Schön, dass du da bist

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Schön, dass du da bist

Bürgerspital Solothurn

Spital Grenchen

Kantonsspital Olten

Klinik Allerheiligenberg

Spital Dornach

Psychiatrische Dienste

Frauenklinik

Schön, dass du da bist

Informationen zu Wochenbett und Stillen


Frauenklinik

Schön, dass Sie da sind

Dr. med. Franziska Maurer

Chefärztin Frauenklinik

Claudia Zuberbühler

Stationsleiterin

Kathrin Stettler

Leiterin Gebärsaal

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Auch im dritten Jahrtausend ist und bleibt die Entstehung eines

Kindes ein Wunder. Die erste Kontaktaufnahme, oft schon früh

in der Schwangerschaft mittels Ultraschall, weckt immer grosse

Emotionen. Das Herz schlägt, das Kind bewegt…

Dann, nach Monaten des Gespanntseins, der erste Schrei, die erste

Berührung, ein neugeborenes Kind!

In der nun folgenden Zeit des Kennenlernens sind wir, das heisst

das Team der Frauenklinik des Bürgerspitals, für Mutter, Kind und

Vater da. Unsicherheiten sollen aus dem Weg geräumt werden,

offene Fragen beantwortet und der Schritt nach Hause ohne Angst

erfolgen können.

Auf den folgenden Seiten vermitteln wir Ihnen wichtige Tipps

und Informationen zu Ihrem Aufenthalt im Spital, zur Pflege des

Neu geborenen sowie zum Stillen und der Ernährung während

der Stillzeit. Sie haben so die Möglichkeit, Wissenswertes systematisch

und in aller Ruhe nachzuschlagen. Ihre Anregungen

betreffend des Inhalts der Broschüre nehmen wir gerne entgegen.

Für die gemeinsame Zukunft mit Ihrem Kind wünschen wir Ihnen

das Allerbeste.

© fotolia.com


Die Zeit nach der Geburt

Wichtiges zum

Wochenbett

Rooming-in

Wir betrachten Sie und Ihr Kind als Einheit. Deshalb sollten Sie

Tag und Nacht mit Ihrem Kind zusammen sein können. Das Neu -

ge borene möchte Geborgenheit spüren, getragen und geschaukelt

werden. Es sucht den Körperkontakt zu Ihnen, unter anderem auch,

um das vertraute Geräusch Ihres Herzschlages zu hören.

Dauer des Spitalaufenthaltes

Der Spitalaufenthalt nach einer Geburt dauert in der Regel 3 bis

5 Tage. Möchte eine Frau ambulant entbinden, so geht sie nach

einer Überwachungsphase von 6 bis 12 Stunden nach Hause. Eine

ambulante Nachbetreuung durch eine Hebamme ist in diesem Fall

notwendig.

Rückbildung und Wochenfluss

Die vollständige Rückbildung aller Schwangerschaftsveränderungen

im Organismus braucht etwa 3 Monate. Der Wochenfluss ist

in den ersten Tagen noch blutig, wird dann heller und dauert bis zu

6 Wochen an. In dieser Zeit sollten keine Tampons verwendet

werden. Es ist empfehlenswert, während dem Wochenfluss kein

Vollbad und keine Scheidenspülungen vorzunehmen. Der Damm

kann bei Vorliegen einer Dammnaht in den ersten Tagen mit

Wasser abgespült und danach zum Beispiel mit einer milden sauren

Waschlotion gereinigt werden.

Baby-Blues oder die Heultage

Das Wochenbett ist für einige Frauen emotional eine sehr schwierige

Zeit. Durch den starken Hormonabfall und die für viele Frauen neue

Lebenssituation durch das Neugeborene kann es von Stimmungsschwankungen

bis zu Depressionen kommen. Scheuen Sie sich nicht,

darüber mit Ihrem Arzt zu sprechen.

Ärztliche Nachkontrolle

Eine ärztliche Nachkontrolle einschliesslich gynäkologischer Untersuchung

sollte bei normalem Verlauf etwa 6 Wochen nach der Geburt

vorgenommen werden. Gleichzeitig wird ein Krebsabstrich vom

Gebärmutterhals abgenommen und die Schwangerschafts verhütung

besprochen.

Erste Regelblutung

Die erste Regelblutung tritt bei Frauen, die nicht stillen, etwa

nach 6 Wochen auf. Stillende Frauen haben meist in den ersten

Monaten keine Regelblutung. Falls die Menstruation nicht

innert 3 bis 6 Monaten nach Still-Ende wieder aufgetreten ist,

sollte eine ärztliche Untersuchung stattfinden.

Empfängnisverhütung

Durch die veränderte Lebenssituation empfinden einige Frauen, vor

allem nach der Geburt des ersten Kindes – besonders, wenn sie stillen –,

weniger Lust auf Sexualität. Geschlechtsverkehr sollte vermieden

werden, solange der Wochenfluss anhält. Zu Beginn der Stillzeit ist im

Allgemeinen eine erneute Empfängnis wenig wahrscheinlich.

Trotzdem ist sie nicht ganz ausgeschlossen, so dass bei Wiederaufnahme

des Geschlechtsverkehrs verhütet werden sollte. Sehr gut eignen sich

in dieser Zeit das Kondom (Präservativ) und die (Mini-)Pille.

Auch das Einlegen einer Spirale ist nach etwa 6 Wochen möglich.

4 5


Betreuung Ihres Neugeborenen

Für die Gesundheit

Ihres Kindes

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Kinderärztliche Untersuchungen

In den ersten 5 Lebenstagen findet im Allgemeinen die erste kinderärztliche

Untersuchung statt. Wenn Sie ambulant entbinden,

sollte diese Untersuchung ambulant durch den Hausarzt oder den

Kinderarzt durchgeführt werden. Im Alter von 1 Monat sollte

eine weitere Untersuchung stattfinden.

Untersuchungen – Screenings

In den ersten Lebenstagen werden vorbeugende Untersuchungen

durchgeführt. Damit werden angeborene Krankheiten gesucht, die

«von aussen» nicht erkennbar sind, jedoch früh untersucht und

behandelt werden sollten. Es sind dies:

– Untersuchung auf Herzfehler, mittels Messung des Sauerstoffs

im Blut, durch die Haut (Biox).

– Hörtest, mit einem kleinen Stöpsel im Ohr des ruhigen oder

schlafenden Kindes (Hörscreening).

– Guthrie-Test, Bluttest zum Erkennen von Stoffwechsel -

erkrankungen, mittels Blutentnahme aus der Ferse des Kindes.

Vitamin-D-Prophylaxe / Vitamin-K-Prophylaxe

Zur Vorbeugung gegen Rachitis sollten alle Kinder Vitamin D erhalten.

Entsprechende Empfehlungen erhalten Sie bei Spitalaustritt.

Ausserdem erhalten alle Neugeborenen zur Vorbeugung von

Blutgerinnungsstörungen Vitamin-K-Tropfen.

Schutz der Zähne

Folgende Tipps helfen, dass Ihr Kind gesunde Zähne bekommt:

– Keinen Zucker oder Honig an den Nuggi geben.

– Den Nuggi, Schoppen oder Löffel nicht selbst in den Mund

nehmen, da sonst Kariesbakterien übertragen werden können.

– Nach dem Zähne putzen kein süsses Bettmümpfeli erlauben.

– Beim Zahnen keine zuckerhaltigen Zahngelees anwenden; fragen

Sie ausdrücklich nach zuckerfreien Präparaten.

– Das ständige Nuckeln an einem Schoppen mit gesüssten Getränken

wie Sirup, Fertigtees oder Fruchtsäften kann in kurzer Zeit zu

schwerer Zerstörung der Zähne führen, selbst wenn der Tee nur

schwach gezuckert ist.

– Beginnen Sie ab dem Erscheinen des ersten Milchzahnes bei

Ihrem Kind mit regelmässigem Zähne putzen.

Schlafen

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht in einem überheizten Raum

schläft; ideal ist eine Raumtemperatur um 18°C. Das Kind sollte auf

dem Rücken schlafen. Weiche Unterlagen und Kissen sind nicht

zu verwenden.

Rauchen

Rauchen ist für die Gesundheit Ihres Kindes schädlich. In der Wohnung

und in der Gegenwart des Kindes sollte nicht geraucht werden.

Weinen

Sollte das Kind einmal unaufhörlich weinen, so suchen Sie Hilfe bei

Beratungsstellen, bei der Familie und Freunden oder bei Ihrem

Arzt. Schütteln Sie Ihr Kind niemals! Sie können es damit ernsthaft

gefährden.

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Babypflege

Ihr Baby will

gepflegt werden

Baden

– Bei Bedarf; Säuglinge müssen nicht täglich gebadet werden.

– Verwenden Sie möglichst keine Badezusätze, da diese den Hautschutz

vermindern.

– Wassertemperatur 37°C.

– Alle Hautfalten gut trocknen.

Wickeln

– Reinigen und trocknen Sie die Hautfalten gut, dies vermeidet

Hautirritationen.

– Verwenden Sie nur bei gerötetem Gesäss Salben wie Zink paste

oder Bepanthen Plus und verzichten Sie vorübergehend auf

Feuchttücher.

– Urin: Wenn Ihr Kind 5 bis 6 nasse Windeln im Tag hat, bekommt

es sicher genügend Flüssigkeit.

– Stuhlgang: In den ersten 4 bis 6 Wochen nach der Geburt sollten

voll gestillte Kinder einmal täglich Stuhlgang haben. Kinder,

die mit adaptierter Milch ernährt werden, stuhlen mindestens

jeden zweiten Tag.

Gewichtszunahme

Gesunde Säuglinge nehmen wöchentlich 110 bis 230 Gramm zu.

Nabel

– 1utäglich desinfizieren, bis der Nabelgrund trocken ist.

Verwenden Sie dazu 70-prozentigen Alkohol.

– Leichter Blutabgang aus der Nabelwunde ist kein Grund zur

Besorgnis.

Geschwollene Brüstli / vaginale Blutung

Normaler Vorgang, kann hormonell bedingt auftreten.

Nase

– Nur mit Watteröllchen putzen. Verwenden Sie keine Wattestäbchen,

da sonst Verletzungsgefahr besteht.

– Bei verstopfter Nase kann physiologische Kochsalzlösung in die

Nasenlöcher getropft werden.

Ohren

Nur mit Watteröllchen putzen. Verwenden Sie kein Wattestäbchen,

da sonst Verletzungsgefahr besteht.

Augen

– Immer von aussen nach innen waschen mit Gaze und lauwarmem

Wasser.

– Für jedes Äugli neue Gaze verwenden.

– Bei fliessenden Äugli Kontakt mit Mütter-/Väter-Beratung oder

Kinderarzt aufnehmen.

Nägel

– Nach etwa 3 Wochen können sie vorsichtig geschnitten werden,

am besten während oder nach einer Mahlzeit.

– Wenn sich das Kind kratzt, können die Nägel mit Mandelöl oder

Vaseline eingerieben werden.

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Babypflege

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Temperatur

– Normaltemperatur 36,5 bis 37,5 °C im Darm gemessen.

Hände und Füsse fühlen sich meist etwas kühler an.

– Das Kind nicht zu warm anziehen.

Lagerung des Kindes

Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie empfiehlt die

Rückenlage.

Spazieren

– Sofort möglich.

– Das Kind den Temperaturen entsprechend anziehen.

– Den Kopf vor Zugluft und Sonne schützen.

– Keine direkte Sonnenbestrahlung. Spezielle Sonnenschutzcreme

für Babys verwenden.

Fragen / Probleme

Bei Unklarheiten wenden Sie sich an die Mütter-/Väter-Beratung.

Im Notfall dürfen Sie sich auch gerne mit dem Wochenbett-Team

in Verbindung setzen – auch nachts und am Wochenende

(Telefon 032 627 33 40).


Stillen

Das besondere

Erlebnis «Stillen»

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Die Bedeutung des Stillens

Seit 2001 sind wir eine von UNICEF ausgezeichnete stillfreundliche

Geburtsklinik und es ist deshalb für uns ein zentrales Anliegen,

Sie während Ihrer Stillzeit kompetent und umfassend zu beraten.

Als stillfreundliche Klinik zertifiziert durch .

Unsere Stillphilosophie

Unsere Stillphilosophie stützt sich auf die von UNICEF entwickel-

ten 10 Schritte zum erfolgreichen Stillen ab. Diese entnehmen

Sie dem Aushang in den verschiedenen Räumlichkeiten der

Frauenklinik.

Das Stillen bringt Ihnen und Ihrem Kind viele Vorteile. Durch den

Hautkontakt findet das Kind Ruhe, Trost und Geborgenheit.

Das Stillen ermöglicht Ihnen und Ihrem Kind Momente der Entspannung

und der Intimität. Die gemeinsame Beziehung baut sich

auf und wird durch das Stillen gefördert. Die Muttermilch enthält

alle lebenswichtigen Stoffe und ist in der Zusammensetzung genau

auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt. Zudem bietet sie einen

besonderen Schutz gegen Infektionen. Muttermilch steht immer

in der richtigen Temperatur zur Verfügung. Wo immer Sie sind,

Sie können Ihr Kind überall stillen. Auf Grund dieser Erkenntnis

unterstützen wir Sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Massnahmen,

um Ihnen das Stillen zu ermöglichen. Ist Ihnen das

Stillen aber aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich, helfen

wir Ihnen dabei, für Sie und Ihr Kind den besten Weg zu finden.

Was Sie darüber

wissen sollten

Stillberatung

Wir sind – ergänzend zu unserem bestehenden Angebot der Frauenklinik

des Bürgerspitals – eine Anlaufstelle bei Problemen und

Fragen rund um das Stillen.

Eine Still- und Laktationsberaterin IBCLC bietet Ihnen und für

Ihr Kind eine kompetente und einfühlsame Beratung an, die auf

Ihre Wünsche und Bedürfnisse ausgerichtet ist. Drei Stillberatungen

werden, ausserhalb vom Wochenbettaufenthalt, von der Krankenkasse

bezahlt.

Ziele unserer Stillberatung

– Frauen in der Entscheidung bezüglich der optimalen Ernährung

ihres Kindes zu informieren und zu unterstützen.

– Das Stillen zu fördern.

– Schwangere Frauen auf das Stillen vorzubereiten.

– Frauen mit Stillfragen oder -problemen zu beraten und zu

begleiten.

– Frauen mit frühgeborenen oder kranken Kindern beim Stillen

beizustehen.

– Berufstätigen Frauen die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie

Arbeit und Stillen koordinieren können.

– Hilfestellung beim Abstillen zu bieten.

13


Stillen

14

Anzahl der Mahlzeiten

– In den ersten Wochen sind 8 bis 12 Stillmahlzeiten in 24 Stunden

zu erwarten. Während Wachstumsschüben können die Säuglinge

mehr Mahlzeiten benötigen.

– Manche Säuglinge möchten häufigere Mahlzeiten mit kürzeren

Abständen, gefolgt von einer längeren Ruhephase.

– Manche möchten alle 3 Stunden gestillt werden.

Dauer der Stillmahlzeit

– Stillmahlzeiten von 15 bis 20 Minuten Dauer an der ersten Brust

und 10 bis 15 Minuten an der zweiten Brust sind zu erwarten.

– Manche Säuglinge sind auch nach einer Brust satt und zufrieden.

– Der Säugling bekommt genug Flüssigkeit, wenn er täglich

5 bis 6 nasse Windeln hat.

Milchspendereflex

– Manche Frauen spüren ein Kribbeln oder Stechen in der Brust,

wenn die Milch zu fliessen anfängt. Andere Frauen spüren nichts.

– Das hat keinen Einfluss auf die Milchmenge.

– Der Milchspendereflex hat eingesetzt, wenn das Baby hörbar schluckt.

Brustwarzenpflege

– Viel Luft.

– Nach dem Stillen etwas Muttermilch auf den Brustwarzen

trocknen lassen.

– Lanolin-Pflegeprodukte.

Steigerung der Milchmenge

– Öfter ansetzen oder pumpen.

– Entspannung, Ruhe.

– Wechselstillen (jede Seite mindestens 2u 5 bis 7 Minuten).

– Ausgewogene Ernährung und genügend Flüssigkeit

(siehe Ernährungstipps).

Verringerung der Milchmenge

– Jeweils nur eine Brust geben. Die andere Brust durch ein wenig

Ausstreichen oder durch Abpumpen entlasten.

– Nach dem Stillen kühlen.

– 2 Tassen Pfefferminz- oder Salbeitee trinken.

Wunde Brustwarzen

– Kontrolle der Stillposition und des Saugverhaltens.

– Viel Luft – das fördert die Wundheilung.

– Einen dünnen Film Lanolin-Pflegeprodukt auf die Brustwarzen

auftragen.

– Kurze und häufigere Stillmahlzeiten (der Säugling zieht weniger

stark).

– Bei anhaltendem Wundsein länger als 7 Tage nehmen Sie Kontakt

mit einer Fachperson auf.

Milchstau

Anzeichen dafür sind schmerzende, gespannte Brüste sowie leichtes

Fieber.

– Vor dem Stillen etwa 10 Minuten warme Kompressen auflegen.

– Brust sanft massieren.

– Brust alle 2 Stunden durch Stillen oder pumpen entleeren.

– Nach dem Stillen kalte Umschläge, etwa mit Quark, oder

Eiswickel auflegen.

– Ruhe.

15


Stillen

16

Brustentzündung

– Anzeichen dafür sind heisse, harte, schmerzende Stellen,

grippeähnliche Symptome, schnell ansteigendes hohes Fieber.

– Gleiche Massnahmen wie beim Milchstau.

– Bettruhe.

– Viel trinken.

– Wenn nach 24 Stunden Behandlung keine Besserung eingetreten

ist, Arzt aufsuchen.

Stillhilfen

Stillhilfen werden in der Abwaschmaschine bei einem Programm

von 60 °C sauber oder sollten einmal täglich ausgekocht werden.

Aufbewahrung der Muttermilch

– Im Kühlschrank 3 Tage, im Tiefkühler 6 Monate.

– Bei Raumtemperatur 6 bis 8 Stunden.

– Gefrorene Milch wird unter fliessendem warmem Wasser bis

Körpertemperatur erwärmt. Aufgetaute Muttermilch muss innert

24 Stunden verwendet und sollte nicht wieder eingefroren werden.

Ein Erwärmen in der Mikrowelle ist nicht sinnvoll, da dies den

Inhaltsstoffen schadet.

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Mit Nähe zum Baby die Flasche geben

Alle Babys geniessen – genau wie Sie selbst – die Sprache der Liebe:

Augenkontakt und Kuscheln. Was beim Stillen meist automatisch

geschieht, muss bei der Flaschenernährung bewusst beachtet

werden.

Umgang mit dem Baby

– Füttern Sie nach Bedarf Ihres Kindes. Ein Baby hat manchmal

mehr, manchmal weniger Hunger.

– Halten Sie Ihr Baby beim Füttern und auch beim Trostsaugen

im Arm.

– Füttern Sie mit Hautkontakt. Tragen Sie ein ärmelloses T-Shirt

oder knöpfen Sie die Bluse auf.

– Wechseln Sie während der Mahlzeiten die Seite. Dadurch wird

die Augen-Hand-Koordination des Kindes optimal gefördert.

– Berühren Sie zu Beginn mit dem Sauger nur die Lippen des

Babys und warten Sie, bis es den Sauger selbst einsaugt. Schieben

Sie den Sauger nicht gegen den Willen Ihres Kindes in seinen

Mund.

Umgang mit Säuglingspulvermilch

– Anleitung zur Zubereitung auf Packung beachten

– Pulvermilch stets frisch zubereiten. Dazu abgekochtes,

auf ca. 50 °C abgekühltes Wasser in einer Thermoskanne

aufbewahren und bei Bedarf mit dem Pulver mischen.

– Flaschen und Nuggis sollten nach dem Kauf ausgekocht werden.

Nach Gebrauch werden sie ausgespült , mit heissem Seifenwasser

gründlich gereinigt und mit klarem Wasser nachgespült.

– Bei gesunden Babys können die Flaschen in der Spülmaschine

gereinigt werden.

17


Stillen

Ernährung

während der Stillzeit

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Die Bedeutung der Ernährung

Stillende Frauen benötigen viel Kraft und Ausdauer. Eine ausgewogene

Ernährung kann sie dabei unterstützen, denn die psychische

und körperliche Stabilität ist auch von einer optimalen Nährstoffversorgung

abhängig.

Mehrbedarf

Bei den meisten Frauen sinkt der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin)

durch den Blutverlust bei der Geburt ab. Ausserdem besteht

während der Stillzeit ein erhöhter Bedarf an Eisen und verschiedenen

Vitaminen. Es ist deshalb sinnvoll, in den ersten Wochen nach

der Entbindung ein Eisenpräparat oder ein Multivitaminpräparat,

das Eisen enthält, einzunehmen. Im Allgemeinen können Sie

das Präparat, welches Sie während der Schwangerschaft genommen

haben, weiter einnehmen.

Während der Stillzeit ist der Energie- und der Flüssigkeitsbedarf

erhöht. Der durchschnittliche Mehrbedarf in der Stillzeit beträgt

etwa 600 kcal pro Tag. Durch den grösseren Appetit wird dieser

Zusatzbedarf oft automatisch durch grössere Hauptmahlzeiten und

Zwischenmahlzeiten abgedeckt (siehe Checkliste, Tagesbeispiel).

Frühstück

Znüni

Mittagessen

Zvieri

Abendessen

Spätimbiss

Flüssigkeitsbedarf der Mutter

Der Flüssigkeitsbedarf steigt während der Stillzeit an, da die in

der Muttermilch enthaltene Flüssigkeit ersetzt werden muss. Eine

stillende Frau sollte daher pro Tag 2 bis 3 Liter trinken. Diese

Menge kann problemlos erreicht werden, wenn eine Frau zu jeder

Hauptmahlzeit und während jeder Stillmahlzeit 2 bis 3 Deziliter

trinkt. Geeignete Getränke sind Hahnenwasser, ungesüsstes Mineralwasser,

ungesüsste oder leicht gesüsste Frucht- und Kräutertees.

Der Flüssigkeitsbedarf steigt bei Fieber, Durchfall oder bei starkem

Schwitzen zusätzlich an. Die Menge der Muttermilch kann durch

vermehrtes Trinken jedoch nicht gesteigert werden. Dies geschieht

nur durch vermehrtes Trinken des Kindes an der Brust.

Tagesbeispiel für eine ausgewogene Ernährung

2–3 Stück Vollkornbrot

1 EL Butter

1–2 EL Konfitüre

1 kleines Glas Orangensaft

Milchkaffee (2 dl Milch)

1 Joghurt nature mit Obst oder Beeren

1 EL Haselnüsse oder Rosinen

1 Portion Nudeln

1 Stück Fleisch mager, mit 1 Teelöffel Öl gebraten

1 grosse Portion Gemüse oder Salat

1 Frucht oder Beeren

1 Stück Vollkornbrot oder 1 Frucht

1 Glas Milch

1 Portion Gschwellti

Kräuterquark, 20 g Hartkäse

1 grosse Portion Gemüse oder Salat

1 Stück Vollkornbrot

19


Stillen

Empfehlungen pro Nahrungsmittelgruppe

Nahrungsmittelgruppe

Empfehlung

Flüssigkeit

Täglich 2–3 Liter, möglichst ungesüsste Getränke

Gemüse, Salat

2–3 utäglich, davon 1 Portion roh

Obst, Fruchtsaft

3–4 utäglich, möglichst roh

(1 Portion = «1 Hand voll» oder 2 dl Saft)

Brot, Reis, Teigwaren, Kartoffeln

3–4 utäglich, auch Vollkornprodukte,

Portionengrösse nach Appetit

Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, rote Bohnen…) 1upro Woche bei guter Verträglichkeit

Milch, Milchprodukte

3–4 Portionen täglich

1 Portion = – 2 dl Milch teilentrahmt

– 1 Becher Joghurt oder Quark

– 1 Stück Käse (20–40g)

Fleisch, Geflügel

Max. 1utäglich, auch fleischlose Tage einplanen

1 Portion = 100g, fettarme Stücke bevorzugen

max. 1uwöchentlich Wurstwaren, Gepökeltes

max. 1–2upro Monat Innereien

Fisch

1–2upro Woche, 1 Portion=150g

Eier

3 Stk. pro Woche inkl. versteckte Eier in Gerichten

Öl, Fett, Butter

1 EL Butter als Brotaufstrich

1 EL Bratfett (Olivenöl, Erdnussöl, Bratbutter)

1 EL Öl für Salatsauce (Olivenöl, Rapsöl)

Alkohol

Wird mit der Muttermilch vom Kind aufgenommen,

sollte daher nach Möglichkeit vermieden oder

auf ein Minimum reduziert werden (gelegentlich

max. 1 Glas Wein)

Kochsalz

Jodiertes und fluoridiertes Kochsalz verwenden

(grüne Packung)

20


Stillen

Blähungen beim Säugling

Es wird immer wieder diskutiert, ob bestimmte Nahrungsmittel

beim gestillten Säugling Blähungen verursachen. Untersuchungen

konnten diese Zusammenhänge jedoch nie belegen. Die Reak-

tionen auf Nahrungsmittel sind sehr unterschiedlich und hangen

auch von der Menge und der Häufigkeit des konsumierten

Nahrungs mittels ab.

Folgende Nahrungsmittel können Blähungen verursachen:

– Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen

– Kohlarten, vor allem Weisskabis, Rotkabis, Sauerkraut und

Rosenkohl

– Lauch, Zwiebeln, Knoblauch

– Frische Spargeln, Schwarzwurzeln

– Zitrusfrüchte, frische Ananas

– Säfte aus Zitrusfrüchten und Süssmost

Mögliche Beschwerden treten meist in den ersten 12 Stunden nach

dem Konsum auf und verschwinden nach 24 Stunden wieder.

Wundsein des Gesässes

Für das Wundsein des gestillten Kindes wird ebenfalls oft die

Ernährung der Mutter verantwortlich gemacht. Auch hier spielt die

Häufigkeit und die Menge eines gegessenen Nahrungsmittels eine

grosse Rolle. Isst die Mutter beispielsweise eine Orange, verträgt

das Kind sie sicher. Es kann jedoch zu Wundsein kommen, falls die

Mutter einen Liter Orangensaft täglich trinkt.

Geschmacksveränderungen in der Muttermilch

Einige Nahrungsmittel können zu Geschmacksveränderungen in

der Muttermilch führen. Auch bei diesem Problem spielt die Menge

des entsprechenden Nahrungsmittels eine Rolle. Zu diesen Nahrungsmitteln

gehören: Spargeln, Zwiebeln, Knoblauch, Rhabarber,

Melonen.

Milchproduzierende Nahrungsmittel

In jeder Kultur werden verschiedene Wundermittel angepriesen,

die eine Steigerung der Milchmenge versprechen. Dazu gehören etwa

Rivella, Bier, Milch oder Haferschleim. Wissenschaftlich konnten

diese Wirkungen nie nachgewiesen werden. Einige Nahrungsmittel

haben jedoch einen positiven Einfluss auf die Psyche, was sich

güns tig auf die Milchproduktion auswirkt. Dies ist etwa bei kohlehydrathaltigen

Nahrungsmitteln wie Brot, Reis, Teigwaren oder

Früchten der Fall.

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© fotolia.com


Stillen

24

Alkohol, Koffein und Nikotin

Ein Teil des aufgenommenen Alkohols und des Koffeins kann in

die Muttermilch übergehen. Stillende sollen daher Alkohol nach

Möglichkeit meiden oder nur in geringen Mengen (gelegentlich bis

1 Glas Wein) konsumieren. Koffeinhaltige Getränke im Rahmen

von 2 bis 3 Tassen Kaffee oder Schwarztee beeinflussen das Kind

in der Regel nicht. Nikotin kann in der Muttermilch nachgewiesen

werden und sollte gemieden werden. Je länger es seit der letzten

Zigarette her ist, desto tiefer ist die Konzentration in der Milch.

Spezielle Kostformen, Diäten während der Stillzeit

Spezielle Ernährungsformen oder Diäten, deren Empfehlungen stark

von den oben genannten Tagesempfehlungen abweichen, können

zu Mangelzuständen bei der Mutter führen. Falls Sie Ihr Gewicht

reduzieren möchten, verzichten Sie auf drastische Abmagerungskuren.

Es ist sinnvoller, das Gewicht durch eine fettarme Ernährung

und regelmässigen Ausdauersport langsam (1 kg pro Monat) zu

reduzieren. Bei Fragen können Sie sich jederzeit an die Ernährungsberatung

wenden.


Austritt

Für einen guten Start

zu Hause

26

Um Ihnen die Vorbereitung auf den Alltag zu erleichtern, möchten

wir Sie noch einmal bitten, die folgenden Punkte durchzugehen.

Bitte notieren Sie, zu welchen Aspekten Sie noch Fragen haben.

Das Stillen zu Hause

– Die Stillmahlzeit: Häufigkeit und Dauer

– Stillpositionen

– Korrektes An- und Absetzen

– Pflege und Kontrolle der Brust

– Brustmassage

– Zu wenig Milch

– Zu viel Milch

– Aufbewahren der Muttermilch

Pflege des Kindes

– Wickeln

– Baden

– Hautpflege

– Nabelpflege

– Nagelpflege

Befinden des Kindes

– Gewichtszunahme

– Wach- und Schlafrhythmus

– Lagerung

– Verdauung/Bauchkrämpfe

– Wundes, rotes Gesäss

– Krankes Kind (Fieber, Schnupfen)

Weiterführende Stellen

– Begleitung durch freischaffende Hebamme: www. hebamme.ch

– Stillberatung: www.stillen.ch

– Mütter-/Väterberatung: www.muetterberatung.ch

– 1. Arztbesuch nach einem Monat

Veränderungen in der Familienstruktur

Die verschiedenen Rollen der Mutter/des Vaters/der Geschwister/

der Verwandten und Bekannten in der Familie.

Wichtige Telefonnummern

Dienstärztin Frauenklinik 032 627 38 40

Stationszimmer 032 627 33 40

Stillberatung 032 627 44 87

Ernährungsberatung 032 627 41 80

27


asse

Bahnlinie BLS

Bahnlinie SBB

Westtangente

Bielstrasse

Bahnhof

Solothurn West

Solothurn

West

Bürenstrasse

Bürgerspital Solothurn

Schöngrünstrasse 42

CH-4500 Solothurn

Telefon 032 627 31 21

Telefax 032 627 30 79

www.so-H.ch

Bushalt

Amthausplatz

A5

Rötistrasse

Schöngrünstrasse

Bürgerspital

Solothurn

Hauptbahnhof SBB

Solothurn

Bushalt

Spital

Luzernstrasse

Engestrasse

Zuchwilerstrasse

Solothurn

Ost

Zu Fuss vom Hauptbahnhof Solothurn (10–12 Minuten): Durch die Bahnhof-Unterführung gehen und den

Ausgang «Süd» benutzen (nicht in Richtung Stadtzentrum), dann rechts der Zuchwilerstrasse entlang bis zur

Kreuzung, dort links in die Schöngrünstrasse abbiegen, welche direkt zum Spital hinauf führt.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Hauptbahnhof Solothurn: Ausgang «Stadt» des Hauptbahnhofs

benutzen und mit Bus Linie 3 (Richtung Lohn) oder Bus Linie 2 (Richtung Kriegstetten) bis Haltestelle «Spital»;

Verbindungen Montag bis Samstag tagsüber im Viertelstundentakt, abends und am Sonntag alle 30 Minuten.

Mit dem Auto ab Autobahn (3–5 Minuten): Ausfahrt Solothurn West, rechts Richtung Solothurn fahren,

auf der Bürenstrasse bis zur Kreuzung, an der Ampel rechts in die Schöngrünstrasse abbiegen, welche direkt

zum Spital hinauf führt.

Nr.2570 / 6.10 Auflage 2000

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