Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

brs.ub.ruhr.uni.bochum.de

Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

Theoretische Einführung

Wahrnehmung oder aber weiter verschlechtert und führt zu einer Verschlechterung des

Defizits.

Als mögliche neuronale Basis gaben die Autoren wie in der vorherigen Studie

polymodale vestibuläre Einheiten an, wie sie von Grüsser et al. (1990 a,b) im parieto-

insulären vestibulären Cortex des Affen beschrieben wurden.

Die Autoren interpretierten die Ergebnisse dieser Studie dahingehend, daß die

Stimulation räumliche Repräsentationen höherer Ordnung beeinflußt und es sich nicht

um eine nonspezifische und generelle Aktivierung der ungeschädigten Regionen der

betroffenen Hemisphäre handelt. Grund für diese Annahme war, daß die positiven

Effekte nur auf den extrapersonalen Neglect und damit verbundene Störungen begrenzt

waren, sich aber nicht auf andere Defizite wie z.B. eine Aphasie auswirkten und sich bei

Patienten mit linksseitiger Schädigung ohne Neglect kein Effekt zeigte.

Pizzamiglio et al. (1996) untersuchten bei 4 Patienten die therapeutischen Effekte einer

TENS-Stimulation der linken Nackenmuskeln in Verbindung mit einem

nonspezifischen Treatment im Vergleich zu einem spezifischen

Rehabilitationsparadigma. Die TENS-Behandlung fand neben einer generellen

kognitiven Intervention (Puzzle, Kartenspiele, Schach) statt. Das spezifische Training

fand in Anschluß an die acht Wochen genereller kognitiver Intervention und TENS statt

und beinhaltete ein visuelles Explorationstraining, Lese- und Kopieraufgaben sowie

Figurenbeschreibungen. Beide Treatments wurden jeweils acht Wochen lang

durchgeführt.

Die unspezifische kognitive Intervention in Verbindung mit TENS hatte einen

positiven Effekt bei zwei der vier Patienten. Das spezifische Treatment führte dagegen

zu einer größeren Verbesserung der Störung bei allen vier Patienten.

Die Autoren schlußfolgerten, daß eine effektive Behandlung des Neglects ein

Paradigma erfordert, das eine spezifische Behandlung anhand von verschiedenen

visuell-räumlichen Explorationsaufgaben und ein systematisches Feedback an die

Patienten bzgl. ihres Erfolgs beinhaltet. Ein auf eine sensorische Stimulation begrenztes

Vorgehen ruft zwar eine kurzfristige Verbesserung von wenigen Minuten hervor, hat

aber keine vergleichbaren Langzeiteffekte.

Dennoch konnte bei einem Teil der Patienten unter TENS ein reduzierter Bias nach

rechts beobachtet werden. Die Autoren interpretierten dieses Ergebnis dahingehend, daß

hier durch eine ausgedehnte Wiederholung dieses Stimulus, der neuronale Systeme

aktiviert, die an der Organisation der egozentrischen Repräsentation beteiligt sind, eine

66

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine