Unser Jahresbericht 2009 - Sparkasse LeerWittmund

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Unser Jahresbericht 2009 - Sparkasse LeerWittmund

Unser Jahresbericht 2009

ganz persönlich


Echt. Wie die Menschen hier.

Der Jahresbericht 2009 ist das Ergebnis von

Gesprächen mit den Menschen der Sparkasse

LeerWittmund. Das Titelbild zeigt den Landrat des

Landkreises Leer, Bernhard Bramlage, im Gespräch

mit Heinz Feldmann, Vorstandsvorsitzender der

Sparkasse LeerWittmund, am 8. März 2010 in der

Evenburg.

Die Interviews in diesem Jahresbericht wurden

geführt von Thomas Philipp Reiter,

RAIKE Kommunikation GmbH.


Vorwort zum Jahresbericht 2009

Mit dem vorliegenden J ahresbericht

2009 verfolgt die Sparkasse

LeerWittmund einen mutigen Schritt.

So wie wir uns in unseren Geschäftsbeziehungen

fortschrittlich, partnerschaftlich,

flexibel und menschlich

zeigen, so wollen wir uns auch hier

präsentieren.

Naturgemäß ist der Jahresbericht einer

Sparkasse zunächst ein Zahlenwerk. Dennoch

stellen wir wie sonst auch an dieser

Stelle ausdrücklich die Menschen in den

Mittelpunkt, die unser Haus ausmachen.

Die Zahlen treten dahinter bewusst

zurück. Wir haben für die Bilanz unseres

Geschäftsjahres 2009 absichtlich die

Interviewform gewählt, da wir neben

den guten Zahlen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter sprechen lassen wollen, und

zwar: „Echt. Wie die Menschen hier.“

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Wir glauben, Ihnen so einen authentischen

Einblick in das Denken und

Arbeiten unseres Hauses und seiner Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter geben zu

können. Uns war dabei besonders wichtig,

authentisch zu bleiben, weil wir der

Auffassung sind, dass der Jahresbericht

am interessantesten wird, wenn wir Menschen

so sprechen lassen wie sie sind.

Ein Interview ist keine wissenschaftliche

oder wirtschaftspolitische Abhandlung,

sondern ein Abbild des wahren Lebens.

Der Jahresbericht 2009 der Sparkasse

LeerWittmund wird damit zu etwas Besonderem.

Wir würden uns freuen, wenn

Sie das ähnlich sehen.

Heinz Feldmann Detlef Oetter Carsten Rinne

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

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des Videobeitrags

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Heinz Feldmann

(Vorstandsvorsitzender),

Detlef Oetter

(Stellvertretender

Vorstandsvorsitzender)

und Carsten Rinne

(Vorstandsmitglied)


Eine Tageszeitung zitiert Sie mit den

Worten, das tiefe Tal der Krise sei begonnen

worden zu durchschreiten. Warum

glauben Sie das, Herr Feldmann?

Da muss man sehr vorsichtig sein. Niemand

weiß, ob wir uns am Ende des Tales

oder schon wieder im Wachstum befinden.

Die Anzeichen sind zurzeit verhalten

positiv, aber es gibt auch noch immer

sehr viele Baustellen, zum Beispiel bei

der Verschuldung von Staaten, Unternehmen

und Banken. Diese Baustellen gilt es

zu erkennen und daran zu arbeiten.

Sie sprechen die Verschuldung der

öffentlichen Hand an: Ist die Kommune

heute überhaupt noch ein verlässlicher

Partner für eine Bank?

Das kann ich für Ostfriesland mit ja beantworten,

da die Kommunen hier sehr

umsichtig agiert haben. Denn hier haben

die Steuerquellen in den vergangenen

Jahren nicht immer so gesprudelt wie

andernorts in der Bundesrepublik. Die

Steuereinnahmen sinken vielmehr. Es

wird zwar noch investiert, aber auch

die Kommunen müssen sehen, welche

freiwilligen Aufgaben sie überhaupt

noch leisten können und welche auch in

Zukunft noch Sinn machen.

Wie sehen Sie Ostfriesland als Wirtschaftsstandort

positioniert?

Viele sehen Ostfriesland immer noch als

Armenhaus in einer Randlage Deutschlands.

Mittlerweile hat sich das Blatt

jedoch vollkommen gewendet. Nicht

nur Ostfriesland, sondern der gesamte

Nordwesten mit der Emsachse als Wirt-

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Wohin steuert die Sparkasse LeerWittmund?

schaftsregion sind deutlich im Kommen.

Das sieht man an den Wirtschaftsdaten:

Noch vor 20 Jahren hatten wir es mit

einer Arbeitslosenquote von bis zu 25

Prozent zu tun, mittlerweile liegen wir

zwischen sechs und sieben Prozent. Die

Wirtschaftsstruktur ist hier völlig anders

als in der restlichen Bundesrepublik.

Wir verfügen zwar über verhältnismäßig

wenig verarbeitendes Gewerbe, jedoch

über hohe Anteile im Bereich Tourismus,

maritime Wirtschaft, Kavernenbau und

regenerative Energien wie Wind. Insofern

entwickelt sich unsere Region zur Energiedrehscheibe

in Europa.

Zu Ihrem Geschäftsbereich gehört

Deutschlands zweitgrößter Reedereistandort

Leer und der ist von der Schifffahrtskrise

betroffen. Wie verhält sich

die Sparkasse als Partner dazu?

Die Sparkasse ist im Geschäftsgebiet

der Partner der maritimen Wirtschaft.

Hier sind Reeder seit über 200 Jahren

weltweit tätig. Die Finanzkrise ist eine

globale Krise und natürlich sind die Reeder

davon betroffen. Es ist aber natürlich

auch nicht die erste Krise, die die Reeder

hier in Leer mitmachen. Es war immer ein

Auf und Ab. Man muss das auch differenziert

betrachten. Es gibt Flotten, die

schon wieder gut unterwegs sind. Auch

die Logistik um die Schifffahrt herum

ist da und wird nach wie vor betrieben.

Wir hoffen, dass auch im Containerbereich

das Tal so langsam durchschritten

worden ist.

Ebenso wie in der Schifffahrt scheint

der Tiefpunkt auch bei den gebrauchten

Immobilien überwunden zu sein.

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Wir Ostfriesen sind direkt

und machen nicht so viele Schnörkel.

Genau das führt zum Ziel.“

Profitiert die Sparkasse davon auch?

Unser Geschäftsgebiet mit über 100

Kilometern Nord-Süd-Ausdehnung

bietet hervorragende Bedingungen.

Zudem hat der Ostfriese schon immer

einen Hang zur eigenen Scholle. In einer

Zeit der Inflationsängste investieren

Menschen gern ins private Umfeld. Da

steht natürlich die Immobilie ganz vorn,

insbesondere auch eine gebrauchte

Immobilie in Stadtnähe, wo die Infrastruktur

in Ordnung ist. In diesem

Bereich ist ein erheblicher Zuwachs an

Immobilienvermittlung zu verzeichnen.

Diejenigen, die vor Jahren gebaut haben,

wissen aufgrund der niedrigen Zinssätze

derzeit nicht so genau, wo sie ihr Geld

anlegen sollen, so dass dann die eigene

Immobilie entsprechend renoviert und

aufgewertet wird.

Wie sieht Ihre Bilanz für das Geschäftsjahr

2009 insgesamt aus?

Zufrieden sind wir immer dann, wenn wir

das Kundengeschäft mit der Gesamtsituation

vergleichen. Mit einem deutlichen

Wachstum im Einlagengeschäft und

einem ebenfalls deutlichen Wachstum

Im Salon des in Restauration

befindlichen Post-

und Passagierdampfers

„Prinz Heinrich“


im Kreditgeschäft können wir zufrieden

sein. Die Sparkasse ist gut aufgestellt,

kann sich im Wettbewerb behaupten und

hat hier und da auch Marktanteile gewonnen.

Wir sind gut über das Krisenjahr

hinweg gekommen.

Was ist Ihr Sparkassen­Höhepunkt im

Jahr 2009?

Der Gedanke wendet sich eher nach

innen. Wir haben uns einem neuen Rechenzentrum

angeschlossen und zuletzt

über 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

voll mit diesem Projekt beschäftigt. Diese

aufwändige Umstellung hat reibungslos

geklappt.

Was unterscheidet eigentlich eine Mitarbeiterin

oder einen Mitarbeiter der

Sparkasse LeerWittmund von denen

anderer Häuser?

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

sind die Verpackung unserer Produkte.

Es geht darum, im Verkauf einen Nutzen

zu stiften, aber es geht auch um Partnerschaft.

Wir haben rund 640 Beschäftigte,

davon annähernd 60 Auszubildende. Ich

habe auch hier bei der Sparkasse meine

Ausbildung begonnen. Ich bin wie viele

unserer Mitarbeiter Ostfriese. Die Verbindung

ist eben daher nicht nur zur Sparkasse

stark, sondern auch zur Region.

Und warum sollte sich ein Auszubildender

oder eine Auszubildende

heute ausgerechnet bei der Sparkasse

LeerWittmund bewerben?

Junge Menschen werden immer einen

Arbeits- und Ausbildungsplatz in einem

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Unternehmen suchen, welches zukunftsorientiert

ist, Lebendigkeit versprüht

und natürlich auch eine gewisse Sicherheit

ausstrahlt. Auch wenn die Sparkasse

häufig als konservativ betrachtet wird,

hat uns das Konservative und die Bodenständigkeit

in der Vergangenheit doch

sehr geholfen. Wir sind als Sparkasse in

der Lage, einen Ausbildungsplatz zu bieten,

der seinesgleichen sucht. Mit über

300.000 Menschen in der Sparkassenorganisation

stehen sehr viele Aus- und

Weiterbildungsmöglichkeiten, in eigenen

Schulen und Akademien zur Verfügung.

Vom Bachelor bis zum Master ist alles

möglich, so dass wir für Aus- und Weiterbildungswillige

vieles bieten können.

Was ist denn überhaupt das spezifisch

Ostfriesische an der Sparkasse

LeerWittmund?

Wir sagen: Echt. Wie die Menschen hier.

Ostfriesen sind sehr direkt, machen nicht

so viele Schnörkel und kommen leichter

auf den Punkt. Den einen oder anderen

mag das vielleicht abschrecken, aber

wenn man uns und unsere Ehrlichkeit

kennen gelernt hat, dann führt in einer

Partnerschaft genau das für beide Seiten

zum Ziel.

Mit welchem Qualitätsversprechen

kann ein Kunde rechnen, der zu Ihrer

Sparkasse kommt?

Dass wir ihn in der Beratung auf alles

ansprechen, was für ihn wichtig ist. Wir

wollen zunächst erfahren, was für den

Kunden wichtig ist, um dann seine Wünsche

auch entsprechend umzusetzen,

damit er zufrieden gestellt wird. Denn

Der Vorstand der

Sparkasse LeerWittmund

vor der „Prinz Heinrich“

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

anders als vielleicht andere können wir

als Sparkasse nicht vor unserer Verantwortung

weglaufen. Dafür gibt es zu viele

auch private Verbindungen zwischen der

Sparkasse und Vereinen oder Institutionen

der Region.

Jetzt sind wir schon wieder tief im

neuen Geschäftsjahr 2010. Wollen Sie

uns etwas von der Strategie verraten,

mit der Sie in dieses Jahr gegangen

sind?

Unsere Strategie ist etwas langfristiger

aufgebaut. Wir wollen im Sinne unseres

Kunden weiterhin die intensive Beratungssituation

vorhalten. Wir verfolgen

einige Projekte im internen Bereich, die

das verbessern, zum Beispiel der Umbau

von Geschäftsstellen. Von 2007 bis 2011

investieren wir etwa 18 Millionen Euro

in den Ausbau der Geschäftsstellen. Das

ist wichtig nicht für uns als Sparkasse,

sondern es ist wichtig für den Kunden,

damit er ungestört mit der Beraterin

oder dem Berater sprechen kann. Das

gilt es zu erweitern. Ebenso wollen

wir unsere Produkte gemeinsam mit

unseren Verbundpartnern im Versicherungsbereich,

im Immobiliengeschäft,

im Wertpapierbereich oder bei anderen

Dienstleistungsformen verbessern. Dafür

haben wir schon im letzten Jahr bei den

Schulungen unserer Mitarbeiter deutlich

zugelegt. Das werden wir in diesem Jahr

noch toppen: wir werden pro Mitarbeiter

durchschnittlich etwa 2000 Euro für

Fortbildung ausgeben und jeder Mitarbeiter

wird im Schnitt etwa zwei bis drei

Tage bei einem Seminar sein oder eine

Fortbildung besuchen. Das dient letztlich

auch der Qualität unserer Sparkasse.

Die Sparkasse LeerWittmund als Ganzes

betrachtet: welches Etikett würden

Sie ihr anhängen?

Fairer und partnerschaftlicher Umgang,

auf Nachhaltigkeit angelegt.


Wie gern blicken Sie noch auf das Jahr

2009 zurück, Herr Oetter?

Das Jahr 2009 war, nachdem die Krise

2008 über uns alle hereingebrochen ist,

in vielfältiger Weise ein eher entspanntes

Jahr, aber trotzdem ereignisreich

und herausfordernd. Die von vielen

prophezeite Kreditklemme ist nicht

eingetreten. Wenn es entsprechende

Entwicklungen gegeben hat, dann bei

den Großbanken, Privatbanken und

manchen Landesbanken. Die Sparkassen

und Volksbanken haben getan, was sie

konnten und haben im Wesentlichen

die Kreditvergabe aufgefangen. In der

Kreditzusagestatistik zwischen 2008 und

2009 liegen die Sparkassen in Deutschland

nur um 0,7 Prozent niedriger. Wenn

dem einen oder anderen der Zugang zu

den Krediten verwehrt geblieben ist,

liegt es vielleicht auch an Konditionsempfindlichkeit.

Konditionen haben

natürlich auch etwas mit Risikokosten

zu tun. Wir sind unserer Kreditvergabepolitik

treu geblieben. Wir machen das

Kreditgeschäft, das wir können und zwar

in der Region.

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Partner des Mittelstands

und Wirtschaftsförderer in der Region

Werden Sie diesen strategischen Ansatz

auch 2010 weiter verfolgen?

Bei den Sparkassen geht es nicht nur um

Rendite, sondern wir verfolgen bewusst

einen regionalen Ansatz. Natürlich haben

wir Möglichkeiten, auch mal rechts und

links des Wegs zu gehen. Gute Kunden

werden wir also immer begleiten,

entweder als Sparkasse oder im Verbund

mit der S-Finanzgruppe über die

Landesbanken, Leasinggesellschaften

oder Factoringgesellschaften. Auch in

einer schwierigen wirtschaftlichen Phase

eines Kreditnehmers lassen wir diesen

nicht im Regen stehen, sondern wir

suchen gemeinsam nach Wegen, die das

Schiff wieder auf Kurs bringen. Eines wird

immer unsere Strategie bleiben: wir sind

Partner des Mittelstands in der Region.

Was bedeutet das?

Eine Krise führt immer zu deutlich mehr

Insolvenzen, weil einige Unternehmer

falsch reagieren oder der Markt gegen

sie lief. Der eine oder andere hat

eventuell sein Kostenmanagement völlig

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Wir sind unserer Strategie

treu geblieben.“

vernachlässigt nach dem Motto „Es wird

schon alles besser werden“. Gegebenenfalls

wurden bei Mitarbeitern, Warenlagern,

Reinvestitionen und Kreditlinie

Fehler gemacht. In einer solchen Krise

führen diese Fehler zu einer Marktbereinigung.

Wir hatten eine Phase von 20 bis

30 Jahren, in der es nach oben gehen

konnte – da ist es relativ leicht, Unternehmer

zu sein. Aber in der Krise Unternehmer

zu sein, rechtzeitig zu reagieren,

das haben einige jetzt gelernt. Mit denen

können und wollen wir auch weiter gut

zusammenarbeiten. Einige lernen es

aber auch gerade. Falls es möglich ist,

werden wir auch diese Unternehmer

begleiten. Ein Kreditnehmer kann aber

aus diversen Gründen ausfallen, zumal

Krankenkassen oder Finanzämter auch

ungeachtet gefährdeter Arbeitsplätze

rigoros ihre Forderungen eintreiben und

wir da nicht immer uneingeschränkt mit

Liquidität zur Verfügung stehen können.

Wie stark wurde eigentlich Ostfriesland

von der Wirtschaftskrise getroffen?

Da Ostfriesland grundsätzlich von Aufschwüngen

nicht überproportional stark

profitiert, sind wir vom Abschwung auch

nicht so stark betroffen. In Ostfriesland

wurden 2009 und 2010 mehr Arbeitsplätze

geschaffen, vermeldet die Industrie-

und Handelskammer. Das heißt,

dass hier sehr bodenständig gewirtschaftet

wird. Die maritime Wirtschaft am

Reedereistandort Leer oder der Bereich

Tourismus mit drei ostfriesischen Inseln

und einem Großteil der ostfriesischen

Nordseeküste leben auch in der Krise.

Der dritte Bereich sind die regenerativen

Energien. Hier residieren einige größere

weltweit vernetzte Player. Und dann ist

da noch die Landwirtschaft. Landwirte

sind dafür bekannt, dass sie nicht nur an

das Heute sondern über mehrere Generationen

bodenständig vorausschauend

denken. So sind wir auch.

Zu Ihrem Verantwortungsbereich

gehört auch das Private Banking. Wie

hat sich dieses Geschäftsfeld unter

den veränderten Rahmenbedingungen

entwickelt?

Wir haben das Private Banking seit

2009 in unserem Portfolio. Wir befinden

uns hier in einem kontinuierlichen

Aufbau- und Entwicklungsprozess. Die

Sparkasse hat jetzt mit vier Beratern und

zwei Servicekräften ein Jahr lang große

Fortschritte gemacht und schon regen

Zuspruch für ihre maßgeschneiderten

Konzepte rund um die Geldanlage erhalten.

Das Angebot wird angenommen

und wir schauen, dass das Vermögen in

der Region bleibt. Wir vertreiben eben

nicht das, was zur Krise geführt hat, zum

Beispiel Investitionen in irgendwelche

ausländischen Hedge Fonds, sondern wir

versuchen, das mit bodenständigen und

für die Kunden überschaubaren Produkten

zu machen.

Welche Trends wollen Sie als Sparkasse

in den Finanzsektor einbringen?

Boring is beautiful. Ich glaube nicht, dass

wir viele Neuerungen brauchen. Wir haben

Produkte der Vermögensanlage und

im Kreditgeschäft, die völlig ausreichen,

um die Bedürfnisse unserer Kunden

zu befriedigen. Was viel wichtiger ist:

Erreichbarkeit, Partnerschaft und ein


offenes Wort. Insofern sind permanente

Produktinnovationen nicht notwendig.

Meistens sind das ohnehin neue Kombinationen

bestehender Produkte. Ob ich

Latte Macchiato trinke oder Cappuccino

– die Bestandteile sind identisch.

Die demographische Struktur Ihrer

Kunden und möglicherweise auch Ihrer

Mitarbeiter verändert sich. Wie reagieren

Sie darauf?

Wir haben es mit mehreren Trends zu

tun. Durchstarten mit 50 ist einer davon.

Ein anderer ist, dass Menschen, die mit

40 oder 50 in den Vorruhestand gegangen

sind, plötzlich wieder benötigt

werden. Die Bankenwelt als solche ist ja

von Akademikern überfüllt. Und in der

Beraterwelt ist man mit 28 mit seinem

Studium fertig, kennt aber nur die Theorie

und soll dann aber den Praktikern

sagen, wo es lang geht. Also brauchen

wir mehr Praktiker. Diese Welt wird aber

auch immer weiblicher, wenn wir uns

manche DAX-Unternehmen an der Spitze

ansehen. Ich denke daher auch an Veranstaltungen

oder Beratungsangebote speziell

für Unternehmerinnen. Auf die älter

werdende Gesellschaft, die sich auch bei

uns spiegelt, reagieren wir, indem wir

vermehrt Auszubildende einstellen. Wir

sind frühzeitig in der Nachfolgeplanung

in allen Bereichen eingestiegen. Insbesondere

auch im Firmenkundenbereich,

dort sind wir neben dem Private Banking

sehr jung aufgestellt, im Durchschnitt

um die 40. Wir müssen aufpassen, dass

uns da nicht Know-how verloren geht. Im

Immobilienmarkt kümmern wir uns um

das Thema „Altersgerechtes Wohnen“.

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Ein weiterer Trend ist die unaufhaltsam

scheinende Globalisierung. Wie wirkt

die sich denn auf Leer und Wittmund

aus?

Ich kenne einen Arzt, der fliegt freitags

nach London und kommt zum Wochenanfang

zurück. Der verdient da viel Geld

und lebt hier gut damit. Was die Kreditvergabe

angeht, spielt die Nationalität

oder Religion keine Rolle. Wer die Kriterien

regelmäßiges Einkommen und keine

negativen Merkmale oder Vorstrafen

erfüllt und dessen Kapitaldienstfähigkeit

in Ordnung ist, bekommt bei uns Geld.

Die S-Finanzgruppe ist weltweit tätig.

Die Norddeutsche Landesbank unterhält

Repräsentanzen auf allen Kontinenten.

Ich bin New York-Fan, immer wenn ich

dort bin, besuche ich auch die NordLB.

Und auch unsere Kunden zum Beispiel

der maritimen Wirtschaft sind weltweit

tätig. Einige sind vermutlich in Südamerika

bekannter als in Deutschland.

Diese Kunden begleiten wir im Rahmen

unserer Möglichkeiten auch weltweit im

Rahmen der S-Finanzgruppe. Die Reeder

treffen sich einmal jährlich mit ihren

weltweiten Partnern. Die benötigen dann

schon eine Bank an ihrer Seite, die auch

in China Möglichkeiten hat, Akzeptanz zu

finden. Wir begegnen der Globalisierung,

indem wir unser vorhandenes Netzwerk

nutzen.

Hängen Sie Ihrer Sparkasse doch bitte

mal ein Etikett an, das zu ihr passt.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Detlef Oetter

(Stellvertretender

Vorstandsvorsitzender)

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Kleines Fest im großen Park der Evenburg:

Sponsoring und Wirtschaftsförderung

Herr Landrat, Sie beide, Herr Feldmann,

Herr Bramlage, gelten als die Pioniere

des Kleinen Festes auf der Evenburg

in Leer. Erzählen Sie doch mal, Herr

Bramlage, wie es dazu gekommen ist.

Bramlage: Nachdem wir ab 1998 mit der

Restaurierung des Ensembles mit dem

Park begonnen hatten und dann später

das Schloss restauriert haben, tauchte

natürlich die Frage auf: Gibt es Events,

die den Park in besonderer Weise erlebbar

machen? Es gab eine ganze Reihe

von Vorschlägen, gute und weniger gute,

die reichten vom Open-Air-Kino bis zum

Pony-Reitturnier im Park. Wir wollten jedoch

versuchen, einen kulturellen Ort zu

schaffen und hier auch zu versuchen, den

Park in Verbindung mit einer kulturellen

Veranstaltung erlebbar zu machen. Wir

Bernhard Bramlage

(Landrat des Landkreises

Leer) und Heinz Feldmann

(Vorstandsvorsitzender)


haben uns bewusst darauf eingelassen,

nicht mit einem geschlossenen Nutzungskonzept

zu beginnen. Die ersten

Erfahrungen haben wir gesammelt mit

einer Veranstaltung „Musik im Park“, die

wir heute noch jährlich machen. In 2009

haben wir einmal ausgesetzt, da drohte

eine Kollision mit dem Kleinen Fest. Das

ist eine Veranstaltung, bei der Künstlerinnen

und Künstler, auch Schülerinnen

und Schüler aus der Musikschule, hier in

verschiedenen Bereichen im Park Musik

machen. Das ist sozusagen ein Open-Air-

Konzert der leisen Töne. Die Besucher

gehen durch den Park über einen guten

halben Tag hinweg, können zwischendurch

miteinander sprechen, können

sich treffen und an unterschiedlichen

Stellen im Park Musik hören – klassische

Musik in der Regel. Das hat sich von

wenigen Hundert Besuchern im ersten

Jahr entwickelt bis zu Tausend. Zuletzt

waren wir etwa 3.000, die dann im Laufe

eines ganzen Tages gekommen sind. Wir

haben festgestellt, dass diese Verbindung

von Musik im Park eine ist, die für

den Park gut ist, die für die Musik und die

Besucher gut ist.

Wieso haben Sie sich als Sparkasse,

Herr Feldmann, spontan bereit erklärt,

sich bei diesem Kleinen Fest auf der

Evenburg zu beteiligen?

Feldmann: Ja, es war wirklich spontan.

Anders als bei vielen anderen Dingen,

die wir als Sparkasse sponsern, ist das

Kleine Fest eine Einrichtung, die nicht

nur lokal oder regional, sondern überregional

Bedeutung hat. Es ist eigentlich

sogar ein Stück Internationalität, die hier

in Leer gezeigt wurde. Und zur Motiva-

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

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tion: Wir fördern ja sehr viele kulturelle

Veranstaltungen, zum Beispiel in der

Denkmalpflege oder Jugendarbeit.

Dieses Kleine Fest hat insofern eine

weite Dimension, weil es überregional

wichtig ist. Und neben unserem Sponsoring

ist das Thema Wirtschaftsförderung

in der Region ja ein ganz besonderes

Anliegen. Und gerade eine Region, die

wirtschaftlich prosperiert, die dynamisch

ist, die muss auch eine entsprechend

intakte Kulturlandschaft haben. Und das

andere ist eben ein kleines Stückchen

Leidenschaft, denn wenn man diesen

Park hier sieht, dieses Ensemble, dann

ist es sicherlich auch gut, dieses Ensemble

auch über Leer, über den Landkreis

Leer, über unser Geschäftsgebiet hinaus

bekannt zu machen.

Zu diesem Zweck hat die Sparkasse ja

auch die Kulturstiftung gegründet, die

das ganze in Bahnen lenken soll.

Feldmann: So ist es. Sie hat die Aufgabe,

solche Dinge auch als solche zu fördern

und zu begleiten.

Herr Bramlage, eine Sparkasse als Partner

an der Seite solcher Ideen: Welche

Bedeutung hat die Sparkasse

LeerWittmund für diese Form gesellschaftlicher

Verantwortung in der

Region?

Bramlage: Wir haben in den ganzen

letzten Jahren mit der Sparkasse einen

sehr verlässlichen und vor allen Dingen

auch sehr aufgeschlossenen Partner

gehabt. Wir haben uns durchaus auch

auf das eine oder andere Experiment

eingelassen, was aber bisher in jedem

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Als Sparkasse haben wir die Verantwortung,

dass wir die Zukunft gemeinsam gestalten.“

Falle funktioniert hat. Wir machen

zum Beispiel auch gemeinsam jetzt

schon zum vierten Jahr die Reihe der

Schlosskonzerte, hier in der Evenburg.

Und diese Schlosskonzerte, gerade mit

ihrer intimen Atmosphäre mit 70 bis 80

Zuhörerplätzen, haben einfach ihren

ganz besonderen Reiz. Inzwischen hat

die Bremer Kammerphilharmonie auch

diesen Veranstaltungsort entdeckt und

sie ist jetzt regelmäßig hier. Dass das so

ist, hat uns die Sparkasse von Anfang an

ermöglicht. Wir haben auch das Glück,

dass wir es im Vorstand der Sparkasse

im kulturellen Bereich mit einer großen

Bandbreite an kulturellen Interessen zu

tun haben.

Kann man sagen, dass dieses Engagement

Teil der gesellschaftlichen

und sozialen Verantwortung ist, Herr

Feldmann, die die Sparkasse für die

Region übernimmt? Insoweit ist das ja

durchaus auch eine politische Verantwortung,

die Sie da wahrnehmen.

Daran anschließend die Frage: Welche

Form des sozialen Engagements ist für

Ihr Haus unerlässlich?

Feldmann: Wir sind in dieser Region verwurzelt.

Unser Geschäftsgebiet sind die

beiden Landkreise Leer und Wittmund

und deshalb haben wir sicherlich auch

die Aufgabe, unser Geld nicht in Amerika

zu verdienen, sondern eben in unseren

beiden Landkreisen. Und dazu gehört

natürlich, dass wir das Kreditgeschäft

vernünftig betreiben, für die Entwicklung

des Mittelstands, Existenzgründungen

vorantreiben. Das andere ist die Frage,

wie lebenswert die Gesellschaft hier ist.

Und da ist ein Stück Verantwortung, die

wir als Sparkasse haben, die Tradition,

dass wir die Zukunft gemeinsam gestalten.

Insbesondere unterstützen wir auch

das Ehrenamt sehr. Wir können sicherlich

hier und da das Geld zur Verfügung stellen,

aber es ist dann auch wichtig: was

wird daraus gemacht? Wie nachhaltig ist

das für die Zukunft, was unsere Landkreise

lebenswert macht?

Ist diese Form des Sponsoring Teil der

Geschäftsstrategie? Oder folgen Sie

dem, was seitens der Politik, seitens

der Gesellschaft, seitens der Kommunen

an Sie herangetragen wird?

Feldmann: Sowohl als auch. Wir reagieren

sicherlich auf Anfragen, sei es im

kulturellen Bereich, sei es im sportlichen

Bereich, sei es bei Jugendarbeit. Wir

schauen auch, weil wir ein Geschäftsgebiet

haben mit einer Nord-Süd-Ausdehnung

von 100 Kilometern, dass wir beide

Landkreise entsprechend versorgen.

Aber es ist auch wichtig, das Kleine Fest,

was eben so überregional ist, zu unterstützen.

Das ist weniger politisch, sondern

orientiert sich mehr gesellschaftlich

und danach, was nachhaltig, schützenswert,

lebenswert und liebenswert ist an

unserer Heimat.

Herr Bramlage, 2010 findet das Kleine

Fest wieder statt. Wann findet es statt

und kann man schon etwas verraten,

was uns in diesem Jahr dort erwarten

könnte?

Bramlage: Das Kleine Fest war ja im

ersten Jahr 2009 ein Super-Erfolg, man

kann es nicht anders sagen. Wir haben

uns relativ frühzeitig mit der Sparkasse


in Verbindung gesetzt und wir haben

nach ziemlich kurzer Zeit die finanziellen

Voraussetzungen schaffen können. Und

jetzt gibt es eine zweite Auflage des Kleinen

Festes am 21. August 2010, und wir

sind sicher dass es wieder eine überaus

große Nachfrage geben wird.

Soziales Engagement der Sparkasse LeerWittmund

Seit vielen Jahren engagiert sich die

Sparkasse LeerWittmund in erheblichem

Umfang für die Bürgerinnen und Bürger

in ihrem Geschäftsgebiet – den Landkreisen

Leer und Wittmund. Die etablierten

Stiftungen „Sparkassen-Sozialstiftung

im Landkreis Leer“ und die „Sparkassenstiftung

Harlingerland“ sind bereits

Gesamtförderung für gemeinnützige Zwecke

im Jahr 2009

Gesamt

Stiftungen

126.720,00 EUR 126.720,00 EUR

545.153,97 EUR 545.153,97 EUR

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Herr Feldmann, Sie sind in diesem Jahr

auch wieder vor Ort mit dabei?

Feldmann: Selbstverständlich, mit den

Familien und unseren Kunden. Sehr viele,

die hier in Leer wohnen, waren beim

Kleinen Fest das erste Mal in diesem Park

und haben gesagt: Mensch, das ist ja

schön.

vor der Fusion gegründet worden und

leisten seitdem hilfreiche Dienste. Die

im Jahr 2008 gegründete „Sparkassen-

Kulturstiftung LeerWittmund“ dient der

Förderung und Unterstützung von Kultur,

Kunst, Wissenschaft und Denkmalpflege

in den beiden Landkreisen.

Auszahlungsbeträge der Stiftungen

im Jahr 2009

Sparkassenstiftung Harlingerland

Sozialstiftung im Landkreis Leer

Sparkassenkulturstiftung LeerWittmund

17.000,00 EUR17.000,00

EUR

40.805,00 EUR40.805,00

EUR

68.915,00 EUR68.915,00

EUR

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Gute Ergebnisse erzielen – und fair bleiben

Warum war 2009 ein gutes Jahr für Sie,

Frau Gellmers?

Zunächst einmal muss ich betonen,

dass ich nicht Vollzeit bei der Sparkasse

beschäftigt bin, sondern an vier Tagen

20 Stunden für die Kunden da bin. Dafür

arbeite ich absolut flexibel. Meine Kunden

wohnen nicht nur in der Region, so

besuchen mich zum Beispiel Kunden aus

Köln oder auch aus Kiel. Dann ist es aber

auch egal, ob es morgens oder abends

um acht oder am Sonnabend ist. Bei diesen

Kunden handelt es sich um Kunden

mit einem Großengagement ab 300.000

Euro. Mein Hauptgebiet ist dabei die

Fremdwährungsfinanzierung. In diesen

Bereichen ist immer noch Geld vorhanden,

somit kann ich also nicht klagen.

Und wie wollen Sie diese Erfolgsgeschichte

im Jahr 2010 fortschreiben?

Mit Vertrauen. Ich bin am liebsten im

Kundengespräch. Aufgrund der langjährigen

Kundenbindung ist da eine große

Vertrauensbasis gewachsen. Natürlich

möchte ich gute Ergebnisse erzielen,

dabei aber immer fair bleiben. So muss

man auch mal ehrlich fragen: Kunde,

kannst Du den Kapitaldienst auch wirklich

bedienen? Natürlich kann man sehr

viel verkaufen. Aber meistens weiß man

aus Erfahrung, was der Kunde wirklich

braucht oder eben nicht braucht.

Ist das eine besonders ehrliche, offene,

direkte Art der Zusammenarbeit oder

würde jeder so agieren wie Sie?

Elke Gellmers

(Firmenkundenberaterin)


Das ist bei uns in Ostfriesland so. Ich

brauche auch nicht immer alles sofort

schriftlich, manchmal reichen auch telefonische

Vorabsprachen, wenn ich den

Kunden gut kenne.

Wofür brauchen Ihre Kunden diese

Kredite denn in der Regel?

Meine Kunden befassen sich viel mit Vermietung

und Verpachtung. Hier gibt es

eben schon Häuser, die um die 300.000

Euro kosten, und dann ist da auch Eigenkapital

dabei. Manche dieser Kunden

betreue ich schon seit zwölf Jahren.

Woran erinnern Sie sich denn im Geschäftsjahr

2009 besonders gern?

Auf Einladung einer Reederei war ich zu

Gast beim jährlichen Nautischen Essen

in Emden, als eine von sechs Damen bei

380 Herren. Durch meine guten Beziehungen

zu meinen Kunden profitiere ich

häufig von Empfehlungen, die diese aussprechen.

Dadurch entstehen wiederum

neue Kontakte.

Wie ist es überhaupt, sich als Frau in

einer Männerdomäne zu behaupten?

Ich kann damit gut umgehen. Es ist aber

manchmal nicht so einfach. Das Vertrauen

muss man sich eben erarbeiten. Mit

meinen männlichen Kollegen komme ich

gut zu Recht. Wir kennen uns hier aber

auch schon sehr lange, wir sind ein gutes

Team. Die Mitarbeiter des Firmenkundenzentrums

sitzen hier alle auf einem

Flur, das ist auch für die Kunden sehr gut,

weil man immer gemeinsam an Fällen

arbeiten kann.

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Im Vertrieb

muss man sich Vertrauen

erst einmal erarbeiten.“

Würden Sie sagen, dass eine Frau

Finanzprodukte anders verkauft als ein

Mann?

Das kann ich schlecht einschätzen.

Dazu muss man aber eines wissen:

viele Frauen finden meine Tätigkeit

zunächst interessant. Aber wenn ich

dann beschreibe, mit welcher Belastung

ich hochflexibel umgehen muss, sind

manche doch erstaunt. Schließlich muss

ich auch Verantwortung für meine Fälle

übernehmen. Damit tun sich einige

sehr schwer, für einen Kredit in Höhe

von 300.000 Euro zu unterschreiben.

Ich gehe da aber meinen geraden Weg.

Wenn das mal bei einem Kunden eng

wird, sage ich das auch. Anders geht es

nicht. Ich kann nur gut betreuen, wenn

ich Klartext rede. Scheidungsfälle sind

auch immer besonders schwierig. Ich

habe schon viel erlebt, ich bin ja auch

schon seit 25 Jahren bei der Sparkasse

und das immer noch gern. Obwohl es

auch einige Veränderungen gegeben hat.

Welche denn?

Seit der Fusion betreue ich sehr viele

Kunden und es werden immer mehr.

Die alten Kundenbeziehungen muss

ich daher manchmal aufgeben. Das ist

für die Kunden nicht immer schön, aber

das muss schon mal sein, sonst geht es

nicht. Bei einigen Großbanken ist der

Kunde ja nur eine Nummer. Wir sehen

aber immer den Menschen dahinter.

Daher spreche ich auch in solchen Fällen

mit dem Kunden persönlich und versuche

eine Lösung in seinem Sinne zu

finden.

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Wie kommen Sie denn mit dem besonderen

Umfeld der Reedereiwirtschaft

klar?

Ganz normal. Inzwischen kennen die

mich ja auch alle. Allerdings ist es auch

manchmal schwierig in dieser Männerwelt.

So bin ich einmal zu einer Schiffstaufe

einer holländischen Reederei

eingeladen worden. Außer mir wären da

sonst aber nur Männer gewesen. Da bin

ich dann doch nicht hingegangen, vielleicht

hätte ich das mal machen sollen.

Wie gehen Sie in Ihre Kundengespräche?

Was ist denn Ihr Erfolgsgeheimnis

im Umgang mit solchen

Gesprächen?

Ich habe alle zwei Wochen Neukundengespräche.

Was immer zählt ist Ehrlichkeit.

Das gilt aber auch von Seiten des

Kunden: sagt der mir auch alles? Beim

Überschreiten der 300.000 Euro-Kreditgrenze

muss er mir auch ausführliche

Informationen geben. Je offener man

mit dem Kunden kommuniziert, desto

besser läuft das auch. Ich frage auch viel.

Und es ist wichtig, dass der Berater die

Gelegenheit hat, den Kunden langfristig

zu betreuen.

Welche Bedeutung haben die Verbundpartner

der S­Finanzgruppe für Ihre

tägliche Arbeit?

Unsere Verbundpartner VGH, LBS,

Deka und die OF sind für mich wichtige

Partner. Nicht selten kommt es vor, dass

ich zum Beispiel gemeinsam mit einem

Versicherungsspezialisten ein Kundengespräch

führe.

Was kann denn ein Kunde von Ihnen

erwarten?

Ich beantworte jede E-Mail noch am selben

Tag, obwohl ich nur Teilzeit arbeite.

Und natürlich Ehrlichkeit. In seltenen

Fällen rufen mich Kunden auch zuhause

an, das macht aber nichts. Das ist wohl

einfach meine Zuverlässigkeit.

Das sind schöne Begrifflichkeiten, die

Sie für Ihre Arbeit gefunden haben.

Welche Begrifflichkeiten kommen

Ihnen denn beim Gedanken an die

Sparkasse insgesamt in den Sinn?

Das Gleiche:

Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit.


Nach der Abwrackprämie:

Autokauf solide finanziert

Wie zufrieden sind Sie mit dem Geschäftsjahr

2009, Herr Schmidt?

2009 war für uns ein gutes Jahr. Natürlich

hatten wir es 2009 mit der

Wirtschaftskrise zu tun. Die Kunden

haben uns gerade auch in der Krisenzeit

Vertrauen entgegengebracht. Wir hatten

vermehrt Kreditgespräche, in denen ich

das Gefühl hatte, die Kunden vertrauen

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

uns und sind mit unserer Beratungsleistung

zufrieden. Vor allem da es bei

vielen Gesprächen weniger um Autokauf

ging, als um die Aussage: Wir brauchen

jetzt die Hilfe der Sparkasse. Und da wir

oft helfen konnten, war 2009 unter dem

Strich für meinen Bereich ein gutes Jahr

und für 2010 zeichnet sich das ebenfalls

ab.

Michael Schmidt

(Kundenberater)

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Die Kunden fragen stärker Beratung

nach und die geht bei uns weiter

als woanders.“

Wer ist der typische Autofinanzierer?

Der Familienvater, der einen Kombi

braucht, oder der junge Käufer eines

tiefer gelegten Sportwagens?

Das kann man nicht an einem Typ

festmachen. Die Kernzielgruppe ist

allerdings eher die Familie, die einen

größeren Wagen braucht. Oder auch mal

der ältere Mensch, der sich noch mal verbessern

möchte. Im Prinzip ist da alles

dabei. Unsere Zielgruppe ist sehr breit

aufgestellt. Natürlich ist da auch der

Youngster dabei, der mit 19 meint: Jetzt

muss ich mal loslegen.

Bekommt der auch einen Kredit?

Wenn wir den finanziellen Hintergrund

kennen, zum Beispiel auch die Kredithistorie

des Kunden und der Eltern, und da

alles in Ordnung ist, könnte das funktionieren.

Also ist die Sparkasse wieder stärker

ins Autofinanzierungsgeschäft zurückgekehrt?

Ja, während das Geschäft früher von den

hauseigenen Banken der Autohersteller

dominiert wurde, hat sich das in den

letzten anderthalb Jahren gewandelt. Die

Kunden fragen stärker Beratung nach,

und die geht bei uns eben weiter als

woanders. Viele sind ja geradezu überrascht,

dass man einen Autokredit auch

gegen Arbeitslosigkeit versichern kann.

Welche Marke stellt denn in Ihrem

Bereich der Autofinanzierung das Auto

des Jahres 2009?

Querbeet. Was relativ wenig ging, waren

japanische Modelle. Stark nachgefragt

waren auch hochwertige Modelle. Ansonsten

gab es kaum Präferenzen, auch

nicht zum deutschen Auto allgemein.

Welchen Einfluss hatte die Abwrackprämie?

Zu Beginn haben sich manche dadurch

eher noch einen kleinen Wagen gekauft.

Später hat das zu Käufen auch bei

größeren Modellen und Finanzierungen

zwischen 8.000 und 15.000 Euro geführt.

Auch da waren wir breit aufgestellt.

Wie wichtig ist das Thema Autofinanzierung

für die Sparkasse insgesamt?

Wir haben das Thema wieder neu für

uns entdeckt. Während dieser Markt in

den letzten Jahrzehnten für uns nicht im

Fokus stand, haben die Autohäuser mit

dem Auto auch gleich den eigenen Kredit

verkauft. Der Preisvergleich blieb dabei

häufig auf der Strecke, anders als es zum

Beispiel bei der Baufinanzierung üblich

wäre. Im Grundsatz gilt: wer den Kfz-Brief

hat, hat den Kredit. In Zukunft wollen wir

uns da wieder stärker engagieren, denn

wer über Autofinanzierung sprechen

möchte, hat vielleicht auch weiteren

Beratungsbedarf.

Also ist die Autofinanzierung der

Einstieg in das Gespräch über andere

Produkte?

Ja, das ist ein hervorragendes Thema für

Cross-Selling. Geht es um Autokauf, geht

es auch um Kontoführung und anderes.


Welche Attribute würden Sie der Sparkasse

LeerWittmund verleihen?

Das ist relativ leicht: solide, offen,

freundlich und kundennah. Unser Kunde

weiß, dass wir es ehrlich mit ihm meinen,

gerade wenn wir in seinem Interesse

auch mal nein sagen müssen. Wir verstehen

uns nicht als Verkäufer, sondern als

Berater mit Verkaufszielen.

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Bei Immobilienfinanzierungen

geht Sicherheit vor

Wie zufrieden kann man mit dem

Immobiliengeschäft 2009 sein,

Herr Fastenau?

Wir sind im Bereich der Immobilienvermittlung

sehr zufrieden mit dem

Geschäftsjahr 2009. Die Befürchtung,

dass sich die Finanzmarktkrise auch auf

diesen Markt negativ auswirkt, hat sich

nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: wir

verzeichnen eine sehr positive Entwicklung.

Es ist festzustellen, dass im

abgelaufenen Jahr das Thema Sicherheit

bei unseren Kunden sehr wichtig war.

Dies konnte man sowohl am Goldpreis,

aber eben auch an den Immobilienpreisen

feststellen. Letztlich hat sich alles,

was man anfassen kann und werthaltig

ist, positiv entwickelt. Unser Problem

war eher, den Markt überhaupt noch

befriedigen zu können. Uns fehlen die

passenden Objekte, um die Wünsche

des Marktes komplett abdecken zu

können. So mangelt es zum Beispiel an

Angeboten für solvente Kunden aus dem

Ruhrgebiet im Bereich der freistehenden

Einfamilienhäuser.

Frank Fastenau

(Vorstandsvertreter und

Bereichsleiter Vertrieb

und Kommunikation)


„Wir und unsere Produkte

müssen in unsere Landschaft

und zu unseren Kunden passen.“

Wodurch zeichnet sich das vergangene

Jahr Ihrer Ansicht nach besonders aus?

Zweierlei: dass wir im Bereich der höherwertigen

Immobilien ziemlich schnell

ausverkauft waren, hat uns überrascht.

Zum anderen: Bei den Ferienimmobilien

haben wir es mit deutlichen Veränderungen

zu tun. Es waren viele Objekte

am Markt, es gab aber auch sehr viele

Interessenten.

Sind die Immobilien somit zu den

tragenden Säulen der Sparkasse

LeerWittmund geworden?

Das ist sehr vielschichtig. Erstens ist der

Immobilienmarkt im Neukundengeschäft

ganz wichtig. Da wir ein Zuzugsgebiet

sind, haben wir damit immer große

Chancen, sofern wir die entsprechenden

Objekte liefern können. Der zweite

wichtige Punkt für uns ist, dass wir damit

weiteres Geschäft generieren können,

zum Beispiel Kredite, Darlehen und

Versicherungen. Das ist uns im vergangenen

Jahr auch sehr gut gelungen.

Wir verzeichnen ein positives Wachstum,

an dem natürlich auch der Wohnungsbaubereich

seinen Anteil hat. Allerdings

entwickelte sich auf der anderen Seite

der Wohnungsneubau im Gegensatz

dazu eher schlecht.

Woran liegt das?

Ich habe das Gefühl, dass zurzeit derjenige,

der es sich leisten kann, lieber

Immobilien kauft, statt den Aufwand auf

sich zu nehmen, neu zu bauen.

Wird dieser Trend anhalten?

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Das hoffen wir nicht. Jede städtebauliche

Entwicklung benötigt Neubaugebiete.

Nur damit kann man auch neue Standorte

entwickeln. Es gibt bei uns auch

einige Neubaugebiete im Angebot, zum

Beispiel in Friedeburg, aber im Moment

stockt die Nachfrage etwas. Zur Zeit

erscheint ein Neubau vielen Menschen

zu aufwendig zu sein. Ein Kauf einer Gebrauchtimmobilie

ist somit für viele die

erstrebenswertere Lösung.

Mit welchem Begriff verbinden Sie die

Sparkasse LeerWittmund am ehesten?

Wir sind im positiven Sinne langweilig.

Ich glaube, das trifft es ganz gut. Sicher,

seriös und vertrauensvoll die Bedürfnisse

des Kunden aufzunehmen, ihn zu

unterstützen in seinen persönlichen Lebenslagen

und gemeinsam zu meistern.

Riskante Optionsgeschäfte mögen für einige

Kreditinstitute vor ein paar Monaten

spannend und attraktiv gewesen sein,

wir waren zu dieser Zeit lieber langweilig

in unserer vertrieblichen Ausrichtung.

Das Ergebnis kennen wir ja alle. Wir und

unsere Produkte müssen in unsere Landschaft

und zu unseren Kunden passen.

Deswegen ist der Begriff langweilig in

diesem Sinne gar nicht negativ, sondern

steht für Kontinuität, Zuverlässigkeit und

Sicherheit.

Ist das auch Teil Ihrer Geschäftsstrategie

oder hat sich das aus Tradition so

entwickelt?

Ja, wir wollen wirklich so sein: Echt, wie

die Menschen hier. Wir wollen vor Ort tätig

sein, wo wir Menschen und Gegenden

kennen und wir wollen das tun, von

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

dem wir glauben, dass die Menschen es

brauchen. Natürlich darf man dabei seine

Innovationsfähigkeit nicht vernachlässigen.

Insbesondere den Bereichen

Tourismus oder maritime Wirtschaft

wollen wir uns nicht verschließen und

müssen marktkonform arbeiten. Und das

schaffen wir auch sehr gut und laufend

besser.

Welche Bedeutung hat die Sparkasse

LeerWittmund für die Region insgesamt?

Wir zählen zu den mittleren Sparkassen.

In Niedersachsen haben wir aufgrund

verschiedener Projekte für unseren

Sparkassenverband durchaus den Ruf,

besonders innovationsfreudig zu sein. In

Ostfriesland sind wir die größte Sparkasse

und damit auch stets der Wettbewerber,

den alle anderen zuerst im Visier

haben.

Wie lässt sich denn der Immobilienmarkt

in Leer und Wittmund mit anderen

Regionen vergleichen?

Ich sehe die Entwicklung hier durchaus

positiv, besonders in Leer. Einschlägige

Studien belegen, dass beide Landkreise

wachsen werden. Häufig geht es dabei

um Senioren, die sich hier zur Ruhe

setzen wollen und ihr entsprechendes

Vermögen mitbringen. In Ostfriesland

gilt ohnehin, dass irgendwann jeder sein

kleines Häuschen anstrebt. Eigenheim

hat in Ostfriesland einen sehr hohen

Stellenwert.

Welches Qualitätsversprechen können

Sie jemandem geben, der bei Ihnen

eine Immobilie finanzieren möchte?

Die individuelle ganzheitliche Beratung

im Rahmen des S-Finanzkonzeptes.

Diese ist auf die persönlichen Bedürfnisse

des Kunden zielorientiert ausgerichtet.

Dabei steht der Eigenheimwunsch

natürlich, neben vielen anderen

Aspekten, im Vordergrund. Durch eine

frühzeitige zielgerichtete Strategie

können so alle staatlichen Förderungsmöglichkeiten

bereits in jungen Jahren

berücksichtigt werden, später steht die

Altersvorsorge im Fokus. Also ist die individuelle

Beratung für uns unerlässlich.

Bei uns ist keine Baufinanzierung wie die

andere.

Wenn es im Prinzip jeder Ostfriese zum

Eigenheim bringt, hat die Sparkasse

ihren gehörigen Anteil daran?

Ja, oftmals gelingt es uns, den Weg

frühzeitig zu bereiten. Gemäß unserer

Satzung verstehen wir uns als Partner

der Menschen in der Region. Diesen

Auftrag nehmen wir gerne wahr und wir

merken am Ende eines jeden Jahres,

dass auch unsere Kunden dieses wahrnehmen.

Somit sind wir für viele auch

erster Ansprechpartner, wenn es um die

Finanzierung in Sachen Eigenheim geht.


Eigenheimfinanzierung

als Kerngeschäft einer Sparkasse

Wie ist Ihre persönliche Bilanz beim

Geschäftsjahr 2009, Herr Mohwinkel?

Als Baufinanzierer bin ich sehr zufrieden.

Das Jahr ist aus heutiger Sicht mit recht

hohen Zinssätzen gestartet. Das hat sich

im Finanzierungsgeschäft auch in den

Zahlen niedergeschlagen, wie man sich

zum Beispiel bei einem Neubau um die

250.000 Euro vorstellen kann. Zum Jahresende

lag das Zinsniveau wieder etwa

1,5 Prozentpunkte niedriger, so dass

Herbst und Rest des Jahres zufrieden

stellend gelaufen sind.

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Wie würden Sie denn ein solch differenziertes

Geschäftsjahr charakterisieren?

Wenn ich mal die weltweite Bankenkrise

ausblende, die ja auch nicht meine

Baustelle ist, dann habe ich als Baufinanzierer

eher von dieser Situation profitiert.

Das Zinsniveau, das Sie momentan

vorfinden, spiegelt eigentlich nicht die

wirtschaftliche Lage wider. Durch die

weltweite Intervention der Notenbanken

wurde so viel Geld in den Markt gepumpt,

so dass das Zinsniveau das wir

haben, künstlich niedrig gehalten wird.

Wer in dem Bereich, für den ich verant-

Andre Mohwinkel

(Baufinanzierungsberater)

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Der Kunde, der von uns beraten wird,

bekommt Qualität. Darauf bauen wir.“

wortlich bin, etwas machen möchte, für

den ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Legt

man zugrunde, dass die meisten staatlichen

Förderungen der Vergangenheit

angehören, aber auch die neu hinzugekommene

Wohn-Riester-Förderung, ist

die Situation aktuell recht gut.

Glauben Sie, dass diese positive Entwicklung

anhält?

Doch, da bin ich eigentlich optimistisch.

Welchen Anteil am Gesamterfolg würden

Sie dem Themenkomplex Immobilienfinanzierung

zuschreiben?

Da hat man natürlich eine persönliche

Sichtweise, so dass man dazu neigt,

seinen Bereich als wichtig zu erachten.

Trotzdem sehe ich es so, dass wir es als

Gesamtbank bei der Immobilienfinanzierung

mit einem Geschäftsbereich zu

tun haben, den man nicht mit anderen

vergleichen kann. Ein Baufinanzierer ist

nicht kurzfristig tätig. Solche Geschäfte

können bis zu 30 Jahre laufen. Das, was

ich mache, führt zu einer Kundenbindung,

die von Dauer ist. Das ist schon

Kerngeschäft einer Sparkasse.

Mit welcher vertrieblichen oder inhaltlichen

Strategie sind Sie in das Jahr

2010 gegangen?

Ich betrachte den Markt und stelle fest,

dass er sich sehr gewandelt hat. Die

klassische Neubaufinanzierung ist nicht

mehr in dem Maße vertreten wie in der

Vergangenheit, trotz des niedrigen

Zinsniveaus. In unserer Region haben wir

immer noch ein niedriges Kostenniveau,

so dass staatliche Förderungen mehr

ausgemacht haben als anderswo, wenn

ich da an die Eigenheimzulage denke.

Für mich heißt das, die Zukunft liegt

eher zum Beispiel in der energetischen

Sanierung.

Warum kommt jemand, der eine Modernisierung

finanziert haben möchte,

zur Sparkasse statt zu einer anderen

Bank?

Wir beraten intensiv auch aufwändige

staatliche Programme wie das KfW-Darlehen.

Der Kunde, der von uns beraten

wird, bekommt nicht zuletzt dadurch

Qualität. Darauf bauen wir auch.

Heißt intensive Beratung automatisch

Qualität?

Das ist als Präsenzbank unser Hauptargument.

Natürlich kann ich mir im

Internet Angebote von Direktbanken

einholen. Aber da gibt es keine Beratung.

Man muss ja auch schauen, was für den

Kunden machbar ist.

Ist also Ihr direkter Wettbewerber eher

die Internetbank oder eher eine andere

Präsenzbank am Platz?

Der Markt hat sich da gewandelt. Früher

waren es mehr die anderen Präsenzbanken.

Zunehmend sind es doch die

Internetbanken oder Banken von Autoherstellern.

Wie gehen Sie mit dieser Konkurrenz

um, das heißt, wie bringen Sie jemandem

Ihre Argumente nahe, der sich

schon im Internet umgeschaut hat?


Indem ich hinterfrage, was ihm persönlich

wichtig ist. Wenn er wirklich nur auf

den niedrigen Zinssatz schielt, muss

man ihn auch auf die Kosten aufmerksam

machen. Das kann das Internet so nicht

liefern.

Wie unterscheidet sich Haus­, Wohnungs­

oder Modernisierungsfinanzierung

in Leer oder Wittmund von

anderen Regionen?

Durch das Preisniveau, das naturgemäß

an ein niedrigeres Lohnniveau gekoppelt

ist. Historisch ist das hier zudem so, dass

sich hier mehr als anderswo Kunden

bemühen, sich ein Eigenheim zu schaffen.

Werden zum Beispiel Soldaten der

Bundeswehr aus Nordrhein-Westfalen

hierher versetzt, bekommen die hier ein

Grundstück mit fertigem Haus für einen

Preis, für den man in Köln noch nicht mal

das Grundstück bekäme.

Ist das der klassische Eigenheimfinanzierer?

Nein, nicht unbedingt. Klassisch ist eher

der Angestellte im öffentlichen Dienst

oder auch der Facharbeiter der Meyer-

Werft, der sich auf Sicht ein Häuschen

aufzubauen bemüht ist. Das ist ja auch

ein Baustein der Altersvorsorge.

Bislang war der typische Einstieg in

eine Baufinanzierung das bekannte

Bausparen. Der Markt ist im Wandel

– wo bleibt der früher so beliebte Bausparvertrag

dabei?

Durch die gesetzlichen Änderungen in

2009, also die Einbindung einer Renten-

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

förderung wie dem Wohn-Riester, wird

der Bausparvertrag wieder aufgewertet,

gerade weil er zur Altersvorsorge

beiträgt. Die Bausparkassen, wie zum

Beispiel unser Verbundpartner LBS Nord,

sehen das wie wir: vor dem Hintergrund

der historisch niedrigen Zinssätze ist

das eine Möglichkeit, sich durch Einbindung

eines Bausparvertrages auf Dauer

niedrige Zinsen zu sichern, auch wenn

mit Markterholung die Zinsen wieder

steigen.

Wie sagen Sie es eigentlich jemandem,

wenn die Finanzierung nicht klappt?

Das hängt davon ab, warum es nicht

klappt. Es liegt an uns, dem Kunden kein

Luftschloss zu versprechen. Manchmal

ist es besser, Mieter ohne Schulden zu

sein, als sich vielleicht zu übernehmen

und hinterher schlechter dazustehen als

vorher.

Einen Schritt zurückgetreten und einen

Blick auf die fusionierte Sparkasse geworfen:

mit welchem Begriff verbinden

Sie dieses Haus?

Kundennähe, die Präsenz vor Ort.

Das verbinde ich damit.

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Hans-Georg Fuhs

(Marktbereichsleiter Borkum)


Auf Borkum sind persönliche Betreuung

und Engagement das Wichtigste

Leiten Sie die schönste Geschäftsstelle

der Sparkasse LeerWittmund,

Herr Fuhs?

Sie soll zumindest die schönste werden,

weil wir im Herbst anfangen, die Sparkasse

komplett zu erneuern und neu

aufzubauen. Die Fassade außen und die

organisatorischen Abläufe innen werden

den heutigen Gegebenheiten angepasst.

Das Haus auf Borkum ist von 1979, da

besteht dringend Handlungsbedarf.

Wenn man auf einer Insel baut, nimmt

jeder Inselbewohner daran Anteil?

Viele Insulaner nehmen daran Anteil,

daraus ist sicherlich auch das Standing

der Sparkasse auf Borkum erkennbar. Es

gibt sehr viel konstruktive Kritik.

Nehmen auch die prominenten Inselgäste

Anteil? Und werden die dann

auch Sparkassenkunden?

Durchaus. Auch prominente Kunden

nehmen unsere Dienstleistungen am

Schalter in Anspruch. Das, was ab und an

irritiert, sind die Bodyguards und die erhöhte

Polizeipräsenz. Die wirkt sich auch

auf das tägliche Leben aus. Wenn Sie

als Fahrradfahrer kein Rücklicht haben,

werden Sie gleich angehalten. Vor Jahren

hatten wir auf der Insel 10 Polizisten,

auf Grund erhöhter Prominenz sind es

inzwischen 18 und zusätzlich diverse

Saisonaushilfen, die regelmäßig Streife

fahren. Positiv für Borkum sind natürlich

die Zeitungsartikel in großen Zeitungen

und Fernsehberichte über unsere prominenten

Gäste, was der Insel enorme

Reklamekosten erspart.

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Sind Sie selbst denn gebürtiger Borkumer?

Ja, ich bin auf der Insel geboren, habe

meine schulische Ausbildung im Internat

absolviert, danach meine Ausbildung

bei der Sparkasse auf Borkum gemacht

und bin dann nach Süddeutschland zur

Sparkasse Ludwigshafen am Rhein gegangen.

Hier boten sich mir interessante

Weiterbildungsmöglichkeiten. Einige

Zeit später wurde mir dann die Position

als stellvertretender Geschäftsstellenleiter

auf Borkum angeboten. Ich habe

die Stelle angenommen und wurde dann

1993 Leiter der Sparkasse Borkum.

Muss man Borkumer sein, um auf Borkum

eine Sparkasse leiten zu können?

Grundsätzlich muss man das nicht, es

ist aber äußerst förderlich. Als Borkumer

hat man es doch weitaus leichter,

die Reserviertheit vieler Insulaner zu

überwinden, zumal man vielen, meistens

älteren Kunden, schon als Kind bekannt

war. Das schafft einen Vertrauensvorschuss.

Vielfach fragen Existenzgründer

und Unternehmer vor der Realisierung

von Projekten nach meiner Meinung. Dadurch

kennt man das Vorhaben und mit

einer solchen Unternehmensberatung

im Vorfeld ist zumeist auch das folgende

Finanzierungsgeschäft verbunden.

Wenn aber fast jeder auf Borkum Sie

kennt, ist es dann nicht manchmal

schwer, nein zu sagen?

Wenn eine Finanzierung strittig oder

unmöglich ist, bedeutet eine Absage

im Vorfeld durchaus einen Vorteil für

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

den Kunden. Er lässt sich nicht auf ein

unkalkulierbares Wagnis ein. Wenn

man das vernünftig rüberbringt, ist kein

Kunde verärgert. Auch im Passiv- und

Wertpapierbereich ist eine saubere

Beratung entscheidend. Viele Kunden,

die wegen eines marginalen Zinsvorteils

gewechselt haben, sind irgendwann

zurück gekommen. Als Sparkassenmann

auf einer Insel besteht die Schwierigkeit

eher darin, dass man keinen Feierabend

hat. Man ist sogar zuhause ständig in

Betrieb und erreichbar. Das ist durchaus

ein Wettbewerbsvorteil, kann aber auch

anstrengend sein. Wenn ich abends, am

Wochenende oder beim Bier von einem

Kunden angesprochen werde, der vor

hat, ein Haus zu bauen, ein Grundstück

zu erwerben, eine Wohnung zu kaufen,

einen Handwerksbetrieb zu eröffnen, ist

das für ihn vermutlich eine Entscheidung

fürs Leben. Für mich ist das allerdings

Alltagsarbeit.

Wie hart ist der Bankenwettbewerb auf

Borkum?

Stationär gibt es noch einige wenige

Banken. Wir haben es aber auch mit

vielen Direktbanken zu tun und mit

vielen Vertretern von Großbanken, Versicherungen

und Bausparkassen, die auf

die Insel kommen und versuchen, hier

Kunden zu werben.

Was ist Ihre Strategie in diesem Wettbewerb?

Persönliche Betreuung ist das Wichtigste.

Kenntnisse der insularen Gegebenheiten

und ein Engagement in allen

möglichen, auch sozialen Bereichen.

Unabdingbar ist die Mitgliedschaft in

diversen Vereinen und Gruppierungen.

Dabei lernt man viele Leute kennen und

es fällt leicht, ins Gespräch zu kommen.

Das sollte aber nicht nur für Borkum

gelten, sondern auch für alle Kolleginnen

und Kollegen auf dem Festland.

Welches gesellschaftliche Engagement

liegt Ihnen besonders am Herzen?

Einige. Ich engagiere mich zum Beispiel

bei den Lions auf Borkum, im Heimatverein,

beim Wassersportverein und auch

im Ortsverband der Deutschen Gesellschaft

zur Rettung Schiffsbrüchiger. Hier

bin ich freiwilliger Rettungsmann mit

regulärem Dienst auf dem Borkumer

Rettungskreuzer und im Ortsausschuss

als Mitglied tätig.

Viele Fachleute bewerten für das Jahr

2009 insbesondere den Tourismus als

krisenresistent. Nun ist Borkum eine

Tourismushochburg im Geschäftsgebiet

der Sparkasse LeerWittmund. Kann

man daraus ableiten, dass Sie mit dem

vergangenen Geschäftsjahr besonders

zufrieden sind?

Wir hatten eine gute Saison 2009, ein

Einbruch war nicht zu verzeichnen. Es

zeigt sich, dass gerade zu Krisenzeiten

die nationalen Urlaubsregionen und

insbesondere die Nordsee bevorzugt

werden. Das hat vielfältige Gründe, unter

anderem die Angst vor Terrorismus und

die damit verbundene Flugangst. Da ist

Borkum die richtige Alternative, zumal

unsere Insel die meisten Sonnenstunden

an der Küste vorweisen kann. Für viele

Kunden ist das eine risikolose Urlaubs-


egion mit Traumstränden. Wie die Übernachtungszahlen

sich in diesem Jahr

entwickeln, ist noch nicht absehbar.

Wo macht eigentlich jemand Urlaub,

der dort arbeitet, wo andere Urlaub

machen?

Bis auf einmal in Oberbayern am Wasser.

Die Borkumer mit schulpflichtigen Kindern

fahren üblicherweise im Herbst in

den Urlaub. Die Herbstferien sind zulasten

der Sommerferien um zwei Wochen

länger, da im Sommer ohnehin keiner

Zeit hat, in den Urlaub zu fahren. Die

letzten Urlaubsziele waren Griechenland,

Frankreich und Spanien. Für mich ist das

Wasser von enormer Bedeutung. Auf der

Promenade mit dem Fahrrad zur Arbeit

zu fahren und dabei auf die Nordsee zu

schauen verschafft mir eine andere innere

Einstellung als wenn ich zu meiner

Geschäftsstelle durch Staus oder mit der

Straßenbahn fahren müsste. Auf Borkum

kann ich höchstens mal eine Woche Urlaub

machen, da ich jederzeit erreichbar

und dann doch irgendwie im Dienst bin.

Abschalten ist dann nicht.

Wie positioniert sich eine Sparkasse

mit der Bezeichnung „LeerWittmund

auf einer so selbstbewussten Insel wie

Borkum?

Unser Problem ist, dass zwischen Borkum

und den beiden Landkreisen Leer

und Wittmund mit der Stadt Leer eine

bedeutende räumliche Distanz liegt

und sich dazwischen noch die kreisfreie

Stadt Emden befindet. Das führt dazu,

dass sich die wenigsten Leute darüber

Gedanken machen, wo wir eigentlich hin

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Die Besatzung des

Seenotrettungskreuzers

„Alfried Krupp“

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Es ist förderlich Borkumer zu sein,

um auf Borkum die Sparkasse

zu leiten.“

gehören. Leer als Einkaufsstadt ist zwar

nicht so weit weg, dennoch werden wir

landläufig eher als Sparkasse Borkum

bezeichnet. Wir kommen schon relativ

eigenständig rüber. Letztlich ist unsere

Eigenständigkeit zwangsläufig, da wir

zum Beispiel im Winter nur über zwei bis

drei Fährverbindungen am Tag zum Festland

verfügen. Die Insel liegt eben sehr

weit draußen in der Nordsee. Zwangsläufig

sind wir in vielen Dingen sehr

eigenständig und werden von unserer

Kundschaft auch so wahrgenommen. Mit

einem starken Partner wie der Sparkasse

LeerWittmund im Rücken ist das auch

gut so, da nicht jeder die Borkumer Problematik

erkennt.

Was meinen Sie mit Borkumer Problematik?

Das fängt mit dem Geldtransport an.

Aber auch das Kreditverhalten ist anders.

Im Winter stagnieren die Einnahmen

aus dem Tourismus. Auf dem Festland

ist eher die relativ gleichmäßige

Kontoführung normal, bei uns gibt es

die Durststrecke des Winters und der

Nebensaison. Hier muss man auch mal

die fettarmen Zeiten überstehen. Dafür

brummt es dann in der Saison. Es fallen

enorme Bargeldbeträge an, sowohl auf

der Einnahmen- als auch auf der Ausgabenseite

und hiermit verbunden eben

viel Arbeit. Auch die Immobilienpreise

sind weitaus höher als im Landkreis Leer

oder Wittmund. Finanzierungen sehen

hier anders aus. Für ein anständiges

Haus oder eine Wohnung mit Seeblick

kann man hier ohne Schwierigkeiten um

die 400.000 Euro ausgeben. Die Beurteilung

der Perspektive von Einzelhandels-

geschäften auf Borkum setzt langjährige

Erfahrungswerte voraus.

Unterscheidet sich denn die Sparkasse

Borkum von anderen Banken? Gibt es

etwas Borkumspezifisches?

Wir werden als eigenständige Bank auf

Borkum wahrgenommen. Es ist eine

unglaubliche Kundennähe da, denn ich

sehe meine Kunden zuweilen viermal

am Tag, allein schon wenn ich mit dem

Fahrrad durch die Gegend fahre. Und das,

obwohl wir über 5.500 Einwohner auf

Borkum haben. Das bedeutet für mich

jederzeitige Erreichbarkeit und Ansprache.

Das gleiche gilt selbstverständlich

für alle Bediensteten der Sparkasse Borkum,

denn keiner von uns fährt abends

mit dem Auto oder der Fähre weg, jeder

wohnt hier. Und das gerne.


Maritime Wirtschaft:

Partnerschaftlich durch die Krise

Wie stark ist die maritime Wirtschaft

am zweitgrößten Reedereistandort

Deutschlands von der weltweiten Finanzkrise

betroffen, Herr van Hoorn?

van Hoorn: Wir haben uns die einzelnen

Kreditengagements angesehen und

geprüft. Dabei konnten wir feststellen,

dass wir in diesen Portfolios auch auf

Grund fester Chartervereinbarungen eine

sehr gute Streuung und dadurch pro

Schiff auch ein eher geringes Kreditvolumen

haben. Wir sind dadurch von der

Krise relativ verschont geblieben. Ferner

haben wir frühzeitig reagiert. Besonders

betroffen ist die Containerschifffahrt, von

der wir jedoch nur ein Schiff finanziert

haben. Fast ausschließlich geht es bei

uns um Mehrzweckfrachter und Bulker,

da haben sich die Charterraten bereits

teilweise wieder erholt. Diese waren

allerdings zwischenzeitlich auch sehr

niedrig und wir sind immer noch nicht

auf dem Stand von 2008. Mit zeitweisen

Tilgungsstundungen konnten wir in der

maritimen Wirtschaft über die Runden

kommen. Im Vergleich zu anderen Banken

sind wir da sehr gut positioniert.

Spiegelt sich die Bedeutung der maritimen

Wirtschaft für die Region auch bei

der Sparkasse LeerWittmund wider?

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

van Hoorn: Bis vor sechs oder sieben

Jahren gab es noch relativ wenig

Berührungspunkte mit Reedereien.

Schiffe oder Reedereien selbst haben wir

eigentlich kaum finanziert. Im Umfeldbereich

hatten wir allerdings schon

Finanzierungen, wenn wir zum Beispiel

an Ausrüster der Meyer-Werft denken.

Indirekt gab es also schon Kontakte. Erst

2003 haben wir dann begonnen, direkt in

der maritimen Branche Kredite zur Verfügung

zu stellen und auch Schiffsfinanzierungen

darzustellen, zunächst jedoch im

kleineren Maßstab. Inzwischen hat das

Schiffsfinanzierungskreditgeschäft einen

recht bedeutsamen Anteil am Gesamtkreditportfolio

unserer Sparkasse.

Oetter: Wenn man in diesem Zusammenhang

von Krise spricht, muss man

differenzieren. Ja, es gibt eine Krise und

damit einen Rückgang der Charterraten.

Aber auch da muss man sich die

einzelnen Segmente anschauen. Es gab

sehr gute Zeiten, in denen es erhebliche

Vorwegzahlungen und Sondertilgungen

auf unsere Schiffsportfolios gab, das war

in anderen Branchen eher unüblich. Da

haben sich die Reeder sehr weitsichtig

gezeigt. Natürlich ist die Situation angespannt,

aber man muss das gelegentlich

auch relativieren. Hier läuft keiner

Claus van Hoorn

(Firmenkundenberater)

und Detlef Oetter

(Stellvertretender

Vorstandsvorsitzender)

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34

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Wir sind einen fortschrittlichen

Weg gegangen.“

kopflos durch die Gegend. Wir kennen

alle unsere Reedereikunden persönlich,

insofern können wir hier schon abgrenzen

zu anderen Bereichen.

Kann man dann trotz Krise von einem

zufriedenstellenden Geschäftsjahr in

diesem Marktsegment sprechen?

van Hoorn: Natürlich sind wir unzufrieden,

wenn wir nicht in allen Fällen unsere

volle Tilgung erhalten. Das führt auch

zu entsprechenden Gesprächen mit den

Kunden. Das schweißt dann allerdings

auch wieder zusammen. Wir haben in

allen Fällen vernünftige Regelungen

getroffen. Das gewährleistet das Überleben

des Schiffes. Ein Schiffszyklus

überdauert eine gewisse Zeit und wir

wissen, dass auch wieder bessere Zeiten

kommen. Dann können wir den Reedern

auch in diesen Zeiten guten Gewissens in

die Augen schauen.

Oetter: In der Ehe sprechen wir ja auch

von guten und von schlechten Zeiten.

Wir setzen in der maritimen Wirtschaft

ähnliche Instrumente ein wie bei einer

Hausfinanzierung, bei der wir es mit

Arbeitslosigkeit zu tun bekommen, also

Tilgungsaussetzung, Verlängerung,

Stundung.

Schifffahrt und Geldgeschäfte in Leer

und Wittmund: ist die Sparkasse da

inzwischen einer der ersten Ansprechpartner

oder ist das ein Feld im Aufbau?

Oetter: Dafür, dass wir in diesem Bereich

erst seit sechs Jahren am Markt sind

und erst kleinteilig begonnen haben, hat

sich das bis 2007/2008 gut entwickelt.

Unsere direkten Wettbewerber sind zum

Teil wesentlich länger in diesem Markt,

in einer größeren Region und selektieren

auch nicht so stark wie wir. Natürlich

überlegen wir in der Krise auch, ob wir

richtig agieren. Wir bauen dann rechtzeitig

vor und verzichten dann auch temporär

auf Neukunden. Dadurch kommen

wir mit unseren bestehenden Kunden

besonders partnerschaftlich durch die

Krise.

van Hoorn: Hinzu kommt, dass der Markt

sehr volatil ist. Je größer das Schiff,

desto volatiler der Markt. Bei größeren

Schiffen ist womöglich der Ausfall größer

als bei kleineren. Das Risiko, das wir tragen,

ist auf sehr viele Schiffe aufgeteilt.

Worin unterscheidet sich der maritime

Wirtschaftsstandort Leer oder Ostfriesland

von anderen Schifffahrtsstandorten

in Deutschland?

van Hoorn: Unsere Kontakte konzentrieren

sich naturgemäß in diesem Bereich

auf die Region.

Oetter: Die drei großen Reeder aus Leer

haben auf der hiesigen Seefahrtsschule

ihr Patent gemacht. Sie haben die Vernetzung

zwischen Politik, maritimer und

sonstiger Wirtschaft vorangetrieben. Sie

sind sämtlich mit der Region stark verwurzelt

und wir unterhalten daher hier

nicht nur Geschäftsbeziehungen, sondern

Freundschaften und gute Kontakte.

Ist denn die Art, wie Sie mit Reedereikunden

umgehen, spezifisch ostfriesisch?


van Hoorn: Ein Aspekt ist die Langfristigkeit

in der Zusammenarbeit. Nicht jede

Schiffsfinanzierung passt zu jeder Bank,

da schauen wir genau hin. Wir wissen

also genau, mit wem wir wann zusammenarbeiten

können und das ist dann

auch langfristig.

Unter welcher großen Überschrift steht

Ihr Engagement in der maritimen Wirtschaft

im Jahr 2010?

van Hoorn: Im Gegensatz zu anderen

Schiffsfinanzierern fahren wir das Portfolio

nicht runter. Wir ziehen uns nicht aus

dem Markt zurück. Rückführungen durch

Verkäufe werden wir auch verwenden, um

die Mittel in der hiesigen Reedereiwirtschaft

wieder zu platzieren. Andererseits

muss das bestehende Portfolio auch

gesichert werden. Unsere Möglichkeiten

sind durchaus begrenzt, aber wir stehen

neuen Gesprächen offen gegenüber.

Ist das denn im Gegensatz zu Ihrem

Haus ein Bankentrend, dass sich Häuser

aus der Schiffsfinanzierung zurückziehen?

Oetter: Zumindest ist es Trend, erst einmal

keine neuen Kunden aufzunehmen

um Risiken zu vermeiden. Deutschland

ist weltgrößter Standort für Schiffsfinanzierungen.

Da schauen wir natürlich

genau, was in der Welt passiert.

van Hoorn: Die meisten der bestehenden

deutschen Schiffsfinanzierer werden sich

Ausweitungen ihres Kreditgeschäfts im

Moment auch kaum leisten können.

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Und wonach streben dann Schiffsfinanzierer

in Zukunft?

van Hoorn: Dass Schiffe nicht mehr

durch Kapitalgeber von außen finanziert

werden müssen, sondern dass die

Reedereien versuchen, die Finanzierung

durch Eigenkapital selbst auf die Beine

zu stellen und dadurch viel stärker selbst

hinter dem Schiff stehen. Früher wurden

für ein Schiff, das 20 Millionen Euro

gekostet hat, 100 Kapitalgeber gesucht.

Das ist heute nicht mehr der Fall. Man

würde sie wohl auch gar nicht mehr zusammenbekommen.

Es gibt immer noch

die Möglichkeit, Kapital zu platzieren. Es

sind also immer noch Kommanditisten

da, die dazu bereit sind. Dieser Kreis ist

jedoch sehr eingeschränkt. Beim Versuch

der Reedereien, das Kapital selbst

aufzubringen, hat inzwischen sogar die

KfW Möglichkeiten, die Reeder und die

Banken mit öffentlichen Finanzierungshilfen

zu unterstützen. In guten Zeiten

profitiert dann auch die Reederei selbst

und nicht ein Kapitalgeber, der Ausschüttungen

erwartet.

Welcher Begriff fällt Ihnen spontan

ein, wenn Sie an die Sparkasse

LeerWittmund denken?

van Hoorn: Wenn ich an die letzten zehn

Jahre denke, haben wir uns in unseren

Geschäftsaktivitäten von konservativ

nach fortschrittlich gewandelt. Wir sind

also einen Zukunftsweg gegangen und

deutlich flexibler geworden, ohne den

Sicherheitsaspekt sowohl im Interesse

der Sparkasse als auch des Kunden zu

vernachlässigen.

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Wir wollen in unsere Region investieren

Kommt es in Krisenzeiten noch zu nennenswerten

Investitionen, Herr Koops?

Man kann feststellen, dass die Krise

bei uns im Geschäftsgebiet nicht so

richtig spürbar war. Sicher hat man es

in einzelnen Bereichen gemerkt, aber

im klassischen Mittelstand war es so,

dass investiert wurde. Die Stückzahl

der ausgeliehenen Darlehen ist im Jahr

2009 gegenüber dem Vorjahr deutlich

angestiegen, bei ungefähr gleich gebliebenem

Volumen. In der Fläche sind viele

Investitionen vorgenommen worden.

Eigentlich hatten wir zu Beginn des Jahres

2009 ein schlechteres Jahr erwartet.

Im Rückblick ist 2009 für uns günstig

verlaufen. Ich glaube, Ostfriesland ist in

der Konjunkturkrise mit einem blauen

Auge davongekommen.

Ist die Sparkasse bei der Kreditvergabe

an Firmenkunden zurückhaltender

geworden?

Wir hätten gerne noch mehr Kredite

vergeben und hätten auch noch mehr

Darlehen vergeben können. Wir haben

auch keine verschärften Anforderungen

an die Besicherung oder die Offenlegung

der wirtschaftlichen Verhältnisse

unserer Kunden, wir haben auch kein

verschärftes Informationsbedürfnis.

Wir sind 2009 mit den Kreditstandards

genauso verfahren wie in 2008 und wie

wir sie auch in 2010 unverändert haben

werden.

Mit welcher weiteren Entwicklung rechnen

Sie für 2010?

Für 2010 bin ich vorsichtig optimistisch.

Ich weiß nicht, ob wir in Ostfriesland

das Konjunkturtal schon erreicht haben.

Hier haben wir es mit zeitversetzten

Wellenbewegungen zu tun. Betrachtet

man die Amplituden insgesamt, so sind

die Ausschläge nie ganz hoch aber dafür

auch nie ganz tief. Daher könnten noch


„Für 2010 bin ich

vorsichtig

optimistisch.“

Ausläufer mit ein oder zwei schwierigeren

Fällen kommen. Was wir schon

merken ist, dass die Finanzierung neuer

Aufträge, insbesondere Vorräte und Betriebsmittel,

wieder anzieht. Es werden

also wieder Aufträge an den Mittelstand

vergeben, die entsprechend vorfinanziert

werden müssen. Da machen wir mit

unseren bisherigen, risikoorientierten

Kreditstandards unverändert weiter. Wir

werden sie also weder verschärfen noch

lockern. Es ist immer gut, eine solche

Linie auch über Jahre durchzuhalten. Das

ist glaubwürdig und konstant.

Welche Branchen sind besonders krisenresistent,

gibt es Boombranchen in

der Region?

Wir hoffen auf ein gutes Tourismusjahr.

Das ist natürlich wetterabhängig. Der

Trend zu Urlaub in Deutschland und an

der Nordsee ist nach meinem Ermessen

ungebrochen. Wir glauben zudem, dass

sich die Krise in der Landwirtschaft etwas

beruhigt hat. Der Milchpreis hat sich

etwas stabilisiert. Der Durchschnittspreis

bewegt sich zwar noch auf einem niedrigen,

nicht aber dem katastrophalen

Niveau Mitte 2009. Im Baugewerbe wird

es in diesem Jahr wohl ähnlich verlaufen

wie 2009. Es wird keine großen neuen

Baugebiete mehr geben, die gab es auch

in der Vergangenheit schon nicht mehr.

Sehr optimistisch sind wir im Bereich der

erneuerbaren Energien. Photovoltaik ist

der absolute Renner. Wenn das Repowering

im Bereich der Windkraftanlagen

beginnt, wollen wir von diesem Kuchen

ein großes Stück abhaben. Im Schifffahrtsbereich

erkennen wir eine Bodensatzbildung

bei den Charterraten. Wir

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

fühlen uns mit unseren Engagements

dort gut aufgehoben und glauben da

nicht an eine Verschlechterung. Es wird

sich aber auch nicht zügig nachhaltig

verbessern. Dort wird es wohl noch zwei

bis drei Jahre dauern, bis die Durststrecke

überwunden ist.

Welchen Prozentsatz am Kreditvolumen

macht bei Ihnen die Schifffahrtsbranche

aus?

Etwa sieben Prozent. Wir achten strikt

auf Branchentrennung. Wir achten genau

darauf, dass nirgends ein Überhang

entsteht. Daher sind wir dort auch ganz

entspannt.

Haben Sie einen bestimmten

Begriff, mit dem Sie die Sparkasse

LeerWittmund verbinden?

Regionalität. Wir wollen für unsere

Region da sein. Natürlich begleiten wir

unsere Kunden auch außerhalb Ostfrieslands,

aber es ist nicht unser Bestreben,

außerhalb unserer Region aktiv tätig zu

werden. Darauf richten wir uns aus. Wir

wollen keine Wertpapiere von irgendwelchen

internationalen Unternehmen haben,

die wir nicht beurteilen können. Da

ist uns das Kreditgeschäft zum Beispiel

mit den Handwerkern und Gewerbetreibenden

hier bei uns vor Ort lieber.

Kai Siebels

(Geschäftsführer der

Elektrizitätsgenossenschaft

für Wittmund eG)

und Erwin Koops

(Bereichsleiter

Firmenkundenzentrum)

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Ostfrieslands Mittelstand baut keine

Luftschlösser, sondern bodenständig

Wie ist Ihre Einschätzung zum Verlauf

des Geschäftsjahres 2009,

Herr Dekker?

2009 war anfangs schwierig. Durch die

Wirtschaftskrise haben wir in den ersten

vier bis fünf Monaten das eine oder

andere schwierige Gespräch führen müssen.

Das hat sich zum Glück im Sommer

und zum Herbst hin aufgelöst. Sehe ich

mir jetzt die Jahresabschlüsse meiner

Kunden an, kann ich feststellen, dass die

Kunden es doch auch nach einer Durststrecke

insgesamt ganz gut weggesteckt

haben. 2009 hat also Höhen und Tiefen

gehabt.

An welche Höhen erinnern Sie sich

denn besonders gern?

Jedes erfolgreich abgeschlossene Projekt

ist ein Höhepunkt im Geschäftsjahr,

zum Beispiel der Neubau einer Produktionshalle,

mit der ein Unternehmer

sein Produktsegment erweitern kann.

Aber auch wenn es in der Liquidität bei

Kunden besser läuft als erwartet, ist das

eine tolle Sache.

Wie präsent sind die Mittelstandskunden

im Gesamtgefüge der

Sparkasse LeerWittmund?

Ohne Frage ist das gesamte Firmenkundengeschäft

für die Sparkasse

bedeutsam, insbesondere wenn man

berücksichtigt, wie viele Familien mit

ihrer Wirtschaftskraft hinter diesen

Unternehmen stehen. Da steckt schon

einiges dahinter.

Wagen Sie doch bitte mal einen Ausblick

in die weitere Entwicklung des

Geschäftskundenbereichs.

In meinem Geschäftsbereich betreue

ich insbesondere Unternehmer aus dem

Baugewerbe. Jetzt hatten wir es mit

einem überraschend heftigen und lang

anhaltenden Winter zu tun. Das ist für

den Beginn des Geschäftsjahres schon

ein kleines Manko. Auf der anderen Seite

Michael Dekker

(Firmenkundenberater)


„Wir wollen die Kontinuität am

Markt fortsetzen und dicht

am Kunden bleiben.“

scheint die Auftragslage im produzierenden

Gewerbe derzeit recht gut zu

sein, auch wenn der Maschinenbau noch

etwas kränkelt. Grundsätzlich ist die lokale

Wirtschaft aber recht gut aufgestellt.

Insofern habe ich die vage Hoffnung,

dass wir es mit einem relativ humanen

Jahr 2010 zu tun haben werden.

Im Gesamtbild der Sparkasse: welches

Attribut fällt Ihnen bei Betrachtung

Ihres Hauses ein?

Ich würde sagen, wir sind menschlich.

Wir sehen nicht nur die Zahlen, sondern

auch die Menschen dahinter, zu denen

wir auch einen engen Kontakt suchen.

Was finden Sie als Ostfriese besonders

typisch an dieser Sparkasse?

Wir sind schon ziemlich direkt und kommunizieren

auch Entscheidungen direkt

und ohne Umschweife. Das gilt für gute

Nachrichten ebenso wie für negative

Dinge.

Wie bewerten Sie die Bedeutung des

Wirtschaftsstandortes Ostfriesland?

Wir sind insbesondere im Tourismus in

den vergangenen zehn bis 15 Jahren ein

ganzes Stück weiter gekommen. Dieses

wichtige Standbein wird auch weiter an

Bedeutung hinzugewinnen. Aber auch

im regenerativen Segment wie in der

maritimen Wirtschaft ist der Wirtschaftsraum

Ostfriesland gut aufgestellt.

Sind Sie mit einer bestimmten Strategie

in das Geschäftsjahr 2010 gegangen?

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Wir wollen die Kontinuität am Markt

fortsetzen und nach wie vor dicht am

Kunden bleiben.

Gibt es im Finanzierungsverhalten des

Mittelstands in Leer und Wittmund

etwas Spezifisches?

Ostfriesen sind bodenständig. Investitionsmaßnahmen

werden gut vorbereitet.

Bei den Projekten werden aber auch

keine Luftschlösser gebaut, sondern

bodenständige und eher konservative

Entscheidungen getroffen.

Das macht Ihre Arbeit doch eigentlich

leichter?

Die Bodenständigkeit auf beiden Seiten

hilft auf jeden Fall, einander besser einschätzen

zu können.

Welches Qualitätsversprechen kann ein

Kunde von Ihnen erwarten?

Grundsätzliche Offenheit. In meinen

Finanzierungsgesprächen spreche ich

immer von drei Möglichkeiten: kaufen,

leasen oder lassen. Und entsprechend

offen kommuniziere ich auch unsere

Finanzierungsentscheidungen, auch ein

Nein.

Also ist der Kunde für Sie ein Partner

auf Augenhöhe?

Das sowieso. Es geht nur um ein vernünftiges

Ergebnis für alle.

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Urlaub in Deutschland ist ein Trend,

mit dem sich in Ostfriesland Geld verdienen lässt

Was unterscheidet eine Inselregion

vom Rest des Geschäftsgebietes der

Sparkasse LeerWittmund, Herr Hillmer?

Als Marktbereichsleiter in einem Bereich,

der Langeoog, Spiekeroog und die

vorgelagerte Küste umfasst, liegt mein

Schwerpunkt klar im Bereich Tourismus.

Wer auf einer Insel arbeitet, darf, bedingt

durch das Wasser, dort sehr autark arbeiten.

Insbesondere Langeoog ist eine

sehr aktive Geschäftsstelle. Der Markt ist

aber auch vom Wettbewerb umkämpft.

Auf der Fähre sieht man häufig selbständige

Vertreter anderer Institute mit

ihrem Laptop, die auf der Insel ebenfalls

ihre Finanzdienstleistungen unterbringen

wollen. Wir haben auf Langeoog

aufgrund vieler Hotels und Gastronomieunternehmen

eine sehr schöne

Kundenstruktur. Ein weiterer Vorteil

zum Beispiel gegenüber Spiekeroog ist,

dass die Insel nicht tideabhängig ist und

die Fähre regelmäßig fahren kann. Die

Saison auf Langeoog ist sehr lang, es ist

keine Autoinsel. Die Kurverwaltung ist

sehr aktiv und hat auch in der dunklen

Zeit etwas anzubieten. Die Auslastung

auf Langeoog ist also sehr gut.

Die Struktur der Inseln in Ihrem Bereich

verändert sich zum Teil grundlegend.

Man kann das zum Beispiel auf Spiekeroog

sehr deutlich merken...

Neue Investoren können Veränderungen

Steffen Hillmer

(Marktbereichsleiter

Esens-Holtriem)


für die Inseln und die Küste bringen, aber

es muß in das Gesamtbild des jeweiligen

Ortes passen. Zu starke Veränderungen

können den Charme eines Ortes zum

Negativen beeinflussen und sind schwer

wieder rückgängig zu machen. Die Insulaner

müssen die Entwicklungen auch

mittragen.

Wie macht sich der Strukturwandel in

Ihrem Verantwortungsbereich besonders

bemerkbar?

Es macht sich nachteilig bemerkbar, dass

wir an der Küste noch nicht über das

nachgefragte höherklassige Angebot im

Vier-Sterne-Bereich verfügen. Das Geld

dafür wäre vorhanden und wird auch ausgegeben.

Positiv ist die Entwicklung der

Häfen in Neuharlingersiel und Bensersiel

zu sehen, die versuchen mit baulichen

Veränderungen und Erweiterungen dem

Gästebedürfnis nachzukommen. Das

Tourismusangebot an der Küste insgesamt

hat leider immer noch ein etwas

verstaubtes Image und manchmal einen

Ausstattungsstandard aus den Siebziger

Jahren. Gäste die das erleben, kommen

nie wieder. Wir müssen daran arbeiten

um dieses weiterzuentwickeln. Es wird

aber auch zu langwierig diskutiert.

Private Investitionsvorhaben wie der Bau

eines Golfplatzes am Festland konnten

trotz langer Verhandlungen immer noch

nicht realisiert werden.

Wie kann die Sparkasse LeerWittmund

hier Abhilfe schaffen?

Wir schalten uns in die Diskussionen

ein, indem wir uns vor Ort in vielen

Institutionen wie den Vereinen oder

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Wirtschaftsförderkreisen involvieren. Wir

halten engen Kontakt zu den Gemeinden

und Gewerbevereinen um Ideen mit

zu platzieren, für die man kommunale

Unterstützung braucht. Zudem versuchen

wir natürlich auch, für Investoren

Finanzierungen zu finden, die auch ein

unternehmerisches Risiko in sich tragen.

Insofern treten wir dann auch als eine Art

Wirtschaftsförderer auf.

Ist Ihnen das 2009 denn gut gelungen?

2009 war das natürlich etwas schwieriger.

Dennoch haben wir keine Diskussionen

über eine Kreditklemme festgestellt,

das Geschäft lief normal weiter.

Geholfen hat sicher auch ein Trend, den

wir immer propagiert haben: Urlaub

wieder in Deutschland zu machen. So

hatten wir in der Region eine sehr gute

Tourismussaison. Wir hatten da natürlich

auch Glück mit dem Wetter. Die Finanzmarktkrise

ist unten gar nicht richtig

angekommen, es gab ja keine Massenentlassungen.

Es wurde vor Ort also

weiterhin Geld ausgegeben.

Wie ist der Trend beim Immobilienkauf

in der Tourismusregion und insbesondere

auf den Inseln?

Wir haben es mit einem ungebrochen

hohen Preisniveau zu tun. Dort machen

wir eher Bauträgergeschäfte. An sich ist

der Immobilienmarkt dort überschaubar.

Die Nachfrage ist da, es fehlt allerdings

an Angebot. So sind wir als Sparkasse

anders als auf dem Festland eher in der

Position, Gebäude zu bauen und dann zu

verkaufen. Während wir auf dem Festland

meistens aus dem Bestand verkaufen,

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Auf Langeoog geht man nicht zur

Sparkasse, sondern zu Onno.“

verhält sich das auf Langeoog völlig anders.

Auf Spiekeroog gibt es fast nichts.

Wenn doch, ist unsere Durchdringung

so gut, dass wir fast alles umsetzen. Wir

arbeiten auf Spiekeroog mit einem sehr

guten Makler zusammen.

Ist das Bankgeschäft in einer Urlaubsregion

ein anderes als anderswo?

Ja. Wenn Niedersachsen und Nordrhein-

Westfalen gleichzeitig Urlaub haben

muss man oft Schleichwege kennen, um

zum Kunden zu kommen. Man muss auch

sehr viel Bargeld verarbeiten und aufbereiten.

Auf die Inseln transportieren wir

es mit Flugzeugen. Wenn dann tagsüber

unsere Kunden mit ihren Urlaubsgästen

beschäftigt sind, verlagert sich dann

auch die Beratungszeit. So könnten wir

unsere Inselfilialen eigentlich Freitagnachmittags

schließen, da dann Anreise

ist. Dann hat keiner Zeit, zur Sparkasse

zu gehen. Beim gerade abgeschlossenen

Umbau unserer Filiale auf Langeoog

haben wir zusätzliche Beratungsmöglichkeiten

geschaffen. Andererseits halten

wir dort jetzt aber auch automatische

Einzahlungsmöglichkeiten vor.

Die Filiale auf Langeoog wird in der

Saison also zu einer Großstadtfiliale?

Allein von der Auslastung des Geldautomaten

auch durch auswärtige Gäste steht

diese Filiale einer in Leer oder Wittmund

in nichts nach, im Gegenteil.


Eine Inselsparkasse müsste ja eine besonders

sichere Sparkasse sein, da ein

Räuber gar nicht weglaufen könnte…

Das ist so. Bis der am Hafen wäre, passiert

auf der Insel einiges.

Ist das auch typisch ostfriesisch?

Ja. Wenn ich einen typischen Sparkassenmenschen

beschreiben müsste, so

würde ich sagen, er sollte offen und

kommunikativ sein, auf Leute zugehen

und versuchen, Kontakt herzustellen. Wir

arbeiten direkt mit dem Kunden. Durch

unsere Dezentralität haben wir überall

Gesichter, die man mit der Sparkasse

verbindet. Auf Langeoog geht man zum

Beispiel nicht zur Sparkasse, sondern

zu Onno. Das ist der beste Beweis, dass

wir kundennah und in unserer Region

verhaftet sind und diese Karte spielen

wir auch.

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Die neu gestaltete

Filiale der Sparkasse

auf Langeoog

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten


Wer kann, könnte in der Landwirtschaft Gas geben

War das Jahr 2009 auch für die Landwirtschaft

ein Krisenjahr,

Herr Heymann?

Das Tal scheint schon fast durchschritten

zu sein. Wir sind ein bisschen stolz darauf,

dass wir zu keinem unserer Kunden

sagen mussten, dass es besser wäre,

seinen Betrieb zu schließen. Dass es in

der Zukunft noch schwer werden kann,

ist uns dabei auch klar. Der Strukturwandel

wird sich nicht aufhalten lassen und

zu immer größeren Betrieben führen.

Viele haben sich von 2000 bis heute

annähernd verdoppelt. Dennoch werden

wir in Ostfriesland niemals ähnlich großräumige

Strukturen wie zum Beispiel in

Ostdeutschland bekommen, denn Größe

ist auch nicht alles. Wir haben es eben

eher mit mittleren landwirtschaftlichen

Familienbetrieben zu tun, die auch für

die Zukunft sehr gut aufgestellt sind. So

fallen zum Beispiel 2015 die Milchquoten

weg. Wer kann, könnte Gas geben. Aber

nicht jeder kann aus 100 Milchkühen

mal eben 200 machen, schon durch die

Begrenzung des Flächenbesatzes. Entscheidend

ist in der Landwirtschaft vor

allem das richtige Management. Landwirtschaft

allein aus Leidenschaft reicht

nicht, kaufmännische Eigenschaften sind

entscheidend.

Heißt das im Umkehrschluss, dass

nicht nur die erzielten Preise ein Problem

für die Landwirtschaft darstellen,

sondern auch die eigene Struktur?

Wenn Betriebe nicht gut laufen, sind die

Fehler nicht erst jetzt, sondern schon

früher gemacht worden. Manch größere

Investition hat sich als Fehlinvestition

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

herausgestellt. Nicht jeder Treckerfan

wird ein guter Landwirt.

Wann ist denn ein Landwirt ein guter

Landwirt?

Ein guter Landwirt muss Kaufmann sein,

er muss Leidenschaft mitbringen, muss

aber auch den richtigen Blick für das Wesentliche

an seinem Betrieb haben, auch

mal spüren, was seine Tiere brauchen,

dafür sorgen, dass es ihnen gut geht.

Diese Landwirte werden auch Erfolg

haben.

Ist jeder Landwirt in den Landkreisen

Leer und Wittmund automatisch Sparkassenkunde?

Das wäre vielleicht gar nicht gut. Es

gibt gewisse landwirtschaftliche Größenordnungen,

da haben wir einen

Marktanteil bei 40 Prozent, mit dem wir

klug umzugehen haben. So fließen nach

Ostfriesland im Dezember 64 Millionen

Euro Betriebsprämie. Davon werden fast

20 Prozent auf Konten der Sparkasse

LeerWittmund ausgezahlt. Damit sind wir

auch deutschlandweit gar nicht schlecht

aufgestellt. Ich glaube nicht, dass es

noch viele Sparkassen mit einem derart

hohen landwirtschaftlichen Marktanteil

gibt. Dafür verfügt unsere Sparkasse

eben auch über Spezialbetreuer für

unsere Landwirte. Landwirte sind eben

nicht bloß Geschäftskunden, sondern

benötigen kompetente Berater, die

etwas von der Materie verstehen. Dazu

kommt unsere zentrale Lage mit Nähe zu

Spezialisten wie Versicherern oder Rat

für solche Landwirte, die keinen Kreditbedarf

sondern ein bisschen was auf der

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Kunden haben es durch

kluges Wirtschaften

zu Vermögen gebracht.“

hohen Kante haben und Private Banking

nachfragen.

Ein gut funktionierender Landwirtschaftsbetrieb

kann also immer noch

sehr lukrativ sein?

Ja. Es gibt Kunden, die es durch kluges

Wirtschaften zu einem ansehnlichen

Vermögen gebracht haben. Die können

wir natürlich nicht mit Krediten locken.

Es gibt andere Wirtschaftszweige als die

Landwirtschaft, in denen es wesentlich

schlechter läuft.

Was wäre Ostfriesland ohne die Landwirtschaft?

Undenkbar. Es würden ja auch viele vor-

und nachgelagerte Arbeitsplätze fehlen.

Es gibt da ja nicht nur die Selbständigen.

Diese brauchen zunehmend qualifizierte

Angestellte. Der Knecht, den man vor 40

oder 50 Jahren kannte, wird heute nicht

mehr benötigt. Es werden Spezialisten

benötigt, die große Kompetenz im jeweiligen

Bereich mitbringen, zum Beispiel

erfahrene Melker. Dazu gehört mehr, als

man allgemein annimmt.

Wenn Sie das Geschäftsjahr 2009

Revue passieren lassen, wie zufrieden

oder unzufrieden sind Sie damit?

Grundsätzlich sind wir in unserem

Bereich sehr zufrieden. Wir hatten zwar

arge Bedenken, dass die negativen Entwicklungen

zum Beispiel beim Milchpreis

anhalten. Im Nachhinein ist es besser

gelaufen, als wir befürchtet hatten. Wir

haben dadurch auch als Sparkasse bessere

Erträge erwirtschaftet als in manch

anderer Branche. Da in jeder Krise immer

auch eine Chance steckt, haben immer

noch viele Landwirte investiert, das hat

unter anderem das Kreditgeschäft auch

als Liquiditätshilfe belebt. Diese haben

in der Regel ein Faible dafür, Kredite

auch möglichst schnell wieder zurück zu

führen.

Welche Rolle nimmt der landwirtschaftliche

Bereich ein in Bezug auf

alle anderen Bereiche der Sparkasse

LeerWittmund?

Wir sind nicht so vermessen zu behaupten,

dass wir der entscheidende Bereich

wären. Aber unsere Vorstände und

Bereichsleiter sehen die Landwirtschaft

als Kernbereich unseres geschäftlichen

Engagements.

Was erwarten Sie für die weitere Entwicklung?

Das ist ein Blick in die Glaskugel. Ginge

die Entwicklung weiter wie bisher,

könnte sich die Zahl der Betriebe auf

Sicht halbieren, denn der Strukturwandel

lässt sich nicht aufhalten. Es gibt jetzt

schon Orte in unserem Geschäftsgebiet

ohne Landwirte. Andererseits kenne

ich auch immer noch solche, mit zehn

erfolgreichen Landwirten in Rufweite

nebeneinander. Der begrenzende Faktor

wird zukünftig nicht mehr die Quote,

sondern der Flächenbedarf sein. Sollte

es an der einen oder anderen Stelle zu

Fehlentwicklungen kommen, arbeiten wir

eng mit dem Landwirtschaftlichen Beratungsring

zusammen um gemeinsam

einen Ausweg zu finden.


Verstehen Sie sich eher als Berater in

der Landwirtschaft oder eher als Bank?

Ich sehe mich eher als Partner und gehe

auch schon mal in Gummistiefeln zum

Kunden.

Gibt es noch den Landwirt, der mit dem

Trecker zur Sparkasse kommt?

Es gibt Landwirte, die kein Auto haben

und sich nur mit dem Trecker bewegen.

Verleihen Sie der Sparkasse

LeerWittmund bitte ein Attribut, das

Ihnen einfällt, wenn Sie an Ihr Institut

denken.

Kundennähe. Das bestätigen mir auch

meine Kunden immer wieder.

Und was ist für Sie das spezifisch

Ostfriesische an der Sparkasse

LeerWittmund?

Die Menschen sind hier anders als in anderen

Regionen. Dementsprechend sind

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Sparkasse anders. Dass man sich

wie zum Beispiel in der Straßenbahn einer

Großstadt einander nicht grüßt, wäre

auf der Straße in Ostfriesland undenkbar.

Sprechen Sie in Ihrem Geschäftsbereich

mehr Platt­ oder mehr Hochdeutsch?

70 bis 80 Prozent Platt, trotz vieler

zugezogener Landwirte zum Beispiel aus

Holland. Aber mit denen kann man ja

auch Platt sprechen.

Walter Heymann

(Firmenkundenberater)

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Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten


Jahresabschluss 2009

(Kurzfassung)

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Der vollständige Jahresabschluss ist mit dem uneingeschränkten

Bestätigungsvermerk der Prüfungsstelle des Niedersächsischen

Sparkassen- und Giroverbandes versehen und wird voraussichtlich

im Monat August im Bundesanzeiger veröffentlicht.

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Aktivseite Jahresbilanz zum 31. Dezember 2009

1. Barreserve

a) Kassenbestand

b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank

2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung

bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind

a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen

sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen

b) Wechsel

3. Forderungen an Kreditinstitute

a) täglich fällig

b) andere Forderungen

4. Forderungen an Kunden

darunter:

durch Grundpfandrechte gesichert

Kommunalkredite

5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

a) Geldmarktpapiere

aa) von öffentlichen Emittenten

darunter:

beleihbar bei der Deutschen Bundesbank

ab) von anderen Emittenten

darunter:

beleihbar bei der Deutschen Bundesbank

b) Anleihen und Schuldverschreibungen

ba) von öffentlichen Emittenten

darunter:

beleihbar bei der Deutschen Bundesbank

bb) von anderen Emittenten

darunter:

beleihbar bei der Deutschen Bundesbank

c) eigene Schuldverschreibungen

Nennbetrag

6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

7. Beteiligungen

darunter:

an Kreditinstituten

an Finanzdienstleistungsinstituten

8. Anteile an verbundenen Unternehmen

darunter:

an Kreditinstituten

an Finanzdienstleistungsinstituten

9. Treuhandvermögen

darunter:

Treuhandkredite

10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich

Schuldverschreibungen aus deren Umtausch

11. Immaterielle Anlagewerte

12. Sachanlagen

13. Sonstige Vermögensgegenstände

14. Rechnungsabgrenzungsposten

Summe der Aktiva

852.615.086,71 EUR

93.534.617,22 EUR

EUR EUR

EUR

EUR

-,-- EUR

-,-- EUR

2.708.424,65 EUR

200.482.489,57 EUR

-,-- EUR

-,-- EUR

-,-- EUR

-,-- EUR

-,-- EUR

10.934.249,45 EUR

-,--

-,--

5.308.193,48

200.482.489,57

17.375.116,64

28.181.816,92

-,--

-,--

54.559.471,58

45.687.125,82

-,--

205.790.683,05

-,--

45.556.933,56

-,--

100.246.597,40

1.579.152.662,97

205.790.683,05

190.254.577,64

20.377.629,33

4.351.122,08

10.934.249,45

-,--

93.019,00

46.376.326,31

3.579.290,79

2.019.202,48

2.208.732.294,06

31.12.2008

TEUR

17.795

29.013

46.808

-

-

-

63.917

66.543

130.460

1.547.936

(528.488)

(70.253)

-

(-)

-

(-)

-

5.230

(2.673)

162.132

167.362

(162.132)

-

167.362

(-)

184.150

20.624

(-)

(-)

1.651

(-)

(-)

12.149

(12.149)

-

237

45.718

2.319

1.941

2.161.355


Passivseite

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

a) täglich fällig

b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

a) Spareinlagen

aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten

ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten

b) andere Verbindlichkeiten

ba) täglich fällig

bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist

3. Verbriefte Verbindlichkeiten

a) begebene Schuldverschreibungen

b) andere verbriefte Verbindlichkeiten

darunter:

Geldmarktpapiere

eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf

4. Treuhandverbindlichkeiten

darunter: Treuhandkredite

5. Sonstige Verbindlichkeiten

6. Rechnungsabgrenzungsposten

7. Rückstellungen

a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

b) Steuerrückstellungen

c) andere Rückstellungen

8. Sonderposten mit Rücklageanteil

9. Nachrangige Verbindlichkeiten

10. Genussrechtskapital

darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig

11. Eigenkapital

a) gezeichnetes Kapital

b) Kapitalrücklage

c) Gewinnrücklagen

ca) Sicherheitsrücklage

cb) andere Rücklagen

d) Bilanzgewinn

Summe der Passiva

EUR EUR

EUR

EUR

-,-- EUR

-,-- EUR

10.934.249,45 EUR

-,-- EUR

542.741.678,80

64.809.054,25

455.737.693,80

528.627.103,54

121.132.273,89

-,--

1. Eventualverbindlichkeiten

a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln

b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen

Über eine weitere nicht quantifizierbare Eventualverbindlichkeit wird im Anhang berichtet

c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten

2. Andere Verpflichtungen

a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften

b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen

c) Unwiderrufliche Kreditzusagen

-,--

444.178.583,21

607.550.733,05

984.364.797,34

-,--

-,--

5.959.813,00

-,--

15.132.306,63

-,--

-,--

121.132.273,89

2.625.765,48

-,--

88.144.302,31

-,--

-,--

-,--

91.232.880,94

444.178.583,21

1.591.915.530,39

-,--

10.934.249,45

6.466.194,90

1.399.500,44

21.092.119,63

-,--

8.988.076,67

-,--

123.758.039,37

2.208.732.294,06

88.144.302,31

91.232.880,94

31.12.2008

TEUR

119

456.027

456.146

462.562

54.809

517.371

381.294

634.819

1.016.113

1.533.484

-

-

-

(-)

(-)

12.149

(12.149)

7.006

1.210

5.623

4.111

11.396

21.130

110

8.988

-

(-)

-

-

118.459

-

118.459

2.673

121.132

2.161.355

-

89.292

-

89.292

-

-

59.233

59.233

51


52

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit von 1. Januar bis 31. Dezember 2009

1. Zinserträge aus

a) Kredit- und Geldmarktgeschäften

b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen

2. Zinsaufwendungen

3. Laufende Erträge aus

a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren

b) Beteiligungen

c) Anteilen an verbundenen Unternehmen

4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungsoder

Teilgewinnabführungsverträgen

5. Provisionserträge

6. Provisionsaufwendungen

7. Nettoertrag aus Finanzgeschäften

8. Sonstige betriebliche Erträge

9. Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil

10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

a) Personalaufwand

aa) Löhne und Gehälter

ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen

für Altersversorgung und für Unterstützung

darunter: für Altersversorgung

b) andere Verwaltungsaufwendungen

11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle

Anlagewerte und Sachanlagen

12. Sonstige betriebliche Aufwendungen

13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen

und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen

im Kreditgeschäft

14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten

Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen

im Kreditgeschäft

15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen,

Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen

behandelte Wertpapiere

16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an

verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen

behandelten Wertpapieren

17. Aufwendungen aus Verlustübernahme

18. Einstellungen in Sonderposten mit Rücklageanteil

19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit

20. Außerordentliche Erträge

21. Außerordentliche Aufwendungen

22. Außerordentliches Ergebnis

23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen

25. Jahresüberschuss

26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr

27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen

a) aus der Sicherheitsrücklage

b) aus anderen Rücklagen

28. Einstellungen in Gewinnrücklagen

a) in die Sicherheitsrücklage

b) in andere Rücklagen

29. Bilanzgewinn

4.705.978,27 EUR

90.650.904,16

6.633.672,11

22.464.142,08

8.747.879,70

EUR EUR

EUR

97.284.576,27

54.250.619,83

6.181.960,00

878.346,48

-,--

14.455.492,78

1.096.436,17

31.212.021,78

14.312.243,33

11.113.302,85

-,--

-,--

-,--

-,--

-,--

-645.209,52

149.706,61

-,--

-,--

-,--

-,--

43.033.956,44

7.060.306,48

408.800,69

13.359.056,61

68.946,40

3.455.880,13

109.962,11

67.496.908,86

45.524.265,11

4.296.238,59

1.931.145,10

11.113.302,85

-,--

1.211.275,60

-,--

3.420.681,61

-,--

-794.916,13

2.625.765,48

-,--

2.625.765,48

-,--

2.625.765,48

-,--

2.625.765,48

1.1.­31.12.2008

TEUR

93.791

6.136

99.927

61.355

38.572

(6.445)

(1.650)

(-)

8.095

30

(14.774)

(908)

13.866

69

3.822

-

64.454

(21.872)

(5.189)

(27.061)

(1.312)

(13.978)

41.039

3.753

1.710

(12.087)

(-)

12.087

(-)

(-)

-

1.211

-

4.654

(-)

(-)

-

(1.831)

(150)

1.981

2.673

-

2.673

(-)

(-)

-

2.673

(-)

(-)

-

2.673


2009 – ein spannendes Jahr

mit großen Herausforderungen

Kann der Vorstand einer Sparkasse

mit dem geschäftlichen Verlauf eines

globalen Krisenjahres wie 2009

zufrieden sein, Herr Rinne?

Es war ein spannendes Jahr mit

großen Herausforderungen vor allem

auch aus technischer Sicht. Wir sind

sicher ein Haus, das nach einer Fusion

noch weiter zusammenwächst. Das

ist normal und braucht eine gewisse

Zeit. Auch 2009 gab es noch einige

Baustellen. Vor diesem Hintergrund

haben wir viel erreicht und damit bin

ich recht zufrieden. Wenn man dann

noch die Finanzkrise dazu nimmt und

wir dann trotzdem noch ein vernünftiges

Geschäftsjahr haben, dann war

das eine stolze Leistung von allen. Ich

glaube, auch 2010 wird ein spannendes

Jahr. In unserem Kerngeschäft

erwarte ich da aber auch noch mehr.

2010 ist die Wirtschaftskrise aber

noch nicht beendet…

Eigentlich hatte ich schon 2009

gehofft, dass sie beendet ist. Geht

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

die Wirtschaft nach oben oder unten,

kommt das in Ostfriesland immer zeitverzögert

an. Also werden wir 2010

von der Wirtschaftskrise noch etwas

zu spüren bekommen. Aber auch da

habe ich die Hoffnung, dass es nicht

so deutlich spürbar wird, dass wir

uns große Sorgen machen müssen.

Aus der Geschichte weiß man, dass

die meisten Unternehmen insolvent

werden, wenn die Konjunktur wieder

anzieht, nicht auf dem Weg nach unten

oder auf der Talsohle. Da müssen

wir schauen, inwieweit unsere Region

davon betroffen ist. Wir sind ja ganz

bodenständig hier, wir kennen keine

Zockermentalität. Entscheidungen

dauern eventuell etwas länger, aber

sie sind fundiert.

2009 war auch das Jahr eines großen

Pilotprojektes in Ihrem Haus.

Dazu muss man etwas in die Geschichte

zurückgreifen. Ich habe 1984 bei

einer Sparkasse angefangen. Da gab

es noch sogenannte Buchungsgemeinschaften

mehrerer Sparkassen.

Carsten Rinne

(Vorstandsmitglied)

53


54

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Veränderungen im Bankengeschäft

haben vor allem mit Technik zu tun.“

Für die wurde an großen Maschinen

dreiteilige Überweisungen von Mitarbeiterinnen

mit halbautomatischen Systemen

kompliziert verarbeitet. Eine solche

Buchungsgemeinschaft gab es auch in

Leer. Mehrere regionale Gemeinschaften

der Sparkassen in Niedersachsen wurden

später in der Datenverarbeitungsgemeinschaft

dvg in Hannover gebündelt.

Die dvg schloss sich dann mit weiteren

Nachbargemeinschaften zusammen, unter

anderem Kiel für Schleswig-Holstein,

den Westteil Berlins und das Saarland.

Anfang 2000 formierte sich dies in einer

Gesellschaft mit dem Namen FinanzIT.

So waren vor knapp zehn Jahren aus den

regionalen Buchungsgemeinschaften

nun elf konzentrierte Rechenzentren

geworden. Davon war Hannover sogar

eines der größten oder sogar das größte.

Andere standen in Münster, Frankfurt

und in Bayern. Auch diese fusionierten

wieder, so dass wir es letztlich mit zwei

Gesellschaften zu tun hatten: neben der

FinanzIT in Hannover die Sparkassen-

Informatik (SI) in Münster und Frankfurt.

Wer war Gesellschafter dieser Unternehmen?

Die FinanzIT gehörte zu 50 Prozent

den entsprechenden Sparkassen und

die anderen 50 Prozent gehörten den

jeweiligen Landesbanken. Diese Häuser

waren also Gesellschafter und Kunden,

was die Sache nicht immer einfacher

machte. Die SI gehörte den Sparkassen.

2004 entstand eine Diskussion, dass das

in Hannover verwendete Programm, das

in den Achtziger Jahren deutlich führend

aber dann in die Jahre gekommen war,

gegen etwas Neues ersetzt werden

sollte. Dabei ging es um eine Investition

in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrages.

Die Alternative war, im

Interesse des Skaleneffektes die beiden

verbliebenen Rechenzentren zusammen

zu führen. Dies war dann auch die Entscheidung,

weil man deutliche Kosteneinsparungen

erhoffte. Es entstand die

Finanz-Informatik (FI) an neun Standorten,

unter anderem Hannover und

Münster. Konzernsitz ist Frankfurt.

Auch für die Sparkasse LeerWittmund

wäre es ja schön, wenn der niedersächsische

Standort gestärkt würde.

Natürlich. Der entstandene Finanzdienstleister

ist mit 6000 Mitarbeitern und

einem Jahresumsatz in Höhe von 1,6 Milliarden

Euro gestartet und ist damit der

größte IT-Dienstleister im Finanzbereich

in Europa. Da könnte jede Großbank als

Filiale noch mitversorgt werden. Man

vermutet, dass man von den 1,6 Milliarden

Euro noch 200 Millionen einsparen

kann.

Was bedeutete die Fusion dieser zwei

IT­Dienstleister für Ihr Haus?

Viel Gutes und viel Schwieriges. Viel

Arbeit und viel Nutzen. Wir sind gefragt

worden, Pilotsparkasse zu werden. Wir

hatten bereits zweimal abgesagt, da

wir nach der juristischen Fusion zum

1. Januar 2007 noch eine technische

Fusion am 14. Juli 2007 zu bestehen

hatten. Es hatte sich aber eine Projektgruppe

zusammengefunden, die unsere

technische Fusion, die ja viel mit IT-Orga

zu tun hatte, sehr reibungslos und

erfolgreich umgesetzt hat. Vermutlich


deshalb sollten wir im Oktober 2007

schon wieder als Pilot für die Migration

der beiden Rechenzentren zur Verfügung

stehen. 430 Sparkassen sollten auf eine

gemeinsame Anwendung gebracht werden.

Letztlich haben wir uns zusammen

mit vier weiteren niedersächsischen und

zwei thüringischen Sparkassen entschieden,

mitzumachen. Der größte Teil

dieser gemeinsamen Anwendung war für

uns völlig neu. Es gab daher wie erwartet

viel Für und viel Wider. Nach ersten

Analysen startete das Projekt im Oktober

2008. Wir hatten unendlich viel Arbeit

damit. Es gab keinen weichen Übergang,

sondern ein sogenanntes „Cut-over“

am 10. Mai 2009. Also an einem Abend

wurde sozusagen alles abgeklemmt und

am nächsten Tag war alles anders. Bis zu

diesem Zeitpunkt hatten wir bereits in

13 Monaten 46.000 Arbeitsstunden für

dieses Projekt geleistet, danach kamen

sicher noch bis zu 15.000 Stunden dazu.

Es ging um eine grundlegende Änderung

unserer Werkzeuge.

Ist das Projekt nun endgültig abgeschlossen?

Eigentlich ja. Obwohl wir einen offiziellen

Projektabschluss nie definiert

hatten, kann man den Herbst 2009 als

erfolgreichen Abschluss betrachten. Den

haben wir auch im November 2009 gefeiert.

Wir konnten diesen Prozess aktiv

mit gestalten und haben eine Menge

erreicht. Allerdings ist IT nie zu Ende.

Also ist die Sparkasse LeerWittmund

in Bezug auf die IT jetzt schon da, wo

andere noch hin kommen müssen?

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Das sind wir. Dadurch wurde im Haus

auch das zuständige Team zusammengeschweißt.

70 Mitarbeiter aus allen

Bereichen, also zehn Prozent unserer

Belegschaft, haben monatelang ausschließlich

an diesem Projekt gearbeitet.

Ein Projekt dieser Größenordnung gab es

im Haus meines Wissens noch nie. Jeder

Mitarbeiter vom Auszubildenden bis zu

unserem Vorstandsvorsitzenden war involviert.

Wir sind dadurch nicht nur dort,

wo andere noch hin wollen, sondern wir

sind sogar eine Ecke weiter. Das klassische

Bankgeschäft hat sich drastisch

geändert, verändert sich weiter und das

hat vor allem mit Technik zu tun. Wir

müssen bei größerem auch internationalem

Wettbewerb heute darüber nachdenken,

wie sich die Bankenwelt und unsere

Tätigkeiten morgen weiterentwickeln.

Spürt denn Ihr Kunde dadurch auch

Verbesserungen?

Ja, nicht zuletzt wenn er jetzt auch in

München oder anderswo seine Kontoauszüge

der Sparkasse LeerWittmund

ziehen kann oder durch die Sofortverbuchung

von Zahlungsverkehr an der

Kasse. Die Migration war anstrengend,

hat aber nicht nur intern, sondern auch

für den Kunden etliche Vorteile mit sich

gebracht.

Also war die Migration ein großer Kraftakt

für das ganze Haus. Unter welche

Überschrift würden Sie diese gemeinsame

Anstrengung stellen?

Es war eher eine erfolgreich abgeschlossene

Herkulesaufgabe. Zum Glück keine

Sisyphusarbeit.

55


56

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Als Marktführer Maßstäbe setzen

Wie gut ist die Sparkasse

LeerWittmund 2009 organisiert gewesen,

Herr Hardtke?

Hardtke: In 2009 haben wir uns mit zwei

sehr großen Themenblöcken beschäftigt.

Eher von außen getrieben war die Rechenzentrum-Integration.

Dabei haben

wir unsere gesamte IT entsprechend verändert.

Das hat viele vor allem positive

Auswirkungen auf unsere Servicequalität

für den Kunden mit sich und uns dadurch

einen guten Schritt voran gebracht. Wir

verfügen jetzt über eine technische

Basis, mit der wir weiter an unserer

Qualität arbeiten können. Schon jetzt

verspüren wir deutliche Verbesserungen

bei Durchlauf- und Bearbeitungszeiten.

Der zweite große Themenbereich war die

Fortsetzung unserer Modernisierungsoffensive

für unsere Geschäftsstellen. Wir

haben aus vier Standorten hochmoderne

Geschäftsstellen gemacht. Hesel und Ihrhove

waren sogar komplette Neubauten.

Wir stellen dort überall topmoderne

Geschäftsräume nach neuestem Einrichtungskonzept

zur Verfügung.

Perspektivwechsel: wie zufrieden

waren denn wohl die Kunden mit ihrer

Sparkasse, Herr Meyer?

Meyer: So wie wir das von unseren

Mitarbeitern vor Ort hören, sind unsere

Kunden sehr zufrieden. Das hat auch mit

den Verbesserungen aus der technischen

Umstellung zu tun. So bekommt unser

Kunde jetzt seine Kontoauszüge im

gesamten Bundesgebiet und alle Kontobewegungen

sind unmittelbar nach

der Buchung zu sehen. Natürlich haben

wir unsere Mitarbeiter 2009 intensiv

geschult, um mit den neuen Techniken

umgehen zu können, ohne dass darunter

das Geschäft mit dem Kunden gelitten

hat. Mit dem Tag der aufwändigen

Umstellung der SB-Technik lief alles

reibungslos, der Kunde hat sie gar nicht

gemerkt.

Auch auf Langeoog hat die Sparkasse

LeerWittmund neu gebaut. Muss man

als Geldinstitut auf einer Insel anders

agieren als auf dem Festland?

Erhard Meyer

(Vorstandsvertreter

und Bereichsleiter

Privatkunden)

und Matthias Hardtke

(Bereichsleiter

Organisation)


Meyer: Nein, grundsätzlich agieren wir

auf einer Insel nicht anders als auf dem

Festland. Wir sind eine ländlich strukturierte

Sparkasse. Bei uns ist die Kundenbindung

stets sehr hoch. Der Kunde

kommt eigentlich nicht zur Sparkasse,

sondern er geht zum jeweiligen Mitarbeiter.

Daher haben wir bei allen Planungen

unserer Neubauvorhaben auch

die Mitarbeiter stets mit einbezogen.

Dadurch haben diese eine sehr positive

Einstellung zu den neuen Gebäuden und

kommunizieren diese auch den Kunden

entsprechend.

Hardtke: Auf der Insel muss sicher im

Servicebereich, zum Beispiel für die

Bargeldversorgung, etwas mehr geleistet

werden. Unter anderem bedarf es dort

etwas mehr Raum für diese Dinge.

Betrachtet man den Bankenplatz Leer,

findet man einen Wettbewerber in

einem altehrwürdigen Gebäude, der

andere in einem etwas moderneren

und die Sparkasse in einem Siebziger­/

Achtzigerjahre­Gebäude. War das gewollte

Strategie oder Zeitgeist?

Hardtke: Natürlich erwartet man von

uns als Marktführer, dass wir auch

architektonisch Maßstäbe setzen. Wenn

wir also jetzt bauen, muss das für die

nächsten 25 Jahre der Maßstab sein. Im

Zusammenhang mit der Neugestaltung

unserer Hauptstelle in Leer haben wir

Meinungsbildner gefragt, was sie von

einer solchen Umgestaltungsmaßnahme

der Sparkasse erwarten. Dabei ist uns zurückgemeldet

worden, dass man keinen

Sparkassen-Klotz erwartet, sondern eine

erkennbar nachhaltige Modernität.

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Unsere Geschäftsstellen sprechen eine

einheitliche architektonische Sprache.“

Wie kommt das bei den Kunden an,

wenn die Sparkasse in diesen Zeiten

neue Geschäftsstellen baut?

Meyer: Wir kommunizieren die Notwendigkeit

solcher Baumaßnahmen

immer sehr offen. Dadurch gibt es kaum

kritische Töne. Die meisten Kunden

erkennen schon, wenn an einem Gebäude

etwas getan werden muss. Wir bauen

ja für unsere Kunden, um eine bessere

Betreuung sicherstellen zu können,

zum Beispiel durch die Schaffung von

zusätzlichen Beratungszimmern oder

einem freundlicheren und verbesserten

SB-Bereich. Da wir in 95 Prozent aller

Fälle Unternehmen vor Ort beauftragen,

stärken wir hiermit auch die Wirtschaft in

unserem Geschäftsgebiet.

Hardtke: Wir wollen unseren Kunden eine

verbesserte Beratungssituation bieten

– hell und freundlich, aber trotzdem diskret.

Außerdem ist in vielen Geschäftsstellen

die SB-Situation attraktiver und

sicherer zu gestalten. Die Kunden haben

Verständnis dafür, dass nach vielen

Jahren intensiver Nutzung die Räumlichkeiten

renoviert werden müssen. Das ist

bei den Kunden zuhause ähnlich.

Wodurch merke ich, dass ich eine Filiale

der Sparkasse LeerWittmund betrete

und nicht irgendeine andere?

Hardtke: Das kann man schon am deutlichen

und positiven Umgang mit unserer

Unternehmensfarbe erkennen. Unsere

Geschäftsstellen sprechen eine einheitliche

architektonische Sprache, vom

SB- und Servicebereich mit dem neuen

Servicepoint bis hin zu den Beratungs-

57


58

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

plätzen. Diese sind so ausgelegt, dass

für Kunden und Berater eine vertrauliche

Beratungsatmosphäre geschaffen wird.

Was ist das spezifisch Ostfriesische an

Ihren Geschäftstellen?

Meyer: Zum einen natürlich unsere 45

Geschäftsstellen selbst. Wir sind hier in

der Fläche gut vertreten. Das gilt auch

für unsere fahrbare Busgeschäftsstelle

in den Bereichen, wo wir nicht mit einer

stationären Geschäftsstelle vertreten

sind. Die bedient 38 Haltestellen im

gesamten Landkreis Leer. Unser größtes

Gut sind allerdings die Kundenberater

und Kundenbetreuer vor Ort. Die

Bindung zwischen unseren Kunden und

unseren Mitarbeitern ist aus unserer

Sicht in Ostfriesland deutlich größer als

in anderen Bereichen.

Wie entscheiden Sie, in welche Geschäftsstellen

investiert wird?

Hardtke: Wir investieren dort, wo Handlungsbedarf

besteht. Dabei versuchen

wir, alle Regionen unseres Geschäftsgebietes

gleichmäßig zu berücksichtigen.

Meyer: Wir haben aber zum Beispiel vor

nicht allzu langer Zeit auch eine kleinere

Geschäftsstelle mit drei Mitarbeitern modernisiert,

um auch hier ein Zeichen zu

setzen. Wir sind vor Ort und wir bleiben

auch hier.

Sie investieren bestimmt auch in den

sicheren physischen Ablauf von Geldgeschäften?

Hardtke: In diesem Zusammenhang

spielt Helligkeit und Transparenz eine

große Rolle. Wir installieren Sicherheitstechnik

so, dass sie von unseren Kunden

wahrgenommen werden kann. Selbst

Überwachungskameras bauen wir inzwischen

wieder so auf, dass sie sichtbar

sind. Nachttresore, die früher nur von

außen nutzbar waren, ziehen wir wieder

nach innen.

Wir sprachen über bauliche Innovationen.

Welche Produktinnovationen

gibt es denn bei der Sparkasse, zum

Beispiel um vermehrt junge Leute als

Kunden zu gewinnen?

Meyer: Dabei geht es nicht allein um die

Frage der Innovation von Produkten,

sondern vor allem auch um deren Verfügbarkeit,

zum Beispiel über das Medium

Internet. Dieser neue Vertriebsweg ist

speziell für jüngere Kunden ein großes

Thema. Deshalb gehen wir gerade auch

online neue Wege.

Welcher Begriff fällt Ihnen beiden

spontan ein, wenn Sie an die Sparkasse

LeerWittmund denken?

Meyer: Ich mag unsere Kernaussage:

Echt. Wie die Menschen hier.

Hardtke: Weiterentwicklung. Wir sind auf

einem tollen Weg und entwickeln uns

weiter.


Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Der Ostfriese als Banker –

Personalentwicklung der Sparkasse

Wie muss man sich den typischen Mitarbeiter

oder die typische Mitarbeiterin

der Sparkasse LeerWittmund vorstellen,

Herr Fahle?

Das ist jemand, der hier verankert und zu

Hause ist, aus der Region stammt und für

die Region da ist. Der weit überwiegende

Teil unserer Mitarbeiter kommt aus und

wohnt in den Landkreisen Leer und Wittmund.

Unser Hauptthema ist allerdings

die Kunden- und Marktorientierung. Der

Kunde steht im Mittelpunkt unserer Tätigkeiten,

egal ob man im direkten Kundenkontakt

oder in zentralen Bereichen

arbeitet. Wir wollen die zufriedensten

Kunden. Und daran arbeiten wir Tag für

Tag.

Kann man in ihrer Mentalität Mitarbei­

ter aus Leer von solchen aus Wittmund

unterscheiden?

Das ist sehr ähnlich. Leer ist insgesamt

etwas städtischer und zum Beispiel

auch als zweitgrößter Reedereistandort

Deutschlands etwas anders geprägt als

Wittmund. Aber alle Mitarbeiter sind der

Region verpflichtet und die Verknüpfung

der starken Wirtschaftszweige in der

gesamten Region trägt zu einer gemeinsamen

Stärke bei.

Der Ostfriese als Banker – ist das vielleicht

sogar eine besondere Eignung

um Mitarbeiter einer Sparkasse zu

sein?

Das glaube ich schon. Immerhin geht

es um Grundwerte wie Zuverlässigkeit,

Andreas Fahle

(Leiter Personal)

59


60

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Bodenständigkeit, mit dem Kopf und

dem Herzen hier vor Ort zu sein. Das ist

schon wichtig. Ich denke, dass sich zum

Beispiel jemand aus einer Großstadt auf

die Mentalität an der Küste neu einlassen

muss. Das heißt aber nicht, dass der

ostfriesische Sparkassenmitarbeiter für

immer hier bleiben muss. Wir fördern

bewusst auch die überregionale Weiterbildung

durch unsere Akademien und

unsere Sparkassenhochschule. Doch die

Verwurzelung ist hier schon sehr stark.

Daher ist es ja auch gut, wenn unsere

Mitarbeiter auch von hier stammen und

für die Menschen da sind, die ebenfalls

hier zu Hause sind.

Könnte also jemand aus Berlin kein

guter Kundenberater der Sparkasse

LeerWittmund sein?

Generell doch, wenn er in der Lage ist,

sich auf die Region und die Menschen

einzulassen. Wichtig ist, dass man offen

ist, Initiative zeigt und die Sprache

unserer Kunden spricht. Freundlichkeit

und ein authentisches Auftreten sehe

ich ebenfalls als Grundvoraussetzungen.

Es gibt eben Dinge, die das Leben und

Arbeiten hier zu etwas Besonderem

machen.

Stammen Sie denn selbst aus Ostfriesland?

Nein, ich war aber noch nicht in der

Schule, als wir hierhergezogen sind.

Durch viele Freunde, die Arbeitskollegen,

die Mitgliedschaft in mehreren Vereinen

sowie durch ehrenamtliche Tätigkeiten

bin ich aber mit meiner Familie, meiner

Frau und unseren Kindern, hier absolut

heimisch geworden. Und ich glaube,

dass ich als Typ auch gut in den hohen

Norden passe.

Welche Strategie in der Personalentwicklung

verfolgt die Sparkasse?

Wir streben an, den richtigen Mitarbeiter

zur richtigen Zeit am richtigen Arbeitsplatz

zu haben. Dabei sind eine Markt-

und Dienstleistungsorientierung ganz

wichtig für uns. Das wollen wir in Zukunft

noch stärker fördern. All unser Handeln

soll sich auf den Kunden, auf seine

Bedürfnisse und auf eine hohe Qualität

ausrichten. Wir erwarten von unseren

Mitarbeitern, dass sie aktuelle und

zukünftige Anforderungen fachlich und

persönlich erfüllen und die Initiative

ergreifen, um ihre eigene Entwicklung zu

organisieren. Dabei unterstützen wir sie

dann tatkräftig.

Stellen Sie derzeit ein?

Ja. Im Schnitt haben wir jedes Jahr 20

Auszubildende. In 2011 haben wir es

mit einem doppelten Abiturjahrgang

zu tun. Wir bieten daher weitere Ausbildungsberufe

an und wollen weiterhin

überdurchschnittlich gut ausbilden. Der

Schwerpunkt liegt ansonsten klar in der

internen Weiterentwicklung. Leistung

soll sich für unsere Mitarbeiter lohnen.

Wir wollen ihnen in der Sparkasse immer

neue Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten

aufzeigen. Dafür haben

wir potenzial- und stärkenorientierte

Karrierewege, die auf unsere Mitarbeiter

zugeschnitten sind, entwickelt

und kommuniziert. So haben wir eine

hohe Transparenz und so kann auch der


Auszubildende abschätzen, welchen Weg

er bei uns gehen kann, wenn er zum Beispiel

mal Firmenkundenberater werden

möchte. Bei speziellem Bedarf schauen

wir uns ansonsten auf dem Arbeitsmarkt

um. Das ist aber der Ausnahmefall.

Warum sollte sich ein junger Mensch,

der die Wahl hätte, bei der Sparkasse

bewerben?

Wir sind ein sehr attraktiver Arbeitgeber

und auf keinen Fall 08/15. Ein junger

Mensch findet bei uns einen Beruf, der

abwechslungsreich ist. Es ist ab dem

ersten Tag der Ausbildung schon interessant

und vielseitig und wir übernehmen

nach der Ausbildung alle geeigneten und

guten Azubis. Wir achten zudem auch

darauf, dass die Mitarbeiter verschiedene

Bereiche kennen lernen. Es ist ein Job,

der Spaß macht, weil man jeden Tag mit

ganz vielen Menschen zu tun hat. Sowohl

mit Kunden als auch mit Kollegen. Und

es ist ein Job für jemanden, der gern im

Team arbeitet. Wer sich im Miteinander

mit anderen wohl fühlt, ist bei uns super

aufgehoben. Dazu kommen auch gute

Verdienstmöglichkeiten und attraktive

Standorte.

Das gilt ja zum Beispiel für Privat­ oder

Großbanken auch. Was spricht denn

aber ausdrücklich für die Sparkasse?

Gibt es vielleicht sogar etwas, was andere

Banken von der Sparkasse lernen

können?

Wir haben den Riesenvorteil, dass wir

uns sehr intensiv um unsere Leute kümmern

können. Wir haben durchgängig

das Ziel, unseren Mitarbeitern eine gute

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

„Es geht um Grundwerte

wie Zuverlässigkeit, Bodenständigkeit,

mit dem Kopf und dem Herzen

hier vor Ort sein.“

berufliche Perspektive zu bieten. Das ist

anderswo nicht immer der Fall. Das fängt

mit der Übernahme unserer Auszubildenden

in das Anstellungsverhältnis

an und geht dann bei den Angestellten

weiter. Wir werden immer schauen, dass

wir unsere Mitarbeiter zukunftsorientiert

beschäftigen können. Das ist heutzutage

sicher ein wichtiger Aspekt, den wir gut

darstellen können. Es gibt auch die Weiterbildung

eines Mitarbeiters bis hin zu

einem berufsintegrierten Hochschulstudium.

Dafür muss man die Praxis nicht

in Richtung Universität verlassen. Auch

bei uns kann man es zum Beispiel bis

zum Bachelor oder Master bringen und

bleibt gleichzeitig unter den Fittichen

der Sparkasse.

Sie verfügen in Leer und Wittmund ja

auch über beeindruckende Schulungszentren.

Das ist sicher auch ein wichtiges Argument.

Wir schulen unsere Mitarbeiter

ständig auch vor Ort. Die Sparkasse verfügt

über regionale und überregionale

Ausbildungszentren. Dabei bekommen

unsere Leute den Schliff für die Praxis

und weitere Unterstützung für ihre persönliche

und berufliche Entwicklung.

Wie entwickeln Sie die Führungskräfte

Ihres Hauses?

Das ist bei uns ein zentrales Thema. Die

Führungskraft ist unser erster Personalentwickler

und verlängerter Arm vor

Ort. Sie gibt durch ihre Kommunikation

Hilfestellung und Orientierung für unsere

Mitarbeiter im täglichen Geschäft. Außerdem

prägt sie maßgeblich die Werte und

61


62

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

die Kultur unserer Sparkasse. Wir planen

jährliche Entwicklungsmaßnahmen im

Führungsbereich und regelmäßig rücken

neue Kräfte in diesen Aufgabenbereich

nach. Das ist auch unter demografischen

Aspekten ein wichtiges Thema für uns.

Man begegnet unter den Mitarbeitern

der Sparkasse LeerWittmund relativ

vielen Frauen. Wie sieht es da aber auf

der Führungsebene aus?

Wir arbeiten derzeit intensiv an Personalentwicklungskonzepten,

die verstärkt

Frauen in Führungspositionen bringen

sollen. Ein Schwerpunkt ist zum Beispiel

die Begleitung von Müttern in der

Elternzeit und die Unterstützung bei der

Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Gibt es in Ihrem Haus auch Männer, die

Elternzeit nehmen?

Das ist bei uns momentan eher selten.

Wir sind hier eher im Bereich der beiden

Partnermonate des Elterngeldes, da gibt

es bereits einige Beispiele bei unseren

Mitarbeitern.

Es wäre aber möglich?

Das wäre absolut möglich. Wir unterstützen

das auch und wir haben Kollegen, die

darüber nachdenken. Ich glaube, dass

dieser Trend auch zunehmen wird, wenn

sich die Vorteile dieser flexiblen Regelungen

in der Gesellschaft durchsetzen.

Stichwort demographischer Wandel:

Die Gesellschaft altert und damit auch

Ihre Kundschaft. Wie reagieren Sie darauf

in Ihrer Personalentwicklung?

Für spezielle Themen wie die Generation

50 plus entwickeln wir spezielle Produkte

und machen unsere Mitarbeiter fit dafür.

So können Sie in jeder Lebensphase unserer

Kunden die passenden Lösungen

finden. Uns ist auch eine altersgerechte

Mischung in den Mitarbeiterteams wichtig.

Ältere und jüngere Mitarbeiter können

voneinander lernen. Mit konkreten

Nachfolgeplanungen werden Wissen und

Erfahrung optimal weitergegeben und

erhalten. Die Nähe zu unseren Kunden

und deren Vertrauen ist uns unabhängig

von den Altersgruppen sehr wichtig.

Braucht ein älterer Kunde einen älteren

Berater?

Das würde ich so nicht sagen. Natürlich

spielt die Erfahrung im Berufsleben und

im Umgang mit Menschen eine große

Rolle. Eine passgenaue Beratung kann

ein jüngerer Berater aber genauso gut

leisten, wenn er auf den Kunden eingeht,

über Einfühlungsvermögen verfügt und

damit ein Vertrauensverhältnis aufbaut.

Flexibilität und Offenheit im Denken sind

wichtig. Nicht jung oder alt, sondern

kundenorientiert muss man sein.

Würden Sie Ihrer Sparkasse

LeerWittmund ein bestimmtes Attribut

zusprechen?

Ich denke, eine passende Idee ist die der

Bodenständigkeit. Der Begriff ist für mich

mit der regionalen Verwurzelung positiv

belegt. Der überwiegende Teil unserer

Mitarbeiter ist ehrenamtlich tätig und

engagiert. Sie, und damit auch unsere

Sparkasse, sind echt und passen in die

Landschaft.


Die Sparkasse LeerWittmund hat Landrat

Henning Schultz am 18. Dezember

2009 als langjährigen Vorsitzenden

ihres Verwaltungsrates verabschiedet.

Im Rahmen einer Feierstunde zeichnete

der Präsident des Sparkassenverbandes

Niedersachsen, Thomas Mang,

ihn zudem für seine Verdienste mit der

Niedersächsischen Sparkassenmedaille

in Gold aus.

Landrat Schultz ist seit Jahrzehnten ein

großer Verfechter und Befürworter des

Sparkassengedankens. Er war seit seiner

Wahl im Jahr 1986 ununterbrochen als

Vorsitzender des Verwaltungsrates und

als Vorsitzender des Kreditausschusses

der früheren Kreissparkasse Wittmund

und seit dem 1. Januar 2007 der Sparkasse

LeerWittmund tätig. Darüber

hinaus hat er sich in weiteren Gremien

der Sparkassenorganisation hohe

Verdienste erworben und eine Vielzahl

von Ehrenämtern über lange Zeiträume

wahrgenommen. Hervorzuheben ist das

fördernde Wirken von Landrat Henning

Schultz in Vorständen und Beiräten von

Stiftungen und weiteren Institutionen.

Dazu gehört insbesondere seine Tätigkeit

als Vorsitzender des Stiftungsrates

der Sparkassenstiftung Harlingerland

seit deren Gründung am 11. Oktober

1995, als stellvertretendes Vorstandsmitglied

des Niedersächsischen Sparkassen-

und Giroverbandes, als Mitglied des

Stiftungsrates der Niedersächsischen

Sparkassenstiftung, als Kuratoriumsmitglied

der VGH-Stiftung, als Beiratsmitglied

der Bremer Landesbank, als

Mitglied des Aufsichtsrates und der

Trägerversammlung der Ostfriesischen

Landschaftlichen Brandkasse Aurich

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Niedersächsische Sparkassenmedaille in Gold

für Landrat Henning Schultz

sowie als Mitglied der Gesellschafterversammlung

der Grundstücks- und

Vermietungsgesellschaft Harlingerland

mbH. Im Jahr 2006 war Schultz dafür

bereits mit der Sparkassenmedaille in

Silber ausgezeichnet worden.

Der Vorsitzende des Vorstandes der

Sparkasse LeerWittmund, Heinz

Feldmann, würdigte den strategischen

Weitblick von Schultz und sein Streben

nach Förderung der hiesigen Wirtschaft

und der gesunden Weiterentwicklung der

Sparkasse.

Mit Ablauf des Jahres 2009 ist Henning

Schultz in den wohlverdienten Ruhestand

verabschiedet worden. Ab dem

1. Januar 2010 übernimmt der Landrat

des Landkreises Leer, Bernhard Bramlage,

den Vorsitz des Verwaltungsrates und

des Kreditausschusses der Sparkasse

LeerWittmund.

Henning Schultz (Landrat

Landkreis Wittmund) und

Thomas Mang (Präsident

des Sparkassenverbandes

Niedersachsen)

63


64

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Organe der Sparkasse LeerWittmund

Verwaltungsrat:

Vorsitzender:

- Henning Schultz,

Landrat (bis 31.12.2009)

- Bernhard Bramlage

(1. stellv. Vorsitzender bis 31.12.2009)

Landrat (ab 01.01.2010)

Mitglieder:

- Matthias Köring

(1. stellv. Vorsitzender)

Landrat (ab 26.01.2010)

- Heinz Dieter Schmidt

(2. stellv. Vorsitzender),

Geschäftsführer

- Dieter Baumann,

Kaufmann

- Heinz Buss,

Soldat i. R. (ab 17.03.2009)

- Wilfried-Dieter Dreesmann,

Landmaschinenbauer

- Hendrik Hamer,

stellv. Schuldirektor i. R.

- Joachim Heemsoth,

Geschäftsführer

- Johann Hillerns,

Landwirt

- Horst Kuhl,

Schulleiter i. R.

- Günter Peters,

Soldat i. R.

- Harm Poppen,

Samtgemeindebürgermeister i. R.

(bis 16.03.2009)

- Peter Schubert,

Verwaltungsangestellter i.R.

Beschäftigtenvertreter:

- Jörg Block,

Sparkassenangestellter (ab 01.04.2009)

- Weert Bunger,

Sparkassenangestellter (bis 31.03.2009)

- Roswitha Feldhoff,

Sparkassenangestellte

- Horst Henschen,

Sparkassenangestellter

- Thomas Weichers,

Sparkassenangestellter

- Hans-Werner Exner,

Verwaltungsbeamter

- Paul Dudenhöffer,

Gewerkschaftssekretär

Vorstand:

- Heinz Feldmann,

Vorstandsvorsitzender

- Detlef Oetter,

stellvertretender Vorstandsvorsitzender

- Carsten Rinne,

Vorstandsmitglied

Vorstandsvertreter:

Im Falle der Verhinderung

wird der Vorstand vertreten durch:

- Frank Fastenau

- Diedrich Kolthoff (bis 31.01.2010)

- Erhard Meyer

- Heinz Zimmermann


Beschäftigte ich habe die MA-Zahlen per 31.12.2009 noch mal überprüft. Hier das der neue Sparkasse LeerWittmund

och mal ich überprüft. habe die MA-Zahlen Hier das neue per 31.12.2009 noch mal überprüft. Hier das neue

Ergebnis:

Ergebnis:

weiblich Vollzeit 134 gesamt männlich Vollzeit 230 364weiblich

männlich 134 gesamt 230 weiblich 364 134 gesamt 364

weiblich Teilzeit 209 gesamt männlich Teilzeit 9 218weiblich

männlich 209 gesamt 9 weiblich 218 209 gesamt 218

weiblich Auszubildende 30 gesamt männlich Auszubildende 22 weiblich männlich 30 gesamt22

weiblich 30 gesamt

52 gesamt 634

52 gesamt 634

rbeiter Beschäftigte per 31.12.2009 per gesamt 31.12.2009 712634

Beschäftigte Mitarbeiter per 31.12.2009 gesamt 634 Mitarbeiter 712 per 31.12.2009 gesamt 712

09 Übernommene 14 Auszubildende Übernommene in 2009 14Auszubildende

in 2009 14

männlich 230

weiblich 134

126.720,- EUR

545.153,97 EUR

Wir beschäftigten im Jahresdurchschnitt:

364 Vollzeitbeschäftigte

männlich 230

weiblich 134

126.720,- EUR

545.153,97 EUR

männlich 230

weiblich 134

126.720,- EUR

545.153,97 EUR

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

männlich 9

weiblich 209

40.805,- EUR

68.915,- EUR

17.000,- EUR

218 Teilzeitbeschäftigte 52 Auszubildende

männlich 9

weiblich 209

40.805,- EUR Sozialstiftung 40.805,- im Landkreis EUR Sozialstiftung Leer i

68.915,- EUR Sparkassenstiftung 68.915,- EUR Harlingerland Sparkassenstif

17.000,- EUR Sparkassenkulturstiftung 17.000,- EUR Sparkassenkult

LeerWittmund

männlich 9

weiblich 209

männlich 22

weiblich 30

65


66

Die Sparkasse LeerWittmund / Privatkunden / Firmenkunden / Zahlen, Daten, Fakten

Standorte und Kontaktdaten

Stand: Mai 2010

Standort

Hauptstelle der Sparkasse LeerWittmund

Hauptstelle der Sparkasse LeerWittmund

Sparkasse Am Rathaus

Sparkasse Bingum

Sparkasse Blomberg

Sparkasse Borkum

Sparkasse Borkum Deichstraße

Sparkasse Bunde

Sparkasse Burhafe

Sparkasse Carolinensiel

Sparkasse Collinghorst

Sparkasse Ditzum

Sparkasse Ditzumerverlaat

Sparkasse Esens

Sparkasse Filsum

Sparkasse Flachsmeer

Sparkasse Friedeburg

Sparkasse Heisfelde

Sparkasse Hesel

Sparkasse Hoheellern

Sparkasse Hollen

Sparkasse Horsten

Sparkasse Ihrhove

Sparkasse Jemgum

Sparkasse Langeoog

Sparkasse Leerhafe

Sparkasse Loga

Sparkasse Möhlenwarf

Sparkasse Moormerland

Sparkasse Mühlenstraße

Sparkasse Neermoor

Sparkasse Neuharlingersiel

Sparkasse Oldersum

Sparkasse Ostrhauderfehn

Sparkasse Remels

Sparkasse Rhauderfehn

Sparkasse Spiekeroog

Sparkasse Stapelmoor

Sparkasse Veenhusen

Sparkasse Velde

Sparkasse Völlenerfehn

Sparkasse Warsingsfehn

Sparkasse Weener

Sparkasse Westerholt

Sparkasse Wittmund

Sparkasse Wymeer

Busgeschäftsstelle mit 33 Haltepunkten

SB-Sparkasse Bensersiel

SB-Sparkasse EmsPark

SB-Sparkasse Esenser Straße

SB-Sparkasse Klinikum Leer

SB-Sparkasse Langeoogstraße

SB-Sparkasse Multi Nord Verbrauchermarkt

SB-Sparkasse Multi Süd Verbrauchermarkt

SB-Sparkasse NEZ-Markt

Straße

Mühlenstraße 93

Dohuser Weg 34

Steinburgsgang 2-4

Am Bingumer Deich 35

Mühlenstraße 1

Georg-Schütte-Platz 11

Deichstraße 71

Bahnhofstraße 1

Bahnhofstraße 3

Bahnhofstraße 10

Hauptstraße 157

Mühlenstraße 10

Ditzumerverlaat 8

Steinstraße 39

Rathausstraße 4

Papenburger Straße 94

Hauptstraße 66

Heisfelder Straße 201

Stikelkamper Straße 1

Hoheellernweg 35

Hollener Landstraße 2

Hauptstraße 9

Bahnhofstraße 22

Hofstraße 9

Kirchstraße 8

Hauptstraße 6

Hauptstraße 6

Alte Bahnhofstraße 1a

Theodor-Heuss-Straße 10

Mühlenstraße 93

Süderstraße 32

Johann-R.-Mammen-Weg 1

Am Großen Tief 15

Hauptstraße 83

Ostertorstraße 70

1. Südwieke 2

Noorderpad 11

Hauptstraße 72 -74

Hauptstraße 167

Dorfstraße 2

Hauptstraße 66

Dr.-Warsing-Straße 229

Marktstraße 3

Dornumer Straße 5

Am Markt 1

Wymeerster Hauptstraße 44

Hauptstraße 19

Nüttermoorer Straße 2

Industriestraße 1

Augustenstraße 35-37

Langeoogstraße 2

Ringstraße

Südring

Süderstraße 2

PLZ

26789

26409

26789

26789

26487

26757

26757

26831

26409

26409

26817

26844

26831

26427

26849

26810

26446

26789

26835

26789

26670

26446

26810

26844

26465

26409

26789

26826

26802

26789

26802

26427

26802

26842

26670

26817

26474

26826

26802

26847

26810

26802

26826

26556

26409

26831

26427

26789

26409

26789

26409

26789

26789

26835

Ort

Leer

Wittmund

Leer

Leer

Blomberg

Borkum

Borkum

Bunde

Wittmund

Wittmund

Rhauderfehn

Jemgum

Bunde

Esens

Filsum

Westoverledingen

Friedeburg

Leer

Hesel

Leer

Uplengen

Horsten

Westoverledingen

Jemgum

Langeoog

Wittmund

Leer

Weener

Moormerland

Leer

Moormerland

Neuharlingersiel

Moormerland

Ostrhauderfehn

Uplengen

Rhauderfehn

Spiekeroog

Weener

Moormerland

Velde

Westoverledingen

Moormerland

Weener

Westerholt

Wittmund

Bunde

Bensersiel

Leer

Wittmund

Leer

Wittmund

Leer

Leer

Holtland

Impressum:

Herausgeber: Sparkasse LeerWittmund · Mühlenstraße 93 · 26789 Leer · www.sparkasse-leerwittmund.de

Redaktionelle Verantwortung: Frank Fastenau, Bereichsleiter Vertrieb und Kommunikation

und Carsten Mohr, Leiter Öffentlichkeitsarbeit-Kommunikation

Konzeption: Thomas P. Reiter · RAIKE Kommunikation GmbH · www.raike.info

Gestaltung: Werbeagentur image Marketing GmbH · www.i-marketing.de

Fotografie: Studio Grothmann · www.grothmann-fotografie.de

Druck: Rautenberg Druck GmbH · www.rautenbergdruck.de

Wir danken allen beteiligten Partnern für die freundliche Unterstützung.

Unser besonderer Dank gilt hierbei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Telefon

0491 98 98 0

04462 987 0

0491 969630

0491 2464

04977 912000

04922 93090

04922 930932

04953 1347

04973 912000

04464 8068

04952 95220

04902 666

04959 200

04971 2070

04957 287

04955 8244

04465 94740

0491 969620

04950 2008

0491 919060

04489 1249

04453 938063

04955 92290

04958 1218

04972 912073

04462 942190

0491 977790

04953 8806

04954 95720

0491 9898238

04954 9280 0

04974 912093

04924 386

04952 95210

04956 91100

04952 92070

04976 912073

04951 91050

04954 95760

04957 316

04961 942920

04954 95380

04951 3070

04975 912000

04462 987654

04903 915900

0170 6359187

Telefax

0491 98 98 303

04462 987 300

0491 9696330

0491 66753

04977 912001

04922 930930

04922 7899

04953 1372

04973 912001

04464 8386

04952 952220

04902 443

04959 710

04971 20750

04957 8197

04955 6238

04465 947450

0491 9696230

04950 774

0491 9190630

04489 3260

04453 938064

04955 922930

04958 530

04972 912074

04462 942191

0491 9777930

04953 6968

04954 95729

0491 9898438

04954 928015

04974 912094

04924 1253

04952 952120

04956 911030

04952 920730

04976 912074

04951 910530

04954 957630

04957 8389

04961 9429230

04954 953810

04951 30777

04975 912001

04462 987142

04903 9159010

0491 98 98 303


S Sparkassen im Geschäftsgebiet

1 Sparkasse Bensersiel - SB: Hauptstraße

2 Sparkasse Blomberg

3 Sparkasse Borkum - Georg-Schütte-Platz

4 Sparkasse Borkum - Deichstraße

5 Sparkasse Burhafe

6 Sparkasse Bunde

7 Sparkasse Collinghorst

8 Sparkasse Carolinensiel

9 Sparkasse Ditzum

10 Sparkasse Ditzumerverlaat

11 Sparkasse Esens

12 Sparkasse Filsum

13 Sparkasse Flachsmeer

14 Sparkasse Friedeburg

15 Sparkasse Hesel

16 Sparkasse Hollen

17 Sparkasse Holtland - SB: NEZ-Markt

18 Sparkasse Horsten

19 Sparkasse Ihrhove

20 Sparkasse Jemgum

21 Sparkasse Langeoog

22 Sparkasse Leer - Am Rathaus

23 Sparkasse Leer - Bingum

24 Sparkasse Leer - SB: EmsPark

25 Sparkasse Leer - Heisfelde

26 Sparkasse Leer - Hoheellern

27 Sparkasse Leer - SB: Klinikum Leer

28 Sparkasse Leer - Loga

29 Sparkasse Leer - Mühlenstraße

29 Hauptstelle der Sparkasse LeerWittmund, Mühlenstraße

30 Sparkasse Leer - SB: Multi Nord

31 Sparkasse Leer - SB: Multi Süd

32 Sparkasse Leerhafe

33 Sparkasse Möhlenwarf

34 Sparkasse Moormerland

35 Sparkasse Neermoor

36 Sparkasse Neuharlingersiel

37 Sparkasse Oldersum

38 Sparkasse Ostrhauderfehn

39 Sparkasse Remels

40 Sparkasse Rhauderfehn

41 Sparkasse Spiekeroog

42 Sparkasse Stapelmoor

43 Sparkasse Veenhusen

44 Sparkasse Velde

45 Sparkasse Völlenerfehn

46 Sparkasse Warsingsfehn

47 Sparkasse Weener

48 Sparkasse Westerholt

49 Sparkasse Wittmund - Am Markt

50 Hauptstelle der Sparkasse LeerWittmund, Dohuser Weg

51 Sparkasse Wittmund - SB: Esenser Straße

52 Sparkasse Wittmund - SB: Langeoogstraße

53 Sparkasse Wymeer

Busgeschäftsstelle

Maßstab 1 : 110 000

0 5 10 km

Geschäftsgebietskarte

67


Hauptstelle Leer

Mühlenstraße 93 · 26789 Leer

Hauptstelle Wittmund

Dohuser Weg 34 · 26409 Wittmund

www.sparkasse­leerwittmund.de

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