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ein Journal von

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Foto: Wiebke Schmidt


Auf dem

Weg zum

Miteinander

Dass der Mensch nicht allein auf dieser Welt ist, war noch nie

etwas Neues. Dass er sich alles zum Untertan machen soll,

wird seit Veröffentlichung des Alten Testaments propagiert.

Doch dass er gerade deshalb eine Verantwortung zu tragen

hat, scheint nicht so richtig geläufig zu sein.

Klar, ein Farmer hat hauptsächlich mit Vieh oder Wild zu

tun. Und es ist nur zu verständlich, dass er dieses schützen

möchte – vor Krankheiten, Wilderern oder Raubtieren. Doch

ist es heute noch unbedingt notwendig, dass diese beispielsweise

in aufgestellten Fallen qualvoll verrecken müssen?

Wie viel Zeit kann denn vergangen sein, dass eine trächtige

Leopardin in eine Kastenfalle gerät und, bevor sie verendet,

noch ihre Jungen auf die Welt bringt? Handelt es sich dabei

wirklich erst um einen Tag? Ein anderer Farmer tötet eine

Gepardenmutter und verkauft ihre Babys an Interessierte.

Auch sind Fälle bekannt, bei denen ein Farmer sich ein Stück

von einem Gepard gegrillt hat, um einmal das Fleisch zu probieren.

Klar, warum nicht, doch zeigt dies nicht die Verachtung

gegenüber dem Leben, mit dem wir die Welt teilen?

Natürlich steckt hinter der Tötung von den Raubtieren die

Absicht, den „Feind“ auszulöschen. Doch sie sind Teil eines

empfindlichen Ökosystems, in das der Mensch eingreift,

ohne über die längerfristigen Konsequenzen nachzudenken.

Großkatzen wie Gepard oder Leopard zählen nicht nur zu

den bedrohten Arten, sondern sind auch wichtig für ein gesundes

Ökosystem, das Überpopulation und das Ausbreiten

von Krankheiten verhindert.

In Namibia gibt es zum Beispiel zwei Frauen, die sich für

die Belange von Großkatzen einsetzen. Zum einen Dr. Laurie

Marker, die im Jahr 1990 die Umweltschutzorganisation

Cheetah Conservation Fund (CCF) gegründet hat und sich

nicht nur um die Belange von Geparden kümmert, sondern

diese auch erforscht und zusammen mit Farmern Lösungen

sucht, um den Großkatzen ihren Lebensraum zu erhalten,

ohne dass die Viehhaltung des Farmer beeinträchtigt wird.

Die andere Frau ist Marlice van Vuuren, die das Naturschutzgebiet

Na’an ku sê leitet, in das verletzte oder kranke Tiere,

vornehmlich Großkatzen, aufgenommen und gepflegt werden,

um sie später wieder in sichere Gebiete auszusetzen.

Liegt es nicht in der Verantwortung jedes Einzelnen bzw. jeden

Farmers, die Natur und ihr empfindliches System für

nachfolgende Generationen zu erhalten? Man löst ein Problem

nicht damit, indem man das Raubtier tötet. Vielmehr

sollten Wege gesucht werden, die ein Miteinander ermöglichen,

von dem beide Seiten profitieren.

Die Expo hat sich seit ihrer Gründung zu einer Plattform der namibischen Tourismusbranche

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2 Mai 2010

news

Auszeichnung für Namibia

Namibia zählt zusammen mit Indien und

Neuseeland zu den drei Finalisten des

„2010 Tourism for Tomorrow Awards“ des

Welt-Reise- und Tourismusrates. 160 Anträge

aus 45 Ländern sind in der Kategorie

„Vorteile für die Kommunen“ eingegangen.

Der hiesige Tourismussektor der kommunalen

Hegegebiete ist zusammen mit Tourindia

aus Indien und Whale Watch Kaikoura

Limited in die Gruppe der letzten Drei gewählt

worden. Insgesamt gibt es vier Kategorien

in dem Wettbewerb. Die Sieger werden

in Peking während des 10. Globalen

Reise und Tourismus-Gipfels am 26. Mai

2010 bekannt gegeben. „Es ist nicht nur reines

Glück dass wir zu den Finalisten gehören,

sondern die Auszeichnung für unsere

Bemühungen im Naturschutz und Bemächtigung

in kommunalen Gebieten“, sagte

Nandi-Ndaitwah, Ministerin für Umwelt und

Tourismus. „Wir müssen die Gelegenheit

beim Schopf packen und die Auszeichnung

nutzen, um Namibia vor allem in Asien zu

vermarkten“, so die Ministerin weiter.(sy)

20 Jahre CCF

In diesem Jahr feiert die Tierschutzorganisation

Cheetah Conservation Fund (CCF)

20-jähriges Bestehen. In der Zeit der Gründung

töteten Farmer noch aus Angst um ihr

Nutzvieh jedes Jahr Hunderte von Geparden.

Dr. Laurie Marker, Mitbegründer und

Geschäftsführer von CCF, startete vor zwei

Jahrzehnten eine zweijährige Befragung

der Farmer, um die Probleme und Ängste

zu verstehen und zu analysieren. Daraufhin

entstand in Zusammenarbeit mit vielen

Volontären und Studenten ein Programm,

das zum einen das Nutzvieh der Farmer

und zum anderen das Leben der Geparden

schützt. Heute gehört der Cheetah Conservation

Fund zu den wichtigsten Wildkatzenschutzorganisationen

des Landes und hat

wesentlich dazu beigetragen, dass sehr viel

weniger Geparden getötet werden und sich

die Gesamtpopulation im Land stabilisiert

hat. (sy)

Tourismus hat Priorität

Der Reisesektor ist „unerlässlich für unsere

Wirtschaft“. Das sagte Staatsoberhaupt

Hifikepunye Pohamba in seiner rede

zur Lage der Nation am 27. April im Parlament.

Um effektive Regelungen für die-

Namibische Tourismusbranche

präsentiert sich auf der Expo

Vom 2. bis 5. Juni 2010 öffnet die Namibia

Tourism Expo in Windhoek zum zwölften

Mal ihre Pforten. Namibias größte Fach-

und Verbrauchermesse im Bereich Tourismus

wird von der Mediengruppe Democratic

Media Holdings organisiert. Zahlreiche

Aussteller, darunter Tour- und Safari-Anbieter,

Unterkünfte, Restaurants, SME´s (Small

and Medium Enterprises) und andere touristische

Dienstleister informieren über ihre

Produktneuheiten.

In diesem Jahr wird auch eine Anzahl von

Landschaftsgärtner als Aussteller vertreten

sein. Sie demonstrieren nicht nur, wie man

seinen Garten gestalten kann, sondern verschönern

auch das Messegelände der Expo.

Mit dem Scarecrow-Wettbewerb, bei dem

Schulen, lebensgroße Puppen aus Stroh,

Holz, Metall, Stoff oder anderen Material

bauen können, ist die Expo um ein weiteres

neues Element erweitert wurden. Viele dieser

Puppen sind nicht nur schön anzusehen,

sondern dienen auch als Wegweiser.

Neben lokalen, regionalen und internationalen

Ausstellern bietet die Messe auch ein at-

sen Markt zu gewährleisten, sei das Tourismusministerium

damit beschäftigt, ein entsprechendes

Gesetz (Tourism Bill) aufzustellen,

erinnerte er. Dieses soll auch den ehemals

benachteiligten Namibiern eine Chance

bieten, im Tourismusgeschäft Fuß zu fassen,

und zwar über den Hegegebiet-Sektor

hinaus. Die Regierung werde ebenfalls das

staatliche Unternehmen Namibia Wildlife

Resorts (NWR) unterstützen, um „Beschäftigungsmöglichkeiten

unserer Bürger zu erhöhen“,

führte Pohamba aus. Überdies werde

die Strategie zur Förderung von Partnerschaften

mit den Nachbarländern weiter

verfolgt, um das Potenzial und die wirtschaftlichen

Vorteile vom Tourismusmarkt

zu maximieren. Im Staatshaushalt 2010/11

ist für das Umwelt- und Tourismusministerium

ein Budget in Höhe von 347,9 Millionen

Namibia-Dollar und somit 13,8 Prozent

mehr als im Vorjahr vorgesehen. (fis)

NBL-Bier aus Südafrika

Seit Ende März wird Bier der in Windhoek

ansässigen Namibischen Brauerei (NBL)

erstmals auch außerhalb von Namibia gebraut,

und zwar in der Sedibeng-Brauerei

in Alberton/Südafrika (südlich von Johannesburg).

Dort wird Windhoek Lager produziert,

das als Exportschlager von NBL

gilt. Eigentümer der Brauerei sind Heineken

(75%) und Diageo (25%), letzterer

Partner hält auch Anteile an NBL. Damit

baut die Namibische Brauerei ihre Präsenz

im von SABMiller dominierten Biermonopol

Südafrika aus, das neben dem eigenen

Land den wichtigsten Markt darstellt. Indes

hat NBL seine Exporte auch nach Kamerun,

Kenia und Uganda ausgeweitet. Nach

eine massiven Investition in den Markt erfolgte

Ende April mit Hilfe des Partners Diageo

zudem der Großeinstieg in Großbritannien

– dorthin sollen im ersten Jahr rund

25000 Hektoliter Bier exportiert werden. (fis)

Fußball-WM im Fokus

Wenige Wochen vor dem Start der Fußball-

Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika (11. Juni

bis 11. Juli) widmet die AZ diesem Großereignis

auch auf der eigenen Internetwebseite

(www.az.com.na) deutlich mehr Aufmerksamkeit.

In einer Themenkasten wird über die

Situation und die Vorbereitungen des Gastlandes

berichtet, in dem das Interesse und die

Aufmerksamkeit, aber auch die Erwartungen

sehr groß sind. Ebenfalls in der Sonderrubrik

sind Beiträge darüber zu lesen, welche Rolle

die Fußball-WM 2010 in Namibia spielt. (fis)

traktives Rahmenprogramm: Kochdemonstrationen,

Kunstausstellungen, kulinarische

Verköstigungen sowie eine Automobil-Show

sind geplant. Für Kinder wird es neben zwei

Spielplätzen einen Kletterwand und Kamelreiten

geben.

Das Namibia Tourism Board in Frankfurt organisiert

rund um die Messe internationale

Schulungsreisen mit Produktmanagern sowie

Pressereisen. Insgesamt werden zirka

90 Entscheidungsträger der Tourismusbranche

und Medien aus Europa die Namibia

Tourism Expo 2010 besuchen.

Seit Gründung der Messe im Jahre 1999

ist die Nachfrage von Jahr zu Jahr stetig gewachsen,

so dass sich die Namibia Tourism

Expo inzwischen zur zentralen Marketing

Plattform für Namibias Tourismusindustrie

entwickelt hat. Auch in diesem Jahr

wird ein großer Besucherandrang erwartet.

In 2009 kamen über 14.400 Gäste auf das

Messegelände in Windhoek, über 360 Aussteller

stellten im vergangenen Jahr ihre Produkte

vor.

Mehr Infos unter: 061-2972092/2009


X

reise

ao zieht den Bogen, zielt kurz, der Pfeil zischt

lautlos über den Platz und bohrt sich mit einem

satten „Klock“ in den Springbock. Herzschuss!

Andere Pfeile fliegen heran, treffen klatschend ein

oder flutschen knapp dran vorbei. Den Springbock

kümmerst nicht. Er ist aus Gummi, die Menge johlt

und wir feiern ein Fest mit den Buschleuten.

Das lebende Museum der Ju/Hoansi-Buschleute in

Grashoek zwischen Grootfontein und Tsumkwe im

Nordosten Namibias feiert fünfjähriges erfolgreiches

Bestehen. Jährlich fast 4000 Besucher können sie verzeichnen

in ihrem Museum. Es arbeiten dort zwischen

60 und 70 erwachsene Akteure ständig im Museum

und das ganze Dorf Grashoek lebt seit fünf Jahren von

diesem ihrem eigenen Betrieb, welches sich als Geschäft

im Tourismusbereich aber auch als kulturerhaltendes

Bildungsinstitut für Buschleute selber versteht.

Und heute feiern wir diesen Erfolg mit einem Bogenschießwettbewerb

(!Xao hat eine Wassermelone gewonnen),

mit Spielen, Gesang, Tanz und einem Schaf

im Potjie, gestiftet von Harald und Deike Rust von der

Farm Omandumba.

Aber noch ein größeres Ereignis bahnt sich an: Morgen

früh wollen wir mit 20 Buschleuten (ab jetzt liebevoll

„Buschis“ genannt) auf Jubiläumssafari durch

Namibia fahren!

Der Tag bricht an. Ich rolle mit dem großen, weißen

Touristenbus, der uns freundlicherweise von Pack Safaris

aus Windhoek kostenfrei zur Verfügung gestellt

wurde, auf den Dorfplatz ein. Unsere Touristengruppe

und zahlreiche Verwandte und Schaulustige sind bereit.

Schnell wird der Bus beladen. Feuerholz, Campingausrüstung,

Deckenrollen, Pfeil- und Bogen und

was ein Buschmann halt auf einer Safari so benötigt,

verschwindet im Gepäckraum.

Ich erkläre auf der Namibiakarte unsere Reiseroute,

derweil die Kamera läuft. Ein dreiköpfiges Filmteam

aus Frankfurt will eine Dokumentation unter dem Motto

„Wie sehen uns die Anderen“ drehen. Sie begleiten

uns und filmen „mit den Augen der Buschis“, wie diese

auf die fremden Eindrücke während der Safari reagieren.

Spannendes ist zu erwarten und so fahren wir also

zuerst nach Twyfelfontein ins Damaraland. Unsere zwei

Begleitfahrzeuge brausen schon voraus, besetzt mit

Mit den Buschmännern

auf Safari

den beiden Hauptorganisatoren Sonja und Nicki Kirchner

(Arifu-Tours & LCFN) sowie anderen Mitgliedern

und Freunden unseres kleinen Vereins zur Errichtung

von lebenden Museen in Namibia, der „Living Culture

Foundation Namibia“ (www.lcfn.info).

Auf Tour

Wir zelten am lebenden Museum der Damara. Früh

am Morgen erscheinen sie in ihrer uralten, rekonstruierten,

traditionellen Tracht. Unsere Buschis geben

sich zuerst etwas scheu, sind die Damara doch

reichlich dunkler und größer als sie selber, aber als

jene mit einem fröhlichen „Matisa“ („Wie geht’s Dir“)

auf !Amache, !Xarri und Sari losstürmen und diese

herzlich umarmen, (sie kennen sich von einem früheren

Workshop) ist das Eis schnell gebrochen und alle

schütteln sich vorstellend die Hände in der Hütte des

Häuptlings Hans-Bernhard Naobeb.

3 Mai 2010

Nach wenigen Minuten sitzen auch alle Frauen schon

einträchtig beisammen, denn unsere Buschifrauen

fangen an, ihren traditionellen Schmuck herzustellen.

Die Damaradamen schauen fasziniert zu. Bald schon

bohren auch sie winzige

Löcher in winzige Straußeneiperlen

und alle sind

auf Stunden beschäftigt.

Die Buschimänner entfachen

ein Feuer mit ihren

Feuerstöcken. Bald schon

kurbeln sich auch die Damara

Blasen an die Hände

und die Freude ist groß,

als erste Glutherde erscheinen,

der Qualm die Hütte

füllt und gelbe Flammen

den Zunder fressen.

Anschließend beginnt der

Schmiede-Workshop.

Unsere Buschis bringen

den Damara die uralte

Kunst des Schmiedens von

Messer- und Beilklingen

bei. Einst, in der vorkolonialen

Zeit, waren die Damara begehrte Schmiede, aber

150 Jahre Europäisierung (sprich: Entwurzelung) hat

sie dieses Handwerk völlig vergessen lassen. Nun lernen

sie es wieder von den Buschleuten.

„Klang, Klang, Klang...“ so tönt es den ganzen Tag und

es entstehen die ersten Damaramesser seit langer,

langer Zeit! Alle sind begeistert.

Am Nachmittag wollen die Damara sehen, wie die

Buschleute tanzen. Einst lebten hier im Namibrandgebiet

auch Buschleute. Tausende Felsmalereien, Gravuren,

Steinwerkzeugreste zeugen von einer langen

Siedlungsperiode.

Als die ersten Gesänge ertönen, wird mir bewusst,

dass diese Musik hier in diesen Felsen seit vermutlich

150 Jahren nicht mehr erklungen war und nun sind

sie wieder da, die Buschleute, auch wenn nur kurz zu

Besuch im Dorf der Damara, beide Gruppen in ihren

wunderschönen alten Ledertrachten, die alten Gesänge

durch die Begegnung zwischen zwei faszinierend

unterschiedlichen namibischen Völkern wiederbelebt.

Trotz 40°C in Schatten kommt mir eine „Gänsehaut“.

Nun wollen aber die Damara auch zeigen, was sie

können und legen ein paar sehr kraftvolle, archaische

Tänze aufs Parket (pardon, den Sand) und unsere

Touristen sind begeistert.

Zu Besuch in einer Lodge

Abends sind wir in der Twyfelfontein- Lodge zum

Abendessen eingeladen. Ich ziehe mir ein frisches

Hemd über und die Buschis schlüpfen in ihre traditionelle

Ledertracht. Als unser Safaribus bei der Lodge

einrollt, wie Safaribusse halt so täglich einrollen, ahnen

die Lodgegäste noch nichts. Als dann aber die

Touristen aussteigen, ist das allgemeine Erstaunen

perfekt. Aber auch die Buschis machen große Augen

beim Anblick der imposanten Anlage, dem grünen

Rasen, dem blauen „Pool“ inmitten der roten Sandsteinfelsen.

Aufgeregtes Geschnatter ertönt, als sie

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drei blecherne, lebensgroße Skulpturen, die

jagende Buschleute darstellen, erblicken!

Dann der Einzug in den Speisesaal. Zwei lange

Tische stehen für uns bereit. Schwarze,

freundliche Kellnerinnen weisen unsere Gäste

in ihre Plätze ein. Etwas verloren und fehl

am Platz sehen sie schon aus, unsere Freunde

aus der Kalahari, aber als die ersten Teller

mit Fleisch und Maisbrei aufgetischt werden,

ist alle Scheu verflogen. Derweil die Buschis

am Nachbartisch sich verzweifelt mit der ungewohnten

Gabel abmühen, greift bei uns am

Tisch !Amache beherzt mit allen Fingern in seine

Mahlzeit und schiebt sich die Köstlichkeiten

schmatzend in den Mund. Sein Beispiel macht

Schule und schon bald startet ein völlig ungezwungenes

Buschischmausen inmitten all der

feinen Gäste aus aller Welt. Herrlich!

Zum Dank zeigen unsere Freunde einem begeisterten

Publikum anschließend einige ihrer

Tänze. Der Lodgebesitzer Johann de Beer lädt

uns gleich auf seine zweite Lodge nach Opuwo

ein und verspricht uns einen Himbabesuch

zu organisieren. Spontan sagen wir zu. Mit ein

paar Telefonaten lässt sich unsere Reiseplanung

mühelos ändern.

Buschwanderung bei den Damara

Der nächste Tag im Damara lebenden Museum

sieht uns eine Buschwanderung mit den

Damara machen. Häuptling Hans-Bernhard

erklärt den hochinteressierten Buschis verschiedene

Pflanzen und wie diese genutzt werden.

Eine Rauchpause in einer früher von Namib-Buschleuten

genutzten Höhle schließt die

Runde ab. Nun wollen die Damara sehen, wie

die Buschleute jagen und Fallen stellen. Unsere

Damarafreunde erhalten hier viele Anregungen

für ihre eigenen Museumsaktivitäten.

Eine Tanzvorführung zusammen mit den Damara

bei der Mowani-Lodge (als Marketing-

Event für beide lebenden Museen) rundet den

Tag ab. Die Rückfahrt von Mowani ins Damaramuseum

füllt den Bus mit Gesängen der

beiden alten Kulturen. Der Abschied ist voller

Herzlichkeit und von einem Wunsch begleitet,

sich hoffentlich bald wieder zu treffen.

Treffen mit den Himba

Als wir am nächsten Tag in Opuwo einfahren,

kleben etwa 20 Buschinasen an den Scheiben.

Erste Himbagestalten wurden gesichtet! Ein

aufgeregtes Geschnatter füllt den Bus. Ich fahre

ganz langsam durch das Dorf, um unseren

Touristen gute Gelegenheit zu geben, zu sehen

und zu staunen. Leider hatte es gerade geregnet

und die Himba sitzen zusammengekauert

unter ihren Wellblechdächern.

Johann de Beer überlässt uns freundlicherweise

seinen Campingplatz umsonst und wieder

ist ein Abendessen in der Lodge versprochen.

Außerdem dürfen wir eine kleine Tanzvorstellung

machen und Schmuck verkaufen. Auch

hier wirken unsere Buschifreunde leicht fehl

am Platz, inmitten der feinen Lodgegäste, aber

sie sind ja schon „alte Hasen“ und verspeisen

ihr Mahl mit einer Selbstverständlichkeit, wie

es nur weitgereiste Leute von Welt fertig bringen.

Auch die Tanzeinlage mit Erklärungen

zum Konzept eines lebenden Museums sowie

unserer Buschisafari kommt bei den fremden

Gästen gut an. Viele holen sich noch einen Infozettel

und kaufen den Buschis Schmuck ab.

Dann fallen wir alle glücklich in unsere Zelte

ein.

Am nächsten Morgen ist große Vorfreude zu

verspüren. Johann de Beer hat uns einen Himbabesuch

organisiert. Kurz nach 8 Uhr rollen

wir mit zwei Bussen durch den Mopanewald

auf das Himbadorf zu. Dort müssen wir erst

4

einmal warten. Der Himbaguide muss um

Zustimmung fragen, eine Formsache. Dann

gehen wir ins Dorf. Die Buschleute sind ganz

still und schüchtern, die Begrüßung sehr förmlich.

Wir alle gehen im „Gänsemarsch“ an den

sitzenden Himba entlang, geben dem Familienoberhaupt

mit seinen fünf Frauen artig die

Hand und sagen „morro“, was als „Guten

Tag“ verstanden wird. Dann setzen sich unsere

Buschfreunde eng zusammen, die Himba

gut im Blick. Nach der Begrüßung fangen zwei

der Himbafrauen an, unseren Buschimännern

Fragen zu stellen, wie: „Wie viele Frauen habt

ihr“ oder „wie viele Rinder besitzt du?“ Die

Himba sind äußerst erstaunt, als sie lernen,

dass die Buschmänner nur eine Frau nehmen

Mai 2010

Die zunächst schüchternen Himbafrauen fanden

den Buschmann bald sehr attraktiv.

Auf königliche Wanderung

begaben sich die Buschmänner

bei den Damara.

und weder Viehhaltung noch Gartenbau kennen

und nur von der Jagd und dem Sammeln

wilder Pflanzen leben. Ich kann in ihren Gesichtern

förmlich lesen, dass dies für Himba

eine ungeheuerlich ärmliche und unvorstellbare

Lebensweise ist. Aber nach vielem freundlichen

Hin und Her (man findet auch Gemeinsamkeiten,

z.B. das Bedürfnis viele Kinder zu

haben), lockert sich die Stimmung und die

Himba setzen sich ihrer Art gemäß vollkommen

selbstbewusst mitten in die Buschigruppe

(und den Schatten) hinein. Man befühlt sich

gegenseitig die Haut, die Haare und bestaunt

die jeweiligen Schmuck- und Ausrüstungsgegenstände.

Als dann zwei unserer Jäger die Bögen

und Pfeile zücken, werden unsere Buschis


zu Helden, so dass auch bald darauf unserem

Frauenheld !Amache eine junge unverheiratete

Himbaschönheit angeboten wird und sein

älterer Freund !Xarri wird von zwei reiferen

Himbadamen umschwärmt, welche ihn auch

gleich da behalten wollen.

Unsere beiden tapferen Jäger ziehen sich jedoch

elegant (und glücklich) aus der Affäre,

indem sie mit Recht argumentieren, dass sie

keine Rinder für den Brautpreis hätten! Aber

geschmeichelt fühlen sie sich allemal!

Nachdem die Himba gezeigt haben, wie sie

die roten Eisenoxydsteine zu Pulver zermahlen,

dieses mit Fett mischen und sich auf den

ganzen Körper auftragen, bekommen auch

einige unserer Buschidamen ein rotes Gesicht

verpasst, was ihnen recht gut steht!

Unsere Buschitouristen besichtigen dann noch

eine traditionelle Himbahütte, aber dann wollen

die Himba Buschitänze sehen. Erwartungsvoll

stellen sich etwa 60 Himba, hauptsächlich

Frauen und Kinder, in einen Halbkreis und die

Buschis legen sich ins Zeug. Die Himba sind

begeistert und eine bislang unerreichte fröhliche

Aufregung geht um, als die Buschmänner

im Zuge ihrer Trancetänze mit dem Körper zittern,

dass die freien Hinterbacken beben und

wackeln – für Himbavorstellung das sexieste

Körperteil überhaupt. Ich bin mir sicher, dass

wir unsere Buschmänner nach dieser Show allesamt

leicht hätten verheiraten können, auch

ohne Rinder...

Dann legen die Himba los!

Ihr wilder, ungestümer Tanz, der an durchgedrehte

Jungtiere erinnert (was er vielleicht auch

darstellen soll), erstaunt unsere friedlichen,

harmoniebedürftigen Buschleute sehr. Sie

schauen aber auch sehr genau zu und noch

Tage später beobachten wir, wie sie die wilden

Tänze der Himba nachspielen und sich anschließend

fast tot lachen.

Nach den Tanzvorführungen setzen sich die

Himba in einen großen Kreis vor ihre Waren

und versuchen den Buschitouristen unter

Auferbietung aller Tricks ihren Schmuck

aufzuschwatzen. Dieses draufgängerische

Geschäftsgebaren verschreckt unsere Touristen

dermaßen, dass diese langsam, aber bestimmt

die Flucht ergreifen und im Reisebus

Schutz suchen.

Und wieder ist ein Abenteuer glücklich überstanden!

Buschis und moderne Technik

Aber ein Neues erwartet uns schon an der

Opuwo Lodge. Ein großer Hubschrauber steht

dort und Johann de Beer fragt bei den Piloten

nach, ob die Buschis einsteigen dürfen. Den

Spaß lassen diese sich natürlich nicht nehmen

und bald sitzen 20 erwartungsfreudig neugierige,

aber doch leicht verunsicherte Flugtouristen

in steinzeitlicher Kalaharikluft in einer mit

Elektronik und Lärm gefüllten Brummlibelle.

Einige haben große rote Kopfhörer aufgesetzt

und erinnern irgendwie an Mickey Mäuse. Als

das lärmende Ungeheuer auch noch leicht abhebt,

wird so manch einem tapferen Kalaharijäger

das Herz in den Lendenschurz gerutscht

sein. Jedenfalls steigen sie recht zügig, aber

glücklich strahlend aus dem Bauch der Höllenmaschine

und bald rollen wir auch weiter gen

Ovamboland.

Bei den Ovambos

Claudia, eine mit uns befreundete Ovambolady

aus Windhoek, hatte uns zu ihrer Familie

in einen noch echt traditionellen Ovambokraal

eingeladen. Die Fahrt führt durch ein völlig flaches

Land ohne irgendwelche Landmarken,

etwa 40 km von der nächsten ordentlichen

Straße in den tiefsten Busch hinein. Der Weg

ist eine Fahrspur im Sand. Auch Claudia hätte

den gesuchten Kraal nie gefunden, hätte sie

nicht im Vorfeld eine ortskundige Dame organisiert,

die mir in Zeichensprache den Weg weist.

Bei Dunkelheit kommen wir an. Ich bleibe zu

guter Letzt mit dem Bus auch noch im Acker

stecken. Aber mit allen Buschis schiebend und

Nicki mit seinem Allrad ziehend gelangen wir

schnell wieder hinaus. Bei Mondschein begrüßen

wir dann die Dame des Hauses, eine

Tante von Claudia, die uns den großen Kraal

mit vielen Hütten, Gängen und Toren zeigt. Ein

beeindruckendes Labyrint, so ein Ovambohäuptlingskraal!

Wir schlagen unser Lager im Kraal auf und ko-

chen uns etwas Leckeres. Die Tante reicht traditionelles

Hirsebier herum. Es schmeckt nahrhaft

und säuerlich. Die Buschleute trinken lieber

nichts davon. Mir schmeckt es. Da die Ovambo

den Buschleuten grundsätzlich ungeheuerlich

sind, kuscheln sich unsere Freunde ganz dicht

aneinander und ich muss ihnen versprechen

in der Nähe zu übernachten, sozusagen als abschreckender,

wildbärtiger und weißbäuchiger

Bodyguard. Bald jedoch ist auch diese Nacht

glücklich überstanden und die Tante, eine ganz

liebenswürdige Mama von mehreren Kindern,

der vor ein paar Monaten der Gatte gestorben

war, führt uns noch in die Geheimnisse des

Hirsestampfens-und-Siebens ein, eine Kunst,

die einige unserer Touristen unter großem Gelächter

derer, die es gar nicht erst versuchen,

auch nachmachen.

Wir verabschieden uns herzlich von der lieben

Tante und fahren dann wieder durch dieses

unglaublich ebene und von einer hohen Bevölkerungs-

und Rinderdichte gebeutelte Land

nach Oshakati. Kurz getankt starten wir schnell

durch zu unserer letzten Etappe für heute, dem

Onguma-Campingplatz „vor den Toren“ des

Etoscha Nationalparks.

Um das lebende Museum der Buschleute bekannter

zu machen, treten wir an den beiden

folgenden Abenden in den Lodges hier auf

und verteilen Flugblätter. Die Buschis begeistern

mit ihrer kleinen Aufführung, ihrer Herzlichkeit

und ihrem Schmuckverkauf.

Im Etoscha-Nationalpark

Die Fahrten in den Nationalpark sind für unsere

Kalaharibewohner, die zu Hause kaum noch

Wild kennen, ein ganz besonderes Erlebnis. Als

wir nach vielen Zebras, Gnus, Springböcken,

Giraffen und weiterem „Normalkram“ dann

endlich Löwen entdecken, ganz dicht am Bus,

ist der Tag perfekt. Weihnachten mit glücklichen

Buschleuten unter Löwen und Giraffen, das ist

auch für mich ein guter Tag!

Anderntags rollen wir weiter über Tsumeb und

Grootfontein in Richtung Rundu am Abzweig

zum Buschmannland vorbei. Dort erblicken

unsere Touristen einige Bekannte am Straßenrand,

welche mit lautem Gejohle gegrüßt werden.

Spaßeshalber frage ich nach, ob jemand

hier aussteigen und nach Hause möchte, aber

„nein Werner, fahr weiter“ heißt es einstimmig.

So rollen wir bald durchs Veterinärtor ins „Ka-

5 Mai 2010

Für die Buschmänner war

es ein besonderes Erlebnis,

mit dem Motorboot auf dem

Kwando zu fahren.

Lautstark und voller Begeisterung

berichten sie von den gesichteten

Flusspferden, Elefanten und

einem großen Hippo ganz nah

am Boot.

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vangoland“ hinein. Einigen unserer Buschleuten

ist das sogenannte „Kavangoland“ die Heimat

ihrer Jugend. Ich werde immer wieder darauf

angesprochen, dass es eigentlich das Land der

Ju/Hoansi-Buschleute sei, welches die Kavango

übernommen hätten. Ja, die Geschichte der

Buschleute ist eine traurige Wiederholung von

Vertreibung und Ausrottung bis in die jüngere

Vergangenheit hinein.

Wir sind auch nur wenige Kilometer gefahren,

als !Amache aufgeregt ruft: „Stopp Werner,

Kost, Kost“. Ein großer Baum mit braunen,

bohnenähnlichen Hülsenfrüchten und dem

wohlklingenden Namen Tcaqu (oder Dialium

engeleranum – wer gibt so schönen Bäumen

nur solche Namen???) ist der Grund der Erregung.

Zu Englisch ist es der „Kalahari Podberry“,

was man sich auch merken kann, und

deshalb fahre ich den Bus so unter den Baum,

dass die Männer vom Dach aus die kleinen

Äste voller Früchte abbrechen und zu uns Bodenständigen

hinunter werfen. Bald sitzen alle

im Schatten und wickeln die Früchte in Tücher

ein, zum späteren Verzehr gehortet. Die Frucht

ist weißlich, trocken und erinnert in Textur und

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Geschmack an Baobabfrüchte. Ich erfahre,

dass man sie später in Wasser aufweichen und

den herrlichen Brei genießen will. Die Saat wird

in den Schmuck-Ketten verarbeitet.

Einkaufen in Rundu

In Rundu geht jedermann shoppen. Cola, Schuhe,

Brot, Süßigkeiten und mancherlei andere

Verlockung der Zivilisation wandert in den Bus

ein, dann fahren wir an den Okavango-Fluss

zur Kaisozi Lodge. Diese hatte uns freundlicherweise

eingeladen, zwei Nächte umsonst

campen zu dürfen. Da wir hier kein Programm

eingeplant haben, ist der nächste Tag ein Ruhetag,

den jeder auf seine Art sehr genießt. Die

Frauen waschen Wäsche und Kinderpopos,

puhlen braune Baumbohnen, hätscheln die

Kleinsten, basteln Schmuck und schwatzen

im Schatten. Die Männer strolchen umher, die

Gegend zu erforschen und die größeren Kinder

jauchzen im Planschbecken und versuchen,

sich mit schwimmähnlichen Strampelbewegungen

über Wasser zu halten. Ich unterstütze

die Kinder in ihren Schwimmbemühungen,

was viel Gelächter bei den umher stehenden

Wasserscheuen hervorruft. Später trauen sich

drei Kinder mit mir ins Kanu der Lodge und wir

drehen ein paar Runden um die Kaisozi-Insel

im Fluss. Anschließen darf ich einige der Jäger

auf den Fluss hinaus paddeln. Sie sitzen doch

etwas verkrampft da. Bei der Rückfahrt gebe

ich kurz vor dem Ufer !Amache das Paddel

und springe in den Fluss. Den Jägern rutscht

wieder einmal vor Schreck das Herz in die

Lederhose und sie phantasieren Konstellationen

wie „Krokodil und Buschmann in inniger

Umarmung“ und dergleichen... Aber das Kanu

treibt wohlbehalten ans Ufer und unsere Jäger

sind gerettet. Als Nicki und ich anschließend

versuchen, einige Buschleute zu fangen, spritzt

die ganze Horde kreischend auseinander. Einen

laufenden Buschmann fängt man nicht....

Am späten Nachmittag machen die Buschleute

eine kleine Tanzvorführung. Dann setzten

sie sich in traditioneller Kleidung in die Lodge-

Sessel und schauen fern – Fußball! Ein Bild für

die Götter! Unser immer fleißiges Filmteam

hält auch diese Szene fest. „Wie sehen uns die

Anderen...“

Nach dem Abendessen spielt Boris, ein Freund

des Filmteams, der fast zufällig dort weilt und

ein Gitarrenvirtuose erster Güte ist, den Buschleuten

ein Ständchen. Die Zuhörerschaft ist

„hin und weg“ und manch ein Buschi summt

später noch in den Zelten eine spanische Melodie...

MARINE

BIG 5

MW20081118

VIEW THE

W A L V I S B A Y

SAIL THE BAY WITH

CATAMARAN

CHARTERS

Gemeinsam mit den Mafwe

gehen die Buschmänner zum

Fischen. Im flachen Wasser rollen

die Mafwe eine lange „Wurst“

aus Wassergewächsen zu einem

Kreis zusammen, so dass sich

dort viele kleine Fische mit der

Hand heraus sammeln lassen.

Oh, ich vergaß fast zu erwähnen, dass das

Lodge-Management uns einen Pfau schenkte,

den unsere Buschfreunde dann auch mit

großem Genuss aßen. Auch Ralf und ich erhielten

ein Stück. Ich muss gestehen, der Pfau

ist super lecker. So kamen die Buschis in den

Genuss der Leibspeise des Maharadschas von

Bombay anno 1769!

Im Mafwe-Dorf

Am nächsten Tag fahren wir in den Caprivizipfel

zu den Mafwe. Unterwegs entdecken die Lustmäuler

hinten im Bus einige Monkey-Orange-

Früchte im Wald und eine schnelle Sammel-

und Schmatzpause wird eingelegt. Zufrieden

fahren unsere Gäste dann über die große Brücke

bei Divundu, beäugen Khwe-Buschleute

im Bwabwata-Nationalpark und bestaunen

den Kwando-Fluss. Im lebenden Museum der

Mafwe bei Singalamwe werden wir sehr herzlich

von den Mafwe begrüßt und alle erfreuen

sich an dem mit großen Baobab-Bäumen

bestandenen Campingplatz. Nachdem wir das

Lager aufgebaut und gegessen haben, werden

wir von den Mafwe ins Museum eingeladen.

Die Buschleute erhalten als besondere Gäste

die Ehrenplätze und die Mafwe legen sich

mit freudigem Elan ins Zeug ihren Gästen mit

Tänzen, Trommeln und Erklärungen ihre fas-

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6

zinierende Kultur zu zeigen. Dann setzten sich

die Mafwe in Erwartungshaltung und erklären

ihren Gästen, dass diese nun dran seien. Auch

die Buschis lassen sich nicht lumpen. Es entsteht

ein spannender Kulturaustausch. Als die

Touristen dann irgendwann ins Bett gehen,

machen die Mafwe noch eine Weile alleine

weiter. Gibt es eine schönere Gutenachtmusik

als mitten in Afrika im Zelt liegend, das Zirpen

der Fruchtfledermäuse in den mächtigen Baobabs

und afrikanische Trommeln zu hören?

Motorbootfahrt auf dem Kwando

Nach dem Frühstück wartet ein neuer Höhepunkt

auf unsere Buschifreunde. Die Camp

Kwando Lodge hat uns zu einer Motorbootfahrt

auf den Kwando eingeladen. Drei Runden

zu je zehn Personen auf dem Boot sind

vorgesehen. Bald rauscht ein Boot mit leicht

zitternden (Nicki hatte kurz vorher ein paar

„wahre“ Horrorgeschichten mit Krokodilen

und Flußpferden zum Besten gegeben.), aber

erwartungsfreudigen Kalaharibewohnern um

die erste Flußbiegung und entschwindet unseren

Blicken. Etwa eine halbe Stunde später

hören wir den Bootsmotor wieder näher kommen.

Glänzende Augen leuchten vom Boot

zu uns hoch und kaum setzten unsere Flussfahrer

den Fuß auf das sichere Ufer geht der

Wirbel los! Lautstark, voller Begeisterung und

Gestik erfahren wir von gesichteten Flusspferden,

Elefanten und einem grooooßen Hippo

gaaaaanz nahe am Boot.

Zurück im Lager gehen wir am Nachmittag

allesamt mit den Mafwe zum Fischen. Im flachen

Wasser eines größeren Tümpels rollen

die Mafwe eine lange „Wurst“ aus Wassergewächsen

zu einem Kreis zusammen, so dass

sich dort einige Hundert kleine Fische ergeben

und mit der Hand heraus gesammelt werden.

Zuerst wundern sich die Besucher, was die

Mafwe dort treiben, aber bald ist die Technik

durchschaut und schon rollen Mafwe und Buschis

freudig vereint die Pflanzenwurst durch

den Tümpel und unsere Kalaharileute fangen

ihre ersten Fische. Jeder Fang wird mit aufgeregtem

Schnalzen und Klicken gewürdigt.

Anschließend müssen wir noch mal mit ins lebende

Museum. Bis spät in die Nacht hinein

haben beide Gruppen viel Spaß aneinander.

Mit einem herzlichen Gruß werden wir am

nächsten Morgen von unseren Gastgebern

verabschiedet, und man verspricht sich ein gegenseitiges

Wiedersehen.

Das letzte Ziel

Unser letztes Ziel auf dieser Safari ist eine Gruppe

Khwe-Buschleute im West-Caprivi in der

Nähe von Divundu, die dabei ist, ein eigenes

lebendes Museum zu bauen und sich auf ihre

Kollegen aus Grashoek freut. Daniel, der angehende

Museumsleiter, dirigiert uns telefonisch

herbei und führt uns an einen schönen Platz

recht dicht am Okavango. Eine Gruppe Khwe-

Damen empfängt uns mit Liedern und Händeschütteln.

Die Männer unterhalten sich dann

auch bald ganz angeregt und viele Fragen und

Antworten werden ausgetauscht. Da jedoch

die beiden Sprachen der Khwe bzw. Ju/Hoansi

so verschieden sind, findet der Austausch in

Mai 2010

Afrikaans oder Englisch statt, was den Frauen

beider Gruppen Schwierigkeiten bereitet,

dass unter Letzteren kein Gespräch zustande

kommt. Wir holen dann mit unserem Bus

noch mehr Khwe-Museumsteilnehmer ab.

Im Nu ist der Platz voller Leute, zumal auch

viele Neugierige aus den angrenzenden Siedlungen

herbeiströmen. Bald wird es unseren

Buschis etwas unheimlich und besonders

die Frauen und Kinder setzen sich abseits

und schauen dem Treiben zu. Ein geführter

Gang ins Gelände und zu dem entstehenden

lebenden Museum lockert die Stimmung etwas

auf, zumal die Khwe und Ju/Hoansi viel

gemeinsam bekannte Buschkost finden, u.a.

auch große, fette, bunte Raupen, die später

gebraten werden und wirklich köstlich

schmecken.

Zur Abendessenszeit zeigt sich, dass die

Khwe-Truppe erwartet von uns verköstigt zu

werden. Dieses überrascht uns dann doch

sehr, sollen wir plötzlich und unangekündigt

etwa 60 Leute mehr durchfüttern. Schnell

sichten wir unsere verbliebene Reiseverpflegung

und am Ende kommt doch noch eine

ordentliche Portion für jeden zustande. Unseren

Ju/Hoansi wird es jedoch sehr mulmig zu

Mute, als die Khwe sich ohne zu fragen, an

unsere Kaffee, Tee, Marmelade, Brot und die

„heiligen“ Zuckerreste machen. Nun müssen

wir eingreifen und dem Ganzen bestimmt

Einhalt gebieten. Dieses unhöfliche Betragen

der Khwe hinterlässt bei uns allen einen etwas

bitteren Nachgeschmack.

Abends tanzen sich unsere beiden Buschigruppen

ihre traditionellen Tänze vor. Wir

staunen, wie sich die Melodien und gewisse

Abfolgen der sonst doch recht unterschiedlichen

Völker noch gleichen, was auf ein sehr

hohes Alter dieser Tänze und Lieder schließen

lässt. Hören wir hier vielleicht Melodien,

die einige tausend Jahre zuvor entwickelt

wurden, in einer Zeit der gemeinsamen Vorfahren

der Khwe und Ju/Hoansi?

Als wir am nächsten Nachmittag, nach einer

500 Kilometer langen Reise und einem Shoppingrausch

in Rundu, glücklich in Grashoek

einfahren, singen unsere Reisegäste im Bus

so laut, dass alle daheimgebliebenen Grashoekbewohner

herbeigelaufen kommen

und unsere Weitgereisten unter fröhlichem

Geschnattere, Getanze und Gelächter empfangen.

Voller Frohsinn und auch etwas erschöpft

gehen unsere Touristen, beladen mit

Erlebnissen, ihrem Reisegepäck und den

Einkäufen aus Rundu, begleitet von Freunden

und Verwandten, nach Hause und entschwinden

unseren Blicken.

Etwas wehmütig fahre ich in einem ach so

leeren Bus, begleitet von Catenia und Simon,

unserem nie ermüdenden Filmteam nach

Roy‘s Camp. Hier treffen wir unsere schon

vorgereiste Safaribegleitmannschaft, ein paar

kalte Biere und saftige Steaks und stoßen auf

eine gelungene Buschmannsafari an.

Im Namen der Buschleute von Grashoek ein

ganz großes Dankeschön an, die zum guten

Gelingen dieser Reise beigetragen haben. �

Werner Pfeifer

(LCFN & Bush Culture Experience, Namibia)


7 Mai 2010


A

reise

Liebe auf

den ersten

Schritt

Ein Wanderung durch

den Fischfluss

b jetzt gibt es genau zwei Wege hier heraus:

Entweder ihr freut euch mit mir

über fünf Tage heißen Sand, glühen-

de Schmerzen und brennende Füße oder ihr

ruft den Helikopter.

Und glaubt

mir, Leute, den

Helikopter könnt

ihr euch nicht leisten.“

Eigentlich fand

ich Jacques’ Hang

zur Dramatik immer

sehr unterhaltsam.

An diesem

eisigen Morgen

tief unten im

Fischfluss jedoch,

legten seine Worte

mir eine zweite

Schicht Gänsehaut

über den frierenden

Rücken.

Fünf Tage Gewaltmarsch

durch den zweitgrößten Canyon der Erde standen mir bevor: Insgesamt

160 km Länge, 27 km Breite und bis zu 600 m schroffe Tiefe bietet die Felsenwüste.

Wanderungen sind nur von April bis September genehmigt. Zu viele Todesfälle

haben sich in den brütenden Sommermonaten hier unten ereignet. Unser

Trupp startete Ende Juni. Da waren die Nächte schon empfindlich kühl, aber

tagsüber brannte die Sonne immer noch gnadenlos auf den Fischfluss.

Als ich Jacques, meinen Nachbarn, zwei Wochen zuvor in unserm Lieblingscafe

im südafrikanischen Groot Marico getroffen hatte, hörte sich das Unternehmen

noch wie ein großer Spaß an. Eine Handvoll Freunde plante eine Woche lauschiges

Ferienvergnügen.

„Gehst du gerne wandern?“, fragten sie mich.

„Ja“, antwortete ich vollkommen unbedarft und dachte dabei an die schönen

Sonntagsausflüge mit der Familie in den bayrischen Wald.

Und dann stand ich mit 18 kg Marschgepäck auf dem gekrümmten Rücken am

Abgrund von Hiker’s View mitten im /Ai-/Ais Richtersveld Transfrontier Park.

Kein Pool, kein Pay TV, keine Hotelbar. Nur ich, die Felsen und der Fluss.

Der Abstieg dauerte über zwei Stunden. Zu groß war die Müdigkeit von der langen

Anreise, zu unterschiedlich das Tempo der Wanderer und zu heiß die Wintersonne,

die an dem steilen, ungesicherten Abhang seit dem frühen Nachmittag

ohne Mitleid über uns glühte.

Wie unter Hypnose trat ich in die Fußstapfen meines Vorgängers Taco. Und siehe

da – dieses läuferische Mantra beruhigte meinen aufgebrachten Geist. Ich

hatte meinen Takt gefunden. Plötzlich konnte ich realisieren, wo ich tatsächlich

war: an einem der farbenprächtigsten und schimmerndsten Orte der Welt. Die

Abendsonne spiegelte sich im seichten Wasser des Flusses und warf ihr Licht in

Orange, Violett- und Rottönen zurück an die rauen Felsen.

Meine anfängliche Panik wurde weiterhin beruhigt von der heiteren Ausgelassenheit

meiner Wandergefährten. Ein bunter Kreis aus Naturliebhabern hatte

sich für diesen Treck zusammengefunden: Im Zentrum natürlich Jacques, der

rüstige Mittfünfziger, mit seiner vergötterten Partnerin Louise. Selbst am frühen

Morgen, nach kargem Frühstück und fehlender Dusche, hörte man die bei-

Müde und glücklich. James und ich haben

unsere Tagesetappe geschafft.

Felsen, Sand und Stein soweit das Auge reicht - der Fischfluss.

den turteln: „Come over here my angel. I want to

smell your sweet Fish River breath!”

Neben ihnen ein befreundetes Ehepaar aus Pretoria.

Nicht mehr ganz so frisch verliebt und nicht

ganz so Stress-resistent im Angesicht des Canyons:

“Honey, if you don’t turn back on the track

right now, I’ll guarantee for nothing!”

Der Älteste im Team war Taco. Der Rentner aus

den Niederlanden, dessen ruhiger Schritt mir meinen

Rhythmus beschert hatte. Ungeachtet seiner

knapp siebzig Jahre ein wahrer Ausbund an Fitness.

Jeden Abend lauschte er mit Belustigung

dem erschöpften Gestöhne der anwesenden Mitt-

8

Mai 2010

dreißiger, ihres Zeichens aktive Mountainbiker

und Dauerläufer.

Denn zu meiner freudigen Überraschung hatten

sich auch zwei meiner Altersgenossen dem Trupp

angeschlossen: James und Peter, zwei junge Angestellte

im staatlichen Naturschutz Südafrikas

wollten mit Führer Jacques „den Fisch“ bezwingen.

Eine herrliche Gesellschaft.

Rund zwanzig Kilometer hatten wir jeden Tag zu

bewältigen. Glatte Felswände, schroffe Klippenvorsprünge

und ungesicherte Geröllhalden hätten

schon jedem Tagestouristen eine harte Zeit


Wanderführer Jaques mit seinem Talisman,

aus Pavianzähnen.

beschert. Mir hat diese Strecke, auf der jeder

Schritt potenziell der letzte sein kann, ganz

deutlich die Grenzen meiner körperlichen Fähigkeiten

offenbart.

Mit zittrigen Knien und zuckenden Oberschenkeln

kroch ich auch noch am zweiten

Abend in mein Nachtlager.

Gerne würde ich berichten, dass es jeden

Tag einfacher wurde. Aber sobald wir gelernt

hatten, eine Schikane zu meistern, kam das

nächste schwierige Terrain auf uns zu. Morgens

Stapfen im losen Sand, gegen Mittag

„Boulder-Hopping“ von Kiesel zu Kiesel und

auf dem Weg zum Nachtlager, die steile Abkürzung

über den Fels-Pass.

Zu Muskelkater und Erschöpfung kamen

schnell handtellergroße Blasen und Schürfwunden.

Wie es mir dabei ging? Wunderbar!

Wandergenosse James und ich waren jeden

Abend am Lagerfeuer ein Stückchen näher

gerückt. Tagsüber ließ mich der Gedanke an

eine weitere romantische Nacht unter Namibias

prächtigem Sternenhimmel jeden Schmerz

und jedes Unbehagen munter überspringen.

Unser Glück war perfekt. Nach einer turbulent-schwankenden

Flussüberquerung badeten

wir in den heißen Schwefelquellen von

Palm Springs. Nach einem steinig-gefahrvollen

Aufstieg genossen wir Arm in Arm

das atemberaubende Panorama des „Drei

Endlich frisches Trinkwasser. Erst nach

Stunden sind Peter und der Rest der Truppe

wieder am Fluss angekommen.

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Schwestern“-Massivs. Ein Küsschen vor den

„Pavianbergen“, noch eins am „Vierfingerfels“

und schließlich eine Massage des malträtierten

Rückens bei der Rast an Leutnant

Trothas Grab.

Nicht immer so perfekt war die Stimmung im

Team. Mit steigendem Kräfteverfall nahm die

Dramatik des Unternehmens zu. Eine Episode

vom letzten Tag der Wanderung illustriert

die Atmosphäre recht treffend:

Im Zuge einer von Jacques’ berüchtigten „Abkürzungen”

kamen wir gegen Mittag immer

höher in die Berge. Nach kurzer Zeit war kein

Busch und kein Zweig mehr zu sehen. So weit

das Auge reichte nur Klippen, Sand und Gestein.

Es schien, als könne man problemlos

tagelang in jede Himmelsrichtung marschieren,

ohne je etwas anderes zu erblicken.

Das Beunruhigende daran war, dass Jacques

tatsächlich alle Himmelsrichtungen für unser

Weiterkommen in Betracht zog. Der Kompass

wollte einfach nicht auf die Karte passen.

Immer öfter blieb der Treck stehen. Mit den

Händen auf die Knie gestützt spendeten die

riesigen Rucksäcke über unseren schnaufenden

Köpfen etwas Schatten.

Als die ersten Wasservorräte zur Neige gingen,

brach die Meuterei los. Tinus, ausgestattet

mit dreißig Kilogramm Marschgepäck voll

neuester Militärausrüstung aus südafrikanischen

Armeebeständen, war der Erste, der

die Gefolgschaft verweigerte.

Entnervt von den Pfadfindern der alten Schule

suchte er sich ein GPS-Signal und verließ

kurze Zeit später die Gruppe in entgegengesetzter

Richtung. Das Protestgeschrei der Ka-

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9 Mai 2010

Im Gänsemarsch.

Der trockene

Sand läßt uns nur

mühsam voran

kommen.

Ein Wunder der

Natur, die Gesteinsschichten

sind über 500

Millionen Jahre alt.

Noch vollkommen

frisch und

gespannt auf‘s

Abenteuer. Die

Gruppe vor

Hiker‘s View,

dem Einstieg in

den Canyon.

pitäns-Treuen, die Hitze und die Anstrengung

ließen seine Frau in Tränen ausbrechen. Die

Alphatiere Jacques und Tinus brüllten sich

wüste Beschimpfungen quer durch die Wüste

zu. Die Ausgedürsteten hatten immer weniger

Verständnis für den langen Aufenthalt in

der prallen Sonne. Über uns zogen schon die

Kapgeier ihre Kreise. Und noch immer war

kein Wasser in Sicht.

Bekanntlich ist die Nacht am dunkelsten kurz

vor der Dämmerung. Nur Minuten nach dem

Ausbruch tauchte am Horizont ein Dornengestrüpp

auf. Dann ein Busch, viele Büsche,

kleine grüne Sträucher und schließlich sahen

wir unten im Tal unseren alten Freund,

den Fischfluss.Versöhnt mit der Welt füllten

wir unsere Wasserflaschen und wenige Stunden

später schlichtete die Ankunft in Ai/ Ais/

endgültig allen Streit. Tinus empfing Jacques

vor dem Camp mit einer Flasche eiskaltem

Windhoek Lager und einer großen Entschuldigung.

Die Technik hatte ihn nicht im Stich

gelassen und er war fast eine Stunde früher

als wir im Ziel eingelaufen. Jacques war zwar

noch immer ein wenig in seiner Ehre als Herdenführer

gekränkt, aber er akzeptierte. Der

neu gewonnene Frieden ebnete den Weg für

ein prächtiges Abschiedsessen in bester Stimmung.

Ai/ Ais/ bedeutet in der Sprache der Nama so

viel wie „kochendes Wasser“. Erfreulicherweise

war am Abend auch der Pool der Anlage

frisch betankt mit heißem Quellwasser.

Ich habe keine Worte zu beschreiben, wie

gut es sich anfühlt, nach einer schmerzensreichen

Woche schließlich mit einem saftigen

Steak im Bauch in einem Schwimmbad voll

Thermalwasser zu liegen. Besonders wenn

man die Quelle im Arm eines attraktiven Naturburschen

genießen kann.

James werde ich schon bald in Pretoria wieder

sehen. Was den Canyon angeht, habe ich

ein anderes Versprechen gegeben.

In Rom sagt man den Touristen, sie sollen

eine Münze in den Trevi-Brunnen werfen, um

zu versichern, dass sie zurückkehren. Dem

„Fish“ habe ich meine letzten zehn Namibia

Dollar unter einen Kiesel geklemmt. Es ist

also abgemacht – ich komme zurück. �

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D

reise

Beim Tok Tokkie Trail im Namibrand-Naturreservat verbinden sich sanfter Tourismus und Naturschutz mit sportlicher Wanderung zu

einem unvergesslichen Abenteuer.

Vom Urgestein zum Nebeltrinker

Trekking in Namibia: Tok Tokkie Trail im Namibrand-Naturreservat erfüllt Träume von Afrika

as berauschende Lichtspiel und die

kontrastreiche Landschaft Namibias

haben bei mir und meinen Beglei-

tern aus Deutschland vom ersten Tag an für

Begeisterung gesorgt. Nach der Wanderung

durchs Urgestein im Fish River Canyon lockt

nun der Tok Tokkie Trail im Namibrand-Naturreservat.

300 Kilometer Schotterpiste führt dorthin.

Wir passieren den Roolrandzug und die Tirasberge.

Seeheim, Bethanien und Helmeringhausen

bleiben zurück, drei kleine Orte

mit deutscher Kolonialgeschichte. Und die

Natur hält immer neue Überraschungen bereit.

Blühende Köcherbäume unter tiefblauem

Himmel, sattgrüne Kandelaber-Euphorbien,

hier und da Tamarisken, unglaublich

konstruierte Kolonien von Webervögeln und

immer wieder Herero-Veilchen am Wegesrand.

Und dazu das Farbenmeer aus Sonne,

Licht und Schatten.

In der Namib werden wir von Tok Tokkie

erwartet. Rene Korol, der uns als Guide begleitet

und einst in Bremen geboren wurde,

10

übersetzt den Namen mit Nebeltrinker. Wir

glauben es dem breitschultrigen Kerl mit Lederhut

und Kaki-Klamotten, der seine Wahlheimat

wie den Inhalt einer Hosentasche

kennt und keine Antwort schuldig bleibt.

Tok Tokkie, der sechsbeinige Käfer, der sich

mit Morgentau erfrischt, ist Namensgeber

für diese Tour im größten privaten Naturschutzgebiet

des südlichen Afrikas.

„Auf dem Tok Tokkie Trail bekommt man einen

Eindruck von dem renaturierten Farmland“,

erläutert Thomas Soutschka. Der

Chef von Safaris Unlimited aus Windhoek

hat unseren Aufenthalt in der ältesten Wüste

der Welt ermöglicht. Tourismus im Einklang

mit der Natur bestimmt die Philosophie

seines Unternehmens, das seit Jahren

erfolgreich mit Hauser Exkursionen München,

Deutschlands größtem Anbieter von

Trekkingreisen, kooperiert.

Mit Wanderschuhen und leichtem Rucksack

versammeln wir uns in „De Duine“.

An der einstigen Farm beginnt und endet

das Wüstenabenteuer, bei dem wir an drei

Mai 2010

Tagen rund 20 Kilometer bewältigen wollen.

Seit De Duine hält Kerstin Klein, Soutschkas Lebens-

und Unternehmenspartnerin, alle Fäden

in der Hand, damit jede Tour zum bleibenden

Erlebnis wird. Schon auf dem Weg zum ersten

Nachtlager in der Wüste zeigt das mehr als

200000 Hektar große Naturschutzgebiet seine

schönsten Seiten. Springbockherden, Oryxantilopen

und Strauße lassen sich blicken. Buschmanngras

wiegt sich sanft im Abendwind. Silbrig

glänzend und mit unzähligen Tupfen roter

Dünen hat es sich wie ein riesiger Teppich ausgebreitet.

Hügel und Bergrücken bilden bizarre

Formen in der unendlich scheinenden Weite,

während uns die Abendsonne ein grandioses

Schauspiel mit ständig wechselnden Farbszenen

erleben lässt. Berauscht von all der Schönheit

erreichen wir das Dünencamp.

Wie schon am Fischfluss kampieren wir unter

freiem Himmel. Zum Wohlbehagen im afrikanischen

Winter fehlt es an nichts. Eine Tafel fürs

Abendessen ist in der Namib aufgebaut, das

Buffet bietet ein Drei-Gänge-Menü, das mit Potjie

und Grill vorbereitet wurde und verlocken-

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d

16

de Düfte verbreitet. Sogar eine Dusche zum

Schweiß und Staub Abspülen steht in der Wüste

bereit. An Schlafen will jedoch noch niemand

denken. Zu romantisch ist die Runde im Kerzenschein.

Erst als Thomas an den frühen Aufbruch

am nächsten Morgen erinnert, ist Bettruhe

angesagt. Inzwischen ist es empfindlich kühl

gewordenen. Doch dicke Schlafsäcke warten in

den Dünen und für jeden Wanderer ein Federkissen.

Das lädt zum Träumen ein unter dem

Kreuz des Südens und einem Sternenhimmel,

den es so wohl nur hier zu erleben gibt.

Nach dem Wecken raten Thomas und Rene die

„Morgenzeitung“ zu lesen. Wir sind verdutzt,

aber schnell aufgeklärt. Die Spuren in den Dünen

sind gemeint. Nebeltrinker, Pillendreher,

Schlangen und anderes Getier haben ihre

Nachrichten im roten Sand hinterlassen. Es gibt

Lesestoff im Überfluss. Nach dem Frühstück ist

gute Kondition gefragt. Wir wollen einen Berg

erklimmen, der etwas abseits liegt von der Strecke

des Tok Tokkie Trails. Der Gorrasis Mountain

lockt und hebt sich fast 2000 Meter aus

der Namibwüste. Thomas Soutschka nennt ihn

„den schönsten Picknickplatz der Welt“.

Schwierig ist es nicht, den Aussichtspunkt zu

besteigen. Nur Wanderpfade, wie ich sie von

Bergtouren in den Alpen, in Äthiopien oder im

Himalaja kenne, führen nicht auf den Gorrasis

hinauf. Es geht über bewachsene Hänge, Geröll

und mächtige Gesteinsbrocken, nur immer

der Nase nach. Ein steinerner Obelisk auf dem

Gipfel genügt als Orientierung. Oben angekommen,

verstehen wir Thomas Soutschkas Begeis-

terung. Denn alle Mühe wird belohnt

- mit einem Rundblick in die Weite

von Namibrand, der alle Träume von

Afrika erfüllt und neugierig macht auf

die letzte Etappe des Tok Tokkie Trails

und den Abschluss unserer Namibia-

Tour. �

Ernst Krziwanie, Halle (Saale),

Deutschland

Ein gedeckter Tisch erwartet die Wanderer nach jeder Etappe des Tok Tokkie

Trails zur Stärkung und für eine gemütliche Plauderei über die Erlebnisse im Namibrand-Naturreservat.

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Von Heinz Krikkis

F

natur

Von der Arktis bis zur Antarktis -

Vogelparadies in Namibia von Menschenhand geschaffen

lamingos, wohin das Auge blickt. Der Besucher

kann nicht genug davon bekom-

men. Wir befinden uns etwa fünf Kilome-

ter südlich von Walvis Bay. „50 bis 60 Vogelarten

tummeln sich hier in der Lagune, von kleinen

und großen Flamingos bis hin zu Küstenseeschwalben,

Pelikanen, Sichelregenpfeifern,

Säbelschnäblern, Kapenten und vielen mehr“,

berichten Mark Boorman und Lutz Hecht aus

Swakopmund, die sich beide ehrenamtlich für

den Vogelschutz in diesem Land engagieren.

Sie waten stolz durch das Wasser, lassen sich

nicht stören, suchen gemächlich nach Nahrung

„nicht nach Fischen,“ wie Lutz Hecht der

AZ versichert, „sondern ausschließlich nach

Algen“ und fährt fort: „übrigens die mit dem

dunklen Schnabel und dunkleren Federn sind

die Zwergflamingos“. Und wer sich die Zeit

nimmt, die Vögel geduldig zu beobachten, der

stellt fest, dass sie ohne Hast mit ihrem Schnabel

das Wasser filtern, um an ihre Nahrung zu

gelangen. „Sie lassen sich von niemand stören,

sie haben keine Konkurrenz“, weiß der

Vogelexperte zu berichten.

Wir fragen uns natürlich, wo das frische Wasser

herkommt, bis wir die Rohrleitungen, die

durch die Dämme führen und die Salzpfannen

mit dem feuchten Nass aus dem Atlantik versorgen,

entdecken. In weiter Entfernung sehen

wir dann auch eine nicht zu überhörende

Pumpstation, die „Tag und Nacht in Betrieb

ist“, wie Lutz Hecht weiß.

Es ist natürlich nicht so ganz einfach, in diese

Sperrzone zu gelangen. Das verdanken

wir Mark Boorman, der als Vogelkundler für

das Tor einen Schlüssel erhält. „Jeder Naturfreund

und Tourist wird dafür Verständnis haben,

dass es hier keinen öffentlichen Zugang

gibt“, erklären uns die Vogelschützer, denn es

handelt sich bei der Salzmine um einen arbeitenden

Industriebetrieb. Interessierte haben

jedoch die Möglichkeit, bei Paaltjies, einem

beliebten Platz auch für Angler, die Vogelwelt

zu beobachten. Der Weg dorthin führt

zwischen dem Salzwerk und den Salzpfannen

hindurch.

Mark berichtet uns von seiner Hauptaufgabe:

Er versieht die gefiederten Tiere mit bunten

Ringen. „Die Farbe der Ringe erzählt die

Geschichte der Vögel“, so Lutz Hecht. Mark

Boorman hat unter anderem Vögel aus Grön-

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Ein Säbelschnäbler am

Wegesrand. Ein ausgewachsenes

Tier wird zikra 45

Zentimeter groß und wiegt

bis 400 Gramm. Die Flügelspannweite

beträgt bis zu

80 Zentimeter. Seine nach

oben gebogenen Schnabelform

ist unverwechselbar.

Lutz Hecht (rechts) weist

Mark Boorman auf die vielen

Flamingos hin.

land, Deutschland, Island, Ghana, Südafrika

und Norwegen registriert. Vor einem Jahr habe

man einen Vogel beobachtet, der aus Holland

kam, dann ein Jahr später als „Gast“ wieder

aufgetaucht sei. Es ist unfassbar, „aber seit Vögel

mit einem Sender versehen werden, wurde

der Beweis erbracht“, so Hecht, „das manche

in einem Jahr 36 000 Kilometer zurücklegen“.

Dazu zählen auch die Küstenseeschwalben.

Die genaue Beobachtung ihrer Zugrouten

durch Vogelschützer weltweit hat gezeigt,

dass diese Vögel aus der Arktis kommend,

sich über Europa in verschiedene Schwärme

aufteilen, die zum einen der Westküste Afrikas

folgen und zum anderem an der Ostküste

Amerikas in Richtung Antarktis fliegen und

sich dort wieder vereinigen. Verblüffend ist jedoch

der Rückflug, der ohne Aufteilung geradewegs

nach Norden führt.

Einige Vögel können bis zu 30 Jahre alt werden

und dabei die unglaubliche Strecke von

bis zu fünf Millionen Kilometern zurücklegen.

Auf dem Weg zur Pumpstation kommen wir

an einem Becken vorbei, in dem Austern gezüchtet

werden. Von den Mitarbeitern erfahren

wir, dass hier täglich 15 bis 20 Säcke geerntet

werden und nach Säuberung und Sortierung

auf den Tischen der Speiserestaurants

vorwiegend in Walvis Bay und Swapomund

kommen. „Eine Delikatesse“, versichert uns

Lutz Hecht.

Alle Beobachtungen der Vögel in der Lagune,

die Mark Boorman trifft, meldet er nach Kap-

12

stadt an das Department of Statistic (SAF) -

auch die Ergebnisse der zweimal jährlich stattfindenden

Vogelzählungen. Jeweils im Januar

und Juli treffen sich etwa 40 Vogelfreunde vorwiegend

aus Walvis Bay und Swakopmund

sowie Mitarbeiter aus Gästebetrieben, die aus

allen Berufszweigen stammen. „Wir gehen dabei

„marschstabsgerecht“ vor, sagt Lutz Hecht.

„Das riesige Gebiet ist in 25 Felder aufgeteilt,

und jeder hat bei der Zählung bestimmte Kriterien

zu beachten“. Der Abschluss dieser Zählungen

wird in einem kleinen Haus „Keith

Wearne Lookout“, benannt nach einem enthusiastischen

mit reichlichem Wissen ausgestatteten

Vogelexperten, gefeiert. Keith Wearne

war der Initiator der Vogelzählungen und be-

Tourismus im Internet:

www.az.com.na

Mai 2010

kommt oft Besuch von Vogelkennern aus aller

Welt, die er voller Stolz in „seine Vogelwelt“

entführt.

Es ist immer wieder erstaunlich, was die Resultate

der Vogelzählungen an den Tag bringen.

Hier ein kleiner Teil des Ergebnisses vom

16. und 17 Januar 2010: Unter rund 200 000

Vögeln waren 18507 Große Flamingos und

2617 Kleine Flamingos, 26 441 Arktische

Seeschwalben, 360 Pelikane, aber auch seltene

Exemplare wie zwei Falcon Peregrine. Insgesamt

sichteten die „Naturschützer“ und ehrenamtlichen

Helfer 43 verschiedene Vogelarten.

Wir treten die Rückfahrt an, links und rechts

von uns wieder Flamingos, aber diesmal

weitaus weniger als auf der Hinfahrt, dafür

viele Sichelstrandläufer, einige Säbelschnäbler

und dann erblicken wir mitten im Wasser ein

altes Netz mit allen vier Enden an Pfählen befestigt.

Wir halten kurz und hören uns die kleine

Geschichte von Lutz Hecht an: „Hier ist vor

vielen Jahren mal ein verletzter Wal gestrandet

und eingegangen. Zum Schutz für das Skelett

wurde das Netz gespannt und blieb bis heute

so erhalten, nachdem die Knochen für ein

Museum geborgen werden konnten“.

Nach vier Stunden stehen alle noch unter dem

Eindruck des Erlebten, da hören wir die Stimme

von Barbara Hecht: „Werft doch mal einen

Blick auf das Wasser, ist das nicht schön wie

sich alles hier spiegelt“. Und wir sind uns einig:

Die Ruhe und Weite bieten an diesem Ort

die reinste Erholung. �


D

natur

er Langnadelstrauch steht zwar an keinem

Rastplatz, ist aber entlang der C33

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Straße aus zu erkennen und soll deshalb hier

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und auch im gesamten Süden Namibias. Wegen

der meist blattlosen, nadelartigen Blattrippen

ist er unverkennbar. Im gesamten Nordosten

Namibias kommt dieser Strauch überhaupt

nicht vor.

In der Regel ist der Langnadelstrauch ein

Strauch oder kleiner Baum von drei bis vier m

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������������������������������������������������malen

Sinn des Wortes hat, wirkt er durchsich-

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fast schon zur Verbuschung zu neigen scheint.

Der hellbraune bis graue Stamm ist ziemlich

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sind.

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in Büscheln aus den Winkeln zwischen den

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����nicht

vorhanden oder nur schuppenartig ausgebildet.

Das ist vermutlich eine Anpassung an

den sehr trockenen Standort dieses Baumes.

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Die geraden, spitzen Sprossdornen sind mit

derselben Rinde bedeckt wie der Rest des Baumes.

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erscheinen meist nach dem Regen.

Daraus entwickeln sich schmale, rotbraune

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Der Langnadelstrauch

(Parkinsonia africana)

Ein Langnadelstrauch (Parkinsonia

africana) vor dem Erongogebirge

von der C33 aus gesehen.

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oder etwas gebogen, die zwischen den Samen

etwas flacher und manchmal spiralig gedreht

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von Wild und Vieh gefressen und die Samen

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den jungen Trieben kochen die Damara einen

�������������������������������������������fen

geschnitzt, denn es platzt nicht, wenn es

heiß wird.

������ ��� ������������ ��������� �����boom,

wildelemoen, wildegroenhaarboom;

D. Langnadelstrauch; E. wild green-hair tree;

���������������������������������������nia

heißt der Baum zu Erinnerung an

einen englischen Apotheker und Botaniker

des 17. Jahrhunderts, John Parkinson,

der ein bekanntes Buch über

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Parkinsonia aculeata ist eine verwandte Art,

����������������������������������������ten

und Anlagen in Windhoek zu sehen ist. Es

ist ein insgesamt üppigerer Baum, der sich in

����������������������������������������������-

�������������������������������������������falls

leuchtend gelben aber viel zahlreicheren

Die Parkinsonia-Bülte sind bis zu 15 mm im

Durchmesser groß.

Blüten bedeckt ist, wirkt er sehr leicht und an-

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Luise Hoffmann


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I

natur

Die Sombrero-Galaxie

ch möchte alle Amateur-Astronomen

und Liebhaber unseres na-

mibischen Sternenhimmels dar-

auf hinweisen, in den kommenden

kalten Nächten nach der Sombrero-Galaxie

Ausschau zu halten. Diese

interessante Galaxie hat die Form

eines spanischen breitrandigen Hutes,

also eines Sombreros. Diese Galaxie

mit der Bezeichnung M 104 befindet

sich in den äußeren Regionen

des Sternbildes Jungfrau. Sie ist bereits

mit einem kleinen Fernglas mit

sieben bis zehnfacher Vergrößerung

als länglicher, verwaschener Fleck

zu erkennen. Ein Fernrohr würde

natürlich viel mehr zeigen. Der hellste

Stern im Sternbild Jungfrau ist die

Spica. Sobald Sie diesen hell leuchtenden

Stern gefunden haben, ist die

Galaxie nicht mehr weit weg. Die astronomischen

Daten dieser Galaxie

sind schon beeindruckend. So befindet

sich diese Galaxie 30 Millionen

Lichtjahre von uns weg. Das bedeutet,

dass das Licht dieser Galaxie, das

Sie im Fernrohr sehen, bereits 30 Millionen Jahre

unterwegs ist, bis es auf Ihr Auge trifft. Da die

Helligkeit der Galaxie 8,0 Größenklassen beträgt,

ist sie eine der scheinbar hellsten am Nachthimmel.

70000 Lichtjahre ist der Durchmesser dieser

Galaxie, was einer Strecke von 9,5 Billionen

km x 70000 entspricht. Die Masse besteht aus

800 Milliarden Sonnen und ist damit dreimal so

groß wie unsere Milchstraße. Ebenso ist ein System

von Kugelsternhaufen vorhanden, von denen

einige hundert in größeren Teleskopen sichtbar

sind. Jeder dieser Haufen beinhaltet wieder

1,5 Milliarden Sterne

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The aircraft with its current colours was hired for some film shootings for the AME-

LIA ERHARD MOVIE with Hillary Swank and Richard Gere.(Released end of 2009)

Capacity: 1 crew + 10 passengers

Max speed: 225 mph / 195 knots / 360 km/h, 2 x radial engines

Some history on the Beech:

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service during and after World War II.

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service, skydiving, numerous movie productions etc.

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15

1912 hat ein deutscher Astronom

entdeckt, dass die Sombrero

Galaxie eine sehr große

Rotverschiebung aufweist. Daraus

kann man die Geschwindigkeit

errechnen, mit der sich

die Galaxie von uns wegbewegt.

Diese beträgt 1000 km

pro Sekunde. Damit ist die Geschwindigkeit

so hoch, dass

sie innerhalb von nur 10 Millionen

Jahren eine Strecke zurücklegt,

die dem Radius unserer

Milchstraße entspricht.

Wenn Sie diese Galaxie einmal

gefunden haben, werden

Sie diese immer wieder beobachten

wollen. Denn der fantastische

Anblick dieser prächtig

leuchtenden bunten und gigantischen

Ansammlung von

Sternen wird Sie nicht mehr

loslassen.�� � ���������

Mai 2010

Victor Brandl, Farm Hannover

Impressum

Verlag:

Tourismus Namibia erscheint als Beilage der Allgemeinen

Zeitung, einer Abteilung von Democratic Media Holdings

(Pty) Ltd., Postfach 86695, Windhoek, Namibia, General

Murtala Muhammed Avenue 11, Chefredakteur: Stefan

Fischer (fis)

Die Redaktion übernimmt keine Haftung für unverlangt

eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Nachdruck

ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages

gestattet. Dieses gilt auch für die Aufnahme in elektronische

Datenbanken und Vervielfältigungen auf CD-ROM. Adresse:

Postanschrift: Tourismus Namibia c/o Allgemeine Zeitung,

P.O. Box 86695, Windhoek, Namibia

Straßenadresse: Democratic Media Holdings,

General Murtala Muhammed Avenue 11, Eros, Windhoek

Redaktion: Tel.: +264-61-22 58 22, Fax: +264-61-220225

Dirk Heinrich (dh): Tel. +264-81-1270254, dheinrich@az.com.na

Sybille Schott (sy): Tel. 081-1296301, sschott@az.com.na

Freie Mitarbeiter

Astronomie: Victor Brandl (brandlv@mweb.com.na)

Branche: Marc Springer (marc@nawa-namibia.com)

Flora: Luise Hoffmann (luisehof@iway.na)

Küste: Heinz Krikkis (krikkis@iway.na)

Südafrika: Eva Dölitzsch-Tatzreither (eva-d-t@deunet.co.za)

Anzeigen: Tel.: +264-61-22 58 22, Fax: +264-61-245200

Bahati Traut: Tel. +264-81-127 1603, bahati@az.com.na

Design: Uwe Schwesinger (uwe@az.com.na)

Sybille Schott (sschott@az.com.na)

Online:

www.az.com.na (Tourismus)

Druck: Newsprint Namibia, Windhoek

Vertrieb:

Tourismus Namibia ist eine monatliche Sonderpublikation

der Allgemeinen Zeitung (AZ) in Namibia mit einer

Druckauflage von etwa 10 000 Exemplaren. Sie erscheint

12 Mal im Jahr, jeweils am ersten Donnerstag im Monat,

und wird der Tageszeitung beigelegt.

Darüber hinaus ist sie in Lodges, Hotels, Pensionen,

Gästefarmen in Namibia und in 20 verschiedenen

Reisebüros in Deutschland sowie der Schweiz erhältlich.

Die Auslandsbüros des Namibischen Tourismusrates (NTB)

in London, Frankfurt, Johannesburg und Kapstadt erhalten

weitere Exemplare, ebenso der Tourismusrat in Kapstadt

(Cape Town Tourism) und etwa 100 Abonnenten in Europa.

Im Abo für Europa kostet die Publikation 60 Euro pro Jahr

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Tucke, Okomitundu und dem Namibischen Tourismusrat (NTB)

ist Tourismus Namibia auf Reisemessen in folgenden Orten

erhältlich:

Berlin, Bremen, Dortmund, Durban, Frankfurt, Köln, Leipzig,

London, München, Stuttgart, Windhoek, Zürich.

Titelseite:

Foto: Wiebke Schmidt

Gestaltung: Uwe Schwesinger

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Tel.: 061-225822, E-Mail:

bahati@az.com.na


N

Die Katzen von Na’an ku sê

Text und Fotos: Wiebke Schmidt

eugierig beobachtet Ombeli seine Schwester

Shakira, die übermütig auf einer Akazie he-

rum klettert. Schließlich nimmt er Anlauf, er-

klimmt in Sekundenschnelle das dornige Geäst und

fällt spielerisch über Shakira her. Diese begibt sich auf

die äußeren, dünnen Äste, um von dort aus schließlich

auf den Boden zu springen.

Ombeli und Shakira sind zwei sechs Monate alte Leopardenjungen

und leben seit vergangenen Dezember

in dem Tierreservat Na’an ku sê, rund 50 Kilometer

östlich von Windhoek. Ein Farmer aus dem Norden

Namibias rief dort an, dass er zwei Leopardenbabys

hätte, die er nicht weiter halten könnte. Er hatte im

Oktober vergangenen Jahres eine Kastenfalle aufgestellt,

um einen Leoparden zu fangen, der sich auf

seiner Farm herumtrieb. Als er diese wieder inspizierte,

entdeckte er darin eine tote Leopardin und zwei

neu geborene Welpen. Er nahm sie zu sich, um sie

aufzuziehen. Nach zwei Monaten gab er allerdings

auf. Er hatte versucht, die beiden Leopardenbabys

mit Kuhmilch und Hundetrockenfutter zu ernähren.

Die beiden Kleinen verloren dabei nicht nur ihr Fell,

sondern auch fast ihr Augenlicht. Denn durch die

völlig unzureichende Ernährung setzte bei ihnen der

graue Star ein. Nach zwei Monaten setzte sich der

Farmer endlich mit dem Tierreservat in Verbindung.

Die beiden Leopardenkinder, die inzwischen nicht nur

fast blind sondern auch nur noch Haut und Knochen

waren, wurden von Marlice van Vuuren, die Na’an ku

sê leitet, abgeholt. Mit Hilfe des Windhoeker Tierarztes

Ian Baines, der unter anderem, den Beiden mit

einer Operation das Augenlicht wiedergab, gelang

es, die Welpen aufzupäppeln. Inzwischen sind sie ein

halbes Jahr alt, haben jedes einen ausgeprägten Charakter

und erfreuen sich bester Gesundheit. Sie leben

in einem großen Gehege mit vielen Schattenplätzen

direkt neben dem Wohnhaus von van Vuuren. Täglich

gehen Volontäre am Nachmittag mit den Beiden

zu einem kleinen Damm. Dort haben sie die Möglichkeit,

auf Bäumen herum zu klettern und das Anschleichen

spielerisch zu trainieren. Sobald sie noch

etwas älter sind, sollen sie in ein Camp auf Na’an

ku sê gebracht und nach und nach vom Menschen

entwöhnt werden. Sind sie erst einmal groß genug,

sollen sie auf Namib Rand ausgesetzt werden, wo

sie ein weitgehend normales Leben führen können.

Doch bis es soweit ist, werden Patenschaften für

Ombeli und Shakira vergeben. Mit einem jährlichen

Beitrag in Höhe von 620 Namibia-Dollar erhalten die

Paten nicht nur die Möglichkeit, Ombeli und Shakira

einmal zu besuchen, sondern auch ein Zertifikat, das

den Besitzer als Paten eines Leoparden auszeichnet.

Außerdem werden die Paten regelmäßig mit Bildern

und Fotos auf dem Laufenden gehalten, wie es den

Beiden weiterhin geht.

Im Nachbargehege von Ombeli und Shakira lebt seit

Ende 2008 die Gepardin Lucky. Sie gehört zu den wenigen

Tieren, die wohl niemals in die Freiheit entlassen

werden können, denn Lucky hat nur noch drei

Beine und wird wohl nie in der Lage sein, selbst-

ständig zu überleben. Ein Farmer, der im Osten Namibias

lebt, wollte sie zusammen mit ihrem Bruder

zähmen. Doch sie waren bereits zu alt, als sie in die

aufgestellten Fallen gerieten. Während ihr Bruder in

einer Kastenfalle gefangen wurde, hatte Lucky weniger

Glück, denn sie geriet in ein Fangeisen. Davon

hatte sich ihre Pfote nie erholt. Als Marlice van Vuuren

und ihr Mann Rudi zu dem Farmer gerufen wurden,

um die beiden Großkatzen zu holen, fiel ihnen das

Hinken von Lucky auf. In Windhoek nahm sich sofort

Ian Baines Lucky an. Er konnte die Pfote jedoch nicht

retten. Das gesamte Bein musste amputiert werden.

Hätte Baines ihr einen Stumpf gelassen, hätte Lukky

diesen immer wieder eingesetzt, was letztendlich

auf Kosten der Hüfte gegangen wäre. Inzwischen lebt

Lucky mit ihren drei Beinen ein fast normales Leben.

Sie zählt inzwischen sogar zu einem der bekanntesten

Geparde, denn im vergangenen Jahr wirkte sie bei

einem Werbespot von VW Südafrika mit. Dieser Spot

kann übrigens auf www.youtube.com/naankuse1 angeschaut

werden.

Seit Juli 2009 ist sie auch nicht mehr allein in ihrem

Gehege. Ayla war um die vier Monate, als Marlice

davon hörte, dass ein Farmer eine Gepardenmutter

getötet hatte und dabei war, die Jungen zu verkaufen.

Zwei Geschwister waren bereits abgegeben. So konnte

nur Ayla nach Na’an ku sê gebracht werden, wo sie

die ersten Wochen im Haus aufgezogen wurde, bevor

sie zu Lucky ins Gehege kam. Beide verstanden sich

auf Anhieb sehr gut.

Nur drei Monate nachdem Ayla nach Na’an ku sê

kam, brachte ein anderer Farmer das junge Gepardenmännchen

Whitetail. Unglücklicherweise wurde

dessen Mutter von dem Farmer für einen Schakal

gehalten. Bevor er seinen Irrtum bemerkte, hatte er

bereits seine Hunde auf die Gepardenmutter gehetzt,

die nicht nur sie, sondern auch Whitetails Geschwister

rissen. Whitetails lebt nun ebenfalls bei Lucky. Der

dritte im Bunde ist Tearmark, der nur einen Monat

später nach Na’an ku sê gebracht wurde. Er war

ebenfalls nur ein kleines Fellbündel, als er von einigen

Leuten entdeckt wurde, wie er an der Straße in

Richtung Gobabis verlassen dasaß. Es wird vermutet,

dass auch seine Mutter nicht mehr am Leben ist.

Sobald Ayla, Whitetail und Tearmark alt genug sind,

sollen sie in ein größeres Camp gebracht werden, wo

sie genügend Auslauf haben. Sind sie erst einmal erwachsen,

wird ihre nächste und wohl endgültige Heimat

auch die Gegend von Namib Rand sein.

Mehr Informationen über Na’an ku sê und die verschiedenen

Projekte, die dort ausgeführt werden,

sind unter www.ecotourism-namibia.com oder donationsnaankuse@iway.na

erhältlich.

Auch wenn Na’an ku sê von Swanam Insurance, Volkswagen,

Novel Motors Co und Landrover Namibia,

Monica Cserei und ihr Lifesaver Initiative Projekt sowie

vielen weiteren Tierfreunden unterstützt werden,

sind die Mitarbeiter und vor allem die Tiere auf weitere

Spenden angewiesen. �

16

Mai 2010

Das völlig verängstigte Gepardenjunge Ayla (r.) und das

dehydrierte und ausgehungerte Leopardenbaby Ombeli

����� ��� ������ ����������� ������������ ���� ������ ��� ��� ���

Fotos: privat.

Nach nur

wenigen

Monaten

haben sich

Ombeli,

hier mit

Marlice

van

Vuuren,

und seine

Schwester

Shakira

prächtig

erholt.

Die drei Junggeparden haben alle kurz nacheinander auf

Na‘an ku sê vorerst eine neue Heimat gefunden. Im Hintergrund die

Gepardin Lucky, die sich den drei Jugendlichen angenommen hat.

Seit Dezember

‚09 erfreut

sich Shakira

endlich

bester Gesundheit,

nachdem

sie und

ihr Bruder

von einem

Farmer

falsch

ernährt

wurden.

Der

Gepardin

Lucky

musste

vor ein

paar

Jahren,

nachdem

sie in ein

Fangeisen

geriet,

ein Bein

amputiert

werden.

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