Bauen für die Zukunft - Zentralschweiz 2008 - Lika-Media-Consulting

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Bauen für die Zukunft - Zentralschweiz 2008 - Lika-Media-Consulting

Originell renoviertes Bauernhaus

im Burgund zu verkaufen

Rue du Venay • F-71580 Frontenaud • Frankreich

Bauernhaus im Burgund (Bresse), in Dorfnähe (ca. 400

Einwohner), komplett renoviert, mit Öl-, Cheminée-,

und Holzheizung. Alle Zimmer Parkett oder Platten,

bereit zum Bewohnen und Geniessen, geeignet für

Leute, die sowohl Freude an einem Garten haben, wie

auch Ausflüge in die Umgebung machen möchten.

Von privat zu verkaufen.

Wohnfläche: 140 m 2

Grundstückfläche: 1900 m 2

Anzahl Zimmer: 7

+ Badezimmer

+ seperates WC

+ Atelier/Werkstatt

+ Backhaus

Anzahl Garagen: 2

Verkaufspreis: 240’000 EUR

Verfügbar ab: ab sofort

Kontakt Clemens und Christine Lehmann

Telefon: +33 385 74 80 45 clemens.lehmann@wanadoo.fr


Holz: Leistungsfähige Vielfalt 2

20 Jahre Energiestadt 22

Förderprogramm der Stadt Luzern 30

Förderprogramm des Kanton Luzern 34

Stiftung Bourbaki Panorama 28

Öffentliche Bauten

Badbrücke-Wolhusen 4

Wiggerbrücke-Egolzwil 11

Neubau Kirchgemeindehaus 16

Evang.- ref. Kirchgemeinde, Einsiedeln

Kompetenzzentrum SWISSINT, 40

Stans / Oberdorf

Schul- Bürobauten

Arche Noah oder Halfpipe 8

Erweiterung Berufs- und 44

Weiterbildungszentrum BWZ Obwalden

Wohnbauten

Siedlung Lincoln. Einsiedeln 19

Generationenhaus „Wibergli“, Stans 36

2-Familienhaus, Hergiswil 48

EFH- Alberweiler DE 56

Renovation und Aufstockung 54

Sonnmattstrasse, Buochs

News 14, 15, 59

Innovativ 50, 52

Anschriften / Branchen 60

Adressen 63

Impressum 64

Titelbild: Mehrgenerationenhaus «Wibergli», Sarnen

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Holz: Leistungsfähige Vielfalt

Holz gehört zu den ältesten Baustoffen, wie eine Menge

alter und gut erhaltener Konstruktionen beweist. Mit dem

Auftreten der neueren Baustoffe Stahl und Stahlbeton am

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Holzbauweise

jedoch stark verdrängt, und die Entwicklungs- und Forschungsanstrengungen

widmeten sich hauptsächlich den

neuen Materialien. In den letzten zwanzig Jahren hat die

Holzbauweise aber wieder stark an Interesse gewonnen,

nicht zuletzt dank neuer Techniken und Bausysteme.

Zu nennen sind in diesem Zusammenhang vor allem die Fortschritte

im Bereich der Holzverleimung, die nicht nur zur starken

Ausbreitung von Brettschichtholz, sondern auch zur Entwicklung

von Holzwerkstoffen geführt haben, welche die

spezifischen Anforderungen des Baubereiches erfüllen. Beispiele

dafür sind die massiven Plattenelemente auf Bretteroder

Furnierbasis, die in modernen Anlagen in Längen bis

über 20 m und Dicken bis über 400 mm hergestellt werden.

Die heutigen Verbindungs- und Bearbeitungstechniken im

Holzbau bieten ebenfalls gute Grundlagen und Möglichkeiten

für die Erfüllung hoher Anforderungen, sowohl im

Bereich der Gestaltung von schlanken und eleganten Bauteilen

als auch bei der Bewältigung von statisch anspruchsvollen

Aufgaben.

Die Fertigungstechnik im Holzbau stützt sich heutzutage auf

moderne Verfahren der Bearbeitungstechnik. Das niedrige

Gewicht des Holzes stellt die Grundlage für eine systematische

Ausnutzung der Vorteile aus der Vorfertigung von grossen

Elementen dar. Insbesondere im Hausbaubereich hat dies

zur vollständigen Vorfertigung von Hauselementen (Wänden,

Decken) in speziell dazu konzipierten industriellen Anlagen

geführt. Dies ermöglicht eine rasche und effiziente Herstellung,

verbunden mit extrem kurzen Bauzeiten.

Von Dr. Andrea Bernasconi*

Holzbaustoffe und Holzwerkstoffe, Anschlüsse und

Verbindungstechnik

Neben den klassischen Bauhölzern besteht heute ein grosses

und vielfältiges Angebot an modernen Holzwerkstoffen, die

teilweise speziell für die Anwendung im Bauwesen entwickelt

wurden. Dazu sind Konstruktionsdetails und Anwendungsregeln

entwickelt worden. Dank diesen Grundlagen ist die Erfüllung

der heutigen Anforderungen statischer Natur, aber auch

im Hinblick auf Schallschutz und Isolationsvermögen eines

Bauteils für den Planer in den meisten Fällen unproblematisch.

Die Entwicklungen der letzten Jahre haben zur Herstellung

von besonders leistungsfähigen Holzwerkstoffen geführt, die

sehr gute mechanische Eigenschaften aufweisen und sich für

moderne, schlanke Konstruktionen einsetzen lassen.

Die Fortschritte der Verleimung von Holz für tragende Konstruktionen

haben sowohl zu neuen, leistungsfähigen und

anwendungsoptimierten Klebstoffen als auch zu effizienten

und betriebsoptimierten Verleimungsverfahren geführt. Der

heutige Holzbau vermag dank der Verleimungstechnik praktisch

alle Wünsche des Planers im Hinblick auf Form und

Dimension der Bauteile zu erfüllen.

Als Beispiel für moderne Holzmaterialien für das Bauwesen

seien die grossformatigen Plattenelemente erwähnt, die

durch Verleimung von Brettern industriell hergestellt werden

und in Abmessungen bis 5 m Breite, 15 m Länge und 50 cm

Dicke erhältlich sind. Diese und ähnliche grossformatige Elemente

haben in relativ kurzer Zeit zu einer Neuentwicklung

der Massivbauweise geführt, die durch die Vorfertigung von

grossflächigen Elementen eine kurze Bauzeit verlangt und

somit effizienter in der Ausführung wird.

Die Entwicklung von leistungsfähigen Verbindungssystemen

erlaubt heute den Anschluss von grossen Kräften unter Einhaltung

der Forderung nach möglichst geringen Querschnitten, die


als Voraussetzung für die Herstellung von schlanken Tragstrukturen

gilt. Das Angebot an Verbindungssystemen ist sehr vielfältig

und erlaubt eine effiziente und günstige Lösung für die meisten

konstruktiven Probleme, so dass für den Planer und Gestalter

grosse Freiheit besteht. Herstellung und Montage erfolgen in

den meisten Fällen sehr rationell, unabhängig davon, ob eine

Vorfabrikation oder eine Baustellenmontage gewählt wird.

Dauerhaftigkeit und Brandschutz

Die Dauerhaftigkeit stellt neben der Tragfähigkeit eine der

wesentlichen Anforderungen an ein Bauwerk dar. Der Baustoff

Holz ist auf konstruktive Fehler und unkorrekte Bauweisen

besonders empfindlich, da Schäden in kurzer Zeit auftreten und

die Schwächen der Konstruktion sichtbar machen. Die heutige

Holzbauweise bietet jedoch sowohl im Haus- als auch im Brückenbau

ausreichende Grundlagen zur Herstellung von dauerhaften

Konstruktionen. Viele Konstruktionen der letzten zwanzig

Jahre, insbesondere aus dem Gebiet des Brückenbaus, sind

sichtbarer Beweis dafür, dass bei korrekter Planung und Herstellung

eine angemessene Dauerhaftigkeit erreicht werden kann.

Jedes Bauwerk muss auch den Anforderungen des Brandschutzes

genügen, die gerade in der Schweiz eine hohe Sicherheit im

Brandfall gewährleisten. Die Gewährleistung dieser Sicherheit

resultiert auch im Fall von Holzbauwerken durch technische und

konstruktive Lösungen. Die Holzbranche hat in den letzten zwei

Jahrzehnten grosse Anstrengungen unternommen, um brandsichere

Lösungen zu entwickeln und in die Praxis umzusetzen.

Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Fachleuten

und den Vertretern der Behörden und der Gebäudeversicherungen.

Die gewonnenen Erkenntnisse sind u.a. in die neuen

Brandschutzvorschriften der Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen

VKF eingeflossen, die seit 1.1.2005 in Kraft sind und

neu das Bauen mit Holz bis sechs Geschosse ermöglichen.

Vielfalt der Bauweisen

Im Hausbereich stellt die Holzrahmenbauweise eine der

modernsten Bauweisen dar. Neben einer ausgezeichneten

Flexibilität bei der Planung und Gestaltung der Konstruktion

erlaubt diese Bauweise die Herstellung von mehrgeschossigen

und besonderen Konstruktionen. Die Rahmenbauweise

eignet sich bestens sowohl für die handwerkliche Fertigung

als auch für die industrielle Vorfabrikation.

Insbesondere im Bereich der Sport- und öffentlichen Bauten

kommen die Vorteile der Holzbauweise gegenüber anderen

Systemen zum Zug. Der öffentliche Charakter der Konstruktion

stellt in solchen Fällen besondere Ansprüche an die Gestaltung

und an das Aussehen der Struktur. Die vielfältigen Möglichkeiten

bei der Formgebung von Holzelementen und die natürliche

Farbe werden häufig in die Gestaltung mit einbezogen.

Die Möglichkeiten und Grenzen der Holzbauweise sind aber

am besten bei anderen Bauwerken zu erkennen. Die grössten

Anstrengungen von Planern und Konstrukteuren gelten

nämlich Sonderbauwerken, wie sie bei Messen, Ausstellungen

und besonderen Ereignissen erstellt werden, sowie dem

Brückenbau. In diesen Feldern sind die zugleich spektakulärsten

und anspruchsvollsten Bauwerke entstanden.

Wenn man die heute bestehenden Konstruktionen und die

aktuellen Möglichkeiten der Holzbauweise betrachtet, lässt

sich leicht feststellen, dass die Technik und die Grundlagen

für die Herstellung von modernen Konstruktionen vorhanden

sind. In Europa wird für tragende Bauteile hauptsächlich

Fichtenholz eingesetzt. An der Möglichkeit der Anwendung

für tragende Bauteile aus Laubhölzern (Esche und Buche)

wird derzeit in Deutschland und Österreich gearbeitet.

Dass die Holzbauweise heute fast jede Herausforderung

annehmen kann – und somit für die Zukunft bestens gerüstet

ist – hat zum Beispiel die Expo in Hannover im Jahr 2000

schlagend gezeigt. Die für dieses Ereignis geschaffene Dachkonstruktion

aus Holz macht die permanente Visitenkarte

der Holzbauweise auf dem Expo-Gelände Hannover. Einer

breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerückt sind aber

auch Meisterleistungen in der Schweiz wie das Palais de

l’Equilibre der Schweizer Landesausstellung Expo.02, damals

das Wahrzeichen der Arteplage Neuenburg. Heute dient der

riesige Kuppelbau als Besucherzentrum des Teilchenforschungsinstituts

CERN in Genf.

*Dr. Andrea Bernasconi ist Dozent an der EIVD/HESSO, Haute Ecole

d’Ingénierie et de Gestion du Canton de Vaud, Yverdon

Quelle: Lignum

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Die neue Badbrücke in Wolhusen

Bauherrschaft

Ella Rogger-Steinmann, Wolhusen

Margrith Bucher-Banz, Wolhusen

Josef Imbach, Wolhusen

Andi Rieser, Steinhuserberg

Bauherrenberatung

Blum Sales, Bautreuhand AG

Bahnhofstrasse 7, CH-6110 Wolhusen

Gemeinden

CH-6110 Wolhusen

CH-6106 Werthenstein

Holzbauingenieur und

Bauleitung Holzbau

PIRMIN JUNG

Ingenieure für Holzbau GmbH

Grossweid 4, CH-6026 Rain

www.ideeholz.ch

Primär Tragwerk inkl. Stahlteile

Neue Holzbau AG Lungern

Obseestrasse 11, CH-6078 Lungern

Tel. 041 679 70 80, Fax 041 679 70 59

www.neueholzbau.ch

In Wolhusen wurde am 4. Juli 07 die

neue Badbrücke über die Kleine Emme

montiert. Die gesamte Konstruktion

mit Schiefereindeckung und Geländer

wurde ab Mitte Juni auf der Wiese

neben der Kantonsstrasse zusammengesetzt.

Das aussergewöhnliche Objekt

erforderte von allen beteiligten Planern

und Handwerkern einen besonderen

Einsatz.

Gefällige Brücke am Eingang zum

Entlebuch

Die neue Badbrücke reagiert mit ihrem

formalen Erscheinungsbild auf den speziellen

Ort und die Funktionalität einer

Strassenbrücke. Die gedeckte Brücke

mit dem grossen Vordach verspricht

einen optimalen Witterungsschutz und

einen reduzierten Unterhalt bei hoher

Dauerhaftigkeit. Die offene Brücke

erlaubt für den Betrachter durchsicht

und keine Unterbrechung der Tallandschaft

durch einen massiven Riegel. Der

Brückenwanderer hat einen eindrücklichen,

geschützten Ausblick in die Landschaft.

Ein konkretes Beispiel für nachhaltiges

Bauen! - Die für die neue Brükke

eingesetzte Holzmenge von rund

62m3 wächst im Kanton Luzern in

weniger als einer Stunde nach.

Die Brücke ist für Fahrzeuge mit einem

Gesamtgewicht von 10 Tonnen ausgelegt

und die Durchgangshöhe im Querprofil

beträgt 3.2m.


Besserer Hochwasserschutz

Beim grossen Hochwasser vom August

2005 wurde die alte Badbrücke durch

die Kleine Emme derart in Mitleidenschaft

gezogen, dass sie nicht mehr

passierbar war. Die Armee erstellte eine

Notbrücke, um die Erschliessung für

Anwohner und Restaurant Bad zu

gewährleisten. Die Bauträgerschaft,

bestehend aus vier Privatparteien, sah

sich gezwungen, ein Projekt für einen

Ersatzbau in Auftrag zu geben.

In Anlehnung an die bestehende Brükke

wurde bei der Projektierung des

Ersatzbaus wiederum eine Holzbrücke

in Betracht gezogen. Für die Baubewilligung

war es nötig, das linke Widerlager

um rund vier Meter zurückzusetzen

und die Brücke um einen halben Meter

anzuheben, damit bei einem zukünftigen

Hochwasser keine Einschnürung

mehr entsteht und die Gefahr des Wasserübertritts

massiv verringert wird.

Ebenfalls mussten für die Uferverbauung

im Bereich der Widerlager die Vorgaben

des Kantons berücksichtigt werden

und somit wurde die Baubewilligung

Mitte Februar 2007 erteilt.

Witterungsschutz und Unterhalt

Die gesamte Brücke wird von einer

schlanken Walmdachkonstruktion mit

Vordach konstruktiv vor der Witterung

geschützt. Die Streben sind unterseitig

mit einer Tropfnase ausgebildet und der

Untergurt ist auf der oberen Seite auf

der gesamten Länge mit einem Blech

abgedeckt.

Durch diese konstruktive Ausbildung

konnte auf einen vollständigen chemischen

Holzschutz des Tragwerks verzichtet

werden und lediglich der Fahrbahnbelag

wurde mit einer Druckimprägnierung

versehen. In einem spezifischen

Überwachungs- und Unterhaltsplan

ist beschrieben, wer wann welche

Kontrollen und entsprechende Unterhaltsarbeiten

durchführen soll.

Das Tragwerk

Die Konstruktion besteht aus zwei überhöhten

Fachwerken aus Brettschichtholz

mit einer Konstruktionshöhe von

4.5m. Die konischen Fachwerk-Streben

bilden bei jedem Knoten mit dem oberen

Querträger eine Rahmenecke und

leiten die Wind- und Stabilisierungskräfte

unter die Fahrbahn. Der darunter liegende

Windverband aus Flachstahl verbindet

die stählernen, unteren Querträger

und leitet die Kräfte in die Widerlager

ein. Dem rechten Widerlager auf

der Werthensteiner-Seite, welches als

Gleitlager funktioniert, wurde eine neue

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Krone aufbetoniert. Auf der linken Wolhusener-Seite agiert

ein komplett neues Widerlager als Fixlager.

Die Fahrbahn besteht aus druckimprägnierten Tannenbrettern,

die auf Brettschichtholz-Fahrbahnträger und über

Querträger aus Stahl an die Hauptfachwerke gehängt sind.

Unabhängigkeit dank Vormontage

Die Holzbrücke wurde vorgängig, innert drei Wochen auf der

Wiese komplett vorgefertigt. Die werkseitig abgebundenen

Brettschichtholzteile wurden wie sämtliche Stahlteile auf die

Wiese geliefert und vor Ort vom Holzbauer zusammengebaut.

Anschliessend kamen, immer noch auf der Wiese, Eternitdach

und Geländer hinzu. Unabhängig von Hochwasser-

Einige Kennzahlen und Dimensionen

gefahr und ohne aussergewöhnliche Sicherungen über Wasser

konnte die Brücke zusammengebaut werden, währenddem

der Baumeister noch an den Widerlagern die letzten

Feinarbeiten ausführte. Bei der Montage betrug das Gesamtgewicht

der Brücke 46 Tonnen. Der 500-t Mobilkran der Firma

Fanger hob die Brücke, beobachtet von etlichen interessierten

Schaulustigen, von der Wiese über die Strasse an den

endgültigen Standort.

Bauteil Material/Festigkeit Dim Länge

Fachwerk-Untergurt BSH GL36k 240/400 33.8m; 1-teilig

Fachwerk-Obergurt BSH GL24h 240/400 37.6m; 3-teilig

Fachwerk-Streben BSH GL24h / GL28h 240/240-600 (konisch) 4.5m

Querträger oben BSH GL24h 240/680 3.8m

Fahrbahnträger BSH GL24h 160/320 33.6m; 3-teilig

Querträger unten Stahl S235 HEB 200 3.85m

Belag Weisstanne druckimprägniert 50/180 3.75m

Technische Daten

Spannweite 33.3 m

Fahrbahnbreite 3.5 m

Durchgangshöhe 3.2 m

Überhöhung der Fahrbahn 0.4 m

Geländerhöhe 1.1 m

Belastbarkeit Fahrzeuge bis 10 t

Gesamtgewicht 46’000 kg

Holzverbrauch 62 m 3

- BSH 52 m 3

Stahlteile 5’100 kg

- Schnittholz 10 m 3

Bauzeit (Vergabe bis Montage) 12. April bis 4. Juli 2007

Eröffnung Juli 2007


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Neubau Schul- und Bürobau –

Arche Noah oder Halfpipe

Bauherrschaft

Josef Müller AG

Neuhofstrasse 3b, CH-6340 Baar

Architekt

Bigliotti Architekten

Oberdorfstrasse 1, CH-6340 Baar

Bauingenieur

Wismer + Partner AG

Beratende Ingenieure u. Planer SIA

Grundstrasse 3, CH-6343 Rotkreuz

Holzbauingenieur

Pirmin Jung

Ingenieure für Holzbau GmbH

Grossweid 4, CH-6026 Rain

www.ideeholz.ch

Primär Tragwerk inkl. Stahlteile

Neue Holzbau AG Lungern

Obseestrasse 11, CH-6078 Lungern

Tel. 041 679 70 80, Fax 041 679 70 59

www.neueholzbau.ch

Holzbauer

Paul Müller Holzbau

Neuhofstrasse 3b, CH-6340 Baar

Allgemein

Arche Noah oder Half-Pipe?

Nahe der Autobahnausfahrt Baar befindet

sich ein Holzbauprojekt mit beachtlichen

Ausmassen. Der Neubau bietet

Schulungs-, Büro- und Wohnraum auf

fünf Geschossen und entspricht dem

Minergie-Standard. Die geschwungene

Dachform vermag Assoziationen zu

wecken.

Den Anstoss für das Holzbauprojekt auf

dem Areal der Bauherrin Josef Müller

AG gaben die Pläne der hier ansässigen

Handels und Management Schule Zug

(HMZ), ihre Räumlichkeiten an einem

Ort zu konzentrieren. Das Gebäude

ermöglicht diesen Zusammenzug und

nützt die zur Verfügung stehende Fläche

optimal aus. Als Bauherrin tritt die

Josef Müller AG auf, für den Bau verantwortlich

zeichnet die ebenfalls hier

domizilierte Unternehmung Paul Müller

Holzbau. Die Baukosten betragen rund

neun Mio. Franken.

Aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse

versperrt der neue Baukörper

den Zugang zu den Werkstätten des

Holzbauers. Die Lösung bestand in

einer Zweiteilung des Gebäudes mit

einer sechs Meter hohen Durchfahrt.

Erst ab dem dritten Stockwerk kommen

die beiden Teile des Gebäudes zusammen,

sind aber im Inneren bis ins vierte

Geschoss weiterhin getrennt. Während

auf der einen Seite Büroräumlichkeiten

entstehen, ist die andere für die Schulungsräumlichkeiten

der HMZ vorgesehen.

Die Unterteilung des Attikageschosses

ist noch nicht definitiv, möglich

wäre aber die Nutzung als Wohnraum

auf der ganzen Fläche. Aufgrund

der zurückversetzten Aussenwände des

obersten Stockwerkes ergeben sich hier

grosszügige Balkonflächen, die sich

rund um das Gebäude ziehen. Mit Auskragungen

von bis zu fünf Metern sind

die Aussenflächen zudem überdacht.

Geschwungenes Dach

Die Dachkonstruktion ist dann auch das

optisch auffälligste Merkmal des

Gebäudes. Mit der geschwungenen

Ausführung wollten die für die Gestaltung

zuständigen Bigliotti Architekten

einen beschwingten Abschluss auf den

kubisch gehaltenen Unterbau setzen.

Verschiedene Assoziationen werden

geweckt – ob man in der geschwunge-


nen Form eher eine Rekonstruktion der Arche Noah erkennt

oder eine Half-Pipe für Skateboarder, ist der Interpretation

des Betrachters überlassen. Um zu den Fakten zurückzukehren:

Zusammengesetzt wurde das Dach aus zweiteiligen Trägern.

Als Kaltkonstruktion ausgeführt, erhält es einen Schutz

aus Bedachungsgranulat und ist extensiv begrünt. Aufgrund

der aussergewöhnlichen Form des Dachs muss das dort

gesammelte Wasser ins Gebäude hinein und dann zur Kanalisation

geführt werden.

Holzbausystem

Mit einer Länge von 45.0 m, einer breite von 19.0 m und

einer Höhe von über 20.0 m steht der 5-geschossige Holzbau

über einem Untergeschoss aus Stahlbeton. Holzbetonverbunddecken

spannen in Gebäudequerrichtung. Die Aussenwände

in einer speziellen Rahmenbauweise und die zwei in

Längsrichtung laufenden Tragachsen mit holzigen Unterzügen

und Stützen tragen die vertikalen Lasten ab. Das geschwungene

Dach wird durch Sparrenelemente gebildet. In

den Holzbau integriert sind zwei Treppenhäuser aus Stahlbeton

zur Erschliessung der Schul-, Büro- und Wohnräume. Sie

steifen das Gebäude horizontal aus. Die grossen Gebäudeabmessungen,

der Stützenraster von 7.70 m x 6.50 m und die

Auskragung im ersten Geschoss, aber auch die Installationsführung

und der Brandschutz forderten von den Holzbauingenieuren

neue tragende Ideen.

Der Grundriss ist in Gebäudelängsrichtung in 3 Bereiche unterteilt

(Schulräume 7.70 m, Korridor 3.10 m, Schulräume 7.70 m).

Der Stützenraster von 6.50 m in Gebäudelängsrichtung erlaubt

eine flexible Nutzung und Gestaltung im Grundriss. Die Auskragung

im 1.OG von 0.50 m wurde mit Kerto-Q Stützen

gelöst, welche in diesem Geschoss rund 750 mm tief sind. Die

Lasteinleitung erfolgte oben am äusseren Eck, die Abtragung

unten am inneren. Die Differenzkraft wurde über die HBV-Decke

kurz geschlossen. Das Attikageschoss ist gegenüber dem

Hauptgebäude zurückgesetzt und wird von einem Sparrendach

mit bis zu 5.0 m Auskragung überragt.

Holzbetonverbunddecken

Das Deckensystem wurde in einer Evaluation entschieden. Die

Anforderungen waren: Erhöhte Schalldämmwerte unter

Berücksichtigung eines Hohlbodenaufbaus, Brandschutz

REI60/EI30(nbb), Scheibenwirkung, optimiertes Schwingverhalten,

minimale Konstruktionshöhe und Kosten. Die Holzbeton-

Verbundlösung mit einem vollflächigen Brettstapel von 180mm

und einem Überbeton von 120mm Stärke erwies sich als optimal.

Der Verbund erfolgt beidseits über 3 Kerven im Auflagerbereich.

Die Decken überspannen als Einfeldträger eine Tragweite

von 7.7m. Die Betonschicht wurde gleichzeitig als Scheibe

ausgebildet und an die massiven Treppenhauskerne angehängt.

Als Installationsebene dient ein Doppelboden sowie eine

abgehängte Deckenverkleidung. Darin verlaufen alle Leitungen

und können problemlos nachinstalliert oder erneuert werden.

Dachkonstruktion

Die Dachkonstruktion ist in einer konventionellen Sparrenlage

mit Hinterlüftung ausgeführt: Der Substrataufbau liegt

auf einer Rauspundschalung. In der Sparrenebene (Sparren-

querschnitt 100/320mm) liegen die Hinterlüftungs- und

Dämmebene. Unter den Sparren wurde eine OSB-Beplankung

angeordnet, welche als Luftdichtigkeitsschicht und als

Scheibe ausgeführt wurde. Speziell ist die nach oben gebogene

Dachform. Als statisches System dient ein Durchlaufträger

mit beidseitigen Kragarmen (4.0/6.0/7.3/5.0m).

Aussenwände

Die Aussenwände wurden in Rahmenbauweise mit integrierten

Hauptstützen in Brettschichtholz sowie Brettschichtholzunterzügen

ausgebildet. Das Hauptstützenraster mit 6.5m

erlaubte wiederum die Anordnung grosser Fenster. Die Stützen

in den Aussenwänden stehen ohne Querholzeinschluss

über ein Stahlteil Stirne an Stirne. Mit diesem Ausschluss von

Querholz für die vertikale Lastabtragung können Setzungen

weitgehend eliminiert werden.

Tragende Längsachsen

Sichtbare Unterzüge in Brettschichtholz mit 6.50 m Spannweite

und einem Querschnitt von 320/680 mm bilden die

tragenden Längsachsen in Gebäudemitte. Auch hier musste

eine Lösung gesucht werden, welche ohne Setzungsprobleme

die Bemessungslast von über 1’600 KN (Übergang 1.OG

zum EG) von Stütze zu Stütze übergeben konnte – parallel

dazu noch je Unterzug rund 200 KN in die EG-Stütze eingeleitet

werden musste.

Als Lösung wurde ein HEB240-er Stahlprofil gewählt, welches

von Unterkante zur Oberkante des Unterzuges verläuft. In die

Hohlräume laufen die Unterzüge, welche Ihre Lasten über eingeklebte

GSA-Stangen direkt in die Grundplatte der HEB-Stütze

einleiten. Eingeschlitzte Bleche mit Stabdübelverbindung an den

Stützen verhindern ein Auskippen des Unterzuges auf der Stütze

(Bedingt durch die tiefe Lage der Unterzüge – Installationsführung

zwischen Unterzug und Deckenkonstruktion - konnten

diese nicht in die Decken eingespannt werden). Die seitliche

Holzüberdeckung dienen als Brandschutzverkleidung R60.

Aussteifung

Die Aussteifung des Gebäudes sowohl in Längs- als auch in

Querrichtung erfolgt über die beiden massiven Treppenhauskerne.

Der als Scheibe ausgebildete Überbeton der Holzbeton-

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verbunddecken leitet die Horizontalkräfte aus Erdbeben und

Wind in die Treppenhauskerne ein. Die Sparrendachelemente

sind über die untere Grobspanplatte ebenfalls als Scheibe ausgebildet

und an die Treppenhäuser angeschlossen.

Trennwände

Dank dem grossen Stützenraster konnten die Trennwände

nicht tragend ausgebildet werden. Damit kann optimal auf

die Mieterwünsche eingegangen werden. Die einzigen

Anforderungen an die Trennwände bildet der Schall- und der

Brandschutz (EI60/EI30(nbb)).

Brandschutzanforderung

Auf Grundlage der aktuellen Brandschutzrichtlinien und in

Absprache mit der Brandschutzbehörde des Kantons Zug

wurde vom Holzbauingenieurs schon in der Vorprojektphase

ein Brandschutzkonzept erarbeitet, welches für alle an der

Planung Beteiligten die Grundlage für die brandschutztechnische

Bearbeitung diente. Der Holzbauingenieur übernahm

zusätzlich die Leistungen des Kontrollorganes Brandschutz

Q4 nach LIGNUM für die Gebäudeversicherung Zug. Die

wichtigsten Punkte des Brandschutzkonzeptes sind:

• Untergeschoss REI60 (nbb).

• zwei zentrale Treppenerschliessungen REI60 (nbb), direkt

ins Freie führend.

• Korridore Erd- und Obergeschosse EI60/EI30(nbb), im

Dachgeschoss EI30-nbb.

• Brandwand zu bestehender Zimmerei im Erd- und 1. Obergeschoss

REI 180 (nbb).

• Tragwerk Erd- und Obergeschosse in R60 (Unterzüge und

Stützen) und R60/EI30(nbb) (flächige Decken- und Wandelemente).

• Tragwerk Dachgeschoss in R0.

• Brandabschnittbildende Bauteile Erd- und Obergeschosse

in EI60/EI30(nbb).

• Brandabschnittbildende Bauteile Dachgeschoss in EI30.

Aussenwandverkleidung:

• Nicht brennbare Dämmung.

• Äusserste Schicht auf Holzsystembauelemente EI30

(Gipsfaserplatte 15mm).

• Fassadenverkleidung: Vollkernplatte, Brandkennziffer 5.3,

Hinterlüftung alle 2 Geschosse EI30 abgeschottet.

Minergie-Standard

Die Heizung des Neubaus erfolgt über die bestehende Holzheizung

in einem anliegenden Gebäude. Verteilt wird die

Wärme individuell regulierbar mittels Heizwänden, im Attikageschoss

über eine Fussbodenheizung. Die Luftaufbereitung

für die mechanische Lüftung ist zentral im Untergeschoss

angeordnet. Nicht daran angeschlossen ist wiederum das

Attikageschoss, welches über eine Kompakt-Lüftungsanlage

verfügt. Die zentrale Anlage im Untergeschoss ist mit einer

Wärmerückgewinnungsanlage ausgestattet – In Kombination

mit der hochwertigen Gebäudedämmung entspricht der

Neubau dem Minergie-Standard. Die zentrale Kälteinstallation

ermöglicht zudem die Temperierung von Büro- und Schulungsräumen.

Zur optimalen Leistungsanpassung ist die

Anlage auf mehrere kleine Kälteaggregate aufgeteilt. Jeder

Raum erhält so seine individuelle und bedarfsangepasste

Kühlung. Die Erhitzung des Warmwassers erfolgt ebenfalls

über die bestehende Holzheizung.

Mit einem Heizwärmebedarf von 80 MJ/m2a erreicht der

Neubau eine hervorragende Energiebilanz. Um im Sommer

nicht zu viel Wärme ins Haus hinein zu lassen, sind die Fenster

mit Lamellen-Storren ausgestattet. Diese sind sowohl

vom Nutzer wie auch zentral über die Wetterstation bedienbar.

Mit einem Fensterflächenanteil von lediglich 15 Prozent

der Grundfläche ist zudem der Wärmeeintrag durch die Sonne

bereits deutlich begrenzt.

Schallschutz

Dem Schallschutz ist in mehrgeschossigen Schul-, Büro- und

Wohnbauten besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da

das subjektive Empfinden jedes einzelnen Mieters unterschiedlich

ist. Dies gilt insbesondere für die tiefen Töne im

Bereich des Trittschalls. Aus diesem Grund ist vereinbart worden,

die erhöhten Anforderungen an die Schalldämmwerte

(SIA 181) zwischen den einzelnen Mieteinheiten einzuhalten.

Mit den hier gewählten Konstruktionsaufbauten und Detaillösungen,

aber auch dank der Qualitätssicherung der Holzbauplaner

in der Planung und während der Ausführung wurden

die Schalldämmanforderungen in allen Bereichen erfüllt.


Wiggerbrücke Egolzwil

Beim Hochwasser Ende August 2005

wurde die alte Betonbrücke über die

Wigger in Egolzwil von den Wassermassen

und dem Schwemmholz zerstört.

Um in Zukunft von Hochwasserschäden

verschont zu bleiben, galt es

entsprechende wasserseitige Anforderungen

zu erfüllen. Die Brücke und ihre

Widerlager mussten so angeordnet

werden, dass der schadlose Abfluss

eines 100-jährigen Hochwassers von

120 m 3 /s sichergestellt ist. Das bestehende

Abflussprofil war somit entsprechend

zu verbreitern.

Eine neue Betonbrücke wurde geplant

und anlässlich einer Gemeindever-

sammlung der Bevölkerung vorgestellt.

Die Gemeindebehörde wurde daraufhin

aufgefordert auch eine Holzvariante

zu prüfen, wie es das kantonale Waldgesetz

für kantonal und kommunal

finanzierte Bauten vorschreibt.

Das Ingenieurbüro PIRMIN JUNG, Ingenieure

für Holzbau GmbH aus Rain,

plante daraufhin eine Brücke in Holzbauweise,

in einer Variante die sich

bereits 2002 bei einer Brücke über die

Ilfis in Wiggen bewährt hat.

Die Gemeine Egolzwil entschied sich

für die Holzkonstruktion weil sie selber

grosse Waldflächen besitzt, trotz mini-

maler Mehrkosten gegenüber der

Betonvariante.

Die Brücke wird Personen und Fahrzeugen

bis 40t als Übergang über die Wigger

zwischen Egolzwil und Schötz dienen.

Mit der Dimensionierung auf 40to

Fahrzeuge konnte möglichen künftigen

Entwicklungen bereits heute Rechnung

getragen werden, ohne dass dies

entsprechende Mehrkosten verursachen

würde. Der markante Standort

erforderte von den Planern grundlegende

Überlegungen zum Erscheinungsbild

des Objekts. Soll sie sich doch mit einer

einfachen Erscheinung, ohne Schnörkel

in die Flusslandschaft einfügen und

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Bauherrschaft

Gemeinde Egolzwil

Dorfchärn

CH-6243 Egolzwil

Gemeinde Schötz

CH-6247 Schötz

Oberaufsicht Renaturierung

Dienststelle Verkehr und Infrastruktur

(vif) Abteilung Planung Kunstbauten /

Wasserbau

Arsenalstrasse 43, CH-6010 Kriens

Oberaufsicht Brückensanierung

Landwirtschaft und Wald (lawa)

Abtlg. Strukturverbesserungen und

Produktion

Centralstrasse 33, CH-6210 Sursee

Projektleitung /Bauingenieur

Tagmar AG

Baselstrasse 59, CH-6252 Dagmersellen

Tel. 062 748 31 51 Fax 062 748 31 65

info@tagmar.ch, www.tagmar.ch

Holzbauingenieur

PIRMIN JUNG

Ingenieure für Holzbau GmbH

Grossweid 4, CH-6026 Rain

Tel. 041 459 70 40 Fax 041 459 70 50

info@pirminjung.ch, www.ideeholz.ch

Holzbauarbeiten

Zimmerei Team Egolzwil

Schlössliweg 4, CH-6253 Egolzwil

Tel. 041 980 02 32 Fax 041 980 03 66

www.zimmerei-team.ch

Baumeisterarbeiten / Belag

Wüest & Cie AG

Vorstatt 35, CH-6244 Nebikon

Tel. 062 748 40 40 Fax 041 748 40 55

nebikon@wuest.ch, www.wuest.ch

Flüssigkunststoffabdichtung

Isotech Bautenschutz

und Sanierungs AG

Rozaweg 4, CH-7430 Thusis

Tel 081 - 651 34 75 Fax 081 - 651 43 22

e-mail@isotech.ch, www.isotech.ch

durch eine schlanken Konstruktion

bewusst von traditionellen Holzbrücke

unterscheiden. Mit ihrem Eigengewicht

von weniger als 30t liefert sie einen

deutlichen Beweis über die Leistungsfähigkeit

von Holz als Baustoff. Mit der

Wahl von Holz als hauptsächliches Baumaterial

wird einer nachhaltigen Nutzung

von Rohstoffen Rechnung getragen.

Durch die Herstellung der Teile in

regionalen Industriebetrieben und die

Montage durch lokale Unternehmer

konnten die Transportwege weitgehend

kurz gehalten werden. Das optimiert

eingesetzte Material und ein

hoher Vorfertigungsgrad führten zu

einfachen Bauteilen und einer kurzen

Bauzeit mit einer hohen Wirtschaftlichkeit.

Die geforderte Langlebigkeit wird

durch einen entsprechenden konstruktiven

Holzschutz gewährleistet. Auf

chemische Holzschutzmittel konnte so

weitgehend verzichtet werden.

Zwei Einfeldträger überbrücken die

Spannweite von 20m. Eine daran aufgehängte

32cm dicke 7-schichtige Massivholzplatte

übernimmt die Lasten von der

Fahrbahn und gibt diese an die Träger

weiter. Die Platte ist durch einen Asphaltbelag

und eine Kunststoffabdichtung,

die Träger durch eine erneuerbare Verkleidung

konstruktiv vor der Witterung

geschützt. Auf einen chemischen Holzschutz

wurde weitgehend verzichtet.

Die Holzbrücke, ohne Abdichtung und

Asphaltbelag, hat ein Eigengewicht von

rund 30 t. Für die Konstruktion wurden

verschiedene Materialien miteinander

kombiniert:

17,2 m 3 Brettschichtholz-Träger,

heimisches Fichtenholz

2,4 m 3 Furnierschichtholz,

(Finnischer Holzwerkstoff)

32,1 m 3 7-Schicht-Massivholzplatte

heimisches Fichtenholz

7,8 m 3 Konstruktionsholz,

heimisches Fichten-

und Eichenholz

135,5 m 2 heimische

Lärchenschalung

1,3 t Stahlteile, feuerverzinkt

In den Wäldern des Kanton Luzerns

wächst eine entsprechende Menge an

Holz in etwa 1h 13min nach. Mit der

eingesetzten Holzmasse sind ca. 46t

CO2 mittelfristig gebunden. Wenn eine

zukünftige Generation die Holzbrücke

nach der Nutzungsdauer abbaut, wird

durch verrotten oder verbrennen wieder

die gleiche Menge CO2 an die Atmosphäre

abgegeben und kann durch

einen erneuten Einsatz von Holz wieder

für Jahrzehnte gebunden werden.

Renaturierung der Wigger

Um die vorgegebene Wassermenge

von 120m3/s durchzuleiten zu können

wurde die Wigger auf eine Sohlenbreite

von 9 m verbreitert. Die alten, unterspülten

Betonleitwerke wurden abgebrochen

und durch Blocksteine ersetzt.

Die Böschungen wurden auf eine Neigung

von 2:3 abgeflacht.

Damit sich die Sohle nicht weiter

absenkt wurden vom Profil 10 bis 12

drei Holzschwellen versetzt. Von der

best. Betonschwelle unterhalb der


Brücke musste 50 cm abgebrochen werden, damit eine Freibordhöhe

von 1.0 m zur Brücke eingehalten werden konnte.

In der Wigger wurden neue Fischunterstände errichtet und

Störsteine eingesetzt. Im Rahmen der Eisvogel-ansiedelung

wurde mit vorgegebenen Löchern sowie Sandbänken eine

Nistmöglichkeit erstellt.

Kosten

Die Brückenkosten inkl. Fundamente und die Massnahmen

im Wasserbau belaufen sich voraussichtlich auf Fr. 800’000

und werden durch Beiträge von Bund, Kanton, und den

Anstössergemeinden Egolzwil und Schötz finanziert.

Wasserbaudaten

Länge der Renaturierung 80.0 m

Sohlenbreite 9.0 m

Natursteine 950 t

Beton 100 m 3

Bauprogramm

Zerstörung der alten Brücke - Hochwasser, August 2005

Beginn Bauarbeiten Fundation - Mai 2006

und Widerlager

Beginn Vormontage Holzbrücke - 07. August 2006

Aufbringen Abdichtung - 22. August 2006

Einheben der vormontierten - 28. August 2006

Holzkonstruktion

Aufbringen Asphaltbelag - 04. September 2006

Einweihung und Übergabe - 16. September 2006

an Verkehr

Holzskelett der Konstruktion

Brückenmontage

Am Montag 28. August 06 wurde die Holzkonstruktion der

Wiggerbrücke mit einem 300t Mobilkran in die Widerlager

eingehoben. Die Konstruktion ohne Belagsaufbau hat ein

Gewicht von rund 30t und wurde vorgängig an Land zusammengebaut.

Die Brücke ist für den Strassenverkehr bis 40t

LKW ausgelegt. Die Wahl für eine Holzbrücke anstelle einer

Betonkonstruktion geht auf einen Entscheid der Gemeinde

Egolzwil zurück. Ausschlaggebend waren die minimalen

Mehrkosten gegenüber einer Betonbrücke sowie der grosse

Waldbesitz der Gemeinde Egolzwil.

Hybridträger au BSH- und Furnierschichtholzlamellen

Für die Längsträger wurde Brettschichtholz GL28k mit Lamellen

aus Furnierschichtholz (Kerto-S) verstärkt. Die Einfeldträger

sind bezüglich der Tragsicherheit und der Gebrauchstauglichkeit

zu 100% ausgenutzt. Zwar hätte auch hochwertiges

BSH der Qualität GL36k ausgereicht, doch die dafür notwendigen

Lammellen der Klasse T26, mit einer Breite von 240

mm sind auf dem Markt schwer erhältlich. Mit den Lamellen

aus Kerto-S konnte zudem auf Keilzinkenstösse, in den stärker

beanspruchten Randzonen verzichtet werden. Die Flexibilität

des BSH-Produzenten ermöglichte es, 20,0 m lange Furnierschichtholzplatten,

mit einer Stäke von gerade mal 33

mm, aus Finnland einzuführen und zu verarbeiten. Die Träger

sind der Feuchteklasse 2 zugeordnet und deren Lamellen

wurden mit einem herkömmlicher PUR-Klebstoff verklebt.

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News…

VSE begrüsst Entscheid des Bundesrates

zur Strommarktöffnung

Mit der Verabschiedung der Verordnung zum Strommarktgesetz erhält die Elektrizitätsbranche die rechtliche Grundlage für

die Gestaltung einer wettbewerbsorientierten Stromversorgung. Somit verbleiben neun Monate bis zur Einführung des Wettbewerbs

in der schweizerischen Stromversorgung. Gleichzeitig eröffnet die geänderte Energieverordnung mit der kostendeckenden

Einspeisevergütung eine intensivierte Förderung der erneuerbaren Energien.

Mit der Inkraftsetzung der Strommarktverordnung (StromVV)

durch den Bundesrat per 1. April 2008 sind die gesetzlichen

Rahmenbedingungen abgeschlossen. Nun stehen die Anpassungen

an die neue Rechtslage und vor allem die Umsetzung

durch die Stromversorgungsunternehmen an, damit der

Strommarkt per 1. Januar 2009 geöffnet werden kann.

Der VSE hat sich für eine konstruktive, liberale und nichtdiskriminierende

Detailregelung des Strommarktes in der Verordnung

eingesetzt. Eine Anzahl Forderungen wurden

erfüllt, andere nicht. Der VSE ist enttäuscht, dass unter den

Kernanliegen der Branche der WACC als Grundlage für die

Ermittlung der Kapitalkosten der Netze ungenügend ausgestaltet

und, dass neu eine komplizierte monatliche statt quartalsmässige

Leistungsmessung für die Verrechnung der Verteilnetzkosten

eingeführt wurde.

Der VSE prüft nun die neue Verordnung und deren Auswirkungen

im Detail. Wichtig ist, dass sich die Liberalisierung

der Stromversorgung nun entfalten kann. Die Rollen und

Aufgaben sind definiert: Der VSE ist gemäss dem Subsidiaritäts-

und Kooperationsprinzip für die technischen und administrativen

Branchendokumente verantwortlich.

Auskünfte:

Dorothea Tiefenauer, Leiterin Kommunikation VSE

E-Mail: dorothea.tiefenauer@strom.ch

Telefon +41 (0)62 825 25 24

Mobile +41 (0)79 642 11 41

www.strom.ch

Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE)

Der VSE ist der Branchendachverband der schweizerischen Elektrizitätsunternehmen. Er setzt sich für gute Rahmenbedingungen

für die Elektrizitätswirtschaft und eine sichere Stromversorgung ein, informiert die Öffentlichkeit über Themen

der Elektrizitätsbranche und bietet seinen 435 Mitgliedern zahlreiche Dienstleistungen an.


Bundesamt für Energie verlieh den

Das Bundesamt für Energie (BFE) zeichnete im Rahmen eines

Festaktes die Gewinner des Watt d’Or 2008 aus. Insgesamt

sieben Wettbewerbsbeiträge haben es geschafft, sich diese

prestigeträchtige Auszeichnung für herausragende Leistungen

und zukunftsweisende Innovationen im Energiebereich

zu sichern. Ziel des Watt d’Or ist es, diese nachahmenswerte

Projekte und Initiativen in die Öffentlichkeit zu bringen, das

heute technisch Machbare aber auch Zukunftstechnologien

zu präsentieren und so auch andere zu Energie-Innovationen

zu motivieren.

Rund 80 Beiträge in fünf Kategorien sind im Rahmen des

Wettbewerbs «Watt d’Or» eingegangen, der seit 2006

durchgeführt wird. Ein Team aus Fachexperten evaluierte die

Bewerbungen und nominierte schliesslich 19 Beiträge für die

Endrunde. Eine Jury mit Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft

und Wirtschaft kürte daraus die sieben Gewinner. Sie

wurden von den Mitgliedern der Jury gewürdigt und konnten

die Watt d’Or Trophäe, eine riesige Schneekugel aus der

Schneekugelmanufaktur Erwin Perzy in Wien, entgegennehmen.

Die sieben Gewinner des Watt d’Or 2008 sind:

Kategorie 1: Gesellschaft

Die Tessiner Gemeinde Coldrerio für das Projekt

«Nachhaltigkeit in einer kleinen Gemeinde»

Kategorien 2 + 3:

Energietechnologien und Erneuerbare Energien

Die Tegra Holz & Energie AG in Domat/Ems für ihr

«Biomassekraftwerk Domat/Ems».

Kategorie 4: Energieeffiziente Mobilität

Der Watt d’Or geht gemeinsam an die Carrosserie Hess AG

in Bellach für den «Hybridbus LighTram 3»

und an das Reiseunternehmen Eurobus in Windisch für

den «Hybrid-Linienbus im öffentlichen Verkehr».

Kategorie 5: Gebäude

In der Kategorie Gebäude werden in diesem Jahr 2

Watt d’Or-Auszeichnungen vergeben:

An die Viridén + Partner AG in Zürich für die

«Modernisierung Magnusstrasse 28».

An die Conrad Lutz Architecte Sàrl in Givisiez für ihre

«Green-Offices».

News…

Watt d’Or 2008 für herausragende Energieprojekte

Spezialpreis der Jury

Die Jury hat sich dazu entschlossen, erstmals einen Spezialpreis

zu vergeben. Dieser geht an Herrn Josef Jenni, Inhaber

der Firma Jenni Energietechnik AG in Oberburg bei Burgdorf,

für sein Lebenswerk zugunsten der Solarenergie.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den Siegerprojekten, zu den Preisträgern

und zur Jury sind in der Sonderausgabe der Zeitschrift

energeia zum Watt d’Or 2008 zusammengefasst.

Mit dem Watt d’Or zeichnet das Bundesamt für Energie Bestleistungen

im Energiebereich aus. Der nicht dotierte Preis

wird jährlich verliehen. Die gelungenen Projekte und Initiativen

der Preisträger sollen für Wirtschaft, Politik aber auch für

die breite Öffentlichkeit ein Anreiz sein, die Vorteile innovativer,

zukunftsträchtiger Energietechnologien zu entdecken.

Die Ausschreibung für den Watt d’Or 2009 läuft

Die Ausschreibung für den Watt d’Or 2009 läuft bis Ende

August 2008. Die Bewerbungsunterlagen sind zugänglich

unter: www.wattdor.ch.

Adresse für Rückfragen:

Marianne Zünd, Leiterin Kommunikation BFE

031 322 56 75, 079 763 86 11

Herausgeber:

Bundesamt für Energie

Internet: http://www.bfe.admin.ch

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Evang.-ref. Kirchgemeinde Einsiedeln

Neubau Kirchgemeindehaus

Bauherrschaft

Evangelisch ref. Kirchgemeinde

CH-8840 Einsiedeln

Architekt

Birchler Ruedi

dipl. Arch. ETH/SIA

Allmeindstr. 17, CH-8840 Einsiedeln

Tel. +41 55 412 77 17

Fax +41 55 412 54 03

info@birchler-architektur.ch

www. birchler-architektur.ch

Mitarbeit: Salome Egg, Architektin ETH

Bauingenieur

Ingenieur- und Planungsbüro

Meyer Felix

Rossbergstr. 39, CH-6422 Steinen

Tel. +41 41 832 17 62

Fax +41 41 832 23 01

meyerfelix@bluewin.ch

Konzept

Zuerst wurde 1943 die Kirche in gebührendem

Abstand vis à vis des Klosters

auf den kleinen Hügel neben der

Brauerei gebaut. 1976 folgte das Pfarrhaus.

Jetzt wurden die zwei Bauten

durch die Ergänzung des Kirchgemeindehauses

zu einem stimmigen Ensemble

erweitert, das sich um den zentralen

neuen Hof gruppiert.

Der Neubau schliesst auf der Südseite

an die Kirche an, wo sich das Kirchenfoyer

befindet. Durch das Öffnen von

Schiebewänden können die Kirche, das

Kirchenfoyer und die neue Cafeteria

miteinander verbunden werden, so

dass ein Raum für Grossanlässe entsteht.

Es war ein zentrales Anliegen, die

Kirche im Inneren wie im Äusseren

wenig zu beeinträchtigen und ihr die

Stellung als Hauptbaute im Ensemble

zu bewahren und zu stärken. Der Kirchenraum

blieb in seiner ursprünglichen

Dimension erhalten und wurde

möglichst nahe an seinen einfachen

und kargen Charakter zurückgeführt.

Der Neubau wird durch das Satteldach

und die Ziegeleindeckung in die vorhandene

Bebauung eingebunden und

markiert durch die Fassadengestaltung

und die Materialisierung seine öffentliche

Funktion.

Die bauliche Entwicklung der Kirchgemeinde

kann auch an der Entwicklung

der Küche aufgezeigt werden. Aufgrund

der vielfältigen Anlässe im Kirchenjahr

beansprucht die Küche einen

wichtigen Platz in den Räumen der

Kirchgemeinde. Die erste Küche befand

sich im Obergeschoss der Kirche, über

eine steile „Himmelsleiter“ erschlossen

und mit einem Warenaufzug mit dem

Kirchenfoyer verbunden. Die zweite

Küche wurde neben dem Kirchgemeindesaal

im Pfarrhaus eingebaut, viele

Treppenstufen von der Kirche entfernt.

Und nun hat die Küche grösser und heller

endlich Platz gefunden auf dem

Niveau des Festsaales. Sie liegt zentral

im Neubau und erschliesst direkt die

Cafeteria und den Festplatz.

Auch ins Kapitel der Verbesserungen

gehört die Verlegung des Zuganges zur

Kirche. Ursprünglich führte eine grosszügige

Treppe von der Spitalstrasse


direkt vor die Kirche. Durch den Ausbau

der Strasse, den Bau des Pfarrhauses

und vor allem durch den Anbau einer

Garage wurde der Kirchenaufgang

regelrecht marginalisiert. Neu gelangt

man entlang einer Baumreihe über den

Schlüsselmattweg und den Hof direkt

zur Kirchentür. Sozusagen parallel führt

auch die Treppe im Neubau vom Vorplatz

zum Festplatz.

Gestaltung

Gegen aussen wirkt der Neubau als

geschlossener Körper, der durch grosse

Bandfenster rythmisiert wird. Ein Ausschnitt

markiert den Eingang. Zum Hof

ist das Gebäude geöffnet und grosszügig

verglast. Durchsichten, Spiegelungen

und das durchgehende Metallgeländer

lassen Hof und Korridor zusammenfliessen.

Eine besondere Herausforderung

bildete die Gestaltung der

Cafeteria, welche als multifunktionaler

Raum das eigentliche Herzstück des

Neubaues bildet. Zum einen ist sie eben

Cafeteria und Schulraum mit den entsprechenden

Installationen, zum

andern dient sie auch als Versammlungs-

und Festraum, den man um das

Kirchenfoyer erweitern kann, und

umgekehrt kann sie auch zur Kirche

geschlagen werden. Ähnlich wie bei

der Kirche wird der Raum mit einer

massiven Mauer gegen aussen abgegrenzt,

während Holz und Glas zum

Hof die Weichseite bilden. Die Hofverglasung

und ein Dachfenster stellen

einen stimmigen Sichtbezug zum Kirchturm

und der dazwischenliegenden

Strauchrabatte her.

Bauweise und Materialisierung

Der Neubau ist ein Massivbau mit Aussendämmung

und hinterlüfteter Schindelfassade.

Das 1. Geschoss ist ebenerdig

vom Schlüsselmattweg erschlossen

und steckt rund 1 Meter im Erdreich.

Das 2. Geschoss ist mit einem Lift

erschlossen und liegt auf der gleichen

Höhe wie die Kirche. Das Satteldach ist

eine mit Pfannenziegeln eingedeckte

Holzkonstruktion.

Die Materialisierung entwickelte sich

stark aus der vorhandenen Stimmung

der Kirche. Diese ist geprägt durch die

grob verputzten Mauern, den Holzboden,

die Holzdecke und die Holzmöbel.

Diese karge und zugleich familiär stu-

Bilder: Linsi Martin, CH-8840 Einsiedeln

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benartige Stimmung wurde ähnlich in der Cafeteria und in

den Schulräumen realisiert. Die Jugendräume haben mehr

einen Werkstattcharakter und sollen den Jugendlichen Raum

für eigene Einrichtungsvorstellungen lassen.

Eine spezielle Herausforderung war die Wahl des Fassadenmateriales.

Die recht groben Lärchenschindeln schliessen

durch ihre Textur, ihre Rohheit und ihr Verwitterungsverhalten

sehr stimmig an die Sandsteinfassade der Kirche an.

Umgebung

Dem Bau der neuen Anlage musste fast der ganze ehemalige

Pfarrgarten weichen. Die schöne Linde im Bereich des Kirchenvorplatzes

konnte jedoch erhalten werden. Sie bildet

heute das Zentrum des neuen Festplatzes, welcher den

höchstgelegenen Hofteil ausmacht. Auf der mittleren Ebene

befindet sich der Garten des Pfarrhauses. Mauerscheiben,

die mit Kletterpflanzen begrünt werden, schützen diesen privaten

Teil von den öffentlichen Bereichen. Der Vorbereich des

neuen Kirchgemeindehauses stellt gleichsam die tiefstgelegene

Hof-Ebene dar. Die prägenden Materialien auf den einzelnen

Ebenen resp. in den einzelnen Hof-Bereichen erlauben

eine Benennung nach Farben: Mit dem grauen Hof ist

der Festplatz gemeint, der einen Kiesbelag aufweist. Der grüne

Hof bezeichnet den Pfarrgarten mit Rasen, Stauden,

Sträuchern und Bäumen. Der schwarze Hof erhält seinen

Namen wegen des Asphalt-Belages.

Die Parkplätze befinden sich unterhalb des Schlüsselmattweges.

Einige in der Reihe gepflanzte Feldahorn-Hochstämme

sorgen für Schatten und führen die Besucher zum neuen

Hauptzugang.

Energie

Die vorhandene Oel- und Elektroheizung wurden entfernt

und durch eine neue Gasheizzentrale im Pfarrhaus ersetzt,

welche die gesamte Anlage beheizt. Der Neubau wurde entsprechend

dem Minergiestandard gedämmt und gelüftet, in

der Kirche wurden der Boden und die Decke nachgedämmt.

Praktisch die ganze Beleuchtung ist mit Sparlampen ausgerüstet.

Die Beleuchtung der Kirche wurde aus ästhetischen und

energetischen Gründen ersetzt.


Einfache Gesellschaft

Siedlung Lincoln

Das Konzept der EG Siedlung Lincoln

lautete: «Es ist unser Ziel, ein kleines,

kontaktfreundliches Wohnquartier zu

realisieren, das soziale, ökologische und

ökonomische Rahmenbedingungen

schafft für ein angenehmes und bereicherndes

Zusammenleben. Neben den

allgemein geläufigen Bedürfnissen

nach Individualität und Privatheit sollen

auch gemeinschaftliche Qualitäten

ermöglicht und gefördert werden». Für

den Kauf des Grundstückes und die

Finanzierung der Vorarbeiten gründeten

acht Familien resp. Paare die Einfache

Gesellschaft Siedlung Lincoln.

Zweck der Firma war der Bau der Sied-

Bilder: Linsi Martin, CH-8840 Einsiedeln

8840 Einsiedeln

Neubau Siedlung Lincoln -

Gemeinschaft und Individualität

lung zur eigenen Nutzung und zum

Verkauf der zusätzlichen Einheiten.

Konzept

Schon die ersten Skizzen liessen die

optimale Eignung dieses Grundstückes

für die Realisierung des formulierten

Zieles erkennen. Die rund 100 Meter

lange Parzelle an bester Wohnlage

ermöglichte in verdichteter Bauweise

die Platzierung von 10 bis 20 Wohnungen.

Ein privates Bauverbot auf rund

einem Fünftel der Fläche hielt die Einfamilienhaus-Pläne

anderer Interessenten

in Schach. Mit dem Konzept einer verdichteten

Bebauung konnte die Bauverbotsfläche

in den grosszügigen

gemeinsamen Aussenraum integriert

werden. Im Oktober 2006 wurden die

sechs Reihenhäuser, im Februar 2007

die sieben Wohnungen im Mehrfamilienhaus

bezogen.

Sparsamer Landverbrauch

Der sparsame Umgang mit dem Land ist

ein Gebot der Stunde und wird mit der

verdichteten Bauweise erreicht. Die

Infrastruktur kann zusammengefasst

werden. Der gesamte Autoverkehr wird

an der erstmöglichen Stelle vom Lincolnweg

abgenommen und auf den

19


20

Architekt

Birchler Ruedi

dipl. Arch. ETH/SIA

und Mitarbeiter

Allmeindstr. 17, CH-8840 Einsiedeln

Tel. +41 55 412 77 17

Fax +41 55 412 54 03

info@birchler-architektur

www. birchler-architektur

Mitarbeiter: Simon Kaiser,

Patrick Ruhstaller, Susann Albrecht,

Hermann Guggenberger,

Andreas von Christen

Bauherrschaft

Einfache Gesellschaft Siedlung Lincoln

Bauleitung

Hubli + Landolt AG

Allmeindstrasse 17, CH-8840 Einsiedeln

Tel. +41 55 422 22 63

Nat. +41 79 691 81 82

info@hubli-landoldt.ch

www.hubli-landolt.ch

Bauingenieur

Birchler, Pfyl + Partner

Benzigerstrasse 19, CH-8840 Einsiedeln

Tel. +41 55 412 36 25

Fax +41 55 412 53 68

info@bpp-ing.ch, www.bpp-ing.ch

HLKK Ingenieur

Kälin Haustechnik GmbH

Ochnserstrasse 3 , CH-8840 Einsiedeln

Tel. +41 55 412 74 61

Fax +41 55 412 71 79

kaelin.haustechnik@freesurf.ch

Bauphysiker

Büro fgk GmbH

Energie + Bauphysik

Franz-Georg Keel

Mülimatt 7, CH-8915 Hausen/A

Tel. +41 44 764 03 02

fgk@fgkenergie.ch

gemeinsamen Parkplatz respektive in

die Einstellhalle geführt. Die Einstellhalle

ist zur Hälfte oberirdisch und dadurch

natürlich belichtet und belüftet. Sämtliche

Medien werden im Untergeschoss

des Mehrfamilienhauses eingespeist

und über die zusammengebauten Keller

auf die Reihenhäuser verteilt. Ebenso

die Raumwärme und das Warmwasser

werden zentral aufbereitet und verteilt.

Gemeinschaft und Individualität

Gemeinschaft und Individualität sind

wichtige Lebensqualitäten, die in der Planung

gleichwertig berücksichtigt wurden.

Alle Gesellschafter wurden gemäss

ihren Bedürfnissen und ihrem Budget in

das Projekt integriert. Entstanden ist eine

Überbauung mit 13 Wohnungen, die alle

verschieden gross, unterschiedlich gestaltet

und entsprechend unterschiedlich

teuer geworden sind. Jede Wohnung ist

sehr gut besonnt und profitiert von der

schönen Aussicht. Jede Wohnung hat

mindestens einen geschützten Aussenbereich

und Anteil an den gemeinsamen

Aussenräumen. Alle Reihenhäuser und

die Maisonettewohnung im Mehrfamilienhaus

haben sowohl einen privaten

Garten auf der Südwestseite der Gebäude

als auch einen kleinen Vorplatz auf

der Hofseite. Die Räume zwischen den

nahe stehenden Bauten werden ebenfalls

als kleine private Höfe genutzt.


Der gemeinschaftliche Aspekt zeigt sich

zuerst im einheitlichen Erscheinungsbild

der ganzen Siedlung. Die einzelne

Wohnung und der einzelne Garten sind

nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Zentral sind der gemeinsame Zugang

und der grosse Hof. Auch zu den Gemeinschaftsbereichen

zählt das grosszügige

und lichtdurchflutete Treppenhaus

im Mehrfamilienhaus.

Durchmischte Bewohnerstruktur

Die Siedlung ist sehr familienfreundlich

angelegt. Sie bietet aber auch kleineren

Haushalten und älteren Menschen

angenehme Wohnbedingungen. Die

Wohnungsgrössen liegen zwischen 3,5

bis 7.5 Zimmern und 90 bis 193 m2

Grösse. Das Alter der Bewohner reicht

von 1 bis 71 Jahre. 19 Kinder bringen

viel Leben in die Siedlung Lincoln.

Im Mehrfamilienhaus befinden sich

eine Maisonette und sechs Geschosswohnungen.

Ein Lift erschliesst alle

Geschosse. Ohne Stufe erreicht man

das Treppenhaus vom Haupteingang,

von der Einstellgarage und vom Veloraum.

Die Velos sind ein wichtiges Verkehrsmittel

der Bewohner. Deshalb sind

die geschützten Einstellplätze nahe am

Treppenhaus respektive vor den Hauseingängen

der Reihenhäuser platziert.

Bauweise

Die Gebäude sind konventionell erstellt,

d.h. in Massivbauweise gemauert

und betoniert. Die Decken und Dächer

sind teilweise aus Holz. Die Wohnhäuser

sind aussen mit einer 20cm dicken

Dämmung isoliert und mit einer Holzschalung

verkleidet. Sämtliche Nebenbauten

sind in rohem Beton und Holz

erbaut. Die Flachdächer der Hauptbauten

wurden begrünt.

Gestaltung

Die neue Siedlung beherbergt mehr

Wohnungen als alle Nachbarbauten zusammen.

Es war möglich, die Neubauten

gut ins Gelände einzupassen, grosszügige

Bauabstände und geringe Gebäudehöhen

einzuhalten. So beeinträchtigen

die Neubauten weder die

Besonnung noch die Aussicht der

Nachbarn.

Die Materialisierung hält sich an zwei

Grundsätze, nämlich «aussen roh,

innen fein» und «aussen einheitlich,

innen individuell». Bei den Fassaden

sind das Beton, rohe Holzschalung,

lasierte Holzwerkstoffplatten und rohes

Metall. Diese Materialien und ihre Farben

passen reizvoll zueinander und zur

Umgebung und entwickeln mit dem

Alter eine natürliche Patina.

Die unregelmässige Platzierung der

Fenster in der Fassade ist ein Hinweis

auf die individuellen Grundrisslösungen

dahinter. Insgesamt unterstützt dieses

Gestaltungsprinzip aber die einheitliche

Gesamterscheinung der Siedlung.

Umgebung

Während sich nordöstlich der Gebäude

die gemeinsamen grosszügig konzipierten

Aussenräume erstrecken, bilden die

kleinräumigen privaten Abschnitte im

Südwesten einen ‚dichten’ Garten.

Die räumlich prägenden Elemente wie

Mauern (Beton, Drahtschotterkörbe)

und Hecken leiten sich einerseits aus der

topografischen Situation ab, andererseits

entfalten sie eine trennende Wirkung

durch die präzise Setzung in ausgewählten

Bereichen.

Auf diese Weise definiert eine Mauerscheibe

den Übergang vom halböffentlichen

Bereich (Nebenzugang, Besucherparkplätze)

zu den privaten Gärten. Die

über alle Gärten in freier Anordnung

gepflanzten Hochstammbäume (Erlen),

Baumdächer (Platanen) und schirmartig

wachsenden Sträucher (Felsenbirnen) lassen

diesen Bereich zunächst als grossen

Gartenraum erscheinen, während niedrig

gehaltene Buchenhecken die privaten

Räume mit der individuellen Anordnung

von Sitzplätzen, Staudenrabatten, Gemüsebeete

u.v.a. ermöglichen.

Durch die Setzung einer weiteren Stützmauer

entlang der ehemaligen Hang-

kante des Grundstückes und durch die

Pflanzung einer geschwungenen Feldahornhecke

entlang dem Böschungsfuss

unterhalb dem Lincoln wirkt der gemeinsame

Aussenraum im Nordosten

als Hof. Er bietet mit Asphalt-, Kies-,

Sand- und Rasenflächen, mit Hecken

und Bäumen, mit Stufen, Rampen, Sitzmauern

und gedeckten Bereichen vielfältige

Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten

für Klein und Gross.

Das Wachsen der Bäume, das Verdichten

der Hecken und das Ausbreiten der

Kletterpflanzen (Wilder Wein, Kletterhortensien,

Efeu) auf den Betonstützmauern

in den nächsten Jahren erhöht

die atmosphärischen Qualitäten der

Siedlung Lincoln und sorgt bei sommerlichem

Wetter für Schatten und angenehmes

(Mikro)Klima.

Ökologie

Die Berücksichtigung der Ökologie

beim Bau und Betrieb der Siedlung war

von Anfang an ein Programmpunkt.

Die ganze Siedlung ist im Minergiestandard

erstellt. Die Gebäude sind sehr gut

gedämmt und werden mit einem Holzkessel

(Pellets) beheizt. Das Warmwasser

wird mit Sonnenkollektoren und mit

der Holzheizung aufbereitet. Jede

Wohnung hat ihre eigene Komfortlüftung.

Raumheizung und Wasserverbrauch

werden individuell abgerechnet.

Die Fassadenverkleidung besteht aus

unbehandeltem Holz. Die Flachdächer

sind begrünt und halten einen Grossteil

des Regenwassers zurück. Die meisten

Belagsflächen sind sickerfähig.

21


22

Alles beginnt im Herbst 1988 in einer Stadtzürcher Gartenlaube:

Eine Handvoll kreativer Köpfe entwickelten eine Idee, wie

Gemeinden und Städte ihre energiepolitischen Möglichkeiten

nachhaltig aktiveren könnten. «Energiestadt – Entwicklungsplattform

der kommunalen Energiepolitik» so umschreiben

die Promotoren aus dem Kreis von WWF, Schweizerischer

Energie-Stiftung und Schweizerischer Gesellschaft für

Umweltschutz ihr Projekt. Für den finanziellen Anschub zur

Umsetzung dieser «Energiepolitik von unten» sorgt der WWF.

Es folgen zehn Sitzungen, ein erstes Gemeindeseminar in

Olten und 1990 die vorerst bescheidene Unterstützung durch

das damalige Bundesamt für Energiewirtschaft.

Es fallen in dieser Zeit energiepolitisch wichtige Entscheide:

Das Stimmvolk heisst die Volksinitiative für ein zehnjähriges

AKW-Moratorium gut und stimmt dem Energieartikel in der

Bundesverfassung mit knapp 72% Ja-Stimmen zu. Sparsame

Energienutzung und die Förderung erneuerbarer Energien

werden zum Verfassungsauftrag.

Bereits am 25. April 1991 kann der damalige Energieminister

Adolf Ogi mit Schaffhausen die erste Energiestadt auszeichnen

und mit Vertretern der Umweltorganisationen offiziell

das Projekt Energiestadt lancieren. Im gleichen Jahr startet

der Bundesrat das Programm Energie2000 und nimmt darin

das Projekt als Beitrag der Umweltorganisationen auf. Der

Trägerverein Energiestadt wird gegründet - mit dem damaligen

WWF-Direktor Philipp Roch als ersten Präsidenten.

Als Energiestadt der ersten Stunde leistet Schaffhausen mit

grossem Schwung wichtige Pionierarbeit. Olten, Birsfelden,

Lenzburg und Münsingen gehören mit der Munot-Stadt

ebenfalls zu den «first-movern». Schaffhausens energiepolitisches

Programm und der Schlussbericht über die realisierten

und geplanten Massnahmen bilden eine wichtige Grundlage

für den weiteren Prozess. Dieser startet Ende Oktober 1992

auch in der Romandie. Der damalige Statdtpräsident von

Martingy, Pascal Couchepin, unterstützt den Start der Programmaktivitäten

aktiv. Sie münden ins erste Treffen des

«Club des Villes» in Couvet. Schliesslich findet «Cità dell’

energia» auch den Weg in den Kanton Tessin.

Die Idee wird zum Programm

20 Jahre Energiestadt

Durch die Erfahrungen und das grosse Engagement der

energiepolitisch engagierten Kommunen entwickelt sich das

Projekt so kontinuierlich weiter zu einem integralen Bestandteil

des Programms Energie2000. Das Ressort «Öffentliche

Hand» übernimmt die Programmaktivitäten und wird zur

Anlaufstelle für den Erfahrungsaustausch zwischen Behörden,

Verwaltung, Fachkreisen und Öffentlichkeit. Das Beratungsangebot

für Gemeinden wird intensiviert und profes-

Eine Erfolgsgeschichte überschreitet Grenzen

sionalisiert. Ausgebildete «Energie-Inspirator/innen» begleiten

und unterstützen nun eine wachsende Zahl engagierter

Gemeinden auf ihrem Weg zur Erreichung der gesteckten

energiepolitischen Ziele.

1995 folgt mit der Erarbeitung des neuen Zertifizierungsverfahrens

für das Label Energiestadt ein weiterer wichtiger

Meilenstein. Es legt den Massnahmenkatalog und das

Bewertungssystem fest und regelt den Ablauf bis zur Erteilung

des Labels. Vertreter/innen der Romandie und die Energiestadt

Neuchâtel als Pilot-Gemeinde sind massgeblich an

der Entwicklung des Verfahrens beteiligt. 1996 wird Neuchâtel

als erste Energiestadt nach dem neuen Verfahren ausgezeichnet.

Die Labelanträge werden nun von der unabhängigen

Labelkommission geprüft, die Qualitätssicherung erfolgt

über den Trägerverein.

Auf sieben Jahre der Aufbauarbeit folgt nun der grosse Steigflug.

Ende 1995 zählt der Trägerverein neun Energiestädte

(auf die ersten fünf folgen noch Davos, Zug, Burgdorf und

Neuchâtel) und 31 Gemeinden, die am regelmässigen Erfahrungsaustausch

teilnehmen. Mit Mendrisio werden im Jahr

2001 die erste Tessiner Gemeinde und als 50. Energiestadt

Wittenbach/SG mit dem Label ausgezeichnet. Ende 2002

zählt die Schweiz bereits 84 zertifizierte Energiestädte und

177 Gemeinden gehören inzwischen dem Trägerverein an.

Energiestadt überschreitet Grenzen

In den Jahren des grossen Wachstums fallen weitere wichtige

energiepolitische Entscheide: Mit 64 Millionen Franken wird

das Investitionsprogramm Energie2000 gestartet (1997), das

Parlament verabschiedet das Energiegesetz, die Schweiz

unterzeichnet das Kyoto-Klimaschutzprotokoll (1998), das

Parlament beschliesst das CO2-Gesetz (1999). 2001 schliesslich

wird Energie2000 durch das Nachfolgeprogramm EnergieSchweiz

abgelöst. EnergieSchweiz für Gemeinden heisst

nun das Dienstleistungsprogramm für Energiestädte und

Gemeinden, die das Label erwerben wollen. Der Trägerverein

konzentriert sich auf die Qualitätssicherung des Verfahrens

und vertritt die energiepolitischen Interessen seiner Mitgliedsgemeinden.


Im Jahr 2001 folgt der Schritt auf europäische Ebene: Nach

dreijähriger Vorarbeit über die Landesgrenzen hinweg wird

2001 die Auszeichnung «european energy award» lanciert.

Sie basiert auf dem Energiestadt-Labelsystem. In Nordrheinwestfalen

und einigen österreichischen Bundesländern können

nun Gemeinden in einen Prozess à la Energiestadt einsteigen.

2002 erhält Lörrach/D als erste Stadt ausserhalb der

Schweiz das Label Energiestadt. Der european energy award

wird zum europaweit gültigen Zertifizierungssystem.

Die Idee kommt in Europa an

2003 wird als Trägerorganisation des europäischen Labels

das Forum european energy award mit einer Geschäftsstelle

in Zürich gegründet. Präsident ist Walter Steinmann, der

Direktor des Bundesamtes für Energie. Jetzt starten auch in

Irland, Spanien, Litauen, Italien und der Slowakei Pilotprojekte.

Städte wie Celle (I), Macroom (Irl) oder Alytus (Lit) übernehmen

nun die Vorreiterrolle – wie seinerzeit die ersten

Energiestädte in der Schweiz.

Eine besondere Reise tritt BFE-Direktor Walter Steinmann am

18. Dezember 2007 an: Im Gepäck hat er die european energy

awards für die französischen Gemeinden Echirolles,

Besancon, Montmélian und die Agglomeration Grenoble.

Die Labelübergabe findet in Paris statt. Energiestadt ist endgültig

in Europa angekommen. In Deutschland, Österreich,

Liechtenstein, Frankreich und der Schweiz sind inzwischen

204 Städte und Gemeinden als Energiestädte zertifiziert.

Was 1988 mit einer Idee begann, ist zu einer Erfolgsgeschichte

mit internationaler Ausstrahlung geworden. Ein

Höhepunkt im Jubiläumsjahr 2008 wird im Herbst der «Journée

de l’Energie» in der Energiestadt Fribourg: Dann erhält

die 150. Schweizer Gemeinde offiziell das Energiestadt-Label

und die zehnte Energiestadt wird mit dem European Energy

Award in Gold ausgezeichnet.

Kontakt

Trägerverein Energiestadt®

c/o ENCO Energie-Consulting AG

Wattwerkstr. 1, CH-4416 BUBENDORF

Tel: 061 / 965 99 00, Fax: 061 / 965 99 01

E-Mail: robert.horbaty@enco-ag.ch

www.energiestadt.ch

Kommunikation Deutschschweiz

Rafael Brand, c/o Scriptum, Schützengasse 1, 6460 Altdorf,

Tel. +41 (0)41 870 79 79, info@scriptum.ch

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Bilanz der vergangenen

20 Jahre Energiestadt - Facts and Figures

Cornelia Brandes, Präsidentin des Trägervereins Energiestadt

20 – 150 – 10

Diese Ziffern stehen über der Festschrift des Trägervereins

Energiestadt. Der Verein feiert 2008 das 20-jährige Bestehen,

die 150. Energiestadt und die 10. Schweizer Gemeinde mit

der Auszeichnung Energiestadt in GOLD.

Wir alle, welche diese Entwicklung mehr oder weniger lange

mitgetragen und begleitet haben, können etwas stolz sein.

Was im Jahre 1988 als Idee einiger umweltengagierter Personen

entstand, entwickelte sich zu einer eigentlichen Energie-

Erfolgsgeschichte – auch international. Die seit 1997 eingeführte

Auszeichnung «Label Energiestadt», ein eigentliches

Qualitätsmanagement-System für energieaktive Kommunen,

wird heute als «European Energy Award®» bereits in sieben

weiteren europäischen Ländern erfolgreich eingesetzt.

Was die heute 153 ausgezeichneten Energiestädte in

den letzten 20 Jahren bewirkt haben, ist ein grosser Beitrag

für eine nachhaltige Entwicklung: Dank ihrem konsequenten

Engagement reduzieren sie pro Jahr den CO2-Ausstoss um

78’000 Tonnen, den Stromverbrauch um 72 Millionen Kilowattstunden

und den Verbrauch von Brenn- und Treibstoffen

um 30 Millionen Liter. Die Energiestädte und die weiteren

143 Mitgliedgemeinden mit ihren mehr als 3,5 Millionen EinwohnerInnen

sind neben der Wirtschaft die wichtigsten Partner

des Programms Energie Schweiz.

Das Erreichte ist eine ermutigende Basis für die Energiezukunft

in einer 2000-Watt-Gesellschaft. Die Energiestädte

werden konkret vormachen, wie die 2000-Watt-Gesellschaft

erreicht werden kann. Die Vorbereitung auf diesen grossen

Schritt ist unsere Aufgabe in den kommenden Jahren.

Wichtiger Bestandteil für die schrittweise Erreichung der

2000-Watt-Gesellschaft wird für die Energiestädte die

Umsetzung der vom Bundesrat beschlossenen Aktionspläne

sein. Damit sollen der Verbrauch fossiler Energien gegenüber

1990 bis 2020 um 20% gesenkt, der Anteil erneuerbarer

Energien am gesamten Energieverbrauch um 50% gesteigert

und der Anstieg des Stromverbrauchs zwischen 2010 und

2020 auf maximal 5% begrenzt werden. Nach 2020 sehen

die Aktionspläne eine Stabilisierung des Stromverbrauchs vor.

Sowohl im Bereich der effizienten Energienutzung als

auch in der Förderung der erneuerbaren Energien spielen die

Städte und Gemeinden – als diejenigen Instanzen unseres

Staatswesens, welche den Bürgerinnen und Bürgern am

nächsten stehen – eine zentrale Rolle. Energiestädte stellen

dies täglich unter Beweis, sie wissen, dass geringe Abhängigkeit

von nicht erneuerbaren Energiequellen in den nächsten

paar Dutzend Jahren zu einem erstklassigen Standortvorteil

bezüglich Wirtschaftlichkeit und Lebensqualität wird.

Wir freuen uns über das Erreichte und feiern dies im 2008

an den verschiedenen Gelegenheiten, wie an unserer Mitgliederversammlung

in Schaffhausen oder am «Journée de

l’énergie» am 23. Oktober 2008 in Fribourg, und wir scheuen

nicht die neuen Herausforderungen.


Stadt Schaffhausen –

Energiestadt der ersten Stunde

Marcel Wenger, Stadtpräsident Schaffhausen

Die Energiekrise der 70er-Jahre und die Auswirkungen

der GAUs von Harrisburg und Tschernobil waren in den Köpfen

noch präsent, als die Stadt Schaffhausen beschloss, ihre

bisherige Energiepolitik durch externe Energie- und Kommunikationsfachleute

durchleuchten zu lassen. Es war der Start

zum Abenteuer Energiestadt anfangs der 90er-Jahre.

Zu diesem Entscheid mitgeholfen hat sicher auch die

überraschende Zustimmung der Schweizer Bevölkerung zum

Moratoriumsartikel. Daher stiess das Energiestadt-Projekt

sowohl in der Politik als auch in der Verwaltung auf offene

Türen. Denn schon seit anfangs der 80er-Jahre wurden die

städtischen Liegenschaften im Rahmen des finanziell Möglichen

kontinuierlich energetisch saniert.

Weitsichtig hat der Stadtrat bereits 1992 den Beitritt zu den

Europäischen Klimabündnisstädten beschlossen, obwohl der

Klimaschutz eigentlich erst heute richtig im Bewusstsein der

Bevölkerung angelangt ist. Schon 1992 war dem Stadtrat

klar, dass die Treibhausgas-Emissionen massiv reduziert werden

müssen. Zugleich hat er mit der Ökobilanz ein Controlling-Instrument

geschaffen, mit welchem alle vier Jahre über

die effektive Zielerreichung in allen Umweltbelangen Rechenschaft

abgelegt wird. Die Energiebuchhaltung der Gebäude,

sie wird seit den 80er-Jahren geführt, wurde seither verfeinert,

so dass heute der Energieverbrauch und die Energiekennzahlen

für jede städtische Liegenschaft bekannt sind.

Die strategischen Ziele des Stadtrates:

• Energie sparen (z.B. Wärmedämmung)

• Effizienzsteigerung (z.B. Verbesserung der Wirkungsgrade,

Abwärmenutzung usw.)

• Substitution von fossilen Energieträgern durch erneuerbare

bzw. neu erneuerbare Energien

• Reduktion der Treibhausgas-Emissionen

• Sensibilisierung der Verwaltung und Öffentlichkeit

• Langfristziel: 2000-Watt-Gesellschaft

Bewusst wird primär auf das Energiesparen hingewiesen, denn

die nicht verbrauchte Energie ist die finanziell und ökologisch

günstigste Energie. Konkret werden folgende Ziele anvisiert:

• Die Umsetzung der Vorgaben von Energie Schweiz, wobei

die stadteigenen Bauten und Anlagen ein um 10% besseres

Resultat erreichen sollen

• eine Reduktion der Treibhausgase um 50% bis 2030

• langfristig (bis ca. 2070) eine Reduktion der Treibhausgase

um den Faktor 8, was letztlich auch im Konzept der

2000-Watt-Gesellschaft enthalten ist.

Zwar war es zu Beginn der Energiestadt-Aktivitäten

wesentlich einfacher, Lorbeeren zu ernten: Schaffhausen realisierte

als erste Stadt ein Energiedienstleistungsunternehmen,

ersetzte zahlreiche kleinere Heizungsanlagen durch

einen lokalen Wärmeverbund mit BHKW und Wärmepumpe,

baute in verschiedenen städtischen Schulanlagen Holzschnitzelfeuerungen

und erliess bereits 1991 ein Förderprogramm

zur Förderung von alternativen Energieerzeugungsanlagen.

Seither sind über 1,4 Mio. Franken an Fördermitteln ausbezahlt

worden, was einem Investitionsvolumen von mehr als 9

Mio. Franken entspricht. Gut investiertes Geld, denn damit

werden jährlich wiederkehrend gegen 700 Tonnen CO 2 -Emissionen

eingespart.

Heute sind die Äpfel höher gehängt! Um einen «Energiestadt-Orden»

zu erhalten, muss wesentlich mehr Knochenarbeit

geleistet werden. Einerseits muss strategisch-konzeptionell

gearbeitet werden, um den Verbrauch an fossilen Energieträgern

zu reduzieren. Dies geschah zum Beispiel über den

städtischen Energierichtplan, welcher auch in der städtischen

Bauordnung einen entsprechenden Niederschlag fand. Eine

andere Massnahme ist das Beleuchtungskonzept für öffentliche

Strassen und Anlagen. Zum andern sind es unzählige

Klein(st)massnahmen, welche letztlich in ihrer Summe dafür

sorgen, dass der Energiebedarf reduziert werden kann. Dazu

gehören auch Massnahmen wie der verbesserte Einsatz von

Recyclingpapieren, das Verbot von Luftbefeuchtern, die

Aktionen zur vergünstigten Abgabe von A-Label-Haushaltgeräten,

von Powersafern, von Velohelmen usw. Solche Aktionen

werden regelmässig von Ausstellungen im Energiepunkt

begleitet. Mit den Energie-News der Städtischen Werke

erhalten die Haushalte auch regelmässig Energiespartipps.

Der Stadtrat ist überzeugt, mit dem Transportgefäss Energiestadt

nach wie vor auf dem richtigen Weg zu sein. Die

anstehenden Fragen als Folge der wachsenden Wirtschaften

in den Schwellenländern China, Indien oder Brasilien, als Folge

von Peak Oil und Peak Gaz, sowie die globale Herausforderung

als Folge der Klimaänderung verlangen weitsichtige

Massnahmen: Diese riesigen Herausforderungen wird der

Verein Energiestadt nicht lösen können, zumindest nicht

alleine. Es tut gut, den Weg in eine nachhaltige Zukunft mit

Gleichgesinnten beschreiten zu können. Und nach wie vormacht

es Sinn, wenn die Energiestädte voneinander lernen.

Die Vision der

2000-Watt-Gesellschaft

Bruno Bébié, Energiebeauftragter der Stadt Zürich,

Vorstandsmitglied Trägerverein Energiestadt

Wieso braucht es die Vision einer

2000-Watt-Gesellschaft?

Heute verbraucht jeder Erdenbewohner im globalen Mittel

jährlich eine Energiemenge, die rund 1750 Liter Öl oder einer

Dauer-Leistung von 2000 Watt entspricht. Ein grosser Teil

dieses Energiebedarfs wird heute mit fossilen Energien

gedeckt. Aufgrund des wirtschaftlich bedingten Nachholbedarfs

in den Entwicklungs- und Schwellenländern ist künftig

mit einem massiven Anstieg des Verbrauchs an fossilen Energien

zu rechnen, was langfristig zu verheerenden Auswirkungen

auf die Vorräte an nicht erneuerbaren Energien und auf

unser Klima führt. Die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft ist

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an der ETH Zürich entwickelt worden und setzt voraus, dass

für eine nachhaltige Entwicklung langfristig im globalen Mittel

jeder Mensch nicht mehr als umgerechnet 2000Watt

Energie pro Jahr verbrauchen und maximal eine Tonne CO2-

Ausstoss verursachen darf.

Die 2000-Watt-Gesellschaft ist machbar

Der Stadtrat von Zürich hat für die Legislaturperiode 2006 bis

2010 einen Schwerpunkt mit dem Titel «Nachhaltige Stadt

Zürich – auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft»

beschlossen. Heute liegt der Energieverbrauch in der Stadt

Zürich – wie auch in der EU – pro Kopf der Bevölkerung ein

Dreifaches und der CO2-Ausstoss fast neunfach über den

Zielwerten der 2000-Watt-Vision. Die Umsetzung der ambitiösen

Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft braucht Zeit. Die

Energiestadt Zürich will aber bereits heute mit sogenannten

«2000-Watt-Leuchttürmen» die Machbarkeit der Vision aufzeigen.

Ein aktuelles Beispiel ist die Sanierung bzw. der Neubau

des Stadtspitals Triemli nach den Vorgaben der 2000-

Watt-Gesellschaft. Bei der Energieversorgung werden neue

Wege beschritten: Mittels einer Tiefenbohrung auf rund

3000 Meter soll heisses Thermalwasser erschlossen werden.

Im Erfolgsfall kann damit der grösste Teil des Wärmebedarfs

des Spitals und zahlreicher umliegender Wohnungen mit

erneuerbarer und CO2-freier Energie gedeckt werden.

Jeder Beitrag zählt

Neben solchen Leuchttürmen braucht es auch eine Vielzahl

von kleinen Beiträgen aus der Bevölkerung, von Bauwilligen

und aus der Wirtschaft. Dabei spielen die Aktivitäten der

Energiestädte und die Motivation der Bevölkerung eine zentrale

Rolle. Im Bereich der privaten Haushalte gibt es einige

Schlüsselbereiche, in denen durch konsequentes Ausnutzen

der Handlungsspielräume in Richtung der 2000-Watt-Gesellschaft

schon heute die Weichen langfristig richtig gestellt

werden können. Aus energetischer Sicht am wichtigsten sind

die Lebensbereiche Wohnen und Mobilität. Beim Wohnen

spielt vor allem der Energieaufwand für Heizung und Warmwasser

eine entscheidende Rolle. Die wichtigsten Kriterien

sind eine gute Wärmedämmung des Gebäudes (z.B. Minergie),

der Einsatz erneuerbarer Energien, ein sparsamer

Umgang mit dem Warmwasser und vernünftige Ansprüche

hinsichtlich Wohnfläche pro Person. Werden hier die richtigen

Entscheide getroffen, kann auch in bestehenden Liegenschaften

im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt leicht und

ohne Komforteinbusse mehr als ein Drittel Energie eingespart

werden. Einen wichtigen und vielfach unterschätzten

Beitrag kann auch die Umstellung auf umweltverträglichere

Stromprodukte wie Strom aus Wasserkraft oder Ökostrom

leisten. Bei der Mobilität stehen die zurückgelegten Wege

und die Umweltverträglichkeit der benutzten Verkehrsmittel

im Vordergrund. Die Wahl des Wohnorts in der Nähe von

Arbeitsort, Einkaufsmöglichkeiten und Schulen ist ein wichtiges

Kriterium. Bei den Verkehrsmitteln kann mit der Benutzung

des öffentlichen Verkehrs ein entscheidender Beitrag

geleistet werden, da dieser im Vergleich zum motorisierten

Individualverkehr viel energieeffizienter ist. Aber auch der

motorisierte Individualverkehr birgt ein grosses Effizienzpotenzial:

Heute sind selbst komfortable Mittelklassewagen mit

einem Verbrauch von unter 5 Litern pro 100 Kilometer verfügbar.

Nicht zu unterschätzen ist der Flugverkehr: Ein Flug

auf die kanarischen Inseln mit einer vierköpfigen Familie

braucht etwa gleich viel Energie wie rund 20’000 Jahreskilometer

Fahrleistung mit einem durchschnittlichen Personenwagen.

Heute die Weichen für eine langfristige Vision stellen

Die Ziele der 2000-Watt-Vision sind sehr ambitiös und nur

Schritt für Schritt erreichbar. Einen wichtigen Beitrag müssen

auch weitere Fortschritte bei energieeffizienten Technologien

leisten, die bei den künftigen Entscheidungen konsequent

auszunutzen sind. So ist beispielsweise heute der Kauf eines

Personenwagens mit einem Verbrauch von 4 bis 5 Litern pro

100 Kilometer durchaus 2000-Watt-kompatibel. In 20 Jahren

hingegenmüssen Fahrzeuge verfügbar sein, die sich mit

einem Verbrauch von rund 3 Litern begnügen. In diesem Sinne

ist die 2000-Watt-Gesellschaft eine langfristige Vision, die

Weichen für diesen Weg müssen von der Bevölkerung und

der Wirtschaft aber bereits heute gestellt werden. Die Energiestädte

können dabei gute Rahmenbedingungen setzen

und wertvolle Unterstützung leisten.

Energiepolitik - der Schlüssel

zur Nachhaltigkeit

Philippe Roch, erster Präsident des Trägervereins und

ehemaliger BUWAL-Direktor

Die Schaffung von Energiestadt im Jahr 1988 zeugt von

grosser Voraussicht der beteiligten NGO, der Schweizerischen

Energiestiftung und dem WWF. Die Gründer hatten

zwei wesentliche Dinge erkannt: Der Klimawandel und die

Erschöpfung der Erdölvorräte würde in absehbarer Zeit zu

globalen Umwälzungen führen, und die politischen Entscheidungsträger

wären trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse

unfähig, rechtzeitig die notwendigen Massnahmen für eine

Wende zu ergreifen. Sie wollten daher konkret aufzeigen,

dass wir aus einer gemeinschaftlichen Anstrengung heraus

den Energieverbrauch senken können – bei zugleich höherer

Lebensqualität und im Einklang mit der Natur.

Die politische Mehrheit und mit ihr die Verwaltungsräte

der öffentlichen Stromversorgungsunternehmen sowie die

Organisationen der Privatwirtschaft haben den erneuerbaren

Energien oder dem Energiesparen immer misstraut. Stellen

Sie sich bloss vor, wo die Schweiz heute stünde, wenn sie

sich damals für eine starke Energiesparpolitik und eine Förderung

der erneuerbaren Energien entschieden hätte. Nicht

nur, dass wir auf Atomenergie verzichten könnten. Wir hätten

uns auch der 2000-Watt-Gesellschaft angenähert, würden

jährlich Milliarden für den Erdölimport einsparen und

über das dichteste Netz an Fachkräften, Industrieunternehmen,

Architekten, Ingenieuren und Handwerkern verfügen.

Diese wüssten das Land mit Anlagen für die Produktion von

erneuerbarer Energie auszustatten und «Minergie N»-

Gebäude zu bauen. «N» wie «Null fossile Energie».

Der einzige echte Fortschritt in der Gesetzgebung der letzten

Jahre war die Verpflichtung der Elektrizitätsgesellschaften

im Stromversorgungsgesetz, Strom aus erneuerbaren Quellen


zu kostendeckenden Preisen abzunehmen. Aber auch diese

Massnahme erfolgte in einem sehr eingeschränkten Rahmen,

limitiert auf 320 Mio. pro Jahr. Angesichts der Unfähigkeit

von Bundesrat und Parlament, wirksame Massnahmen zu

ergreifen und das Kyoto-Protokoll sowie das CO2-Gesetz endlich

umzusetzen, hat das Departement von Herrn Leuenberger

vor kurzem eine umfassende Werbekampagne für das

Energiesparen und die Nutzung erneuerbarer Energien

gestartet. Das ist gut, ganze 35 Jahre nach dem ersten

Ölschock und 11 Jahre nach Kyoto aber doch etwas dürftig.

Das Programm enthält keine einzige griffige Massnahme und

begnügt sich mit zaghaften Anregungen. Sehr oberflächlich

und vage erscheint mir, wie sich die Kampagne zum Thema

Wärmepumpen äussert. Wärmepumpen werden geradezu

als Quelle erneuerbarer Energie beschrieben. Tatsächlich verschlingen

sie Unmengen an Strom. In grosser Anzahl installiert,

lassen sich mit Wärmepumpen neue Atomkraftwerke

rechtfertigen. AXPO beruft sich heute schon darauf.

Nach Lage der Dinge ist das Programm Energiestadt so

aktuell wie nie zuvor. Wir können nicht auf die politischen

Behörden zählen, um ausreichende Massnahmen auf eidgenössischer

Ebene zu treffen. Den Gemeinden bietet sich eine

gute Gelegenheit, ihre Bedeutung unter Beweis zu stellen,

indem sie Verantwortung übernehmen. Sie können aufzeigen,

dass ein Energieprogramm, welches die besten verfügbaren

Technologien fördert und zur Abkehr von Verschwendung

hin zu einem verantwortungsvolleren Lebensstil anregt,

nicht nur die mittelfristige Vision einer 2000-Watt-Gesellschaft

erreichbar macht, sondern auch Arbeitsplätze und

Zufriedenheit schafft. Das Programm Energiestadt muss also

gestärkt werden. Es braucht Mittel für die Ausbildung von

Fachkräften und für die Beratung der Gemeinden. Ziel ist,

dass alle Gemeinden der Schweiz daran teilnehmen.

Dem Programm und den Energiestädten wünsche ich ein

langes Leben und viel Erfolg!

Unsere Energie effizient und

nachhaltig nutzen

Grussbotschaft von Bundesrat Moritz Leuenberger

zum 20-Jahre-Jubiläum von Energiestadt

Nicht nur Glühlampen und Automobile verbrauchen Energie,

sondern auch der politische Diskurs. Deshalb lohnt es sich

auch in der Politik, die eigene Energie effizient und nachhaltig

ein zusetzen. Während sich Politiker immer noch uneinig

sind, wie die Energieeffizienz erhöht, die erneuerbaren Energien

gefördert und die Klimaziele erreicht werden könnten,

haben andere schon lange entschlossen gehandelt, zum Beispiel

die Energiestädte.

Was 1988 mit dem Pioniergeist von WWF und der Schweizerischen

Energie-Stiftung (SES) entstand, ist heute ein Projekt

mit Vorzeigecharakter. Energiestadt feiert sein 20-jähriges

Bestehen und kann auf eine Erfolgsgeschichte mit internationaler

Ausstrahlung und Nachahmung zurückblicken. Heute

können sich über 150 Städte und Gemeinden oder rund ein

Drittel der Schweizer Bevölkerung mit dem Label Energiestadt

schmücken. Doch Energiestadt ist mehr als einfach ein

Label. Energiestädte haben Vorbildcharakter und weisen

einen Weg in die Zukunft.

Diskussionen und Studien über den Klimawandel sind sinnvoll.

In vielen Berggemeinden sind die Konsequenzen der Klimaerwärmung

aber bereits deutlich spürbar: Schneemangel, Erdrutsche

und die Verschiebung der Permafrostgrenze können

die Bevölkerung und ihre Einkommenssituation bedrohen.

Die Bündner Energiestadt Vaz/Obervaz hat den kausalen

Zusammenhang zwischen Klimawandel und Energiepolitik

erfasst und handelt exemplarisch: Sie verfolgt die Vision der

2000-Watt-Gesellschaft und setzt dabei auf den Einsatz

erneuerbarer Energien sowie die Erhöhung der Energieeffizienz

in Gebäuden. Das Auto der Gäste bleibt im Unterland,

dafür bietet die Energiestadt unentgeltlich einen Sportbus

und Gratisfahrten mit dem Postauto an. In der Entwicklung

des Skigebietes Lenzerheide kooperiert sie mit Umweltverbänden

wie WWF und Pro Natura.

Urbane Zentren wiederum leiden in den vergangenen Jahrzehnten

immer mehr unter dem Anstieg des motorisierten

Individualverkehrs und dessen negativen Konsequenzen für

die Luftqualität. Lausanne als Vorzeige-Energiestadt «agit

maintenant pour construire le futur». Die Stadt setzt auf

Tempo-30-Zonen, Sonnenenergie und fördert mit einem

kommunalen Fonds für nachhaltige Entwicklung Projekte zur

rationellen Energienutzung und zur Förderung erneuerbarer

Energien. Das zukunftsweisende Energie-Engagement hat

der Stadt Lausanne 2004 sogar den European Energy Award

in GOLD beschert.

So kann jede Gemeinde, ob ländlich, urban, klein, gross, touristisch

oder peripher durch ihren individuellen Einsatz im

Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien einen

wesentlichen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten. Dass

damit auch die Lebensqualität erhöht, Standortvorteile

geschaffen, Innovationen und Arbeitsplätze gefördert werden,

macht Energiestadt zu einem Erfolgsmodell, das unsere

Anerkennung und Unterstützung verdient.

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Stiftung Bourbaki Panorama

Stiftung Bourbaki Panorama

Löwenplatz 11, 6004 Luzern

Telefon +41 41 412 30 30

Fax +41 41 412 30 31

www.bourbakipanorama.ch

6004 Luzern

Grosses Interesse am

Bourbaki Panorama Luzern

Rund 2000 Besucherinnen und Besucher

kamen zum «Tag der offenen Tür» ins

Bourbaki Panorama Luzern. Mit Salutschüssen

der «Compagnie 1861», öffentlichen

Führungen und Absinthe wurde

der Abschluss der umfassenden Restaurierung

des Kulturdenkmals gefeiert.

Mehr als zehn Jahre haben die Konservierungs-

und Restaurierungsarbeiten

im Bourbaki Panorama Luzern gedauert.

Für insgesamt neun Millionen Franken

wurden das Rundbild und das dreidimensionale

«Faux-Terrain» von Edouard

Castres als perfekte Illusion wieder

hergestellt. Das 112 auf 10 Meter grosse

Werk ist eines der letzten erhaltenen

Riesenrundgemälde weltweit.


Zum Abschluss der Arbeiten lud das Bourbaki Panorama

Luzern am Sonntag, 9. März zum «Tag der offenen Tür». Dabei

gab die «Compagnie 1861», die historische Sektion des Zürcher

Unteroffiziersverbandes, ein Gastspiel in alten Uniformen:

Mit Salutschüssen aus alten Vorderlader-Gewehren wurden die

Besuchenden in die Zeit der Bourbakis zurückversetzt. Öffentliche

Führungen gaben dem Publikum Einblick in die Geschichte

des einzigartigen Kulturdenkmals. Abgerundet wurde das

Erlebnis mit Absinthe-Degustationen und einem Spezialmenu

im Bourbaki-Restaurant.

Bourbaki Panorama Luzern

Löwenplatz 11, 6004 Luzern

Tel. 041 412 30 30

Täglich geöffnet

Öffentliche Führungen am

ersten Sonntag im Monat

Info: www.bourbakipanorama.ch

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Energieprogramm

«Jetzt Wohnbauten erneuern!»

Bernhard Gut, Energiebeauftragter Stadt Luzern, bei der Liegenschaft

Würzenbachstr. 58/60 in Luzern: «Die Bauherrschaft erhält

bereits nach dem ersten Gespräch mit dem Energiecoach eine

Gesamtbetrachtung über ihr Gebäude und die notwendigen energietechnischen

Massnahmen. Die Bauherrschaft wird zudem während

des ganzen Erneuerungsprozesses der Liegenschaft nicht alleine

gelassen. Der Energiecoach steht beratend unentgeltlich zur Seite,

ein einmaliges Angebot in der Schweiz.»

Dieses herrschaftliche Mehrfamilienhaus aus dem Jahre 1928 an

der St. Karlistrasse 28, Luzern, soll energietechnisch verbessert werden.

Im Bild links Energiecoach Manfred Huber, dipl. Architekt HTL,

mit Germann Lauber, Vertreter der Bauherrschaft.

2006-2008

Luzerner Energiecoaching macht national Schule

Mit Förderbeiträgen und kostenlosem Energiecoaching motiviert

die Stadt Luzern Eigentümer/innen und Verwaltungen

von Wohnbauten, diese energiemässig auf den neuesten

Stand zu bringen. Das aktuelle Förderprogramm läuft noch

bis Ende 2008. Das kostenlose Energiecoaching macht inzwischen

in der Schweiz Schule: Neben Luzern hat nun auch die

Stadt Basel ein entsprechendes Förderprogramm. Weitere

Städte planen ähnliches im Bereich Energiecoaching.

Das Konzept, Förderbeiträge mit Energiecoaching zu koppeln,

hat sich bewährt. Die 10 unabhängigen Luzerner Energiecoaches

sind speziell ausgebildete Fachpersonen aus den

Bereichen Gebäudehülle oder Haustechnik. Sie begleiten die

Gebäudeerneuerung von der Erstberatung bis zur Fertigstellung.

Die Kosten für dieses Beratungsangebot übernimmt die

Stadt Luzern.

Begleitung durch Energiecoach

Seit März 2006 wurden in der Stadt Luzern 214 Erstberatungen

in der Stadt Luzern durchgeführt. Die Bauherrschaft erhält

eine energetische Gesamtbetrachtung des Gebäudes und konkrete

Sanierungsvorschläge. Die Energiecoaches informieren

auch bezüglich anderer Förderprogramme der Stadt Luzern,

des Kantons und dem nationalen Gebäudeprogramm der Stiftung

Klimarappen. In der nachfolgenden Projektierungsberatung

unterstützt die Fachperson je nach Bedarf bei der Planung,

Arbeitsausschreibung und Gesuchsstellung. Nach

Abschluss erhält die Hauseigentümerschaft ein Zertifikat von

„Jetzt Wohnbauten erneuern!“ für die Baudokumentation.

Energieeinsparung bei 66 Prozent

Die bereits erneuerten Bauten umfassen eine Wohnfläche

von über 26’500 Quadratmetern. Mehrheitlich wurden diese

Gebäude vor 1975 erbaut, als die Heizenergie sehr billig war.

Die erzielten Energieeinsparungen liegen dank der umfassenden

Erneuerung im Durchschnitt bei 66 Prozent. Hochgerechnet

auf eine Lebensdauer der Gebäudehülle von 40 Jahren

können so 10.8 Mio. Liter Heizöl oder 21’500 Tonnen klimaschädliches

CO2 eingespart werden.


Kontakt für Erstberatung:

Energieberatung Luzern (c/o öko-forum)

Telefon 041 412 32 32

kontakt@luzern-erneuert.ch

Alle Informationen zum Förderprogramm:

www.luzern-erneuert.ch

Weitere Medienauskünfte erteilt Ihnen:

Stadt Luzern

Umweltschutz

Bernhard Gut, Energiebeauftragter

Telefon 041 208 83 36

E-Mail Bernhard.Gut@StadtLuzern.ch

Das Haus an der Geissmattstrasse 42 in Luzern wird in mehreren

Etappen umgebaut. Im Bild besichtigen Energiecoach Cornelia

Hänggi Eggspühler und Hauseigentümer Dave Doran den Dachboden

um zu klären, welche Massnahmen notwendig sind für Fördergelder

aus «Luzern erneuert».

Beim Mehrfamilienhaus an der Würzenbachstrasse 58/60 in Luzern

wird mittels Fördergeldern aus «Luzern erneuert» die Gebäudehülle

saniert. Im Bildzentrum Leo Fuchs, Präsident der Baugenossenschaft

Lauerz Kriens und weitere Vertreter der Bauherrschaft sowie der

Architekt Theo Rigas und Energiecoach Stefan Stutz.

Erstbesprechung bezüglich energietechnischer Verbesserungsmöglichkeiten

an der Luegetestrasse 19/21 in Luzern. Der Bauherr Rudolf

Meier (rechts) im Gespräch mit dem Energiecoach Rieska Dommann.

31


34

Erfolgreicher Start des Förderprogramms

Gebäudeenergie Kanton Luzern

2007-2016

Das Interesse am Förderprogramm ist gross

Positive erste Zwischenbilanz für das Förderprogramm Gebäudeenergie:

Drei Monate nach dem Start zählt die Energieberatung

Luzern insgesamt 231 Beratungen vor Ort, welche die

elf offiziellen Energieberater/innen des Kantons Luzern durchführten.

Bei der kantonalen Dienststelle Umwelt und Energie

wurden bislang über 100 Gesuche für die Ausrichtung eines

Förderbeitrages für eine Gebäudeerneuerung oder für den

Bau einer Solaranlage eingereicht. Das Konzept, Energieberatung

und Förderbeitrag zu koppeln, hat sich bewährt.

Der Kanton Luzern gewährt für vorbildlich erneuerte Bauten

und für die Installation von Solaranlagen für Warmwasser bei

bestehenden Wohnhäusern bis 2016 finanzielle Beiträge.

Der Grundbeitrag deckt bei der energetischen Hauserneuerung

rund 10 bis 15% der entsprechenden Investitionskosten

ab; bei der Installation einer Solaranlage macht der Förderbeitrag

rund 15% der Investitionskosten aus.

Energieberatung begleitet bei Gebäudeerneuerung

Die Begleitung durch die Energieberatung Kanton Luzern ist

eine der Voraussetzungen für die Teilnahme am Förderprogramm.

Dieses Angebot wird rege genutzt: Seit 1. April meldeten

sich rund 900 Interessierte bei der Energieberatung

Kanton Luzern zu unterschiedlichen Beratungsthemen, 430

Anrufe wurden an die offiziellen Energieberater/innen weitergeleitet,

bei 231 Interessierten kam es zu einer Beratung

vor Ort. Die elf offiziellen Energieberater/innen des Kantons

Luzern zeigen dabei unter Kostenbeteiligung der Hauseigentümerschaft

die Vorteile und Möglichkeiten einer energieeffizienten

Gebäudeenergie auf.

Bis 30. Juni haben in der Folge 36 Hauseigentümer/innen ihr

Gesuch für eine energetische Gebäudeerneuerung sowie 67 für

den Bau einer Solaranlage eingereicht. 54 Beitragszusicherungen

hat die Dienststelle für Umwelt und Energie bereits erteilt.


Installateure beraten bei Solaranlagen

Die grosse Nachfrage hat zu Wartezeiten bei der Energieberatung

geführt. Eine Entlastung bietet die seit Mai eingeführte

Ausnahmeregelung für Solar-Installateure. Sofern der

Installateur an einer Information des Kantons Luzern teilgenommen

hat, kann er die Beratung vor Ort beim Bau einer

Solaranlage durchführen. Diese Ausnahmeregelung gilt allerdings

nicht für Anlagen mit Heizungsunterstützung.

Hälfte des Energieverbrauchs einsparen

Das Förderprogramm ist eine langfristige Massnahme des

Kantons Luzern und unterstützt im Sinne des Klimaschutzes

eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen. Bei den meisten

Objekten wird mit einer umfassenden Erneuerung der

Gebäudehülle über die Hälfte des bisherigen Energieverbrauchs

eingespart. Bei einem typischen Einfamilienhaus

kann mit der Dämmung der Aussenwände, des Daches und

Förderprogramm Gebäudeenergie

Kanton Luzern

2007-2016 • www.luzern-erneuert.ch

der Kellerdecke, sowie dem Einbau von neuen Fenstern der

Heizenergieverbrauch von bisher 4’160 Liter auf 1’040 Liter

Öl pro Jahr bzw. um 75% vermindert werden.

Infos auf www.luzern-erneuert.ch

Die detaillierten Förderbedingungen finden sich auf

www.luzern-erneuert.ch oder können in Papierform bei der

Energieberatung Kanton Luzern bestellt werden. Auch die

Liste der berechtigten Installateure ist im Internet publiziert.

Kontakt für Fragen und Beratungstermin

Energieberatung Kanton Luzern (c/o öko-forum)

Bourbaki Panorama Luzern (Eingang Stadtbibliothek)

Löwenplatz 11, 6004 Luzern

Telefon 041 412 32 32

energieberatung@oeko-forum.ch

An der Hermolingenstr. 7&9 in Rothenburg sind zwei Mehrfamilienhäuser

nach den Bestimmungen des kantonalen Förderprogrammes

Gebäudeenergie erneuert worden.

Bauherrschaft Hans Sidler, Emma und Jakob Tolusso sowie Energieberater

Fredy Rhein (links nach rechts).

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36

Bauherrschaft

Cécile Malevez, Elia Malevez

Yvonne Raselli

Rebecca Hottiger

Kathrin Müller, Beat Krummenacher

CH-6060 Sarnen

Planung / Bauleitung

Imhof Architekten

Giglenstrasse 2, CH-6060 Sarnen

Tel. 041 / 660 77 75

Fax. 041 / 660 91 42

info@imhof-arch.ch, www.imhof-arch.ch

Baumeisterarbeiten

Fenster in Holz

Heizungsingenieur

Bau AG Luzern

Hoch- & Tiefbau

Mühlehofstrasse 1

CH-6260 Reiden

Tel. 062 749 11 00

Fax 062 749 11 01

www.bauag.ch

Schreinerei Meier AG

Berghofstrasse 2

CH-6144 Zell

Tel. +04 41 988 15 75

Fax +04 41 988 21 38

www.schreinerei-meier.ch

W&P Engineering

Mühlebach 2, CH-6362 Stansstad

Tel. +41 41 612 01 41

Fax.+41 41 612 01 44

stansstad@wpe.ch, www.wpe.ch


Wohnprojekt MFH Wibergli

Kirchhofen, Sarnen

Mehrgenerationenhaus

Eine Gruppe von Frauen um die 60 Jahre alt formulierte die

Idee, ihre Einfamilienhäuser zu veräussern und in einem

Mehrfamilienhaus mit Gemeinschaftsraum je kleine Wohnungen

zu beziehen.

Situation

Der Neubau liegt am oberen Rand des alten Wohn- und

Gewerbequartiers Kirchhofen in Sarnen und unterhalb einer

Terrassensiedlung. Mit der Gestaltung des Bauvolumens als

Winkel wurde es möglich, die Breite der firstständigen Fassaden

der Massstäblichkeit der umstehenden Häuser anzupassen.

Die Aussenseiten des Volumens sind als geschlossene

Fassaden mit Lochfenstern ausgeformt, wie dies charakteristisch

ist für die umstehenden Häuser. Zum Hof hin sind die

Fassaden geöffnet und mit einer laubenartigen Terrasse miteinander

verbunden.

Attraktives Wohnen

Der Winkelbau wurde so gegliedert, dass im Aussenwinkel

die Zimmer und Badezimmer und im hofseitigen Innenwinkel

die Küchen mit dem Essplatz, sowie die Arbeitsräume angeordnet

sind.

Das Treppenhaus im „Gelenk“ weist im Erdgeschoss und im

ersten Stock je einen Hauseingang auf. Damit sind drei von

fünf Wohnungen ebenerdig erschlossen, wobei der obere

Eingang von aussen her rollstuhlgerecht zugänglich ist. Der

geräumige Erschliessungsbereich lässt die Montage eines

Treppenlifts sowie viel sozialen und künstlerischen Gestaltungsspielraum

zu.

Innerhalb der zweiflügligen Anlage wurden die Wohnungen

der StockwerkeigentümerInnen individuell organisiert. Ausgehend

von der tragenden Zwischenwand konnte die Zimmerschicht

und die hofseitige Schicht nach den Wünschen

der Bewohnerinnen eingeteilt werden.

Hofseitig wird die Verbundenheit der Wohnungen untereinander

durch die vorgesetzte, gerundete Balkonschicht dargestellt,

über welche gegenseitige Besuche „aussenherum“

möglich sind. An den Stirnseiten weisen die Wohnungen eingezogene

Loggias auf.

Im Gemeinschaftsraum, welcher zum Garten hin geöffnet

werden kann, wird regelmässig gemeinsam gekocht sowie

die Wäsche gemacht.

Konstruktion

Vor der Festlegung der Dämmstärken wurden mit der Ausrichtung

der Räume und der Orientierung der Öffnungen

verbrauchsrelevante Entwurfsentscheide getroffen. Die

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38

Holzfenster Meier Natura

Schreinerei Meier AG

6144 Zell, www.schreinerei-meier.ch

Nord- und Ostseite wurden als

geschlossene Fassaden mit kleinen

Öffnungen gestaltet. Die geschützten

Hoffassaden nach Süden und Westen

wurden vollständig verglast.

Die erdberührten Bauteile und das

Treppenhaus wurden in Beton ausgeführt.

Das beheizte Volumen wurde

mit Elementen aus Vollholzplatten (Schulerplatten) konstruiert.

So entstanden Innenräume mit Decken, Zwischenwänden

und Aussenwänden aus fugenlosen Holzoberflächen,

welche Schlichtheit und Wärme ausstrahlen.

Konstruktiv wurde der Minergiestandard erreicht, jedoch

wurde aus Kostengründen keine kontrollierte Wohnungslüftung

eingebaut und es wurde auf eine Zertifizierung verzichtet.

Der geringe Energieverbrauch der Erdwärmesondenheizung

während der ersten zwei Winter ist die Bestätigung für

die optimal gedämmte Aussenhülle.

Wohnungsgrössen

Im Gebäude ist im Verlauf der Suche nach Interessierten ein

Mix aus Wohnungen für Personen in der nachfamiliären Zeit

und Familienwohnungen entstanden. Die Alterswohnungen

sind so gestaltet, dass auch zwei Personen darin zusammenleben

können. Die Flächen bewegen sich zwischen 80 und

115m2. Die Wohnungsgrössen wurden auch durch die

Bedürfnisse der noch im Erwerbsleben stehenden Frauen

bestimmt, welche für die Ausübung ihrer Berufe einen

Arbeitsplatz in der Wohnung brauchen. Das separate Zimmer

im Dachgeschoss erlaubt eine vielfältige Nutzung als

Therapieraum, Gästezimmer, Büroraum oder Wohnstudio für

beschränkte Zeit.

Bauteilkennwerte

Aussenwand: 0.175 W/m 2 K

Dach: 0.240 W/m 2 K

Boden gegen Erdreich: 0.220 W/m 2 K

Fenster nach Süden: 1.000 W/m 2 K

Heizsystem

Art des Systems: Erdsondenheizung

+ Einzelöfen in den Wohnungen

Boiler: 600l, von Erdsondenheizung

beheizt


Heizung Lüftung Klima Sanitär

Beratung Konzipierung Planung Fachbauleitung

Wir freuen uns, bei den nachfolgenden, in diesem Fachheft vorgestellten Projekten als

Fachplaner tätig sein zu dürfen und danken der Bauherrschaft für die Auftragserteilung:

• Swissint, Wilen • BWZ, Sarnen • MFH Wibergli, Sarnen

Mühlebach 2 • 6362 Stansstad • T 041 612 01 41 • F 041 612 01 44 • www.wpe.ch • stansstad@wpe.ch

Hauptgasse 18 • 6130 Willisau • T 041 971 00 00 • F 041 971 04 24 • www.wpe.ch • willisau@wpe.ch

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Kompetenzzentrum

SWISSINT

Stans / Oberdorf

Bauträgerschaft und Planungsteam

Bauherrschaft

Kanton Nidwalden, Baudirektion

Frau Regierungsrätin Lisbeth Gabriel, Baudirektorin

Ernst Huser, Vorsteher Hochbauamt

Projektaufsicht

Ernst Huser, Vorsteher Hochbauamt, Vorsitz

Urs Fankhauser, Vorsteher Amt für Militär

Martin Trachsler, Chef Missionen SWISSINT

Hansueli Kummer, armasuisse Immobilien

Gerhard Wyss, Führungsstab der Armee

Peter Holenstein, Planungsstab der Armee

Anton Bühlmann, Unit Architekten AG

Nutzer

Amt für Militär NW

Architekt

Unit Architekten AG

Hergiswil

Projektleitung: Stefan Vonlanthen

Kostenplanung/ Kostenkontrolle: Unit Architekten AG

Bauleitung: Unit Architekten AG

Sanitäringenieur

Mühlebach 2, CH-6362 Stansstad

Tel.: +41 41 612 01 41, Fax: +41 41 612 01 44

stansstad@wpe.ch, www.wpe.ch

Elektro Ingenieur

HLKK Ingenieur / HLK Minergie-Nachweis


Städtebauliches Konzept

Der Neubau des Kursgebäudes bei Kaserne Stans/Oberdorf

flankiert den Eingang zum Engelbergertal und verdichtet die

Situation zusammen mit dem Zeughaus auf der gegenüberliegenden

Strassenseite. Der Dialog der Gebäudekuben

manifestiert sich in einem Platz nordseitig des Neubaus, der

sich gemeinsam mit den Gebäuden im Westen und Osten

bildet. Dem Platz kommt die Bedeutung zu, diesem Ort eine

Identität zu geben. Die Freistellung des Baukörpers schafft

grosszügige Freiräume auf dem zur Verfügung gestellten

Grundstück und lenkt den Blick in die Landschaft.

Kubische Umsetzung

Das geplante Gebäude entwickelt durch seine respektable

Grösse und seine einverleibte Eigendynamik genügend

Eigenständigkeit, die es erlaubt, sich von der bestehenden

Kaserne loszulösen. Die Konzeption zeichnet einen freistehenden

Solitär der sich an der Massstäblichkeit der umliegenden

Bauten orientiert. Mit den Auskerbungen der Loggia

und des Eingangs wird ihm Plastizität verliehen, wodurch die

Gesamtmasse im Gleichgewicht ruht. Sie schaffen eine sinnvolle

Verbindung zwischen Innnen und Aussenraum.

Organisation

Das erforderliche Raumprogramm wird in einem neuen Volumen

und in der bestehenden Kaserne organisiert. Die Nutzungen

werden klar getrennt. Dem kompakten Neubau liegt

hohe ökonomisches Effizienz zugrunde. Das Innere ist von

einem lichtdurchflutetem Atrium dominiert das Erschliessung,

Bewegung und Kommunikation sowie Lichtführung und Orientierung

erlaubt. Um diesen Innenraum organisieren sich die

Räume ringartig. Die Geschosse 0 und 1 sind durch eine grosszügige

offene Treppe verbunden, um deren zusammenhängenden,

stark frequentierten Nutzungseinheiten Rechnung zu

tragen. Die Schlafgeschosse befinden sich auf den oberen

Ebenen. Die verschiedenen Nutzungseinheiten sind von den

Galerien des Atriums gut überschaubar und leicht aufzufinden.

Der grosszügige Atriumsbereich mit seinen eingreifenden

Galerien ist ein guter Ort um den Nutzern dieses Gebäudes

eine aktive Kommunikation und Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.

Die Ausblicke ins Freie von den Enden der Galerien öffnen

den Blick in alle Himmelsrichtungen und veranschaulichen

die Weltoffenheit und Internationalität des Gebäudes. Das

Erdgeschoss ist so konzipiert, dass auch die angrenzenden

Aussenflächen einbezogen werden. Dies ermöglicht, dass

Innen- und Aussenraum grosszügig ineinander übergehen.

Gebäudehülle

Die Gebäudehülle soll eher zurückhaltend wirken um die

Erscheinung des Gesamtkörpers zu verstärken. Die gesamte

Fassadenkonstruktion beruht auf dem Prinzip einer Vorhangfassade.

Die geschlossenen Fassadenteile werden mit leicht transparentem

Strukturglas verkleidet. Diese ermöglichen eine wechselhafte

Farbwirkung durch das Auftreffen des Lichts. Die markanten

Punkthalter zur Glasbefestigung stellen einen thematischen

Bezug zu den militärischen Pailletten dar. Die tief

geschnittenen Fensterbänder sind durch die dahinter liegenden

Nutzungseinheiten gegliedert und weisen einheitliche Öffnungsflügel

auf. Das Atrium wird mit einer Horizontalverglasung

überdeckt, wodurch ein licht durchfluteter Raum entsteht.

41


42

Tragwerk

Die Tragstruktur besteht aus einem Stahlbeton - Skelettbau mit

Stützen und horizontal aussteifenden Scheiben. Diese Struktur

ermöglicht eine unabhängige, flexible Fassaden- und Raumeinteilung.

Die statisch erforderlichen Scheiben dienen der Erfüllung

der Erdbebensicherheit und definieren die Grundrissstruktur.

Die Abdrehung der unteren Geschosse erzeugt eine Dynamik

im Innenraum und sorgt für unterschiedliche Lichteinfälle.

Minergie

Um mit dem Gebäude einen optimierten Energie-Haushalt zu

erreichen sind verschiedene Eigenschaften des Gesamtkonzepts

wichtig. Die Fassadenabwicklung ist im Verhältnis zum

Volumen klein. Die Raumhöhen sind den Nutzungen angepasst

und nur in den öffentlichen Räumen hoch, sodass das

Gesamtvolumen reduziert wird. Die relativ grossen Fensteröffnungen

begünstigen eine passive Wärmenutzung. Das Dach

ist hochwertig isoliert um den Wärmeabfluss zu erschweren.

Die kontrollierte Raumlüftung sorgt für einen optimalen Luftwechsel

und einen gleichzeitig geringen Wärmeverbrauch.

Umbau Kaserne

Eine vorgelagerte Treppe führt über einen überdachten Eingang

in die oberen Geschosse. Das bestehende Gebäude

wird so umorganisiert, dass nach dem Eintritt ins Erdgeschoss

das Licht von der Südseite her über eine grosse Fensteröffnung

in die Haupterschliessung eindringt und den Mittelgang

belichtet. Unter Belassung des Tragwerks wurden die

Räume auf den Geschossen der heutigen Nutzung entsprechend

neu organisiert. Im Erdgeschoss wurde einen Grossküche

als regionales Verpflegungszentrum eingerichtet. In den

oberen Geschossen wurden die Schlafsäle zu Achterzimmern

umgebaut und die Infrastruktur modernisiert. Im dritten

Stock ist eine Krankenstation entstanden, die über eine neu

eingebauten Lift erreicht werden kann.

Bauchronik

Mai 2003 Siegerprojekt Architekturwettbewerb

bestimmt

September 2003 Botschaft an den Landrat und

die eidgenössischen Räte

März 2004 Genehmigung des Objektkredites durch

den Landrat

Juli 2004 Eingang der Militärischen

Plangenehmigung

September/

Dezember 2004 Projekt-Genehmigung durch die

eidgenössischen Räte

(Immobilien-Botschaft 2005)

September 2005 Baubeginn Umbau und Sanierung der

bestehenden Kaserne

Mai 2006 Inbetriebnahme der bestehenden

Kaserne

Baubeginn des Kursgebäudes

August 2007 Abschluss des gesamten Projekts

30. August 2007 Inbetriebnahme/Einweihung der

bestehenden Kaserne und des

Kursgebäudes


Besten Dank den

Verantwortlichen für den

geschätzten Auftrag!

Ihr Experte für:

Holzsystembau

Holz-Metall-Fenster

Innentüren aus Holz

43


44

Erweiterung Berufs- und Weiterbildungszentrum

BWZ Obwalden

Planung

Unit Architekten AG

Werkhofstrasse 8, CH-6052 Hergiswil

Tel. +41 41 632 50 80

Fax +41 41 632 50 81

hergiswil@unitarchitekten.ch

www.unitarchitekten.ch

Elektroingenieur

Würsch Edwin AG

Ingenieurbüro für Elektroplanung

Engelbergstrasse 37a, CH-6370 Stans

Tel.: +41 41 618 60 60

Fax: +41 41 618 60 65

info@e-wuersch.ch, www.e-wuersch.ch

HLK/S Ingenieur

W & P Engineering

Mühlebach 2, CH-6362 Stansstad

Tel.: +41 41 612 01 41

Fax: +41 41 612 01 44

stansstad@wpe.ch, www.wpe.ch

Holzbauingenieur

PIRMIN JUNG

Ingenieure für Holzbau GmbH

Grossweid 4, CH-6026 Rain

Tel.: +41 41 459 70 40

Fax: +41 41 459 70 50

info@pirminjung.ch, www.ideeholz.ch

Sarnen

Selbstbewusst und selbstverständlich

begrüsst der grünblau schimmernde

Baukörper die Reisenden am Bahnhof

Sarnen. Nichts deutet auf die bewegte

Vorgeschichte des 2006 erfolgten Ausbaus

des Berufs- und Weiterbildungszentrums

Obwalden hin. Die bestehende

Schule sollte ursprünglich nämlich in

einen Neubau verlegt werden. Darauf

war vorgesehen, das 1971/72 für die

Berufsschule Obwalden errichtete

Gebäude als Kantonsbibliothek und

Staatsarchiv weiter zu nutzen. Dieser

Vorschlag scheiterte 2001 überraschend

am Kantonsparlament. Die Vorbereitungsarbeiten

für den in der Folge

beschlossenen Ausbau am bestehenden

Standort standen dadurch anfänglich

unter dem negativen Eindruck einer

aufgezwungenen Nutzungsplanung.

Pionierbau der Hochkonjunktur

Als das Beurteilungsgremium seine

Arbeit zur Ermittlung des Ausführungsprojektes

aufnahm, wussten die meisten

seiner Mitglieder nichts von der

belasteten Vorgeschichte. Sie zeigten

sich im Gegenteil mehrheitlich begeistert

von der Authentizität und der

Ausdruckskraft des nahezu unveränderten

Gebäudekomplexes aus den

Jahren der Hochkonjunktur. Der zweigeschossige

Hauptbau entlang den

Geleisen des Bahnhofs war über zwei

gedeckte Verbindungswege mit dem

eingeschossigen Aula- und Werkstatttrakt

verbunden. Wie aus Publikationen

der Erbauungszeit zu entnehmen war,

stellte das eingesetzte Stahlbausystem

«VE 66» eine echte Pionierleistung dar.

Es basierte auf der damals vorherr-


schenden gesellschaftlichen Ideologie

eines grenzenlosen Wachstums, wie sie

bis zur Ölkrise im Jahr 1973 vorherrschte.

Das flexibel erweiterbare Baukastensystem,

eine Entwicklung des Architekten

Aldo Henggeler, wurde 1969 erstmals

im Rahmen einer Ausstellung an

der ETH Zürich präsentiert und erregte

schweizweit Aufsehen. Mit der damaligen

Berufsschule Obwalden hat der

junge Architekt das modular aufgebaute

System aus vorgefertigten Teilen

erstmals in die Praxis umsetzen können.

Entsprechend gross war die publizistische

Verwertung dieser Leistung, unter

anderem in Henggelers Buch «Die

Stadt als offenes System», das 1973 im

Birkhäuser Verlag Basel erschienen ist.

Die Jury war entschlossen, dafür einstehen,

dass die architektonische und kulturelle

Leistung des Ausbauprojektes

den Vergleich mit jener von vor über 30

Jahren nicht würde scheuen müssen.

Sie formulierte dazu zwei aus ihrer

Sicht mögliche Ausbaustrategien. Diese

sahen entweder die denkmalpflegerische

Erhaltung und Ergänzung der

bestehenden Bauten vor oder aber

deren Neuinterpretation im Rahmen

eines Gesamtkonzeptes. 31 Projektteams

aus der ganzen Schweiz reichten

die Unterlagen zur öffentlich ausgeschriebenen

Präqualifikation ein. Die

zehnköpfige Jury aus Vertretern des

Kantons und weiteren Fachleuten

wählte sieben Planungsteams für den

eigentlichen Projektwettbewerb aus,

der im Frühling 2004 stattfand.

Städtebauliche Geste

Als eindeutiger Sieger ging schliesslich

das Projekt «Minimax» von Unit Architekten

AG aus Hergiswil NW hervor.

Das Projekt überraschte mit einem unerwarteten

Lösungsansatz: Anstelle einer

Aufstockung des bahnseitigen Haupttraktes

oder eines zusätzlichen Anbaus

am rückwärtigen Aula- und Werkstatttrakt

wurde das bestehende Obergeschoss

des Hauptgebäudes in einer

grossen städtebaulichen Geste winkelförmig

nach hinten verlängert. Die

Typologie des Henggelerbaus mit seinem

zurückgesetzten gläsernen Sockelgeschoss

wurde dabei konsequent weitergeführt.

Die Eingriffe konzentrierten

sich auf den Erweiterungsbau und eine

neue Gebäudehülle. Es entstand eine

völlig neuartige, L-förmige Figur mit

schwebendem Charakter, die durch die

selbstbewusste grünblaue Farbigkeit an

angemessener Präsenz im Ortsbild

gewann. Die einfache Konzeption des

grossmassstäblichen Baukörpers erwies

sich als verblüffend vielseitig und lieferte

überzeugende Antworten zu den verschiedenartigen

Problemfeldern.

Zum Bahnhof hin bewahrt die Schulanlage

ihre ursprüngliche, präzise in die

ältere Wohnhausbebauung eingepasste

45


46

Volumetrie. Dadurch bleibt die eindrückliche

Bergkette für die am Perron

wartenden Bahnreisenden über dem

BWZ sichtbar, während sie bei einer

Aufstockung verdeckt worden wäre.

Der seiner Funktion angemessene Stellenwert

des zweigeschossigen Bahnhofsgebäudes

im Dorfgefüge bleibt

ebenfalls erhalten; die umgebenden

Einfamilienhäuser können sich gegenüber

der ausgebauten Schulanlage weiterhin

behaupten.

Für das benachbarte, denkmalgeschützte

Grundacherhaus, in dem sich

die Kantonsbibliothek befindet, bildet

der neue Längstrakt einen ruhigen Hintergrund.

Durch seine geringe Höhe

und das zurückgesetzte, gläserne Erdgeschoss

entsteht trotz der beachtlichen

Gebäudeabmessungen keine

Konkurrenzsituation. Zwischen den

Gebäuden entsteht eine Zone von

grosszügigem öffentlichem Charakter.

Typologisch lehnt sich das erweiterte

BWZ an seine beiden kantonalen Nachbarbauten

an: Vom historischen Grundacherhaus

aus dem 18. Jahrhundert

übernimmt es das Motiv der brückenartigen

Verbindung zweier Trakte, die

zugleich den Hauptzugang markiert;

mit dem Verwaltungsgebäude aus den

1980er-Jahren verbindet es das Motiv

eines starken, schützenden Rückgrats.

Die markante Achse des historischen

Grundacherwegs, die vom Dachreiter

der Kapuzinerkirche ausgehend die

Kantonsbibliothek durchquert, findet

ihre Fortsetzung in der Unterquerung

des neuen Längstraktes des BWZ und

endet in einem neu angepflanzten Ginkobaum

im Schwerpunkt der Anlage.

Die städtebaulich überzeugende Konzeption

bedingt eine neue, einheitliche

Fassade am gesamten Winkelbau, die

am bestehenden Haupttrakt zudem

über die notwendige wärme- und

schalltechnische Sanierung legitimiert

war. Die Neugestaltung mit Polycarbonat-Stegplatten

mit transluziden Bereichen

in den Korridoren ist einfach und

dennoch differenziert. Die Hierarchie

der kleinen Öffnungen in den Zirkulationszonen

und den grösseren Verglasungen

in den Schulzimmern ist konsequent

durchgeführt und erweist sich an

jeder Stelle als stimmig.

Licht und Farben

Die innere Organisation des Projektes

vermag betrieblich wie architektonisch

zu überzeugen. Die Klassenräume sind

im Obergeschoss konzentriert und mit

grosszügigen Verkehrs- und Begegnungszonen

verbunden. Die Grundrisserweiterung

entwickelt sich organisch

aus dem bestehenden Bau. Die verlangten

Unterrichtsräume sind, ausgehend

vom Lehrerzimmer im Gebäudewinkel,

optimal im ersten Obergeschoss angeordnet.

Die grossen zusammenhängenden

Flächen erlauben eine hohe Flexibilität

bei künftigen Raumaufteilungen

und Umnutzungen. Besonders hier

kommt die neue Farbigkeit aus frischen

Hellgrün- und Gelbtönen zum Tragen,

die sich harmonisch in den Bestand einfügt.

Die Zweigeschossigkeit und die

interne Verbindung werden über einen

Luftraum im rückwärtigen Aula- und

Werkstatttrakt betont. Die Einführung

von Oberlichtern in das bestehende

Flachdach ermöglicht neu direktes

Tageslicht in der Aula und in den umgebenden

Zirkulations- und Aufenthaltsbereichen.

Die Verlängerung des

Daches in den Zwischenraum der beiden

Gebäudetrakte ergibt zusammen

mit dem vom neuen Längsbau über-

spannten Zugangsbereich einen grossen

gedeckten Pausenplatz, der in der

Fortsetzung des bestehenden Foyers

die konstituierende Mitte und einen

echten Mehrwert für die Schulanlage

darstellt. Die Umgebungsgestaltung

nimmt mit den frei angeordneten Kreismotiven

den Bezug zur neuen Dachlandschaft

auf. Sie treten als Pflanzenrabatten,

Steingärten und Wasserbekken

auf und sind jeweils von Betonelementen

eingefasst, die als Sitzgelegenheiten

dienen.

Der Neubauteil ist als vorgefertigte

Stahlskelettkonstruktion über einer

betonierten Bodenplatte ausgeführt.

Das bestehende Materialkonzept und

die Tragstruktur des historischen Stahlbausystems

VE66 wurden zeitgemäss

weitergeführt und ermöglichten eine

kurze Bauzeit. Mit der einfachen Konzeption

sind alle Möglichkeiten einer

künftigen Erweiterung offen.

Das ausgeführte Projekt hat einen

beachtlichen Mehrwert für das BWZ

generiert. Nebst der Erstellung der dringend

benötigten zusätzlichen Räume

wurden die Qualitäten des Henggelerbaus

grösstenteils erhalten und intelligent

weiterentwickelt. Das Projekt

«Minimax» lieferte zum Preis eines

Erweiterungsbaus eine vom Eindruck

her neue Schulanlage.

Übrigens hat die Hochwasserkatastrophe

vom August 2005 dem Kantonsrat

Recht gegeben: Dank dem Verbleiben

am angestammten Standort ist das

Berufs- und Weiterbildungszentrum

Obwalden von den zerstörerischen

Wassermassen verschont geblieben.

Peter Omachen, Kantonaler Denkmalpfleger

Obwalden und Jurymitglied


Projekt...

Schweizerische Vogelwarte, Sempach

Forschungs- und Dienstleistungsgebäude

Die Vogelwarte Sempach konnte, auf Grund sich abzeichnender

akuter Platzprobleme, im Jahre 2005, in kurzer

Distanz zum bisherigen Hauptsitz, eine ca. 5’200 m 2 grosse

Baulandparzelle erwerben. Das Grundstück liegt in unmittelbarer

Nähe zum Sempachersee und grenzt im Osten und

Norden an die Kleine Aa, im Westen an die Kantonsstrasse.

Mit dem angrenzenden Grundstück für eine Wohnüberbauung

konnte ein Gestaltungsplan ausgearbeitet werden, welcher

am 25. Mai 2005 bewilligt wurde.

Das nun vorliegende Projekt für das neue Forschungs- und

Bürogebäude entstand in enger Zusammenarbeit mit der

Bauherrschaft. Die Baubewilligung für den Neubau wurde

am 06. Dezember 2007 erteilt.

Das Bürogebäude soll Arbeitsplätze für die Angestellten, Studierenden,

Praktikanten und Gastforschern Raum bieten,

sowie Bibliothek, Labor, Archiv- und Lagerräume unterbringen.

Der dreigeschossige L-förmige Baukörper bildet gegen die

Kleine Aa hin einen abgeschlossenen Raum, welcher natur-

nah gestaltet wird. Gegen die Kantonsstrasse hin bildet ein

zweigeschossiger eingeschobener Baukörper, mit Bibliothek

und Spedition, einen Riegel gegen die Schallimmissionen.

Durch die Erfüllung der Minergie P und Minergie ECO Standards

will die Vogelwarte mit dem Neubau eine Pionierrolle

einnehmen.

W. & R. Leuenberger AG

Dipl. Architekten ETH/HTL

6244 Nebikon, Postfach 30

Telefon 062 748 20 40, Telefax 062 748 20 59

6210 Sursee, Centralstrasse 43

Telefon 041 459 72 00, Telefax 041 459 72 09

6034 Inwil, Hauptstrasse 35

Telefon 041 449 90 49, Telefax 041 449 90 48

info@leuenberger-architekten.ch

www.leuenberger-architekten.ch

47


48

Planung

Unit Architekten AG

Werkhofstrasse 8, CH-6052 Hergiswil

Tel. +41 41 632 50 80

Fax +41 41 632 50 81

hergiswil@unitarchitekten.ch

www.unitarchitekten.ch

Bauingenieur

Seestrasse 94, CH-6052 Hergiswil

Tel. +41 41 632 50 30

Fax +41 41 632 50 32

info.hergiswil@cesag.ch, www.cesag.ch

Elektroplanung

2-Familienhaus Blättler

Konzept

Hergiswil

Mitten in einer bestehenden, heterogenen

Struktur mit Einfamilien- und kleinen

Mehrfamilienhäusern wird das

2-Familienhaus als Ersatzbau eines alten

Chalets erstellt. Die langezogene Pazelle

ist am Fusse des Pilatus und fällt Richtung

Vierwaldstättersee ab. Das Haus

reagiert exakt auf die natürliche Umgebung

und wird auf der Parzelle leicht

süd-östlich ausgedreht. Diese situative

Reaktion offenbart einen herrlichen Seeblick

welcher durch die Einrahmung von

Rigi, Bürgenstock und Brisen begrenzt

ist. Der Dialog mit der Umgebung wird in

Form von drei verschachtelten Volumen

aufgenommen. Gegen Westen, dem

Zugang zum Gebäude, wird die ganze

Parzelle mit einem ausladenden Dach

und integriertem Carport begrenzt. Im

Osten, der Hauptaussicht, definieren

grosszügige Balkone das Hauptvolumen.

Im Süden werden lange schmale Balko-

ne als erweiterten Lebensraum der

Hauptnutzung geschickt integriert.

Struktur

Das Volumen wird in zwei Maisonette-

Wohnungen gegliedert. Diese werden

über einen Treppenkörper erschlossen.

Betritt man in die Wohnung wird der

Blick der Wand entlang direkt auf den

See geleitet. Diese Wand trennt den

Hauptraum mit Wohnen, Essen, Kochen

und Büro vom Elterntrakt ab, der in

einem eigenen Volumen untergebracht

ist. Dreht man sich im Hauptvolumen

um die eigene Achse, so gleitet der Blick

zum Pilatus, der durch ein

raumhohes Fenster akzentuiert ist. Interne

Treppen verbinden die Wohngeschosse

mit dem Schlafgeschoss der Kinder.

Eine Galerie verbindet die Wohngeschosse

zu einem vertikalen Raumkontiniuum.

Die drei Volumen werden durch

vertikale Fensterbänder und unterschied-


liche Dachformen voneinander getrennt. Diese Trennung wird

im Innenraum spürbar, da über die Fensterbänder immer wieder

unterschiedliche Blicke auf die drei Gebäudekörper sichtbar

werden. Grosszügige Fensterflächen geben den Blick in die

weite Umgebung frei.

Materialisierung / Energie

Die Materialisierung unterstützt die Struktureigenschaften des

Gebäudes. Eine mit Grundputz eingebettete und bewusst feingewellte

Oberfläche geben dem klar geschnittenen Volumen

ein steiniges Erscheinungsbild. Unterstützt durch die vertikalen

Fensterbänder werden die Volumen als klare Körper lesbar. Mit

der Abgrenzung der grosszügigen Balkone durch Glasgeländer

herrschen in der Fassade schlussendlich zwei Materialien vor.

Die elegante Zurückhaltung des Innenraums unterstreicht seine

Klarheit. Ein Kirschbaumparkett verbindet alle Räume inkl.

Badezimmer und bringt die Grosszügigkeit der Aussicht in die

Innenräume. Nebst dem Holzboden, der auch auf den Balkonen

in Form von Thermobuche zur Geltung kommt, werden

die Räume durch ausschliesslich weisse Wände begrenzt. Das

Konzept der äusseren Einfachheit wird im Innenraum weitergeführt.

Treppen- und Galeriegeländer, Duschenverkleidungen

und Badauskleidungen werden in profillosem Glas erstellt.

Gebäudetechnisch befindet sich das Wohnhaus auf dem

neusten Stand. Eine Erdsondenwärmepumpe versorgt das

Gebäude mit Warmwasser und Heizenergie. Die Komfortlüftung,

welche die Wohneinheiten mit permanenter Frischluft

versorgt, ermöglicht für das Zweifamilienhaus den Minergie-

standard. Durch das unsichtbare Verschmelzen der Gebäudetechnik

mit der Struktur und der reduzierten und feingliedrigen

Detaillierung, der schlichten und einfachen Materialisierung,

ist ein Gebäude entstanden, das eigenständig und

selbstbewusst im bebauten Hang von Hergiswil steht und

sich einzigartig mit der Umgebung verzahnt.

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Innovativ. . .

IP-Anbindung für Siedle-Kommunikationstechnik

Türkommunikation über Ethernet

Die Verbindung der Gebäudekommunikation mit der Welt der

Datennetze: DoorCom-IP schafft einen Übergang zwischen

Siedle-Türstationen und IP-basierten Netzwerken – ohne

Funktionseinschränkungen oder Qualitätseinbussen. Angeschlossene

PCs können herkömmliche Sprechstellen komplett

ersetzen oder frei mit ihnen kombiniert werden.

Damit gewinnt die Gebäudekommunikation Anschluss an einen

dynamischen Markt. Gewerbliche Gebäude sind in der Regel

komplett vernetzt und auch in Privathaushalte halten Netzwerke

vermehrt Einzug. DoorCom-IP verknüpft Siedle-Kommunikationstechnik

mit zwei wichtigen Standards dieser stark wachsenden

Technologie: Das Ethernet wird zum Übertragungsweg

der Türkommunikation und der PC zur Sprechstelle.

Die Client-Software entspricht in Design und Funktion einer Siedle-

Sprechstelle und ist ebenso einfach bedienbar.

Die Türstation speist erhaltene Ruf-, Audio- und Videosignale

über DoorCom-IP ins Ethernet. Dort werden sie an die PCs im

Netzwerk übertragen, von der Client-Software empfangen

und auf dem Monitor dargestellt. Der Computer übernimmt

sämtliche Aufgaben einer Innensprechstelle, inklusive Videoübertragung,

Bildsteuerung und Schaltfunktionen. Ein zusätzliches

Haustelefon ist nicht mehr nötig – aber jederzeit möglich.

Denn DoorCom-IP ist flexibel und skalierbar.

So kann in ein und demselben Objekt eine Praxis oder Kanzlei

die Türkommunikation komplett per PC und Software abwikkeln,

während die Wohnungen über klassische Haustelefone

verfügen. Der gemischte Betrieb ist ebenso möglich wie eine

nachträgliche Umnutzung, falls sich die Belegung der Immobilie

ändert. Eine weitere Form der Funktionsaufteilung bietet

sich an, wenn die Nutzer nicht über PC sprechen möchten oder

das dazu nötige Headset fehlt: Dann stellt der PC das Videobild

dar, während das gewöhnliche Telefon den Sprechkontakt und

die Türöffnerfunktion übernimmt. Auch diese Kombination

kann das herkömmliche Haustelefon ersetzen oder ergänzen.

DoorCom-IP passt die Türkommunikation den Nutzerwün-

schen und der vorhandenen Infrastruktur an. Damit bietet es

ideale Voraussetzungen für anspruchsvolle Objekte und massgeschneiderte

Angebote.

Systemfreie Anbindung: Reiner Ethernet-Betrieb

In der systemfreien Anbindung benötigt die Türkommunikation

weder eigene Sprechstellen noch eine separate Installation.

Stattdessen wird die Türstation über DoorCom-IP mit dem

Ethernet verbunden. Alles weitere übernehmen das Netzwerk

und bis zu 49 angeschlossene PCs. Optional kann das System

mit einer weiteren Kommunikationstechnik kombiniert werden,

die ebenfalls an jedem Arbeitsplatz vorhanden ist: dem

Telefon. In diesem Fall übernimmt das Telefon die Sprechverbindung

und die Türöffnerfunktion. Das Videobild der Türkamera

erscheint synchron zum Rufton auf dem PC-Bildschirm.

Flexibel und leistungsstark: Ethernet und Siedle-Multi

Mit Siedle-Multi bildet DoorCom-IP ein Team für hohe Ansprüche

an Systemleistung und Flexibilität. Die Multi-Anbindung

kann alles, was die systemfreie Anbindung leistet – ergänzt

durch die Fähigkeiten von Siedle-Multi. So können beispielsweise

Siedle-Haustelefone und PC-Clients in einem System frei

kombiniert werden. Bei der Planung kann innerhalb eines

Systems flexibel auf unterschiedliche Nutzungsvarianten eingegangen

werden.

Die Multi-Anbindung ist in zwei Versionen erhältlich. In der

ersten ist jeder Tür ein DoorCom-IP zugeordnet, das bis zu 49

PC-Teilnehmer versorgt. Typische Anwendungen sind grosse

Gebäude mit unterschiedlicher Nutzung der einzelnen Einheiten.

In der zweiten Version der Multi-Anbindung verbindet ein

DoorCom-IP maximal 254 Eingänge mit bis zu vier PC-Teilnehmern.

Typische Anwendungen sind Objekte mit zahlreichen

Zugängen, die von zentraler Stelle überwacht werden, beispielsweise

von einem Pförtner oder einem Sicherheitsdienst.

Derartige Objekte verfügen in der Regel über ein umfassendes

Datennetzwerk. Mit Door-

Com-IP nutzt die Gebäudekommunikation

diese Infrastruktur.

Ihr Einsatz wird

dadurch komfortabler, flexibler

und meist auch

kostengünstiger.

Komplette IP-Anbindung mit

der gesamten Funktionalität:

Die PC-Clients können herkömmliche

Sprechstellen

komplett ersetzen.

Die Sprech- und Türöffnerfunktion

über das gewöhnliche

Telefon ist möglich, aber

nicht notwendig.


Innovativ. . .

Neues Sammelgaragentor ET 500 von Hörmann mit langlebiger, wartungsfreier Torkonstruktion

Allen Anforderungen

für Sammelgaragen gewachsen

Immer mehr Autos werden zugelassen. Immer mehr davon

müssen in den Städten Platz finden. Die Lösung: Sammelgaragen.

Deren Einfahrtstore müssen, besonders in Wohnhäusern,

nicht nur leise und sicher sein – sondern auch äusserst

zuverlässig. Zudem sollten sie sich harmonisch in die Architektur

einfügen. Das neue Sammelgaragentor ET 500 von

Hörmann erfüllt diese vielfältigen Anforderungen.

Da täglich zahlreiche Autos das Tor einer Sammelgarage passieren,

stand bei der Produktentwicklung die dauerhafte

Zuverlässigkeit im Zentrum. Die robuste Torkonstruktion des

ET 500 ist für mehr als eine Viertelmillion Zyklen ausgelegt.

Durch eine verschleissfreie Gegengewichtstechnik ist sie darüber

hinaus praktisch wartungsfrei. Das vermeidet nicht nur

Defekte und damit unangenehme Staus vor dem Tor. Es spart

auch Wartungskosten.

Für eine ruhige und sichere Nachbarschaft

Das ET 500 läuft sehr leise. Anwohner und Bewohner eines

Hauses mit Sammel- und Tiefgarage müssen – speziell zu

Stosszeiten – weitaus weniger Lärmbelästigung hinnehmen.

Wie bei jedem anderen Hörmann-Tor, ist auch beim ET 500

Sicherheit oberstes Gebot: Die Seilzüge gibt es doppelt, so

dass ein Abstürzen des Torflügels praktisch ausgeschlossen

ist. Durch ausreichend Platz zwischen Torflügel und Baukörper

können Finger nicht eingeklemmt werden.

Vielfältige Gestaltung

In der Grundausführung ist das Sammelgaragentor mit

einem Lochblech mit 45 Prozent Lüftungsquerschnitt ausgestattet.

Damit ist eine ausreichende Belüftung sichergestellt.

Es können aber auch variable Lamellen gewählt werden, die

ansichtsgleich zu Hörmann Sectionaltoren sind.

Flexibel zu gestalten: Das Motiv 405 des neuen Sammelgaragentores

ET 500 von Hörmann lässt sich bauseitig mit beliebigen Füllungen

versehen. So passt es sich harmonisch in die Fassadenoptik ein.

Fotos: Hörmann

Ideal bei wenig Platz vor dem Tor: Das neue Sammelgaragentor

ET 500 von Hörmann schwingt nur 20 Zentimeter nach vorne aus.

Durch bauseitige Füllungen bieten sich unendliche, individuelle

Gestaltungsmöglichkeiten. So lässt sich das Tor optimal

in geplante oder bestehende Fassaden integrieren.

Ideal bei wenig Platz

Obwohl das ET 500 ein Schwingtor ist, schwenkt es mit 20

Zentimetern nur wenig aus. Damit ist es ideal bei engen

Platzverhältnissen einsetzbar.

Zwei Antriebe für zahlreiche Garagentypen

Angetrieben wird das neue Tor in Garagen mit weniger als

50 Einstellplätzen vom Garagentorantrieb SupraMatic H.

Durch seine Sanft-Anlauf- und Sanft-Stopp-Funktion läuft

das Tor mit dem SupraMatic H besonders leise – womit es

sich für Hotels, Gebäude mit Mietwohnungen oder Büros

eignet. Finden mehr als 50 Autos in der Garage Platz, ist der

Kettenantrieb ITO 400 dem häufigen Öffnen und Schliessen

gewachsen. Beide Antriebe können mit zahlreichen Steuerungen

kombiniert werden.

Türe im Tor

In vielen Anwendungsfällen wird ein Notausgang im Tor verlangt.

Diese Forderung kann ohne zusätzlichen seitlichen

Platzbedarf durch eine nach aussen öffnende Schlupftüre

erfüllt werden.

Kontakt:

Hörmann Schweiz AG

CH-4702 Oensingen

www.hoermann.ch

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52

Innovativ. . .

Harmonisches Gebäudeensemble mit stützenfreien Balkonen

Zuger Stadttor: Wohnqualität mit

Die neu entstandene Überbauung «Zuger Stadttor» überzeugt durch ihren hohen städtebaulichen Anspruch. Die sechs

Gebäude auf dem ehemaligen Zeughaus-Areal integrieren sich in die unterschiedlichen Umgebungen des Geländes. Das Projekt

des Planungsbüros axess Architekten AG aus Zug bietet Platz für 140 attraktive Eigentums- und Mietwohnungen mit

hoher Bauqualität. Großzügige Balkone sorgen für ein Plus an Wohnqualität. Eine Besonderheit dabei: Die Balkone sind über

eine stützenfreie Konstruktion mit dem Schöck Isokorb angebracht.

Die Balkone an den Gebäuden des Zuger Stadttors sind über eine stützenfreie Konstruktion

angebracht . (Foto: Schöck Bauteile AG)

Das ehemalige Zeughaus-Areal in Zug

ist umgeben von vier unterschiedlichen

Landschaftsbildern: Auf der einen Seite

befindet sich die stark befahrene Straße,

die Zug und Baar verbindet. Auf der

anderen Seite grenzt es an die Lotzen-

Ebene. Nach Süden schließt sich der

Büro- und Wohnkomplex auf dem

Gelände der ehemaligen Kistenfabrik

an. Im Westen begrenzen stillgelegte

Industriegleise das Grundstück. Diese

Vielseitigkeit des 14.600 Quadratmeter

großen Geländes integrierte das Planungsbüro

axess Architekten AG aus

Zug in seinem Projekt und gewann

damit 2003 das Studienverfahren.

Autofreies Areal mit

hoher Wohnqualtität

Der Entwurf der Architekten sah sechs

unterschiedliche Gebäude vor, die den

unterschiedlichen Anforderungen aus

der Umgebung genügen. Zur Straßenseite

übernimmt ein langgezogener,

markanter Glasbau in blauem Farbton

den Lärmschutz für die angrenzenden

vier Gebäude. Diese Gebäude mit gelber

Fassade sind gegen Westen ausgerichtet

und blicken damit auf das Grün

der Lotzen-Ebene. Zur ehemaligen

Kistenfabrik ergänzt ein weißes, längeres

Gebäude das Ensemble. Die hohe

Wohnqualität wird zudem durch eine

Tiefgarage unter dem Gelände gesteigert.

Die Zufahrt zu den 240 Stellplätzen

erfolgt über die Einfahrt des Nachbar-Areals,

so dass das Gelände weitgehend

autofrei ist. Für die Bewohner

ergeben sich damit minimale Immissionen.

Großzügige Balkone –

wärmetechnisch optimiert

Die hohe Wertigkeit der Überbauung

kommt nicht nur in der optischen

Gestaltung der Fassade zum Ausdruck:


städtebaulichem Anspruch

Die großzügig bemessenen, teilweise über Eck ausgeführten

Balkone der vier gelben Gebäude unterstreichen den gehobenen

Wohnwert. Alle Balkone sind mittels thermisch optimierten

Kragplattenanschlüssen angebracht und minimieren

damit Wärmebrücken. Ursprünglich ging man in der ersten

Planungsphase von abgestützten Balkonen aus. Weitergehende

Berechnungen ergaben jedoch, dass auch eine stützenfreie

Konstruktion möglich war. Der Bauherr, das Bauherrschaft

Konsortium Zuger-Stadttor, ließ sich für diese

Lösung gewinnen. Aufgrund der relativ großen Auskragung

von bis zu 3,19 Meter und den hohen Anforderungen an das

Deformationsverhalten fiel die Entscheidung bei der

Anschlusslösung auf den Schöck Isokorb Typ K. Er erfüllt die

technischen Anforderungen in Bezug auf Deformation, Tragfähigkeit,

Dauerhaftigkeit und Korrosionsschutz. Den

Bewohnern des Zuger Stadttors werden damit statisch sichere

Balkone mit langer Lebensdauer geboten, die zudem ein

Plus an Wohnfläche und -qualität bieten.

Hohe Sicherheit in der Balkonkonstruktion

Beim Bau der Wohnsiedlung wurden speziell angefertigte

Isokörbe im Wert von 300.000 Franken verbaut. Für den

Schöck Isokorb Typ K entschied sich das ausführende Bauunternehmen

Schmid jedoch nicht nur aus preislichen Gründen:

Überzeugt haben auch die Stabilität und Solidität der

Körbe. Für das Objekt wurden spezielle Sondertypen entworfen,

die den hohen baulichen Anforderungen angepasst

waren. «Trotz der Grösse und notgedrungenden Schwere

der Sonder-Typen ging alles doch recht rasch und reibungslos»,

erklärt René Schurtenberger von der Schmid Bauunternehmung

AG. Der Zuschnitt der Isolations-Zwischenstücke

war unvermeidlich. Zudem mussten die Körbe auf der Baustelle

in Teilstücke geschnitten werden. Anwendungstechniker

und Aussendienstmitarbeiter von Schöck standen dem

Bauunternehmen bei der Ausführung vor Ort beratend zur

Seite. «Der Erst-Einbau wurde durch Instruktionen von

Schöck-Mitarbeitern unterstützt. Es war ein anspruchsvolles

Projekt und die Sicherheit war uns natürlich wichtig. Da war

uns die Unterstützung willkommen», so Schmid.

Gehobener Wohnwert

Für die Tragwerksplanung des gesamten Projektes war das

Ingenieurbüro PlüssMeyerPartner zuständig. Bereits im Vorfeld

unterstützte es das Architekturbüro axess mit statischen

Konzepten und optimierte die Gebäudeanordnung. Durch

das Anheben der Gebäude um ein halbes Geschoss wurde

Innovativ. . .

nicht im Grundwasser gebaut, so dass auf Baugrubenabschlüsse

und Spundwände verzichtet werden konnte und

keine Wasserhaltung im Bauzustand erfolgte. «Diese ineinander

greifenden Maßnahmen ermöglichten in der Realisierungsphase

einen wirtschaftlichen Bauablauf und mit dieser

Perspektive konnte der Wettbewerb gewonnen werden»,

erklärt Dipl.-Ing. Jürg Büchler, Vorsitzender der Geschäftsleitung

von PlüssMeyerPartner. Bei den Rohbauten wurden keine

komplizierten Tragstrukturen entworfen.

Bautafel:

Bauherrschaft: Konsortium Zuger-Stadttor, Zug;

bestehend aus den Firmen:

4B Immobilien AG, Zug

Peikert Immobilien AG, Zug

Architekt: axess Architekten AG, Zug

Bauunternehmen: Schmid Bauunternehmung AG, Ebikon

Tragwerksplanung: PlüssMeyerPartner Ingenieure, Luzern

Fassadenplanung: 4B Bachmann

Fassadenberater: Emmer Pfenninger Partner AG, Basel

Glaskunst: Peter Roesch, Luzern

Bauingenieure: Peter Ott AG, Zug

Bauzeit: 2006 – 2007

Balkon-Anschluss: Schöck Isokorb von der

Schöck Bauteile AG, Aarau

Schöck Bauteile AG

Neumattstrasse 30

CH-5000 Aarau

www.schoeck.ag

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Eindrucksvolle Verwandlung

zum Generationenhaus

Mit einer kompletten Überarbeitung

des Altbaues und zum Teil neuer Raumaufteilung,

ergänzt durch eine Aufstokkung,

erfolgte eine Verwandlung mit

pfiffigem architektonischem Konzept.

Die Raumhöhen sind als Spur von

Damals geblieben. Was vor rund vierzig

Jahren gebaut worden war, einer Familie

als angenehmer Wohnraum diente,

zeigt sich heute als Generationenhaus

mit Wohnbereich von Grossmutter und

zeitgemässen Wohnlandschaften der

jungen Familie mit Kindern. Ein Traum

wurde wahr.

Verschiedene Dinge waren der Bauherrschaft

sehr wichtig. Der bestehende

Standort, die Freifläche mit südseitigem

Garten und vor allem angenehme und

eigenständige Wohnungen für zwei

Generationen. Dass dabei dem Tageslicht,

eine wesentliche Bedeutung zugeordnet

wurde, stellte im Breich des

Umbaues eine Herausforderung dar.

Mit geschickt gewählten Konstruktionen

im Bereich der Fenster und Be-

schattung entstanden beinahe uneingeschränkte

Ausblicke in die herrliche

Umgebung auf See und Berge.

Die Bauherrschaft entschied sich für

den umfangreichen Um- und Aufbau,

vor allem des Standortes wegen und

mit der Perspektive, dass sich aus der

bestehenden Bausubstanz zeitgemässes

Wohnen in Aussicht stellte.

Harte Zeiten

Der Entschluss stand unumstößlich fest.

Die Abbrucharbeiten zeigten ab und zu

zerstörerische Bilder. Die verschiedenen

Launen der Wetterlagen waren beunruhigend,

weil das Gebäude offen stand.

Vertrauen und Engagement der Bauherrschaft

zum Architekten und dem Ingenieur

zeigten sich verschiedentlich, und

waren nach heiklen Anblicken in der

Anfangsphase die Grundlage für eine

gelungene Zusammenarbeit.

Mit der gewünschten Einstellung der

verpflichteten Handwerker entstand

zunehmend ein guter Geist zum neu

entstehenden Gebäude. Mit einigen statischen

Klimmzügen wurden Überbrükkungen

und Lastenübergaben versetzt,

immer unter der Voraussetzung, keinen

Zoll der Raumhöhe vom bestehenden

Innenraum preis zu geben. Nachdem

vom neuen Hauseingang über die angepasste,

bestehende Kellertreppe bis zur

Estrichdecke die Arbeiten abgeschlossen

werden konnten, waren alle gespannt

auf die neu geplante Aufstockung in

Holz, die das Erscheinungsbild um ein

Drittel erweiterte. Ein richtiger und

wichtiger Entscheid in jeder Hinsicht, die

Proportionen mit der Aufstockung

ergänzten das Gebäude in positivem

Mass. Ein neues Erscheinungsbild prägte

zunehmend die Umgebung. Nachbarn

und Passanten taten zögerlich ihre kritische

Meinung kund und auch von diesen

Seiten entstand zunehmend «Verständnis

zum Umbau», denn eine Architektur

vom Feinsten hob sich langsam

empor. Ein neues Erscheinungsbild prägte

zunehmend die Umgebung.


Bestehender Bau Massiv –

Aufstockung aus Holz

Das Haus aus dem Jahre 1963 bestand

aus Beton und Backsteinen mit schwacher

Wärmedämmung, wie zu der Zeit

üblich. Von dieser Zeit her zeigte sich

ein aufgeschlossener eher offener

Wohngrundriss. Wohnen, Küche - Essen

mit Zimmern auf einer Ebene, im Dachgeschoss

ein Nebenraum. Nur mit Bad,

Dusche und WC war die 5- Zimmerwohnung

ausgestattet, auch dies zeitgemäss.

Die Geschosshöhen lagen mit

2.30m eher nieder und gerade diese

Höhen mussten mit allen neuen Situationen

gehalten werden. So entstand

die Idee alle Fenster von Boden bis zur

Decke zu führen, so entstand eine

optisch optimierte Raumhöhe. Der entsprechende

Sonnenschutz für die grosszügigen

Fenster, wurde konstruktiv in

die Fassade integriert, um die Fensterflächen

zu optimierten.

Die gesammte Außenhaut, auch die aufgestockte

Konstruktion in Holsystembauweise,

besitzt nun einen 22 cm starken

Wärmedämmantel. Mit Unterstützung

der Organisation Klimarappen-

Schweiz spiegelten sich einige Gedanke

zum Energiesparen. Mit einer Luftwärmepumpe,

die die alte Ölheizung ersetzte,

führte der Gedanken weiter zu

einer Wohnraumlüftung, die nun alle

Räume mit Frischluft versorgt. Wärmedämmung,

Luftwärmepumpe, Fenster-

optimierung und Wohnraumlüftung

führen das Gebäude in den Energiebilanz-Bereich

eines Minergie- Standard.

Holz sticht kurz hervor

Holz als Leichtbaukonstruktion wurde

für die Aufstockung gewählt, um möglichst

keine Zusatzlasten zu generieren.

Kurz trat der Werkstoff Holz konstruktiv

in Erscheinung, nach der Aufrichtung

war die Holzkonstruktion, mit Putzträger,

nach kurzer Zeit mit dem Grundputz

versehen und bildete mit der Wärmedämmung

der unteren Geschosse eine

Einheit. Vom Holz blieb der Dachvorsprung

sichtbar und zeigt dem Betrachter

seinen natürlichen Ausdruck.

Mit der Aufstockung erweitere sich der

bestehende, darunterliegende Grundriss

beträchtlich. Zimmer, Bad- Dusche- WC

bildeten die Ausdehnung die sich die

Bauherrschaft gewünscht hatte. Die

Ausrichtung der Räume konnte frei dimensioniert,

geplant werden. Eine Terrasse,

die vom galerieähnlichen Verbindungsflur

ihren Zugang hat, präsentiert

sich im Haus wie eine Ferienoase.

Mit neuem strahlenden Gesicht

Nachdem alles stand fehlte noch der

Tupfer auf dem Punkt, die Farbgebung.

Unter verschiedenen Gesichtspunkten,

von A wie Aussehen zu M wie Machbarkeit

wurde abgewogen und beraten.

Die Wünsche und Vorgaben konn-

Kompetente Partner - Haus Sonnmattstrasse 3, 6374 Buochs

Ausgeführte Arbeiten

• Spengler- und Blitzschutzarbeiten

• Flachdacharbeiten

• Flüssigkunststoff-Abdichtung

ten schliesslich mit einem dezent

anmutenden Rot erfüllt werden. Die

Farbe bestätigte sich auch klar.

Von diesem Zeitpunkt an, als das

Gebäude Farbe zeigte, war kaum mehr

zu erkennen, dass der eigentliche Kern

des Hauses über vierzig Jahre Geschichte

und Erinnerungen beherbergt. Geschichte

und Erinnerungen, die genau

den Gehalt wiedergeben, den sich die

neuen Bewohner gewünscht hatten.

Erlebtes in Erinnerung zu spüren, es

anzurühren. Von nun an können sich

Grossmutter und Enkelkinder in die

Augen schauen von Gewesenem berichten

und gleichzeitig in die Zukunft

blicken, eben ein Generationenhaus.

Bauherrschaft

D. + M. Kraut-Baumeler

6374 Buochs

Architekt

R. Fürsinger

Architekt / Bauleiter AG

Knirigasse 19 A

CH-6370 Stans

Tel. +41 41 610 68 16

Fax +41 41 610 19 16

info@fuersinger-architektur.ch

www.fuersinger.ch

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EFH Weiherstrasse Alberweiler DE

Eingebettet in die voralpine oberschwäbische Landschaft liegt

etwa 10 km nördlich der Großen Kreisstadt Biberach an der

Riß die 800-Seelen-Gemeinde Alberweiler. Auf dem höchsten

Punkt befinden sich das mittelalterliche Schloss und die Kirche.

Auf dem Grundstück der ehemaligen Bäckerei an der Weiherstrasse

entsteht 2008 ein neues Einfamilienhaus für eine vierköpfige

Familie. Das Grundstück liegt in der Talsenke direkt

unterhalb der Kirche und Schloss, welche zum Grundstück im

Südosten stehen. Das 1250 m 2 grosse Grundstück weist ein

längliches abgeknicktes Rechteck auf. Die Weiherstrasse befindet

sich im Südwesten. Im Nordwesten fliesst das Mühlebächlein,

angrenzend eine grüne Wiese und dahinter Häuser aus

den 90er-Jahren. Im Nordosten hat man freie Sicht auf eine

Wiese, welche sich zum Hügelzug des Schlosses hochzieht.

Unit Architekten AG

www.unitarchitekten.ch

Der Ort ist locker bebaut. Viel Grün, Bäche und Teiche prägen

die ländliche Atmosphäre. Zusammen mit Schloss und Kirche

geben sie dem Ort die Identität. Die traditionellen Häuser des

Dorfes sind gemauert und geschlämmt. Dazwischen stehen

vereinzelt Schuppen mit senkrechten Brettern verkleidet. Das

Grundstück ist an der Weiherstrasse flankiert von einem traditionellen

Wohnhaus im Südosten und einem Holzschuppen

im Nordwesten und wird dominiert von Schloss und Kirche.

Das geplante Einfamilienhaus soll den lieblichen Charakter des

Dorfes aufnehmen. Es wird so in das Grundstück eingepasst,

dass ein starker Bezug zum Kern des Ortes erfolgt, ohne selber

dominant zu sein. Der Grundriss wird winkelförmig gestaltet.

Damit wird das Grundstück zur Strasse hin geschlossen und

ein grosser intimer Aussenbereich erzeugt. Durch das niedrige

1-geschossige Volumen und die steigende und fallende Linie

des Daches passt sich das Gebäude der Topografie optimal an.

Die rhythmische Fassadenschalung nimmt die Typologie der

Holzgebäude auf und fügt sich mit der Zeit, wenn das Holz

verwittert, immer mehr in die bauliche Struktur des Ortes ein.

Das Haus verfügt über kein Untergeschoss. Das in Minergiestandard

erbaute Gebäude wurde ab Bodenplatte in Holzelementbauweise

errichtet. Geheizt wird mit Erdregister-Wärmepumpe

und die kontrollierte Lüftung sorgt für ständig frische

Raumluft.

Man betritt das Haus über vier Stufen unter einem grosszügigen

auskragenden Vorbereich, der zugleich Autoabstellplatz


ist. Tritt man in das Haus ein, wird man von

einem überwältigenden Blick überrascht, der

bis ans Ende des Hauses und hinaus in den

grünen Aussenhof führt. Über die Erschliessungszone,

die sich mit einer grosszügigen

Fensterfront zum Aussenbereich öffnet, werden

sämtliche Zimmer und Nebenräume

erschlossen. Der Gang führt direkt in den

grosszügigen Wohn-Küchenbereich. Wendet

man seinen Blick vom Wohnraum zurück, wird

der Blick gelenkt von der mäandernden Dekke.

Der Gang endet nicht einfach abrupt am

andern Ende, sondern führt wie eine Schnekke

in den Arbeitsraum und öffnet sich wieder

mit einem raumhohen Fenster zur Strasse hin.

Dadurch erlangt der relativ kleine Grundriss

eine wohltuende Grosszügigkeit.

Diese Grosszügigkeit wird unterstützt durch

den sich über alle Böden erstreckenden

Eichenriemenparkett. Ansonsten sind die Räume

in einem neutralen Weiss gehalten. Die

Farbigkeit wird durch die Landschaft gegeben,

welche durch die grosszügigen Öffnungen mit

dem Innenraum zu verschmelzen scheint.

Objektdaten

Bauherrschaft: Lothar und Michaela

Kussmaul

Tomerdingen DE

Planung: Unit Architekten Hergiswil

Projektleitung: Guido Stalder, Mary Sidler

Holzbau: Mohr Holzbau

Schemmerhofen

Baubeginn: Juli 2007

Fertigstellung: April 2008

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News…

Pavatex SA und die WWF Climate Group

Gemeinsamer Einsatz für den

Klimaschutz

PAVATEX SA ist neues Mitglied der WWF Climate Group. Im Vordergrund der Partnerschaft steht der aktive Schutz unseres

Klimas. Mit zahlreichen Massnahmen reduziert PAVATEX den CO2-Ausstoss und leistet so einen wertvollen Beitrag dazu.

In den letzten Jahrzehnten nahm die Klimaerwärmung massiv

zu. Verursacht wird sie vorwiegend vom Menschen. Die Folgen

des Klimawandels gehören zu den grössten Herausforderungen

für Mensch und Natur. Hauptverantwortlich für den Temperaturanstieg

ist die Verbrennung fossiler Energien und damit

der hohe Ausstoss von CO2. Unternehmen haben durch ihre

Geschäftstätigkeiten direkt sowie indirekt durch die Herstellung

und Nutzung ihrer Produkte, durch Dienstleistungen und

den Kundenverkehr einen grossen Einfluss auf den CO2-Ausstoss.

Die CO2-Reduktionspotenziale von Firmen sind meist

beträchtlich. Auch im Gebäudebereich, welcher in der Schweiz

über 40 Prozent der CO2-Emissionen ausmacht, besteht ein

riesiges Potenzial zum Klimaschutz. Ein gut isoliertes Dach

oder eine modern gedämmte Gebäudehülle resultieren in

einem tieferen Heizbedarf, schonen damit das Klima und

machen sich ausserdem positiv im Portemonnaie bemerkbar.

Wirkungsvoller Zusammenschluss

In der WWF Climate Group schliessen sich Unternehmen

zusammen, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen.

Sie verpflichten sich, mit Betrieb und Produkten möglichst

geringe CO2-Emissionen zu verursachen. Neues Mitglied

der WWF Climate Group ist PAVATEX SA. Als führender

Anbieter von hochwertigen und ökologischen Holzfaserdämmsystemen

für die moderne Gebäudehülle setzt sich

PAVATEX aktiv für den Umweltschutz ein. Im Rahmen seiner

Mitgliedschaft hat PAVATEX mit der WWF Climate Group

vielfältige Massnahmen und konkrete Ziele vereinbart, die

zur Reduktion von CO2 beitragen und damit der globalen

Erwärmung entgegenwirken. So hat sich PAVATEX dazu verpflichtet,

im Vergleich zu 2007 seinen CO2-Ausstoss bis 2010

um zwölf Prozent zu verringern und gleichzeitig die Energieeffizienz

des gesamten Betriebs bis 2010 um zehn Prozent zu

erhöhen. Die Inbetriebnahme des neuen Biomassekessels im

Werk Cham und die Optimierung der Dampfsysteme sind

dabei wichtige Beiträge. Des Weiteren reduziert PAVATEX bis

2010 in den Werkanlagen seinen Stromverbrauch um fünf

Prozent durch die Optimierung und Effizienzsteigerung von

Maschinen und Motoren. Durch die Verwendung von effizienteren

Firmenfahrzeugen senkt PAVATEX den durchschnittlichen

Treibstoffverbrauch um drei Liter auf 5 l/100

km. Zur Reduktion des Stromverbrauchs werden nur noch

energiesparende Bürogeräte angeschafft, auch die Versorgung

mit elektrischer Energie für den Bürobereich will

PAVATEX durch eigene Solaranlagen sicherstellen. Intern fördert

das Unternehmen die Nutzung des öffentlichen Verkehrs

und kompensiert Flugreisen mit CO2-senkenden Massnahmen.

Die WWF Climate Group und PAVATEX SA überprüfen

in einem jährlichen Reporting die vereinbarten Ziele und

definieren entsprechend weitere Massnahmen – für einen

wirkungsvollen und langfristigen Schutz unseres Klimas.


News…

Schwertransport für Solarhaus

Abfahrt aus der Werkhalle in Oberburg

LKW unterwegs nach Faoug VD

Statt mit Öl wird ein Gebäude in Faoug VD

künftig voll mit Sonnenenergie versorgt.

Das Emmentaler Solarunternehmen Jenni Energietechnik AG

konnte am Dienstag einen grossen Solarspeicher für ein voll

solar beheiztes Gebäude ausliefern. Das im Minergie-P Standard

konzipierte Gebäude am Murtensee wird im Jahr 2009

fertiggestellt.

Der Solarspeicher mit einem Fassungsvermögen von 50`000 l

wird dann mit Wasser gefüllt und funktioniert wie eine Thermosflasche.

Mittels 54 Quadratmeter Sonnenkollektoren auf

dem Dach wird Wärme erzeugt, welche anschliessend im

Solartank gespeichert wird. Das Gebäude kann ganzjährig zu

hundert Prozent solar beheizt werden. Auch das Warmwasser

wird von der Sonne aufbereitet. Zur Deckung des elektrischen

Energiebedarfs wird zudem eine Solarstromanlage

installiert.

Die Produktion von grossvolumigen Speichern für thermische

Solaranlagen gewinnt für Jenni Energietechnik AG stark an

Bedeutung. Immer mehr Bauherren nutzen Sonnenenergie

und sind damit geschützt vor steigenden Energiekosten. Einund

Mehrfamilienhäuser können heute preiswert weitgehendst

mit Sonnenenergie beheizt werden.

Jenni Energietechnik AG

Lochbachstr. 22

CH-3414 Oberburg

Tel.: +41 34 422 97 77

Fax: +41 34 422 97 27

info@jenni.ch

www.jenni.ch

59


60

Anschriften redaktioneller Partner

Ruedi Birchler 16, 19

Dipl. Architekt ETH/SIA

Allmeindstrasse 17

CH-8840 Einsiedeln

www.birchler-architektur.ch

Richy Fürsinger 54

Architekt / Bauleiter AG

Knirigasse 19 A

CH-6370 Stans

www.fuersinger.ch

Eugen und Monika Imhof 36

Dipl. Architekten HTL/ETH/BSA

Giglenstrasse 2

CH-6060 Sarnen

www.imhof-arch.ch

Ingenieur- und Planungsbüros

Bauingenieure

Birchler Pfyl & Partner AG

Ingenieurbüro

Benzigerstrasse 19

CH-8840 Einsiedeln

Tel.: +41 55 412 36 25

Fax: +41 55 412 53 68

info@bpp-ing.ch

www.bpp-ing.ch

Ingenieur- und

Planungsbüro

Meyer Felix

Rossbergstrasse 39

CH-6422 Steinen

Tel.: +41 41 832 17 62

Fax: +41 41 832 23 01

meyerfelix@bluewin.ch

Seestrasse 94

CH-6052 Hergiswil

Tel.: +41 41 632 50 30

Fax: +41 41 632 50 32

info.hergiswil@cesag.ch

www.cesag.ch

Tagmar AG

Baselstrasse 59

CH-6252 Dagmersellen

Tel. +41 62 748 31 51

Fax +41 62 748 31 65

info@tagmar.ch, www.tagmar.ch

Pirmin Jung 4, 7, 10

Ingenieure für Holzbau GmbH

Grossweid 4

CH-6026 Rain

www.ideeholz

Kanton Luzern 34

Energieberatung

CH-6004 Luzern

www.luzern-erneuert.ch

Stadt Luzern 30

Umweltschutz

CH-6003 Luzern

www.luzern-erneuert.ch

W. & R. Leuenberger AG 47

Dipl. Architekten ETH/HTL

info@leuenberger-architekten.ch

www.leuenberger-architekten.ch

Bauleitung

Bauphysik

Wismer & Partner AG

Grundstrasse 3

CH-6343 Rotkreuz

Tel.: +41 41 799 71 31

Fax: +41 41 799 71 41

info@wismer-partner.ch

www.wismer-partner.ch

Hubli + Landolt AG

Allmeindstrasse 17

CH-8840 Einsiedeln

Tel. +41 55 422 22 63

Nat. +41 79 691 81 82

info@hubli-landoldt.ch

www.hubli-landolt.ch

Büro fgk GmbH

Energie + Bauphysik

Franz Georg Keel

Mülimatt 7, CH-8915 Hausen a/A

Tel. 41 44 764 03 02

fgk@fgkenergie.ch

Energieeffizientes Bauen

Otmar Spescha Ingenieurbüro

für energieeffizientes Bauen

Untere Mangelegg 3, CH-6430 Schwyz

Tel.: +41 41 811 40 70

Fax: +41 41 811 40 73

otmar.spescha@passivhaus.ch

www.passivhaus.ch

Stiftung Bourbaki Panorama 28

Löwenplatz 11

CH-6004 Luzern

www.bourbakipanorama.ch

Trägerverein Energiestadt ® 22

c/o ENCO Energie-Consulting AG

CH-4416 Bubendorf

Kommunikation Deutschschweiz

c/o Scriptum, CH-6460 Altdorf

www.energiestadt.ch

Unit Architekten AG 40, 44, 48, 56

Werkhofstrasse 8

CH-6052 Hergiswil

www.unitarchitekten.ch

Haustechnik

Kälin Haustechnik GmbH

Ochsnerstrasse 3

CH-8840 Einsiedeln

Tel.: +41 55 412 74 61

Fax: +41 55 412 71 79

kaelin.haustechnik@freesurf.ch

Holzbauingenieur

GSA ® -Technologie

PIRMIN JUNG

Ingenieure für

Holzbau GmbH

Grossweid 4

CH-6026 Rain

Tel.: +41 41 459 70 40

Fax: +41 41 459 70 50

info@pirminjung.ch

www.ideeholz.ch

Neue Holzbau AG Lungern

Obseestrasse 11

CH-6078 Lungern

Tel. 041 679 70 80

Fax 041 679 70 59

www.neueholzbau.ch

Ing. Büro für Gebäudetechnik

W & P Engineering

Mühlebach 2, CH-6362 Stansstad

Tel.: +41 41 612 01 41

Fax: +41 41 612 01 44

stansstad@wpe.ch, www.wpe.ch


Ingenieurbüro für Elektroplanung

Würsch Edwin AG

Ingenieurbüro für Elektroplanung

Engelbergstrasse 37a

CH-6370 Stans

Tel.: +41 41 618 60 60

Fax: +41 41 618 60 65

info@e-wuersch.ch

Branchenverzeichnis

Alternativenergie

BE Netz AG

Bau und Energie

Bernstrasse 57a

CH-6003 Luzern

Tel. +41 41 410 40 70

Fax +41 41 410 40 71

info@benetz.ch

www.benetz.ch

Aufzüge

Diethelm Aufzüge AG

Wägitalstrasse 66

CH-8857 Vorderthal

Tel.: +41 55 446 51 51

Fax: +41 55 446 51 54

info@diethelm-aufzuege.ch

www.diethelm-aufzuege.ch

Bauteile

Schöck Bauteile AG

Neumattstrasse 30

CH-5000 Aarau

Tel. +41 62 834 00 10

Fax +41 62 834 00 11

www.schoeck.ag

Emch Aufzüge AG

Fellerstrasse 23

Postfach 302

CH-3027 Bern

Tel. +41 31 997 98 99

Fax +41 31 997 98 98

www.emch.com

Ingenieurholzbau

Bauunternehmung

Neue Holzbau AG Lungern

Obseestrasse 11

CH-6078 Lungern

Tel. 041 679 70 80

Fax 041 679 70 59

www.neueholzbau.ch

Bau AG Luzern

Hoch- & Tiefbau

Mühlehofstrasse 1

CH-6260 Reiden

Tel.: +41 62 749 11 00

Fax: +41 62 749 11 01

www.bauag.ch

Bauspenglerei / Blitzschutz

Bahnhofplatz 6

CH-6055 Alpnach Dorf

Tel.: +41 41 670 15 60

Fax: +41 41 670 15 09

Dämmstoffe

Sager AG

Leutwilerstrasse 281

CH-5724 Dürrenäsch

Tel.: +41 62 767 87 87

Fax: +41 62 767 87 80

verkauf@sager.ch

www.sager.ch

Flumroc AG

Industriestrasse 8

CH-8890 Flums

Tel.: +41 81 734 11 11

Fax: +41 81 734 12 13

info@flumroc.ch

www.flumroc.ch

Planungsbüro für Energietechnik

Trüssel + Partner AG

Planungsbüro für Energietechnik

Spichermatt 14

CH-6370 Stans

Tel.: +41 41 610 64 40

Fax: +41 41 610 70 47

truessel@mtc-ag.ch

swisspor AG

Bahnhofstrasse 50

CH-6312 Steinhausen

Tel.: +41 56 678 98 98

Fax: +41 56 678 98 99

info@swisspor.com, www.swisspor.com

Energie

Erdöl-Vereinigung

Löwenstrasse 25

CH-8001 Zürich

Tel.: +41 44 218 50 10

Fax: +41 44 218 50 16

info@swissoil.ch

www.heizoel.ch

Fenster in Holz

Fenster in Holz-Metall

Schreinerei Meier AG

Berghofstrasse 2

CH-6144 Zell

Tel.: +41 41 988 15 75

Fax: +41 41 988 21 38

www.schreinerei-meier.ch

Holzbau Bucher AG

Untergasse 11

CH-6064 Kerns

Tel.: +41 41 666 07 07

Fax: +41 41 666 07 17

info@holzbau-bucher.ch

www.holzbau-bucher.ch

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62

Flach- und Steilbedachungen

Bahnhofplatz 6

CH-6055 Alpnach Dorf

Tel.: +41 41 670 15 60

Fax: +41 41 670 15 09

durrer.dachundwandag@freesurf.ch

Hoch- & Tiefbau

Holzbau

Paul Müller Holzbau

Neuhofstrasse 3b

6342 Baar

Holz-Systembau

Bau AG Luzern

Hoch- & Tiefbau

Mühlehofstrasse 1

CH-6260 Reiden

Tel.: +41 62 749 11 00

Fax: +41 62 749 11 01

www.bauag.ch

Neue Holzbau AG Lungern

Obseestrasse 11

CH-6078 Lungern

Tel. 041 679 70 80

Fax 041 679 70 59

www.neueholzbau.ch

Holzbau Bucher AG

Untergasse 11

CH-6064 Kerns

Tel.: +41 41 666 07 07

Fax: +41 41 666 07 17

info@holzbau-bucher.ch

www.holzbau-bucher.ch

Hypothekarfinanzierung

Luzerner Kantonalbank

Pilatusstrasse 12

Postfach

CH-6002 Luzern

www.lukb.ch

Nidwaldner Kantonalbank

Stansstaderstrasse 54

CH-6370 Stans

www.nkb.ch

Obwaldner Kantonalbank

Bahnhofstrasse 2

CH-6060 Sarnen

www.owkb.ch

Schwyzer Kantonalbank

Bahnhofstrasse 3

CH-6430 Schwyz

www.szkb.ch

Urner Kantonalbank

Bahnhofstrasse 1

CH-6460 Altdorf

www.urkb.ch

Zuger Kantonalbank

Baarerstrasse 37

CH-6301 Zug

www.zugerkb.ch

Kunststoffabdichtung

Isotech Bautenschutz

und Sanierungs AG

Rozaweg 4

CH-7430 Thusis

Tel +41 81 651 34 75

Fax +41 81 651 43 22

e-mail@isotech.ch, www.isotech.ch

Personen- / Warenaufzüge

Schreinerei

Tore

Türkommunikation

Siedle Electric AG

Rotterdam-Strasse 21

CH-4053 Basel

Tel. +41 61 331 20 44

www.siedle.ch

Zimmerei

Emch Aufzüge AG

Fellerstrasse 23

Postfach 302

CH-3027 Bern

Tel. +41 31 997 98 99

Fax +41 31 997 98 98

www.emch.com

Schreinerei Meier AG

Berghofstrasse 2

CH-6144 Zell

Tel.: +41 41 988 15 75

Fax: +41 41 988 21 38

www.schreinerei-meier.ch

Hörmann Schweiz AG

Nordringstrasse 14

4702 Oensingen

www.hoermann.ch

Zimmerei Team Egolzwil

Schlössliweg 4, CH-6253 Egolzwil

Tel. +41 41 980 02 32

Fax +41 41 980 03 66

www.zimmerei-team.ch


Umweltfreundlich Bauen – Hier erhalten Sie Informationen:

Energieberatungszentrale der

Zentralschweizer Kantone

c/o OekoWatt GmbH

CH-6343 Rotkreuz

www.oekowatt.ch

Amt für Umwelt und Energie

Kanton Luzern

CH- 6002 Luzern

www.energie-luzern.ch

Energiefachstelle

Kanton Nidwalden

CH-6370 Stans

www.nw.ch

Amt für Umwelt und Energie

Kanton Obwalden

CH-6060 Sarnen

www.obwalden.ch

Energiefachstelle

Kanton Schwyz

CH-6430 Schwyz

www.sz.ch/energie

Amt für Energie

Kanton Uri

CH-6460 Altdorf

www.ur.ch

Kantonale Energiefachstelle

Baudirektion

CH-6300 Zug

www.zug.ch

Bundesamt für Energie BFE

www.bfe.admin.ch

www.energieschweiz.ch

Geschäftsstelle MINERGIE

CH-3000 Bern 16

www.minergie.ch

MINERGIE Agentur Bau

CH-4132 Muttenz

www.minergie.ch

25. Oktober 2008

Der jährlich stattfindende «energyday» bietet eine vielfältige

und landesweit sehr gut beachtete Plattform, um sich im

Bereich «Energieeffizienz» zu positionieren. Bereits haben

sich wie letztes Jahr die Grossverteiler Coop und Migros

entschieden, als Partner mitzuwirken. Gleiches gilt für den

Fachhandel, zahlreiche Elektrizitätswerke, Energiestädte und

die Anbieter von schaltbaren Steckerleisten und weiteren

Abschalthilfen.

Interessenten können sich für weitere Informationen wenden

an: info@winklercom.ch

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Impressum

Herausgeber

Lika-Media-Consulting

Kranichweg 4

CH-3074 Muri

Tel. +41 31 951 82 64

Fax + 41 31 952 68 50

info@lika-media.ch

www.lika-media.ch

Verlagsleitung / Redaktion

Karl H. Fontanari

CH-3074 Muri

karl.fontanari@lika-media.ch

Gastautoren / Artikel

Dr. Andrea Bernasconi

Quelle – Lignum

Trägerverein Energiestadt ®

c/o ENCO Energie-Consulting AG

Kommunikation Deutschschweiz

c/o Scriptum, CH-6460 Altdorf

Satz / Layout

Lika-Media-Consulting

Fotos

Bourbaki-Panorama

Emanuel Ammon

Swissint, BWZ und

Haus Blättler

Marco Sieber [Mixer], Luzern

Auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt.

Einzelverkaufspreis: CHF 12.00

Alle Rechte vorbehalten© 2008 Lika-Media-Consulting, CH-3074 Muri.

Nachdruck auch Auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers gestattet.

Die in diesem Journal zusammengestellten Fakten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wurden jedoch mit grösster Sorgfalt recherchiert.

Daher können weder an die Autoren noch an den Herausgeber rechtliche Ansprüche gestellt werden.


Lassen Sie die Sonne in Ihr Haus – schon heute gibt es in der

Schweiz über 50 000 Solardächer. Wie Sie ganz einfach zu Ihrem

eigenen Solardach kommen und welche Förderprogramme es

gibt, erfahren Sie unter wwf.ch/solar

Vielen Dank an die Redaktion für die kostenlose Schaltung dieser Anzeige.

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