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bw.heilbronn.de

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Ausgabe 2/2012

„Wer bin ich - wer bist Du?” 8 Seiten Sonderbeilage in der Heftmitte

Servicezentren Wohnen: Heilbronn, Lauffen, Neckarsulm

BildungsWerkstatt: Gabelstapler-Führerschein

ChancenWerkstatt: Arbeitsplätze in Firmen

GenussWerkstatt: Beate Haug-Karr verabschiedet


INHALT

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Editorial

DAS THEMA: WOHNEN

Servicezentrum Heilbronn

Servicezentrum Lauffen, Neckarsulm

Wohnen mitten in Heilbronn

STANDORT HEILBRONN

Garten der Sinne

Gienger – komme mit Fallschirm

Kronenkreuze und Jubilare

Neues Haus für FuB

Messe in der IHK

BildungsWerkstatt: Gabelstapler-Kurs

STANDORTE

Bad Friedrichshall: Erlenbiswoche

Bad Friedrichshall: Sehmobil

Bad Friedrichshall: Training mit Profis

Bad Friedrichshall: Special Olympics

Crailsheim: Briefkasten für Ideen

19-26 sonderbeilage KUnst

27 Crailsheim: Besuch bei Voith

29 Ingelfingen: Azubis im Praktikum

30 Ingelfingen:Projekt mit Hochschule

31 Ingelfingen: Neue Außentreppe

31 Schwäbisch Hall: Tag der offenen Tür

32 Talheim: 10 Jahre

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NACHRICHTEN

Besuch beim Bäcker

Saft und Brotaufstrich

Schul-Mäppchen

PERSONALIEN

Ausbildung abgeschlossen

Arbeitsplätze für Thomas Jakob...

... Felix Berger und Gerhard Wagner

Rose Stotz in Altersteilzeit

Beate Haug-Karr in Altersteilzeit

Neu in den Werkstätten

Wolfgang Klimpel gewählt

Alfred Vogt gefeiert

GUTE TATEN UND TERMINE

Gute Taten

Heimbeiräte tagen

Termine 2013

INFORMATION IM INTERNET

Vieles über die Beschützende Werkstätte kann

man im Internet-Angebot unter www.bw-heilbronn.de

finden. Da gibt es Termine, Informationen

über die Bereiche Bildung, Arbeit, Wohnen, die

komplette Informationsbroschüre „Eingliederungshilfe

– Wissenswertes von A-Z“, Berufsangebote

und vieles mehr.

62 KONTAKT | | 2/2012 1/2012

IMPRESSUM

Servicezentren

in der Stadtmitte

„Näher bei den Menschen“ heißt die

Grundidee der citynahen Servicezentren,

die in diesem Jahr in den Stadtzentren in

Heilbronn, Neckarsulm und Lauffen eröffnet

wurden. Dort finden Mitarbeiter und

Angehörige Beratung und Unterstützung.

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Spaß trifft Straße

bringt viele Besucher

Weil die Beschützende Werkstätte Bad

Friedrichshall ihren Tag der offenen Tür

mit dem Straßen-Theater-Fest der Stadt

verknüpfte, hatte sie viele Besucher. Gruppenleiterin

Monika Kuttruf vom FuB zeigte,

wie man mit Fingerpinseln malen kann.

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Schulmäppchen und

Boxen werden befüllt

Seit über zehn Jahren arbeitet die Beschützende

Werkstätte in Talheim und

Kirchhausen mit der weltbekannten Heilbronner

Firma Baier & Schneider (BRUN-

NEN) zusammen. Schulmäppchen und

Schulboxen werden zuverlässig befüllt.

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Drei Beispiele für den

ersten Arbeitsmarkt

Mitarbeiter der Beschützenden Werkstätte

haben einen Platz auf dem 1. Arbeitsmarkt

bekommen. Thomas Jakob, Felix Bergner

und Gerhard Wagner verdanken ihn ihrem

persönlichen Einsatz und der Mitwirkung

von Firmen und Institutionen.

Herausgeber: Beschützende Werkstätte

für geistig und körperlich Behinderte

Heilbronn e.V.

Längelterstraße 188, 74080 Heilbronn,

Telefon: 07131 4704-0 · Internet: www.bw-heilbronn.de

Redaktion: Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut,

Gerhard Schwinghammer

Gestaltung: CreativTeam Friedel, Leingarten

Druck: Druckerei Welker, Neckarsulm

Fotos: Beschützende Werkstätte, Gerhard Schwinghammer

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DAS THEMA

STANDORT BAD FRIEDRICHSHALL

NACHRICHTEN

PERSONALIEN


Liebe Leserinnen

und Leser,

„Stillstand ist Rückschritt.“ So wird

oft ein deutscher Manager zitiert. Er

meinte auch den großen Energiekonzern,

den er geleitet hat. Seit langem

läuft die Diskussion über die technisch

sichere, umweltverträgliche und den

zunehmenden Strombedarf garantierende

Energieerzeugungsform. Die

Politiker nennen es „Energiewende“

und meinen damit: Ein neues Denken

und Handeln ist notwendig, wenn wir

die Zukunft bestehen wollen. Das gilt

nicht nur für Energie-Unternehmen, die

Strom an ihre Kunden verkaufen.

Unsere „Kunden“ haben auch Erwartungen und ein großes

Vertrauen in uns. Wir geben den Menschen mit Behinderung

die richtige Energie mit auf ihren Weg. Und weil sich die

Welt um uns herum ständig verändert, müssen wir darauf

achten, dass wir nicht einfach auf dem einmal eingeschlagen

Weg bleiben, auch wenn er lange Jahre der richtige

war. „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren,

was er bewahren möchte“, hat uns in passenden Worten der

ehemaligen Bundespräsident Gustav Heinemann ermahnt.

Wenn die Politik auf der Grundlage der UN-Konvention

über die Rechte von Menschen mit Behinderung Inklusion

und Integration fordert, ist das ihre Sache. Wir sind

im Alltag nahe an den Menschen dran. Deshalb haben wir

sie schon 2010 im Rahmen unseres Projektes „Zukunfts-

Werkstatt“ gefragt, wie sie künftig leben, arbeiten und ihre

Freizeit verbringen wollen. Zusammen mit den Betroffenen

wollten und wollen wir die richtigen Entscheidungen für

die Zukunft treffen. Das war und ist unsere Form von Beteiligungs-Kultur.

Aus den vielen Erkenntnissen haben wir Überlegungen für

die Werkstatt 2020 entwickelt. Als modernes sozialwirtschaftliches

Unternehmen sind wir bereit zur Veränderung.

Ein Beispiel sind die Servicezentren

Wohnen. Wir haben sie in diesem Jahr

an verschiedenen Orten im Heilbronner

Land als Anlaufstellen für Menschen mit

Behinderung und deren Angehörigen

eingerichtet. Dort erhalten sie in ihrem

Lebensumfeld Unterstützung, um ihren

Platz im Arbeitsleben und in der Gesellschaft

beanspruchen zu können.

Andere Veränderungsprozesse laufen

schon länger oder wurden gerade

begonnen. Die GenussWerkstatt hat

neue Arbeitschancen eröffnet. Die

ChancenWerkstatt öffnet die Tür zu neuen Arbeitswelten.

Die neu gegründete BildungsWerkstatt schafft Grundlagen

für eine erweiterte Förderung, die noch stärker als bisher

auf die einzelne Person ausgerichtet ist.

Die Zukunftsprozesse gehen 2013 weiter. Wir wissen,

dass Veränderungsbereitschaft Grundlage für Unternehmenserfolg

ist. Wir wissen auch, dass wir dabei

Gewohnheiten verändern und deshalb die betroffenen

Personen mitnehmen und begeistern müssen. Das

gilt für neue Organisationsstrukturen in der Verwaltung

ebenso wie für die Zukunft des Förder- und

Betreuungsbereiches in einem neuen Haus in Böckingen

oder für Maßnahmen an den anderen Standorten.

„Am Mut hängt der Erfolg“, hat der Dichter Theodor

Fontane gesagt. Wir haben Mut

Ihr

Hans-Christoph Ketelhut

EDITORIAL

KONTAKT | 2/2012

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DAS THEMA

WOHNEN

Die Beschützende Werkstätte Heilbronn e.V. ist jetzt noch

näher bei den Menschen. In zentraler Lage in Heilbronn,

Lauffen und Neckarsulm wurden 2012 neue stadtnahe

Servicezentren Wohnen eröffnet. „Hier finden Menschen mit

Behinderung und deren Angehörige freundliche und kompetente

Ansprechpartner direkt vor der Haustür und mitten im

Leben“, sagt Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut, Vorstand

der Beschützenden Werkstätte e.V.: „Sie werden optimal

beraten und finden individuelle Hilfe und Unterstützung rund

um die Themen Wohnen und Freizeit.“

Gemeinsam wird beraten, welche Unterstützungsangebote

der persönlichen Situation des Menschen mit Behinderung

am besten gerecht werden. Dazu gehört auch die Organisation

von Putzhilfen, Behördengängen oder Arztbesuchen.

Gleichzeitig sollen Angehörige Kompetenz in allen Fragen

vorfinden.

„Wohnen ist mehr als die Unterbringung in einem Haus.

Wohnen ist die Verbindung von Wohnunterkunft, Zuhause,

unmittelbarem Wohnumfeld und Nachbarschaft“, erklärt

Gesamtwohnbereichsleiter Rainer Reibold die Idee. Dazu

gehört vor allem individuelle Beratung. Dass dafür Bedarf

besteht, stellte der Wohnbereich der Beschützenden Werkstätte

Heilbronn bei der großen Umfrage unter dem Titel

„ZukunftsWerkstatt“ und seit der Einrichtung des Service-

4 KONTAKT | 2/2012

NEU IN HEILBRONN, LAUFFEN UND NECKARSULM

Servicezentren Wohnen

In Heilbronn wurde das Servicezentrum am 28. Juni 2012 eingeweiht.

zentrums in Künzelsau im Jahr 2006 fest. Reibold ist überzeugt:

„Mit der umfassenden Beratung vor Ort gehen wir

den richtigen Weg in die Zukunft, wie sie sich Menschen mit

Behinderung vorstellen.“ Für ihn ist das auch ein wichtiger

Beitrag zum selbstbestimmten Leben. In den Servicezentren

finden die Besucher Beratungsplätze, einen Aufenthaltsbereich,

Küche und Platz für Veranstaltungen. In freundlichhoffnungsvollem

Grün – die Hausfarbe der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn – sind die Räume gestaltet.

Der Förderverein der Beschützenden Werkstätte hat für die

neuen Servicezentren Heilbronn eine Starthilfe in Höhe von

insgesamt 15000 Euro aus Spenden gegeben. Die Industriegewerkschaft

Metall Heilbronn-Neckarsulm unterstützte die

Einrichtung des dortigen Servicezentrums mit 2500 Euro.

z Gerhard Schwinghammer


SERVICEZENTRUM

Neckarsulm

Mitten in der Stadt: Servicezentrun Neckarsulm

In Neckarsulm wurde das Servicezentrum offiziell am 17.

August eröffnet. Vom Heimbeirat wünschten Alois Fleck,

Rosemarie Remmler und Martina Roßbach der neuen Einrichtung

„Glück und Gottes Segen.“ Regionalleiter Ronny Linde

hatte zur Eröffnung ein buntes Programm mit musikalischen

Beiträgen zusammengestellt. Pfarrer Dieter Steiner von der

evangelischen Neckarsulmer Martin-Luther-Gemeinde

zeigte sich erfreut, dass „eine weitere kirchliche Einrichtung

hier Station bezieht“. z

DAS THEMA

WOHNEN

Wohnen bei der Beschützenden Werkstätte

450 Wohn- und Betreuungsplätze gibt es bei der Beschützenden Werkstätte Heilbronn an mehreren Standorten.

Die Wohn- und Freizeit-Angebote sind auf die persönlichen Anforderungen abgestimmt:

Wohnen in einem unserer Wohnhäuser

Wohnen in einer Wohngemeinschaft

Wohnen in der eigenen Wohnung

Kurzzeitaufenthalte in einem Wohnbereich

Tagesstruktur für Senioren

Begleitetes Wohnen in Familien

Beate Keppele im Servicezentrum Lauffen

SERVICEZENTRUM

Lauffen

In Lauffen fand die Einweihung am 6. Juli statt. Bürgermeister

Klaus Peter Waldenberger nennt das neue Servicezentrum

einen „attraktiven Beitrag zur lebendigen Stadtmitte“

und zum Eingliederungsziel. Schon 1971 war die Beschützende

Werkstätte in der Lindenstraße in Lauffen mit einer

Werkstätte vertreten, die später nach Talheim verlegt wurde.

Bürgermeister Waldenberger kann sich vorstellen, dass auf

diesem Gelände einmal Wohnformen für Menschen mit

Behinderung entstehen. z

Familienunterstützende Dienste

Freizeit, Kultur und Bildungsangebote

Beratung in sozialen, rechtlichen und pädagogischen

Fragen

Assistenz bei der Inanspruchnahme eines persönlichen

Budgets

KONTAKT | 2/2012

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DAS THEMA

WOHNEN

Heilbronn Eichgasse 16

Telefon 07131 203132-0

Ansprechpartner Peter Braun (HN Süd),

Adrian Hopp (HN Ost) und Vanessa Betz (HN Nord)

Öffnungszeiten

Montag 11 bis 17 Uhr, Dienstag u. Donnerstag 14 bis 17 Uhr

Lauffen am Neckar Lange Straße 38

Telefon 07133 2023970

Ansprechpartner Oliver Beduhn

Öffnungszeiten

montags von 10 bis 15 Uhr, dienstags von 12 bis 14 Uhr

und donnerstags von 11 bis 17 Uhr

Neckarsulm Neckarstraße 6

Telefon 07132 3406835

Ansprechpartner Ronny Linde

Öffnungszeiten

Montag 14 bis 17.30 Uhr, Dienstag 14 bis16.30

Donnerstag 14 bis 17.30 Uhr

Crailsheim Adam-Weiß-Straße 32

Telefon 07951 469776

Ansprechpartnerin

Stefanie Gerges (Crailsheim Ost)

und Harald Bruder (Crailsheim West)

Öffnungszeiten

Montag, Dienstag, Donnerstag 14 bis 17 Uhr

Künzelsau Keltergasse 43

Telefon 07940 935236

Ansprechpartnerin Elke Rösch

Öffnungszeiten

Dienstag 9 bis 13 Uhr, Freitag 12 bis 16 Uhr,

Samstag 11 bis 14 Uhr

Schwäbisch Hall Michaelstraße 282

Telefon 0791 9413476

Ansprechpartner Stephan Braun

Öffnungszeiten Montag 11 bis 17 Uhr, Mittwoch 9 bis 12

Uhr, Donnerstag 14 bis 17 Uhr

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HIER FINDEN SIE

WohnKONTAKT

KONTAKT | 2/2012

NEUES WOHNANGEBOT

Mitten in Heilbronn

Heike Hohenfeld von der Stadtsiedlung Heilbronn (links) übergibt die

Schlüssel an Sandra Tripps von der Beschützenden Werkstätte.

Gleich beim Einkaufs- und Kulturzentrum K 3: neue

Stadt-Wohnungen im Gebäude rechts unten.

Schlüsselübergabe in der Sülmer City

Ein neues Projekt im Rahmen der Ambulanten Wohnangebote

gibt es in Heilbronn. In der Sülmer-City zwischen der

Nikolaikirche und dem K3-Center sanierte die Stadtsiedlung

das Mehrfamilienhaus Sülmerstraße 74-76. Die Diakonie bot

hier 36 Jahre eine Begegnungsstätte an. Die Beschützende

Werkstätte mietete jetzt die unter Leitung des Heilbronner

Architekturbüros May sanierten und umgebauten

Wohnungen. Elf Plätze für Menschen mit Behinderung

wurden geschaffen. Es sind Appartements in verschiedenen

Ausführungen. Mitten im Zentrum der Stadt, nahe beim

neuen Servicezentrum in der Eichgasse, können die Bewohner

Ärzte, Apotheken und Läden zum Einkauf ebenso wie alle

Nahverkehrsmittel wie Bus und Stadtbahn zu Fuß erreichen.

"So haben auch Menschen mit Behinderung eine Chance

auf eine Wohnung in der Stadt", sagt Sandra Tripps von

der Wohnbereichsleitung Heilbronn Ost. Die Nachfrage war

schon beim Informationstag groß. Die Stadtsiedlung Heilbronn

betont in diesem Zusammenhang ihren Sozialauftrag. z


37600 € SpENDE VON DER HELLMUT UND FRIDA-MOGLER-STIFTUNG

Garten der Sinne mit Stein der Weisen

Einweihung des Sinnesgartens der Beschützenden Werkstätte in Böckingen.

Verschlungene Wege, eine vielseitige Bepflanzung mit

Blumen und Beerensträuchern – im neuen „Garten der

Sinne“ der Beschützenden Werkstätte in Heilbronn-

Böckingen fühlten sich die Menschen mit Behinderung

bei der Einweihung am 2. Juli 2012 schon sichtlich wohl.

„Unsere Gärtner haben das alles toll gemacht“,

schwärmte Dorothea Wittgen, die Leiterin der Tagesstruktur

im Wohnhaus Nord. Pfarrer Hans-Christoph

Ketelhut, Vorstand der Beschützenden Werkstätte,

erklärte den persönlichen Nutzen vom Spazierengehen

bis zum Schwätzle: „Einen solchen Garten haben wir

uns immer gewünscht.“

Er dankte Werner Wittmann, Vorstand der Heilbronner

Hellmut- und Frida-Mogler-Stiftung zur Förderung

der Altenhilfe und der Unterstützung hilfsbedürftiger

Personen, die mit einer Spende von 30000 Euro den

ersten Bauabschnitt ermöglicht hat. Ein zweiter wurde

mit 7600 Euro gefördert. Wittmann war begeistert vom

„ganz tollen Projekt“.

„So schön ist’s in der Natur. Von Langeweile keine

Spur“, drückte Seniorin Gabriele Landgrebe ihre

Gefühle in einem Gedicht aus. Robert Meyer, Gruppenleiter

Gartenbau bei der Beschützenden Werkstätte,

wollte „keinen Garten nur zum Anschauen machen“.

So findet man entlang der Wege auch verschiedene

Kräuterbeete und einen Weingarten mit Tafeltrauben.

HEILBRONN | STANDORTE

Das Team von Meyer hat auch den Brunnen-„Stein der

Weisen“ mitten in die schmucke Anlage gestellt. Mitglieder

des Heimbeirates haben ihn als Höhepunkt der von

Musiktherapeut Johann Thomas musikalisch umrahmten

Eröffnungsfeier enthüllt und zum Plätschern gebracht.

Auch das munter springende Wasser regt die Sinne an.

z Gerhard Schwinghammer

Werner Wittmann (links) von der Hellmut- und Frida-Mogler-Stiftung

übergibt am „Stein der Weisen“ im neuen Sinnesgarten der Beschützenden

Werkstätte in Böckingen einen Scheck in Höhe von 30000 Euro an Werkstätten-Vorstand

Hans-Christoph Ketelhut.

KONTAKT | 2/2012 7


STANDORTE | HEILBRONN

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SOMMERFEST IN HEILBRONN

Eberhard Gienger kommt wieder

„Sind weitere gesetzliche Maßnahmen notwendig?“ fragt

der Bundestagsabgeordnete Eberhard Gienger. Und Pfarrer

i.E. Hans-Christoph Ketelhut, Vorstand der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn e.V., antwortet klar: „Das würde uns

helfen.“

Gienger ist zum Sommerfest der Werkstätte gekommen.

Themen sind nicht nur der Bundesfreiwilligendienst als

Nachfolge des abgeschafften Zivildienstes, das Förder- und

Betreuungskonzept oder die Chancen der Integration von

Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Gienger informiert sich beim Rundgang durch Industriemontage,

Konfektion, Schreinerei und Hauswirtschaft

auch über die vielfältige und für die Auto-Industrie (Audi ist

ein Großkunde) extra zertifizierte Tätigkeit der Werkstätte,

die in Heilbronn-Böckingen 310 Mitarbeitern mit Behinderung

einen Arbeitsplatz bietet. Statt 30 Zivis früher gibt es

jetzt hier nur noch fünf Bundesfreiwilligen-Dienstler, erfuhr

er. Ketelhut: „Wir leiden unter dieser Entwicklung.“

Beim Sommerfest ist Freude angesagt. In seiner Andacht

interpretiert Hans-Christoph Ketelhut das Gleichnis vom

Licht und das Wort von Jesus an seine Jünger „Ihr seid das

Licht der Welt.“ so „Wir wollen alle da sein, wo Licht ist.“ Die

Tür aufmachen, um zu zeigen, dass „wir stolz darauf sein

könne, was wir leisten können“ – das sei der Sinn des Festes

mit Flohmarkt, Spiele-Parcours, Führungen durch den Werkstattbereich,

Bildergalerie sowie einer Vorführung der Theatergruppe

und Musik von „Handle With Care”, der Band der

Offenen Hilfe Heilbronn. Dass die Beschützende Werkstätte

sich nach außen öffnet, beweist die Mitwirkung des FanfarenCorps

Meimsheim und der Böckinger Rasenäckermusikanten

bei der Programmgestaltung.

„Hallo Herr Ketelhut“ – Mitarbeiter nutzen beim Rundgang

die Gelegenheit, dem „Chef“ kleine und große Probleme nahe

KONTAKT | 2/2012

Die Arbeit der Beschützenden Werkstätte Heilbronn ließ sich der Bundestagsabgeordnete

Eberhard Gienger (Mitte) beim Sommerfest von Pfarrer i.E.

Hans-Christoph Ketelhut (links) und Standortleiter Christof Sanwald (rechts)

erklären.

zu bringen oder einfach die Hand zur drücken. Reckweltmeister

Eberhard Gienger, der am Vormittag in der Pfalz bei

einer Benefizveranstaltung noch einen seiner bekannten

Fallschirmsprünge absolviert hat, muss in Böckingen Autogramme

geben. Er verspricht zum Abschied im Blick auf die

Baustelle Verwaltungsgebäude: „Zur Einweihung bringe ich

die himmlische Botschaft“ – per Fallschirm.

z Gerhard Schwinghammer

Autogramme musste Reckweltmeister Eberhard Gienger bei seinem

Besuch in der Beschützenden Werkstätte Heilbronn geben. Vom

Genuss seines Träublekuchens ließ er sich dabei nicht abbringen.

Bilder: Gerhard Schwinghammer


Pfarrer Hans-Christoph Ketelhut (2. Von links) überreichte beim Sommerfest

der Beschützenden Werkstätte Heilbronn Kronenkreuze an (von links) Gabriele

Dorsch, Rochus Tröbs und Konrad Rauh.

Eine besondere Auszeichnung erhielten beim Sommerfest

der Beschützenden Werkstätte Heilbronn drei 1987 eingetretene

Mitarbeiter. Das Kronenkreuz der Diakonie überreichte

AUSZEICHNUNGEN BEIM SOMMERFEST

Drei Kronenkreuze

HEILBRONN | STANDORTE

Werkstätten-Vorstand Hans-Christoph Ketelhut der Heilerziehungspflegerin

und Gruppenleiterin Gabriele Dorsch,

Industriemeister, Heilerziehungshelfer und Gruppenleiter

Konrad Rauh und Betriebswirt Rochus Tröbs, der mit Aufgaben

wie Controlling, Qualitätsmanagement und Datenschutz

beauftragt ist. Das Besondere: Alle haben die bisherigen

drei Vorstände Dieter Bechstein, Rainer Hinzen und Hans-

Christoph Ketelhut erlebt. Gabriele Dorsch betreut Aufträge

unter anderem für Audi, MSI, Gessmann und die Felsengartenkellerei

Besigheim. Konrad Rauh betreut in Kirchhausen

im Bereich Verpackung unter anderem Aufträge von Mayer

Kuvert oder für Papiertischdecken für Biertischgarnituren.

Sein Selbstverständnis: „Ich schätze vor allem die menschliche

Wärme, Offenheit und Ehrlichkeit, welche die uns anvertrauten

Mitarbeiter uns täglich entgegenbringen.“

32 Jubilare bei der Beschützenden Werkstätte

Mit Urkunden und Blümchen hat die Beschützende Werkstätte

Heilbronn ihre Jubilare ausgezeichnet:

10 Jahre dabei sind Martin Boluminski (Gartenbau), Sevda

Yenigün (Konfektion), Zygmunt Dmitrowski (Schreineri), Sabine

Lenzner (Weberei), Angelika Zimmermann (Weberei),

Dirk Bleyer (Montage), Stephanie Kasiske (Montage), Kassem

Issa (Montage), Thomas Mucha (Montage), Alexander Litke

(Verpackung).

20 Jahre Mitarbeiter sind Ralf Heinz

(Schreinerei), Walter Kasper (Schreinerei),

Kieu-Ngan Huynh (Weberei), Peter Sauber

(Verpackung), Hans.-Werner Schnell (Verpackung),

Margot Hauptmann (Förder- und

Betreuungsbereich). 25 Jahre arbeiten Stephan

Buitrago (Gartenbau), Ursula Schneider

(Konfektion), Christina Scharfenberg

(Weberei), Manuela Späth (Weberei), Horst

Seidel (Tagessstruktur Senioren) in der Beschützenden

Werkstätte.

30 Jahre Erika Weipert (Konfektion), Peter

Dörr (Schreinerei), Andreas Schimpf (Mon-

tage), Hans-Jürgen Schimpl (Montage), Ingeborg Schmidt

(Montage), Janos Kis (Verpackung), Karin Reitz (Verpackung),

Sabine Mann (Förder- und Betreuungsbereich), Liane Morr

(Tagesstätte), Brigitte Röber (Tagesstätte).

40 Jahre: Theresia Brattengeier und Gerhard Westphal (Tagessstruktur

Senioren).

Jubilare der Beschützenden Werkstätte Heilbronn

KONTAKT | 2/2012 9


STANDORTE | HEILBRONN

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IN DER NäHE DER BESCHüTZENDEN WERKSTäTTE IN HEILBRONN

30 neue FuB-Plätze

Im Förder- und Betreuungsbereich (FuB) werden Menschen

betreut, die aufgrund der Schwere Ihrer Behinderung nicht

oder noch nicht in den Arbeitsbereich (Werkstätten) integriert

werden können. Der Bedarf wird immer größer. Unter

den betreuten Personen sind immer mehr Rollstuhlfahrer

und immer mehr Menschen, die aufgrund ihrer sehr individuellen

Behinderungsart und Diagnose aufwändige Hilfsmittel

benötigen.

Bislang in Heilbronn angemietete Räume waren zu klein

und weder technisch noch baulich auf den Zukunftsbedarf

ausgerichtet. Anfang 2012 musste eine FuB-Gruppe ihre

Räume in der Heilbronner Lerchenstraße verlassen. Sie zog

vorübergehend in einen Büro-Container.

Zwar konnte zuletzt 2008 der Neubau einer Tagesstätte

für den FuB-Bereich mit 28 Plätzen in der Längelterstraße

eingeweiht werden, doch ist auch dieser bereits wieder vollständig

belegt.

Inzwischen wurden mit dem Erwerb eines Gebäudes im

Gewerbegebiet Böckingen-West in der Nähe der Werkstätte

die Voraussetzungen für eine Verbesserung des Platzangebots

geschaffen.

KONTAKT | 2/2012

In diesem Gebäude im Gewerbegebiet Heilbronn-Böckingen an der B293 findet

der Förder- und Betreuungsbereich eine neue Heimat.

Nach dem Umbau des Gebäudes in der Lämlinstraße können

statt bisher zwei Gruppen künftig vier Gruppen und damit

insgesamt 30 Personen die notwendige Förderung erhalten.

Das ist mehr als eine Verdoppelung der bisher 13 vorhandenen

Betreuungsplätze. Mit dem Einzug können endlich

auch Rollstuhlfahrer und schwermehrfach Behinderte aufgenommen

werden.

Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,7 Millionen Euro. Zur

Finanzierung erhält die Beschützende Werkstätte öffentliche

Zuschüsse des Landes Baden-Württemberg und

eine Förderung von „Aktion Mensch“ im Gesamtumfang

von etwa einem Drittel der Kosten. Zweidrittel müssen

jedoch selbst getragen werden. Mit Hilfe des Fördervereins

wurden und werden noch Geräte beschafft, für die

Spenden notwendig sind: Lifter (Anschaffungskosten rund

5 000 Euro), Pflege-/Hub-Badewanne (Kosten ca. 9 000

Euro), zwei therapeutische Liegen (je 2 500 Euro) und

mehrere Lagerungsinseln (insgesamt rund 1000 Euro).

z Hans Kahlau


Auf großes Interesse stieß im Juni der Stand der Beschützenden

Werkstätte auf der 10. Bildungsmesse der Industrie-

und Handelskammer Heilbronn. Mehr als 12000 junge

Besucher waren gekommen, um das Angebot der 150

Aussteller zu erleben. Darunter waren viele Schulklassen.

Ein Schwerpunkt war die Information über das Freiwillige

Soziale Jahr. Spielerisch lernten junge Menschen, was die

Beschützende Werkstätte tut und was man als Auszubildender

dort lernen kann.

HEILBRONN | STANDORTE

HANDBALLER SENIOREN

Beeindruckt vom Qualitätstandard

Eine Gruppe von 15 einst aktiven Handballerinnen und Handballern

aus Heilbronn-Frankenbach verschafften sich einen

Eindruck von der Arbeit der Beschützenden Werkstätte. Die

aktiven Senioren wurden von Standortleiter Achim Schellenbauer

in Heilbronn-Böckingen begrüßt und durch die

Produktionsräume geführt. Bei Kaffee, Kuchen und Gesprächen

erhielten die Gäste von Fundraiser Hans Kahlau einen

Einblick in die Finanzierungssäulen der Beschützenden

Werkstätte. Er stellte auch den Förderverein und die Stiftung

LebensWerkstatt vor. Der hohe Qualitätsstandard der

Behindertenhilfe wurde anerkennend aufgenommen.

GROSSES INTERESSE BEI SCHüLERN

IHK-Bildungsmesse

Azubi Marco Ziegler und Gruppenleiter Marc Harrer vom Berufsbildungsbereich

informierten interessierte junge Menschen.

Frankenbacher Handball-Senioren besuchten die Werkstätte in

Heilbronn-Böckingen Bild: Hans Kahlau

GENUSSWERKSTATT SOMMERSAISON

„Auf die Terrasse, fertig, los!”

Als Sängerin Carmen Käpple ans Mikrofon geht und „gute

Unterhaltung“ wünscht, reagiert ein Gast spontan: „Die

haben wir.“ Die Stimmung war gut bei der Eröffnung der

Sommersaison 2012 im CafèBistro GenussWerkstatt im Heilbronner

Mehrgenerationenhaus an der Rauchstraße 3. Bei

sonnigem Wetter war die Terrasse von Menschen mit und

ohne Behinderung, von Kindern und Senioren gut besucht.

Im Nebenzimmer fand eine Malaktion mit dem Künstler

Bernd Eisold statt. Ins Freie lockte das Band-Programm

mit „Better Than“ und „Savannah Café“, aber auch Essen

und Trinken sowie die Terrassenlandschaft mit Spielplatz,

Wasserspiel und Relax-Liegen.

Auftakt der Sommersaison 2012 in der GenussWerkstatt Heilbronn mit

Malaktion, Begegnung der Generationen und Musik.

KONTAKT | 2/2012 11


STANDORTE | HEILBRONN

BILDUNGSWERKSTATT GGMBH

Erste Kurse für Gabelstaplerführerschein

Bildung ist der Schlüssel zur Arbeit,

zu gesellschaftlicher Anerkennung

und zu sozialer Integration. Deshalb

hat die Beschützende Werkstätte

Heilbronn die gemeinnützige GmbH

„BildungsWerkstatt“ gegründet. Mit

ihr will man für Menschen mit Assistenzbedarf

die Chancen zur Teilhabe

am Arbeitsleben verbessern. Dazu

werden Lern- und Bildungsangebote

auch für externe Einrichtungen und

Personen gemacht.

Ein praktisches Beispiel ist die Gabelstaplerfahrer-Ausbildung.Kursleiter

Thomas Schöning-Drautz hat

verschieden optische Lernhilfen

wie Bilder und Grafiken vorbereitet.

Anhand von Modellen wird die Theorie

vermittelt. Wo ist der Lastschwerpunkt?

Wie hoch kann ich stapeln?

Zur Theorie gehören auch rechtliche

Grundlagen wie Arbeitsschutzgesetz,

Unfallverhütungsvorschriften, Straßenverkehrsordnung.

Aufbau und

Funktion von Gabelstaplern werden

gelehrt. Wie muss ich lenken und

fahren, damit der Stapler mit seiner

gleichmäßig verteilten Last sicher ans

Regal kommt?

Bevor gefahren wird, ist der Rundgang

um das Arbeitsgerät wichtig. Sichtkontrolle

und Funktionskontrolle,

Anschnallen und Test der Hydraulik,

Bremsen und Greifer gehen jedem

praktischen Einsatz voraus. In einer

Übungshalle in der Beschützenden

Werkstätte in Kirchhausen machen

sich dann Gitterboxen, Kisten und

Paletten auf den Weg. Vorsichtig

steuert René Haag den Gabelstapler

an die Last, nimmt sie auf, neigt

den Mast. Wichtig ist das Rückwärts-

12

KONTAKT | 2/2012

schauen, das Sicherheitshupen, das

gerade Herausfahren. Dann geht es

über den Hütchen-Slalom-Parcour.

Hier wird der sichere Umgang mit dem

René Haag (links) und Marlon Straub von der

Beschützenden Werkstätte üben Sicherheit: Der

Blick nach hinten ist wichtig.

Daniel Zorn nimmt an der BildungsWerkstatt teil:

Richtiges Lenken ist in engen Lagerhallen wichtig.

Hintergrund

Fahrzeug, aber auch die Bewegung in

engen Gängen geübt. Dann wird das

Ziel angesteuert. Vor dem Stapel wird

der zurückgeneigte Mast wieder senkrecht

gestellt, die Last bis 10 Zentimeter

über dem Stapel angehoben und

dann platziert. Thomas Schöning-

Drautz motiviert: „Sehr gut.“ Derweil

übt Marlon Straub mit dem Deichselstapler,

der sogenannten „Ameise“.

Zwei bis acht Tage dauert die Ausbildung

zum Gabelstaplerfahrer. Schöning-Drautz:

„Wir wollen in diesem

Kurs viele Erfahrungen sammeln.“

Denn am Ende steht die Prüfung mit

43 Fragen, von denen 70 Prozent richtig

beantwortet werden müssen. Es

sind Aufgaben, die von Menschen mit

Behinderung theoretisch und praktisch

bewältigt werden.

„Bildung öffnet Türen zur Entfaltung

individueller Begabungen und Fähigkeiten,

genauso wie zu einem verantwortungsbewussten

Leben in der

Gesellschaft“, erklärt BildungsWerkstatt-Geschäftsführer

Josef Romer das

Konzept, das ständig erweitert werden

soll. z Gerhard Schwinghammer

Die BildungsWerkstatt gGmbH versteht sich als Bildungsträger der Beschützenden

Werkstätte für geistig und körperlich Behinderte e.V. als Spezialist für

die Qualifizierung von Menschen mit Assistenzbedarf. Ziel der Angebote ist

es, deren Chancen zu erhöhen, einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden bzw.

durch eine bedarfsgerechte Nachqualifikation ihre Integration zu sichern oder

im Bedarfsfall wiederzuerlangen. Teilnehmer können Mitarbeiter aus den Werkstätten

und deren Berufsbildungsbereich, externe Teilnehmer mit Bildungsgutscheinen

über die Agentur für Arbeit oder Selbstzahler (Arbeitgeber/Teilnehmer)

sein. Geschäftsführer sind Hans-Christoph Ketelhut und Josef Romer.


Eine kreative Freizeitwoche veranstaltete

der Berufsbildungsbereich in

Bad Friedrichshall im Juni 2012. Vierzehn

Teilnehmer erlebten den Besuch

der Experimenta in Heilbronn, den

Freizeitpark Tripsdrill, die Firma Motip

Dupli in Haßmersheim und das Naturkundemuseum

im Rosensteinpark in

Stuttgart.

In der Talentschmiede der Experimenta

konnten sie Naturwissenschaften

und Technik „begreifen“ und

ihre Interessen und Talente herausfinden.

Anschließend gab es in der

Eisdiele Eis. Mit der Bahn und der

Fähre ging es nach Haßmersheim

zur Werksbesichtigung bei der Firma

Motip Dupli. Sie lässt von Mitarbeitern

der Beschützenden Werkstätte

unter anderem die Markierungskappen

montieren, Sprühdosen umverpacken

sowie Hiltiverpackungen für

Gaspatronen falten. Als erster Lackhersteller

in Deutschland hat sich

Motip Dupli gemäß dem europäischen

Standard für Energiemanagementsysteme

nach DIN EN 16001

erfolgreich zertifizieren lassen.

Entdecken, erleben und erkennen war das

Motto in der Experimenta Heilbronn

BAD FRIEDRICHSHALL | STANDORTE

NATUR, KULTUR, TECHNIK UND VOR ALLEM SpASS

Wikinger-Schach begeistert

Im Schloss Rosenstein erführen die Besucher in einer biologischen Ausstellung viel über Natur und

Kultur aus aller Welt.

Das zunächst dem Regen zum Opfer gefallene Grillfest

wurde bei sonnigem Wetter nachgeholt. Bei dieser Gelegenheit

wurde auch das Wikinger-Schach ausprobiert.

Die Praktikantin hatte es im Rahmen ihrer Ergotherapie-

Ausbildung mit den Teilnehmern gefertigt. Zwei Teams

probierten es aus.

Ein Team hat gewonnen, wenn es alle Kubbs (Holzklötze)

im gegnerischen Feld und danach mit den sechs Wurfstäben

den König in einem Durchgang umwirft. Der Wurf

wird, mit dem Rücken zum König stehend, durch die Beine

ausgeführt. Wer den König vorher umwirft, hat sofort

verloren. Ziel des Spiels ist es, zunächst die gegnerischen

Kubbs mit den Wurfhölzern umzuwerfen. Wird der König

anschließend ebenfalls zu Fall gebracht, hat die Mannschaft

gewonnen. Alle waren von dem Spiel begeistert.

In der ganzen Freizeitwoche war für jeden etwas dabei:

Natur, Kultur, Technik und vor allem Spaß.

z Edith Zerbs,

Gruppenleiterin Berufsbildungsbereich Bad Friedrichshall

Der Freizeitpark

Tripsdrill und die

Fähre Haßmersheim

waren Höhepunkte.

KONTAKT | 2/2012 13


STANDORTE | BAD FRIEDRICHSHALL

Oft sind in unseren Werkstätten behinderte Menschen von

Seh-Problemen betroffen. Sie bleiben meistens unbemerkt.

Um in der Förderung und Betreuung besser auf die Folgen

von Blindheit oder Sehbehinderung eingehen zu können, hat

die Beschützende Werkstätte die Mobile Beratung der Nikolauspflege

(Stiftung für blinde und sehbehinderte Menschen)

um Zusammenarbeit gebeten.

Das Mobile Beratungsteam ist in ganz Baden-Württemberg

mit dem „Sehmobil“ unterwegs. Beim „Sehmobil“ handelt es

sich um einen Kleintransporter, der mit unterschiedlichen

Hilfsmitteln ausgestattet ist. So kann vor Ort individuell auf

die betroffene Person eingegangen werden.

Im Sommer und Herbst 2011 hatte Hans Schmidt von der

Mobilen Beratung alle Standorte der Beschützenden Werkstätte

mit dem „Sehmobil“ aufgesucht. Mitarbeiter mit

einer Sehschädigung erhielten eine individuelle Beratung

am Arbeitsplatz oder in der Tagesstruktur. Die Gruppenleiter

erhielten dabei ein möglichst genaues Bild von den

Einschränkungen der betroffenen Mitarbeiter. Es zeigte sich,

dass schon durch den Einsatz von einfachen Hilfsmitteln

die jeweiligen Auswirkungen reduziert werden können. Wie

beispielsweise bei Michael Storch.

Begleitet von seiner Mutter berichtete der Mitarbeiter beim

Besuch der Mobilen Beratung in Bad Friedrichshall von der

14

BERATUNG IN DER BESCHüTZENDEN WERKSTäTTE

Besser Sehen mit dem „Sehmobil”

Jasmin Englert, Mitarbeiterin in Bad Friedrichshall, kam mit ihrer Mutter

Edith Englert (rechts) zur Sehberatung. Von links: Hans Schmidt von der

Nikolauspflege und Gruppenleiter Karl-Heinz Sinn.

KONTAKT | 2/2012

Michael Storch, Mitarbeiter der Beschützenden Werkstätte Bad Friedrichshall,

bekam von Hans Schmidt von der Mobilen Beratung der Nikolauspflege

gute Tipps.

hohen Blendungsempfindlichkeit seiner Augen. Deshalb hält

er häufig seine Hände vor die Augen, um diese vor einem

zu hohen Lichteinfall zu schützen. Michael Storch wurden

speziell abgedunkelte Aufsteckgläser angeraten. Sie können

bei Bedarf einfach auf die bereits vorhandene Sehhilfe

aufgesteckt werden.

Bei der Besichtigung seines Arbeitsplatzes wurde festgestellt,

dass sich die Oberlichter des Raumes durch ihren

Lichteinfall negativ auf die Blendungsempfindlichkeit des

Mitarbeiters auswirken. Mit der Gruppenleiterin wurde eine

Verlegung des Arbeitsplatzes innerhalb des Arbeitsraumes

besprochen.

Bei Problemen im Erkennen von Farben und von Kontrasten

konnten unterschiedlich farbige Arbeitsunterlagen

ausprobiert werden. Sehbehinderten Menschen kann dies

eine bessere visuelle Wahrnehmung ermöglichen. In einigen

Fällen wurde die Ausstattung der Arbeitslätze mit blendfreien

Leuchten oder höhenverstellbaren Tischen empfohlen.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Mobilen Team der

Nikolauspflege und den Einsatz von individuellen Hilfsmitteln

und Unterstützungsangeboten konnten so

Einschränkungen am Arbeitsplatz oder im Förder- und Betreuungsbereich

verringert werden. z Gerhard Schwinghammer


BAD FRIEDRICHSHALL | STANDORTE

FUSSBALL-pROFIS UND BW-ATHLETEN KICKTEN GEMEINSAM

Warum Martin Lanig seufzte

Ein spannendes Erlebnis hatten die

Fußballer der Beschützenden Werkstätte

Heilbronn in der Behindertensportabteilung

des FSV Bad

Friedrichshall: Am 14. Mai konnten

sie im Rahmen der Special Olympics

Europäische Fußballwoche 2012

im Sportpark Bad Friedrichshall mit

Profis und ehemaligen Stars trainieren.

Trainerin Heike Acker: „Für unsere

Athleten mit Behinderung ist die Europäische

Fußballwoche immer wieder

ein ganz besonderes Ereignis, auf das

sie Monate hin fiebern.“

Die von Special Olympics, der weltweit

größten Sportbewegung für Menschen

mit Behinderung, und der UEFA (Europäischer

Fußballverband) gemeinsam

veranstaltete European Football Week

(Fußballwoche) fand mit 50000 Sportlern

in 50 Ländern in Europa und Asien

statt.

In der Heilbronner Stimme schrieb

Redakteur Lars Müller-Appenzeller

unter anderem: „Auf dem Platz gibt es

keine Berührungsängste. Kevin Engelhardt

geht zielstrebig auf Bundesligaprofi

Martin Lanig zu. Engelhardt

kommt aus Degmarn, ist 22, Fan

von Borussia Dortmund und fragt

den Spieler des 1. FC Köln mit einem

verschmitzten Lächeln: „Kannst du

dich an den 6:1-Sieg des BVB in Köln

erinnern?“ Lanig kann. „Ich weiß“,

seufzt der 27-jährige Absteiger aus

Bad Mergentheim. Dann lachen

beide. Es ist der Fußball, der den Profi

und den Spieler der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn ins Gespräch

gebracht hat.“

Trainer Günther Major hat auch Uwe

Rapolder, Tomislav Maric (VfB Stuttgart)

und Rüdiger Rehm (SG Sonnenhof

Großaspach) mitgebracht. Heike

Acker: „Ein aktiver Bundesligaspieler,

das ist der bisherige Höhepunkt

für uns.“

Training mit Profis

im Bad Friedrichshaller Sportpark.

Martin Lanig spielt den Ball mit dem Kopf.

KONTAKT | 2/2012 15


STANDORTE | BAD FRIEDRICHSHALL

16

SpECIAL OLYMpICS MüNCHEN 2012 – BESTE BOCCIA-MANNSCHAFT

Drei Gold, drei Silber, zwei Bronze

Die Athleten der "Beschützenden Werkstätten" Bad Friedrichshall

bei den Skill-Tests. Thomas Fischer holt sich bei seinem Trainer

und Vater Dietmar Fischer die Rückmeldung zu seinem Wurf.

Dreimal Gold, zweimal Silber und dreimal

Bronze – mit dieser stolzen Bilanz

und Titelgewinnen bei den Männern,

Frauen und im Männer-Doppel war

die Boccia-Mannschaft der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn in der

Behindertensportabteilung des FSV

Bad Friedrichshall das erfolgreichste

Team bei den Special Olympics 2012 in

München. Es waren mit 5000 Athleten

in 19 Sportarten die bisher größten

Spiele für Menschen mit Behinderung.

FSV-Abteilungsleiter und Boccia-Trainer

Dietmar Fischer war begeistert:

„In München verzauberten unsere

Bocciaspieler nicht nur die Helfer

und Zuschauer, sie zauberten auch

auf dem grünen Teppich. Sie wurden

nicht nur Olympiasieger, sondern auch

Sieger der Herzen.“

Die Vorbereitung der neun Unterländer

Spieler, darunter zwei Rollstuhlfahrer,

erwies sich als perfekt: Einmal in der

Woche trainieren sie zwei Stunden auf

der Bocciabahn der Beschützenden

KONTAKT | 2/2012

Guillome Gane von den "Beschützenden Werkstätten" aus Bad Friedrichshall erhält letzte

Hinweise von Trainer Dietmar Fischer.

Bilder: SOD/Julia Krüger

Werkstätte in Bad Friedrichshall. An

allen Münchener Wettkampftagen

standen FSV-Spieler auf dem Siegertreppchen.

Zweimal Gold holte im Einzel und im

Doppel mit seinem Partner Günther

Haga der Bad Friedrichshaller Thomas

Fischer. Im Finale ging es um Millimeter.

Souverän holte auch „Boccciakönigin"

Monika Barber Gold. Silber gab

es im Männer-Einzel für Philipp Thalacker

und in der Mix-Mannschaft mit

Monika Barber, Ulrike Kutruff, Andreas

Götz und Alois Fleck. Mit Bronze

gingen Günter Haga (Einzel Männer),

Philipp Thalacker und Michael Storch

(Doppel Männer) und Rollstuhlfahrer

Guillome Gane (Doppel mit externem

Partner) vom Platz. In der Unified-

Disziplin kam Guillome Gane im Team

mit Elternbeirätin Monika Thalacker

auf Platz 4. „Unified Sports" vereint

Sportler mit und ohne Behinderung in

gemischten Teams.

Die Friedrichshaller stellten bei den

Special Olympics unter Schirmherrschaft

von Bundespräsident Joachim

Gauck mit 60 Personen in den Disziplinen

Boccia und Fußball eine besonders

große Mannschaft. Sie wurde

geleitet von Heike Acker

Den Fußballern machte das Verlet-

Noch einmal die Grundlagen mit dem Trainer

durchgehen, bevor der Skilltest für Andreas

Götz startet.

zungspech einen Strich durch die

Rechnung. Gleich im ersten Gruppen-Spiel

musste der rechte Außenverteidiger

Alex Rosenau für das

restliche Turnier vom Feld. Weil auch


Harte Zweikämpfe gab es bei den Fußballspielen in München.

Zur Belohnung gab es ein Erinnerungsbild mit

Bayern München-Altstar Paul Breitner.

Daniel Fink nach zwei Gruppenspielen

ausfiel, trat die Mannschaft

geschwächt an. Acker: „Alle haben

gekämpft und konnten durch eine

insgesamt geschlossene und kämp-

ferische Mannschaftsleistung den

Gegnern einen Sieg und ein Unentschieden

abringen.“ Dass dann noch

Bene Eberhardt auf die Krankenbank

musste, war ein schwerer Schlag auch

für Kapitän Ömer Cümen, dem ein

eingespielter Stürmer-Partner fehlte.

Obwohl Torwart Harald Lieb ein

starker Rückhalt für die Mannschaft

war, beendete die Mannschaft derart

geschwächt das Turnier auf dem

letzten Platz. Acker ist zuversichtlich:

„Die nächsten Spiele kommen

und dann stehen wir oben.“ z

Special Olympics Eid

„Lasst mich gewinnen, doch wenn

ich nicht gewinnen kann, so lasst

mich mutig mein Bestes geben."

CRAILSHEIM | STANDORTE

ELEKTROSERVICE-KUNST

Mit

Spende

nach

München

Während einer Feierstunde in den

Räumlichkeiten der Beschützenden

Werkstätte Bad Friedrichshall überreichte

der Firmenchef Robert Kunst

von elektroService-kunst in Bad Friedrichshall

eine großzügige Spende. Sie

ermöglichte die Teilnahme an den

„Special Olympics“ in München. Den

ursprünglich geplanten Spendenbetrag

in Höhe von 1.500 € erhöhte

er kurzerhand auf einen Betrag von

2.000 €. Da gab es kein Halten mehr

bei den Mitarbeitern der Werkstätte.

Robert Kunst wurde immer wieder

lautstark umjubelt. Der Standortleiter

der Beschützenden Werkstätte Bad

Friedrichshall, Ewald Käfer, bedankte

sich für die großzügige Spende und

die gute Zusammenarbeit in den letzten

Jahren. z

Von links: Standortleiter Ewald Käfer und

Geschäftsführer Robert Kunst bei der Übergabe

der Spende für Special Olympics in München.

KONTAKT | 2/2012 17


STANDORTE | BAD FRIEDRICHSHALL / CRAILSHEIM

TAG DER OFFENEN TüR

Spaß trifft Straße

Der Rollstuhl-Parcour war für die Besucher eine Herausforderung

Die Beschützende Werkstätte Heilbronn beteiligte sich am

14. Oktober 2012 in Bad Friedrichshall mit einem Tag der offenen

Tür am Straßen-Theater-Fest unter dem Motto „Spaß

trifft Straße“. Besichtigt werden konnte die Produktion in den

Bereichen Metalltechnik, Elektromontage, Verpackungstechnik,

Montagetechnik und Konfektion.

Besichtigungs-Themen waren auch die berufliche Erstbildung

und der Ambulante Berufsbildungsbereich, der die Eingliederung

von Menschen mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt

fördert. Schließlich wurde über die Vielzahl von

Wohnformen und Unterstützungsangebote für den privaten

Lebensbereich informiert.

Zur Unterhaltung spielte die Band „Better Than“ der Beschützenden

Werkstätte Rock-Lieder, Spirituals und Balladen. Zusammen

mit dem FSV Bad Friedrichshall gab es Beispiele

rund um den Behindertensport. Ewald Käfer stellte als Standortleiter

fest: „Es war die richtige Entscheidung, den Tag der

Offenen Tür mit dem Straßenfest zu kombinieren, Dadurch

sind wir präsenter. Das zeigte sich an der Zahl der Besucher.“

18

KONTAKT | 2/2012

WOHNHAUS RIEDWIESEN

Briefkasten für Ideen

Die Bewohner des Wohnhauses in den Crailsheimer Riedwiesen

haben jetzt eine bequeme Möglichkeit, ihre Sorgen,

Probleme, Beschwerden und Anregungen an den Heimbeirat

zu bringen. Im Ersten Obergeschoss hängt seit einigen

Monaten ein „Beschwerdebriefkasten“.

Die Idee entstand in einer der monatlichen Beratungen des

Heimbeirates des Wohnbereiches Crailsheim West. Dabei

wurde überlegt, wie man die Bewohner am besten dazu animieren

könnte, ihre Sorgen und Probleme mitzuteilen und

Verbesserungsvorschläge anonym oder namentlich anzubringen.

Der „Beschwerdebriefkasten“ war geboren.

Er wurde von Markus Ulmer, der Vertrauensperson des Heimbeirates,

angeschafft, beschriftet und gemeinsam mit einem

handwerklich geschickten Bewohner montiert.

Die Heimbeiräte Martin Schickner, Stefanie Frank und Jochen

Köhler hatten die passende Stelle ausgesucht. Sie leeren den

Briefkasten auch selbst und bringen die Inhalte zur Bearbeitung

in die monatliche Heimbeirat-Sitzung ein.

Heimbeirat Martin Schickner am Beschwerdebriefkasten.

Mit den Berichten der Standorte Crailsheim, Ingelfingen,

Schwäbisch Hall und Talheim geht es weiter auf Seite 27.


KUNST

ICH BIN ICH

SONDERBEILAGE DER MITARBEITER ZEITSCHRIFT KONTAKT DER BESCHÜTZENDEN WERKSTÄTTE

Bilder einer Ausstellung in der Kreissparkasse Heilbronn

Begegnung: Kunst als Brücke auf die andere Seite

Dialog: Künstler mit und ohne Behinderung

AUDI Neckarsulm: Farbenfrohe Mobilitäts-Konzepte


KUNST

KUNST | 2/2012

Brücke auf die andere Seite

Es war ein großes Projekt und ein großes Experiment. Im

letzten KONTAKT haben wir über die Vorbereitungen berichtet.

Das Ereignis selbst übertraf dann alle Erwartungen. Die

Ausstellung „Wer bin ich – wer bist Du?“ in der Kreissparkasse

Heilbronn war Gesprächsstoff im März und April 2012

und Anlass für viele begleitende Maßnahmen. Die Tageszeitung

Heilbronner Stimme stellte einige Wochen lang das

Thema ins Zentrum ihrer Berichterstattung und machte so

auf die Situation und die Chancen der Menschen mit Behinderung

aufmerksam. Auch Echo, Rhein-Neckar-Zeitung und

Südwestrundfunk berichteten. Künstlerisch-kreative Workshops

fanden statt. In ihnen gingen Menschen aller Altersgruppen

mit und ohne Behinderung aufeinander zu.

In diesem Sinne war das gesamte Projekt eine beispielhafte

regionale Umsetzung der Inklusion im Sinne der 2009 von

der Bundesrepublik Deutschland unterzeichneten UN-Behindertenrechtskonvention.

Die Heilbronner Künstlerin Dana sagte es treffend: „Malen

ist eine Brücke auf die andere Seite.“ Sie hat wesentliche

Impulse zur Durchführung des Projektes gegeben. Großformatige

(Porträt-)Bilder sowie faustgroße Kopf- und Hand-

Skulpturen aus Ton entstanden in den letzten Jahren im

Rahmen von Arbeitsbegleitenden Maßnahmen vor allem am

Standort Kirchhausen. Die dort Beschäftigten brachten mit

Farben und Ton, als szenisches Spiel oder in Reimen unter

Anleitung der Heilbronner Künstlerin DANA, der Töpferin

Lore Krämer-Bacher und des Theater-Pädagogen Robert

Zapatka ihre Gedanken und Gefühle zum Ausdruck.

„Wer bin ich – wer bist Du?“ war zunächst vom 21. März

bis 20. April geöffnet. Und weil der Zuspruch so toll war,

wurde die Ausstellung bis 27. April verlängert. Ausstellung

und Workshops wurden als beispielhaftes Inklusionsprojekt

von der „Aktion Mensch“ finanziell unterstützt. Ein Postkartenbüchlein

zeigt Motive aus der Ausstellung und konnte in

der Kreissparkasse erworben werden.

Hans Kahlau, der als „Fundraiser“ der Beschützenden

Werkstätte die Ausstellung vorbereitet hat: „Kunst bringt

Menschen zusammen. Wir wollten erreichen, dass Menschen

mit Behinderung sich in der Öffentlichkeit mit ihren Begabungen

und Fähigkeiten zeigen und als Künstler wahrgenommen

werden.“ Das ist gelungen.

z Gerhard Schwinghammer

Die Rollstuhlfahrerin Tanja Meng

beschrieb bei der Eröffnung in einem

selbst verfassten Gedicht ihr Erlebnis

bei der Entstehung der Werke. Werkstattrat

Sven Visser stellte sie vor

Wer bin ich

und wer bist Du?

Wer bin ich und wer bist Du?

Die Künstlerin Dana schaute uns zu,

wurde gerufen hier und da,

es war nicht immer alles klar.

Die Mitarbeiter konnten den Pinsel schwingen

und ihre künstleriche Gabe bringen.

Verschiedene Farben standen auf den Tischen;

Man konnte sie nach Belieben mischen.

Für die Rollstuhlfahrer war es schwer.

Hilfe brauchten sie umso mehr.

Gemeinsam ging es nun voran.

Jeder tat, so viel er kann.

Bunt wurden die Wände,

schmutzig waren unsere Hände.

Mit viel Geschick brachten wir es zu Ende.

Wir präsentieren mit Freude

unsere Kunstwerke heute.

Jeder soll es sehen,

drum wollen wir in die Öffentlichkeit gehen.

Und stellen nun aus,

hier in diesem Haus.


Eine dynamische Kunstausstellung

Mit der Eröffnung der Ausstellung

wurde die „Brücke auf die andere

Seite“ beschritten. 73 Selbstporträts

von Menschen mit Behinderung, dazu

Köpfe, Masken und Hände aus Ton

waren in der Kreissparkasse Heilbronn

„Unter der Glaspyramide“ zu sehen.

Sie sind „Hilfestellung zum eigenen

Ich“, wie Matthias Peschke, der stellvertretende

Vorstandsvorsitzender

der Kreissparkasse, bei der Eröffnung

sagte. Der Wert einer Gesellschaft

zeige sich auch im Umgang mit den

Schwächeren. Für sie da zu sein,

gehöre mit zum Leitbild des regionalen

Geldinstituts.

Kunst ermögliche „Zugänge zum

anderen und zu uns selbst“, stellte

Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut,

geschäftsführender Vorstand

der Beschützenden Werkstätte Heilbronn

fest. Die Künstler „sind sehr

stolz darauf, dass wir hier ausstellen

dürfen“, betonte Sven Visser vom

Werkstattrat.

Die Trommelgruppe „drums alive“ der Werkstätte

Bad Friedrichshall zeigte unter Leitung

von Heike Acker, dass auch Musik zur kreativen

Arbeit gehört.

Einweihung des Sinnesgartens der Beschützenden Werkstätte in Böckingen.

Bild oben: Spenden konnte Pfarrer i.E. Hans-

Christoph Ketelhut (links) von Matthias Peschke

(Kreissparkasse, Mitte) und Michael Greiner

(Lions Club Heilbronn) entgegen nehmen.

Bild links: Im Dialog von Peter Braun (Beschützenden

Werkstätte) mit der begleitenden Künstlerin

DANA wurden Entstehungsprozesse und

Wirkungen deutlich: „Menschen mit Behinderung

malen vor allem mit dem Herzen.“

KUNST | 2/2012

KUNST


KUNST

In drei Workshops sind im Rahmen des Projektes „Wer bin

ich – wer bist Du?“ der Beschützenden Werkstätte Heilbronn

neue Kunstwerke von Menschen mit und ohne Behinderung

entstanden. Ein Dutzend Schüler der Katholischen

Freien Schule St. Kilian in Heilbronn und Leser der Heilbronner

Stimme sind dazu mit der gleichen Zahl von Menschen

mit Behinderung in künstlerischen und menschlichen Dialog

getreten. Paarweise wurden unter fachlicher Anleitung der

Künstlerin Dana großformatige und farbenfrohe Porträts

gemalt. Jeder hat den anderen gemalt. Die Öffentlichkeit

konnte das Projekt in einem leeren Laden in der Einkaufspassage

Käthchenhof verfolgen. Die entstandenen Werke

ergänzten die Präsentation „Unter der Glaspyramide“. Hans

Kahlau von der Beschützenden Werkstätte: „So entwickelt

sich eine dynamische Ausstellung, die ihr Gesicht ständig

verändert.“

KUNST | 2/2012

KüNSTLER MIT UND OHNE BEHINDERUNG

Im Dialog


Ein weiterer Workshop

fand unter Anleitung

des Schauspielers

und Theaterpädagogen

Robert Zapatka

mit Auszubildenden

der Kreissparkasse

und Menschen mit

Behinderung statt. Sie gingen in verschiedenen Rollenspielen

aufeinander zu. So entstand eine lebendige Begegnung.

„Ich bin ich“ - dieser spontan gesprochene Satz war selbstbewusster

Ausdruck eines Menschen mit Behinderung, der

am Theater-Workshop teilnahm. Am Ende stand ein kleines

Theaterstück für die Abschlussveranstaltung der Ausstellung.

KUNST | 2/2012

KUNST

Malen mit Aladin

Andreas Schuchert hat als Leser der Heilbronner Stimme

mit dem taubstummen Aladin am Workshop teilgenommen.

Seine Eindrücke hat er in einem Gedicht für die Abschlussveranstaltung

zusammengefasst.

Farbe an der Hand,

abgetaucht in unbekanntes Land.

Bilder groß und klein,

farbig, bunt, so soll es sein.

Menschen die anders sehen

und ich darf mit ihnen gehen.

Ein kleines Stück Weg,

eine kurze Zeit, herausgelöst

aus meiner Wirklichkeit.

Farbe an der Hand,

abgetaucht in unbekanntes Land.

Stimme-Forum

Die Heilbronner Stimme veranstaltete ein Expertenforum, in

dessen Mittelpunkt das Thema Integration stand.


KUNST

KUNSTAUSSTELLLUNG IN DER AUDI BKK NECKARSULM

Farbenfrohe Mobilitäts-Konzepte

Freudige Gesichter bei der Ausstellungseröffnung in der Audi BKK ,wo die Künstler der Beschützende Werkstätte Heilbronn ihre kreativen Fahrzeugvisionen

präsentierten

Parallel zur Ausstellung in der Kreissparkasse Heilbronn gab

es auch ein Kunstprojekt in der Audi Betriebskrankenkasse in

Neckarsulm. 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung

der Beschützenden Werkstätte in Heilbronn-Böckingen

hatten sich unter Anleitung der Künstlerin Nina Weitzner

in drei Arbeitsgruppen mit den Themen Auto und Mobilität

beschäftigt. Heraus kamen 34 realistische, abstrakte bis

futuristische Materialbilder und neun Skulpturen.

Der Neckarsulmer Audi-Werkleiter Fred Schulze sagte bei

der Eröffnung: „Seit über 40 Jahren sind die Beschützenden

Werkstätten ein qualifizierter Zulieferer der besonderen

Art. Durch diese Zusammenarbeit profitieren beide Partner

gleichermaßen. Audi übernimmt soziale Verantwortung

für 60 Menschen mit Behinderung und erhält zertifizierte

Premium-Qualität.“ Regelmäßig spenden die Audi-Mitarbeiter

für Menschen mit Behinderung.

Themen wie Transport und Reisen oder Technik und Design

wurden in ganz persönlicher Betrachtungsweise verarbeitet

und auf Schienen- und Luftfahrzeuge erweitert. So hat

André Abt die Frage, wie viele Menschen ein Fahrzeug beför-

KUNST | 2/2012

dern kann, mit zwei Arche-Noah-Bildern beantwortet. Die

Werkstatträte Elke Baumann und Erwin Gaubies dankten

allen, die das Kunstprojekt und die Ausstellung ermöglichten.

Einblicke in die Schaffensphase gibt die Künstlerin und Projektleiterin

Nina Weitzner am Bild „Ein Raumschiff“ von Carsten Klinkig.

Bilder: TAUBE Photoproduction


Ein fröhlicher Abschluss einer großartigen Aktion: Menschen mit und ohne

Behinderung führen gemeinsam ein erarbeitete Theaterstück auf

Zufriedene Gesichter bei allen Beteiligten: Bei der Abschlussveranstaltung

trafen sich Künstler, Mitarbeiter und viele Akteure der Aktion. Teilnehmer der

Workshops berichteten über ihre Erlebnisse.

ABSCHLUSS DER AUSSTELLUNG

Ende eine Dialogs?

KUNST

Tanja Meng, Mitarbeiterin der Beschützenden Werkstätte

Heilbronn-Kirchhausen, hat das Gedicht zum Abschluss

der Ausstellung vorgetragen

Fünf Workshops standen an,

Sie zogen uns alle in ihren Bann.

Ängste voreinander gab es keine,

Menschen mit und ohne Behinderung stellten was

auf die Beine.

Beim Malen ging es rund,

die Bilder wurden wieder bunt.

Für Essen und Trinken war gesorgt,

bei Dana vor Ort.

Allen hat es Spaß gemacht,

man nehme die Bilder in Betracht.

In Zweiergruppen wurde was kreiert,

Heute wird es präsentiert.

Die Ausstellung ist nun dem Ende nah,

wir hoffen dass es schön für Sie war!

Unser Weg wird weitergehen,

Sie werden noch mehr von uns sehn!

KONTAKT | 2/2012


KONTAKT | 2/2012

26 KUNST | 2/2012

Presseberichte

KUNST

STADT HEILBRONN 33

Dienstag,

13. März 2012

800 Euro für

inderprojekte

RONN Bei diesem privaten Be-

essen halfen alle zusammen –

am Ende stand eine Spenden-

e von 1800 Euro für den Kin-

hutzbund. Rudi und Doris

öffneten die Traditionsgast-

Sichererquelle, kochten und

nten, ihre Schwägerin Hanne-

Koch trommelte als Vorsitzen-

s Kinderschutzbundes Freun-

sammen. Die WG Heilbronn

die Weingüter Rolf Heinrich

Albrecht-Kiessling spendeten

ein, Birgit Bonelli steuerte Le-

mittel bei, Bauern stifteten Kar-

ln und Zwiebeln. Rostbraten,

Nierle, gefüllte Kalbsbrust

pätzle und Bratkartoffeln stan-

uf der Karte. Die Spende fließt

nderprojekte. iba

elore Koch (v.li.), Rudi und Doris

vor der Sichererquelle. Foto: Mugler

� Hintergrund

Kunstausstellung

Vom 21. März bis 20. April zeigen Künstler

mit Behinderung aus der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn in der Kreissparkas-

se Heilbronn ihre seit 2009 entstandenen

Werke. Die Ausstellung mit dem Titel „Wer

bin ich – wer bist du?“ soll auch die regio-

nale Umsetzung der Inklusion im Sinne

der UN-Behindertenrechtskonvention do-

kumentieren. Deshalb gibt es für diesen

künstlerischen und menschlichen Dialog

Workshops beispielsweise für Schulklas-

sen und Auszubildende. Auch Leser der

Heilbronner Stimme können gemeinsam

mit Menschen mit Behinderung künstle-

risch aktiv werden. Die Ausstellung wird

am 21. März um 19 Uhr eröffnet. ub

Kunst kennt keine Behinderung

REGION In der Beschützenden Werkstätte gehört kreatives Arbeiten zur Persönlichkeitsbildung

Von unserem Mitarbeiter

Gerhard Schwinghammer

D

urch kreatives Arbeiten er-

fährt man mehr über sich

und andere“, sagt die Heil-

bronner Künstlerin Dana: „Bildneri-

sches Gestalten hilft allen Men-

schen, ihre Persönlichkeit zu entfal-

ten.“ Sie macht keinen Unterschied

zwischen Menschen mit und ohne

Behinderung. Seit 2009 arbeitet sie

bei Kunstprojekten der Beschützen-

den Werkstätte Heilbronn mit.

Tradition Kreatives Arbeiten hat

Tradition in den seit 1967 bestehen-

den Werkstätten. „Man tanzt oder

macht Gymnastik, musiziert, bastelt

oder malt“, heißt es in Chroniken.

Bilder zeigen Mitarbeiter beim Ma-

len. Ab den 90er Jahren bekam die

Kunst als arbeitsbegleitende Maß-

nahme noch mehr Bedeutung. In

der Werkstatt Talheim wurde zwei-

mal in der Woche zwei Stunden zu

Pinsel und Farbe gegriffen.

Mit selbst gemachten Bildern ge-

stalteten Talheimer Mitarbeiter das

Büchlein „Die Smaragdeidechse“.

2006 gab es einen Kunstkalender

mit dem Werkstätten-Motto „In gu-

ten Händen“ und 13 Motiven der

Hobbykünstler.

Immer wieder waren Bilder in der

Öffentlichkeit zu sehen: Im Rathaus

Cleebronn, in den SLK-Kli-

niken am Gesundbrunnen,

2008 im Landratsamt Heil-

bronn. Ein Jahr zuvor hatte

in der Werkstatt Bad Fried-

richshall die Arbeitsgruppe

„mittendrin“ begonnen, die

Schöpfungsgeschichte

bildnerisch umzusetzen.

Objektkunst ist bei Men-

schen mit Behinderung be-

sonders beliebt. Bei der

Heilbronner Käthchen-Aktion ha-

ben sie 2008 mitgemacht. In der Sül-

merstraße war das von ihnen bemal-

te Käthchen wochenlang zu sehen.

Die Kreissparkasse Heilbronn hat

es danach ersteigert.

Drei „bunte Riesen“ wurden 2009

in Kirchhausen unter An-

leitung des Sinsheimer

Bildwerkers Paul Berno

Zwosta aus alten Dachbal-

ken gesägt, gefräst, ge-

schliffen und bemalt. In der

Heilbronner Schreinerei

entstanden mit der Büh-

nenbildnerin Nina Weitz-

ner nach dem

Grimm’schen Märchen

„Kristallkugel“ Materialbil-

der aus Holzstückchen, Modellau-

tos, Muscheln oder Steinen. Aus

farblosen Küchenstühlen wurden

bunte Sitzgelegenheiten. Die Werk-

stätte in Kirchhausen hat sich mitt-

lerweile zum künstlerischen Zen-

trum entwickelt. Mitarbeiter malten

mit Danas Hilfe farbenfrohe Selbst-

porträts. Mit der Heilbronner Töpfe-

rin Lore Krämer-Bacher entstanden

Hände und Köpfe.

Theatergruppe Kreatives Arbeiten

umfasst in der Beschützenden

Werkstätte mehr als Bild und Farbe.

Der Theaterpädagoge Robert Zapat-

ka inszeniert Szenen des Zueinan-

derfindens. Die Heilbronner Thea-

tergruppe von Hans Krauss berei-

chert Veranstaltungen. Tanja Meng

ist schriftstellerisch tätig. „Drums

alive“ heißt die von Heike Acker ge-

leitete Trommlergruppe in Bad

Friedrichshall. Die vor acht Jahren

aus einem Weihnachtsgottesdienst

entstandene Band „Better Than“ mit

Sängerin Carmen Käpple gehört

zum musikalischen Alltag nicht nur

der Werkstätte.

Für Pfarrer Hans-Christoph Ke-

telhut sind „Kunst- und Kulturpro-

jekte von und mit Menschen mit Be-

hinderung gelebte Inklusion und

nachhaltige Integration. Kunst

kennt keine Behinderung.“

Künstlerisches Arbeiten ist in der Beschützenden Werkstätte seit langem wichtiger Bestandteil des Arbeitsalltags. Foto: privat

Behindert?

Gehört dazu!

Auf dem richtigen Weg

Studentinnen der Hochschule untersuchen Bekanntheit von jobstimme.de

Von unserem Redaktions-

mitglied Stefan Maurer

HEILBRONN „Die jobstimme ist auf

dem richtigen Weg“, lautet das Fazit

von Tanja Jung, Verena Zürn und

Nadine Rotter. Die drei Studentin-

nen der Hochschule Heilbronn

(HHN) haben im Auftrag dieser Zei-

tung untersucht, wie Teenager und

junge Erwachsene zwischen 15 und

25 Jahren in der Region Heilbronn-

Franken nach Jobs suchen und wel-

che Medien sie dafür nutzen. Im Mit-

telpunkt der Studie stand das Inter-

netportal jobstimme.de, dessen Be-

kanntheit und die Zufriedenheit der

Nutzer mit dem Angebot.

Rückschlüsse Die drei Studentin-

nen haben die Ergebnisse ihrer Stu-

die vergangene Woche bei der Heil-

bronner Stimme vorgestellt. Betreut

von Joachim Link, Professor für Be-

triebswirtschaft, Marketing- und

Medienmanagement an der HHN,

haben die Studentinnen einen Fra-

gebogen erarbeitet und die Antwor-

ten von mehr als 1300 Personen aus-

gewertet.

Herausgekommen ist eine Daten-

menge, die zeigt, wie Jugendliche

und junge Erwachsene ihre Suche

nach einem Ausbildungs- oder Ar-

beitsplatz gestalten. Angesichts der

hohen Zahl der Befragten spricht

Prof. Dr. Joachim Link von einem

„guten Überblick, der erhebliche

Rückschlüsse zulässt“.

Einige haben die Studentinnen

bereits gezogen. Sie geben den Ver-

antwortlichen der Heilbronner Stim-

me Handlungsempfehlungen mit

auf den Weg, um das Portal weiter zu

optimieren und noch besser am

Markt zu positionieren.

Derzeit belegt jobstimme.de bei

der Internetsuche nach Jobs den

dritten Rang. Nur direkte Webauf-

tritte von Firmen und die Suchma-

schine Google konnten sich vor job-

stimme.de positionieren. Salvatore

Buscemi, Leiter des Projekts bei der

Heilbronner Stimme, sieht den Un-

ternehmenskurs aufgrund der Stu-

dienerkenntnisse bestätigt: „Die Be-

tonung der Regionalität der angebo-

tenen Jobs hat sich als richtig erwie-

sen“, erklärt er.

Empfehlung Für die Zukunft emp-

fehlen die Studentinnen noch enge-

re Kooperationen mit der Wirt-

schaft, die Optik der Seite noch bes-

ser auf die zumeist jugendliche Ziel-

gruppe auszurichten, die Suchfunk-

tion zu überarbeiten und die jobstim-

me generell mehr zu bewerben. „Ge-

rade Messeauftritte bieten sich da-

für an“, erklärt Nadine Rotter. „Dort

verstärkt aufzutreten, haben wir uns

vorgenommen“, sagt Salvatore Bus-

cemi. Professor Link stellte den Ver-

antwortlichen bei der Heilbronner

Stimme eine „noch tiefergehende

Analyse der Daten“ in Aussicht. Ein

Angebot, das im Hinblick auf die

weitere Ausrichtung des Portals

dankend angenommen wurde.

@ Jobstimme

Unter www.jobstimme.de können

Arbeitssuchende den

Stellenmarkt in der Region nach

interessanten Angeboten

durchforsten.

Tanja Jung, Verena Zürn und Nadine Rotter (von links). Die drei Studentinnen unter-

suchten Bekanntheit und Wirkung von jobstimme.de. Foto: Stefan Maurer

Gegen einen

Baum geprallt

HEILBRONN Am Sonntag kam es ge-

gen 8.35 Uhr zu einem Unfall in der

Heilbronner Urbanstraße. Der of-

fensichtlich alkoholisierte 25-jähri-

ge Fahrer eines Audis kam von der

Fahrbahn ab und prallte mit seinem

Auto gegen einen Baum. Nach dem

Unfall wollte er weiterfahren, doch

der Audi war zu stark beschädigt.

Deshalb ging er zu Fuß weg, kehrte

aber schließlich wieder zur Unfall-

stelle zurück. Es entstand ein Scha-

den von etwa 18 000 Euro. Der Fah-

rer war ohne Führerschein unter-

wegs. Er musste mit zur Entnahme

einer Blutprobe. red

HEILBRONN Das Netzwerk „Wer

zieht mit“, in dem sich verschiedene

Institutionen, Kommunen und Un-

ternehmen aus dem Raum Heil-

bronn engagieren, möchte männli-

che Jugendliche für den eher untypi-

schen Beruf Erzieher begeistern.

Denn junge Männer sollen in Kin-

dergärten als Erzieher die Neugier-

de an Technik wecken.

Schirmherr Von diesem Ansatz ist

auch Innenminister Reinhold Gall

überzeigt. Der Obersulmer Land-

tagsabgeordnete hat deswegen die

Schirmherrschaft des Netzwerks

übernommen. „Jeder weiß, dass in

unseren Kindergärten und Grund-

schulen fast ausschließlich Frauen

arbeiten, während technische und

naturwissenschaftliche Berufe

mehrheitlich von Männern ausge-

übt werden“, sagt Reinhold Gall. Er

selbst kenne dieses Phänomen von

seinem Ehrenamt als Vorsitzender

des Kreisfeuerwehrverbandes Heil-

bronn. „Der Anteil der Frauen in un-

seren Freiwilligen Feuerwehren ist

sehr gering, deswegen befassen wir

uns seit einiger Zeit verstärkt mit

der Fragestellung, wie wir mehr

Frauen für dieses Ehrenamt begeis-

tern können.“

Bewusstseinswandel Der neue

Schirmherr betont, dass das stark

geschlechtsspezifisch geprägte Be-

rufswahlverhalten junger Men-

schen zwar seit Jahren gesellschaft-

liches Thema sei. Die große Mehr-

heit entscheide sich aber immer

noch zwischen wenigen Berufen.

Um wirklich einen Bewusstseins-

wandel herbeizuführen, reichen die

bisher bestehenden Angebote je-

doch seiner Ansicht nach nicht aus.

„Deswegen finde ich es ausgespro-

chen gut, dass es eine Initiative gibt,

die sich zum Ziel gesetzt hat, mehr

junge Männer für erzieherische Be-

rufe insbesondere in Kinderbetreu-

ungseinrichtungen und Grundschu-

len zu begeistern“, sagt Gall. Mäd-

chen wie Jungen brauchen passen-

de Angebote, eine Vielfalt in der Pro-

jektlandschaft sei deswegen sehr zu

begrüßen. red

@ Netzwerk im Internet

www.wer-zieht-mit.de

Gall will Jungs

für Erzieherberuf

begeistern

Innenminister unterstützt

Netzwerk „Wer zieht mit“

zert der Brenz Band

RONN Die evangelische Kir-

gemeinde Neckargartach ver-

ltet in Kooperation mit dem Ne-

artacher Kulturfrühling am

erstag, 22. März, 19 Uhr, ein

ert der Brenz Band in der evan-

chen Peterskirche in Heil-

n-Neckargartach.Kartenvor- uf beim evangelischen Ge-

debüro 07131 21315 oder bei

äckerei Petershans, Franken-

er Straße in Neckargartach.

s aus der Diätenfalle

RONN Ernährungsumstellung

iäten sind die übliche Antwort

en Winterspeck. Warum das oft

gegenteiligen Effekt hat und

em beständigen Rückgang an

erlicher Aktivität begegnet wer-

ann, darüber referiert der Hei-

rger Sportwissenschaftler

ssor Dr. Gerhard Huber am

erstag, 15. März, 20 Uhr, in der

hochschule Heilbronn im

schhof. Info und Anmeldung

Telefon 07131 99650.

Tipps & Termine

eue Ideen für

ihnachtsmarkt

RONN Auch wenn zunächst

rn vor der Tür steht, beschäftig-

ch der Aufsichtsrat der Heil-

n Marketing auf seiner jüngs-

itzung mit einer Neukonzepti-

es Weihnachtsmarkts. Dieser

auch wegen der Erfahrungen

, im Bereich des Marktplatzes

rkt werden. Eine von Vereinen,

nisatoren und Handwerkern

ltete Erlebniswelt mit täglich

selndem Programm soll mehr

cher locken. Geplant sind Bas-

gebote für Kinder, Märchener-

n und Weihnachtsbäckerei.

von der Geschäftsführung

ickelte Neuerung hat der Auf-

srat jetzt beschlossen.

hr weihnachtliche Stimmung

eniger Discoparty soll auch in

kihütte auf dem Kiliansplatz

ehen. Aus Sicherheitsgründen

zum Schutz der Anlieger wird

kihütte künftig bereits um 21

schließen, das entspricht den

ngszeiten der übrigen Anbie-

er Kiliansplatz wird nach Ab-

ss der Bauarbeiten wieder zur

gung stehen, die Marktstände,

usweichen mussten, können an

bisherigen Standorte zurück-

en. „Mit diesen Entscheidun-

wird beim Heilbronner Weih-

tmarkt wieder mehr auf ein ad-

iches Flair gesetzt und beson-

Familien ein attraktives Pro-

m geboten“, sagt Aufsichts-

orsitzender Helmut Himmels-

. Der diesjährige Weihnachts-

t beginnt in 259 Tagen: am

stag, 27. November. red

Haus fünf Mal mit

Eiern beworfen

HEILBRONN Es handelt sich wohl um

eine gezielte Attacke: Seit Mai ver-

gangenen Jahres wurde das Haus ei-

ner 77-Jährigen in Kirchhausen be-

reits fünf Mal mit Eiern beworfen

und beschädigt. Zuletzt kam es in

der Nacht zum Sonntag gegen 0.35

Uhr zu einem Vorfall an dem Anwe-

sen, als Personen mehrfach gegen

eine Fensterfront des Gebäudes

schlugen. Die Bewohner beobachte-

ten kurz danach eine Gruppe flüch-

tender Jugendlicher. Die Polizei er-

mittelt wegen Sachbeschädigung

und versuchtem Hausfriedens-

bruchs. Hinweise zu den Vorfällen

nehmen die Ermittler unter der Te-

lefonnummer 07066 94010 beim Po-

lizeiposten Heilbronn-Kirchhausen

entgegen. red

REGION HEILBRONN Donnerstag,

5. April 2012

Bei Jobstimm

Verlosung iP

gewonnen

HEILBRONN Strahlend betri

Gawenda die Anzeigena

dieser Zeitung. Warum auc

Der 16-Jährige aus Löwenst

bald stolzer Besitzer eine

iPads sein. Das hat der Gym

bei der Verlosung im Rahm

Befragung zur Bekanntheit

stimme.de gewonnen. Die H

ner Stimme hatte in Zusam

beit mit der Hochschule H

herausfinden wollen, wie ju

wachsene zwischen 15 und

ren in der Region nach Jobs

und welche Medien sie nu

Fokus der Untersuchung s

Portal jobstimme.de, seine B

heit in der Gruppe der 15- bi

rigen und deren Zufrieden

dem Angebot. Drei Stude

werteten die Antworten d

Teilnehmern aus und präse

ihre Schlussfolgerungen i

bei der Stimme. Ihr Fazit:

stimme ist auf dem richtigen

Lukas Gawenda hat das

noch nicht genutzt. „Ich bi

zehnten Klasse. Wegen e

beitsplatzes mache ich mir n

ne Gedanken“, sagt der G

„Ich habe nicht damit gerec

gewinnen“, erklärt er. Sein

hatten ihn auf die Umfrage a

sam gemacht, und er hatte

mitgemacht. Was das iPad

ist er noch Neuling. Der

Computer kommt ihm aber

recht. Sein Laptop war vor

Wochen „abgeschmiert“. D

wird ihn hoffentlich begleite

das Angebot von jobstimme.

spruch nimmt.

Salvatore Buscemi und der g

Gewinner Lukas Gawenda.

Ausstellung

„Wer bin ich – wer bist du?“ heißt eine Aus-

stellung, die bis zum 20. April in der Heil-

bronner Kreissparkasse zu sehen ist. Wer-

ke von rund 100 Künstlern mit Behinde-

rung, die von verschiedenen Standorten

der Beschützenden Werkstätte Heilbronn

kommen, sind zu bestaunen. Die Bilder

sind vor allem am Standort Kirchhausen

entstanden. Die Werke des Workshops mit

den Stimme-Lesern werden ebenfalls in

den nächsten Tagen zu sehen sein. ssp

� Hintergrund

Bürgerinitiative

wegen Nötigung

angezeigt

LÖWENSTEIN Nötigung, Freiheitsbe-

raubung, Gefährdung und gefährli-

cher Eingriff in den Straßenverkehr,

Volksverhetzung: Das alles sieht der

Beilsteiner Rainer Bayer durch die

Aussage der Bürgerinitiative (BI)

B 39 erfüllt, bei der Präventionsakti-

on der Polizeidirektion Heilbronn

auf der Löwensteiner Aussichtsplat-

te am 29. April seien Protestkundge-

bungen und Blockaden zu erwarten

(wir berichteten). Deshalb hat Bay-

er bei der Staatsanwaltschaft Heil-

bronn Strafanzeige gegen die BI und

deren Mitglied Hans Häfele aus

Hirrweiler gestellt. Den Eingang

gestern Morgen bestätigt deren

Sprecher, Harald Lustig. „Als nächs-

tes wird geprüft, inwieweit Ermitt-

lungen eingeleitet werden“, ergänzt

er auf Stimme-Nachfrage.

Dass Protestkundgebungen und

Blockaden erwartet würden, hatte

die BI, die sich an der Aufklärungs-

aktion „Platte V“ stört, weil sie noch

mehr Motorradfahrer anlocke, in ei-

nem Brief an Innenminister und Ab-

geordnete geschrieben. Bayer for-

muliert, die BI und Häfele würden

Aktionen „ankündigen“. bif

Wie Kunst die Menschen zusammenführt

HEILBRONN Gelebtes Miteinander: Stimme-Leser porträtieren Behinderte und umgekehrt

Von unserer Redakteurin

Stefanie Sapara

F

ür Künstlerin Dana ist die Sa-

che einfach: „Man lernt sein

Gegenüber am besten kennen,

wenn man es malt. Denn dann sieht

man ihn oder sie ganz genau an.“

Exakt darin liegt der Zweck des

Workshops, den die Künstlerin ges-

tern im Heilbronner Käthchenhof

anbot: Sechs Stimme-Leser und

sechs Menschen mit Behinderung

von der Beschützenden Werkstätte

Heilbronn trafen aufeinander und

porträtierten sich gegenseitig. Wie

sehen sich Menschen, die im Alltag

wenig Berührungspunkte haben?

Das war die spannende Frage.

Schnurstracks läuft Ilona von der

Beschützenden Werkstätte auf

Workshop-Teil-

nehmerinDag- mar Fahrer zu, lä-

chelt sie an,

nimmt sie bei der

Hand und führt

sie zu zwei 1,60

Meter großen wei-

ßen Leinwänden.

Schon bei der

Wahl des Malpart-

ners wird schnell

klar: Berührungsängste gibt es we-

der auf der einen noch auf der ande-

ren Seite. Konzentriert machen sich

die Teilnehmer ans Werk, arbeiten

mal leise, dann wieder im regen Aus-

tausch miteinander. Immer wieder

ein fester Blick ins Gesicht des Part-

ners: Roter Lippenstift? Brille? Ohr-

ringe? Auch Details sollen passen.

Projekt „Eine wirkliche Begegnung

ist im Alltag schwierig“, weiß Hans

Kahlau von der Beschützenden

Werkstätte. „Bei diesem Projekt se-

hen Außenstehende: Die Menschen

mit Behinderung stehen auf ihre Art

auch mitten im Leben. Kunst ist hier

wirklich Mittel zur Inklusion*.“

„Er macht das gut“, lobt Leserin

Cäcilia Link ihren Malpartner Talip.

Hier und da gibt die Hobbymalerin

ihm Tipps, „aber er weiß genau, was

er will. Das ist auch richtig so.“ „Es

ist toll zu erleben, wie die Menschen

mit Behinderung die Welt sehen“,

findet Workshop-Teilnehmer An-

dreas Schuchert. „So ganz anders

als wir.“ Vor allem geht es farbenfroh

zu, das Malen kommt von Herzen,

niemand überlegt lange, wie er sein

Bild am besten angeht. Spontaneität

ist gefragt. Von abstrakt bis sehr de-

tailgetreu reichen am Ende die Lein-

wand-Ergebnisse. Künstlerin Dana,

die den Malern helfend zur Seite

steht, ist begeistert. „Ich bin immer

wieder überrascht.“

Lächeln „Man könnte grad’ weiter-

machen“, sagt Leserin Geka Wagner

und betrachtet zufrieden ihr Bild

und das ihres Malpartners Harald.

Ein großes Lächeln und strahlende

Augen hat sie ihm auf der Leinwand

ins Gesicht gezaubert. „Genauso

sehe ich ihn“, sagt sie mit Blick auf

das Porträt. „Er ist zufrieden, ruht in

sich. Das ist seine Persönlichkeit“,

ist ihr Eindruck. „Und er hat mir er-

zählt, wie sehr er sich auf Ostern

freut.“ „Wenn’s das mal wieder gibt,

machen wir wieder mit?“, fragt Ha-

rald plötzlich. „Gut, machen wir“,

antwortet Geka Wagner, ohne zu zö-

gern. Harald lacht. „Dann such’ ich

mir wieder dich als Malpartnerin

aus.“ Die Mission des Vormittags,

sie scheint eindeutig erfüllt.

Begriffserklärung und Info

* Inklusion fordert die

gleichberechtigte Teilhabe von

Menschen mit Behinderung in

allen Bereichen der Gesellschaft.

Weitere Bilder des Workshops auf

www.stimme.de.

Behindert?

Gehört dazu!

Konzentriert bei der Arbeit: Ilona von

der Beschützenden Werkstätte.

Geka Wagner und ihr Malpartner Harald:

Das Porträt von ihm ist fast fertig.

Viel rote Farbe braucht Talip für sein Porträt von Leserin Cäcilia Link (li.). Künstlerin

Dana (Mitte) gibt den Malern hilfreiche Tipps. Fotos: Dennis Mugler

Blick hinter die

Stimme-Kulissen

REGION Was macht eigentlich ein

Journalist und ist Zeitung überhaupt

noch modern in Zeiten von Internet?

Die Heilbronner Stimme öffnet am

Freitag, 13. April, ihre Türen um zu

zeigen, dass Zeitung keinesfalls ver-

staubt ist und Homepages und

Smartphones genauso zum tägli-

chen Geschäft gehören wie Papier.

Ab 14 Uhr haben zehn Jugendliche

in der Allee 2 in Heilbronn die Gele-

genheit, der Redaktion über die

Schulter zu schauen. Sie lernen die

Ressorts kennen, drehen ihre eige-

nen Nachrichten mit STIMME.tv

und plaudern mit dem Chefredak-

teur. Ende ist gegen 17.30 Uhr. Wer

teilnehmen möchte, kann sich an-

melden unter Telefon 07131 615-476

oder online unter www.stimme.de/

redaktionsbesuch. Anmeldeschluss

ist Dienstag, 10. April. Über die Teil-

nahme entscheidet das Los. red

Sieben Wochen mit Hartz IV

Teilnehmer einer Fastenaktion bekommen Einblick in andere Lebenswelt

Von unserem Redakteur

Thomas Dorn

BRACKENHEIM Als „gute Erfahrung“

bewertet Elke Stephan die zurück-

liegende Zeit. Die Gemeindepfarre-

rin aus Eppingen-Kleingartach hat

sich (wie berichtet) an der Fastenak-

tion „Sieben Wochen mit Hartz IV“

der Diakonischen Bezirksstelle Bra-

ckenheim beteiligt. Sie hat die Per-

spektive gewechselt, sich bewusst

mit der Lebenssituation von Men-

schen auseinandergesetzt, die mit

wenig Geld auskommen müssen.

130 Euro im Monat, 4,33 Euro am

Tag, hat ein Erwachsener, der von

Arbeitslosengeld II (Hartz IV) lebt,

für Essen und Trinken zur Verfü-

gung. Bei Kindern ist es weniger.

Reicht dieses Budget? „Wir wollten

zeigen, wie verschieden die Lebens-

welten in Deutschland sind“, sagt

Diakonie-Geschäftsführer Matthias

Rose und kritisiert: „Die Schere zwi-

schen Arm und Reich klafft immer

mehr auseinander.“

Teilaspekt Allen Beteiligten war

klar, dass die Aktion nur einen Aus-

schnitt aus der Hartz-IV-Lebens-

wirklichkeit einfangen kann. Eber-

hard Oehler ist mit dem Geld ausge-

kommen. Dennoch hat es der 52-jäh-

rige Güglinger als „sehr schwierig

und ungewohnt“ empfunden, im La-

den zu stehen und nicht das kaufen

zu können, „was man eigentlich

möchte“. Frisches Obst? Kopfsalat?

Rosenkohl? Alles zu teuer. Genauso

Fleisch. „Und Billigfleisch vom Dis-

counter zu kaufen, nur um Fleisch

zu haben, das wollte ich nicht.“ Und

natürlich musste er auf manch’ lieb

gewordene Gewohnheit verzichten:

Die Brötchen für zwei Euro, die er

sich morgens gern leistete, wurden

gestrichen. Stattdessen holte er ein

halbes Brot für 1,15 Euro. „Das

reicht dann zwei bis drei Tage.“

Elke Stephan hat sehr darauf ge-

achtet, mit ihrem Wochenbudget zu-

recht zu kommen. Die lieb geworde-

ne Bio-Nahrung war kein Thema

mehr. „Ich hab’ im Laden nach dem

Preis geschaut.“ Das Geld hat ge-

reicht („Hungern musste ich

nicht“), aber die 51-Jährige ist sich

im Klaren, dass es bei längerer Dau-

er problematischer geworden wäre.

„Ich hab’ auch noch von Vorratshal-

tung gelebt“, räumt sie ein. Und dass

sie in der Wohnung sämtliches Leer-

gut zusammensammelt, um den Etat

aufzubessern – dieser Trick klappt

auch nur ein Mal. Im Übrigen ist

Elke Stephan fest überzeugt: „Für

Familien ist es schwieriger.“

Problem Natürlich hat die Pfarrerin

in dieser Zeit darauf geachtet, „dass

ich mit niemand essen gehen muss-

te“. Das wäre nicht drin gewesen.

Was ihr auf jeden Fall deutlicher ge-

worden ist, ist das soziale Problem.

„Arme Menschen ziehen sich oft zu-

rück.“ Auch wenn das Konzert kos-

tenlos ist: „Es wird ja erwartet, dass

man was ins Körbchen wirft.“

Über die begleitenden Fasten-

briefe, in denen Aspekte wie Würde,

Teilhabe, Arbeit oder Gesundheit in

den Blick genommen wurde, haben

sich die Aktionsteilnehmer bewusst

mit der Armutsfrage auseinanderge-

setzt. Das war auch Matthias Roses

Anliegen: Darüber nachzudenken,

wie diese Menschen – trotz knapper

Finanzen – wieder besser am Leben

beteiligt werden können.

Sie haben in den vergangenen Wochen sehr bewusst eingekauft: die Fastenaktions-

teilnehmer (von links) Eberhard Oehler, Matthias Rose, Elke Stephan. Foto: Mugler

Rein ins Erlebnis!

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Die Bahn macht mobil.

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32

Mittwoch,

21. März 2012 STADT HEILBRONN

Mittwoch

HEILBRONN

Café-Bar Ebene 3, Berliner Platz 12. 19.00

Literatur auf der Leinwand: Shakespeare im

Film. In dieser neuen Reihe werden in einer

Kooperation von Volkshochschule, Ebene 3

und Kommunalem Kino Literaturverfilmun-

gen in der Ebene 3 vorgestellt

Ev. Kilianskirche, Kaiserstraße 38. 12.15-

12.30 Atempause: Liturgisches Mittagsge-

bet der Citykirche

Gaststätte Schwabenhaus, Badstraße

48. 19.30 Mitgliederversammlung des

Deutschen Alpenvereins Sektion Heilbronn

Red River, Neckarsulmer Straße 40. 20.30

The Dauntless Elite ( UK) / Clap Your Hands

Twice: A Design For Life präsentiert zwei

Punkrock Bands aus England und Deutsch-

land. Eintritt: 6 €

Stadtgalerie, ganztags Posterausstellung

von Eltern von Kindern mit Downsyndrom,

außerdem Infostand zum Welt-Down-Syn-

drom Tag. T21 Familiengruppe Heilbronn

Stadttheater, Großes Haus, Berliner Platz

1. 19.30 Ein Käfig voller Narren. Musical von

Jerry Herman und Harvey Fierstein nach

Jean Poiret. Karten unter � 07131 56-3001

Stadttheater, Kammerspiele, Berliner

Platz 1. 11.00 Die Wanze. Ein Insektenkrimi

nach dem gleichnamigen Buch von Paul

Shipton Detektivgeschichte für Menschen

von 8-99 Jahren. Karten � 07131 56-3001

Städtische Museen im Deutschhof,

Deutschhofstraße 6. 15.30-16.30 Mit Oma

oder Opa im Museum: Wohnt hier der Hase?

Er hat sich irgendwo im Bild versteckt, die

Kinder werden ihn finden und mit nach Hau-

se nehmen. Veranstaltung der Christoph

Reinwald Stiftung für 3- und 4-Jährige, kos-

tenfrei. Anmeldung � 07131 56-4542

BIBERACH

Ev. Gemeindehaus, Erhard-Schnepf-Gas-

se 3. 19.00 Generalvollmacht - Betreuungs-

verfügung - Patientenverfügung, Informa-

tionsabend mit Notar Schmidt

Senioren

Heilbronn Kneippverein Wanderung,

Treffpunkt 13.50 Bushaltestelle Wertwie-

sen. Führung: Elisabeth Schmidt

Biberach

Kirchhausen

Frankenbach

Neckargartach

Böckingen

Horkheim

Sontheim

Heilbronn

Klingenberg

Lokaltermine

Altpapiersammlung

Die Fußballabteilung des SSV Klin-

genberg führt am Samstag, 24.

März, eine Altpapier- und Kartona-

gensammlung durch. Die Samm-

lung beginnt um 8.30 Uhr.

Klingenberg

Behinderung ist Teil ihrer Persönlichkeit

HEILBRONN Tanja Meng arbeitet in der Beschützenden Werkstätte – In der Sparkasse stellt sie aus

Das Porträt

Von unserer Redakteurin

Ulrike Bauer-Dörr

V

on wegen Selbstmitleid. Tan-

ja Meng ist eine lebenslustige

junge Frau, die noch viel in ih-

rem Leben vor hat. Ihre Behinde-

rung hat sie als Teil ihrer Persön-

lichkeit akzeptiert. Die stammt, so

erzählt die 25-jährige Rollstuhlfah-

rerin, von einem Sauerstoffmangel

im Brutkasten der Kinderklinik.

Ihre Eltern erzählten ihr, dass der

folgenschwere technische Defekt

wegen Personalmangels nicht

rechtzeitig bemerkt worden war.

Traumjob Seit diesem Tag ist Tanja

Meng körperlich

behindert, kann

nicht gehen, nur

ganz kurz stehen.

„Aber sonst bin

ich fit“, betont die

Mitarbeiterin der

Beschützenden

Werkstätte für

körperlich und

geistig behinder-

te Menschen in

Heilbronn-Kirchhausen. Sie arbei-

tet abwechselnd in der Montageab-

teilung und seit einer internen Qua-

lifizierung auch in der Telefonzen-

trale mit Besucherempfang. „Das ist

mein Traumjob.“ Sie vermittelt Tele-

fongespräche, bringt Besucher auf

den richtigen Weg, schreibt E-

Mails, sortiert eingehende Faxe,

surft im Internet, liest und schreibt

Protokolle für den Werkstattrat, in

der sie Mitarbeitervertreterin ist.

Heute Abend wird die junge Frau

einen großen Auftritt in der Kreis-

sparkasse Heilbronn haben. Bei der

Vernissage der Ausstellung „Wer

bin ich – Wer bist du?“ darf sie ein

selbst verfasstes Gedicht vortragen.

Ihr lebensgroßes Selbstporträt wird

dort als eines von vielen zu sehen

sein. Alle Künstler sind Mitarbeiter

der Beschützenden Werkstätte.

„Wer schreiben kann, der kann

auch malen“, hat ihr die Heilbronner

Künstlerin Dana gesagt, die das

Kunstprojekt begleitete. Das mach-

te Tanja Meng Mut, seitdem ist sie

auch Buchautorin. Ein Beitrag über

ihre geliebte verstorbene Großmut-

ter steht im Büchlein „Die Liebe ist

warm“. Tanja Mengs Text „Der Ab-

schied“, von ihr per E-Mail mit Da-

teianhang eingereicht, wurde dafür

ausgewählt. Zurzeit schreibt sie an

einer Biographie. Die ersten 56 Sei-

ten hat sie schon auf ihrem Laptop.

Der steht in Eppingen in ihrer be-

treuten Wohngruppe.

Zu schwer Sie habe sich so gemalt,

wie sie sich sieht, kommentiert sie

ihr 160 mal 40 Zentimeter großes

Kunstwerk. „Ich finde, dass es mir

sehr ähnlich sieht.“ Dem Betrachter

fällt auf, dass sie auf ihren Beinen

steht, ihr Rollstuhl ist nicht zu se-

hen. Bei der Erklärung lacht sie:

„Mich sitzend im Rollstuhl zu malen,

fand ich einfach zu schwer.“

Stolz zeigt die 25-jährige Tanja Meng ihr Selbstporträt – ganz ohne Rollstuhl. „Ich

finde, es sieht mir sehr ähnlich“, sagt sie. Foto: Ulrike Bauer-Dörr

Behindert?

Gehört dazu!

Stimme stellt sich vor

Stefanie Pfäffle schreibt für das ge-

samte Verbreitungsgebiet. Foto: privat

Stefanie Pfäffle

Freie Mitarbeiterin

Eigentlich wollte Stefanie Pfäffle

Pilotin oder Fluglotsin werden.

Bis ihr Vater sie anhielt, sich eine

Alternative zu überlegen. Schrei-

ben im Deutschunterricht, das

lag der gebürtigen Untergrup-

penbacherin, also war die Idee

zur Journalistin geboren. Nach

ersten Praktika bei Radioton und

der Heilbronner Stimme zog es

sie zum Studium der Diplomger-

manistik mit Schwerpunkt Jour-

nalistik und Nebenfach Anglistik

nach Bamberg. Viele weitere

Praktika und ein Auslandsjahr in

den USA folgten, bevor es zur

multimedialen Ausbildung ins

Vorarlberger Medienhaus nach

Österreich ging. Zurück in Heil-

bronn fing „spf“ 2005 an, als freie

Mitarbeiterin für Echo und Stim-

me zu schreiben. Nach anfängli-

cher Affinität zum Sport ist sie

nun im Lokalen heimisch gewor-

den, liebt die große Themenviel-

falt und Abwechslung. Das The-

ma Wein liegt der 35-Jährigen am

Herzen, aber vor allem mag sie

es, wenn’s menschelt. Oder „hun-

delt“, denn seit zwei Jahren be-

gleitet sie Malteser Bogi auf viele

Termine. Mit ihm streift die Jour-

nalistin in der Freizeit durch die

Gegend, er darf bei Proben des

Chorteams 2000 dabei sein oder

bei Treffen mit Freunden. Nur

beim Aquacycling bleibt der Vier-

beiner draußen. red

Heute Vernissage

Die Kunstausstellung von Mitarbeiterin-

nen und Mitarbeitern der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn wird am heutigen

Mittwoch, 21. März, 19 Uhr, in der Kreis-

sparkasse Heilbronn Am Wollhaus eröff-

net. Sie hat den Titel „Wer bin ich –Wer bist

du?“ Gezeigt werden hundert großforma-

tige Porträtbilder sowie Tonfiguren. Zu se-

hen ist die Ausstellung bis 20. April wäh-

rend der Sparkassen-Öffnungszeiten. ub

� Hintergrund

Nichts soll den Bach heruntergehen

Zustand der Biberacher Gewässer werden überprüft – Diskussion um Rückhaltebecken und Mäharbeiten

Von unserem Redaktions-

mitglied Tobias Wieland

HEILBRONN Man kann nicht behaup-

ten, dass es kein Interesse gebe am

Zustand des Böllinger Bachs bei Bi-

berach. 25 Personen kommen zur

Gewässerschau. Sie wandern ent-

lang des Ufers, werfen Blicke auf

Bachverlauf und Pflanzenwelt. Die

Gruppe ist vielfältig zusammenge-

setzt: Es sind Mitarbeiter von Behör-

den, Vertreter von Fischerei oder

Landwirtschaft. Der Grund, warum

sie hier sind, eint sie: Sie wollen

Missstände am Bach aufdecken und

etwaige Verbesserungen erörtern.

Grenze Die Schau beginnt an der

Gemarkungsgrenze zu Bonfeld, am

Oberlauf des Böllinger Bachs, wo er

noch Grundelbach genannt wird.

Zunächst fällt eine sogenannte

Querverbauung im Wasser auf. Sie

erschwert Fischen oder Insekten

die Wanderung entgegen der Fließ-

richtung. Ein Meißelbagger könnte

da schnell abhelfen, wie Hartmut

Sugg meint, der Leiter des Amts für

Straßenwesen der Stadt Heilbronn.

Für größeren Gesprächsbedarf

sorgt da schon das neu errichtete

Rückhaltebecken, das Biberach vor

Hochwasser schützen soll. Klar,

Überflutungen will keiner. Aber der

Bau „ist Gigantismus“, sagt etwa

Friedrich Schlaghoff.

Der Kreisfischereibeauftragte

möchte, dass der Bach möglichst na-

turbelassen ist. Und an einigen Ab-

schnitten am Oberlauf erkennt er

auch „Natur pur“. Anders sieht es da

beim Michelbach aus, einem Seiten-

gewässer, der zum Teil gerade wie

ein Strich verläuft. Hier empfiehlt

Schlaghoff, dass Schwarzerlen ge-

pflanzt werden. Sie könnten helfen,

dass der Bach mäandriert, also ei-

nen gewundenen Verlauf annimmt.

Gerade am Michelbach gehen die

Meinungen auch mal auseinander.

Landwirt Harald Gurr: „Hier könnte

von der Stadt besser gemäht wer-

den.“ Denn direkt daneben schließt

sich ein Acker an. Bei der Stadt sieht

man das anders. Sugg erkennt „ei-

nen klassischen Konflikt“ – Natur-

schutz auf der einen, Landwirtschaft

auf der anderen Seite.

Wasserproben Bei einigen Rohren,

die in den Bach ragen, ist sich die

Gruppe wiederum einig. Der Salzge-

halt des dort einfließenden Wassers

könnte zu hoch sein. Proben sollen

darüber Aufschluss geben.

Die Teilnehmer inspizieren auch den Zufluss des Grasbachs. Führt er zu viel Wasser,

kann es dazu kommen, dass die Straße überspült wird. Fotos: Dennis Mugler

Christoph Armbruster (links) und Jür-

gen Schlenker betrachten den Bach.

Beim Ring und dem Arbeitskreis läuft es rund

Mitgliederversammlung des Dachverbands der Böckinger Vereine zieht Bilanz

HEILBRONN Bei der Mitgliederver-

sammlung des Dachverbands der

Vereine im größten Heilbronner

Stadtteil standen vor allem die Rück-

blicke im Vordergrund. Fazit: Im Bö-

ckinger Ring läuft es rund. Zum Bei-

spiel der Julbockmarkt 2011 im

Ringlokschuppen des Süddeut-

schen Eisenbahnmuseums. „Das ist

eine schöne Veranstaltung“, lobte

am Montagabend im Petrus-Ge-

meindehaus der stellvertretende

Ringvorsitzende Stefan Buck. In die

Freude über den originellen Ad-

ventsmarkt mischte sich ein wenig

Verdruss. Buck: „Wir haben wegen

der behördlichen Auflagen 1644

Euro Miese gemacht.“ Diese Aufla-

gen betrafen unter anderem die

Elektrik, es musste beispielsweise

eine Not-Beleuchtung installiert

werden. Buck kündigte an, „dass wir

wohl nicht um eine Erhöhung der

Standgebühren herumkommen“.

Keine Profis Dies lehnte aber einer

der Erfinder des Julbockmarktes,

der Ring-Ehrenvorsitzende Georg

Link, ab: „Das ist ein Hobbykünst-

lermarkt ohne Profis. Ich fürchte,

wenn wir an der Gebührenschraube

drehen, verlieren wir diese Künst-

ler.“ Ob erhöht wird oder nicht, da-

rüber fiel keine Entscheidung. Nur

eines stand am Ende der Diskussion

fest: „Wir werden auch im nächsten

Jahr wieder einen Julbockmarkt an-

bieten“, sagte Ring-Vorsitzender

Karl-Werner Weißbeck.

Weniger kontrovers war die De-

batte über die neue Beleuchtung der

Stadtkirche. Das neue nächtliche

Highlight des Stadtteils kostete

rund 48 000 Euro, den Ring aber we-

niger als 2000 Euro. Sponsoren und

dem fleißigen Spendensammler Ge-

org Link sei dank.

Mitreden Wie gut es mit dem Kom-

munalen Arbeitskreis läuft, berich-

tete deren Sprecher Tomas Rande-

cker. „Wir sind zufrieden.“ Der

Kreis hat viele Dinge mit auf den

Weg gebracht, etwa die Sanierung

des Restaurants im Bürgerhaus. Für

Böckingen und den Ring eine gute

runde Sache. Und auch bei weiteren

Themen will der Arbeitskreis mitre-

den: Saarlandstraße, Bundesgarten-

schau und neue Mitte. mut

Konzert der Brenz Band

Die evangelische Kirchengemeinde

Neckargartach veranstaltet am

Donnerstag, 22. März, um 19 Uhr

ein Konzert in der Peterskirche in

Neckargartach mit der Brenz Band.

Karten gibt es im Gemeindebüro,

unter 07131 21315.

Neckargartach

Redaktion Stadtkreis

Wirtschaft Regional

Allee 2 | 74072 Heilbronn

Tel. 07131 615-0 | Fax 07131 615-373

Sekretariat: 07131 615-226

-356 Leitung: Iris Baars-Werner .............. iba

-207 Joachim Friedl (stv.) ............................ jof

-329 Ulrike Bauer-Dörr ................................. ub

-554 Katja Bernecker ................................. eck

-326 Helmut Buchholz .............................. mut

-412 Franziska Feinäugle ............................... ff

-372 Carsten Friese ....................................... cf

-527 Andreas Gugau .................................. gug

-412 Bärbel Kistner ...................................... kis

-323 Milva-Katharina Klöppel ................... mkk

-332 Kilian Krauth ....................................... kra

-438 Jürgen Paul ......................................... jüp

-281 Stefanie Sapara ................................. ssp

-287 Gertrud Schubert ................................ ger

-299 Manfred Stockburger ........................ mfd

E-Mail stadtkreis@stimme.de

Verein Kunst

Die Jahreshauptversammlung des

Vereins Kunst Heilbronn mit den

Gruppen Heilbronner Majoretten,

Käthchen-Hochzeitszug und Tanz-

gruppen Sigrid Lipp findet am Frei-

tag, 23. März, 20 Uhr, im Haus der

Siebenbürgen Sachsen, Sinsheimer

Straße 55 in Böckingen statt.

Böckingen

Hauptversammlung TCH

Die Jahreshauptversammlung 2012

des Tennisclubs Heilbronn am Trap-

pensee findet am Freitag, 23. März,

um 19.30 Uhr im Clubheim an der

Krummen Steige statt. Auf der Ta-

gesordnung stehen unter anderem

die Neuwahl des Präsidenten und

Ehrungen verdienter Mitglieder.

Beckenbodengymnastik

Für Männer und Frauen bietet das

Haus der Familie, Fügerstraße 6 in

Heilbronn ab Freitag, 23. März, ei-

nen Beckenbodengymnastik-Kurs

an. Der Kurs geht zwölf Mal, jeweils

von 15 bis 16 Uhr und kostet 99

Euro. Die Krankenkasse erstattet

diesen Kurs anteilig. Info und An-

meldung unter 07131 962997.

Fußreflexzonenmassage

Heilpraktikerin Anja Lamprecht bie-

tet im Haus der Familie, Fügerstra-

ße 6 in Heilbronn, einen Theorie-

und Praxistag zum Thema Fußre-

flexzonenmassage an. Der Kurs fin-

det am Samstag, 24. März, von 10 bis

16 Uhr statt. Die Teilnahmegebühr

beträgt 36 Euro. Info und Anmel-

dung unter 07131 962997.

Reisetreff der Diakonie

Das Diakonische Werk Heilbronn

bietet am Dienstag, 27. März, 15

Uhr, eine Informationsveranstal-

tung zum Reisetreff im Begegnung-

scafé des Diakonischen Werkes,

Schellengasse 9 in Heilbronn an.

Brigitte und Ulrich Koring stellen

ihre Freizeit näher vor, die im ehe-

maligen Kloster Bezau im Bregen-

zer Wald vom 13. bis 24. Juni statt fin-

det. Weitere Info unter 07131 964490

oder 964432.

Diavortrag

Das Ehepaar Spanagel berichtet am

Donnerstag, 22. März, um 18.30 Uhr

im Weltladen Heilbronn, Kirchbrun-

nenstraße 32, über ihren Urlaub in

den Makabari Teegärten. Der Vor-

trag steht unter dem Thema: Zu Gast

in der Teeplantage.

Heilbronn

REGION HEILBRONN 31

Freitag,

23. März 2012

Untergepflügte Salate sind die Ausnahme

INTERVIEW Gemüsebauern produzieren nur wenig Ausschuss, der vernichtet werden muss

I

n Deutschland landen zu viele

Lebensmittel im Müll. Umwelt-

schutzorganisationen übten Kri-

tik daran, dass der Handel strenge

Vorgaben für landwirtschaftliche

Produkte macht. Redakteur Reto

Bosch hat bei Michael Abstins nach-

gefragt, welche Rolle solche Vorga-

ben spielen. Abstins ist Vertriebslei-

ter der Neckarsulmer Vitfrisch.

Herr Abstins, Einzelhandelsketten de-

finieren sehr genau, welche Anforde-

rungen sie an Zucchini und Co. stel-

len. Können Sie ein paar Beispiele

nennen?

Michael Abstins: Der Kunde äu-

ßert sich beispielsweise sehr detail-

liert, welche Größe die Produkte ha-

ben müssen. Bei Salaten ist das Min-

destgewicht vorgeben. Die Waren

sollen schließlich gut präsentiert

werden können, die Händler wollen

den Kunden eine gleichbleibende

Qualität bieten.

Das heißt, dass zu kleine Salate oder

Zucchinis nicht zu vermarkten sind?

Abstins: Das kann man so nicht sa-

gen. Zucchini wachsen im Sommer

mehrere Zentimeter pro Tag. Wenn

sie zu klein sind, warten die Land-

wirte einfach noch etwas ab. Und bei

Salaten gilt dasselbe.

Welche Rolle spielen rein optische Be-

einträchtigungen?

Abstins: Die spielen natürlich eine

Rolle. Kunden kaufen in der Regel

Produkte mit optischen Auffälligkei-

ten nicht. Man muss aber sagen,

dass die Händler bei Zucchini kleine

Windschäden tolerieren, also Stel-

len, wo die Blätter auf der Oberflä-

che gerieben haben. Produkte mit

deutlichen Schäden bleiben auf dem

Acker, werden untergepflügt und

dienen somit wieder als Nährstoff-

quelle für die Pflanzen. Hagel zum

Beispiel verursacht zunächst einen

Makel, der durch Faulung aber zum

richtigen Schaden wird.

Wie sehen optische Beeinträchtigun-

gen bei Tomaten aus?

Abstins: Bei Tomaten, die aus dem

Gewächshaus kommen, gibt es

Schäden nur in sehr geringem Maß.

Zudem reduzieren moderne Züch-

tungen das Problempotenzial. Der

Anteil von Tomaten mit relevanten

Beeinträchtigungen liegt weit unter

einem Prozent.

Wie groß ist der Anteil jenes Gemüses,

das nicht verkauft werden kann?

Abstins: Vermehrt tritt dies dann

auf, wenn die Witterung besonders

schlecht war. Im Regelfall haben wir

bei Salaten aber eine Erntequote

von 98, bei Kopfsalaten von etwas

mehr als 90 Prozent. Was auf dem

Feld bleibt, sind Verwachsungen

oder Fehlbildungen. Auch hier brin-

gen Züchtungen Fortschritte.

Bei Kartoffeln gibt es den Vorwurf,

dass große Mengen gar nicht geerntet

werden.

Abstins: Ja, aber das ist eine Falsch-

information. Landwirte, die auf 50

Prozent ihrer Ernte verzichten wür-

den, könnten gar nicht überleben.

Nicht zu vergessen ist, dass manche

Produkte, die durchs Raster des Ein-

zelhandels fallen, als Tierfutter die-

nen können. Das gilt gerade für Kar-

toffeln.

Wie häufig kommt es vor, dass die

Kontrolle der Landwirte direkt bei der

Ernte versagt und sie hier in der Zen-

trale Produkte aussortieren müssen?

Abstins: Bei unseren Erzeugern

kommt das sehr selten vor. Wir spre-

chen genau ab, welche Qualitäten

erforderlich sind, die Bauern rich-

ten sich danach. Bei ausländischer

Ware kommt es aufgrund längerer

Transportwege häufiger vor.

Wie viele Gemüsebaubetriebe ver-

markten ihre Produkte über die Ne-

ckarsulmer Vitfrisch?

Abstins: Derzeit sind es rund 60 Be-

triebe aus Baden-Württemberg,

hauptsächlich aus dem Raum Heil-

bronn und Stuttgart. Die Anbauflä-

che ist etwa 1500 Hektar groß.

Welche Produkte bilden die Schwer-

punkte?

Abstins: Tomaten, Gurken, Zucchi-

ni und Salate.

Von welchen Mengen sprechen wir?

Abstins: Pro Jahr vertreiben wir zir-

ka 135 000 Tonnen.

Wo sitzen Ihre Kunden?

Abstins: In ganz Deutschland,

hauptsächlich aber in Baden-Würt-

temberg. Wir sind auf kurze Wege

und Regionalität ausgerichtet.

Michael Abstins leitet den Vertrieb bei Vitfrisch. Pro Jahr werden rund 135 000 Tonnen Waren umgeschlagen. Foto: Mario Berger

� Zur Person

Michael Abstins

Michael Abstins ist 47 Jahre alt. Er leitet

den Vertrieb der Vitfrisch, die Filialisten,

Großverbrauchermärkte, Discounter und

den traditionellen Großhandel beliefert.

Der Jahresumsatz 2010 betrug rund 57,6

Millionen Euro. Michael Abstins ist verhei-

ratet und lebt in Nordheim. red

Malen als Brücke auf die andere Seite

Menschen mit Behinderung sind stolz, dass sie in der Kreissparkasse Heilbronn ausstellen dürfen

Von unserer Redakteurin

Ulrike Bauer-Dörr

SERIE Bunt und fröhlich sind sie. Le-

bensfreude strahlen sie aus. Die 73

Selbstporträts von Menschen mit

Behinderung schaut man einfach

gerne an. Obwohl die Künstlerinnen

und Künstler der Beschützenden

Werkstätten Heilbronn allesamt er-

wachsen sind, zeigen ihre Kunst-

werke kindliche Züge.

Ein Kopf, ein meist la-

chendes Gesicht, ein Kör-

per mit Armen und Beinen,

ein farbenkräftiger Hinter-

grund. Der Abgebildete

trägt die Kleidung seines Er-

schaffers: die blaue Lieb-

lingsjeans, ein gestreiftes

Sweatshirt, den geliebten

roten Rolli. Tanja Meng be-

schreibt bei der Vernissage

am Mittwochabend in einem selbst

verfassten Gedicht die erlebte

Schaffensperiode.

Respekt „Das bin ich – Wer bist du“,

so heißt die Ausstellung, die bis 20.

April unter der Glaspyramide der

Heilbronner Kreissparkasse zu se-

hen ist. „Wir sind sehr stolz darauf,

dass wir hier ausstellen dürfen“,

sagt Sven Visser, 30 Jahre alt, Werk-

stattmitarbeiter und ehrenamtlicher

Werkstattrat. Seinen Kollegen, die –

wie er – ein Selbstporträt oder eine

Tonskulptur geschaffen haben,

spricht er Respekt aus: „Ich wusste

gar nicht, dass wir solche guten

Künstler unter uns haben.“

Die Heilbronner Künstlerin Dana

hat das Projekt zwei Jahre lang be-

gleitet. Für sie ist die Ausstellung

„gelebte Inklusion.“ Bei den

geplanten fünf Workshops –

unter anderem einen exklu-

siv für sechs Leser unserer

Zeitung – werden Men-

schen mit und ohne Behin-

derung in einen künstleri-

schen Dialog treten. „Malen

ist eine Brücke auf die ande-

re Seite“, sagt sie. Und er-

gänzt: „Menschen mit Be-

hinderung malen vor allem

mit dem Herzen.“

Sven Visser spricht aus, was sich

die Künstler von Menschen ohne

Behinderung wünschen: „Sprecht

uns an. Wir sind Menschen wie ihr

auch. Guckt uns nicht schräg an. Vor

allem: Schließt uns nicht aus.“

Gleich danach wird der Abend laut-

stark und mitreißend fröhlich von

der Trommelgruppe „drums alive“

der Werkstätte Bad Friedrichshall

eröffnet. Pantomimisch stellen be-

hinderte Werkstattmitarbeiter aus

Kirchhausen die Frage „Wer bin ich

und wer bist du?“ nach. Sehr lang-

sam und sehr gefühlvoll tasten sie in

zwei Spielszenen ihr Gegenüber

und sich selber ab.

Sparkassenvorstand Matthias

Peschke betont, wie gern man die

Ausstellungsfläche zur Verfügung

gestellt hat. Für Schwächere da zu

sein, gehöre mit zum Leitbild des re-

gionalen Geldinstituts. Er übergibt

eine 2500-Euro-Spende, Lions-Präsi-

dent Michael Greiner legt 1000 Euro

vom Club Heilbronn drauf.

Gemeinschaftsfördernd Werk-

stattvorstand Hans-Christoph Ketel-

hut schaut dankbar zurück: „Künst-

lerisches Schaffen ist für unsere

Mitarbeiter sehr gemeinschaftsför-

dernd und identitätsfördernd.“

Behindert?

Gehört dazu!

„Das bin ich“. Katharina Rau, 23, zeigt

ihr Selbstporträt. Fotos: Dennis Mugler

„Wer bist du?“ Werkstattmitarbeiter er-

kunden ihr Gegenüber mit den Händen.

Frauen fordern

Reformen von

ihrer Kirche

Aktionstag im Bildungshaus

Kloster Schöntal

REGION Unter dem Thema „Un-Mut-

geschichten von Frauen in der Ka-

tholischen Kirche“ sind Frauen am

Samstag, 31. März, 13.30 bis 18.30

Uhr, zu einem Aktionstag ins Bil-

dungshaus Kloster Schöntal gela-

den. Sie wollen offen über mögliche

Reformen in der Katholischen Kir-

che diskutieren.

Im Einladungsschreiben heißt es:

Unmut spüren Frauen, wenn sie se-

hen, dass es immer weniger Seelsor-

ger gibt und gleichzeitig geeignete

Frauen und Männer da wären, die zu

den Ämtern nicht zugelassen wer-

den. Unmut gäbe es auch, wenn Ge-

meinden verwaisen und Ehrenamt-

liche mit ihren Aufgaben alleinge-

lassen oder überfordert werden.

Referentinnen Der Tag soll auch

der gegenseitigen Ermutigung die-

nen. Dazu sind kompetente Frauen

eingeladen, die sich in verschiede-

nen Bereichen engagieren: Bei ei-

nem Podiumsgespräch werden sie

ihren Ärger, aber auch ihre Visionen

zur Sprache bringen. Britta Baas von

der Zeitschrift Publik Forum enga-

giert sich seit Jahren in Frauenfra-

gen und wird über die Beziehung

der Kirche zu den Frauen im Laufe

der Kirchengeschichte berichten.

Gabriele Zimmermann aus der

Schweiz erzählt von ihrer 15-jähri-

gen Erfahrung als Gemeindeleite-

rin. Uta Möhler hat sich zur Diako-

nin ausbilden lassen, obwohl Frauen

zum Diakonat noch nicht zugelas-

sen sind. Gabriele Pennekamp wur-

de vom Bischof zur Mitarbeit in der

Dialoggruppe berufen und schafft

als Diözesanrätin die Verbindung

zur Diözesanleitung. Renate

Bertsch-Gut hatte fast zehn Jahre

als Dekanatsreferentin eine Lei-

tungsfunktion inne.

Stärkung Mit diesen Frauen an der

Spitze soll der Aktionstag zur gegen-

seitigen Stärkung, Bündelung der

Kräfte und gegenseitigen Solidarität

beitragen. Neben dem Erfahrungs-

austausch und dem Podiumsge-

spräch gibt es auch Aktionen mit

Trommeln, Tänzen, Mitmachtexten

und einem Segensritual. red

Anmeldungen, Prospekt, Infos

Katholische Erwachsenenbildung

Hohenlohekreis, Klosterhof 6,

74214 Schöntal, 07943 894-330;

E-Mail: keb-hohenlohe@kloster-

schoental.de, Internet:

www. kloster-schoental.de.

Torrez strebt an

die Juso-Spitze

HEILBRONN Der Kreisvorsitzende

der Heilbronner Jusos kandidiert

für den Landesvorsitz der Südwest-

Jusos. Markus Herrera Torrez er-

klärte: „Seit einem knappen Jahr

trägt die SPD Regierungsverantwor-

tung in Baden-

Württemberg. Als

Juso-Landesver-

band ist es unsere

Aufgabe, die Wün-

sche, Sorgen und

Anliegen unserer

Generation weiter

zu tragen und da-

für zu sorgen,

dass diese in Stutt-

gart auch gehört

werden. Ich

möchte diese Chance gemeinsam

mit allen Jusos nutzen und für ein ge-

rechtes, weltoffenes und modernes

Baden-Württemberg kämpfen.“

Die Jusos aus dem Stadt- und

Landkreis Heilbronn unterstützen

ihn dabei. Der 23-Jährige steht seit

2009 an der Spitze der SPD-Jugend-

organisation in Heilbronn und ist zu-

dem Stadtrat in seiner Heimatstadt

Lauffen. Herrera Torrez bewirbt

sich um die Nachfolge von Frede-

rick Brütting, der nach dreijähriger

Amtszeit nicht mehr antritt. Gewählt

wird der Landesvorstand auf einer

Delegiertenkonferenz am 5. und 6.

Mai in Heidenheim. Insgesamt gibt

es 5600 Jusos im Land. red

M. Herrera Torrez

Foto: privat

Albrecht Fischer-Braun (links) und Ste-

ven Häusinger. Foto: Stöhr-Michalsky

Tagungsstätte:

Neuer Leiter

gewählt

LÖWENSTEIN Die Entscheidung ist

gefallen: Albrecht Fischer-Braun

wird neuer theologischer Leiter und

Geschäftsführer der Evangelischen

Tagungsstätte Löwenstein (ETL).

Die Verbandsversammlung wählte

ihn am Mittwochabend in nichtöf-

fentlicher Sitzung. Neun Bewerbun-

gen waren eingegangen, zwei Kan-

didaten waren zur Vorstellung ein-

geladen worden. Der geschäftsfüh-

rende Pfarrer von Weil der Stadt im

Kirchenbezirk Leonberg tritt am 1.

September die Nachfolge von Ste-

ven Häusinger an. Für den 52-Jähri-

gen endet nach zwölf Jahren die

Freistellung vom Dienst in der Lan-

deskirche. Was er künftig macht,

steht noch nicht fest.

Der 48-jährige Fischer-Braun ist

verheiratet und Vater von drei Kin-

dern. Zu seiner Tätigkeit gehören

die Jugend- und Konfirmandenar-

beit. Weitere Schwerpunkte sind

Kirchenmusik, Gottesdienst, Seel-

sorge und die Ökumene. Er ist Pfar-

rer für Kirchenmusik im Kirchenbe-

zirk und Mitglied im Kirchenbe-

zirksausschuss. Über die Kirchen-

gemeinde ist er als Bezirksbeauf-

tragter für Erwachsenenbildung

und Vorsitzender des Leitungskrei-

ses Erwachsenenbildung tätig. „Ich

sehe die Tagungsstätte als Unter-

nehmen mit großer Herausforde-

rung für mich“, sagte der Gewählte.

Aus Häusingers letztem Jahresbe-

richt ging hervor, dass die ETL auf

einem guten Kurs ist. Mit 18 500

Übernachtungen sei das Ziel er-

reicht. Die Belegung durch die

Wirtschaft sei seit drei Jahren ge-

stiegen und mache inzwischen 40

Prozent aus. „Das vergangene Jahr

war insgesamt sehr gut“, meinte

auch der Vorsitzende der Verbands-

versammlung, Peter Knoche. mam

Hund beißt

Zweijährigen

ins Gesicht

HEILBRONN Ein zweijähriger Junge

ist am Mittwochabend von einem

Hund gebissen worden. Nach Poli-

zeiangaben wurde das Kind von dem

Australian Shephard im Gesicht und

am Bein verletzt. „Die Bisswunden

im Gesicht mussten im Kranken-

haus genäht werden“, sagte Polizei-

sprecherin Yvonne Schmierer.

Der Junge war in einem Biergar-

ten im Heilbronner Wertwiesenpark

um eine Bank gerannt als der Hund

plötzlich aufsprang und den Zwei-

jährigen verletzte. Das Tier war zu

diesem Zeitpunkt angeleint. Beamte

der Polizeihundeführerstaffel ha-

ben die Ermittlungen übernommen.

Weshalb der Hund so reagierte, ist

unklar. „Die Hundeführerstaffel

wird eine Wesensprüfung durchfüh-

ren“, sagte Schmierer. Nach Anga-

ben der Polizei fallen Australian She-

pards normalerweise nicht durch

aggressives Verhalten auf. red/jükü

Samstag

VON HORKHEIM NACH NORDHEIM

Stauwehrhalle Horkheim - Klingen-

berg - Nordheim - Horkheim. Geh-

zeit etwa 3,5 Stunden, 12 Kilometer,

Mittagseinkehr. Kneippverein Heil-

bronn um 9.15 Uhr ab Stauwehrhal-

le in Horkheim. Stadtbus Linie 31.

Information: Alfred Unzeitig Tele-

fon 07131 253777 und AB 724182. gt

Tipps für Touren

38

Samstag,

14. April 2012 STADT HEILBRONN · NACHBARSCHAFT

Sinnvolle sechs Wochen

ABSTATT Mediziner Helfried Vogel über seinen Einsatz auf den Philippinen

Von unserer Redakteurin

Angela Groß

D

er Abstatter Facharzt für All-

gemeinmedizin, Dr. Helfried

Vogel, hat wieder einen Aus-

landseinsatz gehabt. Seit ein paar

Jahren ist der 61-Jährige Mitglied

bei der Hilfsorganisation „Ärzte für

die Dritte Welt – German Doctors“.

Vogel ging im Jahr 2010 nach Ban-

gladesch, nun war er auf den Philip-

pinen im Einsatz.

Sechs Wochen lang, an

zwei unterschiedlichen

Orten. Einmal am Rande

der Müllberge, der Smo-

key Mountains der Elf-Mil-

lionen-Stadt Manila, und

dann auf Mindoro, eine Ta-

gesreise mit Schiff und

Bus entfernt. „Nach den Müllber-

gen war diese grüne Insel das Para-

dies“, sagt Vogel.

In dessen Gemeinschaftspraxis

steht an der Rezeption eine Spen-

dendose für die Organisation. Die

German Doctors finanzieren sich

durch Spenden. Und entsenden Ärz-

te in Länder wie Indien, Bangla-

desch, Kenia, Nicaragua und auf die

Philippinen, zu zehn Projekten. Jahr

für Jahr opfern 300 Ärzte ihren Ur-

laub, um in medizinisch unterver-

sorgten Gebieten den Menschen zu

helfen – unentgeltlich, sie zahlen so-

gar noch die Hälfte des Fluges.

Eindrücke „Für mich waren diese

sechs Wochen eine wichtige Zeit.

Sowohl privat – für mein Ich. Und be-

ruflich, es bringt mich wieder auf

den Boden der Realität zurück. Zu

wissen, was im Leben wirklich wich-

tig ist“, formuliert der Arzt. Das Le-

ben und der Einsatz dort und der All-

tag in der Praxis in Abstatt, beides

lässt sich überhaupt nicht verglei-

chen. Auch nicht die Art, Medizin zu

machen. Und obwohl Vogel nur sehr

beschränkt behandeln konnte, hat

er seine Arbeit als sehr befriedigend

empfunden. Teils diente eine Bam-

bushütte als Sprechzimmer, und zur

Hand hatte er lediglich eine Aus-

wahl von 50 bis 60 Medika-

menten.

Auf der Roten Liste der

Arzneimittelinformatio-

nen in Deutschland stehen

über 7000 Medikamente.

„Trotzdem: Ich konnte mit

wenig Aufwand viel hel-

fen.“ Würden die Ärzte

nicht vorbeikommen, wären diese

„Indianer der Philippinen“ gänzlich

ohne medizinische Versorgung.

Armutsgrenze Menschen unter der

Armutsgrenze hat die Organisation

mit Sitz in Frankfurt im Blick. Sozial-

arbeiter vor Ort sorgen auf der Insel

Mindoro dafür, dass nicht Unbe-

rechtigte die Behandlung in An-

spruch nehmen. Sie informieren

Männer, Frauen und Kinder, wenn

die Rolling Clinic mit dem Jeep auf-

kreuzt. An Bord sind Hebamme,

Arzt, Krankenschwester und ein

Übersetzer. Sozialarbeiter achten

darauf, dass Medikamente regelmä-

ßig eingenommen werden; viele

Menschen dort haben Tuberkulose.

Infektionskrankheiten, Wurmbe-

fall, Hauterkrankungen, Lungenent-

zündungen und Bronchitis behan-

delte Vogel. Seine Patienten auf Min-

doro waren die Mangyan, ein Volks-

stamm, vergleichbar mit den Abori-

gines in Australien. Diese seien dort

Menschen „dritter Klasse“.

In Manila kümmerte sich der Ab-

statter Arzt um die Müllsammler, die

in Slums inmitten des Abfalls leben.

Die Kinder spielen in einer stinken-

den braunen Brühe. „Unsereins

würde da nur mit Mühe überleben.“

Informationsabend

Helfried Vogel berichtet am 20.

April um 20 Uhr von seinem

Einsatz in Abstatt-Happenbach

im Vereinszentrum Alte Schule.

Zwei riesige Müllberge, jeweils 100 Meter hoch und insgesamt so groß wie Abstatt, sind Arbeitsstätte für Frauen und Männer. Sie sortieren dort den Abfall. Fotos: privat

Helfried Vogel mit einer kleinen Patientin und der Mutter. Viele Kinder haben Wurm-

erkrankungen und leben in schlechten hygienischen Verhältnissen.

„Man kann

mit wenig

Aufwand viel

helfen.“

Helfried Vogel

Luzon

PHILIPPINEN

MALAYSIA

Manila

Pazifik

Südchinesisches

Meer

Sulu-

see

300 km

Mindoro

Davao

HSt-Grafik/dpa

Lage

Cebu

Futuristische Fahrzeugvisionen

Beschützende Werkstätte zeigt in Audi BKK zahlreiche Werke zum Thema Bewegung

Von Ute Plückthun

NECKARSULM Ihre Werke heißen

„Fisch-Flug-Fahrzeug im Wolken-

himmel mit Passagieren“ oder ein-

fach „Raumschiff Enterprise“. Über

30 Bilder und Objekte sind in den

Räumen der Neckarsulmer Audi

BKK zu sehen. Geschaffen haben

sie 25 Menschen mit Behinderung,

die in der Böckinger Beschützenden

Werkstätte beschäftigt sind.

Inspiriert „Ich bin stolz, dass ich das

geschafft habe“, sagt Anne Becht-

hold über ihr Werk. „Luxusdampfer-

Luftschiff“ hat sie ihr Universalfahr-

zeug genannt, das in der Fantasie

der 26-Jährigen so gut wie alles

kann: fliegen, zu Wasser und zu

Land fahren, sogar im Weltall ist es

heimisch. Dabei hat die Eppingerin

an Komfort nicht gespart und sich

von der „Queen Mary“ und der „En-

terprise“ gleichermaßen inspirieren

lassen: Tanzsäle Schwimmbereich

mit Wellness-Center, Bibliothek,

Spielcasino und Einkaufsbereiche

sind in dem Kunstwerk angedeutet,

die sie aus zahlreichen Dosen und

Schachteln zusammengefügt und

mit Acrylfarbe bemalt hat.

Propeller, Schornsteine, Räder

und Flügel: Mut und erfrischende

Unvoreingenommenheit zu Farben

und Formen haben auch die ande-

ren Teilnehmer bewiesen, etwa

Carsten Klinkig mit einer auf eine

Holzplatte aufgebrachten Bildcolla-

ge oder Andreas Faußner, der in sei-

ne „Reise durch eine Landschaft mit

Palmen“ zudem Quaste, Blechfahr-

rädchen oder Plastikesel als gestal-

terische Elemente eingebracht hat.

André Abt hat die Arche Noah ge-

schaffen und Albine Lang die Tita-

nic mit Menschen und Meerestie-

ren verewigt.

Das Besondere ist zugleich das

Verbindende: Im Rahmen von insge-

samt drei Workshops unter Anlei-

tung von Nina Weitzner schufen sie

innerhalb von mehreren Wochen

Werke zur Themenausstellung

„Auto-Kunst“, die in automobilem

Umfeld noch bis zum 29. Juni zu se-

hen ist. Die Berliner Künstlerin, die

mittlerweile in Künzelsau wohnt,

hatte sie mit Fortbewegungsmit-

teln, Gestaltungsmöglichkeiten und

modernen Künstlern bekannt ge-

macht.

Der Neckarsulmer Audi-Werklei-

ter Fred Schulze zeigte sich bei der

durch Tobias Klimpel mit fröhlichen

Frühlingsliedern umrahmten Ver-

nissage beeindruckt von den „unter-

schiedlichen Interpretationen zum

Thema Bewegung, die vom Turn-

schuh bis zum Raumschiff reichen“.

Wie Moderator Alfred Grimm von

der Beschützenden Werkstätte und

Matthias Kappes von der Audi BKK

Neckarsulm betonte er die seit 45

Jahren bestehende Kooperation mit

der Beschützenden Werkstätte.

Durch Bordwerkzeug für A6 und A8

sowie die Reinigung der Kopfhörer

des Besucherzentrums hätten sich

die Mitarbeiter als „erfolgreiche Lie-

feranten für das Neckarsulmer

Werk“ erwiesen.

Hans-Christoph Ketelhut, Pfarrer

im Ehrenamt und Vorstand der Be-

schützenden Werkstätte Heilbronn,

bestätigte das „erhöhte Selbstwert-

gefühl, wenn die Leute sagen kön-

nen, dass sie für Audi arbeiten“.

Bunte Kunst: Carsten Klinkig (von links), Tomas Borm (Vorstand Audi BKK), Albine

Lang, Alfred Grimm (Beschützende Werkstätte), Anne Bechthold und die künstleri-

sche Leiterin Nina Weitzner. Foto: Ute Plückthun

Kinder-Uni in

der Stadthalle

LAUFFEN „Warum fliegt ein Hub-

schrauber?“ Diese Frage beantwor-

tet am Sonntag, 15. April, um 16 Uhr

Prof. Ewald Krämer von der Univer-

sität Stuttgart in der Lauffener Stadt-

halle. Zum ersten Mal findet in der

Lauffener Wissenschafts-Reihe

„Lauffen will es wissen!“ eine Kin-

der-Uni-Vorlesung für junge Leute

ab acht Jahren statt. Karten gibt es

nur an der Tageskasse. Kinder zah-

len zwei Euro, Erwachsene vier, die

ganze Familie sieben Euro. red

Vogelexkursion

des Nabu

SCHWAIGERN Der Nabu Schwaigern

und Umgebung unternimmt am

Sonntag, 15. April, seine erste Voge-

lexkursion in diesem Jahr. Treff-

punkt ist der Parkplatz Norma in

Schwaigern um 9 Uhr. Es geht in

den Bereich Bruch bis zum Leintal

Zoo. Dort soll den Geräuschen der

Vogelwelt gelauscht werden. red

Seminare zum

Elterntraining

WEINSBERG Unter dem Motto „Bera-

ten – Bilden – Begleiten“ bietet der

gemeinnützige Verein „inkontakt“

aus Weinsberg verschiedene Veran-

staltungen an. Ab Dienstag, 17.

April, ist Step-Elterntraining – Le-

ben mit Teenagern an zehn Diens-

tagabenden in Heilbronn und ab

Mittwoch, 25. April, ein Eltern-Kurs

für Eltern mit Grundschulkindern

in Cleversulzbach. Ab Donnerstag,

19. April, findet ein Seminar für El-

tern mit Kindern unter drei Jahren

an vier Donnerstagabenden in

Weinsberg statt. Ein Seminartag mit

Familienaufstellungen gibt es am

21. April in Weinsberg und ein Lebe-

Leichter-Kurs (Ganz normal zum

Wunschgewicht) ab 23. April an

zwölf Montagabenden, ebenfalls in

Weinsberg. Ausführliche Infos un-

ter www.in-kon-takt.de oder unter

Telefon 07134 911308. red

Cityführung

Die wichtigsten Sehenswürdigkei-

ten der Heilbronner Innenstadt

zeigt der Stadtführer Hans-Ulrich

Dollmann im Rahmen der Viertel(e)

nach Sechs Führungen am Diens-

tag, 17. April, 18.15 Uhr. Treffpunkt

ist vor dem Rathaus am Marktplatz

in Heilbronn ab 18 Uhr. Der gemütli-

che Abschluss ist in der Wein Villa in

der Cäcilienstraße. Preis für Er-

wachsene: sechs Euro, Kinder von 6

bis 14 Jahren: drei Euro. Anmel-

dung für Gruppen ab zehn Personen

Info: www.heilbronn-marketing.de

Wallfahrt nach Trier

Die katholische Kirchengemeinde

St. Peter und Paul veranstaltet am

Samstag, 28. April, eine Wallfahrt

nach Trier. Höhepunkt ist unter an-

derem eine Andacht in der Hohen

Domkirche – Würdigung des Heili-

gen Rocks. Abfahrt ist um 7 Uhr am

Busbahnhof Karlstraße. Weitere

Info und Anmeldung im Pfarrbüro

St. Peter und Paul, im Deutschhof in

Heilbronn, Telefon 07131 93410.

Eltern-Kind-Turnen

Der ASV Heilbronn bietet montags

von 18 bis 19 Uhr ein Eltern-Kind-

Turnen für Kinder ab drei Jahren in

der Rosenauschule, Bergstraße 40

in Heilbronn an. Info und Anmel-

dung unter Telefon 07131 253916.

Fit fürs Büro mit MS-Office

Die Volkshochschule Heilbronn ver-

anstaltet einen Lehrgang zur Ein-

führung in die wichtigsten Teile des

Programmpaketes MS-Office 2010.

Word, Excel und PowerPoint wer-

den vorgestellt. Der Kurs ist zwölf-

mal donnerstags ab 19. April von

18.30 bis 21.30 Uhr. Anmeldung: Te-

lefon 07131 99650.

Lymphdrainage

Die Physiotherapeutin Katja

Schlungbaum spricht am Dienstag,

17. April, um 15 Uhr beim Heilbron-

ner Gustav-Adolf-Frauenkreis im

Friedensgemeindehaus, Moltke-

straße 80, über Lymphdrainage.

Heilbronn

Naturkundliche

Führungen

HEILBRONN Der Naturschutzbund

NABU, Gruppe Heilbronn und Um-

gebung, stellt bei seinen naturkund-

lichen Führungen verschiedene Le-

bensräume vor. Die Reihe beginnt

am Sonntag, 15. April, 5.30 Uhr:

Birds and Breakfast durch das Na-

turschutzgebiet Köpfertal, Lebens-

raum Bachaue, anschließend Früh-

stück. Treffpunkt: Bushaltestelle

Trappensee. Anmeldung erforder-

lich: 07131 171292.

Sonntag, 22. April, 10 Uhr: Füh-

rung für Familien mit Kindern,

Treffpunkt Ilsfeld-Auenstein, Sport-

platz Tiefenbachhalle, Ortsausgang

Richtung Beilstein.

Samstag, 5. Mai, 17 Uhr: Führung

für Familien mit Kindern durch das

Naturschutzgebiet Köpfertal, Treff-

punkt Bushaltestelle Trappensee

Heilbronn.

Sonntag, 6. Mai, 7 Uhr: Haupt-

friedhof Heilbronn, Lebensraum

Park, Treffpunkt Haupteingang

Wollhausstraße.

Sonntag, 20. Mai, 7 Uhr: Scho-

zachtal, Lebensraum Feld mit He-

cken, Treffpunkt Rahmermühle

Heilbronn-Sontheim.

Donnerstag (Himmelfahrt), 17.

Mai, 7 Uhr: Waldheide, Treffpunkt

Bushaltestelle Waldheide Heil-

bronn. vk

Giftpflanzen Information

Eine Informationsveranstaltung

über „Giftpflanzen in Haus und Gar-

ten“ mit der Apothekerin Friedelis

Hartmann ist am Dienstag, 17. April,

15 Uhr, im evangelischen Gemein-

dehaus, Lauffener Straße 9 in Sont-

heim. Der Eintritt ist frei.

Sudetendeutsche-Treffen

Das Treffen der Sudetendeutschen

ist am Mittwoch, 18. April, 14.30

Uhr, im Haus der Heimat, Hork-

heimerstraße 30 in Sontheim.

Sontheim

Fahrradbörse auf

Vereinsgelände

NORDHEIM Der Rad-Rollschuh- und

Kraftfahrerverein Nordheim veran-

staltet am Sonntag, 15. April, eine or-

ganisierte Fahrrad- und Inlinerbör-

se auf dem Vereinsgelände des

RRKV in Nordheim. Das Vereinsge-

lände befindet sich außerhalb Nord-

heims Richtung Neipperg. Gekauft

werden kann alles rund um Fahrrad,

Roller, Dreirad und Inliner sowie Zu-

behör. Der Verkauf beginnt um 14

Uhr. Die Annahme ist am Sonntag

von 11 bis 13 Uhr im Vereinsheim.

Rückgabe ist ab 16.30 Uhr. Informa-

tionen unter Telefon 07133 4069. red

Uwe Ralf Heer, der Chefredakteur der Heil-

bronner Stimme, begleitete das Projekt

persönlich mit seiner Video-Wochenko-

lumne "360 Grad".


HERTA GOODMAN

Verabschiedet

Herta Goodman hat in Crailsheim viele

Jahre den Werkstattrat unterstützt

und zu Veranstaltungen begleitet. Sie

war von 2000 bis 2012 auch in der Angehörigen-Vertretung

und deren Vorsitzende.

Sie hat sich dafür eingesetzt,

dass Menschen mit Behinderungen in

optimalen Verhältnissen arbeiten können.

Sie war eine starke Befürworterin

des Werkstattneubaus im Jahre 2005.

Mich als Standortleiter hat sie ab August

2008 zu Beginn meiner Tätigkeit

in der Beschützenden Werkstätte begleitet

und unterstützt. Dafür möchte

ich mich persönlich bedanken.

Im Rahmen einer Feier wurde Herta

Goodman vom Werkstattrat verabschiedet.

Die Mitarbeiter haben

schöne Anekdoten erzählt und

ihr einen Blumenstrauß übergeben.

z Dieter Bögelein,

Standortleiter Werkstatt Crailsheim

Herta Goodman wurde vom Werkstattrat

verabschiedet

CRAILSHEIM | STANDORTE

BESUCH DER METALLABTEILUNG BEI VOITH TURBO

Von der Werkstätte ins Getriebe

Nach dem Besuch bei Voith: Die Gruppe der Metallbearbeitung (von links). Hintere Reihe: Ulrich Wuehler

von Voith und Mitarbeiter der Beschützenden Werkstätte: Manfred Bake, Georg Erhardt, Christian Hoffmann.

Mittlere Reihe: Stefan Pinkert, Jens Kupfer, Steffen Engler. Vordere Reihe: Reinhard Gimpel, Peter

Stephan, Markus Baumeister, Hans-Werner Thorwächter, Horst Hofmann, Andreas Wegner und Standortleiter

Dieter Bögelein

Es ist toll, für einen großen Betrieb

arbeiten zu dürfen. Mitarbeiter der

Beschützenden Werkstätte in Crailsheim

haben jetzt die Firma Voith

Turbo besucht. Ulrich Wuehler, Strategischer

Einkäufer bei Voith in Crailsheim,

zeigte eine Präsentation zur

Firma und zu den Produkten, die in

Crailsheim hergestellt werden. Dabei

zeigt er auch, wo die Teile aus der

Beschützenden Werkstätte eingebaut

werden: Gelenkwellen, Passfedern,

Distanzteilesätze. Die Mitarbeiter der

Metallabteilung mit Gruppenleiter Peter

Stephan sind beeindruckt von der

Größe und Komplexität der Produkte.

Ulrich Wuehler betont, dass die Beschützende

Werkstätte als Lieferant

bei Voith einen sehr guten Ruf genießt

und er mit der gelieferten Qualität

sehr zufrieden ist.

Voith setzt Maßstäbe in den Märkten

Energie, Öl & Gas, Papier, Rohstoffe

und Transport & Automotive. Der Konzern

mit Stammsitz in Heidenheim ist

mit mehr als 40000 Mitarbeitern und

Standorten in über 50 Ländern der

Welt eines der großen Familienunternehmen

Europas.

Anschließend fand eine Werksführung

durch Fabrikhallen von der Größe eines

Fußballfeldes statt. Maschinenteile

sind mehrere Meter groß und viele

Tonnen schwer. Sie werden aus vielen

Einzelteilen mit höchster Präzision

angefertigt. Sie werden zum Beispiel

zu Wärmetauschern, Antriebseinheiten,

Getrieben oder Rotorköpfen

von Windkraftanlagen zusammenmontiert.

Die Maschinenteile kommen

in großen Industrieanlagen wie

Fabriken, Kraftwerken, Ölraffinerien,

Bohrplattformen oder auf Schiffen in

der ganzen Welt zum Einsatz.

Wir sind stolz darauf, dass wir für dieses

Unternehmen seit vielen Jahren

Teile produzieren. Am Ende des Besuchs

erhält jeder noch ein Geschenk.

z Dieter Bögelein,

Standortleiter Werkstatt Crailsheim

KONTAKT | 2/2012 27


STANDORTE | INGELFINGEN

TAG DER OFFENEN TüR

Hohe Qualitäten beeindrucken

Jubilare wurden im Rahmen des Tages der offenen Tür geehrt

„Guter Besuch und gute Stimmung.“

So bilanzierte Standortleiter Roland

Gugu den Tag der offenen Tür am

Standort Ingelfingen der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn. Alle

waren beeindruckt von den hohen

Qualitäten, die Menschen mit Behinderung

an modernen Maschinen

produzieren.

Prominenteste Besucher waren Dekan

Dr. Friedemann Richert, Künzelsau,

und der Ingelfinger Pfarrer Dr.

Johannes Reinmüller mit Familie.

Roland Gugu stellte mit Stolz die

hochwertigen Arbeitsplätze vor, an

denen Menschen mit Behinderung in

Ingelfingen souverän modernste Tech-

28

KONTAKT | 2/2012

nik bedienen. Die Qualitäten, die dabei

entstehen, beweist auch die seit vielen

Jahren bestehende Zertifizierung der

Werkstatt. Deshalb sei man auch ein

guter Geschäftspartner für Firmen in

der Region.

Dass Ingelfingen auch Wohnungen

für Menschen mit Behinderung bietet,

wurde am Stand der Wohnberatung

deutlich. Am Stand „Fundraising“,

lud Hans Kahlau mit einem Würfelspiel

zur aktiven Unterstützung der

Beschützenden Werkstätte zum

Beispiel über den Förderverein ein.

Der Werkstattchor und das Torwandschießen

trugen zur Unterhaltung bei.

z

Osterhase in

der Limousine

Überraschung in Ingelfingen: Der

Osterhase kam mit einem ganz großen

Auto. Reiner Hahn hat für diese Überraschung

gesorgt. Sein Bruder Volker

arbeitet in der Werkstätte in Ingelfingen.

„Ich habe immer so spontane

Ideen“, sagt Reiner Hahn. Er ist

in Ingelfingen auch schon als Nikolaus

aufgetreten oder hat Ostereier

versteckt. In diesem Jahr hatte er sich

ein Osterhasen-Kostüm angezogen

und ein bisschen wie Hasengesicht

bemalen lassen. Der Gag war aber das

Auto, mit dem der Hase seine Ostereiter

für alle Mitarbeiter brachte. Es war

eine so genannte Stretch-Limousine,

die besonders lang ist. Viele wollten

drin sitzen. Irgendwann musste der

Osterhase dann: „Andere warten auf

mich. Ich muss jetzt weiter.“ z

Überraschung in Ingelfingen:

der Osterhase kam mit der Stretch-Limousine


AUSZUBILDENDE VON pVS NIEDERNHALL ARBEITEN AKTIV MIT

Eine Woche in Ingelfingen

Am Tag der Azubis hatte die Firma PVS in Niedernhall das Projekt „Praktikum" in der Beschützenden

Werkstätte vorgestellt.

Ausbildung ist ein wichtiges Thema bei PVS in Niedernhall.

Mit 15 Auszubildenden in den Berufen Verfahrensmechaniker/in

für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Werkzeugmechaniker/in,

Mechatroniker/in und Industriekauffrau

werden neben der Ausbildung pro Jahr zwei Projekte durchgeführt.

Das Projekt PVS-intern kommt den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern zugute. Das Projekt PVS-extern

hat sozialen Charakter.

Der Bau einer überdimensional großen Wanduhr war

das Projekt PVS-intern 2011. Beim Projekt PVS-extern

2011/2012 haben unsere Auszubildenden in der Beschützenden

Werkstätte für geistig und körperlich Behinderte

Heilbronn e.V. am Standort Ingelfingen aktiv mitgearbeitet.

Sie wollten Menschen mit Behinderung bei ihrer Arbeit

in der Werkstätte unterstützen.

Ziel des sozialen Projektes war es, Einblick in den Alltags-

und Arbeitsbereich von Menschen mit Behinderung zu

bekommen. Deshalb gingen die Auszubildenden in kleinen

Gruppen für jeweils eine Woche in die Beschützende Werkstätte

Ingelfingen.

INGELFINGEN | STANDORTE

Stimmen zum Projekt:

„Mir hat das Projekt sehr viel gegeben,

zumal ich gesehen habe, was

körperlich und geistig benachteiligte

Menschen trotz ihrer Behinderung

leisten können.“

„Ich hatte das Gefühl, dass sich

alle sehr über meine Anwesenheit

gefreut haben.“

„Man hatte die Chance, neue Leute

mit interessanten und außergewöhnlichen

Fähigkeiten kennen zu lernen.“

„Diese Woche war etwas komplett

anderes, was ich so noch nie erlebt

habe.“

„Ich hätte nie gedacht, dass ich das

kann.“

Sie wurden in den verschiedenen Arbeitsbereichen wie

Förderung und Betreuung, Schreinerei, Konfektion und im

Bereich der Berufsbildung eingesetzt. Je nach Möglichkeit

durften sie aktiv mitarbeiten, die Menschen mit Behinderung

bei ihrer Tätigkeit unterstützen und mit ihnen Lernprogramme

am PC durchführen. Aber auch Aufgaben wie

die Betreuung beim Mittagessen, Spazieren gehen oder

die Begleitung zur Bushaltestelle waren angesagt. Und es

gab auch Zeit zum Spielen. „In der Pause haben wir immer

Billard gespielt und D. hat immer gewonnen“. Mit D. ist

einer der Menschen mit Behinderung gemeint. Der Auszubildende

konnte es nicht glauben, dass er kein Spiel gewinnen

konnte.

Der Umgang mit behinderten Menschen fällt dem einen

leichter und dem anderen schwerer. Aber das Resümee

aller Beteiligten war durchweg positiv. Dank der einfühlsamen

Art und der Unterstützung durch Werkstätten-Leiter

Roland Gugu und die Betreuer und Betreuerinnen konnten

alle Auszubildenden das Projekt erfolgreich durchführen.

z Ingrid Welk, PVS Kunststofftechnik Niedernhall

KONTAKT | 2/2012 29


STANDORTE | INGELFINGEN

Wie kann die Lagerhaltung in einer Werkstatt für Menschen

mit Behinderung optimiert werden? Mit dieser Frage

beschäftigte sich Christian Diedrichs, Student an der DHBW

(Duale Hochschule Baden-Württemberg) Mosbach in seiner

Studienarbeit. Drei Monate arbeitete er an dem Thema. Dabei

erstellte er ein Konzept für den Standort Ingelfingen der

Beschützenden Werkstätte für geistig und körperlich Behinderte

Heilbronn. „Ich wollte vor allem die Lagerhaltung an

einem Standort optimieren“, erzählt der Student.

Christian Diedrichs studiert im fünften Semester Wirtschaftsingenieurwesen

an der Hochschule.

„Bei den Arbeitsplätzen steht der Mensch im Mittelpunkt,

nicht nur der Gewinn“, beschreibt Christian Diedrichs die

Situation in den Werkstätten. Das heißt, dass auch die Lagerhaltung

nicht nur nach ökonomischen Gesichtspunkten optimiert

werden muss. Vor allem sollte die Arbeit erleichtert

und sicherer gemacht werden. „Ich wollte die innerbetrieblichen

Transporte verringern und eine effizientere Lagerhaltung

schaffen.“

In einem ersten Schritt analysierte der Student den Warenein-

und -ausgang sowie die Lagerung der Batteriekästen.

„Ich stellte fest, dass es keine räumliche Trennung der ein-

und ausgehenden Waren gibt“, erklärt Diedrichs. Außerdem

habe es verschiedene Lagerflächen gegeben, die teilweise

30

DUALE HOCHSCHULE TRIFFT BESCHüTZENDE WERKSTäTTE

Studienarbeit Lagerhaltung bringt Verbesserungen

KONTAKT | 2/2012

Christian Diedrichs und Rloand Gugu

weit auseinanderlagen und unübersichtlich waren. „Die

Produktionsfläche ist insgesamt 1400 Quadratmeter groß

und auf zwei Gebäude aufgeteilt“, erinnert er sich. Auch sei

die Art der Lagerung wenig an die Eigenschaften der eingelagerten

Güter angepasst gewesen.

Aus diesen Problemen entwickelte der Student verschiedene

Lösungsansätze. So sollten die Werkstätten weniger

Material bei sich lagern und eine Bedarfsplanung einführen.

„Darüber hinaus könnten sie mit anderen Regalsystemen ihr

Lager sicherer und platzsparender gestalten“, ergänzte er.

Das Studienprojekt war die erste Zusammenarbeit der Dualen

Hochschule Mosbach mit der Beschützenden Werkstätte.

Geleitet wurde das Projekt von Hochschul-Professor Dr.

Andreas Reichert. Christian Diedrichs stellte seine Ergebnisse

den Mitarbeitern in Ingelfingen vor. Jetzt soll vor allem das

Regalsystem in Ingelfingen im Rahmen des kontinuierlichen

Verbesserungsprozesses optimiert werden. Zusätzlich sollen

durch eine Umstrukturierung der Fertigungs- und Lagerbereiche

die innerbetrieblichen Transporte zwischen den beiden

Produktionsstandorten reduziert werden. Der Standortleiter

in Ingelfingen, Roland Gugu, lobte die gute Ausarbeitung

und dankte für die Ergebnisse. „Durch die schrittweise

Umsetzung der Vorschläge wird unsere Lagerhaltung

nach und nach optimiert.“ z Gerhard Schwinghammer


Neue

Außentreppe

Das hat in Ingelfingen noch gefehlt.

Im Wohnhaus gibt es eine Feuertreppe.

Dadurch können die Bewohner

noch sicherer leben. Die Feuertreppe

war ein besonders Anliegen des Heimbeirates.

Seine Anregung wurde gerne

aufgenommen. Und von Anfang an

waren Doris Schumm, Ralf Wernicke

und Rose Hettenbach in die Planung

eingebunden. Theresia Beekes hat sie

als Vertrauensperson ständig begleitet.

Interessiert und aufmerksam

beobachteten die Bewohner und der

Heimbeirat die Bauarbeiten an der

Außenfassade. Bis zum Dachgeschoss

wuchs die breite Treppe aus Stahl

nach und nach hoch. Jetzt steht sie

als Symbol der Sicherheit fest an der

Wand. Natürlich wurde die Benutzung

auch geprobt, damit man für den

hoffentlich nie eintretenden Ernstfall

vorbereitet ist.

INGELFINGEN / SCHWÄBISCH HALL | STANDORTE

TAG DER OFFENEN TüR UND GEWERBESCHAU

Besucher waren überrascht

„Exklusive Einblicke“ in die Beschützende

Werkstätte Schwäbisch Hall

gab es beim Tag der offenen Tür

während der 2. Gewerbeschau Stadtheide.

Auch der im Januar 2012 in

neue Räumlichkeiten gleich neben

der Werkstatt umgezogene Förder-

und Betreuungsbereich stellte seine

Arbeit vor.

In der Werkstätte erlebten die

Besucher die Abteilungen Metallbearbeitung,

Industriemontage,

Elektromontage, Papier und Druckweiterverarbeitung,Aktenvernichtung,

Konfektionierung/Verpackung,

Schreinerei, Hauswirtschaft/Küche,

Garten- und Landschaftspflege.

In der Montage II ließen sie sich

die Montage von Lötkolbenablagen

mit pneumatischen Blindnietpistolen

demonstrieren. Einige probierten

es selbst aus. Nach dieser Erfahrung

waren die Besucher mehr als erstaunt,

welch komplexe Montagearbeiten von

Menschen mit Behinderung ausgeführt

werden können. Genauso erstaunt

waren sie, mit welchen Montagevorrichtungen

und Hilfsmitteln auf die

Bedürfnisse der einzelnen Menschen

eingegangen wird. In der Metallabteilung

arbeitete ein Mitarbeiter an der

CNC-Fräse.

Der Kinder und Jugendzirkus Compostelli

bereicherte das Rahmenprogramm

der Gewerbeschau bei

zwei abwechslungsreichen Auftritten.

Im Hof der Beschützenden

Werkstätte waren anspruchsvolle

akrobatische Leistungen. Entsprechend

groß war der Ansturm der

Gäste. z Heidrun Deeg, Gruppenleiterin

Werkstatt Schwäbisch Hall

RENATE DEMUTH UND ANDREAS KRASS

Hochzeit in Ingelfingen

Wieder mal gab es eine Hochzeit

in der Beschützenden Werkstätte.

Andreas Krass und Renate Demuth

arbeiten in der Werkstatt in Ingelfin-

gen und wohnen in einer Außenwohngruppe.

Am 25. Mai 2012 haben sie auf

dem Rathaus in Ingelfingen bei Standesbeamtin

Martina Hoyss geheiratet.

KONTAKT | 2/2012 31


STANDORTE | TALHEIM

Fast wäre die Eröffnung geplatzt: Als 1971 in der Lauffener

Lindenstraße die erste Zweig-Werkstätte der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn ihren Betrieb aufgenommen hat und im

September die Einweihung bevorstand, gab es nach monatelangem

Warten auf die Bewilligung von Landeszuschüssen

eine Überraschung. Das egierungspräsidium Stuttgart

teilte mit: „Die Werkstätte kann nicht eingeweiht werden.

Wir haben mangels Masse keine Möglichkeit, unsere Mittel

zu geben." Es ging um bereits zugesagte 244000 Mark.

Streitbar und unerschrocken reagierte der damalige Werkstätten-Vorsitzende

Pfarrer Hans-Dieter Bechstein: „Die

Werkstätte in Lauffen wird mit oder ohne Zuschuss eröffnet,

weil die Notwendigkeit gegeben ist." Die Aufgabe der

Beschützenden Werkstätte könne nicht von der Fehlplanung

staatlicher Stellen abhängig gemacht werden, machte Bechstein

am 13. September 1971 bei der Einweihung in Lauffen

deutlich. Drei Tage später traf ein Bote mit dem Scheck ein.

Dreißig Jahre leistete die Werkstätte in Lauffen wertvolle

Arbeit. 2001 erfolgte der Umzug ins Gewerbegebiet Rauher

Stich nach Talheim. Am 22. März 2002 war die von Architekt

Bern Zimmermann entworfene und mit mehreren Architekturpreisen

ausgezeichnete Werkstätte Am Schmalzberg

5 eingeweiht worden. Heute finden dort 84 Menschen mit

Behinderung im Arbeitsbereich sinnstiftende Tätigkeiten.

Dreizehn erlangen im Förder- und Betreuungsbereich für

schwermehrfachbehinderte Menschen durch gezielte Förderung

ein größtmögliches Maß an Selbständigkeit.

Der Umzug nach Talheim 2001 ermöglichte neue Perspektiven.

Das Raumproblem war gelöst. Der Förder- und Betreuungs-Bereich

zog mit ein. Der Bildungsbereich erhielt neue

Räume. Heute gehört Talheim zu den Vorzeige-Werkstätten.

Strenge Zertifizierungen bestätigen die Kompetenz sogar

als Automobilindustrie-Zulieferer. Metallbe- und -verarbeitung,

Papier/Konfektionierung, Verpackung und Montage

sind die Arbeitsbereiche. Der angegliederte Vorrichtungsbau

unterstützt alle Werkstätten des Verbundes in der Region

Heilbronn-Franken. Standortleiter Berthold Kirch ist stolz:

„Unternehmen wie Schunk, Afriso, Knipping-Gessmann und

andere sind seit Jahren unsere zufriedenen Partner.“ Lehrlinge

und Schüler kommen zu Sozialpraktika.

z Gerhard Schwinghammer

32

KONTAKT | 2/2012

FEIER ZUM ZEHNJäHRIGEN UND JUBILAREHRUNG

Von Lauffen nach Talheim

Jubilar-Ehrung in Talheim

Zehn Personen vom Arbeitsbereich erhielten eine Urkunde.

Sie snd teilweise auch von Heilbronn nach Lauffen oder

Talheim gewechselt.

10 Jahre Benjamin Deininger, Waldemar Mastel, Baris

Benzergil.

20 Jahre Karl-Heinz Warthmann.

25 Jahre Martin Wagermaier, Reiner Altmann, Thomas

Seybold.

30 Jahre Dieter Epple, Helga Söffner.

40 Jahre Werner Künzel.

Ein schönes Spiel: Pfarrer Hans-Christoph Ketelhut zeigt mit gelber Farbe

und grüner Farbe im großen Kreis, was er der Werkstätte in Talheim am

meisten wünscht: Freude und Kreativität, Glück und Hoffnung. Blau stand

für Beständigkeit und Ruhe, Rot für Kraft und Energie.

Bilder: Gerhard Schwinghammer


BETRIEBSBESICHTIGUNG

Besuch beim Bäcker

Der Besuch beim Bäcker war für die Teilnehmer einer arbeitsbegleitenden

Maßnahme sehr interessant. Im Rahmen

einer „Fit for Job“-Veranstaltung wurde die Holzofenbäckerei

Härdtner und Mitterer in Heilbronn-Sontheim besucht.

Gemeinsam ging es mit S-Bahn und Bus zur Backstube.

Zunächst gab es einen Einblick in die Teigvorbereitung. Es

gibt sehr viele unterschiedliche Teige. Besonders im Sommer

braucht man bei manchen Eis zur Kühlung, um den Gärungsprozess

zu verlangsamen. Gekonnt und schnell machen

Bäcker aus großen Mengen Teig verschiedene Backwaren.

War es in der Backstube noch heiß und laut, so war es in der

Abteilung für Blätterteig und Süßstückle angenehm kühl.

Durch das abwechselnde Überschlagen und Walzen von

zunächst einer Teig- und Butterschicht entstehen schließlich

über 80 Schichten. Diese Schichten dehnen sich dann

beim Backen so aus, dass das erwünschte Produkt entsteht.

Der Rundgang endete mit einer Besichtigung des Lagers und

dem Einblick in den Versand der Backwaren.

Bei Getränken und Brezeln konnten weitere Fragen gestellt

werden. Die Teilnehmer der „Fit for Job“-Gruppe äußerten

sich sehr positiv über diese Veranstaltung. Fast alle hatten

zum ersten Mal eine Betriebsbesichtigung in einer Bäckerei

gemacht. Sie können jetzt besser nachvollziehen, wie Brötchen

& Co. entstehen. z Oliver Schmitt,

Job Coach Ambulante Maßnahmen

IN BADEN-WüRTTEMBERG

Mehr Behinderte

Die Zahl der Schwerbehinderten in Baden-Württemberg

nimmt stetig zu. Wie das Statistische Landesamt mitteilte,

lebten Ende vergangenen Jahres 906 641 schwerbehinderte

Menschen im Land. Ihre Zahl hat sich im Vergleich zu 2009

um rund 111 000 Personen oder 14 Prozent erhöht. 52,2

Prozent der Schwerbehinderten waren 65 Jahre oder älter. In

92 Prozent der Fälle war eine Krankheit Auslöser der Behinderung.

NACHRICHTEN

BETRIEBSBEGLEITENDE MASSNAHMEN

Saft und Brotaufstrich

Wie riecht Brotaufstrich und was kann man mit Saft machen

„Heute war ich in der Lesegruppe.“ Oder: „Wir haben aus

Obst Saft gemacht und Brotaufstriche kennengelernt.“ So

oder ähnlich könnten Berichte zu Hause ankommen.

Gemeint sind Kleingruppen, die im Rahmen der Arbeitsbegleitenden

Maßnahmen (ABM) tagsüber in den Werkstätten

angeboten werden.

Sie wollen die Mitarbeiter durch Vermittlung neuer Kenntnisse

und Fertigkeiten weiter qualifizieren und sie zu mehr

Selbständigkeit befähigen. Sie wollen die Kompetenzen

auszubauen und beispielsweise durch selbst gefertigte

Produkte ein kreatives Denken und Handeln entwickeln. Sie

wollen soziale Kompetenzen erweitern.

So sollen die Umwelt erfahrbar gemacht und eine aktive Teilhabe

am öffentlichen Leben sowie am Arbeitsleben ermöglicht

werden. Vorhandene Fähigkeiten in den Bereichen Lesen,

Schreiben, Rechnen, in der Mobilität und Orientierung, im

Umgang miteinander sowie in der Auseinandersetzung mit

der Umwelt sollen erhalten, erhöht und weiter entwickelt

werden. Das fördert die eigenverantwortliche Lebensbewältigung.

Neben vielen internen Angeboten werden neben dem Fachpersonal

der Werkstätten auch externe Dozenten eingesetzt.

Sie kommen aus den Bereichen Volkshochschule, Polizei,

Vereine, Beratungsstellen, Dienstleistungsstellen und andere.

Der Sozial-Pädagogische Fachdienst der jeweiligen Werkstätte

ist Koordinator, Ansprechpartner und maßgeblich für

die Planung der Ressourcen verantwortlich. Die Maßnahmen

stoßen bei den Mitarbeitern der Werkstätten auf großes

Interesse. z Martina Michler,

Sozialpädagogischer Fachdienst Talheim

KONTAKT | 2/2012 33


NACHRICHTEN

BRUNNEN- MäppCHEN UND „JUNIORBOx“ SICHERN ARBEITSpLäTZE

Wir sind Profis in Sachen Schule

In vielen Schulranzen steckt ein Mäppchen aus Heilbronn.

Es wurde von Mitarbeitern der Beschützenden Werkstätte in

Talheim unter anderem mit Farbstiften bestückt. Die Zusammenarbeit

mit der 1877 gegründeten Heilbronner Baier &

Schneider GmbH & Co. KG, auch bekannt unter dem Markennamen

BRUNNEN, hat sich bestens bewährt. BRUNNEN hat

mit der Einrichtung für Menschen mit Behinderung den idealen

Partner zur Konfektionierung von verschiedenen Schulartikeln

gefunden.

„Auf die Mitarbeiter der Beschützenden Werkstätte können

wir uns hundertprozentig verlassen“, weiß Tanja Horter von

der Abteilung Kommunikation. Die Schulmäppchen werden

mit ganz bestimmten Stiften, Radiergummis, Bleistiftspitzern,

Linealen und anderen Material befüllt.

Selbiye Akyol sitzt an einem großen Tisch. Aus einer blauen

Box nimmt sie ein blaues Schulmäppchen. Vor ihr stehen

Fächer mit Farbstiften. Geschickt und fingerfertig bestückt

sie das Schulmäppchen „Sea Life“. Tanja Horter erinnert sich:

„Wir haben einen Versuch gestartet und uns die Mitarbeiter

in Talheim angeschaut. Sie bringen eine tolle Leistung. Das

lief so gut, das wir sagten: Das machen wir.“

„Die Zuverlässigkeit spielt eine ganz große Rolle“, sagt auch

Einkäuferin Andrea Maaß. BRUNNEN gehört mit Audi, Knorr,

34 KONTAKT | 2/2012

Bild, Milka, Melitta oder Puma zu den 100 bekanntesten

Produktmarken in Deutschland. Die in Talheim befüllten

Schulmäppchen werden in viele Teile der Welt ausgeliefert.

Auch in der Beschützenden Werkstätte in Kirchhausen ist

BRUNNEN ein wichtiger und interessanter Auftraggeber.

Hier wird jährlich 100000fach die „Juniorbox“ bestückt. Das

ist eine schuhkartongroße Schachtel, die der Fachhandel

zu Beginn des neuen Schuljahres als Imageaktion an seine

jüngsten Kunden ausgeben kann.

Diese finden darin alles für einen guten Start in das neue

Schuljahr wie zum Beispiel Stundenplan, Bleistifte, Aufkleber,

Hefte, ein Buchstabenspiel und Tipps für Eltern, aber auch

ein Erfrischungs-Getränk und Brausepulver. Tanja Horter

lobt: „Die Beschützende Werkstätte leistet einen großen

Beitrag dazu, dass 100000 Schulkinder glücklich sind.“ Für

Andrea Maaß sind das die „Kunden von morgen“. Sie sollen

frühzeitig mit den Markenartikeln aus Heilbronn in Berührung

kommen.

An langen Tischen sitzen in Kirchhausen je nach Inhalt der

Box zwischen acht und zwölf Mitarbeiter und achten darauf,

dass nichts fehlt. Tanja Horter weiß aus Erfahrung: „Wir

können uns darauf verlassen, dass alles drin ist, was rein

muss.“


Großauftrag für Kirchhausen:

Die Bastelbox.

Bilder: Gerhard Schwinghammer

Für Standortleiter Henning

Kollenda ist das ein „toller

Auftrag“, der schwerpunktmäßig

zwischen Januar und

Mai abgewickelt wird. Im

zweiten Halbjahr steht der

„Kleine Schulanfang“ auf

dem Arbeitsplan. Er beinhaltet

ausschließlich BRUN-

NEN-Produkte. Rund 20000

Boxen werden dann Anfang

des zweiten Schulhalbjahres

verteilt. Beide Produkte

garantieren neben weiteren,

die von der Buchbinderei

in Kirchhausen bearbeitet

werden, Ganzjahresbeschäftigung.

BRUNNEN nimmt

damit auch eine soziale

Funktion wahr. Tanja Horter:

„Bei uns steht der Mensch

als unser wichtigstes Gut im

Mittelpunkt.“

Seit über zehn Jahren pflegt

man diese Zusammenarbeit,

2007 kam die Bastelbox

dazu. Tanja Horter:

„Das ist bisher super gelaufen.“

Interessant ist für Baier

& Schneider auch die Nähe

zum firmeneigenen Logistikzentrum auf den Böllinger Höfen.

Sowohl in Talheim wie in Kirchhausen spielt die Zertifizierung

eine wichtige Rolle. Die Beschützende Werkstätte

unterzieht sich ihr im Interesse ihrer Auftraggeber regelmäßig.

Qualitätskontrolle ist auch für BRUNNEN wichtig:

„Wir schauen uns in Talheim und Kirchhausen immer

wieder das Arbeitsumfeld an und prüfen: Was kann

man verbessern?“ Daran ist auch der Talheimer Standortleiter

Berthold Kirch interessiert. Denn einen derart

weltbekannten Kunden verliert man natürlich ungern.

Euro. z Gerhard Schwinghammer

NACHRICHTEN / PERSONALIEN

ASTRID BOUKARI UND KARIN SCHüLE

Zwei Neue im SPF

Zwei Neue Mitarbeiter haben die

Sozial-Pädagogischen Fachdienste.

Karin Schüle betreut in Schwäbisch

Hall die Buchstabenbereiche A-L.

Seit Abschluss ihres Studiums hat sie

in verschiedenen sozialen Bereichen

gearbeitet, die meiste Zeit davon in der

Behindertenhilfe. Zuletzt war sie fünf

Jahre im Sozialdienst einer Werkstatt

in Stuttgart tätig. Jetzt ist sie wieder

Astrid Boukari und

Karin Schüle (von links)

näher an ihren Wohnort gekommen. Die studierte Sozialpädagogin

Astrid Boukari ist als Teilzeitkraft in Crailsheim für

den Buchstabenbereich O-Z zuständig. Sie hat die Arbeit mit

Menschen mit Behinderung in den Mariaberger Heimen und

der Diakonie Stetten kennen gelernt.

Ausbildung

abgeschlossen

Im Förder- und Betreuungsbereich haben Kirsten Raabe,

Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin im FuB Bad Friedrichshall,

und Ann-Katrin Ott, Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin

(HEP) im FuB Heilbronn den schulischen

Bereich in HEP-Schulen in Mosbach bzw. in Flehingen erfolgreich

absolviert.

Im Wohnbereich haben Manuela Ciapparone (Heilbronn

Süd) und Julia Luncz (Crailsheim Wohnhaus In den Riedwiesen

27), Marco Ziegler (Bad Friedrichshall) und Ana Casas

(Heilbronn Ost) ihre Ausbildung als Heilerziehungspfleger/

in abgeschlossen.

In der Verwaltung hat Christian-Philipp Mangione die

Ausbildung zum Bürokaufmann mit einer Belobigung abgeschlossen.

Er hat in den drei Jahren in den Bereichen Einkauf,

Lager, Personal, Buchhaltung und mehr gelernt. Er sagt: „Die

Ausbildung hat mir viel Spaß gemacht. Sie war abwechslungsreich.

Ich kann eine Ausbildung in der Beschützenden

Werkstätte nur empfehlen. Man lernt sehr viel, fachlich und

persönlich.” Er wird in den Bereich Buchhaltung übernommen.

KONTAKT | 2/2012

35


PERSONALIEN

THOMAS JAKOB HAT ES GESCHAFFT

Führerschein war seine Chance

Thomas Jakob hat einen Führerschein.

Thomas Jakob aus Mainhardt hatte

einen Traum: Der 23-jährige wollte

Mitarbeiter im kommunalen Bauhofteam

seiner Heimatgemeinde werden,

wollte Spielplätze sauber halten, beim

Winterdienst helfen oder Straßen

ausbessern.

Thomas Jakob kam vor gut zwei

Jahren in den Berufsbildungsbereich

der Beschützenden Werkstätte

Heilbronn in Schwäbisch Hall. Im

Rahmen seiner Qualifizierung absolvierte

er ab 2011 ein einjähriges

Praktikum auf einem ausgelagerten

Beschäftigungsplatz im Bauhof der

Gemeinde Michelbach an der Bilz.

Während des Betriebspraktikum

wurde er durch Job-Coach Heinz-

Michael Reiner von der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn begleitet.

An der Nahtstelle von der Werkstatt

36 KONTAKT | 2/2012

zum Arbeitsplatz ist auch

der Integrationsfachdienst

beteiligt. Fachberaterin

Monika Schwarz weiß,

dass nur eine „gemeinsame

langfristige Planung“ zu

guten Ergebnissen führt.

Berthold Krist ist Hauptamtsleiter

in Michelbach.

Er hat das Praktikum

spontan zugesagt: „Wer

kann ihm den eine seinem

Wunsch entsprechende

Perspektive geben, wenn

nicht wir? Immerhin hat

er doch noch ein ganzes

Leben vor sich.“ Es war

der erste Versuch der

Gemeinde Michelbach in

Sachen Integration eines Menschen

mit Behinderung.

Zwischenzeitlich endeten die durch

die Agentur für Arbeit Schwäbisch

Hall geförderte berufliche Bildungsmaßnahme

und das Praktikum.„Seine

Chancen würden erheblich steigen,

wenn er einen PKW-Führerschein

erwerben könnte“, stellte Job-Coach

Heinz-Michael Reiner nach Gesprächen

mit der Kommune fest.

Die erforderlichen Theorie-Pflichtstunden

hat Thomas Jakob in der

Fahrschule Gempe absolviert. Monatelang

büffelte er mit Hilfe seines

Vaters, seines Opas und eines privaten

Unterstützerkreises hart daran,

zunächst die theoretische Prüfung zu

schaffen.

„Ich will es hinkriegen, das ist meine

Chance!“, gab der sympathische junge

Mann sich selbst das Ziel vor. Einen

Führerschein zu erwerben, kostet

mindestens 2000 Euro. Der Förderverein

der Beschützenden Werkstätte

Heilbronn ist helfend eingesprungen.

Der gemeinsame Einsatz von Beschützender

Werkstätte, Job-Ccoach,

Integrationsfachdienst und Arbeitsagentur

hatte Erfolg: Thomas Jakob

wurde von der Gemeinde Michelbach

an der Bilz zum 1. Juli 2012

zunächst befristet für zwei Jahre

in ein sozialversicherungspflichtiges

Arbeitsverhältnis übernommen.

Er fährt seinen Pritschen-Kleinlaster,

Thomas Jakob (Mitte) zusammen mit seinen

Bauhofkollegen Richard Bernardt (links) und

Reymond Exner

kümmert sich als Bauhof-Mitarbeiter

vom Rasenmähen in den Parkanlagen

bis zur Straßenausbesserung um

Vieles. Berthold Krist: „Er wird bei uns

voll eingesetzt.“ Einer der Kollegen

steht als „Pate“ bereit, wenn ab und

zu eine Sondersituation zu bewältigen

ist. Krist: „Die sind ein sehr gutes

Team.“

Die ersten Wochen „mit Führerschein“

sind zur besten Zufriedenheit

der Gemeinde gelaufen. „Wir denken

über ein unbefristetes Arbeitsverhältnis

nach“, verrät Berthold Krist.

z Gerhard Schwinghammer


PERSONALIEN

FELIx BERGNER WURDE JETZT üBERNOMMEN

Schon drei Jahre bei „Bemo Maas”

Schon drei Jahre ist Felix Bergner bei

der Firma Bemo Maas GmbH & Co.KG

in Ilshofen auf einem Außenarbeitsplatz

der Beschützenden Werkstätte

beschäftigt. Jetzt wurde er zum 1.

September 2012 von der Firma Maas

Profile in ein sozialversicherungspflichtiges

Arbeitsverhältnis übernommen

worden. Der Arbeitsplatz ist

in einer kleinen Halle außerhalb des

Stammwerks. Das Team besteht aus

zwei bis fünf Mitarbeitern.

Felix Bergner hilft bei der Herstellung

von Halterungen für Dach-,

Wand- und Deckenkonstruktionen.

Er stellt selbständig die NC-Kreissäge

zur Herstellung von Aluminium-

Winkelprofilen ein. Außerdem hilft

er bei der Montage der Halterungen

und der Bearbeitung von Blechen an

unterschiedlichen Maschinen mit.

Nach einer Stückliste stellt er auch

Dachmontagesets zusammen und

verpackt sie. Aufräum- und Reinigungsarbeiten

mit einfachen Reinigungsgeräten

sowie die gelegentliche

Aushilfe im „großen“ Werk gehören zu

GERHARD WAGNER IST AUF DEM ERSTEN ARBEITSMARKT ANGEKOMMEN

Mit Teamwork zum Erfolg

Im Juni 2010 ist Gerhard Wagner

in den Berufsbildungsbereich der

Beschützenden Werkstätte Schwäbisch

Hall eingestiegen. Zuerst wurde

mit ihm seine persönliche Zukunftsplanung

erarbeitet. Grundlage dafür

waren seine Wünsche und Erwartungen.

Im ersten Jahr wurde Gerhard Wagner

in verschiedene Fachbereiche eingeführt.

In dieser Zeit erkannte er, dass

ihm der Werkstoff Holz und das Arbeiten

in der Schreinerei der Beschützenden

Werkstätte in Schwäbisch Hall

besonders viel Freude bereitete.

Um Gerhard Wagner weiter zu fördern,

ermöglichte ihm die Firma Holz & Form

Kiene und Endress in Schwäbisch Hall

Felix Bergner ist vielseitig einsetzbar

ein Praktikum. In diesem Jahr wurde er

von Job-Coach Sebastian Seibt regelmäßig

im Betrieb besucht. Außerdem

stand der Job Coach in ständigem

Austausch mit dem Arbeitgeber. Das

verschaffte Gerhard Wagner Sicherheit.

Und in der Firma gefiel es ihm

gut. Man begegnete ihm freundlich

und kollegial.

Letztlich überzeugte Gerhard Wagner

durch seine Motivation und sein Streben

nach guter Qualität. Seine Leistungszuwächse

ließen es zu, dass

er am 1. September 2012 direkt in

die Firma übernommen wurde. Dort

bedient er jetzt eine CNC-Maschine

und verschiedene Kleinmaschinen.

Gerne geht er tageweise auch auf

seinem Arbeitsalltag. Dabei verrichtet

er einfache Arbeiten an einer Exzenterpresse.

Mit Felix Bergner wurde vor Beginn des

Außenarbeitsplatzes am 1. Dezember

2009 eine Zukunftsplanung durchgeführt.

Job-Coach Heinz-Michael

Reiner begleitete ihn schon während

der drei Jahre bis zur Einstellung. Die

Firma Bemo Maas beschäftigt momentan

einen weiteren Mitarbeiter der

Werkstätte Crailsheim in einem ausgelagerten

Einzel-Arbeitsplatz (AEA).

Außerdem vergibt sie Aufträge an

die Beschützende Werkstätte. In der

Vergangenheit war auch manchmal

eine Außenarbeitsgruppe dort tätig.

z Heinz-Michael Reiner

Gerhard Wagner ist beruflich angekommen.

auswärtige Montageeinsätze. Von der

Helfertätigkeit in der Firma bis zur

Kleinmöbelmontage vor Ort sowie in

der Schreinerei ist er vielseitig einsetzbar.

Sein Aufgabengebiet wächst

stetig. z Heinz-Michael Reiner

KONTAKT | 2/2012

37


PERSONALIEN

DAS GESICHT DER WERKSTäTTEN FüR WERBUNG, AKTIONEN, pRESSE

Rose Stotz genießt jetzt die Freizeit

Ein wichtiges „Gesicht“ der Beschützenden Werkstätte Heilbronn

hat seinen Arbeitsplatz verlassen. Rose Stotz ist in

die „Altersteilzeit-Freizeitphase“ gegangen. Ohne Öffentlichkeitsarbeit

gibt es keine Wahrnehmung draußen. Mit

Werbung und Aktionen, aber auch über die Presse wird

Aufmerksamkeit hergestellt. Daran hat Rose Stotz mit vollem

Einsatz 23 Jahre für alle Werkstätten im Verbund und in der

Region zwischen Heilbronn und Crailsheim, für alle Bereiche

und für alle Medien von der Zeitung bis zum Rundfunk und

Fernsehen gearbeitet. Zusammen mit Profis aus Agenturen

und Journalismus hat sie Prospekte und Broschüren entwickelt,

Veranstaltungen sachkundig mit organisiert, Informationen

gesammelt, Pressetexte und Bilder verbreitet. Wer

sie in Ihrem Büro in Böckingen besucht hat, konnte erleben,

wie viel Detailarbeit dahinter steckt, die nach außen nicht

auffällt, aber viel Arbeit macht. Schon die Abstimmung mit

vielen Stellen ist eine logistische Herausforderung. Dabei

stellte sie sich selbst nie ins Scheinwerferlicht, sondern erledigte

ihre wichtige Aufgabe eher im Hintergrund.

Rose Stotz kam 1989 in die Verwaltung der Beschützenden

Werkstätte. „Ich habe alles mit Herzblut gemacht“, blickt sie

zurück. Und nach vorne gerichtet wird sie „die neue Lebensphase

kreativ angehen“.

Wechsel in der Öffentlichkeitsarbeit: Pfarrer Hans-Christoph Ketelhut übergibt

von Rose Stotz an Wilhelm Eschbach.

38

KONTAKT | 2/2012

Nachfolger auf der Stelle von Rose Stotz ist Wilhelm Eschbach.

Der 50 jährige Diplomkaufmann war beruflich in den

Bereichen Finanzwirtschaft, Hotellerie und Immobilienwirtschaft

tätig. Durch verschiedene ehrenamtliche Engagements

für die Evangelische Kirche und Diakonie entstand

der Wunsch nach einer beruflichen Herausforderung in der

Arbeit mit und für Menschen mit Handicap: „Durch meine

und mit meiner Arbeit will ich einen kleinen Beitrag zum

Erfolg der Beschützenden Werkstätte leisten“, sagt er.

Die Öffentlichkeitsarbeit ist inzwischen im Verwaltungsgebäude

in Böckingen umgezogen. Nachdem diese Arbeit bewältigt

war, wurde auch der Wechsel von Rose Stotz zu Wilhelm

Eschbach praktisch wirksam. z Gerhard Schwinghammer


PERSONALIEN

„DIE BESCHüTZENDE WERKSTäTTE HAT MIR VIEL ZURüCKGEGEBEN”

Beate Haug-Karr bleibt aktiv

„Wie ich selbst viel gegeben habe,

so habe ich von der Beschützenden

Werkstätte auch viel bekommen“,

stellte Beate Haug-Karr dankbar

fest. Die 59-jährige Bereichsleiterin

Bildung ist jetzt nach 21 Jahren in die

passive Phase der Altersteilzeit gegangen.

Aktiv wie immer bleibt sie trotzdem.

„Ich bin jemand, der gerne etwas

macht“, blickt Beate Haug-Karr

nicht nur zurück. Die gelernte Heilerziehungspflegerin

hat sich vielseitig

weitergebildet, unter anderem im

Hotel- und Gastronomie-Bereich.

Über ihre Erstausbildung und die

dadurch entstandene Verbindung zum

sozialen Bereich kam Beate Haug-Karr

zur Beschützenden Werkstätte Heilbronn.

Eigentlich wollte sie nur ein

Jahr hospitieren und dazu lernen. Jetzt

sind 21 Jahre daraus geworden.

Weil sie als Gruppenleiterin einige

Jahre im Arbeitsbereich verantwortlich

tätig war, übertrug man ihr den

Bereich „Arbeitstraining“, der später

in den Berufsbildungsbereich überging.

Sie kannte die Anforderungen

und erkannte die Notwendigkeiten

der Berufsbildung. Der Auftrag des

Vorstandes war klar: Die Abteilung soll

aufgebaut werden. Um auch da fit zu

sein, hat Beate Haug-Karr nebenher

den Betriebswirt gemacht.

Dann folgten viele „spannende“

Projekte: Ambulanter Berufsbildungsbereich,

Förder- und Betreuungsbereich,

Sozialpädagogischer Fachdienst,

Arbeitsbegleitende Maßnahmen,

Entwicklung von Lernmaterialien wie

die Software „Capiert“, Außendarstellung

auf Fachmessen: „Wir haben

ein Bildungsnetz über die Werkstatt

gelegt.“ Höhepunkt war die Gründung

der GenussWerkstatt, die praktische

Umsetzung im Mehrgenerationenhaus

in der Heilbronner Rauchstraße

und die Federführung in der Start-

und Aufbauphase.

„Ich habe viele Ziele erreicht“, zieht

sie Bilanz. Die Überschrift hieß immer:

„Wir können wir die Fähigkeiten des

einzelnen Menschen mit Behinderung

herausfinden und fördern.“

„An der Beschützenden Werkstätte

hat mich immer fasziniert, dass sie

eine Einrichtung ist, die frühzeitig auf

Veränderungen reagiert“, sagt Beate

Haug-Karr: „Man hat nicht gewartet,

bis jemand gesagt hat, was zu tun

ist, sondern Visionen entwickelt.“

Die „sehr moderne Einrichtung“ sei

„immer in Bewegung“ gewesen. Ein

Grund, warum sie geblieben ist.

„Passive Phase“ heißt bei ihr nicht

total Abschalten. Zu „beschaulich“

soll das Leben nicht werden. Reisen,

Motorrad fahren, Italienisch lernen,

in einem Förderverein eine Schule

in Tibet mit unterstützen – für ihre

zukünftige Freizeitgestaltung hat

Beate Haug-Karr klare Vorstellungen.

„Eine spannende Aufgabe, eine echte

Herausforderung“ mit diesen Worten

umreißt Brigitte Huder Ihren Auftrag

in der Nachfolge von Beate Haug-

Karr als Leiterin des Förder- und

Betreuungsbereiches. Die 39-jährige

Diplom- Sozialpädagogin sammelte

in verschiedenen beruflichen Stationen

in Baden-Württemberg und

Bayern Fach- und Führungserfahrung

in den Bereichen „Wohnen“ und

„Förderung und Betreuung“.

Pfarrer Ketelhut verabschiedet Beate Haug-Karr.

Wer künftig zuständig ist

Förder- und Betreuungsbereich

Brigitte Huder

Diplom Sozialpädagogin (FH)

Bereichsleitung Förder- und

Betreuungsbereich

Oliver Ertl

Staatl. anerkannter Heilpädagoge

Stellvertreter Bereichsleitung

Leitung Förder- und

Betreuungsbereich Hohenlohe

Bildung und Teilhabe

Josef Romer

Bereichsleitung Bildung und

Teilhabe

Sozialpädagogischer Fachdienst

Petra Klett

Leitung Sozialpädagogischer

Fachdienst

GenussWerkstatt

Gaby Bahr

Köchin und Bürokauffrau

Leitung GenussWerkstatt

KONTAKT | 2/2012 39


PERSONALIEN

40

Neu in der Beschützenden Werkstätte

Yvonne Sorg

...

KONTAKT | 2/2012

Uwe Mayer

Philipp Lehmann Michael Arndt Matthias Elst

Ursula Ossmann Waldemar Swoboda Sarah Erlenwein Julian Zapf

Maglis Magß Kerstin Kießecker-Sziman Jörg Wieland

Hannah Binder Gudrun Janda

Elisabeth Stoll Denise Speder Brigitte Huder Kai Laibel

Astrid Bonkari Albrecht v. Berlichingen Adolf Albert Siegfried Wolf Holger Mayer

Gaby Bahr Antje Schulz

Andrea Klenk

Florian Essert

Susanne Muth

Theresa Hütter

Alfred Milder

Regine Käppler

Karin Schüle

Monika Kuttruf

Klaus Gall


Neu im Berufsbildungsbereich

Kathrin Rieth

Bad Friedrichshall

Markus Lüdke

Crailsheim

Johannes Schmidt

Schwäbisch Hall

Fehime Alirkilicarslan

Heilbronn

Kristina Hußfeldt

Heilbronn

Robin Schleyer

Bad Friedrichshall

Chris Häberle

Crailsheim

Samuele Sicilia

Schwäbisch Hall

Romina Malcher

Heilbronn

Kevin Krauß

Heilbronn

Anastasia Schneider

Bad Friedrichshall

Daniel Schendzielorz

Crailsheim

Marcell Wütherich

Heilbronn

Tereza Spira

Heilbronn

Peter Görke

Heilbronn

Mike Sugirthanathan

Bad Friedrichshall

Julian Heizmann

Schwäbisch Hall

Patrick Krückhahn

Heilbronn

Susanne Schellenberger

Heilbronn

Patrick Karnitschky

Schwäbisch Hall

Florian Veseli

Bad Friedrichshall

Marcel Tucci

Schwäbisch Hall

Salam Almas

Heilbronn

Pascal Rudolf

Heilbronn

PERSONALIEN

Julian Zapf

Bad Friedrichshall

Johannes Holzäpfel

Schwäbisch Hall

Kai Leibel

Heilbronn

Anja Kiefer

Heilbronn

KONTAKT | 2/2012 41


PERSONALIEN

42

LEBENSHILFE WäHLT MITGLIED MIT GEISTIGER BEHINDERUNG IN DEN VORSTAND

Tobias Klimpel bringt sein Wissen mit

Tobias Klimpel arbeitet in der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn an der

Zusammenstellung der Audi-Bordwerkzeuge

mit. Jetzt haben ihn die

Mitglieder der Heilbronner Lebenshilfe

als Beirat in den neunköpfigen

Vorstand gewählt. Bewusst habe

man einen Betroffenen gewählt, sagt

Marina Wieland als Vorsitzende: „Das

gab es in der 52-jährigen Geschichte

des Vereins noch nie.“ Klimpel soll die

Sicht der Betroffenen einbringen und

korrigierend beraten. Er kennt sich

Werkstattrat aus, was die Belange

seiner Kollegen mit geistiger und

körperlicher Behinderung betrifft.

„Einen Menschen mit Behinderung mit

Der 16. Mai 2012 war ein aufregender

Tag. Ein Tag voller Ungewöhnlichkeiten

für den Senior Alfred Vogt:

mit Telefonaten, Verwandtenbesuch,

Glückwunschkarten, Blumengrüßen,

Ständchen und festlicher Kaffeetafel.

Kein Wunder: Alfred Vogt hatte

Geburtstag. 85 Jahre ist er nun alt. Er

ist wohl einer der ältesten Bewohner

der Beschützenden Werkstätte, wenn

nicht sogar der Älteste.

Alfred Vogt ist eine Persönlichkeit,

über die es viel zu sagen gibt: Dass

er lange Jahre dem Heimbeirat des

Wohnhauses 1 angehörte. Dass er

Wert darauf legt, morgens nach dem

Frühstück die Tageszeitung zu lesen.

Dass er am Wochenende und/oder zu

KONTAKT | 2/2012

an der Spitze unseres Vereins zu haben,

ist eine Form von Teilhabe, ein Stück

Normalität und gelebte Inklusion“,

findet Nicole Knoppek, die Geschäftsführerin

der Lebenshilfe.

Das hat auch Folgen: Sitzungsunterlagen

werden in einfacher Sprache

formuliert, Tagesordnungen straffer

abgearbeitet. Tobias Klimpel arbeitet

derzeit an einem Projekt zum

Betreuten Wohnen mit. Er wohnt

selbst in dieser Wohnform.

Die Heilbronner Lebenshilfe hat 350

Mitglieder. Die meisten sind Eltern

eines geistig behinderten und oft

schon erwachsenen Kindes.

Thomas Klimpel

ALFRED VOGT ZUM 85. GEBURTSTAG

Zeitung, Besen und Binokeln

besonderen Anlässen gerne ein „Viertele“

trinkt. Dass er Ausflüge liebt in

einen Besen und besonders in seinen

Geburts- und Heimatort Erlenbach.

Bei diesen Gelegenheiten macht er

immer einen Besuch in seinem ehemaligen

Stammlokal. Dass er Musikliebhaber

und sehr sangesfreudig ist. Die

Singgruppe der Tagesstruktur kann

das bezeugen. Dass er mit den richtigen

Mitspielern zum Binokeln nicht

Nein sagt. Ein offener und großzügiger

Mensch ist Alfred Vogt. Selten schlägt

er eine Bitte ab.

Kein Wunder also, dass ihm an seinem

Geburtstag ein Musikant aufspielte

und er sogar von seinen Hausärzten

einen Blumengruß bekam. Alfred Vogt

Alfred Vogt

könnte viel mehr erzählen über sich

und die 85 zurückliegenden Jahre.

Aber am 16. Mai hat er sich einfach

nur feiern lassen.


Fahrt FÜr FreUnDe UnD FÖrDerer

2013 in die Rhein-Neckar-Arena

Die letzte Fahrt für Freunde und

Förderer führte über Öhringen zum

Gruppenleiter Jan Schneider gibt der Besuchergruppe

in Ingelfingen einen Einblick in die

Schreinerei. Bild Hans Kahlau.

WeihnachtsMarKt

BW-Azubis helfen BW

Bank-Auszubildende der

BW-Bank und Angehörige

von Menschen mit

Behinderung haben auf

dem Heilbronner Weihnachtsmarkt

gemeinsam

für die Beschützende

Werkstätte gearbeitet.

Für den Stand auf dem

Kiliansplatz hat Brigitte Kasiske, die

Vorsitzende der Gesamt-Angehörigenvertretung,

wieder ein ehrenamtlich

bW banK

Spende für Bildung

Von der Baden-Württembergischen

Bank erhielt der Förderverein einen

Spendenscheck über 2 500 Euro für den

Bildungsbereich. Ralf Egeler (rechts)

und Frank Gommel (links) übergaben

die Spende an Vorstand Pfarrer Hans-

Christoph Ketelhut und an den Fördervereins-Vorsitzenden

Richard Brehm.

Nun kann Schulungstechnik für die

Barockkloster Schöntal an der Jagst

und dann nach Ingelfingen. Hier

wurden die Beschützende Werkstätte

und das Wohnhaus besucht.

Die nächste Fahrt für Freunde und

Förderer startet am 22. April 2013

in Heilbronn-Böckingen und führt

zur Beschützenden Werkstätte Heilbronn-Kirchhausen.

Anschließend

geht es nach Sinsheim zur Besichtigung

der Rhein-Neckar-Arena der TSG

1899 Hoffenheim. Voranmeldung und

weitere Auskünfte bei Hans Kahlau,

tätiges Verkaufs-Team

mit über 100 Helfern

zusammengestellt. Zum

Sozialprojekt mit Auszubildenden

der BW-Bank

Heilbronn gehörte die

Spenden-Dose am Stand

der Werkstätte. Auf dem

Bild von links: die Angehörigen

Gisela Deininger und Sonja

Krieg, Werkstattrat Sven Visser und

Fördervereins-Mitarbeiter Hans Kahlau.

neue „BildungsWerkstatt“ angeschafft

werden. z hk

GUTE TATEN UND TERMINE

servicezentren

Pakt Zukunft

14 Förderprojekte und acht Anerkennungen

wurden durch die Pakt

Zukunft Heilbronn-Franken gGmbH

in der Industrie- und Handelskammer

Heilbronn ausgezeichnet. Die

Beschützende Werkstätte Heilbronn

war mit einem Anerkennungspreis in

Höhe von 2000 Euro für das Konzept

Servicezentrum Heilbronn dabei.

Vera Werbach

Vera Werbach ist Mitarbeiterin in

Kirchhausen. Ausnahmsweise saß sie

eine dreiviertel Stunde an der Kasse

des dm-Drogeriemarktes in Leingarten.

Was zwischen 11.30 und 12.15

Uhr an der Kasse bezahlt wurde, ging

als Spende direkt in die Projektkasse

der Werkstätte. Der Andrang war groß.

1100 Euro hat Vera Werbach eingenommen.

Filialleiter Dietmar Bär

lobte die „Hobby-Kassiererin“. Mit der

Spende werden weitere kunstpädagogische

Maßnahmen in Kirchhausen

durchgeführt. Für den dm-Drogeriemarkt

war es die zweite Aktion für die

Beschützende Werkstätte..

Vera Werbach an der Kasse im

dm-Drogeriemarkt Leingarten

KONTAKT | 2/2012

43


HEIMBEIRAT / TERMINE

„Wir tagen” in schWäbisch hall

Grenzen überschreiten

Unter dem Motto „Grenzen überwinden

– Neues wagen!“ fand im

Gemeindezentrum der Sophie- Scholl-

Kirchengemeinde in Schwäbisch Hall

die Veranstaltung „Wir tagen" statt.

Heimbeiräte aus den verschiedenen

Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Hatten das abwechslungsreiche Programm

vorbereitet. Vom Heimbeirat

der Beschützenden Werkstätte Heilbronn

stammte das Motto. Für die

Organisation war der Bereich Wohnen

der Beschützenden Werkstätte in

Schwäbisch Hall verantwortlich. Sonnenhof,

Schöneck und Weckelweiler

gestalteten eigene Workshops. Nach

der Einführung durch Dietmar Fischer

als Leiter der Behindertensportabteilung

in Bad Friedrichshall gab es

Arbeitsgruppen. Die Themen waren

vielseitig und sehr praktisch angelegt

Die Themen

Gehen bis an die Grenze – bei

einem zehn Kilometer langen

Marsch, auf dem wir Landschaften

und Menschen begegnen.

In der Begegnung leben: Berichte

von vier Europäischen Kongressen

für Menschen mit Behinderungen.

Anders wahrnehmen mit allen

Sinnen: Riechen, Schmecken,

Tasten und Fühlen.

Alte Grenzen: Wir gehen 1800

Jahre zurück, um das Jahr 200

nach Christi Geburt.

Wenn einer eine Reise tut, dann

kann er was erzählen: Berichte

und Bilder aus aller Welt.

Grenzen überwinden in einer

neuen Lebensphase: Alle werden

älter – manche reifer.

44 KONTAKT | 2/2012

Grenzen überschreiten: Jeder durfte an der Kletterwand

hoch „gehen“.

Neues wagen - Unbekanntes auf dem Teller: Wir

haben verschiedene Rezepte ausprobiert.

Altwerden kann Angst machen,

aber auch schön sein.

Vorbereitet Grenzen überwinden –

Urlaub leicht gemacht: Planung

einer Reise.

Lebensträume werden wahr –

Schritte wagen: So wünsche ich

mir mein Leben in Zukunft.

Mit Mut und Geschick Herausforderungen

anpacken!

z Gerhard Schwinghammer

TERMINE 2013

26.

26.

7.

14.-17.

19.

9.

20. – 22.

29.

6.

6.

13.

26.

13.

10./11.

JANUAR

HEILBRONN

Faschingsfeier mit Boschurle

Binswangen von

14.00 - 17.00 Uhr

HEILBRONN

Messe Markt der Möglichkeiten,

Johann-Jakob-

Widmann-Schule

MÄRZ

CRAILSHEIM

Elternnachmittag

NÜRNBERG

Werkstättenmesse 2013

APRIL

HEILBRONN

Tag der offenen Tür

JUNI

SCHWÄBISCH HALL

Tag der offenen Tür

HEILBRONN

IHK-Bildungsmesse Heilbronn

KIRCHHAUSEN

Tag der offenen Tür und

10 Jahre in Kirchhausen

JULI

TALHEIM

Sommerfest

HEILBRONN

Diakoniefest Kiliansplatz

SEPTEMBER

INGELFINGEN

Tag der offenen Tür

KIRCHHAUSEN

Elternnachmittag

OKTOBER

BAD FRIEDRICHSHALL

Tag der offenen Tür und

Gewerbesonntag

CRAILSHEIM

2. Rheamesse "Chance –

Teilhabe am Arbeitsleben" in

der Großsporthalle

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