Heft_Geseke_19_09_2012_1, page 25 @ Preflight - Kreis Soest

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„Was bewegt, bewegt“

Motogeragogik - Psychomotorik im Alter

Kursus-Nr.: 2012 1 05 11

Inhalte: Wer im Heim lebt, hört die Aufforderung, sich hinzusetzen häufiger

als die, aufzustehen und sich zu bewegen, der schleichende Mobilitätsverlust

ist vorprogrammiert: Wie selbstverständlich sitzt die

Person im Rollstuhl oder liegt im Bett, ist durch die Ortsfixierung

bei sämtlichen Transfernotwendigkeiten oder Wünschen auf Unterstützung

angewiesen. Eine Involutionsspirale kommt in Gang

von zunehmender Immobilität, damit verbundenen Ohnmachtsund

Hilflosigkeitsgefühlen bis hin zu Deprivationssymptomen.

Diese Liegepathologie hat Auswirkungen auf alle Körpersysteme

und begünstigt ein negatives Selbsterleben. Wo ist Raum in diesem

Dilemma für eine salutogenetische Perspektive, d.h. für Bewegungsräume,

in denen sich die Heimbewohner als autonom, kompetent

und selbst-wirksam erleben und Begleitung in ihrem letzten

Lebensabschnitt erfahren, der ihre Einschränkungen würdigt und

respektiert, ihnen aber Möglichkeiten anbietet, um zu erleben, das

kann ich noch, um damit die Fülle an Zeit zu einer „erfüllten Zeit“

zu machen. Die zentrale Frage ist, wie kann ein Zurückholen von

„Bewegung“ in den Pflege- und Betreuungsalltag umgesetzt und

dabei den besonderen psychischen Bedürfnissen dieser Personengruppe

wertschätzend begegnet werden? Dazu braucht es mehr als

nur Mobilitätsförderung, der Fokus muss die Person im Kontext

ihres gesamten biografischen Lebensspektrums erreichen; und dazu

zählt auch die individuelle Motobiografie. Zum Erhalt des Personseins

im hohen Alter kann die Psychomotorik wichtige, theoriegeleitete

praktische Impulse geben.

Hier setzt das Handlungskonzept der Motogeragogik an. Dieser

wissenschaftlich begründete und praxiserprobte Ansatz bezieht sich

auf Erkenntnisse der Motologie, die den engen Zusammenhang

zwischen Motorik, Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation

zum Thema hat. Dabei wird, im Gegensatz zur herkömmlichen Seniorengymnastik,

Bewegung nicht als Ziel, sondern primär als Medium

zur Erhaltung von Mobilität und persönlicher Identität im

Alter gesehen. Kurz: Motogeragogik umfasst alle Inhaltsbereiche,

um freudebringende Bewegungsarbeit und vielfältige Erfahrungen

zu ermöglichen.

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