Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

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Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

Diskussion der Untersuchung

• Figuren abzeichnen: deutliche Verbesserung vom Beginn bis zum Ende der

Therapie bzw. zum Follow-Up (Erhöhung von durchschnittlich 3,6 auf 6,7 bzw. 7,4

Punkte).

• Freies Zeichnen: mäßige bis deutliche Verbesserung vom Beginn bis zum Ende der

Therapie bzw. zum Follow-Up (Erhöhung von durchschnittlich 2,1 auf 2,9 bzw. 3,4

Punkte).

• TAP-Neglect: mäßige bis deutliche Verbesserung vom Beginn bis zum Ende der

Therapie bzw. zum Follow-Up (Reduktion von durchschnittlich 23,1 auf 14 bzw.

13,2 Auslassungen).

Insgesamt sieht man auch hier bei allen 6 verwendeten Testverfahren einen sehr

ähnlichen, deutlich ausgeprägten Verbesserungstrend, der belegt, daß die

Zusammenfassung zu einem Gesamtscore gerechtfertigt ist.

Die statistische Auswertung des Gesamtscores zeigte eine signifikante Verbesserung

vom Beginn bis zum Ende der Therapie wie auch vom Beginn bis zum Follow-Up eine

Woche nach Beendigung der Therapie, also auch einen überdauernden Therapieeffekt.

Vom Verlauf innerhalb der Therapie zeigte sich sowohl innerhalb der ersten 10

Therapiesitzungen wie auch in der zweiten Therapiehälfte eine statistisch signifikante

Verbesserung. Von t3 zu t4 zeigte sich keine statistisch signifikante Veränderung mehr,

d.h. es trat nach Beendigung der Therapie weder eine weitere Verbesserung noch eine

erneute Verschlechterung auf. Die gleichbleibende Leistung zwischen t3 und t4 deutet

zum einen darauf hin, daß über den Zeitraum von einer Woche ein überdauernder

Therapieeffekt vorhanden ist. Zum anderen zeigt sie, daß keine weiteren unspezifischen

Verbesserungseffekte (Spontanremission) vorhanden sind.

Damit konnte ein eindeutiger, auch überdauernder Therapieeffekt einer repetitiven

Behandlung aus Explorationstraining und zusätzlicher TENS-Stimulation dokumentiert

werden.

Insgesamt gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die einen positiven Effekt von TENS

auf die Neglectsymptomatik bzw. mit Neglect assoziierte Störungen belegen konnten.

Daneben gibt es aber auch vereinzelte Untersuchungen, die keinen Effekt einer

transcutanen Nervenstimulation nachweisen konnten (vgl hierzu Kapitel 2.13.6.1)

Inwiefern TENS einen positiven Effekt auf Neglect hat, wird daher insgesamt

kontrovers diskutiert.

Bei den existierenden Untersuchungen wurden bisher nur kurzfristige Effekte

untersucht. Keine Studie hat sich damit beschäftigt, ob ein wiederholter Einsatz von

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