Ambulante Pflege - Kreis Soest

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Ambulante Pflege - Kreis Soest

� Wie viel Selbständigkeit wird angestrebt? So normal wie möglich?

� Begleitende Informationen zu pflegerischen Aspekten: technische Möglichkeiten,

Hilfsmittel, präventive Maßnahmen...

� größtmögliche Teilhabe und Normalität in der Balance zu Fürsorge und Versorgung

Erläuterung, Hintergrund zu Beratungsleitfaden C

Beratung in häuslichen Pflegesituationen, wenn die pflegebedürftige Person mit einer

Behinderung lebt.

Familien, in denen ein behindertes Familienmitglied lebt, sehen sich mit zahlreichen

Anforderungen konfrontiert. Neben der emotionalen Bewältigung gilt es, den Umgang mit

Behörden, Kostenträgern, professionellen Fachdiensten zu erlernen und auszuhalten. Die

Familien stehen in der Regel bereits in direktem Kontakt mit Fachpersonal und erhalten

pädagogische, medizinische und teils auch pflegerische Informationen.

Dies setzt sich fort, wenn das behinderte Familienmitglied in die Schule kommt, einer

Arbeitstätigkeit nachgeht, eine Familie gründen will, eine eigene Wohnform zu suchen ist,

später der Wechsel in den Ruhestand ansteht.

Sozialrechtliche Fragen nehmen in den Familien viel Raum ein. Hierfür empfiehlt sich der

Hinweis auf eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung, da im Behindertenrecht

eine Vielzahl an Veränderungen erfolgt ist, die eine spezifische Beratungsexpertise

benötigt. Hier gilt es, geeignete Ansprechpartner im Kreis Soest benennen zu können,

damit die Familien nicht von „Pontius zu Pilatus“ laufen müssen. Zur Veranschaulichung

sei ein Auszug aus einer spezialisierten Anwaltskanzlei angeführt:

„Behindertenrecht ist so vielfältig wie das Leben von Menschen mit Behinderungen. Seit

einigen Jahren verändert sich diese Materie, in der es um sozialrechtliche,

verfassungsrechtliche, verwaltungsrechtliche, zivilrechtliche und strafrechtliche Probleme

geht, tiefgreifend. Einerseits hat der Umbau des Sozialstaates gerade hier erhebliche, oft

nachteilige Folgen für die Betroffenen. Die Veränderungen des Bundessozialhilfegesetzes

durch das SGB XII und die Einschränkungen im Leistungsangebot der Krankenkassen

sind nur besonders bekannte Beispiele. Andererseits wandelt sich das Recht an vielen

Punkten von einem Fürsorgerecht, in dem Behinderten selbst als Adressaten von

Behördenentscheidungen nur eine passive Rolle zukommt, zu einem Rechtsgebiet, das

Menschen mit Behinderung auch weitreichende eigene Gestaltungsmöglichkeiten

eröffnet. Das persönliche Budget, wie es das Sozialgesetzbuch IX und das

Sozialgesetzbuch XII vorsehen, ist dafür ein Beispiel. Aber auch die neuen Regelungen

der Gleichstellungsgesetze auf Länder- und Bundesebene oder das Allgemeine

Gleichbehandlungsgesetz, das auch die Benachteiligung von Behinderten verbietet, sind

Teil dieser Entwicklung. Im Behindertenrecht müssen oftmals Sozialleistungen erstritten

werden. Vielfach ist es aber auch wichtig, mit Hilfe des Rechts Barrieren zu beseitigen

und gegen Benachteiligungen vorzugehen. Menschen mit Behinderungen, die eigene

Assistenten beschäftigen, benötigen zum Beispiel Rat, wie sie sich als Arbeitgeber

verhalten sollen. Für Menschen, die in Werkstätten für Behinderte arbeiten, geht es

dagegen um die besonderen Rechte, die sie an ihrem Arbeitsplatz haben.“

(http://www.menschenundrechte.de)

Zahlreiche Selbsthilfeorganisationen bieten Unterstützungs- und Austauschmöglichkeiten,

sie begleiten emotional, rechtlich und halten oftmals ein Expertennetz vor, das bis in den

praktischen Alltag hineinwirken kann. Die Initiativenvielfalt zeigt sich zum Beispiel auch

auf Fachmessen wie der Rehacare, wo für die Selbsthilfevereinigungen eine eigene Halle

vorgehalten wird.

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