Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

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Experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit einer kombinierten ...

Theoretische Einführung

Objektoberflächen etc.) resultiert, die Monate oder gar Jahre nach der Läsion andauert.

Daraus resultiert bei Patienten mit taktiler Extinktion bezogen auf die Hand, die die

Extinktion betrifft, eine verringerte Aktivität im ipsiläsionalen sekundären

somatosensorischen Cortex.

Periphere repetitive magnetische Stimulation stellt eine starke und schmerzfreie

somatosensorische Stimulation der dorsalen Handoberfläche dar. Sie führt zu einer

starken Aktivierung der primären und sekundären somatosensorischen Cortices.

Kerkhoff (2001) testete in einer ersten Studie an 14 Patienten mit linksseitiger taktiler

Extinktion, ob eine einmal durchgeführte RPMS (mit 4000 einzelnen Magnetimpulsen

innerhalb von 20 Minuten) zu einer signifikanten Verbesserung der taktilen Extinktion

führte. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die keine magnetische Stimulation erhielt,

zeigte sich in der Experimentalgruppe nach einer Sitzung RPMS ein Zuwachs der

Identifikationsrate von bilateralen taktilen Stimuli um 28%. Da die Testung 30 Minuten

nach Beendigung der RPMS stattfand, handelte es sich dabei nicht um einen

kurzfristigen Effekt, sondern um einen die Stimulation überdauernden Effekt. Kerkhoff

nimmt aufgrund des Ergebnisses dieser Pilotstudie an, daß mehrfache RPMS-Sitzungen

zu einem größeren und permanenteren Effekt führen könnten.

2.13.6.7 Eigene Vorarbeiten

Schröder et al. (1998) untersuchten im Rahmen einer Therapiestudie die Effekte eines

kompensatorischen Trainings mit gleichzeitiger sensibler Anbahnung auf die

Rückbildung von zerebralen Sehstörungen. Die Behandlungsgruppe setzte sich aus

Neglect-Patienten und Hemianopikern zusammen. Die Patienten erhielten 21

halbstündige Sakkaden- und Blickbewegungstrainings am Computer, zusätzlich fand in

15 Sitzungen eine Stimulation in Form eines zusätzlichen taktilen, propriozeptiven oder

vestibulären afferenten Inputs (z.B. Rumpfdrehung, TENS) kontralateral zur Läsion

statt. Die Patienten erhielten im Rahmen eines Baseline-Designs (A-B-A) zunächst drei

Trainingseinheiten ohne Stimulation (Baseline), dann 15 Trainingseinheiten mit

Stimulation (Treatment) und im Anschluß drei weitere Trainingseinheiten ohne

Stimulation (Baseline). Jeder Patient erhielt die Form der Stimulation, auf die er am

stärksten ansprach. Als Ergebnis zeigte sich eine signifikante Reduktion des

Wahrnehmungsdefizits durch das Treatment. Die Autoren konnten damit einen Effekt

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