Nr. 3 - Rhätische Bahn

rhb.ch

Nr. 3 - Rhätische Bahn

Nr. 3 / September 2010

InfoRetica

Mitarbeiterzeitung der Rhätischen Bahn

Periodico della Ferrovia retica

Periodica da la Viafier retica

Auf ins nächste Jahrhundert!


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In dieser Ausgabe

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Editorial/Editoriale

Die Stimme der Geschäftsleitung

La Voce della Direzione

122. Generalversammlung der RhB

Interview mit Ivo Hutter und Martin Sturzenegger

100 Jahre Berninalinie – Sommerevent Valposchiavo

100 Jahre Berninalinie – Voluntari

100 Jahre Berninalinie – Geburtstagsfahrt

Aussenstellen der RhB

Bernina Express Bus – das rote Postauto

Buch und Film zum Berninabahn-Jubiläum

Buchvernissage Via Albula/Bernina

Besuch Indische Delegation

Besuch Hakone Delegation

Inframation

Murgang Montebello

Neue Unterhaltshalle

Bluehope

Achtung Gefahren(gut)

GUZO Samedan

Medienbahn

Rollende Zeitzeugen

Damals, vor 30 Jahren

login – Weiterbildung 2

login – LAF 2010

Charterwagen

Neues in Kürze

Mitarbeiteranlass Chur/Surselva

Infoabend in Diavolezza

Lehrzeit auf dem Bahnhof Tiefencastel

HCD Roadshow

Time out auf Rädern – Teil 3

Calanda Broncos

Extrafahrt der Oberstufe Pontresina

Personalchronik

RhB In-Team

Wortspiel

BGM

Herausgeber: Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn

7002 Chur

Redaktion: Peider Härtli (hä), p.haertli@rhb.ch

Sandra Beeli (sb), s.beeli@rhb.ch

Walter Frei (Fr), w.frei@rhb.ch

Frontbild: 100 Jahre Berninalinie – Würdige Geburtstagsfahrt

Bild Jürgen Bögelsbacher

Nächster Redaktionsschluss: 12. November 2010

Auflage: 3 100 Exemplare, 4-farbig

Abonnement: Inland: Fr. 50.– / Ausland: Fr. 60.–

© RhB: Weiterverwendung und Nachdruck erwünscht, jedoch nur unter Quellenangabe

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier

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Editorial/Editoriale

Von Walter Frei

Vorausschauen

Liebe Mitarbeitende

Wie beim Gefangenenchor von Giuseppe Verdi. Da spielt

zuerst die Geige ganz leise bevor dann die Pauken und

Trompeten zu hören sind und der ganze Chor einstimmt.

Es ist das Zusammenspiel, das passen muss. Genau wie

bei uns. Erst müssen die Wagen gewaschen werden,

dann jeder Wagen zur rechten Zeit am richtigen Ort sein

und dann erst kann der Zug seine Fahrt aufnehmen.

Aber bitte mit Leuten aus der Umgebung, dem Zubringer

von Busunternehmen und dem Anschluss ans schweizerische

Netz. Und im Zug muss sich der Reisende ganz

wohl fühlen, wie beim grossen Konzert. Er muss sich

vom Sitz erheben, wenn er den Lago Bianco befährt und

dann kommt die Aussage direkt und ehrlich: «Das ist ja

himmlisch».

Die Jubiläums-Schauplätze 1, 2 und 3 haben ihre Wirkung

gezeigt. Nun haben wir noch den vierten Schauplatz

im Engadin vor uns. Ein Platz, wo man auch schauen

kann! Sei es auf die Modellanlagen, die grosse Fahrzeugschau,

den Wanderweg mit Bundesrätin Eveline Widmer-

Schlumpf und vieles mehr. Und dann haben wir im Winter

noch die Ablösung von unserem CEO. Vorausschauen.

Ja sogar das «SF bi de Lüt» war im Kanton. Mit den Themen

«Steinbock, Rhätische Bahn und Föhn» mussten

die Verantwortlichen spielen. A propos «Steinbockstarke

Bahnerlebnisse». Die kommen von mir. Nur das Titelbild

war damals noch nicht so perfekt. Vorausschauen hat

sich gelohnt.

Nun denke ich aber zurück. Auf 22 Jahre RhB und vieles

mehr. Infolge längerer Krankheit werde ich jetzt etwas

früher pensioniert. Das veranlasst mich, zu danken, all

jenen, die mir mit Wohlwollen und Weitblick das Leben

versüssten. Die mit «Vorausschauen» auf die nächsten

Grossereignisse mithelfen, dass es der Bahn gut, besser,

formidabel gehen wird.

Herzlichst

Walter Frei

Guardare avanti

Gentili collaboratrici, cari collaboratori

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Come per il coro dei prigionieri di Giuseppe Verdi:

dapprima risuona il violino, sottovoce, subito rinfrancato

da timpani e trombe, per far infine da cornice

all’attacco del coro. Quel che conta, in definitiva, è

l’armonia dell’insieme. Proprio come da noi. Innanzitutto

bisogna pulire i vagoni, poi collocare ogni carrozza

al posto giusto, nel momento previsto, e solo a questo

punto il treno può iniziare la corsa. Ma con gente del

luogo, per cortesia, e il traffico affluente delle imprese

di bus e la coincidenza alla rete svizzera. E in carrozza il

viaggiatore deve sentirsi perfettamente a proprio agio,

come durante un grande concerto, alzarsi dal proprio

posto non appena scorge il Lago Bianco, e uscirsene

spontaneamente con un: «mah… è semplicemente magnifico!».

Gli spazi numero 1, 2 e 3 consacrati al Giubileo hanno

prodotto gli effetti sperati. Non ci resta che attendere il

quarto evento previsto in Engadina. Un palcoscenico da

cui poter anche osservare! L’impianto di modellistica,

l’imponente mostra di veicoli, il percorso escursionistico

in compagnia della Consigliera federale, onorevole signora

Eveline Widmer-Schlumpf, per citare solo alcuni

esempi. E arrivato l’inverno ci attende il passaggio del

testimone del nostro CEO. Guardare avanti.

Addirittura la trasmissione televisiva «SF bi dä Lüt» ha

fatto tappa nel nostro cantone. I responsabili hanno

dovuto cimentarsi con «stambecchi, Ferrovia retica e favonio».

A proposito di «dove osano gli stambecchi»: è

farina del mio sacco. Soltanto l’immagine di copertina

non era ancora del tutto perfetta. Guardare avanti è valso

la pena.

Ora però volgo lo sguardo al passato. A 22 anni di FR e a

molto altro ancora. In seguito ad una lunga malattia

andrò anticipatamente in pensione. E colgo l’occasione

per ringraziare tutti coloro che con compiacenza e lungimiranza

mi hanno addolcito la vita. Che «guardando

avanti» contribuiranno a realizzare i prossimi grandi

eventi, affinché la ferrovia stia bene, stia meglio, abbia

un futuro davvero formidabile.

Di tutto cuore

Walter Frei

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Die Stimme der Geschäftsleitung

Von Erwin Rutishauser

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Allegra, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die letzten Wochen haben mich sehr bewegt. So Vieles

ist geschehen; Positives, aber auch sehr Einschneidendes.

Tief berührt hat mich das Unglück von Fiesch. Auch

wenn wir nicht unmittelbar betroffen sind, steht das

«wie kann so etwas passieren» im Raum. Ich spreche

allen betroffenen Reisenden, aber auch den betroffenen

MGB-Mitarbeitenden mein herzliches Mitgefühl

aus. Ein solches Ereignis hinterlässt Spuren. Auch wir

setzen uns damit auseinander. Gemeinsam wollen wir

aber wieder vorwärts schauen.

Das 100 Jahr Jubiläum der Berninalinie hat grosse (Sympathie-)

Wellen geschlagen. Das Echo im In- und Ausland

ist überwältigend und belegt, dass die RhB und ihr

einzigartiges Streckennetz in der Schweiz, aber auch

weit über die Landesgrenzen hinaus, auf grosse Bewunderung

stossen. Hochkarätige Medien wie die Schweizer

Illustrierte, der Tagesanzeiger oder SF DRS, RTR und RSI

haben alleine in der Schweiz über die Jubiläumslinie

berichtet. Aber auch im Ausland wurde die Botschaft

aufgenommen. Wir dürfen stolz sein, dass Topmedien,

wie eine Frankfurter Allgemeine, die Zeit, das Hamburger

Abendblatt oder SWR, ARD und Deutschlandfunk

oder in Italien RAI über die RhB berichten. Diese medialen

Aufmerksamkeiten sind keine «Eintagsfliegen», diese

Berichte sind nachhaltig für unsere RhB, aber auch

für unseren Tourismuskanton Graubünden. Wir durften

und dürfen viele Komplimente von Kunden, von der Politik,

von der Öffentlichkeit entgegennehmen. Das ist

nicht selbstverständlich. Doch eines zeigt es auf. Die

Leistungen der RhB; ja, Ihre persönlichen Leistungen

werden in hohem Masse anerkannt. Deshalb gehören

die vielen Komplimente Ihnen und ich reiche die erhaltenen

Blumen gerne mit Stolz und mit grosser Freude

Ihnen, liebe Mitarbeiterin, lieber Mitarbeiter weiter. Für

Ihren grossen Einsatz danke ich Ihnen herzlich.

Doch Erfolg verpflichtet. Und Erfolg muss dauernd erarbeitet

werden: Nur wenn es uns gelingt, weiter gute

Leistungen zu erbringen und Tag für Tag unsere Kunden

zu verblüffen, können wir auch in der Zukunft erfolgreich

sein. Stillstand ist Rückschritt - wir dürfen nicht

stehen bleiben, sondern müssen uns weiterentwickeln

und noch besser werden. Nur so können wir Massstäbe

setzen!

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in wenigen Monaten

werde ich meine Tätigkeit bei der «schönsten

Eisenbahn der Welt» beenden. Ich schätze es sehr, dass

der Verwaltungsrat rasch meinen Nachfolger gewählt

hat. Kontinuität und Klarheit sind wichtig. Ich heisse

Hans Amacker heute schon herzlich willkommen im

Kreis der RhB-Familie! Doch ich freue mich auch sehr

auf die letzte sicher intensive Zeit. Wichtige Entscheide

stehen noch an, denken wir nur an die Beschaffung der

Gliederzüge für die Albulalinie, an das neue Reservationssystem

und an die vielen Investitionsprojekte. Das

Wichtigste ist jedoch, dass wir Tag für Tag eine Topleistung

für unsere Kundschaft erbringen. Die Gewissheit,

weiterhin auf Ihre Unterstützung und damit auf die

sprichwörtliche RhB-Mannschaftsleistung zählen zu

dürfen, tut gut!

Herzlich Ihr

Erwin Rutishauser


La voce dalla Direzione

Erwin Rutishauser

Allegra, gentili collaboratrici e stimati collaboratori

Nelle ultime settimane ho vissuto un’altalena di emozioni.

Sono successe moltissime cose; positive, certo, ma

anche incisive e drastiche.

L’incidente di Fiesch mi ha scosso enormemente. Pur

non essendo coinvolti direttamente, rimane nell’aria

questo sgradevole interrogativo: «come è potuto accadere?».

Mi sento di esprimere a tutti i viaggiatori presenti,

ma anche ai collaboratori della MGB in servizio

quel giorno, tutta la mia vicinanza. Un simile evento

lascia il segno. E anche noi ci stiamo lavorando. Ma uniti

vogliamo nuovamente poter guardare avanti.

I festeggiamenti per i 100 anni della Linea del Bernina

hanno innescato una valanga di reazioni di simpatia.

L’eco positiva sia in Svizzera che all’estero dimostra

quanto la FR e la sua incomparabile rete sul territorio

elvetico, ma anche al di là della frontiera, suscitino ammirazione.

Media di grande caratura come la Schweizer

Illustrierte, il Tagesanzeiger o le reti SF DRS, RTR e RSI

hanno consacrato diversi servizi al Giubileo della linea

in Svizzera, ma la notizia ha varcato anche i confini nazionali.

Possiamo andare estremamente fieri che testate

di punta come una Frankfurter Allgemeine, die Zeit,

l‘Hamburger Abendblatt oppure le emittenti SWR, ARD e

Deutschlandfunk, o ancora in Italia la RAI, abbiano dato

spazio alla RhB. Questa attenzione mediatica non è un

«fuoco di paglia», i servizi lasceranno un’impronta duratura

sia per la FR, sia per il nostro Cantone dei Grigioni,

da sempre votato al turismo. Abbiamo avuto il piacere

e tuttora riceviamo svariati complimenti da parte di

clienti, esponenti del mondo politico e dall’opinione

pubblica. Non è affatto cosa ovvia. Ma il motivo c’è. I

servizi della FR; anzi, le vostre prestazioni individuali

sono lodate in grande stile. Ed è per questo che ho

l’onore e l’immenso piacere di trasmettervi i riconosci-

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

menti e lo stupendo bouquet, gentili collaboratrici e cari

collaboratori, perché è a voi che sono rivolti. Vi ringrazio

di cuore per la grande dedizione profusa.

Il successo è però anche un impegno. E va riconquistato

giorno per giorno: soltanto se saremo in grado di confermare

le nostre buone prestazioni anche in futuro stupendo

costantemente la nostra clientela avremo la certezza

di aver fatto centro. La stasi è regresso: non

possiamo permetterci di dormire sugli allori. Dobbiamo

invece evolvere e progredire per migliorarci ulteriormente.

Solo così potremo fungere da benchmark!

Gentili collaboratrici e stimati collaboratori, fra pochi

mesi la mia attività presso la «ferrovia più bella del

mondo» giungerà al capolinea. Apprezzo molto che il

Consiglio di amministrazione abbia celermente eletto il

mio successore. La continuità e la chiarezza sono elementi

importanti. Do pertanto sin d’ora un caloroso

benvenuto ad Hans Amacker in seno alla famiglia della

FR! E mi appresto con gioia ad affrontare l’ultima tappa,

sicuramente intensa, del mio operato. Decisioni importanti

mi attendono; pensiamo all’acquisto dei convogli

articolati per la linea dell’Albula, al nuovo sistema di

prenotazione e ai diversi progetti d’investimento.

L’importante, tuttavia, è fornire giorno per giorno prestazioni

eccellenti a favore della nostra clientela. La persuasione

di poter contare anche in futuro sul vostro apporto

e sulla proverbiale performance collettiva della

RhB è un vero toccasana!

Di cuore, vostro

Erwin Rutishauser

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Grusswort von VR-Präsident

Hans-Jürg Spillmann

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122. Generalversammlung der RhB

Von Peider Härtli - Auszug aus der Rede von VR-Präsident Hans-Jürg Spillmann

vom 18. Juni 2010 in Poschiavo

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Gentili signore, egregi signori,

Azionisti e ospiti della Ferrovia retica

Liebe Aktionärinnen, liebe Aktionäre

Sehr verehrte Damen und Herren

Preziadas dunnas e preziai signurs

Stimai acziunaris ed amitgs dalla Viafier retica

Zur heutigen 122. Generalversammlung der Rhätischen

Bahn in Poschiavo darf ich Sie, sehr verehrte Aktionärinnen

und Aktionäre, sehr geschätzte Gäste, im Namen

des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung herzlich

begrüssen und freundlich willkommen heissen.

Seit vielen Jahren pflegt die Rhätische Bahn die gute

Tradition, ihre jährliche Generalversammlung abwechslungsweise

an einem Ort entlang ihres 384 Kilometer

langen Streckennetzes durchzuführen. Damit sind wir -

sprichwörtlich - immer gut gefahren. Denn bereits die

Anfahrt zur Generalversammlung durch die einzigartige

Bündner Landschaft bedeutet jedes Mal ein gelungener

Auftakt zum RhB-Jahresanlass. In aller Regel werden da

bereits in aufgeräumter Stimmung neue Kontakte geknüpft,

bestehende Kontakte angeregt gepflegt. Dass

auf der heutigen Fahrt über die Bernina die Gespräche

gelegentlich ins Stocken geraten sein könnten, liegt mit

Sicherheit nicht an Ihrem Gesprächspartner oder an der

dünnen Hochgebirgsluft. Die «Schuldigen» für die zwischenzeitliche

Sprachlosigkeit heissen Morteratsch, Lej

Pitschen, Lej Nair, Lago Bianco, Piz Cambrena, Piz Palü,

Cavaglia, Caderas oder Cavagliasco. Sündenböcke für

Konversationsunterbrüche für Besucher aus Triano sind

ebenfalls schnell ausgemacht: Kreisviadukt von Brusio,

Miralago, Lago di Poschiavo. Damit, sehr verehrte Anwesende

bin ich bereits inmitten meiner Erklärung, warum

wir als Ort der diesjährigen Generalversammlung Po-

v.l.n.r. Vize-Präsident Heinz Dudli, die neu gewählten

VR-Mitglieder Andreas Thöny und Paul Blumenthal mit

VR-Präsident Hans-Jürg Spillmann. In Abwesenheit

gewählt wurde Tarzisius Caviezel.

schiavo gewählt haben. Wobei - und das darf ich betonen

- schwer ist uns die Wahl nicht gefallen. Und bei

dieser Gelegenheit danke ich für den überaus freundlichen

Empfang und das Gastrecht hier in Poschiavo!

Änderung im Vorsitz der Geschäftsleitung

Ende Jahr scheidet Erwin Rutishauser

(Bild 1) aus der Geschäftsleitung

aus. Der Verwaltungsrat

hat in der

Zwischenzeit Hans Amacker

(Bild 2) als Nachfolger gewählt.

Seine Wahl haben wir intern

über Intranet kommuniziert.

Extern haben alle wichtigen

Zeitungen in Graubünden, sowie

verschiedene Fachmedien

über die Wahl von Hans

Amacker berichtet. Herr

Amacker wird seine Stelle als

Vorsitzender der Geschäftsleitung

per 1. Februar 2011 antreten.

Ab 1. Januar 2011 bis

zu seinem Stellenantritt wird

Silvio Briccola (Bild3) der Geschäftsleitung

a.i. vorstehen.

Erwin Rutishauser wird in der

InfoRetica 4/2010 seine letzten

offiziellen Worte an die

Mitarbeitenden richten. Für

die Ausgabe 1/2011 der Info-

Retica planen wir ein Interview

mit dem neuen VGL.

Grusswort von Podesta Tino Zanetti

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100 Jahre Berninalinie bedeutet auch 100 Jahre Zusammenleben

der Valposchiavo mit der Berninabahn und

umgekehrt. 100 Jahre Berninalinie bedeutet auch 100

Jahre Entwicklung des wirtschaftlichen, kulturellen und

touristischen Lebens in der Valposchiavo. Und 100 Jahre

Berninalinie bedeutet auch 100 Jahre Entwicklung der

Rhätischen Bahn.

Die Rhätische Bahn hat während hundert Jahren grosse

Sorge zur Berninalinie getragen und sie laufend gepflegt

und in Stand gehalten. Alleine in den letzten Jahren hat

die RhB in die Berninalinie über 100 Millionen Franken

investiert.

Damit signalisieren wir: Wir wollen das zweite Jahrhundert

der Berninalinie - und damit deren Zukunft - fit

und mit viel Zuversicht in Angriff nehmen. Damit signalisieren

wir: Wir wollen auch in Zukunft ein seriöser und

kompetenter Partner der Wirtschaft und des Tourismus

im Valposchiavo und in der Valtellina sein. Und wir signalisieren:

Wir wollen auch in Zukunft ein guter, professioneller

Arbeitgeber mit spannenden Perspektiven für

unsere Mitarbeitenden in der Valposchiavo sein.

Ich freue mich auch über die Anwesenheit des Verwaltungsrates,

des Konsultativrates sowie der Mitglieder

der Geschäftsleitung mit Erwin Rutishauser an der Spitze.

Und ich benütze gerne jetzt und hier die Gelegenheit,

unserer operativen Leitung und ihrer Mannschaft

für die hervorragende Arbeit im Geschäfts- und im laufenden

Jahr zu danken. Ihnen ist es gelungen – in einem

nicht immer einfachen Umfeld – aus 1’348 Mitarbeitenden

eine Mannschaft zu bilden, die die Rhätische

Bahn in die Zukunft führt. Denn dank einer starken

Mannschaftsleistung ist unsere Bahn auf Kurs!

v.l.n.r. Andreas Züllig, Präsident hotelleriesuisse

G raubünden, Silvio Fasciati, alt Direktor RhB, Erwin

Rutishauser, VGL RhB mit Ehefrau Linda

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

«…Dank an die Mitarbeitenden für das

grosse Engagement»

Nach der Begrüssung der anwesenden Persönlichkeiten

aus dem Kanton und dem Bund, verbunden mit dem

Dank für die mehrfach zum Ausdruck gebrachte Unterstützung,

übergab VR-Präsident Hans-Jürg Spillmann

das Wort an den Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Erwin

Rutishauser. Dieser legte die derzeitige Geschäftslage

des laufenden Jahres dar und betonte, dass «die Erreichung

der Ergebnisziele immer noch möglich» sei,

obschon eine Prognose zu den wichtigen Faktoren Wirtschaft,

Wetter und Währung auch im laufenden Jahr

schwierig sei. Als markanten Meilenstein bezeichnete er

die laufende Inbetriebnahme der 15 Zweispannungstriebzüge

sowie die bestellten fünf Triebzüge für den Agglomerationsverkehr.

Als eine der wichtigsten Herausforderungen

für die RhB unterstrich er die Substanzerhaltung

im Infrastrukturbereich sowie den Neubau des Albulatunnels.

Der geplante SBB-Halbstundentakt zwischen

Zürich und Chur ab ca. 2014 wird auch bei der RhB im

Bereich Infrastruktur Auswirkungen haben. Erwin Rutishauser

dankte dem Verwaltungsrat für die Zusammenarbeit

und Unterstützung. Allen RhB-Mitarbeitenden

dankte er für die «gute und mit hohem Engagement erbrachte

Arbeit, Tag für Tag und bei jedem Wetter!»

Wahl von drei neuen Verwaltungsräten

Anlässlich der Generalversammlung wurden drei neue

Verwaltungsräte für die ausscheidenden Mitglieder Duri

Bezzola, Georg Weber und Eva Brechtbühl gewählt.

Hans-Jürg Spillmann bedankte sich bei den langjährigen

VR-Mitgliedern für die stets angenehme, kritische, kompetente

und sachorientierte Zusammenarbeit. Die neu

vorgeschlagenen VR-Mitglieder Paul Blumenthal, Tarzisius

Caviezel und Andreas Thöny wurden zusammen mit

den bestehenden Herren Stefan Engler, Benno Burtscher,

Heinz Dudli und Hans-Jürg Spillmann per Akklamation

gewählt.

Am Rande der GV fand die Buchvernissage Abenteuer

Berninabahn statt, v.l.n.r. Renato Mengotti, Gian Brüngger,

Regierungsrat Stefan Engler und Tibert Keller

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«Die Mitarbeitenden sind unsere Visitenkarten»

Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Der Verwaltungsrat der RhB wählte Martin Sturzenegger

zum Leiter Vertrieb und Marketing sowie Ivo Hutter zum

Leiter Rollmaterial.

Martin Sturzenegger hat am 1. April 2010 die vakante

Stelle des Leiters Vertrieb und Marketing übernommen.

Martin Sturzenegger ist 37-jährig, verheiratet und Vater

von einem Kind. Er schloss die Hochschule für Wirtschaft

Zürich HWZ als Betriebsökonom FH ab und absolviert ein

MBA an der University of Manchester. Seit 2002 war er

bei den SBB in der Division Personenverkehr tätig. Als

Leiter E-Projects und Leiter Kompetenzzentrum E-Business

verantwortete er verschiedene strategische Projekte

mit enger Vernetzung zu anderen europäischen Bahnen

und internationalen Tourismusorganisationen. Zuletzt

hat er die Strategie Marketing und Vertrieb des Personenverkehrs

neu entwickelt und implementiert.

Ivo Hutter begann im Frühling die Nachfolge des auf

Ende Mai 2010 in den wohlverdienten Ruhestand getretenen

Johann Georg Bühler. Ivo Hutter ist 42-jährig,

verheiratet, Vater von zwei Kindern und wohnhaft in

Trimmis. Er schloss am Neu-Technikum Buchs als Ingenieur

HTL der Richtung Feinwerktechnik ab und absolvierte

das Nachdiplomstudium als Betriebswirtschaftsingenieur

an der Ingenieurschule HTL Chur. Während

über 15 Jahren war Ivo Hutter bei der EMS CHEMIE AG in

verschiedenen verantwortungsvollen Funktionen tätig.

In seiner letzten Funktion führte er als Leiter die Produktion

der Betriebe Polymerisation und Compoundierung

mit rund 150 Mitarbeitenden. 2008 wechselte er

als Fertigungsleiter Schweiz in die Firma Wittenstein AG

in Grüsch.

Nachdem die zwei neuen GL-Mitglieder nun bereits einige

Zeit «RhB-Luft» geschnuppert haben, wurden sie

von der Redaktion zu den ersten Eindrücken über ihr

Ivo Hutter

neues berufliches Umfeld, zu Ideen, Visionen, aber auch

zu ganz persönlichen Ansichten und Anliegen befragt.

Redaktion: Wir haben euch eben auf einer gemeinsamen

Bike-Tour angetroffen. Zufall? Manifestiert ihr

dabei die Bike-Fraktion in der GL?

Martin Sturzenegger (MS): Pure Berechnung: Zusammen

mit meinem Führungsteam werde ich diese Strecke im

September befahren und wollte unter kompetenter

Führung den Trail abfahren. Nicht zuletzt kann man sich

hier auch mal von Kollege zu Kollege und ohne Traktandennummern

unterhalten.

Ivo Hutter (IH): Kein Zufall! Ich sehe es als Teil meiner

Aufgabe, «Unterländern» unseren wunderschönen Kanton

auf verschiedene Arten näher zu bringen. Zudem

lassen sich schwierige und heikle Themen auf einer

Bike-Tour einfacher bereinigen als im Sitzungszimmer.

Wir schlagen heute also zwei Fliegen auf einen Streich!

Welches Bild von unserer Bahn hattet ihr vor dem

Übertritt in die RhB? Oder anders ausgedrückt: Wie ist

das Image der RhB bei der breiten Öffentlichkeit?

IH: Spektakulär, klein, gemütlich und sympathisch.

MS: Meine Sicht ist hier etwas durch die SBB-Brille gefärbt:

Neben der dominanten (grossen) Bundesbahn

wird die RhB als der Impulsgeber in der KTU-Landschaft

wahrgenommen. Interessanterweise ist die Bildwirkung

im Tourismus fast stärker als bei der SBB – fast in jeder

Broschüre von Schweiz Tourismus wird die rote Bahn gezeigt.

… und nun nach einigen Wochen als Bereichsleiter

Vertrieb/Marketing bzw. Rollmaterial: Welchen

Eindruck macht die RhB als Unternehmen auf euch?

Entspricht die «wirkliche» RhB euren Vorstellungen?

MS: Eine sehr hohe Kompetenz in konzeptionellen Arbeiten

sowie Management by Objectives hat mich positiv


überrascht: Mit relativ wenig Personal werden breit Projekte

und Innovationen vorangetrieben. Zudem begeistert

mich die Einbettung in den Tourismus, da dies den

Kundenfokus und Servicegedanken positiv beeinflusst.

IH: Die RhB ist viel moderner als von Aussen ersichtlich.

Zudem sind die Strukturen und Abläufe weniger festgefahren

als befürchtet.

Habt ihr eure Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

bereits näher kennen gelernt? Ist es für den Chef

überhaupt wichtig, Kontakt zur Basis zu pflegen?

IH: Die Mitarbeitenden sind zentral – sie sind das Blut

des Unternehmens! Deshalb ist mir der tägliche Kontakt

zu den Mitarbeitenden, auch aus anderen Geschäftsbereichen,

sehr wichtig. Nur so kann man den Puls und

das Befinden der Basis spüren.

MS: Da schliesse ich mich gerne Ivo an: Die Mitarbeitenden

sind unsere Visitenkarte und prägen das Erlebnis

der Reisenden entscheidend. Daher habe ich die meisten

Bahnhöfe besucht und mit vielen Mitarbeitenden

vor Ort, im Zug oder im Gang (oder joggend mit dem

Redaktor, die Redaktion …) Gespräche geführt. Zudem

findet bei mir alle zwei Wochen eine «Kafi-Runde»

statt, immer von 07.30 bis 08.30 Uhr für alle Mitarbeitenden

mit Zeit und Lust.

Zu euren Bereichen. Ivo Hutter: Die erste Etappe der

Auslieferung der neuen Triebzüge läuft wie geplant,

die zweite Etappe der Agglomerations-Triebzüge ist

im Bau und die Bestellung der dritten Etappe erfolgt

demnächst. Eigentlich eine komfortable Situation für

die nähere Zukunft. Grund, um sich zurückzulehnen?

Oder wo siehst du Handlungsbedarf in deinem

Bereich, bzw. welches sind die mittelfristigen

Herausforderungen beim Rollmaterial?

IH: Mit der Umsetzung der ersten drei Etappen des Flottenkonzeptes

ist ein bedeutender Schritt zur Moderni-

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

sierung und Komfortsteigerung unseres Rollmaterials

getan. Doch weitere wichtige Projekte wie Retica 30,

Etappe 4 des Flottenkonzeptes, Refitprogramme, Beschaffung

von Diesel- und Rangierlokomotiven, die

vollständige Umsetzung des BehiG etc. stehen unmittelbar

vor der Türe. Langweilig wird es uns also nicht!

Und im Bereich Drittmarktgeschäft? Da hat sich die

RhB im Bereich Rollmaterial einen hervorragenden

Ruf erarbeitet. Sind da grosse Würfe zu erwarten?

IH: In den letzten Jahren haben wir auch viel in die

Werkstattinfrastruktur investiert. So haben wir beispielsweise

im Frühjahr in der Malerei eine neue

Lackier anlage in Betrieb genommen. Nun gilt es diese

Infrastruktur auch gewinnbringend einzusetzen. Drittmarktaufträge

sind sowohl für die Kostendeckung wichtig,

als auch als Massstab für unsere Wirtschaftlichkeit.

Hier sind einige viel versprechende Ansätze vorhanden,

so können wir derzeit sechs Wagenkasten für einen

gros sen Schienenfahrzeugbauer lackieren. Im Weiteren

sind verschiedene Drittmarktaufträge in der Angebotsphase.

Die RhB ist – im Gegensatz zur SBB – eine klassische

Touristenbahn. Als ehemaliges SBB-Kadermitglied in

der Division Personenverkehr: Martin Sturzenegger,

wo kann die RhB von der «grossen Schwester» SBB

lernen? Sind die beiden Bahnen überhaupt vergleichbar?

MS: Die Bahnen sind insofern vergleichbar, als dass gewisse

Grundsätze im Bahnbetrieb gleiche Gültigkeit haben:

Der grösste Hebel zur Ertragssteigerung bilden Angebotsausbauten

(vgl. Neubaustrecke Zürich–Bern oder

Lötschbergtunnel). Das Rollmaterial sowie die Infrastruktur

müssen diese Entwicklungen ermöglichen und

den Kunden eine qualitativ hochwertige Basisdienstleistung

bieten (Pünktlichkeit, Sicherheit, Sauberkeit).

Martin Sturzenegger

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Dazu kommt bei der RhB noch der «Begeisterungs-Faktor»:

Im Gegensatz zur SBB erwarten viele Kunden bei

uns ein Erlebnis mit Bahn, Natur und Betreuung – womit

wir wieder beim Personal sind, was bei der RhB entsprechend

noch mehr Gewicht im Service erhält als bei

der SBB.

Du verantwortest den einzigen Bereich, welcher «im

grossen Stil» Einnahmen generiert (2009: Personenverkehr

und Autoverlad: 104 Millionen Franken, die

Redaktion). Siehst du da noch Potenzial, oder anders

ausgedrückt: Wo siehst du Handlungsbedarf, wo wirst

du konkret ansetzen?

MS: Wie vorhin ausgeführt sehe ich einen zentralen Hebel

im Angebotsausbau (Retica30) sowie der Flottenerneuerung.

Zudem müssen wir in der Produktepositionierung

klarer werden und den Kunden für jedes

Produkt (Express-Züge, Regionalverkehr, S-Bahn) eine

adäquate Dienstleistung anbieten. Auch werden wir mit

dem neuen Reservationssystem die Basis erhalten, um

in der Preisbildung, bzw. der Auslastungssteuerung

einen Schritt vorwärts zu machen. Nicht zuletzt richten

wir die bereits ausgezeichnete Marketing-Kommunikation

noch stärker auf die «E-Kanäle» Web und Mobile

aus – hier folgt mit der UNESCO Welterbe iPhone App ein

erster Mosaikstein.

Im Jahresrhythmus hat die RhB in den letzten Jahren

gefeiert: verschiedene Jubiläen, Relaunch des Glacier

Express, UNESCO Welterbestatus Albula/Bernina,

Rollout der neuen Zweispannungstriebzüge … Diese

Events haben weltweite mediale Resonanz erfahren.

In den nächsten Jahren werden wir bezüglich Feiern

«kleinere Brötchen» backen. Zeit also, sich auf den

Lorbeeren auszuruhen?

MS: Ganz und gar nicht: Gerade diese Absenz von gesetzten

Themen ermöglicht es uns, neue, eigene Inhalte

zu platzieren. Dabei haben wir für die Jahre 2011 bis

2015 in jedem Jahr Themenschwerpunkte gesetzt, in

Anlehnung an Schweiz Tourismus und Graubündenferien,

und wir werden zusammen mit touristischen Partnern

ein Feuerwerk für unsere Kunden zünden!

IH: Wir werden auch in den nächsten Jahren Gelegenheit

haben, den Medien neues, spektakuläres Rollmaterial

zu präsentieren. Ich denke dabei an die neuen

Schneeräumfahrzeuge, die leistungsstarken Diesellokomotiven

und – hoffentlich – die neuen Albula-Gliederzüge.

Eine eher philosophische Frage: Es gibt in der Schweiz

viele interessante, schöne und auch bekannte

tou ristische Bahnen. Was hat die Rhätische Bahn, was

andere Bahnen nicht haben?

IH: Eine Kombination aus spektakulärer Bauingenieurkunst,

Tradition und einmaliger Landschaft: Die RhB

fährt nicht durch die Landschaft, sie gehört zur Landschaft!

MS: Hier möchte ich auch als erstes auf das UNESCO Welterbe

verweisen: Wir sind eine von drei Bahnen in der

ganzen Welt, die diese hohe Auszeichnung erhalten haben.

Daneben bin ich überzeugt, dass hier auch der

«Spirit» aller Mitarbeitenden etwas Besonderes zu sein

seinen Teil beiträgt – wir sind Fans unseres Produktes

und lassen unsere Freunde, Bekannte und Kunden dies

auch spüren.

Zum Schluss noch eine ganz persönliche Frage: Als

Geschäftsbereichsleiter führt ihr viele Mitarbeitende

und besitzt bestimmt viele Stärken. Welches sind aber

eure Schwächen?

IH: Mein (fehlendes) 10-Fingersystem, der schlechte

Schwimmstil und und und …

MS: Die Balance «gutes Essen lieben und sportlich Betätigen»

kommt öfters unter die Räder und Ivo hängt

mich mit dem Bike noch grausam ab am Bernina – we’ll

see …


100 Jahre Berninalinie – Grosser Publikumsaufmarsch

Text von Simon Rageth, Bilder von Andy Mettler und Christoph Sonderegger

Am Wochenende vom 18.–20. Juni 2010 fand das

Hauptfest der Rhätischen Bahn zum runden Geburtstag

der «Fest- und Jubiläumsbahn» in der Valposchiavo sowie

auf dem Ospizio Bernina statt. Am Freitagabend fiel

in feierlichem Rahmen unter Anwesenheit von Bundespräsidentin

Doris Leuthard der Startschuss. Trotz durchzogenem

Wetter kamen am Samstag und Sonntag gegen

15 000 Gäste in die Valposchiavo.

Feierliche Gala am Freitagabend

Nach der Generalversammlung der RhB in Poschiavo fiel

am Freitagabend beim Kreisviadukt Brusio der Startschuss

zu den Feierlichkeiten unter Anwesenheit von

Bundespräsidentin Doris Leuthard, dem italienischen

«Vice-Ministro delle Infrastrutture e di trasporti» Roberto

Castelli sowie insgesamt 250 Persönlichkeiten aus Politik,

Wirtschaft und Tourismus. Eröffnet wurde auch das

rote Bernina-Labyrinth im Kreisviadukt. Bernina-Wissen

ist hier der Schlüssel zum Ziel, denn nur wer die richtigen

Antworten weiss, findet den richtigen Weg zum

Ausgang.

«Bernina Mondo – Natur- und Erlebniswelt»

Am Samstag wurde zusammen mit 150 geladenen Gästen

die «Bernina Mondo» eingeweiht. Direkt beim Perron

Ospizio Bernina zeigen eindrückliche Bilder die tägliche

Pionierarbeit an der Berninalinie. Vom Ospiz führt

ein Fussweg hinauf zur Aussichtsplattform. Wind- und

Wetterinstallationen lassen die Kräfte spielen. Auf dem

Lago Bianco schwimmt zudem die sechs Meter hohe

Skulptur «ARK SOUND» von Daniele Ligari. Erwin Rutishauser,

Vorsitzender der Geschäftsleitung RhB, gab anlässlich

der Einweihung bekannt: «Bernina Mondo

sehen wir als Start zu einer «Erlebniswelt Bernina» und

als Teil des neuen Weitwanderweges 33 Via Albula/Bernina.

Mit Bernina Mondo wollen wir «Bernina» erlebbar

machen – wir wollen mit unseren touristischen Part-

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

nern, mit den Gemeinden und vielen Anbietern eine

Attraktion für die ganze Region kreieren». All diese Attraktionen

können bis Mitte Oktober besichtigt werden.

Infos: www.mybernina.ch/expo

Publikumsfest am Samstag und Sonntag

Am Samstag und Sonntag waren die Tore schliesslich

auch für das Publikum geöffnet. Trotz durchzogenem

Wetter wurden gegen 15 000 Besucherinnen und Besucher

auf den verschiedenen Festplätzen gezählt. Das

Depot Poschiavo mit Modellbahnschau, Loksimulator,

Kino und einer Rollmaterialausstellung zog viele Bahnbegeisterte

an. Gute Stimmung herrschte auch am

Samstagabend in der Festarena im Kreisviadukt Brusio.

Das Publikum erschien zahlreich und als Highlight sahen

die Gäste eine Zug- und Lokparade mit Fahrzeugen aller

Generationen. Die letzten Besucher blieben bis zwei Uhr

morgens. Erwin Rutishauser war mit den Feierlichkeiten

sehr zufrieden: «Dieses Fest hat eine grosse Resonanz

ausgelöst. Viele Einheimische und Gäste aus dem In-

und Ausland fanden den Weg in die Valposchiavo. Man

spürt, dass die RhB grosse Begeisterung auszulösen

vermag».

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

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100 Jahre Berninalinie – Die heimlichen Stars

von Marielène Froidevaux

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Ein einjähriges Jubiläumsfest und ein gewaltiger Kraftakt

von Seiten unzähliger RhB-Mitarbeitenden geht in

die letzte Runde. Die bisherigen Events zum 100-jährigen

Bestehen der Berninalinie vollzogen sich mit Pauken

und Trompeten über drei Viertel des Jahres hin. Ein

solches Jubiläumsjahr braucht viel Einsatz, bringt rauchende

Köpfe mit sich und einige Muskelpakete nach

sich. Die Gesamtprojektleiterin, Vera Stiffler spricht im

Interview über die heimlichen Stars: die Voluntari.

Marielène Froidevaux: Vera, drei von vier grossen

Events sind vorüber. Welche Eindrücke bleiben dir am

stärksten in Erinnerung?

Vera Stiffler: Der Aufwand für solch ein Jubiläumsjahr ist

sehr gross. Seit dem Januar 2009 sind wir in verschiedenen

Planungs- und Umsetzungsphasen. Ist der eine

Event vorüber, geht’s gleich an die Arbeit des nächsten.

Es ist aber fantastisch zu sehen, dass trotz vieler potenzieller

Stolpersteine bis jetzt alles rund gelaufen ist.

Es gab also noch keine grösseren Probleme?

Zum Glück nicht. Und hoffentlich auch für den Rest des

Jahres nicht. Natürlich gibt es immer wieder sogenannte

«Feuerwehrübungen» und wir haben ja auch nur bedingt

Erfahrungen einer Eventagentur. In Anbetracht

dessen, meistern die RhB-Mitarbeitenden, welche alle

neben dem Tagesgeschäft Zusatzarbeit bewältigen, dieses

Projekt sehr gut.

St.Moritz, Tirano, Poschiavo und bald schon der vierte

Akt in Pontresina. Für all diese Events sind gewaltige

Ressourcen notwendig. Wie werden diese gedeckt?

Über die drei Events verteilt durften wir knapp 500 geladene

Gäste und über hundert Medienschaffende begrüssen.

Daneben besuchten uns über 20 000 Personen.

Da ist schon einiges an Planung, Material, finanziellen

und personellen Ressourcen notwendig. Ohne die gross-

zügige Unterstützung unserer Partner, allen voran dem

Kanton, den Sponsoren, Gemeinden und Destinationsmanagementorganisationen

hätten wir dieses Jubiläum

nicht gemeistert. Es ist schön, dass wir das ganze Jahr

über mit so vielen motivierten Menschen zusammenarbeiten

dürfen.

«Die heimlichen Stars des Jubiläums

sind für mich die RhB-Voluntari»

Und die personellen Ressourcen vor Ort?

Die heimlichen Stars des Jubiläums sind für mich die

RhB-Voluntari. Also die Mitarbeitenden, welche seit

dem ersten Event in St. Moritz immer wieder freiwillig

die Ärmel hochkrempeln und mitanpacken. Über 300

Voluntari sind in diesem Jahr unermüdlich im Einsatz.

Ich bin begeistert von ihrer Motivation und der guten

Stimmung, die sie an jeden Event mitbringen. Dies haben

auch unsere Gäste gespürt und das ist für mich eines

der schönsten Zeichen. Das Projektteam sowie auch

die gesamte Geschäftsleitung freut dies natürlich sehr.

Die Solidarität und die Identifizierung der RhB-Mitarbeitenden

mit der Unternehmenskultur der RhB sowie

mit diesem Jubiläumsjahr ist absolut sensationell. An

diesem Punkt noch einmal im Namen aller Beteiligten

ein grosses Dankeschön!

Ihr freut euch aber doch auf die Ruhe nach diesem

Jahr?

Nun, die Ruhe kehrt nur für kurze Zeit ein. Ab 2012 folgen

drei weitere 100 Jahr Jubiläen und natürlich dann

im 2014 «125 Jahre Rhätische Bahn». Wir freuen uns

schon jetzt auf die weiteren Feierlichkeiten. Mit Mitarbeitenden

wie sie die RhB hat, sind wir für alles gewappnet.

Die Erfahrungen aus diesem Jahr ebnen uns

den Weg für die weiteren Events.


100 Jahre Berninalinie – Die Geburtstagsfahrt

Text von Peider Härtli, Bilder von Christoph Sonderegger

Zum Gedenken und zu Ehren der Bahnbauer

Am Montag, 5. Juli 2010, feierte die Rhätische Bahn gemeinsam

mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Tourismus

sowie Medienvertretern den Geburtstag der Berninalinie,

welche am 5. Juli 1910, auf den Tag genau

vor hundert Jahren, eröffnet wurde. Die Geburtstagsfahrt

stand ganz im Zeichen der Ehre und dem Respekt

gegenüber den Erbauern dieser einzigartigen Bahnlinie.

Der Besuch der Erlebniswelt Bernina Mondo, der

schwimmenden Skulptur ARK SOUND auf dem Lago Bianco,

die Eröffnung des Bahnlehrpfads «100 Jahre Bernina»

und Auftritte im Museum Alpin in Pontresina rundeten

diesen denkwürdigen Tag ab.

Im gelben Zug auf die Bernina …

In historischen Kostümen empfing eine Delegation der

RhB, angeführt vom Vorsitzenden der Geschäftsleitung,

Erwin Rutishauser, die geladenen Gäste am Bahnhof

Pontresina. Historisch entführte eine gelbe Komposition

aus den Anfängen der Berninabahn die illustre Gesellschaft

zur schwimmenden Skulptur ARK SOUND auf dem

Lago Bianco und weiter zum höchsten Punkt der Berninalinie,

Ospizio Bernina. An diesem sinnbildlichen Ort

führte Erwin Rutishauser die Gäste durch die neu errichtete

Erlebniswelt Bernina Mondo mit eindrücklichen Bildern

zur Entstehung der Berninabahn und imponierenden

Wind- und Wetterinstallationen. Erwin Rutishauser:

«Ein denkwürdiger Ort, um die grossartige Leistung der

über 2‘000 Bahnarbeiter zu würdigen. Sie sind die eigentlichen

Stars der Berninalinie – ihnen gebührt unser

ganzer Stolz, unsere Bewunderung und vor allem unser

Respekt. Ihnen dürfen wir letztlich verdanken, dass die

Berninalinie, gemeinsam mit der Albulalinie, UNESCO

Welterbestatus erlangt hat».

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

… und zurück im roten ALLEGRA-Triebzug

Nach einem Mittagsaufenthalt im Ristorante Alp Grüm

wartete der neue ALLEGRA-Triebzug auf die Gäste zur

Rückfahrt nach Pontresina – ein symbolischer Akt von

der Vergangenheit in die Zukunft der Berninalinie. Beim

erneuten Halt beim ARK SOUND in der «Jochum-Kurve»

wurden 14 «Meilensteine der Berninalinie» in den Lago

Bianco gerollt. Sie verblüfften gemeinsam mit der

schwimmenden Skulptur die Fahrgäste und dienten als

dankbare Fotosujets.

Ganz Pontresina feiert ihre Bahn

Bei Ankunft in Pontresina erwartete Sekundarlehrer Benno

Conrad mit seiner Schulklasse die Gäste. Die Oberstufenschüler

haben das Jubiläum der 100-jährigen Berninalinie

zum Thema einer umfassenden Projektarbeit

gemacht. Auf 14 Tafeln werden Themen rund um die Berninalinie

anschaulich und spannend dargelegt. Tatkräftig

stand ihnen unser Lokführer, Hans Meier, zur Seite.

Erwin Rutishauser überbrachte das offizielle Grusswort

der RhB und hat den Lehrpfad selber gleich abgelaufen

und ist von der Qualität und Fülle der abgedruckten Informationen

beeindruckt.

Der Bahnlehrpfad führt vom Bahnhof Pontresina nach

Surovas. Der Abschluss des Geburtstags der Berninalinie

fand im Rahmen eines Museumabends im Museum

Alpin statt. Dieser Anlass organisierte die Kulturkommission

Pontresina.


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Aussenstellen der RhB

Von Piotr Caviezel

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Sie sind tagtäglich auf Achse, meist auf dem Gleis,

aber immer unterwegs im Dienst der Rhätischen Bahn:

Unsere Key Account Manager André Brugger in Deutschland

und Enrico Bernasconi in Italien.

Die Marktbearbeitung in den beiden Nachbarländern

hält André Brugger und Enrico Bernasconi auf Trab. Die

aktuell grössten Herausforderungen sind dabei die angespannte

Wirtschaftslage und der ungünstige Wechselkurs

zwischen Schweizer Franken und Euro. Mit Elan,

voller Agenda und einer Prise Humor sorgen die beiden

Key Account Manager aber dafür, dass immer mehr

deutsche und italienische Passagiere mit der RhB beziehungsweise

dem Trenino Rosso die Schweiz erkunden.

Weil sie stetig unterwegs sind, fehlt André Brugger und

Enrico Bernasconi zwar ein wenig der persönliche, direkte

Austausch mit den Kollegen am Hauptsitz in Chur.

Beide sind jedoch froh, mit einem flexiblen Team wie

der Rhätischen Bahn zu arbeiten, in dem der menschliche

Umgang unter allen Mitarbeitenden gepflegt wird.

Die Begeisterung für die RhB ist eben grenzenlos: «Wenn

du mit dem Herzen arbeitest, ist alles möglich!», meint

Enrico Bernasconi. InfoRetica gibt einen Einblick in die

Arbeit der Key Account Manager und zeigt, was André

Brugger in Deutschland und Enrico Bernasconi in Italien

tagtäglich bewegen.

Die Schweiz macht aktuell von sich reden – nicht

nur im guten Sinn. Beeinflussen die Debatten über

Bankgeheimnis etc. eure Arbeit?

André Brugger: Mit ganz wenigen Ausnahmen ist dies

für die Deutschen nicht wirklich ein Thema. Die grössten

Herausforderungen zurzeit sind eher die Wirtschaftslage

und der schlechte Wechselkurs.

Enrico Bernasconi an der BIT Messe 2010

Milano mit Dino Godenzi

Enrico Bernasconi: Il problema più grande, sotto questo

punto di vista e a livello di immagine generale della

Svizzera, lo abbiamo vissuto dopo il «crack» di Swissair.

In quel momento è caduto un mito, creduto intoccabile!

La situazione generale bancaria, con i relativi commenti

mediatici, non mi sembra influisca al momento più di

quel tanto sulla immagine del nostro prodotto. Temo

piuttosto, e molto, una possibile diretta conseguenza,

ovvero il rafforzamento del Franco rispetto all’Euro.

Questo potrebbe diventare un grosso problema per noi!

Was verbinden die Deutschen und Italiener mit dem

Begriff «Rhätische Bahn»?

André Brugger: Bernina- und Glacier Express werden

immer in Zusammenhang mit der RhB genannt. Wir

werden oft mit der Deutschen Bahn (DB) verglichen und

schneiden unwahrscheinlich gut ab, weil wir pünktlich

sind, weil es sauber ist, weil das Personal motiviert ist.

Enrico Bernasconi: Gli italiani collegano immediatamente

il marchio «Rhätische Bahn» al Trenino Rosso del

Bernina e a St. Moritz.

Wie sorgen Sie dafür, dass die Deutschen und Italiener

noch mehr über die «Rhätische Bahn» erfahren?

André Brugger: Die Medienarbeit ist ein wichtiger Punkt

in der Marktbearbeitung. Es ist wesentlich günstiger, einen

Medienanlass zu organisieren, als unzählige Inserate

zu schalten. Im Weiteren arbeite ich eng mit einer

Agentur zusammen, die uns beispielsweise ein Zeitfenster

bei Bahn-TV besorgen kann. Dazu suche ich nach

Kooperationspartnern wie Weltbild, wo wir bei 200 000

Kunden einen Flyer mit buchbarem Angebot dem Katalog

beilegen konnten.

Enrico Bernasconi: Con una costante e regolare comunicazione,

proponendo sempre nuove possibilità oltre alla

Piotr Caviezel und André Brugger an der

Ameropa-Programmpräsentation


conosciuta tratta del Bernina. La broschure «Steinbock

Inverno / Estate» è assolutamente ideale a tal proposito.

Espandere inoltre la mia attività diretta verso il Centro

Italia (Toscana-Emilia Romagna-Lazio). Fondamentale

infine la qualità delle nostre prestazioni, che devono in

ogni caso sempre rimanere al Top!

Welche Produkte ziehen besonders? Welche nicht?

André Brugger: Der Glacier Express ist nach wie vor die

Nummer 1 im Markt, gefolgt vom Bernina Express. Die

weiteren Produkte der RhB sind teilweise bekannt, aber

haben nicht die Bedeutung der Expresszüge. Dies liegt

unter anderem daran, dass wir seit Jahren mit den Paradeprodukten

Werbung betreiben. Aus finanziellen

Gründen können wir es uns leider nicht erlauben, den

gleichen Werbedruck für weitere Produkte zu erzeugen.

Enrico Bernasconi: I più richiesti sono i viaggi di un giorno,

e la destinazione di St. Moritz la fa da padrona

assoluta. Motivo? Viaggio semplice, costi contenuti, località

di prestigio. Il prodotto che al momento non suscita

molto interesse è per contro il Glacier Express. Il

periodo di forte crisi economica in Italia, i costi in ogni

caso elevati (dall’Italia necessitano almeno 2 pernottamenti,

a St. Moritz/Coira e a Zermatt!) ne sono la causa

principale. Bel prodotto, conosciuto, apprezzato ma al

momento troppo caro!

Wer sind unsere stärksten Partner, mit denen Sie im

Verkauf und im Marketing in Ihrem Land gemeinsame

Sache machen?

André Brugger: Die vier wichtigsten Partner sind im

Deutschen Markt Ameropa Reisen GmbH, Schweiz Tourismus,

Graubünden Ferien und RailAway. Mit der

Ameropa-Kooperation sind wir mit dem Katalog Glacier

Express in über 7 400 Verkaufsstellen deutschlandweit

André Brugger an der Pressekonferenz

Miniaturwunderland Hamburg

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

präsent. Im Weiteren können wir auf die Produktgestaltung

Einfluss nehmen und erhalten durch die Kooperation

die Möglichkeit an Verkaufsveranstaltungen zum

Beispiel von der Deutschen Bahn teilzunehmen. Und

Ameropa unterstützt uns mit Marketingaktionen.

RailAway als Nachfolgeorganisation der Vertretung der

Schweizer Bahnen bewirtschaftet einen grossen Kundenstamm,

der grösstenteils Bernina- und Glacier Express

fährt. Im Weiteren hilft uns RailAway bei der Bearbeitung

des Gruppengeschäftes im Busreisesegment,

während Ameropa den FIT/Gruppen-Bereich im Bahnreiseverkehr

abdeckt.

Ein ganz wichtiger Partner ist Graubünden Ferien (GRF).

Der Vertreter von GRF in Hamburg bearbeitet schwerpunktmässig

die Medien und Reiseveranstalter. Hier

heisst es für uns, sich kurz zu schliessen, um Doppelspurigkeiten

zu vermeiden.

Selbstredend ist Schweiz Tourismus ein ganz zentraler

Partner, mit welchem wir einen regen Austausch pflegen.

Enrico Bernasconi: Abbiamo diverse tipologie di Partners

sul mercato: Svizzera Turismo (contratto Keypartnerschaft

per la comunicazione e la promozione), diversi

Media (TV/Radio/Quotidiani/Riviste di settore/Ondine)

con contatti diretti RhB oppure tramite Svizzera Turismo

e Tour Operator/Agenzie di Viaggio. I più importanti sono

Adrastea Viaggi Tirano, Il Girasole Milano, DBVertrieb Milano/Roma.

In ogni caso tutti Partners che propongono il

prodotto treno e pure un catalogo «La Svizzera in Treno».

Sind Sie nicht bisweilen einsam, soweit weg von Chur?

André Brugger: Am Anfang war die Umstellung schon

gross. So plötzlich als «One-Man-Show» dazustehen. In

der Zwischenzeit habe ich mich daran gewöhnt, es

braucht eine gute Selbstorganisation. Im Weiteren ist

man dank der modernen Technik immer in Kontakt mit

Enrico Bernasconi am Workshop in Milano

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Chur und zwischendurch begleitet mich mein Chef Piotr

Caviezel auf einem Einsatz. Zusätzlich finden regelmässig

bilaterale Gespräche in Chur statt.

Enrico Bernasconi: Molte volte non è facile essere lontani

e soprattutto da soli. Soprattutto a livello di aggiornamenti,

di informatica, di scambio di opinioni, ecc.

non abbiamo sicuramente le medesime possibilità dei

nostri colleghi in sede. Ci si deve talvolta caricare di ulteriori

responsabilità che la situazione del momento richiede.

Ma ho la fortuna di lavorare in un Team molto

disponibile con cui mi trovo molto bene, gestito con

maestrìa da Piotr Caviezel. I problemi citati si possono

pertanto superare abbastanza facilmente.

Was war Ihr persönlich schönstes Bahnerlebnis

bisher?

André Brugger: Abgesehen von meiner ersten Fahrt über

den Bernina vor rund 20 Jahren, war die Zugreise von

Toronto nach Vancouver mit anschliessender Autorundreise

durch British Columbia ein echtes Erlebnis.

Enrico Bernasconi: Sono stato per anni, come dicevo in

precedenza, il Rappresentante in Italia per tutte le Ferrovie

svizzere, percui conosco molto bene tutte le tratte

inerenti i trenini alpini. Due di esse sono nel mio cuore:

il Bernina (ovvio!) e le Jungfraubahnen.

Was lieben Sie an «Ihrer RhB» besonders – was

würden Sie ändern, wenn Sie CEO wären?

André Brugger: Ich mag die Einzigartigkeit der Rhätischen

Bahn, ein absolut tolles Produkt in einer wunderbaren

Gegend, dies muss ich sogar als Stadtmensch zugeben.

Die RhB ist aus meiner Sicht ein guter und

sozialer Arbeitgeber, der sicher fordert aber auch fördert.

Und die rote Farbe gefällt mir so gut, es gibt doch

genügend «grau» in unserer (Wirtschafts-)Welt.

André Brugger auf der Studienreise Ameropa

Enrico Bernasconi: Della RhB amo il prodotto, ma soprattutto

l’ottimo rapporto ancora «umano» esistente tra i

collaboratori. Cosa cambierei? In certe circostanze servirebbe

essere più concreti e magari un po’ meno teorici ...

Name: Brugger

Vorname: André

Alter: 46

Bei der RhB seit: 01.04.09 (01.04.91–31.08.07)

Mein Arbeitsmotto: Die Welt der RhB ausdehnen

Mein Restauranttipp

in: Basel, Gifthüttli (Cordon

Bleu-Variationen ohne Ende)

und Café Del Mundo (bester

Schoggikuchen in Town)

Mein grösster Wunsch

an die RhB: Weiter so!

Name: Bernasconi

Vorname: Enrico

Alter: 49

Bei der RhB seit: 01.01.2007

Mein Arbeitsmotto: Flessibilità

Mein Restauranttipp

in: Milano, Rist. Lacerba (Fisch)

- Roma, «La Pace del Palato»

(Pasta)

Mein grösster Wunsch

an die RhB: Privilegiare sempre e sopra tutto i

rapporti umani tra i collaboratori.

Enrico Bernasconi am 17. Januar mit italienischen

Medien auf Alp Grüm


Bernina Express Bus – das rote Postauto

Text von Florian Ambauen und Bilder von Simon Rageth

Seit dem 24. Juli 2010 ist auf der Strecke zwischen Tirano

und Lugano der neue Bernina Express Bus im Design

der Rhätischen Bahn im Einsatz. Das neue «rote Postauto»

veranschaulicht die gute Zusammenarbeit zwischen

PostAuto Graubünden und der RhB. Panoramafenster,

komfortable Reisesitze und eine eingebaute Klimaanlage

sorgen für erstklassigen Reisekomfort und ermöglichen

den Gästen eine entspannte Fahrt durch malerische

Dörfer, vorbei an Palmen und entlang des

Comersees.

Mit dem neuen Bernina Express Bus festigen die RhB

und PostAuto Graubünden ihre gute Zusammenarbeit.

Fahrgäste reisen ab sofort auf einem der 50 Sitzplätze

bequem und aussichtsreich von Tirano, dem südlichsten

Punkt der Berninalinie, nach Lugano oder umgekehrt.

Durch die auffallende, rote Lackierung und den Bernina

Express Schriftzug fällt die Zugehörigkeit zur Rhätischen

Bahn selbst auf der Strasse sofort ins Auge. Der Reisebus

von PostAuto Graubünden ermöglicht den Fahrgästen

des Bernina Express jeweils von Anfang April bis Ende

Oktober sowohl eine bequeme Anreise zur Berninalinie

als auch eine angenehme Weiterreise ins Tessin. Während

der Wintermonate befährt der Bernina Express Bus

das Streckennetz von PostAuto Graubünden oder ist für

Extrafahrten im Einsatz.

Grosser Reisekomfort

Mit seinen grossen Panoramafenstern, den komfortablen

Reisesitzen mit verstellbarer Rückenlehne und den angenehmen

Temperaturen dank eingebauter Klimaanlage

bietet der neue Bernina Express Bus den Fahrgästen einen

erstklassigen Reisekomfort. In entspannter Atmosphäre

lässt sich die Landschaft zwischen Tirano und

Lugano geniessen. Durch das Veltlin, die italienische Talschaft,

die sich in einem weiten Bogen um die Bündner

Bruno Brot, Leiter Betrieb PostAuto Graubünden, Manfred Kürschner,

Regionalleiter PostAuto Graubünden, Karin Furger, Produktemanagerin

Expresszüge RhB und Martin Sturzenegger, Leiter Vertrieb RhB

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Berge zieht, vorbei an kleinen Städtchen, schweift der

Blick entlang des Comersees über malerische Buchten

und verträumte Fischerdörfer. Nach einem Halt in Sorico

am Comersee führt die Fahrt weiter durch die engen

Stras sen am Ufer des Luganersees nach Lugano, dem beliebten

Tourismusort und kulturellen Zentrum im Tessin.

Fakten zum neuen Bernina Express Bus

Fahrzeug:

• 50 komfortable Reisesitze mit verstellbarer Rückenlehne

• Sitze auf der Gangseite auswippbar

• Sonnenschutzrolo

• Rollstuhllift und Rollstuhlplatz

• Klimaanlage

• Grosse Panoramafenster

• DVD Anlage mit zwei Bildschirmen

Tickets:

• Es werden nur Tickets 2. Klasse ausgegeben. Das 1.-

Klasse-Zeichen auf dem Bus veranschaulicht, dass es

sich um einen «First Class»-Bus handelt.

• GA/BÜGA sind gültig.

• Obligatorischer Zuschlag, separat zu bezahlen CHF

12.00 (pro Person und Weg).

Fahrplan:

• Lugano ab: 10.00 Tirano an: 13.00

• Tirano ab: 14.25 Lugano an: 17.30

• Betriebszeit 2010: 01.04.–24.10.2010

• Betriebszeit 2011: 01.04.–23.10.2011

Besonderes:

• Mehrsprachiger Chauffeur (Italienisch, Deutsch als

Hauptsprachen)


Die Autoren Andrea Tognina und

Ruedi Bruderer

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Buch und Film zum Berninabahn-Jubiläum

Quelle: Medientext RTR, bearbeitet durch Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Die Società Storica Val Poschiavo SSVP und Radio e Televisiun

Rumantscha haben als Hommage an die Arbeiter,

welche die Bahnlinie gebaut haben und die Bahn heute

betreiben, ein Buch und einen Film realisiert. Am 16.

Juni 2010 fand die viel beachtete Vernissage im Hause

RTR statt.

Regierungspräsident Claudio Lardi hielt anlässlich der

Vernissage stolz das Buch «Arbeiter am Bernina» von

Andrea Tognina in den Händen, welches die Verdienste

der zahlreichen Arbeiter würdigt: «Die Erbauer der Berninabahn

haben mit grossen Opfern eine wahrscheinlich

einzigartige Zeit fieberhafter Tätigkeit im Puschlav

ins Leben gerufen. Für einmal stehen nicht die ‘Generäle’

im Vordergrund, sondern die ‘Infanteristen’, die

Personen und ihre Anstrengungen, Entbehrungen, aber

auch die wenigen Momente der Genugtuung», fuhr

Lardi weiter.

Knochenarbeit am Bernina

Radio e Televisiun Rumantscha (RTR) haben dem Berninabahn-Jubiläum

mit einer Themenwoche ebenfalls einen

Schwerpunkt gewidmet, erklärte RTR-Direktor Mariano

Tschuor. So berichtete RTR in der Woche vom 14. bis

20. Juni 2010 täglich in Radio, Fernsehen und Internet

(www.rtr.ch) über die Berninabahn.

«Strapatschs al Bernina», der Film von Ruedi Bruderer

zum Berninabahn-Jubiläum, gliedert sich ein und

nimmt dabei den roten Faden der harten Arbeit jener

Männer auf, die 1910 die Inbetriebnahme der Bahn erst

ermöglicht haben. Der Film zeigt die harte Winterarbeit

anhand von vier Generationen der «Bähnler»-Familie

Beti aus Poschiavo. In verschiedenen Rückblenden wird

auf die 100jährige Geschichte eingegangen, dies auch

mit Filmmaterial aus dem Berninabahn-Eröffnungsjahr

von 1910 und den späten 1920er-Jahren. Die DVD mit

diesem in romanisch, deutsch und italienisch realisierten

Film ist zusammen mit dem Buch erhältlich.

«Die RhB lebt von vielen Beti’s»

RhB-Direktor Erwin Rutishauser würdigte in seiner Ansprache

mit lobenden Worten das Buch und den Film als

gelungene Werke zum Berninabahnjubiläum. Der Film

verstehe es, «auch die spektakulärsten Szenen mit seinen

Protagonisten sachlich und feinfühlig ins Bild zu

rücken» und erreiche dadurch die gewünschte Authentizität.

Er sei stolz, die Beti’s in seinen Reihen zu wissen.

«Genau genommen haben wir 1350 Beti’s, die tagtäglich

und bei jedem Wetter dafür sorgen, dass unsere

einzigartige Bahn sicher ihr Ziel erreicht», ergänzte Rutishauser.

Das Gesamtwerk – das Buch von Andrea Tognina «Arbeiter

am Bernina» mit integrierter DVD von Ruedi Bruderer

«Strapatschs al Bernina» - ist im Desertina Verlag Chur

herausgekommen und kostet inkl. DVD 35 Franken. Es ist

ebenfalls auf den RhB-Bahnhöfen sowie beim RhB-

Railshop erhältlich

Mariano Tschuor, Direktor RTR Erwin Rutishauser, Andrea Tognina, Ruedi Bruderer

und Claudio Lardi


Eine wanderbare Idee wird Wirklichkeit

Von Peider Härtli

Die Kandidatur Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/

Bernina mündete 2008 in die erfolgreiche Aufnahme in

die UNESCO Welterbeliste. Bis im Sommer 2010 realisierte

nun der Verein Welterbe RhB einen Weitwanderweg

entlang dem Welterbeobjekt - die Via Albula/Bernina

33. Am 8. Mai 2010 wurde bereits die erste Teilstrecke

des neuen Wanderweges von Tirano nach Poschiavo offiziell

eröffnet. Gleichzeitig mit der Lancierung des neuen

Wanderweges ist auch ein entsprechender Wanderführer

erschienen. Die Präsentation des Wanderbuchs

fand am 31. Mai 2010 dem Wahrzeichen der Albulalinie,

beim Landwasserviadukt, statt.

Die am 7. Juli 2008 in die UNESCO Welterbeliste aufgenommene

Bahnlinie Albula/Bernina der Rhätischen

Bahn besticht durch ihre grandiose Linienführung,

durch einzigartige bautechnische Kunstwerke, durch die

wechselnde Naturlandschaft sowie durch die gegensätzlichen

Kultur- und Sprachräume entlang der Strecke.

Erklärtes Ziel der RhB ist, diese Attribute zu pflegen und

der einheimischen Bevölkerung und den Gästen erlebbar

zu machen.

Der Verein

Genau zu diesem Zweck wurde 2007 der Verein UNESCO

Welterbe RhB gegründet. Gemeinsam mit den involvierten

Institutionen - den Gemeinden im Perimeter des

UNESCO Welterbes, dem Kanton Graubünden, der Provinz

Sondrio und dem Bund - soll das international bedeutende

Denkmal RhB in der Landschaft Albula/Bernina

mit geeigneten Schutz- und Unterhaltsmassnahmen

gepflegt werden. Im Rahmen der festgelegten Spielre-

Stefan Barandun bei der Präsentation

des Wanderführers Via Albula/Bernina

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

geln wird damit das Welterbegut weiter entwickelt. Erwin

Rutishauser, der Präsident des Vereins, hält hierzu

fest: «Die Symbiose einer leistungsstarken, modernen

Gebirgsbahn in einer intakten Naturlandschaft soll die

Besucher mittels Informations- und Tourismusangeboten

auf die einmaligen Werte aufmerksam machen und

dafür sensibilisieren.»

Via Albula/Bernina…

Als erstes Angebot hat die RhB unmittelbar nach der

Aufnahme der Albula- und Berninalinie in die UNESCO

Welterbeliste den UNESCO Welterbe Pass lanciert. Dieser

beliebte und bereits oft verlangte Fahrausweis ermöglicht

innerhalb von vier Tagen zwei Tage freie Fahrt auf

allen Zügen zwischen Thusis und Tirano (ohne Expresszüge).

Um das Welterbeobjekt noch besser erkunden und erleben

zu können, hat der Verein UNESCO Welterbe RhB im

Rahmen eines Regio-Plus-Projekts mit der Unterstützung

des Kantons Graubünden und des SECO und in enger

Zusammenarbeit mit den Gemeinden sowie Tourismusorganisationen

einen Wanderweg entlang der

Strecke lanciert. Der mit der von SchweizMobil verliehenen

Routennummer 33 gekennzeichnete Wanderweg

Via Albula/Bernina eignet sich vorzüglich für die Bewunderung

des Gesamtkunstwerks: Der Wanderweg verläuft

nahe der Albula- und Berninalinie und gibt immer wieder

bezaubernde Blicke frei auf die über 100 Jahre alte

Bahnlinie in alpiner Landschaft. Unter dem Motto «nur

wo du zu Fuss warst, warst du wirklich», lernt der wandernde

Natur- und Eisenbahnfreund die einzigartige

Regierungsrat Stefan Engler


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Albula- und Berninalinie der RhB sowie die aussergewöhnliche

Kulturlandschaft kennen.

Die Alpentransversale führt in zehn Etappen (sechs

Etappen von Thusis nach St. Moritz und vier Etappen von

St. Moritz nach Tirano) durch vielfältige Landschaften

und Klimazonen sowie durch unterschiedliche Kulturräume.

Die einzelnen Etappen können dem individuellen

Interesse und der Kondition der Wanderer angepasst

werden. So Andreas Bass, Geschäftsführer des Vereins

Welterbe RhB: «Die immer in der Nähe der Wanderroute

verlaufende RhB bietet die Option, jederzeit in den

komfortablen Bahnwagen umsteigen zu können. Es

können auch Mehrtagesangebote mit Hotelübernachtungen

individuell zusammengestellt und über www.

swisstrails.ch gebucht werden.»

Im Rahmen der Jubiläumsfeier 100 Jahre Berninalinie

vom 8./9. Mai 2010 in Tirano haben zwei Schulklassen

von Brusio und Tirano in Anwesenheit von Prominenz

die erste Teilstrecke der Via Albula/Bernina von Tirano

nach Poschiavo offiziell eröffnet und dem Publikum

freigegeben. Die zweite Teilstrecke der Via Albula/Bernina

wurde im Verlauf des Sommers auch bereits eröffnet.

…mit Wanderführer

Zur Eröffnung des neuen Wanderwegs ist rechtzeitig ein

informativer Wanderführer erschienen. Herausgeber ist

der Verein Welterbe RhB. Der Autor und Wanderleiter

Stefan Barandun versteht es vorzüglich, den Wanderer

mit spannenden, interessanten Informationen zu begleiten.

Die Präsentation des Wanderführers Via Albula/

Bernina 33 fand am 31. Mai 2010 in unmittelbarer Nähe

des Landwasserviadukts und unter Beteiligung von Regierungsrat

Stefan Engler, Vertretern des Vereins UNESCO

Welterbe RhB sowie des Autors statt. Der Wanderführer

ist für 29 Franken im Buchhandel und im Railshop der

RhB erhältlich. In den buchbaren Pauschalangeboten

von swisstrails.ch ist der Wanderführer im Preis inbegriffen.

Fakten zur Via Albula/Bernina

Ausgangspunkt: Thusis, 697 m ü.M.

Endpunkt: Tirano, 429 m ü.M.

Aufstieg: ca. 4’680 Höhenmeter

Abstieg: ca. 4’950 Höhenmeter

Wanderzeit: 40 bis 42 Stunden (Richtzeit)

Etappen: 10

Längste Etappe: St. Moritz – Ospizio Bernina,

23,7 km

Längste Wanderzeit: Thusis – Tiefencastel,

6¾ bis 7¼ Stunden

Weitere Informationen unter:

www.rhb.ch/via oder www.swisstrails.ch

Martin Sturzenegger, Leiter Vertrieb RhB


UNESCO Welterbe-Bahnen spannen zusammen

Von Peider Härtli

Besuch des indischen Eisenbahnministeriums

Eine Delegation des indischen Eisenbahnministeriums

weilte Ende Juni 2010 in Graubünden. Hintergrund dieses

Besuches war ein Treffen mit der Spitze der Rhätischen

Bahn und die Besichtigung der Albula- und Berninastrecke.

Die beiden Bahnen beabsichtigen in

Zukunft im Bereich der zwei Welterbeobjekte Mountain

Railways of India und «RhB in der Landschaft Albula/

Bernina» einen Erfahrungsaustausch aufzubauen. Eine

entsprechende Absichtserklärung wurde am 29. Juni

2010 in Chur unterzeichnet.

Weltweit drei Bahnen mit Welterbestatus

Weltweit sind nur drei Bahnen auf die UNESCO Welterbeliste

gesetzt worden: Die Semmering Bahn in Österreich,

die Mountain Railways of India mit den Gebirgsbahnen

Darjeeling Himalayan Railways, der Nilgiri Mountain

Railways und der Kalka Shimla Railways sowie seit 2008

die «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina».

Als klassische Gebirgsbahnen wollen die Mountain Railways

of India und die RhB ihre Erfahrungen auf verschiedenen

Ebenen austauschen. Der Kontakt zwischen

den Indian Railways und der RhB wurde durch Nicole

Bolomey, Leiterin der Kulturabteilung bei UNESCO New

Delhi, vermittelt. Bolomey ist Entsandte des Liechtensteinischen

Entwicklungsdienstes.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Absichtserklärung

Der Besuch der indischen Delegation diente denn auch

primär der Kontaktaufnahme der Vertretungen der

beiden Bahnen und letztlich der Unterzeichnung einer

Absichtserklärung zur Förderung des Know-how-Austausches

im Management von in der Welterbeliste

eingetragenen Eisenbahnen. Im Zentrum dieses Erfahrungstransfers

steht der nachhaltige Umgang mit dem

Welterbegut zum Wohl der Allgemeinheit. Die entsprechende

Absichtserklärung (Letter of Intent) wurde am

29. Juni 2010 in Chur durch Vertreter des indischen

Eisenbahnministeriums, des Vereins Welterbe RhB und

der Geschäftsleitung RhB unterzeichnet. Die Vereinbarung

wurde vom Sekretär des Verwaltungsrates der indischen

Staatsbahn, Shivaji Rakshit und seitens der Rhätischen

Bahn von den Geschäftsleitungsmitgliedern

Silvio Briccola und Christian Florin unterschrieben. Für

den Verein UNESCO Welterbe RhB unterschrieben der

Vorstandsvorsitzende Martin Sturzenegger und der Geschäftsführer

Andreas Bass.

Die indische Vertretung nutzte das Treffen mit der RhB

auch zur intensiven Besichtigung der UNESCO Welterbestrecke

zwischen Thusis und Tirano. Dabei wurde die

Delegation kompetent von unserem UNESCO Welterbe-

Beauftragten und -Experten Gion Caprez und von Nicole

Bolomey begleitet.


RhB Lokomotive im Design der Schwesterbahn

Von Florian Ambauen und Simon Rageth

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Die Rhätische Bahn untermalt die partnerschaftliche

Beziehung mit der japanischen Hakone Tozan Railway

(HTR) mit einer Lokomotive im Design ihrer Schwesterbahn.

Als Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit

wurde die Lokomotive am Dienstag, 3. August 2010, in

St. Moritz in Anwesenheit einer Delegation der Hakone

Tozan Railway sowie von Vertretern von Schweiz Tourismus

Japan feierlich getauft. Die RhB brachte gegenüber

der japanischen Delegation ihre grosse Betroffenheit

vom Glacier Express Unfall zum Ausdruck.

Zusammen mit dem Verwaltungsratspräsidenten der

RhB, Hans-Jürg Spillmann, liess es sich der Präsident der

japanischen Hakone Tozan Railway, Masakuni Wada,

nicht nehmen, die neu bemalte Lokomotive höchstpersönlich

zu taufen. Die mit grossen japanischen Schriftzeichen

bemalte Lokomotive ist sowohl Symbol für die

Verbundenheit der zwei Bahnunternehmen als auch ein

Dank von Seiten der RhB an ihre Schwesterbahn für die

langjährige Partnerschaft. Hans-Jürg Spillmann nahm in

seiner Ansprache Bezug auf den tragischen Unfall des

Glacier Express vom 23. Juli: «Auch für die Rhätische

Bahn stellt der unvorhersehbare Unfall ein trauriges Ereignis

dar. Den Familien der Verstorbenen und den Verunfallten

entbieten wir in dieser schwierigen Zeit unsere

tief empfundene Anteilnahme. Den Verletzten

wünschen wir eine baldige Genesung», so Spillmann.

Langjährige Schwesterbeziehung wird aktiv gelebt

Die Partnerschaft zwischen der Berninalinie der RhB und

der Hakone Tozan Railway mit dem Ziel, den Touristenverkehr

in Japan und in der Schweiz zu fördern, besteht

seit 1979. Die Partnerschaft wird in Japan durch Schweiz

Tourismus im Namen der RhB gepflegt und ausgebaut.

Neben dem Austausch von bahntechnischen Erfahrungen

wird die Schwesterbeziehung nicht nur durch gegenseitige

Besuche genährt, sondern aktiv gelebt. Bereits

1982 überbrachte die RhB zwei Kuhglocken zur

Einweihung der Station Gora nach Japan, welche seither

als Abfahrtssignale dienen. 1984 wurde als äusseres

Zeichen der Verbundenheit auf der Berninalinie die Anschrift

der Stationsnamen St. Moritz, Alp Grüm und Tirano

in japanischer Schrift angebracht. Seit 1991 trägt

zudem ein RhB-Triebfahrzeug die Bezeichnung «Hakone»

– mit dem japanischen Nationalsymbol: der aufgehenden

Sonne. Im Gegenzug fährt in Japan seit 2009

eine ganze Komposition der Hakone Tozan Railway in

einem vollständig dem Glacier Express entsprechenden

Design. Dazu werden auf weiteren Linien drei Wagen im

Design des Bernina Express eingesetzt. Hakone ist eines

der grössten japanischen Tourismusgebiete mit jährlich

fast 20 Millionen Besuchern. Das Büro von Schweiz Tourismus

in Tokyo arbeitet intensiv mit den Verantwortlichen

der HTR und ihren Partnerunternehmen zusammen

und führt mit diesen regelmässig Marketing- und Werbemassnahmen

für die RhB durch.

Bau der Hakone-Linie nach Prinzip der Berninabahn

Der Anfang der Verbundenheit zwischen der RhB und

der HTR liegt beinahe 100 Jahre zurück. Die besonderen

Voraussetzungen der Berninastrecke, die dank rein klassischer

Physik, der sogenannten Adhäsion, einen Höhenunterschied

von 1824 Metern überwindet, animierten

1912 einen japanischen Ingenieur namens Handa,

die Schweiz zu besuchen. Er suchte im Auftrag der Hakone

Tozan Railway Vorbilder für die Trassierung einer

Bahn im topografisch schwierigen Gebiet Hakone – einer

beliebten touristischen Region im Süden Tokyos.

Und er wurde fündig. Das System der Adhäsionsbahn auf

der Berninalinie überzeugte ihn auf Anhieb. So wurde

die Hakone-Linie nach demselben Prinzip errichtet wie

die Berninabahn der Rhätischen Bahn.

24 24


Inframation

Von Reto Sidler

Effizientere Beleuchtungen der Gleisanlagen

2009 wurde mit dem Ersatz der Leuchtmittel aller Gleislampen

begonnen. Die alten Leuchtmittel (Quecksilberdampf

Hochdruck) werden durch Natriumdampf-Niederdrucklampen

ersetzt. So sind im Vergleich zu den

alten Leuchtmitteln Energiekosteneinsparungen von ca.

40% und eine ca. vier Mal längere Lebensdauer möglich,

gleichzeitig ist die Beleuchtungsstärke ca. 10%

höher. Für diese Optimierung werden die alten Leuchten

durch SBB Gleislampen ersetzt und bestehende SBB-

Gleislampen angepasst. Der Umbau wird voraussichtlich

nächstes Jahr mit den südlichen Stationen abgeschlossen.

Betonschottertröge am Bernina

Am Ova da Bernina Viadukt zwischen Morteratsch und

Bernina Suot wurden in der Woche 31 während drei

aufeinander folgenden Nachtbetriebspausen total 36

vorfabrizierte Betonelemente versetzt. Die Elemente

wurden für die Instandsetzung des Viaduktbauwerks

und der anschliessenden Stützmauer benötigt. Damit

konnte die Bauweise «vorfabrizierte Betonschottertröge»

erstmals auch auf der Berninalinie angewandt werden.

Christo bei der RhB?

Auf der Vorderrheinbrücke Tavanasa wurde ein Arbeitsgerüst

mit Schutztunnel und vollständiger Einhausung

montiert. Das Arbeitsgerüst ist notwendig für das Aufbringen

des neuen Farbanstriches. Aus Sicherheits- und

Umweltschutzgründen sind ein Schutztunnel gegen das

Bahntrasse und eine luftdichte Einhausung notwendig.

Letztere dient dazu, dass keine giftigen Stäube aus der

Altbeschichtung in die Umgebung gelangen können.

25

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Aufhebung Bahnübergang Samedan

In Samedan laufen die Bauarbeiten zur Aufhebung des

Bahnübergangs km 98.018 auf der Linie nach St. Moritz

mit einer Tieferlegung der RhB und der Höherlegung der

Strasse auf Hochtouren. Der Fortschritt der Arbeiten

kann mit Livecams im Internet verfolgt werden:

http://www.bau-cam.ch/samedan/cam1/

http://www.bau-cam.ch/samedan/cam2/

http://www.bau-cam.ch/samedan/cam3/

Gewölbe im Argenteritunnel erneuert

Mitte August konnte die erste Phase der Teilerneuerung

mit dem Abschluss der Gewölbesanierung sowie dem

Abbruch und Neubau des Portals Celerina fertig gestellt

werden. In diesen regnerischen Tagen verspricht die

zweite Phase mit der projektierten Sohlenabsenkung

und dem Einbau des Beton-Schottertroges doch zumindest

bautechnisch einen «heissen» Herbst!

Sanierung des Sandgrindtunnels abgeschlossen

Die Sanierung des Sandgrindtunnels konnte im Juli 2010

nach acht Monaten Bauzeit fertig gestellt werden: Gewölbe,

Kabelrohranlage, Gehweg wurden eingehend

saniert und fit für die Zukunft gemacht. Die ausführende

Unternehmung hat sich speziell für die gute Zusammenarbeit

bei der Ver- und Entsorgung der Baustelle durch

den Bahndienst LQT bedankt – super!

Gleislampe Bettonschottertrog Schutztunnel Samedan


Dank perfektem Teamwork zum Erfolg

Von Ralph Rechsteiner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Am Abend des 3. Juli 2010 zogen oberhalb von Morteratsch

am Piz Albris dicke Wolken auf. Der Himmel muss

zuerst schwarz und dann gelb gewesen sein, als sich ein

heftiges Gewitter extrem lokal am Hang direkt oberhalb

des Bahnüberganges Montebello entlud. Nur wenige Kilometer

entfernt in Samedan hat es praktisch gar nicht

geregnet.

Der Frühling und der Frühsommer waren bekanntlich

stark verregnet. Die plötzlich angestiegenen Temperaturen

hatten zudem dafür gesorgt, dass die Schneeschmelze

zuoberst an der Hangflanke eingesetzt hatte

und sogar der Permafrost in den obersten Schichten

leicht auftaute. Dies alles führte dazu, dass der Boden

völlig durchnässt war und kaum Wasser vom heftigen

Gewitter mehr aufnehmen konnte, welches am Piz Albris

niederging. Es haben sich in der Folge auf der gesamten

Bergflanke verschiedene Murgänge (Gemisch aus

Wasser und Geröll) gelöst und sind in den schon vorhandenen

Runsen zu Tal gebraust. Das Trasse der RhB

wurde kurz nach Durchfahrt des letzten Zuges an insgesamt

vier Stellen vom Murgang getroffen. Die Kantonsstrasse

wurde ebenfalls an mehreren Stellen verschüttet.

Es ist bezeichnend, dass sich solche Naturereignisse immer

am Wochenende ereignen. Der Bahndienst war

trotzdem am Samstagabend innert kürzester Zeit vor Ort.

Aufgrund der Dunkelheit, welche die Sicht ins Anrissgebiet

verunmöglichte, musste aus Sicherheitsgründen auf

den Beginn der Räumung während der Nacht verzichtet

werden. Die ersten organisatorischen Massnahmen

wurden aber bereits in der Nacht aufgegleist.

Am nächsten Morgen hat sich dann das ganze Schadenausmass

offenbart. Es sind insgesamt 22 000 m 3 Geröllmassen

zu Tal gegangen. Dies entspricht einem vollen

Schotterzug auf fast der gesamten Länge des Vereinatunnels.

Zudem wurde eine Stützmauer mit den daran

befestigten Kabeln weggerissen. Dank sehr flexiblen

Unternehmungen aus dem Puschlav standen schon früh

an diesem Sonntag die ersten Maschinen auf dem Scha-

denplatz. Die Räumungsarbeiten begannen sobald es

hell wurde in Zusammenarbeit mit dem Bahndienst.

Nicht nur die Leute an der Front waren schon früh aktiv.

Die Mitarbeitedenden von Produktion und Vertrieb haben

versucht, den gestrandeten Kunden wo möglich zu

helfen und haben schnell Szenarien entwickelt, um im

Falle einer Öffnung der Kantonsstrasse einen Bahnersatz

anbieten zu können. Es wurden bereits Alternativvarianten

für die geplante Jubiläumsfahrt vom nächsten

Morgen erarbeitet. S-KOM war in Kontakt mit den Medien.

Kurz – die RhB war, obwohl es Sonntag war, innert

kürzester Zeit auf das notwendige Mass gefahren, um

voll handlungsfähig zu sein.

Am Schadenplatz musste zwischen Polizei, Tiefbauamt,

Gemeinde, Naturgefahrenspezialisten, Forst und der

RhB koordiniert werden. Auch hier war die Zusammenarbeit

auf allen Ebenen sehr unkompliziert und unbürokratisch.

Die Entscheidungen wurden rasch und unter

Berücksichtigung der gegenseitigen Interessen getroffen.

Die RhB konnte so erreichen, dass die Strasse zur

Erleichterung der Räumungsarbeiten länger geschlossen

gehalten wurde als absolut notwendig.

Dank dieser Zusammenarbeit gingen die Räumungsarbeiten

überraschend schnell voran. Auf den frühen

Abend wurde bereits eine Testfahrt auf dem Gleis organisiert.

Auch hier war der Lokführer pünktlich einsatzbereit

vor Ort. Noch am Abend war es möglich das Gleis

für den nächsten Tag frei zu melden. Die Geburtstagsfahrt

zum 100 Jahre Jubiläum der Berninalinie konnte

am Montagmorgen wie geplant stattfinden.

Es hat Freude gemacht zu sehen, wie motivierte Mitarbeitenden

an einem Strang gezogen haben, um das Ziel

der Wiederinbetriebnahme möglichst rasch zu erreichen.

Es war den gesamten Tag lang nicht ein lautes

Wort zu hören. Überall wurde ruhig und konzentriert

gearbeitet. Das perfekte Teamwork hat zum Erfolg geführt.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die dazu beigetragen

haben.


Eine «Wellnesshalle» für ALLEGRA-Triebzüge

Von Peider Härtli

Die ersten ALLEGRA-Triebzüge der Rhätischen Bahn sind

bereits ausgeliefert und fünf davon im fahrplanmässigen

Einsatz. Nicht nur optisch unterscheiden sich die

Triebzüge vom übrigen Rollmaterial der RhB - auch ihre

Länge von 50 bis 75 Metern sprengt die bisherigen Normen.

Für Wartung und Unterhalt muss für die neuen

Triebzüge eine neue Unterhaltsanlage in Landquart gebaut

werden. Dazu investiert die RhB insgesamt über 10

Millionen Franken. Der Spatenstich zum Neubau fand

am 14. Juni 2010 statt.

Das Unterhaltskonzept wurde basierend auf die zukünftigen

Anforderungen und Kapazitäten hin erarbeitet. Mit

dessen Umsetzung werden die Voraussetzungen für einen

effizienten und sicheren Unterhalt an den neuen,

ungetrennten ALLEGRA-Triebzügen aus den Etappen I

und II des Flottenkonzepts geschaffen. Die 15 dreiteiligen

Zweispannungstriebzüge messen je 50 Meter, die 5

vierteiligen Agglomerationstriebzüge je 75 Meter. Dies

erfordert Massnahmen für deren Wartung und Unterhalt.

Ausbauten in Landquart, Poschiavo und Samedan

Das Projekt sieht Ausbauten in Landquart, Poschiavo

und Samedan vor. Die Arbeiten in Poschiavo und Samedan

sind abgeschlossen, sodass der Unterhalt und die

Wartung der bereits ausgelieferten Triebzüge an diesen

Standorten erfolgt. Im Bedarfsfall ist auch ein wirtschaftlicher

Ablauf für die Reprofilierung eines Triebzuges

auf der Unterflurdrehanlage möglich.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Vor dem Baubeginn mit Spatenstich am 14. Juni 2010 in

Landquart musste die bestehende Drehscheibe mit einem

Bogengleis ergänzt werden. Das Bogengleis dient

später als Zufahrt zur geplanten Verlängerung der bestehenden

Unterhaltshalle und zur Unterflurdrehanlage,

welche für die Nutzung mit Triebzügen aufgerüstet

wird. Zusätzlich ist im Rahmen der Arbeitssicherheit in

der parallel dazu stehenden Pendelzughalle die Installation

eines Dachlaufstegs geplant.

Für die Nutzung der Unterflurdrehanlage mit Triebzügen

ist ein umfangreiches Sicherheitskonzept ausgearbeitet

worden, damit auch weiterhin die einmännige Bedienung

möglich ist. Dazu werden eine Video-Überwachungsanlage

und umfangreiche Warn- und Signalisationsanlagen

installiert, um die hohen Anforderungen

der Arbeitssicherheit zu gewährleisten.

10 Millionen Franken für die ALLEGRA-Halle

Das grösste Teilprojekt, die Verlängerung der bestehenden

Unterhaltshalle, wird nun in Landquart gebaut. Der

Spatenstich dafür war am 14. Juni 2010. Die Eröffnung

der neuen Unterhalts- und Wartungshalle wird Ende

Februar 2011 sein. Die Kosten des Neubaus in Landquart

belaufen sich auf 10,2 Millionen, die Kosten der

Umbauprojekte in Samedan und Poschiavo auf rund

eine Million Franken.

Edi Jäger, Niculin Vital, Hansjürg Bühler,

Bauvorsteher Gemeinde Igis-Landquart und

Erwin Rutishauser, VGL RhB


28

«Bluehope»

Von Alfred Bärtsch

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Der private Schienentransporteur railCare setzt mit

«Bluehope» auf den flexiblen Service der Rhätischen

Bahn. Wir kranen für railCare Container auf LKWs und

zurück auf den Zug. Das Geschäft zeigt den momentanen

Trend im Güterverkehr – es ist so prompt zustande

gekommen, dass die Einsatzpläne der Kraniers quasi

über Nacht angepasst werden mussten.

Die railCare AG ist eine private Eisenbahnverkehrsunternehmung

(EVU) mit Sitz in Härkingen. Entstanden ist die

railCare AG aus der Railogistics AG, welche immer noch

besteht und ihr Equipment (Bahnwagen, LKW etc.) an

die railCare AG vermietet.

Der neue RhB-Kunde bietet nebst Schienentransporten

auch Strassenvor- und Endtransporte mit eigenen Lastwagen

und eigenen Chauffeuren an. Der Haupttransportweg

ist auf der Schiene und die «letzte Meile» wird

mit dem LKW bewältigt.

Das «Bluehope»-Konzept besteht aus einem Normalspur-Zug,

welcher am einen Ende eine E-Lok und am

anderen Ende einen Dieseltriebkopf aufweist.

Der Zug dient ausschliesslich dem Kombinierten Verkehr

Schiene-Strasse und befährt täglich die Strecke Daillens

- Härkingen - Frauenfeld - Landquart und zurück. Der

Leitungsweg führt über die Postpaketzentren, wo Kräne

vorhanden sind und wo Kunden ihre Wechselbehälter

zu- und abladen.

Die ganze Komposition hat eine Länge von 235 Metern

und nimmt maximal 26 Wechselbehälter auf. 24 Wechselbehälter

sind auf sechs Güterwagen à vier Wechselbehälter

platziert. Die restlichen zwei Behälter sind auf

dem hinteren Teil des Triebkopfs platziert.

Die Akquisition dieses Kranauftrages zeigt eindrücklich

viele Herausforderungen im Gütergeschäft:

n Hoher Preisdruck

n Starke Konkurrenz durch die Strasse

n Forderung nach Flexibilität zu jedem Zeitpunkt

Wurde am Freitag noch um den richtigen Preis gerungen,

so krante man am darauf folgenden Montag bereits

um. Da der «Bluehope» erst um 16.00 Uhr im GUZ eintrifft

und alle Wechselbehälter bis 18.30 Uhr auf den

LKW umgeladen werden müssen, verschiebt sich nun die

Öffnungszeit des GUZ nach hinten. Aus diesem Grund

mussten die Einsatzzeiten der Kraniers übers Wochenende

angepasst werden. Logistische Probleme konnten

durch den Einsatz der vielen involvierten Partner relativ

rasch gelöst werden.

Bei diesem Kranauftrag werden vor allem Wechselbehälter

mit Getränken umgeladen. Er verspricht eine längerfristige

Zusammenarbeit zwischen railCare AG und

der Rhätischen Bahn. Allfällige Weitertransporte auf

dem Netz der RhB sind dabei nicht ausgeschlossen.

Dank der guten Zusammenarbeit zwischen dem flexiblen

Team im Güterumschlagszentrum RhB, den Rangierteams

von RhB und SBB in Landquart sowie dem

Produktmanagement des Güterverkehrs konnte dieser

Verkehr innerhalb von kurzer Zeit umgesetzt werden.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für die gute Arbeit!

Weitere Infos:

www.railcare.ch

www.railogistics.ch


Achtung Gefahr(gut)!

Von Peider Härtli

Die Rhätische Bahn ist eine vielseitige Bahn. So befördert

sie nicht «nur» Feriengäste im klimatisierten Panoramazug,

sondern auf demselben Schienennetz ebenso

Strassenfahrzeuge durch den Vereinatunnel, Mineralwasser

aus der Surselva – und Mineralöltransporte auf

der Berninalinie. Über diese Mineralöltransporte und

andere gefährliche Güter wollen wir mehr erfahren. Als

Gefahrgutbeauftragte der RhB stellt sich Madeleine Mäder

unseren Fragen.

Redaktion: Madeleine Mäder, wie kamst du zu dieser

verantwortungsvollen Aufgabe als Gefahrgutbeauftragte

(GGB)?

Während meiner Zeit bei den SBB habe ich unter anderem

auch bei der Betriebswehr meine pyromanischen

Geschicklichkeiten getestet. Wir löschten Feuer, evakuierten

steckengebliebene Züge und pumpten von Leckzisternen

Mineralöl um. Ich machte eine Spezialausbildung

als Maschinistin und bin so immer wieder mit dem

«schwarzen Gold» in Berührung gekommen.

Als dann vor zwei Jahren die Stelle bei P-SU ausgeschrieben

wurde habe ich mich darauf beworben.

Was muss ich mir unter einem Gefahrgut vorstellen?

Fällt auch der Transport von Lebensmitteln darunter?

Schliesslich führen diese Wagen ‹gefährliche› Kühlaggregate

mit.

Als Gefahrgut bezeichnet man Stoffe, Zubereitungen und

Gegenstände, von denen aufgrund ihrer chemischen

oder physikalischen Eigenschaften oder ihres Zustandes

beim Transport bestimmte Gefahren ausgehen.

Die Kühlaggregate sind wie ein Auto oder eine Lok zu

betrachten, der beinhaltende Treib- und Schmierstoff ist

zum betreiben des Fahrzeuges nötig und ist somit kein

Gefahrgut. Also, ich auf jeden Fall habe keinen Gefahrgutaufkleber

auf meiner Heckscheibe ...

Auf welcher Grundlage basiert der Transport von

Gefahrgut? Gibt es dazu eine ‚Bibel’? Ich gehe davon

aus, dass du sie in- und auswendig kennst?

Der Pfarrer hat seine Bibel und ich mein fast 2000-seitiges

ADR/RID-Buch. Da die Gesetze bei den Gefahrgutvorschriften

alle zwei Jahre ändern, ist ein auswendig

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

lernen nicht so einfach wie es bei der beständigen Bibel

der Fall ist. Jedoch lesen tut sich beides sehr schwerfällig.

Wann ist ein Vorfall mit Gefahrgut gegeben?

Jegliche Art von Schadensereignis, bei dem Produkte

(das Gefahrgut) ungewollt in die Umwelt gelangen, welche

schädlich für Menschen, Tiere, Umwelt oder Sachwerte

sind oder sein könnte, ist ein Vorfall.

Wie geht der/die betreffende MitarbeiterIn bei einem

solchen Vorfall vor?

Bei Unfällen mit Gefahrgut muss man davon ausgehen,

dass Gefahr für die Bevölkerung und die Umwelt besteht.

Je nach Stoff kann dies Brand- und Explosionsgefahr

und/oder die Gefahr für Leib und Leben sein (z.B.

Vergiftung, Verätzung). Daher steht der Selbstschutz

immer an oberster Stelle.

Auf jeden Fall muss unverzüglich eine Meldung ans RCC

erfolgen und die nötigen Angaben dem Fahrdienstleiter

durchgegeben werden. Hierfür bietet jedem Mitarbeitenden

das stets mitgetragene Merkblatt wertvolle Hilfestellung.

... und du als Beauftragte für solche Transporte musst

diese Vorfälle jemandem melden?

Ich bin verpflichtet solche Ereignisse je nach Ausmass,

den Behörden sofort zu melden. Ansonsten werden alle

Vorfälle im Jahresbericht erfasst und dem BAV gemeldet.

Daher bin ich auf alle Meldungen, vom kleinsten bis

zum klitzekleinsten Vorfall angewiesen.

Welches sind deine Empfehlungen für MA, welche

mit Gefahrenguttransporten zu tun haben, bzw. mit

einem Schadensereignis konfrontiert sind?

Angst ist der falsche Begleiter. Aber den nötigen Respekt

davor zu haben, kann lebensrettend sein.

Madeleine Mäder, herzlichen Dank für dieses interessante

Gespräch. Wir wünschen der RhB und damit

auch dir nur geglückte Gefahrguttransporte!

29


30

Nossa visita tal «GUZO» a Samedan

Von Romina Braunschweiler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Rivos cul tren a Samedan, vainsa pudieu tschanter in ün

vagun da 1. classa ed essans gnieus «stumplos» d’ün

tractor da manouvras in direcziun dal center da s-charg

e dis-charg da marchanzia d’Engiadin’Ota (GUZO). Quist

center as rechatta traunter Samedan e Punt Muragl. Aint

il vagun vainsa survgnieu vestas orandschas. Rivos tal

GUZO, ans ho arvschieu sar Urs Hugentobler, il mneder

da gestiun. Il prüm vainsa pudieu observer cu cha containers

cun marchanzia pel Coop e l’Aldi sun gnieus schargios

dals chars da tren e chargios sün camiuns. Quista

manouvra vain fatta cun ün grü. In seguit ans ho sar

Urs quinto dal transport cumbino cun tuot sieus avantags

e dischavantags ed el ans ho preschanto sieus impiegos,

a sar Anto ed a sar Antonio. Zieva vainsa fat üna

concurrenza. In gruppas da trais e da quatter vaivans da

stumpler ün vagun chi psaiva 16 t uschè svelt scu pussibel

d’ün lö a l’oter.

La marchanzia nu vain be mneda cun containers in Engiadina,

dimpersè eir aunch’adüna a la «moda veglia»

in chars da la viafier (Volg). Nus vains pudieu avrir ün tel

vagun ed essans gnieus a savair quaunt important cha

que es da’l charger cun saun güdizi. Uossa vaivans da fer

ün pitschen «examen» davart las chosas cha sar Urs ans

vaiva quinto.

Il «hit» da quist aunzmezdi d’eira cha vains pudieu

manascher il grü. Nus vaivans da pruver da gnir pü

cunter pussibel ad üna pütta, sainza la bütter intuorn. A

nun es taunt simpel e drouva bger sentimaint per fer

quista lavur!

Ziev’üna cuorta posa ans ho sar Urs auncha declaro cu

cha la rüzcha da l’ABVO vain chargeda in vaguns da la

viafier. Nus vains pudieu avrir ils vierchels da quists

chars, vains piglio «ün nes plain» ed ils vains darcho

pudieu serrer. Quista lavur vain fatta a maun e drouva

magari forza. Aunz cu partir darcho per la staziun da

Samedan, vainsa auncha clappo artichels da reclama da

l’RhB. Quist’aunzmezdi ans restaro in buna memüergia!


Medienbahn

aus «Travel Quotidiano» vom 10.2.2010

Ferrovie retiche pag 7 10-02-2010 11:33 Pagina 1

100 anni e non sentirli...

Buon compleanno Trenino Rosso!

I nostri sponsor

per gli eventi

ufficiali

La parola a Enrico Bernasconi, rappresentante Ferrovia Retica in Italia

1) Com’è si è aperto l’anno dedicato al centenario del Trenino

Rosso del Bernina?

“Potremmo dire “alla grande”, nel senso che per quanto concerne l’afflusso

dall’Italia abbiamo registrato il miglior gennaio da sempre. D’altra parte il

terreno è stato ben preparato da due grandi eventi media a Milano e a St.

Moritz, ove lo scorso gennaio sono intervenute più di venti testate d’ogni

categoria, risultate poi in netta maggioranza rispetto a tutte le altre

nazioni presenti. Sempre nello stesso periodo i tre canali pubblici della Rai

hanno messo in onda ciascuno un reportage a tema, mentre manifesti sul

Centenario sono rimasti affissi per due settimane all’interno della metropolitana

milanese. Per noi è molto importante sfrut-tare la visi-bilità di

questa ricorrenza, poiché al di là degli eventi in programma, miriamo a fidelizzare

il pubblico su medio-lungo termine, migliorandone il grado di

conoscenza sulle risorse di Ferrovia Retica e puntando ad un incremento

complessivo del 5% sulle presenze dello scorso anno.

2) Quali sono le novità che caratterizzeranno il 2010?

“L’aspetto più rivoluzionario interessa il rinnovo del parco treni, che a maggio

inizierà ad arricchirsi dei nuovi modelli elettrici “Allegra”, facilmente riconoscibili

per la loro cabine guida a forma di stambecco. A Tirano abbiamo

invece raddoppiato le corse del treno panoramico, in modo tale che

per tutto l’anno siano garantite due partenze durante la stessa giornata.

Dall’inizio dell’estate saranno cioè disponibili dai 300 ai 400 posti in più,

sia in risalita verso St. Moritz che in fase di rientro. Imperdibile appare infine

l’offerta Giubileo Pass, rilasciato a chiunque acquisti un bigliet-to per

la tratta del Bernina e valido sino a sette giorni dall’emissione, qualora si

desideri usufruire di un 20% di sconto su soggiorni in loco, entrate a musei

o ad eventi culturali, senza tralasciare qualche sfiziosa incursione gastronomica.

Dulcis in fundo, uno sconto di 5 franchi svizzeri (circa 3.5

euro) sull’eventuale acquisto di un biglietto successivo”.

3) Su che cosa fate leva per conquistare la clientela italiana?

“Siamo la ferrovia che ogni italiano sogna. Funzionale, puntuale, dotata di

mezzi rotabili dall’estetica accattivante e sempre pulitissimi, calati in un

paesaggio incredibilmente scenografico. Devo comunque ammettere che

la recente crisi economica ha riversato sui circuiti di breve raggio molti

viaggiatori di solito votati alle destinazioni più lontane, permettendoci

d’acquisire in poco tempo clienti nuovi e di ogni tipologia: il Trenino Rosso

pia-ce infatti alle coppie in cerca di un’esperienza romantica, così come

alle famiglie con figli curiosi, o ad a coloro che sono attratti da un’esperienza

di viaggio molto confortevole. Dotarsi dei biglietti è semplicissimo:

basta farne richiesta in qualsiasi stazione della Ferrovia Retica (Tirano in-

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

clusa) o presso le agenzie specializzate Adrastea

Viaggi di Tirano, Il Girasole Viaggi di Milano, Vela

Tour di Asti o ancora presso LazziWorld di

Firenze/S. Vincenzo. Pure le rappresentanze a Milano

delle Ferrovie tedesche, austriche e svizzere

sono abilitate al rilascio, per il quale suggeriamo

sempre di muoversi con largo anticipo, nel caso si

voglia viaggiare su treni panoramici”.

4) Quali sono le date degli eventi per il

Centenario da segnare sul calendario?

“Consigliamo di appuntarsi le giornate dell’8

e del 9 maggio a Tirano, così come quelle

dal 18 al 20 giugno a Poschiavo/Brusio, dal

momento che verranno organizzate delle vere e proprie feste

popolari, in cui si darà contemporaneamente spazio alla storia della ferrovia,

ad iniziative culturali e a deliziosi saggi enogastronomici, sempre

col prezioso contributo del Credito Valtellinese, sponsor principale egli

eventi citati. Informazioni più dettagliate saranno fornite per tempo, anche

se non occorre aspettare la primavera per vivere il fol-klore del

Trenino Rosso.

Sino al prossimo 5 aprile è infatti possibile vi-sitare il tempio della neve

di Diavolezza, mentre a St. Moritz resterà aperta tutto l’anno la mostra

dedicata alla ferrovia del Bernina come pa-trimonio mondiale dell’Unesco.

Curiosa sarà poi la visita al sito della scultura Ark Sound presso il Lago

Bianco, in esposizione dal 19 giugno a metà ottobre. Per rimanere

costantemente aggiornati è bene collegarsi al nostro portale tematico

www.mybernina.it, oppure al sito generale

della Ferrovia Retica www.rhb.ch”.

Erwin Rutishauser

direttore generale

della Ferrovia Retica

Enrico Bernasconi,

rappresentante

della Ferrovia Retica in Italia

5) Cosa rappresenta per voi la Bit?

“Una fiera irrinunciabile. Personalmente sono

presente come espositore dal 1998 e non ho

mai perso un’edizione, proprio perché ho

sempre ottenuto riscontri preziosissimi: sia

nei contatti trade che media, avendo modo di

allacciare non solo nuovi rapporti commerciali,

ma di trarre spunti e consigli per perfezionare

ulteriormente i nostri servizi. La

scelta di presentarci insieme a Svizzera Turismo,

presso lo stand F62/G69 del padiglione

4, ci permette inoltre di avere un’ottima visibilità

e riconoscibilità rispetto al nostro bacino

di clientela più vicino”.

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Mehr Standzeuge als Fahrzeuge

Von Gian Brüngger

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Nach dem Ersten Weltkrieg besass die Rhätische Bahn

eine grosse Anzahl Wagen aller Gattungen, die sie noch

in den goldenen Jahren beschafft hatte. Die bei der

Schweizerischen Industriegesellschaft (SIG) in Neuhausen

am Rheinfall in den Jahren 1889-1897 beschafften

Wagen mit Flachdach hatten Mitte der Zwanzigerjahre

bereits ein Durchschnittsalter von über 30 Jahren. Infolge

Fernbleibens der gutbetuchten englischen Touristen

bestand ein Überschuss an Polsterklassewagen. Die RhB

entschloss sich 1925 zur Ausrangierung der seit 1917

grösstenteils herumstehenden Polsterklassewagen, As

(Salonwagen), A (1. Klasse), AB (1. und 2. Klasse) und B

(2. Klasse) mit Flachdach. Damals gab es noch drei Klassen.

Die erste Klasse besass Abteile mit Seitengang, die

zweite Klasse Polstersitze mit Mittelgang und die dritte

Klasse Holzbänke. Gemischtklassewagen, wie die AB,

hatten auch in der zweiten Klasse Seitengang und

Abteile. Im Jahre 1925 trennte die Hauptwerkstätte

Landquart die Kasten von den Untergestellen. Letztere

konnten für dringend benötigte Gepäckwagen weiterverwendet

werden oder liessen sich auch an andere

Meterspurbahnen in der Schweiz verkaufen. So gelangte

das Untergestell des ehemaligen As 1 zur Biel-Täuffelen-Ins

Bahn (BTI), wo er einen Güterwagenkasten aufgesetzt

erhielt. Ein weiteres Untergestell kaufte die

Aigle-Ollon-Monthey Bahn (AOM), worauf sie einen

neuen Kasten für ein 3. Klasswagen aufsetzte. Auf vier

Untergestellen von einem A- und drei AB-Wagen entstanden

1928 die Gepäckwagen F 4051–4054.

Für die noch gut erhaltenen Wagenkasten hatte die RhB

keine Verwendung mehr. Einige sind an Angestellte und

Private als Gartenhäuschen, Kaninchenstall oder Geräteschuppen

verkauft worden.

Heute gibt es noch überall im Kanton und ausserhalb

Graubündens RhB-Wagenkasten, vorwiegend von gedeckten

Güterwagen, die noch immer diese Funktion

inne haben.

Aufgrund eines Hinweises, besuchte ich im Sommer

1988 ein Gerätehäuschen in den Rebbergen von Malans.

Dort stand ein halber Wagenkasten eines Personenwagens

mit Flachdach. Ich versuchte die Schiebetüre zu

öffnen und war erstaunt, dass diese nicht abgeschlossen

war. Ich gelangte in den leeren, abteillosen Innenraum.

Bei der Kastenhalbierung hatten die neuen Besitzer eine

hölzerne Rückwand eingebaut. Aufgrund der Fenstereinteilung

war mir sofort klar, dass es sich um einen

Wagen der Serie AB 103-110 handeln musste. Im Gegensatz

zu den beiden Wagen AB 101-102 hatten diese

sowohl im Seitengang, wie in den Abteilen Drillingsfenster.

Die beiden ersten Wagen wiesen bei den

Abteilen Zwillingsfenster auf. Nun galt es herauszufinden,

um welchen der acht Wagen es sich handelte. Ich

suchte überall nach Schildern oder sonstigen Hinweisen,

fand aber nichts. Bereits auf dem Rückweg kam mir

plötzlich der Gedanke, dass alte Fahrzeuge bei den beweglichen

Teilen die Wagennummer eingekerbt hatten.

AB 106 AB 106


Ich ging nochmals zurück und schaute mir die Schiebetüren

zum Seitengang an und fand zu meinem Erstaunen

die Zahl 107. Also war mir klar, es handelte sich um

den Kasten des im Jahre 1925 ausrangierten AB 107 von

1896. Aufgrund von Aufzeichnungen im Archiv ist der

Wagen am 8. Dezember 1917 im HW-Areal abgestellt

worden und bis zur Ausrangierung im Jahre 1925 nicht

mehr im Einsatz gewesen. Somit ist der Wagen rund

zwanzig Jahre gefahren und stand vermutlich von 1925

bis im Jahre 2000, als die letzten Besitzer den halben

Kasten entfernten, fünfundsiebzig Jahre in Malans.

Auf gleiche Weise gelangte der Wagenkasten des AB 106

in einen Garten der RhB-Siedlung in Landquart, wo er

bis im Mai 2010 stand. Der Wagenkasten war äusserlich

verkleidet, so dass es nicht den Eindruck machte, einen

ehemaligen RhB-Personenwagen vorzufinden. Im Innenraum

fehlten die Türen und Seitenwände der Abteile.

Die Querwände waren immer noch vorhanden. Aufgrund

der Fensterteilung konnte ich sofort feststellen,

dass es sich ebenfalls um einen AB 103-110 handelte.

Die noch teilweise vorhandenen Gestelle und Käfige

dienten wahrscheinlich als Kaninchenstall. Auch hier

fand ich bei der Blindtüre zum Seitengang die eingekerbte

Nummer 106 und auf dem Innentäfer mit Kreide

eine beschwingte No. 106. Auch dieser Wagen ist im

Oktober 1917 abgestellt und nicht wieder in Betrieb genommen

worden. Der Kasten kam wahrscheinlich ebenfalls

im Jahre 1925 in den Garten und blieb dort bis zum

Geräteschuppen Malans

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Abbruch der ganzen Siedlung im Mai 2010. Gut 20 Jahre

ist der Wagen gefahren und über 90 Jahre ist er gestanden.

In beiden Fällen handelt es sich jedoch nur um

den Kasten. Die Untergestelle beider Wagen hat die HW

wahrscheinlich in den Dreissigerjahren zerlegt.

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Damals, vor 30 Jahren

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010


Suche nach einer passenden Weiterbildung?

Von Stephanie Kriesel, Leiterin Unternehmenskommunikation, login Berufsbildung

Wer sich bis jetzt nach der Berufslehre und einigen

Jahren Praxiserfahrungen bei der Rhätischen Bahn

nach einem passenden Weiterbildungsprogramm im

Bereich Öffentlicher Verkehr umsah, der hatte es bisher

schwer: denn für Berufsleute, die mit beiden Beinen in

der Praxis stehen und sich noch nicht rein in Managementthemen

qualifizieren wollten, gab es kein öVspezifisches

Angebot. Jetzt füllt der Ausbildungsverbund

login Berufsbildung diese Lücke.

Im März 2011 startet die neue Ausbildung zur Fachfrau /

zum Fachmann öffentlicher Verkehr. Praxisnah, berufsbegleitend

und eidgenössisch anerkannt: so können

sich Nachwuchskräfte in drei Semestern auf Fach- und

Führungsfunktionen vorbereiten.

Umfassendes Ausbildungsprogramm

Was lernt man alles in diesem neuen Lehrgang? Petra

Rüttimann, Projektverantwortliche bei login, erläutert

das Konzept: «Wir haben die Weiterbildung bewusst

sehr umfassend gestaltet. Die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer sollen ihr gesamtes durch ihre Berufstätigkeit

erworbenes Wissen vertiefen können. Erst im letzten

Drittel der Ausbildung spezialisieren sie sich dann in

einem von drei Bereichen, der ihren Interessen oder ihrer

Karriereplanung am meisten entspricht.»

So decken die neun Basismodule generalistische Themen

wie Gesamtsystem öffentlicher Verkehr, Ereignismanagement,

Angebotsgestaltung oder Projektmanagement

ab. Alle Lektionen sind klar auf die konkreten

Herausforderungen in der Verkehrswelt ausgerichtet. Als

Vertiefungsrichtung können die Kandidat/innen zwischen

Ressourcenplanung, Marketing & Verkauf und

Führung wählen. In ihrem jeweiligen Modul schreiben

sie dann auch ihre Projektarbeit.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Am Ende folgt zunächst eine interne Zertifikatsprüfung

durch login, die gleichsam einen Test für die Berufsprüfung

darstellt. Diese findet anschliessend unter der Trägerschaft

des Verbands öffentlicher Verkehr statt und ist

eidgenössisch anerkannt.

Viel mehr als ein Papier

Doch mit dem Fachausweis haben die Absolvent/innen

mehr als nur ein Papier in der Hand. «Die Umsetzbarkeit

der gewonnenen Kenntnisse im beruflichen Alltag ist

uns extrem wichtig», bekräftigt Petra Rüttimann. «Deshalb

wendet sich die neue Ausbildung nicht nur an junge

Berufsleute, sondern auch an ausgewiesene Profis im

öV, die ihre jahrelange Erfahrung einmal von offizieller

Seite anerkennen lassen wollen. Der Mix in den Ausbildungsklassen

wird dazu führen, dass ein intensiver Austausch

entsteht – und vielleicht auch ein Netzwerk fürs

ganze Leben.»

Informationen

Die erste Weiterbildung zur Fachfrau / zum Fachmann öV

startet – vorbehaltlich der Genehmigung der Berufsprüfung

durch das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie

im Spätsommer bis im März 2011. Unterrichtsort

ist Olten.

Auf www.login.org/fachmannoev finden Sie

n alles über die Ausbildung und die Prüfung

n Infos zu Anforderungen und Anmeldeverfahren

n Preise und Konditionen

n Termine der Infoveranstaltungen

Weitere Infos via E-Mail an fachmannoev@login.org

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36

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Erfolgsstory eines Fachmanns öV

« Kurbelte unsere

Verkäufe an. Und

meine Karriere.»

Ihre Erfolgsstory im öffentlichen Verkehr geht weiter – mit einer Weiterbildung !

Sie verfügen über vertiefte Erfahrung im öV und möchten Ihre Kenntnisse von offizieller Seite

anerkennen lassen? Oder möchten Sie sich mit einer anerkannten Weiterbildung auf Aufgaben als

Fach- oder Führungskader im öV vorbereiten?

Dann ist die umfassende Ausbildung zur/ zum eidg. Fachfrau /Fachmann öV mit Fachausweis bei

login, dem Ausbildungsverbund in der Welt des Verkehrs, genau das Richtige für Sie !

Ausbildungsstart: März 2011 in Olten.

Alle Informationen zum dreisemestrigen Lehrgang finden Sie unter:

www.login.org

login der Ausbildungsverbund in der Welt des Verkehrs

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HOFER BSW


Lehrabschlussfeier 2010

Von Markus Cadosch

Wo sonst tonnenschwere Lokomotiven oder Bahnwagen

gewartet oder repariert werden, wurde am 24. Juni

2010 gefeiert. In der RhB-Hauptwerkstätte fand die

Lehrabschlussfeier 2010 statt.

Was vor drei, bzw. vier Jahren (Technikberufe) begann,

fand in der HW einen würdigen Abschluss. In den zurückliegenden

Lehrjahren wurden die Lernenden mit

viel Wissen ihrer Berufsbildner/innen eingedeckt und

zur Prüfungsreife geführt. Den Berufsbildner/innen gehört

daher an dieser Stelle ein grosses Dankeschön für

ihre Arbeit!

An der Feier wurden die Lehrabgänger/innen durch Thomas

Baumgartner als Vertreter der Geschäftsleitung der

RhB sowie durch Michael Schweizer, Leiter Grundbildung

bei login Berufsbildung, geehrt.

Ein feines Essen, welches unter der Regie der Crew des

Personalrestaurants der RhB in Landquart zusammengestellt

wurde, rundete den Anlass ab. Bei gemütlichem

Zusammensein blieb genügend Raum, um auf die Lehrzeit

zurückzublicken und Geschichten aus der Lehrzeit

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

auszutauschen. Der einhellige Tenor war, dass die Lehrzeit

wie im Fluge vergangen ist. Bei einigen schlich sich

auch ein Tropfen Wehmut in die Freude über den erfolgreichen

Lehrabschluss, gilt es doch für einige der Lehrabgänger/innen

auch Abschied von liebgewonnenen

Arbeitskolleg/innen und Arbeitsteams zu nehmen.

Grundsätzlich überwiegt aber bei allen die Freude auf

die kommenden Herausforderungen nach der Lehre.

Die Welt des Verkehrs und die RhB im Speziellen kann

nun auf die Dienste des gut ausgebildeten und motivierten

Nachwuchses zählen.

Wir wünschen allen Lehrabgänger/innen eine erfolgreiche

und spannende Zukunft nach der Lehre!


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Die erfolgreichen Lehrabgänger/innen bei der RhB sind:

KVöV Logistiker/in EFZ Technik Gleisbau

Alexandra Allemann Ramona Cathomas Sergio Abreu Timon Gringer

Isabell Ambühl Avni Emini Ursin Arpagaus

Vanessa Aversa Nico Pelizatti Michele Bracelli

Maurus Chistell Simon Cathomas

Diva Deplazes Martin Christen

Pascal Fehr Jonas Clement

Sonja Gantenbein Patrick Gartmann

Fabienne Joost Thomas Gredig

Seraina Lang Marc Kuratle

Martin Moser Michele Tassone

Matthias Schaufelberger Daniele Zanolari

Fabian Sigron

Luisa Wenk

Mit einer Rangnote haben Simon Cathomas, Polymechaniker, Note 5.4 und Patrick Gartmann, Automatiker,

Note 5.3, abgeschlossen.

Herzliche Gratulation zu dieser tollen Leistung an alle erfolgreichen Lehrabgänger/innen!


Akquirieren und kassieren

Von Thomas Glükler

Auf unserem einzigartigen Streckennetz drehen Züge aus

allen Epochen ihre Runden: Russschwarze Dampfzüge,

elegante Pullmanzüge aus der Belle Epoque der Eisenbahn

oder moderne, klimatisierte Panoramazüge. Ist es

das, was unsere RhB von anderen Bahnen unterscheidet?

Ich meine Ja! Auch wenn es im Bahnland Schweiz

natürlich eine Vielzahl Bahnen gibt, die ebenfalls in

schöner Landschaft und mit tollen Kompositionen verkehren,

die Einzigartigkeit der RhB als komplette und

facettenreiche Gebirgsbahn macht den Unterschied.

Diese Vielfalt ist natürlich auch unzähligen Gästen nicht

verborgen geblieben und andere Bahnen beneiden uns

ob unserem Streckennetz und unserer Wagenflotte.

Die RhB bietet für Firmen und Vereine – wie aber auch

für Festivitäten wie Geburtstage, Hochzeitsfahrten, 30

Jahre Jassclub oder Klassenzusammenkünfte – eine

Vielfalt an Erlebniswagen an. Sei es eine Fahrt in der

«rollenden Bündnerstube» Stiva Retica inklusive einem

Bündnerplättli wie aber auch im gediegenen Alpine

Classic Pullmanwagen mit Champagner oder im rustikalen

Cabrio: Wir bieten für alle und für alles den perfekten

Rahmen!

Die RhB offeriert allen Kunden, welche eine Charterfahrt

in der Zeit vom September bis Ende Dezember 2010 buchen

sowie auch in dieser Zeit fahren einen Rabatt von

30% auf den normalen Charterpreis.

Eine entsprechende Publikation wird lanciert, respektive

ist bereits direkt an unsere Kunden mittels beiliegendem

Flyer erfolgt.

Alpine Classic Pullman auf dem

Landwasserviadukt

39

Jetzt sind Sie am Zuge!

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Machen Sie für dieses tolle Angebot Werbung in Ihrem

persönlichen Umfeld. Sei es in Ihrer Familie, in Ihrem

Verein oder bei anderen Bekannten. Für jede Akquisition

einer Charterfahrt zwischen September und Ende Dezember

2010 erhalten Sie eine Prämie von CHF 200.-.

Davon ausgeschlossen sind Verkäufe am Bahnschalter

von Laufkundschaft.

Weitersagen lohnt sich!

Gespannt warten wir auf Ihre erfolgreiche «Jagd» in Ihrem

Umfeld. Wir sind auf jeden Fall überzeugt, dass da

ein enormes Potenzial brachliegt und wir sind ebenso

überzeugt, dass unsere Kolleginnen und Kollegen über

einen unendlichen Schatz an Fantasie verfügen, um die

«Jagd» erfolgreich zu bestehen. Gerne berät Sie der

Railservice individuell, damit Sie, respektive Ihre Kunden,

ein massgeschneidertes Angebot erhalten. Bei einer

Buchung einfach Name des RhB-Mitarbeitenden

bekannt geben, damit die Prämie ausbezahlt werden

kann.

Telefon +41 (0)81 288 65 65

railservice@rhb.ch

Gemütliches Beisammensein in der

Stiva Retica

Herzlichen Dank und viel Erfolg!

La Bucunada bei Alp Grüm

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40

Neues in Kürze

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Der 12. Mann

Von Christophe Rochat

Trotz türkischer Unterstützung von Balta Zeki musste

unsere Fussball-Nati den Heimweg antreten. Balta Zeki

hat alles gegeben und dafür sogar die Schweizer Nationalhymne

auswendig gelernt.

Erste überregionale Treffen

von Patricia Demarmels

Im Mai resp. Juni fanden in Filisur zum ersten Mal überregionale

Treffen statt. Die Regionenleiter Produktion

hatten entschieden, das bisherige Modell der Region

Chur/Surselva auch für die übrigen Regionen Davos/

Albula, Poschiavo und Engadin zu öffnen.

Zum einen waren dies die Mitarbeitenden Kundendienst,

welche sich mit den Themen Arbeitssicherheit,

Gesundheitsschutz, KIS und Ausrüstung auf den Bahnhöfen

und Unterwegsstationen auseinandersetzten.

Zum anderen die Rangiermeister, wo der Hauptfokus

auf die Sammlung von risikominimierende Massnahmen

gelegt wurde.

An beiden Treffen wurde angeregt diskutiert. Beim anschliessenden

gemütlichen Teil genossen wir feine Filisurer

Pizokels und das gesellige Beisammensein.

Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen im 2011

und hoffen, dass bis dann viele Pendenzen erledigt

sind.


Studienreisen

Von Miriam Caviezel

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Am 17. Juni 2010 fand die Gourmino- und am 8. Juli

die Bernina-Express-Studienreise mit 34 Partnern aus

Tourismus und Hotellerie sowie Tour Operators aus Davos/Klosters

statt.

Die Bernina-Express-Studienfahrt im Panoramawagen

war ebenfalls ein grosser Erfolg. Im Restaurant Ai Portici

wurden die Teilnehmer mit einem reichhaltigen Menu

verwöhnt und jeder konnte noch ein Geschenk des

Hauses als Erinnerung mitnehmen.

Unsere Partner machten sich selbst ein Bild über unsere

Angebote und können diese jetzt geschmückt mit eigenen

Erfahrungen an unsere Kunden weitergeben.

Klimatisierter Aussichtswagen

Von Günter Lange

Meine Frau und ich haben eine wunderbare Zeit in der

Bündner Landschaft genossen. Als es letzte Woche so

heiss war, suchten wir etwas Abkühlung am Bernina.

Nach einer Runde um den Lago Bianco sind wir noch auf

einen Espresso zur Alp Grüm gefahren, wo ich den beigefügten

Schnappschuss mit dem Titel «Bei Temperaturen

über 30 °C klimatisiert die RhB sogar ihre Aussichtswagen!»

einfangen konnte.

Achtung – fertig – login

Von André Mastel

Am 3. August wurden bereits zum vierten Mal junge

Menschen aus Graubünden in der login-Woche in Sursee

begrüsst.

Ein Highlight in der login-Woche war die login-Trophy.

Die Lernenden haben in berufsübergreifenden Projektteams

spannende Aufgaben angepackt. Routen planen,

fotografieren und Punkte sammeln gehörten zu den

Aufgaben, um ganz «nebenbei» die Schweizer Geografie

aufzufrischen resp. kennen zu lernen. Kreuz und quer in

«gelben» 8-er Teams durch die Schweiz – nach Genf

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42

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

und bis nach Kreuzlingen, nach Basel und bis nach Chur.

Die login-Trophy galt es danach kreativ und phantasievoll

auf Papier zu bringen und auf dem Marktplatz zu

präsentieren. Die Teams mit den meisten Punkten sowie

das Team mit dem tollsten Plakat wurden prämiert. Die

Lernenden kehrten am Freitag heimwärts, voller neuer

Eindrücke, mit vielen Informationen und voller Erwartung,

was sie wohl am neuen Lehrplatz erwarten wird.

Achtung – fertig – login!

Junibummel

Von Eric Wyss

Am 3. Juni trafen sich die Mitarbeitenden Vertrieb und

Produktion zum traditionellen Junibummel. Dieser Anlass

führt jeweils zu einem RhB-Angebot, um es den

Mitarbeitenden bekannt zu machen und soll dem gegenseitigen

Kennenlernen und Austausch dienen.

Dieses Jahr besuchten wir das Schloss Tarasp. Auf einer

Führung durch die Räume lernten wir verschiedene Eigenheiten

des Schlosses kennen. Wussten Sie, dass der

Erfinder von Odol das Schloss zu seinem Feriensitz ausbaute

und er Badezimmer mit fliessend warmem und

kaltem Wasser einbaute? Dies war für diese Zeit etwas

sehr luxuriöses. Leider starb der Besitzer bevor er sich

diesen Luxus gönnen konnte.

RTR/RhB-Wettbewerb

Von Peider Härtli

Im Zeichen des 100-Jahr-Jubiläums der Berninalinie

hat Radio e Televisiun Rumantscha einen vielbeachteten

Film «Strapatschs al Bernina» von Ruedi Bruderer realisiert.

Im Vorfeld der Erstausstrahlung haben RhB und

RTR einen Wettbewerb lanciert. Regina Rosenberg aus

Nesselnbach war die glückliche Gewinnerin. In Begleitung

ihres Ehemannes Ernst nahm sie am 20. August bei

ihrem Zwischenhalt in Chur den Hauptpreis - eine Hin-

und Rückfahrt für zwei Personen in erster Klasse von

Chur nach Poschiavo/Tirano mit Übernachtung, Nachtessen

und Frühstück in Poschiavo sowie Fahrt auf dem

Führerstand von Pontresina nach Poschiavo – von Ruedi

Bruderer (RTR, ganz links) und Peider Härtli, entgegen.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Einführungstag der Lernenden der Rhätischen Bahn

Von Corinne Hardegger

Mit grossen Erwartungen und auch mit ein bisschen

Nervosität trafen alle 38 Lernenden am 9. August,

pünktlich um 8.30 Uhr im Direktionsgebäude der RhB

ein. Freundlich begrüsst wurden sie von Direktor Erwin

Rutishauser, Erika Wismer und Markus Wetter. Nach der

lehrreichen und interessanten Präsentation wurden alle

Lernenden in fünf verschiedene Gruppen eingeteilt, um

verschiedene Destinationen zu bereisen. An den verschiedenen

Orten mussten sie diverse Aufträge erledigen,

wie beispielsweise ein Gespräch mit dem Bahnhofsverantwortlichen

führen. Jede Gruppe erhielt einen

Glücksbringer, einen kleinen Steinbock, welcher am

Schluss des Tages einen Namen besass. Mit den gewonnenen

Bildern und Informationen gestaltete schliesslich

jede Gruppe eine Powerpoint-Präsentation, welche

später von einer kritischen aber doch sehr humorvollen

Jury, zusammengesetzt aus GL-Mitgliedern, bewertet

wurde. Die Gewinner erhielten ein verdientes Erinnerungsgeschenk.

Zum Schluss erhielten alle Lernenden

noch Glückwünsche mit auf ihren neuen Lebensweg.

Gemeinsam für mehr Sicherheit

Von Thomas Baumgartner

Am 14. Juli wurde zur Verminderung von unsicheren

Handlungen und zur Erhöhung der Sicherheit ein

4-Punkteprogramm unter Führung des Leiters Produktion,

Thomas Baumgartner, zur Umsetzung freigegeben.

Zahlreiche Vorgesetzte vom Gruppenleiter bis zum Geschäftsbereichsleiter

aller Bereiche stehen zum Motto:

Gemeinsam für mehr Sicherheit – Sicherheit ist Teamwork.

Bergstrecke ...

Von Peider Härtli

Einmal mehr bewies unser Eventmanager Geni Rohner

einen ausgesprochenen Sinn für Bergbesteigungen der

besonderen Art. Nach intensiver psychischer und physischer

Vorbereitung sowie wochenlanger kohlenhydratreicher

Ernährung wagte er die Besteigung der Furkapasshöhe.

Aus zuverlässiger Quelle hat die Redaktion

erfahren, dass Bergchampion Geni den Furkapass in

bester körperlicher Verfassung erreicht hat und nach

verdienter Kompensation der enormen Kalorienverluste

mit gleich zwei Stück Schwarzwälderkuchen den Weg

weiter Richtung Oberwald unter – die Räder nahm.

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Pieder vor der letzten Fahrt

Auf der letzten Fahrt

Von Andrea Pfiffner

Am 10. Juni war unser Pieder Wenzin ein letztes Mal als

Zugführer im Dienste der Rhätischen Bahn unterwegs.

Nach über 40 Dienstjahren erfüllt er sich einen Traum

und betätigt sich als Hirt auf der Alp Soliva. Das Zugpersonal

wünscht Pieder zu seiner Pensionierung alles Gute

und dass er den neuen Lebensabschnitt mit bester

Gesundheit richtig geniessen kann. Engraziel fetg Pieder

e sin seveser.

Kranunfall bei Küblis

Von Peider Härtli

In der Nacht vom 24. auf den 25. August kippte ein Kran

beim Einbau einer Hilfsbrücke zwischen Fideris und

Küblis um. Menschen kamen bei diesem Unfall glücklicherweise

keine zu Schaden. Bei der Baustelle handelt

es sich um ein Projekt des kantonalen Tiefbauamtes. Im

Zusammenhang mit dem Wanderweg entsteht an dieser

Stelle eine Unterführung für Velos und Fussgänger. Aufgrund

des grossen Aufwands bei der Bergung des umgestürzten

Krans musste auf der Strecke Fideris-Küblis

bis Freitag, 27. August, ein Ersatzbetrieb eingerichtet

werden.

Chiara vs. Heidi-Doll

Von Claudio Melcher

Nachdem Heidi Klum erfolgreich ihr Ebenbild in Form

einer Barbiepuppe nachbilden liess, konterte ein findiger

Unternehmer und liess Chiara nach dem Modell unserer

Zugbegleiterin Ilona Grünenfelder, entstehen. Im

Übrigen sehr erfolgreich: Die Erstproduktion war nach

kurzer Zeit bereits restlos ausverkauft.


Milestone auf Irrwegen

Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Vierzehn rote Bälle, die schwammen auf dem See,

da warens nur noch dreizehn, das tat dem Geni weh ...

Schön platziert und verankert sollten sie die Aufmerksamkeit

auf sich ziehen, die 14 roten Meilensteine

zur Geschichte der Berninalinie. Doch Geni hatte die

Rechnung ohne den Wirt, beziehungsweise ohne Wind

und Sturm am Lago Bianco gemacht. So rissen sich immer

wieder Bälle aus ihrer Verankerung und genossen

die unendliche Freiheit. Was nun Geni überhaupt nicht

ins Konzept passte: Kurzentschlossen sammelte er die

unzähmbaren Meilensteine ein - einer versteckte sich

sogar im Ablauf unterhalb der Staumauer - und verbannte

sie in ein dunkles Verliess, nicht ohne ihnen

vorher noch die Luft rauszulassen!

Ehrendamen in kräftigen Händen

Von Peider Härtli

Ohne Voluntari wäre das Jubiläumsfest der Berninalinie

nicht durchführbar gewesen. Überall wurde organisiert,

koordiniert zugepackt - was Stefan Ackermann in Brusio

wörtlich nahm. Die charmanten und in RhB-rot gekleideten

Hostessen waren in Brusio und Poschiavo – nebst

der roten RhB – die Hingucker.

Herzlich willkommen

Von Eugen Cantieni

Sieben Quereinsteiger haben am 1. September 2010

ihre Zweitausbildung zum Zugbegleiter begonnen. Der

Fachbereich Zugpersonal wünscht den neuen Mitarbeitenden

viel Spass, Ausdauer und Erfolg während des intensiven

und spannenden Lernjahres.

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Mitarbeiteranlass Chur/Surselva

Von Beat Gansner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Am 28. Mai 2010 war es endlich wieder soweit. Über 70

RhB Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Region Chur/

Surselva aus allen Bereichen hatten sich für den beliebten,

jährlich stattfindenden Mitarbeiteranlass angemeldet.

Auch einige Mitarbeitende von der Gästeinformation

Viamala, Chur Tourismus und Stadtbus Chur durften

wir willkommen heissen.

Um 17.00 Uhr traf man sich auf dem Bahnhof Chur beim

Gleis 2. Wohin die Reise gehen würde, war auch dieses

Mal eine Überraschung. Um 17.20 Uhr bestiegen wir einen

Stadtbus, der uns nach Meiersboden führte.

Dort wurde der Apéro genossen, alte Bekannte getroffen

und neue Bekanntschaften geschlossen und vor allem

die Möglichkeit genutzt, mit externen und internen Personen,

die man selten zu Gesicht bekommt, wieder einmal

ins Gespräch zu kommen.

Alle Anwesenden wurden vorgängig in vier Gruppen

aufgeteilt und konnten abwechselnd an einer Vorführung

eines Defibrillatorgerätes teilnehmen. Allen Teilnehmenden

wurde gezeigt, wie einfach und selbsterklärend

ein solches Gerät anzuwenden ist. Auf diesem

Weg nochmals besten Dank an P-SU Reto Brunner für

die hilfreichen Instruktionen.

Das Kader der Region Chur/Surselva war von Beginn weg

mit Fotokameras ausgestattet und schoss aus vollen

Rohren. Die Fotos wurden später beim Nachtessen auf

eine Wand projeziert. Und dann das Nachtessen. Das

war himmlisch. Das Restaurant – übrigens das einzige

Backpackers in der Umgebung Chur – darf an dieser

Stelle für solche Anlässe wärmstens empfohlen werden.

Herzlichen Dank dem Wirtepaar Stoffel.

Um 22.30 Uhr ging es mit dem Stadtbus zurück nach

Chur, wo sich die Gesellschaft in alle Himmelsrichtungen

verabschiedete. Ein weiterer interessanter und geselliger

Mitarbeiteranlass war nun Geschichte und nicht wenige

dachten womöglich schon an den nächsten.


«Das blaue Wunder»

Von Jolanda Picenoni und Eric Wyss

2009 wurde das Projekt, die eigene Dienstleistungsqualität

für unsere Bahnkunden zu steigern, gestartet. Wir

setzten uns zum Ziel, mindestens 30 schriftliche positive

Kundenrückmeldungen zur Dienstleistungsqualität der

RhB im Engadin zu erhalten. Mit verschiedenen Massnahmen

wurden die Mitarbeitenden unterstützt und

sensibilisiert. Das Ziel wurde sogar übertroffen. Kompliment

an alle Mitarbeitenden.

In diesem Jahr wird die Steigerung der Dienstleistungsqualität

weitergeführt bzw. intensiviert. Der Auftakt

dazu war anfangs Februar am Infoabend, den alle Mitarbeitenden

Vertrieb und Produktion der Bahnhöfe des

Engadins besuchten. Nach einer Besichtigung im RhB

Schneedom Diavolezza und einem Infoteil über die

Ziele 2010 der Unternehmung, referierte Ernst Bromeis

über seine Sicht der Dienstleistungsqualität. Er hat

2008, anlässlich seines Projekts «Das blaue Wunder

Graubünden», 45 Kilometer in 200 Seen des Kantons

Graubünden, bei Wassertemperaturen von 1 bis 11

Grad, durchschwommen. Es gelang ihm in seinem Referat

in überzeugender Weise, den Bogen immer wieder

zur Rhätischen Bahn zu spannen.

Für seine Leistung, in 44 Etappen bis zu 11 Stunden am

Tag unterwegs zu sein und dabei 1500 km mit dem Velo

und 80 000 Höhenmeter zurückzulegen, brauchte es

eine grosse Portion Motivation – und eine Vision. Das ist

eine Riesenleistung und dass er es dabei noch schaffte,

seine Kunden, die Medien und Sponsoren zu verblüffen,

zeigt, was ein motivierter Mensch alles bewältigen

kann. Obwohl er ein ausgesprochener Einzelkämpfer ist,

war seine Leistung nur Dank der Unterstützung seines

Teams überhaupt möglich.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Für seine Motivation in einem See mit nur 4 Grad Wasser

Temperatur zu schwimmen, war er aber selber verantwortlich.

Er konnte es an niemanden delegieren, er

musste seine Eigenverantwortung wahrnehmen und

motivierte sich ausschliesslich selbst dazu. Hätte er sich

dazu nicht motivieren können, wäre er nicht im Stande

gewesen, seine Arbeit, «Das blaue Wunder Graubünden»,

fertigzustellen.

Das gleiche gilt für unsere Arbeit bei der Rhätischen

Bahn. Jeder Mitarbeitende erbringt eine grosse Leistung.

Dass er seine Arbeit gut macht und die Kunden zusätzlich

noch verblüffen kann, setzt voraus, dass jeder Mitarbeitende

motiviert ist. Für die Motivation ist jeder

selber verantwortlich. Der Mitarbeitenden kann nicht

vom Vorgesetzten verlangen, dass er ihn motiviert. Der

Chef kann die Voraussetzungen dazu schaffen, dass die

Motivation stimmt und Höchstleistungen erbracht werden.

Im Anschluss an das Referat und die Diskussion fand der

Abend bei einem kleinen Imbiss seinen Abschluss.

Herzlichen Dank an alle Mitarbeitende für die Teilnahme

am Infoabend und die engagierte Mitarbeit.

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Erlebnisreiche Lehrzeit

Text von Pol Bergamin, Maurus Chistell und Ursin Conrad - Überarbeitet von Patrick Schneider

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Pol Bergamin

Im ersten Semester war ich bei NPS in Landquart tätig.

Nach einem eindrücklichen Einstieg in den «Bähnler-

Alltag» habe ich das zweite Semester am Bahnhof Tiefencastel

verbracht. Dort konnte ich einen sehr interessanten

Start in die Welt des Verkaufs erleben.

Insbesondere aus dem Grund, da der Bahnhof Tiefencastel

im Sommer täglich mehrere Gruppen zu verzeichnen

hat. Zudem wurde in der Zeit zwischen Mai und

meinem Lehrortwechsel im August bei schönem Wetter

eine Kundenverblüffungsaktion durchgeführt, welche

durchaus sehr viel Spass bereitete. Aber auch die Arbeit

am Schalter hat mir gut gefallen, da es immer wieder

interessante Angebote zu verkaufen gab. Zum Schluss

kann ich sagen, dass ich in Tiefencastel eine interessante,

spannende und tolle Zeit verbringen durfte, welche

ich nicht so schnell vergessen werde.

Maurus Chistell

Meinen ersten Einsatz hatte ich in Domat/Ems, wo ich

die Grundlagen des Bahnberufs erlernte. Da in Domat/

Ems viele Italiener ansässig sind, konnte ich meine Italienischkenntnisse

verbessern. Des Weiteren lernte ich

die verschiedenen Abonnemente der Rhätischen Bahn

kennen. Nach Domat/Ems führte ich meine Ausbildung

in Ilanz weiter und mein drittes Semester startete ich in

Disentis/Mustèr. Nach drei Monaten Verkauf und Fahrdienst

stand mir ein Winter in Bergün/Bravuogn bevor.

Auch ich durfte einige Male das Schlittelabenteuer auf

der 6 km langen Schlittelbahn Preda-Bergün erleben.

Zum Schluss meines zweiten Semesters durfte ich 6 Monate

beim V-Support meinen Dienst erweisen. In mei-

Maurus und Pol beim Frühlingsputz

Kundenverblüffungsaktion

nem letzten Lehrjahr arbeitete ich in Tiefencastel und

bestand Ende Juni erfolgreich meine Lehrabschlussprüfungen.

Sommerzeit – Von starken Frequenzen bis zu

Kundenverblüffungsaktionen

Der 23. Juni 2010. Ein Tag wie kein anderer. Das Bahnhofsteam

hatte gerade mit der Kundenverblüffungsaktion

begonnen, welche täglich ausgeführt wird, sofern

genügend Touren vorhanden sind. Diese Aktion beinhaltet

das Erstellen eines Gruppenfotos auf dem Perron

mit einer speziellen Bernina Express Plane und dem

kostenfreien Zustellen des Fotos an die Reisenden. Diese

haben während der Fahrt die Möglichkeit, Ihre E-Mail

auf einem Blatt zu notieren und bekommen dann das

Foto mit einem «Dankes-Mail» zugesandt. So spielt das

Thema Kundenverblüffung in diesem Jahr eine sehr

zentrale Rolle. Mit dieser und weiteren Aktionen versuchen

wir, unseren Gästen eine noch speziellere, nachhaltigere

Erinnerung mit auf den Weg zu geben.

Ebenfalls speziell an diesem Tag; so viele Gruppen und

Einzelreisende haben wir in Tiefencastel selten erlebt.

Wilder Westen in Tiefencastel

Gibt es auch Parkkarten für Pferde?

Inmitten des Albulatals, namentlich in Tiefencastel, hat

die Story seinen Lauf genommen. Der Arbeitstag auf

dem Bahnhof Tiefencastel fand ganz normal seinen Anfang.

Zehn Minuten später, in der IKS-Liste bereits die

frühmorgendlichen Pendenzen abgehakt, kam plötzlich

Aufregung im Büro auf.


Draussen auf der Südseite, am Brunnen der eigentlich

längst hätte abgerissen werden sollen, stand ein Pferd

wie im Wilden Westen gesattelt und «geparkt». Glück

für das Pferd gibt’s den Brunnen noch und für den Pferdehalter

stellt sich wohl glücklich heraus, dass es für

Pferde keine Nummernschilder gibt. Eine Parkkarte war

auf jeden Fall nicht aufzufinden. Jeder musste sich das

Pferd mal von nahem anschauen und ein Foto durfte

natürlich auch nicht fehlen.

Einen Augenblick später ging knirschend die Buffettür

auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofplatzes

auf: eine Szene wie in einem Cowboyfilm, wenn sich die

Saloontüre öffnet. Langsam schreitet der Buffetgast auf

sein Pferd zu, schwingt sich auf und reitet in Richtung

Prärie (Tiefencastel Dorf) davon.

ÖKK Kinder- und Familienfest Savognin

Wer hätte das gedacht, die Rhätische Bahn besitzt ihre

eigene Minigolfbahn. Schon zum zweiten Mal fand in

Savognin, am 10./11. Juli 2010, das ÖKK Kinder- und

Familienfest statt. In diesem Sommer nahm auch der

Bahnhof Tiefencastel an diesem Anlass teil, um als

Hauptthema für den Railrider zu werben.

Aus einer bestehenden «Minigolfbahn», einer Büchse

«RhB-rot» und «RhB-Aufklebern» wurde die passende

Attraktion für den Kinderanlass hergerichtet. So konnten

bei schönstem und heissestem Wetter die Kinder ihre

Minigolffähigkeiten am RhB-Stand auf die Probe stellen

und die Treffsichersten durften sich über kleine Preise

freuen. Nebenbei wurden an den zwei Tagen auch noch

über 450 Railrider-Rubellose verteilt. Als «kleiner

Kinderfest Savognin

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Stammgast» zeichnete sich der Junge auf dem Foto aus,

welcher als wohl fast kleinster Teilnehmer, beinahe jeden

Ball versenkte ...

Mein erster Dorfmarkt – la Scuntrada Savognin 2010

von Ursin Conrad

Am 6. August 2010 fand in Savognin der auf einen neuen

Namen getaufte, jährlich durchgeführte Dorfmarkt,

der «Scuntrada Savognin» statt. Auch dieses Jahr war

der Bahnhof Tiefencastel wieder mit von der Partie. Patrick

Schneider und ich durften einen teils verregneten,

aber sehr intensiven Markt erleben. Rund 600 Railrider–

Rubellose wurden an Interessenten abgegeben und wir

versuchten, so viele Leute wie nur möglich auf den

sonntags verkehrenden, offenen Zug zu locken.

Da der Bahnhof Tiefencastel aktuell umgebaut wird,

nutzten wir ebenfalls die Gelegenheit mit einem Wettbewerb

dies kund zu tun. Unsere Idee, mit alten Schottersteinen

aus dem «alten» Gleis 1 ein Quiz zu machen,

stiess auf grosses Interesse. Fleissig wurde getippt, wie

viele Schottersteine sich wohl im bereitgestellten Kessel

befinden. Bis zum Schluss des Tages ergaben sich erstaunliche

Antworten; mit Schätzungen von 45 bis zu

3577 Stück erhielten wir über 400 ausgefüllte Talons.

Nun freue ich mich auf nächstes Jahr und frage mich

schon heute, was man dann zum Schätzen bereitstellen

könnte?

PS: Was denkt ihr, wie viele Steine sind es nun? Wer es

wissen will, einfach mal beim Bahnhof Tiefencastel vorbeisehen

oder nachfragen.

Dorfmarkt Savognin

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HCD-Stars zum Anfassen

Von Patrizia Ehrbar

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

«In der eishockeyfreien Zeit hat es sich der HC Davos zur

Tradition gemacht, seine Fans auswärts zu besuchen. Im

Rahmen dieser Roadshow weilte gestern eine Vertretung

des Bündner Traditionsklubs vor dem Verwaltungsgebäude

der Rhätischen Bahn in Chur. Statt in Eishockeymontur

und mit Helm präsentierten sich verschiedene Spieler,

...» so die Schlagzeile in der Südostschweiz und im

Bündner Tagblatt am 23. Juni 2010 unter dem Titel «HCD-

Stars zum Anfassen». Jetzt aber schön der Reihe nach.

Ende April entstand zusammen mit Marc Gianola, Leiter

Marketing HC Davos, die Idee, eine HCD Roadshow auf

dem ehrwürdigen Rasen vor dem Verwaltungsgebäude

durchzuführen. Das Einverständnis der Geschäftsleitung

war rasch da und eine grobe Planung konnte beginnen.

Bretterboden, Lärmemissionen, Sicherheit, kontrollierter

Zugang, Infrastruktur, Mobiliar und Angebotskommunikation.

Mhh wirklich nichts vergessen? Ja natürlich,

die Präsenz der Rhätischen Bahn und unsere

Produkte. Die vom HC Davos angesprochene Zielgruppe,

Kinder und Jugendliche, passte wunderbar zu unserem

neuen Produkt: Railrider diesen Sommer neu ab Chur.

Rubellose mit einem Gewinn (Bon) wurden gedruckt,

das RhB Schlüsselband sollte für einen nachhaltigen

Werbeeffekt sorgen und los ging es. Und es ist wirklich

so, die Kinder sind des Marketer 1 grösste Freude. Keine

1 Person welche mit der Vermarktung eines Produktes/Dienstleistung

zu tun hat

Das Verwaltungsgebäude mit einer für

einmal anderen Kulisse

Stefania Dimitrova am

«Heissen Draht»

Zielgruppe lässt sich spielerischer und schöner verzaubern.

Mit dem roten Infozelt und dem «heissen Draht»

wurden die mehr als 200 Kinder und Eltern, welche die

Roadshow am Mittwochnachmittag besuchten, angesprochen.

Doch eines ist klar, die Hauptattraktion war der HC Davos

mit seinem vielfältigen Programm. Streethockey mit

Spielern aus der 1. Mannschaft, Autogrammstunde, Verkauf

von Fanshopartikeln, persönlicher Austausch mit

Spielern, Trainer und Geschäftsleitung des HC Davos und

so weiter.

Klare Favoriten beim Publikum waren die Spieler der 1.

Mannschaft: Reto von Arx, Sandro Rizzi, Mathias Joggi,

Remo Giovannini und Samuel Guerra. Daneben wurden

die Fans musikalisch und kulinarisch von den fleissigen

HCD Damen und DJ Magic Rolf verwöhnt. Wenn wir bei

der Musik angelangt sind, an dieser Stelle ein herzliches

Dankeschön an alle Mitarbeitenden im Verwaltungsgebäude

für ihre Toleranz und ihr Verständnis. So bleibt

die Hoffnung, dass die Musik so gut war, dass die Ohrenstöppsel

nicht zum Einsatz kamen.

Den unermüdlichen Helfern im Aufbau und im Verteilen

der Rubbellose ein herzliches Merci!


Time out auf Rädern – Teil 3

Von Marc König

Bolivia cambia – Bolivien im Wandel – steht auf dem

Ärmel der Uniformjacke des Grenzwächters in seiner bescheidenen

Blechhütte auf über 4000 Meter. Der Wahlslogan

des ersten indigenen Präsidenten Boliviens ist im

ganzen Land präsent. Die Hochebene des Altiplano ist

das Highlight Boliviens. Nach Baden in den heissen

Quellen der Laguna Verde, kann man die durch den

Wind «geschliffene» Felsformation des Arbol de Piedra

bestaunen und besteigen. Letzteres wurde anscheinend

übertrieben, denn der bekannteste «Baum aus Stein»

wurde zum Leidwesen der Fotografen eingezäunt. Die

Standheizung, welche uns morgens mit wohliger Wärme

wecken sollte, gab wegen der 20 Grad minus und der

dünnen Luft ihren Geist auf. «Wer hätte gedacht, dass

der Dieselmotor und der Mensch sich so ähnlich sind»,

meine anderen morgendlichen Gedanken lasse ich hier

bewusst aus. Am Abend stärken wir uns in Uyuni mit der

überraschend besten Pizza seit langem. Abgesehen vom

Zugfriedhof, dem «Cementerio de los trenes», auf welchem

man die Eisenbahngeschichte Boliviens – sofern

sie nicht verrostet ist – bestaunen kann, ist Uyuni eher

ein Übergangsort zum Salar de Uyuni. Der Salar ist der

grösste Salzsee der Welt (über 10‘000 Km 2 ).

Auf dem See wird Salz gewonnen und natürlich brausen

jährlich etliche Touristen, wie wir es sind, darüber hinweg.

Beim Fahren auf dem Salar kommt das Gefühl des

Motorbootfahrens auf, aber dank GPS finden wir die anvisierten

Inseln und können abends, an Land, das Auto

unbeschadet waschen lassen.

Bahnhof?? Wer ahnt schon, dass sich hinter: «Quem é o

dono do schipi» die Frage des Brasilianischen Zöllners

nach dem Besitzer des Jeeps verbirgt. Aber wer gestikuliert,

hat mehr vom Leben. Brasilien ist in keinster Weise

mit Bolivien vergleichbar. Die Preise vor allem des Ben-

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

zins, sind auf Europäischem Niveau. Im Pantanal, dem

grössten Binnenland-Feuchtgebiet der Welt, dümpeln

Krokodile – die übrigens frittiert mit einem leichten

Weisswein hervorragend schmecken – unter unserer Fazenda

durch. In Porto Velho wollen wir die Reise per

Schiff nach Manaus fortsetzen, werden aber fünf Tage

vertröstet und schliesslich geht nichts mehr. So sind wir

gezwungen unsere Pläne zu ändern – statt via Venezuela

nach Kolumbien geht’s nun ein zweites Mal über die

Andenketten nach Peru und Ecuador. In Ecuador überqueren

wir den Äquator und kommen wieder auf die

Nordhalbkugel. Diese Bergetappen kommen beim Land

Rover nicht gut an – er hört sich beim Fahren wie eine

Kaffeemühle an. Neue Bremsklötze – Pastilla de frenos

– müssen her. Zu Dritt und nach mehreren Stunden

schaffen wir es sogar die «so einfache» Bremse wieder

zusammenzusetzen. Kurz vor der Einreise nach Kolumbien

sind wir dummerweise von einer Gruppe von 20

Engländern auf Motorrädern, welche die ganze Panamericana

in vier Wochen! befahren wollen, überholt

worden. Dumm deswegen, weil die Zollabfertigung pro

Person knappe 20 Minuten dauert. In Kolumbien wimmelt

es von Sicherheitskräften in ausgemusterten U.S.-

Armeeuniformen – klare Anzeichen von Verbündeten im

Drogenkrieg. Die Gespräche an diesen Checkpoints gehen

schnell zu anderem über. Die Uniformierten wissen

alle, dass Johan Vonlanthen, der in der Schweizer Nati

spielt, eigentlich in Kolumbien geboren ist. Wer hätte

gedacht, dass man mit Vonlanthens Panini Bildli einfacher

durch Polizeikontrollen kommt!

Als nächstes steht die Verschiffung des Autos – und von

uns – nach Panama an.

Noch etwa 30’000 Km.

www.panamericanatour.ch

Spielplatz «Cementerio de los trenes» Salar de Uyuni Arbol de piedra


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Mit Volldampf zum Doppeltitel

Text von Rachel Van der Elst, Fotos von Alfred Koch

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Es war die letzte Saison bei den Calanda Broncos von

Martin Meuli, dem Lokführer aus Landquart. Nicht umsonst

ist er unter seinen Freunden als «Choo-Choo» bekannt.

«Der Bauch und der Kopf wollen noch», sagt

Meuli, «aber der Körper und der Verstand sagen nein.»

Nicht alle nehmen das dem 41-Jährigen ab, der immerhin

17 Jahre mit Leib und Seele und viel Einsatz bei den

Calanda Broncos spielte, der sein Ende schon mehr als

einmal herbeiredete und dann, am Ende des Winters,

doch wieder auf der Matte stand.

Choo-Choo Meuli ist nicht der einzige Angestellte der

Rhätischen Bahn, der bei den Calanda Broncos Football

spielt. Zum Team gehören auch Samuel Koch und Marco

Gallina, die beide beim Bahndienst angestellt sind.

Marco Gallina kann genauso viele Broncos-Dienstjahre

zählen wie der Lokführer; Kollege Samuel Koch ist seit

gut sieben Jahren dabei.

In diesen Jahren hat das Trio einiges erlebt, so zum Beispiel

den ersten Schweizer Meister Titel der Bündner

Wildpferde 2003 und den daraus folgenden Trip an die

spanische Mittelmeerküste zu den Barcelona Dracs, wo

die Broncos im Europacup (analog der Champions League

im Fussball) der American Footballer zwar sang- und

klanglos untergingen, aber trotzdem viel Spass hatten.

Danach wurde es ein wenig ruhiger, bis die Broncos, die

damals noch Landquart Broncos hiessen, 2008 wieder

in den Final einzogen.

Die Ziele wurden von 2005-2006 nicht mehr so hoch

angesetzt und das Team stieg in die NL B ab. Marco Gallina

und Samuel Koch wollten weiterhin auf hohem

Niveau ihren Sport ausüben und nahmen zwei Jahre

den Aufwand auf sich neben ihrer Arbeit nach Winter-

thur spielen zu gehen. Auch hier gab es einen Erfolg.

2006 wurden die beiden Schweizermeister mit den

Winterthur Warriors.

2007 kamen sie zurück und verstärkten ihr Lieblingsteam

die Broncos. Lag es an den beiden, dass die Broncos

2007 den Wiederaufstieg erreichten? Zwei Jahre

später waren aus den Landquart Broncos die Calanda

Broncos geworden – und wurden Schweizer Meister!

Damit ist das ganze RhB-Trio bei den Calanda Broncos

zweifacher Schweizer Meister! Und damit nicht genug:

Auf den Feldern der Ehre wurde weitergekämpft, bis

zum – man halte die Luft an – Europa Meister! Das war

am 17. Juli 2010 in Chur, ein Datum, das in die Annalen

der Klubgeschichte eingeht, vor 1580 Zuschauern gegen

den in diesem Jahr ungeschlagenen schwedischen Tabellenführer

Carlstad Crusaders. Dass die Wildpferde

dann eine Woche später in Bern nochmals Schweizer

Meister wurden, und dazu auch noch mit den Junioren,

ist zum Abschluss der grossartigen Saison das Sahnehäubchen

auf der Schoggicreme.

Das Trio hat viel investiert: drei Abende in der Woche

waren fürs Training fix reserviert. Dazu kamen Spiele an

fast jedem Wochenende zwischen April und Juli; eines

davon, das Efaf-Cup-Spiel (analog dem Europacup im

Fussball), fand in Rom gegen die Lazio Marines statt.

Aber, wie Choo-Choo Martin Meuli das Erfolgsrezept beschreibt:

«Hier wie dort, bei der RhB wie auch bei den

Calanda Broncos gibt es nur einen Schlüssel zum Erfolg:

Teamwork.» Ob Martin Meuli und die anderen auf das

Adrenalin an einem Football-Spiel verzichten können,

wird die nächste Saison zeigen.


Alles aus nächster Nähe

Von Danilo, 2. Sekundarschule

Als Belohnung für unsere gute Arbeit beim Projekt «100

Jahre Berninalinie», durften wir mit zwei 100-jährigen

Triebwagen die Strecke selbst einmal erleben. Die Oberstufe

Pontresina besammelte sich um 7.20 Uhr beim

Bahnhof. Danach startete die Erlebnistour mit dem Lokführer

Hans Meier. Wir machten an interessanten Orten

verschiedene Halte: wie z.B. dem «Tomatenhüsli», dem

Pilaviadukt und bei Puntalto. In Cavaglia machten wir

einen einstündigen Halt, um uns dort die Gletschermühlen

anzusehen, welche mich sehr beeindruckt haben.

Wir warteten noch kurz einen Gegenzug ab und

dann ging es sofort weiter. Wir machten noch weitere

kurze Halte bei der Cavagliascobrücke und natürlich

beim Kreisviadukt in Brusio. Nach dreistündiger Reise

kamen wir im heissen Tirano an. Wir bekamen noch 30

Minuten, um uns im Dorf umzusehen. Danach gab es

eine feine Pizza mit einem kleinen Salat zur Vorspeise

und eine noch feinere Glacé. Anschliessend genossen

wir das schöne Wetter und die heisse Sonne.

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Unser nächstes Ziel war Poschiavo. Dort teilten wir uns

in zwei Gruppen auf: die eine besuchte die Berninabahnausstellung

im Ortsmuseum, wo es viele Sachen

zum selber Ausprobieren gab und die andere Gruppe

ging in das RhB-Depot von Poschiavo, wo uns von Herrn

Lardelli einige Maschinen und Fertigungsabläufe erklärt

wurden. Danach wurden die Positionen getauscht, damit

wir alle beides sehen konnten. Wir besammelten

uns wieder um 15.45 Uhr beim Bahnhof und es ging auf

die Rückfahrt. Um 17.50 Uhr kamen wir in Pontresina

an und durften nach Hause gehen. Wir danken Herrn

Meier, dass er uns diese einmalige Fahrt ermöglicht hat.

Somit war eine für mich wirklich interessante und eindrucksvolle

Reise zu Ende.

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Personalchronik

vom 2. Juni – 1. September 2010

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Eintritte

Austritte

Stefan Bachmann als Fachspezialist, Landquart

Florian Böhler als Lokführer, Samedan

Andreas Bohli als Zugbegleiter i.A., Chur/Samedan

Roger Bucher als Fachspezialist, Landquart

Patrick Camichel als IT-Supporter, Chur

Menn Capadrutt als Lokführer-Anwärter, Landquart

Curdin Caviezel als Spezialmonteur, Samedan

Maurus Chistell als Kaufmann Betrieb und Verkauf, Ilanz

Rosette Eichenberger als Zugbegleiterin i.A., Chur/Samedan

Martin Eichholzer als Zugbegleiter i.A., Chur/Samedan

Simon Eicher als Lokführer-Anwärter, Landquart

Bernhard Etter als Spezialmonteur, Landquart

Sandra Fasser als Immobilienbewirtschafterin, Chur

Pascal Fehr als Kaufmann Betrieb und Verkauf, Zernez

Nicola Feuerstein als Lokführer, Samedan

Johannes Gerig als Lokführer-Anwärter, Landquart

Christof Graf als Lokführer, Landquart

Regula Groll als Disponentin NPS, Landquart

Rolf Guler als Spezialmonteur, Landquart

Mirco Gurini als Praktikant IT, Chur

Dusko Ignjic als Praktikant MW, Landquart

Patrick Kirchner als Zugbegleiter i.A., Chur/Samedan

Andreas Koch als Visiteur, Landquart

Andreas Kramer als Lokführer-Anwärter, Landquart

Seraina Lang als Kunden- und Reiseberaterin, St. Moritz

René Lieberherr als Trainer/Coach, Chur

Carlo Lucini als Lokführer-Anwärter, Landquart

Tina Meier als Zugbegleiterin i.A., Chur/Samedan

Jolanda Mettler als Projektleiterin, Chur

Martin Moser als Kaufmann Betrieb und Verkauf, Arosa

Patricia Müller als Zugbegleiterin i.A., Chur/Samedan

Steve Nef als Ausbildner Lokführer, Landquart

Daniela Niedermann als Projektleiterin Planung / Steuerung, Chur

Selina Poltera als Kunden- und Reiseberaterin, Railservice Chur

Andreas Ruhland als Zugbegleiter i.A., Chur/Samedan

Matthias Schaufelberger als Kaufmann Betrieb und Verkauf, St. Moritz

Reto Schelling als Teamleiter, Chur

Knud Dietmar Schwarz als Verkehrswegbauer, Zernez

Christian Stauffacher als IT System Engineer, Chur

Hans Steffen als Fachspezialist, Landquart

Fritz Sutter als Fachspezialist, Landquart

Iso Venzin als Teamleiter Elektrowerkstatt, Landquart

Patrik Walser als Fachspezialist Support, Landquart

Luisa Wenk als Kunden- und Reiseberaterin, Davos Platz

Hanspeter Wittmann als Teamleiter Einkauf, Landquart

H E R Z L I C H W I L L K O M M E N !

Elisabeth à Porta als Kunden- und Reiseberaterin, Davos Platz

Martin Brun als IT Supporter, Chur

Janine Clavadetscher als Kunden- und Reiseberaterin, St. Moritz

Stefan Decasper als Kondukteur, Davos Platz

Alexander Florineth als Lokführer Rangierdienst, Landquart

Daniel Grünenfelder als Leiter Personal (HR), Chur

Benjamin Häring als Fachspezialist, Landquart


Pensionierungen

Beförderungen

Dienstjubiläen

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Ignaz Honegger als Fachspezialist, Landquart

Bruno Krättli als Teamleiter, Chur

Hans Küng als Bahnmeister-Stellvertreter, Bergün

Dejan Lekic als Kunden- und Reiseberater, Davos Platz

Rolf Meier als Betriebsangestellter, St. Moritz

Khamis Mwabonje als Wagenreiniger, Landquart

Stefan Reichmuth als Produktmanager Glacier Express, Chur

Michael Ruffner als Leiter Planung/Steuerung, Chur

Remo Senti als Sachbearbeiter, Chur

Daniel Stieger als Leiter Dienstbereich, Landquart

A L L E S G U T E F Ü R D I E Z U K U N F T !

Roland Bodenmann, Fachspezialist Netzplanung, Landquart

Jürg Buxtorf, Lokführer, Chur

Rinaldo Derungs, Spezialhandwerker, Chur

Pieder Wenzin, Zugführer, Disentis/M.

A L L E S G U T E I M R U H E S T A N D !

Alexander Graf zum Leiter Kompetenzzentrum Elektr. Triebfahrzeuge,

Landquart

Roger Mehli zum Betriebsüberwacher NPS, Landquart

Roland Studer zum Betriebsüberwacher NPS, Landquart

H E R Z L I C H E G R A T U L A T I O N !

25 Dienstjahre

Johann Conrad, Spezialhandwerker, Landquart

Leo Fäh, Leiter Dienstbereich, Landquart

Mauro Iseppi, Spezialhandwerker, Poschiavo

Angelica Melchior-Pfister, Kunden- und Reiseberaterin, Samedan

Ado Rodigari, Gleismonteur, Chur

Adriano Zanetti, Leiter Betrieb, St. Moritz

40 Dienstjahre

Karl Graf

Sachbearbeiter

Landquart

Peter Lüthi

Lokführer

Landquart

Christian Meyer

Fahrdienstleiter

NPS/Fernsteuerung,

Klosters

H E R Z L I C H E N G L Ü C K W U N S C H !

Reto Rostetter

Key Account

Manager

Chur

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RhB in-team

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

12.05.2010 Urs Michael, Rangiermeister, Arosa, mit Ursula Engel

23.07.2010 Davide Pedretti, Gruppenleiter Stellvertreter, Samedan, mit Anita Padrun

13.08.2010 Thomas Mengelt, Lokführer, Landquart, mit Gabriella Bacchi

09.05.2010 Mia, des Ronny Dietsche, Betriebsangestellter/Kranführer, Landquart

20.05.2010 Nino, des Martin Willi, Disponent Netzplanung, Landquart

06.06.2010 Elias Fynn, des Fabio Peng, Zugbegleiter, Samedan

14.06.2010 Stefan, des Silvio Tischhauser, Lokführer, Chur

26.06.2010 Clà, des Maurus Cotti, Leiter Dienstbereich, Landquart

07.07.2010 Anna, des Michele Rada, Spezialhandwerker, Samedan

04.08.2010 Timea, des Ralf Capeder, Jurist, Chur


Wortspiel

Von Heinz Maurer, Zugbegleiter, Chur

Tageswanderung Winterthur - Hulftegg

Wortspiel

von Heinz Maurer, Zugbegleiter, Chur

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

W T F L U H U E T T S T E L L E T S R E U E F Y T

O I N E L L A R A L D E A S U O R C S U A L R O A

L A N T I G V B S O N S T D B E H T L S U K E I N

F C E T L Z L T A D T E C A S R R F C E N S U T N

N T U A E I E Z L E I O G H I A L H G I S T D Z E

E S R L N R I U Z N R N A N W D L O F G Y A B I N

G U G D N N T L E K G G N O A A S A B N V U H N H

G L E S G Z I H R J G E L W T L E T I E R B E G A

I N A G E N C I U E N P U T D D T N R G S D N U G

S B E L Z S E T Z R A P N R L N Z K D Z N T D F E

I A L E E S R F N M D E A E T Z A L E I R I E H L

T N U O T I S E P K U N A S I B A H C K E L U L E

Z I R L E P H U B A G D P B E Y N K A N L L S C T

N U I T A C F R H L Z E L G L T Y N N F F I B H S

E R E L R L O C A Z I N U M E L S E U T L S E I T

T O L O R L S N L I F S E N A B N R E R T S R R T

R F T K F E D H S U M I S F E R Z G E I B E B C E

A S O I N F U A R F E P A R E I G I R E K L I H U

G T R N O G L T T R L H G T N U T E G T A P L E H

T R H D G T S I S E R O S S G H T L I L R A T O J

J O U E A W U P I T V G W U H U J R S I T Z C W K

F H N O N S E N S H C E U R B I D N E A W H C S W

WINTERTHUR HOCHHOLZ SIGGENBUEL RIETLI

ZELGLI HAND CHABISHAUPT STERNENBERG ESCHENBERG HASEL WOLFSGRUEB ROSSWEID STEINTOBEL SCHWAENDI BAEAERLISCHWAND TOESS

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(FLUSS) SCHAUENBERG SITZBERG LINDENHOF SENNHOF BURGSTALL OBERE HABAERG GFELL

KOLLBRUNN TANNENWEID CHIRCHEHOLZ OBERGFELL BURGST. BERG TIERLIS HUETTSTEL CHRINNENBUEEL TUERLI

SCHWAENDI

ACKER TUEFENSTEIN OBER SAEDLEGG SILBERBUEEL ZEHNTENFREI UNTER HUETTSTEL ZINGGE STORCHENEGG OBER HARD LANGEN HUGGENBERG MEIERSBODE SCHLATTBERG WINTERTHUR HOCH HOLZ SIGGEN BUEL RIETLI

ZELGLI HAND CHABIS HAUPT STERNEN BERG

ESCHEN BERG HASEL WOLFS GRUEB ROSS WEID

STEIN TOBEL SCHWAENDI BAEAERLI SCHWAND WIS

TOESS (FLUSS) SCHAUEN BERG SITZ BERG LINDEN HOF

SENNHOF BURG STALL

OBERE

HABAERG GFELL

KOLLBRUNN TANNEN WEID CHIRCHE HOLZ

BURGST. BERG

TIERLIS HUETTSTEL

BUEEL

CHRINNEN

OBER

GFELL

SCHWAENDI

TUERLI ACKER TUEFEN STEIN

OBER

SAEDLEGG

BUEEL

SILBER

GARTENRUETI LOBESTEL ZAPFEN HULFTEGG

FEUERSTELLE OB GARTEN SEELMATTEN BRUECHEGG ZEHNTEN FREI

UNTER

HUETTSTEL ZINGGE

EGG

STORCHEN

OBER HARD

LANGEN

BERG

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BODE

MEIERS

BERG

SCHLATT

GARTEN

Achtung! In der Wortliste Unterstrichenes ist im Buchstabengitter nicht aufgeführt

RUETI LOBESTEL ZAPFEN HULFTEGG

FEUERSTELLE OB GARTEN SEEL MATTEN BRUECH EGG

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

Gifte im Haushalt

Ihre Familie, vor allem Ihre Kinder, sind gefährdet durch

herumstehende oder falsch verpackte Gifte. Schützen Sie ihr

Leben!

Und wenn’s dennoch passiert?

Das Tox-Zentrum, Telefon 145, berät Sie im Notfall.

Ihr BGM-Team


Dieses Reiselesebuch begleitet Sie auf der Strecke von

Chur bis Tirano, von den Gletschern bis zu den Weinbergen.

Er beschreibt die Ortschaften und Sehenswürdigkeiten

entlang der Bahnlinie und ermöglicht so dem Reisenden die

Entdeckung von vielfältigen Landschaften «in einem Zug».

Bernina-Express

Von Ernesto Conrad

Dreisprachig (deutsch/englisch/italienisch)

164 Seiten mit 150 farbigen Abbildungen, Klappenbroschur,

CHF 38.–. ISBN 978-3-7298-1165-2

Bitte ausfüllen und einsenden an:

oder

Südostschweiz Buchvertrieb Terra Grischuna Verlag

Zwinglistrasse 6 Kasernenstrasse 1

8750 Glarus 7000 Chur

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2010

100 Jahre Berninabahn

Vorzugsangebot

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freien Lieferung:

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Bernina-Express für CHF 30.– statt 38.–

Abenteuer Berninabahn für CHF 58.– statt 68.–

Der reich illustrierte Band vermittelt unzählige Fakten aus allen

Epochen dieser Gebirgsbahn. Er zeigt die einzigartigen landschaftlichen

und jahreszeitlichen Aspekte, aber auch verständliche

eisenbahntechnische Hintergründe und Zusammenhänge.

Ein unerschöpflicher Fundus für Eisenbahnfreunde!

Abenteuer Berninabahn

Von Gian Brüngger, Tibert Keller und Renato Mengotti

256 Seiten mit über 500 meist farbigen Abbildungen und

200 Fahrzeug-Skizzen, gebunden, CHF 68.–.

ISBN 978-3-7298-1169-0

Strasse, Hausnummer:

Postleitzahl, Ort:

Datum, Unterschrift:

E-Mail-Adresse:

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www.rhb.ch/via

Via Albula/Bernina

Wandern entlang der UNESCO Welterbestrecke

Staunen über Natur und Technik auf dem neuen Fernwanderweg Via Albula / Bernina.

Die Angebote beinhalten Bahn- und Gepäcktransfers.

Der Wanderführer Via Albula / Bernina ist im Rail Shop erhältlich.

www.rhb.ch/railshop

Rhätische Bahn AG

Bahnhofstrasse 25

CH-7002 Chur

Tel +41 (0)81 288 65 65

Fax +41 (0)81 288 61 05

railservice@rhb.ch

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