Texte zur FD_5_Produktives_Ueben_im_Mathematikunterricht

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Texte zur FD_5_Produktives_Ueben_im_Mathematikunterricht

J. Schäfer Texte zur Fachdidaktik Mathematik (5): Leitidee Zahl: Produktives Üben im Mathematikunterricht November 2005

Damit erfahren die Vorstellung von mathematischem Lernen und die intendierten

Zielsetzungen eine Erweiterung und Akzentverschiebung. Im Vordergrund steht

nicht mehr die Ergebnisorientierung, sondern vielmehr die Prozessorientierung,

indem im Lerngeschehen dem Prozess der Aneignung stärkere Beachtung geschenkt

und mehr Raum gegeben wird.

Das bedeutet für die Zielsetzungen der Unterrichtspraxis,

• dass Kinder eigene Wege gehen müssen, um Mathematik verstehen zu können.

• dass Differenzierung in eben diesen unterschiedlichen Wegen begründet liegt und

in der individuellen Unterstützung der Wege des Kindes und nicht in einer

Stufung eines Aufgabenangebots von leicht-mittel-schwer.

• dass Fehler verstanden und genutzt werden, um die Wege der Kinder zu verstehen.

• dass Üben integraler Bestandteil des Lernprozesses ist und sich nicht mehr

definiert über die möglichst schnelle Abrufbarkeit von Automatismen.

• dass soziales Lernen verstanden wird als Notwendigkeit, um in der Interaktion

und Kooperation mit anderen Wege zu finden, zu verwerfen, zu optimieren...

• dass Kommunikation im Sinne von Argumentieren und Diskutieren stattfindet

und nicht als Wechselspiel von Lehrerfragen und Schülerantworten.

Angesichts dieser Zielsetzungen ist die Mathematik nicht mehr Selbstzweck, sondern

wird als Werkzeug verstanden, das zur Problemlösung benötigt wird und auf

diesem Wege zur Orientierung, zum Verständnis und zur Bewältigung der Lebenswirklichkeit

beiträgt.

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