1999/4 - BfU
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1999/4 - BfU
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Schweizerische Beratungsstelle<br />
für Unfallverhütung<br />
Hohes Unfallrisiko bei<br />
18- bis 24-Jährigen:<br />
Ursachen und Präventionsmöglichkeiten<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
bfu aktuell<br />
bfu aktuell<br />
Fachzeitschrift für<br />
Unfallverhütung<br />
in Strassenverkehr,<br />
Sport, Haus + Freizeit
2 bfu<br />
aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
Inhalt<br />
Editorial<br />
Das hohe Unfallrisiko bei<br />
Jungen kann gesenkt werden<br />
Junge Erwachsene<br />
Das Risiko fährt mit 3<br />
Wieder im Kino: Crash, Flash und Splash 5<br />
Jugendliche erfolgreich ansprechen 6<br />
Persönlich<br />
Fondation 19: Was sich Catherine 7<br />
Perrin davon erhofft<br />
Markt<br />
Drucksachen, Kalender 8<br />
Partner 9<br />
Haus + Freizeit<br />
Zwei Kunststoffschalen schützen 10<br />
fragile Hüftknochen<br />
Sport<br />
Krafttraining hält Körper und Seele in<br />
Schwung 11<br />
Strassenverkehr<br />
Neue Spiegel gegen «toten Winkel» 12<br />
Fussgängerstreifen sollen zur<br />
«freundlichen Zone» werden 13<br />
Sicherheitsdelegierte<br />
Unterwegs in der Gemeinde Oberkirch:<br />
Bauherr, SD und Spargelproduzent 14<br />
Blickpunkte<br />
Rückblick: Dominik Galliker trat zurück 16<br />
Ausblick: Ulrich Fricker ist neuer<br />
bfu-Präsident 16<br />
Seitenblick: FC Nationalrat in den<br />
Farben der bfu 16<br />
Liebe Leserin, lieber Leser<br />
In den letzten Jahren konnte die Zahl der verunfallten<br />
Personen, namentlich was die Todesfälle betrifft, kontinuierlich<br />
herabgesetzt werden. Nach wie vor ist indessen<br />
die absolute Zahl der Verunfallten auf den Strassen<br />
und beim Sport zu hoch; und noch immer stehen die 18bis<br />
24-Jährigen an der Spitze aller Altersklassen, was die<br />
Verletzten und Getöteten betrifft.<br />
Diese Unfälle können gemindert werden – Vergleiche<br />
mit anderen Ländern, insbesondere Schweden, zeigen<br />
dies deutlich. Dazu sind verschiedene Massnahmen nötig.<br />
Die bfu will mit der dreijährigen Kampagne «Dummies<br />
never die» die jungen Erwachsenen für Sicherheit<br />
sensibilisieren, sie dazu bringen, Risiken wahrzunehmen<br />
und richtig einzuschätzen. Dies allein reicht jedoch nicht<br />
aus, um die Unfallzahlen deutlich zu senken.<br />
Es braucht weitere Massnahmen, wie zum Beispiel die<br />
Einführung des Zweiphasenmodells bei der Fahrausbildung<br />
oder die Herabsetzung der Alkoholpromille-<br />
Grenze. Im Sport ist in erster Linie eine bessere Aus- und<br />
Weiterbildung in den einzelnen Sportarten anzustreben.<br />
Nur wenn alle Register gezogen werden, ist es möglich,<br />
die Zahl der Verletzten und der Todesfälle zu reduzieren.<br />
Peter Hehlen, Direktor bfu<br />
Titelbild: Aus dem bfu-Kinospot «Dummies never die»<br />
Impressum<br />
bfu aktuell <strong>1999</strong> Erscheint im Februar, April, Juni,<br />
September, November<br />
Herausgeberin: Schweizerische Beratungsstelle für<br />
Unfallverhütung bfu<br />
Postfach 8236, 3001 Bern<br />
Telefon 031 390 22 22<br />
Telefax 031 390 22 30<br />
E-mail info@bfu.ch<br />
Redaktion:<br />
Internet www.bfu.ch<br />
Atalantic GmbH, Ursula Marti Reichardt<br />
Tannenweg 12a, 3012 Bern<br />
Telefon 031 305 55 66<br />
Telefax 031 305 55 60<br />
E-mail marti.reichardt@swissonline.ch<br />
Bilder: bfu (wenn nicht anders vermerkt)<br />
Abonnemente, Layout, Druckerei Schüler AG<br />
Druck, Spedition: Jurastrasse 10, 2501 Biel<br />
Telefon 032 329 27 27<br />
Telefax 032 329 27 37
Das Risiko fährt mit<br />
Keine Woche vergeht, ohne dass in den<br />
Medien von schweren Verkehrsunfällen<br />
zu hören oder zu lesen ist. Die Meldungen<br />
stimmen nachdenklich, gerade auch wenn<br />
junge Menschen zu den Opfern zählen. Und dies<br />
ist überdurchschnittlich häufig der Fall: Die Statistik<br />
zeigt, dass Lenkerinnen und Lenker zwischen<br />
18- und 24 Jahren ein zwei- bis dreifach höheres<br />
Unfallrisiko haben als ältere Verkehrsteilnehmende.<br />
Rechnet man die Dunkelziffer dazu,<br />
erleidet jede zweite Person in diesem Lebensabschnitt<br />
einen Strassenverkehrsunfall.<br />
Typische Unfallmerkmale<br />
Die Verkehrsunfälle der jungen Erwachsenen<br />
weisen ganz bestimmte Charakteristiken auf: So<br />
geschehen sie häufig nachts an Wochenenden,<br />
oftmals sind es Alleinunfälle und sie sind überdurchschnittlich<br />
schwer. Viele Unfälle passieren<br />
wegen überhöhter, nicht der Situation angepasster<br />
Geschwindigkeit. Zudem steht ein<br />
grosser Teil der jugendlichen Lenker unter<br />
Alkoholeinfluss – allerdings meist unter der 0,8<br />
Promille-Marke. Studien zeigen, dass sich bei Jugendlichen<br />
bereits geringe Alkoholmengen (ab<br />
0,3 Promille) stark risikoerhöhend auswirken.<br />
Gemäss Stefan Sigrist, Leiter der Abteilung<br />
Forschung Mensch der bfu, ist neben der mangelnden<br />
Fahrerfahrung vor allem das Alter und<br />
die damit verbundene Lebensphase Grund für<br />
das hohe Unfallrisiko. «Junge Erwachsene sind<br />
daran, eine eigene Identität zu entwickeln, ihre<br />
Rolle in der Gruppe und in der Gesellschaft zu<br />
finden, was ihr Verhalten stark prägt – auch im<br />
Strassenverkehr.» Merkmale dieser speziellen Lebensphase<br />
seien unter anderem, dass man im<br />
Moment lebe, noch keine grosse Verantwortung<br />
übernehmen müsse und das Erleben von Spass<br />
im Vordergrund stehe.<br />
«Die Jungen» gibt es nicht!<br />
Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen ist alles andere<br />
als eine Einheit; die Wertvorstellungen,<br />
Lebensgewohnheiten und -situationen unterscheiden<br />
sich zum Teil stark. So ist auch ihr Risiko,<br />
einen Unfall zu verursachen, unterschiedlich.<br />
Besonders gefährdet sind jene Jugendlichen, die<br />
früh mit dem Autofahren anfangen und viele<br />
Kilometer fahren. Auch eine negative Einstellung<br />
zu Vorschriften und die Neigung, Spannungen<br />
auszuleben, sind Risikofaktoren.<br />
Junge Erwachsene<br />
Die grosse Unfallhäufigkeit bei Jugendlichen hängt mit dem Prozess des<br />
Erwachsenwerdens zusammen. Die eigene Identität finden, seinen Platz<br />
in der Gruppe ausloten, eigene Ziele und Aufgaben definieren – das verursacht<br />
Spannungen, die zu gefährlichem Verhalten führen können.<br />
Frauen fahren sicherer<br />
Frauen zwischen 18 und 24 Jahren verursachen<br />
ein gutes Drittel weniger Unfälle als ihre männlichen<br />
Altersgenossen. Dazu kommt, dass ihre<br />
Unfälle – oftmals Kollisionen beim Manövrieren<br />
– weniger schwer ausfallen. Dies zeigt sich unter<br />
anderem an den deutlich höheren Kosten der<br />
von den jungen Männern selbstverschuldeten<br />
Unfälle. Was machen Frauen anders als Männer?<br />
Stefan Sigrist: «Frauen schätzen ihr Fahrkönnen<br />
realistischer ein, sie sind zwar fahrtechnisch im<br />
Durchschnitt etwas schwächer als Männer, sind<br />
sich dessen aber auch bewusst. Dazu kommt,<br />
dass sie generell sicherheitsorientierter sind.»<br />
Männer dagegen seien fahrtechnisch gut und<br />
hätten auch mehr Freude an technischen Aspekten,<br />
überschätzten jedoch einerseits ihre Fähigkeiten<br />
und andererseits die Bedeutung dieser<br />
Fähigkeiten. Etwas simpel ausgedrückt: Sie nehmen<br />
an, dass wenn man schalten, parkieren und<br />
überholen kann, man(n) bereits ein guter Fahrer<br />
ist!<br />
Schweden als Vorbild<br />
Im internationalen Vergleich fällt auf, dass in<br />
Schweden deutlich weniger Unfälle geschehen<br />
als in der Schweiz, insbesondere bei jungen<br />
Menschen. Für die bfu ist dies ein deutlicher Hinweis<br />
darauf, dass in unserem Land weiteres<br />
Potential für die Prävention steckt und somit<br />
auch Handlungsbedarf besteht.<br />
Junge Erwachsene lassen sich<br />
in ihrem Verhalten stark von einer<br />
Gruppe beeinflussen.<br />
bfu aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
3
Im Fussball sind weitaus am meisten<br />
Sportunfälle zu verzeichnen.<br />
4 bfu<br />
aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
Junge Erwachsene<br />
Der Grund für die bessere Bilanz liegt gemäss<br />
Stefan Sigrist darin, dass in Schweden die Zulassung<br />
zum motorisierten Verkehr viel ernster genommen<br />
wird. Es werden genügend Mittel zur<br />
Verfügung gestellt, um in der Fahrausbildung<br />
und anderen Bereichen neue, innovative Wege<br />
zu begehen und diese wissenschaftlich zu begleiten.<br />
Entscheidend ist, dass das Alkoholproblem<br />
in Schweden ein wichtiger Punkt auf<br />
der politischen Traktandenliste ist. In der Schweiz<br />
ist die Problematik noch zu wenig erkannt, noch<br />
allzu oft wird Alkohol am Steuer als Kavaliersdelikt<br />
betrachtet.<br />
Was ist zu tun?<br />
Für die bfu gehört die Einführung des Zweiphasenmodells<br />
in der Fahrausbildung, das nach<br />
heutigem Wissensstand eine gute Wirkung<br />
erzielen wird, zu den wichtigsten Präventionsmassnahmen.<br />
Neu daran ist, dass nach der<br />
herkömmlichen Fahrprüfung eine dreijährige<br />
Bewährungs- und Weiterbildungsphase erfolgt.<br />
Erst danach wird der unbefristete Führerausweis<br />
erteilt.<br />
Als weitere Massnahme möchte die bfu ein<br />
Alkoholverbot für jugendliche Lenkerinnen und<br />
Lenker prüfen und allenfalls einführen. Zudem<br />
sollen die Vernetzung mit der Verkehrs- und<br />
Mobilitätserziehung in der Schule verbessert und<br />
im Bereich der Repression spezifische Kontrollund<br />
Strafstrategien für diese Altersgruppe eingeführt<br />
werden.<br />
Für Stefan Sigrist ist ein wichtiges Ziel, dass die<br />
soziale Kontrolle unter den Jugendlichen selber<br />
stärker wird. Dazu gehört für ihn auch, dass die<br />
in der Regel sicherheitsbewussteren Frauen die<br />
jungen Männer beeinflussen. Dies kann mit Sensibilisierungskampagnen<br />
unter Einsatz von verschiedenen<br />
Werbemitteln geschehen, es kann<br />
aber auch im Verkehrsunterricht in Form von<br />
Rollenspielen geübt werden.<br />
Ursula Marti<br />
Quelle: bfu-Dokumentation R 9824 «18- bis<br />
24-Jährige im Strassenverkehr und Sport»<br />
Unfallgeschehen und<br />
Prävention im Sport<br />
Im Sport geschehen in der Altersklasse der<br />
18- bis 24-Jährigen nur wenige Todesfälle.<br />
Dafür ist die Zahl der Verletzungen hoch.<br />
Spitzenreiter unter den Sportarten ist der<br />
Fussball mit rund 13 000 registrierten Unfällen<br />
pro Jahr, danach folgen Snowboard- und<br />
Skifahren mit rund 3800 Unfällen. Ein erhöhtes<br />
Risiko besteht auch im Eishockey, Basketball,<br />
Handball, Volleyball, Inline-Skating und<br />
Landhockey.<br />
Vielfältige Ursachen<br />
Wie im Strassenverkehr ist auch im Sport das<br />
Überschätzen der eigenen Fähigkeiten eine<br />
Hauptursache für Unfälle. Jugendliche, die<br />
mehrere Sportarten ausüben, nehmen sich<br />
meist zu wenig Zeit für das Erlernen der<br />
spezifischen Techniken, auch das Konditionstraining<br />
bleibt häufig auf der Strecke. Kommt<br />
dann noch mangelhaftes Aufwärmen und<br />
Vorbereiten dazu, führt dies zu einem hohen<br />
Unfallrisiko.<br />
Auch der Gruppendruck spielt eine grosse<br />
Rolle, denn wer möchte vor den Kolleginnen<br />
und Kollegen schon eingestehen, dass er<br />
müde ist oder eine Aufgabe zu schwierig.<br />
Folglich werden die eigenen Möglichkeiten<br />
überschätzt – das Risiko steigt.<br />
Ein weiteres Problem ist auch die mangelhafte<br />
Anpassung an die Umgebung und an<br />
die anderen Sporttreibenden. Die verschiedenen<br />
Elemente wie Luft, Wasser, Piste und<br />
Strasse müssen richtig eingeschätzt und die<br />
momentanen Gefahren erkannt werden.<br />
Falsches Einschätzen der Wetterverhältnisse<br />
kann verhängnisvoll sein.<br />
Prävention durch Ausbildung<br />
Neben der allgemeinen Sensibilisierung für<br />
Sicherheit setzt die bfu im Bereich Sport vor<br />
allem auf eine verbesserte, systematische<br />
Schulung. Wenn immer möglich sollte die<br />
Grundausbildung in einer Sportart durch<br />
qualifizierte Fachleute erfolgen, wie Turnund<br />
Sportlehrer/innen, Verbandstrainer/innen<br />
oder J+S-Leiter/innen. Die Methode des<br />
Selbsterlernens birgt die Gefahr, dass sich<br />
technische Fehler einschleichen, die nicht korrigiert<br />
werden und später die Sicherheit<br />
beeinträchtigen. In der organisierten Ausbildung<br />
werden nicht nur technisches Können<br />
vermittelt, sondern auch Material- und Ausrüstungsfragen<br />
sowie Regeln und Verhaltensvorschriften<br />
erläutert.<br />
Weitere mögliche Massnahmen sind speziell<br />
auf Jugendliche zugeschnittene Reglemente,<br />
die von Verbänden im Bereich des<br />
Wettkampfsports erlassen werden, sowie<br />
technische Verbesserungen, die die passive<br />
Sicherheit erhöhen helfen.
Wieder im Kino:<br />
Crash, Flash und Splash<br />
Der Kinospot<br />
Junge Erwachsene gehen regelmässig ins Kino.<br />
Als zentrales Kommunikationsmittel der Kampagne<br />
dient deshalb der Kinospot oder vielmehr<br />
der Kurzfilm. Dieser soll eine Eisbrecherfunktion<br />
in der Grundthematik «Unfälle» einnehmen.<br />
Die Story<br />
In der Geschichte geht es um die Gefahren, die<br />
sich als Folge von gruppendynamischen Prozessen<br />
entwickeln und die einzelnen Gruppenmitglieder<br />
in ihrem Verhalten stark beeinflussen<br />
können:<br />
Ein Vorort irgendwo. In den heimischen vier<br />
Wänden – ein zu den Protagonisten passendes<br />
überdimensionales Wohnzimmer – sitzen die<br />
drei Dummies (Testpuppen) auf dem Sofa.<br />
CRASH sieht im Fernsehen einen Autounfall und<br />
ist begeistert: Er fordert die zwei anderen zu einem<br />
Rallye infernal auf Dreirädern auf. Der Kurs:<br />
direkt in die Wand – ein Rennen, bei dem die<br />
zwei crash-untauglichen Dummies kopfüber in<br />
die Mauer rasen und verletzt dort kleben bleiben.<br />
Auch der vermeintliche Held CRASH macht<br />
keine gute Figur – zu dumm sieht er aus.<br />
Die Protagonisten<br />
Drei Anti-Helden sind die Botschafter und Träger<br />
der bfu-Aktion – drei ausgesprochen schräge,<br />
risikofreudige «Mutanten», deren Körperbau sie<br />
befähigt, bestimmte Unfallsituationen ohne<br />
Schaden zu überstehen. Sie sind eben nicht<br />
Menschen, sondern hirnlose Testpuppen.<br />
Und das ist die Crew:<br />
Absolut stossfest: CRASH. Er ist der Spezialist<br />
in Sachen «Crash-Tests». Dank seiner Kopf-Panzerung<br />
hält er Belastungen stand, die seinen beiden<br />
Kollegen nicht bekommen. Mit seinem Quadratschädel<br />
will er sprichwörtlich durch die<br />
Wand. Er ist dumm, aggressiv, rüpelhaft und rabiat.<br />
In der Story ist er der Leader, der die andern<br />
zu einer gefährlichen Tat verleitet.<br />
Ganz anders: FLASH. Er ist ebenso schlaksig<br />
wie schüchtern, empfindsam und damit der<br />
Sympathischste des Trios. Aber Achtung! Steht<br />
er im Rampenlicht, wird er zur Festhütte. Dafür<br />
ist er bestens gerüstet: Er ist vollkommen resistent<br />
gegenüber Drogen und überlebt jede Alkohol-<br />
und Ecstasy-Orgie unbeschadet.<br />
Komme was wolle, ob Lawine oder Stromschnelle:<br />
SPLASH ist im wahrsten Sinn des Wortes<br />
nicht unterzukriegen. Dank eines «körper-<br />
Junge Erwachsene<br />
In den nächsten Tagen startet die zweite von sechs Aktionswellen der<br />
bfu-Kampagne «Dummies never die». Ziel ist die Auseinandersetzung<br />
der jungen Erwachsenen mit dem eigenen Risikoverhalten. Der Aktionsleiter<br />
stellt die einzelnen Einsatzmittel vor.<br />
eigenen» Luftkissens schwimmt er immer obenauf.<br />
Und wenn er mal untergeht? Kein Problem:<br />
Sein Schnorchel auf dem Kopf versorgt ihn mit<br />
Sauerstoff. Leider fehlt es SPLASH jedoch an Körperbeherrschung,<br />
und sein geistiger Horizont ist<br />
ziemlich beschränkt.<br />
Das Kinoplakat<br />
Das Kinoplakat kündet den Film an, beinhaltet<br />
jedoch keine Informationen über die Kampagne.<br />
Die Aufmerksamkeit wird für den Film, nicht jedoch<br />
für die Aktion selber geweckt.<br />
Der Flyer<br />
Der Flyer erklärt und charakterisiert die drei Protagonisten<br />
und schafft Bezug zum Themenschwerpunkt.<br />
Ein Wettbewerb regt an, sich zur<br />
Thematik Gedanken zu machen.<br />
Der Internetauftritt www.bfu.ch<br />
Dem Internet ist eine besondere Kommunikationsaufgabe<br />
zugedacht. Der Auftritt wirkt<br />
eigenständig als Informations- und Beeinflussungskanal.<br />
Besonderer Wert wird auf die<br />
spielerische Vermittlung der Inhalte gelegt – dabei<br />
wird der Stil des Spots mit einbezogen.<br />
Die Give-Aways<br />
Die Give-Aways – sogenannte «Fruchtgummimutanten»,<br />
auf denen Splash, Crash und Flash<br />
aufgeprägt sind – werden im Kino zusammen<br />
mit dem Flyer verteilt.<br />
Ueli Moser<br />
Im Kinospot «Dummies never die»<br />
fordert Crash (Mitte) seine zwei<br />
Kollegen zu einem Rallye infernal<br />
heraus – was nichts anderes heisst<br />
als Kopf voran in eine Wand.<br />
Das Plakat Dummies<br />
never die (im Weltformat)<br />
sowie der gleichnamige<br />
Flyer können mit<br />
der Fax-Antwort bestellt<br />
werden. Weitere Infos<br />
zur Kampagne sind abrufbar<br />
unter:<br />
www.bfu.ch.<br />
bfu aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
5
6 bfu<br />
aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
Junge Erwachsene<br />
«Stillsitzen, das ist für die Alten! Ein Slalom<br />
zwischen Hindernissen ist viel spannender.»<br />
Wie soll man dieser Aussage begegnen?<br />
Jean-Luc Gurtner, Pädagoge an der Universität<br />
Freiburg, zeigt mögliche Wege, wie<br />
Sicherheit bei Jungen thematisiert werden<br />
kann.<br />
Jugendliche erfolgreich<br />
ansprechen<br />
Risikofreier Nervenkitzel in einem<br />
Vergnügungspark als Alternative zu<br />
gefährlichen Abenteuern auf der<br />
Strasse und im Sport.<br />
Bild: Bildagentur Baumann AG<br />
Noch keine Verantwortung für eine Familie,<br />
auch keine Karriereaussichten – die<br />
Motivation für vorsichtiges Verhalten<br />
fehlt den Jungen weitgehend. Dazu kommt,<br />
dass es gegen die Langeweile des Alltags und die<br />
Ungewissheit der Zukunft nichts Besseres gibt als<br />
den Kitzel bei Gefahr. Das Gleiche gilt auch für<br />
den Stress. Ein richtiges Abenteuer mit vielen<br />
Risiken ist das beste Rezept dagegen – wenn es<br />
gut ausgeht! Und wenn nicht, versucht wirds<br />
trotzdem. Wie nur soll diesen jungen Draufgängern<br />
die Gefährlichkeit ihres Tuns bewusst<br />
gemacht werden?<br />
«Was überhaupt keine Wirkung hat, sind Botschaften,<br />
die die direkten Konsequenzen – wie<br />
Krankheit und Tod – übermitteln», erklärt Profes-<br />
sor Jean-Luc Gurtner von der Universität Freiburg.<br />
Ein «Pass doch auf» verhallt ungehört und<br />
Verbote bewirken geradezu das Gegenteil.<br />
Umso mehr als das Risiko als Aufwertung eines<br />
Abenteuers begriffen wird und nicht als Gefahr.<br />
Alternativen zum «Mahnfinger»<br />
Eine viel bessere Annäherung an das Problem<br />
schafft das Bild eines Antihelden, mit dem sich<br />
die Jungen identifizieren können. Eine so übermittelte<br />
Botschaft ist von der linearen Denkweise<br />
der Väter weit entfernt. Gurtner sagt dazu:<br />
«Fantastische Figuren, wie sie in den beliebten<br />
Videoclips vorkommen, eine paradoxe Botschaft,<br />
das gefällt ihnen.» Zur Illustration folgendes<br />
erfundenes Beispiel: Zwei Jugendliche machen<br />
ein Wettrennen auf ihren Skates. Der eine,<br />
gut ausgerüstet, kommt als Erster ans Ziel. Der<br />
andere, schlecht ausgerüstet, wird unterwegs<br />
von einer Wespe gestochen und kommt natürlich<br />
erst als Zweiter an. Die Wirkung der Schutzausrüstung<br />
ist nicht ausformuliert, der Zuschauer<br />
muss den Zusammenhang selber herstellen.<br />
Die Kampagne der bfu «Dummies never<br />
die» verfolgt im Übrigen ebenfalls diese Linie.<br />
Ein anderer Vorschlag: Den Jungen alternative,<br />
risikofreie «Nervenkitzel» anbieten. Anstelle von<br />
schnellem Motorradfahren könnte man sich<br />
beim Autotest im Windkanal vergnügen. Andere<br />
Möglichkeiten sind das dynamische Kino, wie<br />
z.B. im Futuroscope von Poitiers in Frankreich,<br />
oder Rutschbahnen und Achterbahnen in den<br />
Vergnügungsparks, wie in Rust bei Freiburg im<br />
Breisgau. Dieser Park zählt Millionen von Besucherinnen<br />
und Besuchern und das Unfallrisiko ist<br />
minim.<br />
Spielerische Auseinandersetzung<br />
Eine dritte Möglichkeit, die Jungen zu animieren<br />
sich gefahrlos auszuleben, sind Rollenspiele. Sie<br />
können in Clubs oder in Schulen durchgeführt<br />
werden. Ein Beispiel: Der<br />
Schüler spielt einen Motorradfahrer<br />
und fühlt sich dabei<br />
so, als gehöre die Strasse ihm<br />
allein. Nun fordert ihn die<br />
Lehrperson auf, die Rolle zu<br />
tauschen: «Stell dir vor, du<br />
bist nun als Fussgänger unterwegs.<br />
Plötzlich fährt ein Motorrad<br />
genau auf dich zu. Der<br />
Fahrer könnte dein bester<br />
Freund sein, der dich übersehen<br />
hat. Wie beurteilst du<br />
deine Situation? Denkst du<br />
einfach – na, da habe ich aber<br />
Pech gehabt oder – der ist ja<br />
verrückt, so zu fahren oder –<br />
der könnte doch aufpassen<br />
usw. ...»<br />
Zusammen mit einem eingängigen<br />
Slogan hat dieses<br />
Vorgehen weit mehr Chancen<br />
zum Nachdenken anzuregen.<br />
«Wenn die Jungen mit den<br />
Mitteln des Humors, des Ungewöhnlichen und<br />
Unerwarteten in die Welt geführt werden, die sie<br />
lieben und die geprägt ist durch Geschwindigkeit,<br />
Stärke und Emotionen, werden sie aufgefordert,<br />
über die Risiken nachzudenken», fasst<br />
Jean-Luc Gurtner zusammen. Danach liegt es an<br />
ihnen, die Verantwortung wahrzunehmen.<br />
Catherine Strasser, bfu
Persönlich<br />
Fondation 19:<br />
Was sich Catherine Perrin<br />
davon erhofft<br />
Unter dem Namen «Fondation 19», der<br />
den Artikel 19 des Krankenversicherungsgesetzes<br />
in Erinnerung ruft, präsentiert<br />
sich die Schweizerische Stiftung für<br />
Gesundheitsförderung in einem neuen Kleid.<br />
Das Tätigkeitsgebiet wurde erweitert, das Budget<br />
der Stiftung von 2 auf 16 Mio erhöht. Die<br />
neue Generalsekretärin, Catherine Perrin, wurde<br />
mit der Konkretisierung der Ziele betraut. Sie<br />
empfängt uns in den vor kurzem bezogenen Büros<br />
der Stiftung in Lausanne.<br />
Catherine Perrin, welches ist Ihr Werdegang?<br />
Ich bin eine typische Vertreterin meiner Generation:<br />
Frau, demzufolge mehr den Sprachen zugewandt<br />
als der Mathematik; ich war 20 und<br />
hatte keine Ahnung, wie meine Karriere einmal<br />
aussehen würde. Damals immatrikulierte man<br />
sich einfach. Ich absolvierte also in Freiburg ein<br />
Sprachstudium. Nach dem Doktorat, mit 32, heiratete<br />
ich und begann meine berufliche Karriere.<br />
Ein Jahr lang leitete ich ein Collège in Les Avants,<br />
dann übernahm ich die Leitung eines Hotels in<br />
Montreux. Kommunikation (ich spreche fliessend<br />
5 Sprachen), Marketing, Administration, ja<br />
sogar Baurenovationen – meine Ausbildung war<br />
wirklich umfassend. Diese Arbeit entsprach mir,<br />
denn Organisation ist meine Stärke. Ich wohne<br />
übrigens immer noch in Montreux mit meinen<br />
zwei halbwüchsigen Kindern.<br />
Wie kamen Sie ins Gesundheitswesen<br />
und mit welchen Zielen?<br />
Ich habe 8 Jahre lang für die FMH, die Vereinigung<br />
schweizerischer Fachärzte, gearbeitet. In<br />
dieser Zeit beschäftigte ich mich in den Bereichen<br />
Administration, Recht und Wissenschaft<br />
mit dem berühmten Titel «FMH». Heute ist die<br />
Gesundheitsförderung mein Ziel. Dies bedeutet<br />
nicht nur, Risiken zu mindern und Krankheiten<br />
zu vermeiden, sondern auch auf der Ebene des<br />
Individuums zu arbeiten, indem seine Möglichkeiten<br />
und Kompetenzen gestärkt werden. Wir<br />
möchten in allen Bevölkerungsgruppen einen<br />
sogenannten «Gesundheitsreflex» wecken.<br />
Denn wenn man sich in seiner Haut wohl fühlt,<br />
wird man auch weniger schnell krank. Leider<br />
wird heute oft kurzfristigen Budgetüberlegungen<br />
der Vorzug gegeben – zu Ungunsten der<br />
Die neue Generalsekretärin einer Stiftung, die der bfu in vielen Belangen<br />
ähnlich ist, berichtet über ihren Werdegang und ihre Ziele. Eine Begegnung.<br />
Lebensqualität. Ein<br />
Beispiel: Wenn ein<br />
Kanton eine Turnstunde<br />
streicht, wird<br />
er nur wenig Geld<br />
sparen. Demgegenüber<br />
wird ihn der Verlust<br />
an Wohlbefinden<br />
durch Sport und Entspannungwahrscheinlich<br />
teuer zu<br />
stehen kommen.<br />
Wir wollen auch informieren,<br />
vor allem<br />
mit unserer Revue<br />
Focus, die an Umfang<br />
zunehmen wird. Mit<br />
diesem Instrument<br />
haben wir die Möglichkeit,<br />
Kenntnisse<br />
zusammenzutragen,<br />
Wissenschaftern im<br />
Gesundheitssektor<br />
ein Forum zu bieten<br />
und ähnliche Projekte<br />
zu koordinieren. Die<br />
Erwartungen an unsere<br />
Institution sind<br />
gross und kommen<br />
von allen möglichen<br />
Seiten auf uns zu.<br />
Wie erleben Sie diesen Druck?<br />
Angstgefühle und der Eindruck, nicht mehr über<br />
mein Leben bestimmen zu können, bleiben mir<br />
nicht erspart. Meine 60-Stunden-Woche ist<br />
glücklicherweise sehr gut organisiert. Die verbleibende<br />
Zeit gehört meinen Kindern. Aber mit<br />
den neuen Aufgaben der Stiftung habe ich fast<br />
keine Zeit mehr, um spanische Literatur zu lesen<br />
oder Mozart zu hören.<br />
Und Ihre Erwartungen?<br />
Dass die Stiftung ihre neue Rolle schnell übernehmen<br />
kann und von der Bevölkerung anerkannt<br />
wird. Ich würde mir auch ein Übereinkommen<br />
mit den Kantonen wünschen und letzten<br />
Endes eine gute gesamtschweizerische Gesundheitspolitik.<br />
Catherine Strasser<br />
Catherine Perrin, Generalsekretärin<br />
der Schweizerischen Gesundheitsförderung,<br />
möchte in der Bevölkerung<br />
einen «Gesundheitsreflex»<br />
auslösen.<br />
bfu aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
7
Drucksachen<br />
Jahresbericht 1998<br />
Im bfu-Jahresbericht findet sich – neben den<br />
üblichen Zahlen und Fakten zur Organisation<br />
– eine Auswahl aktueller Beiträge zu allen<br />
Einsatzgebieten der Stiftung: Forschung,<br />
Erziehung und Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit,<br />
Aktionen, Beratung sowie Recht. Aus<br />
Anlass des 60-Jahre-Jubiläums der bfu wird<br />
auch kurz Rückschau gehalten und werden<br />
Visionen für die Zukunft der Sicherheitsarbeit<br />
formuliert. Ein spezielles Kapitel ist<br />
der Organisation der Sicherheitsdelegierten<br />
gewidmet, die seit 25 Jahren den direkten<br />
Kontakt zu Gemeinden und Bevölkerung sicherstellt.<br />
Der Jahresbericht ist in Deutsch, Französisch<br />
und Italienisch zum Preis von Fr. 10.–<br />
erhältlich. Er kann mit der Fax-Antwort bestellt<br />
werden.<br />
Verzeichnis der<br />
Drucksachen<br />
Die bfu gibt zu den Bereichen Sport, Strassenverkehr,<br />
Haus + Garten verschiedenste<br />
gedruckte Einsatzmittel heraus. Dazu gehören<br />
hauptsächlich Plakate, Informationsund<br />
Merkblätter in Kurzform, die breit abge-<br />
geben werden, aber auch ausführlichere Publikationen<br />
wie Dokumentationen zu speziellen<br />
Themen und wissenschaftliche Reports<br />
für Fachleute und Interessierte.<br />
Eine Übersicht dieser Einsatzmittel ist im<br />
Internet unter www.bfu.ch zu finden. Wer<br />
das Verzeichnis der Drucksachen R 9203<br />
in gedruckter Form möchte, kann es mit der<br />
Fax-Antwort bestellen (nur einzelne Exemplare).<br />
bfu aktuell <strong>1999</strong>/4<br />
Markt<br />
Handbuch der Sicherheitsarbeit<br />
Unter dem Titel Sicherheit für alle hat die<br />
bfu ein praktisches Handbuch geschaffen,<br />
das einen schnellen Zugriff auf Informationen<br />
über Vorgehen und Abhilfe bei Unfallgefahren<br />
erlaubt. Der Ordner ist – anders als<br />
die meisten bfu-Publikationen – nicht nach<br />
Themengruppen, sondern alphabetisch geordnet.<br />
Ein Stichwortverzeichnis hilft bei der<br />
Suche.<br />
Zu den einzelnen Themen gibt es ein Einlageblatt,<br />
auf dem jeweils das Problem beschrieben,<br />
Lösungsansätze aufgezeigt und<br />
Statistik <strong>1999</strong><br />
Ab sofort können unter www.bfu.ch wieder die aktuellsten Unfallzahlen abgerufen werden.<br />
Zahlreiche Tabellen und Grafiken zeigen das Unfallgeschehen nach verschiedenen<br />
Gesichtspunkten. So werden Auswertungen nach Ursachen, Altersgruppen, Art der Verletzungen<br />
und vielen anderen Kriterien gemacht.<br />
Die Statistiken können auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch abgerufen<br />
werden. Sie sind unter der Rubrik «Forschung» zu finden.<br />
Eine Auswahl der aktuellen Statistiken ist auch in gedruckter Form erhältlich. Einzelne<br />
Exemplare des Büchleins Statistik <strong>1999</strong> können mit der Fax-Antwort angefordert<br />
werden.<br />
Kalender<br />
konkrete Tipps und allenfalls Literaturhinweise<br />
vermittelt werden. Das Handbuch<br />
wird laufend nachgeführt. Wer die beigelegte<br />
Bestellkarte retourniert, wird automatisch<br />
mit neuen und überarbeiteten Blättern beliefert.<br />
Das Handbuch dient allen, die sich mit<br />
Unfallverhütung in Strassenverkehr, Sport,<br />
Haus + Garten befassen, insbesondere<br />
Sicherheitsdelegierten, Lehrer/innen, Polizei,<br />
Verantwortliche in einem Betrieb oder Verband.<br />
Der Ordner (A4-Format) kann zum<br />
Preis von Fr. 30.– zuzüglich Portokosten bestellt<br />
werden. Bitte benützen Sie die Fax-<br />
Antwort.<br />
21.9.99 Verleihung des bfu-Preises «Die sichere Gemeinde»<br />
30.9.–4.10. WEGA Weinfelden, mit bfu-Ausstellung<br />
4.–17.10. Aktionswochen «Schau hin – Gib nach» des Schweiz. Verkehrssicherheitsrates<br />
14.10. bfu-Verkehrsinstruktorentagung in Olten<br />
15.–25.10. Comptoir in Delémont, mit bfu-InfoBus<br />
25.10.–6.11. Gemeinschaftsaktion «Freundliche Zone»<br />
15.–26.11. Sicherheitstage in St. Gallen, mit bfu-Ausstellung<br />
23.–26.11. «Sicherheit 99» in der Messe Zürich
Partner<br />
BUWAL-Broschüre «Tempo<br />
30 in der Gemeinde»<br />
Die Einrichtung von Tempo-30-Zonen in der<br />
Schweiz ist seit 1989 gesetzlich geregelt.<br />
Seither wurden bereits hunderte solcher Zonen<br />
in Städten, aber auch in kleineren Ge-<br />
meinden eingerichtet. Tempo-30-Zonen fördern<br />
das Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden,<br />
bieten genügend Begegnungsraum<br />
(Spielen auf verkehrsarmen und<br />
Quartierstrassen ist erlaubt) und dienen der<br />
allgemeinen Verkehrsberuhigung.<br />
Die Broschüre zeigt als Leitfaden auf, worauf<br />
eine Gemeinde bei der Einführung von<br />
Tempo-30-Zonen achten muss. Sie beinhaltet<br />
nebst Hintergründen und Erfahrungen<br />
auch Vorschläge für die Einrichtung der Zonen.<br />
Die Broschüre Tempo 30 in der Gemeinde<br />
wird herausgegeben vom Bundesamt für<br />
Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL in<br />
Zusammenarbeit mit dem Verkehrs-Club der<br />
Schweiz VCS; unterstützt von folgenden Organisationen:<br />
Cercl’Air, Schweiz. Gesellschaft<br />
der Lufthygieniker, Schweiz. Gemeindeverband,<br />
Schweiz. Städteverband und<br />
bfu. Sie ist kostenlos zu beziehen bei<br />
der EDMZ, 3003 Bern, Bestellnummer<br />
319.641d, erhältlich auch in französischer<br />
und italienischer Sprache.<br />
Markt<br />
Kinder-Gehörschutz aus dem Verkaufssortiment der BUL. Bild: BUL<br />
Sicherheitsprodukte von<br />
der BUL<br />
In der neu erschienen Broschüre Sicherheit<br />
ist kein Zufall der Beratungsstelle für Unfallverhütung<br />
in der Landwirtschaft BUL<br />
wird eine ganze Reihe herkömmlicher und<br />
neuer Sicherheitsprodukte vorgestellt und<br />
zum Verkauf angeboten. Die Beratungsstelle<br />
legt grossen Wert auf Qualität, Tragkomfort<br />
und praxisnahe Lösungen und hat darum<br />
alle empfohlenen Produkte in der Praxis<br />
getestet. Die aufgeführten persönlichen<br />
Schutzausrüstungen sind CE-konform und<br />
entsprechen den in Europa gültigen Normen.<br />
So rollen Sie sicher!<br />
Der Markt mit den Rollern boomt. Quer<br />
durch alle sozialen Schichten geniessen<br />
Männer und Frauen die Freiheit auf dem<br />
trendigen Zweirad. Zählte man in der<br />
Schweiz 1990 noch um die 12 000 immatrikulierte<br />
Roller, so waren es Ende 1998 bereits<br />
über 110 000.<br />
Für viele ist der Roller vor allem in Städten<br />
das ideale Fortbewegungsmittel, denn Staus<br />
und die Parkplatzsuche stellen kaum Probleme.<br />
Ausserdem sind Roller günstig in Anschaffung<br />
und Unterhalt und brauchen wenig<br />
Treibstoff. Ein weiterer Grund für die<br />
grosse Beliebtheit sind die einfachen Zulassungsbedingungen.<br />
Die Kategorie F – 50<br />
ccm Hubraum, Fahrgeschwindigkeit bis zu<br />
45 km/h – darf mit einem Autofahrausweis<br />
gefahren werden.<br />
Motorroller sind dank Schaltautomatik<br />
und Elektrostarter leicht zu bedienen, doch<br />
gerade da liegt auch ein Gefahrenpotential.<br />
Roller sind nämlich keine Spielzeuge und erfordern<br />
– genauso wie Motorräder – Geübtheit<br />
und Vorsicht.<br />
An einer Informationsveranstaltung<br />
machten Winterthur Versicherungen und<br />
Die Broschüre kann bestellt werden bei<br />
BUL, Postfach, 5040 Schöftland, Tel. 062<br />
739 50 40, Fax 062 739 50 30. Weitere Informationen<br />
sind auch über www.bul.ch abrufbar.<br />
Die BUL unterhält ebenfalls eine ständige<br />
Verkaufsausstellung an ihrem Sitz in<br />
Schöftland. Dort können Bekleidung anprobiert,<br />
Hilfsmittel – Spiegel, Beleuchtungsanlagen,<br />
technische Geräte usw. – angeschaut<br />
und getestet werden. Wer Glück hat, kann<br />
von Sonderangeboten oder günstigen Restbeständen<br />
profitieren.<br />
die deutsche Dekra Automobil AG auf die<br />
Risiken beim «Rollen» aufmerksam. Sie<br />
empfehlen folgende Sicherheitsmassnahmen:<br />
• Schutzausrüstung tragen: Dazu gehören<br />
ein guter Integralhelm, Handschuhe, feste<br />
Schuhe, Jacke aus festem Material (Leder<br />
oder Textil), lange Hose, Nierengurt.<br />
• Fahrzeug in einwandfreiem Zustand halten:<br />
Batterie, Beleuchtung, Ölstand kann<br />
man selber prüfen, Bremsen, Fahrwerk<br />
und Motor sollte man regelmässig in einer<br />
Werkstatt kontrollieren lassen. Der Windabweiser<br />
muss sauber und unzerkratzt<br />
sein.<br />
• Verkehrsregeln beachten: Kein Fahren auf<br />
der Velospur, dem Trottoir oder dem<br />
Fussgängerstreifen.<br />
bfu aktuell <strong>1999</strong>/4
10 bfu<br />
aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
Haus + Freizeit<br />
Vor allem ältere Frauen brechen sich bei einem<br />
Sturz häufig den Oberschenkelhalsknochen.<br />
Der Hüftprotektor, ein neues Produkt<br />
aus Hartplastik, soll Abhilfe schaffen.<br />
Zwei Kunststoffschalen<br />
schützen fragile<br />
Hüftknochen<br />
1)<br />
3)<br />
In der Schweiz ziehen sich jedes Jahr rund<br />
10 000 Personen, die älter sind als 65, bei einem<br />
Sturz eine Oberschenkelhalsfraktur zu.<br />
Diese Zahl dürfte in Zukunft mit dem Anwachsen<br />
der älteren Bevölkerung noch zunehmen –<br />
mit beträchtlichen Kosten für das Gesundheitswesen.<br />
Zu den Brüchen kommt es, weil nicht wenige<br />
ältere Menschen, vor allem Frauen, an Osteoporose<br />
leiden. Bei dieser Krankheit nimmt die<br />
Knochendichte altersbedingt immer mehr ab, so<br />
2)<br />
Der Hüftprotektor lässt sich<br />
einfach beim täglichen Wäschewechsel<br />
entfernen und an<br />
ein neues Wäschestück oder<br />
die spezielle Einsteckhose<br />
anklammern.<br />
Bild: Lamprecht AG, Zürich<br />
dass der Knochen schon bei einem relativ leichten<br />
Sturz bricht. Die Unfälle passieren zuhause<br />
oder im Herbst und Winter auf der Strasse, wenn<br />
die Leute auf dem nassen, glitschigen Asphalt<br />
ausrutschen und hinfallen. Sehr häufig brechen<br />
sie sich dabei den Oberschenkelhalsknochen.<br />
Ein neu entwickeltes Produkt, der Hüftprotektor,<br />
soll hier Abhilfe schaffen. Er besteht aus<br />
zwei handflächengrossen Schalen aus Hartplastik,<br />
die links und rechts auf den beiden Hüftknochen<br />
über dem Oberschenkelhals befestigt<br />
werden. Sie gleichen den Ellbogenschonern, die<br />
beim Inline-Skating getragen werden. Den<br />
Hüftprotektor gibt es zurzeit in der Schweiz in<br />
zwei verschiedenen Modellen. Bei dem einen<br />
werden die beiden Kunststoffschalen an der Unterhose<br />
fixiert, was anfangs nicht ganz einfach<br />
ist. Zu diesem Modell gehört deshalb auch eine<br />
Spezialunterhose mit Taschen, in die sich die<br />
zwei Schalen besonders leicht einführen lassen.<br />
Beim zweiten Modell ist der Hüftprotektor bereits<br />
in eine Unterhose eingenäht. Dies hat den<br />
Nachteil, dass man warten muss, bis es nach<br />
dem Waschen wieder trocken und einsetzbar ist.<br />
Wer nicht so lange warten will, muss mehrere<br />
Exemplare anschaffen, was schnell ins Geld<br />
geht. Beide Modelle kosten nämlich an die 120<br />
Franken.<br />
Kann der Hüftprotektor wirklich Knochenbrüche<br />
verhindern? Markus Hubacher von der Abteilung<br />
Forschung Mensch der bfu: «Weltweit<br />
sind verschiedene Studien durchgeführt worden,<br />
die alle auf eine 90- bis 100-prozentige Wirkung<br />
der Hüftprotektors schliessen lassen.» Nur ganz<br />
wenige Testpersonen haben sich trotz Protektor<br />
bei einem Sturz die Hüftknochen gebrochen.<br />
Aber der Hüftprotektor nützt natürlich nur,<br />
wenn er am richtigen Ort platziert und auch<br />
wirklich immer getragen wird. Und genau hier<br />
liegt das Problem. «Die Leute werden den Protektor<br />
nur dann akzeptieren, wenn er bequem<br />
und leicht zu handhaben ist», ist Markus<br />
Hubacher überzeugt. Gerade Frauen hätten oft<br />
Angst, dass die Kunststoffschalen unter der Kleidung<br />
sichtbar wären. Das sei aber nur dann der<br />
Fall, wenn sehr dünne, anliegende Hosen wie<br />
Leggins getragen werden. Sonst sollte der Protektor<br />
praktisch unsichtbar sein. Auch das<br />
Schwitzen im Sommer sei kein grosses Problem,<br />
da beide Modelle leicht sind und nicht stark auftragen.<br />
Ältere Menschen, die den Oberschenkelhalsknochen<br />
brechen, müssen häufig in ein Altersoder<br />
Pflegeheim eingeliefert werden und verlieren<br />
ihre Selbständigkeit. Das kann der Hüftprotektor<br />
verhindern. Er kann sturzgefährdete<br />
Senioren nicht vor dem Sturz bewahren, aber er<br />
kann ihnen einen Knochenbruch ersparen.<br />
Sturzgefährdet sind all jene, die wegen altersbedingten<br />
Einschränkungen schlecht zu Fuss<br />
sind, sei es weil sie nicht mehr beweglich genug<br />
sind oder weil sie bestimmte Medikamente einnehmen,<br />
deren Nebenwirkungen das Sturzrisiko<br />
erhöhen (zum Beispiel Benommenheit). Ältere<br />
Menschen haben manchmal auch Angst zu stürzen<br />
und bewegen sich dadurch angespannter,<br />
wodurch sich das Sturzrisiko wiederum erhöht.<br />
Ein Teufelskreis, den der Hüftprotektor durchbrechen<br />
kann.<br />
Das neue Produkt ist noch ziemlich unbekannt<br />
und im Handel auch nicht überall erhältlich. Es<br />
steht zudem noch nicht fest, ob die Krankenkassen<br />
die Kosten übernehmen werden. Gemäss<br />
dem neuen Krankenversicherungsgesetz muss<br />
zuerst durch wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit<br />
nachgewiesen werden.<br />
Lea Svorad
Sport<br />
Krafttraining hält Körper<br />
und Seele in Schwung<br />
Die kürzlich veröffentlichte bfu-Studie<br />
«Fitness-Center – Verletzungen und Beschwerden<br />
beim Training» hat ergeben,<br />
dass rund 5–10 Prozent der Bevölkerung<br />
regelmässig ein Fitness-Center besuchen. Die<br />
Trainingsdauer beträgt durchschnittlich zweimal<br />
70 Minuten pro Woche. In erster Linie wird Kraft<br />
und Ausdauer an den entsprechenden Geräten<br />
trainiert; Aerobic und Gymnastik werden fast<br />
ausschliesslich von Frauen betrieben. Hauptmotiv<br />
ist die Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit,<br />
aber auch Rehabilitation, Erhaltung<br />
der Figur und Ergänzung zu anderen Sportarten.<br />
Die Studie gibt weiter Aufschluss über Häufigkeit<br />
und Art der Verletzungen bzw. Beschwerden<br />
sowie über die Zufriedenheit der Kundinnen und<br />
Kunden bezüglich Training und Betreuung.<br />
Verschiedenste Vorteile<br />
Eine gut ausgebildete Muskulatur ist für das<br />
Wohlbefinden von zentraler Bedeutung. Die<br />
Muskulatur, die nicht belastet wird, baut sich ab.<br />
Muskelaufbau respektive -erhaltung bedeutet<br />
für Frauen und Männer ständiges Aktivsein.<br />
Krafttraining bringt uns nicht nur muskuläre<br />
Kraft, um physische Belastungen besser zu meistern,<br />
es stärkt uns auch psychisch. Nebst den<br />
gesundheitlichen Vorteilen ist man nach körperlicher<br />
Tätigkeit ausgeglichener, was sich im Berufsleben<br />
und im Alltag positiv bemerkbar<br />
macht. Die Muskulatur ist unser Motor für alle<br />
möglichen Arten von Bewegung. Auch für ältere<br />
Menschen ist es wichtig, über genügend Kraft,<br />
Beweglichkeit und Koordination zu verfügen,<br />
um möglichst lange unabhängig und mobil zu<br />
bleiben und die alltäglichen Dinge verrichten zu<br />
können. Zudem bringt der Gang ins Fitness-Center<br />
soziale Kontakte.<br />
Ein ausgewogenes Trainingsprogramm umfasst<br />
Übungen in den Bereichen Ausdauer, Kraft,<br />
Beweglichkeit und Koordination. Das Risiko, sich<br />
dabei schwere Verletzungen oder Beschwerden<br />
zuzuziehen, ist gering. Bemerkenswert ist, dass<br />
sich bei 85% der Fitness-Center-Besucher und<br />
– Besucherinnen mit bestehenden Beschwerden<br />
das gezielte Training positiv auswirkt.<br />
Weil aber 5 von 10 Personen, die sich beim<br />
Fitnesstraining Verletzungen oder Beschwerden<br />
Fitnesstraining ist eine der zehn am häufigsten ausgeübten sportlichen<br />
Aktivitäten in unserem Land. Kein Wunder also, besitzt die Schweiz die<br />
höchste Studiodichte der Welt. Was treibt so viele Menschen an die<br />
Sportgeräte? Mit gezieltem Krafttraining fühlt man sich fitter und ausgeglichener.<br />
Probieren Sie es selbst!<br />
zuziehen, Überbelastung als Ursache angeben,<br />
lohnt es sich, die wichtigsten Sicherheitstipps zu<br />
beherzigen:<br />
• Vor jedem Training mindestens die anschliessend<br />
zu belastende Muskulatur aktiv<br />
aufwärmen.<br />
• Bewegungen langsam ausführen, schnelle<br />
Übungsausführungen verleiten zu Überbelastung.<br />
• Regelmässige Kontrollen und Korrekturen der<br />
Bewegungsausführung verlangen.<br />
Diana Cima<br />
Weitere nützliche Informationen finden Sie<br />
im bfu-Informationsblatt Ib 9909 Fit im Fitness-Center,<br />
das Sie gratis beziehen können.<br />
Die bfu-Studie Fitness-Center – Verletzungen<br />
und Beschwerden beim Training richtet<br />
sich an Fitness-Center-Betreiber und Instruktoren<br />
und ist für Fr. 15.– erhältlich.<br />
Beide Broschüren können mit der Fax-Antwort<br />
bestellt werden oder direkt bei: bfu, Abteilung<br />
Sport, Laupenstrasse 11, 3001 Bern.<br />
Konzentriert trainieren, sich nicht<br />
ablenken lassen – so kann Verletzungen<br />
vorgebeugt werden.<br />
Bild: Dany Rhyner<br />
bfu aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
11
12 bfu<br />
aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
Strassenverkehr<br />
Immer wieder geschehen schwere Unfälle,<br />
bei denen Velofahrende oder Zufussgehende<br />
von rechtsabbiegenden Nutzfahrzeugen<br />
angefahren oder überrollt werden,<br />
weil sie sich aus der Sicht des Chauffeurs im<br />
sogenannten toten Winkel befinden. Im<br />
Vergleich zum allgemeinen Unfallgeschehen<br />
ereignen sich solche Unfälle zwar selten,<br />
ihre Folgen sind jedoch meist gravierend.<br />
Neue Spiegel gegen<br />
«toten Winkel»<br />
Der Trixi-Spiegel – auf lichtsignalgesteuerten<br />
Kreuzungen installiert –<br />
gibt dem Lastwagenfahrer einen<br />
guten Überblick über die Situation.<br />
Bilder: Stadtmobilität Thun<br />
Die Unfallproblematik ist bekannt: Trotz<br />
installierten Haupt-, Weitwinkel- und<br />
Rampenspiegeln sieht der Chauffeur insbesondere<br />
den vorderen Eckbereich seines Nutzfahrzeuges<br />
nicht. Und die Velofahrenden sind<br />
sich trotz Kampagnen und Hinweisen nicht genügend<br />
bewusst, in welche Gefahrensituation<br />
sie sich begeben, wenn sie rechts neben ein wartendes<br />
Nutzfahrzeug fahren. Es bieten sich jedoch<br />
verschiedene Lösungsmöglichkeiten an.<br />
Information, Aus- und Weiterbildung<br />
Wie eine Umfrage im Auftrag der ASTAG und<br />
der IG Velo Schweiz zeigte, fühlen sich sowohl<br />
Lastwagen- wie auch Velofahrer/innen nicht sicher.<br />
Aus diesem Grunde veranstalteten die beiden<br />
Verbände gemeinsam eine Tagung unter<br />
dem Patronat des Verkehrssicherheitsrates. Es<br />
wurde nach Möglichkeiten gesucht, um für die<br />
beiden ungleichen Partner im Strassenverkehr<br />
durch Massnahmen der Fahrzeug- und Verkehrstechnik<br />
sowie der Aus-und Weiterbildung mehr<br />
Sicherheit zu schaffen. VCS und ASTAG lancieren<br />
zurzeit zudem unter Mithilfe verschiedener<br />
Fachorganisationen – darunter auch der bfu –<br />
die Kleber-Aktion «Velofahrer Aufpassen!». Um<br />
die Aufmerksamkeit der Velofahrenden beim<br />
Rechtsüberholen zu erhöhen wurde ein Kleber<br />
entworfen, der an der rechten Rückseite der<br />
Der Towispick – am Lastwagen angebracht – zeigt, was sich<br />
unmittelbar vor und neben dem Fahrzeug am Strassenrand<br />
befindet.<br />
Lastwagen auf Augenhöhe der Radfahrenden<br />
aufgeklebt wird<br />
Verkehrstechnik<br />
Nebst den bekannten verkehrstechnischen<br />
Massnahmen wie vorgezogene Haltebalken,<br />
ausgeweitete Radstreifen, separate Führung des<br />
Zweiradverkehrs usw. gibt es seit einiger Zeit<br />
auch kleine runde Spiegel, die an lichtsignalgesteuerten<br />
Kreuzungen zum Einsatz kommen –<br />
die sogenannten Trixi-Spiegel.<br />
Die Idee, die dahinter steckt, ist verblüffend<br />
einfach und bietet gegenüber den herkömmlichen<br />
Systemen wesentliche Vorteile. So können<br />
die Distanz und die Geschwindigkeit besser abgeschätzt<br />
werden, da das Fahrzeug und der<br />
Velofahrer im Stillstand sind. Auch ist das Bild<br />
einfacher zu beurteilen, weil der Lastwagenfahrer<br />
sein eigenes Fahrzeug mitbetrachtet und<br />
so den Bezug zur realen Situation besser hat. Der<br />
Spiegel löst das Problem jedoch nur zum Teil. Der<br />
Lastwagenfahrer sieht den Bereich des toten<br />
Winkels nur bei der Anfahrt. Beim effektiven<br />
Abbiegen ist er schon am Spiegel vorbei und<br />
kann allfällige Velofahrende nicht mehr sehen.<br />
Winterthur und Basel haben die Trixi-Spiegel<br />
mit grossem Erfolg getestet. Mehrere Kreuzungen<br />
wurden dort mit je vier beheizbaren Spiegeln<br />
ausgerüstet. Auch die Städte Dietikon und<br />
Thun haben sich nach Tests zur Montage entschlossen.<br />
Fahrzeugtechnik<br />
Nicht nur an Lichtsignalanlagen, sondern auch<br />
an Lastwagen montierte Spiegel helfen, den toten<br />
Winkel weitgehend zu überbrücken. Empfohlen<br />
wird der Towispick, ein Weitwinkel-Spiegel,<br />
der über der vorderen Ecke des Lastwagens<br />
montiert wird. Er zeigt, was sich unmittelbar vor<br />
und neben dem Fahrzeug am Strassenrand befindet.<br />
Diese zusätzlichen Spiegel haben sich vor<br />
allem in Thun bestens bewährt. Zusammen mit<br />
einem optimalen Unterfahrschutz sind diese Verbesserungen<br />
der Fahrzeugtechnik zu empfehlen.<br />
Fazit: Vermehrte Anstrengungen zur Vermeidung<br />
solcher tragischer Unfälle sind zu unterstützen<br />
und zu fördern. Dabei ist wichtig, dass<br />
nicht nur einzelne Aspekte berücksichtigt werden,<br />
sondern das ganze Massnahmenpaket zum<br />
Einsatz kommt.<br />
Regula Waeber, Christian A. Huber
Strassenverkehr<br />
Nachdem die Anzahl Unfälle auf Fussgängerstreifen in den letzten 18<br />
Jahren massiv sank und in den Jahren 1996 und 1997 – nach Einführung<br />
der neuen Anhalteregelung – die Zahl der Todesfälle gar auf ein Rekordtief<br />
von 23 bzw. 29 fiel, wurde im letzten Jahr plötzlich wieder ein Anstieg<br />
(50 Todesfälle) verzeichnet. Die bfu reagiert.<br />
Fussgängerstreifen sollen zur<br />
«freundlichen Zone» werden<br />
Eine Analyse der Unfallzahlen zeigt, dass<br />
vor allem bei den über 65-Jährigen die tödlichen<br />
Unfälle auf dem Fussgängerstreifen<br />
zugenommen haben. Parallel dazu ist jedoch die<br />
Anzahl der getöteten Seniorinnen und Senioren<br />
ausserhalb von Fussgängerstreifen deutlich zurückgegangen.<br />
Es ist also anzunehmen, dass<br />
ältere Menschen heute zum Überqueren der<br />
Strassen häufiger die Fussgängerstreifen benutzen.<br />
Die leichte Zunahme der Todesfälle in den<br />
anderen Alterskategorien führt die bfu auf zufällige<br />
Schwankungen zurück.<br />
Seit der Einführung der neuen Fussgängerregelung<br />
(Sommer 1994) stieg die Anhaltebereitschaft<br />
der Autofahrenden kontinuierlich<br />
an, ebenso die Akzeptanz der Vortrittsregelung<br />
in der Bevölkerung. Die bfu plädiert daher für die<br />
Beibehaltung der Regelung, will aber mit verschiedenen<br />
Massnahmen die negative Entwicklung<br />
von 1998 stoppen:<br />
Polizeikontrollen<br />
Polizeipräsenz und gezielte Polizeikontrollen leisten<br />
erwiesenermassen einen Beitrag zur Verkehrssicherheit.<br />
Vermehrte Präsenz der Polizei an<br />
Fussgängerstreifen bewirkt, dass sich Autofahrende<br />
an die Regelung erinnern und hält sie vor<br />
deren Missachtung zurück. Der Einsatz von<br />
Geschwindigkeitsmessgeräten, allenfalls sogar<br />
kombiniert mit Video, deckt individuelles Fehlverhalten<br />
auf.<br />
Die Aktion<br />
Vom 25. Oktober bis zum 6. November werden<br />
in der ganzen Schweiz Plakate ausgehängt<br />
sowie an vielen Fussgängerstreifen<br />
Smiley-Anhänger angebracht (siehe Bild).<br />
Dazu werden Kinder zusammen mit Verkehrsinstruktoren<br />
der Polizei Postkarten an<br />
Zufussgehende und Autofahrende abgeben.<br />
Auch in den Medien wird die Aktion präsent<br />
sein, insbesondere durch TV- und Radiospots,<br />
die von öffentlichen und privaten Sendern<br />
ausgestrahlt werden.<br />
Die durch die bfu koordinierte Aktion wird<br />
von verschiedenen Organisationen getragen<br />
und vom Fonds für Verkehrssicherheit mitfinanziert.<br />
Technische Massnahmen<br />
Verschiedene technische Massnahmen erhöhen<br />
die Sicherheit massgeblich. So ist an den Querungsstellen<br />
der Fussgängerstreifen eine Mittelinsel<br />
anzubringen, auch wenn dafür der Verlauf<br />
des Strassenrandes geändert werden muss. Besteht<br />
keine Lichtsignalanlage, sollte der Streifen<br />
nicht über mehr als zwei Spuren führen, selbst<br />
dann nicht, wenn eine Mittelinsel vorhanden ist.<br />
Die Sichtweite für Zufussgehende auf die linke<br />
Seite sollte auch innerorts möglichst über 100<br />
Meter betragen. Dazu muss jeder Fussgängerstreifen<br />
mit einem entsprechenden Signal ausgerüstet<br />
sein, das aus über 100 Meter Distanz erkennbar<br />
ist. Schlussendlich sollte auch eine gute<br />
Beleuchtung des Zebrastreifens gewährleistet<br />
sein.<br />
Aktion «Freundliche Zone»<br />
Mit einer Wiederholung der bereits 1996 und<br />
1997 durchgeführten Gemeinschaftsaktion<br />
«Freundliche Zone» sollen alle Verkehrsteilnehmenden<br />
weiter sensibilisiert werden. Ziel ist, die<br />
Anhaltebereitschaft der Autofahrenden zu erhöhen<br />
und die Zufussgehenden – insbesondere die<br />
älteren Menschen – zu vorsichtigerem Verhalten<br />
zu bewegen. Ihnen wird nahegelegt, den Vortritt<br />
nicht zu erzwingen und vor dem Überqueren der<br />
Strasse jeweils einen Sicherheitsstopp einzuschalten.<br />
Weiter soll die Kommunikation zwischen<br />
den Verkehrsteilnehmenden verbessert<br />
werden, zum Beispiel durch vermehrten Einsatz<br />
von Handzeichen oder Blickkontakt.<br />
Ursula Marti<br />
Quelle: Entwicklung der Fussgängerunfälle<br />
1992–1998, bfu<br />
Das bekannte Smiley-Gesicht soll<br />
alle Verkehrsteilnehmenden am<br />
Zebrastreifen zu Freundlichkeit und<br />
Rücksichtnahme anregen.<br />
bfu aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
13
Bauherr, SD und<br />
Spargelproduzent<br />
Josef Rölli zeigt ein neues<br />
Geländer mit dicht gesetzten<br />
Senkrechtstäben.<br />
14 bfu<br />
aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
Sicherheitsdelegierte<br />
Unterwegs in der Gemeinde<br />
Oberkirch<br />
Im ersten Teil unserer Reportage-Serie «Unterwegs in der Gemeinde<br />
...» trafen wir den bfu-Sicherheitsdelegierten und Landwirt Josef<br />
Rölli. Bei einem Spaziergang stellte er uns das luzernische Oberkirch<br />
vor und erzählte von sich und seiner Tätigkeit als bfu-Sicherheitsdelegierter.<br />
Der Regionalzug fährt nach dem Bahnhof von Sursee plötzlich rückwärts,<br />
aber die meisten Passagiere nehmen das gelassen hin.<br />
Ein Wagen wird angehängt, danach geht es zügig weiter. Nächster<br />
Halt ist Oberkirch, eine Gemeinde mit 2600 Einwohnerinnen und Einwohnern,<br />
unweit des Sempachersees.<br />
Hier amtet Josef Rölli seit acht Jahren als bfu-Sicherheitsdelegierter. In<br />
dieser Zeit hat er einiges in die Wege leiten können. Ein Rundgang führt<br />
uns als Erstes zu einem Klettergerüst aus massivem Holz neben dem Kindergarten.<br />
Es sieht sehr stabil und ziemlich neu aus. Das alte Gerüst sei<br />
ganz durchgefault und somit eine Gefahr für die Kinder gewesen, erklärt<br />
Rölli. Er liess ein bfu-konformes Klettergerüst mit weichen Fallschutzplatten<br />
anbringen und berücksichtigte dabei auch die Wünsche der Kindergärtnerin.<br />
Diese zeigt sich sehr zufrieden mit dem Resultat: «Das Gerät ist abwechslungsreich<br />
und wird auch von<br />
den Kindern des Quartiers rege benutzt.»<br />
Wie rege, wird uns gleich von<br />
den Kindern mit einiger Begeisterung<br />
vordemonstriert.<br />
«Etwas vom Schlimmsten»<br />
Weiter geht es zum Schulhaus, vorbei<br />
an einer Kirche aus den sechziger Jahren.<br />
Der abgerundete Betonbau wirkt<br />
nicht sehr einladend. «Zu jener Zeit<br />
muss das Gebäude revolutionär gewesen<br />
sein», meint Rölli dazu. Und er<br />
zeigt «etwas vom Schlimmsten», ein<br />
Foto von einem abgestuften Geländer<br />
mit Querstangen und gefährlich grossen<br />
Zwischenräumen. Auf sein Betreiben<br />
hin wurde es durch ein Geländer<br />
mit Senkrechtstäben ersetzt. So können Schüler, die auf dem nur selten<br />
benutzten Parkplatz gerne Landhockey spielen, nicht auf das darunterliegende<br />
Feuerwehrmagazin hinunterfallen.<br />
Auf dem Schulhausareal hat Rölli viele bauliche Verbesserungen durchsetzen<br />
können. Zum Beispiel einen Buchshag auf dem Velokellerdach, der<br />
einmal, wenn er gross gewachsen ist, herumkletternde Kinder vor einem<br />
Sturz bewahren wird. Oder Handläufe an den Treppen für ältere Personen,<br />
die auf dem Weg zur Kirche das Schulareal überqueren und nicht mehr so<br />
gut zu Fuss sind. Weniger Glück hatte Josef Rölli bei zwei Geländern mit<br />
Drahtseilen. Er konnte sich in der Baukommission nicht gegen den Architekten,<br />
der das Schulhaus baute, durchsetzen. Obwohl die beiden Geländer<br />
keineswegs sia-konform sind, haben ästhetische Argumente den Ausschlag<br />
gegeben. «Heute würde ich anders vorgehen», stellt Rölli entschieden<br />
fest. Er würde sich mehr Support von der bfu holen, um die Mitglieder<br />
der Baukommission zu überzeugen.<br />
Das stabile und abwechslungsreicheKlettergerüst<br />
findet bei Kindern<br />
grossen Anklang.
Die «Schwarzegg», früher<br />
eine Wirtschaft, ist das älteste<br />
Haus in Oberkirch.<br />
Sicherheitsdelegierte<br />
Richtige Lösung gesucht<br />
Beim schuleigenen Sportplatz zeigt er<br />
Betontische und -bänke, deren gefährlich<br />
scharfe Kanten abgeschliffen<br />
werden mussten. Und Kunststoffleuchten,<br />
die man zuerst mit Metall<br />
eingefasst hatte, um sie vor heranfliegenden<br />
Fussbällen zu schützen.<br />
Später musste man das Metall aber<br />
wieder entfernen, weil die Kinder<br />
dagegenrennen und sich verletzen<br />
konnten. Die richtige Lösung ist eben<br />
nicht immer einfach zu finden und bereits<br />
vorgenommene «Verbesserungen»<br />
müssen manchmal sogar rückgängig<br />
gemacht werden.<br />
Josef Rölli ist hauptberuflich Landwirt<br />
und zu rund 30 Prozent als Gemeinderat<br />
angestellt. Als «Bauherr»<br />
hat er das ganze Bauwesen unter sich und beschäftigt sich somit auch mit<br />
Sicherheitsfragen. Ohne seine Frau, die sich mit ihm zusammen tatkräftig<br />
um den Hof und die vier Kinder kümmert, könnte er das alles nicht unter<br />
einen Hut bringen, meint er. Zu seinem Hof gehören zwanzig Milchkühe<br />
und fünfzig Schweine, die ihn rund um die Uhr beschäftigt halten. «Ich<br />
produziere als Einziger in der Gemeinde auch grüne Spargeln», sagt er unvermittelt,<br />
als eine Frau auf dem Velo vorbeifährt. Aus dem hinten befestigten<br />
Korb lugen die grünen Spitzen hervor.<br />
Ein allseits bekannter Mann<br />
Josef Rölli kennt alle im Dorf und alle kennen ihn. Immer wieder bleibt er<br />
stehen, um kurz mit jemandem zu plaudern – mit einem befreundeten<br />
Hobby-Imker oder mit dem Gemeindearbeiter, der für die Pflege der<br />
Magerwiesen und Wanderwege<br />
zuständig ist. Man<br />
merkt, dass Rölli in Oberkirch<br />
eine wichtige Person ist und<br />
dass er seinen Job gerne<br />
macht.<br />
Vorbei am Flüsschen Suhre<br />
kommen wir zur «Schwarzegg»,<br />
einem schönen alten<br />
Holzhaus. Es stammt aus<br />
dem 15. oder 16. Jahrhundert,<br />
so genau weiss man es<br />
nicht. Oberkirch hat zwar<br />
kein eigenes Strandbad, dafür<br />
bietet es viel schöne Natur<br />
und ein gut ausgebautes<br />
Wanderwegnetz. Vor 15 Jahren<br />
gab es noch achtzig Bauernbetriebe, heute sind es nur noch die Hälfte.<br />
Die grösste Arbeitgeberin im Ort ist die Textilfirma Calida, doch viele arbeiten<br />
im benachbarten Sursee oder in Luzern. Nebst einigen Gewerbebetrieben<br />
gibt es hier auch vier Hotels, aber Oberkirch ist wegen dem fehlenden<br />
Seeanstoss kein touristischer Magnet.<br />
Joseph Rölli mag die vielen Kontakte, die seine Arbeit mit sich bringt. Mit<br />
den meisten Leuten könne man gut reden, viele geben ihm auch nützliche<br />
Tipps. Der Gemeinderat unterstützt ihn ebenfalls bei seinem Einsatz für die<br />
Sicherheit. Was ihn weniger freut ist die Tatsache, dass die sia-Normen bei<br />
Geländern und Treppen von den Architekten oft nicht eingehalten werden:<br />
«Mich stört, dass es bei fast jedem Baugesuch Beanstandungen gibt.»<br />
Wie lange will er noch Sicherheitsdelegierter bleiben? «Solange ich Gemeinderat<br />
bin», erwidert er ohne lange zu überlegen. Und das kann noch<br />
eine ganze Weile sein, wenn er seine vielen Tätigkeiten weiterhin so gut<br />
managen kann. Als Ausgleich zum Berufsstress klopft er jedenfalls gerne<br />
mal einen Jass. Lea Svorad<br />
Architektonisch schön,<br />
aber nicht ungefährlich:<br />
Geländer mit Drahtseilen.<br />
bfu aktuell<br />
<strong>1999</strong>/4<br />
15
Dominik Galliker, Bild: Suva<br />
Blickpunkte<br />
Rückblick<br />
Dominik Galliker trat zurück<br />
Nach über zehnjährigem Einsatz als Präsident des bfu-Stiftungsrates trat Dr. Dominik<br />
Galliker Mitte Jahr von seinem Amt zurück. Galliker war von 1988 bis Ende letzten<br />
Jahres Direktionspräsident der Suva und in dieser Funktion übernahm er auch den Vorsitz<br />
im Stiftungsrat der bfu.<br />
Galliker setzte sich mit grossem Einsatz und hoher Fachkompetenz für alle Belange<br />
der bfu ein. Unter seiner Führung gelang es, die Tätigkeitsgebiete weiter auszubauen,<br />
dabei aber auch die Qualität der Sicherheitsarbeit zu verbessern. Mit Weitblick unterstützte<br />
er insbesondere die Bemühungen, Unfallverhütung im Nichtberufsbereich auch<br />
in den Betrieben einzuführen.<br />
Die Direktion der bfu dankt Dominik Galliker im Namen aller Mitarbeiterinnen und<br />
Mitarbeiter für die geleistete Arbeit und wünscht ihm für den neuen Lebensabschnitt<br />
alles Gute.<br />
Ausblick<br />
Ulrich Fricker ist neuer bfu-Präsident<br />
Der neue Vorsitzende der Suva-Geschäftsleitung, Dr. Ulrich Fricker, hat am 1. Juni dieses Jahres die<br />
Nachfolge von Dominik Galliker als Präsident des bfu-Stiftungsrates angetreten.<br />
Ulrich Fricker (45) gilt als ausgewiesener Manager der Privatassekuranz, mit welcher er sich bereits<br />
seit seinem Betriebswirtschaftsstudium an der Hochschule St. Gallen und dem Studium der Vertiefungsrichtung<br />
«Risiko Management und Versicherung» bis zum heutigen Tag intensiv auseinandersetzt.<br />
Vor seiner Berufung zum Suva-Direktionspräsidenten war er als Leiter der Abteilung «Risikound<br />
Versicherungsberatung» bei der Beratergruppe KPMG Fides tätig; bis 1995 war er Mitglied der<br />
Geschäftsleitung der ELVIA-Gruppe.<br />
Seitenblick<br />
FC Nationalrat in<br />
den Farben der bfu<br />
Fairplay und Sicherheit im Sport werden<br />
auch bei der Spielerin und den Spielern<br />
des FC Nationalrat gross geschrieben. Die<br />
Männer und eine einzige Frau aus Nationalrat,<br />
Ständerat und den Parlamentsdiensten<br />
treten ab diesem Jahr im Dress<br />
der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft<br />
– kombiniert mit dem bfu-Signet –<br />
auf. Damit helfen sie mit, den Sicherheitsgedanken<br />
weiter zu tragen.<br />
Eingeweiht wurden die neuen Farben<br />
bereits im Mai am Internationalen Parlamentarier-Fussballturnier<br />
in Interlaken.<br />
Weitere Freundschaftsspiele gegen kantonale<br />
Parlamentsmannschaften sind geplant.<br />
Der Reinerlös dieser Veranstaltungen<br />
wird jeweils einer karitativen Organisation<br />
gespendet.<br />
Ulrich Fricker, Bild: Suva<br />
Nationalrat und Captain Peter Vollmer in Aktion am Internationalen Parlamentarier-Fussballturnier.<br />
Bild: Markus Foedisch