Dienen und gewinnen

saswiwb01.salvationarmy.ch

Dienen und gewinnen

Bild : Bernhard Stegmayer

dialog

Monatszeitschrift für Salutisten und Freunde der Heilsarmee

Dienen und gewinnen

04/ 2011

So vielfältig kann der Dienst sein 7−10

Anne-Catherine Charpilloz – Aufgerufen zum Dienst 4

Die Osterbotschaft der Generalin 5

Aus dem Leben der Heilsarmee 11−14


Leserbriefe

Dialog

Betrifft Thema „Bessere Zeiten in

Sicht?”, „dialog” 1/2011

Mit Interesse habe ich den Artikel über

die Wiederkunft Jesu und das kommende

Zeitalter gelesen. Es erfüllt mich mit Hoffnung

und Freude.

Mit nachstehendem Text möchte ich noch

etwas ergänzen: Die Propheten sowie Paulus

im Römerbrief schreiben darüber. Jesus

selber spricht ebenfalls vom Ende dieses

Zeitalters. In unseren Tagen geschieht

etwas ganz Gewaltiges, das die Welt und

wir bis vor einigen Jahrzehnten noch nicht

gesehen haben. Es ist das grösste Wunder,

das je geschehen ist. Gottes auserwähltes

Volk Israel wird nach mehr als 2000-jähriger

Zerstreuung wiederum in das von Gott verheissene

Land zurückkehren. Es gibt über

800 Bibelstellen, die über die Rückführung

des Volkes Israel aussagen, um nur eine zu

nennen: „Ich hole die Israeliten aus fernen

Ländern und fremden Völkern heraus, von

überallher sammle ich sie und bringe sie in

ihr Land zurück. Sie sollen wieder ein vereintes

Volk sein, das im Bergland Israel zu

Hause ist” (Hesekiel 37, 21-22).

Wussten Sie, dass in den letzten 20 Jahren

mehr als eine Million Juden aus der ehemaligen

Sowjetunion nach Israel eingewandert

sind? Dass über 16 000 äthiopische Juden

in einer Blitzaktion nach Israel heimgeführt

wurden? Dass heute aus England, Frankreich,

auch aus der Schweiz, USA, Kanada

und Südamerika, Juden zurückkehren

ins Land ihrer Vorväter? Dass im letzten

Jahr 1000 Juden aus Nordindien, die zum

Stamm Manasse gehören, ins Land Israel

heimgekehrt sind und heute 7200 Juden

vom Stamm Manasse noch auf ihre Ausreise

nach Israel warten?

Die Rückkehr der Juden aus der ganzen

Welt gehört zum Endzeitgeschehen und

deutet darauf hin, dass der Messias bald

kommen wird. Gottes Wort zeigt uns an

verschiedenen Stellen, dass es die Aufgabe

der Gemeinde Jesu aus den Nationen

ist, das jüdische Volk zu trösten, zu schützen

und ihnen auch bei ihrer Heimkehr zu

helfen. In einer Zeit von wachsendem Antisemitismus

und existenzieller Bedrohung,

erachten wir (ich) es als eine Verpflichtung,

Christen weltweit zu ermutigen, ihre Verantwortung

sowohl im Gebet als auch in

praktischer Unterstützung wahrzunehmen

2 «dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

und mit Entschiedenheit an Israels Seite

zu stehen.

Majorin Ruth Frehner

Betrifft Leserbrief von Matthias Stalder,

„dialog” 3/2011

Herr Matthias Stalder hat in seinem Leserbrief

den sogenannten Dispensationalismus

(Lehre der verschiedenen Heilszeiten

oder Haushaltungen) stark kritisiert und als

Irrtum bezeichnet.

In der Tat ist das von ihm empfohlene Buch

„Zukunft, Hoffnung, Bibel” von Roland

Hardmeier eines der aufschlussreichsten

Bücher zum Thema Endzeit. In seiner

Kritik am Dispensationalismus unterlässt

es jedoch Roland Hardmeier darauf hinzuweisen,

dass dieses theologische System

nicht in starren Bahnen verläuft. Die Gegner

dieses Systems behaupten, der Dispensationalismus

unterteile die Bibel mit dem

Effekt, ihre Einheit zu zerstören. Dagegen

sei zu sagen, der Dispensationalismus

verschleiert die biblische Einheit nicht,

sondern er hilft, sie zu verdeutlichen. Er

rückt die fortschreitenden Offenbarungen

von Gottes Zeitalter in den Mittelpunkt des

heilsgeschichtlichen Blickfeldes.

Diese Sichtweise betrachtet die Einheit, die

Vielfalt und den fortschreitenden Charakter

der Ziele Gottes mit der Welt wie kein anderes

theologisches System.

Matthias Bitterlin

Verteilen Sie TRIALOG und

leis-ten Sie auf diese Weise

einen Beitrag zur Verbreitung

des Evangeliums. Jeder Empfänger

erfährt von Jesus und

von der Arbeit der Heilsarmee.

Flyer 2/2011 März

Der Mutige erschrickt erst nach der Tat:

Der Salutist und Feuerwehrmann Danny

Stucki weiss mit Angst umzugehen,

weil in seinem Herzen die Liebe Gottes

brennt.

Heilsarmee: Das Bed & Breakfast

Alegria in Basel.

Jemandem musst

du dienen

Anderen zu helfen, ist eine noble Sache.

Und solange man den Menschen um der

Menschen willen hilft, sieht das auch die

Welt so. Beim Dienst für das Reich Gottes

wirds schon etwas enger. Manche sind der

Meinung, es sei besser, „in der Hölle zu

herrschen als im Himmel zu dienen”, wie

es einst John Milton seinen Protagonisten

sagen liess.

Abgesehen von der Verballhornung der

Begriffe Himmel und Hölle, suggeriert

der Spruch auch, dass es eine Wahl gibt

zwischen dienen und herrschen. Letzteres

ist gemäss der menschlichen Natur erstrebenswerter.

Aber alles was wir tun oder

unterlassen, dient jemandem. Entweder

Gott oder dem Teufel. Wir können uns nicht

für oder gegen das Dienen entscheiden.

Wir können nur wählen, wem wir dienen

wollen.

Selbst der höchste Herrscher und König

lebt uns die Rolle des Dieners vor. Zum

Beispiel in Markus 10, 45. Wenn es uns

gelingt, diese dienende Haltung gegenüber

Gott zu leben, ist unser Gewinn gewaltig.

Leitbild der Heilsarmee

Thomas Anliker

Die Heilsarmee ist eine internationale

Bewegung und Teil der weltweiten

christlichen Kirche.

Ihre Botschaft gründet auf der Bibel.

Ihr Dienst ist motiviert von der Liebe

Gottes.

Ihr Auftrag ist es, das Evangelium von

Jesus Christus zu predigen und menschliche

Not ohne Ansehen der Person zu

lindern.

Bild: Wikimedia


HA-Info

Der Kriegsruf erklingt weiter

Ein neues Medienprojekt soll

helfen, noch effizienter zu informieren

und auf das Zielpublikum

einzugehen.

Die Heilsarmeepublikationen verliehen über

Dekaden hinweg dem Widerstand gegen

soziale Ausgegrenztheit und der Ungerechtigkeit

gegenüber Benachteiligten eine

Stimme. Ausserdem beinhaltete er Klartext

über die Botschaft Gottes. „Alles, was wir

über unsere Gesellschaft wissen, wissen

wir durch die Massenmedien”, schreibt

der deutsche Soziologe Niklas Luhmann

(1996). Dies hat sich definitiv geändert.

Heute gehen Heilsarmeezeitschriften – wie

andere Kleinauflagen – im Meer von Publikationen

unter, die unsere Haushalte überfluten.

Innerhalb der Redaktion und in Zu-

Offen gesagt

Wäre die Auferstehung

Christi nur

eine Legende, wäre

mein Glaube tot. Es

ist so einfach und

doch von grösster

Bedeutung. Während

Hunderten von

Jahren hätten sich

Millionen Menschen geirrt. Sie glaubten

an die Auferstehung Christi und an ihre

eigene, und es würde sich herausstellen,

dass all dieser Glaube nutzlos war, weil es

nie eine Auferstehung gab. Ich hätte mein

Leben und Weltbild auf etwas basiert, das

ein Betrug ist.

Bild: HA Wenn die Auferstehung nur eine Legende wäre

Zugegeben, das Konzept der symbolhaften

Auferstehung ist nichts Neues. Die Literatur

ist voller „Auferstehungen”: Ein Mensch

erfährt eine vollkommene Veränderung,

weil er einen Moment von totaler religiöser

oder intellektueller Klarheit erlebt hat. Das

alte Leben, Denken und Handeln ist „gestorben”,

ein neues Leben ist entstanden;

eine Auferstehung hat stattgefunden.

Um einer allfälligen Niederlage vorzubeugen,

könnte ich mich auch einfach etwas

distanzieren und behaupten, dass lediglich

die Möglichkeit bestehe, dass Jesus auferstanden

sei. Man könnte mutmassen,

sammenarbeit mit Korps und Institutionen

sollen neue Wege ausgelotet werden, wie

der Botschaft und den Themen, derer sich

die Heilsarmee verpflichtet, mehr Gehör

verschafft werden kann.

Um dieser Frage nachzugehen, hat die

Abteilung Marketing & Kommunikation ein

Projekt lanciert, das Bedürfnisse abklärt

und gestützt auf heutige Möglichkeiten im

Bereich der Öffentlichkeitsarbeit die Zeitschriften

untersucht und weiterentwickelt.

Da begrenzte personelle Ressourcen zur

Verfügung stehen, muss zur erfolgreichen

Realisierung des Projektes vorübergehend

der Umfang der Publikationen angepasst

werden. Espoir erscheint ab April nur noch

einmal pro Monat und „dialog”/„dialogue”

wird ab Mai von 16 auf zwölf Seiten gekürzt.

Erscheinungsfrequenz und Inhalte

dass Jesus nicht tot war, sich erholen

konnte und verschwand. Oder vielleicht

sind die Frauen, so früh am Morgen, als es

noch nicht ganz hell war, einfach zu einem

falschen, leeren Grab gegangen. Vielleicht

wurde die Leiche einfach gestohlen und nie

gefunden. So verbreitete sich das Gerücht,

dass Jesus auferstanden und in den Himmel

gestiegen sei.

Später wurden andere Argumente populär:

Es sei zwar etwas Besonderes geschehen,

man wisse aber nicht genau was. Um eine

körperliche Auferstehung von den Toten

handle es sich aber sicherlich nicht. Das

Ganze wird auf zwei, hauptsächlich psychologische

Aspekte reduziert. Erstens:

Die grosse und starke Persönlichkeit Jesu,

die vor allem die einfachen und armen

Menschen so beindruckt hat, dass er sogar

nach seinem Tod für sie immer noch

eine lebende Kraft bleibt und Zweitens: das

Sehnen nach etwas Besserem als die alten

und schweren jüdischen Traditionen und

religiösen Gesetze, die unmöglich einzuhalten

waren.

Mein Glaube wäre tot. Warum?

Alle Annahmen im Bezug auf die Identität

Christi wären falsch – sein Wesen, seine

Natur, seine Beziehung zum Vater. Sein

des Trialogs bleiben unverändert. Diese

kurzfristigen Massnahmen ermöglichen

eine gründliche Analyse der Redaktionsaktivitäten

und sichern das Bestreben,

künftig die Zielgruppen mit attraktiven

Inhalten ansprechen zu können und relevante

Themen sowohl nach innen als auch

nach aussen wirksam zu kommunizieren.

Martin Künzi, Abteilungsleiter Marketing

und Kommunikation

Werk auf Erden wäre entweder erlogen

oder nur von geringer Bedeutung. Die Rolle

als Vermittler zwischen uns Menschen

und Gott wäre ihm unmöglich; ohne die

Auferstehung Christi hätten wir keinen Zugang

zu Gott. Alle Aussagen von einem

Wiederkommen wären lächerlich. Jesus,

seine Jünger und Apostel, die so viel über

dieses Thema gesprochen und geschrieben

haben, hätten sich massiv geirrt. Und

letztlich: Niemand hätte den Tod besiegt.

Die Frage „Tod, wo ist dein Sieg? Tod,

wo ist dein Stachel?” wäre nutzlos. Man

müsste zugeben, dass es keinen Sieg über

den Tod gäbe, der Stachel wäre immer

noch unter uns.

Ich höre jedoch etwas anderes: „Er ist nicht

hier, er ist auferweckt worden. Denkt daran,

wie er zu euch gesagt hat, als er noch

in Galiläa war: ‚Der Menschensohn muss

in die Hände von sündigen Menschen ausgeliefert

und gekreuzigt werden und am

dritten Tag auferstehen’.” Es ist, wie mit so

vielem im Leben: entweder man glaubt es,

oder man glaubt es nicht.

Ich glaube, dass Jesus auferstanden ist

und den Tod – Ihren und meinen – besiegt

hat. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete

Osterzeit.

Kommissär Kurt Burger, Territorialleiter

kurt_burger@swi.salvationarmy.org

«dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

3

Bild: Fotolia


Porträt – Anne-Catherine Charpilloz

Aufgerufen zum Dienst am Nächsten

Anne-Catherine Charpilloz (51) wohnt mit ihrem Mann Pierre-Yves in La Tour-de-Peilz. Die dreifache Mutter

und zweifache Grossmutter arbeitet seit März 2004 im Alters- und Pflegeheim Phare-Elim und ist dort seit

Januar 2007 Chefkrankenschwester.

Wie kamen Sie zu Ihrem Job als Chefkrankenschwester?

Anne-Catherine Charpilloz: Ich habe

eigentlich zwei Berufe: Offizierin und Krankenschwester.

Beides aus Berufung.

In meiner Jugend

hatte ich, als Folge

eines schweren

Autounfalls, grosse

Schwierigkeiten in der

Schule. Ich wollte damals

schon unbedingt

Krankenschwester

werden, musste aber zuerst eine Handelsschule

machen. Heute ist mir diese kaufmännische

Ausbildung für administrative

Tätigkeiten sehr nützlich.

Nachdem ich das Krankenschwesterdiplom

erworben hatte, wurden mein Mann

und ich in den Offiziersdienst berufen. Das

haben wir dann 20 Jahre lang gemacht, bis

es Zeit für eine Veränderung war. Ich habe

mein Diplom aufgefrischt und danach diese

Stelle als Chefkrankenschwester gefunden.

Offizierin und Krankenschwester sind

zwei Berufe, bei denen man im Dienst

des Mitmenschen steht. Wie unterscheiden

sie sich voneinander?

A.C.C.: Beides sind kontaktintensive Berufe,

und die Menschen, mit denen man

es zu tun hat, brauchen Hilfe. Als Krankenschwester

übt man gar einen doppelten

Dienst aus: jenen der Pflege und jenen des

Zuhörens, der Anteilnahme.

Im Phare habe ich mehr persönliche Kontakte

– mit den Patienten, den Familienangehörigen,

dem Krankenschwesternteam.

Sie alle kommen, was in der Natur der Sache

liegt, auf mich zu, während ich als Offizierin

eher auf die andern zugehen musste.

Inwiefern unterscheidet sich das

Phare-Elim von anderen Alters- und

Pflegeheimen?

A.C.C.: Das Phare ist bekannt dafür, dass

es sehr hohe Ansprüche in Sachen Respekt

stellt – Respekt gegenüber und zwischen

den Bewohnern, aber auch gegenüber und

zwischen dem Personal. Wir geben uns

4 «dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

Die Bewohner des Alters- und Pflegeheims Phare-Elim sind durchschnittlich über 90 Jahre alt.

Anne-Catherine Charpilloz und ihr Team wollen ihnen maximales Wohlbefinden ermöglichen.

alle Mühe, um den Betagten ein Maximum

an Wohlbefinden zu ermöglichen. Und wir

haben ein umfangreiches geistliches Angebot

… Neben den beiden wöchentlichen

Gottesdiensten und dem Gebet vor den

Mahlzeiten bietet unsere Seelsorgerin, Majorin

Rosmarie Schmid, weitere geistliche

Aktivitäten an. Sie hat auch stets ein offenes

Ohr für die Anliegen der Bewohner.

Welches sind denn die geistlichen Bedürfnisse

von Betagten?

A.C.C.: Das Durchschnittsalter unserer

Bewohner beträgt mehr als 90 Jahre. Diese

Menschen haben feste Gewohnheiten,

darunter den sonntäglichen Gottesdienst.

So sind denn auch unsere Gottesdienste

gut besucht. Menschen, die am Ende ihres

Lebenswegs stehen, verlangen oft nach

einem Pfarrer oder einer Seelsorgerin. Ich

denke, dass sie in ihrem Alter besonderes

Gehör und spezielle Anteilnahme brauchen.

Wie leben und teilen Sie persönlich

Ihren Glauben?

A.C.C.: Für mich als ehemalige Offizierin,

die neun Jahre in Vevey amtierte, ist die

Situation natürlich besonders, denn schon

zu jener Zeit nahmen mein Mann und ich

regelmässig im Phare-Elim an Gottesdiensten

oder Meditationen teil. Ich kannte

also schon vor meiner Zeit hier einen Teil

der Leute, und sie kannten mich als Offizierin.

Wie jeder Christ, jede Christin lebe ich meinen

Glauben durch mein Verhalten, durch

mein Sein. Ich versuche, so verfügbar wie

nur möglich zu sein, um zuzuhören – sowohl

den Bewohnern wie dem Personal.

Und alle wissen: Wenn die Türe zu meinem

Büro offen steht, bin ich verfügbar, um zuzuhören,

Leid zu teilen oder bei der Lösung

eines Problems dienlich zu sein. Einige bitten

mich zuweilen auch darum, mit ihnen

zu beten.

Bei mir gehört der Dienst am Nächsten

zum Beruf, aber ich glaube, dass es die

Aufgabe jedes Christen ist.

Fragen: Sébastien Goetschmann

Bilder: Aurélien Bergot


Wissen – Die freundliche Einladung zu glauben

Die Osterbotschaft der Generalin

„Durch den Glauben an Christus sind wir mit ihm auferstanden und haben einen Platz in Gottes neuer Welt” (Epheser 2, 6).

Die Zeit verändert

die eigene Perspektive,

nicht wahr? Für

mich gilt dies – und

vielleicht für viele

von Ihnen auch –

wenn ich über das

Ostergeschehen

nachdenke. Möglicherweise

hat es

mit unseren Lebenserfahrungen zu tun, die

uns die Dinge anders sehen lassen. Oder

vielleicht hat uns die gütige Art, mit welcher

der Herr an uns gewirkt hat, gelernt,

die Schrift anders zu lesen. Was immer

der Grund dafür sei – der Bericht über die

Reaktion von Thomas, als er von der Auferstehung

Jesu hörte, illustriert dies für mich.

Bild: HA

Viele denken vielleicht, er verdiene den

Namen „zweifelnder Thomas”. Die Bibel

erzählt, dass er nicht mit den andern Jüngern

war, als Jesus kam; aber sie warteten

nicht lange, um ihm die gute Nachricht zu

erzählen: „Wir haben den Herrn gesehen”

(Johannes 20, 25). Darauf folgt seine berühmte

Antwort: „Das glaube ich erst, wenn

ich seine durchbohrten Hände gesehen habe.

Mit meinen Fingern will ich sie fühlen,

und meine Hand will ich in die Wunde an

seiner Seite legen. Eher werde ich es nicht

glauben” (Vers 25). „Sehen ist glauben” –

oder wenigstens Thomas fühlte so.

Eine Woche später zeigte Jesus sich wieder.

Diesmal war Thomas mit den andern

Jüngern. Nachdem Jesus sie mit „Friede

sei mit euch” begrüsst hatte, begann er mit

Thomas zu reden und sagte zu ihm: „Lege

deinen Finger auf meine durchbohrten

Hände! Gib mir deine Hand und lege sie in

die Wunde an meiner Seite. Zweifle nicht

länger, sondern glaube” (Vers 27). Diese

Jesus-Worte stehen in unserer Bibel nicht

unbedingt mit einem Ausrufzeichen, fett

gedruckt oder in Grossbuchstaben. Aber

manchmal werden sie gelesen, als seien

sie geschrien worden – als ernster Tadel

des Herrn an einen eigensinnigen Jünger.

Haben Sie schon mal überlegt, dass es

kein Anschreien war, sondern eine freundliche

Einladung an eine ringende Seele?

An diesem Tag zeigte Jesus sich eigens

für Thomas.

Der auferstandene Christus kannte das

Herz seines Jüngers. Thomas suchte

wirklich eine Begegnung mit Jesus, wie

seine Freunde sie erlebt hatten. Er war

ehrlich genug, seinen inneren Kampf

zuzugeben. Weder konnte er das Unmögliche

glauben noch das Unglaubliche

verstehen. Als Zeuge der Wunder Jesu

hätte er die Auferstehung als einen weiteren

solch staunenswerten Moment sehen

sollen. Doch die Auferstehung nach

der Kreuzigung lag für ihn ausserhalb des

Möglichen.

Vielleicht war es für Thomas gar kein peinlicher

Augenblick, auch keine öffentliche

Beschämung vor seinen Freunden. Jesus

hat ihn sicher nicht als „zweifelnden Thomas”

blossgestellt vor den andern. Vielmehr

– denken Sie nicht auch – hat Jesus

Thomas ein Wort des Vertrauens ins Ohr

geflüstert, als er ihn aufforderte, die Hand

in die Wunden zu legen?

Es stimmt – wir können nicht über das hinausgehen,

was die Schrift sagt. Aber wir

können sie mit der Erinnerung lesen, wie

Jesus mit uns umgegangen ist. Wissend,

wie verständnisvoll und liebevoll er ist, können

wir die Geschichte von Thomas als

unsere Geschichte lesen.

Wie oft haben wir andere von ihrer Freude

über eine Erfahrung mit Jesus erzählen gehört

– aber irgendwie ging es an uns vorbei.

Und statt unsere Zweifel zu äussern, blieben

wir still oder versuchten eine Überzeugung

zu vertreten, die wir gar nicht hatten.

Aber für jene, die ihn wirklich kennenlernen

wollen, kommt Jesus – nicht wahr? Kein Vorwurf,

kein Wort der Verurteilung – dafür ein

Flüstern. Er verschafft uns einen so überzeugenden

Augenblick, dass wir mit absoluter

Sicherheit wissen: Er lebt, er ist wahrhaftig.

Möge die Antwort von Thomas auch

unsere sein: „Mein Herr und mein Gott”

(Vers 28). Welch wunderbarer Retter, welch

wunderbarer Herr!

Generalin Linda Bond

«dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

5

Bild: flickr


Unterwegs – Passantenhilfe Bern

Denen helfen, die sonst nichts haben

Für Menschen, die nirgends mehr willkommen sind, bietet die Heilsarmee unkomplizierte Unterstützung

an: Die Passantenhilfe kümmert sich um Menschen in Not.

Seev Levy versorgt die drei Slowaken mit dem Notwendigsten. Es ist eine pragmatische Hilfe, die in der Berner Passantenhilfe angeboten

wird. Nahrungsmittel, Kleidung und in seltenen Fällen kleine Geldbeträge. Es ist ein Ort, an dem akute Not gelindert wird.

Es ist 9.30 Uhr – und vor der Passantenhilfe

Bern stehen bereits drei Männer an.

In wenigen Augenblicken werden sie eingelassen;

derweil trinken Seev Levy und

Manfred Jegerlehner ihren Morgentee aus.

Levy ist der Leiter der Stelle, Jegerlehner

arbeitet dort als Sozialdiakon. Eine Tasse

Tee am Morgen gehört zu ihrem täglichen

Ritual. Und ist kein Selbstzweck: Die Zeit

wird genutzt, um sich über Klienten auszutauschen,

sich gegenseitig fachliche Unterstützung

zu geben oder auch, um über

besonders schwierige Fälle zu reflektieren.

Levy und Jegerlehner verbindet dabei ein

besonderes Band, wie letzterer erzählt.

„Ich war einst Klient hier, denn ich war ein

Fixer. Mein Weg zurück ins Leben war lang.

Und ich bin unendlich dankbar, dass ich

heute hier arbeiten darf”, sagt Manfred Jegerlehner.

Sein Chef sitzt nebenan und lächelt

verständnisvoll. Eine wohl einzigartige

Arbeitsbeziehung: Man kannte sich früher

als Klient und Hilfeleistender, und arbeitet

heute Hand in Hand zusammen.

Mit zum Team gehört auch Majorin Käthiruth

Burkhardt, die sich hier freiwillig engagiert.

Seev Levy charakterisiert die Dritte im

Bunde so: „Sie ist eine Person, die sofort

6 «dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

Helfer in der Not. Manfred Jegerlehner (links)

und Seev Levy von der Passantenhilfe.

den Zugang zum Herzen eines Menschen

findet.”

Die Passantenhilfe ist ein Ort, wo akute Not

gelindert wird. Das zeigt sich auch am Beispiel

der drei Männer, die hier heute Hilfe

suchen: Es sind Menschen aus der Slowakei,

die sich ihr Leben mit Strassenmusik

verdienen. Sie wollen zurück in die Heimat

fahren, ihr Auto ist kaputt, die Reparatur

veranschlagt auf 600 Franken. Seev Levy

hört sich die Geschichte geduldig an – und

hilft dann mit einem kleinen Geldbetrag.

Zudem dürfen sich die Männer mit Essen

und Kleidern eindecken. Das Gespräch ist

freundlich und entspannt. Zufrieden ziehen

die drei Männer von dannen. Später sagt

Seev Levy: „Diese Menschen haben nichts.

Zuhause werden sie diskriminiert, in der

Schweiz haben sie keine Zukunft.”

Geholfen wird auf der Passantenhilfe pragmatisch.

Und neutral. Egal ob Schweizer

oder Ausländer, egal ob Frau oder Mann,

egal ob Christ oder Buddhist. Manfred

Jegerlehner betont das: „Wir wollen den

Menschen ohne Vorurteile gegenübertreten.

Auch wenn sie selbst an ihrem Schicksal

schuld sein mögen: Es liegt nicht an

uns, zu werten. Sondern zu helfen.”

Die drei Slowaken, die hier den Arbeitstag

der drei Passantenhelfer eingeläutet haben,

seien ein „unkomplizierter Fall”, sagt Seev

Levy. Nicht immer ist die Lösungssuche

so einfach. Doch mag ein Fall auch noch

so anspruchsvoll sein: Das Team von der

Passantenhilfe lässt sich davon nicht beeindrucken.

Hier hat man Geduld und Verständnis

für die Klienten – manchmal über

Jahre. Ausserordentliches Engagement im

Dienste derjenigen Menschen, denen sonst

niemand hilft: Die drei von der Passantenhilfe

sind ein eindrückliches Beispiel dafür.

Sven Gallinelli

Bilder: Martin Heimann


Dossier – Dienen und gewinnen

Dienen und gewinnen

Den Knechten des Höchsten

winkt der Siegespreis

Die Bibel erwähnt das Wort „dienen” mehr als 500 Mal. Es ist offensichtlich

ein zentraler Begriff, wenn es darum geht, das Leben von

Christen zu beschreiben.

Mit Demut und Ausdauer dem Ziel entgegen.

Der Schöpfungsauftrag Gottes an den

Menschen ist es, die Erde zu verwalten und

über sie zu herrschen. Später gibt Jesus

seinen Jüngern Vollmacht über den Feind.

Gott möchte uns zu Siegern machen.

Jesus selber ist aber nicht nur Held, sondern

auch Opfer. Er ist sowohl Gebieter

(Löwe) als auch Diener (Lamm). Und

auch wir sollen das sein. Wenn dieses

Gleichgewicht gestört ist, entstehen ungesunde,

destruktive Störungen, die uns

zum Verhängnis werden können. Das

kann auf beiden Seiten geschehen: Vollmacht

kann zu Eitelkeit, Stolz und letztlich

Rebellion verleiten; Demut kann zu Unterwürfigkeit,

Minderwertigkeitsgefühlen

und schliesslich Selbstzerstörung führen.

Beide Extreme sind Qualitäten, die in ihrer

pervertierten Form den Menschen über

Gott erheben und ihn so zu Fall bringen

können.

Der wiedergeborene Christ steht auf dem

festen Grund der Sündenvergebung und

Gnade. Aus diesem königlichen Stand he-

raus, muss er seinen Auftrag als Arbeiter

am Reich Gottes wahrnehmen. Sei er nun

Evangelist oder Hirte, Diakon oder Lehrer,

er wird immer ein Diener sein, der die Liebe,

die er unverdient von Gott empfängt,

bedingungslos weitergibt. So wie sich

Jesus, der Sohn des Allmächtigen, nicht

zu gut war, den Menschen, die ihn später

verraten und töten würden, zu helfen und

uns Heiland zu werden!

Gott und den Menschen dienen und dabei

an unserer Gotteskindschaft festhalten, ist

ein zentrales Merkmal eines gewinnenden

Christenlebens – damit wir einst einlaufen

können im Ziel, aber nicht wir allein, sondern

zusammen mit all jenen, denen wir

durch unseren Dienst zum Sieg verhelfen

konnten.

„Das Ziel eures Glaubens ist der Seelen

Seligkeit” (1. Petrus 1, 9).

Gabrielle Keller

«dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

7

Bilder: Wikimedia


Dossier – Dienen und gewinnen

Generalin Linda Bond: „Wir brauchen Christen,

die die Ärmel hochkrempeln und anpacken!”

Linda Bond war schon als Kind mit Armut und sozialer Ausgrenzung konfrontiert. Sie ist als jüngstes von

13 Geschwistern in einer Bergarbeiterstadt in Kanada aufgewachsen. Sie erlebte, wie sich ihre Eltern für

die Ärmsten engagierten. Dieses Engagement als Auftrag Gottes fand sie später in der Heilsarmee wieder.

Was bedeutet es der Generalin heute, zu dienen?

Beschreiben Sie geistliche Leiterschaft

in der Heilsarmee.

Ich halte sehr viel von geistlicher Leiterschaft

und habe einige Jahre lang Kurse über

geistliche Autorität gehalten. Für mich ist

das Wichtigste an geistlicher Autorität, dass

die Macht Gott gehört. Die Macht, die er uns

überträgt, muss eine Macht der Liebe sein,

die Macht, sich selbst zu verleugnen, die

Macht, für andere zu leben, die Macht für

Menschen und nicht über Menschen.

Zweitens bestimmen die Gaben, die Gott

einem gegeben hat, die Art, wie man ihm

dient. Wenn er Ihnen also die Gabe der Leiterschaft

gegeben hat, dann dienen Sie ihm

am besten, indem Sie leiten. Wenn er Ihnen

die Gabe des Predigens gegeben hat, dienen

Sie ihm am besten, indem Sie predigen.

Für jeden geistlichen Leiter gilt: Wir stehen

unter der Autorität Gottes. Unser Einfluss ist

nur geliehen.

Umreissen Sie bitte kurz den Auftrag

der Heilsarmee und erklären Sie, wie

er heute rund um die Welt relevant und

gültig ist.

Nun ja, anscheinend zitiert jeder General

John Gowans (i. R.) und ich finde auch, dass

er den Auftrag der Heilsarmee in seinem

Satz „Seelen retten, Jünger in der Heiligung

wachsen lassen und der leidenden Menschheit

dienen” voll erfasst hat.

Salutisten scheinen instinktiv zu wissen,

dass die Heilsarmee von Gott ins Leben

gerufen wurde, um Menschen in eine Beziehung

mit Jesus zu bringen. Sie wissen

auch, dass Menschen schon heute heilig

sein können, dass sie Christus ähnlich sein

können. Es liegt in unserer DNA, zu dienen.

Das ist also der Auftrag der Heilsarmee und

das sind unsere Wegweiser.

Inwieweit ist er relevant? Nun, die Welt

braucht Jesus – das ist ziemlich relevant,

oder? Die Übel der Menschheit lassen

sich auf keine andere Weise bewältigen

als durch das Kreuz Christi. Wenn wir

über die Relevanz der Heiligung sprechen,

8 «dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

muss diese Welt sehen, dass die Leute

Gottes die Heiligung glaubhaft machen.

Die Welt muss authentische, tief gegründete

Christen erleben, die Jesus in ihrem

Leben wirklich nachfolgen und nicht nur

darüber reden.

Und dann ist da die leidende Menschheit

– wir brauchen nur an einem beliebigen

Abend fernzusehen oder uns in unseren

Dörfern und Städten umzusehen, um sagen

zu können: „Wir brauchen Christen, die

die Ärmel hochkrempeln und anpacken.”

Ist es wichtig für Menschen, die in

der Heilsarmee Gottesdienst feiern,

Juniorsoldaten, Heilssoldaten und

Lokaloffiziere/Leiter zu werden?

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir

Menschen immer wieder auffordern müssen,

vorzutreten und sich zu verpflichten.

Ich gebrauche diese Formulierung häufig.

Jesus berief Menschen in eine radikale

Nachfolge und in der Heilsarmee ist das

die Heilssoldatenschaft und Offiziersschaft.

Wir müssen die Leute auffordern, nicht

nur Mitglieder der Heilsarmee zu sein. Ich

betrachte die Heilssoldatenschaft nicht als

Mitgliedschaft und die Offiziere nicht als

professionelle Geistliche. Unsere Leute

müssen glauben, dass die Heilsarmee von

Gott ins Leben gerufen wurde, um gegen

alles zu kämpfen, was den menschlichen

Geist einengt oder gefangen hält. Wir brauchen

eine Kampftruppe, und das sind die

Heilssoldaten und Offiziere für mich.

Warum braucht es mehr Offiziere?

Offiziere sind nicht besser als andere – das

möchte ich betonen. Das Offiziersamt hat

naturgemäss mit Verfügbarkeit und Mobilität

zu tun. In einer weltweit tätigen Heilsarmee

braucht es Menschen, die bereit

sind, überall mit all ihren Begabungen der

christlichen Sache zu dienen. Wir brauchen

Menschen, die verfügbar sind.

Deshalb gilt: je mehr Offiziere, desto besser!

Offiziere sollten ihre Tätigkeit nicht als

Beruf im weltlichen Sinne, sondern

als Opferdienst sehen. Im

Offiziersamt muss Aufopferung an

erster Stelle stehen.

Sollten Ernennungen

ins Offiziersamt durchweg

aufgrund von spezifischen

Begabungen

erfolgen? Falls ja: Wie

geht man dabei vor?

Welche Schwierigkeiten

ergeben

sich?

Ich bin grundsätzlich

eine

Verfechterin von

Amtsernennungen

auf der Grundlage

spezifischer

Begabungen.

Doch ehrlich

gesagt wurde

ich schon mit

Ämtern betraut,

für die es

mehr brauchte

als nur meine

„offiziellen” Begabungen.

Es wurde

etwas von mir verlangt,

für das ich mich nicht geeignet

hielt.

Ich bin überzeugt, dass der Herr Gehorsam

belohnt. Als er mich ins Offiziersamt

berief, konnte ich nur sagen: „Ich gebe dir

alles, was ich habe.” Wenn er mich um

etwas bittet, wird er mich für die Aufgabe

segnen.

In meiner ersten Zeit als Offizierin wäre niemand

auf den Gedanken gekommen, ich

könnte eine Begabung für die Administration

haben – und doch wurde ich immer

wieder in administrative Ämter berufen.

Ich habe nie aufgehört zu predigen,

zu unterrichten und Beziehungen zu

Menschen aufzubauen und zu pflegen

– denn dies waren meine „offi-


ziellen” Begabungen. Aber ich musste die

administrative Herausforderung bewältigen,

den letzten Begabungstest bestehen. Und

siehe da: Ich hatte tatsächlich ein Talent für

administrative Tätigkeiten!

Gott hat uns mit bestimmten Fähigkeiten

ausgestattet, und wir müssen dafür offen

sein, sie zu nutzen. Ich frage mich manchmal,

ob wir die Begabung gegenüber dem Gehorsam

nicht überbewerten – ohne den Wert der

Begabung herunterspielen zu wollen.

Nochmals: Wenn wir dem Willen von Jesus

Christus Folge leisten und er uns mit einer

Herausforderung konfrontiert, müssen wir

daran glauben, dass wir die Gnade erhalten

werden, um sie zu bewältigen.

Wie kann die Heilsarmee diese Stärken

nutzen, um die Menschen liebevoll

Jesus Christus nahezubringen?

Weil wir vertrauenswürdig sind, finden wir

einen Weg zu den Herzen der Menschen.

Die Heilsarmee scheint dafür gesegnet, die

Menschen zu bekehren. Durch unsere Tätigkeit

stehen uns viele Türen zu den Herzen

leidender Menschen offen. Wir können

auf das Leben der Menschen einwirken,

nicht nur, um ihnen in sozialen Belangen

zu helfen, sondern auch, um mit der Botschaft

Jesu ihre Herzen zu gewinnen.

Deshalb müssen wir dafür beten, solche

Gelegenheiten zu erhalten, und wenn sie

sich ergeben, müssen wir sie mit Liebe und

Klarheit nutzen.

Welches wird die grösste Herausforderung

für Sie als neue Generalin?

Es ist eine grosse Herausforderung, in einer

überaus komplexen Welt zu dienen, ohne

unsere Mission aus den Augen zu verlieren.

Wir müssen auch in einer säkularen Welt

unseren Dienst verrichten und dürfen uns

nie für Jesus schämen. Das braucht Mut,

Weisheit und Gnade.

Gilt das auch für die Heilsarmee

als Ganzes?

Ja! Wir sind alle aufgerufen, im

Hier und Jetzt zu dienen. Zuweilen

verwenden wir den Begriff der

„Zweckdienlichkeit”. Zweckdienlichkeit

ist in Ordnung,

solange wir damit nicht „Kompromiss”

meinen. Auch

wenn wir in der Welt von

heute tätig sind, können

wir in einigen Bereichen

keinerlei Kompromisse

eingehen. Der wichtigste

betrifft die

universale Erlösungskraft

Jesu.

Er ist der einzige

Erlöser, und wir

dürfen von unserem

Glauben

nicht abrücken.

Wie wichtig ist es

für Sie, dass Kinder

zu einem persönlichen

Glauben an Jesus Chris-

tus geführt werden? Haben Sie spezifische

Pläne in Bezug auf die spirituelle

Erziehung von Kindern?

Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen, und

es geht mir dabei nicht nur um spirituelle

Erziehung. Ich setze mich leidenschaftlich

dafür ein, dass Kinder zu Jesus finden. Ich

habe die Zeit der Bus-Seelsorge und der

grossen Sonntagsschulen erlebt – doch

die scheint jetzt vorbei zu sein.

Es überrascht mich immer wieder, wie viele

Korps über keine Kinder- oder Jugendseelsorge

verfügen. Die Heilsarmee muss ihren

Fokus auch darauf richten, Kinder für Jesus

zu gewinnen.

Es gibt Kinder, die in zerrütteten Verhältnissen,

in gewaltgeprägten Milieus oder ohne

jeden Glauben aufwachsen. Die Heilsarmee

muss es sich zur ersten Priorität machen,

Kinder für Jesus und ein Leben im Glauben

zu gewinnen. Dafür werde ich mich als Generalin

voll einsetzen.

Wie wünschen Sie sich, dass die

Heilsarmee nach Ihrer Amtszeit als

Generalin aussieht? Inwiefern soll sie

sich von der heutigen Organisation

unterscheiden?

Darauf kann ich Ihnen noch keine fundierte

Antwort geben – ich habe mein Amt ja gerade

erst angetreten! Was ich jedoch sicher

weiss, ist, dass ich mich dafür einsetzen

werde, den Namen Jesu zu erheben. Ich

bin zutiefst davon überzeugt, dass uns der

Heilige Geist dafür segnen wird.

Ich glaube an die Auferstehung und bete

regelmässig dafür. An einigen Orten ist die

Auferstehung Realität geworden. Und wir

sind zweifellos eine Armee der Erneuerung.

Tief in meinem Innern spüre ich, dass Gott

etwas in und durch die Armee bewirken will,

das ich nur schwer in Worte fassen kann.

Ich spüre seinen Geist in mir, der mich antreibt

und mir sagt: „Sei mir treu, sei dem

Auftrag treu, den ich der Armee gegeben

habe.”

Wenn am Ende meiner Amtszeit diese

Botschaft verkündet worden ist und ein

hoher Identifikationsgrad sowie ein starkes

Engagement für die Mission weiterhin die

Gesellschaft positiv beeinflussen, dann wird

Er zufrieden sein. Und dass Er zufrieden ist,

ist für mich das Wichtigste.

Fragen: Oberstleutnant Laurie Robertson

Komplettes Interview: www.heilsarmee.ch

«dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

9


Dossier – Dienen und gewinnen

Das bedeutet „dienen”

Dienen ist mehr als eine Pflicht. Es ist eine liebende Haltung, die uns Jesus Christus vorlebt.

Ich überlege und überlege … und erinnere

mich schliesslich an einen konkreten, sehr

konkreten Fall. Ich war noch ganz jung und

verantwortlich für ein Zimmer mit sehr betagten

Patienten, einige davon bettlägerig

und inkontinent. Es geschah, was immer

wieder geschieht (ich erspare Ihnen die

Details) – eine wahre Katastrophe! Eine

Besucherin, die gleich nach ihrem Eintreten

wieder rechtsumkehrt machte, gab mir zu

verstehen: Liebe Frau, für kein Geld in der

Welt würde ich Ihren Job machen! Und ich

dachte – so laut, dass man es wohl hören

konnte: ich auch nicht!

Was nützt einem alles Geld der Welt in

solchen Situationen? Wissen Sie, was mir

in Fällen wie diesem am meisten geholfen

hat? Ich habe mich daran erinnert, dass dieser

alte Mann mein Grossvater sein könnte,

jener Grossvater und Bauer, den ich so

sehr liebte und der mir die Liebe zu Mutter

Erde und – als neugieriger und kultivierter

Mensch – die Liebe zu den Büchern weitergegeben

hat. Und ich habe mich daran

erinnert, dass jene sehr betagte, verwirrte

Frau meine Tante Anna sein könnte, die für

mich viel mehr als meine Tante war und

die mich in ihrem bodenständigen Waadtländer

Dialekt Abzählreime gelehrt und

10 «dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

mit Geschichten aus vergangenen Tagen

verzaubert hat. Seit sie von uns gegangen

ist, hat mich übrigens niemand mehr beim

Kosenamen Collinette gerufen … Und ich

habe mich schliesslich auch daran erinnert,

dass jener junge Mann, der bewusstlos

und alkoholisiert in seinem Erbrochenen

lag, mein Sohn oder der Nachbarsbub sein

könnte. – Und in diesem Licht besehen,

war der Dienst keine Pflicht mehr, sondern

ein Mensch.

Und wissen Sie was? Ich glaube, dass Jesus

unsere wahre Persönlichkeit sieht – ob

wir unter unserer Last ächzen, am Boden

zerstört sind oder himmelhochjauchzend,

ob wir uns unserer Abhängigkeit bewusst

sind oder nicht. Er stellt sich in unseren

Dienst, wäscht uns die Füsse (anstatt

uns den Kopf zu waschen), und er sieht

in uns die, die wir sein könnten, die wir

sein werden, wenn wir ihn sein Werk in uns

vollbringen lassen. So wird das Dienen nie

etwas anderes sein, als weiterzugeben,

was wir bereits erhalten haben … Herr, wir

sind unnütze Knechte; wir haben getan,

was wir zu tun schuldig waren.

Annelise Bergmann

Bild: Aurélien Bergot


Panorama

So hilft die Heilsarmee in Japan

Das Beben hinterlässt bizarre Szenen der Verwüstung. Im Bild: ein umgedrehtes Haus in der Stadt Ofunato.

Getränkeausgabe aus dem mobilen Einsatzwagen

der Heilsarmee in der Stadt Sendai.

Die Heilsarmee in Japan

1895 haben britische Offiziere in Yokohama

mit der Arbeit der Heilsarmee

begonnen.

Heute unterhält die Heilsarmee Japan

47 Korps und umfasst knapp

3000 Salutisten. Sie betreiben landesweit

20 Sozialinstitutionen und

zwei Spitäler.

Seit 2006 leitet Kommissär Makoto

Yoshida das Territorium Japan.

zVg

Das Gebäude der Heilsarmee in Sendai. Hier verteilen die

Salutisten Hilfsgüter aller Art an die Betroffenen.

Dieser Salutist verteilt Mahlzeiten

in Sendai.

In den Räumen der Heilsarmee in Sendai wurden eiligst Hilfsgüter bereitgestellt.

«dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

11

Bild: wikimedia

Bilder: HA


Panorama

„40 Tage – Leben mit Vision”

So hat Gott schon gewirkt

Schon kurze Zeit nach dem Start

der landesweiten Kampagne trägt

sie erstaunliche Früchte.

Sonntag, 6. März 2011, der Startschuss für

die Kampagne „40 Tage – Leben mit Vision”

und „teilen & beten” fällt in der Heilsarmee

Schweiz.

Fleissige Helfer haben mit viel Liebe und

Sorgfalt ihre Versammlungssäle dekoriert.

Die Gottesdienstbesucher sollen sich wohlfühlen.

Die meisten Korps erfreuen sich über eine

grosse Anzahl Besucher. Die Offiziere sehen

neue Gesichter unter den Zuhörern.

Auch Menschen, die schon länger nicht

mehr aktiv dabei waren, finden den Weg

zurück ins Korps.

Erstaunlich, was Gott tun kann: Ein Korps,

das anfangs nicht bei der Kampagne mitmachen

wollte, erfreut sich nun über 8

Kleingruppen, mit 6 bis 13 Personen pro

Gruppe. Ein Wunder! In einem anderen

Korps sind sogar 19 Gesprächsgruppen

entstanden. So wird seit letztem Sonntag

landauf landab über den Glauben an Gott

gesprochen, geistliche Fragen werden diskutiert,

man tauscht sich aus über eigene

„40 Tage – Leben mit Vision” die Gebetsanliegen

Lasst uns beten ….

... für die Disziplin der Teilnehmer, das

Buch „Leben mit Vision” jeden Tag zu

lesen.

… dass die Lektüre des Buches „Leben

mit Vision” zu einem Meilenstein im Prozess

des geistlichen Wachstums jedes

Teilnehmers wird.

… dass die Leserinnen und Leser die

Motivation haben, sich Gottes Vision für

ihr ganz persönliches Leben zu öffnen

und das in ihrem Leben umzusetzen,

was ihnen der Heilige Geist offenbart hat.

zVg

12 «dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

Erfahrungen. Es ist eine

geistliche Kampagne!

Auch das territoriale Hauptquartier

ist voll dabei. 27

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Hauptquartiers

sind in vier Gesprächsgruppen

aufgeteilt. Sie treffen

sich wöchentlich zum Austausch

während den sechs

Wochen der Kampagne.

Ein positiver Nebeneffekt

der Kampagne ist, dass

Menschen plötzlich bereit

sind, die Leitung einer Kleingruppe

zu übernehmen. Sie

lernen, eine Gesprächsgruppe

zu leiten, ganz

nach dem Motto „learning

by doing”, und entdecken

dabei, dass es ganz gut

klappt. So entpuppt sich

diese Kampagne auch als

Leiterschaftsförderung.

Kapitän Roland Dougoud,

Abteilung Evangelisation

In Kürze

Heilsarmee neu in 124 Ländern

Land Nummer 124! – Die Heilsarmee

nimmt ihre Arbeit in Togo mit Unterstützung

von Ghana am 1. April offiziell

auf. Begeisterte Menschen vor Ort haben

in den letzten

Jahren bereits

erste inoffizielle

Aktivitäten der

Heilsarmee lanciert.

Seit 1999

wurde das InternationaleHauptquartier

darum

ersucht, in Togo

die Arbeit zu

starten.

Mit viel Leidenschaft und Herzblut wurden etliche Korps für

die Kampagne geschmückt. Hier der Saal in Bern.

Ruhe und Erholung im Tal des Lichts

Seit Anfang 2010 verwaltet die Heilsarmee

Obstgarten zwei Ferienhäuser in Camuns

GR für 9 und 6 Personen. Dieses Dorf

bietet einen Ort der Ruhe für Retraiten

und Schulungen wie auch für aktive Ferien

jeglicher Art. Beide Häuser sind auf dem

neusten Stand der Technik und eignen

sich für alle Altersstufen, sind jedoch nicht

rollstuhlgängig. Camuns gehört geografisch

zum Val Lumnezia auf 1177 meter

über Meer zwischen Ilanz und Vals abseits

der Hauptstrasse. Zusätzliche Auskünfte

zu diesem Angebot finden Sie im gleichnamigen

Prospekt in den Sozialvorlagen.

Kontaktadresse/Anmeldung:

Heilsarmee Obstgarten

Bibersteinerstrasse 54, 5022 Rombach

Tel. 062 839 80 80

www.heilsarmee-obstgarten.ch

zVg/TA

Bild: Monika Iseli


Panorama

Die Heilsarmee bietet neue Erziehungskurse an

Die Heilsarmee reagiert auf weitere Bedürfnisse im Bereich Erziehung.

Das geschieht mit den PEP4Kids-Kursen („Positives Erziehungs-Programm”).

Dieser wurde bereits in mehreren Städten durchgeführt.

„FamilyWork” gehört zur Organisationseinheit

Gesellschaft & Familie und beinhaltet

die Bereiche „Babysong”, „Tragtuch”, „Beziehungsbildung”

und „Familienangebote”.

Unter „Beziehungsbildung” laufen nun die

PEP4Kids-Kurse.

Durch den BabySong kamen im letzten

Jahr in Thun jede Woche viele junge Frauen

mit ihren Kleinkindern in den Saal der

Heilsarmee. Das Leitungsteam versuchte

herauszufinden, was für Bedürfnisse diese

Familien haben, auf welche Art und Weise

sie sich fachliche und unterstützende Begleitung

wünschen. Ein Gesprächskreis für

Frauen und ein Frauenkaffee ist so entstanden.

So kam auch der Wunsch nach einem

Erziehungskurs auf.

Sechs Familien trafen sich an vier Abenden

zum PEP4Kids-Kurs. Danach konnten sie

nach Wunsch vier Mal von einem Telefon-

Coaching profitieren. Im Juni gab es ein

gemeinsames Frühstück, bei dem noch

einmal über die Erfahrungen und Veränderungen

in den Familien ausgetauscht

werden konnte. Karin Widmer aus dem

Leitungsteam hat dieser Kurs so stark

motiviert, dass sie gleich einen Trainer-

Kurs absolviert hat und nun selber einen

Kurs in Thun anbieten kann. PEP4Kids-

Kurse können aber auch online absolviert

werden*.

Das ist PEP4Kids

PEP4Kids steht für „Positives Erziehungs-

Programm für Eltern mit Kindern zwischen

2 und 12”. Das Programm wurde vom

Psychologen Joachim E. Lask entwickelt.

Kinder zu erziehen, ist eine wunderbare

Aufgabe. Sie führt zu beglückenden

Erfolgserlebnissen. Aber der Alltag mit

Kindern kann auch anstrengend und

frustrierend sein. PEP4Kids ist ein praxisnaher

Ratgeber für Eltern, die ihren

Kindern ein gesundes Selbstbewusstsein

vermitteln und Familien als emotionale

Heimat gestalten wollen. Elternkompetenz

zu fördern, bedeutet nicht, Lösungen für

Erziehungsfragen anzubieten, sondern Eltern

zu unterstützen, positive Beziehungen

in der Familie zu entwickeln.

PEP-Strategien

• Bejahen Sie Ihre Elternschaft.

• Fördern Sie positive Beziehungen in Ihrer

Familie.

• Fördern Sie Verbindlichkeit und Konsequenz.

• Leben Sie Ihre Werte und Glaubensvorstellungen.

• Sorgen Sie für eine sichere Bewältigung

des Alltags.

• Setzen Sie realistische Erziehungsziele.

• Sorgen Sie als Eltern für sich selbst.

www.heilsarmee.ch

*www.pep4kids.de

Debrecen, Ungarn – „Eure Spenden sind angekommen!”

Mit Hilfe von Spenden hat die Heilsarmee

in Ungarn innert kurzer Zeit etwas Neues

und Nachhaltiges schaffen können: Am 1.

Dezember 2010 konnte die Heilsarmee Debrecen

nämlich eine neue Küche einweihen.

Durch den Verkauf von Mahlzeiten werden

sowohl der Betrieb als auch das Korps in

Debrecen finanziert. Seit Januar 2011 ist

das bereits der Fall. In dieser Küche können

täglich rund hundert Mahlzeiten zubereitet

werden. Zudem konnten durch das neue

Angebot drei Stellen geschaffen werden.

Kapitän Andrew Morgan,

Regionalleiter Ungarn

Kapitänin Barbara Bösch/Red.

Teile der Kücheneinrichtung, die durch Spenden angeschafft werden konnte. Mittlerweile ist

sie im ungarischen Debrecen in Betrieb.

«dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

13

Bilder: zVg


Termine

Notabene

Kommissäre Kurt und Alicia Burger,

Territorialleiter:

01. Mai: Gottesdienst Korps Arc Lémanique,

Lausanne

04.–06. Mai: Schweiz-Besuch der Kommissäre

R. & J. Street, IS Europe Department,

London

15. Mai: Gottesdienst Korps Biel

Oberst Franz Boschung, Chefsekretär

03. Mai: Sozialtagung, Interlaken

04.–05. Mai: Schweiz-Besuch der Kommissäre

R. & J. Street, IS Europe Department,

London

Abschiedsversammlung der Kommissäre

Kurt und Alicia Burger und

Willkommsversammlung der neuen

Offiziersschüler

Sonntag, 19. Juni 2011, 17.00 Uhr im

Korps Bern

Anzeige

Jos. 1, 6-9

1 Jahr.

wagen,

entdecken,

wachsen!

www.neuland.salvy.ch

14 «dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

Gratulationen

75 Jahre

19. April: Major Oscar Iselin-Egger,

Steinrieselnstr. 6, 9100 Herisau

04. Mai: Oberstleutnant André Sterckx,

Mühledorfstr. 25/305, 3018 Bern

80 Jahre

10. Mai: Majorin Lydia Walzer-Roggli,

Bildstrasse 5, 8580 Amriswil

85 Jahre

26. April: Majorin Lydia Etzensperger,

Untergasse 5, 8353 Elgg

04. Mai: Majorin Sylvane Guerne, Wimborne

House, Flat 17, 17 Marine Parade

C012 3RA Dovercourt / Essex, Great Britain

Goldene Hochzeit

22. April: Majore Eveline & Jean Donzé-Hanselmann,

Rue des Philosophes

71,1400 Yverdon-les-Bains

Diamantene Hochzeit

03. Mai: Oberstleutnants Alfred & Yvette

Urwyler-Widmer, Rue des Guches 15,

2034 Peseux

Anzeige

Anzeige

Wechselliste

Ein Kurs für eine gerechtere Welt

per 1. Juli 2011

Majore Ernst und Sibylle Kissuth,

Leitung Korps Adelboden, ins Korps Birsfelden

(Leitung)

Anteilnahme

Majorin Alice Dill wurde am 2. März in

ihrem 89. Lebensjahr von ihrem Heiland

und Erlöser heimgerufen.

Verena Heiniger, Mutter von Major Traugott

Heiniger, Sergeant Thomas Heiniger

und Rita Keller-Heiniger, wurde am 18.

März von Gott heimgerufen. Sie ist im Alter

von 81 Jahren heimgegangen.

Wir entbieten den Trauerfamilien unsere

aufrichtige Anteilnahme und unterstützen

im Gebet alle, die durch diese Todesfälle

betroffen sind.

Leben mit Vision

Die Wochenthemen April:

10. April: „Welchen Auftrag hat mein

Leben?”

17. April: „Lebe mit Vision!”

Die Kampagne StopArmut 2015 hat einen Sensibilisierungskurs zu

Armut und Gerechtigkeit veröffentlicht. Ein multifunktionales Kursbuch

für Gemeinden, Hauskreise, Jugendgruppen und Einzelpersonen

lädt ein, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Das

Kursbuch ist unter www.just-people.net erhältlich. Es enthält alle

Kursunterlagen einschliesslich der Referate, der Vertiefungsartikel

sowie der Kursanleitung mit Informationen für Kursleitende.


Unterhaltung

Humor

Sudoku - Spass

Der Witz des Monats

Jemand will aus der Kirche austreten. Gegenüber dem Pfarrer nennt

er als Grund: „Es gibt die Kirche doch nun schon seit 2000 Jahren

und ist die Menschheit dadurch etwa besser geworden?” Darauf

der Pfarrer ungerührt: „Seit abertausenden von Jahren gibt es nun

Wasser auf der Erde, und nun sehen Sie sich mal Ihren Hals an!”

Lösungen:

Sudoku

zVg

Für Sie

gelesen

John Wesley – Über

den Glauben

Predigten und Abhandlungen zu

verschiedenen Themen

Von Ernst Gassmann

Herausgeber: Ernst Gassmann

„Über den Glauben” ist eine Zusammenstellung

von Schriftdokumenten des anglikanischen

Predigers John Wesley. Dieser

hat durch seine pragmatische Umsetzung

des Glaubens Mitte des 18. Jahrhunderts

eine Reformbewegung ausgelöst. Später

entstand daraus die methodistische Kirche.

Als diese, rund hundert Jahre später,

selbst reform- und erweckungsbedürftig

wurde, formte sich hieraus die Heilsarmee.

Der Autor und Theologe Ernst Gassmann

hat für sein neues Buch sowohl Predigten

als auch Auszüge von Abhandlungen und

Briefen Wesleys ausgewählt. Die Auswahl

ermöglicht dem Leser, auf gut 200 Seiten,

ein erstaunlich umfassendes Glaubensporträt.

Nebst intensiver Auseinandersetzung

mit theologischen Grundsatzfragen beinhaltet

es auch einen Einblick in die seelsorgerliche

Arbeit Wesleys durch Passagen

aus persönlichen Briefen.

Wesleys Schriften sind ein Vierteljahrhundert

alt und das merkt man ihnen an. Umso

erstaunlicher ist die erfrischende Wirkung

seiner direkten Worte, die inhaltlich kaum

an Aktualität eingebüsst haben. Sie sind

auch heute noch ein Gewinn für alle, die

sich mit den Grundlagen unseres Glaubens

auseinandersetzen wollen. Das Buch

„Über den Glauben” ist dafür ein effizientes

Werkzeug.

Thomas Anliker

«dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

15


Im Dialog bleiben

Leben mit Vision in Bümpliz

Plötzlich sitzen drei

Personen aus der

Nachbarschaft in

unserem Wohnzimmer

und machen

sich Gedanken

über Gott und den

Sinn des Lebens.

Bisher hatten wir

kaum ein Gespräch über den Glauben

geführt, wohl aber gute Gemeinschaft bei

einer Grillparty und einem Raclette-Abend

genossen. Zwei Wochen vor der Kampagne

brachte ich ihnen einen Einladungsflyer

vorbei. Am Donnerstag vor dem Start,

trafen wir uns für den gewohnten Kleingruppenabend

in unserem Wohnzimmer.

Spontan ging ich bei der Nachbarsfamilie

vorbei und lud sie für die Kleingruppe ein.

Franz* kam sofort mit – seine Frau und ihr

Sohn (38) wollten sich den Eishockey-

Match anschauen. Franz beteiligte sich

Im Dialog mit Gott

Einfach beten

Wenn wir äusserlich Stille um uns haben,

dann „betet es” noch lange nicht in uns.

Im Gegenteil, es kann sein, dass wir gar

nichts anzufangen wissen mit der Stille.

Dann dürfen wir uns erinnern: Da sein,

einfach nur da sein vor Gott, ist schon

Gebet. Wer Beten vor allem versteht als

einen aktiven Sprechakt, als eine Sache

der Wortfindung, der Ausdrucksfähigkeit

– dem wird ein „Sein vor Gott” eher Mühe

bereiten.

Der Schriftsteller Willy Kramp, nach

eigenem Bekunden einer, der sich mit

dem Beten schwertut, schreibt, „dass

Beten so etwas wie die Grundstimmung

unseres Inneren, des ganzen Menschen”

sein soll. „Und wenn wir die Richtung

unseres Lebens auf Gott hin kennen und

bejahen, macht es nicht viel aus, ob wir

am mühsamen Anfang stehen oder bereits

fortgeschritten sind. Es kommt einzig

darauf an, dass wir uns der Fülle Gottes

gewiss sind.”

Wesentlich ist also, wenn wir nur beten –

„einfach beten” und „einfach beten”.

Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf

dich. (Psalm 16,1)

Majorin Heidi Knecht

16 «dialog» · Monatszeitschrift der Heilsarmee · April 2011

am Gespräch, wie

wenn er schon

immer dabei gewesen

wäre. Als wir

zum Schluss beten

wollten, kamen

seine Frau und

sein Sohn ebenfalls

noch vorbei.

Wir beteten unter

anderem auch gleich für ihre aktuellen Sorgen,

bevor im Anschluss bei Kaffee und

Kuchen noch rege ausgetauscht wurde.

Im nächsten „dialog”

Der Kampf wird auf

der Strasse gewonnen

Bild: Monika Iseli

Bild: zVg

Eine Woche später sassen alle drei wieder

bei uns am Tisch, sangen Lobpreislieder,

suchten mit unserer Unterstützung die Bibelstellen

und diskutierten über Sinn, Wert

und Ziel des Lebens. Wir danken Gott für

diese Ermutigung.

Kapitän Markus Walzer

*Name geändert

Der Auftrag der Heilsarmee ist klar: Verkündigung

des Evangeliums und die Linderung

menschlicher Not ohne Ansehen

der Person. Doch wie erreichen wir jene

Menschen, die am Rande der Gesellschaft

stehen? Die Heilsarmee hat jahrhundertelange

Erfahrung mit der Arbeit an der Heilsfront.

Wie sieht diese heute aus und wie

gewinnen wir die Ärmsten der Armen?

Die Redaktion

Impressum

Monatszeitschrift für Salutisten

und Freunde der Heilsarmee

Zum Schluss:

„Ostern ist das Siegesfest

des ewigen

Lebens”

Gertrud Freiin von Le Fort

AZB

3001 Bern

Verlag und Redaktion

Hauptquartier der Heilsarmee für die

Schweiz-Österreich-Ungarn

Laupenstrasse 5 · Postfach 6575 · CH-3001 Bern

Telefon 031 388 05 91

redaktion@swi.salvationarmy.org

Adressänderungen bitte an diese Adresse!

Redaktionsteam

Martin Künzi (mk), Leiter Kommunikation und Marketing;

Gabrielle Keller (gk), Redaktionsleiterin;

Thomas Anliker, Redaktor; Redaktionelle Mitarbeiter:

Elsbeth Cachelin-Rufener, Ines Adler, Claire-

Lise Bitter, Reinhard Lässig.

Layout Rolf Messerli

Druck Rub Graf-Lehmann AG, Bern

Gründer der Heilsarmee William Booth

Generalin Linda Bond

Territorialleiter Kurt Burger

Abonnement

«dialog» Fr. 46.– (Inland), Fr. 65.– (Ausland)

«Trialog» Fr. 24.– (Inland), Fr. 44.– (Ausland)

Klecks Kinderzeitschrift Fr. 20.–

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine