hep magazin 1/2012 - h.e.p. verlag ag, Bern

hep.verlag.ch

hep magazin 1/2012 - h.e.p. verlag ag, Bern

1/2012

Lernen

mit Apps und

eLehrmitteln

Im Dienste der Bildung

Forum:

Gymi versus

Lehre

Rudolf

Strahm im

Porträt

1


Inhalt 1/2012

IMPRESSUM hep magazin Zeitschrift des hep

verlags zu aktuellen Bildungsthemen, erscheint

2-mal jährlich (Juni/November)

Redaktionsleitung: Rahel Eckert-Stauber (res)

Layout: Grafikatelier Hannes Saxer

Mitarbeit an dieser Nummer: Peter Egger,

Dr. Philipp Sarasin, Dr. Dalia Schipper

Bilder: Felix Gerber, Felix Meier,

Hannes Saxer, Carmen Weder, Keystone

Korrektorat: Christoph Gassmann

Auflage: 35 000

Redaktionsadresse: hep verlag ag,

Gutenbergstrasse 31, Postfach 6607, 3001 Bern

Telefon 0041 (0)31 310 29 29

Fax 0041 (0)31 318 31 35

2

4 Mit hep ins neue eZeitalter

Zu acht Lehrmitteln gibt es neu kostenlose Apps. Und nach den Ferien starten

die ersten Klassen den Unterricht mit dem ersten eLehrmittel.

9 Kurznachrichten

10 Mit dem Fuss in der Praxis

Hinter der Buchreihe «hep praxis» steht eine Herausgebergruppe mit namha�en

Persönlichkeiten aus der Lehrerinnen- und Lehrerbildung.

13 Kampf um KV-Lehrlinge

Die grossen KV-Schulen wollen, dass KV-Lehrlinge kün�ig nur noch mit

einem Einheitslehrmittel aus dem KV-Eigenverlag unterrichtet werden.

15 Geschenktipp

Ideen für ein gelungenes Mitbringsel beim nächsten Besuch.

16 Berufsbildung als Armutsprävention

Der ehemalige SP-Nationalrat und Preisüberwacher Rudolf H. Strahm engagiert

sich für eine starke Berufsbildung.

18 Wandern mit ott

Mit ott-Verleger Men Haupt auf Wanderscha� im Wallis.

21 Ein Tag mit einem Lernenden

Beni Wieland aus Steckborn TG ist Schreinerlehrling im 2. Lehrjahr. Seine

Freizeit verbringt der 17-Jährige am liebsten auf dem See.

22 Die Berufsmaturität fördert Chancengleichheit

Interview mit Christian Seewer, Vorsteher der Abteilung BMS an der gibb

Bern, über den neuen BM-Rahmenlehrplan.

24 Forum: Gymnasium versus Berufslehre

EHB-Direktorin Dr. Dalia Schipper und Geschichtsprofessor Dr. Philipp

Sarasin wetzen die Klingen.

26 Ein unverkrampfter Blick auf unser Land

Besuch bei zwei Detailhandelsfachfrauen, die in ihrem letzten Lehrjahr

unter die Schri�stellerinnen gegangen sind.

30 Begegnungstag in Olten

Impressionen von der beliebten hep-Weiterbildungsveranstaltung.

32 Die Produktive

hep-Autorin Monika Wyss im Porträt.

SAXER

34 hep mit neuer Adresse und neuem Internetauftritt

HANNES

www. hep-verlag.ch; magazin@hep-verlag.ch 35 Cartoon

TITELFOTO:


Bildungsthemen

vertiefen

Liebe Leserin

Lieber Leser

Der hep verlag ist eine Erfolgsgeschichte. Das darf ich elf Jahre nach der Gründung

festhalten. Dies ist einerseits auf unsere professionelle, innovative und qualitätsorientierte

verlegerische Arbeit zurückzuführen. Andererseits verdanken wir dies

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Sie setzen unsere Lehrmittel im Unterricht ein

und/oder kaufen unsere Sachbücher. Dafür danke ich Ihnen im Namen der Autorinnen,

Autoren, des Verwaltungsrates und des hep-Teams.

Unser Credo lautet «Im Dienste der Bildung». Vor diesem Hintergrund geben

wir neu zweimal jährlich das hep magazin heraus. Darin greifen wir � emen rund

um die Bildung auf und vertiefen sie. Die erste Nummer halten Sie in den Händen.

Als verantwortliche Redaktorin konnten wir Rahel Eckert-Stauber gewinnen.

Sie wurde als Journalistin mehrfach ausgezeichnet. Heute ist sie als freie Journalistin

tätig und unterrichtet an der GIBS Solothurn Allgemeinbildung und Französisch.

Im hep verlag hat sie als Mitautorin das Lehrmittel «Deutsch im ABU,

Ausgabe B» publiziert.

In der vorliegenden Nummer stellen wir unsere digitalen Medien vor – hier

setzt hep Meilensteine –, und wir greifen brisante � emen auf, wie etwa

das in den Medien mehrfach diskutierte «KV-Kartell» («Weltwoche»

9.2.2012). Auf unserer Forumsseite bieten wir ausgewiesenen Fachleuten

eine Meinungsplattform: Braucht die Schweiz mehr Maturanden

oder mehr Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger? Bilden

Sie sich, liebe Leserin, lieber Leser, Ihre eigene Meinung und diskutieren

Sie mit!

Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre des ersten hep magazins viel

Spass!

Peter Egger

Verleger, Präsident des Verwaltungsrates

Editorial

P.S. Beachten Sie unsere neue Adresse an der Gutenbergstrasse 31.

3


FOTO: HANNES SAXER

Mit hep ins

neue eZeitalter

Der hep verlag setzt auf digitale

Lehr- und Lernmedien. Zu acht

Lehrmitteln gibt es neu kostenlose

Apps. Und nach den Sommerferien

starten Pilotklassen den allgemeinbildenden

Unterricht mit dem

ersten eLehrmittel.

RAHEL ECKERT-STAUBER

Die Zeiten der Schiefertafel sind endgültig

vorbei. Die Schule ist im digitalen

Zeitalter angekommen – und mit

der Schule auch hep: Ab sofort sind

insgesamt acht Apps zu verschiedenen

Lehrmitteln für den Unterricht erhältlich

(siehe Seite 6). Die Apps ergänzen

die bestehenden Lehrmittel und ermöglichen

den Lernenden, den Schulstoff

auf ihren iPhones oder iPads unabhängig

und überall zu lernen und zu

repetieren. Gar integral mit zahlreichen

nützlichen Verlinkungen und Anwendungsmöglichkeiten

ist die App zum

«Lexikon Allgemeinbildung».

Doch das ist nicht alles: Für den allgemeinbildenden

Unterricht an Berufsfachschulen

bietet hep als erster Verlag

im deutschsprachigen Raum ein komplettes

eLehrmittel an. Konkret heisst

das, dass die Lernenden nicht mehr die

gedruckten Lehrmittel mit sich herumschleppen,

sondern die kompletten

Lehrmittel digital auf ihrem iPad oder

Laptop bei sich haben. Darin können

die Lernenden dann lesen, Aufgaben

lösen, Begriffe und Gesetzestexte nachschlagen

und eigene Notizen anbringen.

Nach den Sommerferien starten

die ersten Pilotklassen den Unterricht

mit diesem eLehrmittel. Die Pädagogische

Hochschule Zürich wird einige

dieser Pilotklassen eng begleiten und

die Erkenntnisse auswerten.

«Wir haben seit unserer Gründung

im Jahr 2000 auf das Internet gesetzt»,

sagt hep-Verleger Peter Egger. So fanden

Lernende und Lehrpersonen bereits

in der Vergangenheit zu praktisch

jedem Lehrmittel Zusatzmaterial auf

Was ist eine App?

Der Begriff App (englische Kurzform

für application) steht im

Allgemeinen für jede Form von

Anwendungsprogrammen. Apps

im engeren Sinn bezeichnen Anwendungen

für moderne Smartphones

und Tablet-Computer, die

über einen in das Betriebssystem

integrierten Onlineshop bezogen

und so direkt auf dem Smartphone

oder Tablet installiert werden können.

Da eine App nichts anderes als

eine So�ware für das entsprechende

Gerät ist, ist die Bandbreite der Anwendungen

sehr hoch. Sie reicht von

einfachsten Werkzeugen und Spielen

bis hin zu Programmpaketen mit

umfangreicher Funktionalität – wie

etwa den hep-Lernapps.

Apps, E-Books

der Website des Verlags. «Als junger,

dynamischer Verlag wollen wir das

mediale Zeitalter im Unterricht umsetzen,

daraus didaktische Erkenntnisse

gewinnen und so die Basis schaffen für

weitere elektronische Lehrmittel», betont

Egger.

Für die technische Umsetzung –

insbesondere der Lexikon-App und

des eLehrmittels – konnte hep den

Informatiker Daniel Stainhauser gewinnen.

Der App-Spezialist gewann

für die Entwicklung einer iPad-App

für die deutsche Fernschule ILS den

Deutschen Bildungsmedienpreis digita

2012. «Die Tablets werden die Schulzimmer

erobern», ist Stainhauser überzeugt.

Mit dieser Einschätzung steht

der Informatiker nicht alleine da. Auch

für Beat Döbeli Honegger, Professor an

der Päda gogischen Hochschule Schwyz

und E-Learning-Spezialist, besteht

kein Zweifel, dass Lernen mit digitalen

Medien bald Alltag sein wird: «Die

digitalen Medien werden nicht mehr

verschwinden, also werden auch digitale

Lehrmedien nicht mehr verschwinden»

(siehe Interview Seite 7). Die

Skepsis vieler Lehrpersonen sieht Döbeli

gelassen: «Wer hätte sich vor fünf

Jahren vorstellen können, die Zeitung

auf seinem Telefon zu lesen? Kaum jemand

– und heute ist es Alltag

hep wird die digitalen Angebote

denn auch weiter ausbauen. «Wir

werden sowohl die Apps als auch das

5


eLehrmittel in einer zweiten Phase mit

weiteren Interaktionsmöglichkeiten ergänzen»,

erklärt E-Learning-Projektleiterin

Andrea Egger.

Ausbaumöglichkeiten gibt es viele.

So können etwa interaktive Tests eingebaut

werden, oder die von der Lehrperson

angebrachten Korrekturen zu

den Übungen im eLehrmittel könnten

direkt für alle Lernenden sichtbar in

der App erscheinen. Ausserdem werden

die Apps in einer zweiten Phase auch

für Androidgeräte einsetzbar gemacht

werden. «Wir stehen erst am Anfang»,

betont Peter Egger. Wenn alles nach

Plan läu� , will der Verlag bald auch für

die anderen Lehrmittel digitale Versionen

auf den Markt bringen. Auf die ersten

Erfahrungen und Rückmeldungen

ist der Verlag gespannt. Egger: «Es ist

auch für uns abenteuerliches Neuland.»

Die Apps, E-Books und eLehrmittel

von hep und ott im Überblick

Kostenlose Apps

Für unten stehende Lehrmittel sind ab

sofort kostenlose iPhone-Apps im App

Store erhältlich. Die Apps enthalten das

komplette Glossar des jeweiligen Buches

mit kurzen, verständlichen Defi -

nitionen, die sich sowohl alphabetisch

als auch nach Buchkapiteln suchen und

abrufen lassen. Lernkarten und ein integriertes

Lernsystem ermöglichen das

gezielte Lernen.

• «Volkswirtscha� slehre» von Aymo

Brunetti

• «Betriebswirtscha� slehre» von Vera

Friedli, Renato C. Müller, Rahel Zahnd

• «Staat und Wirtscha� » von Beat

Gurzeler, Hanspeter Maurer

• «Gesellscha� » von Karl Uhr, Christoph

Aerni, Bernhard Roten, Bernhard

Scheidegger

6

• «Wirtscha� DHF» von Walter Eggen,

Hugo Zimmermann

• «Gesellscha� DHF» von Hans Stephani,

Hugo Zimmermann

Kostenpfl ichtige Apps

Für folgende Bücher sind kostenpfl ichtige

iPhone/iPad-Apps im App Store

erhältlich (Preis: 29 Franken). Wer die

beiden Bücher in gedruckter Form

kau� , hat die Apps gratis dazu und

kann sie mit einem Lizenzcode aus

dem Buch freischalten.

• «Lexikon Allgemeinbildung» von

Daniela Plüss, Peter Egger (Hrsg.)

• «Heilpfl anzen an der Emme» von

Kevin Nobs

Diese beiden Apps sind umfassend. Die

Lexikon-App enthält das komplette

Lexikon und bietet eine Reihe interaktiver

Möglichkeiten. So lässt sich das

Gesuchte sowohl nach Begriff , nach

Aspekten oder in der Volltextsuche

fi nden. Ausserdem sind die einzelnen

Unterbegriff e automatisch verlinkt.

Die App enthält integrierte Bilder und

direkte Links ins Internet und auf Wikipedia.

Weiter lassen sich eigene Begriff

e defi nieren, Favoriten setzen oder

versenden, und man kann sein Wissen

in einem Test prüfen.

Die App «Heilpfl anzen an der

Emme» gibt es zum einen als Gratis-

App. Sie enthält alle Heilpfl anzen, die

man an der Emme fi ndet, mit einem

Foto und dem dazugehörigen Namen.

Es ist auch möglich, eigene Notizen

und Fotos hinzuzufügen und den

Fundort der Pfl anze auf der Karte zu

markieren. So dient die App während

eines Spaziergangs an der Emme als

Nachschlagewerk. Zum anderen kann

man die App aber auch kostenpfl ichtig

erweitern und hat dann das komplette

Buch mit allen Texten zur Botanik, Anwendung,

Geschichte, Zubereitungsform,

Gi� igkeit, Häufi gkeit, zum Vor-

Programmiert für hep Apps und eLehrmittel: Daniel Stainhauser >

kommen, zu Drogen, Inhaltsstoff en,

Symptomen und zum Gebrauch in der

Küche.

eLehrmittel

Die vier Lehrmittel «Lexikon Allgemeinbildung»,

«Gesellscha� », «Sprache

und Kommunikation» und «Gesetzestexte»

sind ab sofort als integrales

eLehrmittel erhältlich. Die interaktive

App ist sowohl als iPad-App als auch als

Windows/Mac-Applikation erhältlich.

Die Darstellung des Textes entspricht

derjenigen des gedruckten Lehrmittels,

und die vier Lehrmittel sind miteinander

verlinkt. Angereichert ist das

eLehrmittel durch eingebettete Bilder

und direkte Links ins Internet. Die

Lernenden können im eLehrmittel

Randnotizen anbringen, Leuchtmarkierungen

vornehmen, persönliche

Zusammenfassungen eintippen oder

eigene Textseiten einfügen.

E-Book

«Wirtscha� skrise ohne Ende?» von

Aymo Brunetti ist neu im iBookstore

von Apple auch als E-Book erhältlich.

Geplant ist ausserdem, dass die

Sachbücher der Reihe «hep praxis»

über den Web-Shop des Verlages als

PDF mit personifi ziertem Wasserzeichen

erworben werden können.

FOTO: FELIX GERBER


Interview

Können Apps und eLehrmittel den

Lernerfolg tatsächlich steigern?

Digitale Lehrmittel auf mobilen Geräten

erleichtern die Nutzung der

Lehrmittel: Die Lernenden müssen

weniger Gepäck mitnehmen, und

sie können unterwegs im Zug lernen.

Das ist zwar noch kein didaktischer

Mehrwert, aber wenn jemand

nun tatsächlich unterwegs übt oder

lernt, dann steigert dies natürlich

den Lernerfolg – nicht weil digitaler

Content besser, sondern weil er

verfügbarer ist.

Aber die Lehrpersonen wollen vor

allem einen didaktischen Mehrwert.

Digitale Lehrmittel können in drei

Dimensionen über das gedruckte

Lehrmittel hinausgehen: Sie können

multimedialer sein, sie können

interaktiver sein, und sie können

die Lernenden untereinander

und mit der Lehrperson vernetzen.

Alle drei Dimensionen haben

das Potenzial, den Lernerfolg zu

steigern. Multimediale Teile eines

Lehrmittels können die Attraktivität

des Lehrmittels steigern und

gewisse Sachverhalte besser darstellen.

Geschickte Interaktivität

kann die Beschäftigung mit den zu

lernenden Inhalten fördern. Auch

die verstärkte Interaktion zwischen

den Lernenden und der Lehrperson

«Schule muss sinnvollen

Nutzen aufzeigen»

Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger vom Institut für Medien und Schule

an der Pädagogischen Hochschule Schwyz glaubt an die Zukunft der

digitalen Lehrmittel.

kann die Auseinandersetzung mit

den Inhalten fördern.

Was heisst das konkret?

Eine Lehrperson kann den Lernenden

zum Beispiel die Hausaufgabe

erteilen, Texte im digitalen Lehrmittel

zu lesen, unklare Stellen zu

markieren und dies dann der Lehrperson

zu mailen. So sieht die Lehrperson

noch vor dem Unterricht, wo

Unklarheiten herrschen, und kann

den Unterricht entsprechend gestalten.

Sind denn digitale Lehr- und

Lernmedien nicht bloss ein Modetrend?

Derzeit ist sicher ein gewisser Hype

vorhanden. Das Lernen mit digitalen

Medien ist in der Tat nicht so neu,

wie es scheint. Heute sind wir aber

so weit, dass praktisch alle Lernenden

jederzeit einen Digitalcomputer

mit sich herumtragen, sei dies

in Form eines Smartphones, eines

Tablets oder eines Notebooks. Diese

Ausstattung mit digitalen Medien

wird nicht mehr verschwinden. Darum

werden auch digitale Lehrmedien

nicht mehr verschwinden.

Wie sieht aus Ihrer Sicht der optimale

Einsatz digitaler Medien im

Unterricht auf Sek-II-Stufe aus?

Die Sek-II-Stufe weist eine grosse

Apps, E-Books

Bandbreite an unterschiedlichen

Schularten mit unterschiedlichen

Ausbildungszielen und Lernformen

auf. Somit lässt sich diese Frage

nicht pauschal beantworten. Aber

auf allen Stufen müssen die Lehrpersonen

bedenken: Es ist das Medium

der Jugendlichen und somit

attraktiv.

Aber ich kann ja ein Wort

genauso gut im Papier-Duden

nachschlagen.

Klar, aber wenn ich im gedruckten

Duden nachschauen will, wie man

«Philosophie» schreibt, und ich suche

unter «F», habe ich schon verloren.

Das passiert mir im elektronischen

Duden nicht.

In vielen Schulen herrscht heute

ein grundsätzliches Handyverbot

in den Unterrichtsräumen …

Ich verstehe die Bedenken der

Lehrpersonen. Aber ich habe das

Gefühl, man baut eine Mauer zwischen

sich und den Lernenden auf,

wenn man Handys verbietet. Lehrpersonen

können auch von den Lernenden

profitieren. Natürlich muss

man klare Regeln abmachen. Der

Weg der Schule sollte aber sein,

eine sinnvolle Nutzung der digitalen

Medien aufzuzeigen. Man kann sich

der Digitalisierung auf die Dauer

nicht verschliessen.

7


Digitale Medien bei hep

>

>

8

Neu mit App

Komplettes Lexikon als iPhone-/iPad-App

Das eLehrmittel

für den ABU

Daniela Plüss, Peter Egger

Lexikon Allgemeinbildung

7., vollständig überarbeitete Auflage

2012, 336 Seiten, Broschur

CHF 46.– / EUR 38.– (inkl. App)

ISBN 978-3-03905-714-6

Lexikon-App (ohne Buch)

Für CHF 29.– im App Store erhältlich

erscheint im Sommer 2012

eLehrmittel für den ABU

Das interaktive

eLehrmittel für

iPad, PC und Mac

(Lizenz auf Anfrage an

info@hep-verlag.ch)

>

> > >

Demnächst oder

bereits erhältlich

sind folgende

Gratis-Apps:

In diesen Apps können

die Lernenden Schlüsselbegriffenachschlagen

oder ihr Wissen mit

digitalen Lernkarten

trainieren und überprüfen.


Kurznachrichten

NK-Verlag-Gründer Ignaz

Wyss gestorben

Im Herbst 2011 ist der Gründer des

NK-Verlages, Ignaz Wyss, verstorben.

Kurz zuvor hatte Wyss seinen Verlag

dem hep verlag in Kommission übergeben.

Der engagierte Kleinverleger

wuchs in Mels im St. Galler Oberland

auf. Er liess sich zum Schri� setzer

ausbilden, besuchte eine Abendhandelsschule

und entschloss sich mit

28 Jahren für die Umschulung zum

Primarlehrer in Luzern. Nach einigen

Jahren Unterricht an der Grundschule

wechselte er ans KV Luzern.

Bald einmal entstand aus seinen selbs

gestalteten Arbeitsblättern für Korrespondenz

das erste Lehrmittel. Es

blieb nicht das einzige. Im Frühjahr

2010 erfuhr er von seiner schweren

Erkrankung. Nach Zeiten des Hoffens

und Bangens wurde er im Herbst

2011 von seinem Leiden erlöst. hep-

Verleger Peter Egger hat Ignaz Wyss

sehr geschätzt: «Er war eine interessante

Persönlichkeit mit vielen kreativen

Ideen.» Sämtliche Titel aus dem

NK-Verlag können bei hep bestellt

werden. «Neue Korrespondenz für

Berufstätige» von Ignaz Wyss ist in

einer überarbeiteten Neuaufl age erhältlich.

hep ist mit dem Velo da!

Sie transportieren alles, was sich irgendwie mit einem Velo transportieren lässt –

von Briefen, Paketen über Blumen bis zu Znünibrötli und vergessenen Schlüsseln –

die Velokuriere Bern. In den Monaten Mai und Juni tun sie das mit dem hep-Logo

auf dem Rücken. Der Grund: Der Verlag sponsert während der zwei Wonnemonate

die Rucksäcke der schnellen Stadtkuriere. Wenn Sie also in diesen Tagen deren

Dienste in Anspruch nehmen wollen, fl itzen die Velofahrerinnen und Velofahrer

gewissermassen im Dienste der Bildung zu Ihnen!

104477

Die denkwürdige Zahl

Die Statistiker bringen es an den Tag: Im Jahr 2010 haben

in der Schweiz exakt 104 477 Jugendliche einen Abschluss

auf Sek-II-Stufe gemacht. Das entspricht ungefähr der Bevölkerung

der Stadt Winterthur!

9

FOTO: CARMEN WEDER

QUELLE: BUNDESAMT FÜR STATISTIK


Mit dem

Fuss in der

Praxis

10

Hinter der Reihe «hep praxis» steht eine

Heraus gebergruppe mit namhaften Persönlichkeiten.

Das hep magazin stellt sie vor.

Man findet sie ebenso in Lehrerzimmern, auf den Büchergestellen von Lehrpersonen

und Eltern wie auch auf den Literaturlisten der Studierenden

der pädagogischen Hochschulen: Die braun-roten Lehrbücher der Reihe

«hep praxis». Egal ob es um Klassenführung, das Kerngeschä� Unterricht oder die

Flausen in den Köpfen Jugendlicher geht – die Lehrbücher geben wissenscha�lichfachlich

hochstehend, aber dennoch praxisnah und lösungsorientiert Auskun�

und Anregung zu Bildungsthemen, die unter den Nägeln brennen.

Verantwortlich dafür ist die Herausgebergruppe der Buchreihe. Die Namen

lesen sich wie das «Who’s who» der Schweizer Berufs- und Lehrerbildungsszene:

• Dr. Esther Kamm, Abteilungsleiterin Sekundarstufe I an der Pädagogischen

Hochschule Zürich (PH Zürich)

• Willy Obrist, Vorsteher der Abteilung für Gewerbe-, Dienstleistungs- und

Laborberufe (gdl) an der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern (gibb)

• Dr. phil. Andreas Schubiger, Mitglied der Schulleitung, Leitung Abteilung

Berufspädagogik am Zentrum für berufliche Weiterbildung (ZbW), St. Gallen

• Prof. Dr. Christoph Städeli, Abteilungsleiter Sekundarstufe II/Berufsbildung an

der Pädagogischen Hochschule Zürich (PH Zürich)

• Dr. phil. Thomas Zellweger, Dozent Bildungs- und Sozialwissenscha�en, Mentor

Berufsbildung an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ), Luzern

• Prof. Claudio Zingg, Prorektor Weiterbildung und Dienstleistungen an der Pädagogischen

Hochschule �urgau (PHTG)


Leute

Alle sechs Persönlichkeiten engagieren

sich in der Ausbildung von

Lehrkrä�en oder Berufsbildner/innen

und haben dadurch einen direkten

Draht zu den �emen, die Lehrpersonen,

Berufsbildner/innen und Eltern

beschä�igen. «Wir schätzen uns sehr

glücklich, diese Persönlichkeiten bei

uns im Boot zu haben», sagt hep-Verleger

Peter Egger. «Wir wollen Trendsetter

in der Pädagogik sein, und die

Herausgebergruppe entwickelt mit mir

zusammen einen wichtigen Teil unseres

Pädagogikprogrammes.»

Tipps und Checklisten

Zweimal im Jahr treffen sich die Herausgeber

mit Egger, um neue Projekte

zu diskutieren, zu planen und aufzugleisen.

Einige Buchprojekte entstehen in

diesen Sitzungen, andere Ideen werden

von Dozierenden der pädagogischen

Hochschulen an die Herausgebergruppe

herangetragen. «Unser Kriterium

ist die Praxistauglichkeit. Die Bücher

sollen Situationen aus dem Lehralltag

aufnehmen und thematisieren», betont

Christoph Städeli, «man soll die Bücher

wirklich brauchen können.» So enthalten

die Werke beispielsweise konkrete

Tipps und Checklisten, die sich in der

Ausbildung oder im Umgang mit Jugendlichen

direkt anwenden lassen.

Als Autorinnen und Autoren verpflichten

die Herausgeber Fachleute,

die sich in ihrer Tätigkeit intensiv mit

den entsprechenden �emen beschäftigen

und dadurch genau wissen, wo

der Schuh drückt. Viele Autorinnen

und Autoren sind Dozierende an der

Abteilung Sekundarstufe II/Berufsbildung

der PH Zürich: Daniela Plüss,

Claudio Caduff, Christoph Städeli, Erika

Langhans oder auch Alois Hundertpfund.

Städeli: «Unsere Bücher sollen

Nahrung für die geistige Auseinandersetzung

mit Erziehungs- und Ausbildungsfragen

bieten.» res

11


hep praxis

Christoph Städeli, Andreas Grassi

Didaktik für den

Unterrichtsalltag

Ein Praxisbuch für Einsteigerinnen und

Einsteiger

1. Auflage 2012

ca. 120 Seiten, mit zahlreichen

Instrumenten und Checklisten

im Anhang, 18,5 x 27 cm, Broschur

ca. CHF 39.– / EUR 33.–

ISBN 978-3-03905-740-5

Erscheint im Sommer 2012

Willy Obrist, Christoph Städeli

Prüfen und Bewerten in Schule

und Betrieb

1. Auflage 2009

144 Seiten, 18,5 × 27 cm, Broschur

CHF 39.– / EUR 33.–

ISBN 978-3-03905-388-9

Christoph Städeli, Willy Obrist, Andreas Grassi

Klassenführung

Unterrichten mit Freude, Struktur und

Gelassenheit

2. Auflage 2009

200 Seiten, 18,5 × 27 cm, Broschur

CHF 38.– / EUR 32.–

ISBN 978-3-03905-571-5

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Esther Lauper, Michael De Boni

Nur Flausen im Kopf? – Jugendliche

verstehen

Was Lehrpersonen, Ausbildende und Eltern wissen

sollten

1. Auflage 2011

248 Seiten, 18,5 × 27 cm, Broschur

CHF 44.– / EUR 37.–

ISBN 978-3-03905-517-3

Claudio Cadu�, Walter Mahler, Daniela Plüss

Unterrichten an Berufsfachschulen

Berufsmaturität

1. Auflage 2009

192 Seiten, 18,5 × 27 cm, Broschur

CHF 44.– / EUR 37.–

ISBN 978-3-03905-441-1

Claudio Cadu�, Alois Hundertpfund,

Erika Langhans, Daniela Plüss

Unterrichten an Berufsfachschulen

Allgemeinbildender Unterricht (ABU)

1. Auflage 2010

256 Seiten, 18,5 × 27 cm, Broschur

CHF 44.– / EUR 37.–

ISBN 978-3-03905-442-8

Christoph Städeli, Willy Obrist

Kerngeschäft Unterricht

Ein Leitfaden für die Praxis

3. Auflage 2008

112 Seiten, 18,5 × 27 cm, Broschur

CHF 39.– / EUR 33.–

ISBN 978-3-03905-474-9

Emil Wettstein, Philipp Gonon

Berufsbildung in der Schweiz

1. Auflage 2009

304 Seiten, 18,5 × 27 cm, Broschur

CHF 38.– / EUR 32.–

ISBN 978-3-03905-443-5

Christoph Städeli, Andreas Grassi, Katy Rhiner,

Willy Obrist

Kompetenzorientiert unterrichten

Das AVIVA-Modell

1. Auflage 2010

176 Seiten, 18,5 × 27 cm, Broschur

CHF 39.– / EUR 33.–

ISBN 978-3-03905-459-6


Die grossen KV-Schulen wollen

das Lehrmittelgeschäft an sich

reissen: Wenn es nach ihnen

ginge, würden KV-Lehrlinge künftig

nur noch mit einem Einheitslehrmittel

aus dem KV-Eigenverlag unterrichtet

werden.

Sie ist die weitaus beliebteste Berufsausbildung

in der Schweiz – die Ausbildung

zur Kauff rau respektive zum

Kaufmann. Auch im kommenden

August werden wieder rund 12 000

Jugendliche landauf, landab eine KV-

Lehre in Angriff nehmen. Ab diesem

Sommer werden sie erstmals nach der

neuen Bildungsverordnung unterrichtet

– mit neuen, der KV-Reform angepassten

Lehrmitteln im Fach «Wirtscha�

und Gesellscha� ». Auch hep

hat seine KV-Lehrmittel entsprechend

überarbeitet (siehe Seite 14).

So weit, so gut. Doch nun hat die

AG KV-Bildungsgruppe, in welcher

sich die sieben grössten KV-Zentren

der Deutschschweiz zusammengeschlossen

haben (siehe Kasten), den

privaten Verlagen den Kampf angesagt.

Die Bildungsgruppe hat dem KV-eigenen

Verlag SKV den Au� rag für ein

neues Lehrmittel erteilt, das – wenn es

nach dem Willen der Bildungsgruppe

geht – möglichst schweizweit eingesetzt

werden soll. «Wir streben klar eine

stärkere Vereinheitlichung in der Umsetzung

der Ausbildungsziele an», sagt

Peter Häfl iger, Präsident der Bildungsgruppe

und Rektor KV Luzern Berufsakademie,

«das dient der Qualität und

entspricht einem Wunsch der Wirtscha�

.» Man wolle grundsätzlich unter

den KVs enger zusammenarbeiten.

Das tönt zwar gut, aber auch nach

Absprache. Ausserdem: Dürfen vom

Staat subventionierte Schulen private

Konkurrenten aus dem Markt drängen?

Für die Vertreter der Bildungszentren

sind diese Bedenken aus der Lu�

gegriff en. Häfl iger betont, dass es keine

Verpfl ichtung für die Schulen gebe,

das Lehrmittel der Bildungsgruppe zu

übernehmen. Ausserdem sei kein einziger

öff entlicher Franken in das Projekt

«Lehrmittel» gefl ossen. Und Erich Leutenegger,

Rektor der Handels schule KV

Aarau und Vorstandsmitglied der Bildungsgruppe,

hält fest, dass an seiner

Schule die Fachgruppen in den Schulen

unabhängig entscheiden werden, welches

Lehrmittel man nehme. Darauf

habe er absolut keinen Einfl uss. «Wir

werden uns – insbesondere im Interesse

der Berufslernenden – in jedem Fach

für das beste Lehrmittel entscheiden.»

Beide betonen, dass eine Schulleitung

dies ohnehin nicht über die Köpfe der

Lehrpersonen hinweg entscheiden

könne.

Strategische Überlegungen

Ganz so klar scheint der Fall allerdings

nicht zu liegen: In der Handelsschule

KV Basel zum Beispiel – ebenfalls Mitglied

der KV-Bildungsgruppe – wurde

der Entscheid für das Lehrmittel der

Bildungsgruppe «aus strategischen

Gründen» bereits im Winter gefällt –

bevor die Lehrerscha� das Buch überhaupt

zu Gesicht bekommen hatte. Die

Abnahme des neuen Bildungsgruppen-

Lehrmittels ist also zumindest in Basel

garantiert.

«Wenn Entscheide für ein Lehrmittel

so gefällt werden, hat das doch

nichts mehr mit Qualität zu tun», ärgert

sich hep-Verleger Peter Egger, «da geht

es nur um Macht und Lobbying.» Wieweit

die Wahlfreiheit in Sachen KV-

KV-Reform

Kampf um Lehrmittel

Lehrmittel in Zukun� gewährleistet ist,

wird sich zeigen. Immerhin: Zumindest

die kleineren KV-Schulen wollen sich

nicht von der mächtigen Bildungsgruppe

drängen lassen. Der Tenor: Man

müsse die bereits vorliegenden Kapitel

der verschiedenen Lehrmittel jetzt in

Ruhe sichten und werde sich dann entscheiden.

Für Diskussionsstoff ist weiterhin

gesorgt. res

Die KV-Familie

Der Kaufmännische Verband Schweiz

(KVS) ist die grösste Angestelltenorganisation

des Landes mit einem

eigenen Lehrmittelverlag (SKV). Die

Regionalsektionen des Verbandes

sind Träger der KV-Bildungszentren.

Subventioniert werden diese Schulen

von den Kantonen, die für jeden

Lernenden in der Grundbildung einen

Beitrag zahlen. In diesen sogenannt

KV-getragenen Schulen

wird rund ein Drittel der Schweizer

KV-Lernenden ausgebildet. Die anderen

KV-Schulen sind kantonalisiert.

Die grössten KV-Zentren der

Deutschschweiz – Aarau, Baden,

Basel, Bern, Luzern, Winterthur, Zürich

– sind im Verein Bildungsgruppe

Schweiz zusammengeschlossen. Der

Verein ist laut Handelsregister nicht

gewinn orientiert und hat zum Ziel,

Weiterbildungen im kaufmännischen

Bereich anzubieten, «einheitliche

Produkte gemäss konsequent umgesetzten

Qualitätsstandards» zu fördern

und «alle KV-getragenen Schulen

mittelfristig einzubinden». Der

Verein Bildungsgruppe wiederum ist

Eigentümer der gleichnamigen Aktiengesellschaft,

die für die operative

Umsetzung des Vereinszwecks sorgt.

13


Lehrmittelangebot für KV, Fach- und Handelsmittelschulen

Alex Bieli (Hrsg.)

W&G 1

Lehrmittel für

die kauf männische

Grundbildung

1. Lehrjahr

iPhone-App W&G

Kostenlos im App

Store erhältlich

1. Auflage 2012

Grundlagenbuch 198 Seiten,

Arbeitsheft 180 Seiten,

A4, Broschur

CHF 42.– / EUR 35.–

ISBN 978-3-03905-806-8

Lösungen (für Lehrpersonen)

ca. CHF 50.– / EUR 42.–

ISBN 978-3-03905-808-2

Erscheint im Sommer 2012

In Vorbereitung

W&G 2: Erscheint im Februar 2013

W&G 3: Erscheint im Februar 2014

6. Auflage 2011

120 Seiten, A4, Broschur

CHF 26.– / EUR 22.–

ISBN 978-3-03905-651-4

Handbuch für Lehrpersonen

CHF 39.– / EUR 33.–

ISBN 978-3-03905-650-7

Suzanne Fankhauser,

Katharina Räber, Pierre

Schluep

Korrespondenz

Für Grund- und

Weiterbildung

Monika Wyss, Werner

Kolb, Heinz Hafner

OrthoGramm

Ein Nachschlagewerk

1. Auflage 2012

ca. 125 Seiten, 17 × 24 cm, Broschur

ca. CHF 26.– / EUR 17.–

ISBN 978-3-03905-828-0

Arbeitsheft

ca. CHF 19.– / EUR 13.–

ISBN 978-3-03905-829-7

Lösungsvorschläge zum Arbeitsheft

ca. CHF 12.– / EUR 8.–

ISBN 978-3-03905-830-3

Handbuch für Lehrpersonen auf CD-ROM

CHF 60.–/ EUR 50.–

ISBN 978-3-03905-682-8

14

Erscheint im Sommer 2012

Daniel Brodmann,

Marcel Bühler, Ernst Keller,

Boris Rohr

Finanz- und

Rechnungswesen –

Grundlagen 1

1. Auflage 2012

248 Seiten, A4, Broschur

CHF 44.– / EUR 37.–

ISBN 978-3-03905-793-1

Handbuch für Lehrpersonen

CHF 78.– / EUR 65.–

ISBN 978-3-03905-795-5

Lösungen

ca. CHF 19.– / EUR 16.–

ISBN 978-3-03905-794-8

Erscheint im Sommer 2012

In Vorbereitung

Grundlagen 2: Erscheint im Juni/Juli 2012

Vertiefungen: Erscheint im Herbst 2012

Alex Bieli

1. Auflage 2011

112 Seiten, A4, Broschur

CHF 34.– / EUR 28.–

ISBN 978-3-03905-689-7

Korrespondenz plus

Das Handbuch für erfolgreiches

Schreiben

Ein Lehrmittel und Nachschlagewerk

Beat Gurzeler,

Hanspeter Maurer

Staat und

Wirtschaft

Grundlagen –

Strukturwissen

iPhone-App S&W

Kostenlos im App

Store erhältlich

10. Auflage 2012

212 Seiten, A4, Broschur

CHF 44.– / EUR 37.–

ISBN 978-3-03905-839-6

Erscheint im Sommer 2012

Arbeitsheft

CHF 18.– / EUR 15.–

ISBN 978-3-03905-524-1

Handbuch für Lehrpersonen

CHF 79.– / EUR 66.–

ISBN 978-3-03905-525-8

Aymo Brunetti

4. Auflage 2012

280 Seiten, A4, Broschur

CHF 48.– / EUR 40.–

ISBN 978-3-03905-838-9

Erscheint im Sommer 2012

Marcel Bühler, Übungsbuch

CHF 26.– / EUR 22.–

ISBN 978-3-03905-602-6

Lösungen zum Übungsbuch

CHF 24.– / EUR 20.–

ISBN 978-3-03905-603-3

6. Auflage 2012

152 Seiten, A4, Broschur

CHF 28.– / EUR 23.–

ISBN 978-3-03905-764-1

Lösungsbuch

CHF 16.– / EUR 13.–

ISBN 978-3-03905-818-1

Erscheint im Sommer 2012

Volkswirtschaftslehre

Lehrmittel für die Sekundarstufe

II und die Weiterbildung

iPhone-App VWL

Kostenlos im App Store

erhältlich

Alex Bieli, Ruedi Fricker,

Katrin Lyrén

Deutsch Kompaktwissen

– Band 1

Wortlehre, Satzlehre,

Grammatik, Rechtschreibung,

Zeichensetzung – mit

vielfältigen Übungen

Vera Friedli, Renato

C. Müller, Rahel Zahnd

Betriebswirtschaftslehre

Zusammenhänge

verstehen

iPhone-App BWL

Kostenlos im App

Store erhältlich

1. Auflage 2010

232 Seiten, A4, Broschur

CHF 42.– / EUR 35.–

ISBN 978-3-03905-503-6

Handbuch für Lehrpersonen

CHF 69.– / EUR 58.–

ISBN 978-3-03905-617-0


Starkes Gehirn.

Starke Frauen.

Feiert jemand aus Ihrer Familie bald

Geburtstag, oder sind Sie bei Bekannten

zu einem Fest eingeladen und wissen

nicht, was Sie mitbringen könnten? Dann

hilft Ihnen der hep-Geschenktipp weiter.

Vielleicht steckt Ihr Sohn mitten in

entscheidenden Prüfungsvorbereitungen

oder Ihre Freundin will eine anspruchsvolle

Weiterbildung in Angriff

nehmen. Dann ist «Lerne lieber gehirngerecht!»

von Peter Gasser genau

das richtige Geschenk. Gehirngerecht

lernen heisst die Potenziale des Gehirns

nutzen und erweitern. Wer seine

Lernmethoden ausbauen will, wer wirkungsvoll

und zeitsparend lernen will,

fi ndet in diesem Buch 40 praktische

Lerntipps. Diese werden neuropsychologisch

begründet und mit bewährten

Lerntechniken angereichert. Die Lerntheorie

kommt aber in «Lerne lieber

gehirngerecht!» nicht etwa trocken und

theoretisch daher, sondern wird mit Karikaturen

des Berner Zeichners Pfuschi

bildha� und treff end auf den Punkt gebracht.

Das Schmunzeln kommt beim

Lesen sicher nicht zu kurz.

Vielleicht haben Sie in Ihrem

Freundeskreis aber auch Frauen mit

Jahrgang 1971, oder Ihre Mutter erinnert

sich mit Schaudern an die Zeiten,

als sie das politische Stimmrecht noch

nicht hatte. Dann ist «Geboren am

7.2.1971» genau das richtige Mitbringsel

beim nächsten Familienfest. Just an

diesem Datum, das dem Buch den Titel

verleiht, wurde nämlich das eidgenössische

Frauenstimmrecht mit einer

Zweidrittelmehrheit (endlich) angenommen.

Die Journalistinnen Patricia

Götti und Ursina Trautmann sowie

die Fotografi n Annette Boutellier haben

in allen Landesteilen der Schweiz

Frauen besucht, die an diesem besagten

Februartag geboren sind. Sie lassen

sie zusammen mit ihren Müttern und

Töchtern zu Wort kommen. Zwischen

die reich bebilderten Monologe und

Gespräche eingeschoben sind Resultate

von Abstimmungen der vergangenen

40 Jahre, in denen die Frauen

grundsätzlich anders stimmten als die

Männer. Entstanden ist eine farbige

Palette von Bildern, Abstimmungsverhalten

und Zitaten, die sich zu einer

präzisen Analyse der Rolle der heutigen

Schweizerin verdichtet. Übrigens:

Das Buch eignet sich durchaus auch

als Geschenk für Männer – vielleicht

geht dem einen oder andern bei der

Lektüre ja ein Licht auf.

Geschenktipp

Peter Gasser

Lerne lieber gehirngerecht!

Wie man neuronale Potenziale nutzen

und erweitern kann

1. Aufl age 2011 | 96 Seiten | 24 x 16 cm,

broschiert | CHF 29.00 | EUR 24.00 |

hep verlag | ISBN 978-3-03905-751-1

Barbara Ritschard (Hrsg.)

Patricia Götti Zollinger, Ursina Trautmann

Slimi (Text)

Annette Boutellier (Foto)

Geboren am 7.2.1971

Die Mütter und Töchter des Frauenstimmrechts

1. Aufl age 2011 | 180 Seiten | 16 x 23

cm, broschiert | CHF 29.00 | EUR 27.00

| hep verlag | ISBN 978-3-03905-762-7

15


«Berufsbildung

ist die beste

Armutsprävention»

Der ehemalige SP-Nationalrat

und Preisüberwacher Rudolf H.

Strahm ist aus der aktuellen politischen

Debatte nicht wegzudenken.

Der rastlose Ökonom und hep-Autor

gilt als einer der besten Kenner der

Schweizer Wirtschaftspolitik. Inzwischen

ist Strahm zwar pensioniert,

aber ruhig ist es um ihn deswegen

nicht geworden – im Gegenteil.

16

RAHEL ECKERT-STAUBER

Er gilt heute als eine der einflussreichsten

unabhängigen Stimmen der

Schweiz: Rudolf H. Strahm, ehemaliger

Preisüberwacher und SP-Nationalrat,

Ökonom, Ehrendoktor, Kolumnist und

Buchautor. Es vergeht kaum ein Tag,

an welchem in der Schweizer Presse

nicht etwas von oder über den quirligen

Querdenker zu lesen oder zu hören ist.

Eigentlich wäre der 69-jährige Strahm

pensioniert. Aber sich deshalb auf sein

Altenteil zurückzuziehen, käme ihm

nicht im Traum in den Sinn. «Intellektuell

wird man nie pensioniert», meint er

schmunzelnd. Ausserdem sei die Arbeit

immer auch seine Geliebte gewesen.

Strahms Analysen zur aktuellen

Wirtscha�slage, zur Migrationsproble-

matik oder zur schweizerischen Berufsbildung

sind messerscharf und stets

provokant. Selbst politische Gegner

achten ihn als kompetenten Gesprächspartner.

Dass er mit seiner Kritik und

seinen Forderungen auch immer wieder

in der eigenen Partei aneckt, weil

er linke Tabuthemen aufgrei�, kümmert

ihn wenig. «In meinem Alter hat

man eine gewisse Narrenfreiheit», sagt

er trocken. «Ausserdem kann man vor

Problemen, die offensichtlich sind,

nicht einfach die Augen schliessen.»

Die Welt verändern

Streng auf Parteikurs ist Strahm nie

gewesen – und dies, obwohl er in den

80er-Jahren als Zentralsekretär den

Kurs der Partei entscheidend mitgeprägt

hatte. Ideologische Fixierung ist

seiner Meinung nach Zeichen einer

Ich-Schwäche. «Dogmen sind wichtig

als ideelle Leitlinien, aber sie dürfen

nicht zum Diktator des eigenen Denkens

werden», sagt Strahm.

Aber was treibt ihn an – auch

jetzt noch, wo er sich doch eigentlich

zurücklehnen könnte? Er sei halt ein

zutiefst politischer Mensch, erklärt

Strahm. Einer seiner Leitsprüche sei:

«to be is to confront.» Strahm zitiert

dazu Marx: «Die Philosophen haben

die Welt nur verschieden interpretiert;

es kommt aber darauf an, sie zu verändern.»

Und Strahm will verändern. In

welcher seiner zahlreichen Funktionen

hatte er denn am meisten Macht?

Strahm überlegt. Jedes seiner Ämter

sei mit etwas Einfluss verbunden gewesen.

«Als Preisüberwacher hatte ich

sicher eine gewisse Gestaltungsmacht

in der Preisbildung, und als Nationalrat

habe ich die Berufsbildungsreform entscheidend

mitgeprägt», erinnert sich

Strahm.

Manchmal sei er aber auch hochkant

gescheitert, etwa mit der Bankeninitiative,

die 1984 vom Stimmvolk

wuchtig mit 73 Prozent der Stimmen

bachab geschickt wurde. Darauf angesprochen,

dass er just in dieser Bankenfrage

– fast 30 Jahre später – doch

noch recht bekommen habe, schwei�

Strahms Blick mit einem feinen Lächeln

in die Ferne. Er habe in der Tat

o� die Dinge früh erkannt, sinniert er.

«Aber historisch recht gehabt zu haben,

wird nie belohnt.»

Ein �ema, das Strahm besonders

am Herzen liegt, ist die Berufsbildung.

In den 90er-Jahren prägte er im Parlament

erfolgreich das neue Berufs-


ildungsgesetz mit. Und in seinem im

hep verlag erschienenen Buch «Warum

wir so reich sind» zeigt Strahm auf,

dass die Berufsbildung der eigentliche

Schlüsselfaktor für den Wohlstand und

die tiefe Arbeitslosigkeit in der Schweiz

ist. Wenn es um die Ausbildungsmöglichkeiten

der Jungen geht, redet sich

Strahm regelrecht ins Feuer. «Eine gute

Berufsbildung ist die beste Armutsprävention»,

betont Strahm. Ein Blick über

die Grenzen zeige, dass in Ländern,

die zwar eine hohe Maturitätsquote,

aber kein duales Berufsbildungssystem

hätten, eine viel höhere Jugendarbeitslosigkeit

herrsche als hierzulande.

Dazu komme der makroökonomische

Aspekt: «Wenn die Schweiz in dem

unglaublichen industriellen Verdrän-

FOTO: KEYSTONE

gungskampf durch die Asiaten bestehen

will, müssen wir eine ständig

höhere Qualifizierung der Berufsarbeit

anstreben», ist Strahm überzeugt.

«Nur mit hochpreisigen Spezialitätenprodukten

haben wir eine Chance, im

Industriesektor weiterhin erfolgreich

zu sein.» Und da sei die Berufsbildung

entscheidender Faktor.

Wider elitäres Denken

Ein besonderer Dorn im Auge ist

Strahm «der universitäre Bildungsdünkel»

und die «unverhältnismässig starke

Akademikerlobby». «Viele Professoren

haben unser Berufsbildungssystem

und das Prinzip ‹kein Abschluss ohne

Anschluss› mit der höheren Berufsbildung

nicht begriffen. Sie verharren in

Vom Chemielaborant zum Ehrendoktor

Rudolf H. Strahm wurde 1943 im Emmental geboren. Nach einer Lehre als

Chemielaborant in der Basler Chemie besuchte Strahm das Technikum

in Burgdorf und studierte schliesslich an der Universität Bern Volks- und

Betriebswirtschaft. Von 1974 bis 1978 war er Sekretär der «Erklärung von

Bern». Dann wechselte Strahm in die Politik: Von 1978 bis 1985 amtete er

als Zentralsekretär der SP Schweiz, sass von 1991 bis 2004 im Nationalrat,

bevor er von 2004 bis 2008 als Preisüberwacher waltete. Im letzten

Dezember verlieh ihm die Theologische Fakultät der Universität Bern den

Ehrendoktortitel. Strahm hat Lehraufträge an den Universitäten Bern und

Freiburg im Masterstudium von Berufsberatern und am EHB in der Weiterbildung

von Berufsschullehrpersonen. Daneben schreibt Strahm regelmässig

Kolumnen für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Strahm ist

Autor zahlreicher Bücher und Publikationen. Zuletzt erschienen ist im hep

verlag «Warum wir so reich sind. Wirtschaftsbuch Schweiz», ISBN 978-3-

03905-576-0, CHF 38.–.

< Unermüdlich: Rudolf H. Strahm

Porträt

ihrem elitären akademischen System,

und einige werten mit ihren abschätzigen

Bemerkungen den Wert der Berufsbildung

herab», ärgert sich Strahm.

«Und von den Mechanismen des Arbeitsmarktes

haben leider viele Akademiker

erst recht keine Ahnung.»

Strahm weiss, wovon er spricht.

Er, der als Jugendlicher zuerst eine

Lehre als Chemielaborant in der Basler

Chemie absolviert, sich dann einen

Ingenieurstitel an einem Technikum

erworben hatte, bevor er schliesslich

an der Universität Bern Ökonomie studierte,

kennt beide Wege aus eigener

Erfahrung. So kämp� Strahm heute

unermüdlich und hartnäckig für eine

weitere Stärkung der Berufsbildung.

Mit «Warum wir so reich sind» zieht

der «Volkspädagoge», wie er sich selbst

bezeichnet, für Vorträge kreuz und

quer durch die Schweiz und ins nahe

Ausland. 150 bis 200 Vorträge seien es

bislang gewesen.

So gerne Strahm über gesellscha�spolitische

�emen debattiert, so

ungern gibt er etwas Persönliches preis.

«Ich rede nicht gerne über mich», blockt

er entsprechende Fragen unwirsch ab.

Es ist ihm lediglich zu entlocken, dass

er täglich viel Ausdauersport betreibt,

gerne liest, zweimal im Jahr nach Griechenland

reist und im Sommer Grossvater

wird. «Aber schreiben Sie lieber

über die Berufsbildung!» Sagt’s und eilt

weiter zum nächsten Termin.

17


18

Unsere

Wanderführer sind

für alle, die gerne

kurzfristig eine Wanderung

machen

wollen.

«

»


FOTOS: HANNES SAXER

«Der Weg entsteht beim Wandern»,

witzelt Men Haupt und marschiert los.

Nach tagelangem Regenwetter zeigt

sich erstmals wieder zagha� die Sonne.

Beinahe ideale Bedingungen, um mit

dem hep-Team das Wallis zu erkunden.

Die Route führt von Venthône, einem

hübschen Dorf über den Rebbergen

von Sierre, hinauf zur Bisse Neuf und

weiter ins Weinstädtchen Salgesch.

Die Idee für die Wanderung entstammt

dem eben im ott verlag erschienenen

Wanderbuch «GenussWandern

– Region Wallis». Ein guter Grund also,

sie mit dem verantwortlichen Verleger

persönlich auszuprobieren. «Die

Wanderbücher aus der Serie ‹Genuss

Wandern› sind für alle jene, die gerne

auch kurzfristig eine Wanderung machen

wollen – ohne lange Vorbereitung

und ohne viel Gepäck», erklärt Haupt.

So eignen sich die Bücher für Jung und

Alt. In derselben Reihe erschienen sind

bereits Wanderbücher für die Region

Bern, Berner Oberland und den Jura.

Haupt schreitet zügig voran. Man

merkt, dass der passionierte Jäger o�

in Wanderschuhen unterwegs ist. Zusammen

mit Lektorin Geraldine Blatter

führt er die Wandergruppe zielsicher

an. Nach einem kurzen Aufstieg

erreicht die Gruppe die Bisse Neuf,

eine alte, offene Höhen-Wasserleitung.

Ohne das kostbare Wasser, welches

die Bisse zu den trockenen Regionen

bringt, wäre hier keine Landwirtscha�

und insbesondere kein Weinbau möglich.

Laut Meteo Schweiz zählt die Region

zu den heissesten und trockensten

Gegenden der ganzen Schweiz. Ein

Blick über die steppenartigen Hänge

lässt erahnen, dass die Sonne im Sommer

hier sengend heiss niederbrennt.

Lust auf mehr

Hat man die Anhöhe einmal erreicht,

führt ein idyllischer Höhenweg durch

leicht bewaldetes Gebiet der Bisse

entlang. Von hier oben hat man einen

inspirierenden Weitblick über das

Rhonetal und zu den Bergen, etwa

auf die Viertausender Zinalrothorn

und Obergabelhorn zuhinterst im Val

d’Anniviers. Wenn sich die Sonne jetzt

noch ganz durchsetzen könnte, wäre es

Wandern mit ott

Das Wallis mit

Genuss erwandern

Das hep magazin hat den neusten Wanderführer aus dem

ott verlag gemeinsam mit Verleger Men Haupt getestet. Fazit:

Genuss und Schönheit sind garantiert.

< Auf Schusters Rappen: Verleger Men Haupt

nahezu perfekt. Lust auf weitere Wanderungen

kommt auf. Kein Problem:

Insgesamt findet man im ott-Wanderbuch

30 abwechslungsreiche Wandervorschläge

für den ganzen Kanton

Wallis. Für alle Wanderungen gilt das

Motto: maximal drei Stunden Marsch

bei geringen Höhendifferenzen. Die

Routen folgen markierten Wegen, sodass

die Orientierung sehr einfach ist

und Ausgangs- und Endpunkte gut mit

Bahn und Bus erreichbar sind.

Nach zwei Stunden entspannter

Wanderung entlang der uralten Wasserleitung

wählt Verleger Haupt heute den

Abstieg nach Salgesch. Er will die nachmittägliche

Wanderung mit einer Weindegustation

in einem der vielen Weinkeller

im Städtchen abrunden. Haupt

lacht: «So etwas sollte beim genussvollen

Wandern eben auch drinliegen.» res

Wandern Sie mit!

Das hep magazin lädt Sie ein, bei der nächsten Verlagswanderung mitzuwandern!

Sie findet am Donnerstag, dem 30. August 2012, statt und führt von Glovier

nach St-Ursanne. Gemeinsam mit Verleger Men Haupt nehmen wir eine

Route unter die Füsse, die uns Grenzwertiges und Geheimnisvolles im Kanton

Jura bietet. In St-Ursanne wartet eine stärkende Verpflegung auf uns, die vom

Verlag offeriert wird. Treffpunkt: um 10.00 Uhr beim Bahnhof Glovelier, individuelle

An- und Abreise, Dauer der Wanderung: 2 bis 3 Stunden, Kleidung:

leichte Wanderkleidung, Regenschutz. Die Wanderung findet bei jedem Wetter

statt. Melden Sie sich bis spätestens am 16. August an unter info@hep-

verlag.ch oder telefonisch unter 031 310 29 29.

N

S

19


ott Spezialwanderführer

Fredy und Sabine Joss

GenussWandern

Region Wallis

1. Auflage 2012

192 Seiten, 15 × 22,5 cm, Broschur

CHF 38.– / EUR 32.–

ISBN 978-3-7225-0124-6

Christoph Käsermann, Andreas Wipf

Gletscher der Schweiz

52 faszinierende Bergwanderungen zu

Eisströmen in den Kantonen Bern, Wallis

und Waadt

1. Auflage 2011

244 Seiten, 14,8 × 22,5 cm, Broschur

CHF 42.– 20 / EUR 35.–

ISBN 978-3-7225-0109-3

Fredy und Sabine Joss

GenussWandern

Region Berner Oberland

1. Auflage 2011

180 Seiten, 15 × 22,5 cm, Broschur

CHF 38.– / EUR 32.–

ISBN 978-3-7225-0119-2

Elsbeth Flüeler

Berge entstehen – Berge

vergehen

Wanderungen zu Bergstürzen entlang

der Alpen

1. Auflage 2011

200 Seiten, 14,8 × 22,5 cm, Broschur

CHF 38.– / EUR 32.–

ISBN 978-3-7225-0115-4

Fredy und Sabine Joss

GenussWandern

Region Jura

1. Auflage 2010

192 Seiten, 15 × 22,5 cm, Broschur

CHF 38.– / EUR 32.–

ISBN 978-3-7225-0107-9

Paul Christener

Erscheint im Herbst 2012

Auf Schmugglerpfaden

30 Bergwanderungen zwischen Binntal

und Piemont

1. Auflage 2012

ca. 200 Seiten, 14,8 × 22,5 cm, Broschur

ca. CHF 38.– / EUR 32.–

ISBN 978-3-7225-0126-0


Beni Wieland aus Steckborn TG

ist Schreinerlehrling im 2. Lehrjahr.

Seine Freizeit verbringt der

17-Jährige am liebsten auf dem See.

Mein Wecker klingelt um 6.15 Uhr. Ich

stehe auf, frühstücke und richte mich.

Dann schwinge ich mich aufs Velo

und fahre in meinen Lehrbetrieb, die

Schreinerei Felix Meier AG in Steckborn.

In fünf Minuten bin ich dort, das

ist sehr praktisch. Um 7 Uhr beginnen

wir mit der Arbeit. Wir – das sind mein

Chef und ich. Mehr Mitarbeiter sind

das nicht. Wenn ich mal krank bin,

kann es für ihn ziemlich he� ig werden.

Zuerst besprechen wir, welche Arbeiten

anfallen. Im Moment sind wir gerade

bei einem Hausumbau engagiert. Wir

restaurieren aber auch Möbel. Die Arbeit

mit dem Holz hat mir schon immer

gefallen. Vielleicht kommt das daher,

dass auch mein Vater Schreiner ist und

hier in Steckborn eine kleine Schreinerei

hat. Zuerst wollte ich Zimmermann

lernen, aber ich habe schnell gemerkt,

dass mir die feinen Arbeiten mit Holz,

bei denen es auch aufs Detail ankommt,

mehr zusagen. Ich hätte auch schulisch

weitermachen können, aber ich wollte

etwas Handwerkliches lernen. Nach

der Lehre will ich aber die Berufsmatura

machen und vielleicht nach Biel

ans Technikum studieren gehen. Aber

so genau weiss ich das noch nicht. Vielleicht

reise ich dann auch zuerst für

einige Zeit ins Ausland. Auf jeden Fall

werde ich mich irgendwie weiterbilden.

Von 12 bis 13 Uhr habe ich Mittagspause.

Da fahre ich heim, denn

meine Mutter kocht, das ist schön und

praktisch. Wir haben zu Hause einen

kleinen Obstbetrieb. Während der Erntezeit

helfe ich natürlich auch mal mit.

Ich habe zwei kleine Brüder und eine

ältere Schwester, die eine Kochlehre

macht. Da ist immer viel Betrieb. Nach

der Mittagspause geht es wieder zurück

an die Arbeit.

FOTO: FELIX MEIER

≥ Bei der Arbeit im Lehrbetrieb: Beni Wieland

«Ich mag

die Feinarbeit

mit

Holz»

Um 17 Uhr ist Feierabend. Von

Frühjahr bis in den Herbst hinein, verbringe

ich praktisch jede freie Minute

auf dem Bodensee. Ich segle seit ich

neun Jahre alt bin. Das ist meine grosse

Leidenscha� . Ich liebe das Feeling auf

dem See, wenn mir der Wind ins Gesicht

bläst und es spritzt. Meine Eltern hatten

immer ein Segelboot und haben mich

von klein auf mitgenommen – na ja, wir

Ein Tag mit einem

Lernenden

wohnen ja auch direkt am See. Im «Jugendsegeln

Steckborn» bin ich Hilfsleiter

und mache jetzt einen Jugend-und-

Sport-Leiterkurs. Ich bin auch schon

Regatten gefahren, aber so richtig profi

mässig würde ich das doch nicht machen.

Da muss man zu viel Geld investieren.

Ausserdem habe ich noch andere

Hobbys. Im Turnverein zum Beispiel bin

ich ebenfalls Hilfsleiter, und im Winter

fahre ich Snowboard und Ski.

Wenn ich abends zu Hause bin,

mache ich Hausaufgaben, schaue einen

Film oder checke schnell das Facebook.

Aber viel Zeit, um lange im Netz zu verweilen,

habe ich nicht. Am Wochenende

gehe ich mit der Freundin oder mit

Kollegen in den Ausgang nach Winterthur

oder Konstanz. Im Sommer hängen

wir allerdings lieber am See rum

oder spielen Volleyball in der Badi. Da

wird es auch mal spät. Aber unter der

Woche lösche ich das Licht um 22 Uhr.

21


«Die BM fördert

Chancengleichheit»

Die Berufsmaturität (BM) steht vor

grossen Herausforderungen: Auf

Schuljahresbeginn 2014 müssen

die Schulen einen neuen Rahmenlehrplan

umsetzen. Welche Schwierigkeiten

sind damit verbunden? Und wie soll

das Erfolgsmodell BM weitergeführt

werden? Das hep magazin sprach darüber

mit Christian Seewer, Vorsteher

der Abteilung BMS an der gibb Bern.

22

RAHEL ECKERT-STAUBER

hep magazin: Wie ist die Erfolgsgeschichte

der BM zu erklären?

Christian Seewer: Erstens sichert

die BM einen qualifizierten Zugang zu

den Fachhochschulen, zweitens stiegen

die Zahlen von BM-Abschlüssen in den

letzten Jahren stetig, und drittens hat

sich unser Image über die Jahre laufend

verbessert. Die Möglichkeit, dass man

während der Lehre eine Matura machen

kann, ist heute allgemein anerkannt.

Einige Fachhochschulen monieren

aber, dass 30 bis 40 Prozent der Lernenden

nach dem ersten Jahr an der

Fachhochschule durchfallen oder ihr

Studium abbrechen. Ist das Niveau der

BM zu tief?

Wir wissen, dass diese Zahlen zumindest

für den technischen Bereich

nicht stimmen. Fachhochschulen nehmen

zunehmend auch Leute mit gymnasialer

Matura auf. Ich kenne keine

Studie, die ausschliesslich BMS-Abgänger

untersucht hat. Ob es tatsächlich

immer nur Leistungsmangel ist, wage

ich zu bezweifeln. In solche Statistiken

fallen auch all jene, die die Studienrichtung

ändern oder ihr Studium für

ein oder zwei Jahre unterbrechen. Eine

andere Zahl erscheint mir wichtiger:

Wie viele unserer Leute gehen nachher

effektiv an eine Fachhochschule? Und

dort liegen wir, gut geschätzt, bei zwei

Dritteln.

Trotz Erfolgsgeschichte: Vergleicht

man BM-Zahlen mit gymnasialen Maturazahlen,

hinkt die BM immer noch

hinterher. Wie könnte man diese Quote

verbessern?

Grundsätzlich wollen wir die Attraktivität

der Berufsbildung erhalten

oder gar noch steigern. Gerade die Berufsmaturität

leistet dazu einen wichtigen

Beitrag. Dass man jetzt aber unsere

Anteile markant anheben soll, ist nicht

unbedingt das Ziel.

Ist der Konkurrenzkampf zwischen

Gymnasium und Berufsmatur denn

nur ein virtueller?

Der Konkurrenzkampf findet eher

anderswo statt, nämlich in den Familien,

dort, wo über die Bildungspläne der

Jungen diskutiert wird. In vielen Familien

gibt es da klare Beliebtheitsranglisten:

zuerst Gymnasium, wenn das nicht

reicht, eine Handels- oder Fachmittelschule.

Die Berufslehre kommt o� erst

als letzte Option ins Spiel.

Dann ist Ihre Botschaft in den Elternhäusern

noch nicht angekommen?

Ja, ich habe dazu ein klassisches

Beispiel. Jahrelang besuchte ich gemeinsam

mit einem Rektor eines

Gymnasiums Informationsanlässe an

Sekundarschulen in der Region. Wenn

wir Schulen in Akademikervierteln besuchten,

konnte ich nach meinem Referat

jeweils zusammenpacken, während

der Rektor des Gymnasiums noch eine

Stunde lang Fragen beantworten musste.

Genau umgekehrt war es, wenn wir

Schulen in sozial anders strukturierten

Quartieren besuchten.

Was ist denn im Vergleich zum gymnasialen

Weg so bestechend an der BM?

Es ist möglich, dass es Jugendliche

nach der Sekundarschule nicht ans

Gymnasium schaffen, weil sie schulmüde

sind, familiäre Probleme oder vielleicht

einen Migrationshintergrund haben.

Wenn sie aber motiviert sind und

die intellektuellen Voraussetzungen

mitbringen, haben sie die Möglichkeit,

sich während der Lehre auf die BM2

vorzubereiten und dann doch noch

einen höheren Abschluss zu machen.

So etwas ist im Gymnasium gar nicht

möglich. Die BMS kann so gewisse

Chancenungleichheiten korrigieren.

Die Lehrbetriebe werden wohl auch

nicht alle gleichermassen begeistert

sein von der BM?

Bei den Lehrbetrieben beobachten

wir zwei verschiedene Haltungen: Die

grossen Anbieter, wie zum Beispiel die

Postfinance oder die Swisscom, sind

der Meinung, dass ein gewisser Teil

ihrer Lernenden nach Abschluss der


Lehre eine BM haben soll. Sie stellen

sich auf den Standpunkt, dass sich die

zusätzliche Ausbildung auch für die

Firma lohnt, weil einige dieser Leute

nach der Fachhochschule zurück ins

mittlere Kader kommen werden. Auf

der anderen Seite gibt es viele kleine

KMU, bei denen die Lernenden vor

allem ein Kostenfaktor sind. Denen ist

Erfolgsgeschichte BM

Die Berufsmaturität wurde 1994

eingeführt. Seither hat sie sich als

Angebot für leistungsstarke Jugendliche

im schweizerischen Berufsbildungssystem

etabliert. Gemäss

Bundesamt für Statistik lag

die Berufsmaturitätsquote 2010 bei

13 Prozent. Inzwischen verfügen bereits

20,6 Prozent der EFZ-Lehrabgänger

über eine BM.

In Ergänzung zu einem eidgenössischen

Fähigkeitszeugnis ermöglicht

die BM den direkten Zugang zu einer

Fachhochschule. Mit einer Zusatzqualifikation

(Passerelle) ist ausserdem

der Übertritt an eine Universität

oder an eine Eidgenössische Technische

Hochschule (ETH) möglich.

Im Moment ist ein neuer Rahmenlehrplan

(RLP) für die BM in Erarbeitung.

Zentrales Anliegen ist eine

grössere Flexibilität und Durchlässigkeit

der Angebote. Die bisherigen

sechs Berufsmaturitätsrichtungen

werden zugunsten einer Schwerpunktsetzung

aufgegeben. Die ersten

Lehrgänge nach neuem RLP sollen

im Sommer 2014 starten.

≥ Glaubt an das Erfolgsmodell BM: Christian Seewer

der zusätzliche Schultag eher ein Dorn

im Auge. Glücklicherweise hat es aber

inzwischen auch kleinere Betriebe, die

gemerkt haben, dass es sich dennoch

auszahlt, weil die BM-Lernenden vielfach

aufgeweckter und motivierter sind

und folglich effizienter arbeiten.

Jetzt steht Ihnen der neue BM-Rahmenlehrplan

(RLP) ins Haus. Kommt

das für Sie nicht zu früh?

Meiner Meinung nach hätte es gereicht,

wenn man den bestehenden RLP

in einigen Punkten optimiert hätte. Ich

sehe gewisse Veränderungen, die in der

Umsetzung schwierig sein werden oder

die ich bedaure. So finde ich es schade,

dass es keine Ergänzungsfächer mehr

geben soll. Fragwürdig finde ich auch,

dass für die technische Richtung noch

mehr Lektionen Mathematik vorgesehen

sind, obwohl mir doch einige Mathematiklehrer

sagen, sie würden eher

mit weniger Lektionen auskommen.

Was ändert sich mit der neuen Einteilung

der verschiedenen BM-Typen?

Da liegt eine weitere Schwierigkeit.

Die BM führen neu zu den bestimmten

Studiengängen der Fachhochschulen

hin. Ich blicke noch nicht durch, wie

das in der konkreten Umsetzung aussehen

soll. Vielleicht ist es auch bloss Augenwischerei.

Als die Berufsmaturität

geschaffen wurde, verfolgte man zwei

Ziele, nämlich erstens eine Erweiterung

der Allgemeinbildung und zweitens die

Vorbereitung auf die Fachhochschulen.

Neu wird das in umgekehrter Reihen-

FOTO: HANNES SAXER

Interwiew

folge aufgezählt. Der Unterschied mag

zwar klein sein, aber er ist dennoch

zentral.

Der Zeitrahmen zur Umsetzung des

neuen RLP scheint mir eher knapp bemessen

zu sein.

Er ist sogar sehr knapp! Wir werden

vor allem die Schwierigkeit haben,

dass wir während drei Jahren parallel

mit altem und neuem Lehrplan laufen

müssen.

Die anderen Umstellungen wie etwa

Verschiebungen bei Fächergewichtungen

bereiten Ihnen keine Sorgen?

Für grössere Schulen wie die unsere

ist dies kein grosses Problem, da wir

viele Lehrpersonen in Teilzeit angestellt

haben. Mehr Respekt habe ich vor dem

Zeitaufwand, den die Umsetzung des

RLP in die Schullehrpläne erfordert.

Ich hoffe, dass sich der Kanton Bern bei

diesem Projekt ähnlich grosszügig zeigen

wird wie im Jahr 2000 bei der letzten

Änderung des Rahmenlehrplans.

Sie werden mit Ihrer kritischen Haltung

kaum alleine sein in der Schweiz.

Nein, Kritik kommt aus allen

Ecken. Nur sind die Bedürfnisse natürlich

sehr unterschiedlich. Die einen

hätten gerne mehr Naturwissenschaften,

andere wie wir hier im Kanton

Bern hätten lieber mehr Französisch,

wofür wir wiederum kaum Unterstützung

aus der Ostschweiz erhalten.

Gibt es denn auch geplante Änderungen

im RLP, die Sie begrüssen?

Ich finde es sehr gut, dass die Interdisziplinarität

stärker gewichtet und

neu auch benotet werden soll. Obwohl

mir noch schleierha� ist, wie wir diese

Benotung praktisch umsetzen sollen.

Ich hoffe, dass die Schulen einen gewissen

Spielraum für die Umsetzung

erhalten. Ausserdem begrüsse ich den

verstärkten Diskurs mit den Fachhochschulen.

23


«Wir verpassen es,

die Begabtenreserve

zu aktivieren»

Wenn sich die Stadt Zürich in

einer Plakatkampagne an die

ausländischen Einwohnerinnen

und Einwohner wendet und diese

auffordert, sich besser zu «integrieren»,

dann heisst es auf dem Plakat für Jugendliche:

«Zeig, was d’chasch, und

mach e Lehr!» Das tönt vernün�ig –

doch warum sagt man nicht: «Zeig was

d’chasch und gang a d’ETH?» Warum

ist es so selbstverständlich, dass Ausländerinnen

und Ausländer – wenn

auch meist hier geboren – schlicht eine

Lehre machen sollen?

Alle Zahlen zeigen, dass bei einer

tiefen Gymnasialquote, die zum Beispiel

in Zürich durch eine sehr selektive

Prüfung bei 20 Prozent stabilisiert

wird, diese Jugendlichen besonders

benachteiligt werden. Das ist ebenso

ungerecht wie auch schlecht für unser

Land: Wir verpassen es, die Begabtenreserve

in jenen Bevölkerungsschichten

zu aktivieren, die sowieso geringe

Integrationschancen haben. Mehr als

«e Lehr» scheinen wir ihnen nicht anbieten

zu wollen.

Doch das Problem betri� nicht

nur die Kinder mit Migrationshintergrund.

Künstlich tief gehaltene Gymiquoten

beschneiden die Bildungschancen

von vielen Jugendlichen. Diese

sind unter anderem dank intensiver

Mediennutzung heute sprachlich und

24

Historiker Philipp Sarasin fordert eine

stärkere Förderung der gymnasialen

und universitären Bildung.

mit ihren Kenntnissen auf einem anderen

Niveau als vor 20, 30 Jahren; zudem

wandern gegenwärtig vor allem

Akademiker in die Schweiz ein, deren

Kinder ebenfalls hoffen, ans Gymnasium

gehen zu können. All das verstärkt

den viel beklagten Nachfragedruck

aufs Gymnasium. Doch statt dafür den

«Ehrgeiz» der Eltern zu denunzieren,

sollte man einsehen, dass die künstlich

tiefen Quoten diesen Druck erzeugen,

und damit auch einen Parallelmarkt

von Gymi-Vorbereitungskursen, Lernstudios

und Privatschulen, der wiederum

vor allem den Privilegierten nützt.

All das ist ungerecht genug. Dass

die Schweiz aber viel zu wenig Akademiker

ausbildet, dass an ihren Hochschulen

zunehmend nur noch Ausländerinnen

und Ausländer lehren und

forschen und wir beispielsweise nicht

willens sind, alle Ärzte auszubilden,

die wir brauchen, ist ein Armutszeugnis

für unsere Bildungspolitik. Diese ist

im ideologischen Reflex gefangen, Beruf

mit «Berufslehre» zu identifizieren.

Man glaubt, Akademiker seien ebenso

überflüssig wie häufig arbeitslos, obwohl

beides nachweislich falsch ist. Es

wird Zeit, dass wir die Gymnasien all

jenen öffnen, die ihre Chancen für die

wissenszentrierten Arbeitsfelder der

Zukun� wahrnehmen wollen.

Prof. Dr. Philipp Sarasin

ist Ordinarius für

Neuere Geschichte am

Historischen Seminar der

Universität Zürich

Forum

Diskutieren

Sie mit!


Dr. Dalia Schipper

ist Direktorin des EidgenössischenHochschulinstitutes

für Berufsbildung,

EHB, mit den drei Standorten

Zollikofen, Lugano

und Lausanne

Berufslehre oder Matura –

welches ist der «bessere»

Weg? EHB-Direktorin Schipper

und Geschichtsprofessor

Sarasin zeigen auf, weshalb

sie für den einen respektive

den anderen Bildungsweg

kämpfen.

Wie stehen Sie zu dieser Frage?

Matura oder doch besser eine

Berufslehre? Kann man die

beiden Bildungswege überhaupt

gegeneinander abwägen?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

an: magazin@hep-verlag.ch

«Die Berufsbildung

wirkt integrativ»

Wie so o� tut einem auch in

Bildungsfragen die Sicht von

aussen zuweilen gut: Wenn

ausländischen Bildungsdelegationen

die Rolle der Berufsbildung im schweizerischen

Bildungssystem erläutert

wird, ist die Begeisterung gewöhnlich

gross und der Fächer an Fragen entsprechend

breit. Wir kennen die einschlägigen

Standardantworten: Die

Einbindung der Wirtscha�, die tiefe

Jugendarbeitslosigkeit oder die hohe

Durchlässigkeit. Meist reichen sie aber

nicht aus, um das System in seiner

Komplexität zu verstehen, geschweige

denn, es einem ausländischen Publikum

erklären zu können.

Nicht nur, weil ich die für die Berufsbildung

zuständige Hochschule leite,

sondern auch, weil ich gerne weiss,

wovon ich rede, bin ich froh, können

wir mehr und mehr auf forschungsbasierte

Erkenntnisse und evidente

Rückschlüsse zurückgreifen. Denn wir

wollen ja wissen, warum welche Faktoren

in der Berufsbildung Schweiz unter

welchen Umständen für welches Publikum

in welchem Ausmass wirksam

sind – und wir wollen das auch sauber

aufzeigen können.

Seit einigen Jahren beschä�igen

sich am EHB Forscherinnen und Forscher

verschiedenster Disziplinen systematisch

und methodisch mit den

Fragen der schweizerischen Berufsbildung

und liefern entsprechende Resultate.

In der Folge einige Beispiele dazu:

Forum

EHB-Direktorin Dalia Schipper betont die

Stärken der Berufsbildung und weiss, wo

Entwicklungspotenzial vorhanden ist.

• So wissen wir heute – ohne lediglich

Behauptungen aufzustellen – über

die integrativen Faktoren der Berufsbildung

in Bildungssystem, Gesellscha�

und Arbeitsmarkt Bescheid.

• Forschungsresultate aus Pädagogik

und Lernpsychologie zeigen, dass

die kompetenzorientierte Wissensvermittlung

in der Berufsbildung

und damit auch die Curriculumsentwicklung

für die nachhaltige Verankerung

von Können, Haltungen und

Wissen zielführend ist. Wir kennen

die Herausforderung für die Ausbildung

von Lehrpersonen und betrieblichen

Berufsbildnerinnen und

Berufsbildnern.

• Wir können dank einer systematischen

Methode gewährleisten, dass

die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes

heute und morgen tatsächlich als Basis

in die entsprechenden Curricula

eingebaut werden.

Je verlässlicher Antworten auf Systemfragen

werden, desto breiter werden die

Möglichkeiten, im Austausch mit den

anderen Bildungsbereichen die jeweiligen

Stärken zu teilen und die Schwächen

zu tilgen. Denn eine kontinuierliche

Optimierung muss schliesslich

eines der Hauptziele eines kohärenten

Bildungssystems sein. In diesem Sinne

ist die Berufsbildung ein wertvoller

Bestandteil des schweizerischen Bildungssystems.

25


Buch

Ein unverkrampfter

Blick auf unser

Land

Lisa Finizio und Sara Messmer sind

im letzten Jahr ihrer dreijährigen

Lehre unter die Schriftstellerinnen

gegangen. Auf sehr persönliche

Weise setzen sich die jungen Detailhandelsfachfrauen

in ihrem Buch mit

gesellschaftlichen und politischen

Fragen auseinander.

RAHEL ECKERT-STAUBER

«Parteien? Politik? Mit diesem �ema

kann ich nicht viel anfangen, wenn ich

ehrlich bin.» So beginnt Lisa Finizios

Text. Die Detailhandelsfachfrau ist eine

von 16 Berufslernenden, die vor einem

Jahr im Fach «Gesellscha�» das Buch

«Das ist unser Land. Texte von Berufslernenden

zu Politik und Gesellscha�»

geschrieben haben.

Die fröhliche junge Frau nimmt in

ihrem Beitrag das Parteienwesen der

Schweiz unter die Lupe. Sie tut dies mit

viel Humor und Leichtigkeit. So grün-

det sie in Gedanken gleich ihre eigene

Partei, die IST – Immer im Trend sein.

«Das Ziel der Partei könnte sein: Personen

in der Schweiz sollen immer

trendgerecht herumlaufen. So könnte

die Schweiz zu einem Land werden,

in dem Mode einen hohen Stellenwert

hat», schreibt Finizio. Anhand der ITS

erklärt die Detailhandelsfachfrau auf

leicht verständliche Weise, welche Rolle

Parteien in unserem Politsystem haben

und welchen Regeln sie unterstehen.

Und Finizio spinnt den Faden gleich

weiter: «Ein Traum … meine Partei in

allen Kantonen vertreten, im Nationalrat

und ich im Bundesrat.»

Bis in den Bundesrat hat es Lisa

Finizio – heute, ein Jahr später – noch

nicht gescha�. «Leider hat meine Partei

noch nicht genug Mitglieder, um die

Zauberformel zu knacken», lacht sie.

Und wenn sie ehrlich sei – fügt sie verschämt

hinzu –, interessiere sie sich eigentlich

immer noch nicht wirklich für

Politik. «Aber ich komme nun besser

draus und verstehe das System.»

Finizio und ihre ehemaligen Mitschülerinnen

und Mitschüler stehen

inzwischen mitten im Berufsleben. Alle

haben sie im letzten Sommer ihre Berufslehre

erfolgreich abgeschlossen. So

auch Sara Messmer. In ihrem Kapitel

beschreibt Messmer, wie schwierig es

ist, in der Berufswelt Fuss zu fassen. Sie

blickt zurück auf ihre nervenaufreibenden

Bemühungen um eine passende

Lehrstelle und über ihre Erfahrungen

«Was dich nicht

umbringt, macht dich

stärker.»

mit einer Lehrvertragsauflösung. «Bei

Problemen ist es auch sinnvoll, wenn

man den Mut hat, sich zu wehren und

offen und ehrlich mit sich und anderen

zu sein», schreibt Messmer. Ihr Motto:

26 ≥ Aufgestellt: Lisa Finizio und Sara Messmer

FOTO: FELIX GERBER


«Was dich nicht umbringt, macht dich

stärker.»

Und stark sind sie in der Tat, die

beiden sympathischen Frauen. «Ich bin

sehr stolz auf das, was wir mit diesem

Buch gescha� haben», sagt Sara Messmer,

die heute als Verkäuferin in einem

Zürcher Spezialitätengeschä� für

Käse arbeitet. «Schliesslich kann nicht

jeder von sich behaupten, er habe ein

Buch geschrieben.» Das Schreiben ihres

Textes habe ihr auch geholfen, ihre

negativen Erlebnisse in der Arbeitswelt

zu Beginn der Lehre zu verarbeiten.

«Auch meine Freunde und die Familie

sind natürlich sehr stolz», ergänzt Lisa

Finizio, die in einer Bäckerei arbeitet.

«Es ist einfach toll, das eigene Buch

«Hey, man kann

unser Buch im Laden

kaufen!»

in der Hand zu halten.» Sie freut sich

besonders darüber, dass ihr Umfeld sie

in ihrem Text und in ihrem Schreibstil

wiedererkennt. Ob sie sich vorstellen

könnte, wieder einmal an einem Buch

mitzuschreiben? Lisa zuckt die Achseln.

«Wenn man mir dazu einen Auftrag

gibt – weshalb nicht?»

Den Au� rag für die vorliegenden

Texte erteilt hatte Elisabeth Gusdek Petersen.

Sie unterrichtete Lisas und Saras

Klasse an der Berufsschule für Detailhandel

in Zürich in den allgemeinbildenden

Fächern. «Aus Erfahrung

wusste ich, dass der Dampf im letzten

Semester o� raus ist, da wollte ich entgegenwirken»,

sagt Gusdek. «Ausserdem

wollte ich der Klasse noch etwas

mit auf den Lebensweg geben.» Dies tat

sie, indem sie die Lernenden dazu aufforderte,

sich intensiv mit einem Gesellscha�

sthema auseinanderzusetzen.

20 � emen standen zur Auswahl:

von Steuern über Drogen bis zum Eherecht.

Die Lernenden sind die Arbeiten

28

sehr persönlich angegangen und haben

ihre Recherchen mit selbst Erlebtem

verwoben. José-Manuel Gisler etwa erzählt

in seiner Kurzgeschichte von einem

jungen verschuldeten Mann und

von seiner eigenen Einsamkeit. Birsen

Kaplan zeigt auf, wie man sich in der

Türkei vermählt und wie sie selbst ihren

Liebsten gefunden hat. Oder Azra Burzić.

Sie rollt ihre ergreifende Geschichte

als Kriegskind aus Bosnien auf. Entstanden

sind so 16 nachdenkliche, witzige

und ehrliche Texte. Unverkramp�

nehmen die jungen Autorinnen und

Autoren zu den grossen � emen Stellung

und zeigen dabei auch, was sie im

allgemeinbildenden Unterricht gelernt

haben. Die Leserinnen und Leser gewinnen

aus erster Hand Einsichten und

Einblicke in das Leben, Denken und

Fühlen von Berufslernenden mit und

ohne Migrationshintergrund.

Die Idee für ein solches Projekt

trug Herausgeberin Gusdek schon länger

mit sich herum. «Aber ich musste

warten, bis ich eine geeignete Klas-

FOTO: FELIX GERBER

«Ich staunte, mit welch

emotionaler Energie

sich die Klasse ans Werk

machte.»

se hatte.» Mit Lisas und Saras Klasse

hatte sie endlich die Richtigen gefunden.

Zwar habe sie zuerst ungläubige

Blicke geerntet, als sie der Klasse die

Idee eröff nete. Ihr «Geschreibsel» sollte

gedruckt werden? Aber bald wich

der Zweifel dem Stolz. «Ich staunte,

mit welch emotionaler Energie sich die

Klasse ans Werk machte», sagt Gusdek.

«Ich bin sehr stolz

auf das, was wir mit

diesem Buch gescha�

haben»

Natürlich sei es ein hartes Stück Arbeit

gewesen, bis die Texte druckfertig

vorlagen. Manche Schreibkrise musste

überwunden, manche Überforderungsgefühle

aus dem Weg geräumt werden.

Aber der Aufwand hat sich gelohnt

– auch für Lisa Finizio und Sara

Messmer. Denn: «Hey, man kann unser

Buch im Laden kaufen!»

Die Herausgeberin

Elisabeth Gusdek Petersen studierte in

Deutschland und der Schweiz Jura und

Erziehungswissenschaften und unterrichtet

heute Allgemeinbildung an der

Berufsschule für Detailhandel in Zürich.

Daneben arbeitet sie als Autorin. Gusdek

befasst sich insbesondere mit interkulturellen

Fragen und völkerrechtlichen

Aspekten. Ausgedehnte Reisen führten

sie nach Russland, Tschetschenien und in

den Nahen Osten. Dort und in Afghanistan

verwirklichte sie humanitäre Projekte,

vor allem im Bildungsbereich. Sie hat die

Ausstellung «Was Krieg anrichtet» initiiert

und in der Schweiz, Deutschland und

Österreich einem breiten Publikum präsentiert.

Elisabeth Gusdek Petersen ist

Präsidentin des «Forums für Zeitzeugen.

Gegen Gleichgültigkeit und Vergessen».


Umfangreiches Angebot für den Detailhandel

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CHF 28.– / EUR 23.–

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CHF 24.– / EUR 20.–

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Handbuch für Lehrpersonen

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ISBN 978-3-03905-676-7

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CHF 50.– / EUR 42.–

ISBN 978-3-03905-848-8

Erscheint im Sommer 2012

Lösungen – kontrollieren

CHF 24.– / EUR 20.–

ISBN 978-3-03905-692-7

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4. Auflage 2011

312 Seiten, A4, Broschur

CHF 46.– / EUR 38.–

ISBN 978-3-03905-673-6

iPhone-App Gesellschaft DHF

Kostenlos im App Store erhältlich

Hans Stephani, Hugo Zimmermann

Detailhandel

Gesellschaft DHA

Grundlagen – verstehen – anwenden

4. Auflage 2011

304 Seiten, A4, Broschur

CHF 49.– / EUR 41.–

ISBN 978-3-03905-691-0

29


Endo Anaconda hep-Autor Dr. Renato C. Müller

hep-Verwaltungsräte Dr. Werner Kolb und Peter Egger

30

Spannende

Inputs und

interessante

Begegnungen

Der hep-Begegnungstag in Olten war auch dieses

Jahr ein voller Erfolg: 150 Lehrkräfte nutzten am

24. März die Gelegenheit, um sich in ungezwungenem

Rahmen im Berufsbildungszentrum Olten

weiterzubilden. Sie besuchten Workshops, tauschten

sich mit Autorinnen und Autoren aus und liessen

sich von den Referenten Prof. Dr. Rolf Arnold

und Prof. Dr. Aymo Brunetti inspirieren. Während

des vom hep-Verlag offerierten feinen Mittagessens

wurde fleissig diskutiert und debattiert. Später

sorgte Lieder macher und Autor Endo Anaconda mit

seiner Lesung für einen kulturellen Höhepunkt.

hep-Team: Geraldine Blatter, Rahel Wenger, Nadine Baumann


hep-Autor Dr. Peter Gasser Prof. Dr. Aymo Brunetti

Prof. Dr. Rolf Arnold, Technische Universität Kaiserslautern

Begegnungstag-Organisator Erich Marti hep-Autoren Alex Bieli und Rahel Eckert-Stauber

31


32

Ich kann

praktisch aus

jedem Text eine

Sprachübung

machen.

«

»


FOTO: FELIX GERBER

Die Produktive

Wer ein Deutschlehrmittel für

die Sekundarstufe II sucht,

kommt an ihr kaum vorbei:

hep-Autorin Monika Wyss.

RAHEL ECKERT-STAUBER

Blättert man das Verlagsprogramm des

hep verlages durch, sticht ein Name

besonders ins Auge: Monika Wyss.

Kaum jemand anders hat für den Verlag

bisher so viele Deutschlehrmittel

und Bücher geschrieben, mitgestaltet

oder herausgegeben wie die quirlige

pensionierte Germanistin. Wie viele

Werke es inzwischen sind? Wyss lacht:

«Da müsste ich zuerst nachzählen.»

Das Verlagsprogramm gibt Aufschluss:

acht Lehrmittel und Arbeitshe�e für

den Deutschunterricht an Gymnasien,

Berufsmaturitäts- und Berufsschulen.

Dazu kommen Beteiligungen an Gemeinscha�swerken

wie etwa am «Lexikon

Allgemeinbildung» und diverse

wissenscha�liche Publikationen.

Angefangen hatte alles in den

90er-Jahren mit einer Anfrage von

hep-Verleger Peter Egger – damals

Cheflektor bei Sauerländer – für die

Mitarbeit am Lehrmittel «Deutsch. Ein

Grundlagen- und Nachschlagewerk»

(heute «Texte!» bei hep). «Zuerst wuss-

< Quirlig und fix: hep-Autorin Monika Wyss

te ich gar nicht, ob ich das kann», erinnert

sich Wyss. Und ob sie konnte!

Seither verging kaum ein Jahr, in welchem

nicht ein neues Werk von oder

mit ihr auf den Markt kam. Zu Beginn

ging es ihr vor allem darum, für ihren

eigenen Unterricht massgeschneiderte

Lehrmittel zu kreieren. So ist etwa das

«OrthoGramm» entstanden. «Später

ergab eines das andere», erzählt Wyss,

«o� wurde ich für Projekte angefragt.»

Schreiben als kreativer Prozess

Bis zu ihrer Pensionierung arbeitete

Wyss an der Berufsmaturitätsschule

Zürich und wirkte daneben als Sprachdidaktikerin

und wissenscha�liche

Mitarbeiterin am Zürcher Hochschulinstitut

für Schulpädagogik und Fachdidaktik.

Doch was reizt sie am Lehrmittelschreiben?

«Schreiben ist kreativ,

spannend und schön», sagt Wyss. Sie

freue sich jedes Mal, wenn sie am

Schluss das fertige Produkt in den Händen

halte. Natürlich sei der Weg bis dahin

immer ein langer, aufwendiger Prozess

– angefangen von der ersten Idee,

über das Studieren der Lehrpläne, das

Abstecken des Umfangs bis schliesslich

zum Schreibprozess.

Wie kaum einer anderen gelingt

es Wyss, praktisch aus jedem Text eine

Hinter den

Kulissen

Sprachübung machen. «Das ist eine

handwerkliche Herausforderung, die

mir nach wie vor grossen Spass macht»,

sagt sie. Monika Wyss arbeitet gerne

in Teams, die sich gegenseitig ergänzen

und befruchten. Ihren Arbeitsstil

bezeichnet sie selbst als «genau bis

pingelig, manchmal dogmatisch». Und

Wyss ist direkt. Um den Brei herum

reden liegt ihr nicht. So kann es schon

mal vorkommen, dass sie mit ihrer impulsiven

Art Irritationen auslöst. «Ich

provoziere gerne, bin aber nicht nachtragend

und auch froh, wenn sich die

Spannungen wieder auflösen.»

Inzwischen ist Monika Wyss 66

Jahre alt. Fünf Monate im Jahr verbringt

sie zusammen mit ihrem Mann,

dem hep-Verwaltungsrat Werner Kolb,

und ihrem Hund Esha auf Malta. «Dort

betreibe ich eine Aussenstelle des Verlages»,

witzelt sie. Denn das Schreiben

an den Nagel hängen will sie so schnell

nicht. Eben hat sie ihre Arbeiten an

«Deutsch im ABU» für zweijährige

Lehren und ein Arbeitshe� zu «Texte!»

beendet. «Mein Ziel ist es, dass ich bis

zu meinem siebzigsten Altersjahr meine

Tätigkeiten nach und nach abbaue»,

sagt sie – macht eine Pause und fügt

schmunzelnd an: «Aber man weiss ja

nie!»

33


FOTO: CARMEN WEDER

Neue Adresse, neue Website

Der hep-Verlag ist umgezogen

und hat einen neuen Internetauftritt:

heller, frecher und frischer.

Der hep verlag wächst und wächst –

und braucht mehr Platz. In den Büroräumlichkeiten

an der Brunngasse 36

in Bern wurde es langsam, aber sicher

zu eng. So haben die 22 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter die Umzugskartons

gepackt und sind am 1. Juni an

die Gutenbergstrasse 31 umgezogen –

man beachte den symbolischen Gehalt

des Strassennamens für einen Verlag.

Dort hat sich hep nun auf zwei

Stockwerken niedergelassen. «Hier

haben wir mehr Platz, die Büros sind

grösser, und es hat mehrere Sitzungszimmer»,

erklärt hep-Marketingfrau

Rahel Wenger. Ausserdem befi nden

sich neu Archiv und Lager im selben

Haus. Vom Hauptbahnhof Bern (Ausgang

«Welle») ist die Gutenbergstrasse

in knapp zehn Minuten bequem zu

Fuss erreichbar. Oder aber man fährt

mit Tram Nr. 9 zwei oder mit Bus Nr. 10

eine Station bis Haltestelle «Monbijou».

34

Doch nicht nur die Adresse von

hep ist neu. Auch im Internet präsentiert

sich der Verlag seit diesem Frühjahr

in einem frischen Gewand. Die

neue Website (wie bisher: www.hep-

verlag.ch) ist moderner, frecher und

übersichtlicher. Ausserdem trägt sie

den unterschiedlichen Bedürfnissen

von Lehrpersonen, Lernenden und Bildungsfachleuten

Rechnung. Besuchen

Sie uns doch – real oder virtuell!


Pfuschis Schlussbetrachtung

35


Begegnen Sie unseren

Autorinnen und Autoren –

besuchen Sie die Didacta

Schweiz Basel – lernen

Sie das hep-Team kennen

Der hep verlag lädt Sie zu einem Besuch der grössten

Bildungs messe der Schweiz ein.

Das sind Ihre Vorteile:

• Gratiseintritt (erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung)

• Gespräche mit Autorinnen, Autoren

• Sie lernen den Verleger Peter Egger und das hep-

Team kennen

• Kurzinterviews mit Rudolf H. Strahm (Mittwoch);

Beat Jost, Direktor World Didac (Donnerstag); Prof.

Dr. Aymo Brunetti und Prof. Dr. Beat Döbeli (Freitag)

• Apéro riche am hep-Stand

Jeweils ab 12.00 Uhr am hep-Stand, Halle 5

Mittwoch, 24. Oktober 2012 u.a. Jürg Fankhauser,

Dr. Men Haupt, Dr. Werner Kolb, Dr. Norbert Landwehr,

Dr. Renato C. Müller, Boris Rohr, Markus Spiegel,

Rudolf H. Strahm, Hans Stephani, Dr. Monika Wyss

Donnerstag, 25. Oktober 2012 u.a. Christoph Aerni,

Alex Bieli , Rahel Eckert-Stauber, Dr. Peter Gasser, Andreas

Grassi, Dr. Men Haupt, Prof. Dr. Regula Kyburz-

Graber, Hans peter Maurer, Adrian Müller, Katy Rhiner,

Hans Stephani, Peter Wyss, Christine Zumstein

Freitag, 26. Oktober 2012 u.a. Heinrich Andereggen,

Rahel Balmer-Zahnd, Prof. Dr. Aymo Brunetti, Prof.

Dr. Beat Döbeli, Beat Gurzeler, Vera Friedli, Dr. Esther

Kamm, Prof. Dr. Christoph Städeli , Karl Uhr, Prof. Dr.

Thomas Zellweger, Prof. Claudio Zingg

Anmeldung auf der Website (www.hep-verlag.ch) oder unter Tel. 031 310 29 29 bis am 15. Okt. 2012

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