Fachinformationen zu aminoplus osteo - Kyberg Vital

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Fachinformationen zu aminoplus osteo - Kyberg Vital

Osteoporose – eine Volkskrankheit

In Deutschland sind etwa sechs Millionen Menschen

an Osteoporose erkrankt. Die Prävalenz sowie die Inzidenz

osteoporotischer Frakturen liegt bei postmenopausalen

Frauen höher als bei gleichaltrigen Männern.

Diese Volkskrankheit ist mit einer verminderten Knochendichte

und Zerstörung der Knochenstruktur assoziiert.

Dies führt zur Schwächung des Knochens und

zu Brüchigkeit. Dadurch erhöht sich die Gefahr von

Frakturen.

Knochenstoffwechsel und Zellsystem

Osteoklasten sind mehrkernige Zellen hämatopoetischen Ursprungs

und für die Knochenresorption bzw. den Knochenabbau verantwortlich.

Osteoblasten sind mesenchymalen Ursprungs und differenzieren sich

aus den Knochenmarksstromalzellen und bilden neue Knochen.

Osteozyten sind ausdifferenziert aus Osteoblasten.

Knochen unterliegen einem steten anabolen wie katabolen Zyklus. Im

Knochenstoffwechsel wird altes und zerstörtes Knochenmaterial von

den Osteoklasten durch Säuresekretion sowie durch proteolytisch wirkende

Enzyme vom Knochen entfernt. Anschließend entfernen sich

die Osteoklasten aus dem Bereich der Knochenresorption und gehen

Die Prävalenz von Wirbelkörperfrakturen postmenopausaler Frauen

liegt bei 7,7 %, bei Männern bei 5,3 %. Das Auftreten nichtvertebraler

Frakturen beträgt bei Frauen 12,7 %, bei Männern jedoch

nur 1,4 %. Die Gründe hierfür liegen in der niedrigeren Knochenund

Muskelmasse bei Frauen, dem Klimakterium sowie der längeren

Lebenserwartung [1].

Eine sekundär ausgelöste Osteoporose steht häufig im Zusammenhang

mit Alkoholmissbrauch, oraler Glukokorticoidzufuhr, Hypogonadismus,

Vitamin D-Mangel, Rauchen, mangelnder Bewegung [2], Hyperthyroidismus,

Metastasen des Skelettsystems oder einem multiplen Myelom,

wobei hier auch Männer betroffen sind [1] [3].

Normale Knochenstruktur Poröse Knochenstruktur

zugrunde. Diese zerstörten Zellen werden durch Osteoblasten, welche

sich in der neuen Knochenmatrix in Form des Osteoids befinden, ausgetauscht.

Durch spätere Prozesse wird das Osteoid calzifiziert und zu

ausgereiftem Knochen umgebildet. Während dieser Knochenneubildung

werden einige Osteoblasten in die Knochenmatrix eingebaut. Sie

differenzieren zu Osteozyten, die untereinander in Verbindung stehen.

Die Knochenneubildung wird durch verschiedene Faktoren reguliert [4]:

Parathormon (PTH) Stickoxid (NO)

1,25 Dihydroxy-Vitamin D3 Prostaglandine

Geschlechtshormone Calcitonin

Wachstumsfaktoren Zytokine

Aminosäuren bei Osteoporose

4 Osteoporose - eine Volkskrankheit

Aminosäuren bei Osteoporose 5

L-Lysin

Lysin ist eine basische und für den Menschen essentielle Aminosäure,

d. h., diese muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Der

Stoffwechsel von Lysin erfolgt größtenteils in der Leber, die Speicherung

in der Muskulatur. Lysin wird vornehmlich in Kollagenen und

Elastin eingebaut und wird dadurch eine interessante Aminosäure

im Rahmen des Knochenstoffwechsels.

Diese Zusammenhänge wurden beispielsweise von einer italienischen

Gruppe untersucht, wobei der Einfluss von Lysin (400 mg) auf den Calciumstoffwechsel

(Akutaufnahme von 3 g CaCI ) bei gesunden und an

2

Osteoporose erkrankten Frauen im Mittelpunkt stand.

In allen Fällen zeigte sich ein Anstieg des Serumcalciumspiegels. In der

Lysin-Calciumgruppe wurde jedoch kein Anstieg der Calciumausscheidung

im Urin beobachtet. Parallel wurde der Einfluss einer dreitägigen

Nahrungssupplementierung von entweder jeweils (800 mg/d) Lysin,

Valin oder Tryptophan auf die Calciumresorption untersucht. Die intestinale

Calciumabsorption erhöhte sich durch Lysin signifikant, jedoch

nicht durch Valin oder Tryptophan. Diese Ergebnisse zeigen, dass Lysin

zum einen die intestinale Calciumaufnahme erhöht, und zum anderen

das absorbierte Calcium besser vor exzessiver Ausscheidung über den

Urin bewahrt [5]. Der therapeutische Einfluss der Aminosäure Lysin

wurde bereits von verschiedenen Forschungsgruppen untersucht und

folgend zusammenen gefasst [6]:

Die orale Lysin-Zufuhr bei Frauen in der Postmenopause hat einen

positiven Einfluss auf die Verstoffwechselung von Calcium.

Die Aufnahme von bis zu 3 g Lysin zu den Mahlzeiten bei Erwachsenen

und Kindern zeigte bei Einnahme über einen längeren Zeitraum keine

toxischen Erscheinungen. Eine erhöhte orale Zufuhr der Aminosäure

Lysin in Kombination mit der täglichen Nahrung wies hier folgende

Vorteile auf:

Eine verzögerte Aufnahme von Lysin in den Organismus führt zu einer

verspäteten Aktivierung der Lysin-Ketoglutarat-Reduktaseaktivität in

der Leber. Dies führt folgend zu einer verzögerten Freisetzung von Lysin

aus dem Blutkreislauf und kann dadurch temporär im Muskel

gespeichert werden.

Eine weitere italienische Studie untersuchte die Wirkung von Lysin,

Threonin, Methionin, Tryptophan und Arginin auf Wachstum, Aktivität

der Alkalischen Phosphatase und Kollagensynthese in vitro an

Osteoblastenkulturen aus Schädelknochen neugeborener Ratten. Die

Ergebnisse zeigten, dass essentielle Aminosäuren einen modulierenden

Einfluss auf Wachstum und Ausdifferenzierung von Osteoblasten in

vitro aufweisen. Hierbei steigerte sich vor allem das Zellwachstum, die

Aktivität der Alkalischen Phosphatase und die Kollagensynthese [7].

L-Arginin

Arginin ist eine basische nicht essentielle Aminosäure. Normalerweise

wird Arginin in der Niere, in Blutzellen sowie weiteren Organen

über den Harnstoffzyklus aus Citrullin gebildet, wobei das erforderliche

Citrullin über den Darm aus Glutamin synthetisiert werden kann.

Die Aminosäure Arginin weist physiologische Eigenschaften auf, welche

interessante Bedeutungen im Rahmen der Osteoporosetherapie

finden. Zum einen hat Arginin einen stimulierenden Einfluss auf den

Insulin-like Growth Faktor I (IGF-I) und bildet zum anderen über den

Stickstoffsyntheseweg Stickstoftmonoxid (NO) [4] [8], wodurch sich

folgende Zusammenhänge ergeben:

Wachstumshormone und IGF-I beeinflussen die physiologische

Regulation der Knochenzellbildung.

Osteoblasten besitzen Rezeptoren für Wachstumshormone, wobei

diese Zellen auch große Mengen von IGF-I produzieren sowie

sezernieren.

IGF-I weist in vitro positive Effekte auf die Knochenneubildung auf,

wobei Osteocalcin, Kollagen und nichtkollagene Matrixproteine

durch Osteoblasten stimuliert werden.

IGF-I erhöht die Anzahl aktiver Osteoblasten durch Stimulierung der

Zellreplikation.

IGF-I beeinflusst die Knochenhomöostase, indem Osteoblasten

sowie -klasten aktiviert werden.

Arginin bildet über die NO-Synthase Stickoxid (NO). Neben weiteren

Aufgaben im Stoffwechsel blockiert NO die osteoklastische Knochenresorption.

Es wird vermutet, dass das aus den Knochenmark-Endothelzellen

stammende NO einen direkten Einfluss auf die Osteoklasten und

deren Aktivität ausübt.

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