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Auf dem

Weg zum

Miteinander

Dass der Mensch nicht allein auf dieser Welt ist, war noch nie

etwas Neues. Dass er sich alles zum Untertan machen soll,

wird seit Veröffentlichung des Alten Testaments propagiert.

Doch dass er gerade deshalb eine Verantwortung zu tragen

hat, scheint nicht so richtig geläufig zu sein.

Klar, ein Farmer hat hauptsächlich mit Vieh oder Wild zu

tun. Und es ist nur zu verständlich, dass er dieses schützen

möchte – vor Krankheiten, Wilderern oder Raubtieren. Doch

ist es heute noch unbedingt notwendig, dass diese beispielsweise

in aufgestellten Fallen qualvoll verrecken müssen?

Wie viel Zeit kann denn vergangen sein, dass eine trächtige

Leopardin in eine Kastenfalle gerät und, bevor sie verendet,

noch ihre Jungen auf die Welt bringt? Handelt es sich dabei

wirklich erst um einen Tag? Ein anderer Farmer tötet eine

Gepardenmutter und verkauft ihre Babys an Interessierte.

Auch sind Fälle bekannt, bei denen ein Farmer sich ein Stück

von einem Gepard gegrillt hat, um einmal das Fleisch zu probieren.

Klar, warum nicht, doch zeigt dies nicht die Verachtung

gegenüber dem Leben, mit dem wir die Welt teilen?

Natürlich steckt hinter der Tötung von den Raubtieren die

Absicht, den „Feind“ auszulöschen. Doch sie sind Teil eines

empfindlichen Ökosystems, in das der Mensch eingreift,

ohne über die längerfristigen Konsequenzen nachzudenken.

Großkatzen wie Gepard oder Leopard zählen nicht nur zu

den bedrohten Arten, sondern sind auch wichtig für ein gesundes

Ökosystem, das Überpopulation und das Ausbreiten

von Krankheiten verhindert.

In Namibia gibt es zum Beispiel zwei Frauen, die sich für

die Belange von Großkatzen einsetzen. Zum einen Dr. Laurie

Marker, die im Jahr 1990 die Umweltschutzorganisation

Cheetah Conservation Fund (CCF) gegründet hat und sich

nicht nur um die Belange von Geparden kümmert, sondern

diese auch erforscht und zusammen mit Farmern Lösungen

sucht, um den Großkatzen ihren Lebensraum zu erhalten,

ohne dass die Viehhaltung des Farmer beeinträchtigt wird.

Die andere Frau ist Marlice van Vuuren, die das Naturschutzgebiet

Na’an ku sê leitet, in das verletzte oder kranke Tiere,

vornehmlich Großkatzen, aufgenommen und gepflegt werden,

um sie später wieder in sichere Gebiete auszusetzen.

Liegt es nicht in der Verantwortung jedes Einzelnen bzw. jeden

Farmers, die Natur und ihr empfindliches System für

nachfolgende Generationen zu erhalten? Man löst ein Problem

nicht damit, indem man das Raubtier tötet. Vielmehr

sollten Wege gesucht werden, die ein Miteinander ermöglichen,

von dem beide Seiten profitieren.

Die Expo hat sich seit ihrer Gründung zu einer Plattform der namibischen Tourismusbranche

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2 Mai 2010

news

Auszeichnung für Namibia

Namibia zählt zusammen mit Indien und

Neuseeland zu den drei Finalisten des

„2010 Tourism for Tomorrow Awards“ des

Welt-Reise- und Tourismusrates. 160 Anträge

aus 45 Ländern sind in der Kategorie

„Vorteile für die Kommunen“ eingegangen.

Der hiesige Tourismussektor der kommunalen

Hegegebiete ist zusammen mit Tourindia

aus Indien und Whale Watch Kaikoura

Limited in die Gruppe der letzten Drei gewählt

worden. Insgesamt gibt es vier Kategorien

in dem Wettbewerb. Die Sieger werden

in Peking während des 10. Globalen

Reise und Tourismus-Gipfels am 26. Mai

2010 bekannt gegeben. „Es ist nicht nur reines

Glück dass wir zu den Finalisten gehören,

sondern die Auszeichnung für unsere

Bemühungen im Naturschutz und Bemächtigung

in kommunalen Gebieten“, sagte

Nandi-Ndaitwah, Ministerin für Umwelt und

Tourismus. „Wir müssen die Gelegenheit

beim Schopf packen und die Auszeichnung

nutzen, um Namibia vor allem in Asien zu

vermarkten“, so die Ministerin weiter.(sy)

20 Jahre CCF

In diesem Jahr feiert die Tierschutzorganisation

Cheetah Conservation Fund (CCF)

20-jähriges Bestehen. In der Zeit der Gründung

töteten Farmer noch aus Angst um ihr

Nutzvieh jedes Jahr Hunderte von Geparden.

Dr. Laurie Marker, Mitbegründer und

Geschäftsführer von CCF, startete vor zwei

Jahrzehnten eine zweijährige Befragung

der Farmer, um die Probleme und Ängste

zu verstehen und zu analysieren. Daraufhin

entstand in Zusammenarbeit mit vielen

Volontären und Studenten ein Programm,

das zum einen das Nutzvieh der Farmer

und zum anderen das Leben der Geparden

schützt. Heute gehört der Cheetah Conservation

Fund zu den wichtigsten Wildkatzenschutzorganisationen

des Landes und hat

wesentlich dazu beigetragen, dass sehr viel

weniger Geparden getötet werden und sich

die Gesamtpopulation im Land stabilisiert

hat. (sy)

Tourismus hat Priorität

Der Reisesektor ist „unerlässlich für unsere

Wirtschaft“. Das sagte Staatsoberhaupt

Hifikepunye Pohamba in seiner rede

zur Lage der Nation am 27. April im Parlament.

Um effektive Regelungen für die-

Namibische Tourismusbranche

präsentiert sich auf der Expo

Vom 2. bis 5. Juni 2010 öffnet die Namibia

Tourism Expo in Windhoek zum zwölften

Mal ihre Pforten. Namibias größte Fach-

und Verbrauchermesse im Bereich Tourismus

wird von der Mediengruppe Democratic

Media Holdings organisiert. Zahlreiche

Aussteller, darunter Tour- und Safari-Anbieter,

Unterkünfte, Restaurants, SME´s (Small

and Medium Enterprises) und andere touristische

Dienstleister informieren über ihre

Produktneuheiten.

In diesem Jahr wird auch eine Anzahl von

Landschaftsgärtner als Aussteller vertreten

sein. Sie demonstrieren nicht nur, wie man

seinen Garten gestalten kann, sondern verschönern

auch das Messegelände der Expo.

Mit dem Scarecrow-Wettbewerb, bei dem

Schulen, lebensgroße Puppen aus Stroh,

Holz, Metall, Stoff oder anderen Material

bauen können, ist die Expo um ein weiteres

neues Element erweitert wurden. Viele dieser

Puppen sind nicht nur schön anzusehen,

sondern dienen auch als Wegweiser.

Neben lokalen, regionalen und internationalen

Ausstellern bietet die Messe auch ein at-

sen Markt zu gewährleisten, sei das Tourismusministerium

damit beschäftigt, ein entsprechendes

Gesetz (Tourism Bill) aufzustellen,

erinnerte er. Dieses soll auch den ehemals

benachteiligten Namibiern eine Chance

bieten, im Tourismusgeschäft Fuß zu fassen,

und zwar über den Hegegebiet-Sektor

hinaus. Die Regierung werde ebenfalls das

staatliche Unternehmen Namibia Wildlife

Resorts (NWR) unterstützen, um „Beschäftigungsmöglichkeiten

unserer Bürger zu erhöhen“,

führte Pohamba aus. Überdies werde

die Strategie zur Förderung von Partnerschaften

mit den Nachbarländern weiter

verfolgt, um das Potenzial und die wirtschaftlichen

Vorteile vom Tourismusmarkt

zu maximieren. Im Staatshaushalt 2010/11

ist für das Umwelt- und Tourismusministerium

ein Budget in Höhe von 347,9 Millionen

Namibia-Dollar und somit 13,8 Prozent

mehr als im Vorjahr vorgesehen. (fis)

NBL-Bier aus Südafrika

Seit Ende März wird Bier der in Windhoek

ansässigen Namibischen Brauerei (NBL)

erstmals auch außerhalb von Namibia gebraut,

und zwar in der Sedibeng-Brauerei

in Alberton/Südafrika (südlich von Johannesburg).

Dort wird Windhoek Lager produziert,

das als Exportschlager von NBL

gilt. Eigentümer der Brauerei sind Heineken

(75%) und Diageo (25%), letzterer

Partner hält auch Anteile an NBL. Damit

baut die Namibische Brauerei ihre Präsenz

im von SABMiller dominierten Biermonopol

Südafrika aus, das neben dem eigenen

Land den wichtigsten Markt darstellt. Indes

hat NBL seine Exporte auch nach Kamerun,

Kenia und Uganda ausgeweitet. Nach

eine massiven Investition in den Markt erfolgte

Ende April mit Hilfe des Partners Diageo

zudem der Großeinstieg in Großbritannien

– dorthin sollen im ersten Jahr rund

25000 Hektoliter Bier exportiert werden. (fis)

Fußball-WM im Fokus

Wenige Wochen vor dem Start der Fußball-

Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika (11. Juni

bis 11. Juli) widmet die AZ diesem Großereignis

auch auf der eigenen Internetwebseite

(www.az.com.na) deutlich mehr Aufmerksamkeit.

In einer Themenkasten wird über die

Situation und die Vorbereitungen des Gastlandes

berichtet, in dem das Interesse und die

Aufmerksamkeit, aber auch die Erwartungen

sehr groß sind. Ebenfalls in der Sonderrubrik

sind Beiträge darüber zu lesen, welche Rolle

die Fußball-WM 2010 in Namibia spielt. (fis)

traktives Rahmenprogramm: Kochdemonstrationen,

Kunstausstellungen, kulinarische

Verköstigungen sowie eine Automobil-Show

sind geplant. Für Kinder wird es neben zwei

Spielplätzen einen Kletterwand und Kamelreiten

geben.

Das Namibia Tourism Board in Frankfurt organisiert

rund um die Messe internationale

Schulungsreisen mit Produktmanagern sowie

Pressereisen. Insgesamt werden zirka

90 Entscheidungsträger der Tourismusbranche

und Medien aus Europa die Namibia

Tourism Expo 2010 besuchen.

Seit Gründung der Messe im Jahre 1999

ist die Nachfrage von Jahr zu Jahr stetig gewachsen,

so dass sich die Namibia Tourism

Expo inzwischen zur zentralen Marketing

Plattform für Namibias Tourismusindustrie

entwickelt hat. Auch in diesem Jahr

wird ein großer Besucherandrang erwartet.

In 2009 kamen über 14.400 Gäste auf das

Messegelände in Windhoek, über 360 Aussteller

stellten im vergangenen Jahr ihre Produkte

vor.

Mehr Infos unter: 061-2972092/2009

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