Randstad Technology – Pole Position für Ihre ... - Hochschule Ulm

hs.ulm.de

Randstad Technology – Pole Position für Ihre ... - Hochschule Ulm

Technik

Informatik & Medien

Das Magazin der Hochschule Ulm 22007

■ Hochschulzentrum Ulm/Neu-Ulm

■ Fügen mit Klebstoffen

■ Zwei Hochschulen ein Fest

■ Apparative Biotechnologie

■ Technik ist mein Ding!

University of

Applied Sciences


Randstad

Technology

Pole Position

für Ihre

Karriere!

Starten Sie jetzt von der Pole Position. Mit dem richtigen Manager an

Ihrer Seite haben Sie als Ingenieur, Techniker und IT-Spezialist beste

Erfolgs aus sichten bei Top-Unternehmen in Wirtschaft und Industrie.

Randstad ebnet Ihnen den Weg zu einem optimalen Berufseinstieg mit erstklassigen Einund

Aufstiegschancen. Starten Sie direkt mit einer Festanstellung, attraktivem Gehalt,

guten Sozialleistungen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten eines starken Arbeitgebers.

Setzen Sie mit dem Marktführer für flexible Per sonal konzepte im Bereich Engineering und

IT zum Über holen an: Sprechen Sie mit uns über Ihre Karriere bei Randstad Technology.

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an:

Randstad Technology

89073 Ulm, Frauenstraße 23

Telefon 07 31 - 9 62 04 22

86609 Donauwörth, Kapellstraße 8

Telefon 09 06 - 70 64 50

86150 Augsburg, Viktoriastraße 3

Telefon 08 21 - 34 55 30

87435 Kempten, Rathausplatz 14

Telefon 08 31 - 54 06 00

88212 Ravensburg, Marienplatz 47

Telefon 07 51 - 97 71 60

www.randstad.de

good

to know

you

R flexible work solutions


03 EDITORIAL

04 LEITTHEMA

Eigene Profile - gemeinsame Ziele

Fakten, Hintergründe und Meinungen zur

Vision eines Hochschulzentrums Ulm/Neu-Ulm

Hochschule im Brennpunkt

08 FACTISSIME

Wissenswertes in aller Kürze

12 STUDIUM & LEHRE

Richtiges Kleben will gelernt sein

Wichtige Fügetechnik ins Studium integriert

Dauerbrenner Studiengebühren

Was AStA und Hochschule damit tatsächlich machen

Unternehmen übernehmen Studiengebühren

Digitale Anleitung zum Flößebauen

20 SPEZIAL

An der schönen blauen Donau .....

Gemeinsam feiern auf einer Hochschulgala

22 FORSCHUNG & TRANSFER

DNA-Kopierer und Biochip-Reader

F&E-Projekte in der apparativen Biotechnologie

Promovieren am „schönen Horizont“

Erfahrungen eines Wahl-Brasilianers

28 CAMPUS & KULTUR

Technik ist mein Ding!

Wie sich Schüler für Technik begeistern lassen

Hochschulmusikdirektor ernannt

Jubiläen der besonderen Art

Fördermitgliedschaft bringt Vorteile

Impressum

38 AUSGEZEICHNET!

Vom Innovations-Preis bis zum VDI-Preis

42 PERSONEN

INHALT 01


Wir haben die Bausteine

für Ihre Karriere!

n MASTER-STUDIENGANG

Medizintechnik

Dauer: 3 Semester (ME)

Beginn WS 2008/09

Bewerbung: bis 15.07.2008

Dauer: 4 Semester (IS)

Beginn WS 2008/09

Bewerbung: bis 01.07.2008

Mit dem Master

in die Industrie

n MASTER-STUDIENGANG

Informationssysteme

Hochschule Ulm

Graduate School

Prittwitzstraße 10

89075 Ulm

Fon 0731 50 28 144

E-Mail: wecker@hs-ulm.de

www.hs-ulm.de/GraduateSchool


Verbund, Allianz, Liaison...

.. sind eigentlich substantivierte Synonyme für das schlichte Wort „ge-

meinsam“. Dieses „gemeinsam“ kann einer emotionalen Vebundenheit

entspringen, Hochgefühle hervorrufen, strategische Ziele entwickeln,

Wehrhaftigkeit erlangen - und das alles zum Zwecke, letztendlich

erfolgreich zu sein. Es gibt vielfältige Schattierungen solcher Zusam-

menarbeit, und für eine ganze Reihe von ihnen finden sich in dieser

Ausgabe von „factum“ Beispiele. Das amüsanteste ist zweifelsohne eine

gesellschaftliche Premiere gewesen: die gemeinsame Hochschulgala der

Fachhochschulen rechts und links der Donau. Ich persönlich habe seit

meiner eigenen Studienzeit noch nie eine Hochschul-Veranstaltung von

so ansteckender Freudigkeit erlebt wie diese. Weiter so!

Auf dem hochschulpolitischen Parkett geht es angesichts zunehmenden

Wettbewerbs natürlich rauher zu. Das hat gerade eine Reihe baden-

württembergischer Universitäten näher zusammenrücken lassen.

Verbünde müssen allerdings auch mit Augenmaß gestaltet werden,

müssen auf Verlässlichkeit bauen können und dürfen nicht zu viele

Partner ins Boot nehmen. Die Doppelhelix macht uns das auf mole-

kularer Ebene vor. Gebildet von zwei komplementären DNA-Strängen

aus wenigen Bausteinen, ist sie wohl der effizienteste und effektivste

Verbund, den wir kennen.

Dr. Ingrid Horn

Corporate Communications

und Marketing

EDITORIAL 03


Kleine Hochschulen können im Wettbewerb besser bestehen, wenn sie sich zu

effizienzsteigernden Verbünden zusammenschließen. Wie die Synergie-Effekte im

Falle eines Hochschulzentrums Ulm/Neu-Ulm aussehen könnten, erläutert Rektor

Professor Dr. Achim Bubenzer.

04 LEITTHEMA

Eigene Profile - gemeinsame Ziele

Universität Ulm Hochschule Ulm FH Neu-Ulm

Dass es heute an der Ländergrenze von

Baden-Württemberg und Bayern drei Hochschulen

gibt, verdanken wir einem Prozess,

der 1960 mit der Gründung der Staatlichen

Ingenieurschule Ulm (SISU) seinen Anfang

genommen hatte. Aus ihr ist eine Fachhochschule

hervorgegangen, die heute als Hochschule

Ulm für eine qualifizierte Ausbildung

in den Bereichen Technik, Informatik und

Medien steht. 1967 folgte die Gründung der

Universität Ulm als ursprünglich rein medizinisch-naturwissenschaftliche

Hochschule

und fast 30 Jahre später die Fachhochschule

Neu-Ulm mit dem Schwerpunkt Betriebswirtschaft.

Dieses differenzierte Hochschulangebot

im Raum Ulm/Neu-Ulm hat der

wirtschaftlichen Entwicklung der Region

entscheidende Impulse gegeben und wird

dies auch weiterhin tun.

Die fachlichen Profile ergänzen sich

Heute studieren etwas mehr als 12 000

Menschen an den drei Hochschulen, die

jedes Jahr im Mittel circa 1200 Absolventen

hervorbringen. Eine besondere Rolle spielten

und spielen dabei die Ingenieure und Informatiker,

die an der Hochschule Ulm ausgebil-

det werden; sie werden zu einem großen Teil

von ansässigen Unternehmen aufgenommen.

Vor allem die mittelständische Industrie ist

vorzugsweise auf technische Nachwuchskräfte

in ausreichender Zahl angewiesen.

Jede der drei Hochschulen verfügt aufgrund

ihrer fachlichen Ausrichtung über ein klares

und ausgesprochen scharfes Profil, das einerseits

die Hochschulen deutlich voneinander

abgrenzt und gleichzeitig für eine geradezu

ideale fachliche Ergänzung aller drei Institutionen

sorgt. Dieser Umstand birgt ein wichtiges

Potential und zusätzliche Schubkraft

für die Region. Die drei Hochschulen sind in

der Lage, in eine noch weitergehendere Kooperation

einzutreten, ohne dabei ihr Profil

und ihre Identität aufs Spiel zu setzen. Eine

solche Kooperation würde auf einen Schlag

den Hochschulraum Ulm/Neu-Ulm weit über

die Region hinaus sichtbar machen. Die Folge

wäre, dass sich damit mehr und vor allem

leistungsstärkere Studienbewerber für den

Hochschulstandort Ulm/Neu-Ulm interessieren,

was entscheidend für die weitere wirtschaftliche

und demographische Entwicklung

der Region sein wird.


Basis an Gemeinsamkeiten vorhanden

Die Vision eines solchen „Hochschulzentrums

Ulm/Neu-Ulm“ ist keineswegs utopisch, sondern

durchaus realisierbar. Es gibt nämlich

bereits eine ganze Reihe von meist bilateralen

Kooperationsprojekten zwischen den drei

Hochschulen, die als Basis für eine weitergehende

Zusammenarbeit dienen könnte.

Die Gründung der Fachhochschule Neu-Ulm

war von Anfang an auf Kooperation mit der

Hochschule Ulm angelegt. Heute bieten beide

Hochschulen drei gemeinsame Studiengänge

an: Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik

und Wirtschaftsingenieurwesen

mit dem Schwerpunkt Logistik. Sie werden

sowohl von Studienbewerbern als auch von

der Industrie stark nachgefragt.

Die Kooperation zwischen der Hochschule

Ulm und der Universität Ulm mit einer

verzahnten Bachelor- Master-Schiene im

Bereich Nachrichtentechnik funktioniert

reibungslos, ebenso wie die Kooperation auf

dem Gebiet der Medizin, die bereits Ende der

80er Jahre begann.

Neue Kooperationsqualität ist gefragt

Ein Hochschulzentrum Ulm/Neu-Ulm erfordert

jedoch ein Kooperationskonzept von

neuer strategischer Qualität. Es sollte von

regelmäßig stattfindenden gemeinsamen

Runden der Rektorate und deren Fachabteilungen

und gegebenenfalls auch der Hochschulräte

gesteuert werden mit der Absicht,

gemeinsame Zielvereinbarungen zu treffen.

Aus der bilateralen Verbundenheit muss ein

Dreierpakt werden. Ein erster Ansatz ist bei

der Betreuung ausländischer Studierender

gemacht worden. Dieses wichtige strategische

Feld wird von einer gemeinsamen Mannschaft

aller drei Hochschulen bearbeitet.

Nach außen präsentieren sich die Hochschulen

dabei mit einer gemeinsamen Informations-

und Begrüßungsbroschüre.

Ein weiteres Beispiel für solch ein übergeordnetes

strategisches Kooperationsfeld wäre

ein nationales und internationales Bewerbermarketing.

Auftritte gerade kleinerer Hochschulen,

wie es die drei Hochschulen für sich

genommen nun einmal sind, auf nationalen

und internationalen Bildungsmessen lassen

sich im notwendigen Umfang letztendlich

factum fragt die Präsidentin der FH NU

Mir gefällt die Idee eines gemeinsamen Hochschulzentrums.

Unsere Studierenden können davon nur

profitieren. Ihnen an einem attraktiven Standort

optimale Studienbedingungen zu bieten ist ein Ziel,

das wir durch unsere geografische Nähe und die

fachliche Differenzierung besonders gut gemeinsam

verwirklichen können.

Die Vereinfachung des Hochschul- oder Studienfachwechsels

und die Vergrößerung des Lehrangebots

durch die gegenseitige Anerkennung von Leistungsnachweisen

sollten wir bereits in den nächsten drei

Jahren verwirklichen. Welche Studiengänge sich

dafür anbieten, muss freilich genau geprüft und

ausgearbeitet werden.

Für einen gemeinsamen Auftritt in der Öffentlichkeit

sehe ich uns mit der ab 2008 gemeinsam produzierten

Magazinsendung Campus-TV bereits auf dem

richtigen Weg. Und auch der gemeinsame Auftritt

im Rahmen der Ausbildungswoche auf der Landesgartenschau

ist ein wichtiger Schritt bei der gemeinsamen

Bewerbung von Studieninteressenten.

factum fragt den Präsidenten der Uni Ulm

Hochschulkooperationen sind im immer härter werdenden

Wettbewerb zwischen den Hochschulen ein

wichtiges strategisches Instrument zum Ausbau von

Stärken an einzelnen Standorten. Dies wird auch bei

den Ergebnissen der Exzellenzinitiative des Bundes

und der Länder deutlich, in welcher regionale Kooperationen

wie bei der International Graduate

School in Molecular Medicine Ulm maßgeblich

zum Erfolg beigetragen haben. Auch bei der Universitätsallianz

Hohenheim-Stuttgart-Tübingen-Ulm steht

die Etablierung umfassender, einander ergänzender

Ressourcen für Forschung und Lehre, Studium,

Technologietransfer und Weiterbildung mit dem Ziel

einer deutlicheren nationalen und internationalen

Sichtbarkeit im Vordergrund.

Einen Ausbau der bereits hervorragend funktionierenden

Zusammenarbeit mit den Hochschulen Ulm

und Neu-Ulm, insbesondere in der Lehre sowie in

Dienstleistungs- und Infrastrukturbereichen befürworte

und unterstütze ich daher nachdrücklich. Zur

Schaffung eines größeren und schlagkräftigeren

Verbundes halte ich sogar eine Einbeziehung der

Hochschulen in Aalen, Biberach und Schwäbisch

Gmünd und der Pädagogischen Hochschulen in

Schwäbisch Gmünd und Weingarten für angezeigt,

mit welchen die Universität Ulm seit langem erfolgreich

kooperiert.

Professor Dr. Uta M. Feser

ist seit 2006 Präsidentin

der FH Neu-Ulm.

LEITTHEMA 05

Professor Dr. Karl Joachim

Ebeling leitet seit 2003 als

Präsident die Geschicke

der Universität Ulm.


06

Die Entwicklung der Studentenzahlen

In den vergangenen zehn Jahre hat die Anzahl der Studierenden im Raum Ulm/

Neu-Ulm stetig zugenommen. Grund waren der Aufbau der 1995 gegründeten

FH Neu-Ulm sowie Ausbau und Vermehrung der Studiengänge an den beiden

etablierten Ulmer Hochschulen. Gegenüber 1997 (7.504 Studierende) ist die Gesamtzahl

in 2006 um rund 54 Prozent (11.723 Studierende) gestiegen. Durch die

Einführung des achtjährigen Gymnasiums und der Trend zur Akademisierung der

Berufsausbildung ist in den nächsten Jahren ein weiterer Anstieg zu erwarten. Er

wird von dem Programm „Hochschule 2012“ flankiert.

Quelle: Statistiken der Uni Ulm, der FH Neu-Ulm und der HS Ulm

LEITTHEMA

nur gemeinsam schultern. Sie werden kostengünstiger,

sichtbarer und damit attraktiver.

Gekoppelt mit einer differenzierten und

hochwertigen Studienberatung gewönnen

gemeinsame Auftritte zudem an Effizienz im

Wettbewerb mit anderen Hochschulen.

Durchlässigkeit wird zum Trumpf

Studierende beginnen häufig erst in den ersten

Semester ihre eigentlichen Fähigkeiten

und Neigungen zu erkennen. Ein Hochschulzentrum

kann verhindern, dass sie dabei in

eine Sackgasse geraten, indem es zwischen

den drei Hochschulen den Wechsel von

Studienfach und Hochschultyp erleichtert

und begleitet. Eine ausgearbeitete Palette von

gegenseitig anerkannten Lehrveranstaltungen

und von Übergangsvorschriften könnte

so den Studienerfolg an sich verbessern.

Auch ohne einen offiziellen Wechsel von

Studienfach und Hochschultyp erhöht die

gegenseitige Anerkennung von Lehrveranstaltungen

die Bandbreite des Lehrangebotes

und letztendlich die Attraktivität des Hochschulzentrums.

Auf diese Weise würden

sogar kleinere und hochspezialisierte Fächer,

deren Aufwand eine einzelne Hochschule

nicht tragen kann, überleben wie zum

Beispiel Kurse in seltener nachgefragten

Fremdsprachen oder technische Spezialvorlesungen.

Die Breite des Lehrangebotes spielt

selbstverständlich auch für das Gebiet Weiterbildung

und Requalifizierung eine wichtige

Rolle. So gesehen würde ein Hochschulzentrum

Ulm/Neu-Ulm mit seinem Lehrangebot

praktisch den ganzen Bereich der in

der Wirtschaft nachgefragten akademischen

Weiterbildung abdecken, was die Anbieterposition

der Hochschulen stärkt.

Synergien für Infrastruktur und Betrieb

Große Synergiepotentiale birgt der Bereich

Informationsbeschaffung von der Serverstruktur

bishin zur EDV-Beratung. Eine

Kooperation im Bereich Bibliothekswesen

liegt auf der Hand. Auch auf dem Gebiet der

Werkstätten und technischen Dienstleistungen

für Forschung und Entwicklung lassen

sich bessere Auslastungen und Verbesserungen

für die beteiligten Hochschulen realisieren.

Gemeinsame Beschaffungsmaßnahmen

eröffnen signifikante Verbesserungen der

Preis- und Lieferkonditionen, wie bereits andernorts

beeindruckend gezeigt worden ist.

Einsparungen im Sektor Personal sind allerdings

nicht zu erwarten, da die Personalausstattung

der Hochschulen an sich zu knapp

ist. Der Effizienzgewinn, ob im Lehrangebot,

in einzelnen Bereichen des Managements

und Marketings oder auf seiten der Betriebskosten,

wäre jedoch ein echter Vorteil. Ein

Hochschulzentrum Ulm/Neu-Ulm sollte

daher ein reales und nahe liegendes Ziel sein.

Der Weg dorthin ist heute schon sichtbar.

Wir müssen ihn nur beschreiten wollen.

Achim Bubenzer

Bildungsmesse Ulm

21. bis 23.02.2008

Donauhalle Stand D 011

Technik

Informatik

Medien

Hochschule Ulm informiert!


Die Hochschule im Brennpunkt: Der Fall Fritz G.

An einem Donnerstag im September geriet

die Hochschule Ulm unversehens ins Blickfeld

der internationalen Presse. Leider war es

keine aufsehenerregende Forschungsleistung

oder Preisverleihung, weshalb Journalisten

von der Süddeutschen Zeitung bis zur New

York Times den Campus Prittwitzstraße aufsuchten

oder ihr Informationsbedürfnis über

das Rektorat oder die Pressestelle telefonisch

zu stillen versuchten. Der Grund war vielmehr

ein schrecklicher: Terrorismusverdacht

gegen einen Studenten!

Bereits am Mittwochnachmittag hatte die

Staatsanwaltschaft die Hochschulleitung

davon unterrichtet, dass in einer Nacht- und

Nebel-Aktion eine Gruppe verdächtiger Muslime

im Sauerland festgenommen worden

war - unter ihnen Fritz G., ein zum Islam

konvertierter Deutscher, der im gemeinsam

mit der FH Neu-Ulm betriebenen Studien-

Ingenics gestaltet Zukunft.

Sie auch?

■ Fabrik- und Produktionsplanung

■ Logistikplanung

■ Effizienzsteigerung Produktion

■ Effizienzsteigerung Office

gang Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben

ist und als Kopf der Gruppe gilt.

Die Gruppe war bereits seit längerem vom

Verfassungschutz beobachtet worden. Die

Details der Hintergründe sind der Öffentlichkeit

längst hinreichend bekannt. Dennoch

soll auch an dieser Stelle noch einmal betont

werden, dass kein Grund besteht, aus einem

Einzelfall menschlicher Verirrung einen Generalverdacht

gegenüber der Studentenschaft

abzuleiten. Deshalb hatte die Hochschule

Ulm gemeinsam mit der FH Neu-Ulm in

einer Presseerklärung folgendes festgehalten:

„Beide Hochschulen begreifen sich als eine

Wertegemeinschaft, die für viele Strömungen

und Nationalitäten offen ist, aber Radikalität

und Fanatismus ablehnt. Wir können jedoch

nicht verhindern, dass Kräfte von außen Einzelne

in die Irre führen.“ In diesem Sinne ist

Wachsamkeit ohne auszugrenzen geboten. ih

Effizienzsteigerung in Unternehmen ist

die zentrale Aufgabe, die die Ingenics AG

seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich

realisiert. Zu den Ingenics Kunden zählt

die Elite deutscher und europäischer

Unternehmen. Beratungserfahrung in

diesem Umfeld ist die Karrierechance

pur. Als Ingenieur der Fachrichtung Pro-

duktionstechnik oder Maschinenbau

erhalten Sei bei uns im Rahmen eines

professionellen Personalentwicklungs-

programms durch interne Schulungen

Zugang zum Ingenics Know-how. Ihr

erster Schritt dazu ist eine Bewerbung.

inGenics AG · Schillerstraße 1/15 · D-89077 Ulm · career@ingenics.de · www.ingenics.de · Telefon +49 731 93680-0 · Ulm · Stuttgart · München · Hamburg · Shanghai · Atlanta


Neues Roboter-Labor

Die Hochschule Ulm hat in der Leichtbauhalle die

Robotertechnik neu formiert und dort Räumlichkeiten

für fünf Gelenk- bzw. Schwenkarm-Roboter der

Marken KUKA, Stäubli, Bosch und Epson geschaffen.

Die Ausbildung der Studenten erfolgt ausschließlich

an Industrierobotern, für die das Roboterlabor

(Leitung: Professor Peter Konold) außerdem Simulationswerkzeuge

sowie hochwertige Sensorik für

die Bildverarbeitung, Teilezuführung, Maschinenverkettung

und Ähnliches bereithält. Kenntnisse über

Einsatz und Beschaffung solcher Aufrüstungen sind

besonders wichtig, da nach dem heutigen Stand der

Technik vorwiegend intelligente Roboter gefragt

sind, die sehen, fühlen und messen können. Auch

das Prinzip der kooperierenden Roboter wird hier

vermittelt. ih

08 FACTISSIME

Wissenswertes in aller Kürze

Ob‘s stürmt oder schneit,

ist heute nicht nur für

Landwirte oder Touristen

von Bedeutung, sondern

auch für all jene, die auf

die Nutzung der Sonnenenergie

als Stromlieferant

setzen.

Wetterdaten von meteocontrol

Um zuverlässige Ertragsprognosen bei der Nutzung

von Sonnenenergie zu erstellen, bedarf es der systematischen

Auswertung einer Fülle von Wetterdaten.

Durch einen Kooperationsvertrag mit der meteocontrol

GmbH hat sich die Hochschule Ulm kürzlich die

Nutzung einer solchen Wetterdatenbank gesichert.

Meteocontrol mit Sitz in Augsburg ist ein führender

Dienstleister im Bereich regenerativer Energien.Die

Daten seiner umfangreiche Wetterdatenbank werden

Neuer Partner in China

Die Hochschule Ulm weitet ihre Beziehungen

zu China aus. Neuer Partner ist die Yangzhou

Universität (YZU) in der Provinz Jiangsu, der

Partnerregion des Landes Baden-Württemberg.

Der Kooperationsvertrag wurde anlässlich einer

Delegationsreise nach China geschlossen.

Die YZU bietet ein englischsprachiges Studienprogramm

mit Fachkursen aus den Bereichen

Maschinenbau und Fahrzeugtechnik an. In das

Programm integriert sind Kurse zur chinesischen

Sprache und Kultur. Die Studierenden der Hochschule

Ulm, die an diesem Programm teilnehmen, haben

außerdem die Möglichkeit in der Region ein

Industriepraktikum zu absolvieren, zum Beispiel

bei den dortigen Niederlassungen von Mercedes

Benz, Siemens oder Bosch. Auch das Anfertigen

einer Abschlussarbeit in den gut ausgestatteten

Universitätslaboren ist möglich.

nun in Studien- und Abschlussarbeiten analysiert und

für die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet

der dezentralen Energieversorgung genutzt. Beide

Partner wollen auch bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten

zusammenarbeiten.

Mit der Analyse von Wetterdaten lassen sich vielerlei

Ziele verfolgen. Um die Ertragsprognosen für Solarstrom-Anlagen

zuverlässiger zu gestalten, müssen die

Verfahren der Datenerfassung und der Auswertung

weiterentwickelt und auf ihre Tauglichkeit geprüft

werden. Gelingt es Wetterprognosen für die Klimaregelung

in Gebäuden nutzbar zu machen, so lässt sich

die Energiebilanz optimieren. Die maschinenlesbare

Aufbereitung von Wetterinformation kann auch die

Basis liefern, Dienstleistungen zu entwickeln, die eine

höhere Energieeffizienz bei Stromverbrauch, Heizung

und Kühlung herbeiführen. Schließlich dürften Informationssysteme

für Haushalte, die durch eine klare

grafische Aufbereitung der Daten die Energienutzung

transparent machen, auf eine große Nachfrage stoßen.

Vor allem wenn es sich um einen sinnvollen Mix

von regenerativen und konventionellen Energieträgern

handelt. ih


Hochschule Ulm auf der NAFSA

Stefanie Wagner (Stern), Leiterin des Akademischen

Aus-landsamtes, warb auf der NAFSA Conference in

Minneapolis für das internationale Studienprogramm

der Hochschule Ulm. Außerdem knüpfte sie Kontakte

zu alten wie neuen Kooperationspartnern, die vor

allem auch für die Master-Programme gesucht

werden. Als potentielle Partner kommen Irland und

Kanada langsam stärker ins Gespräch.

Die NAFSA Conference ist mit 7400 Teilnehmern

die weltweit größte Veranstaltung zum Thema

„Internationaler Studentenaustausch“. Das Land

Baden-Württemberg präsentiert sich schon seit

langem auf der NAFSA mit einem eigenen Stand

(Bild), auf dem alle Hochschulen des Bundeslandes

vertreten sind.

Kerntechnik im Verbund

Die baden-württembergische Landesregierung will

künftig die Kompetenzen des Landes in den Bereichen

Atomenergie und Kernforschung bündeln. Sie

hat deshalb im Juni den „Südwestdeutschen Forschungs-

und Lehrverbund Kerntechnik“ ins Leben

gerufen. Dem Verbund gehört auch die Hochschule

Ulm an, die sich in mehr als drei Jahrzehnten mit

dem Labor Strahlenmesstechnik vor allem bei der

Schulung von Sicherheitsingenieuren einen Ruf

erworben hat.

Weitere Partner des Verbundes sind die Universitäten

Karlsruhe, Stuttgart und Heidelberg sowie die

Fachhochschule Furtwangen sowie das Forschungszentrum

Karlsruhe. Die kerntechnischen Aktivitäten

der beteiligten Einrichtungen sollen in diesem

Vebund vernetzt werden. Kooperationspartner aus

der Wirtschaft ist der Energiekonzern ENBW, der

in Baden-Württemberg mehrere Kernkraftwerke

unterhält. Laut einer Pressemitteilung der Landesregierung

sei das Land weiter auf sichere Kerntechnik

angewiesen, um den wachsenden Energiebedarf zu

decken. Kernforschung auf international höchstem

Niveau sei deshalb auch in Zukunft unverzichtbar.

*

FACTISSIME

09


Nutzfahrzeuge im Verbund

Auf Initiative des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden

der Ulmer IVECO-Niederlassung, Gottfried Mahn,

haben sich unter Federführung der IHK Ulm und

der IHK Schwaben die in der Region ansässigen

Nutzfahrzeug-Hersteller zu einem Cluster Nutzfahrzeuge

Schwaben zusammengeschlossen. Neben den

sechs großen Nutzfahrzeugherstellern EvoBus, IVECO

Magirus, Kässbohrer, Kögel, Liebherr und Airbus

beteiligen sich inzwischen über 20 Zulieferer und

Dienstleister an dem Verbund. Auch die Hochschule

Ulm bringt ihre interdisziplinäre Kompetenz in das

Netzwerk ein, insbesondere durch das im Aufbau

befindliche Automotive Center.

Strahlenschutz in Medizinphysik

Experten der Medizinphysik können ab sofort an

der Hochschule Ulm den Fachkunde-Nachweis für

Strahlenschutz erwerben. Das Regierungspräsidium

Tübingen hat den im Rahmen der Vorlesung

„Strahlenmesstechnik“ abgehaltenen Kurs im Sinne

des § 18a Abs. 1 RöV anerkannt. Der Kurs vermittelt

entsprechend dieser Verordnung Fachkunde

und Kenntnisse im Strahlenschutz beim Betrieb

von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder

Zahnmedizin. rai

Das Land Baden-Württemberg hat die Finanzmittel

für den Bau des Automotive Center an der Hochschule

Ulm freigegeben. Aufgabe des voraussichtlich

2010 fertig gestellten Großlabors wird es sein, durch

eine frühzeitige Zusammenarbeit mit der Fahrzeug-

und Zulieferindustrie in Forschung und Entwicklung

die dringend benötigten Nachwuchskräfte heranzubilden.

Der erste Teilabschnitt soll Ende 2008 in

Betrieb genommen werden. In diesen Bauabschnitt

werden 1,25 Mio Euro investiert werden, von denen

ein Teil die Hochschule Ulm selbst trägt. Das Automotive

Center, das seinen Schwerpunkt auf der

Fahrzeugsystemtechnik haben wird, wird mit hochmodernen

Prüfständen ausgestattet werden. Für die

Finanzierung dieser Infrastruktur will die Hochschule

Ulm Partner aus der Indiustrie gewinnen. ih

10 FACTISSIME Wissenswertes in aller Kürze

Neue Drehmaschine für virtuelle Prozesse ausgerüstet

Das Institut für Fertigungstechnik und Werkstoffprüfung

verfügt seit diesem Jahr über eine neue,

achtachsige, numerisch gesteuerte Drehmaschine der

Esslinger Firma INDEX. An ihr sollen die Studierenden

künftig die CNC-Programmierung komplexer Systeme

erlernen und den Umgang mit Simulationsprogrammen

für die Bearbeitung von Werkstücken.

Automotive Center wird gebaut

Das Institut selbst greift mit der Inbetriebnahme dieser

Fertigungsmaschine erstmals das Thema „Virtuelle

Maschine“ auf und hat hierzu die entsprechende

Software der Firma INDEX beschafft. Mit dieser

Software lassen sich die echte INDEX GC 65, das

reale Geometrie-Modell der Maschine sowie alle

Maschinenzyklen simulieren. Damit wird es möglich,

Programmerstellung und Programmveränderungen

virtuell vorzunehmen und auszutesten, bevor sie auf

die echte Maschine übertragen und dort ausgeführt

werden. Die INDEX GC 65 ist inzwischen auch mit

einem Stangenlader der Firma Breuning IRCO Maschinenbau,

Steinbronn, ausgestattet worden. Mit

dieser ergänzenden Ausrüstung können größere

Stückzahlen gefertigt werden, um beispielsweise zu

untersuchen, inwieweit der Fertigungsprozess automatisiert

werden kann.

Zur Übergabe hatte Professor Dr.-Ing. Michael Kaufeld

(mit Werkstück) Vertreter der beteiligten Firmen eingeladen

(von links nach rechts): Hans-Joachim Stumpf,

INDEX-Werke; Wolfgang Huslig, Breuning IRCO,

Institutsmitarbeiterin Katrin Fögele, Kanzler Herbert

Jarosch; Roland Breuning, Breuning IRCO, und ganz

außen Rainer Hammerl, INDEX-Werke. ih


Einstein-Motorsport-Team fährt Teilerfolge heim

Anfang August bei der Formula Student Germany

auf dem Hockenheim-Ring wollte es das Einstein-

Motor-Team endlich wissen: Ist dieses Mal mehr drin

als 2006, als der Motor gleich beim ersten Start den

Geist aufgab? Der AL07, an dem sie fast ein Jahr

gearbeitet hatten, schlug sich wacker und es reichte

dieses Mal wenigstens zu einer Platzierung im hinteren

Feld. Die verschiedenen Tests wieTilt-Table-Test, Noise-

Test oder Brake-Test wurden problemlos bewältigt,

so dass AL07 die offizielle Zulassungsprüfung mit

Bravour bestand.

In den einzelnen Wettbewerben konnte das Team

Punkte bei den Kosten, dem Design und der Präsentation

sammeln. Mager war die Ausbeute im

Beschleunigungswettbewerb, obwohl Matthias Fink

als Fahrer zunächst eine sehr gute Zeit, die lange

Bestand hatte, vorlegte. Von technischen Pannen blieb

das Team auch nicht verschont, so dass der eine oder

Produktionstechnisches Kolloquium

Engineering Tools zur Produktentwicklung und

Produktgestaltung standen im Mittelpunkt des

diesjährigen PKU, zu dem die Fakultät Produktionstechnik

und Produktionswirtschaft zum 11. Mal

in Folge Vertreter aus Industrie und Wirtschaft,

Ehemalige, Studierende und Professoren eingeladen

hatte.

Auf dem PKU wurden Antworten auf die vielen Fragen

gesucht, die mit dem Begriff „Engineering-Tools“ in

Zusammenhang stehen. In einem Übersichtsreferat

schilderte Dietmar Flach vom Ulmer Software-Haus

ISD, wie ein neuartiger Produktkonfigurator als

Engineering-Werkzeug die schnelle und sichere

Auslegung komplexer Konstruktionen als Folge

gestiegener Kundenanforderungen erlaubt. Der

Produktkonfigurator lässt durch Modellierung einer

Konstruktionslogik zu, dass durch den Vertrieb oder

den Endkunden selbst alle Produktdaten/-unterlagen

wiederverwendbar erstellt werden. Der Aufwand für

spätere Änderungskonstruktionen wird dadurch auf

ein Minimum reduziert.

Vorgestellt wurde zudem ein Simulationsverfahren

für Innenhochdruckumform- und Biegeprozesse, wie

sie die Herstellung von Blechbauteilen erfordert. Die

Finite-Elemente-Methode erlaubt hier weitgehende

prozesserleichternde Vorhersagen. Die Teilnehmer

erfuhren ferner, dass sich durch numerische

Berechnung von Strömungsvorgängen schon im

Entwicklungsstadium die Geometrie von Bauteilen

weitreichend optimieren lässt. Am Beispiel eines

formflexiblen Werkzeuges erhielten sie einen

Eindruck, wie heute die Auslegung und Herstellung

von solchen Werkzeugen nach dem Nadelkissen-

Prinzip von statten geht.

andere Wettbewerb gar nicht erst angetreten werden

konnte. Dennoch: AL07 hat technisches Potential,

das zur nächsten Rennsaision weiter entwickelt

werden soll. Gewonnen hat übrigens das Team der

Uni Stuttgart! ih

MPC-Gruppe tagte in Ulm

Der Sommer-Workshop der Multi-Projekt-Chip

(MPC)-Gruppe fand dieses Jahr an der Hochschule

Ulm statt. Er wurde von der Fakultät Elektrotechnik

und Informationstechnik und unter der Leitung

des Dekans, Professor Dipl.-Phys. Gerhard Forster,

ausgerichtet. Die MPC-Gruppe gibt es seit 1988.

Ihr gehören heute über 20 Professoren aus 13

Fachhochschulen Baden-Württembergs an, die

sich mit der Entwicklung mikroelektronischer Schaltungen

befassen. Auf dem Workshop berichteten

Referenten aus Hochschulen und Industrie über ihre

neuesten Arbeiten. Außerdem wurden verdiente

Mitglieder wie der Mitbegründer der MPC-Gruppe,

Professor Dipl.-Ing. Albert Führer (Bild oben links),

mit dem IEEE-Fellowship ausgezeichnet. IEEE steht

für Institute of Electrical and Electronics Engineers,

dem weltweiten Berufsverband von Ingenieuren aus

den Bereichen Elektrotechnik und Informatik. ih

Auf Werbetour im Blautal-Center:

Die Mitglieder

vom Einstein-Motorsport-Team

haben nichts

unversucht gelassen,

um Sponsoren für den

Bau des Rennwagens zu

gewinnen.

FACTISSIME

11


12

Einige Studenten der Ingenieurwissenschaften haben sofort begriffen, worum es

geht, und sich gleich nach Einrichtung des Klebtechnikums im letzten Wintersemester

für das Wahlfach „Klebtechnik mit Labor“ eingeschrieben. Für Professor

Dr. Christian Dietrich heißt das Fernziel Ausbildung zur Klebfachkraft nach der DVS-

Richtline.

Durch Kleben lassen sich

so unterschiedliche Werkstoffe

wie Alumnium und

Stahl zusammenfügen,

wodurch sich das Gesamtgewicht

eines Fahrzeuges

erheblich verringert.

(Fotos: BMW)

Weitere Fotos S. 12/13:

Nadja Wollinsky, HS Ulm

Richtiges Kleben will gelernt sein

Mit dem Kleben hat wohl jeder so seine

Erfahrungen gesammelt. Häufig bleibt der

Eindruck zurück, dass diese Fügetechnik

nur eingesetzt werden sollte, wenn es keine

Alternative gibt: Ohne Klebstoff auf Kleidung

oder an den Händen geht es selten, und

häufig versagt die Klebung auch noch. Diese

persönliche Erkenntnis steht im Widerspruch

zur Tatsache, dass das Kleben, ob im Leichtbau

oder in der Medizin, ständig an Bedeutung

gewinnt.

Das Thema Leichtbau zieht sich durch alle

Bereiche des Fahrzeugbaus, gleichgültig

ob für das Land, das Wasser oder die Luft.

Grund dafür ist häufig die Kombination ganz

unterschiedlicher Werkstoffe, wie zum Beispiel

glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK)

oder Aluminium mit Stahl, um Gewicht zu

sparen oder den Werkstoffeinsatz optimal an

die Beanspruchungen im Betrieb anzupassen.

Dafür ist die aktuelle 5er-Baureihe von

BMW ein eindrucksvolles Beispiel: Um das

Gesamtgewicht des Fahrzeugs zu reduzieren

und die Gewichtsverteilung auf die Vorder-

und Hinterachse zu optimieren, wurde der

Vorderwagen in Aluminium konzipiert und

so 20 Kilogrmm Gewicht eingespart. Die Anbindung

des Vorderwagens an die Karosserie

erfolgte über einen Mischbauflansch in einer

Kombination von Halbhohl-Stanznieten mit

dem Kleben (Bilder in der Randspalte). Weitere

Beispiele wären der A380, der ICE oder

die Befestigung von Implantaten.

Klebtechnik ergänzt Schweißtechnik

Das Thema Fügetechnik betrifft als eine

Querschnittstechnologie die meisten Kompetenzfelder

der Hochschule Ulm, von der

Medizintechnik über den Maschinen- und

Fahrzeugbau bis hin zur Elektrotechnik. Da

das Schweißen an der Hochschule bereits seit

langem fest verankert ist, war es naheliegend

die Klebtechnik entsprechend zu etablieren

und damit einen Beitrag zur Profilbildung

der Hochschule zu leisten. Vor diesem Hintergrund

wurde in 2006 mit Mitteln der

Landesstiftung zunächst ein provisorisches

Klebtechnikum errichtet. Im März 2007

konnten dann die sanierten und erweiterten

Räume des Kunststofflabors als endgültiger

Standort bezogen werden.

Im Wintersemester 2006/2007 nutzten die


ersten Studierenden der Studienrichtungen

Produktionstechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen

sowie Mechatronik

das neue Vorlesungsangebot „Klebtechnik

mit Labor“. Hier werden neben der vermittelten

Theorie erste persönliche Erfahrungen

mit Klebstoffen und Klebverfahren gesammelt.

In Laborversuchen erfahren die Studenten

unter anderem, wie man elastische

Dickschichtklebungen auf Polyurethan-Basis

ausführt oder wie die Temperatur die Festigkeit

von Epioxidharz-Klebstoffen beeinflusst.

Sie erlernen die Methoden der Oberflächenbehandlung

mit Primer und Plasma, damit

schwer klebbare Polymere klebtechnisch

optimiert werden. Dass dieses Angebot auch

außerhalb der Hochschule Ulm Resonanz

findet, zeigt die Tatsache, dass seither bereits

vier Diplomarbeiten zur Klebtechnik in der

Automobilindustrie, der Medizintechnik und

der Elektronik begonnen und zum Teil schon

abgeschlossen wurden.

Kleben als Zusatzqualifikation

Ähnlich wie in der Schweißtechnik ist die

klebtechnische Ausbildung in den Regelwerken

des Deutschen Verbandes für Schweißen

und verwandte Verfahren (DVS) festgeschrieben.

Danach werden die Ausbildungen

zum Klebpraktiker mit dem Fokus der

fachgerechten Handhabung (DVS-RL 3305),

die Ausbildung zur Klebfachkraft mit der

Kompetenz, auch klebtechnische Prozesse

begleiten zu können (DVS-RL 3301), und die

Ausbildung zum Klebfachingenieur (DVS-RL

3309) unterschieden. Künftig wollen wir an

der Hochschule Ulm auch die Ausbildung

zur Klebfachkraft anbieten. Da dies nur mit

einem umfassenden Qualitätsmanagement

und einer zertifizierten Ausbildungsstätte

machbar ist, ist die enge Zusammenarbeit

mit einem Zentrum der klebtechnischen

Ausbildung vorgesehen. Daneben sind der

Bezirksverband des DVS Ulm-Neu-Ulm sowie

die Handwerkskammer Ulm wichtige Partner

beim Aufbau dieses Angebotes, das in absehbarer

Zeit auch hochschulfremde Interessierte

aus dem Handwerk und der Industrie

offen stehen soll.

Forschungsverbund Ratioclean

Die Forschungsaktivitäten, die in Verbindung

mit der Klebtechnik stehen, werden sehr

anwendungsorientiert sein. Mein Kollege

Professor Stephanus Faller und ich werden

sich deshalb gemeinsam mit Professor Dr.

Paul Geis, Universität Kaiserslautern, an

einem Verbundprojekt mit Unternehmen

der Klebstoffherstellung und -verarbeitung

beteiligen, das die lokale Reinigung umgeformter,

beölter Bleche untersuchen soll.

Die Projektidee „Ratioclean“ wurde bereits

dem Gemeinschaftsausschuß Klebtechnik

(GAK) vorgestellt und für eine Antragstellung

bei der Arbeitsgemeinschaft industrieller

Forschungsvereinigungen als aussichtsreich

bewertet. Dem GAK gehören der DVS, die

Forschungsvereinigung Stahl (FOSTA) sowie

die Deutsche Gesellschaft für Holzforschung

(DGfH) an. Eine seiner Aufgaben ist es, die

klebtechnischen Forschungsaktivitäten zu

koordinieren und zu unterstützen. Die Forschungsaktivitäten

zur Klebtechnik an der

Hochschule Ulm werden mit dazubeitragen,

dass anhand industrierelevanter Fragestellungen

Lehre auf einem hohen aktuellen

Niveau betrieben werden kann.

Christian Dietrich

Die Ausstattung des Klebtechnikums

n Klimaschrank

n Atmosphären-Plasma-Anlage zur Reinigung und

Modifizierung von Kunststoffoberflächen

n Tensiometer zur Benetzungsanalyse

n Pendelschlagwerk zur Analyse schlagartiger Belastungen

(5 J)

n Universalprüfmaschine für die mechanische Standard-Prüfung

(20 kN)

n IR-Spektroskop zur Identifikation und Analyse von

Kunststoffen

n Differenzialkalorimetrie zur thermischen Analyse

von Kunststoffen.

Die Infrastruktur des Klebtechnikums ergänzt sich

bestens mit den bestehenden Einrichtungen des

Kunststofflabors und des Werkstoffprüflabors.

UV-Kleben. Mit Hilfe von

UV-Licht wird ein radikalischer

Härter aktiviert,

um zwei Materialien

sofort miteinander zu

verbinden. Das Verfahren

wird beispielsweise bei der

Montage von Handy-Lautsprechern

eingesetzt.

STUDIUM & LEHRE

n Der Autor

Prof. Dr. Christian Dietrich

unterrichtet seit 2001 die

Fächer Fertigungsverfahren

und Kunststoffe. Er ist

Leiter des Klebtechnikums

und am Steinbeis-Transfer-

Zentrum „Fügetechniken an

Kunststoffen und Metallen“

beteiligt.

13


14

Was AStA und Hochschule mit dem Geldsegen tatsächlich machen

Dauerbrenner Studiengebühren

Die Bewerberzahlen zum Wintersemester 2007/08 haben es

gerade wieder gezeigt: Studiengebühren sind kein Hinderungs-

grund, um sich fürs Studieren zu entscheiden. Für den sinn-

vollen Umgang mit den Mehreinnahmen hat die Hochschule

Ulm in Abstimmung mit der Studentenvertretung ein Regelwerk

entwickelt, das im Sommersemester erstmals erprobt wurde.

STUDIUM & LEHRE

Gut 900 000 Euro spülten die Studiengebühren

im Sommersemester in die Kasse von

Kanzler Herbert Jarosch, der für die Belange

des Haushalts an der Hochschule Ulm verantwortlich

ist. Die große Mehrzahl der Studierenden

ist Selbstzahler, nur ein verschwindender

Anteil von gut zwei Prozent hatte ein

öffentliches Darlehen aufgenommen, Verweigerer

gab es keine.

Erste Verteilungsrunde gut vorbereitet

Bereits ein halbes Jahr zuvor hatte sich die

Arbeitsgruppe Studiengebühren Gedanken

gemacht, wie der Verteilungsschlüssel und

die Verantwortlichkeiten gestaltet sein sollen.

„Im Prinzip sind das Rektorat, die Fakultäten

und der AStA sowie das Auslandsamt

und die Institute aufgefordert, Aktionspläne

zu entwickeln, die im paritätisch besetzten

Senatsausschuss Studiengebüren besprochen

und schließlich dem Rektorat zur Genehmigung

vorgelegt werden“, erläutert der

Kanzler. Ein Anteil von 15 Prozent fließt in

Maßnahmen zur strategischen Hochschulentwicklung,

die das Rektorat bestimmt. Der

Löwenanteil von 80 Prozent jedoch wird für

die Stärkung des Umfeldes von Lehre und

Studium eingesetzt. Für die entsprechenden

Aktionspläne sind das Rektorat und die Fakultäten

verantwortlich. Die restlichen fünf

Prozent stehen dem AStA für studentische

Projekte zur Verfügung.

Für mehr Personal und bessere Labore

Das Konzept der ersten Runde kann sich

durchaus sehen lassen. Es wirkt sich auch auf

die Personalsituation aus „Wir werden aus

den Studiengebühren bis zu 20 zusätzliche

Personalstellen schaffen“, bestätigt Herbert

Jarosch. Damit könnte ein lang gehegter

Wunsch der Studenten nach erweiterten

Öffnungszeiten der Fakultätssekretariate

und der Bibliothek bald in Erfüllung gehen.

Ohnehin soll mit den Personalmaßnahmen

die Betreuungssituation der Studenten verbessert

werden. In diesem Sinne kann sich

auch das Akademische Auslandsamt ab dem

Wintersemester über eine zusätzliche Mitarbeiterin

freuen. Sie soll sich in erster Linie

um ausländische Gaststudenten kümmern

und bei der Suche nach Praktikumsplätzen

helfen.

Das Gros der neu geschaffenen Stellen wird

für technisches Personal in den Instituten

und für Lehrassistenten verwendet werden,

um die Studenten bei Übungen und Vorlesungen

besser anleiten zu können. Ein

großer Anteil des Kuchens entfällt zudem

auf Investitionen in die Infrastruktur und

wird beispielsweise für den Aufbau des Automotive

Center sowie für eine verbesserte

Geräteausstattung der Institute verwendet

werden.

Was die Studenten sofort spürten

Von einigen Maßnahmen profitierten die

Studierenden bereits im Sommersemester.

So ist seitdem das AStA-Sekretariat auch

am Nachmittag besetzt und damit ganztägig

offen. Die Produktion von Skripten wird

durch Studiengebühren finanziert, sodass

diese kostenfrei zur Verfügung gestellt werden

können. Und die Studierenden gingen

mit einem Startguthaben von zehn Euro für

ihr Drucker-Account im Informations- und

Medienzentrum ins neue Semester.


In Engineering, Testing, Projektmanagement,

IT machen Sie

mit uns Karriere.

Als Ingenieur/in bei engineering

people ergänzen Sie führende

Unternehmen projektweise mit

spezifischem Know-how.

Erleben vielseitige Herausforderungen.

Entwickeln sich

ständig weiter.

www.engineering-people.com

Was die Studenten selbst vorantreiben

Fünf Prozent vom Geldsegen sind - sage

und schreibe - 45000 Euro, für die sich die

Studentenschaft selbst sinnvolle Projekte hat

einfallen lassen müssen. „Damit kann man

etwas bewegen“, meint das neue AStA-Vorstandsmitglied

Stephanie Zapf „wir kümmern

uns derzeit darum, dass neue, mit LAN-

Anschluss ausgestattete Lerninseln in den

Foyer-Bereichen entstehen.“ Die wenigen

vorhandenen sind in den Pausen und Freistunden

stark nachgefragt und decken bei

weitem nicht den Bedarf. „Den studentischen

Projekten - wie Einstein-Motorsport und

andere Projekte im Rahmen des Studiums -

werden mit den Mitteln ganz neue Möglichkeiten

eröffnet. Dies ist ein wichtiger Schritt

die praktischen Qualifikationen und Soft

Skills der Studierenden zu stärken und damit

die Ausbildungssituation an der Hochschule

aktiv zu verbessern“, ergänzt Marcus Stursberg

vom AStA. Noch ist der Verfügungsrahmen

des AStA, der die Mittel vergibt, nicht

ganz ausgeschöpft, weshalb Projektvorschläge

stets willkommen sind. ih

Neuer Studiengang Energiesysteme

Wer sich beruflich mit den Themen Energieversorgung,

Energiemanagement, Energieplanung und

Energienutzung unter dem Aspekt regenerativer Energieträger

und Energieeffizienz befassen will, ist mit

einem Studium an der Hochschule Ulm gut beraten.

Zum Sommersemester 2008 startet der Bachelor-

Studiengang „Energiesysteme“, der in Kooperation

mit der Hochschule Biberach durchgeführt wird. Der

Studiengang umfasst sieben Semester und schließt

mit dem Bachelor of Engineering ab. Bewerbungsschluss

ist der 15. Januar 2008.

Weitere Informationen

Fakultätssekretariat

Produktionstechnik und Produktionswirtschaft,

E-Mail: ebach@hs-ulm.de

Studiendekan Professor Gerd Heilscher

E-Mail: heilscher@hs-ulm.de

Ulm und Stuttgart

Freecall 0800 8000 820

STUDIUM & LEHRE 15


16

Wenn Unternehmen Studiengebühren übernehmen

n Die aktuellen Ausschreibungen

von Gebührenstipendien

für Studierende der

Hochschule Ulm finden sich

im Studentenportal.

STUDIUM & LEHRE

Worüber sich Marco Oroz und Daniel Kun

zu Beginn des Sommersemesters 2007

freuen konnten, kann demnächst auch für

andere Studierende der Hochschule Ulm in

Erfüllung gehen. Die beiden Studenten der

Fahrzeugtechnik gehörten zu den ersten

drei Stipendiaten des Ingenieurdienstleisters

engineerung people, die eine finanzielle

Förderung in Höhe von 1000 Euro erhielten.

Anlass für den Gesellschafter und Geschäftsführer

Winfried Keppler war die Einführung

der Studiengebühren. Doch knüpft er an

die Vergabe des Stipendiums auch weiteres

studentisches Engagement. „Wir suchen nach

regen Menschen, die sich auch in der Freizeit

für Mitmenschen einsetzen. Solche engagierten

Mitarbeiter sind später wichtig für jedes

Unternehmen“, erläutert Winfried Keppler

sein Anliegen. Die Bedingungen für die laufende

Ausschreibung zum Sommersemester

2008 finden sich im Internet unter www.

engineering-people.com.

Eine neue Form des Bonding

engineering people ist nur ein Beispiel von

vielen, wie sich Unternehmen des Themas

Studiengebühren annehmen. Die Motivation

ist dabei keineswegs selbstlos, sondern zielt

auch auf eine frühe Auslese und Bindung

künftiger Mitarbeiter. Besonders erfolgreich

beim Einwerben von Stiftern für Gebühren-

Sparkasse Ulm fördert Energiedatenmanagement

Den symbolischen Scheck, den Sparkassen-Chef und

Hochschulratsmitglied Manfred Oster (links) gemeinsam

mit dem Rektor der Hochschule Ulm, Professor Dr.

Achim Bubenzer, freudig vor die Kamera hält, bringt

stipendien ist offenbar die Universität Mannheim

gewesen. Laut einer Pressemitteilung

hat sie hierfür 121 Zusagen von Unternehmen,

Absolventen und Fördereinrichtungen

erhalten, die Studiengebühren übernehmen

wollen. Hier engagiert sich vor allem das

Alumni-Netzwerk, aber auch namhafte Unternehmen

wie der Brockhaus-Verlang, die

Unternehmensberatung Ernst & Young, der

Aromahersteller Wild oder die Mannheimer

Versicherungen sind dabei.

Ehemalige besonders geberfreudig

Insbesondere der Aspekt, einmal selbst

erfolgreich an der betreffenden Hochschule

studiert zu haben, veranlasst Unternehmer

solche Stipendien für die nachwachsenden

Studentengenerationen zu gewähren. Außer

für Winfried Keppler trifft dies beispielsweise

auch für Roland Baumann zu, dem Aeroline

Tubesystems gehört. Er will vor allem Studierende

der Hochschule Ulm aus den Bereichen

Maschinenbau, Produktionstechnik

und Wirtschaftsingenieurwesen fördern, die

diese Fachrichtungen mit dem Schwerpunkt

Energietechnik studieren. Bewerbungsschluss

für das Sommersemester 2008 ist der

31.12.2007. Und auch hier winken zwei bis

drei Glücklichen jeweils 1000 Euro - also das

Kapital, um die Studiengebühren für zwei

Studiensemester abdecken zu können. ih

einen Dritten in seiner Projektarbeit einen ganz schönen

Schritt weiter: Gerd Heilscher, Stiftungsprofessor

für Dezentrales Energiedatenmanagement, kann in

diesem und im kommenden Jahr jeweils 10 000 Euro

Unterstützung durch die Sparkasse Ulm fest in sein

Budget einplanen. „Mich freut diese Unterstützung

in ganz besonderer Weise“ würdigte der Rektor das

Engagement der Sparkasse Ulm,“weil die Einführung

einer nachhaltigen Energietechnik eine zentrale und

unverzichtbare Aufgabe zur Sicherung unser aller

Zukunft ist.“

Die Professur selbst wird durch Mittel finanziert,

welche die Solarstiftung Ulm/Neu-Ulm zur Verfügung

stellt. Die zusätzliche Unterstützung durch die Sparkasse

Ulm wertete der Rektor als ein weiteres Zeichen,

dass sich in Ulm die Stadt und Unternehmen die Hand

für gemeinsame Ziele reichen. ih


18

Gestaltung eines E-Learning-Projektes mit und für Schüler

Digitale Anleitung zum Flößebauen

Im Studiengang Digital Media stand eine Gruppe von Studenten

vor der Aufgabe, eine Lern-CD-ROM für Schüler zum Thema

„Modellfloßbau“ zu entwickeln. Die direkte Arbeit mit Schülern

einer Grundschule verhalf ihnen zu einer realistischen Umset-

zung.

STUDIUM & LEHRE

Die Preisträger für den

besten Schwimmer (oben)

und für das beste Design

Im Vordergrund stand die Frage, wie motiviere

ich meine Zielgruppe - Kinder - für den

Lerninhalt - Floße bauen. Dass diese Aufgabe

nicht am Schreib- und Schneidetisch zu lösen

war, war dem Team schnell klar. Professor

Susanne Radtke, die das Thema „E-Learning

für ein praxis- und anwendungsorientiertes

Lernfeld“ ausgegeben hatte, half weiter und

wandte sich an den Sozialpädagogen Klaus

Osswald von der Stadt Ulm. An der Eduard-

Mörike-Schule war bald eine 4. Klasse gefunden

worden, die mitmachen wollte.

Ein Wettbewerb spornt an

Mit Hilfe des Schüler-Workshops wollte

das Studenten-Team an das Foto- und

Filmmaterial herankommen, das es für die

Realisierung einer Lern-CD-Rom brauchte.

Sie entwarfen zwar ein Handlungskonzept,

verzichteten aber auf ein punktgenaues

Drehbuch, da die Kinder keine Schauspieler

waren. Sie erzielten daher Aufnahmen von

dokumentarischem Charakter, wie man sie

von Reportagen kennt. „Die Kinder haben

sich mit viel Begeisterung an die Arbeit

gemacht und erste Skizzen vom eigenen

Floß aufs Papier gebracht“, erinnert sich

DM-Studentin Manuela Kuhn. Um alle bei

der Stange zu halten, ersann das Team einen

Wettbewerb, bei dem zum Beispiel das Floß

mit der besten Schwimmfähigkeit prämiert

wurde. Bau- und Testphase waren besonders

aufschlussreich, denn die Kinder konnten

selbst feststellen, ob ihr Floß instabil war,

und Maßnahmen ergreifen, um es schwimmfähig

zu machen.

Schöne Bilder allein reichen nicht

All die kleinen Schritte von Versuch und Irrtum

bis zum tauglichen Floß ließen sich für

die CD-Rom festhalten und später in Filmdoku,

Animation oder interaktive Spielszena-

Von der Skizze zum Prototyp: Ob das auf dem Papier

Entworfene auch in der Praxis funktioniert, testeten die

Schüler im Wasserbecken.

rien umsetzen. Hinter einer Lern-CD steckt

nämlich viel mehr als schöne Aufnahmen. In

solchen Projekten lernen die Studenten die

Voraussetzungen für interaktive Lernprozesse,

beschäftigen sich mit Lerntheorien wie

Behavourismus, Kognitivismus und Konstruktivismus

und erarbeiten mediendidaktische

Konzeptionen und Designlösungen.

Und im konkreten Fall dürfen die „Kreativen“

das Kind als Anwender nicht vergessen,

sondern müssen sich auch um die altersgerechte

„Usability“ kümmern.

Schöne Bilder machen aber das Lernen angenehmer

und abwechselungsreicher. Deshalb

werden die Schüler noch viele Freude an der

CD-Rom haben, die sie quasi als Ersatz für

eine Gage inzwischen mit nach Hause haben

nehmen können. ih


HAM Ihr kompetenter Partner

in der Präzisionswerkzeug-Technologie

• Vollhartmetall-Werkzeuge in Standard- und Sonderausführung

• Hartmetall-, Diamant- und CBN-Werkzeuge

• Weltweiter TCM-Partner für Toolmanagement-Systeme

• Vollhartmetall-Bohr- und Fräswerkzeuge für die Leiterplattenindustrie

• Projektengineering für Automotive und andere Industriebereiche

• Medizintechnik Implantate, Prothetik und Dental

HARTMETALL-WERKZEUGFABRIK

ANDREAS MAIER GMBH

D-88477 SCHWENDI-HÖRENHAUSEN

TELEFON 0 73 47/61-0 · FAX 0 73 47/73 07

info@ham-tools.com · www.ham-tools.com

STUDIUM & LEHRE


20

Partnerschaft über die Landesgrenzen hinweg ist für die

Hochschule Ulm und für die Fachhochschule Neu-Ulm nichts

Ungewöhnliches. Was bisher auf die Arbeitsebene begrenzt

war, gewann nun mit einer gemeinsamen Hochschulgala eine

völlig neue Dimension.

Heitere Stimmung, tolles

Fest - so hatte es sich Prorektor

Professor Dr.-Ing.

Michael Kaufeld (Bild

oben rechts mit Gattin)

als Mitorganisator von

seiten der Hochschule Ulm

gewünscht. Und manchmal

werden ja Wünsche

wahr, wie die Bilder von

der Hochschulgala 2007

zeigen.

An der schönen blauen Donau....

Die Hochschule Ulm steht als Dienstleister

Das Doppeldiplom in Händen: Andre Futter und Boris

von Bally, beide Studiengang Wirtschaftsinformatik, sowie

Felix Ruthenberg, Studiengang Medizinische Dokumentation

und Informatik, gaben sich mit dem Diplom

der Hochschule Ulm nicht zufrieden, sondern bestanden

auch die Abschluss-Prüfung an der Napier University

in Edinburgh. (Fotos S. 20/21 Susanne Kohler, HS Ulm)

n Ein Wiener Walzer musste es natürlich sein,

zu dem der Ulmer Prorektor die Neu-Ulmer

Präsidentin aufs Parkett führte. Mit ihm eröffneten

die beiden den ersten gemeinsamen

Gala-Abend der Fachhochschulen rechts und

links der Donau. Ein halbes Jahr zuvor waren

die Hochschulleitungen überein gekommen,

das Novum einer gemeinsamen Absolventenfeier

zu wagen, und hatten dazu symbolträchtig

das Congress Centrum Ulm, direkt an der

Donau gelegen, gewählt. Die Liaison hat einen

realen Hintergrund, denn mittlerweile bieten

die beiden Hochschulen drei gemeinsame und

sehr erfolgreiche Studiengänge an.

Das Tanzen habe viel mit dem Berufsleben zu

tun, hatte Professor Dr.-Ing. Michael Kaufeld

zuvor in seiner Begrüßungsansprache gemeint,

die er stellvertretend für den Rektor

der Hochschule Ulm hielt: Gefragt seien handwerkliches

Können spricht Fußtechnik, um

dem (Geschäfts-)Partner nicht auf die Füße zu

treten, und ein Gespür für das Verlangen des

Gegenüber. Die schwungvollen Walzerrunden

mit der Präsidentin im Arm waren der Beweis,

dass es auf Hochschulebene jedenfalls hervorragend

klappt.


n Ein warmer. sonniger Tag im Juli ging zuneige, als die Schlange am

Eingang zum Congress Centrum Ulm immer länger wurde. Alle fanden

sich ein, um den Abschluss des akademischen Jahres 2007 zu feiern: die

Absolventen mit Eltern und Lebenspartnern ebenso wie Hochschulmitglieder,

Förderer und Freunde beider Hochschulen. Ulmer Originale in

der Gestalt des Albrecht Berblinger, des Albert Einstein und des Ulmer

Spatzen bereiteten den fast 900 Gästen einen freundlichen Empfang.

Beim Apero im Foyer wurden die ersten Kontakte geknüpft, die Last der

letzten Wochen ganz einfach abgestreift und Ausschau gehalten, nach

denen, die schon da waren, und nach denen, die noch erwartet wurden.

Man hatte zwar den Zeitaufwand für den Einlass etwas unterschätzt und

startete daher eine halbe Stunde später mit dem eigentlichen Programm.

Doch das konnte die heitere Stimmung nicht trüben.

n Im Mittelpunkt des Abends standen die Absolventen, deren hervorragende

Studienleistungen mit einer Reihe von Preisen gewürdigt wurden

(die Preisträger der Hochschule Ulm siehe Seite 40). Eine Tombola sorgte

zur fortgeschrittenen Stunde dafür, dass auch die anderen Gäste ihre

Chance auf eine „Auszeichnung“ hatten. Dreizehn von ihnen zählten

zu den Glücklichen. Zur notwendigen Bewegung, die das Miteinander

fördern soll, verhalf immer wieder zwischendurch die Tom-Lehner-Band

aus Ulm - mit internationaler Tanzmusik vom Feinsten. Der stille Beobachter

sah dabei Erstaunliches: Vor allem die gereifte Generation unter

den Professoren erwies sich in unerwarteter Weise der Tanzkunst kundig.

Ob ChaCha oder Tango, Langsamer Walzer oder Jive man bestach

durch Figurenvielfalt und Taktsicherheit. Free Dance und kesse Sohlen

waren dagegen erst um Mitternacht angesagt, was die Absolventengeneration

beflügelte, die Tanzfläche für sich zu erobern. Das weitläufige

Foyer mit seinen Terrassen bot in der lauen Sommernacht jedoch auch

denjenigen genügend Abwechselung, die entspannt flanieren oder eine

stärkende Pause einlegen wollten. „Gelungen“ konnte der Ulmer Prorektor

in den frühen Stunden des neuen Tages wohl innerlich jubeln.

Ob er dabei schon 2008 im Blick hatte? Ingrid Horn

Freuen sich gemeinsam: Professor Dr. Uta M. Feser,

Präsidentin der Fachhochschule Neu-Ulm, und Herbert

Jarosch, Kanzler der Hochschule Ulm.

SPEZIAL

21


22

Am Institut für Medizintechik und Mechatronik wird künftig

die Entwicklung von Geräten für den Einsatz in der Biotechnologie

einen Schwerpunkt bilden. Prof. Dr. Martin Heßling,

der dieses Fachgebiet an der Hochschule Ulm vertritt, stellt

hier die ersten Ansätze vor.

DNA-Kopierer und Biochip-Reader

Das DNA-Molekül ist von

zentraler Bedeutung für

biotechnische Anwendungen

- ob als Produktionsband

für die Herstellung

von Wirkstoffen in einem

Bioreaktor oder als Kopiervorlage

für analytische

Zwecke (Foto links: medicalpicture/Patrick

Enge).

Die Biotechnologie ist trotz ihrer Jahrtausende

alten Geschichte, die mit dem Bierbrauen

begann, eine der aktuellsten wissenschaftlichen

und technischen Disziplinen. Viele

spektakuläre Erfolge der letzten Jahrzehnte,

wie zum Beispiel die biotechnische Herstellung

von Penicillin und Insulin, sind aus dem

Patientenalltag nicht mehr wegzudenken.

Biotechnischer Fortschritt lässt sich allerdings

nicht alleine mit Petrischalen erzielen. Für

viele Anwendungen benötigt man High-

Tech-Hardware und damit ingenieurwissenschaftliche

Leistungen in Schlüsseltechnologien

wie Optik, Elektronik oder Mikrosystemtechnik.

So gelang es beispielsweise erst

mit lasergestützten Detektionssystemen das

komplette menschliche Erbgut zu lesen.

Die biotechnologische Gerätetechnik ist an

der Hochschule Ulm noch eine recht junge

Disziplin. Sie bildet einen wählbaren Schwerpunkt

im Studiengang Medizintechnik.

Nachdem der Aufbau der Lehreinheiten und

des Labors weitgehend abgeschlossen ist,

beginnen wir uns mit den ersten gerätetechnischen

Entwicklungsarbeiten zu beschäftigen.

Dabei nutzen wir den Vorteil, dass an

der Fakultät für Mechatronik und Medizintechnik

auch die Fachgebiete Mikrosystemtechnik

und Informationstechnik vertreten

sind.

Ein Mini-Chip als Thermo-Cycler

Von zentraler Bedeutung für die Methodik

der Biotechnologie ist jenes lange, spiralfärmige

Kettenmolekül, in dem die Erbinformation

aller Lebewesen gespeichert ist: die

DNA (deoxyribonucleic acid; deutsch: Desoxyribonukleinsäure).

Die DNA ist doppelsträngig,

und jeder der beiden Einzelstränge

besteht aus einer sequenziellen Abfolge der

vier DNA-Buchstaben A, T, C und G. Dabei

stehen sich immer ein A und ein T oder ein

C und ein G gegenüber. Folglich sind die

beiden DNA-Einzelstränge nicht identisch,

sondern komplementär zueinander, so dass

sich aus der Kenntnis des einen Stranges der

Aufbau des anderen Stranges eindeutig rekonstruieren

lässt.

Die Komplementarität ist technisch nutzbar,

um DNA mit Hilfe eines Enzyms zu vervielfältigen.

Den Kopier-Vorgang bezeichnet

man als Polymerase-Ketten-Reaktion (engl.


Polymerase Chain Reaction, PCR). Dabei

wird ein Zyklus aus drei Temperaturstufen

durchlaufen, der zum Beispiel bei 20 Zyklen

10 20 Kopien ergibt, was circa einer Million

identischer DNA-Moleküle entspricht. Die

PCR wird beispielsweise in der Kriminalistik

zur Herstellung eines DNA-Fingerabdruckes

aus winzigen Blutspuren angewendet.

Geräte, auf denen die Polymerase-Ketten-

Reaktion abläuft, heißen Thermocycler. Geräte,

die während des DNA-Kopier-Prozesses

direkt noch Analysen durchführen, sind so

genannte Realtime-Thermocycler. Beide Gerätearten

sind üblicherweise deutlich größer

als ein Schuhkarton und viele Kilogramm

schwer. Wir haben uns nun zum Ziel gesetzt

einen Realtime-Thermocycler auf einem kleinen

Chip von wenigen Quadratzentimetern

zu entwickeln. Dieses mobile und preiswerte

Thermocycler-System soll außerdem die

vervielfältigte DNA mit optischen Verfahren

direkt analysieren können.

Als erstes werden wir einen PCR-Chip aufbauen,

der die Ausgangs-DNA etwa eine

Million mal vervielfältigt. Kernstück des Chip

sind mäanderförmige Mikrokanäle, durch

die die DNA-haltige Flüssigkeit gepumpt

wird und die alle notwendigen Reagenzien

enthält. Die Schwierigkeiten liegen hier in

der Herstellung der Mikrokanäle und der

Integration einer geeigneten Pumpe. Des

Endpreises und der einfacheren Bearbeitung

wegen soll das Chip-Material ein Kunststoff

sein. Dieser Kunststoff muß thermisch und

chemisch sehr stabil sein, damit er bei den

Temperaturen von über 90°C nicht zerfließt

und nicht mit den Reagenzien in der Lösung

Verbindungen eingeht oder diese adsorbiert.

Wichtig ist auch, dass die Mikrokanäle von

oben verschlossen werden, um den Pumpprozess

sicherzustellen und eine Verdunstung

zu vermeiden.

Biochip-Reader für die Funktionskontrolle

Die Funktion des PCR-Chips soll später direkt

auf dem Chip kontrolliert werden können.

Solange diese Eigenschaft noch nicht

implementiert ist, erfolgt die Kontrolle der

DNA-Vermehrung durch ein externes Fluoreszenz-Detektions-System.

Hierzu wird der

DNA-Lösung der Fluoreszenz-Farbstoff Sybr

Green zugesetzt. Sybr Green lagert sich an

doppelsträngige DNA an und fluoresziert in

diesem Zustand grün, wenn es mit blauem

Licht angeregt wird. Das Fluoreszenz-Signal

wird dabei umso intensiver, je mehr DNA

gebildet wird. Um diese Reaktion quantitativ

kontrollieren zu können, benötigt man

ein Gerät, das auf der gesamten Chipfläche

Fluoreszenzintensitäten mit der gleichen

Empfindlichkeit detektieren kann. Die Ent-

21

wicklung eines entsprechenden preiswerten

Systems ist Gegenstand unseres zweiten Projektes

„Biochip-Reader“.

Biochips sind in der Regel wenige Quadratzentimeter

große Flächen, auf denen dicht

nebeneinander 100 bis 100 000 verschiedene

biochemische Tests ablaufen. Mit solchen

Chips kann man eine Vielzahl von Einzeltests

automatisiert, schnell und mit minimalem

Reagenzien-Einsatz durchführen. Die

Ergebnisse dieser unterschiedlichen Tests

können mit Hilfe von Fluoreszenz-Lesegeräten

ausgelesen werden. Diese müssen

allerdings schwächste Fluoreszenzsignale

aus dem Hintergrund der mehr als Millionen

mal intensiveren Anregungsstrahlung herausfiltern.

Und das, obwohl die Dichten der

fluoreszierenden Moleküle so gering sind,

dass man teilweise nur eins oder noch weniger

dieser Moleküle pro Quadratmikrometer

hat. Außerdem ist dafür zu sorgen, dass die

unterschiedlichen Tests auf dem Biochip,

die Abstände im Mikrometer-Bereich haben

können, tatsächlich auch getrennt ausgelesen

werden.

Erste Version des PCR-

Chips (links oben): In ein

Kunststoff-Plättchen sind

Mikrokanäle eingearbeitet

worden. Neben der Optimierung

der Mikrokanäle

müssen nun die für die

Kopierschritte notwendigen

drei Temperaturzonen

eingerichtet werden, wie

sie das Funktionsschema

zeigt. Über die Länge

und Breite der Kanäle

kann die Verweildauer

der DNA-Lösung in jeder

Temperaturzone festgelegt

werden.

FORSCHUNG & TRANSFER

n Die begonnenen Projekte

„PCR-Chip“ und „Biochip-

Reader“ werden in Zusammenarbeit

mit den Arbeitsgruppen

von Prof. Dr. Thomas

Walter (Mikrosystemtechnik)

und Prof. Dr. Dieter

Heise (Informationstechnik)

durchgeführt. Sie werden

aus Mitteln des Instituts für

Angewandte Forschung

(IAF) der Hochschule Ulm

finanziell unterstützt.

23


24

Der Biochip soll durch

einen Anregungsfilter hindurch

mit dem Licht einer

intensiven LED beleuchtet

werden. Dadurch beginnen

die Moleküle eines

Fluoreszenz-Farbstoffes

zu leuchten. Ihr Licht soll

durch das Objektiv auf

den Chip einer Digital-Kamera

abgebildet werden.

Der Emissionsfilter wird

dabei so ausgewählt, dass

er nur Fluoreszenzlicht

hindurchlässt.

n Der Autor

Prof. Dr. Martin Heßling

lehrt die Fächer Biotechnologie

und Bioverfahrenstechnik.

FORSCHUNG & TRANSFER

Dr. Annette Schavan,

Bundesministerin für Bildung

und Forschung,

hielt den Festvortrag zum

zehnjährigen Bestehen der

Bioregion Ulm.

Kombination mit Consumer-Kamera

All dies erfordert zur Zeit noch einen hohen

technischen Aufwand. Meist wird der Biochip

quasi fotografiert, wobei für die notwendigen

Empfindlichkeiten Kamera-Belichtungszeiten

im Sekundenbereich oder länger

notwendig werden. Das gelingt nur mit Hilfe

sehr teurer, gekühlter, wissenschaftlicher

Kameras, da gewöhnliche Kameras starke

Untergrundsignale produzieren, was sich

besonders bei langen Belichtungszeiten nach-

teilig auswirkt. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe

von Professor Dr. Dieter Heise wollen

wir deshalb einen anderen Weg gehen. Dort

arbeitet man zur Zeit an einer Softwarelösung,

die das Problem der Untergrundsignale

umgeht und somit längere Belichtungszeiten

erlaubt. Damit scheint es realistisch, einen

Biochip-Reader mit einer Consumer-Kamera

zu kombinieren. Da eine Consumer-Kamera

im Vergleich zu einer wissenschaftlichen Kamera

um den Faktor 100 billiger sein wird,

besteht hier ein enormes Kostensenkungspotential.

Auf unserem Weg dorthin werden

wir zunächst den Biochip-Reader so optimieren,

dass damit die Fluoreszenz des PCR-

Chips optimal detektiert werden kann. Dazu

wird eine blaue 470 nm-LED den PCR-Chip

homogen beleuchten, und die Sybr Green

Fluoreszenz wird bei etwa 530 nm detektiert.

Sollte sich die Lowcost-Kamera wie erhofft

bewähren, sind weitere Systeme für andere

Biochip-Formate bzw. für Mikrotiterplatten

geplant. Martin Heßling

Zehn erfolgreiche Jahre für die Bioregion Ulm

Der Bioregio-Wettbewerb des Bundesministeriums

für Wissenschaft und Technologie

in den 90er Jahren war der Auslöser

für einen erfolgreichen Zusammenschluss.

Unter der Federführung der IHK Ulm gründeten

Unternehmen und Hochschulen 1997

Bioregion Ulm e.V., um die im Wettbewerb

erkannten Potentiale weiter zu fördern und

auszubauen. Als der Verein unlängst den

ersten runden Geburtstag feierte, wurde

eines besonders deutlich: Heute ist die Region

Ulm/Oberschwaben die stärkste deutsche

Wachstumsregion im Bereich Pharma. Rund

60 Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie,

Life Sciences und Medizintechnik

prägen diesen Wirtschaftsraum.

Die Medizintechnik selbst ist ein Fachgebiet,

das in Lehre, Forschung und Transfer an der

Hochschule Ulm schon lange seinen festen

Platz hat. In den Verbund Bioregion Ulm,

dessen Mitglied die Hochschule ist, bringt

sie als weiteren Schwerpunkt die apparative

Biotechnologie ein. Sie ist damit Teil eines

Netzwerkes, das durch sein Fachkräfte-Po-

tential und seine Innovationskraft einen

wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung

Deutschlands leistet. ih

Neues Transferzentrum für Fertigung

An der Hochschule Ulm gibt es seit dem Sommersemester

ein neues Steinbeis-Transferzentrum im

Bereich Fertigung. Geleitet wird es von Professor

Dr.-Ing. Manfred Wehrheim, Fakultät Produktionstechnik

und Produktionswirtschaft. Das Dienstleistungsangebot

des STZ „Fertigungssysteme & Prozesse“

umfasst Engineering, Forschung, Beratung

und das Erstellen von Gutachten. Seine fachlichen

Kompetenzfelder sind Prozess-, Produktions- und

Layout-Planung, Lastenhefterstellung von Betriebseinrichtungen,

Fertigungstechnologien sowie die

Erprobung und Untersuchung von Werkzeugen und

Maschinen.

Der Ulmer Fertigungsexperte besitzt internationale

Projekterfahrung. Für die Unternehmen Daimler-

Chrysler und BMW hat er beispielsweise die Betriebseinrichtungen

für die Fahrzeug-Endmontage

geplant und beschafft. Neben dem Automobilbau

entwickeln sich Untersuchungen hinsichtlich kostengünstiger

Verfahren zur Fertigung von Brennstoffzellen

zu einem weiteren Schwerpunkt. n


Mit branchenübergreifender Engineering-Kompetenz und mehr als 1.500 Mitarbeitern an 30 Standorten ist die euro engineering AG der führende

Ingenieur-Dienstleister in der Produktentwicklung wie auch der Prozessgestaltung von der Konzeption über Konstruktion, Berechnung/Simulation,

Versuch bis hin zu Produktion und Fertigung.

MASCHINENBAU

FAHRZEUGTECHNIK

ELEKTROTECHNIK

INFORMATIK

MECHATRONIK

MEDIZINTECHNIK

www.ee-ag.com/karriere

Ihre Zukunft bei der euro engineering AG: Beste Perspektiven für Berufseinsteiger

und Berufserfahrene! Wir bieten Ihnen (m/w) von Anfang an die

Mitarbeit in anspruchsvollen Projekten, vielseitige Aufgaben und individuelle

Weiterentwicklung persönlich und fachlich. Ihr Erfolg durch Ihre Leistung

in den genannten Bereichen.

Suchen Sie ein Unternehmen, das Ihnen die Verwirklichung persönlicher

Ziele ermöglicht? Sind Sie offen für anspruchsvolle, ambitionierte Aufgabenstellungen

in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden? Dann bewerben

Sie sich bitte mit Ihren vollständigen Unterlagen.

euro engineering AG

Sedanstr. 10, 89077 Ulm

Telefon 07 31/9 35 65-0, ulm@ee-ag.com

Allmannsweilerstr. 132

88046 Friedrichshafen

Telefon 0 75 41/39 90 66-0

friedrichshafen@ee-ag.com

...bessere ...bessere

Energie!

Energie!


factum spricht mit Dipl.-Ing. (FH) Alexander Fischer

Promovieren am „Schönen Horizont“

Absolventen von Fachhochschulen,

die ihren

Doktor machen, sind die

Ausnahme. Dennoch steht

auch ihnen diese Form

der Weiterqualifikation

auf vielfältige Weise offen.

Alexander Fischer (links)

hat diesen Weg beschritten.

Er bespricht hier im

UFMG-Labor mit seinem

brasilianischen Doktorvater,

Professor Alexandre

Bracarense, eine neue

Testsituation. (Foto: privat)

26 FORSCHUNG & TRANSFER

factum: Herr Fischer, Sie arbeiten seit gut einem

Jahr an der Universidade Federal de Minas

Gerais (UFMG) in Belo Horizonte an Ihrer Doktorarbeit.

Was hat Sie bewogen, hierfür nach

Brasilien zu gehen ?

Fischer: Grundsätzlich ist es ja nach dem Hochschulgesetz

möglich, dass man auch mit Fachhochschul-Abschluss

eine Promotion beginnen

kann. Allerdings gestalten die einzelnen deutschen

Universitäten die Zulassungsmodalitäten

selbst. Die Schwierigkeit besteht insbesondere

darin, eine geeignete Universität und einen passenden

Doktorvater zu finden. Hier haben mir

die Kontakte von Professor Schuler nach Brasilien

und ein Kooperationsvertrag zwischen der

Hochschule Ulm und der UFMG sehr geholfen.

factum: Können Sie das näher erläutern?

Fischer: Professor Schuler, bei dem ich meine Diplomarbeit

zu einem schweißtechnischen Thema

gemacht hatte, war lange Zeit selbst in Brasilien

tätig gewesen und arbeitet seitdem mit Professor

Alexandre Queiroz Bracarense zusammen.

Aufgrund seines internationalen Rufes kann

Professor Schuler an der UFMG Promovenden

betreuen. Meine Promotion ist eine so genannte

Sandwich-Promotion mit Professor Schuler

als Erstbetreuer und Professor Bracarense als

Zweitbetreuer.

factum: Welche Auflagen mussten Sie erfüllen,

um überhaupt in Belo Horizonte das Promotionsstudium

aufnehem zu können?

Fischer: Ich musste verschiedene Kurse belegen

und diese sowohl in fachlicher wie in sprachlicher

Hinsicht mit „sehr gut“ bestehen. Unter

dieser Voraussetzung war man bereit, mein

Ingenieur-Diplom in Fahrzeugtechnik gemeinsam

mit der Zusatzqualifikation „Internationaler

Schweißfachingenieur“ für die Zulassung zum

Promotionsstudium anzuerkennen. Gerade diese

Zusatzqualifikation war für die Zulassung sehr

hilfreich.

factum: Sie haben also erst einmal Portugiesisch

lernen müssen.....

Fischer: Ja, ich hatte mich deshalb von Juli bis

Dezember 2005 in Belo Horizonte aufgehalten,

um an der UFMG meine Sprachkenntnis

zu vertiefen und zu festigen. Gleichzeitig war

dies eine gute Gelegenheit, um sich bereits vor

dem eigentlichen Promotionsstudium mit den

Arbeits- und Lebensbedingungen in Brasilien

vertraut zu machen.

factum: Mit welcher Problemstellung beschäftigen

Sie sich in Ihrer Doktorarbeit?

Fischer: Ich untersuche den Einfluss der verschiedenen

Prozessparameter beim gepulsten

Universidade Federal de Minas Gerais

Die UFMG in Belo Horizonte zählt zu den größten

Universitäten in Brasilien. Sie wurde 1927 gegründet

und bietet ca. 100 Studiengänge an. Die 35000

Studenten werden von 2500 Professoren betreut.

Belo Horizonte (deutsch: schöner Horizont) ist die

Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais. Sie

hat circa 4 Millionen Einwohner. Sie liegt nördlich

von Sao Paulo und Rio de Janeiro und von diesen

Städten etwa eine Flugstunde entfernt. Der Bergbau

und die Automobilindustrie prägen die regionale

Industrie.


Metallschutzgas-Schweißen auf das Schweißergebnis

und den Schweißprozess, und zwar unter

Berücksichtigung der Schweißposition.

factum: Wie sind Sie denn zu dem Thema gekommen?

Fischer: In meiner Diplomarbeit hatte ich

festgestellt, dass die Grundlagen der Impuls-

Schweißtechnik in den 80er und 90er Jahren

erarbeitet worden waren. Anschließend hat sich

die Technik der für das Schweißen benutzten

Energiequellen rasch weiterentwickelt. An die

Stelle einer Steuerung des Schweißprozesses ist

deshalb eine Regelung getreten. Damals fehlte

jedoch die Messtechnik, um die theoretischen

Überlegungen, die zu dieser Art von Schweißprozess

angestellt worden sind, zu verifizieren.

Diese möchte ich nun anhand der erzielbaren

Ergebnisse belegen oder widerlegen.

factum: So ein Promotionsstudium muss ja

auch finanziert werden. Wie machen Sie das?

Fischer: Einen Teil meiner Untersuchungen

konnte ich noch am Labor für Schweißtechnik in

Ulm durchführen, wo ich auch als wissenschaftlicher

Mitarbeiter angestellt war. Dies ist in Brasilien

nicht möglich. Dort bin ich immatrikuliert

und muss Studiengebühren bezahlen. Für die

ersten fünf Monate erhielt ich ein Start-Stipendium

von der Landesstiftung Baden-Württemberg.

Wenn ich Geräte oder Materialien brauche, unterstützen

mich deutsche Firmen, die in Brasilien

ansässig sind. Mein Dank gilt hier inbesondere

der Firma TBi Industries GmbH.

factum: Also, sorglos glücklich .....

Fischer: Nicht ganz! Ich bereue meine Entscheidung

nicht und betrachte sie als Investition in

meine persönliche Zukunft. Die Finanzierung des

Lebensunterhalts ist in Brasilien schon schwieriger

als in Deutschland und nach dem Auslaufen

des Stipendiums wäre eine weitere Unterstützung

für mich sehr hilfreich.

factum: Und was versprechen Sie sich davon,

wenn Sie den Titel „Doutor em Engenharia

Mecanica“ tragen?

Fischer: Ich sehe meine berufliche Zukunft in

der Forschung, deshalb ist es für mich wichtig,

eine entsprechende Qualifikation vorzuweisen.

Außerdem wird der Bedarf an hochqualifiziertem,

international ausgebildetem wissenschaftlichen

Nachwuchs steigen. Deshalb rechne ich

mir gute Chancen aus.

factum: Ich wünsche Ihnen jedenfalls ein glückliches

Gelingen. Vielen Dank für das Gespräch!

Und bereits mit Doktorhut!

Das Promotionsverfahren bereits erfolgreich abgeschlossen haben folgende

Absolventen der Hochschule Ulm:

Jürgen Jahn

Systemanalyse und Betriebsführung eines Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerkes

Fakultät Ingenieurwissenschaften der Universität Ulm

Die Arbeit wurde von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Schroer, Fakultät Elektrotechnik

und Informationstechnik der Hochschule Ulm, mitbetreut.

Bernd Graf

Validierung von Methoden zur Berechnung und Reduzierung der Schallabstrahlung

von Getriebegehäusen

Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Illmenau

Die Arbeit wurde von Prof. Dr.-Ing. Bernd Wender, Fakultät Maschinenbau

und Fahrzeugtechnik der Hochschule Ulm, mitbetreut und begutachtet.

Internationaler Schweißfachingenieur

Studierende wie Berufstätige können sich an der Hochschule Ulm zum Schweißfachingenieur

weiter qualifizieren. Die kostenpflichtige Zusatzqualifikation wird in

Zusammenarbeit mit der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Fellbach

einmal im Jahr durchgeführt. Aufgrund der international abgestimmten Lehrinhalte

erhalten die Absolventen insgesamt drei Zertifikate als

n Schweißfachingenieur

entsprechend der Richtlinien des Deutschen Verbandes für Schweißtechnik und

verwandte Verfahren (DVS)

n European Welding Engineer (EWE)

entsprechend der Richtlinien der European Welding Federation

n International Welding Engineer (IWE)

entsprechend der Richtlinien des International Institute of Welding, in dem 54

nationale Schweißverbände zusammengeschlossen sind.

Die Ausbildung zum Schweißfachingenieur gliedert sich in drei Teile. Der Termin

für Teil 3 ist der 11.02.2008. Die nächsten Termine für die Teile 1 und 2 liegen

voraussichtlich im Herbst 2008.

Weitere Auskünfte erteilt:

Prof. Dipl.-Ing. Stephan Schwantes

Hochschule Ulm

Labor für Füge- und Schweißtechnik

Telefon: 0731 - 50 28-128, -151

E-Mail: schwantes@hs-ulm.de; schweisslabor@hs-ulm.de


28

Um bei Schülern das Interesse für technische Berufsfelder

zu wecken, werden heute vielerorts vielerlei Anstrengungen

unternommen. Die Hochschule Ulm bietet in diesem Zusammenhang

Schüler-Workshops an.

Technik ist mein Ding!

„Ohne Herrn Derr kein Ampere!“ oder „Und

der Hörtest war sehr cool. Es ist ‚ne schöne

Fachhochschul‘!“ dichtete zum Beispiel Fabian,

10 Jahre alt, als Dankeschön für das

Schnupper-Studium Elektrotechnik, das er

mit seinen Klassenkameraden aus der Ulmer

Maria-Sibylla-Merian-Grundschule an der

Hochschule Ulm genießen durfte. Selbst das

Mensa-Essen wurde rundum gelobt. Mit so

viel Fan-Post habe er gar nicht gerechnet,

meinte Professor Dr.-Ing. Frowin Derr, auf

die 24 Dankesschreiben blickend. Und sein

Herz ging ganz besonders auf, als er Jessicas

Schluss-Satz las: „Vielleicht werde ich ja auch

mal Elektroingenieurin“.

Die kindliche Neugier nutzen

Seit der Nachwuchs an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern

gemessen an der Nachfrage

der Industrie knapp wird, kümmern

sich deutsche Hochschulen vermehrt um

Schüler als Zielgruppe. Dabei wenden sie sich

zunehmend auch jüngeren Schülern zu,

um möglichst frühzeitig Interesse an Technik

und Naturwissenschaften zu wecken und

wach zu halten. Die Kinder-Uni der Universität

Tübingen kann hier als Vorreiter gelten.

Für das seit Jahren erfolgreiche Projekt, das

inzwischen an mehr als 70 Universitäten in

Deutschland, Österreich und der Schweiz

Nachahmer gefunden hat, erhielt Michael

Seifert, Leiter Presse und Kommunikation

der Universität Tübingen, als verantwortlicher

Organisator 2005 den Descartes-Preis

für Wissenschaftskommunikation.

Schnupperstudium Elektrotechnik

Dass man auch mit weniger organisatorischem

Aufwand bei der jungen Generation

punkten kann, zeigt der Ansatz, den Professor

Frowin Derr verfolgt. Wie kann man

Grundschülern an zwei Vormittagen nahe

bringen, was an einer technischen Hochschule

gemacht wird und wie ein Studientag abläuft?

Das Schnupperstudium Elektrotechnik

startet mit einer Art Vorlesung in der Grundschule

selbst, in der die Kinder durch den

Ulmer Experten für Kommunikationstechnik

eine Einführung in elektrotechnische Phänomene

und Alltagsanwendungen erhalten.

Am zweiten Vormittag, zu dem die Schüler

an die Hochschule Ulm kommen, geht es

um die praktische Seite. Unter fachkundiger

Anleitung durch Laboringenieure machen


sie Bekanntschaft mit der Audio-Messtechnik

und dem Sonnensimulator. Sie besuchen

das elektrotechnische „Krachlabor“ und die

Kammer für elektromagnetische Messungen.

Und schließlich dürfen sie selbst eine Schaltung

herstellen. Konzentriertes Arbeiten mit

Lötkolben und Schaltplan ist gefragt. Wer das

schafft, kann eine funktionierende Tischleute

mit nach Hause nehmen. Der Hochschultag

endet mit einem Mittagessen in der Mensa.

Doch damit nicht genug, denn Studieren

heißt auch Wissen unter Beweis stellen. Ein

kleiner Test am nächsten Tag in der Schule

wird mit Note und Hochschulstempel versehen.

Selbstverständlich, so Professor Derr,

schließen die begeisterten Kurzzeitstudenten

mit besonders guten Leistungen ab.

Robotik begeistert Mädchen

Ein anderes Fachgebiet, von dem sich Kinder

leicht fesseln lassen, ist die Robotik. Professor

Dr. Anette Beckmann konnte diese Erfahrung

mit Schülerinnen der 5. und 6. Klasse

des Gymnasiums St. Hildegard machen. An

zwei Tagen bauten und programmierten die

Mädchen im Physiklabor mit Hilfe des Legobaukastens

„Mindstorms NXT“ zu zweit

Roboter. Jeder der Roboter sollte eine andere

Aufgabe erfüllen. Eine grafische Benutzeroberfläche

sorgte dafür, dass die

gewünschten Abläufe dem Roboter auf

einfache Weise beigebracht werden konnten.

Die Mädchen merkten schnell, dass sie

die Abläufe in „kleinste“ Schritte zerlegen

mussten, damit der Roboter seine Aufgabe

schließlich„kapierte“. So entstanden menschenähnliche

Roboter, die vorwärts und

rückwärts liefen und sogar taktsicher tanzten,

aber auch gefährliche Skorpione, die

über Ultraschallsensoren Opfer detektieren

konnten und diese durch einen gezielten

Stich mit dem Schwanz erlegten. Weitere Va-

Und noch mehr Schülerprojekte

n Schüler-Ingenieur-Akademie Ulm ist eine Initiative der Südwestmetall, an

der sich die Hochschule Ulm seit 2003 mit Kursnachmittagen für CAD und Fertigungsverfahren

beteiligt. (Prof. Rohbeck/Prof. Göbel)

n Zoom into Science ist eine Aktion der Landesstiftung Baden-Württemberg,

bei der Kinder und Jugendliche Forschungslabore besuchen und darüber als Reporter

berichten. (Prof. Paulat: Medizintechnik, Prof. Schlegel: Autonome Roboter)

n First Lego League. Seit mehreren Jahren findet die Regionalausscheidung

für den deutschen Wettbewerb von Lego an der Hochschule Ulm statt. (Prof.

Kaufeld)

n Girls‘ Day Elektrotechnik im Rahmen der bundesweiten Aktion von Unternehmen,

Hochschulen und anderen Institutionen (Prof. Pross, Prof. von Schwerin)

n Mathematik für Mädchen im Rahmen der Schüler-Akademie (Prof. Lunde,

Prof. von Schwerin)

rianten waren maschinenartige Roboter, die

Bälle sortierten, und ein Roboter, der einer

schwarzen Linie zu folgen vermochte. Eine

Kurzvorlesung von Professor Dr. Ulrich Leute

und ein Besuch im Labor für Regelungstechnik

vermittelten den Mädchen überdies das

nötige theoretische Verständnis in Sachen

Regelung und Steuerung.

Zweifellos sollen mit diesen Aktionen auch

mehr Mädchen für ein technisches Studium

begeistert werden. Wie die Erfahrungen zeigen,

stoßen solche Workshops oder auch die

zeitlich und fachlich anspruchsvollere Schüler-Ingenieur-Akademie

des Arbeitgeberverbandes

Südwestmetall auf reges Interesse

beim weiblichen Geschlecht. Doch bisher

bewegt sich der Prozentsatz derer, die nachher

tatsächlich Ingenieurwissenschaften studieren,

nach wie vor im einstelligen Bereich.

Der Prozess der Berufsfindung ist oftmals ein

langwieriger und vielschichtiger. Wie Eltern

dürfen auch die Hochschulen nie aufgeben,

Impulse zu setzen, um verborgene Talente

ans Tageslicht zu fördern. Ingrid Horn

CAMPUS & KULTUR

Ob beim Hörtest (oben

links) im Institut für

Kommunikationstechnik

oder beim Funktionstest

im Physiklabor unter

fachkundiger Anleitung

durch Professor Dr. Anette

Beckmann, stets zeigen

sich die Kinder hochmotiviert.

29


30 CAMPUS & KULTUR

Furios und dennoch

einfühlsam treibt Virgil

Bunea, hier beim Proben

in der Aula, das Orchester

der Hochschule Ulm zur

Höchstleistung.

Sanierung Prittwitzstraße geht weiter!

Vielerlei Umbau- und Umzugsaktivitäten

auf dem Campus Prittwitzstraße lassen nicht

mehr daran zweifeln: Die Sanierung des

aus den 60er Jahre stammenden und unter

Denkmalsschutz stehenden Gebäudekomplexes

geht weiter. Nachdem vor gut einem

Jahr die Sanierung des B-Baues abgeschlossen

worden war, ist seit Herbst der A-Bau an

der Reihe. Damit geht der Sanierungsprozess

unter der Leitung des Staatlichen Vermögens-

und Hochbauamtes Ulm in das sechste

Jahr - mit der guten Aussicht, dass er 2010

abgeschlossen sein wird.

Zusammenrücken ist derzeit angesagt. Als erste

haben folgende Einheiten ihren Standort

gewechselt und die folgenden Ersatzräume

bezogen:

Fakultät Grundlagen (Sekretariat und Dekane)

B-Bau Raum B 210 a-d

Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung

(KWW) / Technische Akademie Ulm

UG Mensa Bereich G01

Corporate Communications & Marketing (CCM)

UG Mensa Bereich G02

Zum Hochschulmusikdirektor ernannt

Seit sieben Jahren schwingt Virgil Bunea den

Taktstock für das 60 Musiker umfassende

Liebhaber-Orchester der Hochschule Ulm.

Unlängst hat ihn der Rektor in Anerkennung

seiner Arbeit zum Hochschulmusikdirektor

ernannt. Der gebürtige Rumäne, der 1999 als

Dirigent und Nachfolger von Otfried Richter

engagiert wurde, hat sein Studium an der

Musikakademie „G. Dima“, Klausenburg,

absolviert. Sein Fach „Orchestermusik Cello“

schloss er 1980 mit dem Diplom und dem

Staatsexamen ab und trat als Erster Cellist

dem Sinfonieorchester Sathmar bei. Seit

1989 ist er als Cello-Lehrer an der Musik-

schule Ulm tätig; an der Musikhochschule in

Trossingen ließ er sich unter G. Emilson zum

Dirigenten ausbilden.

Seit langem schon ist das Orchester eine feste

Größe bei den Abschlussfeiern für die Absolventen

des Winter- und des Sommersemesters.

Darüber hinaus gibt das Orchester der

Hochschule Ulm jedes Semester ein öffentliches

Konzert und geht mit den einstudierten

Werken, zu denen gelegentlich auch Uraufführungen

gehören, auf Konzertreise ins

Ausland. ih

Neue Mitglieder willkommen!

Studierende und andere Hochschulmitglieder, die

ein Instrument spielen und Interesse an einer Mitwirkung

im Orchester haben, wenden sich an den

Verantwortlichen für die Orchesterorganisation

Professor Dr. Ewo Dieterich

Orchester@hs-ulm.de; Fon: 0731-26 40 03 00

Den Probenplan findet man unter

www.hs-ulm.de/orchester



����������������������������������

Robert Bosch

���������������������������

�����������������

����������������


������������������������������������������������

�����������������������������������������������

���������������������������������������������

�������������������������������������������


�������������������������������������������������

�������������������������������������������������

��������������������������������������������

�������������������������������������������

�����������������������������������������������

�����������������������������������������������

����������������������������������������������

����������������������������������������������

�����������������������������������������������

�����������


������������

���������������������������������������������

�����������������������������������������

�� ��������

�� ���������

�� ������������

�� ���������

�� �������������

�� ��������������������

�� �������������������

�� ����������������������


���������������������������������������������

�������������������������������

�����������������

����������������

�����������

�����������������������������������������������

����������������������������������������������

�����������������������������������������������������

����������������������������������������������

�����������������������������������������������

��������������������������������������������

����������������������������


���������������������������������

��������������������������

������������������

������������������

���������������

��������������������


������������������������������������������

���������������������������

�������������������

���������������������������������

�������������������

�������������������������� ����

�������������������

����������������������������

�������������������

�������������������������������������������������

������������������������������

�������������������

��

��������������������


Neue Chancen

für Führungskräfte in spe!

Absolventenstatistik

SS 2007

n MASTER-STUDIENGANG

Systems Engineering und Management

Electrical Engineering Mechanical Engineering Industrial Management

Dauer: 3 Semester

Beginn SS 2008

Bewerbung: bis 15.01.2008

Beginn WS 2008/09

Bewerbung: bis 01.07.2008

Hochschule Ulm

Graduate School

Prittwitzstraße 10

89075 Ulm

Fon 0731 50 28 144; E-mail: wecker@hs-ulm.de

Drei Wege zum

Master of Engineering

www.hs-ulm.de/GraduateSchool

Studiengänge Zusatzqualifikationen

Digital Media 7

Fahrzeugtechnik 31

Industrieelektronik 15

Maschinenbau 23

Mechatronik 23

Med. Dokumentation

und Informatik 24

Medizintechnik 16

Nachrichtentechnik 8

Produktionstechnik

und Organisation 35

Technische Informatik 7

Wirtschaftinformatik 20

Datenschutzbeauftragter 2

Strahlenschutz 33

Röntgenschein allg. 33

Röntgenschein med. 7

REFA-Grundausbildung 11

Int. Schweißfachingenieur 22

Internationale Wirtschaft 9

Technisches Design 3

Kfz-Sachverständigenwesen 6

Sprachenzeugnis 175


0b Staatliche Ingenieurschule Ulm oder

Fachhochschule Ulm wenn das Diplom

in die Jahre kommt, erwachen die Erin-

nerungen an die Ulmer Studentenzeit. Ein

rundes Jubiläum ist dann Anlass, Wie-

dersehen zu feiern.

Den Auftakt machten im April diesen Jahres

die Maschinenbauer von 1967 mit einem

umfangreichen Programm: In einem Seminarraum,

der noch mit den originalen

Tischen und Stühlen aus den 60er Jahren,

aber bereits mit moderner Technik ausgestattet

war, begrüßte Dekan Professor Dr.-

Ing. Jochen Thönnißen die Herren, die ihre

alten Plätze wieder eingenommen hatten.

Nach einem Vortrag über die Veränderungen

im Studium, Neuerungen im Bereich der

Hochschule und die Bedeutung eines Alumni-Netzwerkes

warfen sie noch einen kurzen

Blick in das Maschinenlabor, um anschließend

auf den Oberen Eselsberg zu fahren.

Dort, CAMPUS auf & dem KULTUR Campus Albert-Einstein-Allee,

befindet sich die ehemaligen Feinwerktechnik,

heute Fakultät für Mechatronik und

Medizintechnik. Pünktlich um 12 Uhr ging

es weiter zum Mittagessen ins Bella Vista. Bei

herrlichem Wetter konnte man das Essen mit

einem schönen Rundumblick über Münsterplatz

und Neue Mitte genießen.

Im Mai trafen sich Maschinenbauer der

Fachrichtung Leichtbau zum 40jährigen Jubiläum.

Sie wurden von Prof. Dr.-Ing. Micha-

Jubiläen der besonderen Art

el Müller begrüßt und machten anschließend

einen Rundgang durch die Hochschule zum

Maschinenlabor, wo Laboringenieur Willi

Walter den Windkanal in Betrieb setzte. Da

der Windkanal zur Erstausstattung der Staatlichen

Ingenieurschule gehörte, war sein

Anblick jedem vertraut. Die Messtechnik, die

heute dahinter steckt, ist allerdings ein völlig

andere.

Im Juni trieb es nach 25 Jahren Absolventen

der Technischen Informatik wieder auf den

Gaisenberg, auf dem der Haußtcampus der

Hochschule liegt. Sie trafen sich in dem modernen

Labor der Medizinischen Dokumentation.

Die Professoren Dr. Tibor Kesztyüs

und Dr. Christian Schlegel referierten über

die Auswirkungen des Bologna-Prozesses auf

das Studium der Technischen Informatik und

über die zwischenzeitlich hinzugekommenen

Studiengänge Medizinische Dokumentation

sowie Wirtschaftsinformatik. Bei der anschließenden

Laborbesichtigung trafen die

Ehemaligen auch den damaligen und immer

noch aktiven Laboringenieur Helmut Biberacher,

und das Wiedersehen war groß!

Auch die Nachrichtentechniker von 1977

wollten ihre alte Hochschule noch einmal

von innen sehen. Obwohl die Labore mittler-

CAMPUS & KULTUR

33


34

CAMPUS & KULTUR

weile im Stadteil Böfingen auf dem Campus

Eberhard-Finckh-Straße beheimatet sind,

war die Prittwitzstraße der prägende Ort

ihrer Hochschulzeit, und so traf man sich in

der neuen Cafeteria des B-Baus. Professor

Gerhard Forster empfing die Ehemaligen,

um einen Überblick über die Entwicklung

des Fachbereichs zu geben. Alte Fotos, in

einer Powerpointpräsentation aufbereitet,

rundeten das Treffen an der Hochschule ab.

Danach folgte ein Rundgang durch Ulm,

denn auch dort war die Zeit in den letzten 30

Jahren nicht still gestanden.

Und wieder 40 Jahre Maschinenbau! Prof.

Dr. Wolfgang Schulz, seit kurzem Dekan der

Fakultät Maschinenbau und Fahrzeugtechnik,

präsentierte zu Beginn seines Vortrags

alte Bilder aus den 60er Jahren, und tatsächlich

erkannten sich die Ehemaligen auf

einem Foto, während einer Klausur aufge-

Erfolgreiche Unternehmer

n Schnell Zündstrahlmotoren

Hauptgewinner des VR-Innovationspreises 2006, den

die Volks- und Raiffeisenbanken jährlich ausschreiben,

ist die Firma Schnell Zündstrahlmotoren in Amtzell,

Kreis Ravensburg. Gewürdigt wurde die Entwicklung

eines speziellen, elektronisch gesteuerten Einspritzverfahrens

für Dieselmotoren, das auf dem Einsatz von

Biogas basiert. Solche Aggregate finden Verwendung

in Blockheizkraftwerken, die mit Bio-, Deponie- oder

Klärgas betrieben werden.

Das Interessante daran: Firmengründer Hans-Jürgen

Schnell hat in den 90er Jahren Produktonstechnik mit

Schwerpunkt Energietechnik an der Ulmer Fachhochschule

studiert. Mit zwei Mann hatte er 1992 den

Betrieb aufgenommen; heute beschäftigt er 130 Mitarbeiter

und ist nach eigenen Angaben Marktführer.

nommen, wieder. Und bei der Betrachtung

des Bildes und der Überlegung, who is who,

war plötzlich zu erkennen, dass ein Student

wohl die Gunst der Minute genutzt hatte, um

sich bei seinem Nachbarn kundig zu machen.

Das sorgte noch nachträglich für Erheiterung.

Nach ausführlichen Laborbesichtigungen und

einem Gruppenbild vor der alten Lokomobile

verabschiedeten sich alle, um in der Stadt

noch weiter zu feiern. D. Zengerling-Mack

n eXXcellent solutions

Der Ulmer Software-Dienstleister erhielt zum zweiten

Mal in Folge den SIEMENS-Zuliefererpreis und damit

die Bestätigung auf dem richtigen unternehmerischen

Weg zu sein. Das zeigt sich auch in einem zuletzt stetigen

Wachstum bei Umsatz und Mitarbeiterzahl. Mitbegründer

des Unternehmens sind drei Absolventen des

Studiengangs Technische Informatik an der Fachhochschule

Ulm: Gregor Hermann (1989 -94), Andreas Lux

(1993-97) und Wilhelm Zorn (1985-88).

Der Preis wurde für die hervorragende Mitarbeit

bei der Neustrukturierung der Postverteilzentren in

der Schweiz vergeben. Diese ist auch Ergebnis der

Unternehmensphilosophie, indem Werte wie Verantwortung

und Respekt gegenüber dem Kunden mit

einem hohen Qualitätsanspruch der eigenen Leistung

verknüpft werden.


Flottes Team. Starker Service.

Modernstes Fahrzeug-Programm vom Transporter bis zum Schweren • Flexible

Öffnungszeiten • Modernste Diagnose-Technologie • 24-Stunden-Mobildienst •

Attraktive Finanzierung und Leasing-Raten • Umfangreiche Garantieleistungen

www.iveco.com

Rentabel. Flexibel. Zuverlässig.

Iveco Magirus AG

Nicolaus-Otto-Straße 27 • 89079 Ulm

Telefon (07 31) 4 08-0 • Fax (07 31) 4 08 - 31 99

www.iveco.com • mailbox@iveco.com


36

CAMPUS & KULTUR

Alumni-Netz auf der Hochschul-Gala 2007

Die Hochschule Ulm nutzte die Hochschulgala 2007

mit ihren rund 900 Teilnehmern, um für eine Mitgliedschaft

unter den Absolventen im Alumni-Netz

e. V. zu werben. Dorothee Zengerling-Mack (links)

vom Alumni-Büro und Dr. Ingrid Horn, Geschäftsführerin

des Vereins, wurden dabei von Netzmitglied

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Bleher unterstützt. Alle, die

Impressum

Hochschulmagazin factum

herausgegeben im Auftrag des Rektors

der Hochschule Ulm durch

Corporate Communications & Marketing

Hochschule Ulm

Prittwitzstraße 10

89075 Ulm

Fon (0731) 50 28 279

Fax (0731) 50 28 476

ccm@hs-ulm.de

Chefredaktion: Dr. Ingrid Horn (v.i.S.P.)

Redaktionsassistenz: Doris Pellkofer

Bildredaktion: Susanne Kohler, B. Inf.

Gestaltung: CCM in Zusammenarbeit mit

Atelier59 - Visuelle Kommunikation

Arcisstraße 59, 80799 München

DeskTopPublishing: CCM

Titelseite

Fluoreszenz-Aufnahme einer Zelle

Foto: Hochschule Ulm

Gestaltung: Annegret Ehmke, Atelier 59

Fotos

Universität Ulm S. 04,05

FH Neu-Ulm S. 04,05

Baden-Württemberg International S. 09

medicalpicture/Patrick Enge S. 20

am Abend ihr interesse bekundeten, erhielten quasi

als eine Art Appetizer das Buch „Erfolgsspuren“

überreicht, in dem zehn ehemalige Absolventen der

Ulmer Fachhochschule und deren Lebensweg porträtiert

sind.

Alumni-Netz e.V. ist die Absolventen-Vereinigung der

Hochschule Ulm. Sie beteiligt sich unter anderem an

der jährlich an der Hochschule stattfindenden Karrierebörse,

bietet ihren Mitgliedern Sondernkonditionen

bei der Buchung von Weiterbildungskursen,

schafft Begegnungsplattformen und setzt bewusst

auf die Vernetzung von „Alten Hasen“ und „Young

Professionals“. Wer sich für eine Mitgliedschaft im

Netzwerk interessiert, kann sich im Internet unter

www.hs-ulm.de/alumni kundig machen oder im

Alumni-Büro unter 0731 50 28 494 anrufen.

Alexander Fischer S. 24, 25

sonst Hochschule Ulm,

wenn nichts Anderes vermerkt

Herstellung

Medienzentrum Schirmer

Boschstraße 16

89079 Ulm

Fon (0731) 9 46 88-0

info@schirmer-druck.de

Anzeigenwerbung

Verlag für Kommunikation und Marketing

Faberstraße 17

67590 Monsheim

Fon (06243) 909-0

info@vmk-verlag.de

Auflage: 4000

ISSN 1864-7812

Preis: 3,00 Euro

Alumn Net Netz

Die Meinungen der Autoren müssen nicht mit

der Meinung des Herausgebers oder der Hochschulleitung

übereinstimmen. Nachdruck nur mit

Genehmigung.

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe

ist der 28. Februar 2008.

i


Vorteile durch Fördermitgliedschaft

Jeder Verein ist auf der Suche nach neuen

Mitgliedern, so auch das Förderforum Hochschule

Ulm. „Für eine Mitgliedschaft im

Förderforum gibt es gute Gründe“, ist Ulrich

Altstetter, Prokurist der Wieland-Werke und

Erster Vorsitzender des Vereins, überzeugt.

„Es kann das Interesse einer Privatperson

sein, die Hochschule als Ulmer Institution zu

unterstützen“ erläutert Altstetter in der neuen

Werbebroschüre des Vereins weiter, „Oder

die Zielsetzung Ihres Unternehmens, durch

eine Mitgliedschaft Schwerpunkte zu setzen.“

Das Förderforum setzt damit auf eine

Win-Win-Strategie zwischen Hochschule und

Unternehmen und stellt in seiner Broschüre

eine neue Art von Mitgliedschaft in den Vordergrund:

die Fördermitgliedschaft.

Dialog-Plattform Hochschule / Wirtschaft

Ein Kerngedanke der Fördermitgliedschaft ist

es, dass Unternehmen im Bereich Forschung

und Entwicklung aktiv mit der Hochschule

Ulm in einen Dialog treten. Hierzu soll beispielsweise

die Einrichtung von Fachkreisen

beitragen, in die die Hochschule Ulm ihre

fachliche Kompetenz einbringt und in denen

an den Bedürfnissen der Fördermitglieder die

technologische Zusammenarbeit ausgerichtet

wird. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung

hochmotivierter Studierender durch

Patennetzwerke, die ein gezieltes Ansprechen

so genannter „High Potentials“ erleichtern.

Gestaffelte Beiträge

Wer Fördermitglied werden will, zahlt einen

Jahresbeitrag, der abhängig ist von der Unternehmensgröße:

bis 100 Mitarbeiter 250,-- Euro

bis 500 Mitarbeiter 500,-- Euro

bis 1000 Mitarbeiter 750.-- Euro

über 1000 Mitarbeiter 1.000,-- Euro.

Aufgrund ihres finanziellen Engagements

zählen heute schon einige der Unternehmen,

die bereits Mitglied in der Vorgänger-Organisation

- dem Verein der Freunde und Förderer

- waren, zum Kreis der Fördermitglieder

wie etwa die Daimler AG, die Wieland-Werke

AG oder der Finanzdienstleister MLP.

Einfache Mitgliedschaft bleibt

Wie beim früheren Verein der Freunde und

Förderer wird es weitherhin eine einfache

Mitgliedschaft für Einzelpersonen und

Firmen geben. Der Jahresbeitrag beträgt 32

Euro bzw. 105 Euro. Laut Satzung können

grundsätzlich Unternehmen, Vereine, Körperschaften

und Einzelpersonen (Professoren,

Absolventen und Mitarbeiter der Hochschule

sowie sonstige Privatpersonen) Mitglied

im Förderforum werden, wenn sie sich

dem Fördergedanken und der Hochschule

Ulm verbunden fühlen. ih

Starten Sie mit uns in eine Karriere

die sich gewaschen hat!

Als mittelständisches Industrieunternehmen

gehört die Otto

Christ AG mit ihren zahlreichen

Niederlassungen europaweit zu

den führenden Herstellern von

Fahrzeugwaschanlagen.

Durch Kreativität und Innovation

tragen die rund 1.100 Mitarbeiter

entscheidend zu unserem großen

Erfolg bei.

Wir bieten sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten

in einem dynamischen

und modernen Umfeld.

Perfekt Autowaschen!

Otto Christ AG • Wash Systems • z. Hd. Markus Dedelmahr

Postfach 12 54 • Tel. 0 83 31/857-0 • 87682 Memmingen

mdedelmahr@christ-ag.com

n Weitere Informationen:

www.hs-ulm/förderforum

E-Mail: mack@hs-ulm.de

CAMPUS & KULTUR

www.christ-ag.com

37


Data Mining: Open Source Tools versus kommerzielle Produkte

Mit seiner Master-Arbeit „Data Mining - Konzepte,

Verfahren und Erprobung von Open Source Tools“ hat

Marc Schaffer, derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter

am Institut für Betriebliche Informationssysteme (IBI)

in einem Wettbewerb den zweiten Platz belegt. Ausgeschrieben

hatte diesen die deutsche Sektion von

The Data Warehousing Institute (TDWI), ein weltweit

operierender privater Weiterbildungsanbieter und

Informationsbroker auf diesem Feld der Informatik.

Data Mining hebt Datenschätze; es ist eine Methode,

mit deren Hilfe eine zunächst unüberschaubare Datenfülle

nach Nützlichem durchforstet wird. Als Teilaspekt

der Business Intelligence lassen sich auf diese Weise

Erkenntnisse in einem Geschäftsprozess gewinnen.

Die Idee des Data Mining stammt ursprünglich aus

der Betriebswirtschaft.

Marc Schaffer hat sich mit der Leistungsfähigkeit von

Data Mining-Methoden beschäftigt. Hierzu hat er einen

Kriterienkatalog erstellt und sowohl Open Source

Tools als auch kommerzielle Referenzprodukte überprüft.

Die Daten für die Testszenarien stammen aus

der Welt des Schachspiels. Anhand der Übertragung

der Testszenarien auf Unternehmensprobleme ließ

sich außerdem der wirtschaftliche Nutzen der einzel-

38 AUSGEZEICHNET Unsere Preisträger

DWV-Innovationspreis

Mit dem optimalen Transport von Gasen und Flüssigkeiten

in der Brennstoffzelle beschäftigte sich Heiko

Holz in seiner Diplomarbeit. Im Juni durfte er für die

Ergebnisse seiner Arbeit, die er am Ulmer Zentrum für

Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung anfertigte,

den Innovationspreis des Deutschen Wasserstoff-

und Brennstoffzellen-Verbandes (DWV) entgegennehmen.

Heiko Holz ist gelernter Kfz-Elektriker und hat an

der Hochschule Ulm Maschinenbau studiert.

nen Verfahren aufzeigen. Er zieht dabei den Schluss,

dass bereits heute die Open Source Werkzeuge eine

ernstzunehmende Konkurrenz für die kommerziellen

Produkte sind. Ihr Einsatz eröffnet gerade kleinen und

mittleren Unternehmen eine echte Chance, den geschäftsorientierten

Erkenntnisgewinn kostengünstig

zu gestalten. Marc Schaffer, der in seiner Arbeit auch

einen Ausblick auf das Forschungs- und Verbesserungspotential

gibt, wird sich nunmehr in Rahmen

seiner Promotion mit Fragen beschäftigen, wie die

Hemmschwelle der kleinen und mittleren Unternehmen

bezüglich Open Source Anwendungen im Data

Mining gesenkt werden kann.

Der Preis, dotiert mit 1500 Euro, wurde Marc Schaffer

auf der 5. Europäischen TDWI-Konferenz in München

verliehen, auf der er auch seine Arbeit präsentieren

durfte. Die Methoden des Data Mining haben sich

bereits in vielen Bereichen durchgesetzt. In der Medizin

beispielsweise sucht man mit diesen Verfahren

vor einer Operation nach Indizien dafür, welche

Maßnahmen nach der Operation den Heilungsprozess

beschleunigen. Aus einer entsprechenden Analyse

der Datenmengen, die bei der Überwachung von

Photovoltaik-Anlagen anfallen, lässt sich so frühzeitig

erkennen, wann die Anlage zu warten ist. ih

Eine Brennstoffzelle kann nur dann gut funktionieren,

wenn man der in der Fläche stattfindenden Reaktion

stets genug gasförmige Reaktanden zuführt und zugleich

das entstehende Wasser schnell genug wieder

abführt. Diese beiden Forderungen widersprechen

sich eigentlich. Macht man nämlich die Gaskanäle

möglichst weit auf, um die Druckverluste bei der

Gasströmung zu verringern, so lässt sich das Wasser

nicht mehr so gut austreiben. Holz hat für seine

Diplomarbeit umfangreiche Versuchsreihen mit verschiedenen

Mäander-Flowfields und unter verschiedenen

Randbedingungen durchgeführt. Dabei erwies

sich eine Anordnung mit 23 parallel verlaufenden

Kanälen als besonders vorteilhaft und als kostengünstig

herstellbar. Seine Arbeit schuf außerdem die

theoretische Grundlage, um die Entwicklung weiter

voranzutreiben.

Die Verleihng des Preises fand auf der Jahresmitgliederversammlung

in München statt. Neben der

Diplomarbeit von Heiko Holz (Mitte) wurde auch die

Dissertation von Dr. Barbara Panella ausgezeichnet.

DWV-Vorsitzender Dr. Johannes Töpler (links) gratulierte

beiden (Foto: DWV).


Innovations- und Transfer-Preis des Förderforums Hochschule Ulm

Mit dem Innovations- und Transfer-Preis würdigt das

Förderforum der Hochschule Ulm e. V. hochwertige

und besonders anwendungsnahe Ergebnisse von Abschlussarbeiten.

Auf der diesjährigen Hauptversammlung

überreichte Ulrich Altstetter, Vorstandsvorsitzender

des Förderforums, die Auszeichnung an Dipl.-Ing.

(FH) Michael Briegel, Studiengang Produktionstechnik

und Organisation, sowie an Dipl.-Ing. (FH) Christina

Lichtblau, Studiengang Mechatronik.

Neuartige Holzfeuerungsanlage

n Michael Briegel hat sich vor dem Hintergrund

steigender Energiekosten und anhaltender Klimadiskussion

eingehend mit dem Einsatz nachwachsender,

so genannter kohlendioxid-neutraler Energieträger

beschäftigt. Das Ergebnis ist eine neuartige Kleinfeuerungsanlage,

die mit Holzhackschnitzeln betrieben

wird. Im Gegensatz zur Verbrennung von Holzpellets

ist die Verfeuerung von Holzhackschnitzeln als Energieträger

vor allem bei Kleinanlagen unüblich und

bislang nicht marktreif.

Gewürdigt wird vor allem die Tatsache, dass ausgehend

von einer Markt- und Patentrecherche eine

Kleinfeuerungsanlage entwickelt worden ist, die aufgrund

der ausführlichen dreidimensionalen Konstruktionsunterlagen

den Bau eines Prototypen ermöglicht.

Die Briegelsche Kleinfeuerungsanlage umfasst unter

anderem einen Vorratsspeicher mit Kratz-, Zuführ-

und Dosiereinrichtung, die Brennkammer mit einem

neuartigen Drehrost sowie das Gehäuse mit Wärmetauscher

und Luftführung. Konstruiert wurden auch

alle Nebenfunktionen wie Zündung, automatische

Entaschung und alle sicherheitsrelevanten Bauteile.

Der Preisträger befasste sich außerdem mit der Steuerung

der Heizungsanlage und schuf somit alle weiteren

Voraussetzungen zum Bau und zur Inbetriebnahme

eines Prototypen.

Die Arbeit wurde von Professor Dr.-Ing. Josef Kurfess,

Fakultät Produktionstechnik und Produktionswirtschaft,

betreut. Sie entstand bei der Fa. Fischer Heiztechnik,

Günzburg, die den Prototypen bauen wird.

Sterile Arzneimittelgewinnung

n Christina Lichtblau hat sich in vergleichender Weise

damit beschäftigt, wie sich die keimfreie Herstellung

von biotechnologisch erzeugten Medikamenten

verbessern lässt. Dabei zeigte sie durch den Einsatz

der Inline-Filtration einen neuen möglichen Weg der

sterilen Arzneimittelgewinnung auf.

Bei der keimfreien Herstellung biotechnologischer

erzeugter Arzneimittel spielt die sterile Filtration der

Produktlösung eine wichtige Rolle. Die Produktlösung

wird üblicherweise über einen sterilen Filter in

einen gesonderten Kessel geleitet. Nach Ende der Filtration

wird dieser Kessel zur Abfüllanlage gebracht

und dort angeschlossen (Bulk-Methode). Als alternatives

Verfahren bietet sich die Filtration über zwei

hintereinander geschaltete Sterilfilter an, von denen

aus das Filtrat der Abfüllanlage direkt zugeführt wird

(Inline-Methode). Die Inline-Filtration ist daher weniger

arbeitsaufwendig und bietet eine höhere Sicherheit

für die Keimfreiheit.

Das Ziel der Arbeit war, die für die Inline-Filtration nötigen

produktions- und produktspezifischen Voraussetzungen

zu erfassen, um dieses Verfahren, wenn

möglich, zukünftig als Standardverfahren zu etablieren.

Es zeigte sich, dass sich durch eine optimale

konstruktive Gestaltung des Filtersystems und des

Dosierbehälters Produktverluste, die bei der Inline-Filtration

auftreten, vermindern lassen. Der Einsatz der

Inline-Methode bringt jedoch auch eine Einschränkung

mit sich, da die Biopharmazeutika im Gegensatz

zur Bulk-Methode durch die Filtration über zwei

Filter einer doppelten Beeinflussung ausgesetzt sind.

Sinnvoll ist der Einsatz daher nur, wenn die zu filtrierende

Proteinlösung ausreichend konzentriert ist und

es sich um Wirkstoffe handelt, deren Bestandteile

von der Filtermembran wenig absorbiert werden.

Die Arbeit wurde von den Professoren Dr. Klaus Paulat

und Dr. Martin Heßling, Fakultät Mechatronik und

Medizintechnik, betreut. Sie entstand in Zusammenarbeit

mit Dr. Ingo Presser, Boehringer-Ingelheim

Pharma, Biberach. ih

AUSGEZEICHNET

39


Deutscher Multimedia Award

Förderpreis der Sparkasse Ulm

Die Sparkasse Ulm vergibt jedes Semester einen

Förderpreis für hervorragende Leistungen in den

wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Zusatzqualifikationen

des Instituts für Fremdsprachen und

Management wie Internationale Wirtschaft, Logistik

und Vertrieb sowie Intra- und Entrepreneurship.

Die Preisträger des Sommersemesters 2007 sind

Daniel Steitz und Andreas Werner, beide Studiengang

Produktionstechnik und Organisation, sowie

Sebastian Baars, Studiengang Medizintechnik, und

Thomas Christian Fendt, Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen.

Christoph Lehmann, Studiengang Digital Media, errang mit seiner Bachelor-Arbeit

den Nachwuchspreis des Deutschen Multimedia Award 2007. Ausgezeichnet

wurde seine Entwicklung eines Intranet auf der Basis von Web 2.0 bei der

Mannheimer Agentur (di) digitale informationssysteme. Seitens der Hochschule

Ulm wurde die Arbeit von Professor Dr. Silko-Matthias Kruse betreut.

Der Deutsche Multimedia Award wird seit 1996 in verschiedenen Kategorien

für herausragende Online-, Offline- und Terminalanwendungen verliehen, die

beispielhaft für die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit der interaktiven

Medien sind.

40 AUSGEZEICHNET Unsere Preisträger

SIEMENS-Preis

Den SIEMENS-Preis der Fakultät Elektrotechnik

und Informationstechnik erhielt Philipp Klaiber,

Studiengang Industrieelektronik, für seine Diplom-

Arbeit.

Der Preisträger hat in einer Machbarkeitsstudie die

Voraussetzungen für eine schnelle und zuverlässige

Suche nach Fehlern in dem komplexen Systemumfeld

von Papiermaschinen erarbeitet. Er entwarf

eine Bibliotheksstruktur, die eine effiziente, halbautomatisierte

Modellerstellung erlaubt. Mit Hilfe

des Modells ließ sich das Nominalverhalten und

das Fehlverhalten in zahlreichen Systemzuständen

simulieren. Anhand des Modells konnten zahlreiche

Fehler korrekt und in angemesserner Zeit

diagnostiziert werden. Software und Modell unterstützen

zudem Messvorschläge zur interaktiven

Eingrenzung der Diagnose. Die Software entspricht

den Diagnose-Anforderungen von VOITH,

Die Arbeit wurde von den Professorinnen Dr. Karin

Lunde und Dr. Marianne von Schwerin betreut, die

Aufgabenstellung stammte von der Firma VOITH,

Heidenheim.

IfKom-Preis

Für hervorragende Studienleistungen in der Kommunikationstechnik

verleiht der Berufsverband

Ingenieure für Kommunikation den IfKom-Preis.

Ausgezeichnet wurde die Diplomarbeit von Florian

Mrugalla, Studiengang Nachrichtentechnik.

In seiner Diplomarbeit beschäftigte sich der Preisträger

mit der Entwicklung eines Moduls zur Umwandlung

von Audio- und Videosignalen in digitale

Datenströme, das Teil eines Mikrochips ist. Das

Ergebnis ist ein Mikrochip-Layout, das aufgrund

messtechnischer Untersuchungen Abtastraten von

20 Megasamples/Sekunde bei einer Auflösung von

10 Bit verspricht. Die aktive Chipfläche wird weniger

als 3,5 Quadratmillimeter betragen. Der Chip wird

bereits gefertigt.

Die Arbeit wurde am Institut für Kommunikationstechnik,

Fachgebiet Mikroelektronik, durchgeführt.

Sie entstand im Rahmen des mit EU-Mitteln geförderten

Europractice-Projektes zur Entwicklung von

mikro- und nanoelektronischer Systeme, an dem die

Hochschule Ulm beteiligt ist.

Wilken-Förderpreis

Die Stiftung des Ulmer Software-Unternehmens

Wilken zeichnet jedes Semester die beste Gesamt-

Studienleistung im Studiengang Wirtschaftsinformatik

mit dem Wilken-Förderpreis aus. Auf der

Abschlussfeier des Sommersemesters 2007 durfte

sich über diese Auszeichnung Yvonne Jutz freuen.

In ihrer Abschlussarbeit erstellte die Preisträgerin

eine Anforderungs- und Konkurrenzanalyse zur Einschätzung

der Marktchancen für ein webbasiertes

Unternehmensplanspiel. Hierzu ermittelte sie die

Anforderungen der Anwender anhand einer Online-

Umfrage. Wichtig für die User waren unter anderem

Lernerfolg, Stabilität, Benutzerfreundlickeit, Komplexität,

Realitätsnähe und flexible Preismodelle.

Module zur Erweiterung der Software gelten als

Marktvorteil, ebenso ein niedriger Preis.

Die Arbeit wurde von den Professoren Dr. Steffen

Wettengl und Dr. Reinhold von Schwerin betreut.


Verein der Deutschen Ingenieure zeichnete die besten Diplomarbeiten aus

Der traditionsreichste Preis an der Ulmer Fachhochschule

ist der Preis des Vereins Deutscher Ingenieure

(VDI), den die Donau-Iller-Bezirksgruppe des VDI jedes

Semester vergibt. Im Sommersemester 2007 erhielten

ihn die Diplom-Ingenieure Klaus Baur, Studiengang

Mechatronik, und Christian Högerle, Studiengang

Produktionstechnik und Organisation.

Die preisgekrönten Arbeiten

n Klaus Baur erarbeitete in seiner Diplomarbeit die

Grundlagen für einen miniaturisierten und hochintegrierten

Radarsensor, der im Automobil zum Einsatz

kommen soll und kostengünstig herzustellen ist. Er

realisierte als Prototypen einen Radarsensor bei 77

GHz und konnte dessen Funktionalität in Testszenarien

beweisen. Damit hat er wesentliche Voraussetzungen

geschaffen, um die Marktakzeptanz derartiger Fahrerassistenzsysteme

zu erhöhen.

Die Diplomarbeit wurde betreut von den Professoren

Dr.-Ing. Thomas Walter und Dr. Joachim Werner, die

Aufgabenstellung stammte von der Robert Bosch

GmbH.

n Christian Högerle suchte in einer vergleichenden

Betrachtung nach einem zerstörungsfreien,

berührungslosen Prüfverfahren zur Detektion von

Schleifbrand, das zudem rückwirkungsfrei funktioniert

und fertigungsnah einzusetzen ist. Wie er feststellte,

zeigen die photothermische Radiometrie und

die mikromagnetische Barkhausen-Rauschanalyse

geringste thermische Schädigungen an. Mit beiden

Verfahren lassen sich solche Defekte früher erkennen

als mit dem bisher üblichen Nitalätzverfahren. Das

photothermische Mess-Signal wird allerdings durch

Gefügeänderungen beeinflusst. Högerle nutzte diese

Erkenntnis, um eine Strategie zur Kalibrierung bei der

Schleifbrand-Detektion zu entwickeln.

Die Diplomarbeit wurde betreut von Prof. Dr.-Ing. Josef

Kurfess, Hochschule Ulm, und Dr. Hans-Ulrich Krotil,

ZF Friedrichshafen.

AUSGEZEICHNET

41


42

Die Rektorats-Mitglieder

von links nach rechts:

Prof. Dr. Achim Bubenzer,

Prof. Dr.-Ing. Klaus Peter

Kratzer, Prof. Dr.-Ing.

Manfred Wehrheim und

Kanzler Herbert Jarosch.

PERSONEN

Neues Team im Rektorat

n Die Hochschule Ulm wird auch in Zukunft

vom jetzigen Rektor, Professor Dr. Achim

Bubenzer, geleitet werden. Der Senat hatte

die Wahl des Hochschulrates bereits im März

bestätigt. Der 58-jährige Photovoltaik-Experte

hat sich in den vergangenen 15 Jahren

als Verfechter des Prinzips der nachhaltigen

Entwicklung in Baden-Württemberg einen

Namen gemacht. Er ist unter anderem Mitglied

des Kuratoriums der Solarstiftung Ulm/

Neu-Ulm und Mitbegründer des Netzwerkes

Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung.

Seit 2001 bekleidet er das Amt des Rektors.

In dieser Eigenschaft hat er zahlreiche

Projekte initiiert, zu denen die so genannte

Donauhochschule Ulm ebenso gehört wie die

Neue Dekane

Mit Beginn des Wintersemesters gab es folgende

Veränderungen in den Dekanaten:

n In der Fakultät Informatik trat Professor Dr.

Christian Schlegel sein Amt als Dekan an. Er

übernahm damit die Nachfolge von Professor

Dr.-Ing. Klaus Peter Kratzer, der zum Prorektor

gewählt worden war. Den Fakultätsvorstand

vervollständigen Professor Dr. Manfred

Strahnen als Prodekan und Professor Dr. Frank

Steiper als Studiendekan.

n In der Fakultät Maschinenbau und Fahrzeugtechnik

hat sich der bisherige Dekan

Professor Dr.-Ing. Jochen Thönissen von seinem

Amt entbinden lassen. Seine Nachfolge

trat Professor Dr. Wolfgang Schulz an. Dem Fakultätsvorstand

gehören außerdem an Professor

Dr. Bernd Wender (Prodekan) und Professor

Dr. Jochen Thönnißen (Studiendekan). n

Aktivitäten, für die die Hochschule Ulm 2007

das UNESCO-Label „Bildung für nachhaltige

Entwicklung“ erhalten hat.

Seine neue Amtszeit, die vom 01.09.2007

bis zum 31.08.2015 reicht, hat Bubenzer mit

einer erneuerten Mannschaft angetreten.

Professor Dr.-Ing. Klaus-Peter Kratzer löste als

Prorektor für Studium und Internationale

Kontakte Professor Dr.-Ing. Ulrich Petri ab.

Anstelle von Professor Dr.-Ing. Michael Kaufeld

übernahm Professor Dr.-Ing. Manfred Wehrheim

das Amt des Prorektors für Forschung

und Transfer. Die Amtszeit der Prorektoren

dauert vier Jahre. Kanzler bleibt weiterhin

Diplom-Verwaltungswirt Herbert Jarosch. ih

Rektor im RKF-Vorstand

Die Plenarversammlung der Mitgliedshochschulen

der Rektorenkonferenz der

Fachhochschulen (RKF) des Landes Baden-

Württemberg hat auf Vorschlag des neuen

Vorsitzenden, Professor Dr. Winfried Lieber,

den Rektor der Hochschule Ulm, Professor

Dr. Achim Bubenzer, für die Zeit vom

01.09.2007 bis 31.08.2009 in den Vorstand

gewählt.

Professor Bubenzer ist damit einer von

drei Vorständen, die gemeinsam mit dem

Vorstandsvorsitzenden die Arbeit der RKF

lenken und koordinieren. Die RKF vertritt

die gemeinsamen Interessen der baden-württembergischen

Fachhochschulen gegenüber

der Landesregierung sowie gegenüber

Verbänden und Institutionen, die im Rahmen

der Bildungspolitik eine wichtige Rolle

spielen. ih


Evangelische Hochschul-Pfarrstelle neu besetzt

Theologin Dr. Isolde Meinhard bekleidet seit

Juli 2007 die Pfarrstelle für Hochschul- und

Studienarbeit, deren Vertretung sie bereits

seit September 2006 inne hat. Die gebürtige

Stuttgarterin hat ihr Studium an der Kirchlichen

Hochschule Bethel in Bielefeld begonnen.

Weitere Stationen waren die Universitäten

Heidelberg, Amsterdam und Tübingen.

Nach dem 2. Theologischen Examen ging Sie

mit einem Stipendium des Ökumenischen

Neu an der Hochschule

Kinh Long Truong

wissenschaftlicher Mitarbeiter

Institut für Kommunikationstechnik

Peter Kuhn

wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Informatik

Susanne Kohler

Mitarbeiterin, Corporate Communications

& Marketing

Claudius Jalba

wissenschaftlicher Mitarbeiter

Institut für Fertigungstechnik und Werkstoffprüfung

Stefan Sommer

technischer Mitarbeiter

Institut für Fertigungstechnik und Werkstoffprüfung

Maria Hammerschmidt

wissenschaftliche Mitarbeiterin

Institut für Betriebsorganisation und Logistik

Katrin Fögele

wissenschaftliche Mitarbeiterin

Institut für Fertigungstechnik und Werkstoffprüfung

Jens Müller

wissenschaftlicher Mitarbeiter (Prof. Wender)

n Fortsetzung Seite 44

Rates der Kirchen für ein Jahr ans Presbyterian

Theological Seminary in Austin/Texas und

erfuhr am Städtischen Krankenhaus eine so

genannte Clinical Pastoral Education. 1996

trat sie in den Dienst der Württembergischen

Landeskirche ein und war bis 1998 Pfarrerin

im Kirchenbezirk Weinberg/Heilbronn. 2003

wurde sie an der Evangelisch-Theologischen

Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität

in Münster promoviert.

Kompetenz…

…von der Konzeption

über die Planung

bis zur Ausführung

und Wartung

Innovative Energietechnik

Luft- und Klimatechnik

Versorgungstechnik

Energiedienstleistung

Gebäudeautomation

24-Stunden-Service

Julius Gaiser GmbH & Co.

Blaubeurer Straße 86

89077 Ulm

Telefon: 07 31/39 87-0

Telefax: 07 31/39 87-12

info@gaiser-online.de

www.gaiser-online.de

PERSONEN

43


44 PERSONEN

Neu an der Hochschule Ulm

Dr. Walter Commerell

Professor für Regelungstechnik/Elektrotechnik

Zurückgekehrt an

seine alte Wirkungsstätte

ist Dr.

Walter Commerell im

Sommersemester 2007,

als er die Professur an

der Fakultät Maschi-

nenbau und Fahrzeug-

technik übernahm.

Sein Lebenslauf ist

nämlich eng mit der

Ulmer Fachhochschu-

le verbunden. In den

80er Jahren hat der

heute 44-jährige dort

Industrieelektronik

studiert. Nach einer

kurzen Explorations-

phase war er anschlie-

ßend 12 Jahre lang als

Laboringenieur an der

Ulmer Fachhochschule

tätig. Während dieser

Zeit entschloss er sich

zu promovieren. In

seiner Doktorarbeit be-

fasste er sich mit dem

Thema „Hardware in

the Loop - Simulation

von Elektrofahrzeu-

gen“. Anfang 2002

ging Commerell in die

Industrie und war zu-

letzt bei T-Systems GEI

im Bereich Fahrzeug-

elektronik in leitender

Position tätig.

Walter Commerell

stammt aus Göppin-

gen, ist verheiratet und

Vater dreier Kinder. In

seiner Freizeit radelt er

gerne oder fährt Ski.

Aber auch die Musik

und die Oldtimer unter

den Automobilen ha-

ben es ihm angetan. n

Dr.-Ing. Klaus-Peter Franke

Professor für Technische Logistik

Langjährige Berufserfahrung

in den

Bereichen Konzeption,

Planung sowie Aus-

führung komplexer

Transport-, Lager- und

Umschlagsysteme

Die nächste Karrierebörse

kommt bestimmt!

bringt Dr.-Ing. Klaus-

Peter Franke mit, der

im Sommersemester

2007 zum Professor an

der Fakultät Produk-

tionstechnik und Pro-

duktionswirtschaftbe- rufen worden ist. Nach

seinem Maschinenbau-

Studium an der Tech-

nischen Universität

München ging er zur

PHB Transport- und

15.10.2008

Hochschule Ulm

pellkofer@hs-ulm.de

Lagersysteme GmbH,

Schwieberdingen. Zwei

Jahre später begann

er an der Universität

der Bundeswehr in

Hamburg mit seiner

Promotion, wo er auch

als wissenschaftlicher

Mitarbeiter tätig war.

Anschließend arbeitete

Franke 15 Jahre lang

in leitender Position bei

Noell Mobile Systems

and Cranes sowie bei

Göpfert Maschinen-

bau. Der 50-jährige ist

verheiratet und Vater

dreier Kinder. n

(Beide Fotos privat)


Pioniergeist ist die Quintessenz unserer Geschichte, Freiraum für Ihre Ideen die

Grundlage unseres gemeinsamen Erfolgs. Gestalten Sie zusammen mit weltweit

anerkannten Experten an unserem Standort Laupheim die Kabine der Zukunft.

Unser Kompetenzzentrum ist für die Entwicklung und Herstellung innovativer

Luftführungssysteme und die Kabinenausstattung verantwortlich. Engagierten

Praktikanten und Diplomanden (m/w) bieten wir die Chance auf einen ersten

Einblick in dieses spannende Umfeld. Bitte bewerben Sie sich online.

www.airbus-careers.com

Airbus. Setting the standards.


�������������� ��� ���� ������

���� ��� �������������� ����

������ ���� ������ �� ��

������� �������������� ���������

�������� �������������� ����

�������������������������� ���

��� ������ ��� ���� ��������

����� ������ ����������� �����

����������������������� ���

���������������� ���

��������� ����� ����������������

��������� ��� ��� ������������

������������������������ �����

������� �������� �������������

������������������� �� �����

���������������� ���� ������

����������� ����������������

��� ����������� �������� �

���� ������������� ������

��� ����� ������������� ��� ������

������ �����

�������������������

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine