Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

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Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

Diskussion der Untersuchung

Der NET gibt bei dieser Aufgabe ein Auswertungsschema vor, daß die Vergabe von

drei möglichen Punkten vorsieht (s. Anhang A7).

Für die Auswertung der Testzeitpunkte t1 bis t4 wurde das System revidiert und

ergänzt, da auch hier in der Beobachtung typischer Fehler zahlreicher Neglectpatienten

im Vorfeld der Untersuchung deutlich wurde, daß das vorgegebene Auswertungssystem

nicht ausreichend differenziert, um Verbesserungen innerhalb des

Rehabilitationsverlaufs widerzuspiegeln.

Das revidierte Auswertungssystem, das die Vergabe von insgesamt 5 möglichen

Punkten vorsieht, ist im Kapitel 3.2.1.3.5 dargestellt.

Die Auswertung anhand der genannten Kriterien erfolgte genau wie beim Figuren

abzeichnen durch zwei bzw. drei unabhängige Auswerter (s. hierzu auch Kap.

3.2.1.3.5).

Die unter Verwendung von Urteilerkonkordanzanalysen (Kendall Tau) überprüfte

Übereinstimmung des 1. und 2. Raters ergab, daß die Beurteilungen der beiden

Auswerter auch hier konkordant waren, d.h. sie stimmten in großem Umfang bzgl. der

Punktvergabe beim freien Zeichnen überein (s. hierzu auch Tab.13).

Damit konnte auch für die Bewertung des freien Zeichnens nach den hier entwickelten

Kriterien eine gute Interrater-Reliabilität aufgezeigt werden.

Beim Lesen wurde die Anzahl von Auslassungen und Fehlern als Parameter für die

Auswertung herangezogen, während auf die Bewertung der Lesezeit verzichtet wurde.

Grund hierfür ist, daß eine Verbesserung der Leseleistung nicht automatisch mit einer

erhöhten Lesegeschwindigkeit einhergeht. Ein Patient mit einem ausgeprägten Neglect

liest z.B. nur die Wörter am äußersten rechten Rand und benötigt hierfür nur wenig Zeit.

Eine Verbesserung der Leseleistung aufgrund einer Reduktion der Neglectsymptomatik

würde bedeuten, daß der Patient weiter links im Text zu Lesen beginnt. Dies würde

nicht etwa eine Reduktion der Lesezeit, sondern eine Zunahme der Lesezeit bedeuten,

da mehr Wörter gelesen werden. Daher geht eine Verbesserung der Leseleistung häufig

mit einer Erhöhung der Lesezeit einher. Eine Auswertung der Lesezeit erschien daher

nicht sinnvoll.

Beim Schreiben wurde zur Auswertung der Abstand des äußersten linken Wortes vom

linken Blattrand gemessen. Dabei wurde in Anlehnung an Berego et al. (1997) der Cut

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