Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

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Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

Diskussion der Untersuchung

visuellen Explorationstraining konnten trainingsbedingte Verbesserungen nur in

Aufgaben nachweisen, die der Trainingsprozedur ähnelten.

- Dagegen konnte bezogen auf die Fragestellung 1 ein Therapieeffekt der kombinierten

Behandlung aus Explorationtraining und TENS-Stimulation (TENS-Gruppe)

dokumentiert werden.

Neben der Verbesserung vom Beginn bis zum Ende der Therapie zeigte sich hier auch

ein die Therapie überdauernder Effekt.

Die Ergebnisse stehen im Einklang mit einer Reihe von Untersuchungen, die einen

positiven Effekt von TENS auf die Neglectsymptomatik bzw. mit Neglect assoziierte

Störungen belegen konnten, wobei der Effekt von TENS auf Neglect in der Literatur

insgesamt eher kontrovers diskutiert wird.

Als ein Erklärungsmodell für den Effekt wurde eine Aktivierung der rechten

Hemisphäre durch die sensorische Stimulation im Rahmen der Cerebrale Balance-

Theorien diskutiert, wonach unilateraler visueller Neglect aus einem Ungleichgewicht

der Aktivität in den beiden Hemisphären auf kortikaler oder subkortikaler Ebene

resultiert.

Für den langfristigen Effekt der TENS-Stimulation wurde im Rahmen der Cerebrale

Balance-Theorien die Erklärung diskutiert, daß eine afferente Bahnung durch den

zusätzlichen afferenten Input eine Orientierungsreaktion in den kontraläsionalen

Halbraum wieder ermöglicht, die während der Therapie konditioniert.

Als weiteres Erklärungsmodell für die Wirkung der TENS-Stimulation wurde eine

Modulation der gestörten Generierung des egozentrischen Koordinatensystems

(Transformationsansatz) diskutiert. Als Erklärung des langfristigen Effekts wurde hier

diskutiert, daß durch eine ausgedehnte Wiederholung des Stimulus (TENS), der

neuronale Systeme aktiviert, die an der Organisation der egozentrischen Repräsentation

beteiligt sind, eine Konsolidierung interneuronaler Verbindungen stattfindet, welche

den durch die Läsion verursachten Bias kompensieren.

- Bezogen auf die Fragestellung 1 konnte auch ein Therapieeffekt der kombinierten

Behandlung aus Explorationstraining und optokinetischer Stimulation (OKS-Gruppe)

dokumentiert werden.

Neben der Verbesserung vom Beginn bis zum Ende der Therapie zeigte sich hier auch

ein die Therapie überdauernder Effekt.

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