Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

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Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

Theoretische Einführung

Die Autoren führten den Effekt auf die spezifische Aktivierung subkortikaler und

kortikaler Strukturen zurück, die vestibuläre Informationen integrieren. Linksseitige

Stimulation hebt nach Ansicht der Autoren die Verschiebung der egozentrischen

Koordinaten nach rechts auf, indem sie eine symmetrische Aktivierung in den

neuronalen Mechanismen aufbaut, die die interne Repräsentation des egozentrischen

und personalen Raumes unterstützen.

Storie-Baker et al. (1997) führten eine EEG-Studie durch, in der sie Veränderungen

aufgrund linksseitiger kalorischer Stimulation mit Eiswasser bei Patienten mit

rechtsseitiger Hirnschädigung untersuchten. Die Autoren konnten aufgrund der

kalorischen Stimulation eine erhöhte kortikale Aktivierung in beiden Hemisphären

feststellen. Diese zeigte sich in Form einer höheren Aktivität schneller Wellen und einer

reduzierten Aktivität langsamer Wellen, wobei die Erhöhung der Aktivierung in der

rechten Hemisphäre größer war. Dies unterstützt nach Ansicht der Autoren die

attention-arousal-Hypothese nach Heilman et al. (1985), die besagt, daß eine

Verringerung des rechtshemisphärischen Hypoarousal auch bei erhöhter

linkshemisphärischer Aktivierung auftreten kann, wobei die Erhöhung in der rechten

Hemisphäre größer als in der linken Hemisphäre sein muß.

Insgesamt gibt es damit eine Reihe von Untersuchungen, die kurzfristige positive

Effekte einer vestibulären kalorischen Stimulation auf die Neglectsymptomatik und

damit assoziierte Störungen nachweisen konnten. Langfristige Effekte wurden bisher

nicht nachgewiesen. Ein repetitiver Einsatz der kalorischen Stimulation im Rahmen der

Neglectrehabilitation erscheint aufgrund der damit verbundenen Nebeneffekte wie

Schwindel und Übelkeit eher nicht möglich.

2.13.6.4 Nackenmuskelvibration

Biguer et al. (1988) untersuchten in einer Studie die Effekte einer

Nackenmuskelvibration auf die visuelle Wahrnehmung von Bewegung und Richtung

bei gesunden Personen. Die Autoren führten eine Vibration des linken posterioren

Nackenmuskels mit einer festen Frequenz von 100 Hz bei unterschiedlicher

Vibrationsamplitude durch und untersuchten die Effekte auf die Wahrnehmung eines

kleinen, stationären, zentral auf der Mittellinie des Körpers dargebotenen Lichtpunktes

in der Dunkelheit.

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