Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

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Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

Theoretische Einführung

Alltagsprobleme von Personen mit Gesichtsfeldausfällen und Neglect zumeist identisch

sind.

2.8.4 Räumliche Störungen

Störungen in räumlichen Wahrnehmungsleistungen wie z.B. der Wahrnehmung von

Winkeln, der subjektiven Vertikalen und Horizontalen, der subjektiven

Geradeausrichtung sowie der Längen-, Abstands- und Formwahrnehmung treten häufig

nach parietalen oder parietal-okzipitalen Läsionen auf (Kerkhoff, 1999, 2004). Da

Neglectpatienten häufig Läsionen dieser Hirnregionen aufweisen, finden sich bei ihnen

häufig auch räumliche Beeinträchtigungen. Diese wirken sich z.B. derart aus, daß der

Patient eine abnorme Körperorientierung nach rechts aufweist (Pusher-Syndrom)

(Kerkhoff, 1999).

2.8.5 Aufmerksamkeitsdefizite

Neglectpatienten weisen Einbußen in der selektiven Aufmerksamkeit auf, weshalb sie

ihre Aufmerksamkeit nur schwer in die linke Raumhälfte richten können. Des weiteren

ist die Daueraufmerksamkeit reduziert, so daß sie rasch ermüden. Ihre reduzierten

Aufmerksamkeitsressourcen beeinträchtigen außerdem das parallele Durchführen

mehrerer Tätigkeiten (geteilte Aufmerksamkeit) (Kerkhoff, 1999, 2004).

2.8.6 Zeitwahrnehmungsstörungen

Zeitwahrnehmung beinhaltet das subjektive Einschätzen vergangener Zeit, das aktive

Abschätzen eines Zeitraums in naher Zukunft und das Einschätzen des Zeitbedarfs für

Handlungen, besonders, wenn diese mit der Fortbewegung im Raum verbunden sind.

Viele Neglect-Patienten weisen bei diesen Aufgaben Defizite auf, die ihre Störungen in

der räumlichen Dimension verstärken oder ungünstig damit interagieren (Kerkhoff,

2004).

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