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DIE ZEITSCHRIFT FÜR AUSLANDSCHWEIZER

DEZEMBER 2006 / NR. 6

Die Geschichte

der Schweizer Schokolade

Die Schweiz

im Landesmuseum

Hugo, der Esel –

eine Weihnachtsgeschichte


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Mit einem Legat oder einer Erbeinsetzung können Sie über Ihren Tod hinaus

bestimmen, was mit Ihrem Geld, Ihren Immobilien oder Sachwerten passieren

soll*. Die Auslandschweizer-Organisation wird die Mittel gemäss des

Willens des Erblassers vollumfänglich für die Auslandschweizer einsetzen.

Mit einem Legat oder einer Erbeinsetzung an die ASO setzen Sie ein bleibendes

Zeichen der Solidarität mit unseren Landsleuten im Ausland.

*Dazu müssen Sie ein Testament verfassen. Wie das geht, erfahren Sie aus einer leicht verständlichen

Informationsschrift, die Ihnen die ASO auf Anfrage gerne zuschickt: Rechtsdienst

der ASO; Alpenstrasse 26; CH-3006 Bern. info@aso.ch

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SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

Foto: Landesmuseum, Zürich

EDITORIAL INHALT

Kleine grosse Schweiz

Im februar 2005 verstieg sich Jean-Daniel gerber, Schweizer Staatssekretär für

Wirtschaft, vor Journalisten zu einer düsteren Prognose: Wenn sich die Schweiz nicht

sofort zu umfassenden wirtschaftlichen Reformen durchringe, gerate sie gegenüber

den anderen europäischen Ländern zunehmend in Rückstand und lande in einem Vierteljahrhundert

am Schluss der Rangliste. Gerbers Ausblick sorgte für einige mediale Aufregung,

und die Boulevardpresse sah die Schweiz bereits als künftiges Armenhaus Europas.

Ende 2006 sieht es in der Schweiz allerdings nicht nach Armenhaus aus. Im Gegenteil.

Die Schweizer Wirtschaft blüht auch ohne Reformen prächtig, und eine gute Nachricht

jagt die andere. Dank robuster Weltkonjunktur befi ndet sich der Aussenhandel im

Dauerhoch. So legten die Exporte bis August 2006 um 14,1 Prozent auf 13,186 Milliarden

Franken zu.

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (Kof) rechnet für das zu Ende

gehende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent und für 2007 mit 2,1 Prozent.

Die Arbeitslosenrate soll laut den Kof-Experten von den erwarteten 3,4 Prozent

in diesem Jahr auf 3,0 Prozent im nächsten Jahr zurückgehen. Für 2008 wird gar eine Verminderung

auf 2,8 Prozent prognostiziert. Dass sich auch die Lage auf dem Schweizer

Arbeitsmarkt weiter verbessert hat, ist besonders erfreulich. Im letzten September hat

die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit sechs Jahren wieder einmal abgenommen. Eine

weitere Statistik hat ergeben, dass unter den 100 grössten Firmen Europas nicht weniger

als sechs ihren Hauptsitz in der Schweiz haben: Glencore, Nestlé, Novartis, Roche, ABB

und Adecco. Damit liegt die kleine Schweiz im Vergleich der Länder auf Platz vier:

Lediglich Deutschland, Grossbritannien und Frankreich weisen mehr Grossunternehmen

auf. Die Wirtschaft dürfte im Wahljahr 2007 kaum ein zentrales Thema sein.

Die Parteien befi nden sich bereits seit Herbst mit grossem Getöse in den Startlöchern

für die Wahlen. Bislang stehen allerdings überhaupt keine Sachthemen im Vordergrund.

Vielmehr handelt es sich vorläufi g nur um Parteiengezänk,

wobei auch hier die SVP und die Frage im Zentrum steht, ob ihr

Bundesrat Christoph Blocher Ende 2007 von CVP und FDP für

weitere vier Jahre gewählt werden wird. Die Medien sind derart auf

Blocher fi xiert, dass FDP-Präsident Fulvio Pelli in einem Interview

die Journalisten bat, ob er sich auch einmal zu einem anderen

Thema äussern dürfe ...

Der Politikwissenschafter Claude Longchamps vertritt die An-

Heinz Eckert

sicht, dass wir 2007 eine neue Art von Wahlkampf erleben werden,

einen Wahlkampf, der vor allem gegen die Bundesräte und nicht mehr gegen die Parteipräsidenten

geführt werde. Da sich die Landesregierung aus politischen Schwergewichten

zusammensetze, würden vor allem die Leistungen der Bundesräte bilanziert und politisch

ausgeschlachtet.

Ob es allerdings zu einer anderen Zusammensetzung des Bundesrates kommt, ob

Christoph Blocher weitere vier Jahre regieren darf und ob allenfalls die Grünen einen

Sitz auf Kosten der Freisinnigen bekommen werden – darüber wagt noch niemand eine

Prognose abzugeben. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich auch bei den

kommenden Wahlen nicht viel verändern wird, da unser politisches System kaum grosse

Verschiebungen zulässt. Und: Warum sollte sich auch viel ändern?

HEINZ ECKERT, CHEFREDAKTOR

5

Briefkasten

5

Gelesen: Alles über Roger Federer

6

Hugo, der Esel - eine Weihnachtsgeschichte

7

Gesehen: Alpenkunst

8

Die Geschichte der Schweizer Schokolade

11

Abstimmungen

12

Offi zielle EDA-Informationen

Das Schweizerische Landesmuseum in Zürich.

14

Sammeln und konservieren: Die Schweiz im

Landesmuseum

16

ASO-Informationen

19

Das Jahr 2006 im Rückblick

Titelbild:

In der ganzen Welt begehrt:

Schweizer Schokolade

Foto: Chocosuisse, Verband

Schweizerischer Schokoladefabrikanten

www.chocosuisse.ch

IMPRESSUM: «Schweizer Revue», die Zeitschrift für die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, erscheint im 33. Jahrgang in deutscher, französischer, italienischer, englischer

und spanischer Sprache in 21 regionalen Ausgaben und einer Gesamtaufl age von über 380 000 Exemplaren. Regionalnachrichten erscheinen viermal im Jahr.

■ REDAKTION: Heinz Eckert (EC), Chefredaktor; Rolf Ribi (RR), Alain Wey (AW), Gabriela Brodbeck (BDK), Auslandschweizerdienst EDA, CH-3003 Bern, verantwortlich für die «Offi ziellen

EDA-Informationen». Aus dem Bundeshaus berichtet René Lenzin (RL). Übersetzung: CLS Communication AG ■ POSTADRESSE: Herausgeber/Sitz der Redaktion/Inseraten-Administration:

Auslandschweizer-Organisation, Alpenstrasse 26, CH-3006 Bern, Tel. +4131356 6110, Fax +4131356 61 01, PC 30-6768-9. Internet: www.revue.ch ■ E-MAIL: revue@aso.ch ■ DRUCK:

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SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

BRIEFKASTEN

Wahlergebnis

Wie Jeanny Karth (Leserbrief

in der «Schweizer Revue» 5/06)

lese auch ich Ihre Beiträge immer

mit grossem Interesse und

viel Freude. Dank der «Revue»

weiss ich, was in der Schweiz

geschieht – zumal die französische

Presse in dieser Hinsicht

mehr als nur zurückhaltend berichtet!

Darauf wird ja auch in

Ihrem Editorial hingewiesen.

Eine Information fehlt mir allerdings:

die Abstimmungsergebnisse.

Könnten Sie nicht,

wenn nicht die kantonalen,

dann zumindest die eidgenössischen

Ergebnisse publizieren?

FRANÇIS RUEFF,

AIX-EN-PROVENCE, FRANKREICH

Welches ist die beste Energie?

Das Thema Energie ist wieder

besonders aktuell, weil der

Mehrbedarf gedeckt werden

muss und die Atomenergie-

Apostel wieder einmal Morgenluft

wittern. Ich danke Ihnen,

dass Sie das Thema

gewählt haben. Was ich vermisse,

sind die Energiequellen

Warmwasserkollektoren und

Geothermie.

1. Wärmeenergie hilft, den

Elektroenergieverbrauch von

Warmwasserboilern und Heizungen

ganz oder teilweise zu

ersetzen. Es ist geradezu absurd,

Elektroenergie zum Aufheizen

von Wasser zu benutzen.

In praktisch jedem Haus

steht ein mit Öl oder Elektrizität

betriebener Warmwasserboiler.

Soweit ich orientiert

bin, ist die Technologie

«Warmwasserkollektoren»

recht ausgereift und sofort einsetzbar.

Sie hat nur eine

Schwäche: Sie ist nicht immer

verfügbar.

2. Geothermie hat gegenüber

den alternativen Energien

Wind und Sonne den Vorteil,

dass sie permanent verfügbar

ist. Basel ist hier mutig genug,

eine Pionierrolle zu überneh-

men. Und wenn man eine

Landeskarte der Schweiz mit

Thermalquellen erstellen

würde, wäre man erstaunt darüber,

dass dieses Gebiet nicht

schon längst stärker entwickelt

worden ist. Meine Frage ist:

Warum nicht? Anstatt weitere

Millionen in die Atomenergie

zu stecken, wäre es doch sinnvoller,

in die Geothermie zu investieren.

Die Schweiz könnte

auf diesem Gebiet eine führende

Rolle spielen.

ERNST KLAHRE-PARKER, ILKESTON,

DERBYSHIRE, GROSSBRITANNIEN

Spitzenklasse

Als Schweizer Staatsbürger,

der in Südafrika lebt, erhalte

ich die «Schweizer Revue» mittlerweile

seit mehreren Jahren.

Es ist eine ausgezeichnete Publikation,

Spitzenklasse; die

Artikel sind sehr interessant

und die Bilder hervorragend.

Mein Kompliment an Sie und

Ihr Team!

J. V. SANDFORD,

MARGATE, SÜDAFRIKA

Bundesrat Blocher

Herzliche Gratulation an

Christophe Darbellay zur Wahl

als neuer CVP-Präsident.

Hoffentlich gelingt es ihm, die

Freisinnigen zu überzeugen,

dass bei der nächsten Gesamterneuerungswahl

des Bundesrates

Herr Blocher über die

Klinge springen muss und ihm

das Gleiche widerfährt wie

Ruth Metzler. Meiner Meinung

nach hat er nicht das Format

für die Landesregierung.

Er will gleichzeitig in der Regierung

und in der Opposition

sein, was leider nicht geht. Hoffentlich

wird aber an seiner

Stelle nicht SVP-Präsident

Ueli Maurer gewählt. Maurer

und Blocher glauben, dass nur

ihre Visionen die richtigen sind

und nur sie alles besser machen

können. Schweizer, hütet euch!

A. BRANDENBERG,

DELTA BC, KANADA

Er ist heute der bekannteste Eidgenosse in der grossen weiten

Welt des Sports. In seiner Heimat war er schon «Sportler

des Jahres» und «Schweizer des Jahres» geworden. Im vergangenen

Jahr gewann er den «Laureus-Award» für den

«Weltsportler des Jahres». Und heuer wurde ihm dieser «Oscar

des Sports» schon zum zweiten Mal verliehen. Seit dem

Jahr 2004 oder seit 150 Wochen ist der 25-jährige Schweizer

Roger Federer die Nummer eins des Welttennis. Im laufenden

Jahr gewann der Basler Tennisprofi drei von vier Grand-Slam-

Turnieren (die bedeutendsten Meisterschaften in Melbourne,

Paris, London und New York). Damit vergrösserte er die Zahl

dieser Titel auf neun – jetzt fehlen ihm noch fünf Grand-Slam-

Siege bis zur Rekordmarke des Amerikaners Pete Sampras mit

14 Erfolgen. Doch der Weg Roger Federers an die Spitze des

Welttennis war lang und kannte manche Rückschläge und

bittere Niederlagen. Der Sportjournalist René Stauffer hat die Karriere

Federers seit 1996 begleitet. Seine Roger-Federer-Biografi e

mit dem Titel «Das Tennis-Genie» zeichnet den oft beschwerlichen

Weg des jungen Talents zum Weltstar nach, beschreibt das familiäre

Umfeld des Spielers und seine sportlichen Förderer und entwirft

ein lesenswertes Bild des Athleten und Menschen.

Roger Federer galt früh als Tennistalent. Mit 17 Jahren war er offi

zieller Junioren-Weltmeister und mit 18 wurde er Juniorensieger

in Wimbledon. Das war die ideale Basis für den Sprung ins professionelle

Tennis. Doch der erste Titel in einem «grossen» Turnier

wollte sich lange nicht einstellen. Im Juli 2001 gelang ihm in Wimbledon

im Achtelfi nal eine Sensation – Sieg gegen sein Idol Pete

Sampras (den Turniersieg schaffte er aber nicht). Sein erklärtes Ziel

für 2003 war der erste Erfolg in einem Grand-Slam-Turnier. Doch in

Paris versagte er erneut. Erst in Wimbledon kam die ersehnte grosse

Wende mit dem Finalsieg gegen den Griechen Philippoussis. Bei der

Siegerehrung befällt Federer ein Weinkrampf. Das Jahr 2004 wurde

zum Triumphzug – nach drei weiteren Grand-Slam-Siegen ist er endgültig

die Nummer 1 im Welttennis. Die Erfolgsstory setzte sich

2005 fort. Federer hatte nun sieben der letzten elf Grand-Slam-Turniere

gewonnen, nur der Sieg bei den French Open in Paris will ihm

nicht gelingen. Am Ende des Jahres 2006 steht der Schweizer unangefochten

an der Spitze der Welttennisrangliste – wieder hatte

er drei von vier «grossen» Turnieren gewonnen,

zuletzt in einem denkwürdigen Kampf in New

York gegen Andy Roddick.

«Wie schlägt man einen Spieler, der keine

Schwächen hat?» (Andy Roddick); «er ist der

perfekteste Spieler, der je gelebt hat» (John

McEnroe); «er ist der Beste, gegen den ich je gespielt

habe» (André Agassi). Das Talent, die

mentale Stärke, harte Arbeit und Disziplin haben

aus Roger Federer den Champion gemacht.

Über den Menschen Federer liest man nur Positives – aufrichtig,

bescheiden, verlässlich.

Die Biografi e von René Stauffer wirkt fair und echt. Gerne hätte

man etwas über Federers Verhältnis zu den Schweizer Tennisstars

M. Hingis und P. Schnyder erfahren. Und das im Buch betonte Engagement

für Kinder in Südafrika ist für einen Star mit 20 Millionen

Dollar Preissumme doch noch eher bescheiden. ROLF RIBI

«Erfolge und Tränen»

GELESEN

René Stauffer: Das Tennis-Genie. Eine Roger-Federer-Biografi e. Pendo Verlag,

München und Zürich 2006. 271 Seiten, 36 Franken /19.90 Euro.

5


SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

6

WEIHNACHTSGESCHICHTE

Natürlich war und ist der weihnachtsbaum das allerschönste

am Fest. Aber genauso wichtig war für uns die Krippe. Und am allerwichtigsten:

Hugo, der Krippenesel.

Hugo hatte seine ureigene Familiengeschichte. Und Weihnachten

ohne Hugo wäre wie Heiliger Abend ohne Geschenkberge gewesen

– die Katastrophe.

Hugo war Mutters Schöpfung. Tante Martha hatte uns ihre

Krippe überlassen – mit viel Tatii und Tataa und «passt ja auf, das

ist ein Erbstück aus dem Barock». Meine Grosstante Finni hat dann

die Nase gerümpft: «Seit wann gibts im Barock Hartgummi?»

Daraufhin war Sturm vor der Tanne programmiert – aber das

ist nur die Vorgeschichte: Unserer Hartgummi-Familie aus Nazareth

fehlte nämlich das Wichtigste: der Esel. Und weil wir in der

Sonntagsschule so viel vom lieben Esel im Stall gehört hatten,

waren wir zutiefst enttäuscht. «Wo ist denn der Esel?!», heulten wir,

als die von Tante Martha geerbte Familie erstmals zu Füssen des

Weihnachtsbaums campierte. «Weihnachten ohne Krippenesel

ist keine Weihnacht!», japste ich. Und Rosie legte noch einen Zacken

zu: «Dieser Josef schaut auch so seltsam. Der hat miese Laune

und ...»

Daraufhin nannte uns Tante Martha eine «undankbare Brut»

und drohte, die ganze Familie aus dem Testament zu streichen. Mutter

aber rettete die Situation hurtig mit «Stiiiille Naaacht». Als alle

in das Lied eingefallen waren, fl üsterte sie uns zu: «Nächstes Jahr

bringt euch das Christkind den Esel ganz bestimmt ...»

Und so war es dann auch: Am 24. Dezember, bereits frühmorgens,

schellte es Sturm. Rosie jagte an die Türe. Da war aber niemand.

Nur ein Paket in weissem Papier. Und mit grosser, roter

Schleife.

«Jetzt schaut mal her ... was das bloss sein mag?!», tat Mutter

verwundert und schlug die Hände zusammen. «Die Kinder sollen

es öffnen», blinzelte Vater ihr zu. Und dann schälten wir Hugo aus

dem Seidenpapier – Hugo, den Esel.

Viele Jahre später erzählte uns Mutter, wie sie in der ganzen

Stadt herumgerannt sei, um einen Krippenesel zu fi nden. Alles umsonst.

Es habe Eulen und Jesuskindlein, die Mutter Gottes in allen

Stellungen und Josef mit oder ohne Stab gegeben.

Aber keinen Esel. Daraufhin habe sie in

letzter Not einen Klumpen Ton gekauft. Sie

schaute uns grinsend an: «Ihr kennt ja meine

künstlerische Ader – ZERO! Schon im Kindergarten

war ich für Kleingehäkeltes oder bemalte

Kleiderbügel nicht zu gebrauchen. Aber das hier

musste einfach gelingen. Euretwegen. Also gabs

nur eines: Kneten und Beten!»

Hugo, der Esel

DIE UNGEWÖHNLICHE WEIHNACHTSGESCHICHTE VON HUGO, DEM KRIPPENESEL.

VON -MINU

Das Resultat war dementsprechend: Hugo war ein Zwitterding

von schwangerem Elefanten und eingedrücktem VW Golf. Aber

justement das gefi el uns an Hugo. Wir legten ihn zur Heiligen Familie

– und plötzlich schrie Rosie auf: «Ihr werdets mir nicht glauben

– aber der miesepetrige Hartgummi-Josef hat wirklich für eine

Sekunde gelächelt, als er Hugo sah ...»

So kam Hugo Jahr für Jahr im weissen Paket mit der roten

Schleife. Selbst als wir längst erwachsen waren, riefen wir stets am

Morgen des Heiligen Abends Mutter an: «Ist Hugo angekommen?»

«Im weissen Seidenpapier mit der roten Schleife», antwortete

Mutter durch den Hörer. Und wenn der Esel dann neben Josef stand,

wars wirklich Weihnacht.

Es kam der Tag, als uns Mutter alleine zurückliess. Und wir

nicht mehr Weihnachten feiern wollten. Mein Vater löste den Haushalt

auf und schickte mir die Kiste mit den Weihnachtssachen. Erst

viele Jahre später meinte er: «Ich glaube, wir sollten wieder einmal

einen Baum schmücken. Wie zu Mutters Zeiten – du hast ja alles.

Auch die Krippe ...»

Ich trimmte also das ganze Haus auf Lametta und Glitterglanz.

In der grossen Stube wurde die Tanne geschmückt, die Krippe aufgestellt.

Und da merkte ich es: Hugo fehlte!!

Ich alarmierte die ganze Familie. Keiner wusste Bescheid. Hugo

war Mutters Sache gewesen – ihr Werk. Wir alle kannten den Esel

nur im weissen Paket mit der roten Schleife. Und unter dem

Baum.

Der Moment kam, als die Gäste in der Stube darauf warteten,

ins Weihnachtszimmer eintreten zu dürfen. Ich zündete mutterseelenalleine

und traurig die Baumkerzen an – da sah ich es plötzlich:

Hugo schaute in seiner ganzen Hässlichkeit hinter einem Tannenast

hervor.

«Linda!», rief ich total entnervt in die Küche. Sie kam ziemlich

hysterisch, weil ich sie vom Kalbsbraten weggerufen hatte, und donnerte

mich an: «Was soll schon sein mit dieses dummig Esel ... natürlich

ich dorthin gestellt ... heute Morgen Glocke schellt in alles

früh und ich zu Tür ... kein menschiges Seele,

nur weisses Paket mit rotes Schleifi g ... ich ausgepackt

und dieses Esel drin. Dann zu Baum gestellt

...»

Sie jagte zum Braten zurück.

Ich schaute zur Krippe. Hugo stand neben

dem missmutigen Josef. Und mir war fast, als

hätte der für eine Sekunde gelächelt ...

Hanspeter Hammel alias -minu ist Kolumnist und Buchautor

und lebt in Basel und Rom.


SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

Bilder: Kunsthaus Zürich

GESEHEN

In den Alpen. Unter diesem Titel zeigt das Kunsthaus Zürich, wie die Alpen,

sich von der Natur- zur Kulturregion wandelnd, von Wissenschaftern, Künstlern

und Laien ins Bild gesetzt wurden. Zu sehen sind rund 300 Werke vom 17. Jahrhundert

bis heute, von der Votivtafel über kartografi sche Modelle, Werbegrafi k

und Kunst bis zur frühen touristischen Fotografi e. www.kunsthaus.ch

Hiroyuki Masuyama: Matterhorn, 2004.

Atlas der Schweiz, 2004, Interaktive DVD. Armin Linke: Modell der Alpen. Leo Fabrizio: Gütsch, p9, 2002.

John Ruskin: Mount Pilatus, Lucerne, 1854.

Johann Heinrich Wüest: Viamala, 1784.

Alexandre Calame: Rosenlauital mit dem Wetterhorn, 1856.

Caspar Wolf: Panorama des Grindelwaldgletschers mit Wetterhorn, Mettenberg und Eiger, um 1774.

7


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SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

Fotos: Chocosuisse – Verband Schweizerischer Schokoladefabrikanten – www.chocosuisse.ch

Übersetzt aus dem Französischen.

SCHOKOLADENLAND SCHWEIZ

Wie die Schweizer Schokolade die Welt eroberte

Erwähnt man im Ausland die Schweiz, läuft dem Gegenüber oft schon das Wasser im

Munde zusammen – wie beim Gedanken an zartschmelzende Schokolade. Als Symbol für

eine weltweit einzigartige Tradition wird unser Land unweigerlich mit Schokolade in

Verbindung gebracht. Ein Blick zurück auf den beispiellosen Werdegang der Schweizer

Chocolatiers. Von Alain Wey

Eine Schokoladenpraline. Eine göttliche

Speise, die an den Ufern der Schweizer

Flüsse und Seen optimale Bedingungen fand,

um ihr ureigenes Wesen zur Entfaltung zu

bringen. Wenn es etwas gibt, das in der ganzen

Welt als Aushängeschild der Schweiz gilt,

dann ist das bestimmt die Schokolade. War

es Vorsehung oder Zufall, dass die Wörter

SCHweiz und SCHokolade mit den gleichen

drei Buchstaben beginnen? Solch mystische

Zusammenhänge werden wohl immer im

Dunkeln bleiben. Ursprünglich deutete allerdings

nichts darauf hin, dass den Chocolatiers

in unserem Lande ein besonderer

Werdegang beschieden sein würde. Dank der

unvergleichlichen Qualität, die sie erreichten

– gepaart mit erfi nderischer Neugier und

entscheidenden Innovationen – brachten sie

die Schokoladenherstellung zur höchsten

Vollendung. Heute erobert das Label

«Schweizer Schokolade» die Auslandsmärkte

– seit 2003 ist sogar eine rasante Zunahme der

Exporte zu verzeichnen: die denkwürdige

Geschichte der Schweizer Chocolatiers.

Zwischen der Einfuhr der ersten Kakaobohne

aus Südamerika nach Europa im

16. Jahrhundert und der Herstellung einer

Essschokolade vergingen mehrere Jahrhunderte.

Als Erstes eroberte die Schokolade die

europäischen Fürsten- und Königshäuser:

Mit Honig und Gewürzen vermischt genoss

man sie als Getränk. Danach wurde sie von

den Confi seuren entdeckt, die sie in ihren

Kreationen verwendeten. Im 18. Jahrhundert

Der Kakao, aus dem die Schweizer Schokolade produziert wird, stammt aus Südamerika und Afrika.

entwickelte sich Italien zum Zentrum der

Confi seur- und Cioccolatierikunst und zog

Berufsleute aus ganz Europa an. Viele Chocolatiers

aus dem Tessin (Val Blenio) und

Graubünden, die ihr Handwerk in Turin,

Mailand oder Venedig erlernt hatten, verliessen

im 19. Jahrhundert ihre Heimat, um im

europäischen Ausland zu arbeiten. Sie gründeten

unzählige, stark familiär geprägte Produktionsbetriebe:

Man fand sie in Amsterdam,

Stockholm, Frankfurt, Hamburg,

Strassburg, Nizza, Paris, London, St. Petersburg,

Kopenhagen usw. Ihr Know-how fl oss

zurück zu den Schweizer Schokoladenpionieren,

die nun nach und nach die ersten

Fabriken eröffneten und die Schweiz bis Anfang

des 20. Jahrhunderts zum Schokoladenland

Nr. 1 machten.

Zu diesen Pionieren gehörte

auch François-Louis Cailler (1796–

1852) aus Vevey. Er erlernte sein

Handwerk in Turin. Zurück in der

Schweiz eröffnete er 1819 in Corsier-sur-Vevey

eine mechanisierte

Schokoladenmanufaktur. Zwar

liess der kommerzielle Erfolg auf


sich warten, der junge Cailler schaffte aber

die Grundlagen für eine industrielle Produktion

(Reibmaschine für Kakaobohnen) und

bot sechzehn Sorten Schokolade mit unterschiedlichen

Beigaben wie Zimt oder Vanille

an. In Genf begann 1826 Jacques Foulquier

(1799–1865) mit der manuellen Herstellung

von Schokolade. Sein Schwiegersohn und

Nachfolger Jean-Samuel Favarger gab der

auch heute noch bekannten Marke seinen

Namen. Die Nachfrage wuchs, und 1832

zählte man im Kanton Waadt rund 32 Handwerksbetriebe,

in denen Schokolade hergestellt

wurde. Die ersten Dampfschiffe nahmen

ihren Betrieb auf und sorgten für neue

Konsumenten. Der Tourismus blühte. Die

Gruselgeschichten, die Lord Byron, der

Dichter Shelley und seine Frau Mary («Frankenstein»)

1816 am Genfersee schrieben, zogen

die ersten Touristen aus dem Reich von

Königin Victoria an.

Nach einer Confi seurlehre bei seinem

Bruder in Bern reiste der im neuenburgischen

Boudry geborene Philippe Suchard

(1797–1884) 1824 in die Vereinigten Staaten,

wo er zahlreiche Schweizer Emigranten traf.

Wieder zurück in Neuenburg eröffnete er

1826 eine Schokoladenfabrik, die weit über

die Grenzen hinaus bekannt wurde.

Der Pioniergeist, der Philippe

Suchard befl ügelte, beschränkte

sich aber nicht allein auf die Schokolade:

Er war es, der die Dampfschifffahrt

auf dem Neuenbuger-

und dem Thunersee einführte.

Zudem interessierte er sich für die

Rheinschifffahrt, handelte mit

Seide und Maccaroni und war sogar im Eisenerzabbau

in den USA geschäftlich engagiert.

Eine Branchenübersicht aus dem Jahr

1883 zeigt, dass damals die Hälfte der in der

Schweiz produzierten Schokolade auf das

Konto von Suchard ging.

Der Lausanner Kolonialwaren-Grosshändler

Charles-Amédée Kohler (1790–

1874), der u. a. auch Kakao verkaufte, beschloss

1831, lieber seine eigene

Schokoladenfabrik zu eröffnen, als weiterhin

nur die Confi seure mit dem Rohstoff zu

beliefern. Wie Cailler und Suchard bemühte

er sich ständig um die Verfeinerung der damals

existierenden Schokoladensorten. Seine

wichtigste Kreation: die Nussschokolade.

Das Familienunternehmen bildete berühmte

Lehrlinge aus, darunter auch Rudolf Lindt

(1872–1875) und Robert Frey (1880–1883).

Daniel Peter (1836–1919), ein Schwiegersohn

von F.-L. Cailler und enger Freund von

Henri Nestlé, gründete 1867 in Vevey das

Unternehmen Peter-Cailler. Es gelang ihm,

Kakaomasse mit Kondensmilch zu mischen,

wodurch er 1875 die erste Milchschokolade

der Welt schuf, die er «Gala Peter» nannte.

Der Erfolg war so überwältigend, dass ab

1880 die ganze Branche dieses Herstellungs-

Auch die heutige industrielle Produktion folgt den traditionellen handwerklichen Arbeitsschritten.

verfahren übernahm. Daniel Peter trug damit

entscheidend dazu bei, dass die Schweizer

Schokolade ihre heutige Vormachtstellung

erlangen konnte. Der Chemiker und Apotheker

Henri Nestlé (1814–1890) produzierte

selber zwar keine Schokolade, ab 1904

übernahm sein Unternehmen aber die weltweite

Vermarktung der Milchschokolade von

Peter.

Im Jahr 1845 wurde die erste Schokoladenfabrik

in der Deutschschweiz eröffnet. Inspiriert

von den Versuchen von Cailler und

Suchard verwendete Rudolf Sprüngli-Ammann

(1816–1897) ein Produktionsverfahren,

mit dem er eine Verfeinerung der Schokolade

erreichen konnte. Für die Schokoladenproduktion

in der Ostschweiz war vor allem

Aquilino Maestrani (1814–1880) von Bedeutung.

Wie sein Vater, ein Luganeser Chocolatier,

begab er sich in die Lombardei (Mailand)

und später nach Nürnberg, um das

Schokoladenhandwerk zu erlernen. 1850 eröffnete

er in Luzern eine Fabrik, die er 1859

nach Sankt Gallen verlegte.

In Bern eröffnete Rudolf Lindt (1855–

1909) 1879 eine Schokoladenmanufaktur.

Der geborene Tüftler verbesserte seine Rühr-

und Reibmaschinen so lange, bis er ein Ver-

9


10

SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

Fotos: Chocosuisse – Verband Schweizerischer

Schokoladefabrikanten – www.chocosuisse.ch

SCHOKOLADENLAND SCHWEIZ

fahren entwickelt hatte, mit dem eine zartschmelzende

Schokolade, genannt

«Chocolat surfi n», hergestellt werden konnte.

Es war die erste Schokolade, die im Munde

schmolz. Dies war die Geburtsstunde der

modernen Schokolade. Ebenfalls in Bern betrieb

Jean Tobler (1830–1905) eine Confi serie,

in der er seine eigenen Spezialitäten und

die Schokolade von Produzenten wie Lindt

verkaufte. 1899 gründete er die Schokoladenfabrik

Tobler. Seinem Sohn Theodor haben

wir die Erfi ndung der berühmtesten aller

Schweizer Schokoladen, der Toblerone,

zu verdanken (1908).

In den Jahren 1890–1920 erlebte die

Schweizer Schokoladenindustrie eine Blütezeit

und fand weit über unsere Grenzen hinaus

Anerkennung. Der Tourismus boomte.

Die Angehörigen der internationalen High

Society, die ihre Ferien in der Schweiz verbrachten,

wurden im Ausland zu den Botschafterinnen

und Botschaftern für Schweizer

Schokolade. Rudolf Lindt richtete

beispielsweise seine Kundenwerbung auf die

exklusiven Mädchen pensionate in der Westschweiz

aus, wo die Jeunesse dorée aus ganz

Europa versammelt war. In diesem Zeitabschnitt

war das Wachstum schlicht fulminant.

Von 1888 bis 1910 erhöhte sich die Zahl der

Schokoladenproduzenten von 13 auf 23, und

die Anzahl der in dieser Branche Beschäftigten

stieg von 528 auf 5547. 1905 betrug die

Produktion schätzungsweise 13 Tonnen, 1918

erreichte sie bereits 40 000 Tonnen, wobei

drei Viertel für den Export bestimmt waren.

Die Schweiz wurde also sozusagen zu einer

Schokoladen-Weltmacht. 1912 erreichte ihr

Anteil am Schokoladen-Weltexportmarkt 55

Prozent.

Während der Wirtschaftkrise in den

1920er- und 1930er-Jahren sanken allerdings

die Exportzahlen. Erst nach dem Ende des

2. Weltkrieges erholte sich die Schweizer

Schokoladenindustrie wieder und setzte zu

einem neuen Höhenfl ug an. In den 1950er-

Jahren betrug der Absatz noch 26 000 Tonnen,

heute sind es bereits 160 000 Tonnen.

Die Konkurrenz auf dem Weltmarkt zwang

die Schweizer Schokoladenindustrie offensichtlich

dazu, ihre Produktion zu rationalisieren

und gleichzeitig die bewährten Rezepte,

die den ausgezeichneten Ruf der

Schweizer Schokolade begründeten, beizubehalten

und weiter zu verbessern.

Angesichts der Aufregung, die kürzlich um

die neuen Verpackungen von Cailler- und

Frigor-Schokoladen entstand, und des nachfolgenden

Einbruchs der Verkaufszahlen

musste sich Nestlé schliesslich eingestehen:

Die Schokoladenkonsumentinnen und -konsumenten

sind konservativ. Kürzlich teilte

Nestlé nun mit, dass die Cailler-Schokoladen

ab Januar 2007 wieder in der herkömmlichen

Verpackung verkauft würden. Auch

im 21. Jahrhundert bleibt die Tradition ein

entscheidender Verkaufsfaktor. Selbstverständlich

braucht es Innovationen und Neukreationen,

Zurückhaltung ist aber angebracht.

Und wieso sollte man ändern, was

Es entsteht die Schokolade mit dem unvergleichlichen Schmelz.

ZAHLEN ZUR SCHOKOLADE

■ 2005 nahm der Absatz der 18 Schweizer

Schokoladenfabrikanten um 8,2 % zu und

erreichte 160 323 Tonnen. Der Umsatz (1,466

Mrd. CHF) wuchs gegenüber dem Vorjahr um

7,5 %*.

■ 2005 wurden 57 % der Schweizer Gesamtproduktion

exportiert*.

■ Die 18 Betriebe der schweizerischen Schokoladenindustrie

beschäftigen 4400 Personen*.

■ Lediglich 1 % der weltweiten Kakaobohnenernte

landet in der Schweiz*.

■ In der Schweiz zählt man 333 Confi serien/

Patisserien.

(Quellen: Schweizerischer Konditor-Confi seurmeister-

Verband; resp: *Chocosuisse, Verband Schweizerischer

Schokoladefabrikanten)

Erfolg hat? Die Erfolgsgeschichte der

Schweizer Schokolade ist jedoch noch nicht

zu Ende. Sollte eines Tages, Lichtjahre von

der Erde entfernt, ein Weltraumforscher einem

Ausserirdischen Schokolade anbieten,

wetten, dass es sich dann um echte Schweizer

Schokolade handeln wird?


SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

POLITIK/ABSTIMMUNG

Das Volk folgt Bundesrat und Parlament

Das Schweizer Stimmvolk hat am 26. November zweimal im

Sinne von Regierung und Parlament entschieden – ziemlich

knapp für das Osthilfegesetz mit der umstrittenen Milliardenzahlung

an die neuen Mitgliedstaaten der Europäischen Union,

und sehr deutlich für landesweit einheitliche Familienzulagen.

Ja für die Osthilfe

Den erwarteten knappen Ausgang nahm die

Volksabstimmung über die Zusammenarbeit

mit den Staaten Osteuropas: Nur 53,4 Prozent

des Stimmvolkes und immerhin 15 Kantone

stimmten dem Osthilfegesetz zu, gegen

das die SVP und zwei kleine Rechtsgruppen

das Referendum ergriffen hatten. Die Kantone

der Westschweiz und die städtischen Regionen

der Deutschschweiz stimmten klar dafür,

die ländlichen Kantone der Innerschweiz

und der Ostschweiz ebenso deutlich dagegen.

Den höchsten Ja-Stimmenanteil erzielten die

Waadt (61,5 Prozent), Basel-Stadt (60,5),

Genf und Jura (je 60,1). Die stärkste Ablehnung

kam aus den Kantonen Glarus (64,6),

dem Tessin (62,9), Schwyz (61,3) und Thurgau

(56,7). Das Ständemehr war nicht verlangt,

wäre aber erreicht worden. Gegenüber

den Europa-Abstimmungen von 2005 (Schengen/Dublin

und Personenfreizügigkeit) lag

die Zustimmung diesmal leicht tiefer. Verlierer

des Tages war die SVP, die praktisch allein

gegen das Gesetz kämpfte. Es war dies die

dritte Niederlage in Folge dieser Rechtspartei

in einer Europa-Abstimmung. Mit dem Ja

zum Osthilfegesetz kann die Schweiz ihren

bilateralen Weg nach Europa fortsetzen.

Ja-Anteile der Schweizer Kantone bei

der Osthilfe und bei der Kinderzulage:

60,1%

68,3%

61,5%

75,6%

58,8%

75,3%

60,1%

83,7%

55,8%

75,8%

51,4%

69,6%

60,5%

70,6%

55,3%

73,1%

51,5%

64,7%

56,3%

68,4%

52,4%

70,1%

50,2%

63,9%

43,3%

60,5%

Ja für die Familienpolitik

Mit 68 Prozent Ja-Stimmen wurde das Bundesgesetz

über die Familienzulagen klar angenommen.

Alle Kantone mit Ausnahme von

Appenzell-Innerrhoden stimmten zu, am

deutlichsten der Kanton Jura (83,7 Prozent),

das Tessin (75,8), Freiburg (75,8), Waadt

(75,6) und Basel-Stadt (70,6). Die Stimmbeteiligung

lag bei 44,4 Prozent. Ein Volksentscheid

wurde nötig, weil der Schweizerische

Gewerbeverband das Referendum ergriffen

hatte. Zu den Verlierern dieser Abstimmung

zählten auch der Schweizerische Arbeitgeberverband,

die SVP und die FDP. Sieger waren

die SP, die CVP, die Grünen und die Gewerkschaften.

Das neue Bundesgesetz schafft

landesweit Mindeststandards für die Höhe

der Kinderzulagen und der Ausbildungszulagen

und vereinheitlicht die Anspruchsbedingungen.

In 22 Kantonen werden die Familienleistungen

gegenüber bisher verbessert.

Eine Million Kinder und Jugendliche profi -

tieren von den Familienzulagen. Die private

Wirtschaft leistet heute schon vier Milliarden

Franken für Kinderzulagen und muss nun

weitere 455 Millionen Franken erbringen. Der

Spielraum für neue familienpolitische Begehren

ist damit eher kleiner geworden. RR

45,8%

60,5%

55,4%

59,0%

43,8%

50,3%

57,0%

63,9%

38,7%

57,3%

43,5%

68,6%

37,1%

75,8%

43,3%

58,4%

46,6%

61,9%

35,4%

50,3%

48,5%

58,8%

41,0%

45,5%

52,9%

69,1%

Kommentar: Zweimal Ja

Es war ein wichtiger Urnengang: Mit dem

Ja zum Bundesgesetz über die Zusammenarbeit

mit den Staaten Osteuropas kann

die Schweiz ihre bisherige Europapolitik

fortsetzen. Das bilaterale Verhältnis zur

Europäischen Union entspricht dem langjährigen

Willen des Volkes und wird von

der Schweizer Wirtschaft getragen. Doch

auch diesmal zeigte sich, wie unsicher

diese bilateralen Beziehungen sind. Nur

53 Prozent Zustimmung bei einer europapolitischen

Vorlage sind wenig, jede neue

Volksabstimmung kann diesen Kurs gefährden.

Dabei ist die Schweiz auf die gute

Nachbarschaft mit Brüssel angewiesen –

bei der Anpassung oder Ratifi zierung bestehender

Verträge oder bei neuen Abkommen.

Schon im nächsten Jahr steht die

Europapolitik von Bundesrat und Parlament

erneut zur Diskussion, wenn es um

die Ausweitung der Personenfreizügigkeit

auf Rumänien und Bulgarien geht. Zudem

kann das Volk über den Personenverkehr

mit der Europäischen Union noch einmal

grundsätzlich befi nden. Es macht deshalb

Sinn, jetzt den zehn neuen EU-Mitgliedsländern

eine Milliarde Franken für gezielte

Aufbauhilfe gewährt zu haben.

Vorlagen zur Förderung der Familienpolitik

haben es in unserem Land leicht. Mehr

als zwei von drei Stimmberechtigten und

fast alle Kantone haben das Bundesgesetz

über die Familienzulagen angenommen.

Mindestens 200 Franken für Kinderzulagen

und 250 Franken für die Ausbildung

pro Kind und Jahr kommen nun den Familien

zugute. Begünstigt sind alle Eltern, ob

sie voll oder teilweise oder (unter Bedingungen)

gar nicht arbeiten. Die etwas höheren

Zulagen sind für Familien in einfachen

Verhältnissen eine wertvolle Hilfe.

Rund 5000 Franken für eine vierköpfi ge

Familie im Jahr sind kein Almosen. Kinder-

und Ausbildungsgeld ist das Eine, Massnahmen

für die bessere Vereinbarkeit von

Beruf und Familie sind das Andere. Die politische

Linke und die CVP fordern jetzt

eine eidgenössische Familienpolitik. Nach

dem national geregelten Mutterschaftsurlaub

steht der Ausbau von Tagesschulen

und Kinderkrippen auf der Wunschliste.

Weihnachten das ganze Jahr? ROLF RIBI

11


SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

12 OFFIZIELLE EDA-INFORMATIONEN

Mehrfachzustellungen

verhindern!

Die «Schweizer Revue» wird

jeder erwachsenen, bei einer

schweizerischen Vertretung

im Ausland angemeldeten

Person kostenlos zugestellt.

Haushalte mit mehreren Personen

erhalten die Zeitschrift

deshalb mehrfach. Dies

wirkt sich spürbar auf die

Kosten aus.

Gegenwärtig wird die «Schweizer

Revue» in einer Aufl age von

über 390 000 Exemplaren publiziert.

Sie erscheint sechsmal

pro Jahr in deutscher, französischer,

englischer und spanischer

Sprache. Unsere Mitbürgerinnen

und Mitbürger in

Italien erhalten die «Gazzetta

Svizzera» in Zeitungsform.

Die «Schweizer Revue» informiert

über wichtige politische

Ereignisse und Entwicklungen

in der Schweiz. In jeder

Ausgabe enthält sie zwei Sei-

ten, die als «Offi zielle EDA-Informationen»

bezeichnet sind.

Diese Seiten enthalten wichtige

Erläuterungen über Gesetze

sowie Rechte und Pfl ichten,

die Auslandschweizerinnen

und -schweizer direkt interessieren

und angehen. Ferner

werden Daten über eidgenössische

Abstimmungen und Wahlen

veröffentlicht.

Herausgeber der «Schweizer

Revue» sind das Auslandschweizer-Sekretariat

der Auslandschweizer-Organisation

TALON

Ich habe Zugang zur «Schweizer Revue» eines Familienmitgliedes und verzichte daher auf die individuelle

Zustellung.

Name/Vorname:

Geburtsdatum:

Adresse:

Datum/Unterschrift:

Bitte senden Sie den ausgefüllten Talon an die für Sie zuständige schweizerische Vertretung im Ausland

(Botschaft, Konsulat).

sowie der Auslandschweizerdienst

des Eidgenössischen

Departements für auswärtige

Angelegenheiten. Die Eidgenossenschaft

fi nanziert weitgehend

Redaktion, Druck und

Versand.

Die Auslandschweizerkolonie

wächst von Jahr zu Jahr

stetig (2005: 634 216, 2004:

623 057). Die Aufl age der

«Schweizer Revue» ist mittlerweile

auf über 390 000 Exemplare

angewachsen. Das ist erfreulich,

zieht aber auch

höhere Kosten nach sich. Wir

empfehlen deshalb, auf die persönliche

Zustellung zu verzichten,

wenn mehrere Personen

im gleichen Haushalt die

«Schweizer Revue» erhalten.

Diese Massnahme würde das

Versandbudget entlasten.

Ein Hinweis für die eifrige

Leserschaft: Die Zeitschrift ist

seit dem Jahr 2003 online geschaltet

und kann unter www.

revue.ch abgerufen werden. Neu

sind ab Januar 2007 auch alle

Regionalteile elektronisch verfügbar.

Wenn Sie den untenstehenden

Talon ausfüllen, können

Sie Mehrfachzustellungen verhindern.

Senden Sie den ausgefüllten

Talon bitte mit Ihrer

Unterschrift versehen an Ihre

zuständige schweizerische Vertretung

im Ausland (Botschaft

oder Konsulat).

Adressen der Vertretungen

im Internet: www.eda.admin.

ch/eda/g/home/emb/addch.

html

Höhere

AHV-/IV-Renten

Der Bundesrat hat Ende

September 2006 beschlossen,

die AHV- und IV-Renten auf

den 1. Januar 2007 an die

Wirtschaftsentwicklung anzupassen.

Gleichzeitig werden

die Grenzbeträge in der beruflichen

Vorsorge angepasst.


SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

Foto: EDA

Die AHV-/IV-Renten werden

alle zwei Jahre an die Entwicklung

des Lohn- und Preisindexes

angepasst, des so genannten

Mischindexes. Die Renten sind

das letzte Mal auf den 1. Januar

2005 erhöht worden. Im Jahr

2005 stiegen der Preisindex wie

auch der Lohnindex um 1,0

Prozent. Es wird damit gerechnet,

dass der Preisindex bis Dezember

2006 um 1,3 Prozent

und der Lohnindex um 1,7 Prozent

ansteigen. Diese Entwicklung

führt dazu, dass die AHV-

und IV-Leistungen um 2,8

Prozent erhöht werden.

Die minimale Monatsrente

wird um 30 Franken angehoben,

von 1075 auf 1105 Franken

pro Monat. Die maximale

Monatsrente erhöht sich um

60 Franken, von 2150 auf 2210

Franken pro Monat. Die Anpassungen

führen zu Mehrkosten

von rund 1094 Millionen

Franken.

Nicht nur die AHV- und IV-

Leistungen werden angehoben:

Aufgrund der wirtschaftlichen

Entwicklung werden auch die

Grenzbeträge in der berufl ichen

Vorsorge angepasst. So

wird der Koordinationsabzug

in der berufl ichen Vorsorge

von bisher 22 575 neu 23 205 betragen.

Die Eintrittsschwelle

für die obligatorische berufl iche

Vorsorge (Mindestjahrlohn)

steigt neu auf 19 890

Franken. Diese Änderungen

treten ebenfalls auf den 1. Januar

2007 in Kraft.

Mehr Informationen darüber

unter www.bsv.admin.ch

UN4YOUth: Das

Interesse der Jugend

für die Uno fördern

Das EDA lanciert mit verschiedenen

Partnern das

Online-Handbuch UN4YOUth.

Es soll das Interesse junger

Menschen an Fragen rund

um die Vereinten Nationen

fördern und richtet sich

in erster Linie an Jugendliche,

Lehrerinnen und

Lehrer sowie Jugendorganisationen.

UN4YOUth ist ein Online-

Hilfsmittel, das eine grosse Palette

an Ideen und Tätigkeiten

anbietet, die das Interesse

der Jugendlichen an der Uno

UN4YOUTH

Dein Ticket zur UNO

wecken sollen. Das Online-

Handbuch wendet sich an Lehrkräfte,

Betreuer von Jugendlichen,

Verbände und alle, die

sich für die Uno interessieren

und sich weiterbilden möchten.

Mit Hilfe verschiedener Internet-Links

können Interessierte

sich informieren und sich in ein

Thema vertiefen.

Auf der Internetseite erfahren

die Benützer, wie sie selber

tätig werden können. Sie haben

ferner Zugriff auf Links zu

Lehrmitteln, Simulationsbeispielen,

Workshops und Ausbildungen,Dokumentationszentren

und -quellen, Netzwerken

sowie offi ziellen Links. Behandelt

werden Themen der Uno,

ihre Struktur und Organisation

sowie die vielen Gebiete, in denen

sie tätig ist: Menschenrechte,

Frieden und Sicherheit,

Entwicklung, Umwelt oder Gesundheit.

Das Surfen auf der

Seite erlaubt es Jugendlichen,

die Uno besser zu verstehen

und selber zu handeln.

Das EDA hat das Online-

Handbuch UN4YOUth initiiert

und zusammen mit der

Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft

der Jugendverbände,

dem Schweizerischen

Bildungsserver educa.ch, der

Gesellschaft Schweiz-Uno und

der World Federation of Uni-

VOLKSINITIATIVEN

Seit der letzten Ausgabe sind keine neuen Volksinitiativen lanciert

worden.

■ Unter der Seite www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis_1_3_1_1.html

können Sie die Unterschriftenbogen der hängigen Initiativen herunterladen.

URNENGANG

Datum der nächsten Abstimmung: 11. März 2007

ted Nations Associations entwickelt.

Seit dem Uno-Beitritt

der Schweiz ist es dem Bundesrat

ein Anliegen, die Bevölkerung

aktiv in die Uno-Politik

der Schweiz einzubeziehen. In

diesem Rahmen unterstützt das

EDA Tätigkeiten zum Thema

Uno in der Schule und für die

Jugend.

Das Online-Handbuch fi ndet

sich unter:

www.un4youth.educa.ch

Für eine vernünftige

Finanzierung der

Gesundheitspolitik

Ein überparteiliches Initiativkomitee

hat im Jahr 2005

die eidgenössische Volksinitiative

«Für eine vernünftige

Finanzierung der

Gesundheitspolitik» lanciert

(siehe Ausgabe 2/06).

Die Volksinitiative sieht eine

Ergänzung von Artikel 117 der

schweizerischen Bundesverfassung

vor und bezweckt, die

Krankenkassenprämien zu senken.

Neu soll die schweizerische

Krankenversicherung durch

Beiträge der Versicherten und

durch Bundesleistungen fi nanziert

werden. Die Leistungen

Inserat

des Bundes werden dabei aus

dem Reinertrag der Tabaksteuer,

der Steuer auf Alkohol

und der Abgabe aus dem Betrieb

der Spielbanken gedeckt.

Die schweizerische Krankenversicherung

wird heute über

ein Mischsystem von Kopfprämien

mit individueller Prämienverbilligung

sowie Beiträgen

der öffentlichen Hand fi nanziert.

Zweckgebundene Steuern

sind als Finanzierungsmittel

nicht vorgesehen.

Die Initiative bezweckt eine

Systemänderung in diese Richtung.

So sollen neu die Leistungen

des Bundes an die schweizerischen

Krankenkassen im

Sinne des Verursacherprinzips

durch die Einnahmen aus der

Tabak- und Alkoholsteuer und

den Spielbankenabgaben gedeckt

werden. Diese Einnahmen

kämen als Folge dann

nicht mehr - wie dies heute der

Fall ist - der schweizerischen

AHV zugute.

Diese Initiative können Sie

noch bis zum 24. Juli 2007 unterzeichnen.

VERANTWORTLICH FÜR DIE OFFIZI-

ELLEN EDA-INFORMATIONSSEITEN:

GABRIELA BRODBECK, AUSLAND-

SCHWEIZERDIENST/EDA

13


14

SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

Foto: Landesmuseum, Zürich

DAS SCHWEIZERISCHE LANDESMUSEUM

«Die Konstruktion Schweiz erzählen und erklären»

Das Schweizerische Landesmuseum ist letzten Frühling in die Schlagzeilen geraten.

Der langjährige Direktor Andres Furger musste seinen Posten verlassen, da er

sich mit dem Bundesamt für Kultur über die Ausrichtung der Musée-Suisse-Gruppe

nicht einigen konnte. Zu seinem Nachfolger wurde interimistisch Andreas Spillmann

bestimmt. Was die Aufgabe des Landesmuseums ist, erklärt er im Gespräch mit

der «Schweizer Revue». Interview Heinz Eckert

ANDREAS SPILLMANN

Der 46-jährige Andreas Spillmann

liess sich zuerst an der

Münchner Otto-Falckenberg-

Schule zum Schauspieler

ausbilden, bevor er in Zürich

Ökonomie studierte und promovierte.

Nach einer selbstständigen

Beratertätigkeit

«Schweizer Revue»: Das Landesmuseum

in Zürich platzt bald aus allen Nähten. Wie

weit sind die Ausbaupläne gediehen?

Andreas Spillmann: Im Frühling werden

die Basler Architekten Christ & Gantenbein

das defi nitive Bauprojekt inklusive Baukosten

der Baukommission präsentieren können.

Wir kommen gut voran: Wie geplant wird die

Baubotschaft dem Parlament im Jahr 2008

vorgelegt.

Jeder Kanton hat sein historisches Museum,

und viele der grossen Gemeinden: Braucht es

eigentlich ein Landesmuseum?

Unbedingt, die meisten Städte vertrauen

ihre kulturhistorischen Exponate uns an, seit

der Gründung des Schweizerischen Landesmuseums.

Grössere historische Museen leisten

sich im Übrigen wenige Städte.

Inwiefern unterscheiden sich die Kantonalmuseen

in Genf, Bern oder Basel von einem

Nationalmuseum?

wurde Spillmann Kulturbeauftragter

der Stadt Basel

und 2002 zuerst kaufmännischer,

dann auch noch

künstlerischer Direktor des

Zürcher Schauspielhauses.

Seit Sommer 2006 leitet er

interimistisch als Direktor

die Musée-Suisse-Gruppe.

Schon im 19. Jahrhundert

führte der grenzüberschreitende

Kunsthandel zur berechtigten

Befürchtung, dass

die bedeutendsten kulturhistorischen

Objekte der

Schweiz verloren gehen. Die

Folge war die Gründung des

Landesmuseums mit der Aufgabe,

Schweizer Kulturgüter

zu sammeln, zu erhalten und

auszustellen.

Ähnliche Aufträge haben

natürlich auch städtische

Museen, aber eben begrenzt

auf die Stadtgeschichte.

Gibt es eine Zusammenarbeit

zwischen dem Landesmuseum

und den kantonalen

historischen Museen? Gilt

es auch Doppelspurigkeiten

zu vermeiden?

Beides will ich bejahen. Wir arbeiten zusammen,

indem wir unsere Sammlungspolitik

miteinander besprechen oder gegenseitig

Objekte ausleihen. Andererseits klappt dies

nicht immer, was auch schon Doppelspurigkeiten

zur Folge hatte.

Muss das Landesmuseum auch eine Art

von Kompetenzzentrum für die anderen

Museen sein, ein Massstab für das

Sammeln, Konservieren und Ausstellen

des nationalen Erbes?

Ja, dank dem neuen Sammlungszentrum

des Landesmuseums in Affoltern werden wir

in Zukunft den kantonalen, städtischen und

privaten Museen weit mehr zur Seite stehen

können.

Mit was denn zum Beispiel?

Mit unserer Konservierungsforschung, mit

Techniken zum präventiven Konservieren

und auch mit dem Ausleihen unserer Objekte.

Das Landesmuseum betreut über eine Million

verschiedener Objekte. Woher stammen diese?

Und wie viele kommen jährlich neu hinzu?

Neu hinzu kommen pro Jahr etwa tausend

Objekte – als Schenkung, aber auch von uns

erworben.

Welche Rolle spielt der Zufall beim

Sammeln, und nach welchen Kriterien wird

entschieden, was für künftige Generationen

interessant sein soll?

Natürlich sammeln wir systematisch, defi

nieren hierzu so genannte Schwellen objekte,

die zum Beispiel auf einer neuen Techno logie

oder neuen Gestaltung basieren; obwohl –

der Zufall spielte immer eine grosse Rolle:

Er ist Freund und Feind zugleich.

Wie alt sind die jüngsten Objekte, die das

Landesmuseum sammelt?

Gar nicht alt, sehr gegenwärtig – zum Beispiel

neue Textilien, Haushaltsgeräte oder

Wertschriften und sich noch im Umlauf befi

ndende Geldnoten. Die Numismatiker

sammeln nicht allein schöne Münzen.

Soll so was Alltägliches wie Haushalts-

oder Sportgeräte in einem nationalen Museum

Platz fi nden?

Selbstverständlich. Unsere Besucher sähen

liebend gerne auch «Alltägliches» aus der

Zeit der Reformation, der Renaissance oder

des Mittelalters. Leider können wir das nicht

mehr bieten. Damals ist das «Alltägliche»

noch nicht als kulturhistorisch einmalig angesehen

worden.

Das Bundesamt für Kultur fordert für seine

historischen Sammlungen eine nationale Museumspolitik.

Welches sind die Vorgaben dazu,

welche Ziele sollen damit erreicht werden?

Hier geht es eigentlich weniger um Vorgaben,

sondern um das gemeinsame Suchen

nach kohärenten Lösungen zur bereits erwähnten

Sammlungspolitik des Bundes; aber

auch um die Frage, ob es weiterhin zweck-


SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

Fotos: Landesmuseum, Zürich

mässig sei, an einer Organisationsform aus

dem 19. Jahrhundert festzuhalten, oder welchen

Auftrag der Bund seinen Bundesmuseen

geben soll. Aus solchen Diskussionen

sollen keine amtlichen Vorgaben im eigentlichen

Sinn resultieren, sondern eine möglichst

kohärente Kulturpolitik des Bundes

für die Zukunft.

Vom Landesmuseum wird verlangt, dass es die

nationale Identität fördert. Wie kann ein Museum

dieser Anforderung gerecht werden?

Dass wir die Identität der Schweiz «fördern»

sollen, ist mir jetzt doch ein sehr hoher,

wenn nicht zu hoher Anspruch.

Ich meine, das Landesmuseum hat die Aufgabe,

die Geschichte der Nation zu erzählen. Doch

welche Geschichte soll erzählt werden?

Dazu gehören Geschichten, die die «Konstruktion

Schweiz» erzählen und erklären

und nicht vorschnell dekonstruieren. Geschichten

zur Qualitätsproduktion in den

Bereichen Luxusgüter. Geschichten zu den

Immigranten Nietzsche oder Wagner. Geschichten

zu bürgerlichen Freiheiten und der

direkten Demokratie in einem monarchischen

Umfeld. Geschichten zur Sparsamkeit

oder zur bewaffneten Neutralität im Dreissigjährigen

Krieg.

Das Landesmuseum gilt vielen als

verstaubt. Stimmt dieser Eindruck? Wie

haben sich die Besucherzahlen in den letzten

Jahren entwickelt?

Ein gewisses altertümliches Ambiente

kann einem historischen Museum, auch mit

guten Besucherzahlen, schnell anhängen.

Auch dem Schweizerischen Landesmuseum.

Das heisst für mich, umso mehr haben wir

uns zu bemühen um eine ständige Auffrischung

unserer permanenten Ausstellung sowie

um zeitrelevante Themenwahl und Gestaltung

unserer Sonderausstellungen.

Wie gross ist das Interesse der Jungen am

Landesmuseum? Geht es über den Pfl ichtstoff

hinaus?

Gegenüber der Jugend haben wir es im

Landesmuseum wahrscheinlich etwas leichter

als zum Beispiel ein Kunstmuseum. Geschichte

ist für sie das Erzählen von Geschichten.

Wir wollen deshalb in diesem

Winter den Westturm neu einrichten mit

den vom jüngeren Publikum sehr vermissten

Waffen und Rüstungen des Landesmuseums.

DAS SCHWEIZERISCHE LANDESMUSEUM

Unter dem Dach des Schweizerischen

Landesmuseums

in Zürich sind acht kulturgeschichtliche

Museen der

Schweiz in allen Landesteilen

zusammengefasst.

Mit der Musée-Suisse-

Gruppe verfügt die Eidgenossenschaft

über die bedeutendste

und grösste

kulturgeschichtliche Sammlung

der Schweiz.

Sie umfasst rund eine Million

Objekte von nationaler

Bedeutung verschiedenster

Perioden von der Ur- und

Frühgeschichte bis zum

21. Jahrhundert. Neben dem

Sammeln, Erhalten und Ausstellen

bedeutender Objekte

umfasst der Kulturauftrag

des Landesmuseums auch allgemeine

Forschung und Information

auf dem Gebiet der

Schweizer Kunst- und Kulturgeschichte.

Das Objektzentrum,

eine Fachbibliothek und

die Fotothek positionieren

das Schweizerische Landes-

Schlossdomäne Wildegg, AG.

Landesmuseum, Zürich.

Chateau de Prangins.

museum als Fachinstitution.

Die acht Museen der Musée-

Suisse-Gruppe sind ein nationales

und interna tionales

Schaufenster zur Kultur und

Geschichte des Lebensraumes

der Schweiz. Als Museen für

Kulturgeschichte thematisieren

sie in ihren Ausstellungen,

Sonderausstellungen

und Veranstaltungen die Entwicklungen

im Gebiet der

heutigen Schweiz von der

Ur- und Frühgeschichte bis in

die Gegenwart. Sie sind dabei

einem weiten Kulturbegriff

verpfl ichtet, der Geschichte,

angewandte und bildende

Kunst sowie historische

Lebenswelten zu einer kulturgeschichtlichenGesamtschau

verbindet.

Zur Musée-Suisse-Gruppe

gehören heute die folgenden

acht Institutionen:

Schweizerisches Landes-

museum Zürich

■ Musée national suisse,

Château de Prangins

Zollmuseum, Gandria TI.

Musikautomatenmuseum, Seewen.

■ Schlossdomäne Wildegg AG

■ Forum der Schweizer

Geschichte, Schwyz

■ Museum für Musikautomaten,

Seewen

■ Museum Bärengasse,

Zürich

■ Zunfthaus zur Meisen,

Zürich

Schweizerisches Zollmu-

seum, Cantine di Gandria

Die schweizerische Eidgenossenschaft

unterstützt

nicht nur die acht Institutionen

der Musée-Suisse-

Gruppe, sondern besitzt insgesamt

15 eigene Museen.

Der Bund unterstützt zudem

70 weitere Museen, für die

nicht weniger als fünf Departemente

und elf Bundesämter

zuständig sind. Da es

keine eigentliche Museumspolitik

gibt, hat der Bundesrat

vom Parlament den Auftrag

erhalten, bis 2007 eine

verbindliche Strategie zu

entwickeln.

Museum Bärengasse, Zürich.

Forum Schweizer Geschichte, Schwyz.

Zunfthaus zur Meisen, Zürich.

15


16

SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

Foto: ASO

ASO-INFORMATIONEN

Von der Schweiz

bleibt mir das

Kulinarische

in Erinnerung...

Ladina Berta und Chatrina

Bützer, zwei ehemalige

Lagerteilnehmerinnen der

Ferienkolonien der Stiftung

für junge Auslandschweizer,

erinnern sich.

Ladina und Chatrina waren in

ihrer Jugend typische Auslandschweizerinnen.

Sie reisten auf

Grund der Tätigkeit ihres Vaters

beim Uno-Hochkommissariat

für Flüchtlinge sehr viel

in der Welt herum. Von Italien

aus, ihrem Geburtsland, reisten

die beiden als 5- und 9-Jährige

viermal in eine Ferienkolonie

der Stiftung für junge Auslandschweizer.

Sie leben heute in

Bern, Ladina arbeitet für den

Jugenddienst der Auslandschweizer-Organisation.Erinnerungen

der beiden Schwestern

an das Lagerleben.

Wieso und wo hat eure Familie

im Ausland gelebt?

Ladina: Die Arbeit unseres

Vaters hat es mit sich gebracht,

dass die ganze Familie viel

he rumgereist ist. Wir sind in

Italien geboren, Anfang Sechzigerjahre

waren wir in Algerien,

dann in Zentralafrika, in

Österreich, in Burundi. Darauf

folgte eine kurze Phase in

Deutschland. Eine Mission

dauerte jeweils zwischen 2 und

4 Jahre. Thailand, Peru und

Argentinien waren die letzten

Einsätze unseres Vaters. Zu

diesem Zeitpunkt waren meine

Schwester und ich aber bereits

* Die Mutter von Ladina und Chatrina

stammt aus Triest, die Familie des Vaters

aus dem Bündnerland. Der Urgrossvater

wanderte als Lederimporteur/-exporteur

nach Italien aus. So haben sich die Eltern

der beiden in der Schule kennen gelernt.

Die Familie ist für Besuche und Ferien

häufi g nach Scuol zurückgekehrt.

Ladina Berta und Chatrina Bützer: Die Schwestern erinnern sich gerne an die

Lagerferien in der Schweiz.

verheiratet, Chatrina in Bern

und ich in New York.

Von wo aus seid ihr in die Lager

gefahren und wie war eure Reise

organisiert?

Chatrina: In der Zeit in

Italien starteten wir in die

Lager. Zweimal waren wir in

Salvan (VS) und zweimal in

Vercorin (VS). In Italien hatte

man vier Monate Sommerferien

und wir sollten einen

vollen Monat in der Schweiz

bleiben. Von Triest fuhren wir,

fünf und neun Jahre alt, 1955

zum ersten Mal ins Lager. Für

die abenteuerliche Reise in die

Schweiz mussten wir beide eine

kleine Plakette um den Hals

hängen mit unserem Namen,

der Adresse und Ortschaft, wo

wir aussteigen mussten, also eigentlich

wie ein Paket im Postversand.

Ein Onkel erwartete

uns im Bahnhof Milano und

steckte uns von einem Zug in

den anderen. Während der

Reise trug ich die Verantwortung

für meine 4 Jahre jüngere

Schwester. Die Kondukteure

hielten jeweils ein wachsames

Auge auf uns und sagten, wann

wir aussteigen mussten.

Was waren dazumal die Lageraktivitäten?

Ladina: Wir haben viele

Wanderungen gemacht und

waren immer draussen, auch

bei schlechtem Wetter. Im

Garten haben wir jeweils gespielt.

Zur Lagergemeinschaft

gehörten auch zwei Hasen, welche

im Garten in einem Käfi g

untergebracht waren. Doch

diese niedlichen Hasen wurden

doch tatsächlich einmal geschlachtet

und zum Essen aufgestellt.

Kein Wunder, dass wir

das nicht essen wollten.

Welche Sprachen wurden im

Lager gesprochen?

Chatrina: Es waren viele.

Wir wurden von unserem Vater

ins Lager geschickt, damit wir

Französisch sprachen.

Hattest du Heimweh?

Ladina: Ich wollte nicht ins

Lager und habe wie verrückt

geheult am Bahnhof. Nach

zwei Tagen hatte ich das Heimweh

aber vergessen.

Was war das schlechteste

Erlebnis?

Chatrina: Zum Morgenessen

gab es Porridge, das

gegessen werden musste. Das

war das schlimmste Erlebnis.

Ladina: Am Nachmittag

machten wir Siesta. Eines

Tages erwachte ich aus dem

Tiefschlaf und hatte das

dumpfe Gefühl, ganz alleine

im Hause zu sein. Ich weiss

noch ganz genau, wie erleichtert

und glücklich ich war, als

ich meine Schwester erblickte.

Die arme musste zu Hause

bleiben und auf mich aufpassen,

während alle andern

spazieren gegangen sind.

Welche Eindrücke von der

Schweiz blieben besonders haften?

Chatrina: Von der Schweiz

blieb mir das Kulinarische in

Erinnerung. Kartoffelsalat

habe ich geliebt, denn zu Hause

gab es das nie. Einmal machten

wir einen Ausfl ug von Salvan

mit dem Car nach Martigny, da

gingen wir in eine Migros. Das

ist halt typisch schweizerisch.

Auch das Sonntagsröcklein

bleibt in Erinnerung, das man

am Sonntag mit den richtigen

Schuhen und Söckchen tragen

musste.

Ladina: In einer Schublade

im Aufenthaltsraum waren alle

Portemonnaies von uns Kindern

gelagert. Darin hatte es

etwa drei Franken, um im Dorflädeli

Süssigkeiten zu kaufen.

Das Geld musste für den

ganzen Ferienmonat reichen.

Wenn man im Dorfl aden vor

dem Regal stand und die farbigen

Behälter mit den leckeren

Süssigkeiten anstarrte, war es

wie im Schlaraffenland.

Chatrina: Mit einem Franken

habe ich einen Riesenhaufen

Sugus gekauft und die

ganze Lagergemeinschaft


SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

Foto: ASO

damit bedient. Schoggi, Sugus

und Ovomaltine gab es in

Italien nicht. Erbsli in der Dose

gab es auch erst später.

Ladina: Die beste Erinnerung

während den Lagern war

für mich die 1.-August-Feier.

Ich liebte die Lampions und die

Höhenfeuer und vor allem die

bengalischen Kerzen.

Im Schweizer Konsulat in

Triest hatte man am Tag der

Schweizer Nationalfeier jeweils

bloss eine Bratwurst im Garten

gegrillt.

Können diese Lager beitragen,

eine friedlichere Welt zu

schaffen?

Ladina: Der Lagerbesuch ist

eine gute persönliche Erfahrung.

Bei den Kindern ist der

Aspekt des «Friedensfördernden»

vermutlich kleiner, im

Jugendlager (ab 15 Jahren) kann

das schon eine Rolle spielen.

Man lernt spielerisch mit allen

auszukommen, unabhängig

von Sprache und Kultur. Die

besondere Erinnerung an die

Heimat macht die Lager spezi-

Junge Auslandschweizer im Sedruner Schnee.

ell, die Kinder sind so mehr

verbunden mit ihren Landsleuten.

Sie lernen sich anzupassen

und den Geist zu öffnen.

Die Lager können für die Teilnehmer

eine wichtige Lebenserfahrung

sein. Sie bieten ein

Terrain zum Üben der Selbstständigkeit,

Entwickeln der

Persönlichkeit, zum Sensibilisieren,

oder auch um neue,

unbekannte, unerwartete Situationen

bewältigen zu lernen.

Uns hat es jedenfalls sehr gut

getan. Ich empfehle allen

Kindern eine Lagerteilnahme.

INTERVIEW: ARIANE ROULET,

SIMONE RINER

Junge Auslandschweizer

geniessen

ihren Aufenthalt

in der Schweiz

Die Berge der Schweiz sind

weltbekannt für ihre Schönheit

und die Möglichkeit, Sport

zu treiben, sich zu erholen

oder einfach nur zu geniessen.

Junge Auslandschweizer

buchen ihren Winteraufenthalt

am besten jetzt gleich

beim Jugenddienst.

Die Schneesportlager des

Jugenddienstes sind überaus

beliebt. Es macht einfach

Spass, sein Ferienerlebnis in

einer Gruppe zu teilen. Leute

aus allen Ecken dieser Erde

leben für zehn Tage in einem

gemeinsamen Lagerhaus zusammen.

Sie tauschen ihre

Erlebnisse als Auslandschweizer

aus, berichten von ihren

Herkunftsländern und entdecken

gemeinsam das Land

ihrer Vorfahren. Die Hemmungen,

eine fremde Sprache

zu sprechen, werden bald abgelegt,

denn wichtig ist einzig der

persönliche Kontakt. Die

ausgebildeten Ski- und Snowboardleiter

der ASO sorgen

für Sicherheit, Animation und

persönliche Erfolgserlebnisse.

Ein abwechslungsreiches

Rahmenprogramm sorgt zudem

für Unterhaltung und

Stimmung. Seien es sportliche

Alternativen oder eher einmal

etwas Entspannendes oder

Kreatives.

In den folgenden Angeboten

hat es noch freie Plätze:

Scheesportwoche in Wengen

(BE) 3.3.–10.3.2007

Ein Ski- und Snowboardlager

für junge Erwachsene ab 18

Jahren in der majestätischen

Bergwelt von Eiger, Mönch

und Jungfrau. Wengen ist ein

renommierter Wintersportort,

bekannt durch das Lauberhornrennen

und die Jungfraujochbahn.

Auch du wirst die

Weltcupstrecke in Angriff nehmen

können. Die Stimmung ist

in diesem Lager immer hervorragend.

Preis: CHF 800.-

Osterlager Fiesch (VS)

7.4.–14.4.2007

Wer im Frühling nochmals in

den Schnee will, kann die länger

werdenden Tage im Aletschgebiet

in vollen Zügen geniessen.

Das moderne Feriendorf

bietet unzählige Sportmöglichkeiten

in den Indoorhallen und

auf den Sportplätzen für Outdooraktivitäten.

Ein prächtiges

Panorama in einem renommierten

Skigebiet und hoffentlich

viel Sonne auf dem Berg

und im Herzen. Dieses Lager

wird zusammen mit der SJAS

in zwei Altersgruppen geführt:

Ab 12 Jahren.

Preis: CHF 690.-

An einer Hochschule

schnuppern

Wer in seinen Ferien gerne

noch etwas für seine Fortbildung

tut, fi ndet beim Jugenddienst

Angebote und Betreuung.

Du lebst in einer unserer

unkomplizierten Gastfamilien,

was dir einen authentischen

Einblick in die Lebenswelt der

Schweizer ermöglicht. Tagsüber

stellen wir dir ein Programm

zusammen, das auf

deine individuellen Wünsche

zugeschnitten ist.

17


SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

18 ASO-INFORMATIONEN

Damit ist das Angebot des

Jugenddienstes übrigens noch

immer nicht erschöpft. Informiere

dich direkt bei der ASO!

Auskünfte und Informationen

zu den Jugendangeboten

wie immer unter:

Auslandschweizer-Organisation

Jugenddienst

Alpenstrasse 26, 3006 Bern

Tel. +41 31 356 61 00

Fax +41 31 356 61 01

E-Mail: youth@aso.ch

www.aso.ch

Stiftung für junge

Auslandschweizer

Sommerlager 2007

Bist du zwischen 8 und 14 Jahren

alt? Möchtest du 14 Tage

in der Schweiz verbringen und

dein Heimatland besser kennen

lernen? Während den

Monaten Juli und August führt

die Stiftung für junge AuslandschweizerSommerferienlager

in der Schweiz durch.

Programm

Wir werden während unseren

Lagern Sehenswürdigkeiten

besichtigen, Seen, Berge,

Flüsse, Landschaften entdecken,

kleine Wanderungen unternehmen

und vielleicht auch

Städte besuchen. Anderseits

wird es auch Tage geben, an

denen wir beim Haus bleiben.

Dann stehen zum Beispiel

Spiel und Sport oder verschiedene

Workshops im Vordergrund.

Es wird auch Gelegenheit geben,

viel Wissenswertes über

die Schweiz zu erfahren. So

werden wir uns beispielsweise

mit der Schweizer Sprache,

Schweizer Liedern, mit

Schweizer Kochrezepten, typischen

Schweizer Spielen und

Sportarten beschäftigen.

Der Austausch unter den

Teilnehmenden über alle

Sprach-, Kultur- und Landesgrenzen

hinweg ist eine

Chance, welche die Ferienlager

der Stiftung für junge Auslandschweizer

bieten.

Kosten

Die Kosten der Angebote betragen

zwischen CHF 800.–

und 900.– pro Kind. Der Stiftung

für junge Auslandschweizer

ist es ein Anliegen, dass

möglichst alle Auslandschweizerkinder,

die dazu Lust haben,

wenigstens einmal die Gelegenheit

haben, Ferien in der

Schweiz verbringen zu können.

Es besteht deshalb die Möglichkeit,

ein Gesuch einzureichen,

um den Lagerbeitrag zu

reduzieren. Das Antragsformular

kann zusammen mit der Anmeldung

angefordert werden.

Reise/Treffpunkt

Der Treffpunkt ist jeweils um

die Mittagszeit am Flughafen

Zürich.

Die Reise bis Zürich-Flughafen

und am letzten Lagertag

von dort wieder nach Hause

sollte von den Eltern organisiert

und fi nanziert werden.

Leitung

Mehrsprachige und erfahrene

Leiterteams sorgen während

den zwei Wochen für einen reibungslosen

und abwechslungsreichen

Ablauf der Ferienlager.

Anmeldung

Die genauen Angaben zu den

einzelnen Ferienlagern und das

Anmeldeformular fi nden Sie ab

Januar 2007 unter www.aso.ch

(Rubrik Jugend/Ferienkolonien

für 8- bis 14-Jährige/Sommerlager).

Auf Anfrage stellen wir

Ihnen unsere Informationsbroschüre

gerne auch per Post

zu. Anmeldeschluss ist am

15. März 2007.

Winterlager 2007

Achtung! Für die Winterlager

in Hasliberg (10. bis 17. Februar

2007) und Fiesch (7. bis 14.

April 2007) gibt es noch ein-

zelne freie Plätze! Bitte rasch

anmelden!

Für weitere Auskünfte

stehen wir Ihnen gerne zur

Verfügung:

Stiftung für junge

Auslandschweizer

Alpenstrasse 26

3006 Bern

Tel. +41 31 356 61 16

Fax +41 31 356 61 01

E-Mail: sjas@aso.ch

www.aso.ch, Rubrik SJAS

60 Jahre Solidarität:

Glückskette

feiert Geburtstag

Die Glückskette feierte

ihren 60. Geburtstag: Am

26. September 1946 strahlte

Radio Sottens (heute: Radio

Suisse Romande) die allererste

«Chaîne du Bonheur»-

Sendung aus. Sie galt Waisenkindern

des 2. Weltkrieges.

Als Erfi nder der Glückskette

gelten der Radioreporter

Roger Nordmann, der Entertainer

Jack Rollan und der nachmalige

Radiodirektor Paul Valloton.

Gast in der ersten Sendung

war Juliette Hédiguer aus Avenches,

die vorübergehend ein

Waisenkind aus England bei sich

aufgenommen hatte.

Die Sendung, die vorerst wöchentlich,

später nur im Katastrophenfall

und in unregelmässigen

Abständen stattfand,

wurde bereits im Oktober 1947

erstmals in der Deutschschweiz

zu Gunsten der so genannten

Ölsoldaten ausgestrahlt und

später auch in der italienischen

Schweiz und zeitweise in ganz

Europa übernommen. 1983

wurde die Glückskette eine von

der SRG SSR idée suisse initiierte

Stiftung. Heute sind ihr

auch zahlreiche Privatradios,

Zeitungen und Online-Dienste

angeschlossen: Die Glückskette

ist zur Solidaritäts- und Sam-

melplattform der Schweizer

Medien geworden.

Bis heute hat die Glückskette

in 115 Spendenaufrufen und

Sammelaktionen rund 900

Millionen Franken an Spenden

erhalten. Die Gelder werden zu

hundert Prozent für Hilfsprojekte

eingesetzt. Die Glückskette

selber fi nanziert sich über

Zinsen gerade noch nicht einsetzbarer

Spenden. Die von

der Glückskette geprüften und

bewilligten Projekte werden

von zurzeit 32 akkreditierten

Partner-Hilfswerken ausgeführt

– diese können maximal

zehn Prozent Projektbegleitungskosten

geltend machen.

Damit ist die Glückskette die

grösste und effi zienteste Solidaritäts-

und Sammelplattform

der Schweiz. 1999 erhielt sie

für ihre Arbeit den Internationalen

Menschenrechts-Preis.

Zurzeit fi nanziert die

Glückskette rund 300 Projekte

in 46 Ländern im Gesamtbetrag

von 245 Millionen Franken.

Etwa 70 Prozent der Spenden

werden für längerfristigere und

nachhaltige Wiederaufbauprojekte

eingesetzt, je zirka 15 Prozent

gehen jeweils in die Nothilfe

und in Rehabilitationsund

Übergangslösungen. Die

Glückskette beschäftigt heute

16 Mitarbeitende auf zwölf

Vollzeitstellen. Der Hauptsitz

ist in Genf, in Bern und Lugano

sind regionale Vertretungen.

Gemäss Statuten hilft die

Glückskette «Menschen im

Unglück und in Notlagen, unbesehen

der Ursachen». Neben

der Katastrophenhilfe hat die

Glückskette seit ihrer Gründung

auch eine permanente

Kinderhilfe (für Projekte in ärmeren

Ländern) und eine Sozialhilfe

in der Schweiz für Familien

und Einzelpersonen, die

vorübergehend in eine fi nanzielle

Notlage geraten sind.

www.glueckskette.ch

Postkonto 10-15000-6


SCHWEIZER REVUE Dezember 2006 / Nr. 6

Fotos: Keystone. Übersetzt aus dem Französischen.

DAS JAHR 2006 IM RÜCKBLICK

Medaillensegen

An den Olympischen Winterspielen

in Turin gewann die

Schweiz 14 Medaillen. Damit

verpasste sie den Rekord von

Calgary (1988) mit 15 Podestplätzen

nur knapp. Zudem belegte

die Schweiz dank fünf

goldener, vier silberner und

fünf bronzener Auszeichnungen

im Medaillenspiegel den

8. Rang. Swiss Olympic, die

Dachorganisation der Schweizer

Sportverbände, beschloss

daraufhin, die Wintersportarten

für die nächsten vier Jahre

nach einem neuen fi nanziellen

Schlüssel zu unterstützen. Profi

tieren werden vor allem die

Snowboarder, die in Turin mit

drei Goldmedaillen am besten

abgeschnitten hatten.

Wahl einer zweiten Frau

in den Bundesrat

Nach dem Rücktritt von Joseph

Deiss wurde im Juni Doris

Leuthard (CVP) in den Bundesrat

gewählt. Sie übernahm

das Volkswirtschaftsdepartement.

Über die Zusammensetzung

der «Sieben Weisen» nach

den Eidgenössischen Wahlen

2007 wird bereits heftig

spekuliert. So wagte die

«NZZ am Sonntag» die Prognose,

Nationalrätin Martine

Brunschwig Graf (LPS/GE)

könnte die Nachfolge von Pascal

Couchepin antreten.

King Roger

Die Nummer 1 im Welttennis

der Herren übertraf sich 2006

einmal mehr selbst. Nach dem

Gewinn seines 43. Titels in

Madrid führte Roger Federer

das ATP-Champions-Race mit

unglaublichen 1374 Punkten an

und übertraf damit seinen eigenen

Rekord von 1345 Punkten

aus dem Jahr 2005. Ausserdem

stand der Baselbieter 2006

erstmals im Final des French

Open, gewann nach 2004 zum

zweiten Mal das Australian

Open, verteidigte seine Titel in

Wimbledon und am US Open

und gewann erstmals die Swiss

Open in Basel.

Die Fehltritte

von Christoph Blocher

Auch in seinem dritten Jahr

als Bundesrat sorgt Christoph

Blocher für Unruhe. Seine

sprachlichen Fauxpas blieben in

der Heimat nicht unbemerkt:

Anlässlich eines offi ziellen

Besuchs in Ankara kritisierte

Blocher im Oktober die

schweizerische Antirassismus-

Strafnorm, die namentlich

Genozid-Äusserungen unter

Strafe stellt. Und in einer

Sitzung der Staatspolitischen

Kommission des Nationalrates

machte er umstrittene Aussagen

zur Entwicklungshilfe der

Schweiz in Afrika; diese gelangten

dann über die Presse an die

Öffentlichkeit.

Luftverschmutzung auf

Höchststand

In den ersten drei Monaten des

Jahres erreichte die Feinstaubkonzentration

in der Schweizer

Luft neue Rekordwerte. Besonders

in den Grossstädten lagen

die Konzentrationen manchmal

bis zu viermal über dem erlaubten

Grenzwert. Auf Ersuchen

von Verkehrsminister Moritz

Leuenberger senkten daraufhin

zwölf Kantone die Tempolimite

auf Autobahnen auf

80 km/h, wodurch die Luftverunreinigung

um bis zu 10 %

reduziert werden konnte. Im

September einigten sich die

Kantone dann auf ein gemeinsames

Konzept im Kampf gegen

die starke Luftverschmutzung.

Und im Oktober schickte

das Eidgenössische Departement

für Umwelt 3 der 14 vorgeschlagenen

Massnahmen in

die Vernehmlassung.

Die Alpen erzittern

Im Kanton Uri wurde am

23. Juni nach dem Niedergang

sechs grosser Felsbrocken vom

Gotthard-Massiv auf die Autobahn

A2 ein instabiler Felskopf

(40 auf 50 Meter) gesprengt.

Im Berner Oberland weist die

Ostfl anke des Eigers einen Riss

von 250 Meter Länge auf. Fast

2 Millionen Kubikmeter Fels

drohen vom Bergmassiv abzubrechen.

Mitte Juli löste sich

eine erste Felspartie (zirka

300 000 Kubikmeter).

Klimaerwärmung

Im Juli war es in der Schweiz

so heiss wie seit 140 Jahren

nicht mehr. Gemäss Meteo-

Schweiz lagen die Temperaturen

4,5 bis 5,5 Grad über den

langjährigen Mittelwerten.

Heftige Gewitter liessen zahlreiche

Bäche über die Ufer treten

und lösten Erdrutsche aus.

Im Wallis riss die Hochwasser

führende Dranse die Bahngleise

mit sich, sodass ein Zug

des «St.-Bernard-Express» entgleiste.

Opfer waren glücklicherweise

keine zu beklagen.

Rückkehr von Schweizern

aus dem Libanon

Mehr als 850 Schweizer Staatsangehörige

sind dem Krieg

im Libanon mit Hilfe des Eidgenössischen

Departements für

auswärtige Angelegenheiten

entfl ohen.

Micheline Calmy-Rey setzte

sich vehement dafür ein, dass

die Genfer Konvention eingehalten

wird. Im September beschloss

der Bundesrat, die humanitäre

Hilfe im Libanon um

zusätzliche 15 Millionen Franken

aufzustocken. Die Finanzhilfe

der Schweiz beläuft sich

damit auf insgesamt 20 Millionen

Franken.

Tunnelunglück

Im graubündnerischen Viamala-Tunnel

auf der A13 ereignete

sich am 13. September ein

schwerer Unfall. Neun Menschen

starben bei dem Brand,

der nach der Kollision zwischen

einem Reisebus und einem Personenwagen

ausgebrochen war.

Nächster Höhepunkt:

Euro 2008

An der Fussballweltmeisterschaft

in Deutschland qualifi -

zierte sich die Schweiz als

Gruppensieger für den Achtelfi

nal, scheiterte dann aber an

der Ukraine. Köbi Kuhn gab im

Oktober bekannt, dass er nach

der Euro 2008, die in der

Schweiz und Österreich stattfi

ndet, als Trainer der Nationalmannschaft

zurücktreten

werde.

Volksabstimmungen 2006

Die Ergebnisse: Ja zum

Bundesbeschluss über die Neuordnung

der Verfassungsbestimmungen

zur Bildung

(Koordination der Zusammenarbeit

zwischen den Kantonen

im Bildungsbereich); Ja zum

Ausländer- wie auch zum Asylgesetz;

Nein zur Volksinitiative

«Nationalbankgewinne für die

AHV»; Ja zum Bundesgesetz

über die Zusammenarbeit

mit den Staaten Osteuropas;

Ja zum Bundesgesetz über die

Familienzulagen.

Erstaunliches Come-back

Martina Hingis feierte im

Januar ihr grosses Come-back

auf der WTA-Tour und liegt in

der Weltrangliste mittlerweile

auf Rang 8. Im nationalen Ranking

hat sie den 1. Platz zurückerobert.

Hingis gewann 2006

die Turniere von Rom und Kalkutta,

stand in Montreal und

Tokio im Final und erreichte

sowohl am Australian Open als

auch am French Open die Viertelfi

nals. ALAIN WEY

19


Mit Schweizer Sicherheit im Ausland leben

So sorgen Sie

für Ihre finanzielle Sicherheit

Wenn Sie im Ausland leben, müssen Sie Ihre Krankenversicherung

neu organisieren. Mit einer eigenständigen

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