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Brandenburgisches Ärzteblatt 01/2008 - Landesärztekammer ...

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A 13926

18. Jahrgang • Januar 2008

Brandenburgisches

ÄRZTEBLATT

Offizielles Mitteilungsblatt der Landesärztekammer Brandenburg

1/2008

www.laekb.de

Neubau der Landesärztekammer

Brandenburg ist beendet

Weitere Themen:

Dr. Udo Wolter, Präsident der LÄKB,

zieht Bilanz des Jahres 2007

Einblick in die LÄKB: Die Mitarbeiter – Folge 6: Referat

Ausbildung Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte

Haushalt der LÄKB 2008


Impressum

Inhaber und Verleger: Landesärztekammer Brandenburg

Präsident: Dr. med. Udo Wolter

Dreifertstraße 12, 03044 Cottbus

Telefon (0355) 7 80 10-12

Telefax (0355) 7 80 10-66

Herausgeber: Dr. med. Udo Wolter

Zuschriften redaktioneller Art bitten wir, nur an den Herausgeber zu richten.

Für mit Autorennamen gekennzeichnete Beiträge wissenschaftlicher und standespolitischer

Art wird keine Verantwortung übernommen. Die darin geäußerten

Ansichten decken sich nicht immer mit denen des Herausgebers. Sie

dienen dem freien Meinungsaustausch innerhalb der Ärzteschaft. Die Zeitschrift

und alle in ihr enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung statthaft. Rücksendung nicht

verlangter Manuskripte erfolgt nur, wenn ein vorbereiteter Umschlag mit

Rückporto beiliegt. Mit der Annahme von Originalbeiträgen zur Veröffentlichung

erwirbt der Herausgeber das uneingeschränkte Verfügungsrecht.

Änderungen redaktioneller Art bleiben vorbehalten.

Redaktion:

4iMEDIA Journalistenbüro Berlin-Brandenburg

Parzellenstraße 10, 03046 Cottbus

Telefon (0355) 48 67 43 70, Telefax (0341) 87 09 84 20

E-Mail: laekb@4imedia.com

Gestaltung, Repro, Satz, Druck, Herstellung, Verlagswesen:

DRUCKZONE GmbH & Co. KG,

An der Autobahn 1, 03048 Cottbus

Telefon (03 55) 4 78 21 10, Telefax (03 55) 4 78 21 20

Vertrieb:

AVZ GmbH

Storkower Straße 127 a, 10407 Berlin

Telefon (030) 42 80 40 41

Anzeigenverwaltung:

Götz & Klaus Kneiseler GbR

Uhlandstraße 161, 10719 Berlin,

Telefon (030) 886 828 73, Telefax (030) 886 828 74

E-Mail: Kneiseler@aol.com

Zur Zeit gilt Preisliste Nr. 18, gültig ab 01.01.2008

Bankverbindung: Postbank Berlin

Kto.-Nr.179 265 102

BLZ 100 100 10

Brandenburgisches

Ärzteblatt

Das Brandenburgische Ärzteblatt erscheint monatlich. (Doppelnummer Juli/

August). Bezugsgebühr: jährlich € 40,20; ermäßigter Preis für Studenten

€ 30,15. Einzelpreis € 3,35.

Bestellungen bitte an die AVZ GmbH, Storkower Straße 127 a, 10407 Berlin.

Die Kündigungsfrist für Abonnements beträgt 6 Wochen zum Ende des

Kalenderjahres. Für die Mitglieder der Brandenburgischen Ärztekammer ist

der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten.

Hinweise für die Autoren:

Wenn Sie Ihren Text im Word erfassen, achten Sie bitte darauf, die Texte im

txt- oder doc-Format für DOS abzuspeichern. Bitte legen Sie einen Ausdruck

des Artikels dazu. Texte können Sie mit entsprechender Betreffzeile per E-Mail

(laek@4imedia.com) übermitteln. Verwenden Sie Bilder für Ihren Artikel, bitte

die Vorlagen separat zusenden und im Text vermerken, wo das Bild stehen

soll. Am besten sind Fotos geeignet (Aufsichtsvorlagen).

Impressum/Inhalt

Editorial 2

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik 3

Neubau der Landesärztekammer Brandenburg ist beendet 3

Weihnachtliche Einweihung des Neubaus 4

Im aktuellen Interview:

Dr. Udo Wolter, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg,

zieht Bilanz des Jahres 2007 4

Einblick in die Landesärztekammer Brandenburg: Die Mitarbeiter

Folge 6: Referat Ausbildung Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte 6

„Oral nicht nur für die Ohren oder

die Sprechstunde ist Stunde des Sprechens.“ 7

Haushalt der LÄKB 2008 9

Statistik: Berufsregister/Meldewesen (Stand 01.12.2007) 10

Aufruf zur Mitarbeit an einer Studie zur ambulanten

Versorgung von Patienten mit Rektumkarzinom 11

Kitteltaschenversion – COPD – 12

Hartmannbund Spitzengespräch:

Wie locken wir junge Ärzte nach Brandenburg? 15

Verein „Schlafmedizin Brandenburg“ fusioniert mit Berlin 16

Arzt und Recht 17

Geringwertige Wirtschaftsgüter und Sammelposten ab 2008 17

Leserbrief 18

Leserbrief der Landesärztekammer Brandenburg 18

Leserbrief MR Dr. med. Siegward Zyminski 18

Fortbildung 19

Fortbildungsveranstaltungen 19

Bemerkungen zum Theorie-Curriculum für Spezielle

Schmerz-Psychotherapie MR Dr. med. Wolfgang Loesch 20

XX. Symposium des Vereins Oberlinhaus:

Trends und Kniffe in der Sportorthopädie 22

KVBB informiert 24

Landesgesundheitsamt 25

Aktuell 16, 28, 29

Rezensiert 26, 27

Personalia 30

Tagungen und Kongresse 31

Kalendarium 32

Stellenangebote/Kleinanzeigen 5, 15, 17, 21, 27, 31, U1-U4

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

1


2

Editorial

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

Liebe Kolleginnen

und Kollegen!

Wieder ist ein Jahr vergangen. Willkommen im Jahr 2008. Ich wünsche

Ihnen im Namen des Vorstandes und der Geschäftsführung der

Landesärztekammer Brandenburg alles Gute, Gesundheit und Schaffenskraft

bei Ihrer Arbeit. Wie bereits in den vergangenen Jahren

wollen wir Sie unterstützen, wenn Stolpersteine auftreten, diese beiseite

zu räumen.

Die Hetze gegen die Ärzte geht weiter

Kurz vor Jahresende hat die Lokalpresse in Brandenburg noch einmal

einen Bonbon auf Lager. Auf der ersten Seite verkündete die Lausitzer

Rundschau am 07.12.2007 in dicken Lettern „Hunderte Fälle

von Ärztepfusch in Brandenburg“. Diese Nachricht entstammt einer

Meldung der dpa, die bei Krankenkassen über Behandlungsfehler

recherchierte. Dieses kennen wir ja inzwischen. Aber in diesem Fall

haben wir es mit einer besonderen Verzerrung der Tatsachen zu tun.

Zunächst berichtet die AOK über 730 Fälle von mutmaßlichen Fehlern

von Ärzten und Pflegepersonal. Wahrscheinlich ist die Zahl der

Behandlungsfehler nur bei Ärzten zu klein gewesen. Ich finde, das

das gemeinsame Auflisten von zwei vollkommen verschiedenen Bereichen

einzig und allein dem Ziel dienen sollte, die Ärzteschaft zu

diskriminieren.

Wenn man die dpa-Meldung komplett liest – in den Regionalzeitungen

ist sie nicht komplett abgedruckt worden – liest man nebenbei,

dass davon nur 30 % eventuell als Behandlungsfehler anerkannt

werden.

Dieser Satz wurde in der Lokalpresse selbstverständlich weggelassen.

Ich finde, diese Medienpolitik führt zu einer systematischen Verunsicherung

der Patienten. Halbwahrheiten ausstreuen ist eine Methode,

demagogisch tätig zu werden. Ich fand es in diesem Fall besonders

gut, dass ein empörter Kollege aus Guben gegenüber der

Chefredaktion den schlechten journalistischen Stil anprangerte und

sein Abonnement bei dieser Zeitung kündigte. *

Alles erfahren wir natürlich in Cottbus auch nicht, was im Land Brandenburg

medienwirksam betrieben wird. Ich wünsche mir, dass viele

Kolleginnen und Kollegen diesen Einsatz zeigen und gegen solche

„Schmierfinken“ angehen. Für uns als Landesärztekammer ist es wieder

einmal wie so oft kaum möglich, hier effektiv tätig zu werden.

Aber dieser Fall hat mich so empört, dass ich versuchen werde, möglichst

viel Geschirr zu zerschlagen.

Der Neubau ist fertig

Viele von Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, wissen es bereits,

wir haben am 30.11.2007 unseren Ärztekammerneubau übergeben

bekommen. Jetzt beginnt der Umzug in die neuen Räumlichkeiten

und dann kann sich allmählich die Arbeit der einzelnen

Referate wieder normalisieren. Wir konnten sogar schon eine Prüfung

im Dezember 2007 in den neuen Räumen der Weiterbildung

abhalten. Mit diesem Neubau bieten wir auch Ihnen bessere Bedingungen,

wenn Sie zu einer Weiterbildungsprüfung müssen oder

wenn Sie im Meldewesen oder in der Rechtsabteilung Dinge zu klären

haben. Selbstverständlich hat auch die Deutsche Apothekerund

Ärztebank wieder ihre Außenstelle in unseren Räumlichkeiten.

Und auch unser Gruppenversicherungspartner INTER nutzte die

Gelegenheit, ein Kontaktbüro in dem Kammergebäude zu unterhalten.

Der Neubau ist so gestaltet, dass auch Veranstaltungen und Versammlungen

der Ärzteschaft hier stattfinden können. Ich hoffe, dass

Sie zufrieden sind, wenn Sie einmal nach Cottbus kommen und uns

besuchen.

2008 – das Wahljahr

In diesem Jahr geht wieder eine Legislaturperiode ärztlicher Selbstverwaltung

zu Ende. Der Vorstand der Landesärztekammer und die

Kammerversammlung hoffen, dass wir diese Aufgabe zu Ihrer Zufriedenheit

gemeistert haben. Einige wichtige Aufgaben haben wir

nach meiner Meinung gut gemeistert. Auch wenn viele nicht mehr

daran denken. Am 09.12.2005 ist die neue Weiterbildungsordnung

in Kraft getreten. Mit dieser musste vieles neu geregelt und es musste

vor allem viel besprochen werden. Das meiste haben wir ohne

Probleme geklärt. Alle Wünsche von Ihnen konnten wir allerdings

auch nicht erfüllen.

Mein Wunsch für dieses Jahr wäre nur ein ganz kleiner: Beteiligen

Sie sich an der Wahl. Entweder aktiv oder auch passiv als Unterstützer

der verschiedenen Gruppen. Und, wählen Sie. Nur so können wir

erkennen, ob wir so weiter machen sollen.

In diesem Zusammenhang danke ich allen, die sich in den letzten

Jahren in der ärztlichen Selbstverwaltung – Landesärztekammer

Brandenburg – bemüht haben.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesundes und erfolgreiches

Jahr 2008.

Ihr

Udo Wolter

* Die beiden Leserbriefe der Landesärztekammer Brandenburg und

des Kollegen aus Guben finden Sie auf Seite 18.


Neubau der Landesärztekammer Brandenburg ist beendet

Kammerpräsident und Hauptgeschäftsführer begutachten Ergebnis

Der Startschuss fiel am 10. April 2007: Für

den Neubau an der Geschäftsstelle der Landesärztekammer

Brandenburg (LÄKB) in der

Cottbuser Dreifertstraße wurden die ersten Arbeiten

vorgenommen. Am 5. Dezember 2007

konnte bereits die Bauherrenabnahme erfolgen.

Kammerpräsident Dr. Udo Wolter und

Hauptgeschäftsführer Dr. Reinhard Heiber besichtigten

die neuen Räume.

„Ein großes Dankeschön gebührt allen Beteiligten,

die in so schneller Zeit dieses Ergebnis

erzielt haben“, sagte Dr. Wolter bei der Begehung

der neuen Räumlichkeiten und war

sichtlich erfreut über das Ergebnis. Der Neubau

beherbergt künftig auch sein Büro sowie

das des Hauptgeschäftsführers und des Juristischen

Geschäftsführers in der zweiten Etage.

Bei der Besichtigung wurden die letzten

noch offen stehenden kleineren Arbeiten besprochen.

Hauptgeschäftsführer Dr. Reinhard

Heiber und Informatikerin Dipl. Math. Angelika

Neumann führten durch die Räume, die

gerade möbliert werden. Insgesamt 21 Büros

beinhaltet der Neubau, dazu mehrere Beratungs-,

Konferenz- und Prüfungsräume. Im

Laufe des Dezembers bis zum Januar erfolgt

schließlich der Umzug der Inneren Verwaltung

in die erste Etage und der Weiterbildung

in das Erdgeschoss. Ebenfalls umziehen wird

die Rezeptionssekretärin, die im Eingangsbe-

Der erste Tag im neuen Büro: Kammerpräsident

Dr. Udo Wolter.

Dipl. Math. Angelika Neumann zeigt Dr. Wolter

den neuen Beratungsraum in der zweiten

Etage.

reich die Besucher in Empfang nehmen kann.

Der alte und der neue Bau sind durch einen

Gang miteinander verbunden.

Lob für die gute Zusammenarbeit mit dem

Bauunternehmen äußerte auch Dipl.-Bauingenieur

Volkmar Koal vom „Ingenieurbüro

Koal“ in seiner Funktion als Bauherrenvertreter:

„Auch wenn es zu Beginn kleinere Meinungsverschiedenheiten

gab, so funktionierte

die Zusammenarbeit sehr gut. Und die Arbeiten

konnten in ungewöhnlich kurzer Zeit beendet

werden.“ Dem konnte Knut Mildner –

Polier des zuständigen Generalunternehmes

„Böpple Bau“ – nur zustimmen. „Erfreulich

war für mich die gute Kooperation mit den

anderen Handwerksunternehmen, die in das

Projekt integriert waren – so etwas ist nicht

immer der Fall“, betonte der Mitarbeiter der

Firma aus dem sächsischen Königswartha.

Erfreuliches konnte Dr. Heiber vermelden: Die

veranschlagte Bausumme von 1,4 Millionen

Euro wird nicht überschritten.

Eckdaten zum Neubau:

· 13. Mai 2006

Die Kammerversammlung beschließt, die

Geschäftsräume in der Cottbuser Dreifertstraße

aufgrund dringendem Platzbedarfs

zu erweitern.

Es gab viel zu besprechen: Dipl.-Ing. Uwe Kehr

von der „Planungsgruppe Prof. Sommer“, Polier

Knut Mildner und Dr. Udo Wolter (v.l.).

Nahmen an der Begehung teil: Informatikerin Dipl.

Math. Angelika Neumann, Dipl.-Bauingenieur Volkmar

Koal, die Architektin Dipl.-Ing. Elke Donath (v.l.).

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

· Ende März 2007

Die LÄKB unterzeichnet den Bauvertrag.

· 4. April 2007

Die erste Beratung zum Beginn der Baumaßnahmen

mit dem zuständigen Generalunternehmen

„Böpple Bau“ wird durchgeführt.

· 10. April 2007

Beginn der vorbereitenden Baumaßnahmen

· 27. Juli 2007

Die Kammer feiert das Richtfest zusammen

mit dem Vorstand, den Kammerangehörigen,

-mitarbeitern und Gästen.

· 05. Dezember 2007

Die Bauabnahme erfolgt durch Kammerpräsident

Dr. Udo Wolter und Hauptgeschäftsführer

Dr. Reinhard Heiber.

· März 2008

Eine Einweihungsfeier ist in Planung.

Text und Fotos: Anja Jüttner [4iMEDIA]

Auch das Treppengeländer inspizierten Dr. Reinhard

Heiber und Dr. Wolter (v.l.).

Das ist er, der Neubau. Er hebt sich auch äußerlich

durch seine rote Farbe vom Altbau ab.

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

3


4

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

Weihnachtliche Einweihung des Neubaus

Präsident Dr. Udo Wolter (Mitte) begrüßte die Kammermitarbeiter zur Weihnachtsfeier in den neuen Prüfungsräumen.

Mit einer kleinen Weihnachtsfeier haben

die Kammermitarbeiter gemeinsam mit dem

Vorstand der Landesärztekammer Brandenburg

(LÄKB) am 7. Dezember 2007 die

neuen Räumlichkeiten in der Geschäftsstelle

eingeweiht. Präsident Dr. Udo Wolter dankte

den Mitarbeitern für die geleistete Arbeit

in den vergangenen Monaten, die durch

die Bauarbeiten unter erschwerten Bedingungen

stattfand. „Der Vorstand ist sehr

zufrieden mit dem Ergebnis und das neue

Gebäude konnte in Rekordzeit fertiggestellt

werden. Wenn ich auf das vergangene Jahr

zurückblicke, dann war der Neubau für

mich das größte Ereignis“, sagte Dr. Wolter

1. Zum Jahreswechsel sei

ein kurzer Rückblick auf

die vergangenen Monate

gewagt: Wie beurteilen

Sie die Entwicklungen in

der Gesundheitspolitik –

z.B. die Auswirkungen

der am 1. April in Kraft

Dr. Udo Wolter getretenen Gesundheitsreform

oder aber die

aktuelle Diskussion um den Krankenhausbettenabbau?

Die Auswirkungen der Gesundheitsreform

kann man im Moment noch nicht spüren. Die

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

Ein Blick in die Runde.

Vizepräsidentin Elke Köhler im Gespräch mit dem

neuen Vorstandsmitglied Dr. Jürgen Fischer (r.).

in seiner Ansprache. In gemütlicher Runde

saßen Vorstand und Mitarbeiter schließlich

zusammen. Text und Fotos: Anja Jüttner [4iMEDIA]

Im aktuellen Interview:

Dr. Udo Wolter, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg,

zieht Bilanz des Jahres 2007.

meisten Punkte, die festgelegt worden sind,

greifen erst 2008 oder 2009. Deswegen

lässt sich die Entwicklung nicht vorhersagen.

Für mich interessant ist allerdings eine Studie

unter der Bevölkerung, in der nach ihrer Zufriedenheit

mit dem deutschen Gesundheitswesen

gefragt wurde. Es ist doch tragisch,

wenn viele jetzt schon der Meinung sind, das

Gesundheitswesen hat sich verschlechtert,

obwohl die Gesundheitsreform noch gar

nicht greift. Was den Bettenabbau in den

Krankenhäusern betrifft, so ist es für mich

nicht nachvollziehbar, wenn den Brandenburgern

zu der schlechten ambulanten Versorgung

nun auch noch die Krankenhaus-

betten genommen werden – obwohl wir

schon im Vergleich zu anderen Ländern die

wenigsten haben.

2. Im Vergleich zu 2006 war 2007 ein protestfreies

Jahr, obwohl die Ärzteschaft ihre

erklärten Ziele nicht in dem Maße durchsetzen

konnte, wie gewollt. Was sind die

Gründe dafür?

Die Protestaktionen im Jahr 2006 haben

gezeigt, dass die Ärzteschaft eine inhomogene

Struktur hat. Im Prinzip ist die Aktion in

der brandenburgischen Kammerversamm-


lung zur Gemeindeschwester auch eine Protestaktion,

da wir uns in zwei Versammlungen

mit der Thematik auseinander gesetzt

und dagegen protestiert haben. Wir sind nur

nicht auf die Straße gegangen, weil wir gesehen

haben, dass auf die Proteste 2006

nicht reagiert wurde und die Effizienz der

Aktionen nicht gegeben war. Damals haben

sich uns teilweise die eigenen Kollegen in

den Weg gestellt, die vor Ort ihre Praxen an

sprechstundenfreien Zeiten übermäßig lange

offen gelassen haben. So hat der Patient

selbst gar nicht gemerkt, dass ein Protest

stattfindet. Mich hat geärgert, dass die Solidarität

unter einigen Ärzten fehlte. Die

Patientenversorgung war besser als vorher.

Deswegen müssen wir überlegen, ob man

andere Formen des Protestes wählt.

3. Eine große Umfrage des Marburger Bundes

hat ans Tageslicht gebracht, dass fast

jeder zweite Mediziner im Krankenhaus

einen anderen Job wählen würde, wenn er

noch einmal vor der Wahl stünde, oder

aber gar das Land verlassen. Worin liegen

Ihrer Ansicht nach die Ursachen für die

Entwicklung?

Diese Tendenz ist schon länger zu spüren

und das hängt damit zusammen, dass der

Arztberuf immer unattraktiver wird – auch

weil er von der Politik zerredet wird. Das

geht nur so lange gut, bis sich die Bevölkerung

von der gesundheitlichen Versorgung

abgegrenzt fühlt. Auch der immer stärker

werdende Internationalismus spielt eine wesentliche

Rolle. Dadurch, dass Deutschland

in seiner Forschung und Wissenschaft rückläufig

war, gingen Akademiker, speziell Ärzte,

ins Ausland und versuchten, dort ihr

Glück zu machen. Und siehe da: Medizin

wird in anderen Ländern ärztefreundlicher

gemacht: Dort steckt der Patient zurück und

nicht der Arzt. Diese Bewegungen lassen

sich in den Ärztestatistiken der vergangenen

Jahre gut nachvollziehen. Außerdem kommen

die Auswirkungen der Sparpolitik im

Gesundheitswesen dazu. Auf diese ganzen

Entwicklungen sind wir nicht eingestellt. Wir

können Krankenhäuser nicht von heute auf

morgen zu Teamarbeitsplätzen umwandeln

und wir kriegen die Weiterbildung nicht mit

Mentorentätigkeit gestaltet. Das ist ein Prozess,

der wahrscheinlich zehn Jahre dauert.

Aber das Fortschreiten des Ärztemangels

geht immer schneller, weil die Leute sich jetzt

entscheiden und nicht erst in zehn Jahren.

4. Gibt es aus Ihrer Sicht Ansätze der Politik,

den Ärztemangel anzugehen?

Nein, ich glaube, von der Seite haben

wir gar keine Unterstützung zu erwarten.

Frau Schmidt ist nach wie vor der Meinung,

in Deutschland gäbe es genügend Ärzte.

Richtig ist, dass die Zahl der Ärzte zunimmt,

aber es werden auch mehr Mediziner gebraucht

– besonders in den Krankenhäusern.

Dazu müssen diese Aufgaben bewältigen,

die in den Bereich der arztfremden Leistungen

fallen, wie DRG-Verschlüsselung etc.

5. Was die Kammer im Jahr 2007 besonders

beschäftigt hat, war der Neubau an

der Geschäftsstelle. Wie zufrieden sind Sie

mit dem Verlauf der Arbeiten?

Der Neubau gefällt mir sehr gut und der

geplante Termin der Fertigstellung wurde

eingehalten. Wir konnten bereits unsere

Weihnachtsfeier in den neuen Räumen begehen

und die Mitarbeiter freuen sich, dass

sie jetzt einziehen können. Das Wichtigste

ist, dass sich die Arbeitsbedingungen durch

den nun zur Verfügung stehenden Platz

enorm verbessern.

6. Was wird auf die Kammer im kommenden

Jahr zukommen?

Die Wahlen stehen 2008 im Mittelpunkt.

Schließlich wissen wir nicht, was passiert. Es

wird sich jeder darauf konzentrieren, denn

in der Endkonsequenz geht es um die Initiativen

der nächsten Jahre. Wenn der bestehende

Vorstand nicht wiedergewählt wird,

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

kann es durchaus zu einer Wende in der

Berufspolitik kommen. Momentan betreiben

wir die Kammerarbeit so, dass sich eine

gewisse Kontinuität und Eigenständigkeit

entwickelt hat.

7. Sie werden sich wieder zur Wahl als

Präsident stellen. Welche Aufgaben stehen

für Sie in Zukunft im Vordergrund?

Am Wichtigsten wird es sein, die Selbstverwaltung

zu erhalten – und zwar so, wie wir

sie jetzt haben. Ob wir das schaffen, wissen

wir nicht, weil die Angriffe gegen sie eminent

sind. Die Selbstverwaltung ist aus meiner

Sicht etwas, das wir unbedingt erhalten müssen

– schließlich geht es um unseren Berufsstand.

Das, was die Politik bis jetzt an der

Auflösung der Selbstverwaltung hindert, ist,

dass sie diese nicht bezahlen kann. Wichtig

ist außerdem, dass wir unsere Weiterbildungsordnung

harmonisieren, besonders in

Bezug auf die Allgemein- und Innere Medizin.

Hier gibt es noch große Probleme.

8. Bitte vervollständigen Sie den Satz:

Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke,

dann …

… war für mich der Neubau in der Geschäftsstelle

in Cottbus das größte Ereignis.

9. Und wenn ich auf die kommenden Monate

vorausschaue, dann …

… erwarte ich leider nichts Gutes. Wir stehen

in einem ständig währenden Kampf, wie

bei der Schaffung der neuen Gebührenordnung.

Es sind diese vielen kleinen Nadelstiche,

die uns immer wieder versetzt werden.

Deswegen würde ich auch sagen, dass

in Zukunft die Erhaltung der Selbstverwaltung

an sich unsere Hauptaufgabe ist.

Mit Dr. Udo Wolter sprach Anja Jüttner

[4iMEDIA].

ELISABETH HERWEG-PRÜSSE

Rechtsanwältin

ARZTRECHT

Tätigkeitsschwerpunkte: Arzthaftung, Vertragsrecht, Berufsrecht

Individuelle Terminvereinbarung

Am Schragen 29, 14476 Potsdam

Tel.: 0331-270 76 07 Fax: 0331-270 76 08

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Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

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Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

Einblick in die Landesärztekammer Brandenburg: Die Mitarbeiter

Folge 6: Referat Ausbildung Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte

Das Brandenburgische Ärzteblatt hat auch

dieses Mal wieder einen Blick in die Geschäftsstelle

der Landesärztekammer Brandenburg

(LÄKB) geworfen. Lernen Sie heute

die Mitarbeiterinnen des Referates Ausbildung

Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte

kennen.

Dipl. oec.

Astrid Brieger

Referatsleiterin Ausbildung

Arzthelferinnen/

Medizinische Fachangestellte

Anstellung bei der LÄKB

seit Januar 2007

Aus den Aufgabengebieten

und Zuständigkeiten:

· verantwortlich für die Leitung und Entwicklung

des Referates

· Durchführung der Aufgaben gemäß Berufsbildungsgesetz

als zuständige Stelle zur

Berufsvorbereitung, Berufsausbildung, Umschulung

und Fortbildung von Arzthelferinnen

und Medizinischen Fachangestellten

· verantwortlich für das Führen des Verzeichnisses

der Berufsbildungsverhältnisse der LÄKB

· inhaltliche und geschäftsführende Tätigkeit

für den Berufsbildungsausschuss der LÄKB

und seiner Unterausschüsse (Zentraler Prüfungsausschuss)

· organisatorische und inhaltliche Gestaltung

der Zwischen- und Abschlussprüfungen

der Arzthelferinnen und Medizinischen

Fachangestellten

· Zulassung zur Zwischen- und Abschlussprüfung

· Zusammenarbeit mit den Prüfungsausschüssen

· inhaltliche und organisatorische Vorbereitung

und Durchführung der Freisprechung

der Arzthelferinnen und Medizinischen

Fachangestellten

· Erstellen von Statistiken u.a. für das Landesamt

für Datenverarbeitung und Statistik,

die Bundesagentur für Arbeit, die Bundesärztekammer,

das Bundesinstitut für Berufsbildung,

den Bundes- und Landesverband

der Freien Berufe, das Ministerium für Arbeit,

Soziales, Gesundheit und Familie

(MASGF) und den Berufsbildungsausschuss

der LÄKB

· Beratung von Quereinsteigern zur Erreichung

von Berufsabschlüssen

· Bearbeitung von schriftlichen und telefonischen

Anfragen

· Bearbeitung von Gleichstellungsanträgen

von Berufsabschlüssen

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

Antje Weber

Ausbildungsberaterin/

Sachbearbeiterin

Anstellung bei der LÄKB

seit Mai 2001

Aus den Aufgabengebieten

und Zuständigkeiten:

· Einzel- und Gruppenberatungen von Auszubildenden

und Umschülern sowie ausbildenden

Ärzten zu inhaltlichen, organisatorischen

und berufsbildungsrechtlichen

Fragen

· Prüfung der Ausbildungsbedingungen von

Praxen (Fachkräftesituation, Mängel in

der Ausbildung, ärztliche Untersuchungen,

Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetzes)

· Prüfung der Einstellungsvoraussetzungen

von Praxen für Ausbildungsringe, nichtärztliche

Träger, freie Bildungsträger und

Agenturen für Arbeit

· Bearbeitung der Ausbildungsverträge und

Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse

der LÄKB

· Mitwirkung bei der Berufswerbung und

Gewinnung von Ausbildungsplätzen

· Mitwirkung im Zulassungsverfahren zur

Zwischen- und Abschlussprüfung

· Pflege und Erweiterung des Aufgabenpools

für Zwischen- und Abschlussprüfungen

(Medizin)

· technische Erfassung von Prüfungsleistungen

· Erstellung von Prüfungsstatistiken und Mitarbeit

bei der Analyse von schriftlichen,

praktischen und mündlichen Prüfungen

· inhaltliche Detailauswertung von Zwischenprüfungsarbeiten

bei Schlechtleistungen

sowie nach Anforderung von Prüflingen

oder Ausbildern

· technische Erstellung von Arzthelfer-Briefen

und Abschlusszeugnissen

· Zusammenarbeit mit Schulämtern bei landkreis-

und länderübergreifender Ausbildung

· Bearbeitung von Anfragen zur Teilnahme

an besonderen Maßnahmen zur Einstiegsqualifizierung

· Vervielfältigung, Kontrolle und Versand

von Ausbildungsunterlagen

Kathrin Kießling

Ausbildungsberaterin/

Sachbearbeiterin

Anstellung bei der LÄKB

seit August 1996

Aus den Aufgabengebieten

und Zuständigkeiten:

· Einzelberatung der Ausbildenden und Auszubildenden/Umschülern

zur Berufsbildung und

bei Ausbildungsproblemen; Tarifanfragen

· Durchführung von Sprechtagen für Auszubildende

und Ausbilderberatungen für Ärzte an

den Oberstufenzentren (u.a. Vertrag, Berichtsheft,

Prüfungen)

· Zusammenarbeit mit anderen Ärztekammern

und Schulbehörden bei länderübergreifender

Ausbildung (Beschulung, Prüfungswesen)

· Prüfen von Ausbildungs- und Umschulungsverträgen

· Mitarbeit bei der Erstellung von Informationsund

Ausbildungsunterlagen

· Mitarbeit im Zulassungsverfahren zur Zwischen-

und Abschlussprüfung, insbesondere

Prüfung bei Abweichungen vom Regelfall

(Fehlzeiten, vorzeitige Teilnahme, Wiederholer,

Externa)

· inhaltliche und technische Erstellung von Aufgaben

der Zwischen- und Abschlussprüfung

(Verwaltung, Wirtschafts- und Sozialkunde),

Pflege des Aufgabenpools

· Mitarbeit bei der Organisation der schriftlichen

und praktischen Prüfungen

· Erfassung und Analyse von Prüfungsleistungen

· Erstellung von Arzthelfer/innen-Briefen und

Prüfungszeugnissen

· Mitarbeit bei der Gewinnung von Prüfern

· Bearbeitung von Anträgen zur Begabtenförderung

· Erstellung von Ausbildungs- und Prüfungsstatistiken

· Berichterstattung vor dem Berufsbildungsausschuss

Text und Fotos: Anja Jüttner [4iMEDIA]

Frühere Ausgaben:

Dezember 2007: EDV und Internet

November 2007: Buchhaltung

September 2007: Meldewesen/Berufsregister

Juli/August 2007: Sekretariate Präsident,

Hauptgeschäftsführer

und Juristischer

Geschäftsführer

Mai 2007: Rezeptionssekretärin


Der Philologe Dr. Wolfgang Dalk hielt während

des 8. ärztlichen Fortbildungskongresses

der Landesärztekammer Brandenburg

(LÄKB) die Festrede. Mit einem Exkurs in die

deutsche Sprache – „Oral nicht nur für die

Ohren oder die Sprechstunde ist Stunde des

Sprechens“ – unterhielt er am 2. November

2007 die Kongressteilnehmer. Das Brandenburgische

Ärzteblatt veröffentlicht den

vollständigen Vortrag des Referenten. In

dieser Ausgabe lesen Sie den ersten Teil.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

der Reformator und Pfleger der deutschen

Sprache Martin Luther gab dem Redner drei

Empfehlungen mit auf den Weg:

1. Tritt fest auf

2. Mach’s Maul auf.

3. Hör bald auf.

Gewiss haben Sie schon leidvoll erfahren,

dass viele Redner gerade mit dem dritten

Punkt die größten Schwierigkeiten haben.

Einmal in Schwung gekommen, finden sie

kein Ende.

Folglich, meine Damen und Herren, möchte

ich mich sofort ins Thema stürzen:

„Oral nicht nur für die Ohren oder die

Sprechstunde ist Stunde des Sprechens“.

Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen

haben für das Zentrum der Arbeit mit ihren

Patienten eine sehr glückliche Bezeichnung

gefunden: Sprechstunde.

Übrigens: Meine Damen und Herren, gewiss

haben Sie aufmerksam registriert, dass ich

mit der Formulierung „Ärztinnen und Ärzte“

versucht habe, auch sprachlich die Frauen

und die Männer anzusprechen. Also Ärztinnen

und Ärzte. Gestatten Sie mir im Folgenden

auf diese Formalie zu verzichten

und auf den Sammelbegriff „Arzt“ zurückzukommen,

der auch die Frauen unter den

Ärzten mitmeint. Es spart Zeit und bedeutet

auch nichts anderes. Ich weiß: Die Feministinnen

in der Genter-Linguistik werden das

nicht gutheißen. Denn inzwischen sind diese

Genter-Linguistinnen mit dem Vorwurf, das

generische Maskulinum sei patriarchalisch

und überdies sexistisch, sehr weit gekommen.

Es müsse also im Sinne der Gleichsetzungsnormen

von Bezeichnungen verdrängt

werden, die die Frauen sprachlich sichtbar

machen.

Besonders in Berufsbezeichnungen: Es gibt

den Studenten und die Studentin, es gibt den

Professor und die Professorin (leider noch zu

wenige) und neuerdings gibt es auch neben

dem Bundeskanzler die Bundeskanzlerin, da

sie dank Frau Merkel auch realiter vorhanden

ist. Es gibt Gleichstellungsbeauftragte

(warum gibt es eigentlich keinen Gleichstellungsbeauftragten?

– ich glaube, langsam

wäre der nötig), es gibt Lehrer und Lehrerinnen,

Verkäufer und Verkäuferinnen…

usw. Nur bei manchen weiblichen Berufsbezeichnungen

wie z.B. „der Steinmetz“

hängt man noch. Denn „Steinmetze“ will

wegen der Frauenverachtung, die im Wort

„Metz“ liegt, nicht gefallen.

Auch bei der weiblichen Form von „der

Ober“ zu „die Oberin“ wird berechtigt ge-

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

„Oral nicht nur für die Ohren oder die Sprechstunde ist Stunde des Sprechens.“

Dr. phil. Wolfgang Dalk begeistert brandenburgische Ärzte beim Kongress mit Festvortrag

Mit sprachlichem Witz unterhielt Dr. Wolfgang Dalk (l.) sein Publikum, unter dem sich auch Präsident

Dr. Udo Wolter (r.) und Staatssekretär Winfrid Alber (2.v.r.) befanden. Foto: Anja Jüttner

zögert, auch „Hauptmännin“ zum Dienstgrad

„Hauptmann“ gefällt nicht. Ganz vom

Fenster ist dazu die Alternative „Hauptfrau“,

weil einfach zu missverständlich. Es gibt

aber zum Glück noch nicht das Raucherinnenabteil

oder die Fußgängerinnenzone

oder den Bürgerinnensteig.

Auf das explizite Sichtbarmachen des Geschlechts

wird gewöhnlich dort verzichtet,

wo es für die Frauen nicht gerade ein Kompliment

wäre, extra genannt zu werden –

also: Es gibt keine Falschparkerinnen und

keine Straftäterinnen.

Auch Radiomeldungen wie diese habe ich

bis dato noch nicht gehört: Achtung, Autofahrerinnen

und Autofahrer, auf der A20

kommt Ihnen eine Geisterfahrerin entgegen.

In diesem Zusammenhang wird übrigens

häufig übersehen, dass es auch das generische

Femininum gibt: es existiert nur die Geisel,

nicht der Geisel, es gibt nur die Person

und die Führungskraft…

Daran haben sich die Vorreiterinnen für femininen

Sprachgebrauch im Sinne der Männer-Vertretung

noch nicht heran gemacht.

Aber selbst vor einer solchen Grässlichkeit

wie dem großen Binnen-I schreckten die

Damen nicht zurück: KollegInnen mit großem

I im Wortinnern. Das sieht nicht nur im

Schriftsprachlichen abenteuerlich aus.

Es ist noch abenteuerlicher, wenn Sie versuchen

wollten, dieses „Binnen-I“ zu sprechen

und dann noch von dem Singular „die Kollegin“

sprechsprachlich zu scheiden. Also in

dieser Festrede letztmalig: Liebe Ärztinnen

und liebe Ärzte!

Sie haben in ihren Praxen zwar Öffnungsoder

Geschäftszeiten, sie haben Terminbindungen

oder Untersuchungszeiten, aber all

das haben sie sprachlich nicht in die Mitte

Ihres Wirkens gestellt. Sie verwenden den verheißungsvollen

Begriff „Sprechstunde“. Lassen

Sie mich bitte dasselbe tun. Auch ich möchte

bei der Darstellung der sprechsprachlichen

Seite, jener so wesentlichen Arzt-Patienten-

Beziehung, vom Begriff SPRECHSTUNDE ausgehen,

und ausführen, warum Orales nicht

nur für die Ohren bestimmt ist.

Meine Damen und Herren, wenn SPRECH-

STUNDE als Sprachsymbol für ärztliche Behandlung

angewendet wird, dann spricht

das für seine Wertschätzung, spricht für ein

gelungenes System in erprobter Qualität. Vor

allem aber spiegelt er den Stellenwert der

Kommunikation im Arzt-Patienten-Verhältnis,

wie es sich in der deutschsprachigen Medizin

entwickelt hat. Für den deutschen Arzt sind

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

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Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

die Sprechstunden quasi die Maßeinheit seiner

Lebenszeit. Der Satz enthält so viel Bedeutsamkeit

für Sie und Ihren Beruf, dass sie

mich sogleich auf Ihr neues EBM wirft.

Meine Damen und Herren, ich hatte lange

nicht gedacht, dass der Abkürzungsunsinn

die Bürokratie der Ärzteschaft so umfassend

erreicht hat, wie ich das in der jüngsten Vergangenheit

habe erleben müssen. Also EBM.

Einheitlicher Bewertungsmaßstab. Dahinter

steckt Geld. Nämlich das, dass Sie als Hausarzt,

Facharzt und Gerätewart bekommen

sollen. Das wird bei Ihnen künftig als Hausarztpauschale,

Facharztpauschale und Gerätepauschale

niederschlagen. Übrigens: Heißt

es bei Ihnen wie ursprünglich „das Pauschale“

oder in Analogiebildung zu anderen Substantiven

auf „e“ die „Pauschale“? Egal. Das

EBM und der EBM weist keine „Sprech“-Pauschale

aus. Der Vorgänger des EBM, die „Ordinationsgebühr“,

hat nach einem sonderbaren

Verhältnis von Fallzahl, also der Fall

DALK bin ich, ihr Patient, und noch ein paar

andere Fälle, die Sie auch als Patienten haben,

also diese Fallzahl wurde ins Verhältnis

zu den geführten Gesprächen gesetzt, und

dann immerhin noch mit einem 10 min Gespräch

vergütet. Haben Sie aber länger mit

mir geredet, als es der – ich zitiere jetzt aus

einer Schrift an einen mir persönlich bekannten

Arzt – also haben Sie länger mit mir geredet,

dann hat irgendein Beschwerdeausschuss

nach Prüfung der Sachlage unter

Berücksichtigung aller Argumente ein Defizit

angemahnt zwischen Fallzahl und Gesprächsdauer.

Wörtlich: „Das Wirtschaftlichkeitsgebot rechtfertigt

nicht, wenn allein aufgrund von mehr

Zeit mehr Leistungen erbracht werden. Entscheidend

ist, dass ein objektiver Bedarf bestand,

weil die Patienten mit der entsprechenden

Indikation diese Leistungserbringung

notwendig machten. Ein überdurchschnittlicher

hoher Anteil an behandlungs- und

beratungsintensiven Fällen, der angesichts der

geringen Fallzahl zu berücksichtigende Auswirkungen

hätten haben können, war nach

allgemeiner Durchsicht der Behandlungsunterlagen

für den Ausschuss nicht erkennbar.“

Ende des Zitates!

Breiten wir erst einmal den Mantel der Nächstenliebe

aus über sprachliche Ungeheuerlichkeiten

wie das lebfahle Substantiv „Leistungserbringung“

und die schlimme Kopplung des

Adjektivs „intensiv“ mit den Substantiven auf

-ung wie „behandlungs- und beratungsintensiv“,

so bleibt da immer noch der hinterhältige

Hinweis auf irgendein Wirtschaftlichkeitsgebot,

das in irgendeinem schicksalhaften Verbund

mit der ärztlichen Tätigkeit wie Helfen

und Heilen in Beziehung stehen soll. Korrigieren

Sie mich bitte, wenn ich dieses syntak-

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

tische Ungetüm falsch verstanden haben sollte.

Ich begreife: Weil langes Reden in Ihrer

Sprechstunde nicht vergütet wird, haben Sie

mich als Ihren Patienten anzuregen, sich

möglichst kurz zu fassen. Und Sie haben sich

erst recht zu fassen, nämlich sehr kurz? Noch

kürzer, als sich in über 259 ausgewerteten

Gesprächen Arzt und Patienten gefasst haben?

Nämlich durchschnittlich 18 Sekunden

bei der Darstellung der Beschwerden durch

den Patienten? Da sind die 4 bis 5 Minuten,

die pro Patient und Tag auf einer Nürnberger

onkolgischen Station gemessen wurden,

weltmeisterliche Werte!

Doch die Erfahrung lehrt: Der Patient

braucht Zeit und der Arzt braucht Zeit.

Manchmal sehr viel Zeit. So haarsträubende

Überschriften wie „Beschwerdelinderung in

23,1 Sekunden“ oder „Behandlungserfolg

im Sekundentakt“ entspringen dem Munde

marktorientierter als auch Arzt wie Patienten

ferner Effektivitäts-Apostel. Oder blicken

jene schon in die Kommunikationsgeflogenheiten

des Jahres 2040, wo der Patient eine

Apparatstimme an das Handy bzw. das Telefon

bekommt, die ihn auffordert: „…wenn

es unter dem linken Rippenbogen schmerzt,

drücken Sie die 2… wenn der Schmerz stechend

ist, drücken Sie die acht… wenn er

nachts auftritt, drücken Sie die sechs…“ usw.

Manche meinen sogar, das Jahr 2040 sei

viel zu weit gegriffen, man sei bereits dabei,

die F-2-F-Kommunikation zwischen Arzt und

Patient apparativ zu ersetzen. Doch in der

Sprechstunde den Arzt sprechen zu können,

fordert doch erst einmal seine Anwesenheit

und mehr als das. Er sollte nicht nur „da

sein“, sondern präsent, belastbar und gesprächsbereit.

Das fordert Zeit!

Andererseits zwingt der Zeitdruck den Arzt

wie den Patienten, möglichst prägnant, effektiv

und adressatorientiert zu kommunizieren.

Das bringt dem Arzt letztlich pekuniären

Gewinn und dem Patienten hilft es, Sprechzeit

mit dem Arzt und Hoffnung auf Hilfe

durch den Arzt in Einklang zu bringen.

Dazu der Linguist Peter von Polenz: „Eine

Sprache ohne sprachökonomische Regulation

wäre heute in Verwaltung, Wirtschaft,

Medizin, Hochschulwesen, Handel oder

Technik nicht mehr funktionsfähig.“

Es ist und bleibt aber gut, wenn der Arzt trotz

wirtschaftlichen und sprachökonomischen

Drucks die Gelegenheit hat, den Patienten

spüren zu lassen, dass er erwartet wird. Genauso

gut ist es, wenn er den Patienten gekonnt

einführen kann in die Sprechstunde,

wenn sich Arzt und Patient „bekannt machen“

können, um mit dem menschlichen

Gegenüber vertraut zu werden. So möchte

ich als Patient eben mit meinem Namen Dalk

angesprochen werden, da ich eben Dalk

heiße, und nicht Müller, Meyer oder Schulze.

Ärzte haben tatsächlich häufiger als andere

Berufsgruppen den 4. Satz der Suggestion

vergessen, nachdem der Name des Menschen

sein größtes Kapital in der Eigenwerbung

ist. Mir wurde erzählt, dass es Kolleginnen

und Kollegen von Ihnen gibt, die

selbst mit den Vornamen ihrer Patienten arbeiten.

Da kann man dann hören: Und was

meint Herr Wolfgang Dalk über diese Therapie-Schritte?

oder So muss Herr Wolfgang

Dalk alle drei Stunden die Tabletten nehmen.

Und Herr Wolfgang Dalk fühlt sich gemeint.

So bekommt der Patient u.a. das Gefühl, er

sei wichtig für sie. Und Sie vermitteln ihm die

Gewissheit, dass Sie sich die notwendige Zeit

für ihn genommen haben. So nimmt der Patient

sich auch die notwendige Zeit für Sie

und folglich dann für sich.

Übrigens: Auch der Arzt sollte an diesen

4. Satz der Suggestion denken und nicht seinen

Namen bei der Vorstellung vor sich hinmurmeln

oder irgendein Kritzelkrakel auf ein

Papier als seinen Namenszug ausgeben.

Gewiss, das ist nur ein Randproblemchen.

Leider stehen auch wichtigere Probleme der

Kommunikation weder in der Theorie noch

in Übungen zur ärztlichen Kommunikation in

Ihrem Ausbildungsrepertoire. Sie haben sie

als Ratgeber ihrer Patienten lediglich eingebrachtes

Talent, ein fragiles Sprachgefühl

und mehr oder minder schmerzlich erworbene

eigene praktische Erfahrungen. Das ist

bedauerlich und ist für die Gestaltung der

Sprechstunde oftmals unerfreulich.

Zurück damit zur Sprechstunde. Sie und ich

haben in der Erziehung durch unsere Eltern

gelehrt bekommen, nachzufragen, ob

jemand „zu sprechen sei“, wenn man mit ihm

sprechen wollte. Die Frage hieß nicht, ob er

„da ist“. „Wer da?“ gehört zur Militärsprache.

Zur Sprache des Arztes gehört eben die

Sprechstunde: Damit ist vermutlich gemeint,

dass er, wenn er zu sprechen ist, die Zeit hat

zu hören, zuzuhören und vor allem zu verstehen

– im idealen Zusammenwirken von

Sprechdenken und Hörverstehen. „Mein Arzt

spricht nicht mit mir“, beklagen Patienten oft.

Dabei hat der Patient auszudrücken versucht,

dass der Arzt nicht „richtig“ mit ihm spricht,

sondern ihn mit zu lapidaren Antworten abspeist

oder fachchinesisch abweist. Patienten

vermuten mangelnde Auseinandersetzung

des Arztes mit ihren Beschwerden. Sie fühlen

sich unverstanden. Im extremen Falle kann

dabei verbale und nonverbale, sprachliche

und sprechsprachliche Hilflosigkeit des Arztes

den Patienten verunsichern oder ihn sogar

beleidigen.

Die Fortsetzung des Festvortrages erfolgt in

der Februarausgabe.


Dr. Reinhard Heiber

Foto: 4iMEDIA

Der Neubau der Geschäftsstelle

konnte

planmäßig zum Anfang

Dezember bezogen

werden. In einer

Rekordzeit von

Mitte April bis zu diesem

Zeitpunkt ist das

Gebäude mit dem

Verbindungsgang fertig gestellt worden. Die

von der Kammerversammlung dafür freigegebenen

1,4 Millionen Kreditsumme von der

Deutschen Apotheker- und Ärztebank wurde

sowohl für die Baumaßnahmen als auch

die Fertigstellung der Außenanlagen nicht

überschritten. Die Rückzahlung der Kreditsumme

ist für einen Zeitraum von 15 Jahren

festgelegt. Der Schuldendienst – Zinsausgaben

und Tilgung der Summe bis zu diesem

Zeitraum – betragen maximal 135.000 Euro

je Haushaltsplan. Sondertilgungsmöglichkeiten

sind vereinbart.

Mit der Entscheidung des Vorstandes und der

Kammerversammlung zum Neubau der Geschäftsstelle

verbessern sich die Arbeitsbedingungen

vor allen Dingen im Bereich Weiterbildung

für die zu den Facharztprüfungen

erscheinenden Ärztinnen und Ärzte, die

Gesprächsmöglichkeiten im Ombudsbereich,

die Betreuungsmöglichkeiten im Empfangsbereich,

aber auch für die die Kammer aufsuchenden

Mitglieder in der Geschäftsstelle der

APO-Bank und der INTER Ärzteversicherung

sowie im Referat Arzthelferinnen und im Geschäftsbereich

der Ethikkommission. Wir haben

nun auch wieder die Möglichkeit, die

bisher außerhalb des Geschäftsgebäudes tätig

werdenden Bereiche der Ärztlichen Qualitätssicherung

und Landesgeschäftsstelle Qualitätssicherung

und der Ärztlichen Stellen

Röntgen unter dem Dach der Landesärztekammer

im Rahmen ihrer Servicefunktionen

wirksam werden zu lassen. Nicht zu vergessen

sind natürlich auch die Verbesserungen

80,0%

Haushalt der LÄKB 2008

Trotz Neubau – stabiler Beitrag

Anteil der Kammerbeiträge

an den Gesamteinnahmen

im Haushaltsplan

46,7%

66,9% 71,4% 68,5% 73,8% 71,1% 74,1% 73,5% 74,1%

64,6%

für einen Großteil der Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter, die nun im neuen Teil der Geschäftsstelle

arbeiten können.

Am 17. November 2007 hat die Kammerversammlung

den Haushaltsplan für das Geschäftsjahr

2008 in einer Gesamthöhe von

4.632.805 Euro einstimmig beschlossen.

Einnahmen

Mit 71,2 Prozent nehmen die Kammerbeiträge

den größten Anteil an den Einnahmepositionen

ein. Erwartet wird eine Steigerung von

rund 173.000 Euro gegenüber dem Vorjahr.

Sie resultiert u.a. aus dem erwarteten Zugang

berufstätiger Ärztinnen und Ärzte, den wir

seit Bestehen der Landesärztekammer regelmäßig

zu verzeichnen haben. Weitere Verwaltungseinnahmen

zur Deckung des Haushaltes

sind die Gebühren, z.B. für die

ärztliche Weiterbildung, die Ausbildung der

Arzthelferinnen (Medizinischen Fachangestellten)

und Einnahmen aus den Kursen der

Fortbildungsveranstaltungen, die allerdings

zur Deckung der Ausgaben im Bereich der

Akademie für ärztliche Fortbildung benötigt

werden. Hier wird versucht, möglichst kostendeckend

zu arbeiten, andernfalls tritt die Landesärztekammer

mit Mitteln aus Beiträgen

zur Deckung eines Defizits ein.

Die Gebühren für die Ärztliche Stelle Röntgen,

die Ärztlichen Stellen nach Strahlenschutzverordnung

sowie die Erstattung der

Kosten für die Landesgeschäftsstelle Qualitätssicherung

sind so genannte „durchlaufende

Posten“, die durch die LÄKB mit verwaltet

werden. Eventuelle Unterdeckungen

werden aus den jeweiligen Bereichen durch

vorhandene Rücklagen im laufenden Haushalt

ausgeglichen.

Ausgaben

Änderungen in der Position Personalkosten,

die die Ärztinnen und Ärzte betrifft, die im Eh-

71,5% 71,3% 71,2%

66,3% 64,6%

1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

renamt für die Landesärztekammer tätig sind,

resultieren aus dem Beschluss der Kammerversammlung

zur Veränderung der Aufwandsentschädigungen

sowohl für den Präsidenten,

die Vizepräsidentin und die Beisitzer des Vorstandes

als auch für alle anderen für die Landesärztekammer

ehrenamtlich tätigen Ärztinnen

und Ärzte in den 139 Prüfungsgremien,

Sachverständigenkommissionen, gemäß Heilberufsgesetz

zu wählenden Ausschüssen, der

Ethikkommission, den Mitgliedern der ärztlichen

Berufsvertretung auf Bundesebene und

im Land und nicht zuletzt auch den Mitgliedern

der Kammerversammlung und den Delegierten

zum Deutschen Ärztetag.

Zu den Personalkosten der Angestellten wurde

nach vier Jahren eingefrorene Gehaltszahlungen

eine Anpassung um 3 Prozent beschlossen.

Der Stellenplan wird auch im

Folgejahr, wie bereits in den beiden vorhergehenden

Jahren, nicht verändert.

Bei den sächlichen Verwaltungsausgaben sind

Anpassungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit

für das Brandenburgische Ärzteblatt

(BÄB) vorgesehen, die aus der erforderlichen

Publikation der Verwaltungsvorschriften und

Ordnungen der Landesärztekammer im BÄB

resultieren sowie aus den Kosten einer professionellen

Begleitung jeder monatlichen

Publikation. In gleicher Höhe ist wie in den

Vorjahren die Förderung der Weiterbildung

in der Allgemeinmedizin aus Beitragsmitteln

der Landesärztekammer (61.255 Euro) zur

Unterstützung des Initiativprogrammes Allgemeinmedizin

durch die Landesärztekammer

vorgesehen. Diese Summe wird der Kassenärztlichen

Vereinigung Brandenburg (KVBB)

zur Auffüllung eines gemeinsamen Fonds mit

den Kassen gezahlt. Grundlage ist die Fördervereinbarung

zwischen den Vorständen der

LÄKB und der KVBB.

Mehrausgaben mussten für die Bewirtschaftungskosten

für Strom, Wasser, Abwasser,

Gebäudereinigung und Gebäudesicherung

eingeplant werden. Diese Erhöhungen resultieren

keinesfalls ausschließlich aus den Zusatzkosten

für den Neubau, sondern vielmehr

aus auf dem Markt gestiegenen Kosten

für diese Leistungen.

Für die Verwaltungskostenumlage zur Bundesärztekammer

werden 285.000 Euro vorgesehen

und für die Bearbeitung der Patientenanträge

in der Schlichtungsstelle für

Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Kammern

in Hannover werden für das kommende

Jahr ca. 145.000 Euro eingestellt. Von der

Schlichtungsstelle werden nicht benötigte Mittel

jeweils zum Jahresbeginn des folgenden Ge-

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

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10

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

schäftsjahres zurückgezahlt. Das ist in den letzten

Jahren regelmäßig erfolgt. Über die konkrete

Inanspruchnahme dieser Stelle haben wir in

der Novemberausgabe des BÄB informiert.

Der Haushalt wird gegenüber dem Vorjahr

eine Steigerung von 6,49 Prozent ausmachen.

Es ist nicht zu erwarten, dass bei der vorgesehenen

sorgfältigen Planung der Einnahmen

und Ausgaben für das Geschäftsjahr

Anzahl Zugänge, Abgänge Ärztinnen/Ärzte

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

2008 eine Überziehung erfolgt, die eine Inanspruchnahme

der Betriebsmittelrücklage

erforderlich machen würde.

An dieser Stelle biete ich Ihnen gern wieder

an, wenn Sie Fragen zum Haushalt haben,

mich unter der Nummer 0355/7801014

anzurufen.

Dr. Reinhard Heiber, Hauptgeschäftsführer

LANDESÄRZTEKAMMER BRANDENBURG

Körperschaft des öffentlichen Rechts

Statistik: Berufsregister/Meldewesen

Der Haushalt der Landesärztekammer

Brandenburg 2007 ist in der Hauptgeschäftsstelle

in der Zeit vom 11. bis

22. Februar 2008 für die Mitglieder der

Landesärztekammer Brandenburg einzusehen.

Dr. Udo Wolter, Präsident

Anzahl Ärztinnen/Ärzte 31.12.2006 10.634

Abgang

Erstmeldung

Zugang

Stand: 01.12.2007

-787

160

859

Nettozugang 2007 232

Anzahl Ärztinnen/Ärzte 2007 10.866

Fachwissenschaftler

Anzahl Ärztinnen/Ärzte nach Haupttätigkeit

Ambulant / Praxis

Stationär / Krankenhaus

Behörden / Körperschaften öffentlichen Rechts

Sonstige ärztliche Tätigkeit

im Ruhestand, ohne ärztliche Tätigkeit

10

Gesamtanzahl

3.429

4.120

252

310

2.755

Summe gesamt: 10.866


Das kolorektale Karzinom stellt in Deutschland

bei Frauen nach dem Mammakarzinom

die zweithäufigste und bei Männern nach

dem Prostata- und Lungenkarzinom die dritthäufigste

Krebserkrankung dar. Die Neuerkrankungsrate

hierzulande lag 2002 bei

35.816 in der weiblichen bzw. 35.599 Fällen

in der männlichen Bevölkerung. Dies entspricht

einer Inzidenzrate von 18,2/100.000

männlichen bzw. 27,6/100.000 weiblichen

Einwohnern. Seit Oktober 2002 gehört die

Koloskopie in Deutschland zur gesetzlichen

Darmkrebsvorsorge. Im Land Brandenburg

wurde sie in den Jahren 2003 bis 2006 von

rund 14 Prozent der Anspruchsberechtigten

wahrgenommen.

Den zentralen Pfeiler des multimodalen Therapiekonzeptes

des Rektumkarzinoms stellt

die Chirurgie dar. Das nichtmetastasierte

Rektumkarzinom ist hierbei prinzipiell heilbar.

Aufgrund der besonderen anatomischen

Gegebenheiten im kleinen Becken sind

die onkologischen wie funktionellen Ergebnisse

nach Resektion eines Rektumkarzinoms

in hohem Maße von der Qualität der Chirurgie

abhängig. Durch die Einführung der

erstmals im Jahre 1982 beschriebenen totalen

mesorektalen Exzision (TME) konnten die

lokale Tumorkontrolle sowie die Rezidivrate

und das Langzeitüberleben deutlich verbessert

werden.

In der prospektiv multizentrischen Beobachtungsstudie

des An-Institutes für Qualitätssicherung

in der operativen Medizin der

Universität Magdeburg (Leiter Prof. Dr. med.

I. Gastinger und Prof. Dr. med. H. Lippert)

wurden in den Jahren 2000 bis 2004

bundesweit Daten von bereits 47.436 Patienten

mit einem kolorektalen Karzinom und

darunter 16.983 mit einem Rektumkarzinom

mittels eines standardisierten Fragebogens

prospektiv erfasst. Der Fragebogen enthält

Fragen zur präoperativen Diagnostik, zu präoperativen

operationsvorbereitenden Maßnahmen,

zur Operation und zur Histologie.

Insgesamt nahmen 309 Kliniken freiwillig teil.

Hierbei handelt es sich um Kliniken aller Versorgungsstufen

von der Grund- und Regelversorgung

bis hin zu Unikliniken. Angaben

zu Überleben, zu einem Lokalrezidiv und

eventuellen Fernmetastasen wurden jährlich

mittels Fragebogen über den jeweiligen

Hausarzt erhoben. Neben der Bereitstellung

der aufbereiteten Ergebnisse für die jeweilige

Klinik im Vergleich zu den Ergebnissen der

Gesamtstudie erfolgte ein Vergleich der onkologischen

Langzeitergebnisse kurativ resezierter

Patienten mit und ohne TME. Hierbei

zeigte sich in der Auswertung aller in den

Jahren 2000 und 2001 erfassten 2.733 Patienten

mit kurativ reseziertem Rektumkarzinom

unterhalb 12 cm ab Anocutanlinie in den

UICC-Stadien I bis III, dass die 5-Jahres-Lokalrezidivrate

mit TME (12,8 Prozent) deutlich

geringer war als ohne TME (24,1 Prozent).

Entsprechend überlebten in diesem

Zeitraum in der Gruppe der Patienten mit

TME 73,1 Prozent tumorfrei in der ohne TME

nur 72,6 Prozent. Die TME wird noch nicht

flächendeckend eingesetzt. Ihr Anteil stieg jedoch

signifikant in dem gesamten Beobachtungszeitraum

von 75,2 auf 89 Prozent.

Die Fragen nach der ambulanten Diagnostik

und Therapie, der Zufriedenheit der betreuenden

Hausärzte in der Zusammenarbeit mit

der Klinik und der postoperativen Lebensqualität

der Patienten blieben bisher jedoch

weitestgehend unbeachtet. Diesbezüglich erarbeiteten

wir eine weiterführende Untersuchung.

Mittels eines Fragebogens erfolgt

eine Nacherhebung bei den betreuenden

Hausärzten. Einen zentralen Gegenstand

dieser Studie stellt die Zufriedenheit des Zuweisers

dar. Hierbei interessieren Fragen zur

Erreichbarkeit der Klinik, zur Epikrise sowie

zum Therapieergebnis. Des Weiteren gilt

das Augenmerk den im Vorfeld erfolgten

Untersuchungen, die letztendlich zur Diagnose

bzw. Verdachtsdiagnose des Rektumkarzinoms

geführt haben. Hierbei interessiert

auch der Stellenwert der Vorsorgeuntersuchung.

Der letzte Teil des Fragebogens beschäftigt

sich mit der Indikation, der Art und

dem Erfolg einer eventuellen postoperativen

Therapie und dem Gesamtergebnis. Hierbei

ist auch die Frage von Interesse, ob eine

Tumornachsorge in der Klinik begrüßt wird.

In der Pilotphase der Studie ist eine Nacherhebung

der Daten für Patienten, welche in

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

Aufruf zur Mitarbeit an einer Studie zur ambulanten Versorgung von

Patienten mit Rektumkarzinom

Kay-P. Braun 1 , Hans Lippert 1,3 , Henry Ptok 1,2 und Ingo Gastinger 1,2

Institutsangaben:

1 – An-Institut für Qualitätssicherung in der operativen Medizin gGmbH, Otto-von-Guericke Universität Magdeburg (Prof. Dr. I. Gastinger,

Prof. Dr. H. Lippert)

2 – Klinik für Chirurgie, Carl-Thiem-Klinikum Cottbus gGmbH (Prof. Dr. I. Gastinger)

3 – Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Otto-von-Guericke Universität Magdeburg (Prof. Dr. H. Lippert)

den Jahren 2004 und 2005 in einer an unserer

Qualitätssicherungsstudie teilnehmenden

Kliniken im Land Brandenburg operiert

wurden, geplant. Die Aussagekraft und Verwertbarkeit

der zu erhebenden Daten ist

essenziell von der Rücklaufquote und der

Qualität der Beantwortung der Fragebögen

abhängig. Hierbei gilt unsere Bitte an die

hausärztlichen Kollegen, sich in dem arbeitsreichen

Tag die Zeit für dieses Projekt zu nehmen.

Es sind insgesamt 29 Fragen, die mit

44 Kreuzen zu beantworten sind. 44 Kreuze,

die Ansatzpunkte für eine eventuelle Optimierung

der prä- und postoperativen Betreuung

und insbesondere für eine Verbesserung

der Zusammenarbeit mit den Kliniken liefern

können. Und daraus kann letztendlich eine

Arbeitserleichterung resultieren.

Ein zweiter wichtiger Arm der Studie beschäftigt

sich mit der postoperativen Lebensqualität

nach operativer Therapie eines Rektumkarzinoms.

Hierbei ist eine prospektive

Erhebung mittels standardisierter Fragebögen

direkt bei den Patienten über ein Followup

von zwei Jahren geplant. Ziel ist neben

den bereits bekannten onkologischen Ergebnissen,

das für den Patienten ebenfalls sehr

wichtige Out-come bezüglich der Lebensqualität

zu erheben.

Wir möchten nochmals auf die Wichtigkeit

Ihrer Mitarbeit im Sinne des Patienten und im

Sinne der Zusammenarbeit zwischen Klinik

und niedergelassenen Kollegen hinweisen.

Bei Rückfragen steht jederzeit

gern zur Verfügung:

Dr. med. Kay-P. Braun

Praxis für Allgemeinmedizin

(Inhaber: MR Dr. med. Hans-Peter Braun)

Albert-Schweitzer-Straße 11

03050 Cottbus

Tel.: 0355-524085

Fax: 0355-8662670

E-Mail: kay-p.braun@web.de

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Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

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Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

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Quelle der Kitteltaschenversion: Bundesärztekammer, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Kassenärztliche Bundesvereinigung

(Hrsg.) (2007) Nationale VersorgungsLeitlinie COPD, Kitteltaschenversion. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln – Mit freundlicher Genehmigung des Deutschen

Ärzte-Verlags

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

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Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

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Leitlinie zur Diagnostik

und Therapie

der COPD

Kurzfassung

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

Kardos u.a. (Hg.)

Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2007

2., überarbeitete Auflage.

19 Seiten, kartoniert.

€(D) 4,95

ISBN 978-3-13-132952-3

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· Leitlinien zur Diagnostik und Differentialdiagnose

· Schweregradeinteilung der COPD

· Therapie und Exazerbation


Spitzengespräch: Wie locken wir

junge Ärzte nach Brandenburg?

Spitzengespräch der Stellvertreter:

Brandenburgs Ministerpräsident

Matthias Platzeck und der Präsident

der Landesärztekammer Brandenburg,

Dr. Udo Wolter, waren verhindert

– nicht weniger kompetent

diskutierten an deren Stelle der stellvertretende

Ministerpräsident Ulrich

Junghanns und die stellvertretende

Ärztekammerpräsidentin Elke Köhler

am Rande der Jahresmitgliederversammlung

des Landesverbandes

der Freien Berufe Brandenburg über

die Probleme des Ärztemangels in

unserem Bundesland. In der lebhaften Diskussion, an der auch die

Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur, Dorette König, sowie

der Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit,

Winfrid Alber, teilnahmen, ging es vor allem um die Frage, wie Mediziner

für eine Tätigkeit in Brandenburg gewonnen werden können.

„Welche strukturellen Möglichkeiten haben wir, um junge Ärzte nach

Brandenburg zu locken?“, wurde die Herausforderung auf den Punkt

gebracht. Über die Dimension dieser Aufgabe waren sich die Gesprächspartner

vor allem auch deshalb einig, weil zurzeit rund 30 Prozent

aller im Land Brandenburg tätigen Ärzte 60 Jahre und älter sind.

Als „einen ersten Schritt in die richtige Richtung“ beurteilte in diesem

Zusammenhang die Vorsitzende des Hartmannbund-Landesverbandes

Brandenburg, Elke Köhler, die zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung

Brandenburg (KVBB), der Landesärztekammer und der Landeskrankenhausgesellschaft

geschlossene Rahmenvereinbarung zur

Etablierung von regionalen Weiterbildungsnetzen. Ziel dieser Zusammenarbeit

ist es, die Weiterbildung von Studienabsolventen zum

Facharzt – egal ob im Krankenhaus oder in der Praxis – für angehende

Haus- und Gebietsärzte regional eng zu verzahnen. Dadurch,

so die Hoffnung der Gesprächsrunde, könne die Ansiedlung von Ärzten

in Brandenburg mittelfristig gefördert werden.

„Wir schaffen uns einen Standortvorteil, wenn wir es jungen Ärzten

durch dieses Netzwerk ermöglichen, innerhalb der kürzest möglichen

Zeit ihren Facharztabschluss unter optimierten Bedingungen zu erlangen.“

Wenn es gelinge, die durch die Weiterbildungsordnung festgelegten

ärztlichen Fächer so zu koordinieren, dass junge Ärzte für einzelne

Ausbildungsabschnitte nicht mehr durch Deutschland reisen

müssten, könne das zu einer Tätigkeit im Lande motivieren.

Über die Aufgabenverteilung in dem gebildeten Netzwerk herrschte in

der Gesprächsrunde Übereinstimmung: Die KVBB vermittelt die an der

Weiterbildung interessierten Ärzte an entsprechend ermächtigte niedergelassene

Ärzte für den ambulanten Bereich, die Landesärztekammer

bestimmt Weiterbildungsinhalte und kontrolliert die Qualität der

Weiterbildung, und die Landeskrankenhausgesellschaft stellt in ausgewählten

Krankenhäusern die freien Weiterbildungsstellen bereit.

Wirtschaftsminister Junghanns versprach abschließend, mit den Vertretern

der Kommunen über die Schaffung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen

zu sprechen, die einen Start des jungen Arztes erleichtern könnten.

cklvbrb

Elke Köhler, Winfrid Alber, Dorette

König und Ulrich Junghanns (v.l.n.r.)

diskutierten darüber, wie mehr junge

Ärzte nach Brandenburg gelockt

werden könnten.

Foto: Christina Pöschel

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Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

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Kammerinformationen/Aktuell

Verein „Schlafmedizin Brandenburg“ fusioniert mit Berlin

PD Dr. Thomas Erler aus Cottbus ist 2. Vorsitzender

Dr. Thomas Erler

Foto: privat

Zehn Jahre lang ist

der Verein „Schlafmedizin

Brandenburg“

Veranstalter eines

jährlichen Fachtreffens

auf dem Gebiet

der Somnologie – in

diesem Jahr erstmals

unter einer neuen Regie.

Was Politikern

von Berlin und Brandenburg

noch nicht

gelungen ist, können

die Schlafmediziner bereits stolz verkünden:

Die Fusion somnologisch tätiger Experten beider

Länder unter einem einheitlichen Vereinsnamen

„Schlafmedizin Berlin-Brandenburg“

ist vollzogen.

Der Verein hat seinen Sitz in Berlin und

wird von sechs gewählten Vorstandsmitgliedern

vertreten:

1. Vorsitzender: PD Dr. med. habil.

Ingo Fietze, Berlin

2. Vorsitzender: PD Dr. med. habil.

Thomas Erler, Cottbus

Beisitzer: Dr. med. Frank Käßner,

Cottbus

Beisitzer: Prof. Dr. med. habil.

Thomas Penzel, Berlin

Schriftführer: Dr. med. Ralf Warmuth,

Berlin

Schatzmeister: A. Weisflog, Cottbus

In Cottbus fand Ende Oktober 2007 schließlich

das erste Symposium des neu gegründeten

Berlin-Brandenburger Vereins statt. Dort

Rund 2.000 Praxen haben sich aktiv an der

Impf-Kampagne der Kassenärztlichen Vereinigung

Brandenburg (KVBB) beteiligt und

die Zeit vom 5. September bis 12. Oktober

2007 verstärkt dazu genutzt, ihre Patienten

über Impfleistungen aufzuklären und zu impfen.

Mehrere hunderttausend Brandenburger

suchten in diesem Zeitraum die Arztpraxen

auf und ließen sich dort impfen, stellte

Dr. Hans-Joachim Helming, der Vorsitzende

der KVBB fest. Auch die Telefon-Hotline, die

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

trafen sich namhafte Ärzte, Wissenschaftler,

Medizintechniker, medizinisches Fachpersonal,

Patienten sowie Vertreter von Medizintechnikfirmen

und der Pharmaindustrie zu

einem Schlafmedizinischen Symposium. Renommierte

und ausgewiesene Referenten,

die auf dem Gebiet der Somnologie auf

beachtete Forschungsergebnisse und entsprechende

Publikationen verweisen können,

verliehen der Veranstaltung besonderes

Gewicht: Prof. Dr. Jürgen Fischer (Norderney),

Prof. Dr. Hans Schweisfurth (Cottbus),

A. Lies (Berlin), Dr. Alfred Wiater (Köln), PD

Dr. Ingo Fietze, Dr. Frank Käßner, Prof. Dr.

Thomas Penzel und Dr. Ralf Warmuth.

Unverändert ist die Vielzahl interdisziplinärer

und aktueller Themen, die das wissenschaftliche

Programm des Symposiums

ausmachten. Neben einem Update der letzten

Tagung der Deutschen Gesellschaft

für Schlafforschung und Schlafmedizin

(DGSM), die Anfang Oktober 2007 in Düsseldorf

stattfand (PD Dr. Fietze), bot das

Spektrum einen informellen Querschnitt aus

den Bereichen der Diagnostik und Therapie

von Schlafstörungen bei Kindern und Erwachsenen.

So konnte beispielsweise Prof.

Penzel über internationale Aktivitäten berichten,

die traditionelle Schlafstadieneinteilung

neu zu strukturieren. Dr. Wiater erläuterte

die Auswirkungen von Schlafstörungen

auf die kindliche Entwicklung.

Auch die Rahmenbedingungen der Schlafmedizin

in Deutschland, die sich seit zwei

Jahren deutlich verändert haben, sowie der

gegenwärtige Stand bei der Qualitätssicherung

wurden ganz traditionsgemäß beleuchtet.

täglich für zwei Stunden geschaltet wurde,

erfreute sich großer Resonanz.

"Erste statistische Erhebungen zeigen, dass

den Löwenanteil allein in diesen sechs Wochen

der Kampagne die Grippeschutzimpfungen

mit bislang rund 350.000 ausmachen",

sagte der KVBB-Vorsitzende. Neben

dieser aktuellen Impfung wurde aber vor allem

eine Erhöhung des Durchimpfungsgrades

ins Auge gefasst - mit einem respektablen

Ergebnis: Rund 25.000 Versicherte

Ein gesunder Schlaf ist von klein auf wichtig.

Foto: Rainer Weisflog

Die angespannte ökonomische Situation im

Gesundheitswesen macht es dringend erforderlich,

die Kräfte auf dem Gebiet der Somnologie

zusammenzuführen, um den nicht

kleiner werdenden Anforderungen gegenüber

einer wachsenden Patientenschar perspektivisch

noch gerecht zu werden.

Der Verein versteht sich als Ansprechpartner

für alle, die sich mit dem Problemkreis der

Schlafmedizin befassen, sich fortbilden wollen

oder einfach nur kompetenten Rat suchen.

Interessierte Kollegen sind als Mitglieder

herzlich willkommen.

Adresse:

Schlafmedizin Berlin-Brandenburg e.V.

Charité Universitätsklinik Berlin

Schlafmedizinisches Zentrum

Luisenstraße 13, 10117 Berlin

Impf-Kampagne

der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg ein großer Erfolg

Hunderttausende Brandenburger ließen sich in Arztpraxen impfen

erhielten beispielsweise Auffrisch-Impfungen

gegen Wundstarkrampf (Tetanus) und Krupp

(Diphtherie), etwa 10.000 gegen Keuchhusten

(Pertussis) und Kinderlähmung (Polio).

Als ausgesprochen positiv hätten sich die in

einigen Regionen angebotenen Spätsprechstunden

speziell zum Impfen bewährt. Viele

hätten dieses Angebot außerhalb der normalen

Sprechzeiten dankend angenommen.

pm/AJÜ


Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen

Am 14. August diesen Jahres wurde

das Unternehmensteuerreformgesetz verkündet.

Es bringt eine wesentliche Neuerung

für die steuerliche Behandlung von geringwertigen

Wirtschaftsgütern ab 2008

mit sich. Unter Umständen lohnt es sich, von

der Neuregelung betroffene Wirtschaftsgüter

noch dieses Jahr anzuschaffen.

Die Neuregelungen

Bis Ende diesen Jahres gilt ein Wirtschaftsgut

allgemein als geringwertig, wenn dessen

Anschaffungs- oder Herstellungskosten

maximal 410 € ohne Umsatzsteuer betragen.

Die Folge ist, dass die Aufwendungen

ohne Berücksichtigung der Nutzungsdauer

des Wirtschaftsguts im Jahr der

Anschaffung oder Herstellung sofort steuermindernd

geltend gemacht werden können.

Diese Regelung gilt auch 2008 weiter,

allerdings nur für Einkünfte aus nichtselbständiger

Arbeit und Vermietung und

Verpachtung.

Für Gewinneinkünfte, also z.B. aus einer

Arztpraxis, wird ab 2008 die Grenze für

geringwertige Wirtschaftsgüter auf 150 €

herabgesetzt. Entscheidend ist der Tag der

Anschaffung bzw. Herstellung des Wirtschaftsguts.

Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs-

bzw. Herstellungskosten zwischen

netto 151 und 1.000 € müssen ab 2008 in

einem jahrgangsbezogenen Sammelposten

erfasst werden. So wird der „Sammelposten

2008“ alle im nächsten Jahr angeschafften

bzw. hergestellten Wirtschaftsgüter

dieser Preisklasse enthalten und mit

20 Prozent jährlich über fünf Jahre abgeschrieben

werden. Der Sammelposten und

dessen Abschreibung bleibt von Veränderungen

der einzelnen Wirtschaftsgüter

unberührt. D.h. werden Wirtschaftsgüter

des Sammelpostens innerhalb dieser fünf

Jahre veräußert oder scheiden aus anderen

Gründen aus dem Betrieb aus, bleibt

der Sammelposten und die Abschreibung

unverändert. Bei Veräußerung eines Wirtschaftsguts

des Sammelpostens muss der

Kaufpreis folglich gewinnerhöhend erfasst

werden.

Vor- und Nachteile des Sammelpostens

Die Erfassung der Wirtschaftsgüter im Sammelposten

kann sowohl ein Steuervorteil als

auch ein Steuernachteil darstellen.

Vorteilig wirkt die Neuregelung, wenn ein

Wirtschaftsgut grundsätzlich eine längere

Nutzungsdauer als fünf Jahre hätte. So

ist z.B. zukünftig ein Schreibtisch zum

Anschaffungspreis von netto 950 € im

Rahmen des Sammelpostens über fünf

Jahre abzuschreiben. Aktuell wäre die

Abschreibung nach der amtlichen Abschreibungstabelle

noch über 13 Jahre

vorzunehmen. Auch der Wegfall des unter

Umständen zu führenden gesonderten

Verzeichnisses für geringwertige Wirtschaftsgüter

kann als positiv bewertet werden.

Nachteilig ist die fünfjährige Abschreibungsdauer

in all den Fällen, in denen das

Wirtschaftsgut nach jetzigem Recht in einem

kürzeren Zeitraum gewinnmindernd

abgeschrieben werden kann, z.B. bei

gebrauchten Wirtschaftsgütern. Auch die

fehlende Möglichkeit, bei Veräußerung

eines Wirtschaftsguts des Sammelpostens,

vom erzielten Preis den Buchwert abzuziehen,

um den Gewinn zu ermitteln, wirkt

nachteilig. Gleiches gilt für den Wegfall

der Sofortabschreibung bei Verlust oder

Zerstörung des Wirtschaftsguts.

Überlegungen zum Jahresende

Arzt und Recht

Die Schloss Akademie bietet erneut die fünfteilige Ausbildung zum Qualitätsmanager im Gesundheitswesen gemäß Curriculum der Bundesärztekammer

für Mitarbeiter aller Gesundheitsberufe an. Die Teilnehmerzahl ist auf 18 Personen begrenzt.

Seminarort: Potsdam. Leitung: Dr. med. G. Viethen, J. Gernhuber. Weitere Termine und Orte im Internet unter: www.schlossakademie.de

Termine:

Basiskurs (A) 08.02.-10.02.2008 QM Modelle (D) 23.05.-25.05.2008

Methoden (B) 14.03.-16.03.2008 Evaluation (E) 27.06.-29.06.2008

Moderation (C) 18.04.-20.04.2008

Wochenendkompaktkurs (Fr./Sa./So.)

Anmeldung:

Schloss Akademie für

Medizin und Management GmbH

Am Hang 11 · 24113 Molfsee / Kiel

Geringwertige Wirtschaftsgüter und Sammelposten ab 2008

Torsten Feiertag

Foto: Treuhand Hannover

Tel: 0431 – 65 94 99 89

Fax: 0431 – 65 99 77 2

info@schlossakademie.de

www.schlossakademie.de

Aus den aufgezeigten Vor- und Nachteilen

lassen sich einige Überlegungen zum Jahresende

ableiten. Demnach sollte darüber

nachgedacht werden, eventuell Wirtschaftsgüter

mit einem Preis von netto 411

bis 1.000 € bis zum Jahresende anzuschaffen,

wenn deren Nutzungsdauer kürzer

als fünf Jahre ist. Ist deren Nutzungsdauer

länger als fünf Jahre, sollte der Kauf

nach Möglichkeit bis nach dem 31. Dezember

2007 aufgeschoben werden, um

die schnellere Abschreibung über den

Sammelposten zu erreichen. In die Überlegungen

sollte allerdings einbezogen werden,

dass 2007 angeschaffte oder hergestellte

bewegliche Wirtschaftsgüter noch

degressiv mit maximal 30 Prozent abgeschrieben

werden können. Diese Möglichkeit

entfällt für erst ab 2008 angeschaffte

oder hergestellte Wirtschaftsgüter.

Torsten Feiertag,

Steuerberater, Treuhand Hannover GmbH

Kontakt:

Treuhand Hannover GmbH

Steuerberatungsgesellschaft,

Niederlassung Berlin

Joachimstaler Straße 10 – 12

10719 Berlin

Tel. 030/315947-0

Fax 030/315947-99

E-Mail:

kanzlei@treuhand-hannover-berlin.de

Angeschlossene Regionalbüros in

Bernau (Tel.03338/45564),

Luckenwalde (Tel. 03371/610927)

und Neuruppin (Tel. 03391/659830).

Weitere Infos unter

www.treuhand-hannover.de

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Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

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Leserbrief/Fortbildung

Leserbrief der Landesärztekammer Brandenburg

Zum Artikel der Lausitzer Rundschau vom 7. Dezember 2007 mit

der Überschrift „Hunderte Fälle von Ärztepfusch in Brandenburg“

Die Landesärztekammer Brandenburg

tritt entschieden dem Eindruck entgegen,

die ärztliche Versorgung im Land Brandenburg

zeichne sich durch Dilettantismus

aus. Schon der verwendete Begriff „Ärztepfusch“

polemisiert und trägt nicht zu

einer seriösen Fehleranalyse bei. Außerdem

belasten solche Darstellungen das

Arzt-Patientenverhältnis schwer.

Dies ist vor allem insofern bedenklich, als

die Bearbeitung mutmaßlicher Behandlungsfehler

durch die Krankenkassen

überhaupt nichts darüber aussagt, ob

dem Arzt letztlich ein Behandlungsfehler

vorgeworfen werden kann. Zudem sprechen

die tatsächlichen Zahlen eine andere

Sprache: Im Land Brandenburg sind die

Behandlungsfehler nicht angestiegen. Sie

bewegen sich im Verhältnis zu den täglich

tausendfachen Behandlungsvorgängen im

Promillebereich.

Brandenburg ist eines der Bundesländer

mit der schlechtesten ärztlichen Versorgung!

Eine solche rufmordartige Überschrift ist

keineswegs dazu geeignet, die in einigen

Regionen vor dem Kollaps stehende ambulante

ärztliche Betreuung zu sichern.

In schlechter journalistischer Form wird ein

den Krankenkassen gemeldeter Verdacht

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

Die von den Landesärztekammern errichteten

Schlichtungsstellen und Gutachterkommissionen

haben sich seit 25 Jahren

bewährt und haben in vielen Fällen das

Vertrauen in Neutralität und Sachkompetenz

ihrer Verfahren gewonnen.

Die dort festgestellten Ergebnisse der Untersuchung

mutmaßlicher Behandlungsfehler

bestätigen den aktuell in den Medien

vermittelten schlechten Eindruck in

keiner Weise. Denn nur in sehr wenigen

Fällen handelt es sich letztlich tatsächlich

um grobe Fehler – in der Mehrzahl beschäftigen

sich die Gutachter mit wenig

spektakulären Fällen. Die Gefahr besteht

jedoch darin, dass durch die medienträchtige

Darstellung des Themas die

ärztliche Arbeit insgesamt diskreditiert –

und damit einem vertrauensvollen Arzt/

Patientenverhältnis schwerer Schaden zugefügt

wird.

möglicher Behandlungsfehler – ohne, dass

sich dieser bestätigt hat, ohne, dass geklärt

ist, ob es ein ärztlicher, technischer

oder sonstiger Fehler sein könnte – als

„hundertfacher Ärztepfusch“ in fetten Lettern

als Aufmacher gedruckt.

Ich hoffe, dass Ärztekammer und Kassenärztliche

Vereinigung entschieden

Unser Appell geht daher an die beteiligten

und verantwortlichen Akteure des Gesundheitssystems:

Legen Sie Objektivität

an den Tag, statt auf Sensationsgier zu

setzen! Im Klartext heißt das: Krankenkassen

sollten die Öffentlichkeit nicht mit

undifferenzierten Fehlerstatistiken verunsichern,

wie es insbesondere die AOK getan

hat. Das Zusammenaddieren der mutmaßlichen

Behandlungsfehler von Ärzten

und Pflegepersonal auf 730 Fälle in diesem

Jahr verfälscht die wirkliche Zahl, da

man die Arbeit beider Berufsgruppen

nicht gleichsetzen kann. Die Krankenkassen

sollten stattdessen, wie die Landesärztekammer

Brandenburg, die Fehlerquellen

aufzeigen und so die Ärzte zu

erhöhten Anstrengungen anhalten.

Dies fördert eine effektive Fehlerprophylaxe,

die den Patienten zu Gute kommt.

Leserbrief

Beitrag in der Lausitzer Rundschau vom 7. Dezember 2007:

„Hunderte Fälle von Ärztepfusch in Brandenburg“

Fortbildung für Arzthelferinnen

gegen solche Unterstellungen und

Verleumdungen vorgehen. Ich kündige

hiermit mein Abonnement der Lausitzer

Rundschau!

MR Dr. med. Siegward Zyminski

Guben

Erwerb der Sachkunde gemäß § 4

Medizinprodukte-Betreiberverordnung (40 Stunden)

7./8. März 2008 und am 25./26. April 2008 in Potsdam

Beginn ist jeweils am Freitag um 9:00 Uhr.

Teilnehmergebühr: 360 €

Auskunft: Landesärztekammer Brandenburg, Referat Fortbildung, Postfach 101445, 03014 Cottbus

Telefon: (0355) 7 80 10 24, Fax: (0355) 7 80 10 44, E-Mail: akademie@laekb.de


Fortbildungsangebot

Akademie für

ärztliche Fortbildung

Fachkundeseminare

Rettungsdienst je 80 P

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB und Richtlinie der LÄKB

über die Eignungsvoraussetzungen

für die im Rettungsdienst mitwirkenden

Ärzte

(anerkannte Bildungsfreistellungsveranstaltung)

Voraussetzung für die Zulassung

12 Monate klinische Tätigkeit

(Nachweis bitte einreichen)

Wochenkurs

28. Jan. bis 4. Febr. 2008

2. bis 9. Juni 2008

3. bis 10. Nov. 2008

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: je 500 €

Kursleiter: A. Nippraschk,

Neuruppin; Dr. med. G. Schrot,

Treuenbrietzen; Dr. med.

E.-G. Stellke, Beeskow

Seminar Leitender Notarzt 40 P

gemäß Richtlinie der LÄKB

zur Qualifikation

des Leitenden Notarztes

1. bis 5. Dez. 2008

Ort: Cottbus

Teilnehmergebühr: 700 €

Kursleiter: A. Nippraschk,

Neuruppin

Weiterbildungskurs Allgemeinmedizin

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

Block 1:

18./19. April 2008 12 P

Block 14:

31. Mai 2008 8 P

Block 18:

26./27. Sept. 2008 12 P

Block 19:

8. Nov. 2008 8 P

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 10 €/Stunde

Kursleiter: Dr. med. R. Schrambke,

Schorfheide; OMR Dr. med.

V. Puschmann, Storkow

Intensivvorbereitung

auf die Facharztprüfung

Allgemeinmedizin 3 P

21. Mai 2008

15. Okt. 2008

Ort: Cottbus

Teilnehmergebühr: 60 €

Kursleiter: Dr. med.

R. Schrambke, Schorfheide

Psychosomatische

Grundversorgung (80 Stunden)

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

19./20. Jan. 2008 16 P

1./2. März 2008 16 P

12./13. April 2008 16 P

7./8. Juni 2008 16 P

5./6. Juli 2008 16 P

Ort: Potsdam

5./6 April 2008 16 P

31. Mai/1. Juni 2008 16 P

21./22. Juni 2008 16 P

13./14. Sept. 2008 16 P

25./26. Okt. 2008 16 P

Ort: Potsdam

28./29. Juni 2008 16 P

23./24. Aug. 2008 16 P

20./21. Sept. 2008 16 P

15./16. Nov. 2008 16 P

13./14. Dez. 2008 16 P

Ort : Potsdam

Teilnehmergebühr: 920 €/Kurs

Kursleiter: Dr. med. R. Kirchner,

Cottbus

Psychosomatische Grundversorgung

(80 Stunden) im Fachgebiet

Frauenheilkunde

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

14./15. Juni 2008 16 P

12./13. Juli 2008 16 P

16./17. Aug. 2008 16 P

13./14. Sept. 2008 16 P

6./7. Dez. 2008 16 P

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 920 €

Kursleiter: Dr. med. R. Kirchner,

Cottbus

Sozialmedizin

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

Aufbaukurs C

(V/VI – EF) 80 P

18. bis 29. Febr. 2008

Grundkurs A

(I/II – AB) 80 P

14. bis 25. April 2008

Aufbau D

(VII/VIII – GH) 80 P

15. bis 26. Sept. 2008

Grundkurs B

(III/IV – CD) 80 P

3. bis 14. Nov. 2008

Ort: Bernau

Teilnehmergebühr: je 440 €

Kursleiter: Prof. Dr. med.

J.-U. Niehoff, Potsdam

Spezielle Schmerztherapie

(80 Stunden) 80 P

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

25./26. April 2008

6./7. Juni 2008

5./6. Sept. 2008

10./11. Okt. 2008

Beginn jeweils 9.00 Uhr

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr:

195 €/Block

Kursleitung: Dr. med.

G.-J. Fischer, Teltow; Dr. med.

U. Böhme, Eisenhüttenstadt

Sonographie-Kurse

Abdomen je 30 P

nach den Richtlinien der

Kassenärztlichen Bundesvereinigung

und der DEGUM

Grundkurs

7. bis 10. Febr. 2008 in Potsdam

18. bis 21. Sept. 2008 in Potsdam

Kursleiter: Prof. Dr. med.

J. Hierholzer, Potsdam

6. bis 9. März 2008

in Luckenwalde

Kursleiter: Dipl.-Med. M. Paura,

Luckenwalde

10. bis 13. April 2008 in Potsdam

6. bis 9. Nov. 2008 in Potsdam

Kursleiter: Dr. med. B. Kissig,

Potsdam

Aufbaukurs

19. bis 22. Juni 2008 in Potsdam

20. bis 23. Nov. 2008 in Potsdam

Kursleiter: Prof. Dr. med.

J. Hierholzer, Potsdam

6. bis 9. Nov. 2008

in Luckenwalde

Kursleiter: Dipl.-Med. M. Paura,

Luckenwalde

Teilnehmergebühr: je 340 €

Suchtmedizinische

Grundversorgung

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

in Zusammenarbeit mit dem AISS

(Angermünder Institut für Suchttherapie

und Suchtmedizin)

und der Suchtakademie

Berlin-Brandenburg e.V.

Block I – Alkohol, Nikotin

und Versorgung 16 P

18./19. Jan: 2008

Block II – Drogen- und Medikamentenprobleme,

Missbrauch,

Abhängigkeit, Substitution,

Notfälle, Toxikologie 17 P

15./16. Febr. 2008

Block III – Motivierende

Gesprächsführung in der

Sprechstunde und Klinik,

Motivationales Interview

nach Miller/Rollnick 17 P

4./5. April 2008

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 150 €/Block

Leitung: PD Dr. med. G. Richter,

Angermünde; Prof. Dr. med.

U. Schwantes,

Humboldt-Universität Berlin

3. Forum

für den Hausarzt 8 P

Up dates Allgemeinmedizin,

Fortbildung

Leitlinien vorgestellt, Der Palliativpatient

in der Hausarztpraxis

15. März 2008,

09.00 bis 15.30 Uhr

Ort: Dahlewitz

Teilnehmergebühr: auf Anfrage

Leitung: Dr. med. R. Schrambke,

Schorfheide

Kurse im Strahlenschutz

gemäß Röntgenverordnung

Röntgen-Aktualisierungskurs

für OP-Schwestern (4 Stunden)

19. März 2008, 13.00 Uhr

Röntgen-Aktualisierungskurs

für Ärzte (8 Stunden) 9 P

19. April 2008 in Dahlewitz

Teilnehmergebühr: 120 €

Grundkurs

im Strahlenschutz 17 P

22./23. Okt. 2008

Ort: Cottbus

Spezialkurs

im Strahlenschutz 17 P

24./25. Okt. 2008

Ort: Cottbus

Teilnehmergebühr: je 280 €

Leitung: Doz. Dr. med. habil.

C.-P. Muth, Cottbus

Qualifikationskurs für Transfusionsbeauftragte/Transfusionsverantwortliche

16 P

22./23. Febr. 2007 in Cottbus

Kursleiter: Dr. med. E. Grünelt,

Dr. med. G. Haring; Cottbus

Teilnehmergebühr: 180 €

Grundkurs Palliativmedizin

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

Teil 1: 29. Febr./

1. März 2008 13 P

Teil 2: 11./12. April 2008 13 P

Teil 3: 23./24. Mai 2008 14 P

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 180 €/Block

Spezifische

Schmerzpsychotherapie

Teil 1: 14./15. März 2008 16 P

Teil 2: 11./12. April 2008 16 P

Teil 3: 16./17. Mai 2008 16 P

Teil 4: 13./14. Juni 2008 16 P

Teil 5: 4./5. Juli 2008 16 P

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 920 €

Leitung: MR Dr. med. W. Loesch,

Potsdam

Ihre Anmeldung richten Sie bitte

an die Landesärztekammer

Brandenburg,

Referat Fortbildung,

Postfach 101445,

03014 Cottbus,

Fax (0355) 7 80 10 44,

E-Mail: akademie@laekb.de,

Internet www.laekb.de.

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

19


20

Fortbildung

Bemerkungen zum Theorie-Curriculum für Spezielle Schmerz-Psychotherapie

MR Dr. med. Wolfgang Loesch, Potsdam

Der Ausschuss Psychosoziale Versorgung hatte

2003 eine Dringlichkeitsliste für Versorgungsdefizite

erarbeitet. In dieser stand als

dringend zu veränderndes Defizit nach der

Problematik der Psychosozialen Onkologischen

Versorgung (hierzu läuft als erfolgreiches

Fortbildungsmodell auch für 2008 ein

mit der LAGO erarbeitetes Fortbildungs-Curriculum)

schmerzbezogene Psychotherapie

ganz oben im Aufgabenkatalog.

Nachdem im 1. Halbjahr 2007 das Theoriecurriculum

„Schmerzbezogene Psychotherapie“

als Angebot der Brandenburger Akademie

für ärztliche Fortbildung erstmalig in

Potsdam erfolgreich durchgeführt wurde, ist

es ab März 2008 erneut in den Plan gekommen.

Das freut die Initiatoren (neben dem

Autor Kollege Dr. R. Schürer, Potsdam, vom

Interdisziplinären Arbeitskreis Brandenburger

Schmerztherapeuten, Dipl.-Psych. J. Golombek,

Potsdam-Neufahrland und Dipl.-Psych.

W. Ritz, Sommerfeld vom Institut für Psychosomatik

und Psychotherapie e.V. Potsdam-Babelsberg)

natürlich sehr. In Anlehnung an in

anderen Landesärztekammern entstandenen

Entwicklungen ist der Titel verändert worden

in „Spezielle Schmerzpsychotherapie“ (bisher

„Schmerzbezogene Psychotherapie“).

Der Ausschuss Psychosoziale Versorgung

und die Arbeitsgruppe, die das Programm

entwickelt hat, sind der Ansicht, dass es für

die Versorgung von Schmerzpatienten sehr

bedeutsam sein kann, wenn die psychosozialen

Komponenten der Schmerzproblematik

angemessen berücksichtigt werden.

Schwerpunktmäßig auf die medikamentöse

Schmerztherapie zu setzen und die sehr effektiven

Möglichkeiten psychotherapeutischer

Schmerzbehandlung zu vernachlässigen,

ist als Fehlentwicklung anzusehen!

Medikamentöse Schmerztherapie ist auch bei

Anwendung lege artis sehr viel nebenwirkungsreicher

als schmerzbezogene Psychotherapie

und oft keineswegs billiger.

Zielgruppe für die Fortbildung sind: Ärztliche

und Psychologische Psychotherapeuten,

Ärzte mit abgeschlossener Ausbildung in

spezieller Schmerztherapie und Abschluss

in Psychosomatischer Grundversorgung und

Kollegen, die sich in Weiterbildung zu diesen

Abschlüssen befinden. Auch darüber hinaus

interessierte Kollegen wie Hausärzte, Orthopäden,

Rheumatologen, Onkologen können

von dem Kurs sehr profitieren.

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

Zielstellung ist die Entwicklung psychodiagnostischer

und psychotherapeutischer Kompetenz

zur speziellen Anwendung in der

multimodalen Behandlung von Patienten mit

chronifizierungsgefährdeten und chronischen

Schmerzsyndromen.

Das Programm wird in fünf Komplexen

jeweils Freitag/Samstag ab März 2008 je

ein Mal im Monat durchgeführt.

Wesentliche Theoriebausteine:

1. Theorie

1.1 Epidemiologie

1.2. Klassifikation (nach ICD 10, Mainzer

Schmerzstadienmodelle (Einteilung nach

Gerbershagen), Multiaxiale Schmerzklassifikation

(MASK- S&MASK-P)

1.3. Krankheitsmodelle und Erklärungsansätze

(Allgemeine kognitive, emotionale

und verhaltensbezogene Aspekte der

Schmerzentstehung, Schmerzreaktion,

des Schmerzverhaltens und deren Interaktionen,

Spezielle Modelle und ihre

Verbindungen, so bio-psycho-soziale

Modelle, lerntheoretische Modelle, kognitive

Modelle, psychodynamische Modelle,

systemische Modelle, affektpsychologische

Ansätze, physiologische

Modelle, neurobiologische Modelle.

1.4. Komorbiditäten und Multimorbidität

(Ätiologische und funktionelle Einflüsse

psychischer und somatischer Faktoren

und deren Wechselwirkung)

1.5. Funktionelle Aspekte der Schmerzwahrnehmung,Schmerzkommunikation,

Schmerzverhalten

2. Schmerzdiagnostik

2.1 Medizinische Schmerzdiagnostik (Verbindung

morphologischer und körperlichfunktioneller

Aspekte in der Schmerzdiagnostik)

2.2 Psychologische und psychosoziale

Schmerzdiagnostik (Anamnese und Exploration,

Besonderheiten der Anamneseerhebung

bei chronischen Schmerzpatienten:

biografischsoziale und

schmerzspezifische Anamnese, psychosomatisch

orientierte Exploration, strukturierte

Interviews, Testdiagnostik: (Frage-

bögen zur Erfassung

subjektiver

Schmerz- und

Krankheitsüberzeugungen,Fragebögen

zur Erfassung

der Schmerzintensität

und Schmerzbewältigung,Psychophysiologische

Messmethoden,

Fragebögen zur

Erfassung anderer

psychischer und

psychosomatischer Erkrankungen, z.B.

bei Depression und Angststörungen),

Einführung in psychodiagnostische Systeme,

Verhaltensanalytische Diagnostik

(VT), Operationalisierte psychodynamische

Diagnostik

2.3. Differenzialdiagnostik a) zu anderen

psychischen und psychosomatischen Erkrankungen:

Somatisierte Depression,

somatisierte Angststörung, Schmerzsyndrome

bei Persönlichkeitsstörungen, Dissoziative

Störungen, b) zu körperlichen

Erkrankungen

2.4. Sozialmedizinische Aspekte der Diagnostik

3. Behandlung

MR Dr.

Wolfgang Loesch

Foto: Anja Jüttner

3.1. Allgemeine Behandlungsgrundsätze wie:

das biopsychosoziale Krankheitsmodell

und Interdisziplinarität in der Behandlung,

Grundlagen emotionaler,

affektiver, kognitiver, motivationaler

und verhaltensbezogener Behandlungsfaktoren

bei Schmerzsyndromen,

Therapeutische Zielstellung: wie

Schmerzbeeinflussung, Autonomieentwicklung,

Lebensqualität, Multimodale

Behandlungsansätze, verbale, nonverbale

und körperorientierte Methoden in

komplementärer Anwendung, Edukation,

Aufklärung, Beratung

3.2 Verbindung somatischer, psychotherapeutischer

und psychosozialer Behandlungsanteile,

wie: medikamentöse

Schmerztherapie und Psychotherapie,

Körperlich-funktionelle Therapie und

Psychotherapie, Depressions-Angst-

Syndrom, affektive Störungen, Posttraumatische

Belastungsreaktion, Persönlichkeitsstörungen,

Anpassungs- und

Belastungsstörungen


3.3. Psychotherapeutische Behandlung: Allgemeine psychotherapeutische

Methoden bei Schmerz, Edukativ-körperorientierte

Methoden: Körperwahrnehmungsübungen, Entspannungsmethoden,

Biofeedback, Gruppenmethoden: indikative, störungsspezifische

Schmerzgruppe, Trainingsprogramme (Konzentrative

Entspannung, Feldenkrais, Yoga, Tai Chi).

Verhaltenstherapeutische Methoden: symptombezogene und

verhaltensbezogene Ansätze, dabei erlebnisorientierte und ressourcenorientierte

Methoden: Körperpsychotherapie, Hypnotherapie,

NLP. Weiter. Aufdeckende Methoden: psychodynamische

Einzeltherapie, analytische/tiefenpsychologische Gruppen,

Katathym-imaginative Therapie. Darüber hinaus: Spezifische

Behandlungsansätze bei wichtigen Schmerzsyndromen wie Migräne/Kopfschmerzen,

Rheuma/„Fibromyalgie“, Rückenschmerzen,

Viszeraler Schmerz, Tumorschmerz, Morbus Sudeck.

Praktische Erfahrungen werden u.a. mit einem für Schmerz-Psychotherapie

sehr geeigneten Entspannungsverfahren (Konzentrative

Entspannung nach WILDA-Kiesel) und der Feldenkrais-Arbeit vermittelt.

Demonstrationen von konkreter Patientenarbeit life und mit Videos

helfen, den Zugang zu konkretisieren.

Dankenswerterweise sind eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen

mit ihrem Spezialwissen und ihren Erfahrungen beteiligt – so neben

den o.a. Initiatoren Prof. Dr. Weber, Senftenberg, Prof. Dr. Hartmut

Schröder, FFO, Fachphysiotherapeutin Marga Trebesch, Potsdam

und Frau Dipl.-Med. Hartmann, Berlin.

Neben der Theorievermittlung sollte für einen Abschluss in „Spezieller

Schmerz-Psychotherapie“ auch klinisch-praktische Tätigkeit erforderlich

sein. Für Psychotherapeuten kann ein Abschluss in „spezieller

Schmerz-Psychotherapie“ einen Schwerpunkt in der eigenen

Arbeit herausarbeiten und unterstützen. Es ist zu hoffen, dass die institutionellen

Grundlagen dafür entwickelt werden.

Für ärztliche spezielle Schmerztherapeuten ist die Fortbildung eine sicher

sehr gute und vertiefende spezielle „Psychosomatische Grundversorgung“

und Anregung für eine vertiefte Arbeit auf diesem wichtigen

Gebiet, Schmerzkranke zu verstehen und ein effektives

Therapieangebot zu machen. Für die Zusatzqualifizierung „fachgebundene

Psychotherapie“ kann das Curriculum als Zusatz-Modul

verwendet werden.

Spezifische Schmerzpsychotherapie

Teil 1: 14./15. März 2008 16 P

Teil 2: 11./12. April 2008 16 P

Teil 3: 16./17. Mai 2008 16 P

Teil 4: 13./14. Juni 2008 16 P

Teil 5: 4./5. Juli 2008 16 P

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 920 €

Leitung: MR Dr. med. W. Loesch, Potsdam

Anmeldung: Landesärztekammer Brandenburg

Fax: (0355) 7801044, E-Mail: akademie@laekb.de

Dipl. Finw. FH ROBERT WOLF Steuerberater

17268 Boitzenburger Land

Fürstenau 4

Tel.: 039855 / 36 943

Fax: 039855 / 36 888

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Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

21


22

Fortbildung

XX. Symposium des Vereins Oberlinhaus

Trends und Kniffe in der Sportorthopädie

Die Oberlinklinik in Potsdam-Babelsberg

führte bereits Ende November 2006 ihr

20. Fachsymposium durch. Im Zentrum der

zertifizierten Fortbildungsveranstaltung standen

diesmal neue Behandlungsmöglichkeiten

in der Sportorthopädie. Primäre Schwerpunkte

dieser Disziplin sind so genannte Weichteilerkrankungen,

Ansatztendinopathien und

chronische Sehnenreizungen sowie die Versorgung

von Rupturen. Wie diese Erkrankungen

vermieden, behandelt, gelindert und

gegebenenfalls operativ versorgt werden

können, diskutierten Experten der Sportorthopädie

mit 160 Teilnehmern. In einer

Demonstration konnten die Anwesenden via

Live-Übertragung aus dem OP direkt eine

Schulteroperation mitverfolgen und dem Operateur

über die Schulter blicken.

Die erfreuliche Entwicklung des Breitensports

durch ein geändertes Körperbewusstsein

und Freizeitverhalten fördert nicht nur die

Gesundheit. Denn sportliches Training kann

seine gesundheitsfördernde Wirkung nur

begrenzt entfalten, wenn es nicht gelingt,

Verletzungen zu vermeiden. Es kommt, so

der wissenschaftliche Leiter des Symposiums,

Dr. Robert Krause, in den letzten Jahren vermehrt

zu Überlastungsschäden am Bewegungsapparat.

In diesen Fällen ist maximaler

Einsatz erforderlich, um dem Sportler

wieder die sportliche Betätigung zu ermöglichen.

Neben der medizinischen Versorgung

steht dabei im Oberlinhaus auch die

Rehabilitation im Vordergrund, bei der die

auslösenden Faktoren besprochen und Vermeidungsstrategien

erarbeitet werden, um

den weiteren Verschleiß zu verhindern.

Das 20. Symposium der Oberlinklinik nahm

Bezug auf ein wichtiges Charakteristikum

der Stadt Potsdam: Als Olympiastützpunkt

werden in der Brandenburger Hauptstadt

junge Athleten auf ihre sportliche Karriere

vorbereitet. Dabei kann Potsdam mit einigem

Stolz auf jahrzehntelangen Erfolg bei

Weltmeisterschaften oder Olympiaden zurückblicken.

So verwundert es nicht, dass der einzige

medizinische Lehrstuhl in Brandenburg am

Institut für Sportmedizin und Prävention der

Universität Potsdam angesiedelt ist. Der neue

Institutsdirektor Prof. Dr. Frank Mayer berichtete

über die Studienlage zur Effizienz konservativer

Therapiemaßnahmen bei chronischen

Sehnenbeschwerden im Sport. Leider,

so Mayer, lägen zu den meisten konservativen

Methoden keine ausreichenden evidenzgestützten

Daten vor. Trotz häufigen

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

Auftretens von Entzündungen der Patellarund

Achillissehne, der Rotatorenmanschette,

des Quadrizeps, Tibialis anterior und Extensor

carpi radialis sowie des Tractus iliotabialis

werden diese Beschwerden ambitionierter

Läufer noch häufig falsch behandelt.

Rezidivierende Überlastungen der Muskulatur

und des Bandapparates führen zu Mikrorupturen,

Entzündungen und Schmerzen.

Viele Patienten werden deshalb mit Steroiden

und Lokalanästheika behandelt. Der

Nutzen einer solchen Behandlung, so führte

Mayer aus, sei wissenschaftlich nicht belegt.

Ebenfalls irreführend, so Mayer, sei der Befund

einer Tendinitis, da sich in den Biopsien

befallener Sehnen keine Entzündungszellen

nachweisen ließen. Man müsse daher bei

chronischen Sehnenbeschwerden von einer

Tendinose im Sinne einer degenerativen Erkrankung

sprechen.

Betroffene erwähnen in der Anamnese zumeist

eine längere Vorgeschichte, erfolglose

Therapieversuche und Schmerzen, die besonders

stark zu Beginn der Übungen auftreten.

Es finden sich knotenförmige Auftreibungen

der Sehnen. Sonografisch stellen sich

intratendinöse Läsionen, Adhäsionen, Verdickungen

und Unterbrechungen der Sehnenstruktur

dar. Tendinosen werden durch repetitive

Microtraumata verursacht. Diese sind

begleitet von einer Einsprossung nozizeptiver

Substanz P-positiver Nervenfasern. Darin ist

auch die Ursache der Schmerzen zu sehen,

so Mayer weiter. Insofern müsse sich die Therapie

auf die Reduzierung der neu eingesprossten

Nervenendigungen richten.

Dazu untersuchte Mayer in einer Studie, welche

Therapie für die Linderung der Schmerzen

am besten geeignet ist. Die Studiengruppe

erhielt in zehn Sitzungen über vier Wochen

Physiotherapie mit Eis, Ultraschall und Querfriktionen

der betroffenen Sehnen. Das kombinierte

Trainingsprogramm umfasste Dehnung

und konzentrisch-exzentrische Kräftigungsübungen.

In der Kontrollgruppe wurden die

Patienten einmal ohne Intervention mit regulärem

Training sowie lediglich mit verordneter

Ruhe behandelt. Eine weitere Gruppe erhielt

Einlagen aus PU-Schalen mit vertikalem Aufbau

aus einem Block, Längsgewölbestütze

und Detorsionskeil.

Während sich in den Kontrollgruppen kein

Effekt zeigte, wiesen die physiotherapeutisch

behandelten, aber auch die mit Einlagen

versorgten Patienten eine deutliche Schmerzreduktion

auf. Die Therapie zeigte in den

beiden erwähnten Gruppen deutliche lokale,

muskuläre und sensomotorische Wirkungen.

Dabei stellte sich heraus,

dass durch das

exzentrische Training

und die Querfriktionen

in der Physiotherapie

die Neovaskularisation

und damit der Schmerz

deutlich reduziert werden

konnten.

Der wissenschaftliche

Leiter des

Symposiums:

Dr. Robert Krause

Foto: Dr. Rühmkorf

Dr. Robert Krause, Chefarzt

der Abteilung Extremitätenchirurgie

und Allgemeine Orthopädie

der Oberlinklinik, erläuterte die Therapiemöglichkeiten

bei Sehnenrupturen. An der

unteren Extremität kommt es am häufigsten

zur Achillessehnenruptur. 87 Prozent der Betroffenen

sind aktive Läufer, 80 Prozent sind

männlich und zwischen 30 und 50 Jahren alt.

Über die Hälfte von ihnen weist bereits degenerative

Veränderungen in den betroffenen

Sehnen auf. Neben dem Laufsport führen alle

Ballsportarten sowie Badminton, Tennis und

Squash häufig zu Sehnenrupturen. Insofern

ist die Anamnese in vielen Fällen bereits zielführend.

Bei der klinischen Untersuchung findet sich

häufig eine Delle und ein negativer Thompson-Test

(kräftige seitliche Kompression der

Wadenmuskulatur, die bei intakter Achillessehne

zu einer passiven Plantarflektion des

Fußes führt).

Die Sonografie als bildgebendes Verfahren

hat sich bewährt. Nur bei Patienten, die bereits

eine längere Krankengeschichte aufweisen

und die Frage nach einer erforderlichen

plastischen Rekonstruktion im Vordergrund

steht, sollten ein MRT erhalten.

Eine Vielzahl an Operationsverfahren ist

heute etabliert, um eine Achillessehnenruptur

zu behandeln. Der Zugang kann percutan,

minimalinvasiv oder offen erfolgen, die Versorgung

erfolgt durch Augmentation, Fibrinklebung

oder Umkippplastik. Anschließend

wird der betroffene Fuß im Gipsverband ruhig

gestellt, bis dieser dann gegen den Vacoped

Stiefel für zirka sechs Wochen eingetauscht

wird. In ihm erfolgt die Teilbelastung

von 50 Prozent für die ersten zwei bis drei

Wochen, der Fuß sollte dabei in 30 Grad

Plantarflexion gehalten werden.

Krause plädierte dafür, die Achillessehne

möglichst operativ zu versorgen, denn sowohl

im Hinblick auf Rerupturen, Restbeschwerden

als auch Kraftminderung sind

die Ergebnisse der konservativen Therapie

signifikant schlechter als bei operativer Versorgung.


Eine weitere häufige Erkrankung von Sportlern

ist das Patellarspitzensyndrom oder

jumpers-knee, das sich bei fast der Hälfte aller

Volleyballprofis und jedem dritten Basketballer

findet. Diese Erkrankung schreitet

langsam fort. Zu Beginn bestehen nur

Schmerzen nach Ende des Trainings oder

Spiels, dann kommen Schmerzen hinzu, die

nach dem Aufwärmen verschwinden. Wenn

sich dann erst einmal permanenter Schmerz

in der Patellarsehne eingestellt hat, ist es nur

noch eine Frage der Zeit, bis es zur Ruptur

kommt. Studiendaten sind nicht aussagekräftig,

weil nach der Studie von Bahr

(2002) auch 12 Monate nach Therapiebeginn

kein Unterschied zwischen konservativer

und operativer Therapie im Outcome

festzustellen sind, während Coleman (2000)

zu dem Ergebnis kam, dass bei 83 Prozent

der Operierten von einem Erfolg gesprochen

werden könne. Anschließend ist eine Ruhigstellung

erforderlich. Nachuntersuchungen

haben ergeben, dass von den operierten Patienten

65 Prozent anschließend wieder ihren

Sport in gleicher Intensität ausüben

konnten. Auf der anderen Seite sah sich jeder

Vierte gezwungen, trotz Therapie die

Sportart aufzugeben oder zu wechseln.

Der Tennisellbogen oder Epicondylopathie

ist eine weit verbreitete Erkrankung von ehrgeizigen

Sportlern. Diese Krankheit zeichnet

sich durch einen zum Unterarm oder handwärts

ausstrahlenden Schmerz aus, der meist

durch Dorsalflexion der Hand oder Faustschluss

noch verstärkt wird. Für Patienten, die

unter einer chronischen radialen Epikondylopathie

leiden, gibt es eine Vielzahl innovativer

konservativer Therapiestrategien. Der

leitende Arzt der Sektion Kinderorthopädie

des Centrums für Muskulo-Skeletale Chirurgie

der Charité, Dr. Richard Plazcek, erläuterte

die derzeitige Studienlage.

Die extrakorporale Stoßwellentherapie und

die Akupunktur sind zwei etablierte und vielversprechende

Verfahren, die immer noch

den „state of the art“ abbilden. Allerdings

gibt Plazcek zu bedenken, dass eine eindeutige

Bewertung aufgrund widersprüchlicher

Studienaussagen derzeit nicht möglich ist.

Deshalb werde intensiv nach weiteren Verfahren

geforscht.

Die Verwendung von Nitropflastern, die normalerweise

bei der Behandlung der KHK zur

Anwendung kommen, kann bei Applikation

auf den betroffenen Ellbogen zwar signifikant

die Beschwerden reduzieren, doch ist

diese Linderung häufig mit einem Nitratkopfschmerz

erkauft. Gegenüber der Botox-Therapie

kommt es beim Nitro-Pflaster zu keinen

Lähmungen oder Muskelschwächen. Dieses

Verfahren sollte aber nur für spezielle Fälle

verwendet werden.

Da hinsichtlich der Verwendung von Botolinumtoxin

(boNT-A) zur Behandlung der Epikondylopathie

nur unklare Studienergebnisse

vorliegen, führte die Charité zusammen

mit 15 weiteren Prüfzentren eine randomisierte,

doppelblinde und plazebokontrollierte

Multicenterstudie durch. Dabei werden

130 Patienten über einen Zeitraum von

18 Wochen untersucht. Diese Studie der Level-1-Evidenz

wird während des gesamten

Zeitraums von einem unabhängigen Prüfzentrum

begleitet. Die Patienten haben im

Durchschnitt seit über 15 Monaten Beschwerden

und bereits 3,6 Therapieversuche hinter

sich. Alle Patienten erhalten entweder Placebo

oder 60 Einheiten Dysport 3 bis 4 cm

distal zum lateralen Epicondylus. Die Ergebnisse

im Prüfprotokoll halten die Ergebnisse

einer standardisierten Untersuchung,

eine Globalbewertung von Patient und

Therapeut, Messung der Faustschluss- und

Extensionskraft fest. Nach 18 Wochen fanden

sich signifikante Besserungen bei den

Schmerzscores, der Beurteilung des ständigen

Schmerzes und in der Standarduntersuchung.

Die globalen Bewertungen durch

Patient und Behandler vs. Placebo zeigten

ebenfalls eine signifikante Besserung. Die

Minderung der Faustschlusskraft und Extensionskraft

waren unter Botox zunächst reduziert,

bei Abschluss der Untersuchung aber

sogar stärker als in der Kontrollgruppe, was

Plazcek als Zugewinn durch die Schmerzreduktion

bezeichnete. Die Nebenwirkungen,

insbesondere durch die initiale Kraftminderung,

waren moderat. Für die optimale

Dosierung und Injektionstechnik sind noch

weitere Studien erforderlich. Bis dahin sollte

die Botox-Therapie als Therapiealternative in

chronischen Fällen zur Anwendung kommen.

Wenn heute Sportler operiert werden müssen,

werden in der rekonstruktiven Gelenkchirurgie

zunehmend bioresorbierbare

Implantate verwendet, wie Dr. Thorsten

Schuhr, leitender Oberarzt der Oberlinklinik

in Potsdam, ausführte. Der Patient erwarte

heute von einer Gelenkoperation,

dass sie minimalinvasiv, atraumatisch und

funktionell sein soll. Das Gelenk sollte

möglichst nicht durch lange Ruhigstellung

in seinen Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt

werden, die Muskulatur trotz Verletzung

weiter trainiert werden können.

Dafür bieten die so genannten bioresorbierbaren

Werkstoffe eine gute Hilfe.

Insbesondere für Schulter- und Kniegelenkseingriffe

sowie zur Behebung von Knorpelund

Meniskusläsionen haben sich diese

Materialien bewährt.

Der größte Vorteil dieser neuen Materialien

liegt in der Einzeitigkeit des Eingriffs, Materialentfernungen

können dadurch unterbleiben.

In den bildgebenden Verfahren können

bei Nachuntersuchungen Artefakte, wie sie

durch metallische Werkstoffe entstehen, vermieden

werden. Im Falle einer Nachoperation

sind die Stellen, an denen bioresorbierbare

Schrauben verwendet werden,

zumeist komplett wieder von Knochenmasse

durchbaut, so dass weniger Probleme bei

notwendigen neuen Operationen auftauchen.

Trotzdem, so Schuhr, seien die neuen

Verfahren mit Vorsicht anzuwenden, denn es

könne immer noch zu Entzündungsreaktionen

kommen, wenn das Implantat intraartikulär

liege. In manchen Fällen werden

Osteolysen im Bereich des Implantats beschrieben,

auch ein Versagen des Implantats

ist möglich – für Schuhr aber kein Grund, auf

diese Materialien zu verzichten. „Sie sind

aus der fortschrittlichen Chirurgie nicht mehr

wegzudenken. Bereits heute haben sie ein

hohes Sicherheitspotenzial für Empfänger

und Anwender!“ So können es die Schrauben

der neuesten Generation in ihrer Festigkeit

mit den herkömmlichen Schrauben

durchaus aufnehmen. Das gelte auch für den

Preis, da es im Bereich der Schrauben kaum

noch Unterschiede gibt.

Das Fachpublikum konnte auch auf diesem

Symposium erneut in einer Life-OP beobachten,

wie eine aktive Sportlerin, die bereits

mehrfach eine Schulterluxation erlitten

hatte, operativ versorgt wurde. Die bestehende

Instabilität behinderte die Patientin in

der sportlichen Ausübung. Bei ihr lag eine

SLAP-Läsion (Superior Labrum Anterior to

Posterior) am oberen Rand der Schulterpfanne

vor. Die SLAP-Risse wurden unter

Verwendung von resorbierbaren Knochenankern

arthroskopisch versorgt. Für das Publikum

gab es durch die Doppelbildtechnik

kontinuierlich das endoskopische Bild wie

auch den Blick in den OP. Nach einer knappen

Stunde konnte die Operation beendet

werden, wofür Dr. Schuhr auch für ihn

ungewöhnlichen Beifall des Publikums entgegennahm.

Das XXI. Symposium der Oberlinklinik fand

am 27. Januar 2007 unter dem Thema

„Konzepte und Möglichkeiten in der orthopädischen

Schmerztherapie“ in Potsdam

statt.

Literatur beim Verfasser:

Dr. Daniel Rühmkorf

Medizinjournalist

Köpenicker Straße 8a

10997 Berlin

Fortbildung

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

23


24

KVBB informiert

Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen

für den Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg

Übersicht der für weitere Zulassungen gesperrten Planungsbereiche/Arztgruppen

Die Übersicht enthält die Entscheidungen des Landesausschusses per 01.12.2007 für die Arztgruppen in den jeweiligen Planungsbereichen

bis einschließlich des Beschlusses Nr. 23/07. Die für Zulassungen gesperrten Planungsbereiche/Arztgruppen sind mit einem

„X“ gekennzeichnet. Die Anzahl der möglichen Zulassungen in vormals geschlossenen Planungsbereichen ist in Klammern (...) gesetzt.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass gemäß der Bedarfsplanungs-Richtlinie eine Überversorgung dann angezeigt ist, wenn durch einen Vergleich

zwischen der für den Planungsbereich maßgeblichen allgemeinen Verhältniszahl für die Arztgruppe und der für den Planungsbereich ermittelten örtlichen Verhältniszahl

eine Überschreitung von 10 v.H. festgestellt wird. Insofern ist nicht grundsätzlich davon auszugehen, dass für die in der Übersicht noch nicht gesperrten

Planungsbereiche/Arztgruppen eine Unterversorgung angezeigt ist. Wir empfehlen daher dringend jedem niederlassungswilligen Arzt, sich vor der

Antragstellung in der KV-Brandenburg, Geschäftsbereich Qualitätssicherung/Sicherstellung, über die jeweilige Versorgungssituation zu informieren.

Planungsbereiche/

Arztgruppen

Anästhesie Augen Chirurgie

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

Fachä.

Intern

Frauen HNO

Hautkrank

Kinder Nerven Orthopädie Psychoth.

Diagn.

Radiol.

Urologie Hausärzte

Potsdam/Stadt X X X X X X X X X X X 5* X X (3)

Brandenburg/Stadt/

Potsdam-Mittelmark

X X X X X X X X X X X 2* X X

Havelland X X X X X X (1) X X X X 2* X X

Oberhavel X X X X X X X X X X X 4* X X (8)

Ostprignitz-Ruppin X X X X X X X X X X X 2* X X

Prignitz X X X X X X X X X X X 1* X X

Teltow-Fläming (2) X X X X X X X X X 5* X X

Cottbus/Stadt X X X X X X X X X X X 10* X X X

Dahme-Spreewald X X X X X X X X X X X 3* X X

Elbe-Elster X X X X X X X X X X X 1* X (3)

Oberspreew.-Lausitz X X X X X X X X X X X 4* X X

Spree-Neiße X X X X X X X X X X 4* X (1)

Frankfurt/Stadt/

Oder-Spree

X X X X X X X X X X X 7* X X X

Barnim X X X X X X X X X X X 5* X X

Märkisch-Oderland X X X X X X X X X X X 5* X X (20)

Uckermark X X X X X X X X X X X 3* X X

In Regionen der dunkel gekennzeichneten Bereiche werden Zulassungen gefördert. * Zulassungsmöglichkeit ärztl. Psychotherapeuten

Öffentliche Ausschreibungen

von Vertragsarztsitzen

gemäß § 103 Abs. 4 SGB V

In Gebieten, für die der Landesausschuss

der Ärzte und Krankenkassen eine Zulassungssperre

angeordnet hat, schreibt die

KV Brandenburg gem. § 103 Abs. 4 SGB V

nach Antragstellung folgende Vertragsarztsitze

zur Nachbesetzung aus:

Bewerbungsfrist bis 05.02.2008

Fachrichtung: Chirurgie

Planungsbereich: Märkisch-Oderland

Zeitpunkt: schnellstmöglich

Bewerbungskennziffer: 68/2007

Fachrichtung: Frauenheilkunde

und Geburtshilfe

Planungsbereich: Cottbus/Stadt

Zeitpunkt: 31.03.2008

Bewerbungskennziffer: 69/2007

Fachrichtung: Frauenheilkunde

und Geburtshilfe

Planungsbereich: Frankfurt (O.)St./

Oder-Spree

Zeitpunkt: 01.07.2008

Bewerbungskennziffer: 70/2007

Fachrichtung: HNO-Heilkunde

Planungsbereich: Teltow-Fläming

Zeitpunkt: 01.04.2008

Bewerbungskennziffer: 71/2007

Fachrichtung: Haut- und

Geschlechtskrankheiten

Planungsbereich: Brandenburg an

der Havel/St./Potsdam-Mittelmark

Zeitpunkt: 01.07.2008

Bewerbungskennziffer: 72/2007

Fachrichtung: Innere Medizin/Facharzt

Planungsbereich: Uckermark

Zeitpunkt: 01.04.2008

Bewerbungskennziffer: 73/2007

Fachrichtung: Nervenheilkunde

Planungsbereich: Ostprignitz-Ruppin

Zeitpunkt: 3. Quartal 2008

Bewerbungskennziffer: 74/2007

Fachrichtung: Psychol. Psychotherap.

Planungsbereich: Frankfurt (O.)St./

Oder-Spree

Zeitpunkt: schnellstmöglich

Bewerbungskennziffer: 75/2007

Fachrichtung: Innere Medizin/Facharzt

Planungsbereich: Elbe-Elster

Zeitpunkt: schnellstmöglich

Bewerbungskennziffer: 76/2007

Nähere Auskünfte erhalten Sie beim GeschäftsbereichQualitätssicherung/Sicherstellung

der Kassenärztlichen Vereinigung

Brandenburg, Ansprechpartnerin:

Karin Rettkowski, Tel.: 0331/2309-320

od. Gisela Koch, Tel.: 0331/2309-321.

Die schriftliche Bewerbung für die ausgeschriebenen

Vertragsarztsitze ist zwingend

erforderlich. Sie muss die Bewerbungskennziffer,

die Anschrift, die Telefonnummer, die

Facharztanerkennung sowie Angaben zum

möglichen Praxisübernahmezeitpunkt enthalten.

Unter dem Stichwort „Ausschreibung“

sind die Unterlagen bei der KV Brandenburg,

Friedrich-Engels-Str. 103/104,

14473 Potsdam, einzureichen.

Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam,

dass in der Warteliste eingetragene

Ärzte nicht automatisch als Bewerber für die

ausgeschriebenen Vertragsarztpraxen gelten.

Weitere Informationen über Angebote

für Praxisübernahmen können Sie unserer

Homepage unter www.kvbb.de

(Stichwort: Zulassung, Praxisausschreibungen

bzw. Praxisbörse) entnehmen

oder persönlich unter der Rufnummer

0331/2309-320 oder 321 erfragen.


INFEKTIONSGESCHEHEN

Im November wurden 114 ätiologisch geklärte

Häufungen mit insgesamt 1944 Erkrankten (E)

aus allen Kreisen übermittelt. Dabei dominierten

Norovirus-Ausbrüche (99 Ausbrüche mit

insgesamt 1836 E). Betroffen waren vor allem

Altersheime, Rehabilitationseinrichtungen und

Krankenhäuser.

Weiterhin wurden übermittelt: 5 Rotavirus-Häufungen

(59 E), 3 Salmonellen-Häufungen (17 E),

2 Campylobacter-Häufungen (7 E), eine Gastroenteritis-Häufung

mit Adenovirus-Nachweis

(17 E) und 3 Keuchhusten-Häufungen (6 E).

Zusätzlich wurden 2 Häufungen akuter respiratorischer

Erkrankungen mit insgesamt 37 Erkrankten

sowie 29 ätiologisch ungeklärte Gastroenteritis-Häufungen

mit insgesamt 499

Erkrankten gemeldet, überwiegend aus Kindertagesstätten.

Insbesondere bei Häufungen von Gastroenteritiden

in Gemeinschaftseinrichtungen sollte möglichst

frühzeitig ein Erregernachweis erbracht

werden. Sollte trotz eines Norovirus-typischen

klinischen Verlaufes und entsprechender Infektionsausbreitung

ein negativer Antigen-EIA-

Befund vorliegen, ist zur Kontrolle der direkte

Nachweis mit einer RT-PCR zu empfehlen.

Nachtrag zur Salmonella-Enteritidis-Häufung

im BÄB 10/2007: Bei der Häufung mit 24 Erkrankten

(eine Kindertagesstätte sowie eine

Familie) aus Teltow-Fläming konnte nun die

Infektkette nachgewiesen werden. Die Mutter

eines Geburtstagskindes hatte zwei Kuchen

(1 Kita, 1 Familie) gebacken, für deren Glasur

Rohei aus eigener Hühnerhaltung verwendet

wurde. Alle Personen, die Kuchen verzehrt

hatten, waren erkrankt. Nach umfangreicher

Probennahme bei Erkrankten, im Haushalt und

im privaten Hühnerstall ergaben Lysotypie

sowie Ribotypisierung den gleichen Bakterienstamm

(Lysotyp 4/6, Ribotyp 5) sowohl bei

den Proben aus dem Hühnerstall als auch bei

Anzahl d. Fälle

800

700

600

500

400

300

200

100

0

Norovirus-Erkrankungen in Brandenburg 2004 - 2007

(Landesgesundheitsamt, Stand 04.12.07)

2004/2005

2005/2006

2006/2007

2007/2008

26

29

32

35

38

41

44

47

50

53

3

6

9

12

15

18

21

24

Meldewoche

Infektionsschutz

den humanen Stuhlproben. Die Infektkette vom

Hühnerei über die Kuchenglasur bis hin zu den

Erkrankten konnte durch die Gesundheits- und

Verbraucherschutzbehörden eindeutig nachgewiesen

werden.

Bei der Speisenzubereitung für Gemeinschaftseinrichtungen

sollte auf die Verwendung von

Roheiprodukten verzichtet werden, wenn eine

ausreichende Erhitzung zur sicheren Abtötung

von Salmonellen nicht möglich ist.

EINZELERKRANKUNGEN (AUSZUG)

Eine klinisch-labordiagnostisch bestätigte Meningokokken-Meningitis

(Serogruppe C) übermittelte

Barnim. Der 22-jährige Patient erkrankte

mit Erbrechen, Fieber, starken Kopfschmerzen,

Nackensteifigkeit und Bewusstseinsstörungen.

Die Sicherung der Diagnose erfolgte durch die

Erregerisolierung aus dem Liquor sowie den

Antigennachweis des Kapselpolysaccharids. 43

Kontaktpersonen erhielten eine medikamentöse

Prophylaxe.

Eine klinisch-labordiagnostisch bestätigte Meningokokken-Sepsis

(Serogruppe Y)

übermittelte Oder-Spree. Die 33jährige

Patientin erkrankte mit Bewusstseinsstörungen

und Nackensteifigkeit.

In ihrem Liquor wurden

gramnegative Diplokokken mikroskopisch

nachgewiesen. 26 Kontaktpersonen

erhielten eine medikamentöse

Prophylaxe.

Zwei klinisch-labordiagnostisch bestätigte

Hantavirus-Erkrankungen

ohne hämorrhagischen Verlauf

übermittelte Potsdam. Möglicher Infektionsort

war in beiden Fällen

Potsdam, der Erregertyp jeweils

Dobrava. Der 44-jährige Mann

und die 58-jährige Frau erkrankten

jeweils mit Fieber und Nierenfunk-

Landesgesundheitsamt

Infektionskrankheiten/lmpfschutz/Krankenhaushygiene (November 2007 – Auszug)

Infektionskrankheit Fälle Kumulativwert

1.1.–2.12.2007*

Borreliose 139 2108

Campylobacter 206 2182

E. coli-Enteritis (ohne EHEC) 23 245

EHEC/STEC 1 20

Haemophilus influenzae 1 2

Hantavirus 2 4

Meningokokken 2 15

Norovirus-Erkrankung 2777 9232

Pertussis 134 1148

Rotavirus-Erkrankung 214 3821

Salmonellose 186 1833

Shigellose 3 20

Tuberkulose 6 88

* vorläufige Zahlen (durch Nachmeldungen kann es Differenzen zwischen der

Summe der Einzelmonate und dem aktuellen Kumulativwert geben)

tionsstörungen. In beiden Fällen wurde die Verdachtsdiagnose

durch einen IgM- und IgG-Antikörpernachweis

erhärtet.

Eine klinisch-labordiagnostisch bestätigte Meningitis

durch Haemophilus influenzae (Biotyp II,

Kapseltyp a-f negativ) übermittelte Märkisch-

Oderland. Die 71-jährige Frau suchte wegen

einer Rhinitis, Kopfschmerzen, Fieber und Kreislaufschwäche

ärztlichen Rat. Die Diagnose wurde

durch den kulturellen Erregernachweis im

Liquor bestätigt.

BORRELIOSEN

Im November wurden 139 Borreliosen gemeldet.

Bei 136 Erkrankten (98 %) wurde ein Erythema

migrans, bei 2 Patienten eine frühe

Neuroborreliose und bei 4 weiteren eine Arthritis

diagnostiziert. Einen Zeckenstich konnten

87 Betroffene (63 %) anamnestisch angeben.

NOROVIRUS (KURZINFO MIT ABBILDUNG)

Das Infektionsgeschehen im Land Brandenburg

wird gegenwärtig durch Noroviren dominiert.

Die Zahl der wöchentlich an das Landesgesundheitsamt

übermittelten Norovirus-Infektionen

ist seit Ende September 2007 (39. Meldewoche:

57 Fälle) deutlich ansteigend. Seit

Anfang November wurden kontinuierlich an

die 600 Neuerkrankungen pro Woche übermittelt

(45. Meldewoche: 721 Fälle, s. Abb.)

Das ist deutlich mehr als in den Vorjahren

zur gleichen Zeit.

Merkblätter für Betroffene können abgerufen

werden unter:

http://www.lasv.brandenburg.de/sixcms/

media.php/4055/merkbl_noroviren.pdf.

Informationen zur aktuellen Situation in Deutschland

und zu Maßnahmen bei Ausbrüchen sind

zu finden unter:

www.rki.de > Infektionskrankheiten A-Z > Noroviren.

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

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26

Rezensiert

Hypertonie. Rationelles

Management einer

schwierigen Erkrankung

Prof. Dr. Walter Zidek (Hrsg.)

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,

Stuttgart, 2007, 172 Seiten

ISBN: 978-3-8047-2339-9; Preis: 26 Euro

Im vorliegenden Buch,

das für die tägliche

Praxis ausgelegt ist –

Kitteltaschenbuch – gelingt

es dem Herausgeber

und den beiden

Mitautoren in ausgezeichneter

Weise, die

wichtigsten Daten zur

Regulationskrankheit

chronische arterielle Hypertonie zusammenzustellen.

Es lassen sich direkte Anleitungen

zur Diagnostik und Therapie entnehmen,

auch für schwierige Fragestellungen, z.B.

bei einigen sekundären Hochdruckformen

und therapieresistenten Verläufen. In sieben

Kapiteln werden gesicherte Daten und aktuelle

Ergebnisse und Erkenntnisse im Hypertoniemanagement

dargestellt.

Im 1. Kapitel erfolgt die Beschreibung der

Hypertoniedefinition und der Hypertonieformen

sowie die Darstellung von Bekanntheitsund

Behandlungsgrad. Damit werden zugleich

die Schwierigkeiten beim Umgang mit

dieser Erkrankung im Praxisalltag aufgezeigt.

Die Abhandlungen über Pathophysiologie,

Ätiologie und genetische Aspekte der

Hypertonie (Kapitel 2) bilden zugleich die

Grundlagen für Diagnostik und Therapie.

Das Kapitel 3 – Diagnostik – umfasst Basisund

weiterführende Maßnahmen mit klaren

diagnostischen Pfaden zur Erkennung sekundärer

Hochdruckformen. Auch die

Quantifizierung der Hypertonie, die Diagnostik

von Risikofaktoren und Endorganschäden

werden rationell und praxisnah

dargestellt und zeigen die Bedeutung der

Hypertonie für das kardiovaskuläre Gesamtrisiko

auf.

Das Kapitel 4 entspricht in seinen Aussagen

den aktuellen Leitlinien der ESH/ESC 2007.

Besonderes Augenmerk wird auf nicht-medikamentöse

Maßnahmen gerichtet. Die Pharmakotherapie

und die kausale Behandlung

sekundärer Hochdruckformen werden exzellent

abgehandelt und belegen die umfangreichen

wissenschaftlichen und praktischen

Erfahrungen des Herausgebers und der Mitautoren

einzelner Kapitel. Das trifft auch für

die Beschreibung und Wertung der heutigen

Therapiestrategien zu (Kapitel 5).

Zwei Kapitel sind der Prävention der Hypertonie

und „Prähypertonie“ sowie der

Prognose gewidmet. Darin werden aktuelle

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

evidenzbasierte Daten anschaulich dargestellt.

Im abschließenden Kapitel 8 sind auf

21 häufig gestellte Patientenfragen konkrete,

sehr hilfreiche Antworten formuliert.

Alle Kapitel sind mit didaktisch sehr guten

Abbildungen (insgesamt 78) und Tabellen

(17) bestückt, so dass der Leser sich schnell

orientieren kann. Ein angemessenes Sachregister

erleichtert die Suche nach konkreten

Fragestellungen.

Für den Hochdruckkenner ist es ein Genuss,

dieses Buch (mit 172 Seiten) zu lesen, für

den in der Praxis tätigen Arzt stellt es einen

unverzichtbaren Ratgeber dar.

Prof. Dr. Günter Linß F.E.S.C.

Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie

und Angiologie, Hypertensiologe DHL

Diabetisches Fußsyndrom

Franz X. Köck/ Bernhard Koester (Hg.)

Georg Thieme Verlag,

Stuttgart New York, 2007

208 Seiten, 273 Abbildungen,

50 Tabellen, gebunden

79,95 Euro (D)

ISBN 978-3-13-140821-1

Das diabetische Fußsyndrom

stellt eine

Herausforderung für

alle beteiligten Ärztinnen

und Ärzte dar.

Diese zu bewältigen,

haben sich die beiden

Autoren mit dem

vorliegenden Buch zur

Aufgabe gemacht. Sie

stützen sich auf Beiträge von Orthopäden,

Neurologen, Angiologen, Gefäßchirurgen,

Internisten, plastischen Chirurgen, Mikrobiologen,

Anästhesiologen (Schmerztherapeuten)

und Chirurgen.

Das vorliegende Buch beschränkt sich nicht

auf epidemiologische Daten, Diagnostik und

Therapie, sondern räumt der Pathophysiologie

angemessenen Raum ein. So kann der

Leser sich über Neuropathie, Angiopathie,

die veränderte Statik und Biomechanik des

Fußgewölbes, Fußläsionen, die diabetischneuropatische

Osteoarthropathie und die

Infektionen bei diabetischem Fußsyndrom

umfassend informieren.

Das Kapitel Befunderhebung und Diagnostik

verdeutlicht die Notwendigkeit der engen

Zusammenarbeit zwischen Internisten, Neurologen,

Orthopäden, Gefäßchirurgen, Angiologen

und Radiologen. Alle modernen

Verfahren der Diagnostik werden vorgestellt.

Auch im Kapitel Therapie wird auf die enge

Zusammenarbeit der Fachdisziplinen hingewiesen.

Die konservativen und operativen

Behandlungsansätze enthalten Angaben zu

Evidenzklassen, Härtegraden und Leitlinien.

Angemessener Raum wird der Prävention

und Rehabilitation eingeräumt. Abschließend

werden Versorgungskonzepte und Qualitätsmanagement

vorgestellt.

Tabellen und umfangreiches Bildmaterial erläutern

die Ausführungen in den einzelnen Kapiteln.

Praxistipps, Merksätze, Ablaufschemata

und Fallbeispiele tragen zu einer konkreten

und anschaulichen Darstellung bei.

Mit 79,95 Euro ist das vorliegende Buch

preiswert und allen mit der Behandlung des

diabetischen Fußsyndroms konfrontierten

Ärztinnen und Ärzten zu empfehlen.

Dr. Renate Schuster, Strausberg

Die Tropfenbande – besiegt

Krebs, Fehlsichtigkeit, Epilepsie,

Asthma und Neurodermitis

Dr. Melanie Ahaus,

Prof. Dr. Hans-Rudolf Drunkenmölle u.a.

Hamburger Kinderbuch Verlag Dr. Carlos

Schumacher, 2007, 76 Seiten

ISBN: 978-3-86631-000-1;

Preis: 16,95 Euro

Wer kennt nicht die

Pizza-Bande, die als

kleine Hobby-Detektive

spannende Abenteuer

erlebt? So ähnlich

agiert auch die

Tropfenbande des vorliegenden

Buches, die

sich auf die Suche

nach einem ausgesetzten

Hund begibt.

Und doch ist etwas anders: Hier wird die

Geschichte von fünf Jungen und Mädchen

erzählt, die alle durch eine Krankheit gezeichnet

sind: Leo hat Krebs, Maria ist fehlsichtig,

Tom hat Epilepsie, Anne hat Asthma

und Simon Neurodermitis. Genau das verbindet

die Kinder aber auch – denn alle

müssen Tropfen nehmen. Auf kindgerechte

Weise erklärt das Buch die einzelnen Krankheiten,

dabei spricht jeder Betroffene selbst

von seinem Krankheitsbild, um den anderen

zu erklären, warum er keine Haare auf dem

Kopf hat oder aber sich vor bestimmtem

Essen hüten muss. Dadurch wird unter allen

fünf Mitgliedern der Tropfenbande Verständnis

für die Krankheit des jeweils anderen

geweckt, aber auch Ängste wie die

Außenseiterrolle kommen zur Sprache. Gemeinsam

begeben sich die „5“ schließlich in

ein Abenteuer um einen kleinen Hund, den

sie retten wollen. An dieser Stelle kommt ein

sechstes Mitglied der Bande ins Spiel – denn


ohne die Hilfe von Luka kommen die Kinder

nicht weiter bei ihrer Suche. Das „Problem“:

Luka hat keine Erkrankung wie die anderen

– zumindest auf den ersten Blick. Doch dann

sind sich die Fünf einig: Luka passt prima in

die Gruppe, weil er einen Riesenschnupfen

hat und seine Nase permanent tropft.

Das Kinderbuch – so war mein Eindruck beim

Lesen – ist nicht ausschließlich zur Lektüre für

Kinder gedacht. Zum einen enthält es am

Ende medizinische Informationen zu den einzelnen

Krankheiten und bietet des Weiteren

eine Auswahl an Kontaktadressen. Aber auch

in die eigentliche Geschichte, in welcher der

richtige Umgang mit den Erkrankungen

sowie Wege zur Linderung

gezeigt werden, sollten Erwachsene

hineinlesen. Ansprechend finde ich

ebenfalls die Illustrationen, die den

Leser auf jeder Seite durch die Geschichte

begleiten – ein Buch zum

Weiterempfehlen.

Anja Jüttner [4iMEDIA]

Das Eismeer in mir

Andreas Jordan (Hrsg.)

Hamburger Kinderbuch Verlag

Dr. Carlos Schumacher, 2007,

178 Seiten

ISBN: 978-3-86631-006-3;

Preis: 12,80 Euro

Ort dieses Buches ist der Wilhelmstift

des Katholischen Kinderkrankenhauses

in Hamburg. Kinder

und Jugendliche, die aufgrund von

Essstörungen wie Magersucht und

Bulimie, Depressionen bis hin zu

Selbstmordversuchen, selbstverletzendem

Verhalten und Psychosen

in die Psychiatrie gekommen sind,

schreiben über ihre Eindrücke. In

Erzählungen, Gedichten und einem

Comic geben sie mit Worten

wieder, was sie in der Psychiatrie

erlebt haben oder wie sie sich die

kommende Zeit dort vorstellen. Sie sprechen

über die Gründe, die sie dorthin gebracht

haben. Dabei möchten die meisten der Kinder

und Jugendliche besonders eines mit

dem Schreiben erreichen:

Verständnis für

Menschen wecken, die

in ihrer Not auf

Hilfe zurückgegriffen

haben – und deswegen

aber nicht verrückt

sind. „Nur wer

Hilfe einfordert, hat

die Möglichkeit, etwas

zu ändern!“, so der

Herausgeber. Dipl.-Sozialpädagoge Andreas

Jordan, der im Wilhelmstift Gruppenleiter

der psychosomatischen Station mit dem Behandlungsschwerpunkt

Essstörungen ist, hat

diese über 50 Beiträge der jungen Patienten

zusammengetragen. Was für viele Verfasser

der Texte während ihrer Zeit in der Psychiatrie

von großer Bedeutung war, war der Kontakt

zu den Mitpatienten – gerade dieser und

das Wissen um Hilfe haben sicherlich dazu

beigetragen, dass „das emotionale Eis zum

Schmelzen gebracht werden konnte“.

Anja Jüttner [4iMEDIA]

Rezensiert

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

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Aktuell

Ihr Kinderlein „ver“kommet?

Ohne kinderärztliche Präsenz kippen Kinderkrippen

Per Stiksrud

Foto: privat

Kinderkrippen werden

zuerst sichtbar in unseren

Kinderkliniken!!! –

Kinder-„Unfall“ ist kein

Kinder-„Zufall“! Jeder

reife Kinderarzt kann

spätestens nach zehn

Tagen Verweildauer

das familiäre Umfeld

eines kranken Kindes

abschätzen. Und dies

nicht so knapp! Die Kin-

der- und Jugendpsychiatrie kann über dieses

„kreative“ Umfeld „ein Lied davon singen“.

Nur ist bei ihr zu oft das Wort „Kreativität“

auch nur ein Zauberwort. Schade, schade

und nochmals schade. – Und damit sind wir

schon mitten in der aktuellen Debatte. Willkommen

im Dialog! Noch vor einigen Monaten

klagte der Ärztliche Direktor einer

Universitäts-Kinderklinik den Zustand der

Klinikkosten in der Kinderheilkunde an, denn

der Ärger ist dort besonders ausgeprägt:

Man kann selbstverständlich die kleinen

Patient(inn)en nicht in den Maßstäben der

Erwachsenen-Medizin abbilden. Die Uneinsichtigkeit

besonders deutscher Bundesländer

könnte schlimme Folgen haben. Die

universitäre Kinderheilkunde in der gesamten

Bundesrepublik Deutschland ist ernstlich

gefährdet. Die derzeitige Praxis, Erlösdefizite

in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen

durch profitable Erwachsenenbereiche

zu kompensieren, wird angesichts

des künftigen Kostendrucks unserer Länderfinanzminister(innen)

nicht mehr haltbar

sein. Unabhängig davon ist diese Art von

Quersubventionierung ein Eingeständnis der

Unterfinanzierung unserer Kinderheilkunde

im gegenwärtigen System. Darüber hinaus

stärkt die inadäquate Abbildung der Kosten

in den Vergütungen die Tendenz, Kinder aus

Erlösgründen in Erwachsenenbereichen zu

behandeln. Dies widerspricht dem einstimmigen

Beschluss aller Bundestagsfraktionen

aus dem Jahr 2002, demzufolge Kinder und

Jugendliche nicht in Erwachsenenbereichen

Deutschlands versorgt werden sollen. Es ist

zu befürchten, dass die Versorgung chronisch

kranker Kinder in Deutschland mit

seltenen Erkrankungen abgeschafft wird, da

es die Unikliniken sind, die mit ihrer hohen

Spezialisierung einen entscheidenden Anteil

an der Grundversorgung von chronisch

kranken Kindern mit seltenen Erkrankungen

haben. Tausende von Patient(inn)en werden

ihre Spezialbetreuung verlieren. Kinder

werden in ihren Spezialambulanzen nicht

mehr betreut werden, obwohl diese geziel-

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

ten Therapien wegen der besonderen Empfindlichkeit

des noch wachsenden Organismus’

für Kinder nötig sind. – Ihr Kinderlein

„ver“kommet?

Qualität der Kinderbetreuung wichtig

Da kommt eine Diskussion hier in Deutschland

geradezu als verkommen vor! Deutschland

diskutiert zur Zeit über die Betreuung

der unter Dreijährigen, von denen heute im

Bundesdurchschnitt etwa jedes 7. Kind einen

Platz hat. Bis 2010 sollen nach dem Tagesbetreuungs-Ausbaugesetz

rund 230.000

weitere Kinderkrippenplätze geschaffen

werden. Doch bei der teils heftig, teils auch

ideologisch geführten Debatte über diese

Frage wird oft vergessen, die Qualität der

Kinderbetreuung in den Blick zu nehmen. Es

ist nur zu begrüßen, wenn in gut zweieinhalb

Jahren den knapp zwei Millionen

Kleinstkindern dann tatsächlich insgesamt

500.000 Betreuungsplätze zur Verfügung

stehen würden – aber bitte gegen jede Lösung,

die darauf abzielt, Kinder nur zu verwahren,

statt sie zu fördern. Die notwendige

Qualität der Betreuung hat Konsequenzen.

Beispielsweise besagt der fachlich wünschenswerte

Personalschlüssel in Krippen,

dass auf zehn Kleinkinder möglichst zwei

Fachkräfte kommen sollten. Schon deshalb

müssen bis 2010 auch tausende zusätzliche

Fachkräfte ausgebildet und die Kapazitäten

der Ausbildungsstätten durch qualifiziertes

Lehrpersonal entsprechend erweitert werden.

Es ist eine mitunter favorisierte schnelle

„Schmalspurausbildung“ mit Blick auf die

hohe Verantwortung und die entwicklungspsychologische

Bedeutung dieser frühen Lebensphase

abzulehnen. Zusätzlich ist für den

Ausbau der Plätze ein ehrgeiziges Bauprogramm

zu bewältigen, und darüber hinaus

haben die Jugendämter und freien Träger für

eine gute Fachberatung zu sorgen.

Kindeswohl an erster Stelle

Vor zwei Jahren ergab eine Forsa-Umfrage,

dass sich 58 Prozent der Mütter und 46 Prozent

der Väter (von 0- bis 10-Jährigen) in

Deutschland mehr Betreuungsplätze für den

unter dreijährigen Nachwuchs wünschen.

Nach OECD-Daten sind die Kleinstkinder im

Vergleich zu Deutschland beispielsweise in

Frankreich dreimal und in Dänemark sogar

sechsmal so gut versorgt. Aber auch wenn

sich Eltern daher bei uns berechtigterweise

für eine bessere Vereinbarung von Beruf und

Familie aussprechen – aus Sicht der Kinderförderer(innen)

muss das Wohl der Kinder

und der Wille des Kindes, also die Einhal-

tung und Umsetzung ihrer Rechte, bei jeder

Maßnahme oberste Priorität haben. Diese

Prämisse gilt auch für den geplanten Ausbau

der Tagesbetreuung von Kindern, was allen

politischen Ebenen eine große und vor allem

gemeinsame Anstrengung abverlangt. Es

reicht eben nicht, dass der Bundestag das

Tagesbetreuungs-Ausbaugesetz einfach beschließt

– er muss die Länder und Kommunen,

die das Gesetz umsetzen, auch ausdrücklich

anregen und fördern, damit sie im Sinne des

Kindeswohls und Kinderwillens tätig werden.

Hier fordert Bundesfamilienministerin Ursula

von der Leyen zu Recht die Verantwortung

der gesamten Gesellschaft ein.

In diesen Diskussionen und „Schein“-Diskussionen

fragt sich der Autor hier: Wo sind nun

unsere Kinderärzte und Kinderärztinnen dabei

geblieben? Hier könnte der Autor zum

Schluss kommen, dass die moderne Hirnforschung

zwar wichtige Erkenntnisse liefern

kann. Doch dieses, worauf es wirklich ankommt,

damit dieser komplizierte Entwicklungsprozess

im Gehirn möglichst vieler Kinder

gelingt, dies sind die Verhältnisse,

Beziehungen und Rahmenbedingungen unserer

Gesellschaft, in der Kinder aufwachsen.

Will auch da nur schreiben: Nicht mehr

die klassischen Infektionskrankheiten, sondern

neuartige, komplexe Erkrankungen,

die gleichermaßen Körper, Psyche und soziale

Beziehungen beeinträchtigen, gehören

heute zum Kinderklinik-Alltag. Das Klientel

der Kinder- und Jugendpsychiatrie weist

eine besondere Vulnerabilität (also dem

Grad der Verletzlichkeit gegenüber Gefährdungen)

auf, die sich ausgeprägt an den

gesellschaftlichen Entwicklungen orientiert.

Dementsprechend wird von den kommenden

Kinderärzten und -ärztinnen hohe, sehr

hohe, ja höchste Einfühlsamkeit in gesellschaftlichen

Entwicklungen verlangt. Denn:

Nicht wenige psychisch kranke Kinder stammen

aus einem ausgesprochen disharmonischen

Familienmilieu. Solche Kinder fungieren

nicht selten als Symptomträger ihrer

Eltern. In solchen Fällen müssen manchmal

vorrangig die Eltern und nicht die Kinder

behandelt werden. Frühe Heim- und Klinikaufenthalte,

häufige kurze oder länger anhaltende

Trennungen des Kindes von seiner

Mutter und die Versorgung des Säuglings

oder des Kleinkindes durch andere Bezugspersonen

werden sich stellen.

Lob wirkt stärker als Tadel

Diese Befragungen lassen sich, soweit es sich

um Aufenthalte in Kinderkrippen oder Kin-


dergärten, Heimen oder Kinderkliniken handelt,

durch Jugendamtsakten, Arztberichte

und Krankengeschichten ergänzen und belegen.

In den Gesprächen mit den Eltern sollte

versucht werden, schädliche Einstellungen

der Eltern zum Kind und schwerwiegende

pädagogische Fehler zu eruieren. Man sollte

sich aber davor hüten, sie vorzeitig korrigieren

zu wollen. Das Kind kann nämlich notfalls

auf Therapie, nicht aber auf seine Eltern verzichten.

Man sollte allenfalls, wenn entsprechende

Erkenntnisse bestehen, durch beiläufige

Bemerkungen darauf hinweisen, dass

z.B. Lob stärker als Tadel wirkt, oder dass

körperliche Bestrafungen weniger den Kindern

als den Eltern helfen, weil sie dadurch

ihre Affekte ableiten können. Ehekonflikte lassen

sich nur dann angehen, wenn die Bereitschaft

zum Gespräch bei beiden Partnern

vorhanden ist. Im Eltern-Kind-Zentrum innerhalb

der Kinderklinik kann durch Kinderärzte

und -ärztinnen verifiziert werden, dass es für

die Entwicklung eines Kindes am günstigsten

ist, wenn es positive emotionale Beziehungen

zu beiden Eltern hat und durch beide gefördert

wird – auch und gerade nach einer

Elterntrennung. Deshalb streben alle beteiligten

Professionen an, diese Beziehungen zu

sichern oder wieder herzustellen. Es besteht

eher die Gefahr, dass durch vorschnelle Verbreitung

„neuer“ Erkenntnisse dieses Ziel

dogmatischen Charakter annimmt. Dann

kann der permanenten Nötigung durch den

betreuenden Elternteil eigene Wünsche verleugnet,

dass die rigorose Einengung das

Selbstwertgefühls und die Identitätsbildung

des Kindes beeinträchtigen und im Extremfall

zu Persönlichkeitsstörungen führen. Dies zu

stoppen wird als Lösung des Gesamtproblems

Krankenhauskosten steigen

Rund 58 Milliarden Euro betrugen laut

Statistischem Bundesamt im Jahr 2006 die

Kosten der Krankenhäuser für die stationäre

Krankenhausbehandlung in Deutschland.

Diese Angabe beruht auf vorläufigen

Ergebnissen der Krankenhausstatistik.

Gegenüber dem Vorjahr sind die Kosten

um 1,3 Milliarden Euro oder 2,3 Prozent

gestiegen. Diese Kostensteigerung ist in

erster Linie auf die Erhöhung der Sachkosten

um 5,9 Prozent zurückzuführen, während

die Personalkosten um lediglich 0,6

Prozent gestiegen sind.

Die durchschnittlichen Behandlungskosten

je Fall lagen im Jahr 2006 bei 3.447 Euro

– das sind 0,5 Prozent mehr als 2005 bei

einer Zahl von 16,8 Millionen Behandlungsfällen

(ohne gesunde Neugeborene).

pm/AJÜ

angesehen und als einziger Weg, die Gefährdung

des Kindeswohls zu vermeiden.

Dann hätten wir auch weniger nichtärztliche

Psychotherapeuten. Übrigens: Ergebnisse

über wenige Erkenntnisse zeigen auf, dass

ärztliche Psychotherapie mit Abstand besser

ist. Dies zeigt sich besonders bei „Scheidungs“-Empfindlingen.

Zweifelsfrei ist in

Deutschland in der stationären Behandlung

von Familien mit psychischen Störungen

eine vergleichsweise umfangreiche versorgungsbezogene

Ergebnisdokumentation vorhanden.

Sie fehlt aber fast vollständig

für den Bereich der ambulanten Psychotherapie.

Die Relevanz wird deutlich, wenn man

sich vor Augen führt, dass in diesem Bereich

zur Zeit mehr als 18.000 psychologische und

ärztliche Psychotherapeut(inn)en tätig sind,

die zirka 420.000 Patient(inn)en pro Jahr

behandeln.

Im Sinne eines Selbstschutzes der psychosozialen

Medizin sind die Verantwortlichen

in Versorgung und Forschung, wie auch die

Vertreter der verschiedenen Fachgesellschaften

aufgerufen, Initiativen für eine Versorgungsforschung

in der Psychosozialen Medizin

zu unterstützen oder selbst zu ergreifen.

Nun! Früher hat sich der Allgemeine Soziale

Dienst des Jugendamtes automatisch um Sozialhilfefamilien

gekümmert – das ist durch

die Reform weggefallen. Weggefallen ist

nicht der „Kindeswille“. Kindeswille aus dieser

Schicht ist am besten zu verifizieren

durch Kinderpsychiater(innen). Bei „Scheidungs“-Empfindlingen

wäre dies nach heutigem

Stande die relativ beste Zuwendung

und frühkindliche Förderung. Ansonsten

wird es bei „Scheidungs“-Empfindlingen zu

einer Blockierung ihrer Entwicklung kom-

Kosten der Krankenhäuser 2006

Krankenhäuser

insgesamt

Vollstationär

behandelte

Patienten

(Fallzahl) 1)

Aktuell

men. Und so musste es kommen: Am 25. Februar

2007 um 21:45 Uhr in einer Diskussionsrunde

des ARD-Fernsehens stand eine

Soziologin mit den Worten auf: „Jedes dritte

Kind in den Kinderkrippen Schwedens ist

schwerst psychisch gestört.“ Ihr Kinderlein

„ver“kommet?

Die „große Politik“ gibt zu bedenken, dass

eine geringere Kinderzahl auch eine geringere

Nachfrage nach pädiatrischen Leistungen

bewirkt. Und: Die zunehmende Erwerbstätigkeit

von Frauen wiederum führt zu steigenden

Beitragseinnahmen. Diese Politik ist zu

kurz gedacht! Die Bundesgesundheitsministerin

Ulla Schmidt, Volksschullehrerin in den früheren

Jahren, die früher für den Kommunistischen

Bund Westdeutschland (KBW) zum

8. Deutschen Bundestag kandidierte, fährt einen

harten Gleichschaltungskurs im Gesundheitswesen.

– Der lateinische Leitsatz „simplex

sigillum veri“ („Das Einfache ist das Siegel des

Wahren.“) steht in großen Lettern im Physikhörsaal

der Universität Göttingen als Mahnung

für jene, die Neues entdecken wollen. Ein weiterer

lateinischer Leitsatz „pulchritudo splendor

veritatis“ („Die Schönheit ist der Glanz der

Wahrheit.“) kann so gedeutet werden, dass die

Forscher(innen) die Wahrheit zuerst an diesem

Glanz, an ihrem Hervorleuchten erkennen. –

Noch Fragen, bitte? Willkommen im Dialog!

Literatur beim Verfasser:

Per Stiksrud

Gründer der COMMUNITY-Psychiatrie mit

der Psychiatrischen Universitätsklinik Frankfurt/Main

und Vorsitzender der COMMUNI-

TY-Kinderklinikberatung e.V. in Bonn

Oppelner Straße 27, 53119 Bonn

Personalkosten

Sachkosten

Brutto-

Kosten 2)

Kosten in Milliarden EUR

Bereinigte

Kosten 3)

Kosten

je Fall

in EUR

Baden-Württemberg 296 1 918 056 5,3 2,9 8,3 7,0 3 640

Bayern 381 2 529 978 6,3 3,6 10,0 8,9 3 532

Berlin 72 694 518 1,9 1,3 3,2 2,7 3 919

Brandenburg 47 514 918 1,0 0,6 1,7 1,6 3 095

Bremen 14 192 245 0,5 0,3 0,8 0,7 3 782

Hamburg 47 394 933 1,1 0,8 1,9 1,6 4 009

Hessen 179 1 176 918 2,8 1,7 4,6 4,1 3 520

Mecklenburg-Vorpommern 34 386 969 0,8 0,5 1,3 1,1 2 920

Niedersachsen 199 1 473 609 3,7 2,0 5,9 5,1 3 482

Nordrhein-Westfalen 437 3 932 611 9,6 5,5 15,3 13,2 3 353

Rheinland-Pfalz 99 822 966 2,0 1,0 3,1 2,7 3 321

Saarland 26 250 326 0,7 0,4 1,1 1,0 3 852

Sachsen 82 918 184 1,8 1,2 3,1 2,9 3 121

Sachsen-Anhalt 50 563 289 1,3 0,8 2,1 1,9 3 368

Schleswig-Holstein 96 538 136 1,3 0,8 2,0 1,8 3 329

Thüringen 45 525 231 1,1 0,7 1,8 1,6 3 126

Deutschland 2 104 16 832 883 41,2 24,0 66,1 58,0 3 447

1)

Fallzahl ohne gesunde Neugeborene.

2)

Summe aus Krankenhauskosten (Personal- und Sachkosten, Zinsen und ähnliche Aufwendungen, Steuern) und Kosten der Ausbildungsstätten

einschließlich nichtstationärer Kosten.

3)

Brutto-Kosten abzüglich nichtstationärer Kosten (z.B. Ambulanz, wissenschaftliche Forschung und Lehre).

© Statistisches Bundesamt 2007

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

29


30

Personalia

Wir gratulieren zum Geburtstag im Januar

89 Jahre

SR Dr. med. Bernhard Wolff

Brandenburg

88 Jahre

MR Dr. med. Heinz Schaefer

Rathenow

MR Dr. sc. med. Werner Wolf

Zeuthen

87 Jahre

MR Dr. med. Günther Becker

Brandenburg

Dr. med. Heinz Schiedel

Kleinmachnow

80 Jahre

Dr. med. Erna Greil

Zeesen

OMR Dr. med.

Hildegard Wemmer

Zeuthen

79 Jahre

Siegmund Leksan

Nordwestuckermark

OT Weggun

Dr. med. Susanne Müller

Potsdam

Dr. med. Werner Schrank

Kemnitz

SR Erwin Warwas

Erkner

78 Jahre

SR Dr. med. Gerhard Alsleben

Wittstock

Dr. med. Karl-Helmut Barz

Wittenberge

MR Genofeva Boehm

Reinsdorf

Dr. med. Günter Kluge

Hohen Neuendorf

MR Dr. med. Heinz-Gert Kunze

Cottbus

Dr. med. Waltraut Mach

Lindow

Dr. med. Christel Radzewitz

Brieselang

SR Dr. med. Vera Scholz

Mahlow

OMR Dr. med. Eckart Stolte

Rüdersdorf

77 Jahre

Prof. Dr. sc. med. Fritz Bockmühl

Cottbus

MR Dr. med. Heinz Helfers

Seelow

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

Dr. med.

Hans Joachim Hoffmann

Lebus

MR Dr. med. Joachim Kießling

Cottbus

76 Jahre

Dr. med. Sonja Benzing

Borkheide

Dr. med. Anita Günther

Hoppegarten, OT Hönow

Prof. Dr. med. Konrad Lisse

Falkensee

Dr. med. Dietrich Wolf

Fredersdorf

75 Jahre

OMR Dr. med.

Manfred Bertullies

Eichwalde

OMR Dr. med. Margit Rode

Groß Köris

70 Jahre

Dr. med. Elke Arnold

Brandenburg

Dr. med. Wolfgang Buhe

Bad Saarow

Dr. med. Jochen Dahl

Cottbus

SR Dr. med. Klaus-Volker

Gröschke

Fürstenwalde

SR Dr. med. Marie-Luise Grund

Diehlo

SR Dr. med. Imke Haarfeldt

Zeuthen

MR Dr. med. Gottfried Hoffmann

Groß-Glienicke

SR Eleonore Jobst

Schöneiche

Dr. med. Henryka Keiderling

Zeuthen

Dr. med. Helga Klaus

Finsterwalde

MR Dr. med. Siegfried Koch

Borkheide

Dr. med. Ute Kreibig

Potsdam

MR Dr. med. Gudrun Lehmann

Müllrose

Udo Maskow

Rheinsberg

Dr. med. Wolfgang Möbius

Falkenberg

Dr. med. Christa Molzow

Ludwigsfelde

Dr. med. Michael Potel

Treuenbrietzen

Dr. med. Renate Stolpe

Potsdam

Dr. med. Rosemarie Tornow

Falkensee

Ursula Wagner

Brandenburg

Edeltraud Weber

Brandenburg

Dr. med. Ilse Winkler

Müncheberg

65 Jahre

Adelheid August

Falkensee

MR Dr. med. Hasso Behr

Wandlitz

Hans Bentke

Bergholz-Rehbrücke

Dr. med. Gerda-Iris Bewer

Schwedt

Dr. med. Christina Boden

Oranienburg

Ursula Breywisch

Luckenwalde

Heide Dlugaiczyk

Brandenburg

Prof. Dr. sc. med. Gisela Ehle

Wildenbruch

Dr. med. Dietrich Genest

Teltow

Dr. med. Dr. med. dent.

Gerfrid Gerdes

Hohen Neuendorf

Dr. med. Rudolf Hagen

Cottbus

Dr. med. Wolfgang Hänsel

Glöwen

SR Dr. med. Ingelore Henze

Eisenhüttenstadt

Dr. med. Brigitte Hering

Panketal, OT Zepernick

Dr. med. Reinhard Holtschke

Friedland/ OT Leißnitz

dr.(H). Almuth Kind

Zehdenick

Dr. med. Christine Kundisch

Cottbus

Dr. med. Sibylle Kupsch

Herzberg

Dr. med. Heide Mahnke

Bernau

Dr. med. Dagmar Möbius

Cottbus

Dr. med. Heidi Pippig

Petershagen

MR Dr. med. Wolfgang Pippig

Petershagen

Lothar Remitschka

Senftenberg

Jeanne-Annette Rösler

Groß Kreutz

Dr. med. Gunther Rückert

Zehdenick

Dr. med. Dr. phil. Siegbert

Rummler

Eisenhüttenstadt

Dr. med. Dolores Schurath

Forst

Dipl.-Med. Gernot Seidel

Potsdam

Dr. med. Horst Straub

Altlandsberg

MR Dr. med. Regine Voigt

Eisenhüttenstadt

MR Dr. med. Barbara Zyminski

Guben

60 Jahre

Christl Biernat

Finsterwalde

Dipl.-Med. Lotte Dinter

Märkisch Buchholz

Dr. med. Frank Hegenscheid

Eichwalde

Prof.Dr.med.Dr.rer.nat.

Hans-Georg Joost

Bergholz-Rehbrücke

Dr. med. Claudia Kuhse

Wittenberge

Cornelia Küpper

Brandenburg

Dr. med. Terhi Nebelung

Berlin

Dipl.-Med. Bernd Neuber

Brandenburg

Dr. med. Werner Schütze

Berlin

Dr. med. Elke Seidel

Birkhorst

Wir bitten unsere Leser,

die nicht mit der Veröffentlichung

einverstanden sind,

um rechtzeitige (bis 15. des

Vormonats) Mitteilung

(schriftlich oder telefonisch

unter 0355/7 80 10 18 oder

E-Mail:

angelika.winzer@laekb.de).


Land Brandenburg

und Berlin

11. Wiedereinstiegskurs für

Ärztinnen und Ärzte nach

berufsfreiem Intervall 88 P

14. bis 25. Jan. 2008

in Berlin

Teilnehmergebühr: 900 €

Ort und Auskunft:

Kaiserin-Friedrich-Stiftung

für das ärztliche

Fortbildungswesen,

Robert-Koch-Platz 7,

10115 Berlin

Telefon: (030) 30 88 89 20

Fax: (030) 30 88 89 26

E-Mail: kfs

@Kaiserin-Friedrich-Stiftung.de

Internet: www.kaiserinfriedrich-stiftung.de

Ultraschallkurse

Gefäßdiagnostik

nach KBV- und

DEGUM-Richtlinien

Abschlusskurs

periphere Gefäße 21 P

19./20. Jan. 2008

21./22. März 2009

Interdisziplinärer

Grundkurs 28 P

8. bis 10. Febr. 2008

Aufbaukurs

periphere Gefäße 28 P

30. Mai/1. Juni 2008

Leitung und Auskunft: Dr. med.

Anne Hinrichs, Vivantes-Klinikum

im Friedrichshain,

Klinik für Innere Medizin,

Landsberger Allee 49,

10249 Berlin

Telefon: (030) 1 30 23 15 74

Fax: (030) 85 60 59 16

E-Mail:

AnneHinrichs@t-online.de

Ausbildung zur Zusatzbezeichnung

Akupunktur

PK 01: 25./26. Jan. 2008

Prüfungsvorbereitungskurse

22. Febr. 2008

14. März 2008

Ausbildung zum B-Diplom

MK 01: 28./29. Febr. 2008

MK 02: 1./2. März 2008

Leitung: Dr. Beyer, Dr. Göhler

Auskunft: Ellen Beyer,

Mühlenweg 4c, 04924 Dobra

Telefon: (035341) 22 11

Fax: (035341) 1 06 42

E-Mail: Beyer-Dobra@t-online.de

Migräne – was gibt es Neues?

30. Jan. 2008,

16.00 bis 18.00 Uhr

Ort: Hörsaal Altbau

Leitung und Auskunft:

Dr. med. H.-J. Matschke,

Klinik für Neurologie,

Carl-Thiem-Klinikum,

Thiemstr. 111, 03048 Cottbus

Telefon: (0355) 46 24 76

Fax: (0355) 46 31 78

Interdisziplinäre Falldemonstrationen

typischer Mammabefunde

und sinnvolle

präoperative Diagnostik

in aktuellen Fällen

jeweils 16.00 Uhr

6. Febr. 2008

5. März 2008

2. April 2008

Leitung: Dr. Christensen,

Dr. Parsche, Dr. Wuttke

Ort: Z-Haus

Auskunft: Dr. Christensen,

Klinik für Gynäkologie

und Geburtshilfe,

Ruppiner Kliniken GmbH,

Fehrbelliner Straße 38,

16816 Neuruppin

Telefon: (03391) 39 39 10

Fax: (03391) 39 39 09

E-Mail: b.christensen

@ruppiner-kliniken.de

Ein- und Zweidimensionale

Echokardiographie

8. bis 10. Febr. 2008

Doppler- und Farbdoppler

Echokardiographie

14. bis 16. März 2007

Leitung: Dr. E. Lieback

Ort: Deutsches

Herzzentrum Berlin

Auskunft:

Frau Plüß (030/99 20 09 40)

Internet: www.echokurs.de

Extremitätenkurs Ä 1

9. bis 15. Febr. 2008

in Berlin

10. bis 16. März 2008

in Potsdam

Wirbelsäulenkurs Ä 2

16. bis 22. Febr. 2008

in Berlin

HWS/Thorax Ä 3a

8. bis 12. März 2008

in Berlin

Klinisches Praktikum –

Manuelle Medizin

10. bis 12. März 2008

in Sommerfeld

Einführungskurs E0 –

Osteopathie für Ärzte

26. bis 28. Jan. 2008

in Berlin

Differenzialdiagnostischer

Integrativ- und

Therapiekurs DIT 4

28. bis 30. März 2008

in Berlin

Anmeldung:

Sekretariat der ÄMM,

Frankfurter Allee 263,

10317 Berlin

Telefon: (030) 52 27 94 40

Fax: (030) 52 27 94 42

E-Mail: AEMM.Berlin@t-online.de

Sonographie-Grundkurs 39 P

28. bis 31. Mai 2008

in Berlin

Leitung: Dr. med. K. Möller,

Sana-Klinikum

Berlin-Lichtenberg

Teilnehmergebühr: 350 €

Auskunft: Dr. K. Möller,

Sana-Klinikum,

Klinik für Innere Medizin I,

Fanninger Str.32,

10365 Berlin

Telefon: (030) 55 18 44 23

Fax: (030) 55 18 22 50

E-Mail: k.moeller@sana-kl.de

Andere Bundesländer

Intensivkurs Innere Medizin,

Vorbereitung zum Facharzt

und Kenntnisauffrischung Teil I

25. bis 29. Febr. 2008

in Halle

Teilnehmergebühr: 200 €

Auskunft: Dr. Köhler,

Universitätsklinikum Halle

Telefon: (0345) 5 57 26 65

Fax: (0345) 5 57 22 53

E-Mail:

innere.i@medizin.uni-halle.de

Internet:

www.medizin.uni-halle.de/kim1

Dopplersonographie-Kurse

Interdisziplinärer Grundkurs

Tagungen und Kongresse

29. Febr. bis 3. März 2008

in Dresden

30. Mai bis 1. Juni 2008

in Dresden

26. bis 28. Sept. 2008

in Rostock

28. bis 30. Nov. 2008

in Dresden

Kombinierte Aufbaukurse

(hirnversorgende Gefäße)

25. bis 27. April 2008

in Chemnitz

5. bis 7. Dez. 2008

in Chemnitz

(periphere Gefäße)

24. bis 26. Okt. 2008

in Chemnitz

Leitung und Auskunft:

Prof. Dr. med. habil.

Schweizer,

Klinik für Innere Medizin I,

Krankenhaus Küchwald,

Bürgerstraße 2,

09113 Chemnitz

Telefon: (0371) 33 34 25 01

Fax: (0371) 33 34 25 67

E-Mail: j.schweizer@skc.de

Die psychiatrisch-psychologische

Begutachtung

im Strafverfahren

Teil 1: 3. bis 7. März 2008

Teil 2: 8. bis 12. Sept. 2008

Teil 3: 12. bis 14. Sept. 2008

Auskunft: Psychiatrie

Akademie,

Vor dem Kaiserdom 10,

38154 Königslutter

Telefon: (05353) 90 16 80

Fax: (05353) 90 10 99

E-Mail: psychiatrie.akademie

@awo-apz.de

Internet:

www.psychiatrie-akademie.de

Homöopathie-Weiterbildung

A-F-Kurse

23. bis 27. April 2008

17. bis 21. Sept. 2008

Ort: Leipzig

Teilnehmergebühr: 350 €

Auskunft: Dr. Bormann

Telefon: (0341) 3 91 83 35

Angaben erfolgen ohne Gewähr!

Im Zweifel fragen Sie bitte

beim Veranstalter nach.

Internist sucht Hausarztpraxis

in Potsdam oder unmittelbarer Umgebung

Zuschriften bitte unter Chiffre BÄB 103-1/08 an:

Verlagsbüro Kneiseler - Uhlandstr. 161 - 10719 Berlin

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Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

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Kalendarium

Kalendarium Februar 2008

1. Freitag

2. Samstag

3. Sonntag

4. Montag

5. Dienstag

· Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg: 14.15 Uhr

Interdisziplinäres Gefäßteam

· Städt. Klinikum Brandenburg:

EKG-Fallstricke

· Konferenzraum DRK-Krankenhaus

Luckenwalde: 19.00 Uhr

Urologische Tumorkonferenz

6. Mittwoch

· Demonstrationsraum Radiologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Gefäßkonferenz

· Städt. Klinikum Brandenburg:

16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium

· Praxis Dr. Kirchner, Finsterwalder

Straße 62, Cottbus:

16.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit

· Praxis Dr. Loesch, Großbeerenstraße

109, Potsdam:

20.00 Uhr Qualitätszirkel

Potsdamer Psychotherapeuten

· Hörsaal Institut für Pathologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Tumorkonferenz

· Ost-Brandenburgisches

Tumorzentrum Bad Saarow:

15.45 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil

· Institut für Radiologie Klinikum

Frankfurt (Oder): 15.00 Uhr

Interdisziplinäres Tumorboard

· Hämato-onkologische Tagesklinik

Uckermark Schwedt:

15.30 Uhr Interdisziplinäres

onkologisches Konsil

· Demonstrationsraum Radiologie

Ruppiner Kliniken:

15.30 Uhr Onkologisches Konsil

· Demonstrationsraum Radiologie

Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:

15.30 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil

· Z-Haus Ruppiner Kliniken

Neuruppin:

16.00 Uhr Falldemonstrationen

typischer Mammabefunde

7. Donnerstag

· Potsdam:

7.–10.2. Sonographie-Grundkurs

· Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg:

14.15 Uhr

Interdisziplinäres Gefäßteam

· Demo-Raum Klinik für

Pneumologie Treuenbrietzen:

14.00 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil Bronchialkarzinom

8. Freitag

Brandenburgisches Ärzteblatt 1/2008 · 18. Jahrgang

9. Samstag

10. Sonntag

11. Montag

12. Dienstag

· Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg: 14.15 Uhr

Interdisziplinäres Gefäßteam

· Demonstrationsraum Radiologie

Städt. Klinikum Brandenburg:

15.15 Uhr Klinisch pathologischanatomische

Konferenz

13. Mittwoch

· Sana-Kliniken Sommerfeld:

15.15 Uhr Interdisziplinäre

Schmerzkonferenz

· Demonstrationsraum Radiologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Gefäßkonferenz

· Städt. Klinikum Brandenburg:

16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium

· Praxis Dr. Zimmermann,

Breitscheidstraße 41, Bernau:

18.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit

· Hörsaal Institut für Pathologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Tumorkonferenz

· Ost-Brandenburgisches

Tumorzentrum Bad Saarow:

15.45 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil

· Institut für Radiologie Klinikum

Frankfurt (Oder): 15.00 Uhr

Interdisziplinäres Tumorboard

· Hämato-onkologische Tagesklinik

Uckermark Schwedt:

15.30 Uhr Interdisziplinäres

onkologisches Konsil

· Demonstrationsraum Radiologie

Ruppiner Kliniken:

15.30 Uhr Onkologisches Konsil

· Demonstrationsraum Radiologie

Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:

15.30 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil

· Radiologischer Röntgendemoraum

Städt. Klinikum Brandenburg:

15.45 Uhr Interdisziplinäre

Tumorkonferenz

14. Donnerstag

· Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg: 14.15 Uhr

Interdisziplinäres Gefäßteam

· Demo-Raum Klinik für Pneumologie

Treuenbrietzen: 14.00 Uhr

Interdisziplinäres Tumorkonsil

Bronchialkarzinom

15. Freitag

· Potsdam:

15./16.2. Suchtmedizinische

Grundversorgung

· Grünheider Ärztekreis:

Rheuma

16. Samstag

17. Sonntag

18. Montag

· Bernau:

18. – 29.2. Sozialmedizin

19. Dienstag

· Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg: 14.15 Uhr

Interdisziplinäres Gefäßteam

· Städt. Klinikum Brandenburg:

Mangelernährung

20. Mittwoch

· Demonstrationsraum Radiologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Gefäßkonferenz

· Städt. Klinikum Brandenburg:

16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium

· Konferenzraum MEDIAN Klinik

Dahlwitz-Hoppegarten

12.00 Uhr Interdisziplinäre

MEDIAN-Schmerzkonferenz

· Rathenow:

Qualitätszirkel

Psychosomatik/Psychotherapie

· Hörsaal Institut für Pathologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Tumorkonferenz

· Ost-Brandenburgisches

Tumorzentrum Bad Saarow:

15.45 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil

· Institut für Radiologie Klinikum

Frankfurt (Oder):

15.00 Uhr Interdisziplinäres

Tumorboard

· Hämato-onkologische Tagesklinik

Uckermark Schwedt:

15.30 Uhr Interdisziplinäres

onkologisches Konsil

· Demonstrationsraum Radiologie

Ruppiner Kliniken:

15.30 Uhr Onkologisches Konsil

· Demonstrationsraum Radiologie

Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:

15.30 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil

· Feuer- und Rettungswache

Brandenburg:

17.00 Uhr MANV-Update

21. Donnerstag

· Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg:

14.15 Uhr Interdisziplinäres

Gefäßteam

· Demo-Raum Klinik für Pneumologie

Treuenbrietzen:

14.00 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil Bronchialkarzinom

22. Freitag

23. Samstag

· Teupitz:

9.00 Uhr 9. Teupitzer

Schlaganfall-Kolloquium

24. Sonntag

25. Montag

26. Dienstag

· Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg:

14.15 Uhr Interdisziplinäres

Gefäßteam

27. Mittwoch

· Demonstrationsraum Radiologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam: 14.00 Uhr

Interdisziplinäre Gefäßkonferenz

· Städt. Klinikum Brandenburg:

16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium

· Praxis Dr. Loesch,

Großbeerenstraße 109,

Potsdam:

19.15 Uhr Qualitätszirkel

„Psychosomatik“

· Hörsaal Institut für Pathologie

Klinikum Ernst von Bergmann

Potsdam:

14.00 Uhr

Interdisziplinäre Tumorkonferenz

· Ost-Brandenburgisches

Tumorzentrum Bad Saarow:

15.45 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil

· Institut für Radiologie Klinikum

Frankfurt (Oder):

15.00 Uhr Interdisziplinäres

Tumorboard

· Institut für Radiologie Frankfurt

(Oder):

14.00 Uhr Fallbesprechung

in der Diagnostik von

Erkrankungen der Mamma

· Hämato-onkologische

Tagesklinik Uckermark Schwedt:

15.30 Uhr Interdisziplinäres

onkologisches Konsil

· Demonstrationsraum Radiologie

Ruppiner Kliniken: 15.30 Uhr

Onkologisches Konsil

· Demonstrationsraum Radiologie

Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:

15.30 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil

· Radiologischer Röntgendemoraum

Städt. Klinikum Brandenburg:

15.45 Uhr Interdisziplinäre

Tumorkonferenz

28. Donnerstag

· Demonstrationsraum Klinikum

Senftenberg:

14.15 Uhr Interdisziplinäres

Gefäßteam

· Demo-Raum Klinik für

Pneumologie Treuenbrietzen:

14.00 Uhr Interdisziplinäres

Tumorkonsil Bronchialkarzinom

29. Freitag

· Neuruppin:

29.2./1.3. Basisseminar

Psychosoziale Onkologische

Versorgung

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