Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

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Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

Theoretische Einführung

interpretierten die Ergebnisse dahingehend, daß der defizitäre Positionssinn bei

Neglectpatienten eine nicht-sensorische Komponente aufweist, die in Beziehung zum

Neglect steht und durch optokinetische Stimulation beeinflußbar ist. Diese nicht-

sensorische Komponente besteht in einer ipsilateralen Verschiebung der egozentrischen

Repräsentation. Eine Interpretation im Sinne einer generellen hemisphärischen

Aktivierung schlossen die Autoren aufgrund der direktionalen Spezifität aus.

Vallar et al. (1995a) untersuchten in einer weiteren Studie die Effekte von OKS auf den

gestörten Positionssinn des Armes in der horizontalen und vertikalen Ebene. Aufgabe

war die Einschätzung vier verschiedener Positionen des Armes in horizontaler und

vertikaler Richtung. Sowohl in der horizontalen Ebene wie auch in der vertikalen Ebene

und in beiden Armen verbesserte eine Stimulation mit der Bewegungsrichtung

kontralateral zur Läsionsseite die Störung, während eine Stimulation in ipsilateraler

Richtung das Defizit verschlechterte. Die Autoren interpretierten die Ergebnisse

dahingehend, daß der defizitäre Positionssinn zumindest teilweise aus einer ipsilateralen

Verzerrung des egozentrischen Koordinatensystems resultiert, wobei sowohl die

horizontale wie auch die vertikale Dimension, also das gesamte System der räumlichen

Koordinaten betroffen ist und durch richtungsspezifische OKS beeinflußbar ist.

Mattingley et al. (1994 a) untersuchten 11 Patienten mit rechtshemisphärischer

Hirnschädigung und linksseitigem Neglect sowie 11 gesunde Kontrollpersonen mit

einer horizontalen Linienhalbierungsaufgabe am Bildschirm. Die Linien wurden am

Bildschirm vor einem neutralen Hintergrund, einem statischen Punktemuster oder

einem sich langsam bewegendem zufällig verteilten Punktemuster präsentiert.

In der Bewegungsbedingung bewegten sich die Punkte über das gesamte Display

entweder nach links oder nach rechts in einer Geschwindigkeit, die keinen

optokinetischen Nystagmus oder perzeptuelle Nacheffekte hervorrief.

Die Kontrollpersonen arbeiteten in allen Bedingungen akkurat und es zeigten sich nur

minimale Effekte der verschiedenen Hintergrundbedingungen.

Patienten mit linksseitigem Neglect dagegen waren sensitiv für die nach links gerichtete

Hintergrundbewegung und wiesen in dieser Bedingung im Vergleich zu einem

neutralen, statischen oder sich nach rechts bewegenden Hintergrund eine signifikante

Verschiebung der Halbierungsfehler nach links auf. Es traten dagegen keine

signifikanten Effekte der nach rechts gerichteten Bewegung im Vergleich zur neutralen

oder statischen Bedingung auf. Das Ausmaß, in dem die Patienten für die nach links

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