Pluspunkte - Gymnasium Bäumlihof

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Pluspunkte - Gymnasium Bäumlihof

PLUSPUNKT

PROJEKTWOCHE

Die 4c tauchte in die marine

Forschung der Bretagne ein.

Die Küstenregion der Bretagne bot der Klasse 4c die Gelegenheit, sich mit dem marinen Lebensraum auseinanderzusetzen. Als Ergebnis

dieser Schwerpunktwoche resultiert ein naturwissenschaftlicher Text, der unter anderem die Überlebensstrategien der Lebewesen

im Litoral beschreibt.

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Überlebensstrategien im Litoral

Das Litoral ist ein Lebensraum

mit vielen Schwierigkeiten und

Gefahren, die durch extreme,

schwankende Bedingungen erzeugt

werden. Dass es sich trotzdem

lohnt, sich diesen Gefahren

auszusetzen, sieht man an der

grossen Biodiversität.

In unserem Text listen wir die im

Litoral auftretenden Bedingungen

und die dafür entwickelten Anpassungen

fürs Überleben auf.

Wellengang und Strömungen

Im Litoral treten beide Formen

der Wasserbewegungen auf, der

Wellengang und die Strömungen,

was für festgewachsene Algen und

Tiere und für beschränkt vagile

Tiere ein unvermeidbares Problem

darstellt.

Sandbewohner versuchen diese

Bewegungen zu vermeiden, indem

sie sich eingraben, oder indem sie

ihre Körpergestalt stark abflachen,

damit sie trotz Strömungen auf

der Sandoberfläche leben können,

da sie kaum Angriffsflächen fürs

heranströmende Wasser bieten.

Felsbewohner müssen sich vielfältigere

Strategien überlegen.

• Reissfeste Befestigung: die sichere

Befestigung am Felsen

und eine grosse Zähigkeit des

Körpers ermöglichen ein Trotzen

der Strömungen. Die Algen

mit ihren reissfesten und

flexiblen Stängeln und dem

starken Rhizoid sind ein gutes

Beispiel.

• Hartschalige Struktur und Anheftung

auf dem Untergrund:

eine verkalkende und inkrustierende

Wuchsform bewirkt

einen grossen Schutz vor Was-

serbewegungen. Diese Art der

Wuchsform führt zu einer Verwachsung

(«Verschmelzung»)

von Fels und Organismus (Bsp.

Auster).

• Hydrodynamische Gestalt:

durch Differenzierung der Körperform

werden bei Umströmungen

Wirbel vermieden.

Das hat zur Folge, dass das

Wasser weniger am Tier reisst

(Bsp. Miesmuscheln, Napfschnecken).

• Spezielles Verhalten: Schnecken-

arten leben selten gleichmässig

verteilt auf den Felsen. Vielmehr

trifft man sie gehäuft in

Vertiefungen und Felsspalten

an. So wird versucht, die Strömungen

zu vermeiden.

Temperaturschwankungen und Austrocknung

Die Temperaturunterschiede während

der Flut spielen keine grosse

Rolle, wobei die Lufttemperatur

im Tag-Nacht-Rhythmus und im

jahreszeitlichen Rhythmus stark

schwanken kann. Die Temperaturschwankungen

der Luft bei Ebbe

wirken auf den Boden mit seiner

Flora und Fauna stark ein. Wenn

die Sonne in einer sommerlichen

und windstillen Wetterlage stark

brennt, steigen die Temperaturen

drastisch. Dies kann zu Sauer-

stoffmangel führen, da durch die

erhöhte Körpertemperatur der

Stoffwechsel angetrieben wird

(erhöhter O 2 -Verbrauch), oder weil

die Löslichkeit von O 2 im salzigen

Wasser bei erhöhter Temperatur

drastisch abnimmt. In diesen Hitzezeiten

müssen die Organismen

den Wasserverbrauch/-verlust

möglichst gering halten (Bsp. Muschelschalen,

um Verdunstung zu

hemmen), damit sie die Zeit bis

zur nächsten Überflutung überstehen.

Schwankungen des Salzgehaltes

Das Wasser der Gezeitentümpel

wird bei einsetzender Verdunstung

«verdickt». Die Salzkonzentration

nimmt zu. Dann ist es

für die Organismen eine Erleichterung,

wenn die Flut mit ihren

konstanten Konzentrationen

wieder eintrifft. Das andere Problem

ist jedoch das Ergiessen von

Regenwasser (Süsswasser) in eine

Cuvette mit Meeresorganismen.

Die Organismen entwickeln ihre

Strategie so, dass sie nichts vom

Süsswasser abbekommen (Bsp.

Muscheln schliessen ihre Scha-