lehrte uns auch die deutsche Umgangssprache.<br />
Wir verrichteten in diesem Lager auch Wachdienst. Nach<br />
Beendigung der Schulung wurden vier Mann, IWTSCHENKO,<br />
GONTSCHAROW, DJATSCHENKO und ich in die polnische<br />
Stadt Libarto zur Bewachung eines Sägewerks geschickt.<br />
Unser Vorgesetzter war ein Deutscher, dessen Vor- und<br />
Zunamen ich nicht kenne. Bei diesem Werk arbeiteten<br />
freie Menschen, Polen. Bei diesem Sägewerk waren wir<br />
den ganzen Winter 1942/43.<br />
Im Frühjahr oder Sommer 1943, genau erinnere ich mich<br />
jetzt nicht, wurden wir vier, d.h. GONTSCHAROW, DJA<br />
TSCHENKO, IWTSCHENKO und ich, in das sich auf dem Terri<br />
torium Polens befindliche Lager Sobibor gebracht, um<br />
in diesem Lager Wachdienst zu verrichten. Dieses war<br />
ein Todeslager, in dem Juden vernichtet wurden, die man<br />
dorthin aus Polen, Holland, Deutschland, aus der Tsche<br />
choslowakei, der Westukraine der UdSSR, eigentlich aus<br />
ganz Europa brachte. Das Lager lag in einem großen<br />
Kiefernwald in der Nähe der Eisenbahnhal te- oder -aus-<br />
weichstelle Sobibor, von der aus eine Abzweigung der<br />
Eisenbahnstrecke ins Lager gelegt war. Das Lagergelände,<br />
insofern ich mich jetzt erinnere, nahm unhefähr über<br />
drei Quadratkilometer ein, d.h. die Länge war etwa 8oo<br />
- 4<br />
ij^a/
- 4 -<br />
und die Breite etwa 4oo Meter. Das Lager war mit eini<br />
gen Reihen Stachel draÜt eingezäunt, wobei die Außenreihe<br />
eine Höhe von etwa drei Metern hatte. Entlang dieser<br />
Umzäunung waren auf der Außenseite Wachtürme, auf denen<br />
wir Wachmänner Wachdienst verrichteten. Das Lager hatte<br />
drei Zonen. Die 1. Zone, wo die gesamte Bewachung war,<br />
bzw. Dienstzone - hier wohnten die Wachmänner in zwei<br />
Kasernenbaracken, und in einem Kasernengebäude getrennt<br />
lebten Deutsche, die wiederum in diejenige aufgeteilt<br />
waren, die mit uns Dienst auf den Wachtürmen taten, und<br />
diejenige, die die zweite und dritte Zone bedienten.<br />
Wir Wachmänner waren loo-12o Mann, und von den Deutschen<br />
waren es 5o Mann. Die 2. Zone, wo die Arbeiter der zwei<br />
ten Zone lebten und wo sich auch die sogenannte "Über<br />
gangsbaracke" für den zeitweiligen Verbleib von Menschen,<br />
die vernichtet werden sollten, befand. Die 3. Zone - dort<br />
lebten Arbeiter, nur Männer jüdischer Nationalität, die<br />
die dritte Zone bedienten. Hier befand sich auch die<br />
Gaskammer, das sogenannte "Bad", in dem mittels Motor<br />
abgase das Vernichten der Menschen durchgeführt wurde.<br />
Auf dem Gelände dieser dritten Zone wurden auch die<br />
Leichen verbrannt.<br />
^^-^gg: Können Sie den Plan des gesammten Lagers mit<br />
Hinweis auf die Zonen zeichnen?<br />
Antwort: Da ich den Wachdienst auf den Türmen verrichtet<br />
und die Lagerzonen von oben gesehen habe, kann ich jetzt<br />
den Plan des Lagers aus dem Gedächtnis, so, wie er mir<br />
in Erinnerung geblieben ist (der Plan wird beigefügt)<br />
zei chnen,<br />
- 5 -<br />
STA.D . •(^W 'd
- 5 -<br />
LLMH In welcher Zeit haben Sie als Wachmann im Lager<br />
Sobibor gedient?<br />
^"^^°^^-. W^'e ich berits oben gesagt habe, hatte man uns<br />
vier ungefähr im Frühjahr oder Sommer 1943, an den Monat<br />
erinnere ich mich gegenwärtig nicht, ins Lager Sobibor<br />
gebracht. Und etwa Ende 1943 oder Anfang 1944, ich er<br />
innere mich gut, es war zur Winterzeit, denn es lag noch<br />
Schnee, wurde ich aus diesem Lager in einer Gruppe von<br />
Wachmännern, 5o Mann, in die Stadt Flossenburg auf<br />
deutsches Gebiet zur Bewachung eines Konzentrationsla<br />
gers und einer Flugzeugfabrik abkommandiert. So habe<br />
ich im Lager Sobibor weniger als ein Jahr Dienst getan.<br />
'"'"^g^-. Z^ welchem Zweck diente das Lager Sobibor?<br />
Antwort: Das Lager Sobibor war ein Todeslager. Es diente<br />
dazu, Menschen jüdischer Nationalität zu vernichten.<br />
Während meines Aufenthaltes in diesem Lager geschah,<br />
außer daß Menschen vernichtet wurden, sonst nichts. Ob<br />
außer Juden Menschen anderer Nationalitäten in diesem<br />
Lager vernichtet wurden, weiß ich nicht. Mir persön<br />
lich ist bekannt, daß man in diesem Lager nur Juden ver<br />
nichtet hat.<br />
'"'"^gg: Wie verlief der Prozeß der A<strong>nl</strong>ieferung und der<br />
Vernichtung der Gefangenen? Wie oft kamen Transporte<br />
mit Opfern? Zu welcher Zeit war die Anzahl solcher<br />
Transporte die größte und wann die geringste? Wie viele<br />
Gefangene wurden täglich vernichtet?<br />
- 6<br />
STA. i^HÜ^é
- 6 -<br />
Antwort: Die Gefangenen wurden ins Lager Sobibor per<br />
Eisenbahn in geschlossenen Güterwaggons und auch mit<br />
Autos gebracht. Nachdem ich ins Lager Sobibor gekommen<br />
war, trafen die Eisenbahntransporte mit Gefangenen<br />
regelmäßig ein, d.h. ein bis zwei in 24 Stunden. Es<br />
gab auch Fälle, daß bis zu drei Transporten eintrafen.<br />
Es gab aber auch Fälle, in denen es ein oder zwei Tage<br />
lang überhaupt keinen Gefangenentransport gab. Die Tran<br />
sporte bestanden aus unterschiedlicher Anzahl von<br />
Waggons, aus 2o-25, und es gab auch 5-6. In einem Waggon<br />
waren ungefähr 4o-5o Menschen. So meine ich, daß binnen<br />
24 Stunden bis zu l.ooo Menschen eintrafen, und viel<br />
leicht waren es zeitweilig mehr oder auch weniger.<br />
Außerdem wurden die Gefangenen mit Autos ins Lager ge<br />
bracht. Es trafen auch 5-6 Autos mit Gefangenen binnen<br />
24 Stunden ein, und es gab auch Fällen, in denen es<br />
2-3 Autos waren. Mit jedem Auto brachte man 2o-25 Ge<br />
fangene heran, und all diese Opfer wurden vernichtet.<br />
Zum Ende meines Aufenthaltes im Lager Sobibor begannen<br />
sowohl Eisenbah- als auch Autotransporte mit Gefangenen<br />
seltener einzutreffen. Offensichtlich hatte das Heran<br />
rücken der sowjetischen Front Einfluß darauf.<br />
In der ersten Zone waren zwei Tore. Durch das eine wur<br />
den die Waggons mit den Gefangenen hineingeleitet, und<br />
durch das andere fuhren die Autos mit den Gefangenen<br />
hinein. Aus den Eisenbahnwaggons wurden die Gefangenen<br />
auf eine Rampe - eine erhöhte Stelle neben dem Eisenbahn<br />
gleis - ausgeladen. Bei Entladung der Menschen auf die<br />
Rampe hatten nur Deutsche Wache. Und wir Wachmänner<br />
standen hinter dem Draht, in der ersten Zone, und acbte-<br />
. 1 V! i/jkl rj. ^ /
ten darauf, daß es unter den Opfern keine Panik und<br />
Unordnung gab. Die Wachmänner waren nur mit Gewehren<br />
bewaffnet, und Pistolen bekamen sie nur dann, wenn sie<br />
beim Durchgangspunkt, am Tor, Wache hatten. Von der<br />
Rampe führte man die Gefangenen durch ein Törchen in<br />
die zweite Zone, wo eine Überdachung war. Hier wurden<br />
die Opfer "bearbeitet", d.h. man nahm ihnen Sachen ab,<br />
schor sie, entkleidete sie völlig und brachte sie dann<br />
in die dritte Zone. Wenn mit einem Transport viele<br />
Menschen eintrafen, wurde ein Teil der Opfer in einer<br />
Baracke "zum Weiterleiten" in der zweiten Zone unterge<br />
bracht, wo sie die Zeit bis zu ihrer Vernichtung ab<br />
warteten. In der dritten Zone trieb man die entkleide<br />
ten Menschen in das sogenannte "Bad", welches in Wirk<br />
lichkeit die Gaskammer war, die aus sechs Kammern be<br />
stand. In jeder Kammer hatten bis zu 25o Personen Platz<br />
Danach wurde die Tür des "Bades" hermetisch verschlos<br />
sen, und man tötete die Menschen mittels Abgase von<br />
Dieselmotoren. Soviel ich aus Berichten anderer Wach<br />
leute weiß, waren angeblich zwei Dieselmotoren von<br />
sowjetischen "KW"-Panzern in Betrieb. Nach der Vernich<br />
tung der Menschen öffneten Arbeiter aus der dritten<br />
Zone die GaskammertUren, luden die Leichen auf Wägel<br />
chen und transportierten sie in derselben Zone auf<br />
eine aus Eisenbahnschienen angefertigte Rampe. Dort<br />
wurden die Leichen verbrannt. Der Augenblick, in dem<br />
die Leichen verbrannt wurden, war sichtbar, wenn man<br />
Dienst auf dem Turm tat. Während der Verbrennung der<br />
Leichen waren Flammen zu sehen, und man nahm den Ge<br />
stank verbrannten Fleisches wahr. Wenn während der
K<br />
><br />
8 -<br />
Verbrennung der Leichen der Wind zum Turm wehte, war<br />
es sehr schwer zu atmen. Es trafen auch Autos, die<br />
Gefangene heranbrachten, im Lager ein. Der Unterschied<br />
lag lediglich darin, daß sie durch das aus der ersten<br />
Zone führende Tor auf die Rampe geladen wurden.<br />
In der zweiten Zone, bei der "Bearbeitung" der Gefan<br />
genen, d.h. dort, wo den Gefangenen die Sachen abge<br />
nommen und sie entkleidet wurden - vor der Weiterlei<br />
tung in die Gaskammer - fanden Erschießungen der Perso<br />
nen statt, die sich nicht aus eigener Kraft bewegen<br />
konnten. Ich muß sagen, daß die Wachmänner keinen Zu<br />
tritt zur zweiten und dritten Zone hatten, weil aus<br />
schließlich Deutsche den Wachdienst dort verrichteten.<br />
'^'^age: Wieviele SS-Bedienstete von den Deutschen hat<br />
es im Lager gegeben? An wen von ihnen erinnern Sie<br />
sich?<br />
Antwort: Wie ich bereits oben gesagt habe, hat es von<br />
den Deutschen im Lager Sobibor 5o Mann gegeben. Nicht<br />
nur, daß ich mich an ihre Namen nicht erinnere, ich<br />
habe sie auch nicht gekannt, denn wir sprachen sie mit<br />
dem Rang an. Es ist wahr, ich erinnere mich, daß unsere<br />
Wachmannschaft von dem Deutschen namens Kurt kontrol<br />
liert wurde. Ich erinnere mich daran und weiß es nur<br />
deswegen, weil es unser unmittelbarer Vorgesetzter war.<br />
Ich weiß, Lagerleiter war ein Deutscher im Rang eines<br />
Hauptsturmführers. Seinen Namen kenne ich aber nicht.<br />
Mir ist nicht bekannt, wer von den Deutschen konkret<br />
welche Funktionen ausübte. Jeder Deutsche war für uns<br />
/
- 9 -<br />
Wac.änner "Gerr". d.h. Her.D. Die Person des Lager-<br />
'eiters. den Hauptsturmführer, habe ich gekannt, d.h.<br />
^ch habe ihn gesehen. Er war groß, gutaussehend und<br />
etwa 40 Jahre alt. Ich habe kein einziges Mal dienst<br />
lich rrnt Ihm gesprochen. Ich könnte ihn jetzt nicht<br />
iedererkennen<br />
fri5^ Haben Sie von den Deutschen den SS-Mann Karl<br />
FRENZEL gekannt? Wenn Sie ihn gekannt haben, welche<br />
Funktionen nahm er im Lager wahr?<br />
Antwort: Mir sagt weder der Familienname FRENZEL noch '<br />
der Vorname Karl etwas. Ich habe einen solchen Deutschen<br />
mcht gekannt. In der ersten Zone lebten wir Wachmänner<br />
;n anderen Baracken als die Deutschen, und sie pflegten<br />
überhaupt keinen Kontakt mit uns. Wir lebten getrennt<br />
und aßen getrennt. Ich weiß, daß sie zur Entladung von<br />
Gefangenen gewöh<strong>nl</strong>ich mit Gummiknüppeln gingen. Bei der<br />
Entladung von Menschen gab es keinerlei Unordnung. Und<br />
was weuer vor sich ging, nachdem die Gefangenen in die<br />
zweite Zone geführt worden waren, weiß ich nicht, weil<br />
die Wachmänner, darunter auch ich. keinen Zutritt zu<br />
dieser Zone hatten. Wie der Prozeß der A<strong>nl</strong>ieferung der<br />
Gefangenen und ihrer Vernichtung vor sich ging - worü<br />
ber ich oben in meiner Aussage berichtet habe - habe<br />
ich gesehen, wenn ich Wachdienst auf den Türmen tat<br />
und die Lagerzonen von oben einsehen konnte, oder wenn<br />
ich Wache hinter der Rampenzone beim Entladen der '<br />
Menschen hatte. Erschießungen selbst von Gefangenen,<br />
le sich nicht bewegen konnten, habe ich persö<strong>nl</strong>ich<br />
1) Anmerkung d. Übersetzers: russische Aussprache des<br />
deutschen Wortes "Herr"<br />
- lo<br />
STA.DJ ^i^^lÜ.f^
- lo -<br />
nicht gesehen, weil das "Lazarett", wo die Erschießung<br />
durchgeführt wurde, von den Türmen aus nicht sichtbar<br />
war. über diese Erschießungen haben aber andere Wach<br />
männer gesprochen. Diese Erschießungen konnte man ver<br />
muten, denn dann, wenn ich auf den Türmen Wache hatte,<br />
habe ich beobachten können, wie Arbeiter aus der drit<br />
ten Zone Leichen auf Wägelchen aus der zweiten Zone<br />
herausfuhren und auf Stößen zur Verbrennung stapelten.<br />
Was die Deutschen von der Lagerwache und auch von der<br />
Verwaltung in der zweiten und dritten Zone konkret<br />
taten, das weiß ich nicht.<br />
^rage: Wer von den Deutschen, ausgenommen der Lager<br />
leiter, der HauptsturmfUhrer, und Ihr unmittelbarer<br />
Vorgesetzter Kurt, hatte noch irgendwelche Funktionen<br />
im Lager?<br />
Antwort: Die Deutschen selbst waren untereinander ge<br />
trennt. Die einen nahmen an der Entladung von Gefan<br />
genen teil, die anderen bedienten die zweite und die<br />
dritten die dritte Zone, und wer von ihnen welche<br />
Funktionen hatte, das weiß ich nicht.<br />
Frage: Wer von den Deutschen mißhandelte die Gefange<br />
nen besonders, tötete sie?<br />
Antwort: Da ich keinen Zutritt zur zweiten und dritten<br />
Zone hatte, kann ich nicht sagen, wer genau von den<br />
Deutschen die Häftlinge mißhandelte und sie tötete.<br />
Frage: Was tat man im Lager mit arbeitsunfähigen und<br />
kranken Gefangenen?<br />
11<br />
ilZTfJ i1 if4
- 11 -<br />
ialworlL Da man im Lager Sobibor, in dieser "Fabrik"<br />
fur die Massenvernichtung von Menschen, gesunde Menschen<br />
vernichtete, um so mehr vernichtete man auch Kranke und<br />
Arbeitsunfähige. Wenn ein Mensch als Gefangener in dieses<br />
Lager geriet, so kam er nicht mehr lebend aus diesem<br />
Lager heraus.<br />
füiei Sagen Sie. DANILTSCHENKO, was ist Ihnen von dem<br />
Aufstand der Gefangenen im Lager Sobibor bekannt?<br />
A<strong>nl</strong>wo^ Ich habe bereits gesagt, man hatte uns 5o Mann<br />
Ende 1943 oder Anfang 1944, d.h. noch vor dem Aufstand<br />
im Lager Sobibor, aus dem Lager Sobibor in die Stadt<br />
Flossenburg abkommandiert. Deswegen ist mir über diesen<br />
Aufstand nichts bekannt.<br />
ll^9±i Sagen Sie, was Ihnen über die Erschießung des<br />
'•Waldkommandos" und der Holländer bekannt ist.<br />
Aritwort: Mir ist über diese Aktionen nichts bekannt.<br />
Iriisei Können Sie und wünschen Sie in die Stadt Hagen.<br />
Bundesrepublik Deutschland, zu reisen, um eine Aussage<br />
vor dem Landgericht zu machen?<br />
h<strong>nl</strong>ioru Mein Gesundheitszustand hat sich in der letzten<br />
Zeit rapide verschlechtert. Im Februar 1984 habe ich<br />
einen Infarkt erlitten, wonach ich oft ärztliche Hilfe<br />
benötige. Meinem Gesundheitszustand nach habe ich ge<br />
genwärtig die Invaliditätsgruppe II. Schon deswegen<br />
wird es für mich sehr schwer sein, eine solche Reise<br />
- 12<br />
STA.DOece 33 Pf^^Jg«^
» •<br />
! •<br />
12<br />
anzutreten. Wenn dieses absolut notwendig sein würde,<br />
so könnte ich mich zu einer solchen Reise entschließen.<br />
Ende der Vernehmung: 16.35 Uhr,<br />
Die Vernehmung wurde mit Erholungspausen durchgeführt.<br />
Ich habe das Protokoll persö<strong>nl</strong>ich gelesen. Die Aussa<br />
ge ist nach meinen Worten richtig niedergeschrieben.<br />
Ich habe nichts zu berichtigen oder hinzuzufügen.<br />
Unterschri f ten:<br />
Unterschrift des Zeugen<br />
(-) I.T. DANILTSCHENKO<br />
Stellvertretender Staatsanwalt für den Bezirk Kustanajsk<br />
(-) W.A. GOLDORF - Oberjustizrat<br />
Das Original wird beglaubigt:<br />
Stellvertretender Leiter der Verwaltungsabteilung<br />
(-) P.I. RJACHOWSKICH<br />
L.S. Rundes Dienstsiegel mit Staatswappen und Inschrift<br />
Staatsanwaltschaft der UdSSR.<br />
Di.; überei ns timmung vors stehender Übersetzung mit de<br />
mir in russischer Sprac '•he vorliegenden Schriftstüc<br />
wird hiermit bestätigt. gt.<br />
Ascheberg, den 25<br />
Juni 198&^<br />
Vom Oberlandesgericht Oberland<br />
Hamm zur<br />
Bescheinigung der Richtigkeit und<br />
Vollständigkeit von Übersetzungen<br />
ermächtigte Dolmetscherin.<br />
c • - iTTJun a/.<br />
jï<br />
•I
?<br />
p<br />
d<br />
F
2. Consugerma Detroit<br />
USA<br />
Täfex-Nr. 23 - o7l6<br />
-2-<br />
Betrifft: Strafverfahren gegen Frenze1 (NSG-Verbrechen<br />
in Sobibor / 31 Ks 5V76<br />
Bezug: Schriftwechsel mit LG Frankfurt<br />
- dort RK 531 SE 3527; zuletzt Schreiben<br />
vom 26.11.1976<br />
Kann der Zeuge Ivan Nikolajewich Demjanuk 36o2 Riverside<br />
Avenue, Cleveland, Ohio 44lo9, nochmals befragt werden,<br />
ob und wie lange er im NS-Vernichtungslager Sobibor war ?<br />
Ist der Zeuge bereit, zur Kauptverhandlung nach Hagen zm<br />
kommen oder sich dort kommissarisch vernehmen zu lassen ?<br />
Die Sache eilt wegen hier« andauernder und zum Abschluß zu<br />
bringender Hauptverhandlung.<br />
Erbitte Telexnachricht.<br />
Vielen Dank.<br />
Hochachtungsvoll<br />
Hagen, den 3.1o.l983<br />
Landgericht - Schwu'^gericht<br />
Der Vorsitzende:<br />
K r e m e r<br />
Vorsitzender Richter am Landge-richt<br />
Vielen Dank für die Aufgabe.<br />
Dahlbüdding, Justizangestellte<br />
[/[JyUuiuaioLJyr^ J / Kê ^^/^ ^^^/"^TE'-/;2.<br />
6ï
^<br />
^<br />
^<br />
^<br />
^<br />
0?3230716f<br />
rca oct 03 1015<br />
consugerma det<br />
consugerma det<br />
323316 Lghgn d<br />
31 ks 54/76<br />
consugerna detroit<br />
usa<br />
betritt:<br />
55trafverfahren neqen frenzeL (nso-verbrechen<br />
in sobibnr / 31 ks 54^76<br />
h e z ü 'i:<br />
schrift'.vechseL nit Landgericht frinkfurt<br />
- dort rk 531 se 3527, ' zuLsetzt schreiben vo-i '^'S. 11 .1976<br />
kann der zeuge Ivan nikoLajewicb denjanuk<br />
3602 riverside avenue, Cleveland, ohio iv'+109,<br />
nochnals befragt werden, ob und '.vie lange er in<br />
ns-vernichtungsLager sobibor war?<br />
ist der zeuge bereit, zur hauotverhandlung nach hagen<br />
zu komnen oder sich dort ko^^risasarisch vernehnen<br />
zu Lassen?<br />
die Sache eilt wegen hier andauernder und zu-n abschLu zu<br />
bringender hauptverhandlung .<br />
erbitte telexnachricht.<br />
vielen dank.<br />
hochachtungsvoll<br />
5300 hagen, 3. oktober 19B3<br />
Landgericht - Schwurgericht<br />
der Vorsitzende<br />
krener<br />
Vorsitzender richter an Landgericht<br />
323316 Lghgn d-T»<br />
consugerna det<br />
uif{-<br />
1^
21.10.33 04.10 uh r ++<br />
S86591b aabn d<br />
21.10.1983 07.16<br />
f ^<br />
wtLg, edv: 430 20 in «^ ,, ^<br />
-t^v^,^v;..ifj.y3^ Landgericht<br />
aus: bonn aa<br />
an: Landgericht hagen<br />
aus: new york consu<br />
nr 504 von 20, 10.1983,<br />
an; bonn aa<br />
1510 oz<br />
Fernschreiben (offene<br />
rigegangen: 20.10.83, ?025 07<br />
> « «er Landgericht hagen<br />
hagen<br />
teLek s nr 823316 Lghgn<br />
az. r<br />
betr.<br />
h se 51993<br />
bezuo • Strafsache frenzeL (nsg)<br />
: fs nr 502 vom 19.1 0.1983<br />
dort, az 31 ks 54'<br />
hieLt<br />
rechtsvertreter des<br />
m erneuten anruf z<br />
erkLa erte jedoch, dass se<br />
gewes en sei. diese behaup<br />
kamoa gne gegen seinen nan dänten d,» i ^i"^'' "erleuncJungs-<br />
aberk ennung der einb+uerg erunn In H ^^ "^'^ verfahren auf<br />
sich die befragung durch<br />
angf b Lieh in Lager sobibo<br />
koenn e sein nandant nicht<br />
recht sanvvaLt o'connor wir<br />
unnit teLbar an das gerich<br />
roÄsc h<br />
nnnn<br />
32331-^. iihnn r1^<br />
3-^331': t^Yin d '<br />
21.10.83 07.27 uhr ++<br />
l(( ß/
„Demjanjuk war Wachmann"<br />
JERUSALEM, 16. Januar (dpa). Im Berufungsverfahren<br />
des wegen Beteiligung<br />
am Massenmord von Hunderttausenden<br />
Juden im Konzentrationslager Treblinka<br />
zum Tode verurteilten John Iwan Demjanjuk<br />
hat der israelische Staatsanwalt<br />
Dokumente vorgelegt, aus denen eindeutig<br />
hervorgehen soll, daß dieser — im Gegensatz<br />
zu früheren Beteuerungen —<br />
doch ein „Wachmann" der SS in mehreren<br />
Konzentrationslagern war. In Jerusalem<br />
reichte der Ankläger am Mittwoch<br />
drei -Dokumente zur Beweisaufnahme<br />
ein, die belegten, daß Demjanjuk im<br />
Spätsommer 1943 im KZ Flossenburg als<br />
„Wachmann" eingesetzt wurde.<br />
Staatsanwalt Michael Schaked entdeckte<br />
die Papiere nach eigenen Angaben<br />
1991 bei Nachforschungen im Staatsarchiv<br />
von Koblenz, f-fi -iT.^.Oy
1<br />
kabinet<br />
's maatregoedgenmorgenBinnentie,<br />
Scotti<br />
nteerd, is<br />
d op de<br />
'anni Falcototstandrkt.<br />
tten onder<br />
eid van on-<br />
16, termijngerechtelijk<br />
)etere bewamissen<br />
door<br />
ichtige miliing<br />
van preen<br />
voor zwa-<br />
[ngrijMBverjn<br />
tiJQilirhet<br />
lerzoek afgetlaringen<br />
als<br />
worden<br />
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^näar ook in<br />
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.er Flynn heeft<br />
'ende argumenten<br />
. oproep. O<strong>nl</strong>angs werd<br />
lUCl<br />
5tsenffe Itindert<br />
afstand met een Supgevuld<br />
met bleekwati<br />
ogen spoten.<br />
Flynn noemde de Super<br />
een „uitnodiging tot gewei<br />
het huidige leefklimaat in het<br />
centrum van dezp stad".<br />
n b ^]i'^<br />
Israëlische rechter denkt<br />
aan vrijspraak Demjanjuk<br />
Jeruzalem - Een rechter van het<br />
Israëlische hooggerechtshof<br />
heeft gisteren gezmspeeld op de<br />
mogelijkheid dat John Demjanjuk,<br />
door een lagere rechtbank al<br />
ter dood veroordeeld, vrijgelaten<br />
zal moeten worden. Als de openbare<br />
aanklager niet kan aantonen<br />
dat Demjanjuk in het vernietigingskamp<br />
Treblinka is geweest,<br />
dan zullen wij hem moeten vrijlaten,<br />
zei rechter Aharon Barak.<br />
De nu 72-jarige Demjanjuk werd<br />
vier jaar geleden ter dood veroordeeld<br />
omdat hij 'Ivan de Verschrikkelijke'<br />
zou zijn, een sadistische<br />
bewaker die werkte bij de<br />
gaskamers van Treblinka, waar<br />
700.000 joden werden vergast.<br />
In de beroepszaak die Demjanjuk<br />
heeft aangespannen, heeft de<br />
openbare aanklager, Michael<br />
Shaked, zich de laatste tijd vooral<br />
gericht op Demjanjuks doen en<br />
laten in Sobibor. waar hij na Treblinka<br />
als kampwacht te werk<br />
werd gesteld. Shaked vindt dat<br />
nieuw bewijsmateriaal dat Demjanjuk<br />
een bewaker was in Sobi-<br />
bor - evenals Treblinka gelegen<br />
in het door de nazi's bezette Polen<br />
- de veroordeling ondersteunt.<br />
In beide gevallen waren joden het<br />
slachtoffer, in beide gevallen was<br />
het misdrijf volkerenmoord, aldus<br />
de openbare aanklager. Of<br />
het nu Treblinka was of Sobibor,<br />
dat doet er in zijn visie niet zoveel<br />
toe.<br />
Rechter Barak is het daar niet<br />
mee eens. Hij vindt dat aangetoond<br />
moet worden dat Demjanjuk,<br />
die altijd heeft ontkend Ivan<br />
de Verschrikkelijke te zijn, in<br />
Treblinka was, omdat in het vonnis<br />
van 1988 met name naar zijn<br />
misdaden in dat kamp wordt verwezen,<br />
Pas ontdekte beëdigde verklaringen<br />
die 37 voormalige kampbewaarders<br />
tientallen jaren geleden<br />
hebben afgelegd, werken eveneens<br />
in het voordeel van Demjanjuk.<br />
Uit de verklaringen zou blijken<br />
dat niet Demjanjuk, maar<br />
Ivan Marchenko 'Ivan de Verschikkelijke'<br />
was.<br />
Rebellen in Sudan vallen<br />
zuidelijke stad Juba aan<br />
Nairobi - Slechts enkele dagen<br />
ia de afsluiting van vTedesbehebben<br />
rebellen van<br />
•^'^Iksbevrijdingsle-<br />
Zuidsoedanese<br />
langevallen en<br />
[plaatsen beze^<br />
[s. steeds ir<br />
Volgens een woordvoerder van de<br />
rebellen hebben deze zware verliezen<br />
toegebracht aan het regeringsleger,<br />
en ook een aantal in^<br />
wonersji^^aAita in de vu:<br />
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/ ^ . '1 «-» •'*<br />
einer Zeugenvernehmung<br />
21. August 1975 Leningrad<br />
Der Gehilfe des Staatsanwaltes der Stadt Leningrad, der Ober<br />
justizrat Ponomarjow, hat im Auftrage des Generalstaatsan<br />
waltes der Union der SSR im Zusammenhang mit dem Rechtshilfe<br />
ersuchen der Justizorgane der Bundesrepublik Deutschland in<br />
der Sache der ehemaligen SS-Angehörigen STREIBEL, JANCZAK u.a<br />
in Anwesenheit des Vorsitzenden des Schwurgerichts beim Land<br />
gericht HAMBURG, SEEFELDT, der Richter AMTRUP und ZAHLTEN,<br />
der Staatsanwältin GRABITZ, des Rechtsanwalts BRAKER und des<br />
Dolmetschers WAEHLER unter Beachtung der Erfordernisse der<br />
Artikel 157, 158 und 160 des Strafprozeßgesetzbuches der<br />
Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik im Ge<br />
bäude des Stadtgerichts als Zeugen vernommen<br />
ENGELHARDT, Jakob Henrichowitsch, geboren 1917 im<br />
Dorf Stepnoe, Rayon Sary-Agatsch, Gebiet<br />
Tschimkent, Kazachische SSR, Deutscher,<br />
•IM<br />
vierjährige Schulbildung, wohnhaft: Dorf<br />
Stepnoe, Rayon Sary-Agatsch, Gebiet<br />
Tschimkent, Kazachische SSR.<br />
Gemäß Artikel 73 und 160 des Strafprozeßgesetzbuches der<br />
RSFSR wurden dem Bürger Engelhardt, Ja.G., die Rechte und<br />
Pflichten eines Zeugen erläutert, er wurde hingewiesen auf<br />
die strafrechtliche Verantwortlichkeit bei voller oder teilweiser<br />
Aussageverweigerung gemäß Artikel 182 des Strafgesetzbuches<br />
der RSFSR und bei wissentlich falschen Aussagen gemäß<br />
Artikel 181 des Strafgesetzbuches der RSFSR.<br />
Engelhardt ^<br />
(Unterschrift)<br />
An der Vernehmung nimmt der Dolmetscher Buzinow, losif<br />
Maximowitsch, teil, der gemäß Artikel 57, 151 und 160 des<br />
Strafprozeßgesetzbuches der RSFSR belehrt wurde, daß er im<br />
Falle unrichtiger Übersetzung gemäß Art. 181 des Strafge<br />
setzbuches der RSFSR verantwortlich ist.<br />
Buzinow<br />
(Unterschrift)<br />
i'r<br />
/'
Auf Befragen des Staatsanwaltes Ponomarjcw erklärte der<br />
Zeuge Engelhardt, daß er die russische Sprache besser<br />
kennt und in russischer Sprache aussagen will.<br />
Die Vernehmung begann um 10 .<br />
Engelhardt- Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
2? ^yp.<br />
i V» J
22^44<br />
Vom Staatsanwalt Ponomarjow gestellte Fragen:<br />
'1 V' ^<br />
Frage; Engelhardt, Sie wurden am 14. November 1974 vemommer<br />
Antwort; Ja.<br />
Erinnern Sie sich Ihrer Aussagen und bestätigen<br />
Sie diese jetzt ?<br />
Frage; Erzählen Sie, als Sie in Kriegsgefangenschaft ge<br />
rieten, wohin und wann wurden Sie aus dem Kriegs<br />
gefangene<strong>nl</strong>ager wegggebracht ?<br />
Antwort: Im Jahre 1941 geriet ich in Kriegsgefangenschaft,<br />
als ich mich bei der Stadt Grodno befand. Von dort<br />
wurde ich ins Kriegsgefangene<strong>nl</strong>ager gebracht.<br />
Es gab dort drei Lager: B und C und für Kriegsge<br />
fangene Kommandeure im Range vom Major bis zum<br />
General.<br />
Einige Zeit später brach in unserem Lager eine<br />
Typhus- und Ruhrepedemie aus. Alle Gefangenen wurden<br />
weggeschickt, im Lager C aber, wo ich festgehalten<br />
wurde, blieb ich.<br />
Im Herbst 1941 kamen drei Deutsche in unser Lager,<br />
unter denen sich Streibel befand. Streibel fragte;<br />
"Wer wird in den deutschen Wachtruppen dienen?".<br />
Viele wollten es, um aus dem Lager herauszukommen,<br />
wo man hungerte (dort blieben von allen Gefangenen<br />
30 - 40 % am Leben). Streibel wählte diejenigen aus,<br />
welche die deutsche Sprache beherrschten. Dann wähl<br />
te er die physisch kräftigeren aus. Aus unserem Lagei<br />
nahm man ungefähr 40 Mann, darunter auch mich.<br />
Wir wurden zunächst in das Lager Cholm gebracht. Von<br />
dort holte man<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
20- • - ^r.
22645 ^3<br />
'i \} O<br />
auch Leute. Uns alle brachte man in das Ausbildungs-<br />
lager Trawniki. Dort waren Männer von vielen Lagern.<br />
Der Chef des Ausbildungslagers Trawniki war Streibel.<br />
Im Lager Trawniki hat man uns besser ernährt und<br />
aufgepäppelt. Dort wurde auch ausgebildet. Alle Befehle<br />
wurden in deutscher Sprache erteilt und mein<br />
mußte die Befehle kennen. Das war das Haupterfordernis.<br />
Dann kam der Bewachungsdienst. Man mußte mit<br />
dem Gewehr, dem Maschinengewehr, der Maschinenpistole<br />
und Granaten umgehen können und all dies in deutscher<br />
Sprache. Ich - als Deutscher - und alle, die Deutsch<br />
konnten (man unterrichtete uns gesondert), wurden<br />
Dolmetscher bei der Ausbildung. Man verlieh uns die<br />
Ränge eines Gruppenwachmannes und Zugwachmannes, die<br />
Zug- und Kompanieführer waren Deutsche. Wir übersetzten<br />
alle ihre Befehle. Oft überwachten die Deutschen<br />
uns Dolmetscher, wir wurden beobachtet und man<br />
hörte uns zu.Diejenigen, die schon die deutschen Waffenbezeichnungen<br />
und -Befehle kannten, schickte man zu<br />
den Wachtruppen.<br />
Fraae: Ehe wir über Ihre Abstellung aus diesem Lager<br />
sprechen, erzählen Sie, was ist Ihnen bekannt oder<br />
was wissen Sie über die Struktur dieses Lagers, welche<br />
Unterabteilungen bestanden dort ? Falls Sie sich<br />
erinnern, nennen Sie die Kommandeure dieser Unterabteilungen<br />
?<br />
Antwort; In diesem Lager lebte wahrschei<strong>nl</strong>ich einmal ein Guts<br />
besitzer, daneben war ein Werk. Dort'standen zwei<br />
Häuser: In dem einen Haus waren der Stab der Wach<br />
truppen und die Küche untergebracht, im zweiten Haus<br />
wohnten Deutsche. Der Lagerkommandant Streibel wohnte<br />
nicht im Lager, seine Uohnung hat man gesondert<br />
' bewacht. i^<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
1
^2646<br />
/ i 9<br />
Im Lager waren Baracken errichtet worden, es gab<br />
ungefähr sieben. Die Kompanien und die Züge waren<br />
eingeteilt worden, der erste, der zweite, der dritte,<br />
insgesamt gab es neun Züge.<br />
Wenn die Männer die Ausbildung durchlaufen hatten,<br />
brachte man sie zu anderen Orten.<br />
Frage: Das heißt, die einen kamen und andere gingen.<br />
Alles lief wie am Fließband ?<br />
Antwort: Ja, wenn man eine Einheit wegschickte, dann kam eine<br />
andere. Die Kommandos, die man weit wegschickte, die<br />
kamen nicht mehr ins Lager zurück. Diejenigen jedoch,<br />
die man in die Nähe geschickt hatte, die kamen zurück.<br />
Ich kannte die Deutschen nach ihren Dienstgraden,<br />
ihre Familien- und Vornamen kannte ich nicht. Ich kann<br />
nur sagen, daß dieser Streibel alles unterschrieb.<br />
Sein Gehilfe v/ar der Untersturmführer Schwarz.<br />
Es gab noch einen Deutschen, der sagte, daß er Deutsche<br />
sei, er hatte jedoch einen polnischen Familiennamen -<br />
Majewskij. Warum ich das weiß ? Weil die Kameraden<br />
sagten, daß man ihm gegenüber vorsichtig sein müsse,<br />
er kennt die polnische Sprache, über die anderen<br />
kann ich nichts sagen. Alle Dautschen nannte man mit<br />
ihrem Rang.<br />
Frage; Könnten Sie gegenwärtig den einen oder anderen v;ieder-<br />
erkennen, die zur Lagerverwaltung gehörten oder<br />
Kompanien oder Züge befehligten ?<br />
Antwort; Wenn man mir sie in der Uniform der damaligen Zeit<br />
zeigte, dann könnte ich sie wiedererkennen.<br />
Frage; Im Augenblick ihrer Ankunft im Lager Trawniki hatten<br />
Sie da einen militärischen Dienstgrad, eine militärisch<br />
Ausbildung ?<br />
Antwort: Ich diente in der Sov/jetarmee. Die Befehle sind überall<br />
gleich, nur in der deutschen Armee in deutscher Sprache<br />
und in der sov/jetischen Armee in russischer Sprache.<br />
Man rauß nur dia deutschen -'orte kennen.<br />
nyp
22646 4a ?. •• •«<br />
/ 1 « i<br />
Frage; Aber wann wurde Ihnen die Zweckbestimmung des Lagers<br />
Trawniki bekannt ?<br />
Antwort: Als man uns in dieses Lager brachte.<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
p/P.,
22547 5<br />
Frage: Was vmßten Sie damals über dieses Lager ?<br />
Wann wurde Ihnen bekannt, womit man sich in diesem .<br />
Lager befaßt ? Wen man ausbildet und für welchen Zwecke<br />
Antwort; Man sagte uns, man wird euch für den Dienst in Wach<br />
einheiten ausbilden. Was zu bewachen ist ? Alles, was<br />
anfällt. Man sagte, wohin man euch auch schicken wird,<br />
dort werdet ihr zu bewachen haben. Diese Kommandos<br />
schickte man nach Deutschland und nach Italien.<br />
Frage; Aber wer setzte Sie davon in Kenntnis, wofür dieses<br />
Lager ausbildet ?<br />
Antwort; Das machte Streibel. Er gab alle Befehle.<br />
Frage; Sie sind später, wie bekannt, in ein Todeslager ge<br />
kommen. Wann wurde Ihnen bekannt, daß man Sie für<br />
den Dienst in diesem Lager vorbereitet ?<br />
Antwort; Erst dann, als ich selbst sah, was dort geschieht,<br />
Frage; Erst dann, als Sie dort ankamen und Augenzeuge wurden ?<br />
Antwort; Ja. Erst dann, als wir ankamen, merkten wir, woriUQ es<br />
sich handelt. Das Lager war klein.<br />
Frage; Erzählen Sie bitte, gab es auf dem Gebiet des Lagers<br />
in Trawniki irgendwelche besonders zu bewachenden<br />
Objekte ?<br />
Antwort; Ja. Dort war ein Jude<strong>nl</strong>ager. Wir waren durch eine<br />
Mauer getrennt.<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
3/?
12648 • ^-6<br />
Frage; Das Lager, das unmittelbar an das Lager Trawniki<br />
Antwort; Ja.<br />
angrenzte, war klein ?<br />
Frage; Was können Sie über dieses Lager erzählen ?<br />
Antwort; Man hat uns natürlich nicht dorthin gelassen.<br />
Man hat uns sogar nicht einmal erlaubt, zum Tor<br />
zu gehen und mit diesen Juden sich zu unterhalten.<br />
f, '•• ':»<br />
Dort waren besondere Deutsche, die mit ihnen arbeiteten<br />
uiti sie bewachten .Sie bewachten sie nicht außerhalb des<br />
Lagers, sondern in der Mitte des Lagers. Sie arbeiteten<br />
am Tage mit ihnen und bewachten sie. Nachts schlössen<br />
sie die Türen oder nicht, das weiß ich nicht. Wenn<br />
man aus unserem Tor herauskommt, so war dort gleich<br />
ihr Tor in der Nähe. Es war zu sehen, daß dort Leute<br />
umhergehen. Bei diesem Tor stand ein Deutscher und<br />
hat niemand durchgelassen. Man sagte, daß man mit<br />
ihnen keine Kontakte haben sollte und mit ihnen auch<br />
nicht sprechen sollte.<br />
Es gab drei Frauen, die morgens unter Bewachung in den<br />
Keller unseres Hauses kamen und die Wäsche für unser<br />
Lager wuschen.<br />
Frage; Was geschah noch ?<br />
Antwort; Einmal, es dürfte Anfang 1943 gewesen sein, sêüien<br />
wir während unseres Unterrichtes, wie diejenigen, die<br />
das Jude<strong>nl</strong>ager bewachten, zwei oder drei Bretter ab-<br />
neihmen und sie auslegten. ura das Lager<br />
herum, etwa 50 Meter, waren Gräben ausgehoben, wie zur<br />
Verteidigung.^^^ ^^^ schon vor längerer Zeit geschehen,<br />
. und zwar für den Fall, daß ein Angriff auf das Lager er<br />
folgen sollte, damit man in diesen Gräben liegen könnte.<br />
~lngelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
B/?.,
Frage;<br />
Antwort;<br />
Frage;<br />
Antwort:<br />
22549<br />
Als die V7achleute das Lager öffneten, standen dort<br />
auf beiden Seiten alle 4-5 Meter Deutsche und ließen<br />
dort in der Mitte zwischen sich nackte Juden in diese<br />
Gräben und erschoßen sie dort.<br />
Derjenige, der erschoß, war von unserer Lagerbewachung.<br />
Das machte der Wachführer Bretthauer und er hatte noch<br />
zwei Wachleute mitgenommen. Das war ein Befehl von<br />
Streibel, daß Bretthauer zwei Männer mitnahm und die<br />
Juden erschoß.<br />
Streibel war bei der Erschießung der Juden selbst zu<br />
gegen ?<br />
Ja. Er war auch in diesem Lager. Alle waren in diesem<br />
Lager.<br />
Herr Seefeldt will präzisiert haben. Sie sagten, daß<br />
Streibel in diesem Lager war. War er persö<strong>nl</strong>ich an<br />
wesend ? Wer erteilte den Befehl ?<br />
Ich habe es gesagt, ja. Streibel war bei der Erschießung<br />
zugegen. Er selbst hatte den Befehl gegeben, daß 3<br />
Wachleute zum Erschießen gingen. Er selbst war auch<br />
bei der Erschießung zugegen.<br />
Als die Erschießung begann, ließ man uns wegtreten und<br />
wir gingen uns anzuschauen, was dort geschieht. So habe<br />
ich das gesehen. Ich selbst bin hingegangen und habe<br />
es mir angeschaut.<br />
Frage; Sie waren Augenzeuge ?<br />
Antwort; Ja, ich war Augenzeuge. V<br />
Frage; Wieviele Menschen wurden dort erschossen ?<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
^n? •<br />
i-<br />
^7
22650 .8<br />
Antwort: Genau kann ich das nicht sagen. Es waren aber nicht<br />
weniger als 100. Vielleicht waren es mehr als 100.<br />
Ich ging vor dem Ende der Erschießung weg. Mir fiel<br />
es schwer, die Leichen anzusehen.<br />
'i * ti<br />
Frase: Wohin und wann wurden Sie aus dem Lager Trawniki weggeschickt<br />
?<br />
Antwort: Das war im Frühjahr 1942. Ich wurde in das Todeslager<br />
Frage:<br />
Antwort<br />
Sobibor abgestellt. Aber wir wußten das zunächst nicht.<br />
Streibel selbst kam zu mir und sagte: "Du wirst<br />
sicher mit einem Kommando von 11 Mann fahren.<br />
Du wirst der 12. sein. Heute kommt ein Auto und Ihr<br />
werdet zu einem Einsatz fahren". v;enn er einen solchen<br />
Befehl erteilte, was sollte man dann anderes tun ?<br />
Er sagte, wohin Ihr fahren werdet ?<br />
Streibel sagte. Du wirst in ein Lager fahren, aber was<br />
für ein Lager, das sagte er nicht. Er kannte den<br />
Marschbefehl: Sobibor. Er sagte, daß Ihr ein Lager<br />
bauen werdet. Ich wählte unter meinen Freunden 11 Mann<br />
aus. In Trawniki war die Ausbildung auch nicht leicht.<br />
Wer in das Lager Sobibor fuhr, sah, daß dort ein<br />
großes Waldgebiet mit Stachel.drahtzaun umsäumt war.<br />
Einige Meter von der alten Eisenbah<strong>nl</strong>inie stand ein<br />
Haus. Dort standen zwei Baracken und dort befanden<br />
sich fünf Deutsche. Einer von ihnen war ein Hauptmann,<br />
er war jedoch immer in Zivilkleidung. Einer war ein<br />
Oberscharführer der SS, Und dann waren dort zwei Arbeiter.<br />
Sie waren in Arbeitskleidung. Diese beiden<br />
Männer bauten das Bad, als wir dort ankamen. Wir machten<br />
•uns mit diesen Deutschen bekannt. Der eine Deutsche sagte<br />
mir, daß er unser unmittelbarer Wachvorgesetzter<br />
ist.<br />
Engelhardt<br />
(Unterschrift)<br />
Buzinow<br />
(Unterschrift)<br />
i/?,
22651<br />
Eure Aufgabe ist es zu bewachen, nirgendwo hinzugehen<br />
und niemand ohne Erlaubnis durchzulassen. So wurde<br />
uns gesagt.<br />
Aber sind vor Ihnen noch irgendwelche Wachleute in<br />
dieses Lager Sobibor gekommen ?<br />
: Nicht vor mir. Jedoch, nach mir.<br />
Am zweiten Tag kam ein Auto. Wir f\ihren auf diesem<br />
Auto in irgendein Gebiet in ein Dorf, wo Juden lebten,<br />
und von dort fuhren wir mit den Deutschen zu dem<br />
Judenstarost.. Das ist der Älteste. Diese Juden waren<br />
bei den Deutschen registriert.<br />
Ein Deutscher sagte, daß er 28 - 30 Mann benötigt, die<br />
arbeiten können. Der Älteste fuhr mit uns. Wir wählten<br />
Leute aus. Sie wurden zur Arbeit genommen. Sie bauten<br />
das Lager. Dieses Lager war geplant.<br />
Was haben Sie dort gebaut ?<br />
: Am Anfang dachten wir, daß wir ein Bad bauen. Baracken<br />
wurden gesondert errichtet. Die ganze Einrichtung war<br />
so wie in einem Bad. Dort wurde eine Dusche installier<br />
Wir fragten: v/elchem Zweck dient dieses Bad ?<br />
Man antwortete uns, daß dies Bad für Soldaten oder<br />
Arbeiter bestimmt sei, die auf der Durchfahrt ge<br />
waschen werden und dann weiterfahren.<br />
So hat man es uns erklärt.<br />
Das Bad wurde von Deutschen gebaut. Aber die Juden<br />
führten die Arbeit durch, sie säuberten alles, was<br />
nötig war.<br />
Hinten wurden große Gruben ausgehoben. . Menschen,<br />
die dort arbeiteten - jeweils 1-2 Mann am Tag '.-rurde<br />
erschossen, da sie entkräftet waren und schon nicht<br />
mehr arbeiten konnten.<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
^02- yp<br />
*''
^uri<br />
22652 ^0<br />
Als ein Teil der Gruppe vernichtet worden war, brachte<br />
man neue. Und so wiederholte es sich einige Male.<br />
Physisch entkräfteten die Leute, die Arbeit war schwer,<br />
und es waren alte und junge Menschen da. Die Deutschen<br />
befaßten sich mit ihnen. Sie sprachen mit ihnen deutsch<br />
und so brachte man dreimal neue Arbeiter. Wenn ein<br />
Mensch physisch schwach wurde, sagte ihm ein Deutscher,<br />
gut. Wir wollen dich ins Krankenhaus schicken. Er ,<br />
brachte sie weg. Das war jedoch kein Krankenhaus, dort<br />
irgendwo unten war ein besonderes Lager und dort war<br />
eine Grube, in die man sie warf. Als die Arbeiten endeten,<br />
wurden alle erschossen, m Gruppen von 5 - 7<br />
Mann wurden diejenigen, die schon nicht mehr arbeiten<br />
konnten, mit Maschinengewehren erschossen. Später, als<br />
der Bau des Bades und der Gruben abgeschlossen war,<br />
kam einmal ein Auto (das war das erste Mal), aus dem<br />
man 17 - 18 Leute entlud. Das waren Frauen, Alte und<br />
Kxnder.Das war ihre erste Probe. Mit ihnen kamen drei<br />
Manner in Zivilkleidung.<br />
Die neu Angekommenen.entkleidete man völlig, brachte<br />
sie ins Bad. Dort war tatsächlich der Eindruck geschaffen<br />
worden, daß dies ein Bad sei. Dort gab es Seif<br />
Duschen. Die Menschen sperrte man in diesem Bad ein.<br />
Hinten stand ein Motor und anstelle von Wasser ließ man<br />
dorthin durch die Duschen Gas.<br />
SO wurden alle vernichtet. Das Bad konnte nicht von<br />
allen Seiten eingesehen werden, es lag unten. Dies war<br />
das ersteMal das ich sah, was dort geschieht. Der Ober<br />
Scharführer kam und sagte, daß er 2 - 3 Mann braucht,<br />
um alle in Gruben zu werfen. Die Kam.eraden wollten sich<br />
damit nicht abgeben. Dann aber haben sie sie runtergeworfen.<br />
"Tngelhardt n ^<br />
(Unterschrift) /M ^^^^^O«<br />
•^cnrittj (Unterschrift)<br />
^sfP
23118<br />
22653 11<br />
So machte man, während ich dort war, einige Proben.<br />
Das zweite Mal waren es schon mehr Menschen, es waren<br />
auch Männer dabei. Später gab es dort eine besondere<br />
Arbeitsbrigade, die alles reinigte, die Sachen sor<br />
r • ^<br />
tierte und die Leute in die Gruben warf. Dies war eine<br />
Arbeit, für die sie schon zuständig waren. Uns hat man<br />
dafür schon nicht mehr in Anspruch genommen. Dies war<br />
die Haupttätigkeit des Oberscharführers.<br />
Frage; Kennen Sie die Familiennamen dieser Deutschen ?<br />
Antwort; Nein, ich kenne sie nicht.<br />
So machte man einige Proben. Und einmal kam ein<br />
Kommando aus Trawniki angefahren, es waren ungefähr 40<br />
Mann. Es befehligte Glassner. Man ließ sie antreten,<br />
Glassner ging zu den Deutschen. Er erstattete dem Lagerchef<br />
Meldung, daß eine neue Einheit angekommen ist.<br />
Glassner war ein Deutscher. Wir schliefen zusammen mit<br />
ihm, durchliefen gemeinsam die Ausbildung. Deshalb kannte,<br />
ich ihn. Er fragte mich noch, was das für ein Lager sei,<br />
ich antwortete jedoch, wenn du hinkommst, so wirst du<br />
es sehen.<br />
Der Oberscharführer gab den Befehl: "Wachen ablösen,<br />
Ihr werdet mit dem gleichen Wagen wegfahren". Wir<br />
stellten uns in Reih und Glied auf, marschierten schnell i<br />
aus dem Lager, setzten uns in den Wagen und fuhren zurück<br />
Frage; Wie lange befanden Sie sich im Lager Sobibor ?<br />
Antwort; 1 1/2 oder 2 Monate. v<br />
Frage; Wer brachte Sie aus dem Lager weg ?<br />
Antwort; Deutsche.<br />
Hngelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
•^P,
^o 1 J. i;<br />
22654 ^12<br />
Frage; Wohin brachte man Sie aus dem Lager Sobibor ?<br />
Antwort: Wieder in das Ausbildungslager Trawniki. Und dort<br />
durchliefen wir wieder wie früher die Ausbildung.<br />
Dies war so: Einer fuhr weg und ein anderer kam.<br />
Frage: WievM Zeit verbrachten Sie das zweite Mal im Lager<br />
Trawniki ?<br />
Antwort: Bis zum Herbst 1942. Dann wurden wir ins Ghetto Warschau<br />
abgestellt.<br />
Frage: Dies war ein anderes Kommêindo ?<br />
Antwort; Ja, ein anderes Kommando. In Warschau gab es viele<br />
Kommandos: für drinnen, Kommandos für die Südseite<br />
und für die Nordseite. Das Ghetto war sehr groß.<br />
Frage: Später, als Sie aus dem Lager Sobibor weggefahren waren,<br />
mußten Sie dann noch (oder waren Sie Augenzeuge) an<br />
äh<strong>nl</strong>ichen Aktionen teilnehmen ?<br />
Antwort: Ich nahm nicht teil und ich war auch nicht mehr Zeuge<br />
bei der Vernichtung von Menschen,sieht man von dem Fall<br />
im Lager Trawniki ab", über den ich schon gesprochen<br />
habe.<br />
Fra^e: Was wissen Sie über den Austausch der Wacheinheiten<br />
im Lager Sobibor?<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
20 /p
^iJ iZ^J<br />
22655 13<br />
•JL i-> i<br />
Antwort: Sieht man von dem Kommando ab, das uns abgelöst hat,<br />
so weiß ich nichts mehr.<br />
Frage; Wie oft kehrten SXS nach Ihrer Überführung aus Sobibor<br />
nach Tra\^miki • andere Wachleute dorthin zurück ?<br />
Antwort: Ich kenne nur einen Fall, in dem ein Bekannter von mir<br />
nach Trawniki zurückgekommen ist. Ich fragte ihn:<br />
woher kommst du? Er sagte, daß er aus Sobibor komme.<br />
Da ich selbst früher in Sobibor gewesen war, so<br />
interessierte mich, was dort später geschah. Er ant<br />
wortete mir, daß dort all das geschieht, was auch in<br />
unserer Anwesenheit geschehen sei, nur in größerem<br />
.Maßstab, - wir haben nach eurer Abfahrt noch ein Bad<br />
gebaut und Gruben ausgehoben.<br />
Fraae: Was verstehen Sie unter "Bad" ?<br />
Antwort: Ich verstehe darunter die "Gaskammer", die "Bad" ge<br />
nannt wurde,<br />
Frage: In Wirklichkeit war das die "Gaskammer" ?<br />
Antwort: Ja. Der Bekannte erzählte mir, daß man Menschen direkt<br />
in Zügen bringt. Soviele, wie man an einem Tage vernichten<br />
konnte, soviele brachte man auch. Für die Nacht<br />
blieben keine mehr übrig. All das habe ich gehört und<br />
mehr kann ich nicht sagen. Ich selbst war dort nicht<br />
mehr, und diejenigen, die mich abgelöst haben, habe<br />
ich nicht mehr getroffen.<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
'fP.,
22656<br />
40 1/01<br />
Frage: Wer gab die Befehle über die Ablösung von Kommandos ?<br />
Antwort; Das weiß ich nicht. Alles kam von Streibel. Woher er<br />
Befehle erhielt, das ist mir unbekeinnt.<br />
Frage; Wenn ich Sie richtig verstanden habe, so meinen Sie,<br />
daß die Kommandos aus Trawniki aufgrund eines Befehles<br />
von Streibel wegfuhren ?<br />
Antwort; Ja, aufgrund seines Befehles.<br />
Frage; Sie haben ausgesagt, daß Ihr Kommando in Sobibor<br />
ankam und dann an dessen Stelle ein anderes Kommando<br />
ankam. Was wissen Sie über die Bewegungen anderer<br />
Kommandos ?<br />
Antwort; Ich weiß nichts.<br />
FRAGEN, DIE AUF BITTEN DES VORSITZENDEN DES SCHWUR<br />
GERICHTS, HERRN SEEFELDT, GESTELLT WURDEN.<br />
Frage; Sie sprachen vom Lagerkommandanten Streibel.<br />
Können Sie eine äußere Beschreibung geben, nach<br />
Größe, Statur und so weiter ?<br />
Antwort; Streibel war mittelgroß, dick, es fiel ihm sogar<br />
schwer, zu gehen.<br />
Frage; Können Sie vielleicht noch einige Details anführen ?<br />
Engelhardt<br />
(Unterschrift)<br />
Buzinow<br />
(Unterschrift)<br />
n?<br />
•4<br />
14<br />
•J
22657 .15<br />
«'<br />
4 '.; ^<br />
Antwort; Er war damals schon älter.<br />
Frage; Was hatte er für einen Rang ?<br />
Antwort; Damals war er Obersturmführer der SS.<br />
Frage: und Schwarz ?<br />
Antwort: Schwarz war Untersturmführer der SS.<br />
Frage; In welchem Lager war Schwarz ?<br />
Antwort; Schwarz war im Lager Trawniki. Nur dort. Er \tar<br />
Gehilfe bei der Ausbildung.<br />
Frage; Können Sie nicht Trawniki mit einem anderen Lager ver<br />
wechseln, vielleicht mit Sobibor ?<br />
Antwort: Nein, in Sobibor gab es keinen Untersturmführer Schwarz<br />
Frage: Gehörte Streibel nach seinem Rang zu den ünter-<br />
offiziersrängen ?<br />
Antwort; Streibel gehörte zu den Offiziersgraden.<br />
Frage; Gab es in Trawniki eine Schreibstube ?<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
2n-<br />
B/F,,
Antwort: Ja, da war ein Stab.<br />
22658<br />
23123<br />
Frage; Als man Sie ins Lager Sobibor brachte, gab man Ihnen<br />
von diesem Stab ein Papier, eine Begleitung ?<br />
Antwort: Nein. Wir hatten als Begleiter einen Deutschen, ob<br />
der im Stab ein Papier erhalten hat oder nicht, das<br />
weiß ich nicht.<br />
Fraae: Wer war dieser Deutsche ?<br />
Antwort: Das weiß ich nicht. Er kam mit dem Auto und fuhr weg.<br />
Dieser Deutsche war nicht aus diesem Lager.<br />
Frage; Waren Sie selbst in diesem Stab ? vielleicht hatten<br />
Sie dort etwas zu erledigen oder dort etwas zu fragen<br />
Antwort; Ja, ich war dort, aber nicht zu der Zeit, als man<br />
uns wegschickte. Ich ging häufig dort-hin.<br />
Frage: Wer war der Leiter dieser Schreibstube ?<br />
selbst<br />
Antwort: Der Schreiber. Er war ein Russendeutscher - Frost.<br />
Frage: Wer war der Leiter der Kanzlei ?<br />
Antwort: Außer dem deutschen Schreiber kannte ich keine anderen<br />
Bediensteten des Stabes oder der Kanzlei.<br />
Engelhardt<br />
(Unterschrift)<br />
Buzinow<br />
(Unterschrift)<br />
3/P„<br />
r<br />
16
23124 ^,,-4<br />
*<br />
22659 17<br />
Frage; Als man Sie in Sobibor ablöste, sagten Sie, daß ein<br />
Kommando, bestehend aus 40 Mann, mit einem Dolmetscher<br />
xind einem Deutschen ankam ?<br />
Antwort; Ja, der Dolmetscher war ein Wolgadeutscher aus Trawniki<br />
Frage: Sein Name ?<br />
Antwort: Gljassner.<br />
Frage: Den Deutschen, der Ihr Kommando mit dem Auto über<br />
Antwort: Nein.<br />
führte, den kennen Sie namentlich nicht ?<br />
Frage: Er war aus Trawniki ?<br />
Antwort: Nein.<br />
Frage; Das war derselbe Deutsche, der Sie hingebracht hatte?<br />
Antv/ort: Nein.<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
/?„
23125 4.5<br />
22-660 18<br />
Frage; Sie wissen nicht, wo dieser Deutsche stationiert war ?<br />
Antwort; Ich weiß es nicht. Woher hätte ich das wissen können ?<br />
Frage: Warxim wurden Sie in Sobibor abgelöst ?<br />
Antwort; Das versteht sich von selbst. Solch ein großes Todes<br />
lager konnten 12 Mann nicht bewachen.<br />
Frage; Man hätte die Lagerbewachung einfach verstärken können,<br />
Sie dort lassen können und Nachschub bringen können ?<br />
Antwort; Das weiß ich nicht. Wenn man uns gesagt hätte, bleibt,<br />
dann wären wir geblieben.Man sagte uns aber; "Fahrt<br />
wegl".<br />
Frage; Vielleicht hat man Sie deshalb abgelöst, weil man<br />
Ihnen nicht vertraut hat ?<br />
Antwort: Das weiß ich nicht. Dazu kann ich nichts sagen.<br />
Frage; Hatten Sie in Sobibor Waffen ?<br />
Antwort: Selbstverständlich hatten wir Waffen. Was wäre das<br />
für eine Bewachung ohne Wciffen ?<br />
Frage; Was waren das für Waffen ?<br />
Antwort; Maschinenpistole, Gewehr, Maschinengewehr.<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
]/ ?
Frage: Hatten Sie selbst eine Waffe ?<br />
o .i 4 o<br />
22661 19<br />
Antwort; Ich war Wachführer. Ich selbst stand nicht Posten.<br />
Wenn ich die Wache einteilte, dann mußte ich das Ge<br />
wehr mit mir nehmen. Aber sonst habe ich kein Gewehr<br />
getragen.<br />
Frage; Wie waren diejenigen bewaffnet, die Ihnen untergeordne<br />
waren ?<br />
Antwort: Einige hatten Maschinenpistolen, andere standen mit<br />
Gewehren. Auf dem Turm war ein Maschinengewehr, es<br />
gab Granaten.<br />
Frage; Zu der Zeit, als man Sie auswechselte, mußten Sie da<br />
Ihre Waffen im Lager lassen oder mit sich nehmen ?<br />
Antwort; Wir nahmen nur die Gewehre. Alles übrige blieb da.<br />
Frage; Der Bestrafte, den Sie in Trawnikinach Ihrer Rückkehr<br />
aus Sobibor trafen, wurde der, als er seinen Arrest<br />
verbüßt hatte, nach Sobibor zurückgeschickt ?<br />
Antwort; Nein. Er - wie auch die anderen Bestraften - blieb<br />
in diesem Lager. Nach der Verbüßung der Strafe wurde<br />
er ausgebildet, dann schickte man ihn mit einem andere<br />
Kommando irgend-^wohin.<br />
Frage; Sie sagten, daß man Sie im Kriegsgefangene<strong>nl</strong>ager fragt<br />
ob Sie als Wachmann bei den Deutschen dienen würden ?<br />
Wie stellten Sie sich Ihren künftigen Dienst vor ?<br />
Was sollten Sie bewachen ? .<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
3/ ?.
23127 4„7<br />
22662 20<br />
Antwort; Streibel sagte uns, daß wir alles bewachen werden, was<br />
uns aufgetragen wird.<br />
Fraae;<br />
Antwort;<br />
Fraae;<br />
Antwort;<br />
Bestand eine Wahrschei<strong>nl</strong>ichkeit, daß raan Sie gegen die<br />
Sowjetunion verwenden würde ?<br />
Nein. Wir fragten die Deutschen: "Vielleicht schickt<br />
man uns an die Front ?" Man antwortete uns, daß dies<br />
nicht geschehe, man werde uns in Wachtruppeneinstellen,<br />
Eh man Sie nach Sobibor schickte,waren Sie da überzeugt,<br />
daß man Sie bei der Vernichtung der jüdischen<br />
Bevölkerung einsetzen würde ?<br />
Nein. Man sagte uns in Sobibor, daß dies ein Bad sei,<br />
und wir dachten, daß das tatsächlich ein Bad sei.<br />
Frage; Wurde unter Ihnen irgendeine antijüdische Propaganda<br />
durchgeführt, eh man Sie nach Sobibor schickte ?<br />
Antwort; Nein. Die erste Aktion gegen Juden in meiner Gegenwart<br />
dem<br />
geschah;iach/wir nach Trawniki kamen. Dort wohnten<br />
einige Familien. Man.brachte uns alle heraus wie zu<br />
einer taktischen Übung. Man sagte, daß dies eine<br />
taktische Übung sei.<br />
Engelhardt<br />
(Unterschrift)<br />
Buzinow<br />
(Unterschrift)<br />
^1 n/p,
23128 4u-s<br />
22653 21<br />
Wir umzingelten das ganze Dorf xind uns Dolmetschern<br />
sagte man, daß dort Juden leben. "Geht zu ihnen -<br />
jeweils ein bis zwei Mann - und sagt, daß sie sich<br />
anziehen, alles mit sich nehmen, was sie wünschen, so<br />
gar Hühner und Ferkel, gleich werde ein Wagen kommen<br />
und sie alle nach Lublin bringen". Das war das erste<br />
Mal, daß wir sahen, wie man Juden wegbrachte. Wohin<br />
man sie brachte, davon hatten wir damals keine Vor-r<br />
stell;ing.<br />
Frage; Wieviel Menschen waren dort ?<br />
Antwort: Ich weiß es nicht. Ich ging zu einer Familie, dort<br />
waren der Mann, die Frau und eine kleine Tochter. Ich<br />
sagte, daß die deutsche Regierung sie von hier aus<br />
siedelt, daß sie sich sammeln und alles mit sich nehme!<br />
könnten, was sie wollten. So lautete der Befehl.<br />
Frage; Dieses Dorf war in der Nachbarschaft von Trawniki ?<br />
Antwort; Das war das Dorf Trawniki.<br />
Frage; Aber welche Bevölkerung lebte dort ?<br />
Antwort; In der Hauptsache lebten dort Polen, vielleicht waren<br />
dort fünf Judenfamilien. Genau weiß ich es nicht.<br />
Frage; Hat man sie bei dieser Aktion erschossen ?<br />
Engelhardt ^''''^"°''. r..<br />
(Unterschrift) (Untersc^irift)<br />
? n ^ *. r OfP„
22&€4<br />
23>2 i'<br />
Antwort: Nein. Das weiß ich nicht. Man nahm an, daß man<br />
sie nach Lublin schickt, was aber wirklich geschah,<br />
das weiß ich nicht.<br />
Frage; Wieviel Leute aus dem Lager Trawniki nahmen an dieser<br />
Aktion teil und wieviel Deutsche ?<br />
' . > •<br />
Antwort: Das weiß ich nicht. Einmal sagte der Kommandeur unseres<br />
Zuges, daß wir tcüctische Übungen durchzuführen hätten,<br />
und zwar so, daß keine Panik entstünde, daß niemand<br />
wegging, obwohl ja ohnehin niemand aus dem Dorf hätte<br />
fliehen können. Das war eine taktische Übung.<br />
Frage: Aber wann war das ? Können Sie das genaue Datum nennen?<br />
Antwort: Das genaue Datum kann ich nicht nennen.<br />
Frage; War das im Winter oder im Sommer ?<br />
Antwort: Es war schon warm, Schnee lag nicht mehr.<br />
Frage: Wer hat den Befehl für diese Aktion gegeben ?<br />
Antwort: Der Obersturmführer Streibel gab uns Befehle. Wer<br />
ihm Befehle gegeben hat, das weiß ich nicht.<br />
Frage: Können Sie nicht sagen, wer der Oberkommandierende bei<br />
dieser Aktion war ?<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
?• A *'.<br />
^/P
226^<br />
2>130 •»<br />
Antwort: Wahrschei<strong>nl</strong>ich Streibel. Er war aber ein schwerge<br />
wichtiger Mann. Das Laufen fiel ihm schwer.<br />
Frage; übertrug er gern anderen Arbeiten ?<br />
Antwort; Das weiß ich nicht. Streibel machte nichts. Morgens<br />
kam er ins Lager, schaute, wir stellten vins in Reih<br />
und Glied auf und mußten ihm Ehrenbezeugungen erweisen<br />
und Meldung erstatten über alles. Er kam, schaute sich<br />
alles an und ging, den ganzen Tag lang im Lager war<br />
er selten. Morgens, das war wie ein Gesetz, war er<br />
immer da. So war die Ordnung.<br />
Frage; Nach Trawniki kamen Sie nach Sobibor, kehrten nach<br />
Trawniki zurück und dann hat man Sie nach Warschau ge<br />
schickt ?<br />
Antwort; Ja, genau so war es.<br />
Frage; Das war im Jahre 1942 ?<br />
Antwort; Ja, im Jahre 1942.<br />
Frage; Wieviel Juden waren in Warschau ?<br />
Antwort; Als wir nach Warschau kamen, war das Ghetto schon zer<br />
stört, die Menschen waren vernichtet. Nur diejenigen<br />
waren übrig geblieben, die sich irgendwie hatten ver-<br />
I stecken können. Die Häuser waren verschüttet. Wenn man<br />
feststellte, daß sich in einem Haus jemand versteckte,<br />
dann brannte man das Haus an.<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
B/P<br />
r-<br />
.V<br />
2^
2S>31<br />
'j ^1<br />
22-666 M<br />
Wir bewachten das Ghetto von außen. Alle Fenster waren<br />
geschlossen.<br />
Frage: Wie lange waren Sie in Warschau ?<br />
Antwort: In Warschau waren wir etwas länger als einen Monat,<br />
Dann brachte man uns nach Trawniki zurück, weil es<br />
sin<strong>nl</strong>os gewesen wäre, dort soviele Leute zu belassen.<br />
In der Mitte waren Deutsche, dann unsere, außen<br />
hat man alle abgezogen.<br />
Frage: Kennen Sie irgendwelche Fälle, in denen Leute aus<br />
Trawniki in andere Todeslager abgestellt wurden ?<br />
Antwort: Man hat uns das nicht gesagt. Wir haben davon zu<br />
fällig Kenntnis erlangt, beispielsweise dann, wenn<br />
einer der Bestraften zurückkehrte.<br />
Fragen, die auf Bitten des Richters Zahlten ge<br />
stellt wurden:<br />
Frage: Sie erwähnten die Stadt Lublin. Waren Sie dort ?<br />
Antwort; Ich war nicht dort. 'Ich habe nur gesagt, daß man den<br />
Juden, die man zur Vernichtung schickte, sagte, daß ma<br />
sie nach Lublin schickt, wo große Jude<strong>nl</strong>ager waren.<br />
Persö<strong>nl</strong>ich war ich nicht dort.<br />
Frage: Wer lebte in Trawniki ?<br />
Antwort: In Trawniki wohnten 6 oder 5 jüdische Familien, die<br />
übrigen waren Polen.<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
ZJ- B/i^.
Frage; Wurden die Polen weggebracht ?<br />
^67 2J&'<br />
Antwort: Nein. Man hat sie nirgend^wohin gebracht.<br />
Frage;<br />
Antwort:<br />
Frage;<br />
Antwort:<br />
Ist Ihnen bekannt, daß zu der Zeit, als Sie sich in<br />
'i " c<br />
Trawniki befanden, Kommandos aus Trawniki nach Lublin<br />
geschickt wurden ?<br />
Ja, sogar viele Kommandos. Sie sind jedoch nicht<br />
zurückgekehrt. Ich habe sie nicht mehr getroffen.<br />
War das vor Ihrer Abreise nach Sobibor ?<br />
Ja, vor und nach meiner Entsendung nach Sobibor<br />
schickte man Kommandos nach Lublin. Ich traf Leute,<br />
die sagten, daß unsere Kameraden in Lublin sind.<br />
Frage: Bekannt ist, daß zu irgendeiner Zeit eine starke Einheit<br />
aus Trawniki nach Lublin verlegt worden ist.<br />
Wissen Sie darüber etwas ?<br />
Antwort: Es kann sein. Ich verneine es nicht.<br />
Frage: Können Sie sagen, ob dies vor Ihrer Abstellung war ?<br />
Antwort: Ich kann es nicht genau sagen. Ich weiß es nicht.<br />
Nach Lublin schickte man einige Male Kommandos.<br />
Engelhardt Buzinow<br />
(Unterschrift) (Unterschrift)<br />
203Afi'2 6UJ?^ 8yP.
22^86<br />
^ ó/i. d ^<br />
Bei der Vernehmung des Zeugen Engelhardt, Ja.G., am 21,<br />
August 1975 in der Stadt Leningrad waren zugegen:<br />
Der Vorsitzende des Schwurgerichts<br />
beim Landgericht Hamburg<br />
Richter<br />
Richter<br />
Staatsanwältin<br />
Rechtsanwalt<br />
Dolmetscher<br />
Amtrup<br />
Zahlten<br />
Grabitz<br />
Braker<br />
Waehler<br />
Die Stenographinneni<br />
Brjanskaja<br />
Bublik<br />
Pantschechina<br />
Tolkatschewa<br />
Seefeldt<br />
(Seefeldt)<br />
(Amtrup)<br />
(Zahlten)<br />
(Grabitz)<br />
(Brêiker)<br />
(Waehler)<br />
^<br />
(Brjanskaja)<br />
(Bublik)<br />
f. ••<br />
(Pantschechina)<br />
(Tolkatschewa)<br />
Ich versichere, daß ich die Übersetzung nach bestem Wissen<br />
und Gewissen gefertigt habe.<br />
RA Dr. J.P. Waehler<br />
20dAri-2 54 3/71 B/P„
5^<br />
P<br />
l<br />
f o<br />
p
c*<br />
Beglaubigte Übersetzung<br />
BEZIRKSKOMMISSION ZUR UNTERSUCHUNG VON NS-VERBRECHEN<br />
IN LUBLIN<br />
Akt.-Z.: OKL/Ds. 1/67<br />
PROTOKOLL ÜBER ZEUGENVERNEHMUNG<br />
Am 5. Oktober 1978 vernahm in Lublin Mag. Jozef PAKULA,<br />
< nr<br />
Richter am Bezirksgericht, abgeordnet zur Bezirkskommission<br />
zur Untersuchung von NS-Verbrechen in Lublin, tätig auf<br />
grund des Art. 4 des Dekrets vom 10.11.1945, Dz. U. Nr. 51,<br />
9 w Pos. 293 und Art. 129 StPO, mit Teilnahme der Protokoll-<br />
führerin Haiina KONARSKA, den Untengenannten als Zeugen.<br />
Der Zeuge wurde über eine strafrechtliche Verantwortung<br />
für falsche Aussagen belehrt, wonach der Zeuge mit eigen<br />
händiger Unterschrift bestätigt, über diese Verantwor<br />
tung (Art. 172 StPO) belehrt worden zu sein.<br />
Danach erklärte der Zeuge wie folgt:<br />
Unterschrift des Zeugen:<br />
(-) Katarzyna 6R0DZICKA<br />
Vor- und Zuname: Katarzyna GRODZICKA geb. JARCZUK<br />
Vornamen der Eltern: Jozef und Antonina geb. KASZCZUK<br />
Geburtsdatum und -ort: 25. November 1909 in Osowa bei<br />
Wlodawa<br />
Wohnort: Wola Uhruska bei Wlodawa<br />
Beschäftigung: Rentnerin<br />
Ausbildung: vier Vo1ksschu1 kl assen<br />
Vorstrafen für falsche Aussagen: keine<br />
Verhältnis zu den Parteien: fremd<br />
'^y.^->^/i^^ f-A/M/fWir Us/^fAK^'^<br />
óUP
2 -<br />
7U- 7<br />
Während der deutschen Besatzungszeit wohnte ich bei mei<br />
nen Eltern im Dorfe Osowa bei Wlodawa, denn mein Mann<br />
Otton war zu dieser Zeit in einem Gefangene<strong>nl</strong>ager im Ge<br />
biet von Deutschland. An das Datum erinnere ich mich<br />
nicht, aber es war Ende 1940 oder Anfang 1941, als im<br />
Dorfe Osowa ein Lager für Juden eingerichtet wurde, die<br />
man beim Ausheben von Meliorationsgräben beschäftigte.<br />
In diesem Lager waren junge Männer und Frauen. Man hatte<br />
die Juden zunächst in der Schule untergebracht und später<br />
in Baracken. Ich erinnere mich nicht, wieviele Baracken<br />
w W es waren. Ich behaupte jedoch, es waren mehrere, die man<br />
mit Stacheldraht eingezäunt hatte. Lagerkommandant war<br />
ein uniformierter Deutscher mit dem Namen KLIM, der vier<br />
SS-Leute zur Hilfe hatte. Sie trugen alle schwarze Uni<br />
formen. Nach einigen Monaten ging KLIM fort, und es kam<br />
ein anderer Kommandant, dessen Namen ich nicht kenne, und<br />
der eine strenge Ordnung einführte und den Juden nicht<br />
gestattete, das Lager beliebig zu verlassen. Dieser Komman<br />
dant quälte die Juden, denn er schlug sie, und manchmal<br />
traf so etwas auch Polen. Osowa liegt etwa fünf Kilometer<br />
von Sobibor entfernt.<br />
^ 1 ^ Das Lager in Sobibor wurde in den Jahren 1941 - 1942<br />
eingerichtet, und gebaut haben es Juden. Es wurden meh<br />
rere Holzbaracken gebaut, und das Lagergelände wurde mit<br />
einem drei Meter hohen Stacheldraht eingezäunt. Den Bau<br />
des Lagers beaufsichtigten uniformierte Deutsche. Ent<br />
lang der Stacheldrähte war ein Minenfeld, und auf der Höhe<br />
der Bahnstation Sobibor war ein Zaun aus hohen Pfählen<br />
aufgestel 1 t,der die Sicht aufs Lagergel änd£__versj)errte .<br />
Nach Einrichtung des Lagers in Sobibor wurden die Juden<br />
- 3 -
3 -<br />
aus Osowa, etwa 200 Personen an der Zahl, nach Sobibor<br />
transportiert. Auch die Lagermannschaft aus Osowa ging<br />
nach Sobibor.<br />
V/'^^c/^ /-tri' /"/i/W/Wc- ^^/i'/r/i./^^-^^<br />
dl<br />
Ich ging oft nach Sobibor, denn als Tochter des Waldauf<br />
sehers arbeitete ich im Wald bei den Setzpflanzen, wobei<br />
ich zusammen mit anderen die Arbeitsgeräte bei der<br />
Försterei holte. Man hatte, noch bevor das Lager gebaut<br />
wurde, Menschen nach Sobibor gebracht. Diese Menschen<br />
&ind angeblich von Deutschen ermordet und die Leichen in<br />
Gruben vergraben worden. Ich habe verschiedene Bahntrans<br />
porte von Menschen gesehen, die auf das Lagergelände<br />
fuhren. Die Transporte setzten sich aus Güterwaggons zu<br />
sammen. Ich habe keine Personenwaggons gesehen. Aus Ge<br />
sprächen mit dem Bruder meines Mannes Bogdas GRODZICKI,<br />
er lebt nicht mehr, erfuhr ich, auf der Bahnstation Wola<br />
Uhruska hätte es einen Transport von Juden, die in Per<br />
sonenwaggons nach Sobibor fuhren, gegeben. Sie waren sehr<br />
erschöpft, denn sie kamen angeblich aus Deutschland und<br />
anderen Ländern. Sie behaupteten, sie führen, um in einer<br />
Knopffabrik zu arbeiten.<br />
^^A.Do yo.r^ ^^/^/ 3
«W<br />
- 4 -<br />
später verbrannt. Die verbrennenden Leichen gaben einen<br />
ungeheuren Gestank ab, der sich um das Lager herum ver<br />
breitete. Mein Vater Jozef, der während der deutschen<br />
Besatzungszeit Waldaufseher war, erzählte zu Hause, er<br />
/u<br />
hätte, als er am Lager vorbeiging, einen Stapel brennen<br />
der menschlicher Leichen gesehen.<br />
Ins Dorf Osowa kamen _^Wachmänner vom Lagerdienst in<br />
Sobibor und nahmen manchmal am dörflichen Tanzvergnügen<br />
teil. Sie waren es, di e _e^rzä_hUen, auf welche Weise den<br />
Menschen in den Gaskammern das Leben genommen wurde. Sie<br />
sagten aber nicht, wie und welches Gas dort hineingelei<br />
tet wurde .<br />
"sap. y^-^-^ ^>> ^''-^<br />
Im Augenblick fallen mir die Namen KRUPKA und PADESA und<br />
der Vorname Emil ein. Sie arbeiteten als Wachmänner auf<br />
dem Gelände des Lagers Sobibor. Ich erinnere mich auch<br />
an den Namen WAGNER. Ich kann mich aber nicht erinnern, ob<br />
es sich um einen Deutschen aus dem Lager Sobibor oder<br />
eventuell aus Osowa handelte. Mit dem Namen WAGNER verbin<br />
de ich gedanklich einen Mann, der ziemlich groß und<br />
schlank war und dunkelblonde Haare hatte. Ich bin gegen<br />
wärtig, nach Verlauf von so vielen Jahren, n,i_cht J." ^^.^<br />
Lage, irgend jemanden sowohl vom Lagerdienst^ausSobibor<br />
aU auch aus Osowa zu erkennen. Außer mit Bahntranspor<br />
ten wurden die Juden ausser naheji_Urn£ebjjing auch mit<br />
Fuhrwerken nach Sobibor gebracht. Man trieb sie sogar<br />
zu Fuß, so z. B. aus dem Lager in Krychowo, wo die Juden<br />
beim Graben von Meliorationsgräben arbeiteten. Ich weiß,<br />
daß in Sobibor sehr viele Menschen umgekommen sind, wie<br />
viele aber, das kann ich nicht sagen. Zur Sommerzeit im<br />
Jahre 1943 kam mein Mann aus Deutschland in Urlaub. Da<br />
er nicht zurückgehen wollte, hielt er sich in den<br />
- 5 -
• •<br />
• •<br />
umliegenden Dörfern versteckt, mit ihm auch ich, wobei<br />
wir im Dorfe Kosyn wohnen blieben. Ich habe gehört, daß<br />
es in Sobibor einen Aufstand gegeben hat, und daß das<br />
Lager liquidiert wurde, mir sind aber keine Einzelheiten<br />
bekannt.<br />
Das ist alles, was mir in dieser Sache bekannt ist.<br />
Damit wurde das Protokoll beendet und nach Vorlesen<br />
unterschrieben.<br />
Es vernahm:<br />
(-) J. PAKULA<br />
Es protokollierte<br />
(-) H. KONARSKA<br />
Es sagte aus:<br />
(-) Katarzyna GRODZICKA<br />
L. S. Zwei runde Dienstsiegel mit Adler als Staatswappen<br />
und Inschrift: Bezirkskommission zur Untersuchung<br />
von NS-Verbrechen in Lublin.<br />
ie Übereinstimmung vorstehender Übersetzung mit dem<br />
ir in polnischer Sprache vorliegenden Protokoll wird<br />
iermit bestätigt. '<br />
Ascheb Juli 1984<br />
jU^vy^t ^c<br />
. •' > 1
Beglaubigte Übersetzung<br />
BEZIRKSKOMMISSION ZUR UNTERSUCHUNG VON NS-VERBRECHEN<br />
IN LUBLIN<br />
Akt.-Z.: OKL/Ds. 1/67<br />
PROTOKOLL ÜBER ZEUGENVERNEHMUNG y<br />
7 to<br />
Am 3. November 1978 vernahm in Lublin Mag. Jozef PAKULA,<br />
Richter am Bezirksgericht, abgeordnet zur Bezirkskommission<br />
zur Untersuchung von NS-Verbrechen in Lublin, tätig auf<br />
grund des Art. 4 des Dekrets vom 10.11.1945, Dz. U. Nr. 51,<br />
Pos. 293 und Art. 129 StPO, mit Teilnahme der Protokoll<br />
führerin Alina GALAN, den Untengenannten als Zeugen.<br />
Der Zeuge wurde über eine strafrechtliche Verantwortung<br />
für falsche Aussagen belehrt, wonach der Zeuge mit eigen<br />
händiger Unterschrift bestätigt, über diese Verant<br />
wortung (Art. 172 StPO) belehrt worden zu sein.<br />
Danach erklärte der Zeuge wie folgt:<br />
Vor- und Zuname: Jozef HORSZCZARUK<br />
Unterschrift des Zeugen:<br />
(-) Jozef HORSZCZARUK<br />
Vornamen der Eltern: Pawel, Jadwiga geb. LAGODA<br />
Geburtsdatum und -ort: 12. März 1927, Orchowek bei Wlodawa<br />
Wohnort: Wlodawa, Kochanowskiego Str. 14<br />
Beschäftigung: Landwirt<br />
Ausbildung: vier Volksschulkl assen<br />
Vorstrafen für falsche Aussagen: keine<br />
Verhältnis zu den Parteien: fremd<br />
- 2
- 2<br />
lii<br />
Während der deutschen Besatzungszeit wohnte ich im Dorfe<br />
Orchowek bei Wlodawa und war als Lagerarbeiter der<br />
Firma Quebracho-Warszawa auf der Bahnstation Wlodawa<br />
beschäftigt. Zu meinen Aufgaben als Lagerarbeiter ge<br />
hörte es, Eichenspalthölzer anzunehmen und sie zur<br />
Firma nach Warszawa zu schicken. Ich war jeden Tag bei<br />
der Arbeit. Die Station Sobibor liegt neun Kilometer von<br />
der Station Wlodawa entfernt. In Sobibor hatten die<br />
Deutschen neben der Bahnstation ein Vernichtungslager für<br />
Juden gebaut. Wie ich mich erinnere, hatten sie mit dem<br />
Bau 1940 begonnen und ihn 1941 beendet. Nacii der Beendi<br />
gung des Baus wurde sofort damit begonnen, polnische und<br />
ausländische Juden dorthin zu transportieren. Wie ich mich<br />
erinnere, war der erste Transport ein Transport von Juden<br />
aus Wien. Das Lager war damals noch nicht fertig, und<br />
man brachte diese Juden zusammen mit örtlichen Juden<br />
irgendwo in Wlodawa unter. Dieses fand im Herbst 1941<br />
statt. Kurze Zeit danach, es kann Anfang 1942 gewesen sein,<br />
wurden diese Juden aus Wien zusammen mit einem Teil von<br />
Juden aus Wlodawa in das Lager Sobibor gebracht. Daß es<br />
Juden aus Wien waren, erfuhr ich von Leuten und von den<br />
Juden selbst. Es waren gut gekleidete und gut genährte<br />
Juden, die man mit Personenwaggons nach Wlodawa gebracht<br />
hatte. Sie gingen ohne Eskorte ins Getto und unterhielten<br />
sich unterwegs mit Leuten, denen sie begegneten. Ins<br />
Lager Sobibor wurden sie bereits in GUterwaggons ge<br />
bracht. Man schickte insgesamt drei Jransporte ab. In je<br />
dem Transport konnten etwa 30 Waggons gewesen sein. Wie<br />
viele Personen in jedem Transport weggebracht wurden,<br />
weiß ich nicht.<br />
Die Station Wlodawa war die letzte Bahnstation vor dem<br />
Bug, denn der Fluß Bug bildete damals die Grenze<br />
t^ySX^ef^AOfy^ Ul- ^<br />
SiADO'<br />
^^A/<br />
/^-A/^/^ "^ ""• ,• -TT<br />
-F^£-^':^i<br />
/
3 -<br />
zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Andere Bahn<br />
transporte, außer den oben erwähnten, mit denen die<br />
Juden nach Sobibor gebracht wurden, habe ich nicht gesehen<br />
Die noch im Getto Wlodawa verbliebenen Juden wurden im<br />
^ IL<br />
Herbst 1942 von den Deutschen zur Bahnstation Wlodawa ge<br />
trieben. Man lud Frauen und Kinder in Waggons und brachte<br />
sie nach Sobibor. Die Männer dagegen, die in den Waggons<br />
nicht mehr Platz hatten, wurden auf der Bahnstation er<br />
schossen. Man hat damals 159 Männer ermordet. Woher die<br />
Deutschen stammten, die diesen Mord begangen haben, weiß<br />
ich nicht. Ich weiß, daß sie Uniformen von solcher Far<br />
be trugen, wie sie die Wehrmacht hatte, und auf den Mützen<br />
hatten sie Totenköpfe. Die Leichen der ermordeten Juden<br />
wurden in einem Gemeinschaftsgrab am Ort des Mordes ver<br />
graben. Getan haben dieses Polen auf Anordnung der<br />
Deutschen. Es gab einen Mann, einen Juden, der unter den<br />
zu Ermordenden war und am Leben geblieben ist. denn für<br />
die Exekution hatte man 160 Männer herausgesucht. Er stammte<br />
angeblich aus Lublin. Ich weiß aber nicht,wie er hieß.<br />
Das Begraben der Leichen fand zur Abendzeit statt, nach<br />
dem die Deutschen die Station verlassen hatten. Der am<br />
Leben gebliebene Jude wurde von den Polen in den Wald ge<br />
schickt, und ich weiß nicht, was mit ihm weiter geschehen<br />
i St.<br />
Was das Lager Sobibor angeht, so weiß ich aus__Erzähl ungen,<br />
daß zu Beginn seines Bestehens die ermordeten Juden in<br />
Gruben vergraben und später auf Holzstößen verbrannt<br />
wurden. Die brennenden Leichen gaben einen unangenehmen<br />
Geruch ab, der sich in der ganzen Umgebung verbreitete,<br />
wobei das Feuer, vor allem in der Nacht, sogar im Dorfe<br />
4 -<br />
" ^
- 4 -<br />
Orchowek zu sehen war. Ich weiß nicht, wieviele Juden<br />
in diesem Lager umgekommen sind. Ich habe von Leuten<br />
gehört, nach Antransport von Juden aus den Gebieten<br />
der Sowjetunion hätten diese einen Aufstand organisiert,<br />
bei dem einige Deutsche von der Lagermannschaft und<br />
einige -zig Juden umgekommen sind. Während des Aufstandes<br />
wurde die Lagerumzäunung an zwei Stellen durchbrochen,<br />
wo die Juden herauskamen. Eine große Anzahl von Juden hat<br />
durch diese Durchgänge das Lager verlassen. Ich weiß nicht,<br />
was mit ihnen nach Verlassen des Lagers geschehen ist.<br />
Nach diesem Aufstand hörte das Lager auf zu existieren.<br />
Von der Lagermannschaft kenne ich die Namen RYL und MAOR,<br />
es waren im deutschen Dienst stehende Ukrainer, und sie<br />
gehörten zur SS. Andere Namen habe ich nicht gehört. Den<br />
Namen WAGNER kenne ich nicht.<br />
Das ist alles, was mir in dieser Sache bekannt ist. •<br />
Damit wurde das Protokoll verlesen und unterschrieben.<br />
Es vernahm:<br />
(-) J. PAKULA<br />
Es protokol1i erte:<br />
(-) A. GALAN<br />
Es sagte aus:<br />
{-) J. HORSZCZARUK<br />
L. S. Zwei runde Dienstsiegel mit Adler als Staatswappen<br />
und Inschrift: Bezirkskommission zur Untersuchung<br />
von NS-Verbrechen in Lublin.<br />
Die Übereinstimmung vorstehender Übersetzung mit dem<br />
mir in polnischer Sprache vorliegenden Protoko.ll wird,<br />
hiermit bestätigt.<br />
Asche Juli 1981^<br />
Vom Oberlandesgericht Hamm zur<br />
Bescheinigung der Richtigkeit und<br />
Vollständigkeit von Übersetzungen<br />
ermächtigte Dolmetscherin<br />
'/
p<br />
s<br />
o<br />
r
0%,<br />
^<br />
<<br />
c^<br />
Übersetzung aus der polnischen Sprache<br />
/staat8emblem/<br />
.Tuatizminiaterluia<br />
EeuptkomBission Z\XT Untersuchung<br />
der I.'S-Verbrechen in Polen<br />
rgb.:;r.: Zh. l/&n/ü/6/72/zi:o.<br />
Warschau, den 8.711,1975<br />
Al. Ujazdowski* 11<br />
Landgericht Hamburg<br />
ochwurgcricht<br />
Hehr geehrter Herr Vorsitzender!<br />
2 Hamburg ^6<br />
ricvokingpiatz 3<br />
la Anschluü an nein Schreiben vom 2. Juni ^^T5, Nr. on 8/6/72<br />
Kpp 26/73 und ia Zusammenhang mit Ihren Schreiben vo» 26.Ja<br />
nuar 1973, ITr. (50) 8/72, übersende ich Ihnen weittäres B«-<br />
weisnaterial, auf Cruna deesen sich Eeglcitumstände der<br />
"iorde an Polen, Juden und russischen Kriegsgefangenen<br />
in Polczjn bei Travniki, im Vernichtungslager in wO-<br />
bibor und ' lodava ergeben, begangen in den Jahren<br />
1941 - 1943 von Funktionären der SS, des 5D, der Gendarmerie<br />
und der Gestapo.<br />
Ich Übermittle Ihnen hiermit Ver<br />
nehmungsprotokolle nachstehender Zeugen»<br />
1. Jan Ilrzovski<br />
2. Joiof Tzialakiewics<br />
3. Antoni Kuczewski<br />
4. Feliks Fijalkovski<br />
5. Jozef K«drak - 2 Protokolle<br />
6. Tadeusz Bednarczj^k<br />
7. Jan Fiwonski<br />
Außerdem übersende ich Ihnen eine Skizze des La<br />
gers in Sobibor mit dazugehöriger Legende und ein<br />
Protokoll über die Ortsbeaichtigun^ der Massen<br />
gräber ia v/alde- D^browa bei rrawniki.<br />
Ich bitte, mich zu gegebener Zeit über die Verwendung<br />
des übersandten Materials zu benachrichtigen.<br />
A<strong>nl</strong>. noohaohtungsvoll<br />
Der Direktor<br />
ges. Unterschrift<br />
Frof.Dr. Cs.Piliohovskl<br />
^ 0 [>
ÜTDeroetzung aus der polnischen Sprache<br />
Bezirkskommiaaion zur Untersuchung von NS-Verbrechen<br />
in Lublin<br />
Aktenzeichen! OKL/D8.13/73<br />
Zeugonvemehmungaprotokoll<br />
Am 7. August 1974 hat in Lublin Mieczyalaw Kowalski - Richter<br />
beim Kreiagericht in Lublin, Abgeordnet zur Bezirkakommiasion<br />
für die Untersuchung von NS-Verbreohen in Lublin, handelnd<br />
gemäß Artikel 4 dea Dekrete vom lo.XI.i945, Oeaetzblatt Nr. 51,<br />
POB. 293 und Artikel 129 der Strafprozeßordnung (k.p.k.),<br />
unter Mitwirkung der Protokollführerin Eadoslawa Jakubiak,<br />
den nachatehend Genannten ala Zeugei^emommen.<br />
Der Zeuge wurde über seine strafrechtliche Verantwortlichkeit<br />
bei falacher Auaaage belehrt, worauf der Zeuge durch eigen<br />
händig vollzogene Unterachrift bestätigt, über dieae aeine<br />
Verantwortlichkeit belehrt worden zu sein (Artikel 172 der<br />
Strafprozeßordnung).<br />
/-/ Jan Erzowakl<br />
/Unterschrift des Zeugen/<br />
Anaohließend sagte der Zeuge wie folgt auat<br />
Vor- und Zuname 1 Jan Krzowaki<br />
Vornamen der Eltern t Jozef und Prakaede geb. Stefaniuk<br />
Geburtsdatum u. -Ort 1 6. März I916, Zlobek &eia Wlodawa<br />
Wohnort 1 Wlodawa, Miokiewicza 6<br />
Beruf I Angeatellter<br />
Schulbildung i Mittlere, allgemein<br />
Vorstrafen wegen Falachaussage1 nicht vorbestraft<br />
Verhältnia zu den Parteien i nicht verwandt, nicht veraohwägert<br />
Ich stamme aus dem Dorf Zlobek Duzy, etwa drei Kilometer von<br />
Sobibor entfernt, einem Ort, in welchem die Deutaohen im März<br />
1942 mit dem Bau eines Lagers begonnen hatten. Ab 6, Oktober<br />
1959 wohnte ich weiterhin in dieaer Ortschaft Zlobek Duzy.<br />
Ich arbeitete ala Waldarbeiter dort in der Oberföraterei Sobibor.<br />
In der Oberföraterei Sobibor arbeitete ich bis Ende I94O.<br />
Anaohließend arbeitete ich ala Bahnarbeiter auf der Station in
- 2 -<br />
Sobibor bis Ende 1942. Von der Station Sobibor vmrde ich An<br />
fang 1943 zur Hachbaratation Bug-Wlodawa versetzt, wo ich<br />
den Posten eines Weichenstellers bekleidete, dort arbeitete<br />
ich bis zvok 2o. Juli 1944. la ZusaBmenhang mit meiner Arbeit<br />
bei der Eisenbahn marschierte ich täglich zu Fuß von der Ort<br />
schaft Zlobek Duzy zur Ortschaft Sobibor. Nachdem ich zur<br />
Ortschaft Bug-Wlodawa verlegt worden war, ging ich Jeden zwei<br />
ten Tag denselben Weg über die Ortschaft Sobibor bis zua Zug,<br />
alt welchen ich von der Station Sobibor zur Station Bug-Wlodawa<br />
fuhr, und nach der Arbeit benutzte ich den gleichen Weg, um<br />
nach Hause zu gelangen.<br />
Im Monat Juli 1942 sah ich den Ausbau des Lagers in Sobibor.<br />
Das Oelände wurde umzäunt, so dann durch Staeheldraht abge<br />
sichert, man errichtete irgendwelche Gebäude, hierbei arbeiteten<br />
die Einwohner der Ortschaft Wlodawa. Rings um das Lager wurden<br />
Beobachtungstürme errichtet, und zwar von der Waldeeite aua<br />
gesehen* Es wurden dort Gruben ausgehoben uni Bäume gerodet*<br />
Sohon damals bewachten die Deutschen das ganze Gelände, welohes<br />
diirch das Lager eingenommen war. Diese Deutschen hatten an<br />
den Mützen Totenkopf-Abzeichen, es halfen ihnen Wlasow-Ange-<br />
hörige, die schwarze Uniformen trugen. Im September 1942<br />
wurde ein Gebäude errichtet, in welchem - wie ich später erfuhr -<br />
das Krematorium untergebracht war. Ich erinnere mich daran,<br />
daß der erste Transport von Juden aua Wien nach Sobibor im<br />
Pullmannwagen 1. Klasse angekommen war, jedoch infolge Fehlens<br />
einer ordnungsgemäßen Organisation innerhalb des Lagars in<br />
Sobibor wurde dieser Transport nach Wlodawa weggeschickt,<br />
und diese Juden wohnten in Wlodawa. Danach kamen die nächsten<br />
Transporte systematisch in das Lager Sobibor, darunter waren<br />
Juden aus Polen, Belgien, Holland, der Tschechoslowakei,<br />
Österreich, Deutschland und Prankreich. In Jedem dieser Trans<br />
porte kamen etwa 2.000/3.000 Juden an. Meine Kollegen, von<br />
Beruf Eisenbahner, haben ca. 106 solcher Transporte bis zum<br />
Ende des Bestehens des Lagers in Sobibor gezählt, das ist etwa<br />
bis November 1943. tlberdies wurden von den Deutschen und den<br />
Angehörigen der Wlasow-Einheiten in das Lager Sobibor auch<br />
noch Juden aus dem Bereiche des Kreises Wlodawa, de« Ereieea<br />
Chelm und aus der Ortschaft Wlodawa selbst getrieben.<br />
^^^/i
- 3 -<br />
Die Transporte mit den Juden wurden, nachdem ale durch das<br />
Lagertor gefahren waren, aufgeteilt in Gruppen, bestehend aus<br />
Frauen, Kindern und Männern. Nackt ausgezogen, trieb man sie<br />
in die Badeanstalt innerhalb des Lagerbereiches in Gruppen.<br />
Dies habe ich von der Mühle aus gesehen, die in einer Entfernung<br />
von ca« 150 a von der Lagerumzäunung stand. Mehr konnte loh<br />
nicht sehen, denn es fielen Schüsse, ich weiß aber nicht, aus<br />
welchem Grunde und in welcher Richtung diese Schüsse abgegben<br />
worden sind« Ich welB aus den Erzählungen der Wlasov-Leute,<br />
die In deutschen Diensten standen, da£ im Lager Soblbor die<br />
Juden unmittelbar in die Badeanstalt getrieben wurden, wo man<br />
sie mit Wasser übergoB, und anschlle£end wurden sie ca. eine<br />
halbe Stunde lang mit Irgend einem Gas erstickt. AnschlleBend<br />
ging der Fußboden in dieser Badeanstalt automatisch naoh unten,<br />
und die Körper der von Gas Vergifteten fielen naoh unten.<br />
Und auf diese Welse wurde eine neue Gruppe von Mensohcn wieder<br />
hineingetrieben, und der laufende Zustroa an Juden in die<br />
Oaskammer wvirde solcherart aufrechterhalten. Von den gleichen<br />
Vlasow-Leuten welfi loh, daß man die Juden zuerst alt Blei<br />
oxyd, welches aus einem Verbrennungsmotor stamate, erstickte*<br />
Die Arbelt dieses Motors dämpfte glelohzeltlg und übertönte<br />
die Schreie der geaordeten Juden. Die Arbeitsveisc dieser<br />
Badecuistalt und der Gaskammer wurde vervollkommnet, und es<br />
wurden dort immer mehr Menschen vernichtet, man hörte das Schrei<br />
en der Menschen trotx der Geräusche des laufenden Motors. JJm<br />
die Schreie der gemordeten Menschen völlig zu übertönen,<br />
schafften sich die Deutschen eine Oänsesohar von etwa 200 Stück<br />
Gänsen an, und wenn die Oaakaaaer arbeitete, hetsten die<br />
Deutschen die Gänse alt Hunden, und das Gänsegeschnatter däapfte<br />
das Gesohrel der in der Gaskamaer gemordeten Mensohan. Der<br />
Hund, alt welchem die Deutschen die Gänse hetsten, war wahr<br />
schei<strong>nl</strong>ich ein Bernhardiner, denn es war dies ein groBer Hund.<br />
Während der Transporte wurde ein Teil der Menschen abgetrennt,<br />
man brachte sie In kleinere Lager, und zwar in die Ortschaften<br />
Ossowa, Luta und Krychow. Die dort hingebrachten Juden arbei<br />
teten zuerst bei Meliorationsarbeiten und anderen schweren<br />
Tagesarbeiten, bei denen sie massenweise aus Hunger und Er-
- 4 -<br />
Schöpfung umkamen. An Ihre Stelle kamen dann neue Juden. Ein<br />
Teil dieser Häftlinge, die aus dem Lager Sobihor nach Oa»owa,<br />
Krychow und Luta gebracht 'vurden, aind an Ort und Stelle durch<br />
Erschießen ermordet worden. Ich war Axigenzeuge folgenden Ge-<br />
achehenai 2a kann in Sommer 1942 wohl gewesen sein, als ich am<br />
Bahixgleia in der Nähe des Lagers Sohihor arbeitete, ala einer<br />
der 'Vlasow-Leute, der '/achter dieses Lagerstreifens an den<br />
Gleisen außerhalb des Lagers war, zu mir sagte, "Geh und schau<br />
mal, was die Deutschen dort im Lager, dem sogenannten Spital,<br />
machen". Ich ging näher an das Lager heran, und auf der Höhe<br />
der Bahngleise, wo ich auch arbeitete, hatte ich den besten<br />
Einblick ins Lager, sah loh, wie zuerst ein Deutscher au dem<br />
eingetroffenen Transport der Juden sprach, wobei er sagte,<br />
sobald die Deutschen gesiegt haben wurden, dann würde es para<br />
diesisch und sehr gut auf dieser Welt sein, und vorerst könnten<br />
die Juden-Häftlinge es sich aussuchen, in welches Nebe<strong>nl</strong>ager<br />
sie xur physischen Arbeit fahren wollten. Die Nebe<strong>nl</strong>ager waren<br />
diejenigen, die ich erwähnt hatte. Die kranken Juden und die<br />
Körperbehinderten sollten sich für das Lager-Spltal in Soblbor<br />
melden. Im Bereiche des Lagers Soblbor gab es aber überhaupt<br />
kein Spital, es gab dort nur eine ausgehobene Grube, ca. 2oo m<br />
In nördlicher Richtung von der Stelle entfernt, wo diese Ver<br />
sammlung der Juden eben atattgef\inden hatte. Daraufhin kam<br />
ein Pferdewagen vorgefahren, den Wagen bestlegen lo bis 15<br />
I5<br />
In sohwar«er Uniform, die ich weder dem Vornamen und Nachnamen<br />
kranke Juden, und die Fuhre fuhr lu dieser Grube. An dieser<br />
Grube befahl einer der Deutschen und einer der Wlasov-Leute<br />
njxoh nicht kenne, daß die kranken Juden sich ausziehen sollten,<br />
vorauf sie von ihnen auf der Stelle erschossen wurden, und<br />
zwar auf diese Art und Welse, daß sie sie der Reihe nach an<br />
der Grube aufstellten, in welche sie nach der ErsohleBtmg<br />
sofort hineinfielen. Ich hörte aus Gesprächen mit den Wlaeow-<br />
Leuten, daß im Bereiche des Lagers Soblbor Mensohe<strong>nl</strong>elohen<br />
verbrannt wurden, und zwar auf Verbrennungsstätten, die ge<br />
bildet wurden aus Auto-Untergestellen oder Eisenbahnschienen,<br />
Für die Verbrennung der Leichen benutzte man Wurzelstubben<br />
und Holz, und auf so eine« Stapel, bestehend aus geschlohteten
- 5 - 4 P<br />
Leichen waé Holz, erfolgte die Verbrennung, wobei man den<br />
Stapel mit Irgend einer Flüssigkeit Ubergofi, daailt die Leiohen<br />
besser verbrannten.<br />
loh kannte keinen, weder dem Vor- noch Familiennamen nach<br />
von der Belegschaft des Lagers Sobibor, weder von den Deutschen<br />
nooh von den Wlasow-Angehörigen. Würde man mir jedoch einige<br />
der Wärter zeigen, vielleicht würde ich sie noch wiederer<br />
kennen, denn ich habe sie immer flüchtig gesehen. Die mir ge<br />
zeigte Skizze von dem Lager in Sobibor erkenne ioh., und ich<br />
finde mich zuBoht, obwohl sie in deutscher Sprache gefertigt<br />
ist. Die deutsche Sprache beherrsche ioh soweit, daß ich mich<br />
verständigen kann. Die Skizze stellt tats&chlich den Lagerbe<br />
reich dar. Wenn ich zur Arbeit naoh Sobibor ging, oder von d«r<br />
Arbeit zurückkehrte, oder auch zur Eisenbahnstation Bug-Wlodawa,<br />
dann umging ich dieees Lager von der Nordseite her. Mein<br />
Kollege hingegen, Weichensteller bei der polnischen Staats<br />
eisenbahn )PKP), Jan Piwonski, ging zur Arbeit naoh Sobibor<br />
von seinem Hause aus in Zlobek Maly über den kleinen Weg, ähn<br />
lich wie auch loh, jedoch \imging er das Lager von der Südseite<br />
her. Auf der mir gezeigten Skizze stimmt alles mit dem Überein,<br />
was ioh im Oelände von Sobibor gesehen habe, mit Ausnahme der<br />
sogenannten Todesstraflei diese führte nicht durch die Mitte<br />
des Feldes III und IV des Lagers in Sobibor, sondern an der<br />
Abgrenzung der westlichen Seite der Felder III und IV des<br />
Lagers zum Krematorium. Der Oleisabsch<strong>nl</strong>tt, auf dem ioh gear<br />
beitet habe, umfaßte die eigentliche Station Sobibor und das<br />
Bahngleis auf der Strecke von Sobibor bis zur Station Bug-<br />
Wlodawa. Dieses Gleis verlief in einer Entfernung von 3/4 m<br />
von der Stacheldrahtumzäunung, welche das ganze Lager umgab.<br />
Ioh erinnere mich daran, daß zum Bau des Lagers in Sobibor<br />
von den Deutschen ca« 3oc Juden aus Wlodawa zusammengetrieben<br />
worden sind. Die Juden sägten den Wald ab, teilweise auf der<br />
gegenüberliegenden Seite der Station Sobibor, und bereiteten<br />
einen Plat« vor, wo später das Lager stand, oder riohtlger,<br />
ein Teil des Lagers, der auf der vorgezeigten Skisse als Lager III<br />
bezeichnet ist. Mein täglicher Weg zur Arbelt führte über den<br />
Waldpfad durch das Terrain, das später von den Juden als das<br />
erwähnte Lager III vorbereitet wurde. Die Arbelt der Juden auf<br />
-6
- 6 -<br />
dem Terrain, auf welchem dann das Lager entstand, leiteten<br />
uniformierte und bewaffnete Deutsohe, welche auehf den Ärmeln<br />
die Buchataben SD trugen. Nach der lÄizäunung des Lagerterralna<br />
mit Draht mied ich den fnrtiheren Pfad und das Gelände des Lagers,<br />
welches von vom und von der Station sowie Eisenbahngleisen<br />
abgedichtet war mit Zweigen, die zwischen die Drähte gesteckt<br />
worden waren über eine Strecke von ca. 2oo m. Senkrecht zu<br />
diesen Gleisen von der Südseite des Lagers her auf einer Strecke<br />
von ca* 3oo m waren ebenfalls Zweige in die Itezäxmung einge<br />
flochten. Der restliche Teil des Lagers war nicht auf diese<br />
Welse durch Zweige abgesohiint, denn dort war er von einem<br />
Kiefernwald imgeben. Von der Kordseite her gesehen, wo auch ich<br />
den Pfad durch den Wald zur Arbeit benutzte, war dieser Wald<br />
etwas lichter und durchsohel<strong>nl</strong>g. Deshalb konnte Ich auch die<br />
Erdaushebungen in einer Länge bis zu loo m sehen. An dieser<br />
Stelle errichteten die Deutschen Holzbaracken, derer es etwa<br />
acht gewesen sein können. Aufierdem benutzten die Deutschen<br />
das Holzgebäude der OberfOrsterei und das Forathaus, in wel<br />
chem der Lagerkommandant selbst wohnen sollte. Ich habe keinen<br />
der Lagerkommandanten dam Vor- und Familiennamen nach gekannt<br />
und bin mit Ihnen nie zusammengetroffen. loh erinnere mich<br />
daran sehr gut, gesehen zu haben, da£ das Lager von den soge<br />
nannten "Schwarzen" bewacht wurde, sie trugen nämlich schwarze<br />
ü<strong>nl</strong>foxiBen, und allgemein nannte man sie die "Vlasows". Das<br />
Lager wurde von vier Holztürmen aus von der Waldselt« bewacht.<br />
Auf den Waohtürmen und an der Lager-AuBenselte hielten die<br />
Wlasows in schwarzen Uniformen dl« Wache. Sie waren mit Schuß<br />
waffen ausgerüstet und hatten außerdem noch Reflektoren«<br />
Innerhalb der doppelten Lagerumzäunung aus Stachcldraht - dvr<br />
Abstand hier betrug ca. 1 l/2 m - waren Minen versteckt.<br />
Hiervon w«i£ ich d«8halb, well bei der Auflösung des Lagers<br />
in Sobibor im Herbst 1943 einer der Deutschen durch ein« ver<br />
borgen« Mine zerrissen und getötet worden war. Izinerhalb des<br />
Lag«rs wurd« die Arbelt der ''Schwarzen" Wlasows von den<br />
Deutschen beaufsichtigt, die auch den ganzen Lag«rb«tri«b<br />
leiteten. Diese Fakten habe ich persö<strong>nl</strong>ich gesehen. Es gab<br />
Fälle, da£ während d«r Abw«s«nh«lt der Deutschen die Vlaaov«
- 7 -<br />
nit den Polen Geapräoha führten, und awar wenn wir auf den<br />
Glelaeu arbeiteten. Diese Unterhaltungen wurden gehela geführt.<br />
Dleae Vlaaows ersählten una, ale wären aowjetlaohe Krlegage-<br />
fangene, die aioh lur Mitarbeit alt den Deutschen bereit erklärt<br />
hätten. Ich seibat kannte die ruaaiaohe Sprache beaaer als die<br />
deutaohe und konnte mioh während der Oeapräohe der Wlaaowa*Leute<br />
mit una ^t Teratändigen* Die 'Vlaeows aagten, daß ea von Ihnen<br />
innerhalb dea Lagera in Soblbor etwa 2oo gäbe, Deutaehe selbst<br />
waren es nur oa. 3o. Dleae Deutachen trugen graugrüne Unifomen<br />
<strong>nl</strong>t SD-Abaolchen, und an den runden Mützen trugen sie Toten-<br />
köpf-Abselchen. Ina Lager kaaen oiltunter je drei Elaenbahn-<br />
Transporte tätlich, durehsohnittllch jeder bestehend aus ca.<br />
3o Waggona. Die Blaenbahnarbelter sagten mir, daB solohe Trans<br />
porte auoh In der Hacht ankäaen, wieriel jedoch, das weiß ich<br />
nicht. Die aus dea Ausland im Lager Soblbor eintreffenden<br />
Juden kamen in Waggons 1. nasse, den sogenannten Pullaann-<br />
vagen. Die aus Polen ataaaenden Juden dagegen kaaen in daa<br />
Lager in Oüterwaggona. Ich erinnere aich daran, daß an einen<br />
gewiesen Zeitabseh<strong>nl</strong>tt - Ich erinnere aich nicht genau, wann<br />
f?as war - eine Pause in den Elaenbahn-Tranaporten entatanden<br />
war. Dleae Pauae wurde veruraaoht durch die Notwendigkeit, eine<br />
{rrößerv Anzalil von Leichen wegxuachaffen, die in den für die<br />
sen Zweck achon früher vorbereiteten Gruben geaamaelt worden<br />
waren und wo, trotzdea oan auf die Leichen Chlorcalk geatreat<br />
hatte, ein furchtbarer Lelohengeatank entatanden war. Hier<br />
über berichteten mir Wlasow-Leute, deren Naaen ich nicht kenne*<br />
Sodann kaaen erneut Transporte von Juden in das Lager von<br />
Soblbor, und in der üaigebung begaxm man den Geruch von ver-<br />
branntea Haar, verbrannten Körpern und Knochen su spüren.<br />
Dieser Gestank war sogar in Wlodawa, etwa B kn von Soblbor<br />
entfernt,Astsustellen. Ich erinnere aich daran, daß die<br />
Wlasows auf der Eisenbahn-Station in Soblbor in scharfer<br />
Pora die Reisenden aufriefen, sie aollten nicht aua den Uaggons,<br />
die In Richtung Bug-Wlodawa fuhren, auf das Terrain des Lagers<br />
In Soblbor hinausschauen. Ich habe auch einen aus dea Lager<br />
flüchtenden Juden gesshen, der aioh in Richtung der Oleis«<br />
unalttelbar auf mich su bewegte, 1ha wurde jedoch der Weg von<br />
einen "Schwarzen" abgeschnitten, der ihn in Höhe der Lager-
- 3 -<br />
drahte erschoß. Ein anderes Hal h&be Ich gesehen» wie eine<br />
nackte Pr&u aus den tmräunten Teil des Laders davo<strong>nl</strong>ief, he-<br />
zelchnet auf der nirrgezeigten Sklsze als Lager III, aber<br />
ein Deutocher holte sie ein, schlug sie <strong>nl</strong>t einer Peitsche<br />
und trieb sie zurück In den aiiï III "bezeichneten Tell des<br />
Lagers In Richtung Krematorium. Eines Tagen, als Ich zur Arbalt<br />
auf den Gleisen ging, sah Ich, vle Innerhalb de» Lagers ein<br />
deutsches Flugseug vo« Typ "Storch" landete. Dies soll vor dem<br />
Ausbruch eines Aufatandes im Lager stattgefunden haben. Illt<br />
diesem Flugzeug sollen deutsche Kontroll-Inspektoren einge<br />
troffen sein, wahrend des Aufstandes ia Lager f.obibor war ich<br />
in Chdlm, und ich habe den Verlauf dieses Geschehens nicht<br />
gesehen. Eines Tages bin ich im Walde eines Juden begegnet»<br />
der mir erzählte, daB die deutschen im Lager Sobibor die Juden<br />
ia Krematorium morden, er wäre einer von denen, denen es ge<br />
lungen sei, zu flüchten. Den Namen dieses Juden sowie die<br />
näheren Umstände seiner Flucht kenne ich nicht.<br />
'Sine gewisse Zeit nach dem Aufstand im Lager in Sobibor brach<br />
ten die Deutschen eine Gruppe von Juden aus Treblinka nach<br />
Sobibor. iüt Hilfe diiaer Juden ^turde doxux caa Lager in<br />
Sobibor liquidiert. Die Gaskasuaem vurden in die Luft gesprengt,<br />
die Saracken ia Bereiche ces Lagers \mrdon ausainandergenoBmen»<br />
der üchutt aus der Gaskammer .^urde zum Teil abtransportiert<br />
\mä teilweise auch in der Erde vergraben. Dort, wo das Lager<br />
sich befunden hatte, vrurde der Boden umgepflügt, anschlieBend<br />
geeggt, und das Gold, welches aus dem Boden herausgepflügt<br />
worden war, wurde herausgesucht, und dann \mrde ein Kiefem-<br />
'aid gepflanzt. Auf dem Gelände des ehemailgcn Lagers befindet<br />
sich gegenwärtig ein Denkmal sowie ein Gedenkhügel , der aua<br />
der Asche der Opfer errichtet worden ist*<br />
Ich erinnere mloh daran, dafi einer der Mitglieder der Lager-<br />
Belegaohaft in Sobibor, ein Deutscher /ar alt des Kamen<br />
Sohaleta (Sobalota?). Er war ca. 17o am grofi, atva 4o Jahre<br />
alt, er hatte ein volles Gesicht, randlloh, er trug SS-<br />
U<strong>nl</strong>fora, oha« besondere Zeiohen» ich weiS loh, woh«r er<br />
staoate«<br />
a
- 9 -<br />
Andere Tor- und Kachna^en. Dien.tgrad-Be.eichnu^.n. D.tail.<br />
der L<strong>nl</strong>fornileruxig und bekleidet« Dlenat.teUui»«en - kenne<br />
ich nicht.<br />
:^ehp in dieser Angelegenheit veifl ich nicht.<br />
Dae Protokoll -.nurde alr vorgelesen, ich uat.rBohreib. e. al.<br />
ubereinstiamend alt aeiner Aussage. -<br />
Vernomen I Illeczyslaw Kowalaki<br />
Protokolliert! R. Jaktiblak<br />
Auageaagti Jan Kreoweki<br />
A.S./, Bexirkekonuaia.ion zur IMt.rwchua, der NS-7.rbrechea<br />
la Lublin<br />
/L,:;./I Bezlrkekonmiosl<br />
in Lublin<br />
on zur Untersuchung a^r KS-Verbrechen<br />
Oie öbereinstimrrung dieser Obersetzung mit der mir vorgslegtan<br />
Jrsdirift in poimscner 5practie beglaubige idi hiermit<br />
Hamburg, den _ 3. i 75<br />
Waiter Kudzielka<br />
vereidigter DciTsK.:'3."-J'^'-2^'»'<br />
der poinKC.--cn - --'-<br />
^.mbu«,26,J.n3lcrn.,^:0.iel.34ä5»<br />
4 o
i<br />
1.<br />
PROTOKÓt<br />
PRZESLU6HANIA SWIADKA<br />
.. iaiu<br />
r. o godi. y/ ^^<br />
r J^I^iia^,^^!:^/^^^^ e^^^^a^ , /S!s/^ ^^^^A^/f IM O<br />
dzialaj^c na mocy:<br />
1) art. 238 § 2 i 239 § 2 K.P.K.<br />
2) art. 237 § 1 K.P.K.<br />
8) polecenia Pod-Vice-Prokuratora Rejonu Prokuratury<br />
Sqdu -<br />
I ënia<br />
_ n<br />
19 r. NI<br />
wydanego na podstawie art. 238 § 1 (Prok.), 247 § 2 (SG) K.P.K. zachowuj^c formalnoéci<br />
vyniienione w srt. 227, 229 — 234 K.P.K.<br />
przy udziale protokólanta<br />
prxesJuchslem niiej wymienion/?^^ cfaartktarze swiadka, który (a) po uprzedzeniu o:<br />
•) prawie odmovy xein»n i przycxyn wymienionych v art. 101 K.P.K.<br />
b) treéci art. 103 K.P.K.<br />
s) odpoviedzialnoéci za nieprewdzive xe^nanie — zeznal co nast§pu]e:<br />
Nazwisko i imi§ .<br />
Imiona rodziców /i Py^^^S^ IIÉA<br />
Wiek<br />
Zajfcie ^éi''t'^ti'*±.<br />
Miejsce zamieszkania<br />
w<br />
^UL/^'T^^t^<br />
z d.<br />
J0AUi^y lyM^ ^^y^U JL^.<br />
^ y ' au^. au^. *>i^-^^ilJW fe^M^^ >»^*< y^^^.<br />
Af^/^i^j^
Na tym protokól zakonczono I prxed podpisaniem odczytano.<br />
Protokélovrii:<br />
'odpii éwiadka:<br />
•*••
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O<br />
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1<br />
l/l<br />
r<br />
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'PwRO fxjf^.lsn r n 1,11 i. ^•fin<br />
- 1 -<br />
^ • / - - ^<br />
U woondo 'MI fl • Dl ],";(>^ i 11,' - ,••, .oliilMii . ' i- IxMit; I' ? lioo oiid wns I'<br />
i.odii '•' Ik ben uit ^')'•lH . \'n bon i.u 5b.)RHi- oud. '' v.'ouudo in osfiu .<br />
• ,-m f!r>r- hn,endoii<br />
Mensen uit de dorpen Icwamen daar en bedreven handel met liun. /o<br />
brachten f^raar, landbouwi)ro(hikten en verkochte ze oj ruilden voor<br />
de materialen en anderen dln^ien die ze nodijj hadden. ''' n liaiidel<br />
bfidreven zeddanr./ow.is lio i, nn^v aan het J)ef;ln van de bezet titif^.<br />
n was \\'>r, oon jonf^on. 'h>o oud wa ''. Ik wari 1/j jaar oud. \v;inii er<br />
y.Hf, u v()')i' dn (.or-st,(> loMM hl- Icuip.Xk heb het f,ezien . Kerst '.'^K<br />
ik het nioi, omrla t er een omheinif^ was. Vlak bij het kamp een paar<br />
me tor vandaan , {^liif^ oen sjioorLijn lari^.s op het traject ChR.1im-\\'lodawa .<br />
Je kon niet veel / i.eii want aan die kant was alles met de planken<br />
betimmer(i. Tk ]irobeej'do door de boven raampjes in rte trein iets<br />
over die omheining'; heen to zien. Helaas kon je alleen de dakfcen -<br />
van liuisjes zien. Kr waren vool vfin die huisjes, /oveel kon je, i, „<br />
vanaf de trein zien. (lewoo<strong>nl</strong>ijk kon je niet dichterbij komen. "s^ -<br />
II be,
vorvolg i»oolsP f';ot,in^^on<br />
V'n I h^>b^n^l /
~ Jverv<strong>nl</strong>^<br />
jKiolse {',o niii/';on<br />
alleop WO ino t; ooii panr ;',n7:Tmien blevnn acliter. Met VRBI. Onder<br />
nndernn J'ami llo van die ma miner. bleef ook acliter. Onze familie<br />
was /^ernenf:d. Mün moeder was eon Poolse , mi;n vader vas oriodox.<br />
Ma ar wo r(>isden niot al' naai- S.U. Dat alles onpeweer hadden wo<br />
^^ezien. wat de joden vertelden, lii (»SOK waar l' woonde was ook eon<br />
joods kaïnp.U'aL voor kariplioi. was V Dat waren de joden natimrlyk.<br />
De i'iensen die naar S.U. afreisden lieten de woninp-en, de huizen<br />
achter. Het was midden in liet dorp. /e liebben daar no^ meer luiizen<br />
bi.ifiiezet en met de d raadomho ind. D>i uaclit hielden joden zelf. '/e<br />
vluchtten zo wie zo niet. Ik kan me herinjieren mensen wilden doodschieten. Die soldaten<br />
mengden zicfi niet in de politieke zaken. '/,e kwamen aan en ze ver<br />
boden dat. /e moesten dat alles laten anders zouden ze met hen<br />
spreken. Die dnitsers van do toren kwapien vaker in her dorp .<br />
Niemand viel ze lasti/';. Net andersom , zi handelden met hen. In<br />
ruil voor garen on rindere din/, MI kregen ze boter die ze waarscliyn-<br />
liik naar hun families stnnr'den. '/e iee/Vien op de goede voet met de<br />
mensen en de mensen met die dnitsers. /o hebbon die dnitsers van<br />
de toren de mensen vnrdecHr;d die gefusilleerd zouden worden, Waar-<br />
schii<strong>nl</strong>ijk liebhen die twen joden hnni gedood t. De woning'; van de ko-<br />
mandant ]ag niet ve > van de weg af. V.r brandde ILcht in zijn woning,<br />
het was s'avonds, dat waren waa rsclii.i<strong>nl</strong> iik die govluchtte joden.<br />
De lielftvan Jien kon vluchten .Alleen de komanrtnnt was een duitser.<br />
De joden zelf hiolden i.\o. wacht , i-ia r niet streng. Ms iemand het<br />
wilde , kon vluchten. Maar zn vluchtten niet. \as er en grolo<br />
fin tlsoi li I, i HPio in (i:i
fD^v'<br />
s<strong>nl</strong>iien tien dood^T-nsclio ton . ' •i'-; *^'' n i R i: n fs <strong>nl</strong>iuwel iik zo cli<strong>nl</strong>.tl)ij<br />
!^;nh"1)or- \\'()uoii v Waar mocst.nn w-< dan wonen ? Tlof was hoi. , j 1^ woou(.in<br />
daar i:i(> , olkc H.i, . . . Huiken , ja ? die stank , ja. Je rood het<br />
niet e i ke (ipfl . 'ronii v,e lion verbrandden en de wind in de ricliting<br />
van Osow waaide kon je dan die stank ruiken. Het was l^ kin verder.<br />
Rii de wind uit andore kant ^;inf^ die s i-ank over de andere dorpen<br />
lieen . ' >aiik 1' • oi .<br />
, j ^ Mann e I • I' '.'i v
vprvolf^ poolse ;^ tin^f-n<br />
-5-<br />
on tl)ondon hadrloii. Dnnr wn roii ook 'ie wnrkers VHU onri za^^erij-,<br />
7Tf!of(; H do oxo(-iit. ios /v'>.:i.
vervolg podlse f^Ptni.f^Rii<br />
hun uitspraken waron vnrsctiillenrle zakeii. U'aroii zo baji^'; voor SS-ers<br />
Ze waren nieé«^)anfï voor SS-ers. A.Lloen als ze een overtreding hadden<br />
befjaan. '.'\\\i «li.n neiisfiii iiii. 'KM, !;;IM|) ;, (>\-) ucli t ? J)e "vodden" ? N(;e, r .uibihcjr' \> i s i. V Ik woot het, niet. Hier ziin voel<br />
inor\sen, / Swi tn Is ki -i« werkte bii hein , W<strong>nl</strong>ski mot wie ik werkte<br />
sanon . Tk woot liot. niot wi o no^v in'>er naam or deel ann. Kr werkten<br />
veel firhoi.dors a- n hoi, sjioor. ;\
,
.'Tftat^
AA^
^f^t{^y£i^p...».iC^>'^^jU-''-Trxi.^^ r^^-- /*s.xót y'itc^
(/X. (é^-'J-'V-kV—Co- ^l/-n-^ £''-*^tC -d^v,,.<br />
^jd/y^-t^^'^''^^ ^^^ -^^^ '^''^ '"'^