Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

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Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

Diskussion der Untersuchung

Damit konnte ein eindeutiger, auch überdauernder Transfer des Therapieeffekts einer

repetitiven Behandlung aus Explorationstraining und zusätzlicher TENS-Stimulation

auf die alltagsrelevanten Leistungen Lesen und Schreiben dokumentiert werden.

Insgesamt gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die einen positiven Effekt von TENS

auf die Neglectsymptomatik bzw. mit Neglect assoziierte Störungen belegen konnten.

Im Hinblick auf assoziierte Störungen hat die TENS-Stimulation z.B. positive Effekte

auf Extinktionsphänomene, die Kodierung geometrischer Informationen zur

Orientierung oder die bei Neglect-Patienten häufig vorhandene Haltungsinstabilität (vgl.

hierzu Kapitel 2.13.6.1). Insofern konnte bereits hier eine Wirkung von TENS

nachgewiesen werden, die sich nicht nur auf visuelle bzw. multimodale

Neglectphänomene begrenzt, sondern auch assoziierte Störungen betrifft.

Auswirkungen einer TENS-Stimulation auf alltagsrelevante Leistungen wie Lesen und

Schreiben sind bisher nicht untersucht worden. Die vorliegende Studie konnte diese

eindeutig nachweisen.

Dies läßt die verwendete kombinierte Behandlung aus einem visuellen

Explorationstraining und einer zusätzlichen kontraläsionalen Stimulation mit TENS

sehr attraktiv erscheinen, weil eine effektive Behandlungsmethode nicht nur in

Standardtestverfahren, sondern gerade auch in alltagsrelevanten Leistungen zu einer

Verbesserung führen sollte.

Abschließend soll auch hier der Verlauf innerhalb der Therapie kurz beleuchtet werden:

sowohl von Therapiesitzung 1 bis 10 wie auch von Therapiesitzung 11 bis 20 zeigte

sich eine signifikante Verbesserung alltagsrelevanter Leistungen. Dies steht in Einklang

mit den Ergebnissen in Kap. 5.7.2 und bedeutet, daß die Therapiedauer nicht kürzer

gewählt werden sollte, da dann wichtige Therapieeffekte, die sich in der zweiten

Behandlungshälfte zeigten, verloren gehen würden. Inwiefern eine noch längere

Therapiedauer weitere Verbesserungen mit sich bringen könnte, kann aufgrund der

vorliegenden Ergebnisse auch hier nicht beurteilt werden.

Zusammenfassend konnte damit bezogen auf die Fragestellung 4 eine eindeutige

Verbesserung von Lese- und Schreibleistungen, also ein Transfer der Therapieeffekte

der kombinierten Behandlung aus Explorationtraining und TENS-Stimulation (TENS-

Gruppe) auf alltagsrelevante Leistungen dokumentiert werden, der sich für den

Therapieverlauf (vom Anfang bis zum Ende der Therapie) wie auch überdauernd (vom

Anfang bis zum Follow-Up eine Woche nach Ende der Therapie) zeigte.

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