Pfarrbrief 171 - 2012 - Lebendige Pfarre - St.Jakob Windischgarsten ...

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Pfarrbrief 171 - 2012 - Lebendige Pfarre - St.Jakob Windischgarsten ...

Mühlviertlertreffen

Am 23. Juni waren wieder alle Mühlviertler zum Treffen eingeladen.

Zuerst gab es die Messfeier in der Kirche von Rosenau, dann

ein köstliches Mahl, das uns in der Karlhütte von Familie Löger

bereitet wurde. Und dann erzählt mancher von seiner Kindheit

und Jugendzeit, ein Austausch und Kontakte, die gut tun. Schade,

dass sich die jungen Leute, die aus dem Mühlviertel kommen und

hier leben, überhaupt nicht melden.

Herz Jesu Feuer

Immer wieder stimmungsvoll ist das Herz-Jesu-Feuer auf unserem

Kalvarienberg. Nachdem auch heuer zuvor die Hl. Messe in der

Kalvarienbergkirche gefeiert und der eucharistische Segen für das

ganze Tal erfleht wurde, versammelten wir uns vor der Kirche zu

einem gemütlichen Beisammensein. Dann wurde das Feuer entzündet.

Danke dem Arbeitskreis für Geistige Dorferneuerung für

die Bewirtung und allen, die gekommen sind.

Familienwandertag

Ca. 40 Leute waren zum Familienwandertag gekommen, darunter

auch viele Kinder. Unser Weg führte uns von Seebach auf den

Schweizersberg zum Gallbrunn, wo wir in gemütlicher Runde

zusammenwaren.

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PFarrE Bunt

Betriebsausflug

Anfang Juli machten wir uns, das Pfarrcaritas – Team Windischgarsten,

gemeinsam auf die Reise in die schöne Stadt Salzburg. Nur

kurz ging es in die Zimmer, und dann ging es schon los in Richtung

Stadtmitte, wo natürlich ein kurzer Besuch in der Loretokirche nicht

fehlen durfte. Wenige Minuten später, oder besser gesagt, einen

Rosenkranz später, saßen wir bereits bei „Schweinsbrat’l und Seidl“

im Sternbräu. Gut genährt und mit guter Laune machten wir uns auf

die Suche nach einer gemütlichen Bar, um auf ein erfolgreiches Jahr

und vor allem auf ein gutes Miteinander anzustoßen. Am nächsten

Tag marschierten wir nach einem ausgiebigen Frühstück gemeinsam

zur Kirche der Benediktiner nach St. Peter, um zusammen die hl.

Messe zu feiern. Anschließend bekamen wir eine Stadtführung mit

einem kurzen Einblick in die Geschichte Salzburgs. Der krönende

Abschluss, der Besuch bei den Salzburger Wasserspielen, zauberte

uns noch einen weiteren unvergesslichen Moment in unsere Herzen,

und so verließen wir Salzburg mit einem zufriedenen Lächeln im

Gesicht und kehrten zurück in die Heimat

Marion Zick

Ein großes Jubiläum

Genau vor 20 Jahren, am 4. Oktober 1992, wurde in unserer Pfarre

ein neuer, sehr schöner Brauch eingeführt. Jeder Täufling bekommt

zum Fest seiner Taufe eine persönliche Weihwasserflasche mit

Taufnamen und Taufdatum, zur Erinnerung an seine hl. Taufe.

Seither malte Frau HERTA PÖLZL in liebevoller Handarbeit über

900 wunderschöne Weihwasserflaschen. Ein herzliches Vergelt´s

Gott, liebe Frau Pölzl!

Rosi Pernkopf

Nr. 171

Immer wenn im

Herbst die Schule

beginnt, beginnt für

viele Pfarren auch

ein neues Arbeitsjahr.

Schon Monate

vorher versammeln

sich in der Pfarre

Windischgarsten die

Pfarrgemeinderäte,

um ein Jahresthema

zu wählen, das uns als Richtschnur für

das kommende Arbeitsjahr dienen soll.

So ist es in diesem neuen Arbeitsjahr das

Thema: „Der Glaube der Kirche – Hoffnung

für die Welt“, das jetzt in einer eigenen

Klausurtagung im Exerzitienheim in Grünau

sehr engagiert erarbeitet wurde. Viel

haben wir gebetet und über das Thema auch

nachgedacht. Viele Aufgaben sind uns auf

diesem Themenhintergrund ganz sicher

wieder gestellt, und auch als Seelsorger

und Pfarrer ist es mir ein großes Anliegen,

dass wir gemeinsam vorgehen, indem wir

uns um wichtige Schwerpunkte bemühen,

die in diesem Jahr wieder gesetzt werden

müssen. Dabei denke ich mir schon, dass

es oft nicht verwunderlich ist, dass auch

Priester sich überfordert fühlen, wenn sie

nämlich dem anderen nicht zutrauen, dass

er auch etwas beizutragen imstande ist.

Und mancher Mitarbeiter sagt lieber an,

was andere zu tun haben, als dass er selber

etwas tut. Andere wiederum kritisieren

immer nur das, was angeregt wird, ohne

selbst etwas zu einer lebendigen Pfarre

beizutragen.

Immer wieder müssen wir aber auch daran

denken, dass wir in der Kirche Jesu Christi

leben, und er es ist, der die Kirche in seiner

Hand hält. So scheint es mir immer

dringender zu sein, dass wir aus seiner

gnadenreichen Mitte leben. Wir glauben,

dass Christus uns seinen Geist schenkt,

der die eigentliche Erneuerung der Kirche

bewirkt. In der Kraft dieses Geistes, den

wir erbitten müssen, sind wir mächtig. Es

ist die Kirche, die uns mit Jesus Christus in

lebendige Verbindung bringt. Sie macht uns

zu seinen Zeitgenossen und ihn zu unserem

Lebensgefährten: in der Verkündigung und

Auslegung des Evangeliums, in der Feier

der Hl. Sakramente und nicht zuletzt im

Erleben der kirchlichen Gemeinschaft, was

im Besonderen in unserer Pfarre immer

wieder geschehen soll. Zweifellos wird

immer wieder deutlich, dass jede Pfarrgemeinde

eine Gemeinschaft sein sollte, in der

man spürt, dass Jesus Christus ihre Mitte

ist und Gott in ihr wohnt. Im engagierten

September 2012

Der Glaube der Kirche–

Hoffnung für die Welt

Von Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner

Gebet, wo wir uns demütig an den Vater

wenden, in der täglichen Anbetung des

eucharistischen Christus, im gemeinsamen

Lobpreis des dreieinigen Gottes bleiben wir

an der eigentlichen Quelle, die uns immer

wieder Leben schenkt. Aber auch an der

Art, wie wir miteinander umgehen, muss

erkennbar bleiben, dass Gott in seinem

Sohn mitten unter uns ist. Das Miteinander

und Füreinander, wie es uns Jesus Christus

gelehrt hat, muss zum Gütesiegel unserer

Pfarrgemeinde werden; da hört man aufeinander,

ohne einander schlecht zu machen;

da versucht man, einander zu verstehen,

ohne die Wahrheit aufzugeben; da wird

jeder als Mensch ernst genommen und

geachtet. Wenn wir so miteinander leben,

verbunden im Glauben an den Herrn und

vereint in der Gemeinschaft des Betens, wird

Kirche zur geistigen Heimat und zum Ort

der Hoffnung für viele Menschen.

Nun bin ich zugleich der festen Überzeugung,

dass eine Pfarre auf Dauer nicht bestehen

kann, wenn sie nicht aus kleinen

geistlichen Gemeinschaften besteht, d.h. aus

kleinen Zellen, in denen man den Glauben

persönlich erfährt, in denen man menschlich

und geistlich wachsen kann. Ein Kennzeichen

dieser kleinen Gemeinschaften,

die nicht von der Kirche insgesamt und

der Pfarrgemeinde als ganzer getrennt

werden dürfen, ist die Verkündigung des

Evangeliums und der konkrete Dienst an den

Menschen in der unmittelbaren Umgebung.

Deshalb schätze ich in Windischgarsten

die Arbeit der verschiedenen Arbeitskreise

des Pfarrgemeinderates: Verkündigung;

Liturgie; Miteinander-Füreinander; Familie;

Europa und Weltkirche; Geistige Dorferneuerung;

Lebensbegleitung und Finanzen.

Bemerkenswert sind in unserer Pfarre die

vielen Kindergruppen, die immer wieder

auch einen geistlichen Anstoß brauchen,

aber auch die Jugend, die regelmäßig am

Samstag um 19.00 Uhr in unserem Pfarrheim

zusammenkommt. In verschiedenen

Gruppen kommen auch die Männer und

Frauen in unserer Pfarre zusammen. Dass

es bisher in unserer Pfarre immer nur eine

Familienrunde gibt, bedauere ich sehr, weil

ich glaube, dass Familienrunden auch eine

Hilfe wären, um junge Familien aufzurüsten.

Mit allen diesen Gruppen wird das

neue Jahr geplant, sodass auch rechtzeitig

der Pfarrkalender erstellt werden kann.

Er erscheint am Christkönigssonntag mit

allen Terminen und Informationen für das

kommende Jahr.

Nun habe ich mir auch für dieses Jahr wieder

vorgenommen, von Haus zu Haus zu gehen,

um die Leute zu besuchen. Ich möchte jedem

nachgehen, der Gott sucht, aber auch den

nicht verlieren, der von der Kirche nichts hält.

Ich möchte die verschiedenen Gelegenheiten

nutzen, um den Menschen ein wenig Gesellschaft

zu leisten, sie zu ermutigen und zu

ermahnen, sie einzuladen. Ich möchte mich

mit der Geduld und Sorge des guten Hirten

für das Heil der Mitmenschen verzehren. Ich

möchte, dass die Menschen wieder in die

Kirche kommen, in den Beichtstuhl, zu den

Sakramenten. Ich möchte, dass die Leute in

Zukunft noch mehr das klärende Gespräch

nützen, um dann doch im Leben Orientierung

zu finden. Ich möchte als Priester vor

allem auch Beichtseelsorger sein und die

Menschen dazu bringen, sich zu sehen, wie

sie wirklich sind, wie sie vor Gott sind, um

sich selber nicht zu belügen. Beichtseelsorge

ist wichtig, denn gerade auch in unserer Zeit

wird die Einzelseelsorge ganz sicher immer

mehr an Bedeutung gewinnen.

Zugleich müssen wir den Kampf gegen

die religiöse Unwissenheit aufnehmen,

denn der Glaube verdunstet immer mehr,

sodass die Menschen über ihren Glauben

eigentlich nicht mehr Bescheid wissen. Dem

möchte ich ebenso mit meinen Predigten

entgegenwirken, sodass die Menschen nicht

nur Glaubens- und Lebenshilfe, sondern

auch Wissenswertes hören und annehmen.

Auch unseren Kindern und Jugendlichen

müssen wir zeigen, dass es sich lohnt, von

Jesus Christus und seiner Kirche mehr zu

wissen. So ganz ohne Hoffnung stehen

Menschen da, wenn sie zwar katholisch

sind, aber ihren eigenen Glauben nicht

mehr kennen.

Damit Menschen in Zukunft nicht aus der

Kirche davonlaufen, müssen wir bessere

Gläubige werden, die im Leben zur Überzeugung

gefunden haben, dass der Glaube

der Kirche etwas Schönes ist. Dazu brauchen

wir in unserer Pfarrgemeinde mehr Andacht,

Freundlichkeit und Offenheit, damit

sich niemand fremd und ausgeschlossen

fühlt, wie dies Papst Benedikt XVI. vor einer

Gruppe von Bischöfen im Juni betont hat,

die zu ihrem Ad-limina-Besuch nach Rom

gekommen waren. Als Seelsorger möchte

ich den Menschen nahe sein, damit Hoffnung

in ihren Herzen aufkommt.

3


12. In diesem Jahr kann deshalb der Katechismus

der Katholischen Kirche ein wirkliches

Instrument zur Unterstützung des Glaubens

sein, vor allem für die, denen die Bildung der

Christen am Herzen liegt, die in unserem

kulturellen Kontext so ausschlaggebend

ist. Zu diesem Zweck habe ich die Kongregation

für die Glaubenslehre beauftragt, in

Absprache mit den zuständigen Dikasterien

des Heiligen Stuhls eine Note zu erstellen,

mit der der Kirche und den Gläubigen einige

Hinweise gegeben werden, um dieses Jahr

des Glaubens auf höchst wirksame und

geeignete Weise im Dienst des Glaubens und

der Evangelisierung zu leben. Der Glaube

sieht sich ja mehr als in der Vergangenheit

einer Reihe von Fragen ausgesetzt, die aus

einer veränderten Mentalität herrühren, die

besonders heute den Bereich der rationalen

Gewissheiten auf den der wissenschaftlichen

und technologischen Errungenschaften

reduziert. Die Kirche hat sich jedoch nie

gescheut zu zeigen, dass zwischen Glauben

und authentischer Wissenschaft kein Konflikt

bestehen kann, da beide – wenn auch auf

verschiedenen Wegen – nach der Wahrheit

streben. [22]

13. Es wird entscheidend sein, im Laufe dieses

Jahres die Geschichte unseres Glaubens

durchzugehen, die das unergründliche Geheimnis

der Verflechtung von Heiligkeit und

Sünde sieht. Während erstere den großen

Beitrag hervorhebt, den Männer und Frauen

mit ihrem Lebenszeugnis für das Wachsen

und die Entwicklung der Gemeinschaft geleistet

haben, muss die zweite in einem jeden

ein aufrichtiges und fortdauerndes Werk der

Umkehr hervorrufen, um die Barmherzigkeit

Gottes des Vaters zu erfahren, der allen

entgegenkommt.

In dieser Zeit werden wir unseren Blick

auf Jesus Christus richten, „den Urheber

und Vollender des Glaubens” (Hebr 12,2):

In ihm finden alle Sorge und alles Sehnen

des menschlichen Herzens ihre Erfüllung.

Die Freude der Liebe, die Antwort auf das

Drama von Leid und Schmerz, die Kraft

zur Vergebung angesichts der erlittenen

Beleidigung und der Sieg des Lebens gegenüber

der Leere des Todes – alles findet

Erfüllung im Geheimnis seiner Inkarnation,

der Menschwerdung, des Mit-uns-Teilens der

menschlichen Schwachheit, um sie mit der

Macht seiner Auferstehung zu verwandeln.

In ihm, der für unser Heil gestorben und

auferstanden ist, erreichen die Beispiele

des Glaubens, die diese zweitausend Jahre

unserer Heilsgeschichte gekennzeichnet

haben, ihren vollen Glanz. Aufgrund des

apostolisches Schreiben

in Form eines Motu

proprio „Porta fidei“ von

Papst Benedikt XVI. zum

Jahr des Glaubens (3)

Glaubens nahm Maria das Wort des Engels

an und glaubte der Botschaft, dass sie im

Gehorsam ihrer Hingabe die Mutter Gottes

werden sollte (vgl. Lk 1,38). Als sie Elisabeth

besuchte, stimmte sie ihren Lobgesang auf

den Allerhöchsten an für die Wunder, die er

bei denen vollbrachte, die sich ihm anvertrauten

(vgl. Lk 1,46-55). Mit Freude und Bangen

gebar sie ihren einzigen Sohn und bewahrte

unversehrt ihre Jungfräulichkeit (vgl. Lk 2,6-

7). Im Vertrauen auf Josef, ihren Bräutigam,

brachte sie Jesus nach Ägypten, um ihn vor

der Verfolgung des Herodes zu retten (vgl. Mt

2,13-15). Mit demselben Glauben folgte sie

dem Herrn während seiner Verkündigung

und blieb bei ihm bis zum Kalvarienberg

(vgl. Joh 19,25-27). Im Glauben kostete

Maria die Früchte der Auferstehung Jesu,

und indem sie alle Erinnerungen in ihrem

Herzen bewahrte (vgl. Lk 2, 19.51), gab sie

diese an die Zwölf weiter, die mit ihr im

Abendmahlssaal versammelt waren, um den

Heiligen Geist zu empfangen (vgl. Apg 1,14;

2,1-4). Aufgrund des Glaubens verließen die

Apostel alles, um dem Meister nachzufolgen

(vgl. Mk 10,28). Sie glaubten den Worten,

mit denen er das Reich Gottes verkündete,

das in seiner Person gegenwärtig und verwirklicht

war (vgl. Lk 11,20). Sie lebten in

einer Gemeinschaft des Lebens mit Jesus,

der sie in seiner Lehre unterwies und ihnen

eine neue Lebensregel hinterließ, mit der sie

nach seinem Tode als seine Jünger erkannt

werden sollten (vgl. Joh 13,34-35). Aufgrund

des Glaubens gingen sie in die ganze Welt

hinaus und folgten dem Auftrag, das Evangelium

zu allen Geschöpfen zu bringen (vgl. Mk

16,15), und ohne jede Furcht verkündeten

sie allen die Freude der Auferstehung, für

die sie treue Zeugen waren.

Aufgrund des Glaubens bildeten die Jünger

die erste Gemeinde, die um die Lehre der

Apostel, im Gebet und in der Eucharistiefeier

versammelt war und in der sie alles gemeinsam

hatten, um für die Bedürfnisse der Brüder

aufzukommen (vgl. Apg 2,42-47). Aufgrund

des Glaubens gaben die Märtyrer ihr Leben

hin, um die Wahrheit des Evangeliums zu bezeugen,

das sie verwandelt und zum größten

Geschenk der Liebe befähigt hatte, indem sie

ihren Verfolgern verziehen. Aufgrund des

Glaubens haben Männer und Frauen ihr Leben

Christus geweiht und alles verlassen, um

in evangelischer Einfachheit den Gehorsam,

die Armut und die Keuschheit zu leben als

konkrete Zeichen der Erwartung des Herrn,

der nicht säumt zu kommen. Aufgrund des

Glaubens haben viele Christen Tätigkeiten

zugunsten der Gerechtigkeit gefördert, um

das Wort des Herrn, der gekommen ist, um

die Befreiung von der Unterdrückung zu

verkünden und ein Jahr der Gnade für alle

auszurufen, konkret werden zu lassen. (vgl.

Lk 4,18-19). Aufgrund des Glaubens haben im

Laufe der Jahrhunderte Männer und Frauen

jeden Alters, deren Namen im Buch des Lebens

verzeichnet sind (vgl. Offb. 7,9; 13,8),

die Schönheit bekannt, was es heißt, dem

Herrn Jesus dort nachzufolgen, wo sie berufen

waren, ihr Christsein zu bezeugen: in der

Familie, im Beruf, im öffentlichen Leben, in

der Ausübung der Charismen und Dienste,

zu denen sie gerufen wurden. Aufgrund des

Glaubens leben auch wir: für die lebendige

Erkenntnis Jesu, des Herrn, der in unserem

Leben und in der Geschichte gegenwärtig

ist.

14. Das Jahr des Glaubens wird auch eine

günstige Gelegenheit sein, das Zeugnis der

Liebe zu verstärken. Der heilige Paulus

erinnert: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung,

Liebe, diese drei; doch am größten

unter ihnen ist die Liebe” (1 Kor 13,13). Mit

noch kräftigeren Worten – die von jeher die

Christen in die Pflicht nehmen – sagt es

der Apostel Jakobus: „Meine Brüder, was

nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben,

aber es fehlen die Werke? Kann etwa der

Glaube ihn retten? Wenn ein Bruder oder

eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne

das tägliche Brot und einer von euch zu

ihnen sagt: „Geht in Frieden, wärmt und

sättigt euch!”, ihr gebt ihnen aber nicht,

was sie zum Leben brauchen – was nützt

das? So ist auch der Glaube für sich allein

tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.

Nun könnte einer sagen: “Du hast Glauben

und ich kann Werke vorweisen; zeig mir

deinen Glauben ohne die Werke und ich

zeige dir meinen Glauben aufgrund der

Werke” (Jak 2,14-18). Der Glaube ohne die

Liebe bringt keine Frucht, und die Liebe

ohne den Glauben wäre ein Gefühl, das

ständig dem Zweifel ausgesetzt ist. Glaube

und Liebe erfordern sich gegenseitig, so dass

eines dem anderen erlaubt, seinen Weg zu

gehen. Nicht wenige Christen widmen ihr

Leben nämlich liebevoll dem Einsamen, dem

Randständigen oder dem Ausgeschlossenen

als dem, zu dem man zuallererst gehen muss

und den zu unterstützen am wichtigsten ist,

4 Nr. 171

gerade weil sich in ihm das Antlitz Christi

selbst widerspiegelt. Dank des Glaubens

können wir in denen, die unsere Liebe

erbitten, das Antlitz des auferstandenen

Herrn erkennen. „Was ihr für einen meiner

geringsten Brüder getan habt, das habt ihr

mir getan” (Mt 25,40): diese seine Worte

sind eine nicht zu vergessende Mahnung

und eine fortwährende Einladung, die Liebe

zurückzugeben, mit der er sich unser annimmt.

Der Glaube ist es, der es ermöglicht,

Christus zu erkennen, und seine eigene

Liebe ist es, die dazu drängt, ihm jedes Mal

zu helfen, wenn er auf unserem Lebensweg

unser Nächster wird. Vom Glauben getragen,

sehen wir hoffnungsvoll auf unser

Engagement in der Welt und erwarten dabei

„einen neuen Himmel und eine neue Erde,

in denen die Gerechtigkeit wohnt” (2 Petr

3,13; vgl. Offb 21,1).

15. Als der Apostel Paulus bereits am Ende

seines Lebens angelangt war, forderte er

seinen Schüler Timotheus auf, mit derselben

Beständigkeit nach dem Glauben zu streben

(vgl. 2 Tim 2,22), die er in seiner Jugend hatte

(vgl. 2 Tim 3,15). Diese Einladung spüren

wir an einen jeden von uns gerichtet, damit

niemand nachlässig im Glauben werde.

Er ist ein Gefährte unseres Lebens, der es

erlaubt, mit stets neuem Blick die Wunder

wahrzunehmen, die Gott für uns vollbringt.

Darauf bedacht, die Zeichen der Zeit im Heute

September 2012

PGr-Klausur in Grünau

In unserer Pfarrgemeinde hat sich eine PGR-Klausur, die jedes

Jahr zu Beginn des Arbeitsjahres in einem anderen Bildungs- bzw.

Exerzitienhaus abgehalten wird, sehr bewährt. So fuhren wir

heuer nach Grünau, um dort für das kommende Jahr aus dem

Glauben Kraft zu schöpfen. Nachdem der Pfarrer drei Kurzvorträge

zum Thema: „Der Glaube der Kirche – Hoffnung für die

Welt“ gehalten hatte, wurden in Kleingruppen ganz konkrete

Fragen zum Glauben erörtert. Nach einer kurzen Information

und einem Gespräch über das 2. Vatikanische Konzil wurden

am nächsten Vormittag Texte von diesem Konzil gelesen und

besprochen.

der Geschichte zu erkennen, verpflichtet

der Glaube jeden von uns, ein lebendiges

Zeichen der Gegenwart des Auferstandenen

in der Welt zu werden. Das, was die Welt von

heute besonders braucht, ist das glaubhafte

Zeugnis derer, die, vom Wort des Herrn im

Geist und im Herzen erleuchtet, fähig sind,

den Geist und das Herz vieler zu öffnen

für die Sehnsucht nach Gott und nach dem

ewigen Leben, das kein Ende kennt. „Das

Wort des Herrn breite sich aus und werde

verherrlicht“ (vgl. 2 Thess 3,1): Möge dieses

Jahr des Glaubens die Beziehung zu Christus,

dem Herrn, immer mehr festigen, denn nur

in ihm gibt es die Sicherheit für den Blick in

die Zukunft und die Garantie einer echten

und dauerhaften Liebe. Die Worte des Apostels

Petrus werfen einen letzten Lichtstrahl

auf den Glauben: „Deshalb seid ihr voll

Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit

unter mancherlei Prüfungen leiden müsst.

Dadurch soll sich euer Glaube bewähren,

und es wird sich zeigen, daß er wertvoller

ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde

und doch vergänglich ist. So wird (eurem

Glauben) Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil

bei der Offenbarung Jesu Christi. Ihn habt

ihr nicht gesehen, und dennoch liebt ihr

ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr

glaubt an ihn und jubelt in unsagbarer, von

himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude,

da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet:

euer Heil“ (1 Petr 1,6-9). Das Leben der

Glaubenskurs

In dem Jahr, wo Papst Benedikt XVI. ein Glaubensjahr ausgerufen hat, sind wir erst

recht eingeladen, dass wir auch wieder einen Glaubenskurs für jene veranstalten,

die auf der Suche nach Gott, Christus und der Kirche sind. So treffen wir uns am

Dienstag, 13. November um 19.30 Uhr zum ersten Glaubenskurs. Elf weitere werden

bis Juni 2013 folgen. Es gibt ein gutes Buch, das wesentliche Informationen für

diesen Kurs liefert. Ich freue mich, wenn viele mitmachen, denn irgendwann muss

der, der auf der Suche ist, auch erkennen, dass er für die Glaubensweiterbildung

etwas tun muss. Anmeldung im Pfarramt: 07562/5258

Christen kennt die Erfahrung der Freude

und die des Leidens. Wie viele Heilige haben

die Einsamkeit erlebt! Wie viele Gläubige,

auch in unseren Tagen, sind geprüft durch

das Schweigen Gottes, während sie seine

tröstende Stimme hören möchten! Während

die Prüfungen des Lebens es erlauben, das

Kreuzesmysterium zu verstehen und an

den Leiden Christi teilzuhaben (vgl. Kol

1,24), so sind sie ein Vorbote für die Freude

und die Hoffnung, zu denen der Glaube

führt: „Wenn ich schwach bin, dann bin

ich stark” (2 Kor 12,10). Wir glauben mit

fester Gewißheit, daß Jesus, der Herr, das

Böse und den Tod besiegt hat. Mit dieser

sicheren Zuversicht vertrauen wir uns ihm

an: Mitten unter uns gegenwärtig, besiegt

er die Macht des Bösen (vgl. Lk 11,20), und

die Kirche, die sichtbare Gemeinschaft seiner

Barmherzigkeit, bleibt in ihm als Zeichen

der endgültigen Versöhnung mit dem Vater.

Vertrauen wir der Mutter Gottes, die „selig”

gepriesen wird, weil sie „geglaubt hat” (Lk

1,45), diese Zeit der Gnade an.

Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 11.

Oktober des Jahres 2011, dem siebenten

des Pontifikates.

BENEDICTUS PP. XVI

22 Vgl. Ders., Enzyklika Fides et ratio (14.

September 1998), Nrn. 34 und 106: AAS

91 (1999), 31-32. 86-87.

altentag

für alle über 70

Sonntag, 7. Oktober, 14.00 Uhr

Hl. Messe in der Pfarrkirche

15.00 Uhr Gemütliches

Beisammensein im Pfarrheim

5


Ganz sicher war es das 2. Vatikanische

Konzil, das die umfassendste Erneuerung

des Römischen Ritus eingeleitet hat, die es

je gegeben hat. Es war dieses Konzil, das

aufgrund eines vertieften Verständnisses der

liturgischen Quellen eine volle und aktive

Teilnahme der Gläubigen am eucharistischen

Opfer gefördert hat. Nicht weniger als 13

Mal erwähnt die Liturgiekonstitution des 2.

Vatikanischen Konzils „Sacrosanctum Concilium“

die „participatio actuosa“, die tätige

Teilnahme aller Gläubigen der Liturgie, von

der schon Papst Pius X. im Motu proprio „Tra

le sollecitudini“ vom Jahr 1903 gesprochen

hat. Was dadurch erreicht worden ist, wollen

wir nicht in Abrede stellen, offenkundig ist

aber auch, dass es viele Missverständnisse

und Missbräuche im liturgischen Bereich in

der nachkonziliaren Zeit gegeben hat und

heute noch gibt.

Was meint das Konzil mit der tätigen Teilnahme

aller Gläubigen an der Liturgie? Die

Teilnahme soll bewusst (SC 11,48,79) und

voll (SC 14,21,41) sein, fromm (SC 48,50)

und fruchtbar (SC 11), gemeinschaftlich (SC

21,27) und leicht zu vollziehen (SC 79), vollkommener

(SC 55), innerlich und äußerlich

(SC 19) und tätig (SC 11,14,19, 21, 26, 30,

41, 50, 79, 114, 121, 124) sein. Und Papst

Benedikt XVI. hat in seiner Videobotschaft

zum Ende des 50. Internationalen Eucharistischen

Kongresses in Dublin betont, dass die

Liturgie „einfach, würdig, mit Freude und

mit Ehrfurcht gefeiert werden müsse“.

So sollte die Erneuerung der äußeren Formen

dem Ziel dienen, leichter den Weg in die

„innere Höhe des Geheimnisses“ (Benedikt

XVI.) zu finden. Ihr eigentliches Ziel war

die Begegnung mit dem anwesenden Herrn

und dem lebendigen Gott, um durch die

Berührung mit der Liebe Christi auch in der

Liebe untereinander wachsen zu können.

Da man „aktive Beteiligung“ mit „äußerer

Aktivität“ verwechselt hatte, ist die wirkliche

Erneuerung der Liturgie bis zum heutigen

Tag ausgeblieben.

Das heilige Volk Gottes ist bei der heiligen

Opferfeier in das eucharistische Gnadengeschehen

zutiefst einbezogen. Das kann aus

dem ersten Petrusbrief (2,4-10) abgeleitet

werden. Das Konzilsdekret „Lumen Gentium“

nimmt auf den 1. Petrusbrief Bezug

und erklärt: „Durch die Wiedergeburt und

die Salbung mit dem Heiligen Geist werden

die Getauften zu einem geistlichen Bau

und einem heiligen Priestertum geweiht,

damit sie in allen Werken eines christlichen

Menschen geistige Opfer darbringen

Fünfzig Jahre Zweites

Vatikanisches Konzil (3)

DIE

„tätIGE tEIl naHME“

In DEr lIturGIE

und die Machttaten dessen verkünden, der

sie aus der Finsternis in sein wunderbares

Licht berufen hat“ (LG10). Es ist deshalb ein

durchaus gerechtfertigtes Anliegen der Kirche,

dass bei der Eucharistiefeier das heilige

Volk Gottes nicht einfach passiv der heiligen

Messe beiwohnt, sondern aktiv daran

teilnehmen kann. In diesem Sinn ist durch

die Liturgiereform einiges unternommen

worden, um die tätige Teilnahme des heiligen

Volkes Gottes zu erleichtern. Nicht der

Realität entspricht es, wenn jemand denkt,

in der Eucharistiefeier vor der Liturgiereform

des Zweiten Vatikanischen Konzils sei die

innere tätige Teilnahme am Geheimnis des

eucharistischen Opfers nicht oder in einem

geringeren Maß möglich gewesen. Ebenso

ist es nach dem Konzil nicht so, dass die

ganze Gemeinde in der heiligen Messe alles

zu tun hätte.

Bei der tätigen Teilnahme am eucharistischen

Opfer darf nicht übersehen werden, dass die

Teilnahme die gnadenhafte Teilhabe von

Seiten des „ewigen Hohenpriesters“ (Hebr

3,1; 7,3; und 9,11) voraussetzt. Christus gibt

uns Anteil an seiner Liebe, in welcher er

sich für uns in seinem Versöhnungsopfer an

den Vater hingibt. So beten wir im vierten

Hochgebet zum himmlischen Vater: „Sieh

her auf die Opfergabe, die du selber deiner

Kirche bereitet hast, und gib, dass alle, die

Anteil erhalten an dem einen Brot und dem

einen Kelch, ein Leib werden im Heiligen

Geist, eine lebendige Opfergabe in Christus

zum Lob deiner Herrlichkeit.“ Nun dürfen

wir nicht übersehen, dass aus der berechtigten

aktiven Teilnahme in der Liturgie oft

ein Aktionismus entstanden ist. So wird

Liturgie bisweilen als Theater über Gott und

als menschliche Leistung inszeniert. Gefühle

werden in der Liturgie aufgearbeitet, Erfahrungen

werden in die Liturgie eingebracht,

Ängste und gute Vorsätze kommen zum

Ausdruck, sodass der Aktionismus trotz

gutwilligem Einsatz nicht selten zu einer

liturgischen Verflachung führt. Zur Verflachung

kommt es deshalb, weil nicht mehr

die Zeichen gelten, die der Herr gesetzt hat,

sondern vielfach eigenfabrizierte Texte und

Zeichen, die immer mehr die Anstrengungen

des Menschen zum Ausdruck bringen. Es

ist die „Macher“-Haltung vielseitiger liturgischer

Bastler, die nach einem Gottesdienst

um ein „Feed-back“ ringen, weil sie wissen

wollen, ob sie es gut gemacht haben. Die

Eucharistiefeier darf nicht zu einer Aufführung

entarten, und die Geistlichen sollen

verschwinden hinter der Person, die wirklich

handelt, Jesus Christus, unser Herr. So lautet

jene Frage, die überaus wichtig ist: Kommt

das wirkliche Opfer Christi am Kreuz noch

wirklich so zum Ausdruck, dass unsere

Herzen durch diese Liebe Jesu am Kreuz

innerlich bewegt werden, und kann zugleich

eine wahre innere geistliche Freude entstehen,

weil wir, die wir mit Jesus sterben, auch

an seiner Auferstehung teilhaben werden?

Nur so ist die Eucharistie das Kreuzesopfer

Christi, sodass Jesus im neuen und ewigen

Bund seinen Leib und sein Blut hingegeben

hat zur Vergebung der Sünden und für die

Verwandlung der Welt. Es ist das Paschamysterium,

das zur theologischen Leitidee

wird und bedeutet: Tod und Auferstehung

des Herrn stehen nicht nur im Zentrum der

Liturgie und werden hier vergegenwärtigt.

Tod und Auferstehung des Herrn sollen auch

das Leben der Christen ausmachen und prägen.

So zielt die fromme und aktive Mitfeier

des Paschamysteriums in der Liturgie darauf,

dass die Getauften hineingenommen werden

in das Paschamysterium Christi, in seinen

Kreuzestod, der sich in der Auferstehung

vollendet.

Sie merken schon, dass die Liturgie nicht

ein Experimentierfeld werden darf für individuelle

Amateure. Es ist immer die Liturgie

der Kirche, die die göttliche Sendung hat,

das Vermächtnis des Herrn zu bewahren.

Liturgische Vorschriften sind verbindlich

auch in dem Sinn, dass sie uns wirklich

mit der einen, heiligen und katholischen

Kirche verbinden. So schafft es die liturgische

Gemeinde, dass sie zur je größeren Gemeinschaft

mit der universalen Kirche findet. Wer

sich heute für Liturgie interessiert, muss mit

der wunderbar zubereiteten Liturgie der

Kirche vertraut werden. Wir gehören dem

Herrn im ganzen mystischen Leib seiner

Kirche, und im heiligen Opfer nimmt uns

Christus hinein in die Gemeinschaft mit

dem dreifaltigen Gott.

Die liturgischen Vorgaben der Kirche sollen

uns davor bewahren, dass wir einem Subjektivismus

verfallen und dabei in erster Linie

„uns einbringen“, wie man heute ganz typisch

zu sagen pflegt. Wir sind dann zutiefst

beschenkt, wenn wir Christus aufnehmen

und unsere eucharistische Gemeinschaft uns

in die Gemeinschaft mit dem dreifaltigen

Gott führt. Darin liegen die Würde und der

göttliche Glanz der Liturgie. Wer sich nur selber

immer wieder „einbringt“, bewerkstelligt

einen menschlichen Kult durch „menschliche

Leistung“. Sehr bald tritt dann die objektive

Wirksamkeit des göttlichen Geheimnisses,

also die Gnade, in den Hintergrund. Tiefer

muss die Ehrfurcht und das Staunen an

diesem Geheimnis der Liebe Gottes werden,

Geistliche Musik

Gute Bekannte der Familie Obereder haben uns wunderbare

Kirchenmusik ins Haus gebracht. Roland Horvath, ein ehemaliger

Philharmoniker, der das Horn großartig spielte, die Sopransolistin

Renate Jenni und Konzertpianistin Johanna Horny

machten großartige Kirchenmusik in unserer Pfarrkirche. Dazu

verstand es Horvath glänzend, uns auch in die dargebotene

Musik einzuführen. Dass sich da auch Nachwuchsmusiker

unserer Pfarrmusikkapelle dazugesellten, hat uns sehr froh

und glücklich gemacht.

aa Apostolicam actuositatem: Dekret

über das Laienapostolat: 18. November

1965

aG Ad gentes: Dekret über die Missionstätigkeit

der Kirche: 7. Dezember 1965

CD Christus Dominus: Dekret über die Hirtenaufgabe

der Bischöfe: 28. Oktober

1965

DH Dignitatis humanae: Erklärung über die

Religionsfreiheit: 7. Dezember 1965

DV Dei Verbum: Dogmatische Konstitution

über die göttliche Offenbarung:

18. November 1965

GE Gravissimum educationis: Erklärung

über die christliche Erziehung:

7. Dezember 1965

GS Gaudium et spes: Pastorale Konstitution

Einige regeln für die auslegung

des 2. Vatikanischen Konzils

Anlässlich der Bischofssynode, die 1985 im Vatikan stattgefunden

hat, hat der Synodensekretär, der heutige Kardinal Walter

Kasper, an fünf Regeln erinnert, die auch heute nicht vergessen

werden dürfen:

1. Die Konzilstexte müssen in ihrer Gesamtheit verstanden

werden, man darf nicht einzelne Aussagen „herausreißen“.

2. Man darf den seelsorglichen Charakter der Konzilsdokumente

nicht gegen den lehrhaften Charakter ausspielen.

3. Buchstabe und Geist des Konzils dürfen nicht gegeneinander

ausgespielt werden.

4. Die Aussagen des Konzils müssen in Kontinuität mit der

großen Tradition der Kirche verstanden werden.

5. Deshalb müssen sie auch im Blick auf die Zeichen der Zeit

interpretiert werden.

sodass es auch angemessen ist, durch das

Mitsingen und Mitbeten die innere, aktive

Teilnahme am unfassbaren Geschenk der

Liebe Gottes zum Ausdruck zu bringen. Es

gibt auch „aktive Teilnahme“ durch intensives

Zuhören, durch innerliches Mitsingen.

Wo dieser übernatürliche Glaube, welcher

der Glaube der Kirche ist, dahinschwindet,

wird trotz aller Anstrengungen und liturgi-

Konzilsdokumente

in alphabetischer

reihenfolge

über die Kirche in der Welt von heute:

7. Dezember 1965

IM Inter mirifica: Dekret über die sozialen

Kommunikationsmittel: 4. Dezember

1963

lG Lumen Gentium: Dogmatische Konstitution

über die Kirche: 21. November

1964

na Nostra aetate: Erklärung über das Verhältnis

der Kirche zu den nicht christ-

schen Einfälle die Liturgie immer belangloser,

ja geradezu langweilig. Dass man sich dann

bemüht, die schwindende Besucherzahl

durch noch mehr Abwechslung und Betriebsamkeit

aufzuhalten, ist ein Irrtum, der

auch in der katholischen Kirche sehr weit

verbreitet ist. Dort, wo das heilige Volk Gottes

das Opfer Christi gläubig mitfeiert, ist auch

heute jede Eucharistiefeier ein göttliches

Wunder.

lichen Religionen: 28. Oktober 1965

OE Orientalium Ecclesiarum: Dekret über

die katholischen Ostkirchen:

21.November 1964

Ot Optatam totius: Dekret über die Ausbildung

der Priester: 28. Oktober 1965

PC Perfectae caritatis: Dekret über die zeitgemäße

Erneuerung des Ordenslebens:

28. Oktober 1965

PO Presbyterorum Ordinis: Dekret über

Dienst und Leben der Priester: 7. Dezember

1965

SC Sacrosanctum Concilium: Konstitution

über die heilige Liturgie: 4. Dezember

1963

ur Unitatis redintegratio: Dekret über den

Ökumenismus: 21. November 1964

Betonung unserer

gemeinsamen Werte in Europa

Es war Papst Johannes Paul II., der wie kein anderer zum

Ende des Kommunismus beigetragen hat, der schon im Jahr

1991 in seinem päpstlichen Rundschreiben „Centesimus

annus“ gewarnt hat, die Umbrüche im Jahr 1989 nicht als

Sieg eines materialistischen Kapitalismus misszuverstehen,

und er hat vor Spekulationsgewinnen gewarnt. Eines ist

klar: Hätte man damals auf den Papst gehört, wäre der Welt

die ganze Weltfinanzkrise erspart geblieben. Warum hat

man in Europa bis jetzt nicht den Mut gefunden, von der

jüdisch-christlichen Prägung zu sprechen, von den Zehn

Geboten und dem christlichen Menschenbild, das den

Menschen als Ebenbild Gottes mit einer unveräußerlichten

Würde sieht?

6 Nr. 171 September 2012

7


Während in früheren Jahrhunderten der

biblische Auftrag zur Glaubensverkündigung

an alle Menschen im Bewusstsein der

Christen stark verankert war, hat sich auch

in dieser Hinsicht heute vieles verändert.

Im Zusammenhang mit einer Theologie

der Religionen ist es beinahe allgemeine

Glaubensüberzeugung geworden, dass Menschen,

die nicht durch die Taufe zur Kirche

gehören, dennoch das Heil erlangen können,

wenn sie nur der Stimme ihres Gewissens

folgen. Trotzdem ruft Papst Johannes Paul

II. in seinem apostolischen Schreiben „Novo

Millenio Ineunte“ für das große Gnadenereignis

des Jubiläumsjahres 2000 alle auf,

den Missionauftrag Christi, der die ersten

Christen zu so großen Taten anspornte,

heute neu aufzugreifen. Den Befehl Christi

an Petrus: „Duc in altum – fahrt hinaus

auf die hohe See und legt eure Netze zum

Fang aus“ (Lk 5,4) richtete der Papst an die

ganze Kirche.

Warum überhaupt noch Mission? Die Antwort

auf diese Frage ist eigentlich für uns

Christen nicht schwer. Jesus Christus, ohne

den wir nichts vollbringen können (vgl.

Joh 15,5), gibt sie uns selbst, wenn er sagt:

„Niemand kommt zum Vater außer durch

mich“ (Joh 14,6). Bereits im Jahr 1991 spricht

Papst Johannes Paul II. (1978-2005) in seiner

Enzyklika „Redemptoris missio“ über die

„fortdauernde Gültigkeit des missionarischen

Auftrags“. Wörtlich stellt er fest: „Wenn wir

zu den Ursprüngen der Kirche zurückgehen,

so finden wir dort die klare Aussage, dass

Christus der alleinige Erlöser von allen ist,

jener, der allein Gott auszusagen und zu

ihm zu führen vermag“ (Nr.5). Jesu Lehre

kommt „aus der unmittelbaren Berührung

mit dem Vater … - aus dem Sehen dessen

heraus, der an der Brust des Vaters ruhte“

(Ratzinger, Jesus von Nazareth, 31-32). Jesus

Christus, wahrhaft der Sohn Gottes, der alles

übertrifft, was Menschen je an Gotteserfahrungen

kundtun konnten. Weil Jesus der

Sohn Gottes ist, in dem die Heilsgeschichte

ihren Höhepunkt und letzten Sinn findet,

darf deshalb seine Wahrheit auch keinem

Menschen dieser Erde, wo und wann auch

immer er leben mag, vorenthalten werden.

So wäre es ein großes Unrecht und eine

Schuld, die nicht verziehen werden kann,

wenn sie seine Botschaft, sein Licht und seine

Wahrheit den anderen nicht künden. Im

Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche

des 2. Vatikanischen Konzils heißt es: „Alle

Gläubigen, wo immer sie leben, müssen

durch das Beispiel ihres Lebens und durch

das Zeugnis des Wortes den neuen Menschen,

den sie durch die Taufe angezogen

Warum überhaupt

Mission?

FraGEn unD

antWOrtEn (97)

haben … so offenbaren, dass die anderen

Menschen ihre guten Werke sehen, (und)

den Vater preisen (Mt 5,16)“ (Nr. 11). So ist

die Kirche Weltkirche-Weltmissionskirche.

Das Geschenk und Geheimnis der Erlösung

durch Jesus Christus muss die Kirche der

ganzen Welt künden und bringen.

Nicht selten wird heute die Meinung vertreten,

die christliche Mission stelle ein besonders

sublimes Element des europäischen

Kolonialismus dar. Durch die Mission sei es

gelungen, den Völkern ihre eigene Geschichte

zu rauben und ihnen einen europäischen

Stempel aufzudrücken. Mit dem Ende des

Kolonialismus konnten die Völker der Dritten

Welt – so die Meinung – endlich wieder zu

ihren eigenen Religionen zurückkehren.

Wenn wir auf die Welt, wie sie sich in den

letzten Jahrzehnten entwickelt hat, blicken,

nehmen wir etwas Merkwürdiges wahr:

Auch nach dem Ende des Kolonialismus gibt

es weltweit einen starken Trend zur Uniformierung.

Man baut in München nicht anders

als in Shanghai oder Kairo Kühlschränke,

Autos und Fernsehgeräte. Die Technik kennt

nur eine Sprache, nämlich die Sprache der

Zahlen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass

diese uniformierende Macht der Technik die

Kluft zwischen den Menschen vertieft.

In vielen Teilen der Welt ist ein Aufbegehren

gegen den Uniformismus der technischen

Zivilisation, eine Suche nach der eigenen

Identität im Gange. Der Islam kann in der

westlichen Zivilisation vielfach nur Niedergang

und seelische Leere erkennen. Manche

Gegenwartsanalytiker sprechen von einem

Kampf der Kulturen. Angesichts dieser Situation

halten viele Ausschau nach einer

geistigen Kraft, die unter den Völkern eine

echte Einheit stiften kann.

Damit stellt sich erneut die Frage: Wie steht

es eigentlich um den christlichen Glauben?

Zunächst halten wir fest, dass der Glaube

hierzulande zu verdunsten droht. Das

lässt sich nicht nur daran ablesen, dass die

Priesterseminare immer leerer werden und

klösterliche Niederlassungen ihre Pforten

schließen, dass die Zahl derer, die in die

Mission gehen wollen, verschwindend gering

geworden ist. Der Glaubensschwund

lässt sich auch daran ablesen, dass die

Sonntagsmesse zunehmend an Bedeutung

verliert, dass man die Beichte nicht mehr

für notwendig hält, und die hl. Kommunion

allzu selbstverständlich empfängt, dass man

schließlich der Kirche, wenn einen irgendetwas

ärgert, sogleich den Rücken zukehrt.

„Geht hin!“, sagt Jesus. Wer aber geht auf

andere zu, um sie etwas von der Freude des

Glaubens spüren zu lassen? Die Kirche ist

von ihrem Wesen her missionarisch und sie

muss ihren missionarischen Auftrag erfüllen,

wenn sie Kirche sein und bleiben will (vgl.

Mt 28,18-19; Mk 16,15).

Dazu kommt, dass der Glaube nicht das

Produkt Europas ist, das von uns hervorgebracht

worden wäre. Der Augenblick, in

dem der hl. Bonifatius die Donareiche fällte,

bleibt das denkwürdige Zeichen dafür, dass

der christliche Glaube nicht unser Eigentum

ist. Wir alle sind, wie der Apostel Paulus

sagt, Zweige vom wilden Ölbaum, die in

den heiligen Ölbaum Israels eingepflanzt

werden mussten, um Frucht zu tragen (vgl.

Röm 11,17). Nur in solcher Reinigung und

Verwandlung unserer selbst können wir

unsere Identität gewinnen und gute Früchte

hervorbringen.

Der christliche Glaube hat uns nicht uns

selbst entfremdet. Vielmehr hat er dem europäischen

Geist sein Größtes abgerungen.

Die Beschneidung, die der Glaube immer ist,

ist in Wahrheit auch Befruchtung. Wo immer

sich unsere Völker dieser Verwandlung

durch den Glauben widersetzten, haben

sie ihre geistige und geistliche Größe verloren.

Die christliche Botschaft zerstört die

humanen Werte der Völker nicht, sondern

nimmt sie auf, reinigt sie und bringt sie zur

vollen Blüte. So stammt von Papst Paul VI.

das Wort: „Wohin das Evangelium gelangt,

dahin gelangt auch die Nächstenliebe.“ Wir

wissen heute, wie zerstörerisch es ist, nur

Technologien in fremde Kulturen hineinzutragen.

Es ist auch fragwürdig, anderen

Völkern politische und soziale Konzepte

überstülpen zu wollen. Hilfreich für die

Völker ist nicht der Hochmut, der unsere

Rezepte verordnet. Hilfreich ist nur die Kraft

der Sinngebung, die keinen Bruch mit der

Vergangenheit herbeiführt, sondern die Fähigkeit

vermittelt, einen eigenen Weg in die

Zukunft zu bauen.

„Wohin das Evangelium gelangt, dahin

gelangt auch die Nächstenliebe.“ Viele

8 Nr. 171

Jahrzehnte ist Mutter Teresa von Kalkutta

unübersehbar vor die Welt hingetreten.

Die Gründerin der „Missionarinnen der

Nächstenliebe“ hat europäische Kolonisierungsideen

hinter sich gelassen, um ganz

für die Armen da zu sein. Als sie mit ihren

Mitschwestern in den Jemen und nach

Äthiopien gerufen wurde, machte sie zur

Bedingung, dort den Tabernakel aufstellen

zu dürfen. Sie wusste ganz genau, dass nur

in der Gegenwart Christi jene Gesinnung

erwachen kann, die soziale Gerechtigkeit

herbeiführt.

Der Glaube, der Menschen wie Mutter

Teresa und viele andere geprägt hat, ist

wahr. Der Glaube, der eine solche Liebe

hervorruft, ist gut. Missionarinnen wie

Mutter Teresa haben gelebt und gearbeitet

an vielen Orten der Welt. Diese

Menschen sind das kostbarste Gut, das

Europa anderen Völkern geschenkt hat.

Sie sind der einzige Ausgleich für so viel

Böses, was von unserem Kontinent ausgegangen

ist und heute noch ausgeht.

Solche Menschen sind eine Gabe, auf die

die Welt wartet. Sie sind weise und gütig

geworden, weil der Glaube an Christus

sie geformt und getragen hat. Deshalb

ist die Annahme des Glaubens und der

Reinigung des Glaubens der größte Dienst,

den wir der Menschheit schuldig sind. Um

Christus anderen zu bringen, müssen wir

selbst von Christus, dem Erlöser, Ergriffene

sein. Man darf die Menschen nicht

um Gott betrügen. Wir dürfen der Welt

nicht verschweigen, was wir von Gott

wissen und was wir von ihm empfangen

haben. An diesen Anspruch erinnert uns

der Weltmissionssonntag.

Was das 2. Vatikanische Konzil verabschiedet hat

Das Zweite Vatikanische Konzil verabschiedete vier Konstitutionen, neun Dekrete und drei Erklärungen. Rein formell kann man

zwar zwischen diesen drei Kategorien eine Unterscheidung treffen. Man kann diese verschiedenen Dokumente der Form nach

unterscheiden, aber man darf keinen Unterschied in der Verbindlichkeit des Inhalts der Dokumente machen.

Vieles legt uns der Papst für das neue Arbeitsjahr

vor. Es ist das Jahr des Glaubens,

das der Neuevangelisierung einen wichtigen

Impuls geben soll. Zunächst ist das Jahr des

Glaubens eine Einladung, sich mit dem eigenen

Glauben intensiver zu beschäftigen,

damit wir unseren Glauben immer tiefer

verstehen können. Es ist gut, wenn wir

verstärkt über den Glauben reden, aber es

muss klar sein, dass die Lehre der Kirche nicht

zur Disposition steht. Zugleich ist es wichtig,

dass wir über die innere und tiefgründige

Struktur des Glaubens nachdenken. Mit einigen

Überlegungen wollen wir grundlegende

Bestandteile des Glaubensaktes, der ein so

wesentlicher Akt des menschlichen Daseins

ist, offen legen. Es war der dänische Philosoph

Sören Kierkegaard, der in seiner Schrift

„Furcht und Zittern“ (1843) das Großartige des

Glaubens formuliert hat, als er sagte: In der

Tat ist „der Glaube die höchste Leidenschaft

im Menschen. Vermutlich gibt es in jeder

Generation zahlreiche Menschen, die nicht

dorthin kommen, aber keiner vermag darüber

hinauszugehen.“ Es ist die Grandiosität des

Glaubens als der Gipfel der menschlichen

„Leidenschaften“, bzw. als völlige Hingabe

Das Jahr des Glaubens (1)

naCHDEnKEn üBEr

DIE StruKtur DES

GlauBEnS

an die Suche nach dem höchsten Gipfel der

Wahrheit. Dramatisch ist der Weg des Glaubens,

wenn man auf Abraham stößt, der

den Berg Morija bestiegen hat, um dort den

göttlichen Befehl auszuführen (Gen 22,2) und

seinen Sohn als Brandopfer darzubringen.

Der Glaube stellt einen radikalen Anspruch,

der die ganze Existenz betrifft. So radikal der

Glaube einerseits ist, so sehr ist er mitunter

zahllosen Fälschungen ausgesetzt. Menschen

richten sich den Glauben, wie es ihnen nützt,

und oft möchten sie den Glauben nach ihrem

Geschmack ausrichten und vereinfachen.

Und Karl Marx hat sarkastisch in der „Kritik

der Hegelschen Rechtsphilosophie“ (1843)

von der Religion als „Opium für das Volk“

gesprochen. Mehr nicht als ein wohltuendes

Betäubungsmittel sollte es sein, das Machthaber

einsetzen, um alle Rufe nach Reformen,

nach Gerechtigkeit, jede Form des Aufbegehrens

gegen die Unterdrückung im Keim zu

ersticken. Neben der Oberflächlichkeit gibt es

aber auch den Fanatismus, wo der Buchstabe

des Glaubens allen durch einen Fundamentalismus

aufgezwungen wird, der den Geist tötet

(2 Kor 3,6). Trotzdem begeistert der Glaube

immer noch die Herzen der Menschen. Auch

wenn heute vielfach über dieses Thema nicht

gesprochen wird, weil es dem einen peinlich

ist und dem andern unpassend vorkommt,

lässt es sich nicht zum Schweigen bringen.

Es taucht in Augenblicken der Stille, zu Zeiten

der Auseinandersetzung und des Schmerzes,

an Festtagen auf, immer unversehens und

vielleicht ohne endgültige Antwort. Deshalb

hat der englische Schriftsteller Gilbert K. Chesterton

zu Recht gesagt, als er in seinem Essay

„Orthodoxie“ (1908) betonte, dass es nicht

wahr ist, dass der Mensch heute, nach der

Abkehr vom Glauben an Gott, an gar nichts

mehr glaubt. Er glaubt mittlerweile an alles,

und die Zunahme an Magiern, „Meistern“,

Wahrsagern, Esoterik und anderen geistigen

Scharlatanerien, die gerne Botschaft, Askese

und Diät, Spiritualität und Magie verbinden,

ist dafür der beste Beweis.

Wer die Wahrheit liebt, geht keine Kompromisse mit denen ein, die mächtig sind,

und er tritt mit unbequemen Worten denen entgegen, die den falschen Weg gehen.

Papst Benedikt auf den Spuren des Konzils

Es war ein kurzer, aber besonderer Besuch am 9. Juli 2012: Papst Benedikt war bei den Steyler Missionaren in Nemi zu Gast. Dort hatte

der heutige Papst 1965 als junger Theologe und Berater des Kölner Kardinals Josef Frings an einem Entwurf für das Konzilsdokument

über die Mission mitgewirkt. Das Dekret Ad Gentes, das dabei entstand, habe die Notwendigkeit verdeutlicht, allen das Licht der Liebe

Gottes zu bringen und mit neuer Freude das Evangelium zu verkünden. Interessant ist in diesem Zusammenhang, wenn man erfährt,

dass heute noch etwa dreißig Teilnehmer am Zweiten Vatikanischen Konzil leben, darunter sowohl Konzilsväter als auch Experten.

September 2012 9


Im dritten Artikel hatte das Konzil den Auftrag

der Kirche definiert: „unter Führung

des Geistes, des trösters, das Werk

Christi selbst weiterzuführen, der in

die Welt kam, um der Wahrheit Zeugnis

zu geben; zu retten, nicht zu richten;

zu dienen, nicht sich bedienen zu lassen“

(GS 3). Bei der näheren Beschreibung,

wie die Kirche diesen Auftrag erfüllen soll,

kommt die bekannte und oft zitierte Aussage

nach den Zeichen der Zeit, die es zu

deuten und im Licht des Evangeliums zu

interpretieren gilt:

„Zur Erfüllung dieses ihres auftrags obliegt

der Kirche allzeit die Pflicht, nach

den Zeichen der Zeit zu forschen und

sie im licht des Evangeliums zu deuten.

So kann sie dann in einer jeweils einer

Generation angemessenen Weise auf

die bleibenden Fragen der Menschen

nach dem Sinn des gegenwärtigen und

des zukünftigen lebens und nach dem

Verhältnis beider zueinander antwort

geben. Es gilt also, die Welt, in der wir

leben, ihre Erwartungen, Bestrebungen

und ihren oft dramatischen Charakter

zu erfassen und zu verstehen.“ (GS 4)

Der Anspruch, den sich die Kirche selbst

stellt, ist groß: Die Welt verstehen, um allen

Menschen auf ihre Fragen nach dem Sinn

des Lebens Antwort geben zu können. In

diesem und in den nächsten Artikeln bis GS

10 versucht das Konzil eine Darstellung der

gegenwärtigen Situation. Erstaunlich ist, auch

wenn diese Analyse schon 50 Jahre alt ist,

so ist doch fast alles auch heute noch aktuell.

Zuerst einmal scheint mir wichtig, in welcher

Art das Konzil auf die Situation in der Welt

blickt. Es ist dies kein ängstlicher Blick, kein

Blick von außen oder mit dem moralischen

Zeigefinger, es ist ein mitfühlender Blick,

der auf der einen Seite darüber staunt, was

Menschen zustande bringen, gleichzeitig

aber auch sieht, wie aus diesen Errungenschaften

neue Probleme und Schwierigkeiten

entstehen. Im Hintergrund steht immer die

große Frage, wie können wir als Kirche den

Menschen von heute Hilfe geben in den

großen Fragen nach dem Sinn des Lebens.

Antworten, mit denen die Menschen etwas

anfangen können, Antworten, die die Freude

und Hoffnung, die Trauer und Ängste der

Menschen ernst nimmt. Dabei soll bei den

‚Zeichen der Zeit‘ herausgefunden werden,

was heute tatsächlich die großen Fragen der

50 Jahre

2. Vatikanisches Konzil

Die texte im Blick (3)

Kirche in der Welt von heute (GS 4)

Einführung: Die Situation des

Menschen in der heutigen Welt

HOFFnunG unD anGSt

Menschen sind. Wir wollen als Kirche nicht

Antworten auf Fragen geben, die nie gestellt

wurden, sondern hinhorchen, was die Menschen

von heute tatsächlich bewegt.

„Einige Hauptzüge der Welt von heute

lassen sich folgendermaßen umschreiben.

Heute steht die Menschheit in einer

neuen Epoche ihrer Geschichte, in der

tiefgehende und rasche Veränderungen

Schritt um Schritt auf die ganze Welt

übergreifen. Vom Menschen, seiner Vernunft

und schöpferischen Gestaltungskraft

gehen sie aus; sie wirken auf ihn

wieder zurück, auf seine persönlichen

und kollektiven urteile und Wünsche,

auf seine art und Weise, die Dinge und

die Menschen zu sehen und mit ihnen

umzugehen. So kann man schon von einer

wirklichen sozialen und kulturellen

umgestaltung sprechen, die sich auch

auf das religiöse leben auswirkt. Wie

es bei jeder Wachstumskrise geschieht,

bringt auch diese umgestaltung nicht

geringe Schwierigkeiten mit sich. So

dehnt der Mensch seine Macht soweit

aus und kann sie doch nicht immer so

steuern, dass sie ihm wirklich dient. Er

unternimmt es, in immer tiefere seelische

Bereiche einzudringen, und scheint

doch oft ratlos über sich selbst. Schritt

für Schritt entdeckt er die Gesetze des

gesellschaftlichen lebens und weiß

doch nicht, welche ausrichtung er ihm

geben soll. noch niemals verfügte die

Menschheit über so viel reichtum, Möglichkeiten

und wirtschaftliche Macht,

und doch leidet noch ein ungeheurer

teil der Bewohner unserer Erde Hunger

und not, gibt es noch unzählige

analphabeten. niemals hatten die Menschen

einen so wachen Sinn für Freiheit

wie heute, und gleichzeitig entstehen

neue Formen von gesellschaftlicher

und psychischer Knechtung. Die Welt

spürt lebhaft ihre Einheit und die wechselseitige

abhängigkeit aller von allen

in einer notwendigen Solidarität und

wird doch zugleich heftig voneinander

widerstreitenden Kräften auseinandergerissen.

Denn harte politische, soziale,

wirtschaftliche, rassische und ideologische

Spannungen dauern an; selbst die

Gefahr eines Krieges besteht weiter, der

alles bis zum letzten zerstören würde.

Zwar nimmt der Meinungsaustausch zu;

und doch erhalten die gleichen Worte,

in denen sich gewichtige auffassungen

ausdrücken, in den verschiedenen

Ideologien einen sehr unterschiedlichen

Sinn“ (GS 4).

Das Konzil spricht von radikalen Veränderungen

in allen Bereichen des gesellschaftlichen

Lebens. Diese Veränderungen gilt es zuerst

einmal zu sehen und anzunehmen. Jede

Veränderung bedeutet Chance und Gefahr

zugleich. Das Konzil beschreibt hier diese

Doppelgesichtigkeit. Wie können wir als

Kirche mithelfen, die Chancen der Veränderung

zu fördern und gleichzeitig mithelfen,

dass die Gefahren abgemildert oder

ganz abgewendet werden? Spürbar ist ein

Grundvertrauen, dass in allem Bestreben der

Menschen der echte Wille steht, das Zusammenleben

auf der Welt zu verbessern.

„Man strebt schließlich unverdrossen

nach einer vollkommeneren Ordnung

im irdischen Bereich, aber das geistliche

Wachstum hält damit nicht gleichen

Schritt. Betroffen von einer so

komplexen Situation, tun sich viele

unserer Zeitgenossen schwer, die ewigen

Werte recht zu erkennen und mit

dem neuen, das aufkommt, zu einer

richtigen Synthese zu bringen; so sind

sie, zwischen Hoffnung und angst hin

und her getrieben, durch die Frage nach

dem heutigen lauf der Dinge zutiefst

beunruhigt. Dieser verlangt eine antwort

vom Menschen. Ja er zwingt ihn

dazu“ (GS4).

Wo sind in diesen radikalen Veränderungen

die ‚ewigen Werte‘? Wo ist das, das

uns als Menschen trägt und uns Zukunft

schenkt? Die Menschen von heute haben

Fragen. Sind wir als Menschen der Kirche

bereit, diese Fragen zu hören und darauf

zu antworten?

DI Bernhard Steiner

WIr FEIErn DEn KOnZIlSBEGInn auCH In WInDISCHGarStEn

Donnerstag, 11. Oktober, 19.00 Uhr, Pfarrkirche

Wir laden alle Mitarbeiter und Pfarrangehörigen zur Festmesse in Windischgarsten

in Erinnerung an die Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils am 11. Oktober 1962.

10 Nr. 171

Ich möchte mir im kommenden Jahr, das

Papst Benedikt XVI. als Glaubensjahr ausgerufen

hat, einige Gedanken zu einzelnen Teilen

des Glaubensbekenntnisses machen. Da wir

in wenigen Wochen das Fest Allerheiligen

feiern, habe ich diesen Teil des Apostolischen

Glaubensbekenntnisses gewählt.

Das Christentum war nie Privatsache, sondern

von Anfang an Gemeinschaftssache.

Und an jeden von uns ergeht die Einladung,

sich dieser Gemeinschaft anzuschließen.

Wer getauft wird, wird aufgenommen in die

Gemeinschaft der Kirche – im Grunde heißt

es im Taufritus sogar, dass er aufgenommen

wird in die Gemeinschaft der Heiligen, die

uns im Glauben vorangegangen sind und bei

Gott für uns eintreten. Und durch die Taufe

ist jeder von uns zur Heiligkeit berufen. Wer

will aber schon ein „Heiliger“ werden? Was

ist das überhaupt? Heilig, das klingt nach

weltfremd, verschroben und immer ein paar

Zentimeter über dem Boden schwebend.

Vielleicht ist es gerade deshalb so notwendig,

wieder einmal genau hinzuschauen, was

Heiligkeit eigentlich bedeutet. Wenn wir

diesen Begriff ganz eng fassen, dann ist „heilig“

eigentlich nur einer: der Heilige nämlich,

Gott selbst. Die Bibel nennt Gott heilig. Die

Heilige Schrift verwendet dieses Wort, weil

sie damit zum Ausdruck bringen möchte,

dass Gott ganz anders ist - ganz anders als

alles, was wir sonst in dieser Welt erleben.

Der Heilige ist der ganz andere. Er ist zwar in

dieser Welt anwesend, er begegnet uns immer

wieder, aber er gehört nicht zu dieser Welt,

er übersteigt sie. Er ist „transzendent“, wie

die Theologen sagen. Menschen hat man erst

später heilig genannt. Zunächst einige wenige.

Man nannte sie heilig, weil sie offensichtlich

in ganz besonderer Weise mit Gott verbunden

waren. Diese Männer und Frauen waren

absolut keine weltfremden Sonderlinge und

Orgelkonzert

und Festmesse

Am Vorabend zum Patrozinium veranstaltete

die Pfarre ein großes Orgelkonzert mit

Roger Sohler, der großartige Musik bot und

vor allem auch durch seine Improvisationen

glänzte. Am Tag darauf begleitete er ebenso

das Hochamt, als der Singkreis unter der

Leitung von Claudia Berger die Spatzenmesse

aufführte. Auch für nächstes Jahr ist schon

gesorgt: es wird am 20. Juli wieder ein Orgelkonzert

geben, am 21. Juli um 8.30 eine

Festmesse und um 10.00 Uhr wird Prof. Dr.

Urban die Orgel spielen, Roger Sohler wird

ihn mit der Trompete begleiten.

September 2012

unser Glaubensbekenntnis

(1)

Ich glaube an die Gemeinschaft der

Heiligen

sie waren auch keine Verstorbenen. Heilig

nannte man jemanden, der ganz offensichtlich

zu Gott gehört. So begann sich auch Israel

als heilig zu betrachten - nicht weil das Volk

so herausragende moralische Qualitäten gehabt

hätte. Heilig war Israel, weil das ganze

Volk zu Gott gehört. Und deshalb konnte

auch Paulus alle Menschen, die zu Christus

gehören, als Heilige ansprechen. Er schreibt

an die „Heiligen in Korinth“, an die „Heiligen

in ganz Achaia“. Und er meint damit alle

Menschen, die dort leben und zu Christus

gehören. Weil Christus Mensch geworden,

für uns gestorben ist und von Gott auferweckt

wurde, deshalb wissen wir Menschen endgültig,

dass wir alle zur Welt Gottes gehören,

zu seinem Reich. Wir gehören zu Gott, der

der Heilige schlechthin ist. Und deshalb sind

wir Heilige. Wir alle sind heilig!

Was aber sollen dann die Heiligen, die wir in

der Kirche verehren? Heilig werden wir nicht

durch absonderliche Taten. Und ein Heiliger zu

sein ist auch keine besondere Form kirchlicher

Karriere. Heilig wird man dadurch, dass man

wirklich glauben lernt: an den einen Herrn

Jesus Christus nämlich, durch den wir dieses

Leben haben, der Weg, Wahrheit und Leben

ist, und durch den wir dieses Leben zukünftig

in Fülle haben werden. Heiligenverehrung ist

dann nichts anderes als der Ernstfall unseres

Glaubens. Wenn ich der Botschaft Christi

wirklich glaube, dann sind die Menschen,

die gestorben sind, die irgendwann dieses

Leben beendet haben, nicht weg. Sie sind

nicht einfach tot. Schon im Psalm 73 heißt

es: „Ich aber bleibe immer bei dir, du hältst

mich an meiner Rechten. Du leitest mich

nach deinem Ratschluss und nimmst mich

am Ende auf in Herrlichkeit“ (Ps 73,24-25).

Und Paulus beschreibt im Philipperbrief seine

Hoffnung, dass er unmittelbar nach seinem

irdischen Tod bei Christus sein wird, in dieser

neuen Wirklichkeit des Lebens. „Ich sehne

mich danach, aufzubrechen und bei Christus

zu sein - um wie viel besser wäre das!“

(Phil 1,23)

Das ist für mich eine der Grundbotschaften

unseres Glaubens: Der Tod ist kein Aus und

keine Ende. Er ist ein Tor, wie ein Hindurchgang

in eine neue Wirklichkeit des Lebens.

Und die zahlreichen Heiligen, die wir in der

katholischen Kirche verehren, sind uns in gewisser

Weise eine Richtschnur. Sie zeigen uns

durch ihr Leben, dass auch sie Durststrecken

durchlebt haben, dass auch in ihrem Leben

nicht immer alles heilig und nachahmenswert

war. Aber sie haben sozusagen die „Kurve

gekratzt“, indem sie einen ganz anderen Weg

eingeschlagen haben. Sie haben den Aufruf

zur Umkehr, der an jeden von uns in der Hl.

Beichte ergeht, ernstgenommen und eine

Kehrtwende in ihrem Leben vollzogen. Das

Hoffnungsvolle für unser persönliches Leben

und die Welt mag also lauten: Es ist nie zu

spät – und da ja wahrscheinlich jeder gerne

in den Himmel kommen möchte, sollten wir

am besten gleich damit beginnen! Hilfe bieten

uns dabei unsere Lieblingsheiligen, unsere Namenspatrone

und auch unsere verstorbenen

Angehörigen, von denen wir glauben, dass

sie schon bei Gott angekommen sind. Bittend

können wir uns stets an sie wenden und im

Letzten dürfen wir immer darauf hoffen, auch

einst das Ziel unserer irdischen Pilgerschaft

zu erreichen und uns der Gemeinschaft der

Heiligen anschließen zu dürfen.

Birgit Klappacher

11


Wissen Sie, wie viele Briefe Paulus geschrieben

hat? Haben Sie schon einmal darüber

nachgedacht, wie viele verschiedene Wunder

Jesus gewirkt hat? Waren es drei Könige

oder drei Weise aus dem Morgenland, die

Jesus bei seiner Geburt besucht haben?

Wer hat eigentlich die Schriften des Neuen

Testaments geschrieben? Warum wurden

gerade diese Schriften für das Neue Testament

zusammengestellt? Was heißt, dass die

biblischen Schriften „inspiriert“ sind?

Mit diesen und mit noch mehr Fragen beschäftigen

sich Exegeten (= Bibelforscher,

Bibelwissenschaftler, Bibelausleger) des

Neuen Testaments. Ebenso wie das Alte

Testament ist auch das Neue Testament eine

Sammlung von verschiedenen Schriften.

Diese Sammlung von 27 Schriften umfasst

zwei unterschiedliche Textsorten: 21 Briefe

und 6 heilsgeschichtliche Texte. Dazu zählen

die vier Evangelien, die Apostelgeschichte

und die Offenbarung des Johannes. Entstanden

sind all diese Schriften in einem

Zeitraum von 50 bis 120 nach Christus.

Am weitesten verbreitet ist heute die Idee,

dass der 1. Brief an die Thessalonicher der

älteste zusammenhängende Text des Neuen

Testaments ist. Ganz allgemein gesprochen

zeigen die neutestamentlichen Briefe

drei Anliegen der jungen Kirche. Da Briefe

pragmatische Texte sind, wollen die Briefschreiber,

erstens, ihre Adressaten zu einer

bestimmten Handlung in der Gemeinde

bewegen und anleiten. Sie zeugen daher von

einer Lebendigkeit in den Gemeinden. Zweitens

sind die Briefe zwar für eine konkrete

Gemeinde formuliert worden, betreffen aber

vom Inhalt her immer die gesamte Kirche.

Und drittens wollen die Briefe neue Impulse

ins Gemeindeleben bringen und sind daher

Teil einer mündlichen Verkündigung, deren

Texte z.B. als Predigt vorgelesen wurden.

Das erklärt auch den appellativen Charakter

der Briefe, die zur Glaubenstreue aufrufen,

Signale für eine Lebenskorrektur setzen

und neue Wege eines gelebten Christseins

zeigen. Wie auch heute üblich, hat ein Brief

bestimmte formale Kriterien zu erfüllen.

Für die Briefe des Neuen Testaments sind

folgende Kriterien nachzuweisen. Jeder Brief

enthält ein Präskript, das den Absender, den

Empfänger und Grußworte beinhaltet. Danach

folgt ein Proömium, eine Danksagung

für den Glaubenszustand. Hierauf folgt das

Zentrum des Briefes, der Brief-Corpus, das

aus einem lehrhaften und einem mahnenden

Teil besteht. Oft wird der mahnende Teil

als Paraklese (=Zuspruch) bezeichnet. Den

Abschluss des Briefes bildeten meist Grüße,

theologie:

Gelebter und verstehender

Glaube (4)

Ein rundgang durch das Studium

der katholischen theologie

(neues testament: Einleitung, Briefliteratur,

Evangelien, Kanonkriterien)

verbunden mit der Aufforderung, den Brief

allen Gläubigen vorzulesen und die Briefe

mit anderen Gemeinden auszutauschen.

Eine Besonderheit der antiken Briefliteratur

lässt sich an den Paulusbriefen zeigen. Es ist

heute gängige Lehre, dass von den vierzehn

paulinischen Briefen mit Sicherheit sieben

von Paulus persönlich geschrieben worden

sind (1Thess, Gal, 1 und 2 Kor, Phil, Phlm,

Röm). Dagegen gelten die Kol, Eph und 2

Thess, 1 und 2 Tim, Tit als Deuteropaulinen,

also Briefe, die im Sinne des Paulus zu

späterer Zeit geschrieben worden sind. Vergleicht

man die authentischen Paulusbriefe

mit den deuteropaulinischen, so finden sich

in den Erstgenannten übereinstimmende

inhaltliche und theologische Merkmale, die

in den Zweitgenannten nicht mehr nachzuweisen

sind, z.B. Rede von Gott als dem

handelnden Subjekt oder die paulinische

Kreuzestheologie.

Die bekannteren Schriften des Neuen Testaments

sind sicherlich die 4 Evangelien. Diese

wurden nach ihren Verfassern benannt:

Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Angelehnt an das jüdische Verständnis

bedeutet Evangelium Freudenbotschaft

vom endzeitlichen König-Sein Gottes.

Denn die vier Autoren der Evangelien sehen

die Verheißung aus dem Buch Jesaja

61,1 (Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf

mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er

hat mich gesandt, damit ich den Armen

eine frohe Botschaft bringe und alle heile,

deren Herz zerbrochen ist, damit ich den

Gefangenen die Entlassung verkünde und

den Gefesselten die Befreiung,…) in Jesus

erfüllt. Zugleich wollen sie zeigen, dass

das schöpferische Heilshandeln des einen

Gottes in der endzeitlichen Auferweckung

des am Kreuz getöteten Jesus von Nazaret

begründet ist. Die Leistung der Evangelisten

liegt nun darin, dass sie Jesu Tod am Kreuz

und seine Auferweckung mit dem irdischgeschichtlichen

Jesus in einer Biografie,

nach antikem Verständnis, verbinden.

Zwischen dem Matthäus-, Markus- und

Lukasevangelium zeigen sich im Aufriss,

in der Reihenfolge und im Wortlaut sehr

auffallende Übereinstimmungen, aber auch

Unterschiede. Erklärt wird dieses Phänomen

heute mit der Zwei-Quellen-Theorie.

Demnach dient das Markusevangelium

als Vorlage für die beiden anderen. Zusätzlich

benutzen aber Mt und Lk für ihr

Evangelium noch eine weitere gemeinsame

Quelle, die sogenannte Logienquelle, und

ein umfassendes Sondergut. Jeder der vier

Evangelisten schreibt seine Jesusbiografie

für einen bestimmten Kulturraum, zu einer

unterschiedlichen Zeit und unter verschiedenen

Gesichtspunkten. Das Evangelium

nach Markus gilt demnach als das älteste,

um 70 n. Chr. Es berichtet über den Weg

(von Galiläa nach Jerusalem) und das Wirken

Jesu in Wort und Tat. Zugleich offenbart

es schrittweise das Christusgeheimnis, das

erst bei der Kreuzigung ganz offenbart wird.

Das Evangelium nach Matthäus, um rund

80 n.Chr. verfasst, gilt als das kirchliche

und prägt die junge Kirche ganz entscheidend.

Die Jesusbiografie ist eine geschichtstheologische

Aufarbeitung der christlichen

Gegenwart der Kirche. Einzigartig ist die

Kombination von Wort-Überlieferungen (=

Reden) und Tat-Überlieferungen (= Wunder,

Zeichen), in denen das von Jesus Gesagte

bzw. Gewirkte mit einer Rede oder einem

Wunder untermauert wird (vgl. Bergpredigt

Mt 5-7 und der nachfolgende Wunderzyklus

Mt 8-9). Der Evangelist Lukas schreibt ein

Doppelwerk: das Evangelium nach Lukas

und die Apostelgeschichte. Sein Anliegen

war eine gesicherte Jesusüberlieferung zu

verfassen. Auch er geht von der Erfüllung

der Worte von Jes 61,1 aus, das sich in Jesus

Christus erfüllt hat, – soweit das Evangelium

– das göttliche Heilshandeln aber in

der Welt der jungen Kirche noch weitergeht

– Apostelgeschichte. Zentrale Themen sind

bei ihm Christus als Wegbegleiter zum Heil,

der Heilige Geist als Dynamik der Kirche,

Betonung der kommenden Endzeit, des

Gebetes, des sozialen Engagements. Das

Evangelium nach Johannes gilt als das pneumatische

Evangelium. Geschrieben wurde

dieses Evangelium am Ende des 1. Jh. n.

Chr. und steht der Tradition der gnostischen

Erlösungslehre nahe. Das gott-menschliche

Handeln wird vor allem durch den Heiligen

Geist in der Kirche sichtbar und erschließt

sich in meditativer Weise.

Gerade in den ersten Jahrhunderten des

Christentums entstehen zahlreiche theologische

Schriften und Biografien über Jesus.

Daher geht man in der Bibelwissenschaft

des Neuen Testaments auch der Frage nach,

12 Nr. 171

warum diese 27 Schriften zum Kanon des

Neuen Testaments erhoben werden, und

vielen anderen Schriften, den sogenannten

Apokryphen, die Aufnahme verwehrt wird.

Ein Kanon (= normgebendes Kompendium

christlicher Schriften) wird für die Christen

der ersten Jahrhunderte notwendig, da sich

die Epoche der Apostel immer mehr entfernt

und die paulinischen Briefe immer

weiter verbreitet werden. Zudem gibt es

das Bedürfnis nach Sicherheit und Garantie

der Christen, die christliche Botschaft vor

Veränderungen zu schützen. Ebenso muss

sich das junge Christentum mit anderen

Traditionen und Kulten auseinandersetzen,

wozu eine für Christen verbindliche

Glaubensschrift und Lehre hilfreich ist.

September 2012

Benediktfest

Persönlich war ich sehr gerührt, als wir am

11. Juli um 19.00 Uhr mit den Pilgern, die

von Windischgarsten, St. Paul in Kärnten

und Molln gekommen sind, und Abt

Bruno in die Pfarrkirche einzogen, um

gemeinsam Eucharistie zu feiern. Viele

hatten den Rucksack bei sich, und für

viele war es ein großes Erlebnis, dass das

Pilgern in die Abendmesse eingeflossen

ist, um deutlich darauf hinzuweisen, dass

auch Pilger eine Quelle brauchen: es ist

Christus, der Herr. Darauf hat Abt Bruno

in seiner Predigt verwiesen, indem er die

Regel des Hl. Benedikt vorstellte und darauf

verwies, dass der Liebe Christi und dem

Gottesdienst nichts vorgezogen werden

darf. Im Anschluss an diese Festmesse

war Agape angesagt, und als der Wein

zu Ende kam, hieß es für alle, auch nach

Hause zu gehen. Viele sagten, dass sie

Der heute älteste Kanon ist der Kanon des

Fragmentum Muratorianum, der um das

Jahr 200 zusammengestellt wurde. Als

Aufnahmekriterien legt die Urkirche fest,

dass die Schriften wegen ihrer Rückführung

auf die apostolische Tradition überall Anerkennung

beanspruchen können. Ferner

haben die Schriften eine historische Kontinuität

aufzuweisen. Demnach werden

die Verlässlichkeit und die Verbindlichkeit

des Glaubens an die Anfangszeit, an Jesus

selber, gebunden. Darüber hinaus zeichnet

sich die Apostolizität der Schriften durch

ein hohes Alter, Urkirchlichkeit, erbauliche

und allgemein anerkannte Inhalte,… aus.

Und noch ein weiteres Kriterium muss eine

Schrift erfüllen, um im Kanon des Neuen Tes-

Eigenartig

Man kann weder in der großen Kirche noch im Umfeld einer Pfarre Forderungen

stellen, die theologisch falsch sind und sich dann enttäuscht bzw. sogar empört in

den eigenen „Schmollwinkel“ zurückziehen.

Die Kirche tagt und tagt, und es wird nicht heller.

Kardinal Meisner

aber im kommenden Jahr wieder kommen

werden. Danke allen Pfarrgemeinderäten

in Chur ist Bischof Vitus Huonder nicht bereit ,

„den Menschen unbequeme kirchliche Positionen

zu verschweigen, nur damit sie weiterhin ihre Steuer zahlen“,

gibt das Bistum in einer Pressemeldung bekannt.

taments Platz zu finden: sie muss von Gott

inspiriert sein. Von seiner sprachlichen Gestalt

betrachtet, ist das Neue Testament ein

Menschenwort, das den Anspruch erhebt,

als Gotteswort gelesen zu werden, das aus

der Glaubensgeschichte Israels und aus deren

Erfüllung in Jesus Christus zu begreifen

ist. Als inspiriert gilt daher die Einwirkung

des Geistes Gottes auf die Verfasser, die in

ihrem Schreiben wiederum das offenbarte

Christusbekenntnis auf Gottes lebensschaffenden

Geist beziehen. Das Neue Testament

ist daher mehr als ein Geschichtenbuch, und

wenn man beim Lesen darin die göttliche

Inspiration wirken lässt, wird die Lektüre

eine lohnende werden.

Mag. Michael U. Thallinger

Buchausstellung

und EZa-Markt

3./4. november

Samstag, 13.00 – 19.00 Uhr

Sonntag, 9.30 – 20.00 Uhr

im Pfarrheim

und Gemeinderäten, die die Einladung

ernst genommen haben.

Manche aufgaben muss man

sofort erledigen, damit sie nicht

auf die lange Bank geschoben

werden.

13


Besprechungen zur Übersetzung und Kommentierung

neutestamtlicher Schriften: Klaus

Berger und Christiane Nord: Das Neue Testament

und frühchristliche Schriften. Übersetzt

und kommentiert von Klaus Berger und

Christiane Nord, Insel 1999. Und: Klaus

Berger: Kommentar zum Neuen Testament,

Gütersloh 2012.

Wie das Neue Testament lesen? Am besten

regelmäßig und ab und zu mit einem Kommentar.

So kann man sich eine Antwort auf

eben gestellte Frage vorstellen. Meist sind

dem Leser einige Stellen und Teile der Schrift

schleierhaft bzw. machen ihn neugierig darauf,

mehr wissen zu wollen. Man hat den

Wunsch nach einer Kommentierung dieser

Stellen. Der katholische Neutestamentler

Klaus Berger, den wir mit Büchern wie

„Wie viel Moderne verträgt Religion“, oder

der „Jesus-Monografie“ kennen, legt diesen

Buchfrühling sein wahrscheinlich achtzigstes

Werk vor und das noch dazu in Form eines

neutestamentlichen Kommentars. Ein Kommentar

zu den gesamten neutestamentlichen

Schriften, die er 1999 mit Christiane Nord

neu ins Deutsche übersetzt hat. Es bietet sich

natürlich an, den Kommentar gemeinsam mit

der Übersetzung zu lesen. Es geht aber auch

ohne. Warum beide Werke so interessant

sind, zeigt sich in Bergers neuem Ansatz

des Übersetzens und des Kommentars zu

seiner Übersetzung. Darum sollen im Folgenden

sowohl die Übersetzung von 1999

als auch seine Kommentierung von 2012

besprochen werden.

Die übersetzung

Wie das Neue Testament lesen? Am Besten

im Original oder mit einer guten Übersetzung.

Seitdem es die Auseinandersetzung mit

dem Wort Gottes in der Bibel gibt, gibt es das

Problem der Übersetzung, laut dem Motto:

Wer ist am nächsten am Original dran? Klaus

Berger entdeckt den Funktionalismus als den

wesentlichen Aspekt, den eine Übersetzung

zu beachten habe. Sie müsse „funktional“

sein im Sinne des modernen übersetzungswissenschaftlichen

Credos „je wörtlicher,

desto sinngetreuer“. Laut Vorwort ist „diese

Übersetzung die erste konsequente Anwendung

der neuesten Übersetzungstheorie auf

die Bibel.“ Das ist vielleicht schon der erste

Punkt, den man diskutieren kann. Ist nicht

gerade in der semitischen und griechischen

Fassung die Rede von Gott immer schon

über den Buchstaben hinaus zu begreifen,

sodass das Mysterium der Sprache bei einer

reinen Buchstabentreue reduziert würde?

Bergers und Nords „Übersetzungsclou“

besteht im Wesentlichen darin, dass das

lektüreneindrücke

DaS nEuE tEStaMEnt

lESEn unD…?

Deutsch aktualisiert wird, und mehr noch,

dass unverständliche Brüche im Original

durch nicht kenntlich gemachte Zusätze

überbrückt werden. Doch nicht immer

scheint der Aktualisierungstrick zu ziehen.

Manchmal hört sich das dann nämlich so

an: Wo es in der Luther-Übersetzung heißt

„Euer Gold und Silber ist verrostet, und

sein Rost wird euch zum Zeugnis sein und

wird euer Fleisch fressen wie ein Feuer“,

schreiben Berger und seine Mitübersetzerin

„Euer Gold und Silber sind oxidiert, und

die Reste werden euch anklagen und euer

Fleisch zerfressen wie Feuer“. Das erinnert

dann aber doch eher an eine bemühte,

hölzerne Faktenprosaübersetzung als an ein

geschmeidiges und literarisch aktualisiertes

Deutsch. Dennoch muss das Vorhaben

interessieren, eine solche Übersetzung anzufertigen,

und der Kraftakt beeindrucken,

mit der die gesamten Schriften übersetzt

worden sind. Für den nicht geschulten Leser

ist das Neue und Spannende an Bergers

Werk aber nicht die Frage nach der Übersetzung,

sondern die nach dem Umfang der

Schriften: Er versammelt nämlich neben den

Kanontexten auch noch die apokryphen

und frühchristlichen Schriften, die bis etwa

200 n. Chr. entstanden sind. Dazu zählen:

apokryphe Evangelien, Briefe, der Hirt des

Hermas und andere christliche Kleinschriften

wie die Lehre der Apostel. Ein Grund für

die Autoren, eine solche Anordnung und

Umfang der Texte vorzunehmen, ist eine

mögliche Situation zu rekonstruieren, um die

Kanonfrage, also warum eben die Schriften

in die Bibel aufgenommen wurde, die sie

enthält, zu klären: „Wie sah am Vorabend

der Kanonbildung das Sortiment der in Frage

kommenden Schriften aus? Genauer: Wie

hätte es aussehen können, wenn wirklich

alle Schriften dabei gewesen wären, die die

Chance hatten, aufgenommen zu werden?“

Verwunderlich bleibt, warum Berger diese

Frage stellt und dann später zu dem Befund

kommt, dass es an der Kanonfrage so und

so keine auch nicht historisch-kritische

Möglichkeit gebe, sie in Frage zu stellen.

Insofern kommt diese Feststellung nach

der großen Ankündigung, die Ursituation

der Kanonfrage zu rekonstruieren einer

Selbtkastrierung nahe. Dem folgend sehen

die Autoren den Nutzen einer erweiterten

Schriftsammlung nicht in einer Gegenüberstellung

der Texte, um die Kanonfrage zu

beleuchten, sondern zu zeigen, „dass der

Reichtum frühchristlicher Schriften noch

ungleich größer ist, als er sich ohnehin

schon bietet, der wirklich alle kanonischen

Schriften ernsthaft gelten lässt. Das heißt:

Das Bild von der urchristlichen Theologiegeschichte

als einer Art Explosionsgeschichte

wird hier bestätigt und verstärkt.“ Was die

Schriftsammlung aus theologischer und exegetischer

Sicht natürlich am spannendsten

macht, ist die Datierungsfrage der Schriften

- im Konkreten die Datierungsfrage des

Johannesevangeliums. Die Texte sind in

einer den Verfassern plausiblen chronologischen

Reihenfolge nach mutmaßlicher

Datierung ihrer Abfassung geordnet. Entgegen

der gängigen Meinung der Exegese,

das Johannesevangelium sei das jüngste um

ca.90/100 n.Chr. entstanden, schlägt Berger

seine Frühdatierung des Evangeliums für

die Jahre 68/69 vor.

Der Kommentar

Mit diesem 1500 Seiten Kommentar hat

Berger bestimmt sein akademisches Vermächtnis

hinterlassen, denn obwohl die

Frage berechtigt ist, ob man denn überhaupt

einen wissenschaftlich fundierten

Kommentar zur Bibel in einem einzigen

Band vorlegen könne, muss das Mammutprogramm

an sich schon gewürdigt werden.

Eine seiner Stärken, nämlich wesentliche

akademische Erkenntnisse über Glauben

und Bibel auch einem breiten Publikum

vorzustellen, beweist er auch in diesem Kommentar.

Dabei lässt sich auch eine Methode

der Kommentierung erkennen, die nicht

streng und rein wissenschaftlich ist: Es geht

darum, Erkenntnisse der Exegese im Lichte

des Glaubens zu sehen und für den Glauben

zu vertiefen. Das bedeutet dann auch,

dass er auf Forschungsstand, Forschungsgeschichte

und disziplinäre Verbindungen oder

Kontextualisierungen verzichtet. Insofern

empfiehlt sich der Kommentar besonders

für „Nichttheologen“. Ähnlich handhabt er

es mit einer religionsgeschichtlichen oder

historischen Vertiefung des Kommentars:

Sparsam geht er auch hier mit Ausführungen

um. Das macht das Werk natürlich auch zu

einer gattungsspezifischen Gratwanderung

zwischen wissenschaftlicher und populärer

Literatur, sowie zu einer sprachlichen

Gratwanderung zwischen theologischem

Akademikerdeutsch und alltagstauglichem

Restdeutsch. Hauptanliegen des Verfassers

scheint - exegetisch gesprochen - die Redaktionsanalyse

zu sein, das heißt die theologische

Deutung der Schriftstellen zu bemühen. Hier

könnte man anfragen, ob eine theologische

Deutung des geistlichen Schriftsinns der

einzige Schlüssel zum Verständnis einer

Bibelstelle sein soll. Ebenso ist es oft nicht

klar, ob Berger die theologische Aussage

der Evangelisten deutet oder im Sinne einer

Predigt den Schriftsinn Jesus selbst zu

erkennen glaubt.

Jugendstadtwochenende

Seit dem Jahr 1999 veranstalten wir jedes

Jahr mit unserer Jugend ein Stadtwochenende.

Begonnen haben wir mit Salzburg und

den österreichischen Städten, dann ging es

nach Passau, Regensburg und München,

heuer war Laibach an der Reihe, eine besonders

schöne Stadt in Slowenien. Wir

danken dem Stadtführer David Pernkopf

für seinen Einsatz. Wo geht es nächstes Jahr

hin? Das 15. Stadtwochenende wird uns

zwischen 31. Mai und 2. Juni 2013 nach

Triest führen.

abschlusswanderung der

Jungmütter zur Stummermühle

Wir beschlossen das Arbeitsjahr 2011/2012 mit einer kleinen

Wanderung am 18. Juni. Bei 33 Grad im Schatten genossen

wir es, entlang der kühlen Pießling zu spazieren. Der Weg

war nicht allzu lang, die Kinderaugen funkelten, als sie am

Werk vorbeischlenderten und die Wassermassen sahen. Auch

als Herr Antensteiner schließlich die Mühle für uns in Gang

setzte, kamen die Kinder nicht aus dem Staunen heraus.

Danke noch einmal dafür! Und das abschließende Picknick

rundete ein intensives, schönes Jahr ab. Wir freuen uns auf

ein Wiedersehen am 26. Oktober, wenn wir mit dem Zug in

unsere Landeshauptstadt zum Zwergerl schnäuzen auf den

Pöstlingberg aufbrechen.

Birgit Klappacher

Fazit

Natürlich liest man ein solches Werk nicht

wie einen Roman oder eine Monografie.

Zudem ist es auch nicht gemacht. Es geht

dem Kommentar darum, auch für den Nichttheologen,

der sich mit der Bibel auseinandersetzt,

weil er sich mit seinem Glauben

auseinander setzen möchte, eine Erklärung

und Erläuterung an die Hand zu geben. Dazu

ist dieser Kommentar bestimmt zu empfehlen.

In Verbindung mit der Übersetzung der

neutestamentlichen Schriften von Berger und

Nord bietet sich dieser Kommentar natürlich

besonders an, um Neues kennen zu lernen

und Altes zu vertiefen.

David Pernkopf

Weidlingsausflug

Zuerst besuchten wir das Stift Herzogenburg,

und dann kamen wir nach Retz, wo wir nach

der Besichtigung der Dominikanerkirche und

der Windmühle in einer örtlichen Pension

übernachteten. Am nächsten Tag ging es

nach Lilienfeld, wo uns der Abt, der einen

sehr schlichten und überzeugenden Eindruck

auf uns alle machte, die wunderschöne

Kirche erklärte. Im Kapitelsaal feierten

wir dann abschließend die Hl. Messe, wo

ein lateinischer Choral erklang.

14 Nr. 171 September 2012

15


Papst Benedikt XVI. hat vor einem Klima

der Verleumdung und Zersetzung in Kirche

und Gesellschaft gewarnt. Die Taufe sei

nicht nur eine Zeremonie oder eine kosmetische

Operation, sondern das Mittel

zu einer neuen Existenz, vereint mit Gott

selber. So eröffnete Papst Benedikt XVI.

am 11. Juni in der Lateranbasilika mit einer

Lectio divina die kirchliche Tagung der Diözese

Roms, die das Pastoraljahr der Diözese

Roms abschloss. Die Tagung dauerte bis

zum 13. Juni und stand unter dem Motto:

„Die Schönheit der Taufe wiederentdecken“.

Der Papst lud die Teilnehmer dazu ein, die

Bedeutung des Sakramentes der Taufe neu

zu erwägen, die „der erste Schritt auf dem

Weg zur Auferstehung“ sei. Er unterstrich

die Zeitlosigkeit, indem er bekräftigte, dass

„die Taufe nicht das Wirken einer einzelnen

Stunde ist, sondern eine Wirklichkeit unseres

ganzen Lebens“, und „dass Gott kein weit

entfernter Stern ist, sondern die Umgebung

meines Lebens“. Christ sein komme nicht

aus einem selber, vielmehr mache Gott uns

zu Christen. Darin liege bereits das Mysterium

des Kreuzes: nur im Absterben meiner

selbst und meines Egoismus könne man

Christ werden. Das Sakrament der Taufe

Ich muss ehrlich sagen: Ich esse sehr gerne

ein Stück Brot und oft habe ich in meinem

Leben bereits über die Bedeutung des Brotes

nachgedacht. Früher, als ich noch jung war,

war es leicht, mich für ein Brot zu entscheiden.

Es gab höchstens zwei Brotsorten: Weißbrot

und Schwarzbrot. Vereinzelt habe ich auch

schon Vollkornbrot gesehen. Auch wenn es

in meinem Leben selten vorkommt, so doch:

Wenn ich heute in eine Bäckerei gehe, dann

ist es sehr schwer, dass ich mich entscheide.

Sich für ein Brot entscheiden, ist um vieles

schwieriger geworden. Es hat in den Bäckereien

seit längerer Zeit eine wunderbare

Brotvermehrung stattgefunden, aber woran

soll ich mich orientieren? Da liegen viele Brotsorten,

und ich bin hoffnungslos überfordert.

Weil ich nicht weiß, wie dieses oder jenes Brot

heißt, muss ich mit dem Finger draufzeigen,

um der Brotverkäuferin anzuzeigen, welche

Sorte ich heute bevorzuge. Und oft frage ich

mich schon, ob überhaupt Fachleute noch

imstande sind, das Brot zu benennen und es

auch von der anderen Sorte unterscheiden zu

GEGEn EInE Kultur

DES SCHEInS OHnE

WaHrHEIt

Benedikt XVI. über die

Bedeutung der Hl. taufe

überwindet die Barriere des Individualismus

und der Isolation und befähigt dadurch, in

Verbindung zu den anderen zu treten. Aus

eben diesem Grund seien Christen ununterbrochen

dazu aufgerufen, sich selber mit

den beiden wesentlichen Elementen dieses

Sakraments zu vergleichen: der Materie,

die durch das Wasser dargestellt wird, und

dem Wort, das seinerseits wieder in drei

Elementen dargestellt wird, dem Ritus, d.h.

dem Widersagen, dem Versprechen und

der Anrufung. Der Papst sprach über das

Widersagen mit einer direkten Verbindung

zur Verführung des Bösen, „damit wir alle

nicht von Sünde beherrscht werden“. Er

erinnerte an die alten Worte: „Ich widersage

dem Teufel und all seinen Werken“, womit

auch eine Kultur bezeichnet werden kann, in

der der Schein mehr zählt als die Wahrheit.

Eine Kultur, so fügte er hinzu, „die wir heute

auch kennen“, in der alles, was zählt, „die

Sensation und der Geist der Verleumdung

und der Zerstörung“ sei. Es handle sich

um eine Kultur, „die nicht das Gute sucht“,

sondern „das Falsche im Deckmantel der

Wahrheit und der Information präsentiert

wird“. Der Sünde zu widersagen „führt zur

Freiheit der Kinder Gottes und bedeutet zu

erkennen, dass Gott der Sünde gegenüber

nicht gleichgültig ist“. „Freiheit besteht nicht

darin, wie man heute oft meint, sich vom

Glauben zu befreien, sich damit auch von

Gott zu befreien, sondern frei von Sünde

leben zu können.“ Wie es in der Kirche

früher formuliert wurde, dem „Teufel mit all

seinen Werken“ zu widersagen, seien wir

auch heute dazu aufgerufen, unser Nein

angesichts einer Kultur zu wiederholen,

die Gott leugnet und unser grundlegendes

Ja zu wiederholen, „ein Ja zur Liebe und zur

Wahrheit“. Der Heilige Vater bekräftigte, dass

die Kindertaufe nicht „gegen die Freiheit

gerichtet“ sei, sondern im Gegenteil Garantie

für das Heil und die Hilfe Gottes im Leben

und ermögliche, auch das Geschenk des

eigenen Lebens anzuerkennen.

Was Benedikt XVI. über Christkönig sagt

Angelus, 28. November 2011

Worin aber besteht die „Macht“ Jesu Christi als König? Sie ist nicht die Macht der Könige und der Großen dieser Welt: Sie ist die

göttliche Macht, ewiges Leben zu schenken, vom Bösen zu befreien, die Herrschaft des Todes zu besiegen. Sie ist die Macht der

Liebe, die es versteht, Gutes aus dem Bösen zu gewinnen, ein verhärtetes Herz zu erweichen, Frieden in den härtesten Streit zu

tragen, die Hoffnung im finstersten Dunkel zu entflammen.

ES GEHt uM „MEHr“

BrOt

– „HEIlIGES BrOt“ –

ODEr MEHr?

können. Ob die große Vielfalt von Brot dem

„Geschäft“ dient, weil auch so die Leistungsfähigkeit

einer Bäckerei besser zur Geltung

kommen kann, oder mehr noch Orientierungslosigkeit

signalisiert, lassen wir offen.

Wie auch sonst auf der Erde, die zu einem

großen Selbstbedienungsladen geworden ist,

wo man nimmt, was man braucht, herrscht

auch in der Bäckerei eine Beliebigkeit, die mir

Angst macht und Sorgen bereitet.

Was aber geschieht mit dem „Brot des Himmels“,

das in der Kirche gewandelt und den

Menschen ausgeteilt wird? Klein geschrieben

wird dieses „Brot“, im „heiligen Brot“

scheint für viele schon alles gesagt, aber

auch Jesus, der gesagt hat, dass er das „Brot

des Lebens“ ist, ist einer der vielen Retter,

die längst „heillos“ dastehen. Dass man sich

für Christus entscheiden muss, wussten die

Menschen früher besser. Heute nehmen sich

die Menschen das, was ihnen gefällt und was

sie brauchen. Von der Überzeugung, dass es

der Herr ist, ist in unserer Zeit kaum mehr

die Rede, und von der Haltung, im Leben

etwas verändern zu müssen, auch nicht.

Deswegen geht man vielerorts, wenn man

zur Kirche geht, immer zur Kommunion, wo

einem doch überall die Kommunionhelfer

entgegen- oder sogar nachlaufen. Man wird

doch das, was es in der Kirche gibt, nicht

ausschlagen dürfen. Man bedient sich im

„Weltladen“ der Katholischen Kirche und zeigt

auf das, was man braucht und glaubt, in sein

Leben integrieren zu können, d.h. ein wenig

Dalai Lama, die Bibel nach Geschmack, ein

bisschen Dialog und Therapie und vor allem

Weihnachten nach Belieben. Und doch steht

in derselben Schrift, die sich heute jeder nach

seinem Gutdünken auslegt, dass nur einer

der Herr ist.

In unserer Zeit ist durch den Satanskult

die Aufmerksamkeit für den Widersacher

Gottes wieder in den Blick geraten. Junge

Menschen erzählen, wie sie bei spiritistischen

Sitzungen, z.B. Tischchenrücken,

Dinge erleben, die sie verunsichern und

erschrecken. Der geistliche Kampf, der

jedem Christen aufgetragen ist, wurde und

wird in der Seelsorge oft übersehen oder

nicht ernst genommen. Das, was Paulus im

Epheserbrief geschrieben hat, dass wir die

„Rüstung Gottes“ anziehen sollen, damit

wir den „listigen Anschlägen des Teufels“

widerstehen können (vgl. 6,10-12), nehmen

viele Menschen tatsächlich nicht ernst.

Dabei leben wir in einer Zeit, wo auf den

ideologischen Märkten Vielerlei angeboten

wird, was der Seele ungeheuren Schaden

zufügt. Nicht deshalb, weil wir mit Neid auf

Gurus schauen und ihre Erfolge nicht wahr

haben wollen, sondern weil es dringend

eine geistliche Auseinandersetzung braucht,

damit Menschen nicht in Abhängigkeit von

dämonischen Mächten geraten.

Es ist bedauerlich, dass unter dem Sammelnamen

New Age und Esoterik auch so

manches in kirchliche Kreise eingedrungen

ist, ohne dass man sich der Gefahren bewusst

ist. Mehr als dass der Mensch still

wird, möchte er mit Engeln, Feen und

Elfen kommunizieren, er möchte nicht

über die Natur staunen, sondern magische

Der Mensch ist ganz wesentlich Gemeinschaftswesen

und er ist in dem Maße gesund,

in dem er gemeinschaftsfähig ist.

So definiert die Wissenschaft heute die

Gesundheit des Menschen. Darum ist auch

die Sehnsucht der Menschen nach Gemeinschaft

so groß. Jesus hat um diese große

Sehnsucht der Menschen nach „communio“

gewusst. Er ist so auf die Menschen

zugegangen und hat sie in seine Nachfolge

und Jüngergemeinschaft gerufen. Immer

wieder hat er vor allem die Menschen am

IM BlICKPunKt

BrauCHt ES nICHt

HEutE EInE GEIStlICHE

auSEInanDErSEtZunG?

Kräfte von Steinen nützen, er möchte nicht

bei sich etwas ändern müssen, sondern

sich an Kraftorten mit göttlichen Energien

aufladen. Selbst Christen, die in die Kirche

gehen, sprechen nicht mehr von einem

persönlichen Gott, sondern von einer unpersönlichen

göttlichen Kraft des Universums.

Viele Christen haben im Laufe der Jahre ihr

„Glaubensleben“ mit Praktiken und Ideen

aus der Welt der Esoterik aufgefüllt. Man

übt sich in Yoga, freut sich über Mandalas,

mischt Bachblüten und möchte zugleich

Reiki-Experte werden. Dahinter verbirgt

sich der Mensch auf der Suche nach Sinn

des Lebens und des Glaubens mit einem

spirituellen Hunger, den er außerhalb der

Institution „Kirche“ befriedigen möchte.

Besonders empfänglich sind Christen für

diese kuriosen Angebote auf der Suche nach

Gesundheit und „Wellness“ und, wenn sie

in Beziehungskrise und Schulproblemen

nach einer Lösung suchen.

Im Jahre 2003 hat eine Arbeitsgruppe

im Vatikan ein umfangreiches Dokument

herausgegeben unter dem Titel: „Jesus

Sieben regeln für den

Sonntag in der Familie (6)

Pflege die Gemeinschaft

Rande wieder hereingeholt in die Mitte

seiner Gemeinschaft. Zusammensein in

der Familie, die Pflege der Gemeinschaft,

miteinander singen und spielen, besonders

aber auch Besuche, vor allem bei Kranken

Christus – Bringer des Wassers des Lebens.

Eine christliche Bewertung von New Age“,

wo von verschiedenen Bewegungen die

Rede ist, die New Age genährt haben, aber

offensichtlich unchristlich sind. Diese Bewegungen

lassen nicht wirklich Raum für das

echte Christentum zu, vielmehr rechtfertigen

sie antikirchliche Verhaltensweisen.

Esoterische Ideen und Praktiken müssen

dringend in ihrer Gefährlichkeit erkannt

werden, auch wenn sie in verkleideter Form

auftreten. So üben sie einen starken Einfluss

auf das Denken der Menschen aus.

So hat einmal ein englischer Bischof gesagt:

„Wir haben viel Geld und können deshalb

auch hilfreiche Pastoralmethoden entwickeln,

dennoch verlieren wir an Boden.“

Nach dem Grund gefragt, antwortet er: „Wir

wenden die falschen Mittel an. Wir kämpfen

gegen geistige Mächte – also brauchen wir

auch geistliche Waffen.“ Gibt uns das zu

denken? Und die Frage: Sind wir darüber

informiert, was auf dem Gebiet der Esoterik

und des Okkultismus heute geschieht, oder

verschließen wir davor die Augen? Wenn

wir der Macht des Bösen wirksam begegnen

wollen, dann braucht es Gebet und Buße,

Wachstum und Stärkung durch den Heiligen

Geist. Ja, es braucht eine neue Innerlichkeit.

Wir müssen aufklären, damit deutlich wird,

was im Grunde harmlos ist, und wovon wir

lieber die Finger lassen sollten.

Wenn die Familie gesund ist, kommt das allen zugute, vor allem den Kindern; den jungen Menschen genauso wie

den Erwachsenen und den alten. Wir müssen die Familie unterstützen, um einen demographischen aufschwung

zu erleben, ohne dass wir uns von der „Gender“-Ideologie beeinflussen lassen. Ich finde es schrecklich, dass man

mit allen argumenten versucht, die Kinder schon in den ersten lebensjahren von der Mutter wegzubringen und

in Kinderkrippen und Kindergärten unterzubringen.

Besinnungstage für Ehepaare in assisi

Sonntag abend -14. April 2013 bis Samstag früh, 20. April 2013

Wir fahren mit dem Zug!

Anmeldung erbittet sehr bald das Pfarramt (Tel.: 07562/5258)

und Behinderten, Alten und Einsamen,

sind Zeichen der Weitergabe der Liebe,

die jeden Sonntag die Welt der Familie

und Gesellschaft verwandeln will. Nun

hat sich auch Papst Benedikt XVI. zu Wort

gemeldet, denn er wünscht sich mehr Zeit

für längere Gespräche von Ehepaaren. Ohne

eine ausgeprägte Gesprächskultur wüchsen

„Missverständnisse, die oft in irreparablen

Brüchen münden“, so der Papst. Solche

könnten häufig auch mit Hilfe von außen

nicht mehr geheilt werden.

Wir bitten alle Pfarrbriefausträger,

den Pfarrbrief und den

Pfarrkalender verlässlich am

Sonntag, 25. november,

in der Sakristei vor oder nach

den Hl. Messen abzuholen.

16 Nr. 171 September 2012

17


Die Kinderbibel „Gott spricht zu seinen Kindern“

geht auf Pater Werenfried van Straaten

(1913-2003) zurück, den Gründer von „Kirche

in Not“. Als die Vereinten Nationen 1979

zum „Jahr des Kindes“ ausgerufen hatten,

wollte auch Pater Werenfried ein Zeichen

gegen die Nöte von Kindern setzen. „Kinder

brauchen eine Kinderbibel, damit das Bild

Jesu in ihren Herzen lebendig wird“, war er

überzeugt. Die ersten Exemplare der Kinderbibel

stellte er Anfang 1979 während der

Generalkonferenz der lateinamerikanischen

Bischöfe im mexikanischen Puebla vor. Die

Bischöfe waren von dieser Unterstützung für

ihre Pastoralarbeit begeistert und bestellten

spontan 1,2 Millionen Exemplare.

Seit 1979 verschenkt „Kirche in Not“ Kinderbibeln.

Das internationale katholische

Hilfswerk will damit Kindern weltweit die

Heilige Schrift in ihrer Muttersprache nahebringen.

Jetzt hat das Projekt eine Auflage

von 50 Millionen Exemplaren erreicht. „Das

Jubiläums-Exemplar ist in Angola erschienen,

in der Sprache Ubundu“, freut sich Maria

Zurowski. Die Mitarbeiterin von „Kirche in

Not“ ist für das Kinderbibel-Projekt verant-

Nach den Apostolischen Reisen in die Türkei

(2006), ins Heilige Land (2008) und

nach Zypern (2010) kam der Papst vom

14. bis 16. September in den Libanon, um

dort sein Nachsynodales Apostolisches

Schreiben über „Die Kirche im Nahen Osten“

zu unterzeichnen und zu überreichen.

Der Besuch des Papstes galt also nicht nur

den Katholiken des Libanons, sondern allen

mit der römischen Kirche verbundenen

Gemeinschaften in der ganzen Region.

Die Kirche sieht sich im Nahen Osten mit

zwei brennenden Problemen konfrontiert:

der Abwanderung der Christen und der

Brüchigkeit des Friedens zwischen den

Völkern. In diesem Land war schon der

Sel. Papst Johannes Paul II. im Jahr 1997

Kinderbibel in 140 ländern

und 172 Sprachen

JuBIläuMS-EXEMPlar

Für anGOla

wortlich. Die Kinderbibel wurde bislang in

140 Ländern verteilt und in 172 Sprachen

übersetzt. Die Kinderbibel beinhaltet wesentliche

Passagen aus der Heiligen Schrift

in einer für Kinder verständlichen Sprache.

Die Texte stammen von der deutschen

Theologin Eleonore Beck. Für das Jahr 2012

sind weitere Neuausgaben geplant, zum

Beispiel in den Sprachen Chol in Mexiko,

Kikuyu in Kenia und Sesotho in Südafrika.

„Sie können sich nicht vorstellen, was es

bedeutet, das Wort Gottes in der Muttersprache

lesen zu dürfen, in der Sprache,

in der wir beten und weinen“, zitiert Frau

Zurowski aus dem Dankbrief eines Bischofs

aus Afrika. Damit kommt die kulturstiftende

Bedeutung des Projekts zum Ausdruck.

In vielen Sprachen ist die Kinderbibel das

einzige überhaupt verfügbare Buch. Kinder

lernen mit ihr lesen und schreiben – was

auch für viele Erwachsene gilt.

Der Ort liegt in Ruanda, wo Kinyarwanda

gesprochen wird. Knapp eine halbe Million

Kinderbibeln hat „Kirche in Not“ dort bislang

verschenkt. In Kirundi, der Sprache des

Nachbarlandes Burundi, liegt eine ähnlich

hohe Auflage vor. Das sind zwei Beispiele für

Länder, denen das kirchliche Hilfswerk mit

der Kinderbibel auch Frieden und Versöhnung

bringen will. Immer wieder wurden

die beiden Nachbarstaaten von einer Welle

grausamer Gewalt geradezu überrollt – mit

hunderttausenden Toten. Für die Menschen

in Burundi und Ruanda oder auch in dem

von einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg

geplagten Angola ist deshalb gleich eines

der ersten Bilder aus der Kinderbibel wichtig.

Es zeigt die Folgen des Brudermords

von Kain und Abel. Entsetzt blickt Kain auf

seinen Bruder Abel zurück, den er eben

erschlagen hat. Gebückt geht er weg, den

Knüppel noch in der Hand. Da wird schon

beim Hinsehen deutlich: Er hat etwas ganz

Furchtbares getan.

Polnisch-russische Versöhnungserklärung

Die „gemeinsame Botschaft“ der katholischen Kirche in Polen und der orthodoxen Kirche Russlands, die Mitte August in einer

feierlichen Zeremonie im Warschauer Königsschloss unterzeichnet wurde, sei „ein Meilenstein der Versöhnung“ zwischen den

Völkern und Kirchen beider Länder. Das betonte der neue Lubliner Erzbischof Stanislaw Budzik. In dem Dokument, das der Moskauer

orthodoxe Patriarch Kyrill I. und der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Józef Michalik, unterschrieben hatte, würden

Polen und Russen aufgerufen, einander das in der Geschichte gegenseitig zugefügte Leid zu vergeben und einen „ehrlichen Weg

der Versöhnung“ zu beginnen. Auch Papst Benedikt XVI. hat die gemeinsame Versöhnungserklärung begrüßt. Kritisiert wurde,

dass bei der Unterzeichnung der Erklärung in Warschau kein Vertreter der katholischen Bischöfe aus Russland dabei war. Nun

wurde Anfang September in allen katholischen Kirchen Polens ein Aufruf zur Versöhnung mit Russland verlesen.

Was

im libanon los ist

gewesen. Der Libanon, der an der levantischen

Mittelmeerküste liegt, bietet in der

religiösen Zusammensetzung seiner Bevölkerung

eine große Vielfalt. Der Staat erkennt

18 konfessionelle Gemeinschaften offiziell

an. Diese Religionsgruppen lassen sich in

zwei große Gruppen zusammenfassen:

Muslime und Christen. Zu den muslimischen

Gemeinschaften zählen Sunniten,

Schiiten, Drusen, Alawiten und Ismailiten.

Die christlichen Gemeinschaften lassen

sich unterteilen in die zahlenmäßig stärkste

Gruppe der mit Rom verbundenen Maroniten,

des Weiteren in griechisch-katholische

(Melkiten), armenisch-katholische, syrischkatholische,

römisch-katholische (lateinischer

Ritus) Gläubige und Chaldäer. Neben

den orthodoxen Gemeinschaften gibt es im

Libanon eine kleine protestantische und

eine jüdische Minderheit. Im Libanon werden

hohe politische Ämter nach festgelegten

Quoten vergeben: Der Staatspräsident ist

stets Maronit, der Ministerpräsident Sunnit

und der Parlamentspräsident Schiit.

Die Parlamentssitze werden zu gleichen

Teilen an Christen und Muslime vergeben,

wobei der Anteil der Sitze für Angehörige

von 17 definierten Konfessionen gesetzlich

festgelegt ist.

Europa und Weltkirche

Am 29. Juni hat Papst Benedikt XVI. dem

Erzbischof von Berlin, Kardinal Rainer Maria

Woelki, das Pallium überreicht. Das hat

der Papst nicht per Post erledigt, sondern in

einem feierlichen Gottesdienst für alle neu

ernannten Erzbischöfe gemeinsam. Darunter

war auch der neue Erzbischof von Lublin

Stanislaw Budzik. Ein Pallium ist ein ringförmiges

Stoffband, das der Erzbischof auf

den Schultern trägt. Es ist aus Lammwolle

gewebt, darauf sind aus Seide sechs Kreuze

aufgestickt. Die Wolle stammt von Lämmern,

die eigens vom Papst am 21. Jänner – am

Gedenktag der Hl. Agnes – gesegnet wurden.

Dieses Pallium soll die Verbindung mit der

ganzen Weltkirche ausdrücken. Der Gottesdienst,

den der Papst über dem Grab des

Apostels Petrus feiert, zeigt die Verbindung

mit der Geschichte unserer Kirche bis zu den

ersten Aposteln. Dadurch wird auch deutlich,

Die frühere Freundin des britischen Premierministers

David Cameron, Laura Adshead,

ist jetzt ihrer Berufung gefolgt. Wie Medien

berichten, soll sie vor vier Jahren bei den

Benediktinerinnen eingetreten sein und

sagt, dass sie heute glücklicher ist als zur

Zeit, wo sie in New York ein Luxusleben

führte. Ihr Ordensname ist Schwester Mary

John. Sie lebt gemeinsam mit 36 Mitschwestern

zurückgezogen in der Abtei „Regina

Laudis“ in Bethlehem nach der Regel des

Hl. Benedikt. Das Frauenkloster an der US-

Der Erzbischof von Berlin

und seine titelkirche

dass die Bischöfe in der Nachfolge der Apostel

stehen und dafür verantwortlich sind, dass

ihre Herde zusammenbleibt, sodass der Bischof

sich kümmern muss, wenn es Probleme

gibt. Am Samstag 30. Juni, hat nun Kardinal

Woelki auch die ihm vom Papst verliehene

Titelkirche San Giovanni Maria Vianney

in Besitz genommen und dort Eucharistie

gefeiert. Die Zuweisung einer römischen

Titelkirche oder Titeldiakonie erinnert an die

alte Praxis, nach der die Päpste früher vom

Klerus der Stadt Rom gewählt wurden. Mit

der Aufnahme ins Heilige Kollegium werden

die neuen Kardinäle daher zugleich formell

Ostküste beheimatet mit Dolores Hart, der

ehemaligen Filmpartnerin von Elvis Presley,

bereits eine prominente Ordensfrau.

Die frühere Gesundheitsministerin Andrea

Fischer (Grüne) empfindet die katholische

Messe als eine Art Heimat. Beim

Pfarrer oder Diakone in Rom. Ein regelmäßiger

pastoraler Auftrag ist damit nicht verbunden.

Nun liegt die römische Pfarrgemeinde „San

Giovanni Maria Vianney“ (Pfarrer von Ars)

im östlichen Außenrandbezirk Borghesiana.

Diese Pfarrgemeinde, die an der römischen

Ausfallstraße Via Casilina liegt, entstand in

den frühen 1950er Jahren, hat weit über 90

Prozent Katholiken und zählt heute 18.000

Gläubige. Das moderne Gotteshaus wurde im

Jahr 1990 anstelle eines frühen Behelfsbaus

erbaut. Papst Johannes Paul II. hatte der

Pfarrgemeinde 1983 einen Pastoralbesuch

abgestattet. Die dem Pfarrer von Ars geweihte

Kirche ist zum ersten Mal Titelkirche eines

Kardinals. Als Gastgeschenk überreichte

eine junge Familie dem Titelherrn eine Stola

und einen bestickten Kelchdeckel. Woelki

revanchierte sich mit einer großen Kerze mit

dem Wappen des Berliner Kardinals.

Die Kirche in lettland

Papst Benedikt XVI. hat am 20. Juni den lettischen Ministerpräsidenten Valdis Dombrovskis getroffen. Thema des Gespräches war

die Rolle der Kirche in der lettischen Gesellschaft und die Bedeutung der Familie für den Staat. Die lettischen Katholiken sind eine

Minderheit in ihrem Land; von den 2,2 Millionen Einwohnern Lettlands sind rund 430.000 Katholiken. Diplomatische Beziehungen

zum Heiligen Stuhl unterhält die baltische Republik seit 1991.

unter Stars und

Politikern

Katholikentag in Mannheim berichtete

Andrea Fischer, dass ihre elf Jahre zurückliegende

Rückkehr in die Kirche durch

die Begleitung eines Berliner Pfarrers zustande

gekommen sei. Am Anfang ihres

Wiedereintritts habe die Frage nach Gott

gestanden. Da ihr klar geworden sei, dass

sie nicht alleine glauben könne, habe sie

sich nach einer Kirche umgesehen. Als

sie katholische und evangelische Gottesdienste

verglich, habe sie rasch gespürt,

wo ihre Heimat war.

Priesterweihen in Österreich

In Österreich wurden in diesem Jahr 28 Männer zu Priestern geweiht. Von den 28 Neupriestern sind 15 Diözesanpriester, 13 kommen

aus Ordensgemeinschaften. Im Vorjahr waren mit 39 außergewöhnlich viele Neupriester geweiht worden. In diesem Jahr ist

die Zahl der Weihen wieder gesunken, blieb aber im Rahmen des Durchschnitts der letzten Jahre. Außergewöhnlich auch das Jahr

2008, wo mehr als 40 Männer zu Priester geweiht wurden.

Benediktiner im Hl. land

Am Fest Christi Himmelfahrt (17. Mai 2012) wurde in Tabgha am Nordufer des Sees Genesaret das neue Kloster der Benediktiner gesegnet.

Seit 1939 betreuen deutsche Benediktiner das dortige Heiligtum der Brotvermehrung. Das Grundstück gehört seit 1887 dem

Deutschen Verein vom Heiligen Land. In den 1930er Jahren wurden dort Reste einer 614 zerstörten byzantinischen Kirche mit wertvollen

Bodenmosaiken gefunden. Eine neue, der alten byzantinischen Basilika nachgebauten Kirche konnte 1982 geweiht werden. Sie

zählt heute zu den schönsten Kirchen im Heiligen Land. Da das in den 1950er Jahren erbaute Kloster der Benediktiner den heutigen

Bau- und Sicherheitsstandards nicht mehr entsprach, musste es durch einen Neubau ersetzt werden. Kardinal Joachim Meisner nahm

nach einem feierlichen Pontifikalamt die Segnung des neuen Klosters vor. Auch der Apostolische Nuntius in Israel, Erzbischof Antonio

Franco, wohnte den Feierlichkeiten bei. Tabgha ist ein Priorat, das zur Jerusalemer Benediktiner Abtei gehört.

18 Nr. 171 September 2012

19


14.890.034 Euro im Minus: Das ist die Bilanz

der Haushaltsrechnung des Heiligen Stuhls

für 2011. Das Minus ist auf die Personalkosten

zurückzuführen, 1hieß es. Dagegen

erzielte das Governatorat im Vatikan ein

großes Plus von 21.843.851 Euro. Im vergangenen

Jahr waren über fünf Millionen

Besucher in den Vatikanischen Museen,

die somit weiterhin zu den meistbesuchten

Museen der Welt zählen. Der Vatikan hatte

am 31. Dezember 2011 2.832 Angestellte,

das Governatorat 1887. Der Peterspfennig,

eine Spendensammlung unter den Gläubigen,

stieg von 67.704.416 im Jahr 2011 auf

69.711.722 US-Dollar.

In der Schweiz ist jede fünfte Person ab

15 Jahren konfessionslos. Damit hat sich

der Anteil der Personen, 2die keiner Kirche

angehören, in den letzten zehn Jahren fast

verdoppelt. Ende 2010 waren in der Schweiz

demnach über 1,3 Millionen Personen oder

20,1 Prozent konfessionslos. Im Jahr 2000

hatte das Bundesamt für Statistik im Rahmen

der Volkszählung rund 664.000 Konfessionslose

gezählt.

Mehr als fünf Jahre lang arbeitet der deutsche

Kapuziner Andreas Waltermann im

gebirgigen Norden 3in albanien. Und in

Shkoder hat vor einigen Jahren ein italienischer

Kapuziner am Rande der Stadt

für Roma-Kinder eine Schule errichtet, die

in vier kleinen Holzhütten untergebracht

ist. Sie wird ganz und gar von Spenden

finanziert und ermöglicht 50 Kindern eine

Schulbildung.

Aus Protest gegen den Beschluss des FDP-

Parteitags, homosexuellen Partnern ein Adoptionsrecht

zu gewähren, hat ein wichtiges

Mitglied die Partei 4verlassen. Der ehemalige

Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium

in Deutschland, Georg Gallus, der

nach eigenen Angaben der FDP 60 Jahre lang

angehörte, begründet seinen Entschluss mit

der Bibel. Im Gegensatz zum Zeitgeist, „der

uns weismachen will, dass Homosexualität

das Natürlichste von der Welt ist“, betrachtet

die Bibel Homosexualität als Sünde.

Papst Benedikt XVI. hat eine neue Diözese

im südlichen Teil von Indien geschaffen.

Die neue Diözese Udupi entsteht aus einer

5

Abgliederung von der Diözese Mangalore im

Bundesstaat Karnataka. Erster Bischof wird

Gerald Isaac Lobo, der bisher der Diözese

Shimoga vorstand. In Karnataka dominiert

bei weitem der Hinduismus, es gibt aber eine

wichtige katholische Minderheit. Was sich

in der großen Weltkirche alles tut!

Die Kirchen in ungarn erhalten weitere

Immobilien rückerstattet, die nach der

Machtübernahme der Kommunisten nach

dem Zweiten Weltkrieg 6bis 1950 enteignet

worden waren. Zurückgegeben werden

insgesamt 13 Immobilien, darunter acht der

katholischen Kirche. Gegen den aktuellen

Antrag im Parlament stimmten die sozialistische

und die rechtsradikale Partei.

In 500 Fragen und Antworten erklärt der

2011 erschienene internationale Jugendkatechismus

der Katholischen Kirche YOUCAT in

zeitgemäßer Sprache den katholischen Glauben

insbesondere für Jugendliche. Nach dem

ergänzenden Jugendgebetbuch ist nun auch

der offizielle YOUCAT Taschenkalender 2013

20 Nr. 171

nachrichten aus Kirche und Welt

Mehr als 10.000 katholische Gläubige haben

in der Diözese Vinh in Vietnam für

Religionsfreiheit demonstriert. Sie wandten

sich gegen staatliche Einschüchterungen

und Denunzierungen von Katholiken, die

am 1. Juli in tätliche Angriffe der Polizei

11

in Deutschland erschienen. Er begleitet

Jugendliche durch das weltliche und kirchliche

Jahr. Alle wichtigen Feste und Zeiten

des Glaubens werden erklärt und liefern

wichtige Impulse für den eigenen Glauben.

Bei der kommenden Buchausstellung im

Pfarrheim wird es YOUCAT geben.

13

8

9 15 6

7 4

2

1

14

gegen Priester und Laien im Norden der

Diözese gemündet waren. Die Regierung

in Hanoi hatte versucht, die Demonstranten

zu bedrohen und postierte mehrere Panzer

sowie schwerbewaffnete Einsatzkräfte vor

der Residenz des Bischofs.

Suspendiert wurde vom Dienst als evangelischer

Pfarrer durch die Württembergische

Landeskirche in Deutschland Pfarrer Andreas

Theurer, nachdem er angekündigt

hatte, mit seiner Frau, die Landessynodale

ist, am 1. November in die katholische Kirche

eintreten zu wollen. Zugleich hat er ein

7 9

3

12

September 2012

10

5

Der aufgrund einer Anklage wegen „Blasphemie“

(er hatte den Koran verbrannt)

inhaftierte Ghulam Abbas, der geistig

behindert

10

ist, wurde in Pakistan Opfer

einer Gruppe radikalislamischer Extremisten,

die ihn vor der Polizeistation in

Chani Ghoth in der Stadt Bahawalpur

(Provinz Punjab) bei lebendigem Leib

verbrannten.

8

Buch mit dem Titel geschrieben: „Warum

werden wir nicht katholisch? Denkanstösse

eines evangelisch-lutherischen Pfarrers“. In

diesem Buch verarbeitet der Theologe seinen

eigenen Weg zur katholischen Kirche bis

dorthin, wo er sagen konnte: „Ja, ich glaube,

was die katholische Kirche glaubt“.

Erstmals seit der Revolution vor mehr als 50

Jahren hat die Katholische Kirche auf Kuba

ein neues Gotteshaus errichtet. Bischof Alvaro

Beyra Luarca von Bayamo-Manzanillo

bestätigte, dass die Kirche anstelle einer

einsturzgefährdeten Kapelle errichtet worden

sei. Da die Kubanische Revolution 1959

11

der Kirche untersagte, neue Gotteshäuser

zu bauen, gibt es in den neu entstandenen

Vierteln der Hauptstadt Havanna keine

Kirchen.

Bei einem Anschlag in der Hauptstadt von

Syrien, Damaskus, sind am 18. Juli der syrische

Verteidigungsminister Daud Radschha

und der Schwager von Präsident Bashar al

Assad, Assef Schawkat, getötet worden.

Daud Radschha war der ranghöchste Christ

12

in der Regierung Assads. Der Präsident hatte

ihn im vergangenen Jahr ernannt. Assef

Schawkat war für den syrischen Geheimdienst

verantwortlich.

Die katholische Kirche in England und

Wales hat die Olympischen Spiele genutzt,

um in London Einheimische, Touristen und

auch Sportler zu evangelisieren. Täglich

wurde im Olympischen Dorf die Hl. Messe

gefeiert, und sie war unter allen religiösen

Veranstaltungen die am meisten besuchte.

13

Viele Sportler aus verschiedenen Ländern

kamen jeden Tag zur Hl. Messe und setzten

Christus an den Anfang und in den Mittelpunkt

von allem, was sie taten.

Am 25. August eröffnete in Bembereké in

der Republik Benin ein Waisenhaus, das

nach Maximilian Kolbe benannt ist – das

erste in diesem westafrikanischen Land, das

dem vor genau dreißig Jahren heiliggesprochenen

Franziskaner-Minoriten gewidmet

ist. Erbaut wurde das Waisenhaus von den

14

Franziskanern der Unbefleckten Empfäng-

nis, die seit 1991 in Benin vertreten sind.

Das Gebäude besitzt einen M-förmigen

Grundriss, der an die Namen „Maria“ und

„Maximilian“ erinnern soll.

Der Redemptoristenpater Dr. Martin Leitgöb

(40) ist der neue Seelsorger der deutschsprachigen

katholischen Gemeinde in Prag in

tschechien. Sie wurde Anfang der 1990er

Jahre gegründet und feiert ihre Gottesdienste

in der Kirche „Sankt Johannes Nepomuk

am Felsen“ auf dem Karlsplatz in der Prager

Neustadt. Der Österreicher P. Leitgeb tritt die

15

Nachfolge von Winfried Pilz (72) an, der aus

Alters- und Gesundheitsgründen aus dem

Amt schied. Ihm sind wir bei Pragbesuchen

von Windischgarstnern verschiedentlich

begegnet.

21


Sie leben hinter Klostermauern oder in

Wellblechhütten, führen in bürgerlichen

Stadtbezirken Altenheime oder in heruntergekommenen

Vierteln Sozialstationen.

Sie sind Bestandteil fast jeder Kultur. In aller

Welt setzen sich Ordensfrauen für andere

Menschen ein und geben ihnen Hoffnung,

ohne für ihren Dienst Applaus zu erwarten.

Ihr ganzes Leben widmen sie Gott und dem

Gebet. Für viele Schwestern bedeutet dieser

Dienst an Gott zugleich Dienst am Menschen,

Hilfe für die Ärmsten der Armen. Das gilt

auch für die Karmelitinnen vom Kinde Jesu

in Dimako im zentralafrikanischen Kamerun.

Seit 30 Jahren sind sie in Afrika vertreten.

Die Ordensgemeinschaft wurde 1921 in Polen

gegründet. 2003 kamen die Schwestern

auch nach Dimako in Kamerun. Jan Ozga,

der ebenfalls aus Polen stammende Bischof

der Diözese Doumé-Abong’ Mbang hatte

die Schwestern gebeten, in der Stadt eine

seit 17 Jahren verwaiste Missionsstation zu

übernehmen. Das internationale katholische

Hilfswerk „Kirche in Not“ half bei der Renovierung

des Gebäudes. Die Karmelitinnen

haben den Ort zu neuem Leben erweckt. Sie

heißen alle willkommen, „die ein Leben als

Der Papst hat einen Polen, P. Tadeusz Wojda,

SAC, zur „Nr. drei“, d.h. zum „Untersekretär“

des wichtigen Dikasteriums für die

Evangelisierung der Völker ernannt, das

früher auch „Congregatio de Propaganda

Fide“ genannt wurde und dessen Sitz sich

in Rom, nicht weit von der Piazza di Spagna

entfernt befindet; in einer Straße, die eben

deshalb „Via di Propaganda Fide“ heißt. Da

P. Wojda ein Pallottiner ist, ergibt sich die

Gelegenheit, diesen Orden einmal vorzustellen.

Die Gesellschaft des Katholischen

Apostolats ist eine internationale Verbindung

von Priestern und Brüdern, die von Vinzenz

Pallotti (1795-1850) in Rom gegründet wurde.

Vom Namen des Gründers leitet sich die

Bezeichnung „Pallottiner“ her. Der offizielle

lateinische Name der Gesellschaft lautet

„Societas Apostolatus Catholici“, weswegen

dem Namen der Mitglieder immer das Kürzel

„SAC“ angehängt wird. Die Gesellschaft

Was Ordensschwestern

in Kamerun leisten

Kinder Gottes suchen“, wie die Schwestern

betonen, unabhängig von Stammeszugehörigkeit

oder Religion.

Dimako ist eine Kleinstadt im Südosten

Kameruns mit rund 32 000 Einwohnern.

Kamerun ist ein junges Land, zwei Drittel

der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt. Die

Armut ist hier greifbar, in der Stadt leben viele

vor allem von dem, was sie anbauen. Für die

eigene Gesundheit und die der Angehörigen

sowie die Ausbildung der Kinder reichen

die bescheidenen Mittel in der Regel nicht

aus. Hilfe erfahren die Menschen von den

Karmelitinnen. Gegenwärtig leben in Dimako

fünf Schwestern und eine Aspirantin. Drei

stammen aus Polen, je eine aus Burundi

und der Demokratischen Republik Kongo;

die Aspirantin ist Kamerunerin. Täglich versorgen

zwei Karmelitinnen, die über eine

Ausbildung als Krankenschwester verfügen,

rund 30 Patientinnen und Patienten.

Die Erzdiözese lemberg

wurde 1835 ins Leben gerufen. In ihr können

sich Menschen jeglichen Berufes und

Standes einbringen. Für Vinzenz Pallotti ist

Gott die unendliche Liebe, der jeden Menschen

als sein Abbild einmalig geschaffen

und mit besonderen Gaben und Talenten

ausgestattet hat. Diesen Gott der unendlichen

Liebe trägt er durch die Straßen Roms zu

den Menschen, die in Not sind.

Heute zählt die SAC weltweit mehr als 2.300

Mitglieder, die sich auf über 300 Gemeinden

Neben der Krankenstation unterhalten die

Karmelitinnen einen Kindergarten sowie

eine Grundschule. Zurzeit werden beide

Einrichtungen regelmäßig von mehr als

zweihundert Kindern besucht. Sie werden

hier nicht nur schulisch betreut, sie werden

auch verpflegt. Ein Kind habe sich einmal

mit den Worten bedankt, „ohne eure Hände

können wir nicht leben“, erzählt die aus der

Demokratischen Republik Kongo stammende

Schwester Jacqueline Tshibangu im Gespräch

mit „Kirche in Not“. Die Schwestern sind

auch in der Jugendpastoral aktiv. Sie leiten

Katechesen für Kinder und Jugendliche und

bereiten sie auf Erstkommunion und Firmung

vor. Ein besonderes Anliegen der Karmelitinnen

ist neben der Förderung der armen

und bedürftigen Menschen die Stärkung von

Frauen. „Wir ermuntern sie, sich zu bilden

und erst später zu heiraten“, betont Schwester

Ilona Firszt, die aus Polen stammt. Zugang

zu Bildung sei gerade für Frauen immens

wichtig, weil sie deren Situation nachhaltig

verändern könne. „Wir sprechen natürlich

auch über Sexualaufklärung und natürliche

Empfängnisregelung“, ergänzt Schwester

Tshibangu.

Der slowakische Kardinal Jozef Tomko vertrat Papst Benedikt XVI. bei den 600 – Jahrfeiern der lateinischen Erzdiözese Lemberg in

der Westukraine. Die Feierlichkeiten fanden am 8. September statt. Erzbischof von Lemberg, zu der 150.000 Katholiken gehören,

die die Hl. Messe im römischen Ritus feiern, ist der frühere Papstsekretär Mieczyslaw Mokrzycki. Der rüstige Kirchenmann Kardinal

Tomko ist 88 Jahre alt und seit 2001 im Ruhestand, zuletzt leitete er die einflussreiche vatikanische Missionskongregation.

Ordensgemeinschaften in

der Katholischen Kirche

und ihre Geschichte (50)

DIE PallOttInEr

in insgesamt 40 Ländern auf allen Kontinenten

verteilen. Nach der Anzahl ihrer

Mitglieder gemessen sind die Pallottiner

die 17. Männliche Ordensgemeinschaft der

Kirche. Die Priester und Brüder der Gesellschaft

stammen aus über 40 verschiedenen

Ländern. Die Gesellschaft verwendet sieben

amtliche Sprachen für die Verständigung

unter ihren Mitgliedern: Italienisch, Englisch,

Deutsch, Portugiesisch, Polnisch, Spanisch

und Französisch. Die Mitglieder, Priester

wie Brüder, versprechen der Gesellschaft

ein Leben in Ehelosigkeit, Armut, Gehorsam,

Beharrlichkeit, Gütergemeinschaft und

selbstlosem Dienst. Das Motto der Gesellschaft

ist das Wort des Apostels Paulus: „Die

Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor. 5,14). Die

Pallottiner versuchen, in ihren vielfältigen

Aufgaben den Menschen zu helfen, dass

ihr Leben gelingt. Als Schutzheilige fungiert

Maria, Königin der Apostel.

Europa und Weltkirche

Für viele Amerikaner ist Religion ein bestimmendes

Element ihres Lebens. 92 Prozent

der Amerikaner glauben an Gott. Trotz der

klaren Trennung von Kirche und Staat ist

Religion ein wichtiger Faktor in politischen

Auseinandersetzungen, nicht nur vor den

Wahlen. 69 Prozent würden heute keinen

Kandidaten wählen, der nicht religiös ist.

Mit dem Präsidentschaftskandidaten Mitt

Romney könnte erstmals ein Mormone in

das Weiße Haus einziehen. Gläubige Amerikaner

stehen öffentlich zu ihrer Religion.

Sie erwarten von ihrer Kirche aber auch eine

gewisse „Kundenorientierung“. So kann es

sein, dass man mit dem Wohnsitz auch die

Kirche wechselt. Jeder zweite Gläubige in

den USA hat schon einmal Gemeinde bzw.

Religion gewechselt. Atheismus dagegen

gilt als „unamerikanisch“. Katholiken zeigen

sich aber auch kampfbereit für ihre

Werte.

Grundsätzlich ist das Land von protestantischen

Traditionen geprägt – es gibt heute

etwa 900 verschiedene evangelische Ausrichtungen.

Einen sehr aktiven Randbereich

bilden evangelikale Gruppen, die früher eine

radikale anti-katholische Tendenz zeigten,

Priestermorde in Kolumbien

Die kolumbianische Bischofskonferenz meldete, dass zwischen

1984 und 2011 nicht weniger als 2 Bischöfe, 79 Priester, 8

Ordensmänner und 3 Seminaristen im Land ermordet worden

seien. Noch ein Opfer der Gewalt in Kolumbien kommt aus

den Reihen des Klerus. Pater Pablo Sánchez Albarracín, 67

Jahre, Pfarrer der Kirche „Santa María Madre de Dios“ in der

Gemeinde Los Patios, Diözese Cúcuta, ist nach dreitägigem

Todeskampf verstorben. Dem Bericht von Radio Vatikan

zufolge soll der Pfarrer am vergangenen 9. August in seiner

Wohnung von einem mit einem Messer bewaffneten Mann

angegriffen worden sein. Sein Zustand sei von vornherein

verzweifelt gewesen. Die lokale Polizei berichtete, der Priester

sei in seiner Pfarrgemeinde sehr beliebt gewesen und habe

nie irgendwelche Drohungen gemeldet. In Kolumbien sind

in den letzten vierzig Jahren viele Priester ermordet worden.

Viele sind den Drogenhändlern zum Opfer gefallen, andere

den Guerillagruppen.

Die religiös –

kirchliche landschaft

in den uSa

heute aber von sich aus stärkeres Interesse

am interkonfessionellen Dialog zeigen. Die

zahlenmäßig größte Kirche in den USA ist

aber die katholische Kirche. Ihr gehören

heute rund 65 Millionen Gläubige oder 24

Prozent der US-Bevölkerung an. Und sie

wächst kontinuierlich, etwa ein Prozent

im Jahr, und das, obwohl sich rund 25

Millionen Katholiken von der Kirche weg

und zu anderen Gemeinschaften hingewendet

haben. Mit 195 Diözesen und rund

270 Bischöfen ist die katholische Kirche in

den 50 Staaten der USA ein bedeutender

Teil der Weltkirche. Dem Anwachsen der

Gemeinden steht allerdings ein spürbarer

Rückgang der Priester – um 25 Prozent seit

1987 – gegenüber. Ein Kirchenbeitragssystem

wie etwa in Österreich gibt es in den

USA nicht, die amerikanischen Kirchen

finanzieren ihre Aktivitäten traditionell

sehr stark durch Spenden von zunehmend

wohlhabenden Gläubigen. Viel liegt also

auch am Engagement der jeweiligen Priester

und Mitarbeiter. In den Pfarren beschäftigte

Laien-Mitarbeiter werden auch von den

Pfarren bezahlt.

Die katholische Kirche bildete nach der

Gründung der Vereinigten Staaten bestenfalls

eine tolerierte Minderheit. Der

US-amerikanische Antikatholizismus im

19. Jahrhundert prägt indirekt bis heute das

kirchliche Leben. Als Folge des Drucks von

außen entwickelten katholischen Gemeinden

eine ausgeprägt Identität, worauf auch

die große Zahl katholischer Schulen und

gegen rund 230 katholischen Universitäten

des Landes zurückzuführen ist. Auch das

soziale Engagement ist hoch. Die starke

Verbundenheit mit der konkreten Pfarrgemeinde

spiegelt sich im wöchentlichen

Kirchenbesuch – 31 Prozent sind es in den

USA. Auch die Jugend findet ihre religiöse

Beheimatung in „Mega-Churches“, das

sind Kirchengemeinden in großen Städten,

in denen ein oder zwei eventartige Gottesdienste

in der Woche mit bis zu 5000

Teilnehmern stattfinden.

ausländische Missionare in afrika

Die Kirche Afrikas hat in den vergangenen 50 Jahren ihr Gesicht völlig verändert. Zu Zeiten des 2. Vatikanischen Konzils

(1962-1965) ist die Kirche des Kontinents fast komplett von ausländischen Missionaren bestimmt gewesen, heute sind 90 Prozent

der Bischöfe und des Klerus Afrikaner. Allerdings muss sich die Weltkirche weiter für den Kontinent einsetzen.

Was dem

tourismus alles einfällt

Zuletzt hatte die Tourismusregion Garmisch-Partenkirchen

in einem Werbeprospekt für den arabischen

Markt das Gipfelkreuz der Zugspitze wegretuschiert.

Man wollte damit mehr Gäste aus dem arabischen

Raum nach Garmisch-Partenkirchen locken, betonten

die örtlichen Tourismusmanager. Offensichtlich reichten

die bisherigen Angebote nicht aus: etwa ein islamischer

Gebetsraum in der Bergstation und spezielle Toiletten

für arabische Bedürfnisse. Es war wohl als Satire zu

verstehen, wenn jetzt der Bayrische Rundfunk als

weitere Maßnahme vorschlug, einen Halbmond auf die

Zugspitze zu setzen. Es ist schon interessant, wenn man

daran denkt, dass Tourismus einerseits heute vielfach

ohne Kirche realisiert werden soll, andererseits läuft

man „händeringend“ einer fremden Religion auf den

Knien hinterher.

22 Nr. 171 September 2012

23


Es war eine politisch bewegte Zeit, in die Antonio

Maria Claret hineingeboren wurde. Die

Folgen der französischen Revolution und der

Napoleonischen Kriege hatten auch die spanische

Heimat der Familie Claret, die in der

Gegend von Barcelona ansässig war, erfasst.

Er wurde am 23. Dezember 1807 in einer

Weberfamilie in Sallent in Spanien geboren.

Seit er zwölf Jahre alt war, arbeitete Antonio

im Betrieb mit und erwies sich schon bald als

so geschickt, dass seine Eltern ihn zur weiteren

Ausbildung nach Barcelona schickten. Doch

so sehr ihm der Weberberuf auch lag, Antonio

spürte doch, dass er zu etwas anderem

bestimmt war.

Gegen den Willen seines Vaters beschloss

Antonio, Priester zu werden. Selbst das Angebot

des Vaters, die Leitung der Firma zu

übernehmen, konnte ihn nicht von diesem

Plan abbringen. So trat Antonio mit 22 Jahren

ins Priesterseminar ein. Nachdem er es zuvor

bei den Karthäusern versucht hatte und feststellen

musste, dass das zurückgezogene Leben

dieser Mönche nicht wirklich seiner Berufung

entsprach, wurde er am 13. Juni 1835 mit 28

Jahren zum Priester geweiht und kehrte in

seine Heimatpfarre Sallent zurück. Doch statt

mit Pfarraufgaben vertraut zu werden, wurde

er ausgesandt, um zu predigen – er predigte

6 bis 8 Stunden am Tag – und um zu missionieren.

Das tat er mit viel Freude und großer

Leidenschaft. Er blieb meist für einige Tage

an einem Ort, predigte (sehr lange), nahm die

Beichte ab und widmete sich den Menschen,

die zu ihm kamen. Immer fand er die richtigen

Worte, oft folgen erstaunliche Bekehrungen.

Dann zog er weiter, stets zu Fuß. Auch als

Schriftsteller war er unermüdlich, denn er

verfasste über 200 Schriften zur religiösen

Volkserziehung und wurde der meist gelesene

religiöse Autor seiner Zeit. Später wurde er

Glaubensboten

Hl. antOnIO MarIa

ClarEt

(1807-1870)

auf die Kanarischen Inseln versetzt, weil er

in Spanien sehr stark angefeindet wurde und

seines Lebens nicht mehr sicher war. Herausragend

und unermüdlich war sein Einsatz

für die schwarzen Sklaven, die aus Afrika auf

großen Schiffen gewaltsam, ausgehungert und

im Elend, hergebracht wurden. Das Wirken

Antonios auf den Kanaren ist noch heute so

lebhaft in Erinnerung, dass man ihn nach

seiner Heiligsprechung neben der Muttergottes

zum zweiten Patron der Diözese von Mallorca

ernannte. Am 16. Juli 1849 gründete er mit fünf

Priestern die Kongregation der „Söhne des Unbefleckten

Herzens Mariä“ (Claretiner), die ihn

in seinem Missionswerk unterstützen sollten,

und 1855 zusammen mit Mutter Antonia Paris

das „Apostolische Institut der Lehrschwestern

von Maria Immaculata“ (Claretinerinnen). Trotz

seiner Einwände wurde er überraschend zum

Bischof von Santiago de Cuba ernannt. Am 6.

Oktober 1850 empfing er die Bischofsweihe

und trat sehr bald die Seereise nach Kuba an,

das damals noch spanische Kolonie war. Auch

als Bischof betätigte sich Antonio als Volksmissionar.

Drei Mal durchzog er in den sechs

Jahren seiner Amtszeit seine Diözese, um die

Menschen im Glauben zu stärken. Unermüd-

Fastenwoche der Jungscharführer

Auch heuer trafen sich die Jungscharführer wieder zur Fastenwoche. So wurde jeden Abend

um 19.30 Uhr im Pfarrhof in Vorbereitung auf das Jungscharlager der Rosenkranz gebetet

und um 20.00 Uhr die Hl. Messe gefeiert. Thema der Predigt war: „Was Heilige über den

Glauben reden“. So feierten wir in der Reihenfolge besondere Heilige des Tages: Birgitta von

Schweden, Scharbel Mahluf (Libanon), Jakobus d. Ältere, Anna und Joachim und den Hl.

Berthold von Garsten. Gefastet wurde auch. So glaube ich, dass die Fastenwoche für viele

doch eine spannende Woche ist. Für mich als Priester auf jeden Fall!

lich war auch sein soziales Engagement. Um

der schrecklichen Armut entgegenzuwirken,

rief er Sparkassen mit klarer sozialer Zielsetzung

ins Leben. Mit all seinen Aktivitäten

machte er sich jedoch nicht nur Freunde. Vor

allem mit seinem entschlossenen Kampf gegen

die Sklaverei zog er die Feindschaft mancher

Großgrundbesitzer auf sich. So bleiben die

Motive für das Attentat, das am 1. Februar

1856 auf Antonio verübt wurde, und bei dem

er eine schwere Stichverletzung im Gesicht

erlitt, im Dunkeln. Im Jahr 1868 ging er mit

Königin Isabella II., deren Beichtvater und

Erzieher der Kinder er seit 1857 war, ins Exil

nach Frankreich, das Erste Vaticanum sollte

er nicht mehr erleben. Gesundheitlich bereits

stark angeschlagen und seinen nahenden Tod

ahnend, zog Antonio sich schließlich in das

wieder besiedelte Zisterzienserkloster Fontfroide

bei Carcassone zurück, wo er am 24.

Oktober 1870 im Alter von 63 Jahren starb.

Seine Mystik des Apostolats war bestimmt von

Christus- und Marienfrömmigkeit. „Gott lieben,

die allerseligste Jungfrau und die Menschen“,

war die Zielforderung des Hl. Antonio.

Antonio Maria Claret, ein Mann von unvorstellbarer

Aktivität, lebte nicht außerhalb der Welt.

Er war vielmehr der Meinung, dass gerade

die Menschen in der Welt berufen sind, das

Evangelium zu verkünden. Von daher förderte

er das Laienapostolat und das geistliche Leben

der Laien ebenso. Genau das, was heute auch

geschehen muss. Seine Reliquien ruhen in Vich

bei Barcelona. Was sein Leben getragen und

erfüllt hat, verriet er in einer seiner Schriften:

„Die Tugend, die ein apostolischer Arbeiter

nötig hat, ist die Liebe. Er muss Gott lieben und

die Menschen. Hat er diese Liebe nicht, dann

werden ihm all seine Fähigkeiten nicht helfen.

Mit dieser Liebe aber und den gewöhnlichen

Fähigkeiten wird er alles überwinden.“

Wort des lebens

Denn groß ist die Macht Gottes und von

den Demütigen wird er verherrlicht. Such

nicht zu ergründen, was dir zu wunderbar

ist, untersuch nicht, was dir verhüllt ist.

Was dir zugewiesen ist, magst du durchforschen,

doch das Verborgene hast du nicht

nötig. Such nicht hartnäckig zu erfahren,

was deine Kraft übersteigt. Es ist schon zu

viel, was du sehen darfst. Vielfältig sind

die Gedanken der Menschen, schlimmer

Wahn führt in die Irre. [Wer kein Auge hat,

dem fehlt das Licht, wer keine Einsicht

hat, dem fehlt die Weisheit.] Ein trotziges

Herz nimmt ein böses Ende, wer aber das

Gute liebt, den wird es geleiten.

Sir 3,19-26

Insgesamt gibt es 21 Konzilien. Sie sind Bischofsversammlungen

mit dem Papst, die

verschiedene Fragen der Lehrentwicklung

der Kirche behandeln, der Disziplin bzw. Angelegenheiten

der Kirchenreform. Die ersten

acht Konzilien werden die Ökumenischen

Konzilien des Altertums genannt. Kaum

hatte die Kirche durch die Konstantinische

Wende ihren äußeren Frieden gefunden, da

entstanden im Inneren neue Streitigkeiten.

Die Kirche wurde zum Schauplatz heftiger

Lehrgegensätze, in die die römischen Kaiser

maßgeblich eingriffen. Es ging zum einen

um das Verhältnis zwischen Gottvater, Jesus

Christus und dem Heiligen Geist, zum

anderen, wenn Jesus zugleich Mensch und

Gott ist, wie ist dann das Verhältnis zwischen

seiner göttlichen und menschlichen

Natur? Wichtiges Thema der Konzilien war

der Bilderstreit.

1. Das 1. Konzil von Nizäa

(325, Papst Silvester)

2. Das 1. Konzil von Konstantinopel

(381, Papst Damasus I.)

3. Das Konzil von Ephesus

(431, Papst Cölestin I.)

4. Das Konzil von Chalkedon

(451, Papst Leo d. Große)

5. Das 2. Konzil von Konstantinopel

(553, Papst Vigilius)

6. Das 3. Konzil von Konstantinopel

(680-81, Papst Agato und Leo II.)

7. Das 2. Konzil von Nizäa

(787, Papst Hadrian I.)

8. Das 4. Konzil von Konstantinopel

(869-70, Papst Nikolaus I. und Hadrian II.)

Im Rahmen des Pfarrfest-Sonntags am 8. Juli

wurde während der Festmesse um 9.00 Uhr

auch Don Mirko feierlich verabschiedet. Im

Rahmen der Predigt hat der Pfarrer auf die

Bedeutung des Priestertums in unserer Zeit

hingewiesen und dem scheidenden Pfarrer

für sein seelsorgliches Wirken sehr herzlich

gedankt, aber ihm auch gewünscht, dass er

in seiner neuen Pfarre als Seelsorger von

Zell am Moos und Oberhofen dankbar und

liebevoll aufgenommen wird. Beim Maibaumumschneiden

zeigte sich Don Mirko

sehr geschickt. Bis in die Abendstunden

saßen wir gemütlich beisammen. Auch Bürgermeister

Ing. Norbert Vögerl bedankte

sich im Namen der Marktgemeinde am

Patroziniumsfesttag.

Kleine notizen zur Geschichte

des Christentums (35)

DIE KOnZIlIEn In DEr

KIrCHEnGESCHICHtE

Dann kamen die sieben päpstlichen Generalkonzilien

des Mittelalters, die sich mit sehr

unterschiedlichen Fragen beschäftigten. Die

ersten vier wurden im Lateranpalast, der Residenz

des Papstes, abgehalten. Dann kamen

die zwei Konzilien von Lyon und schließlich

Vienne. Das 4. Laterankonzil war die größte

und prunkvollste aller Kirchenversammlungen

des Mittelalters.

9. 1. Laterankonzil

(1123, Papst Kallixtus II.)

10. 2. Laterankonzil

(1139, Papst Anaklet)

11. 3. Laterankonzil

(1179, Papst Alexander III.)

12. 4. Laterankonzil

(1215, Papst Innozenz III.)

13. 1. Konzil von Lyon

(1243-54, Innozenz IV.)

14. 2. Konzil von Lyon

(1271-76, Gregor X.)

15. Konzil von Vienne

(1311-1312, Clemens V.)

Dann kamen drei Konzilien, wo es vor allem

um das Verhältnis Papst und Konzil und um

Schismen ging. Drei Aufgaben hatte das Konzil

von Konstanz beschäftigt: Beseitigung des

abschied

von Don Mirko

Schismas (causa unionis), die Verteidigung der

Kirche gegen die Irrlehren von John Wyclif

und Jan Hus (causa fidei) und die Reform der

Kirche (causa reformationis).

16. Konzil von Konstanz (1414-1418)

17. Konzil von Basel-Ferrara-Florenz

(1431-37)

18. 5. Laterankonzil (1512-1517)

Das Konzil von Trient beschäftigte sich mit

vielen theologischen Fragen, die im Zuge

der Reformation geklärt werden mussten.

Paul III. rief ein Konzil ein, zur Beseitigung

der religiösen Zwietracht, zur Reform des

christlichen Volkes und zur Befreiung der von

den Türken unterjochten Christen.

19. Konzil von Trient (1545-1563)

Dann folgten die zwei Vatikanischen Konzile.

Von den rund 1050 katholischen Bischöfen,

die es damals gab, nahmen 774 am 1. Vatikanischen

Konzil teil. Sie kamen aus allen fünf

Erdteilen, davon 40 aus Deutschland und

Österreich-Ungarn. Im Wesentlichen kann

man fünf Strömungen unterscheiden, die seit

1900 eine Vertiefung des Kirchenverständnisses

vorbereiteten: die Liturgische Bewegung,

die Aktivierung der Laien, die Europäisierung

der Kirche, die Ökumenische Bewegung und

Theologische Neuansätze.

20. 1. Vatikanischen Konzil

(1869-70, Pius IX.)

21. 2. Vatikanisches Konzil (1962-1965,

Papst Johannes XXIII. und Paul VI.)

Probleme in der Kirche

Es wird keiner in unserer Zeit bestreiten können, dass die Kirche viele Probleme hat und in einer großen Krise steckt. Die Kirche

hat aber auch eine Botschaft. Probleme in der Kirche können aber auch ein Vorwand sein, genau diese Botschaft nicht an sich

heranzulassen. Immer wieder bestätigen Zeugnisse, dass der Glaube der Kirche mehr als jede andere Hypothese auf die Bedürfnisse

des Herzens antwortet.

24 Nr. 171 September 2012

25


DOMInIKuS unD

DEr Hl. rOSEnKranZ

Der hl. Dominikus war ein Förderer und

Verbreiter des Rosenkranzgebetes zu Ehren

der Allerseligsten Jungfrau Maria. Das

Gebet des Rosenkranzes lädt uns zu einer

Betrachtung der Mysterien Christi mit der

Gottesmutter ein, die mit der Menschwerdung,

der Passion und der Auferstehung

ihres Sohnes auf ganz besondere Weise in

Verbindung steht. Das Gebet des Rosenkranzes

enthält die größte Stärke für einen Sieg

über Glaubensfeinde.

Der hl. Dominikus war ein Mensch des

intensiven Gebetes. Er schenkte seiner persönlichen

Begegnung mit Jesus viel Zeit und

widmete sich mit großer Hingabe dem Studium

des Menschen Jesu. Seine Mitbrüder

wurden Zeugen der außergewöhnlichen

spirituellen Sensibilität des hl. Dominikus

und übernahmen dessen „Art zu beten“.

Nach einer Legende habe die Gottesmutter

selbst ihm das Beten des Rosenkranzes beigebracht,

da diesem Gebet eine große Stärke

innewohne, die zum Sieg über Glaubensfeinde

verhelfe. Dank dieses Gebetes finden

nach wie vor viele Sünder zum katholischen

Glauben und rezitieren es, um Fürsprache

zu erbitten und Gnade zu empfangen.

Der hl. Dominikus erinnert uns an die Notwendigkeit,

im Herzen der Kirche das Feuer

der Mission niemals erlöschen zu lassen,

denn es ist der Ursprung unserer Leidenschaft

zur unaufhörlichen Verbreitung des

Evangeliums, wo es gebraucht wird. Christus

ist das kostbarste und wirksamste Gute,

zu dessen Liebe jeder Mann und jede Frau

zu jeder Zeit berechtigt ist. Die ikonografischen

Attribute des hl. Dominikus sind

verschiedene Symbole; unter anderem der

Rosenkranz, der eine große Stütze in seinen

Predigten darstellte.

Der Gottesmutter ist das Rosenkranzgebet

deshalb sehr lieb, weil es das Gebet

der Einfachen und Bescheidenen ist, aber

von allen Menschen zu jeder Zeit und an

jedem Ort gesprochen werden kann. Im

Rosenkranzgebet erweist der Betende Gott

und der Gottesmutter seine Ehre. Dies offenbart

uns die Jungfrau Maria in all ihren

Erscheinungen in Fatima und in Lourdes.

Besonders eindrucksvoll verkörpert sie den

Titel „Gottesmutter zum Rosenkranz“ in

Fatima. In jeder Erscheinung empfiehlt sie

ihren Kindern dieses Gebet zum Lobpreis,

zur Danksagung und für die Bitte um die

Stützung und die Gnade Jesu.

Zum rosenkranzmonat –

Im Einsatz gegen die

Zerstreuung

Nach der Schlacht bei Lepanto wurde das

Fest der Gottesmutter zum Rosenkranz

durch Papst Pius V. eingeführt. Einem Bericht

zufolge befand sich der Papst in Rom

und erbat im Rosenkranzgebet den Sieg

über die türkische Flotte. Als er die Kapelle

verließ, verkündete er, einer Eingebung

folgend, den Sieg der christlichen Flotte

und führte das Fest der Gottesmutter vom

Siege ein, wobei er in der Lauretanischen

Litanei Titel „Hilfe der Christen“ hinzufügte.

tHErESIa VOn lISIEuX

unD DEr rOSEnKranZ

Theresia von Lisieux war der Rosenkranz

von früherer Kindheit an vertraut. Im Elternhaus

betete man den Rosenkranz und

ebenso in der Kirche. Sie hat den Rosenkranz

als Gemeinschaftsgebet erlebt, und auch,

als sie bei den Karmelitinnen eintrat, betete

sie den Rosenkranz, allerdings am liebsten,

wenn sie ihn mit anderen Schwestern beten

konnte. Sie fühlte sich durch das gemeinsame

Beten getragen und nicht so sehr abgelenkt.

Sie gesteht ganz offen, dass sie beim gemeinsamen

Beten des Rosenkranzes sehr

viel andächtiger und gesammelter war, als

wenn sie ihn allein betete. „Allein den Rosenkranz

zu beten, kostet mich Überwindung,

weil ich ihn schlecht bete. Ich kann mich

noch so sehr bemühen, die Geheimnisse

des Rosenkranzes zu betrachten, es gelingt

mir nicht, meinen Geist zu sammeln. Lang

war ich untröstlich über diesen Mangel an

Andacht, der mich verwunderte, denn ich

liebe die Gottesmutter so sehr, dass es mir

leicht fallen sollte, zu ihren Ehren Gebete

zu sprechen, die ihr wohl gefallen. Jetzt

betrübe ich mich weniger, und denke, die

Himmelskönigin wird als meine Mutter

den guten Willen sehen und sich damit

zufrieden geben.“

Von ihrer Schwester Celine wissen wir,

dass Theresia vom Kinde Jesus täglich den

Rosenkranz gebetet hat. Dabei hat sie immer

ein Anliegen damit verbunden. Sie betete

immer für jemanden, der ihr Gebet brauchte.

Das habe ihr geholfen, die Zerstreuungen

zu überwinden und die Geheimnisse des

Rosenkranzes noch tiefer zu betrachten.

Theresia von Lisieux, die Heilige des „Kleinen

Weges“, hatte, wie wir sehen, mit ähnlichen

Schwierigkeiten zu kämpfen, über die nicht

wenige Rosenkranzbeter auch in unserer

Zeit klagen. Die Schwierigkeiten konnte

sie überwinden in der Gemeinschaft der

Beter. Hier wurde sie vom Beten der anderen

mitgetragen und mitgenommen. Solche und

ähnliche Erfahrungen machen auch heute

jene wenigen Familien, die ebenso noch

den Rosenkranz gemeinsam beten. Diese

Erfahrung machen Pfarrgemeinden, in denen

sich die Rosenkranzbeter zum gemeinsamen

Gebet zusammenfinden.

Um Ihre Zerstreuung zu überwinden, hat

Theresia von Lisieux immer ihr Gebet mit

einem Anliegen verbunden. Sie betete

meistens für Menschen, die das Gebet

besonders brauchten. Das kann man von

der Kleinen Theresia lernen: Man sollte

beim Rosenkranzbeten immer ein Anliegen

mit dem Gebet verbinden. Es gibt so viele

Menschen, die das Gebet brauchen. Es

gibt so viele Anliegen, die wir mit unserem

Gebet begleiten sollten. Da sind jene

Menschen, die krank sind, andere, die

Eheprobleme zu bewältigen haben, wieder

andere, die im Beruf große Sorgen haben.

Das Gebet kann helfen. Und da sind die

großen Nöte unserer Zeit: der Mangel an

Priester- und Ordensberufen, die verfolgten

Christen in so vielen Ländern, der bedrohte

Friede, die Kriege in aller Welt, der allgemeine

Glaubensschwund, die Einheit der

Christenheit. Anliegen ohne Ende sind

es, die unser Gebet brauchen. Theresia

von Lisieux hat immer wieder erfahren

dürfen, dass ihr Gebet erhört wurde. Das

Wort unseres Herrn und Meisters: „Bittet,

und ihr werdet empfangen!“ ist nach wie

vor gültig. Wenn wir beten, wenn wir zum

Rosenkranz greifen, bleiben auch wir mit

unseren Anliegen nicht unerhört.

Der rosenkranz in

unserer Pfarrkirche

Wir laden zum Oktoberrosenkranz

Sonntag, 8.00 Uhr

Montag, 17.30 Uhr

Dienstag, 7.30 Uhr

Mittwoch, 17.30 Uhr

Donnerstag, 17.30 Uhr

Freitag, 18.30 Uhr

Samstag, 17.30 Uhr

„Diagnose und Therapie der Unfruchtbarkeit“

war Ende Februar das Thema der achtzehnten

Generalversammlung der „Päpstlichen

Akademie für das Leben“. Die Frage, die

sich stellt, heißt, was tun, wenn sich bei

einem Elternpaar der Kinderwunsch nicht

erfüllt? Papst Benedikt XVI. legte in seiner

Ansprache beim Empfang der etwa

zweihundert anwesenden Mitglieder der

Akademie den Akzent auf die Ganzheitlichkeit,

mit der Mann und Frau, aber auch

die Wissenschaft und die Pharmaindustrie

diese Frage angehen müssten. Ohne einen

Zweifel aufkommen zu lassen, betonte der

Papst, dass die Ehe zwischen Mann und Frau

„der einzig würdige Ort“ für das Geschenk

der Nachkommenschaft sei. Wenn es um die

Würde der Fortpflanzung geht, dann geht

es nicht um ein „Produkt“, das „gemacht“

wird, sondern um „ihre Verbindung mit dem

ehelichen Akt, der Ausdruck der Liebe der

Um es sogleich vorweg zu nehmen: Wie

das tägliche Brot braucht das Kind die Liebe

seiner Mutter. Wir wissen heute, dass der

Komfort ganz sicher nicht ausreicht, um „fehlende

Nestwärme“ auszugleichen. Worum

geht es, wenn wir eine kleine Besinnung

über die Liebe halten? Es geht um ein Gefühl

zärtlicher Zuneigung, aber noch mehr um

eine opferbereite Liebe, die dann gegeben

ist, wenn die Mutter ihrem Kind Zeit und

Zuwendung schenkt.

Was ist es für ein bedenkliches Risiko für

die seelische Entwicklung, wenn Mütter ihre

Kinder sehr früh abgeben. Andere werden

herangezogen, um das Kind zu betreuen:

die fitte Großmutter, eine Tagesmutter oder

eine Kinderkrippe. Dem entgegen betonen

wir, dass der Mensch für seine geistige und

seelische Entwicklung von der frühesten

Säuglingsphase an eine intakte Bindung an

eine Pflegeperson braucht. Bereits ein Kind,

das neu geboren wurde, nimmt seine Pflegerin

wahr. Längst bevor ein Kind etwas sagen

kann, nimm sie in den Armen der Mutter Geborgenheit

wahr. Sehr bald beginnt das Kind,

die Pflegerin anzuschauen. Wissenschaftler,

die die Mutter-Kind-Beziehung erforscht

haben, machen uns darauf aufmerksam, dass

ein Kind bald nach der Geburt den Geruch

und die Stimme der Mutter von der anderer

Personen unterscheiden kann. Nach dem

gleichen Prinzip, dass das Kind das Gesicht

Kinder als Frucht

der liebe

EInE nOtWEnDIGE

KlarStEllunG

Eheleute ist, ihrer nicht nur biologischen,

sondern auch spirituellen Vereinigung.“

Wenn es nun bei der Zeugung von Kindern

Schwierigkeiten gebe, sei es für Paare legitim,

mit Hilfe der Wissenschaft „eine Antwort zu

suchen, die voll und ganz ihre Würde als

Person und als Eheleute respektiert“, sagte

der Papst weiter. Benedikt XVI. sieht bei der

Fortpflanzung eine gewisse Marktlogik, die

Einzug gehalten hat, sodass eine rein wissenschaftliche

Sicht der Zeugung und die Logik

auch wenn ich annehmen kann, dass niemand kommt, werde ich die

Beichtgelegenheit niemals ausfallen lassen. allein das geduldige Warten

und Beten des Priesters im Beichtstuhl wird die Herzen öffnen und das

Verständnis und damit die Sehnsucht nach diesem verlorenen Sakrament

wieder neu wecken.

lebenswichtige

Fragen der christlichen

Erziehung (40)

Die Mutter-Kind-Beziehung

der Mutter fixiert, wird bei Säuglingen

auch der Saugvorgang ausgelöst. So bindet

sich das Kind immer mehr an die Mutter,

und das Kind kennt die, die es betreut.

Dazu kommt, dass ein Kind, das unter der

freundlichen Zuwendung seiner Mutter die

ersten Nachahmungs- und Lernerfolge erlebt,

Lust zur Nachahmung bekommt. Deshalb ist

eine stabile Mutter – Kind- Beziehung eine

der notwendigsten Voraussetzungen für die

spätere Lernbereitschaft, Gewissenhaftigkeit

und Anpassungsfähigkeit eines Menschen.

Wenn sich oft Mütter um ihre Nachgeborenen

weniger kümmern, weil sie schon wieder

mehr Arbeit haben oder auch weniger

Lust, sich mit den Kleinen zu beschäftigen,

dann zeigt das auch, dass diese jüngeren

Kinder im Schulalter weniger lernwillig und

fleißig sind. Ältere Kinder zeigen, so belegen

es Untersuchungen, bessere Schulleistungen,

obwohl sie keineswegs intelligenter, aber

gewissenhafter sind.

Zusammenfassend können wir sagen, dass

eine stabile gefühlsmäßige Bindung zwi-

des Profits „heute das Feld der Unfruchtbarkeit

und der menschlichen Fortpflanzung zu

beherrschen und andere Forschungsbereiche

zu begrenzen“ scheinen. Zugleich stellte

das Kirchenoberhaupt fest, dass die Kirche

dem Leiden von unfruchtbaren Ehepaaren

große Aufmerksamkeit widme und daher

die medizinische Forschung ermutige. Allerdings

sei die Wissenschaft nicht immer

in der Lage, den Wünschen vieler Ehepaare

zu entsprechen. In einer gewinnorientierten

Gesellschaft landeten Eltern mit Kinderwunsch

auf dem Markt der künstlichen

Befruchtung, der faszinierende Möglichkeiten

verspricht und zugleich zur Quelle

für „schnelles Geld“ einer ganzen Industrie

geworden sei. Dass dabei der Mensch zum

Macher und „Schöpfer“ wurde, macht die

Problematik noch einmal deutlicher, dass

es sich niemals nur um ein „technisches

Problem“ handle.

Immer wieder gibt es Argumente,

hinter denen die Menschen sich

verschanzen, um ihre Sünde nicht

eingestehen zu müssen.

schen Kind und Mutter die grundlegende

Voraussetzung für seine Erziehbarkeit und

damit für die gesunde Lebensentfaltung ist.

Diese Bindung zwischen Mutter und Kind

kann nur entstehen: durch die Betreuung

des Kindes durch die gleiche Person in den

ersten achtzehn Lebensmonaten, indem das

Kind, das die Mutter sucht, die Mutter auch

findet, aber auch durch die Erwiderung des

Bedürfnisses nach Berührung. Der Mensch,

an den sich das Kind im Säuglingsalter gebunden

hat, hat auch später größere Chancen,

ein Kind wirkungsvoll zu beeinflussen. Einschränkungen,

Belehrungen und Verzichten

annehmen und ertragen, ist für ein Kind

leichter, wenn diese Forderungen von der

Person gestellt werden, an die es sich emotional

gebunden und von der es sich daher

geliebt fühlt. Gesunde und wirkungsvolle

Erziehung muss phasengerecht sein, das

heißt, sie setzt die genaue Beobachtung des

Kindes und Kenntnis der Entwicklungsgesetze

des Menschen voraus. Unbedingt muss

das Kind aber auch die Erfahrung machen,

dass die Mutter, zunächst für Minuten, später

auch für etwas längere Zeit, aus dem Blickbereich

verschwindet. Die Erfahrung, dass

die Mutter immer wieder bald kommt, die

gemeinsame Freude über das Wiedersehen

als Belohnung, sollte im Alter von einem Jahr

wohl dosiert eingeübt werden, um es dem

Kind zu ermöglichen, Trennungssituationen

angstlos zu ertragen.

26 Nr. 171 September 2012

27


Diese Kongregation ist für die missionarische

Tätigkeit der Kirche zuständig. Dabei erstreckt

sich das Aufgabenfeld in zwei Richtungen:

zum einen die konkreten kirchenrechtlichen

Kompetenzen für die traditionell als Missionsgebiete

der Kirche bezeichneten Regionen der

Welt; zum anderen die theologische Reflexion

über Mission und Evangelisierung der Kirche.

Die Kirche hat für die ihr zugeordneten

Gebiete weitreichende Kompetenzen: Sie

ernennt, versetzt und verteilt die pastoralen

Mitarbeiter; sie errichtet und verändert

kirchliche Verwaltungsbezirke, setzt die Ordinarien

ein und nimmt die Aufgaben wahr,

die die Kongregation für die Bischöfe für die

übrigen Gebiete der Kirche wahrnimmt. Zu

ihren Aufgaben gehören auch die Weckung

von geistlichen Berufungen in den Missionsländern

sowie der Aufbau lokaler kirchlicher

Strukturen. Sie sammelt materielle Hilfsmittel

für die Missionstätigkeit.

1599 errichtete Papst Clemens VIII. (1592-

1605) durch Kardinal Giulio Antonio Santori

die Kongregation „Propaganda Fide“. Schon

nach einem Jahr wurde die Arbeit der Kongregation

aus verschiedenen Gründen unterbrochen.

Der Name ist heute noch gebräuchlich

für die Bezeichnung der Kongregation. Bereits

vor dieser Zeit gab es seit dem späten 16. Jahrhundert

Kommissionen und Einrichtungen,

die sich speziell der Verbreitung des Glaubens

unter den „Ungläubigen“ widmeten. Gregor

Der Vatikan

in Vergangenheit und

Gegenwart (49)

KOnGrEGatIOn Für DIE

EVanGElISIErunG DEr

VÖlKEr

XV. ließ sich von den Missionswerken seiner

Vorgänger Pius V., Gregor XIII. und Clemens

VIII. anregen und errichtete die Kongregation

Propaganda Fide neu mit dem doppelten Ziel,

den katholischen Glauben bei den Ungläubigen

zu verbreiten und das Glaubensgut

zu schützen. Der Zuständigkeitsbereich der

„Kongregation für die Glaubensverbreitung“

erstreckte sich über den größten Teil der Welt

und blieb auch nach der allgemeinen Reform

der Röm. Kurie durch Pius X. erhalten. In

Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils

(1962-1965), das im Dekret Ad gentes vom 7.

Dezember 1965 noch einmal die Wichtigkeit

der Missionstätigkeit der Kirche anerkannt

hat (Nr.6), erhielt die Kongregation ihren

heutigen Namen. Ihre Zuständigkeiten blieben

auch nach der Kurienreform von 1967

durch Paul VI. und 1988 durch Johannes

Paul II. erhalten.

Zur Kongregation gehören vier Kommissionen,

an ihrer Spitze jeweils ein Prä-

adventbesinnungstage in admont

30. November – 1. Dezember 2012

Impulse für die Adventszeit von Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner

Anmeldung im Pfarramt: 07562/5258

Fünf Mal im Jahr trifft sich dieser Arbeitskreis,

der aus 8 Mitarbeitern besteht und

sich mit den verschiedensten Bereichen

der Verkündigung beschäftigt. So gehört in

unseren Aufgabenbereich die Gestaltung des

Pfarrbriefes „Lebendige Pfarre“. Betreut wird

auch der Schriftenstand in der Pfarrkirche,

um alle Interessierten mit guter geistlicher

Literatur zu versorgen. Aktuell und ansprechend

wird unser Schaukasten gestaltet,

damit alle Interessierten sofort sehen, welche

Angebote und Veranstaltungen es in der

Pfarre gibt. Anfang November laden wir

zur Buchausstellung ins Pfarrheim, wo sich

ein breitgefächertes Angebot an Büchern,

Spielen, Kleinschriften, Kalendern … findet.

Und schließlich wird es auch in Zukunft

wieder vermehrt das Angebot von Vorträgen

in unserer Pfarre geben, immerhin gibt es

das Katholische Bildungswerk in unserer

Pfarre schon mehr als 50 Jahre.

arbeitskreis

„Verkündigung“

sident, dazu ein Sekretär, Konsultoren

und Fachleute, die sich mit besonderen

Fragen beschäftigen: Theologie und Spiritualität,

Kommission für die Revision

der Synoden, Pastoralkommission für das

Studium der Grundsätze der Mission und

die Kommission für Katecheten und Katechese.

Zur Kongregation gehören auch

das Leitungsgremium der „Päpstlichen

Missionswerke“ sowie ihr oberster Rat. Sie

sind die Organisationen des Heiligen Stuhls

für die missionarische Zusammenarbeit auf

wirtschaftlichem Gebiet. Zu ihren Aufgaben

gehört auch die Förderung des Missionsbewusstseins

und des Bewusstseins

für die Weltkirche sowie die materielle

Unterstützung der Missionsarbeit.

Unter dem Vorsitz eines Kardinalpräfekten

gehören zur Kongregation ca. 50 Mitglieder:

37 Kardinäle, dazu von Amts wegen

die Kardinal-Präsidenten der drei Päpstlichen

Räte für die Einheit der Christen,

für den interreligiösen Dialog und für die

Kultur, sechs Erzbischöfe und Bischöfe,

drei Nationaldirektoren der Päpstlichen

Missionswerke, zwei Generalobere. Sie

verfügt über ein Beraterkollegium, dem

über 40 Experten verschiedener kirchlicher

Disziplinen aus verschiedenen Ländern

angehören. Die Kongregation gehört zu den

einflussreichsten und mächtigsten Dikasterien

innerhalb der Römischen Kurie.

Cäcilienfestmesse

Donnerstag, 22. November,

19.00 Uhr, Pfarrkirche

Musikantentreffen im Pfarrheim

Am Foto von links nach rechts: DI Bernhard

Steiner, Rosina Pernkopf, Elisabeth

Baumschlager, Birgit Klappacher, Pfarrer Dr.

Gerhard M. Wagner, Luzia Thallinger, Mag.

Michael Thallinger und Mag. Anita Groß

Philadelphia war der unbedeutendste Ort

der sieben Gemeinden aus der Offenbarung.

Erst spät entwickelte er sich zur

Stadt, heute sieht man nur wenige Ruinen.

Der Ort lag am äußersten Rand des Gebietes,

in dem hellenistische Zivilisation und

christliche Gemeinde Fuß gefasst hatten.

Daher kam ihm eine große Bedeutung für

die weitere Verbreitung dieser umwälzenden

Einflüsse zu. Neben Smyrna ist

Philadelphia die einzige Gemeinde der

sieben, über die der Hl. Johannes nichts

Negatives schreibt.

Das alte Philadelphia, die Stadt der brüderlichen

Liebe, liegt etwa 45 km südöstlich

von Sardes. Oberhalb der Stadt gab es eine

Zitadelle, die Angreifern wohl Widerstand

leisten konnte, im unteren Teil der Stadt sieht

man noch Überreste dicker byzantinischer

Mauern, die im Mittelalter die äußere Verteidigungslinie

darstellten. Philadelphia liegt in

einer Zone der Westtürkei, in der Erdbeben

Sommmerprogramm

der Jugend

Auch in den Ferien trafen sich Jugendliche

unserer Pfarre. So gab es auch heuer

wieder verschiedene Sommerangebote

für unsere Jugend. So trafen sich junge

Leute aus unserer Pfarre nicht nur zu

einem Wuzzelturnier, sondern auch zum

Wandern usw. Danken wollen wir allen,

die Verantwortung für das Sommerprogamm

übernommen haben, aber auch

jenen, die daran teilgenommen haben.

In Röm 15,19b-21 schaut Paulus auf die von

ihm bisher geleistete Missionsarbeit zurück.

In diesem kurzen Rückblick nimmt Paulus

Stellung zu seinem missionarischen Vorgehen:

Er hat nicht in Gebieten missioniert,

in denen andere Missionare den Namen

Christi schon verkündigt haben (vgl. 2 Kor

10,15.16). Darüber hinaus umreißt der Völkerapostel

sein Missionsgebiet: Ausgangspunkt

seiner missionarischen Tätigkeit ist

Jerusalem, vorläufige Grenze die römische

Provinz Illyrien. Wie aus seiner Romkorrespondenz

deutlich wird, betrachtete Paulus

Spanien, das äußerste Ende der damaligen

Welt, als eigentlichen Zielpunkt seiner Missionstätigkeit

(Röm 15,24). Auf dem Weg

dorthin beabsichtigte er, seinen lang gehegten

Wunsch zu verwirklichen und die

Gemeinde in Rom zu besuchen (Röm 1,13),

von der er sich auch Reisegeleit und Unterstützung

für die Spanienmission erhoffte

Die Sendungsschreiben

an die sieben Gemeinden

der Offenbarung (6)

an DIE GEMEInDE VOn

PHIlaDElPHIa ( OFFB 3,7-13)

sehr häufig sind. Der Ort wurde 17 n. Chr.

und 23 n. Chr. von Beben zerstört, aber

dank der Großzügigkeit des Kaisers Tiberius

wurde er wieder aufgebaut.

Johannes beginnt sein Sendschreiben an die

Kirche von Philadelphia, indem er Christus

als den Wahrhaftigen, der den Schlüssel

Davids hat, vorstellt. Das ist der Schlüssel,

der die heilige Stadt Jerusalem öffnet, es ist

der Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt

(Offb 1,18). Die Tür schließen bedeutet, dass

eine Gelegenheit nicht mehr besteht, sie

auS DEM lEBEn DES

Hl. PauluS (16)

Sein Missionsgebiet

(Röm 15,24). Vorher allerdings plante Paulus

die Übergabe der Kollekten der Gemeinden

aus Achaja (Südgriechenland) und Mazedonien

(Nordgriechenland) in Jerusalem (Röm

15,25-26). Die Erwähnung Jerusalems als

Ausgangspunkt der Völkerweltmission hebt

die theologische Bedeutung der Stadt für

Paulus hervor. In Jerusalem befand sich der

Tempel als Ort der Präsenz Gottes bei seinem

Volk Israel, hier war Jesus Petrus und dem

Zwölferkreis als Auferstandener erschienen

(vgl. 1 Kor 15,5). In Jerusalem war die erste

an Jesus als Messias glaubende jüdische

Gemeinschaft, die Urgemeinde, entstanden,

die von Jakobus, Petrus und Johannes, den

öffnen heißt, dass sie durch Christus in das

himmlische Königreich eintreten. Gemeint

sein könnte aber auch die Tür zum christlichen

Leben, das immer neue Ansprüche

stellt und neue Möglichkeiten bietet. Hat

man einerseits den Eindruck, dass die Gemeinde

in Philadelphia klein und arm ist, so

wird ebenso deutlich, dass ihre Anhänger

Christus nicht verleugnet haben. Obwohl

die Christen nur wenig Macht besitzen,

haben die Christen in dieser Stadt sich an

das Wort Gottes gehalten. In der Stunde der

Versuchung wird Christus bei ihnen sein,

zur Belohnung wird der Sieger eine Säule

im Tempel Gottes sein und immer darin

verweilen. Die Säule trug drei Namen: Gott,

Jerusalem und Christus. Das ist die endgültige,

eschatologische Vision des Johannes in

der Offenbarung, und sie beschreibt die letzte

Hoffnung der Gläubigen – eine himmlische

Stadt. Sie wird vom Himmel als Braut Christi

herabkommen. Die Sieger werden die Bürger

dieser Stadt sein.

sog. „Säulen“ (Gal 2,9) geleitet wurde. Die

Berufung zum Apostel ereignete sich hingegen

nicht in Jerusalem, sondern in der Nähe

von Damaskus (Gal 1,17), von wo aus sein

missionarisches Wirken dort und im nabatäischen

Königreich seinen Anfang nahm. Von

diesem ersten Wirken ist die vom syrischen

Antiochien ausgehende sog. antiochenische

Mission auf Zypern und in den Städten

Antiochiens in Pisidien, Ikonion, Lystra und

Derbe, die zur Provinz Galatia gehörten,

zu unterscheiden. Paulus unternahm diese

sog. „erste Missionsreise“ (vgl. Apg 13-14)

mit Barnabas, wahrscheinlich unter dessen

Leitung. Einen weiteren Einschnitt stellt das

Apostelkonzil dar, auf dem die paulinische

Mission der Völkerwelt seitens der Jerusalemer

Gemeinde anerkannt wurde. Ihm

folgten die Verkündigung des Evangeliums

Jesu Christi und Gemeindegründungen in

den Metropolen der Mittelmeerwelt.

28 Nr. 171 September 2012

29


Ein Bauer aus Tekoa (Am 1,1) in Juda – ein

kleiner Ort 16 km südlich von Jerusalem,

am Übergang des Kulturlandes in die Steppe

– tritt am wichtigsten Wallfahrtsort Bet

El des Nordreiches Israel auf und wirkt als

Prophet. Er fühlt sich berufen und verbreitet

am Hofheiligtum Jerobeams II. (782-747 v.

Chr.) prophetische Einsichten. Es ist um 760 v.

Chr. Sein Name ist Amos und er betont stolz:

„Ich bin kein Mann aus einer bezahlten Prophetenzunft

am Königshof. Ich bin ein freier

Bauer und züchte Vieh und Maulbeerbäume.“

Amos lebte von der Landwirtschaft. (vgl. Am

7,14). Stolz und großes Selbstbewusstsein

sprechen aus diesen Worten. Von Gott als

einfacher Mann berufen, verließ er seine

Herden (vgl. Am 7,15) und begab sich von

Judäa nach Israel in das Zehnstämmereich,

das sich in politischer und wirtschaftlicher

Blüte befand.

Bet-El erinnert an den Traum des Stammvaters

Jakob von der Himmelsleiter. Wörtlich heißt

der Ort „Haus Gottes“. Die Könige von Israel

bauten ihn aus als zentralen Wallfahrtsort

ihres Reiches. Als Amos hier predigt, fährt

der Oberpriester Amazja ihn an: „Geh‘ in

deine Heimat nach Juda, ernähre dich redlich,

dann kannst du dort als Prophet auftreten.

Hier hast du nichts zu suchen.“ Bet-El ist ein

Reichstempel, und nur der König bestimmt,

was geschieht“ (Am 7,12). Obwohl Amos

wahrscheinlich nur wenige Tage auftreten

konnte und dann abgewiesen wurde, ist er

aber doch nicht der Vergessenheit anheimgefallen,

die man ihm zugedacht hatte.

Vielleicht stammt Amos noch aus einer weitgehend

intakten Gesellschaft in Juda, die sehr

Kleine Zugänge zum

alten testament (10)

DEr PrOPHEt aMOS IM

nOrDrEICH

stark bäuerlich geprägt war und noch nicht

unter königlichem Herrschaftsjoch litt. Das

Nordreich Israel beherrschte damals sehr

erfolgreich König Jerobeam II. (781-742 v.

Chr.). Obwohl es wirtschaftlich hervorragend

ging, verwies er in seiner Predigt auf den

inneren Verfall, den die glänzende Fassade

des wirtschaftlichen Aufschwungs nicht

verbergen konnte. Auf religiösem, sittlichem

und sozialem Gebiet herrschten schlimmste

Missstände, denn die Kluft zwischen Arm

und Reich vertiefte sich immer mehr. Amos

spürte den Ruf Gottes, Israel zu mahnen und

auf den rechten Weg zu führen. Er analysierte

die gesellschaftliche Lage klar und formulierte

in scharfen Gerichtsreden die Gefahren, die

bei Fortdauer der Unrechtssituation drohten.

Soziale Vergehen (vgl. Am 5,7.10-15) werden

schonungslos aufgedeckt.

Das zentrale Thema seiner Predigt war die

Gottesfrage. Seine Verkündigung in deutlicher

Sprache und eindrucksvollen Bildern

droht das göttliche Gericht an. Israel ist nicht

lebensfähig als Volk ohne Treue und eindeutigen

Glauben an den Gott Jahwe. Was

bereits die Propheten wie Elija und Elischa

in grauer Vorzeit verkündeten, machen die

Schriftpropheten zum Hauptthema. Als erster

tritt Amos ins Rampenlicht der Geschichte.

Er geißelt das goldene Stierbild in Bet-El als

Mißbrauch, Götzendienst und Abfall von dem

einen Gott Jahwe. Erst in der Katastrophe

von 722, der Zerstörung des Nordreiches

durch den Assyrerkönig Salmanassar, und

später der Vernichtung Jerusalems 586 v.

Chr. scheint wie eine Fackel das Gericht auf

und die Wahrheit der Prophetenrede des

Amos kommt endgültig ans Licht. Auch zieht

Amos gegen den veräußerlichten Kult (vgl.

Am 5,21-27) zu Felde, denn der Herr lässt

sich durch den Kult Israels nicht täuschen,

sondern er fordert Verantwortung, die auch

Gericht zur Folge haben kann.

Die Ausweisung durch den Oberpriester

Amazja lässt Amos kalt. Er weiß sich berufen

von Gott und tritt auf, sei es gelegen

oder ungelegen. Die Frage nach Gott muss

öffentlich und eben nicht nur zuhause gestellt

werden; die Folgen für das Zusammenleben in

Gerechtigkeit und Freiheit sind immer wieder

anzumahnen. Wir sollten uns das Selbstbewusstsein,

den Mut und die Unabhängigkeit

des Propheten Amos zum Vorbild nehmen

und seine Qualitäten in unser christliches

Bekenntnis einbringen. In einer Zeit, wo

ein buntes Vielerlei uns bestürmt, melden

sich viele mit eigenen Vorstellungen und

Entwürfen zu Wort. Wir müssen das unaussprechliche

Geheimnis, das wir Gott nennen,

ganz neu suchen. Oder nein, eigentlich gilt

das Umgekehrte: Das Geheimnis unseres

Lebens, Gott genannt, ist dabei, uns ganz neu

aufzusuchen. Denn Gott ruft in Stimmen nach

uns, die uns allzu leicht entgehen: in Stimmen

von Kindern und all den anderen kleinen

Menschen, in den Stimmen der Armen und

Unterdrückten; in den Stimmen, die von den

maßgebenden Mächten übertönt und zum

Schweigen gebracht werden.

Was der Hl. antonius einmal gesagt hat (+1231)

Manchem fehlt bei der Beichte die Sprache und er murmelt seine Sünden daher. Er schämt sich nur, dass er sie bekennen soll,

nicht aber, dass er sie begangen hat. Ich beichte zwar bei einem Menschen, nicht als einem Menschen jedoch beichte ich ihm,

sondern als dem Stellvertreter Gottes.

Er wurde in Rom als Sohn des Subdiakons

Stephanus geboren. Er war Presbyter und

Vertreter der Fraktion, die sich gegen Gregor

und das Mönchtum stellte. Er – der „von

Gott Gegebene“ - wurde fünf Monate nach

dem Tod Bonifaz‘ IV. zum Papst gewählt. Er

weihte 14 Presbyter und führte ein abendliches

Stundengebet für den Klerus ein, den er

stark bevorzugte. Sein Pontifikat fällt mit einer

Periode zusammen, in der sich das Gefühl

der Unduldsamkeit und der Willen zur Unabhängigkeit

gegenüber der byzantinischen

Macht auf immer klarere und heftigere Weise

bemerkbar machte. Es gab Aufstände in Ravenna,

in Neapel und selbst in Rom. Die von

Die Päpste: Ihr leben im laufe

der 2000-jährigen Geschichte (67)

Hl. aDEODatuS I.

(615 – 618)

den Langobarden regierten Gebiete genossen

dagegen eine gewisse Ruhe. Adeodatus oder

Deusdedit genoss den Ruf eines Wundertäters,

da er auch die schwersten Formen der Pest

heilen konnte, indem er bloß seine Lippen

auf die unsauberen Wunden der Kranken

legte. Von ihm kennt man das Bleisiegel, mit

dem er als erster Papst das päpstliche Siegel

zum Verschluss der päpstlichen Bullen und

Dekrete verwendete. Darauf waren der Gute

Hirte unter den Schafen und die christologischen

Symbole Alpha und Omega zu sehen.

Er war der Erste, der dieses Siegel benützte.

Er hat eine runde Form und die Größe einer

Münze und heißt auf Lateinisch bulla. Er

hinterließ für jeden bei seiner Begräbnisfeier

anwesenden Kleriker ein silbernes Geschenk.

Er war der erste Papst, der bei seinem Tod

seinem Klerus eine Vergütung und Spenden

hinterließ. Er starb am 8. November 618 und

ist in den Vatikanischen Grotten beigesetzt.

Auf seinem Grabstein ließ Papst Honorius

meißeln, Adeodatus sei einfach, demütig,

weise und scharfsinnig gewesen.

Das deuterokanonische (= findet sich nicht in

der hebräischen „Bibel“) Buch wird im ersten

Vers auf Baruch, den Schreiber des Propheten

Jeremia (vgl. auch Jer 36,4-6.10.26f.32)

zurückgeführt. Es ist uns in griechischer Sprache

überliefert. Das 6. und letzte Kapitel des

Buches, der so genannte Brief des Jeremia,

ist ein von den anderen fünf Kapiteln unabhängiges

Werk.

Der Prophet Baruch und seine Zeit

Baruch [hebr. „der Gesegnete“, „er sei gesegnet“;

dt. Benedikt (!) – engl. Barack (Obama!)

– arab. Barak] ist der Schüler, Schicksalsgefährte

und Sekretär des Propheten Jeremia.

Von ihm wird berichtet, dass er zumindest

die Urrolle und die Leidensgeschichte des

Jeremia (Jer 26ff) aufgeschrieben hat. [Sein

Namenstag wird in der orthodoxen Kirche

am 28. September gefeiert!] Sein Beruf zeigt,

dass er für damalige Verhältnisse hoch gebildet

war und eine führende Stellung eingenommen

haben dürfte. Er verlas in der Zeit

des König Jojakim (609-598 v.Chr.) die von

Jeremia diktierten Drohworte im Tempel

(Jer 36,9f) und dann auch vor den Verwaltungs-

und Regierungsbeamten des Königs

(Jer 36,14-18). Diese Drohworte waren ein

Angriff auf den regierenden König und eine

Anprangerung der Übel des Volkes. Darum

riet man Jeremia und Baruch, sich sofort zu

verstecken (Jer 36,19). König Jojakim ließ sich

die „Jeremia“-Aufzeichnungen vorlesen und

verbrannte dann Abschnitt für Abschnitt der

Prophetenrolle. Die - inzwischen im Untergrund

verschwundenen - Urheber befahl

er einzusperren (Jer 36,26). Baruch schrieb

auf Jeremias Diktat hin die Rolle ein zweites

Mal (Jer 36,27-32). Unter Zidkija (597-586 v.

Chr.) wurde Baruch von Jeremia beauftragt,

von seinem Cousin in Anatot außerhalb der

Das Buch Baruch (1)

DEr PrOPHEt unD DIE

GrunDZüGE

belagerten Stadt einen Acker zu kaufen. Diese

Zeichenhandlung war eine Verheißung dafür,

dass nach dem erwarteten Gericht das

Leben in Juda wieder neu beginnen wird (Jer

32,7-15). Nach der Zerstörung Jerusalems

sah man in Baruch einen einflussreichen,

den Babyloniern ergebenen Anführer, der

Jeremia auf seine Seite gezogen hatte (Jer

43,3). Da man den von den Neubabyloniern

eingesetzten Statthalter Gedalja ermordet

hatte, flohen die wenigen übrig gebliebenen

einflussreichen Judäer nach Ägypten und

nahmen Baruch aus Angst, er könnte sie verraten,

mit (Jer 43,6f). Nach Bar 1,1 soll Baruch

in der Babylonischen Gefangenschaft gelebt

und ebendort ein Buch geschrieben haben

(= Das Buch Baruch). Aufgrund inhaltlicher

(geschichtlicher) Ungenauigkeiten nimmt die

Bibelwissenschaft heute aber an, dass das

Büchlein aus mehreren Schriftstücken aus

verschiedenen Zeiten besteht. Ein Redaktor

sammelte diese und schrieb sie einem älteren

Schriftsteller zu, um der Schrift mehr Gewicht

zu verleihen (vgl. Die Weisheit Salomos).

Einladung an alle

sangesfreudigen Pfarrangehörigen

Der Singkreis Windischgarsten gestaltet das diesjährige schon traditionelle Adventsingen

als offenes Adventsingen. Das bedeutet, dass alle, die gerne singen, beim Adventsingen

am 8. Dezember 2012 mitwirken können. Die Proben dazu finden jeden Donnerstag

um 20.00 Uhr im Probenlokal des Singkreises im Kulturhaus Römerfeld statt.

Die Probentermine: 27. 09.

04. 10. | 11. 10. | 18. 10. | 25. 10.

08. 11. | 15. 11. | 22. 11. | 29. 11.

06. 12.

aufführung: 08. 12. 2012, 15.00 Uhr im Kulturhaus Römerfeld.

Es würde uns freuen, wenn sich viele entschließen könnten, beim Adventsingen

mitzusingen. Bei Fragen wendet Euch bitte an den Obmann Tel. 0670/6069530 bzw.

an die Chorleiterin Tel. 0664/1169169. Wir freuen uns euch bei der nächsten Probe

begrüßen zu dürfen um gemeinsam zu singen für ein schönes Adventkonzert.

Mag. Peter Großauer

Gliederung des Baruchbuches

1,1-15a: Bericht über die Abfassung des

Buches und dessen doppelten

öffentlichen Vortrag in Babylon

und Jerusalem

1,15b - 3,8: Sündenbekenntnis und Bittgebet

(„Sühnegottesdienst“)

3,9-4,4: Ausführungen über Weisheit,

Gebote Gottes und das Gesetz

(weisheitliches Lehrgedicht)

4,5-5,9: Klage- und Trostlieder (Klage,

Zuspruch und Hoffnung Zions/

Jerusalems)

6,1-72: Brief des Jeremia: Warnung vor

der Götzenverehrung und Verspottung

von heidnischen Götzenbildern

Grundzüge des Buches

Das Buch Baruch bildet nur eine künstliche

Einheit. Die Adressaten sind die Nachkommen

der Judäer im Exil. Baruch und Tobit sind

die beiden Bücher, in denen gezeigt wird,

wie Gottesgläubige (Jahwegläubige) in der

Diaspora (= Zerstreuung) lebten.

Wichtig waren demnach:

• die Verbindung mit Juda (und seiner Hauptstadt

Jerusalem) vor allem durch das Lesen

der Heiligen Schriften und durch das Gebet

in den Synagogen

• das Halten und Befolgen des Gesetzes,

denn das ist Weisheit (vgl. 3,36ff).

• prinzipiell loyale Haltung gegenüber der

Staatsmacht (1,10.11)

• das Aufkommen und Entstehen von messianischen

(Heils-) Erwartungen

• die radikale Abwehr von Kultbildern im

Brief des Jeremia (Bar 6).

Mag. Kurt Rumplmayr

WOrtE IM ECHO

Was mir zuletzt Leute gesagt haben

Eines Tages meldete sich jemand, der vor

20 Jahren im Alter von 30 Jahren aus

der Kirche ausgetreten war. Das geschah

damals als Protest gegen die Tradition,

und bezahlen wollte dieser auch nichts.

Und dann sagte er zu mir: „Jetzt bin ich

wieder bereit, und materiell möchte ich

die Kirche auch unterstützen.“ Und er

fügte hinzu: „Eine gewisse Zeit habe ich

gebraucht, bis ich wieder so weit war.“

In Hannover stieg ich in ein Taxi, das

von einem Schwarzafrikaner aus Ghana

gelenkt wurde. Auf meine Frage nach

seiner Religion sagte er mit strahlendem

Gesicht: „Katholisch“. Und dann fügte

er hinzu: „Selbstverständlich gehe ich

jeden Sonntag zur Hl. Messe.“

30 Nr. 171 September 2012

31


Meine lieben jungen Freunde!

Immer wieder treffe ich auf junge Menschen,

mit denen sich sehr bald ein gutes

Gespräch ergibt. Solche Gespräche machen

mir deutlich, dass in der Tiefe des Herzens

eines jeden von uns die Sehnsucht nach Gott

liegt. Ganz besonders Jugendliche, die oft

gleichgültig, unentschlossen und abweisend

wirken, zeigen mir im Gespräch die andere

Seite ihres Lebens, die von Aufrichtigkeit und

Wahrhaftigkeit erleuchtet ist. So wird mir

als Seelsorger klar, dass der Mensch ohne

Gott nicht leben kann. Du kannst Gott für

eine bestimmte Zeit ablehnen, Dich gegen

ihn sogar erheben und Dir damit die Illusion

Deiner Größe und Unsterblichkeit schaffen.

Gott sagt Ja zu Dir, und ich denke, dass das

Ja zu Gott letztlich eine Entscheidung ist,

die das ganze Leben betrifft.

Wo liegt die Versuchung für den Menschen?

Die größte Versuchung besteht für uns alle –

jung und alt - im Materialismus, der in uns

die Illusion von Allmacht erzeugt und den

Anschein verdeutlicht, dass der, der viel Geld

hat, auch jemand ist. So zerbrechlich das

Materielle ist, so sehr klammern sich auch

junge Menschen an das, wo sie glauben, dass

sie, wenn sie über das Materielle verfügen,

über das Leben verfügen können. Zugleich

kannst Du als junger Mensch sehr gut erahnen,

dass von all dem nichts bleibt.

Um den jungen Leuten nichts vorzumachen,

erachte ich es für sehr wichtig, dass Jugendliche

über ihren Glauben besser Bescheid

wissen: sie sollen ihren Glauben besser

kennen lernen, sich mit ihm beschäftigen.

Dafür hat Papst Benedikt XVI. der Jugend

Als ein Juwel auf dem Celio-Hügel muss die

Kirche „San Gregorio Magno“ bezeichnet

werden, die sich etwa 200 Meter nordöstlich

des südlichen Endes des Circus Maximus

befindet. Sie liegt am antiken Clivus Scauri

am westlichen Abhang des Caelius zur

römischen Innenstadt, die Fassade ist entsprechend

nordwestlich ausgerichtet. Papst

Gregor d. Große, dessen alte adelige Familie

hier Grundstücke besaß, stiftete Ende des 6.

Jhdt. an dieser Stelle ein Benediktinerkloster,

dem hl. Andreas geweiht. Eine Kirche

wurde erst später errichtet und etwa ab dem

Jahr 1000 nach dem inzwischen als heilig

geltenden Papst Gregor benannt.

Über einer monumentalen Treppe ist sie

zweigeschossig und dreiachsig gestaltet,

wobei das mittlere Segment hervortritt. Der

Baumeister Giovanni Battista Soria gestaltete

in der ersten Hälfte des 17. Jhdt. das unte-

Brief des Pfarrers

an die Jugend

ein Buch in die Hand gegeben: den „YOU-

CAT“, einen Katechismus speziell für Jugendliche.

In einem Begleitwort, das der

Papst selbst verfasst hat, wird deutlich, dass

es wahrlich keine einfache Sache ist, sich

mit dem Glauben zu beschäftigen. Nicht

dass der Katechismus den jungen Leuten

nach dem Mund redet, vielmehr fordert er

ein neues Leben, in dem die Botschaft des

Evangeliums die Mitte ist. Und dann lädt das

Kirchenoberhaupt die Jugendlichen ein, den

Katechismus zu studieren, wenn möglich

auch gemeinsam, damit so auch nachher

ein gutes Gespräch entstehen kann.

Erst der, der den Glauben kennengelernt

und studiert hat, wird den Glauben auch

weitergeben können. Auch der junge Mensch

braucht ein Feuer, das im Herzen brennt,

damit deutlich wird, dass der Glaube ein

echtes Anliegen ist, von dem er ausgefüllt ist.

Die Weitergabe des Glaubens braucht junge

Menschen, die es mit Freude tun, nicht als

Last und mit Widerwillen. Wie oft haben auch

junge Menschen den Glaubenskurs in unserer

Pfarre gestartet, und dann ist der eine nach

dem andern wieder abgefallen, natürlich mit

dem Argument, keine Zeit dafür zu haben.

Und im Übrigen kann man mit einer negativen

Stimmung eine durch und durch positive

Botschaft ohnedies nicht weitertragen. Und

dann müssen junge Menschen auch mit dem

Leben zeigen, dass der Glaube der Kirche sie

glücklich macht. Ich freue mich über die vielen

auf dem Weg

durch rom (10)

San GrEGOrIO MaGnO

re Geschoss als dreitorige Porticusfassade,

das Hauptportal wird mit Doppelpilastern

mit Kapitellen ionischer Ordnung flankiert.

Dennoch führen die Torbögen der Fassade

nicht in das Kircheninnere selbst, sondern

in das Atrium. Soria gestaltete es als einen

zweistöckigen Hof, wobei an drei Seiten

des Hofes Arkaden vor die Gebäudemauern

gestellt sind. Lediglich an der zur eigentlichen

Kirchenfassade führenden Seite bilden

paarweise gestellte Säulen die Front. Sie

sind, wie die den Pfeilern der Arkadenbögen

vorgestellten Pilaster, nach ionischer

Ordnung gestaltet. Es ist dies das einzig

jungen Menschen, die in Windischgarsten am

Leben der Pfarre teilnehmen, und ich freue

mich über jeden, dem ich immer wieder

begegnen darf, und hoffe, dass wir bald einen

Jugendchorleiter finden.

Mit ganz lieben Grüßen

Euer Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner-

Jugendmaibaum

Nachdem unsere Jugend für Birgit Buchebner

einen Maibaum aufgestellt hatte,

wurde er am 30. Juni umgeschnitten.

Jugendliche, Nachbarn und Verwandte

waren gekommen, um gemeinsam dieses

Fest feiern zu können.

Jugendwochenende

13./14. Oktober

Ebensee / Roith

Anmeldung bei der Jugend

bzw. Pfarramt

bekannte Beispiel in Rom, wo ein bereits

aus der Spätantike stammendes Atrium im

Barock übernommen und ausgemalt wurde.

Die eigentliche Fassadenseite der Kirche ist

noch jene, die aus der Romanik stammt.

Die Kirche enthält einige Kapellen und ist

bekannt für ihre drei Oratorien, die leider

nur selten zugänglich sind. Links der Apsis

befindet sich die „Capella Salviati“. Sie wurde

um 1600 von Daniele da Volterra und Carlo

Maderno errichtet; der in dieser Kapelle sich

befindliche linke, aus Marmor errichtete

Altar stammt von Andrea Bregno aus dem

Jahr 1469. Hier hat der Hl. Gregor jeden Tag

mit zwölf Armen gegessen. Einmal soll ein

Dreizehnter dort gesessen sein: Es war ein

Engel. Rechts der Apsis ist die „Cella di San

Gregorio“ angefügt. Der dort befindliche

Thron aus Marmor könnte der Bischofsstuhl

des Heiligen gewesen sein.

Gott ist überall, ganz unermesslich und

überall nah, wie er von sich selbst bezeugt:

„Ich bin ein Gott aus der Nähe und nicht

ein Gott aus der Ferne“ (Jer 23,23). Der

Gott, den wir suchen, ist also nicht fern

von uns; wir tragen ihn in uns, wenn wir

es wert sind. Er wohnt in uns wie die Seele

im Leib, wenn wir nur gesunde Glieder am

Leib des Herrn und tot für die Sünde sind

(vgl. Röm 6,2; 1 Petr 2,24). Dann wohnt

wirklich in uns, der gesagt hat: „Ich werde

in ihnen wohnen und unter ihnen leben“

(vgl. Ex 25,8; Lev 26,12). Wenn wir es aber

wert sind, dass er in uns ist, dann macht

er uns wirklich lebendig, als wären wir

seine lebendigen Glieder. Denn der Apostel

sagt: „In ihm leben wir, bewegen wir uns

und sind wir“ (Apg 17,28). Wer wird den

Höchsten in seinem unaussprechlichen,

unfassbaren Wesen erforschen? Wer kann

die Tiefen Gottes durchschauen? (vgl. 1 Kor

2,10). Wer kann sich rühmen, den unendlichen

Gott zu kennen, der alles erfüllt und

alles umfängt, alles durchdringt und über

alles hinausgeht, der alles erfasst und jedem

Zugriff entgeht? „Niemand hat ihn gesehen,

wie er ist“ (vgl. Joh 1,18; 1 Joh 3,2). Niemand

wage es also, nach dem zu suchen, was an

Jetzt ist es endgültig genug, denn Christen

haben zu lange geschwiegen, wenn man

ihre religiösen Zeichen verhöhnt und ihre

religiösen Gefühle verspottet und in den

Schmutz der Zeit gezogen hat. Während

andere längst dagegen protestiert und Rache

geübt haben, halten wir immer noch die

Wange hin und lassen uns vom Prinzip der

Höflichkeit dirigieren. Geht es heute um die

Beleidigungen, die den öffentlichen Frieden

gefährden, dann genießt nur der Islam

den Schutz des Gesetzes, denn Muslime

reagieren auf Beleidigung mit Gewalt. Ja,

bezogen auf Islam und Christentum wird

oft mit zweierlei Maß gemessen. Gegen

den Islam tritt man nicht mit Beleidigungen

zu Felde, weil man Repressionen fürchtet.

Auch Politiker sind heute weitgehend feig,

um Beschimpfungen und Beleidigungen von

Christen etwas entgegenzusetzen. Christliche

Lebenspraxis wird heute ausgegrenzt,

und der Respekt vor dem Heiligen ist innerhalb

der christlichen Religion nicht wirklich

vorhanden.

Nachdem sich der deutsche Philosoph Robert

Spaemann in der Frankfurter Allgemeinen

Zeitung für Strafen bei Gotteslästerung ausgesprochen

hatte, weil der Staat nicht zulassen

darf, dass das, was religiösen Bürgern das

Heiligste sei, ungestraft öffentlich verhöhnt

aus den Schriften

großer Kirchenlehrer

KOluMBan

VOn luXEuIl (+615)

aus dem Buch „über den Glauben“

Die tiefe Gottes

Gott unerforschlich ist: was er ist, wie er

ist, der da ist. Denn das ist unaussprechlich,

unerforschlich und unaufspürbar (vgl. Röm

11,33). Glaube nur schlicht, aber fest, dass

Gott so ist und sein wird, wie er war, weil

er der unveränderliche Gott ist. Wer ist

also Gott? Vater, Sohn und Heiliger Geist

sind ein Gott. Weiter frage nicht über Gott!

Wer die Tiefe Gottes erforschen will, muss

zunächst einmal die Natur der geschaffenen

Dinge erwägen. Denn die Erkenntnis der

Dreifaltigkeit wird zu Recht mit der Tiefe

des Meeres verglichen, nach dem Spruch

des Weisen: „(Die Weisheit) ist ein tiefer

Abgrund; wer wird sie finden?“ (Koh 7,24).

Wie sich die Tiefe des Meeres dem Blick

Strafen bei

Gotteslästerung

und lächerlich gemacht zu werden, hat sich

nun auch der Erzbischof von Bamberg, Dr.

Ludwig Schick, zu diesem Thema zu Wort

gemeldet. Er setzt sich für ein Gesetz gegen

Blasphemie ein. „Wer die Seele der

Gläubigen mit Spott und Hohn verletzt,

der muss in die Schranken gewiesen und

gegebenenfalls auch bestraft werden.“ Dabei

gehe es nicht nur um die Verunglimpfung

der christlichen Religion, sondern auch die

andern Gläubigen sollten in ihren religiösen

Überzeugungen geschützt sein. Zugleich

rief Schick die Gläubigen auf, auch selbst

das Heilige heilig zu halten. Christen sollten

deutlich machen, dass sie Verunglimpfungen

ihrer Überzeugungen und Werte in

Medien und öffentlichen Organen nicht

hinzunehmen bereit sind. Es war bereits

Spaemann, der beklagte, dass in der Regel das

deutsche Recht über Gotteslästerung in der

Öffentlichkeit hinwegsieht. Konkret forderte

Spaemann, dass Beleidigung von Religion

etwa doppelt so schwer bestraft werden

soll wie die Beleidigung von Menschen,

weil sie die Gläubigen stärker verletze als

die Beleidigung der eigenen Person. Und

entzieht, so ähnlich erweist sich die Gottheit

der Dreifaltigkeit unerforschlich für das

Denken des Menschen. Darum sage ich:

Wer wissen möchte, was er glauben muss,

der denke nicht, mit Reden verstehe er mehr

als mit Glauben; denn wenn die göttliche

Weisheit gesucht wird, zieht sie sich weiter

zurück als vorher (Koh 7,24.25). Darum

erstrebe das höchste Wissen nicht durch

Auseinandersetzung in Worten, sondern in

der Vollkommenheit eines gutes Lebens,

nicht durch Reden, sondern durch einen

Glauben aus schlichtem Herzen, nicht aus

der Schlussfolgerung einer gottfremden

Gelehrsamkeit. Wenn du also in Abhandlungen

den Unaussprechlichen suchst, „zieht

er sich weiter von dir zurück als vorher“.

Wenn du ihn mit dem Glauben suchst,

bleibt „die Weisheit, wo sie ist, an der Tür

stehen“ (vgl. Weish 6,15). Dort lässt sie sich

wenigstens teilweise sehen. Aber dann,

wenn die Unsichtbare in unaussprechlicher

Weise im Glauben ergriffen wird, wird sie

irgendwie wirklich berührt. Die Glaubenden

sehen Gott nicht, „wie er ist“, aber er

wird, wenn auch „unvollkommen“ (1 Kor

13,12), von denen geschaut, die ein reines

Herz haben (vgl. Mt 5,8).

dann fällt mir noch ein, dass die Freiheit

des anderen dort aufhört, wo das Recht des

andern beginnt.

Und jetzt sage ich Ihnen noch etwas aus meiner

persönlichen Lebenserfahrung: ich habe

es im Laufe meines priesterlichen Lebens

gelernt, Beleidigung und Verleumdungen zu

ertragen. Da wir in einer Gesellschaft leben,

die die hergebrachten Regeln der Moral, des

Anstands und Geschmacks weitgehend

abgebaut hat, muss ich auch als Priester

etwas, was der andere mir aufgrund seiner

Freiheit zumutet, in Liebe ertragen, ohne

mich wirklich zur Wehr setzen zu können.

Für die Kirche als Institution Gottes muss

ich mich zur Wehr setzen. So ist es bis zum

heutigen Tag ein Skandal, dass es in dem

Fall einer Beschimpfung der katholischen

Kirche nicht zum Prozess kam, als während

des Besuchs von Papst Johannes Paul II. in

Köln im Jahr 1987 Feministinnen Hostien

auf die Straße warfen, um gegen die katholische

Sexualmoral zu protestieren. Was

passiert? Weil die meisten heute glauben,

dass die Sexualmoral der Kirche ohnedies

geändert werden muss, hat selbst das kaum

jemand aufgeregt. Ganz sicher gestört wäre

der öffentliche Friede dann gewesen, wenn

Islamfeinde den Koran zerrissen und ins

Feuer geworfen hätten.

32 Nr. 171 September 2012

33


Die „Kapelle der Wundertätigen Medaille“

in der Rue du Bac 140, zieht mitten in

Paris – davon bin ich auch Zeuge – täglich

viele Beter aus der ganzen Welt an. Nicht

nur, dass Katholiken kommen, sondern

auch Protestanten und Orthodoxe, ja sogar

Moslems und Buddhisten. Ich selber habe

in der Zeit, wo ich in Paris war, in dieser

Kapelle eine friedvolle Wärme gespürt, die

mir persönlich den Frieden schenkte. Es war

im Jahr 1839, als der Erzbischof von Paris ein

eigenes Hirtenschreiben über die Medaille

verfasste und empfahl, sie zu tragen und das

Gebet, das darauf stand, oft zu verrichten.

Zunächst war es Papst Gregor XVI., der die

Echtheit als gesichert erklärt, dann Papst

Leo XIII., als er 1894 ein eigenes Fest der

„Erscheinung der Wunderbaren Medaille“

Wie sehr auch Mutter Teresa, der „Engel

der Armen“ neben all der Nächstenliebe,

die sie praktizierte, im Vertrauen auf die

Hilfe der Gottesmutter lebte, weiß Kardinal

Meisner zu erzählen, als er noch in Berlin

Bischof war. Sie trafen sich während des 80.

Deutschen Katholikentages im Jahr 1980

in Berlin. Sie feierte die Hl. Messe und die

Fronleichnamsprozession in der „St. Hedwigs“

Kathedrale in Ostberlin mit. Sie wollte

Schwestern nach Ostberlin bzw. in die DDR

bringen. Das erschien dem Kardinal ganz

unglaublich, denn noch nie war es gelungen,

Schwestern aus dem Westen in den Osten

zu importieren. Da erzählte Mutter Teresa,

wie sie vorgeht, wenn sie ein Haus braucht.

Puglalm

Am 17. September hatte die junge Puglalmbäuerin Romana

zur Segnung eines neuen Marterls auf der Alm in der Nähe

der Almhütte eingeladen. Geschnitzt wurde es von einem

Haslacher Künstler Helmut Tomaschko, bemalt hat es Regina

Pirhofer. Nach der Segnung saßen wir in gemütlicher

Runde zusammen. Weil es so schön war, möchten alle,

die gekommen sind, herzlich Dank sagen.

unsere liebe Frau von

der Wundertätigen

Medaille

für den 27. November anordnete. Pius X.

errichtete eine Vereinigung, und Pius XII.

verschenkte sie gern bei Audienzen. Er war

es auch, der Schwester Catherine Labouré,

die die Erscheinungen hatte, am 27. Juli 1947

für heilig erklärte. Bei der Öffnung ihres

Grabes im Jahr 1933 war ihr Leib nach 56

Jahren in einem feuchten Grab unversehrt

vorgefunden worden. Papst Johannes Paul

II. hat bei seinem Frankreichbesuch im Jahr

1980 in der Kapelle ebenso gebetet.

Mutter teresa und die

Wundertätige Medaille

Sie fragt nicht, ob sie dafür Geld hat, sondern

versucht, in diesem Haus ein offenes Fenster

zu entdecken, in das sie eine „Wunderbare

Medaille“ hineinwirft. Noch nie hat sie dann

vergeblich auf das Haus warten müssen. Sie

wolle während der Prozession eine Medaille

auf den Bebelplatz werfen, und der Kardinal

solle bei der Regierung die Genehmigung beantragen.

Ungläubig tat der Kardinal, was er

versprochen hatte, und nach vierzehn Tagen

Viele persönliche Zeugnisse machen deutlich,

dass das vertrauensvolle und liebende Weitergeben

dieser Medaille an Fernstehende

immer wieder zu Bekehrungen und Hilfe

geführt hat. Die Medaille soll niemand aufgedrängt

werden, sie soll aber auch in unserer

Pfarre ein Angebot für jeden Menschen sein.

Für viele könnte das auch den Weg zurück

zum Glauben bedeuten. Dass manche diese

Medaille als Talisman verwenden, ist

ganz sicher nicht von der Hand zu weisen.

Vielleicht suchen aber gerade solche, die

zunächst oberflächlich erscheinen, einen

tieferen Sinn in ihrem Leben. Ganz sicher

wird die Medaille nicht zur Gefahr für das

Wesentliche, sie lenkt nicht von Christus ab,

sondern führt, im Gegenteil, wenn manchmal

erst nach Jahren, zu ihm hin.

war die Genehmigung schon da. Noch dazu

hat Mutter Teresa gesagt: „Jeder Jugendliche

soll die Wunderbare Medaille tragen“. Das

ist der Grund, warum ich schon seit 20

Jahren in den Brief, den ich den Neugefirmten

schreibe, eine „Wundertätige Medaille“

hineinlege. Was wird mit dieser Medaille

wohl geschehen? Ich hoffe, dass sie bei den

Jugendlichen gut aufgehoben ist.

Festmesse

„Maria von der Wundertätigen Medaille“

Dienstag, 27. November 2012, 8.00 Uhr

Beten mit Benedikt XVI.

GEBEtSMEInunGEn DES Hl. VatErS Für DaS JaHr 2012

Oktober

1. Die Neuevangelisierung schreite in den Ländern langer christlicher Tradition

fort.

2. Der Sonntag der Weltmission fördere erneuertes Engagement für die Glaubensverkündigung.

november

1. Für die Bischöfe, Priester und alle, die zum Dienst am Wort Gottes bestellt sind: um

das mutige Zeugnis der Treue zum gekreuzigten und auferstandenen Herrn.

2. Die auf Erden pilgernde Kirche sei ein Licht für die Völker.

liebe Brüder und Schwestern!

Ich gratuliere Ihnen zur Eröffnung dieses

schönen, notwendigen und praktischen Bauhofes.

Sie haben mit gemeinsamen Kräften

und Geld dieses Haus gebaut. In diesem

Bauhof werden verschiedene Maschinen

und Geräte für alle Erhaltungstätigkeiten

innerhalb der Gemeinde aufbewahrt. Dieser

Bauhof wird den vielen guten wirtschaftlichen

und sozialen Zielen dienen.

Ich freue mich, dass ich die Segnung dieses

schönen Bauhofes als Vertreter des Pfarrers

Wagner erfüllen kann. Ich mache es zum

ersten Mal in meinem Leben. Die Kirche

vermittelt den Segen unter der Anrufung des

Namens Jesu. Der eigentliche Gestus bei allen

Segnungen ist das Kreuzzeichen. Jesus ist die

Fülle des Segens. Weil Gott die Quelle alles

Guten und allen Segens ist, sprechen sich

die Menschen gegenseitig Segen zu, segnen

Eltern ihre Kinder, bitten Große und Kleine

um den priesterlichen Segen: sie wünschen

sich Gutes und bitten um Heil, Glück und

Erfüllung ihres Lebens.

Durch die Segnung wird das Haus oder Gebäude

nicht ein heiliger Bezirk, von der Welt

abgeschlossen. Vielmehr soll Gott im Alltag

wirksam werden. Gottes Heilswirken geschieht

in der konkreten Welt, in diesem Fall

auch in ihrer gemeinsamen Tätigkeit, die im

Bauen dieses neuen Bauhofes der Gemeinde

Roßleithen verwirklicht wurde. Es geschieht,

wenn die Bewohner von Roßleithen sich

gläubig auf Gott hin öffnen. Der Bauhof als

Die Berufung von Menschen hat in der hl.

Schrift eine lange Tradition. Der Hinweis

auf Abraham, der auf die Weisung Gottes

hin Vaterhaus und Heimat verließ, gehört

in diesen Zusammenhang (vgl. Gen 12,1).

Auch die Berufungen der Propheten (vgl.

Jes 6,8; Jer 1,4-7) führen in eine enge Beziehung

zu Jahwe. Die ersten Jünger sind zur

Schicksalsgemeinschaft mit Jesus berufen

(vgl. Mk 1,16-20). Dieser Weg der Nachfolge

bedeutet zugleich die Annahme des Kreuzes.

Dies aber hat Konsequenzen für die gesamte

Lebensführung. Seit den Anfängen gehört

das Verlassen der Familie und des Besitzes

zum Kern der Nachfolge (vgl. Mt 4,18-22)

wie auch das Bemühen um ein glaubwürdiges

Leben.

Die Art und Weise des Eintritts und die Aufnahme

in eine monastische Gemeinschaft

finden in der Tradition große Aufmerksamkeit

(vgl. RB 58,1-4). Die Zulassung zum Mönchtum

hat ihr Vorbild im Umgang der Frühen

Kirche mit den Taufbewerbern. Die Verant-

Segnung des Bauhofes der

Gemeinde roßleithen am

1. September 2012

PrOF. Dr. Jan tWarDy

Lebensraum soll Stätte der Menschentätigkeit

oder Ort gemeinsamer Wirksamkeit sein. Er

wird auch als Stätte der Gottesbegegnung,

der Verwirklichung des Gottesauftrages, sich

die Erde untertan zu machen, zur Stätte der

Mitmenschlichkeit, der Geborgenheit und

der Hoffnung.

Die Segnung ist ein Anruf zum Leben aus

dem Glauben an Christus, weil hier gläubige

Leute seine Wirksamkeit entwickeln werden.

Dieser Bauhof wird auch ein Zeichen dafür

sein, dass hier in Roßleithen viele christliche,

katholische Familien wohnen und zur Kirche

Ordensregel

des Hl. Benedikt

DIE ZulaSSunG Zur tauFE

unD DEr EIntrItt In DaS

KlOStEr

wortung der Kirche für die Zulassung zur Taufe

war in den ersten Jahrhunderten ein wichtiges

Thema. Die Anmeldung zur Taufe setzt eine

Prüfung der Motive, der persönlichen Lebensweise

des Bewerbers und seiner beruflichen

Situation voraus. Die Erkundigung nach den

Lebensumständen und eine lange Liste der mit

der Taufe unverträglichen Berufe zeigen, dass

die Entscheidung für ein christliches Leben

gehören. Alle sind mit dem Haus Gottes in

Windischgarsten verbunden. Jede Familie,

die eine eigene Hauskirche schafft, gehört

zur Pfarrgemeinde und zur Weltkirche. Diese

Segnung bedeutet, dass wir auf den Herrn

bauen, denn wir sind eine religiöse Gemeinschaft.

Wir hoffen auf den Herrn, der alles

in Liebe lenkt; wir erfahren im kirchlichen

Segen die Gemeinschaft derer, die mit uns

glauben.

Und zum Schluss meine herzlichen Wünsche:

Gott segne Ihre ganze Tätigkeit und er

gebe Ihnen Glück und Gesundheit, damit sie

alle wichtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen

Ziele erreichen können. Der hl.

Josef, der für uns alle als das gute Beispiel der

Arbeit und Arbeitsamkeit gilt, helfe Ihnen mit

seiner Fürsprache bei Gott. Der Schutzengel

bewahre Euch vor allem Bösen und Unheil.

Maria, Mutter Gottes, sei unsere beste Mutter

und Fürsprecherin. Alles Gute!

nicht leicht gemacht wird. Die Gründe für die

mögliche Ablehnung eines Taufbewerbers

gehen bereits auf Paulus zurück (vgl. 1 Kor

6,9-11; Gal 4,9-10; Kol 3,5-8). Die Prüfung des

Leumunds durch Zeugen macht es möglich,

dass die Zulassung zum Katechumenat verschoben

werden kann, ebenso, wenn sich

keine geeigneten Fürsprecher finden. Die

zeitliche Dauer der Vorbereitung und Einweisung

in den christlichen Glauben war oft

eine Sache von Jahren. Als Regelzeit können

drei Jahre gelten.

Diese Erprobung aus der Taufvorbereitung

wird zum festen Bestandteil der monastischen

Aufnahmeordnung. Dabei geht es nicht um

Schikanen, sondern es soll die Ernsthaftigkeit

der Entscheidung betont werden. Die Zurückweisung

des Kandidaten und ein zeitlicher

Aufschub lassen sich allgemein beobachten.

Zudem muss man wissen, dass damals die

Klöster überlaufen waren. Daher sind Vorsicht,

Zurückhaltung, Verantwortungsbewusstsein

und Unterscheidung der Geister am Platz.

34 Nr. 171 September 2012

35


Was die Kirche an diesen beiden Tagen den

Menschen vor Augen führt, durchbricht in

vielen Fällen die sonst übliche Gleichgültigkeit

oder – mit den Worten des Hl. Vaters

– die Gottvergessenheit unserer Zeit. Dass

man, meistens in der Familie, zu den Gräbern

geht, hat immer noch die Kraft eines

alt überlieferten Brauchs. Für viele bleibt

es nur eine Konvention, andere schauen

verstärkt auf die gärtnerische Gestaltung

des Familiengrabes. Aber irgendwie regt

der Besuch des Friedhofs dazu an, mit den

Gedanken aus dem Tagesgeschehen herauszugehen.

Die Vorstellung, dass ich eines

Tages selbst in einem solchen Grab liegen

werde, drängt sich auf. Er wird zwar oft

sehr rasch verdrängt, aber ein Rest bleibt.

Leichter als sonst ist es, an das Weiterleben

nach dem Tod zu denken. „Ist dann nicht

alles aus?“ oder „Was nach dem Tod kommt,

weiß man nicht.“ Vielleicht erinnert sich

der musikalisch Gebildete an das schöne

Tongedicht von Liszt „Les Préludes“, das ein

Wort des französischen Dichters Alfonse de

Lamartine illustriert: „Was anderes ist unser

Leben als eine Reihenfolge von Präludien zu

jenem unbekannten Gesang, dessen erste

und feierliche Note der Tod anstimmt? ...“

Der Tod ist in der Tat etwas Erhabenes. Das

Sterben eines jeden Menschen, auch des

scheinbar unbedeutendsten, hat immer

seine Würde. Es ist tatsächlich das Vorspiel

zu der großen Begegnung mit dem lebendigen

Gott, der den Menschen fragen wird:

„Was hast du aus deinem Leben gemacht?“

Dann ist es wichtig zu bedenken, dass wir

nach dem Tod zunächst dieselbe Person

sind, die wir vorher waren, mit all unseren

Gedanken, Erinnerungen, Fehlern und Sünden,

die wir allerdings rechtzeitig bereuen

sollten. Der Mensch begegnet auf diesem

unbekannten Weg zunächst der unendlichen

Güte und Barmherzigkeit Gottes, der „will,

dass alle Menschen gerettet werden“ (1 Tim

2.4). Und spätestens jetzt will der Mensch

auch selbst zu Gott gelangen. Dann aber

angesichts der Heiligkeit und Schönheit

Gottes wird er selber die Erkenntnis haben:

„So wie ich jetzt bin, kann ich nicht vor

das Antlitz Gottes treten. Ich muss einiges

reinigen, läutern, in Ordnung bringen und

klären“. Die Hl. Schrift gebraucht das Bild

allerheiligen und

allerseelen:

Feste gegen die

Gottvergessenheit

VOrBIlDEr auF DEr ErDE,

HOFFnunG auF DIE

GOttESSCHau

vom hochzeitlichen Gewand. Da spricht

die katholische Kirche, und eigentlich nur

sie, davon, dass es einen Läuterungsort gibt,

im Volksmund Fegefeuer, wo in zeitlicher

Begrenzung alles das geklärt, abgebüßt und

gelernt werden muss, was wir in diesem

Leben versäumt haben. Meist hat es mit

Leiden zu tun. Das Leiden – so schmerzlich

es buchstäblich immer ist – ist auch ein

Segen, es läutert nachhaltig. Wer klug ist,

d.h. die Ratschläge Gottes beherzigt hat,

der weiß, dass dieses Leiden, Klären und

Lernen besser in diesem Leben absolviert

werden sollte als im anderen. Hier ist es

verdienstlich, dort ist es das nicht. Außerdem

ist es dort schmerzlicher.

Der Mensch ist aber zufrieden, denn er weiß,

dass das Leiden von begrenzter Dauer ist,

und dass er nachher viel besser da stehen

wird. Außerdem ist er nach entsprechend

verbesserter Selbsterkenntnis froh, dass er

die ganze Wahrheit auch über sich selbst

erkennt. „Was war ich doch für ein Egoist im

Leben! Wie wenig habe ich mich um andere

gekümmert, die meine Hilfe brauchten! Wie

dumm von mir, jahrzehntelang an Gott

vorbei gegangen zu sein!“ Und so wird der

Mensch im Jenseits nach und nach dazu

geformt, ein adäquater Himmelsbürger zu

werden. „Was kein Auge gesehen und kein

Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz

gekommen ist, was Gott denen bereitet hat,

apropos Grabpflege

die ihn lieben“ (1 Kor 2,9). Das ist dann das

endgültige Ziel, der Himmel.

Zusammen mit dem Fest Allerseelen feiern

wir das Hochfest Allerheiligen, das uns dieses

unendlich erstrebenswerte Ziel vor Augen

stellt. Nicht nur die im Heiligenkalender aufgeführten

Heiligen sind dort, sondern alle,

die nach einem entsprechenden Leben und

– in den allermeisten Fällen – einer nun mal

notwendigen Läuterung dorthin gelangen,

ins Vaterhaus, denn es stimmt, was wir im

Kirchenlied singen ‚Unsere Heimat ist im

Himmel’. So hat es auch der hl. Paulus ausgedrückt

(Phil. 3,20-21). „In meines Vaters

Hause sind viele Wohnungen“, sagt Jesus

einmal (Joh 14,2-3), darunter offensichtlich

einfachere und bessere. Die Heiligkeit, die

der einzelne Mensch erreicht, hängt sehr von

seinem irdischen Leben ab. Sicher ist es ein

Unterschied, ob einer in außerordentlicher

Liebe sein ganzes Leben im Dienst an Gott

und den Menschen hingegeben hat, oder ob er

nach einem mehr oder weniger verpfuschten

Leben so gerade noch „mitgekommen ist“.

Letzterer wird sich in alle Ewigkeit freuen,

aber die Freude des ersteren ist größer. Von

daher verstehen wir es gut, dass der Herr

alle auffordert „Seid heilig wie euer Vater

im Himmel heilig ist“ (Mt 5,48), und dass er

eben nicht sagt „Seht zu, dass ihr wenigstens

das religiöse Minimum einhaltet“. Das II.

Vatikanische Konzil hat es feierlich bekräftigt,

nachdem Jahrzehnte zuvor der hl. Josefmaria

Escrivá und viele andere Heilige unserer Zeit

diese alte Wahrheit neu in Erinnerung gerufen

hatte: Jeder ist berufen zur großen Heiligkeit,

der Kleriker, der Lehrer, aber auch der Börsenmakler,

der Taxifahrer und der Hilfsarbeiter,

jeder nach seinem Stand und nach seiner

Arbeit, die er heiligen soll. Damit sind wir

jedoch, auch wenn unsere Heimat im Himmel

ist, keineswegs Fremdlinge auf Erden. Im

Gegenteil, wir sollen nicht nur die Arbeit,

uns selbst und die anderen, sondern auch die

Strukturen dieser Welt zu heiligen versuchen.

Das wird im Vergleich zur Vollkommenheit

des Himmels immer nur Stückwerk bleiben.

Aber wenn dieser der „große unbekannte

Gesang“ sein wird, so haben wir dann doch

wenigstens auf Erden eine Reihe von guten

und spielbaren „Präludien“ hervorgebracht,

an denen andere sich erfreuen können.

Leute aus unserer Pfarre, die sich vorstellen können, dass sie das Grab eines Angehörigen pflegen, der weiter von

Windischgarsten weg wohnt, sollen sich in der Pfarrkanzlei (07562/5258) melden, ebenso jene, die gerne ihr Grab

von einem Windischgarstner pflegen lassen würden.

36 Nr. 170

Die Frage, was den Menschen nach dem Sterben

erwartet, gehört zu den großen Fragen

des Glaubens. In 2 Kor 4,13-5,1 lehrt uns der

Apostel Paulus Wichtiges über diese Frage.

Paulus schildert zwei gegenläufige Prozesse,

wenn er schreibt: „Darum werden wir nicht

müde; wenn auch unser äußerer Mensch

aufgerieben wird, der innere wird Tag für

Tag erneuert“ (4,16). Der eine Prozess spricht

den Verfall menschlichen Lebens an, dass die

Kräfte schwinden und das Aussehen vergeht.

Das Ende ist der Tod. Der andere Prozess ist

gegenläufig. Er vollzieht sich, wie Paulus sagt,

am „inneren Menschen“. Bei Paulus ist mit

dem inneren Menschen wohl das Wirken des

Hl. Geistes gemeint. Wie soll man sich nun

das Heranwachsen des inneren Menschen

vorstellen? Es geschieht unaufhörlich, Tag

um Tag. In demselben Maße, wie der äußere

Mensch im Laufe des Alterns abbaut, kann er

innerlich wachsen. Das Neue wächst in uns

dadurch, dass wir den Heiligen Geist nicht vertreiben.

Dieses Wachsen des Neuen geschieht

bis zum Tod. Im Tod wird das, was innerlich

September 2012

unser ewiges Heil (4)

üBEr DEn

ZWISCHEnZuStanD

herangewachsen ist, vom Himmel her als

neuer Mensch vollendet. … „Wenn unser

irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben

wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von

Menschenhand errichtetes ewiges Haus im

Himmel“ (2 Kor 5,1). Dieser verklärte Leib ist

noch nicht der Auferstehungsleib. Denn man

bedenke: Das, was Paulus hier beschreibt,

ist der Zwischenzustand zwischen dem Tod

des Einzelnen und der Auferstehung. Die

Auferstehung wird am Ende der Zeiten für

alle gemeinsam sein. Auferstanden ist bislang

nur Christus. Der Zwischenzustand ist aber

gemeint, wenn Jesus zum rechten Schächer

sagt: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies

sein“ (Lk 24,43). Man kann fragen, was dann

in der Auferstehung hinzukommt. Es wird

Sterberituale und totenkult dürfen nicht vernachlässigt werden. Es gehört

zum leben, dass wir bei den todkranken und Sterbenden wachen, ihnen

die Hand halten und ihnen auch medizinisch die beste Betreuung zukommen

lassen, damit sie möglichst keine Schmerzen haben. Dass man tote

still und leise „wegräumt“, ist eine Zumutung für die Gesellschaft und jene,

die den Verstorbenen gut gekannt und geschätzt haben. Dagegen müssen

wir aufs Schärfste protestieren!

Mit den Heiligen durch den november

Vitamine gegen die Depression

1. rupert Mayer (+1945) „Es muss Wärme von uns ausgehen.

Den Menschen muss es in unserer Nähe wohl sein, und sie müssen fühlen,

dass der Grund dazu in unserer Verbindung mit Gott liegt.“

4. Karl Borromäus (+1584) „Man soll nicht sagen müssen, dass du anders

sprichst, als du denkst.“

10. leo der Große (+461) „Wir müssen uns zu Mitwirkenden der Gnade Gottes

machen, die in uns tätig ist. Denn das Himmelreich wird nicht den

Schlafenden zuteil.“

15. albert d. Große (+1280) „Sooft der Mensch den Eigenwillen verlässt,

sooft empfängt er Gott geistig in seiner Seele.“

17. Gertrud von Helfta (+1302) „Reiche mir deine Rechte, Herr, dass ich nicht falle.

Hilf mir, was ich in deinem Namen begonnen, treu zu vollenden.

19. Elisabeth von thüringen (+1231) „Gott loben im Glück ist Silber; ihn in

der Trübsal zu loben ist reines Gold.“

Wenn Prof. Mutz bei der Ökumenischen Sommerakademie in Kremsmünster

betonte, dass die leute von den so genannten Patientenverfügungen

(Verzicht auf lebenserhaltende Maßnahmen) die Finger lassen sollten, dann

auch deshalb, um die ärzte nicht in Gewissenskonflikte zu bringen. Wie

recht hat Prof. Mutz, und ich habe den leuten in persönlichen Gesprächen

auch nichts anderes gesagt, als dass sie nichts schreiben sollen. auch die

Verwandten könnten dadurch überaus belastet werden.

hinzukommen, dass man den Erlösten sehen

kann, dass Auferstehung ein allgemein kosmisches

Geschehen ist und dass alle Erdenreste

(Staub, Knochen) hineinverwandelt werden

in den neuen Leib des Erlösten. Die Auferstehung

schließt daher den Zwischenzustand

ab und ist der Beginn von etwas Neuem. Sie

ist der „welthafte“ Ausdruck des Neuen. Die

Art der Leiblichkeit nennen frühe Quellen

selbst „pneumatischer Leib“, ein durch den

Heiligen Geist insofern verwandelter Leib,

als ihm alle Begrenzungen fehlen, auch und

besonders die des Todes. Gottes Geist hebt

daher die Leiblichkeit des Menschen nicht

auf, sondern macht sie Gott ähnlich.

Freud und leid in

unserer Pfarre

Das Sakrament

der taufe empfingen

Lukas Großauer, Gartenweg 9

Simon Helmut Grassecker, Bergstraße 8

David Gösweiner, Oberweng 127

Isabella Weilguni, Pichl 257

Katrin Mayr, Dambach 23

Marie Valerie Breitenbaumer,

Mayrwinkl 22

Mara Lilith Forster, Am Sportfeld 20

Magdalena Stummer, Pichl 90

Gott segne die Kinder,

ihre Eltern und ihre Paten!

Das Sakrament der Ehe

spendeten sich

Wolfgang Schmidthaler & Sandra Groß,

Färbergasse 1

Michael Mitterwenger & Andrea

Lindbichler, Rading 31

Gott segne ihren

gemeinsamen Lebensweg!

aus unserer Mitte verstarben

Franz Gollmayr, Edlbach 7

Rosina Pernkopf, Salzastraße 5

Johanna Prünster, Salzastraße 5

Ida Popp, Roßleithen 67/2

Maria Dangl, Salzastraße 5

Karl Lemmerer, Am Wur 66

Erwin Redtenbacher, Dambachstr. 48

Marie-Christine Seidl, Obergrünburg

Josef Weilguni, Badstraße 4

Stefanie Gansch, Schweizersberg 122

Johann Wollatz, Mayrwinkl 94

Waltraud Dilly, Lasach 2

Zäzilia Finsterriegler, Salzastraße 5

Gerhard Popp, Roßleithen 67

Roland Zeilerbauer, Spielstr. 7

Herr, nimm sie auf in

deine Herrlichkeit!

37


Eltern haben Dich vor Jahren in die Kirche

gebracht. Dann hat der Priester Wasser

über Deinen Kopf gegossen und gesagt:

„Ich taufe dich im Namen des Vaters und

des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Das

bedeutet, dass Jesus dich seitdem an die

Hand genommen hat. Immer wieder, wenn

wir die Kirche betreten, sollen wir uns daran

erinnern: Wir machen mit geweihtem

Wasser ein Kreuz über den ganzen Leib

und sagen: „Ich bin getauft im Namen des

Vaters und des Sohnes und des Heiligen

Geistes.“ Wenn Du in der Kirche bist, in der

Du getauft wurdest, dann kommst Du zum

Taufbrunnen, wo Du also getauft wurdest.

Jesus nahm Dich dabei nicht nur an die

Kinderseite

Du bist getauft

Hand, Du wurdest auch in eine Gemeinschaft

aufgenommen. Darum sind ja auch

die vielen Kirchen gebaut worden, damit

wir uns als Gemeinschaft erfahren können.

Als Du einst getauft wurdest, wurde auch

Deine Stirn gesalbt. Damit wurde deutlich,

dass Christus Dich stärkt, denn nur mit ihm

kannst Du das Leben schaffen. Jesus möchte,

dass wir an unserer Welt mitbauen und

dass ein „Duft“ von uns ausgeht: dass wir

anziehend wirken. Nun wurde bei Deiner

Tauffeier auch von der Osterkerze das Licht

genommen, damit wir Deine Taufkerze

anzünden konnten. Wir brauchen die Hilfe

Gottes, wenn wir die Welt draußen heller

machen wollen.

Erlebniswochenende der Kinder

Bereits am Samstag ging es mit Großgruppenspiele los, dann gab es Stationen und später den Grillabend mit dem Abendprogramm

„Schlagt die JS-Führer“. Am nächsten Tag feierten wir gemeinsam um 10.00 Uhr die Jungscharmesse,

wo wieder Kinder in die Jungschar aufgenommen wurden.

Wie ein Korn

Wir alle wissen es: Sterben müssen wir alle. Das ist ganz sicher. Aber

wie ist das? Wie soll das zugehen, wenn wir auferstehen? Werden

wir einen neuen Leib haben? Wenn ja, wie wird dieser neue Leib

aussehen? Paulus, der Apostel von Jesus, sagt: „Wie kannst du nur

so fragen? Denke an den Samen bzw. das Korn. Es wird in die Erde

gelegt. Zuerst muss es sterben, danach aber kann eine neue Pflanze

wachsen und leben. Neues entsteht. Wenn du nun Geduld hast

und warten kannst, dann merkst du: Gott gibt dem Korn, wenn es

keimt und wächst, einen neuen Körper. Da ist der Same ganz tief in

der Erde, doch darüber wächst ein Halm. Es bildet sich eine Ähre,

in der viele Körner drin sind, denn aus einem Korn entstehen viele

Körner. Denk also an das Weizenkorn.

Nun ist es mit dir und deinem Tod genauso: Du bist wie ein Weizenkorn.

Wenn Du gestorben bist, wirst Du in die Erde gelegt. Was

in die Erde gelegt wird, das vergeht. Aber was zu einem neuen

Leben erweckt wird, das vergeht niemals und bleibt schön. Jetzt

weißt du es, wie es geht.

Zwergerl schnäuzen

am Pöstlingberg in linz

Das Jungmütterteam lädt am 26. Oktober

zum gemeinsamen Ausflug in

unsere Landeshauptstadt. Gemeinsam

mit unseren Familien wollen

wir dem märchenhaften Treiben in

der Grottenbahn beiwohnen und mit

dem Drachenzug in das Geheimnis

des Berges vordringen. Anschließend

besteht noch die Möglichkeit, den

Linzer Zoo zu besuchen, der neben

bekannten Tieren mit Kaimanen, Vogelspinnen,

Pyhtons und anderen

exotischen Tieren einen weiteren

Höhepunkt dieses Tages bildet. treffpunkt:

11 Uhr beim Pfarrheim

Birgit Klappacher

Knapp 60 Kinder und 20 Jungscharführer

freuten sich auf das heurige Jungscharlager

in Laussa. Begleitet wurden wir von drei

fürsorglichen Köchinnen und unserem Herrn

Pfarrer Dr. Wagner. Nach einer kurzen

Anreise von nur 1 Stunde trafen wir bei

unserer Unterkunft, dem Camp Sibley, ein.

Ein Volleyballplatz, ein Fußballplatz und

ein Teich gehörten zur Anlage – ich wusste

gleich: Das wird eine schöne Woche! Zum

Tagesablauf dieser Woche gehörten natürlich

der Morgensport, Frühstück und die

Morgenmesse. Das tat gut, und so konnten

wir gestärkt unseren Arbeiten in den Dienstgruppen

nachkommen (z. B. Abwaschen od.

Abtrocknen, Religiöses, Zusammenkehren,

Lagerfeuerdienst,...). Für das jeweilige Tagesprogramm

in den Altersgruppen ließen sich

unsere tollen Jungscharführer wieder einiges

Ein tolles

Jungscharlager

an Spielen und Workshops einfallen. An den

Abenden saßen wir rund ums Lagerfeuer

und genossen die schöne Atmosphäre mit

Würstelgrillen und Singen. Das Thema unsere

Woche war: „Kaum zu glauben, dass

Jesus lebt!“ Dazu gab uns unser Herr Pfarrer

im täglichen Abendlob viele gute Gedanken

mit - ich glaube, da war für jeden von

uns etwas Passendes dabei! Am Dienstag

fand der Wandertag statt. Verschwitzt am

Ziel angekommen, erwarteten uns bereits

unsere Haubenköchinnen Gerlinde, Maria

und Zilli mit einer Jause. Nach Spiel und Rosenkranzgebet

konnten wir gestärkt wieder

den Rückmarsch antreten. Höhepunkte der

Woche waren natürlich die Mutprobe und

der Überfall. Ich glaube, fast alle von uns

Kindern, die Kleinen und auch die Großen,

hatten vorübergehend ziemlich Herzklopfen

- doch alles ist gut gegangen und wir hatten

unseren Spaß! Vielen Dank an alle, die sich

eine ganze Woche für uns Zeit genommen

haben: Danke unserem Herrn Pfarrer, den

Köchinnen, den „Überfellern“ und natürlich

unseren Jungscharführern!!! Für mich war

dies nun das fünfte Jungscharlager, an dem

ich teilnahm. Ich mag diese Gemeinschaft,

in der wir viel Schönes erleben dürfen, und

i gfrei´ mi schon auf´s nächste Mal.

Valentina Ofner

38 Nr. 171 September 2012

39


Pfarrfest

Noch nie waren so viele zum Pfarrfest gekommen wie in diesem Jahr. Aus allen Bevölkerungsschichten sind die Leute gekommen.

Nach einer festlichen Messe, die vom „Zaumklaung“ mit der „Vaterunser-Messe“ und einem neuen „Vaterunser“ am 8. Juli um 9.00

Uhr wunderbar musikalisch gestaltet wurde, zogen wir mit der Pfarrmusik zum Pfarrheim, wo sofort der Frühschoppen eröffnet wurde.

Sogleich ging es zur Sache, indem Grillhenderl, Würstel usw., aber auch Bier und alkoholfreie Getränke serviert wurden. Zugleich wurde

ein sehr anregendes Kinderprogramm abgewickelt. Um 14.00 Uhr wurde der Maibaum, den Hubert Schmeissl gespendet hatte, feierlich

unter den Klängen der „Römerfeldklarinettenmusi“ umgeschnitten. Don Mirko zeigte sich begeistert und als „Säger“ sehr geschickt,

schwitzen mussten wir alle. Allen Mitarbeitern, die zum Gelingen eines großartigen Pfarrfestes beigetragen haben, möchte ich sehr

herzlich Vergelt’s Gott sagen.

Meine Meinung

Zur Hl. Messe am Sonntag gibt es keine Alternative. Tatsache ist, dass es für den

Einzelnen immer mühsamer wird und deshalb größere Anstrengungen fordert,

um an einer sonntäglichen Hl. Messe teilnehmen zu können. Dennoch darf keine

andere Gottesdienstform an die Stelle der hl. Messe treten. Deshalb wird man in

Zukunft auch in der Diözese Linz nicht umhinkommen, Pfarren zusammenzulegen.

Wo liegt da das Problem? Ich frage mich, ob man lieber das Priestertum zerschlagen

und den Priester kaputt machen will? Priester und gläubige Katholiken sollen

nicht ständig jammern und sich bemitleiden. Stress hat nicht der, der viel zu tun

hat, sondern dem die Motivation fehlt. Priester und Laien müssen sich gegenseitig

stützen und motivieren.

Strukturreformen

in der Kirche

Immer wieder werden Strukturreformen

gefordert; diese werden die Kirche

aber ganz sicher nicht aus der Krise

bringen. Auch eine Ehekrise wird von

den Ehepaaren nicht bewältigt, indem

sie die Kleider wechseln und das Haus

neu eindecken bzw. anstreichen. Große

Heilige haben keinen Umbau der Kirche

gefordert, sondern eine Herzensbewegung

ausgelöst. – und diese brauchen wir

in unserer Zeit auch ganz dringend.

Impressum:

Lebendige Pfarre“ – Herausgeber und Verleger: Röm. – kath. Pfarramt in 4580 Windischgarsten, Rosenauerweg 1,

Tel.: 07562/5258; Fax: 07562/5258 – 4; E – mail: pfarre.windischgarsten@dioezese-linz.at

Redaktion: Pfarrgemeinderat – Arbeitskreis Verkündigung. Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner, Tel.: 0676/87765477

Herstellung: Satz, Gestaltung und digitale Druckvorstufe: Kren Medienmanufaktur, 8911 Admont; Druck: Wallig, 8962 Gröbming

40 Nr. 171

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