Klimawandel und Umweltschutz: Die Lackiererei im Wandel der Zeit

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Klimawandel und Umweltschutz: Die Lackiererei im Wandel der Zeit

Werkstatt

Arbeitsabläufen hatte dazu

geführt, dass die VOC-Emission aus

den Autoreparaturlackbetrieben in

Deutschland schon zwischen 1970

und 1990 um ca. 30 % reduziert

werden konnte. Einige Beispiele aus

der Vergangenheit zeigen deutlich,

was in diesem Zeitraum ohne

gesetzgeberischen Zwang erreicht

wurde:

• Bei der Vorbereitung zur Lackierung

war die Reinigung mit organischen

Lösemitteln unter Verwendung

von Pinsel und Lappen

üblich. Nur durch die Einführung

von Pumpsprühflaschen konnte

der Verbrauch an Lösemitteln in

diesem Bereich um mehr als 50 %

reduziert werden.

Die so genannte „Freie Reinigung“

der Spritzpistolen in der

Kabine wurde Schritt für

Schritt durch offene Waschbehälter

und später durch geschlossene

Pistolen-Waschgeräte,

bei denen das verschmutzte

Reinigungslösemittel recycelt

wird, ersetzt und damit eine über

90-prozentige Emissionsreduzierung

erreicht.

• Bei den Produkten wurde mit

Einführung der Medium-Solid-

Systeme ein Anteil organischer

Lösemittel durch Festkörper ersetzt

und so bis zu 20 % organischer

Lösemittel eingespart.

Die Einführung intelligenter

Wägesysteme, wie zum Beispiel

Sikkens Mixit, reduzierte

Fehlausmischungen und verminderte

durch Korrekturmöglichkeiten

Abfall und Fehllackierungen.

Dies trug zu einem

geringeren Lackverbrauch und

damit zu einer verminderten VOC-

Emission bei.

24 SIKKENS aktuell 2/2007

Um die Entstehung von bodennahem

Ozon zu verringern, wurde in

den 90er Jahren nach der UN-Umweltkonferenz

von Rio der Ruf nach

einer Reduzierung der Lösemittel

laut. Damals wären dem Autoreparaturhandwerk

zur Emissionsminderung

beinahe anlagentechnische

Maßnahmen aufgezwungen worden.

Nur durch eine intensive Zusammenarbeit

der Verbände des

Lackiererhandwerks und der Lackindustrie

gelang es, die zuständigen

Stellen der EU in Brüssel

und der Bundesregierung in Berlin

zu überzeugen, dass diese

Lösung für Autoreparaturlackprozesse

die schlechteste Vorgehensweise

wäre.

2K-Klarlack

22%

1K-Basislack

32%

ling mit Lackmaterial entsteht aber

schon eine Emission von 25 %, die

so genannte fugitive Emission.

Unter Berücksichtigung des Wirkungsgrades

der Abluftreinigungsanlagen

und der fugitiven Emission

wurde folgendes Ziel für die Zusammensetzung

der zukünftigen

Produkte errechnet: Statt dem

durchschnittlich üblichen Lösemittel-/Festkörper-Verhältnis

von

3:1 (um ein Kilogramm Festkörper

aufzutragen, wurden drei Kilogramm

Lösemittel emittiert) sollte

ab sofort ein Verhältnis von 1:1 angestrebt

werden. Da die technischen

Möglichkeiten zur VOC-

Reduzierung bei jeder Produkt-

Verteilung der Produkte in einer durchschnittlichen

Pkw-Reparaturlackiererei

Mitglieder des Lackverbands konnten

damals beweisen, dass durch

Lösemittelreduzierung der gleiche

Effekt wie bei der Abluftreinigung

erreicht werden kann. Der Wirkungsgrad

dieser Anlagen liegt bei

85 %, wobei allerdings nur die Abluft

der Spritzkabine gereinigt wird.

Sie greifen nicht bei Lösemittelemissionen,

die beim Reinigen, Wiegen

oder Mischen vor der Lackierung

auftreten. Allein beim Hand-

Silikonentferner

Werkzeugreinigung 2%

Destillation

Spachtel

3%

3%

Polierarbeiten

1%

0%

1K-Grundierung

1%

2K-Füller

30%

2K-Unilack

6%

gruppe recht unterschiedlich waren,

musste über den Verbrauch

pro Produktgruppe eines durchschnittlichen

Betriebes das notwendige

und realistische Reduzierungspotenzial

ermittelt werden,

um eine entsprechende Emissionsminderung

zu erreichen.

Auf diese Weise wurden die Grundlagen

für den vereinfachten Reduzierungsplan

der 31. BImSchV

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