Anderweitige Regelung für geschlossene Fonds - Berg, Bernd

berndberg.de

Anderweitige Regelung für geschlossene Fonds - Berg, Bernd

Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

ISSN 1619-9936

Medienfonds

Comeback der Verlustzuweiser

Die Medienfondsanbieter haben sich mit

den neuen Voraussetzungen seit Verabschiedung

der Ergänzung zum Medienerlass

vor gut einem Jahr offenbar arrangiert.

Denn noch vor ein paar Monaten

sah es so aus, als würden in diesem Jahr

nur eine Hand voll Anbieter das Medienfondsgeschäft

zum Jahresende unter sich

aufteilen. Inzwischen sind fast alle vom

Vorjahr wieder auf dem Plan.

Im Jahre eins nach Verabschiedung des 5.

Bauherrenerlasses ist der Medienfonds das

nunmehr einzige klassische Steuersparmodell,

das noch 100 Prozent Verlustzuweisung

darstellen kann. Inzwischen gibt es

Medienfonds: Victory Media

Firmengründer räumt seinen Platz

Wenn sich auf der Internetseite von Victory

Media etwas regt, muss schon etwas

Besonderes vorgefallen sein. Franz Landerer

ist von seinem Posten als Geschäftsführer

zurückgetreten.

Gegen den Firmengründer hatte sich in den

vergangenen Monaten eine Opposition

aufgebaut (siehe Fondszeitung 15-2004),

deren Druck sich Franz Landerer offenbar

nicht länger aussetzen wollte. An seine

Stelle ist Andreas Straub gerückt. Noch

zählt Franz Landerer zu den fünf Geschäftsführern

der Fondsgesellschaften

von Victory. Doch auch dort wird er sukzessive

ausscheiden. Die Stimmenmehrheit

innerhalb der Victory Gruppe liegt

nicht mehr in seinen Händen.

Auf den neuen Geschäftsführer Andreas

Straub kommen schwere Zeiten zu, das

zeigte bereits das Treffen der Victory-

Fonds 16 bis 22 am 23. September in Germaringen.

Geplant waren für diesen Tag

mehrere Gesellschafterversammlungen.

Doch die wurden kurzfristig vertagt. Eine

Allianz ehemaliger Victory-Vertriebspartner

vereinte für die Fonds 16 bis 21

Filmfonds wieder auf der Rolle

auch erste Erfahrungen mit Fonds-

Beiräten, die mitentscheiden, um die Herstellereigenschaft

sicher zu stellen. Konzeptionen,

die eine Einlagenbesicherung

über Schuldübernahme-Vereinbarungen

jeweils absolute Mehrheiten und stimmte

gegen die Durchführung der Gesellschafterversammlung.

Begründung: Zahlreiche

rechtzeitig eingegangene Beschlussanträge

aus dem Anlegerkreis hätten keine Berücksichtigung

gefunden. Die Versammlung für

den Multimedia-Fonds 22 kam ins Straucheln,

als die Anleger einen Jahresabschluss

genehmigen sollten, der ihnen

noch gar nicht vorlag.

Unmut erregte auch der Versuch des Victory-Managements,

eine Verwaltungskostenpauschale

von jährlich 0,5 Prozent des

Einlagekapitals absegnen zu lassen. Ohne

dieses Geld ließe sich der Geschäftsbetrieb

nicht aufrecht erhalten. Kurzum: Auch die

Gesellschafterversammlung für Fonds 22

ist vertagt. Dennoch geht Andreas Straub

davon aus, „dass wir für dieses Modell eine

breite Zustimmung f inden werden“. Zumindest

eines hat der Rücktritt Franz Landerers

schon mal bewirkt: Die Kritiker aus

der Opposition gegen den Firmengründer

sprechen von einem „ersten Schritt in die

richtige Richtung“ und sehen „das größte

Problem gelöst“. Die finanzielle Misere ist

damit aber nicht abgewendet.

oder Mindestlizenzerlöse vorsehen, sind

gleichwohl auf dem Vormarsch. Allerdings

kappen sie in der Regel auch das Renditepotenzial

oder erschweren den Nachweis

der Verlustausgleichsberechtigung – oder

beides.

Zwar haben fast alle Medienfonds-

Anbieter bereits eine 2003er Leitungsbilanz

vorgelegt. Die sind aber überwiegend

so kryptisch und verklausuliert gehalten,

dass es nicht möglich ist, sich ein klares

Bild über den Stand der Dinge zu machen.

Bei einigen drängt sich der Verdacht auf,

dass das Ausmaß des Rendite-Elends verschleiert

werden soll.

Themen dieser Ausgabe:

Medienfonds

In den Startlöchern zum

Jahresendgeschäft

Serie

Leistungsbilanzvergleich

Medienfonds

Vertriebe

Vom Umgang mit

strittigen Fonds

Nachlese

Gute Laune auf der

Expo Real

Neuer Hedgefonds

Starhedge AS Dynamic

Immobilienfonds

GV-Marathon für

LBB-Fonds


Seite 2

Inhaltsverzeichnis

Victory Media: Firmengründer

zurückgetreten ................... Seite 1

Interview mit RA Martin Klein

über EU-Richtlinie

und AnSVG ....................... Seite 2

Expo Real:

Morgenluft gewittert .......... Seite 3

Leistungsbilanzvergleich

Medienfonds ...................... Seite 4

Übersicht für aktuell in der

Platzierung befindliche

Medienfonds ......................... Seite 7

Wie Vertriebe mit strittige Fonds

umgehen ............................... Seite 8

Interview mit

Paul Dohmen ........................ Seite 8

Nach der Umweltkontor-Insolvenz:

Interview mit Jens-Peter Wolters vom

Windenergieverband ............. Seite 9

Neuer Hedgefonds:

Starhedge Zertifikat ............ Seite 10

Maritime Wirtschaft:

Politik ermahnt zur

Rückflaggung ...................... Seite 11

LBB-Fonds:

Gesellschafterversammlungen

enttäuschen Anleger ............ Seite 12

TKL.Fonds-Analyse ............ Seite 13

Nachrichten aus der

Immobilienbranche ............. Seite 15

Kurz und bündig .................. Seite 16

Neu am Markt ..................... Seite 18

Bücherschau ........................ Seite 20

Interview mit RA Martin Klein

EU-Richtlinie: Anderweitige Regelung für

geschlossene Fonds

Während zum 15. Januar 2005 die Versicherungsvermittler-Richtlinie

in Kraft

tritt, bleiben Vermittler geschlossener

Fonds zunächst verschont. Aber auch

im Unklaren.

Herr Klein, wer wird von der EU-Wertpapierrichtlinie

betroffen sein?

Die EU-Wertpapierdienstleistungsrichtlinie

betrifft Marktteilnehmer, die Dienstleistungen

im Zusammenhang mit Wertpapieren

anbieten, das heißt sowohl Konzeptionäre

von Wertpapierprodukten als auch

die Anbieter und den Vertrieb sowie die

Verwaltung. Am stärksten betroffen sind

sicher die europaweit tätigen Wertpapierhäuser

und Banken.

Was ändert sich konkret, welches sind die

entscheidenden Punkte?

Während die Wertpapierdienstleistungsrichtlinie

von 1993 die gegenseitige Anerkennung

der einzelnen nationalen Regelungen

in den anderen Mitgliedsländern

zum Gegenstand hatte, soll durch die neue

Richtlinie ein einheitlicher Finanzmarktplatz

in Europa geschaffen werden. Die

Wertpapierhäuser erhalten einen so genannten

europäischen Pass, der es ihnen

gestattet, in der gesamtem EU auf der

Grundlage ihrer Zulassung im Herkunftsland

tätig zu werden. In diesem Zusammenhang

wird auch der Anlegerschutz

verstärkt, da dieser unabhängig davon geregelt

wird, in welchem Mitgliedsstaat das

Wertpapierhaus seinen Sitz hat. Auf Grund

der Wertpapierdienstleistungsrichtlinie

soll es möglich sein, dass Wertpapierhäuser

Kundenaufträge außerhalb der geregelten

Börsen abwickeln. Auch hierzu soll

ein „Buch mit Wertpapierregeln“ für den

Binnenmarkt erstellt werden. Der Wettbewerb

zwischen Banken, anderen Wertpapiereinrichtungen

und den Börsen soll

hierdurch verstärkt ermöglicht werden.

Mit der zunächst vorgesehenen EU-

Richtlinie sollten ursprünglich Vermittler

von Investmentfondsprodukten den Status

eines Wertpapierhauses erhalten. Dieses

Problem scheint abgewendet zu sein. Wie

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weit ist der Einigungsprozess mit der EU

fortgeschritten? Wann gibt es endgültig

Klarheit?

Art. 3 der Wertpapierdienstleistungsrichtlinie

enthält folgenden fakultativen Ausnahmetatbestand:

„Die Mitgliedstaaten können beschließen,

dass diese Richtlinie nicht für Personen

gilt, für die sie Herkunftsmitgliedstaat

sind, und die

– nicht berechtigt sind, Gelder oder Wertpapiere

zu halten und die sich aus diesem

Grund zu keinem Zeitpunkt gegenüber ihrem

Kunden in einer Debet-Position befinden

dürfen, und

– nicht zur Erbringung von Wertpapierdienstleistungen

berechtigt sind, außer zur

Annahme und Übermittlung von Aufträgen

in Bezug auf übertragbare Wertpapiere

und Anteile von Organismen für gemeinsame

Anlagen sowie zur Anlageberatung

in Bezug auf solche Finanzinstrumente

und

– bei der Erbringung dieser Dienstleistungen

Aufträge nur übermitteln dürfen an

Wertpapierf irmen, Kreditinstitute, Organismen

für gemeinsame Anlagen, Investmentgesellschaften,

sofern die Tätigkeit

dieser Firmen auf nationaler Ebene geregelt

ist.“

Durch diese Ausnahmevorschrift besteht

für den deutschen Gesetzgeber die Möglichkeit,

die Investmentfondsvermittlung

auch zukünftig nicht als genehmigungsbedürftige

und aufsichtspflichtige Wertpapierdienstleistung

zu qualif izieren, sondern

einer anderweitigen Regelung zu

unterwerfen. Es muss jetzt auf der Ebene

der deutschen Gesetzgebung innerhalb der

nächsten zwei Jahre während der Dauer

der Umsetzungsphase der EU-Wertpapierdienstleistungsrichtlinie

erörtert

werden, wie eine solche nationale Regelung

aussehen kann und ob dies möglicherweise

auch durch einheitliche Vorgaben

der Berufsverbände zu lösen ist. Die

Verbände VOTUM und AfW arbeiten im

Dachverband (DaFin) bereits an entsprechenden

inhaltlichen Qualitätsvorgaben

für Investmentfondsvermittler.


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Welche Relevanz hat die EU-Wertpapierrichtlinie

für Vertriebe geschlossener

Fonds?

Die Konzeption und Vermittlung unternehmerischer

Beteiligungen ist nicht Gegenstand

der Wertpapierrichtlinie. Hier ist von

den aktuellen Gesetzgebungsverfahren sicher

das gerade verabschiedete Anlegerschutzverbesserungsgesetz

von wesentlicherer

Bedeutung.

Damit werden sich die Vertriebe geschlossener

Fonds also noch stärker auseinanderzusetzen

haben. Wie bewerten Sie das

gerade vom Bundesrat bewilligte Gesetz?

Das Vorhaben, erstmalig auch Vermögensanlagen

in geschlossenen Fonds einer Prospektpflicht

und einer Regulierung zu unterwerfen,

verdient im Hinblick auf das in

diesem Segment immer noch vorhandene

erhebliche Schadenpotenzial sicher Unterstützung.

Die nunmehr erfolgte Umsetzung

ist jedoch mit Mängeln und Defiziten

belastet, die darauf beruhen, dass hier im

Wesentlichen eine Fortschreibung des

Wertpapierverkaufsprospektgesetzes erfolgt

ist, ohne dass man die Besonderheiten

des Marktsegments der unternehmeris

chen Beteiligungen hinr eichend

berücksichtigt hat. Problematisch ist zum

einen, dass die zunächst vorgesehene Genehmigungsfiktion

für den Fall, dass der

zu Prüfzwecken hinterlegte Prospekt nicht

innerhalb der vorgesehenen 20 Arbeitstage

durch die BaFin gebilligt wurde, entfallen

ist. Die Initiatoren haben nicht einmal einen

Anspruch auf Bescheidung innerhalb

der vorgesehenen Frist. Die ungewisse

Dauer führt hierbei zu unnötigen Rechtsunsicherheiten.

Das Gesetz beschränkt

sich dabei zudem auf die formale Überprüfung

der Prospekte. Eine Aussage zur Qualität

der jeweiligen Anlage wird hierdurch

nicht getroffen. Es ist zu befürchten, dass

auf Grund der formalen staatlichen Prüfung

der Prospekte die inhaltlich weitgehendere

und intensivere Prospektprüfung

nach dem IDW-Standard S 4 zukünftig von

den Unternehmen nicht mehr vorgenommen

wird, da ja unter der staatlichen Aufsicht

eine Freigabe zum Vertrieb erfolgt.

Es sollte erwogen werden, ob nicht eine

Richtigkeitskontrolle, das heißt eine mate-

rielle Prüfung des Prospekts durch Wirtschaftsprüfer,

wie sie beispielsweise das

österreichische Kapitalmarktgesetz vorsieht,

die sinnvollere Alternative wäre.

Welche Erwartung knüpfen Sie an die noch

ausstehende Rechtsverordnung?

Auch diese „Vermögensanlagen-Verkaufsprospektsverordnung“

ist allzu eng angelehnt

an die Verordnung über Wertpapierverkaufsprospekte.

Sie hat deren Inhalt im

weiten Umfang änderungslos übernommen.

Bei dem Entwurf der Verordnung

wird nicht hinreichend berücksichtigt, dass

Unternehmensbeteiligungen mit Wertpapieren

in maßgeblichen Belangen nicht

vergleichbar sind. Hierbei soll nur beispielsweise

darauf hingewiesen werden,

dass die Verordnung Mindestangaben vom

Emittenten der Beteiligung verlangt, nicht

aber – wie es sinnvoller gewesen wäre –

vom Initiator oder vom Emissionshaus.

Bei dem Emittenten handelt es sich regelmäßig

um eine neu gegründete Publikums-

Gesellschaft, die ihr Eigenkapital erst über

die Veröffentlichung der Verkaufsprospekte

und den Vertrieb einsammelt und ihre

operative Tätigkeit in aller Regel erst nach

Schluss der Platzierung des Eigenkapitals

aufnimmt. Vor diesem Hintergrund sind

Angaben über die Vermögens- wie Finanzund

Ertragslage des Emittenten ohne jede

Aussagekraft. Ergiebig wären in diesem

Zusammenhang für die Anleger allein Angaben

über die Geschäftstätigkeit des Initiators

und dessen Finanz- und Ertragslage.

Das wichtige Instrument der Leistungsbilanz

wird in der Verordnung zu keinem

Zeitpunkt erwähnt. Insgesamt bleibt festzustellen,

dass sowohl Gesetz als auch Verordnung

kein hinreichendes Verständnis

für dieses besondere Marktsegment erkennen

lassen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Martin Klein ist Rechtsanwalt in der

Kanzlei Thiel & Klein, Hamburg

Die 7. Expo Real ging zu Ende

Morgenluft gewittert

Seite 3

Veranstalter und Besucher werten die Expo

Real als Erfolg. Und nicht nur die Eckdaten

geben Ihnen Recht: Die Anzahl der Aussteller

stieg auf etwa 1.300, die Ausstellungsfläche

vergrößerte sich und die Anzahl der Besucher

nahm sogar um 20 Prozent zu. „Ein

klares Signal für einen Stimmungswandel in

der Branche“, urteilen Messebesucher. Während

auf der Expo Real des vergangenen Jahres

Erfolgserlebnisse darin bestanden, zu

sehen, dass es den anderen auch nicht besser

geht, war die Messe dieses Jahr wieder eine

Arbeitsmesse: Einige größere Deals sind abgeschlossen

worden und konkrete Projekt

wurden anberaumt. Gemeinsam wurde viel

Morgenluft gewittert, die Messe war wider

sehr viel kommunikativer als im vergangenen

Jahr.

Gut gelaunt ließen sich auch die schwarzen

Schatten aus Frankfurt abschütteln. Die Befürchtungen,

in den Skandal-Strudel gezogen

zu werden, waren nicht sehr präsent. Die

Krise scheint ausgestanden oder zumindest

mit Spott besiegt: Running Gag der Messe

war, dass nicht von ungefähr Golfspielen der

einzige Sport sei, den man auch in Handschellen

spielen könne. Offenbar einen guten

Riecher bewiesen haben die Macher der Parallelmesse

Golf Europe 2004, die zeitgleich

nebenan stattfand. Dennoch waren auch insbesondere

seitens der offenen Immobilienfonds

auch besorgte Stimmen zu vernehmen.

Die Angst vor drohenden Mittelabflüssen

war nicht von der Hand zu weisen und es

könnte sein, dass der eine oder andere Fonds

erstmals in die Verlegenheit kommt, dass die

zwei Jahre Karenzzeit nicht ausreichen, die

Fondsliquidität zu sichern. Notverkäufe wären

dann die Folge. Noch überwiegen jedoch

die den offenen Fonds zum Kauf angebotenen

Immobilien.

China, wiewohl einer der internationalen

Schwerpunkte der Messe, gelang noch nicht

der wirkliche Durchbruch. Der Markt ist zu

intransparent für ausländische Investoren und

wesentliche Rahmenbedingungen fehlen nach

wie vor. Präsenter waren da schon die mittelund

orteuropäischen Länder. Insbesondere

Polen war mit Städtern und Regionen sehr

viel stärker vertreten als letztes Jahr. Offenbar

übernommen hatte sich hingegen Madrid. Einige

Unternehmen der spanischen Metropole

hatten sich zum größten Messestand zusammen

getan. Nur fürs Personal hat’s dann nicht

mehr gereicht. Der 350 Quadratmeter große

Stand war die meiste Zeit verwaist.


Seite 4

Serie: Leistungsbilanzvergleich

Medienfondsinitiatoren liefern uneinheitliches Bild

Die meisten Filmfonds laufen erst seit

wenigen Jahren. Verlässliche Zahlen

über den bisherigen Verlauf liegen nur

bei wenigen Initiatoren vor. Dennoch

warten die meisten Emissionshäuser mit

offiziellen Leistungsbilanzen auf. Allerdings

hat sich weder ein Standard

durchgesetzt noch deutet sich eine einheitliche

Vorgehensweise an.

Jeder sucht sich für die Aufbereitung das

heraus, was ihm wichtig erscheint. Zum

Teil wird auf Zahlen ganz verzichtet. Stattdessen

f inden sich dann kurze Texte, die

den Stand der Dinge wiedergeben sollen.

Aussagekräftige Bilanzen legen nur die

Initiatoren vor, die auch Fonds aus anderen

Segmenten, speziell Immobilien, auflegen

und bereits länger am Markt vertreten sind.

Die stark differierenden Aufbereitungsarten

verhindern einen tabellarischen Überblick

über die leistungsbezogenen Zahlen.

Stattdessen bietet sich ein Vergleich der

vorhandenen und ausgelassenen Daten an.

Alcas

252 Publikumsfonds und Private Placements

haben die Münchener bis Ende 2003

aufgelegt, davon investieren 14 in Filme.

Fondsdaten, deren Umfang in anderen

Leistungsbilanzen drei und mehr Seiten

beansprucht hätten, listet Alcas auf einer

Seite auf. Aufgeführt sind Eigenkapital,

Anteilsf inanzierung, Fremdkapital, Liquiditätsreserven.

Für Ausschüttungen und

Steuerergebnisse sind kumulierte Werte

und die Zahlen für das vergangene Jahr

jeweils im Soll-Ist-Vergleich angegeben.

Bei Abweichungen um mehr als fünf Prozent

erläutert Alcas die Hintergründe in

kurzen Sätzen.

Bis dato liegen zwei der drei operativen

Filmfonds bei der kumulierten Ausschüttung

unterhalb der Prognose, der dritte entspricht

bislang den Erwartungen. Die restlichen

elf Medienfonds sind reine

Leasingmodelle und liegen alle im Plan.

Bei den beiden operativen Filmfonds MAT

I KG und MAT II KG blieb die Verwertung

der Film- und Fernsehprojekte in den USA

und in anderen wichtigen Territorien hinter

prognostizierten Werten zurück. Als Grund

nennt Alcas den „allgemeinen wirtschaft-

lichen Abwärtstrend und den stark rückläufigen

Werbemarkt“. Die Prognose lautet:

„In Abhängigkeit von der Entwicklung

des TV-Marktes und damit der Verwertungsmöglichkeiten

der Produktionen werden

voraussichtlich Ausschüttungen aus

variablen Lizenzgebühren erstmals im Jahr

2005 möglich sein.“ Die Liquiditätsreserven

liegen bei der MAT I KG um 18,4

Prozent und bei der MAT II KG um 56,7

Prozent unter Plan.

Bei der MAT IV KG verzögerte sich die

Abstimmung der Filmprojekte mit den Abnehmern.

Daher wurden die Produktionsfristen

um ein Jahr verlängert. Die Ausschüttungen

verschieben sich entsprechend.

Im Gegenzug hat sich der Lizenznehmer

bei Ablieferung der Filme verpflichtet,

für alle TV-Mehrteiler und Fernsehfilme

Ver triebsgarantien für die

Fernsehauswertung in den USA abzugeben,

die die US-Lizenzeinnahmen für die

ersten vier Jahre sicherstellen, führt Alcas

aus. Betriebsprüfungen erfolgten bislang

nur für die Leasing-Fonds Media 1 und 2,

jeweils für das Jahr 2001.

Bolu

Die von Dr. Uwe Boll unterzeichnete vierseitige

Leistungsbilanz umfasst die Adressen

und Vertriebe der sechs initiierten Boll

KGs und Eckdaten der Fonds: Zeichnungskapital,

Einnahmen, Ausgaben und Lieferantenverbindlichkeiten.

Ausschüttungen

sind im Soll-Ist-Vergleich dargestellt.

Für die Zweite Boll KG nennt der Initiator

Lieferantenverbindlichkeiten von einer

Million US-Dollar, die aus späteren Erlösen

zurückgezahlt werden sollen. Bei der

Dritten Boll KG belaufen sich die Lieferantenverbindlichkeiten

auf rund 2,6 Millionen

Euro. Die ersten vier Fonds haben

ihre prospektierten Investitionspläne eingehalten.

Fonds Nummer fünf befindet

sich in der Platzierung. Die Boll 6 KG

wurde mit einem Volumen von rund 20

Millionen Euro geschlossen und investiert

bereits.

Bei den Ausschüttungen liegen die Fonds

zwei bis vier im Plan. Die Erste Boll KG

ließ den Anlegern erst 24 statt der vorge-

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sehenen 33 Prozent zukommen. Als Begründung

nennt Boll den Rechtsstreit mit

dem Filmvertrieb Regent wegen ausstehender

Forderungen. Außerdem hätten

noch nicht alle Käufer ihre Rechnungen

beglichen. Bolls Fazit: „Wertminderungen

oder Erhöhungen sind noch nicht zu ermitteln.

Die Filme sind in einem schwierigen

Markt entstanden, konnten allerdings so

kostengünstig hergestellt werden, dass

auch in dieser Baisse ordentliche Ausschüttungen

realisiert werden können.“

Die Betriebsprüfungen der Ersten und

Zweiten Boll KG sind laut Leistungsbilanz

ohne Abweichungen abgeschlossen. Die

Fünfte Boll KG bef indet sich in der Vorprüfung.

Eine solche hat die Sechste Boll

KG bereits hinter sich. Die eingereichten

Steuererklärungen und Jahresabschlüsse

habe das Finanzamt bislang ohne Änderung

akzeptiert.

CFB

Die Commerzbank-Tochter dokumentiert

in ihrer Leistungsbilanz 144 geschlossene

Fonds, darunter drei Medienfonds. Anschaulichkeit

und Aussagekraft für die Immobilienfonds

sind im Zuge der selbst gesetzten

Br anchenstandards unter

Immobilienfondsinitiatoren zufrieden stellend.

Dieses Niveau hat die CFB auf ihre

Medienfonds übertragen. Auf jeweils zwei

Seiten f inden sich detailreiche Ausführungen.

Fondsvolumen und Eigenkapital

werden genannt, Ausschüttungen und steuerliches

Ergebnis im Soll-Ist-Vergleich

dargestellt. Jahre, für die eine Betriebsprüfung

vorliegt, erhalten ein Häkchen. Positiv:

Zu den Fonds, bei denen es plangemäß

läuft, erscheint wenig Text; wo es nicht

läuft, gibt CFB nähere Informationen.

Zusammen mit Sony Pictures Entertainment

realisierte CFB 1997 ihren ersten

Filmfonds. Ebenso wie beim Nachfolgemodell,

dem CFB-Fonds 117, handelt es

sich um einen Fonds mit festen Mindestlizenzgebühren

und einem von vornherein

festgelegten Ankaufspreis für die Filmrechte

– also um einen leasingähnlichen

Fonds. Sowohl der CFB 110 als auch der

CFB 117 liegen bei den Ausschüttungen

im Plan. Beim steuerlichen Ergebnis wei-


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chen sie minimal um jeweils 0,2 Prozentpunkte

ab.

Den 140er legte CFB zusammen mit der

Cologne-Gemini-Gruppe als unternehmerisches

Beteiligungsmodell auf. Fünf Kinofilme

und ein Fernsehfilm wurden seit

2001 produzier t. Beim Kinostreifen

„Blast“ kam es nach Absage des Hauptdarstellers

zu Verzögerungen. Ende vergangenen

Jahres wurde auch diese Produktion

abgeschlossen. Die Verwertungslage der

Filmproduktionen bezeichnet CFB selbst

als „bisher sehr unbefriedigend“. Die

Commerzbank-Tochter begründet dies mit

der „weltweit generell gesunkenen Nachfrage

und dem daraus resultierenden

Preisverfall“. Die für die Vermarktung der

Produktionen maßgeblichen Kinostarts im

Schlüsselmarkt Nordamerika blieben bis

auf einen Fall („Boat Trip“) bislang aus.

In den übrigen Territorien liegen die Minimumgarantien

„in der Regel deutlich unter

dem kalkulierten Mid-Price“. Die bislang

geplanten Ausschüttungen von 74,9 Prozent

blieben komplett aus. Mit den bisherigen

Erlösen wurde das Darlehen getilgt.

Das steuerliche Ergebnis weicht kumuliert

um 82,6 Prozentpunkte ab.

Christopher Filmcapital

Das Fondshaus teilt seine Leistungsbilanz

in zwei Abschnitte. Teil eins behandelt

Selbstauskünfte der sechs gegründeten

GmbH & Co. KGs und der Christopher

Vertriebs GmbH in Form von Handelsregisterauszügen.

Im zweiten Teil finden sich

Adressen der Fondspartner, Eckdaten der

Fonds und schließlich das, was eine Leistungsbilanz

ausmacht: Daten und Tabellen

zu den drei bis 2003 initiierten Fonds.

Hier tauchen Zahlen zu Lizenzverwertungen

in den einzelnen Territorien auf, ebenso

die Ausgaben in der Investitionsphase,

Einnahmen, Liquiditätsreserven, Ausschüttungen,

Stand des Fremdkapitals und

sich abzeichnende Wertminderungen.

Geplante und tatsächliche Ausschüttungen

sind in Textform einander gegenüber gestellt.

Das mindert die Übersichtlichkeit.

Für den Fonds war die erste Ausschüttung

Ende 2002 in Höhe von 20,1 Prozent geplant,

darin enthalten eine garantierte Vor-

abausschüttung über 12,2 Prozent des Beteiligungskapitals.

Es kamen insgesamt 18

Prozent. Für Ende vergangenen Jahres waren

7,31 Prozent vorgesehen. Der Initiator

macht Wechselkursschwankungen dafür

verantwortlich, dass nur 4,8 Prozent flossen.

Für die diesjährige Ausschüttung

könnte sich der starke US-Dollar negativ

auswirken, wirft Christopher Filmcapital

schon mal einen Blick voraus.

Auch beim zweiten Fonds sorgten laut Initiator

Wechselkursschwankungen dafür,

dass die erste Ausschüttung im vergangenen

Jahr unter Plan blieb: Statt der vorgesehenen

16 erhielten die Anleger 13,5

Prozent. Insgesamt habe bei den ersten beiden

Fonds der zurückhaltende Lizenzmarkt

bisher mit Ausnahme einzelner europäischer

Gebiete wenig Einfluss auf die

zu erzielenden Preise für Lizenzrechte gehabt,

da der Weltvertrieb angewiesen gewesen

sei, nur innerhalb eines gewissen

Preis-Korridors zu verkaufen. Allerdings

hätten sich dadurch einige Vertragsabschlüsse

verzögert. Für den dritten Fonds

sind Ende dieses Jahres erste Ausschüttungen

vorgesehen. In einer stark verklausulierten

Formulierung bringt der Initiator

zum Ausdruck, dass die geplanten 12,88

Prozent eventuell nicht erreicht werden.

Die Steuererklärungen der ersten beiden

Fonds wurden unter dem Vorbehalt der

Nachprüfung vom Betriebsstättenfinanzamt

positiv beschieden. Der Initiator trägt

sehr viel Material zu den sechs KGs zusammen,

vernachlässigt jedoch die Übersichtlichkeit.

Der Leser muss sich die Daten

zu einzelnen Fonds an mehreren

Stellen der insgesamt 31 Seiten zusammensuchen.

Cinerenta

Der Initiator verzichtet auf jährliche Leistungsbilanzen.

Eine Übersicht über platzierte

Fonds gibt Cinerenta in seinen

Fondsprospekten, letztmalig beim Medien-

Beteiligungsprogramm 2001/2002. Für die

Medienfonds 1 bis 4 sind dort Gesellschaftskapital,

Anzahl der Filme, steuerliche

Ergebnisse und Ausschüttungen aufgelistet.

Bis Ende 2001 hatte Cienerenta für

den ersten Fonds (1998 geschlossen) 50

Seite 5

Prozent, für den zweiten (1999 geschlossen)

27 und für den dritten (2000 geschlossen)

fünf Prozent ausgeschüttet. Zu den

angegebenen prospektierten Überschüssen

schreibt der Initiator selbst, dass sie auf

unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen

beruhen und untereinander nicht vergleichbar

sind.

Den einzigen Soll-Ist-Vergleich gibt Cinerenta

beim steuerlichen Ergebnis in der

Investitionsphase. Hier liegen alle vier

Fonds knapp unter Plan und kommen auf

jeweils um die minus 100 Prozent. Betriebsprüfungen

gab es zum Zeitpunkt der

Bilanzierung noch nicht. Eine Angabe, die

andere Emissionshäuser meist nicht berücksichtigen,

liefert Cinerenta mit den

Fertigstellungsterminen und dem Verleihtermin

der Filme. Allerdings geht aus den

Angaben nicht hervor, bei welchen Produktionen

der Zeitplan eingehalten wurde.

In der Fußnote heißt es lediglich: „In der

Prognoserechnung wurde unterstellt, dass

alle zu produzierenden Filme unmittelbar

nach Schließung des Fonds ausgewertet

werden können. Tatsächlich wurden mehr

Filme, und zwar über einen längeren Zeitraum

als ursprünglich angenommen, produziert.

Zum Teil hat sich auch die Fertigstellung

der Filme verzögert.“

DCM

Die Deutsche Capital Management AG hat

ihre Leistungsbilanz bereits nach dem

Standard des Verbands geschlossener Immobilienfonds

(VGI, mittlerweile in VGF

umbenannt) konzipiert. Zu den 26 bilanzierten

Investments zählen drei Medienfonds,

die auf jeweils zwei Seiten vorgestellt

werden. Auf der ersten Seite f inden

sich die Adressen der jeweiligen Fondsgesellschaft

und der Partner sowie Angaben

zum Fondsvolumen und Platzierungszeitraum.

Ausführliche Texte und die Fondsbilanz

sind auf der zweiten Seite aufgeführt.

Die IMF GmbH & Co. Produktions KG

wurde von Mitte 1997 bis Ende 1999 platziert.

So teilt DCM die Anleger entsprechend

ihrem Beitrittsdatum in mehrere

Gruppen. Gemäß Prognoserechnung erhielten

die Anleger der Gruppe 1 (Beitritt

bis 15. August 1998) Ende 1999 Ausschüt-


Seite 6

>>

tungen in Höhe von 17 Prozent aus den

Erlösen der ersten Spielfilmproduktion.

Auch für die prognostizierten Ausschüttungen

2000 an die Anleger, die bis zum

31. März 1999 beigetreten waren, standen

ausreichend Mittel zur Verfügung. Im Mai

2000 brachte die Fondsgesellschaft ihren

Geschäftsbetrieb in die IM Intermedia AG

ein. Die Investoren erhielten rund 110 Prozent

ihres Beteiligungsbetrags in Aktien

zum Ausgabepreis zurück, jedoch abzüglich

der Kosten und bereits erhaltener Ausschüttungen.

Eine Betriebsprüfung für die

Geschäftsjahre 1997 und 1998 wurde Anfang

2000 durchgeführt. Dabei wurden die

Betriebsergebnisse weitgehend bestätigt.

Den Anlegern des IMF 2 wurden die steuerlichen

Ergebnisse der Jahre 2000 bis

2002 wie prospektiert zugewiesen und

durch Betriebsprüfung bestätigt. Für 2003

fällt das Steuerergebnis geringer aus als

geplant. Nachdem die Ausschüttung 2002

mit zehn Prozent in prospektierter Höhe

floss, kam im vergangenen Jahr mit fünf

Prozent nur ein Drittel der vorgesehenen

Ausschüttung. Da in diesem Jahr die vorhandenen

Mittel in einen zusätzlichen

Spielf ilm investiert werden sollen, setzt

DCM die Ausschüttung 2004 voraussichtlich

ganz aus – 25 Prozent waren vorgesehen.

Die Vermarktungsergebnisse liegen

unter Plan. Der IMF 3 liegt beim steuerlichen

Ergebnis im Plan; Betriebsprüfungen

stehen noch aus. Die erste Ausschüttung

ging den Anlegern im vergangenen Jahr in

vorgesehener Höhe von sieben Prozent zu.

Die acht Prozent für das laufende Jahr hat

DCM bereits angekündigt.

Equity Pictures

Auch Equity Pictures unterteilt die Leistungsbilanz

in die Abschnitte Selbstauskunft

und Fondsbilanz, allerdings auf insgesamt

nur gut drei Seiten. In Textform

geht der Initiator auf Investitionssumme

und Eigenkapital ein. Näheres ist auf der

Internetseite zu erfahren. Dort informiert

Equity Pictures über die Gesellschaften,

deren Produktionen und Rückflüsse. Zwei

Filmfonds sind bislang platziert. Fonds

eins umfasst 30,54 Millionen Euro, davon

13,74 Millionen Euro Fremdkapital. Für

den zweiten Fonds sammelte Equity Pic-

tures knapp 36 Millionen Euro ein; 30,6

Millionen Fremdkapital kamen hinzu. Die

Verlustzuweisungen für die Jahre 2001 und

2002 sind wie geplant zugeteilt worden.

Die steuerliche Anerkennung gilt nur vorläufig.

Betriebsprüfungen für 2001 und

2002 stehen noch aus.

Hannover Leasing

73 Leasing-Fonds dokumentiert Hannover

Leasing in der 24-seitigen Leistungsbilanz,

darunter neun Leasing-Medienfonds. Für

seine Filmfonds hat der Initiator bislang

1,5 Milliarden Euro eingesammelt. In einer

Tabelle werden die Beteiligungsmodelle

in zeitlicher Reihenfolge aufgelistet. Zu

jedem Fonds erscheinen Emissionsjahr,

Anschaffungskosten, Kommanditkapital,

Ausschüttungen und Steuerergebnisse – zu

den beiden Letztgenannten gibt es Soll-

Ist-Vergleiche. Kinof ilm-Produktionen

legt Hannover Leasing seit vier Jahren auf,

und sie zählen beim Initiator zu den jüngeren

Fonds. Ausführlich stellt das Münchener

Emissionshaus die unternehmerischen

Fonds vor, zu denen auch der 143er zählt.

Da der Fonds erst im vergangenen Jahr

platziert wurde, liegen bislang kaum aussagekräftige

Zahlen vor. 121,9 Millionen

Euro kamen an Eigenkapital zusammen,

5,7 Prozent weniger als prospektiert. Mit

der gleichen Abweichung zum Planwert

ging das Fremdkapital mit knapp 93 Millionen

Euro ein. Das negative Steuerergebnis

fiel 2003 um 2,3 Prozent geringer aus

als geplant.

LHI Leasing

Die LHI hat 14 Publikumsfonds aufgelegt.

Die kumulierten Soll-Ist-Vergleiche in

punkto Steuerergebnis, Darlehen, Ausschüttungen,

Liquidität sowie Miet- und

Lizenzeinnahmen hat LHI auf alle Fonds

hochgerechnet. Im Anschluss an die Übersicht

folgen jeweils zwei Seiten zu jedem

einzelnen Fonds. Die Aussichten lauten für

die vier Medienfonds gleich: „Die Geschäftsführung

der Fondsgesellschaft geht

davon aus, dass im Jahr 2004 die Einnahmen

und Ausgaben planmäßig verlaufen.

Die Ausschüttung für 2004 wird voraussichtlich

in der prospektierten Höhe erfolgen.“

Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

Die MFF Feature Film Productions GmbH

& Co. KG platzierte der Initiator vor fünf

Jahren mit Eigenkapital in Höhe von 83,2

Millionen Euro. Höhere Zinserträge und

geringere Gesellschaftskosten erhöhten die

Liquiditätsreserve; sie lag im vergangenen

Jahr 43.000 Euro über Plan. Der Lizenzvertrag

läuft noch bis Juni 2017. Bislang

gingen die Lizenzgebühren planmäßig ein.

Auch beim steuerlichen Ergebnis und der

Ausschüttung erfüllte der Fonds die Sollwerte.

Die Ausschüttungen waren mit kumuliert

0,8 Prozent nach fünf Jahren sehr

niedrig angesetzt. Steuerlich kamen im ersten

Jahr minus 213,8 Prozent zum Tragen.

Seitdem liegt das Steuerergebnis jährlich

bei 6,4 Prozent.

Ein ähnliches Bild liefert die MP Film Management

UNLS Productions GmbH &

Co. KG. Die Ausschüttungen von kumuliert

0,6 Prozent nach vier Jahren sind im

Plan. Die Liquiditätsreserve von 139.000

Euro übertrifft den Planwert um zwei Drittel.

Das kumulierte steuerliche Ergebnis

weicht allerdings geringfügig ab, und zwar

um 0,5 Prozent. Genau so sieht es bei der

Linovo Productions GmbH & Co. KG aus:

Steuerplan fast getroffen, Ausschüttungen

im Plan, Liquidität höher als prospektiert.

Die Kaledo Productions GmbH & Co. KG

hat in ihrem ersten Jahr ein Steuerergebnis

von minus 134,9 Prozent gebracht, Ausschüttungen

waren noch nicht vorgesehen,

die Liquidität liegt mit 421.000 Euro um

knapp 16 Prozent höher als vorgesehen.

Victory Media

In einer einseitigen Tabelle listet Victory

Fondsvolumen und Ausschüttungen von

22 Medienfonds auf. Die Fonds erscheinen

in zeitlicher Reihenfolge, allerdings fehlt

die Angabe des Emissionsjahres. Planwerte

hat der Initiator ganz außen vor gelassen.

Die Investitionsvolumina haben sich mit

den beiden letzten bilanzierten Fonds verringert.

Nachdem für den Multimediafonds

21 noch 57,6 Millionen Euro zusammengekommen

waren, lag das Fondsvolumen

beim 22er bei 27,7 Millionen Euro,

beim 23er sogar nur bei 11,2 Millionen

Euro. 12,8 Millionen Euro schüttet Victory

für das vergangene Jahr aus. Von den Ausschüttungen

profitierten allerdings nur sie-


Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

>>

ben der 22 bilanzierten Fonds. Der Multimediafonds

21 vereinte allein 5,5 Millionen

Euro auf sich. Insgesamt 2,8 Millionen

Euro erhielten die Anleger aus dem Fonds

Nummer zwölf, der kumuliert auf 14,4

Millionen Euro kommt und damit den

höchsten absoluten Wert erreicht. Das sind

allerdings erst 31 Prozent des Kommanditkapitals.

Erst zwei Fonds (Multimediafonds

2 und 4) haben bei den kumulierten

Ausschüttungen die Marke von 100 Prozent

überschritten. Der 3er kommt genau

auf 100 Prozent.

VIP

Von VIP liegen Daten zu den drei bislang

platzierten Fonds in tabellarischer Form

vor. Darin finden sich Soll-Ist-Vergleiche

für Investitionsnebenkosten, Produktionskostenanteil

plus Liquiditätsreserve, Zinssätze

für Fremdkapital, Nettoerlöse, Reinvestitionen,

Ausgaben, Ausschüttungen

und steuerliche Ergebnisse.

Fonds Nummer eins brachte einen Umsatzerlös

von knapp sieben Millionen Euro;

prospektiert waren 7,3 Millionen. Dank

der Kurserträge von 856.262 Euro konnte

dieser Wert dann doch überschritten wer-

Medienfonds

den. Die Kurserträge entstanden laut VIP

durch die Tilgung der Darlehen in US-

Dollar aus dem Jahr 2002. Im Prospekt

wurde dagegen davon ausgegangen, dass

die Gesellschaft in US-Dollar investiert

bleibt und somit Kursdifferenzen erst zum

Laufzeitende zu Buche schlagen. Bei den

Aufwendungen liegt der Ist-Wert mit

419.823 Euro unter dem prospektierten

Wert von 585.965 Euro. Dies ist vor allem

auf die Zinsen und Fremdkapitalgebühren

zurückzuführen, die deutlich unter den geplanten

Beträgen liegen. Nach der Reinvestition

ergibt sich für den Fonds ein

Überschuss von 73.685 Euro.

Beim VIP Medienfonds 2 liegen die Umsatzerlöse

nach Abzug der Erlösbeteiligung

der Komplementärin mit rund 9,6

Millionen Euro knapp drei Millionen Euro

über Plan. Die Aufwendungen liegen trotz

eines Kursverlustes von 431.186 Euro unter

dem prospektierten Wert. Die Kursdifferenzen

entstanden dadurch, dass in der

Buchführung Kursumrechnungen bei bestimmten

Geschäftsvorfällen vorzunehmen

seien, auch wenn die Gesellschaft in

US-Dollar investiert bleibe, so VIP. Der

Überschuss vor Reinvestition beläuft sich

auf gut sechs Millionen Euro, nachdem

Seite 7

nur rund 1,6 Millionen prospektiert waren.

Somit konnte fast das Vierfache der geplanten

Summe reinvestiert werden;

130.151 Euro blieben übrig.

Der VIP Medienfonds 3 wurde Ende Dezember

2003 mit einem Fondsvolumen

von 235 Millionen Euro geschlossen. Die

Dresdner Bank hat eine Schuldübernahme

in gleicher Höhe übernommen. 400.000

Euro hat VIP nach eigenen Angaben an

Investitionsnebenkosten eingespart. Diese

Summe soll zu Gunsten der Liquiditätsreserve

gehen. Das Investitionsvolumen verteilt

sich auf 13 Filmproduktionen.

Richtigstellung

In unserem Leistungsbilanzvergleich

Schiffsbeteiligungen aus unserer vergangenen

Ausgabe ist uns ein Zahlendreher

unterlaufen. Die Leistungsbilanz von

MPC weist für insgesamt 55 Schiffsbeteiligungen

14 Fonds über und zehn im Plan

aus. Wir hatten diese beiden Werte versehentlich

vertauscht.

Alcas 160 - "Protection plus" 50 Mio € int. Kino- und TV-Filme 20.000.€ + 3% Agio 11 Jahre dynamisch

ApolloMedia - ApolloProMovie 20 Mio € mind. 3 TV-, evtl. kleinere int.Kinofilme 20.000 € + 5% Agio 8 Jahre 93%

Bolu - 5. Boll KG 100 Mio € Verfilmung von Videogames 25.000 € + 5% Agio 7 Jahre nein

Christopher Filmcapital -

Filmbeteiligungsprogramm IV *

je 5-6 Mio € 2-5 int. TV-Filme 20.000 € + 5% Agio je 7 Jahre 91%

DCM - IMF 4 150 Mio € int. Kinofilme 20.000 € + 5% Agio 8 Jahre 90%

DaimlerChrysler - 77 Meradin II 50 Mio € - offen - 20.000 € 15 Jahre nein

Delbrück Bethmann Maffei - Academy 2004 50 Mio € int. Kinofilme 25.000 € + 5% Agio 7 Jahre 100%

Equity Pictures - 3. KG 10 Mio € int. Kino-, TV- und Musikproduktionen 20.000 € + 3% Agio 7 Jahre 80%

Future Films - Beteiligungsangebot 2004/I 10 Mio € int. Kino- und TV-Filme 15.000 € + 5% Agio 8 Jahre 70%

GFP - German Film Production II 20 Mio € TV- und Kinofilme 5.000 € + 5% Agio 9 Jahre nein

Hannover Leasing - Nr. 158 Montranus II 230 Mio € int. Kinofilme 25.000 € + 3% Agio 10 Jahre 80%

LHI - Fernsehproduktionsfonds Kaledo II 50 Mio € US-TV-Serie "Law and Order" 15.000 € 16 Jahre nein

VIP - VIP 4 5 Mio € int. Kino-, TV- und Musikproduktionen 25.000 € + 5% Agio 11 Jahre 115%

World of Mysteries GmbH - World of Mysteries 8 Mio € 40 min-Großbildfilm von Erich von Däniken 100 € + 5% Agio 6 Jahre nein

* 3 verschiedene Fonds

Fondsvolumen

Die angegebenen Garantieleistungen beziehen sich anteilig auf die Kommanditeinlage.

Bei Equity Pictures und Future Films beziehen sie sich auf die Produktionskosten.

Investitionsobjekte

Mindestbeteiligung

Laufzeit

Garantiestruktur


Seite 8

Strittige Fonds

Wie damit umgehen?

Was tun, wenn einzelne geschlossene

Fonds hitzige Debatten auslösen und

von mehreren Seiten als kritisch eingestuft

werden? Eine Frage, die sich vor

allem die Vertriebe stellen müssen. Manche

nehmen solch strittige Angebote aus

ihrem Sortiment, andere sprechen öffentliche

Warnungen aus, wieder andere

vertreiben munter weiter.

Der Finanz-Beratungs-Service Paul Dohmen

hat sich für den Mittelweg entscheiden:

Vertreiben ja, aber mit entsprechenden

Hinweisen. In einer „Warnung vor

Medienfonds mit Garantiezusage“ kommt

die Vertriebsgesellschaft zu dem Fazit: „Da

alle am Markt befindlichen Medienfondsangebote

mit Absicherungen von zirka 80

Prozent der Produktionskosten arbeiten,

besteht für den Anleger keine Veranlassung,

sich an einem Garantiefonds zu beteiligen.“

Da sich alle Medienfondsgesellschaften

bereits seit Jahren vor Produktionsbeginn

von Lizenznehmern hohe Zahlungsgarantien

geben ließen, spiele das Einzelergebnis

der hergestellten Filme keine große

Rolle. Selbst bei einem Total-Flop sei genügend

Kapital vorhanden, um damit die

notwendigen Geldsummen an die garantiegebenden

Banken zu leisten. Da diese Thematik

bereits auch den Finanzämtern bekannt

ist, drohe hier ein steuerlicher

Umgehungstatbestand. Bei einer Direktanlage

bei der Bank käme auch niemand auf

die Idee die Anlagesumme beim Finanzamt

als steuerlichen Aufwand zu deklarieren.

„Die meisten derzeit am Markt angebotenen

Fondsprodukte werben mit diesen

bankgarantierten Ausschüttungen und sind

deshalb aus unserer Sicht steuerlich

gefährdet“, befindet Paul Dohmen.

Noch konsequenter geht die Wilhelm Ott

GmbH mit strittigen Fonds um. Sie verzichtet

ganz auf sie und beschränkt sich

etwa bei Medienfonds auf ein einziges

Produkt, von dem sie selbst überzeugt ist.

Die Überzeugung geht sogar so weit, dass

Wilhelm Ott GmbH im Wallstreet-Online-

Forum nicht müde wird, die Vorzüge dieses

Fonds nennen. Werbung zählt zwar zu

den Aufgaben eines Vertriebs, hat aber in

einem Forum wie w:o nichts zu suchen.

Interview mit Paul Dohmen von www.geschlossenefonds.de

Bedenken, Warnungen und kein Dank

Nach welchen Kriterien wählen Sie Fonds

für den Vertrieb aus?

In erster Linie ist das Emissionshaus für

uns wichtig. Nur bei guter Leistungsbilanz

beschäftigen wir uns intensiv mit dem

Fondsangebot. Die Produkte neuer Fondsgesellschaften

haben bei uns nur eine

Chance, wenn die Geschäftsleitung die

fachliche Kompetenz nachweisen kann.

Bei neuen Produkten, wie zum Beispiel

auf dem LV-Zweitmarkt, schauen wir besonders

auf die Partner, die den Policeneinkauf

tätigen und die Geschäfte tatsächlich

abwickeln.

Welche Kriterien sind für Sie ausschlaggebend,

um für einen Fonds eine Warnung

auszusprechen?

Bei kleineren Fondsangeboten verzichten

wir grundsätzlich auf die Fondsvorstellung

auf unserer Website und gehen damit

Warnmitteilungen aus dem Weg. Bei

Warnmitteilungen muss man immer mit

Rechtsstreitigkeiten rechnen und auch mit

Regressforderungen der Emissionshäuser.

Wir sehen es nicht als unsere primäre Aufgabe

an, vor dubiosen Fondsangeboten zu

warnen sondern in erster Linie gute Fondsangebote

zu präsentieren, denn wir erhalten

nur Einnahmen bei erfolgreicher Vermittlung.

Bei starker Nachfrage nach bestimmten

Fondsangeboten bekannter Fondsanbieter

sieht das etwas anders aus: Falls wir aus

rechtlicher oder steuerlicher Sicht Bedenken

haben, müssen wir entsprechende

Warnhinweise geben. Dies geschieht immer

bei den jeweiligen Unterseiten „Auswahlkriterien“

und im Newsletter. Daneben

werden bei unserem eigenen Rating

der Fondsangebote dezente Fragezeichen

und bei unseres Erachtens gravierenden

Fällen auch rote Warnhinweise angebracht.

Inwiefern spielen haftungsrechtliche Gründe

eine Rolle?

Wir sehen es als primäre Aufgabe an, gute

Produkte für unsere Besucher und Kunden

zu finden und auf unserer Website zu prä-

Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

sentieren. Bei steuerlich oder rechtlich bedenklichen

Angeboten stehen wir bei Empfehlungen

auch voll in der Beraterhaftung.

Da mein Unternehmen in der Form eines

eingetragenen Kaufmanns firmiert, hafte

ich auch mit meinem gesamten Vermögen

für die empfohlenen Fondsangebote. Aus

diesem Grunde werden Beratungsgespräche

auch ausschließlich von mir persönlich

geführt.

Sie könnten Fonds, von denen Sie abraten,

auch von der Internetseite nehmen. Welche

Gründe sprechen dafür, sie weiter zu vertreiben?

Welche sprechen möglicherweise

dagegen?

Der für uns einfachste Weg ist natürlich,

diese Produkte erst gar nicht auf unserer

Website zu veröffentlichen. Wenn sich das

Kundeninteresse aber auf gewisse Marktführer

konzentriert, können wir nicht so

tun, als ob wir diesen Fonds nicht kennen

würden. Daher sind wir gezwungen, auch

bedenkliche Fondsangebote mit entsprechenden

Warnhinweisen zu präsentieren.

Bei den Warnhinweisen geben wir ja nur

unsere persönliche Einschätzung wieder;

es kann – hoffentlich – ja gar nicht zu den

von uns befürchteten steuerlichen oder

rechtlichen Konsequenzen bei dem Fonds

kommen. Zum anderen sind manche Fonds

wie der Falk-Fonds 80 auch dann noch

wirtschaftlich interessant, wenn es tatsächlich

zu den steuerlichen Einschränkungen

kommen sollte.

Es spricht eigentlich aus Kundensicht

nichts gegen eine Vorstellung des Fonds

im Internet. Falls ein Kunde die Beteiligungsunterlagen

bei uns anfordert, erhält

er diese in der Regel auch; allerdings weisen

wir im Anschreiben nochmals auf unsere

Bedenken hin. Trotzdem kann man

sich natürlich an diesem Fonds beteiligen.

Sei es, weil man auf die steuerlichen Auswirkungen

keinen Wert legt oder unsere

Auffassung nicht teilt.

Wie reagieren Kunden auf Ihre Warnungen?

Gibt es Resonanz.


Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

>>

Da wir unsere Dienstleistung nur im Internet

anbieten, können wir nur anhand der

Seitenaufrufe feststellen, wie viele Besucher

diese Seite anklicken. Da wir bei direkten

Fondswarnungen auf unsere kostenlose

Hotline verweisen, fragen natürlich

viele Besucher nach. Meistens sind dies

natürlich Kollegen oder Banker, die dieses

Produkt vertreiben. In diesen Fällen wird

unsere Auffassung dargelegt und zur

Kenntnis genommen. Uns ist bisher kein

Fall bekannt, wonach eine Bank den Vertrieb

des Fonds daraufhin eingestellt hätte.

Lassen sich Anleger in Ihrer Entscheidung,

ob sie einen Fonds zeichnen, über Warnhinweise

beeinflussen? Oder sind die meisten

schon im Vorfeld informiert und wollen

einfach nur zeichnen?

Das kann man nicht einheitlich beantworten.

Sicherlich werden viele Besucher sich

durch einen Warnhinweis abschrecken lassen

und sogar diese Anlageart meiden. Andererseits

stellen wir verstärkt Besucher

fest, die von ihrer Bank oder ihrem Anlageberater

diesen Fonds empfohlen bekommen

und im Internet weitere Informationen

suchen. Ich habe nicht den Eindruck,

dass sich diese Anleger von einer Beteiligung

abbringen lassen. Die Berater verweisen

auf den Initiator, der wohl, wenn

unsere Bedenken stimmen würden, den

Fonds vom Markt nehmen würde. Dankesworte

von Anlegern für unsere Warnungen

haben uns bisher noch nicht erreicht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Paul Dohmen

hat vor 20 Jahren die Firma Finanz-

Beratungs-Service Paul Dohmen e.K.

gegründet.

Infos unter www.geschlossenefionds.de

Umweltkontor hat einen Antrag auf Eröffnung

des Insolvenzverfahrens gestellt. Wie

setzt sich der Bundesverband Windenergie

mit diesem Thema auseinander?

Seit Gründung im Februar 2002 hat der

Anlegerbeirat des BWE, dessen Vorsitzender

ich bin, Problemfälle bei allen Branchenbeteiligten

offensiv behandelt. Es hat

sich beim BWE bewährt und zu seiner

Glaubwürdigkeit und gutem Ruf beigetragen,

dass er niemals versucht hat, Probleme

zu vertuschen, sondern aus den Problemfällen

Lösungen und Vermeidungsstrategien

für die Zukunft zu entwickeln.

Die betrifft natürlich in erster Linie Windparkfonds,

die sich in der Krise befinden.

Wir denken, die Ursachen der Insolvenz

müssen analysiert werden, um für die weiteren

Projekte der Zukunft zu lernen. Ich

selbst habe mehrfach darauf hingewiesen,

dass es sich um klassisches Projektgeschäft

handelt, so dass die wirtschaftliche

Basis insbesondere bei größeren Unternehmen

nur bei ständiger Realisierung von

Projekten gesichert ist. Das ist nicht immer

einfach.

Die Realisierung von Projekten wie Windparks

erfordert häufig viel Zeit und Geld

bei unsicherem Ausgang, das zeigt sich

aktuell bei den Auslands- und Offshoreprojekten.

Die Unternehmer und auch die Anleger

brauchen dringend Investitionssicherheit,

sowohl was das Genehmigungsrecht

als auch Fragen der Finanzierung und

Steuern betrifft.

Ist Umweltkontor ein Sonderfall oder stehen

auch bei anderen Anbietern ähnliche

Probleme bevor?

Es ist bekannt, dass die Branche unter einigen

ungünstigen Rahmenbedingungen

für die Projektrealisierung leidet: Zurückhaltung

bei der Finanzierungsbereitschaft

der Banken, Unsicherheiten bei den Genehmigungsverfahren,

langwierige politische

Diskussionen um das EEG und windschwache

Jahre erfordern bei allen

Initiatoren entsprechendes unternehmerisches

Handeln.

Seite 9

Interview mit Jens-Peter Wolters, Vorsitzender des BWE-Anlegerbeirats

Nach der Umweltkontor-Insolvenz

Welche Konsequenzen sind durch den Fall

Umweltkontor für die gesamte Windbranche

zu befürchten?

Es bleibt zu hoffen, dass es bei diesem

Einzelfall bleibt und die Anleger in den

Umweltkontor-Windfonds durch die Insolvenz

nicht betroffen werden. Dann dürften

die Konsequenzen für die ganze Branche

hoffentlich in Grenzen bleiben.

Wie geht die Branche nach außen hin mit

dem Problem um?

Gründe und Vermeidungsmöglichkeiten

werden offen diskutiert.

Wie reagieren die Anleger?

Ob das Zeichnungsverhalten der Anleger

sich durch die Insolvenz tatsächlich spürbar

verändert, kann ich nicht sagen. Sicher

trägt die Insolvenz solcher Unternehmen

nicht gerade zur Vertrauensbildung bei.

Andererseits legt der einzelne Anleger gegebenenfalls

noch mehr Wert auf eine qualitativ

gute Beteiligung und lässt sich vor

Zeichnung fachkundig beraten. Wer ökologisch

Geld anlegen will, zeichnet hoffentlich

trotzdem.

Welche Rolle werden Windfonds künftig in

der Branche der geschlossenen Fonds spielen?

Windfonds sind meines Erachtens aus der

Landschaft der Kapitalanlagen nicht mehr

wegzudenken. Viele Branchenteilnehmer

haben aus den Fehlern der Vergangenheit

gelernt. Viele Fonds haben heutzutage eine

wesentlich verbesserte Qualität: Die Windgutachten

sind besser, die Maschinentechnik

ist ausgereifter, die Fondskonzeption

professioneller. Die Chance, mit einer

Windfondsbeteiligung eine gute Wirtschaftlichkeit

zu erreichen, ist größer als

je zuvor. Für professionelle Kapitalanleger

mit kühlem Kopf werden Windfonds auch

in Zukunft eine nicht unerhebliche Rolle

spielen. Das merkt man auch am gestiegenen

Interesse ausländischer institutioneller

Investoren. Es bleibt zu hoffen, dass auch

der Kleinanleger dies erkennt.

Vielen Dank für das Gespräch.


Seite 10

Neuer Hedgefonds: Starhedge Zertifikat der Rising Star AG

Vierfach geleveraged: Zielrendite 25 Prozent

Die Commerzbank hat ein neues Hedgefonds-Zertifikat,

das „Starhedge AS Dynamic

Limited Edition Zertifikat“, des

schweizerischen Hedgefonds-Spezialisten

Rising Star AG emittiert. Das Produkt

deckt laut Angaben der Gesellschaft

„das gesamte Spektrum aller

international verfügbaren Hedgefundstilrichtungen“

ab.

Das Zertifikatsvolumen ist auf 20 Millionen

Euro limitiert und die Mindestanlagesumme

beträgt 10.000 Euro. Durch ein Investment

in das Zertifikat partizipiert der

Anleger in erhöhtem Maß an der Wertentwicklung

eines Ausgangsportfolios (Starhedge

AS Portfolio), das seit Januar 1998

eine jährliche Wertentwicklung von rund

zwölf Prozent erzielt hat. Die Ertragsentwicklung

des „Starhedge AS Dynamic Limited

Edition Zertifikates“ wird durch den

Einsatz eines Finanzierungshebels erhöht.

Die emittierende Commerzbank stellt für die

Investitionen Fremdkapital im Verhältnis drei

zu eins zum Eigenkapital zur Verfügung.

Auf einen Euro Eigenkapital kommen so

weitere drei Euro Fremdkapital, die investiert

werden, wodurch die Renditeerwartung und

die Volatilität des Produktes steigen. Die Rising

Star AG rechnet mit einer annualisierten

Zielrendite von 25 Prozent bei gleichzeitig

15-prozentiger Volatilität. Eine

statistische Analyse ergab, dass der Renditezuwachs

des jetzt emittierten Produktes

im Zeitraum vom 1.1.1998 bis zum

1.7.2004 jährlich 34,9 Prozent betragen

hätte.

Portfoliostruktur

Investiert wird zu Beginn in 16 verschiedene

Hedge Fonds und 5 CTA (Commodity

Trading Advisor), wobei zum Teil in

Closed Funds investiert wird, die ansonsten

für Privatanleger nicht zugänglich

sind. Das Starhedge AS Portfolio, an dessen

Wertentwicklung das Zertifikat partizipiert,

setzt sich zunächst aus 80prozentiger

Hedgefonds-Allokation und einer

20prozentigen Allokation in CTAs, die

Trendfolgestrategien umsetzen, zusammen.

Die Verwaltung des 80-prozentigen

Hedgefonds-Anteils wird von dem New

Yorker Dachfondsmanager Auda Advisor

Associates übernommen, 20 Prozent des

Anlagevolumens werden von dem schwedischen

Dachfondsmanager RPM in

Trendfolgestrategien verwaltet.

Auda Advisor investiert in fünf verschiedene

Hedgefonds-Strategien (Convertible

Arbitrage, Event Driven, Relative Value,

Long/Short Equity und Fixed Income). Mit

Allokationen von 29 beziehungsweise 28

Prozent sind Event Driven und Long/Short

Equity die Strategien mit den höchsten Allokationen.

Das Portfolio ist darauf ausgerichtet,

konstante, von den Aktien- und

Rentenmärkten unabhängige risikoadjustierte

Renditen zu erzielen. Die statistische

Analyse ergab, dass die Korrelation des

Ausgangsportfolios zum MSCI World Aktienindex

im Betrachtungszeitraum negativ

war.

Gebührenstruktur und Handelbarkeit

Die Verwaltungsgebühr des Produktes beträgt

zwei Prozent pro Jahr bei einem Ausgabeaufschlag

von fünf Prozent. Des weiteren

fallen Indexkalkulationsgebühren

von 0,2 Prozent pro Jahr an. Das Zertifikat

läuft am 30.10.2007 aus, bei vorzeitiger

Kündigung fallen sowohl prozentuale Abschlagszahlungen

an, die bis zu 3,95 Prozent

betragen können, als auch ein Preisabschlag

von drei Prozent des Net Asset

Value (NAV) bei einem Verkauf über die

Emittentin, der täglich gewährleistet wird.

Das Produkt wird zu einem anfänglichen

Preis von 250 Euro pro Zertifikat emittiert

und trägt die Wertpapierkennnummer

CB5VSN.

Renditeträchtiges Investment

Ein Investment in das Zertifikat der Rising

Star AG ist speziell risikofreudigen Anlegern,

die in alternative Investments investieren

möchten, zu empfehlen. Berücksichtigt

man die Renditen der Vergangenheit

von rund 35 Prozent, so ist die 25prozentige

Renditeerwartung der Emittenten

sogar als sehr konservativ anzusehen.

Die Renditeerwartung dieses Produktes

liegt aufgrund des Leverage des Fremdkapitalanteils

höher, als bei den in Deutschland

bisher angebotenen D ach-

Hedgefonds-Produkten. Allerdings ist das

Risiko des Produktes aufgrund der Struk-

Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

tur des Produktes auch höher, so dass der

Anleger nicht nur an den Gewinnen, sondern

auch bei möglichen Verlusten überproportional

partizipiert. In der Vergangenheit

hat sich die Wertentwicklung des

zugrunde liegenden Portfolios jedoch als

sehr immun gegen Turbulenzen an den Aktien-

und Rentenmärkten erwiesen und

weist einen stets positiven Trend auf. Die

Erträge des Zertif ikates sind nach einer

Investitionsdauer von zwölf Monaten steuerfrei,

allerdings sollte der Privatanleger

die Kosten, die bei einer vorzeitigen Kündigung

des Zertifikates anfallen, nicht vernachlässigen.

Die Emittentin:

Commerzbank AG, Frankfurt

Mit einer Konzern-Bilanzsumme von

fast 400 Milliarden Euro gehört die in

Frankfurt am Main ansässige und 1870

gegründete Commerzbank AG zu den

führenden privaten Geschäftsbanken in

Deutschland und Europa. Die Commerzbank

AG war im Herbst 1999 die

erste Bank, die Anlagemöglichkeiten

im Bereich von Hedge-Fonds in

Deutschland für private Investoren anbot

und nimmt seither eine führende

Stellung in dieser Anlageklasse ein.

Der Dachfondsmanager:

Auda Hegde LLC, New York

Auda Advisor Associates LLC wurde

1989 in New York gegründet, um die

Anlagen in Hedge-Fonds und Private

Equity der Harald Quandt Holding zu

ver walten, die auch Mehrheitsgesellschafter

ist. Auda beschäftigt

weltweit rund 50 Spezialisten und verwaltet

circa 2,4 Milliarden US-Dollar.

In den letzten 14 Jahren erzielte die

Gesellschaft bei ihren Hedgefonds-

Anlagen eine durchschnittliche Rendite

von 13,4 Prozent p.a. Dieser Performancenachweis

gehört zu den längsten

sowie besten der Branche und liegt

deutlich über den relevanten Hedge-

Fondsindizes.


Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

>>

Der CTA Dachfondsmanager:

RPM Risk and Portfolio Management,

Stockholm

RPM ist auf das Management von

CTA Dach-Hedgefonds spezialisiert.

Die Gesellschaft beschäftigt 26 Mitarbeiter

und verwaltet über eine Milliarde

US-Dollar. Zu ihren Kunden zählen

internationale Banken und Pensionsfonds

wie zum Beispiel Credit Suisse,

Robeco, Hypo Vereinsbank und Japanese

Pension Funds. RPM erzielt seit

zehn Jahren innerhalb der CTA Dach-

Hedgefonds Wertzuwächse von durchschnittlich

10,5 Prozent p.a. Das erzielte

Rendite-Risikoverhältnis ist mit

einer Sharpe-Ratio von über eins innerhalb

dieser Stilrichtung außerordentlich

hoch. Insbesondere in schwierigen

Marktphasen erzielte RPM im

Vergleich zu Indizes und Mitbewerbern

deutlich bessere Ergebnisse.

Steckbrief:

Starhedge AS Dynamic Limited Edition

ZERTIFIKATSVOLUMEN 20.000.000 Euro

WKN CB5VSN

ISDN CODE DE000CB5VSN4

Bernd Berg

ist unabhängiger

Hedgefonds-Experte

und Autor des Buches

„Hedge Fonds für Privatanleger“

Weitere Informationen unter:

www.hedgefondsdeutschland.de

EMISSIONSWÄHRUNG alle Investitionen in Euro abgesichert

FINANZIERUNGSHEBEL 4,0 dynamisch

MINDESTBETEILIGUNG 10.000 Euro

MANAGEMENT-FEE 2,0% p.a.

INDEXKALKULATIONSGEBÜHR 0,2% p.a.

AGIO 5%

LAUFZEIT bis 31.12.2008, danach jährliche Prolongation

VERKAUF

KÜNDIGUNG VON

ZERTIFIKATEN

ABSCHLAG BEI VORZEITIGEM

VERKAUF VOR DEM 30.08.2007

täglicher Ankauf durch Emittentin

mit Spread von 3% zum NAV

Kündigung zum Monatsende, Frist 50 Tage

oder täglicher Verkauf an Emittentin

zum Monatsende, Frist 50 Tage

bis 30.08.2005: 3,95%

bis 30.08.2006: 2,67%

bis 30.08.2007: 1,38%

Seite 11

Maritime Wirtschaft:

Tonnagesteuer? Gern!

Aber was bedeutet

Rückflaggung?

Die maritime Wirtschaft reibt sich auch

in diesem Jahr wieder die Hände. Das

Jahresendgeschäft der Schiffsbeteiligungen

brummt wie eh und je. Charterraten

nehmen neue Höchststände in Angriff.

Und zumindest mittelfristig

können sich die Prognosen weiterhin sehen

lassen.

Das ist die eine Seite der Medaille. Auf

der anderen Seite treten einige Flecken zu

Tage. Ein Vergleich der Leistungsbilanzen

der Initiatoren zeigt: Der Boom lässt andere

Ergebnisse erwarten (siehe Fondszeitung

19-2004). Nur rund ein Drittel der

Containerschiffe liegt aktuell im Plan. In

Sachen Branchenstandards ist seitens der

Initiatoren von Schiffsfonds immer noch

nichts zu hören, ebenso wenig zur zugesagten

Rückflaggung. Da war es nur eine

Frage der Zeit, wann sich die Politik zu

diesem Thema zu Wort meldet.

Deutsche Reeder brechen Vereinbarungen.

Dieser Auffassung sind zumindest Bündnis

90/Die Grünen nach Lektüre des Jahresberichts

2004 zur maritimen Abhängigkeit.

Die Reeder haben den Ausflaggungstrend

weder gestoppt noch umgekehrt, ist

Grünen-Sprecher und Verkehrsausschuss-

Mitglied Rainder Steenblock überzeugt.

Die Zahlen stützen seine These. Nur noch

463 Seeschiffe fahren unter deutscher

Flagge. Im Bericht 2003 waren es noch

494. Zudem nahm die Zahl der befristet

unter ausländischer Flagge fahrenden Seeschiffe

von 1.306 auf 1.529 Schiffe zu.

Damit brächen die Reeder ihre Zusage,

mindestens 200 Schiffe unter deutsche

Flagge zurückzuholen, resümiert Rainder

Steenblock.

Auf der Dritten Nationalen Maritimen

Konferenz 2003 in Lübeck hatten die Reeder

eine entsprechende Absichtserklärung

gegeben. Im Gegenzug hatte Bundeskanzler

Gerhard Schröder zugesichert, an der

Tonnagesteuer-Regelung festzuhalten.

Dies gegen den Willen von Bundesfinanz-

Fortsetzung auf Seite 12


Seite 12

Fortsetzung von Seite 11

minister Hans Eichel, der vom Boom der

maritimen Wirtschaft gern ein wenig für

die leeren Staatskassen profitiert hätte.

Mehrfach fand sich in Gesetzesentwürfen

eine Abschaffung der Regelung wieder.

Doch jedes Mal verschwand sie aus den

endgültigen Fassungen. Die Bundesregierung

verpflichtete sich dazu, die Tonnagesteuer

unverändert zu belassen und die

Seeschifffahrtsunternehmen in der Senkung

der Lohnnebenkosten weiter zu unterstützen.

Dadurch sollten Arbeitsplätze

für Seeleute an Bord deutscher Handelsschiffe

gesichert und das maritime Knowhow

in Deutschland erhalten werden.

Spätestens ab 2007 wird es nun nur noch

reine Tonnagesteuerfonds geben. Das

Kombimodell aus Verlustzuweisung und

anschließendem Wechsel zur Tonnagesteuer

hat ausgedient. Was auf den ersten Blick

aussieht wie ein Kompromiss seitens der

maritimen Wirtschaft entpuppt sich als

ökonomisches Kalkül. Bei den hohen

Charterraten ergeben Verlustzuweisungen

ohnehin keinen Sinn mehr, weil es kaum

noch Verluste zuzuweisen gibt. Dann also

lieber von Beginn an die hohen Erträge

mitnehmen und nur einen Bruchteil davon

versteuern.

Im weltweiten Vergleich konnte sich

Deutschland im vergangenen Jahr bei den

Handelsschiffen um zwei Plätze auf den

vierten Platz verbessern. Dagegen nahm

die Bedeutung der Handelsflotte unter

deutscher Flagge weiter ab. Die deutschen

Reeder wären gut beraten, wenn sie nicht

auf Kosten heimischer Arbeitsplätze Steuervorteile

mitnehmen und expandieren würde.

Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

LBB-Fonds

Gesellschafterversammlungen enttäuschen Anleger

Auf die vierte Septemberwoche hatten

viele mit Spannung gewartet: Verwaltungsrat,

Rechtsanwälte – und vor allem

die Anleger. Die LBB-Fonds 6 und 13

hielten in Berlin ihre Gesellschafterversammlungen

ab. Es waren die ersten außerordentlichenGesellschafterversammlungen,

auf denen die Berichte der

Sonderprüfer eine entscheidende Rolle

spielen sollten. In dieser Woche folgte

der LBB 12. Die Bilanz: Das, worum es

eigentlich gehen sollte, blieb außen vor.

Bei der Versammlung für den LBB 6 waren

rund 118.000 der insgesamt 206.000

Stimmen anwesend oder per Vollmacht

vertreten. Im Vergleich zur Vollversammlung

Anfang März lag der Anteil doppelt

so hoch. Die Opposition konnte ihren

Stimmanteil auf rund 27 Prozent fast verdreifachen.

Anwesende Gesellschafter kritisierten

vor allem den scharfen Ton, mit

dem Verwaltungsrat Michael Lange kritische

Fragen abwies. Resultat: prospektgemäße,

jedoch ausgefallene Ausschüttungen

werden nicht nachgeholt. Dafür werden die

Tilgungen an die Bankgesellschaft und deren

Töchtern erhöht. Eine Lösung, mit der

sich viele Gesellschafter nicht zufrieden

geben wollen.

Kein Wunder, dass manche deshalb noch

mal ganz genau in den Gesellschaftervertrag

schauen und nach eigenem Bekunden

fündig werden. Im Vertrag heißt es: Sofern

die Gesellschafterversammlung keinen anderweitigen

Beschluss fasst, erfolgen die

Ausschüttungen entsprechend der prospektierten

Ertrags- und Liquiditätsberechnung

des Fonds. § 16 Abs. III des Gesellschaftsvertrages

des LBB 6 besagt, dass

Beschlüsse über Ausschüttungen nur auf

einer ordentlichen Gesellschafterversammlung

zu fassen sind. Eine Ausnahme ist nur

zulässig, wenn die außerordentliche Gesellschafterversammlung

nach der Bestimmung

des § 15 Abs. III einberufen wurde.

Dies trifft für die Versammlung am 20.

September nicht zu. Sie wurde vom Geschäftsführer,

und damit nach § 15 Abs. II

einberufen.

Auf der Gesellschafterversammlung des

LBB 12 waren 324.603 der 531.239 Stimmen

vertreten. Hier änderten die Verwaltungsräte

Philipp Freisem und Michael

Lange ihre Strategie und übten Kritik an

der IBV-Geschäftsführung. Ein strittiges

Thema war auch eine mögliche Aufschiebung

der Verjährung von Haftungsansprüchen

gegen IBV und Berliner Bankgesellschaft.

Zum eventuellen Verzicht wollte

IBV-Geschäftsführerin Gabriele von Ramin

keine Erklärung abgeben, verlas nach

mehrfacher Nachfrage ein druckfrisches

Schreiben der Bankgesellschaft, in dem

eine zeitnahe Entscheidung zur Zufriedenheit

der Anleger in Aussicht gestellt wird.

Insgesamt zeigte sich die IBV-Geschäftsführung

unzureichend vorbereitet. Konkrete

Antworten auf die zahlreichen Fragen

der Gesellschafter blieben die Ausnahme.

Wie schon beim LBB 6 war der beauftragte

Sonderprüfer Prof. Nann nicht anwesend.

Dabei hatte die IBV Mitte August in

einem Schreiben angekündigt, „die Ergebnisse

dieser Prüfungen aus erster Hand zu

übermitteln“. Doch Prof. Nann wurde

nicht einmal von seiner Schweigepflicht

entbunden. Philipp Freisem macht

„untypische Prüfungserschwernisse“ für

die Verzögerung der Sonderprüfungen verantwortlich.

Er verlas ein Schreiben, aus

dem hervorgeht, dass für die Prüfung nur

Kopien zur Verfügung stehen, die ausschließlich

von IBV-Mitarbeitern angefertigt

werden. Rückfragen könnte nur auf

schriftlichem Weg erfolgen und nicht an

den Fondsmanagern, sondern an vier benannte

Ansprechpartner gerichtet werden.

Wenn Unterlagen kämen, dann oft mit großer

Verzögerung. Ein Berichtentwurf ist

nun für Mitte bis Ende Oktober in Aussicht

gestellt. Schon jetzt seien Abweichungen

zwischen Verträgen und Prospektangaben

festzustellen. Philipp Freisem und Michael

Lange haben ihren Entschluss bereits gefasst:

Sie wollen, wie viele andere Anleger,

den Klageweg beschreiten.


Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

TKL.Fonds: Analyse-Ergebnisse

Bewertung aktueller Beteiligungsmodelle

Methodische Änderung bei der Sterne-Vergabe von TKL-Fonds

Seite 13

Bislang stellten die von TKL.Fonds vergebenen Sterne ein Ranking dar. Das Ranking ordnete die analysierte Beteiligung in die Gesamtheit der Fonds innerhalb einer Kategorie

ein, die sich in der Platzierung befinden und durch die TKL.Fonds analysiert wurden. Damit dieses Ranking aussagekräftig ist, muss eine ausreichend große Anzahl von

Beteiligungen derselben Kategorie aktuell am Markt angeboten werden. Nach nunmehr einjähriger Analysetätigkeit und der Durchführung von über 250 Analysen musste

TKL.Fonds jedoch feststellen, dass diese Voraussetzung zu keinem Zeitpunkt für alle Fondskategorien erfüllt war.

Deshalb ändert TKL.Fonds die methodische Vorgehensweise bei der Vergabe der Sterne und füllt die durch die Sterne dargestellten Qualitätssegmente mit neuem Inhalt:

Hervorragend bis sehr gut (Note 1,00 – 2,00) oder (wie in diesen beiden Tabellen) Fonds gehört zu den besten 10% am Markt

Gut (Note 2,01 – 2,50)

Platzierungsfähig (Note 2,51 – 3,00)

Uninteressant (Note 3,01 – 3,50)

Mangelhaft (Note 3,51 – 5,00)

Demnach bestimmt die vergebene Gesamtnote die Zuordnung der Beteiligung zu einem der fünf Qualitätssegmente. Die einzige Ausnahme bildet das höchste Segment. Fünf

Sterne erhalten immer zumindest die besten 10% der am Markt befindlichen Beteiligungen der jeweiligen Kategorie. Wenn weniger als 10% der aktuell am Markt angebotenen

Fonds eine Note von 2,00 oder besser aufweisen, erhalten auch Fonds mit einer schlechteren Note, die zu den Top 10% am Markt gehören, fünf Sterne. Auf diese Weise sollen

die aus Sicht der TKL.Fonds besten Beteiligungen hervorgehoben werden. Wenn andererseits mehr als 10% der aktuell am Markt angebotenen Fonds eine Note von 2,00 oder

besser aufweisen, dann vergibt TKL.Fonds an alle diese Beteiligungen fünf Sterne. In diesem Fall können auch mehr als 10% der am Markt befindlichen Beteiligungen der

jeweiligen Kategorie fünf Sterne erhalten.

Auszug der aktuell in der Platzierung befindlichen deutschen Immobilienfonds

Initiator Fondsname Investitionsobjekte Rendite nach Steuern * Note Rating

IMMAC Pflegezentren Drei Pflegezentren in Plön, Wankendorf und

7,7% 2,09

Schleswig-Holstein Lütjenburg

Falk Capital Falk-Fonds 80 Sechs Gewerbeimmobilien in München,

Heilbronn, Würzburg, Mainz und Nürnberg

7,9% 2,19

BIM München/Holzkirchen Ein Fachmarkt in Holzkirchen bei München 7,4% 2,38

Fundus-Gruppe Grand Hotel

Heiligendamm

Ein Hotel in Heiligendamm 6,7% 2,61

* Die Rendite nach Steuern geht von der Annahme aus, dass der Investor den durchschnittlichen Höchststeuersatz zahlt und der Kirchensteuer unterliegt.

Auszug der aktuell in der Platzierung befindlichen Schiffsbeteiligungen

Initiator Fondsname Schiffstyp Prognostizierte Rendite Erwartete Rendite nach Note Rating

nach Steuern Prospekt* Steuern TKL. Fonds*

Fondshaus MS „Coral Bay“ Ein im September 2005

7,7% 8,4% 2,28

Hamburg

abzulieferndes 2.490 TEU

Containerschiff

Dr. Peters VLCC „Ashna“ Ein 1999 abgelieferter Rohöltanker

der VLCC-Klasse

6,0% 9,4% 2,30

MPC „Rio Eider“ Ein im Februar 2005 abzulieferndes

2.490 TEU Containerschiff

Salamon AG MS „Hellespont Ein 1999 abgelieferter Rohöltanker

Tatina“

der Aframax-Klasse

HCI „Hammonia I“ Zwei 1997 abgelieferte 2.468 TEU

Containerschiffe, ein 1998

abgeliefertes 2.468 TEU

Containerschiff, ein 2003

abgeliefertes 3.091 TEU

Containerschiff, ein 868 TEU und

ein 1.118 TEU im Dez. 2004

abzuliefernde Containerschiffe

Hamburgische MS „Mira“ Ein 2000 abgeliefertes 1.644 TEU

Seehandlung

Containerschiff

GEBAB Baltic „S“

Vier 2001 – 2004 abgelieferte und

Produktentanker- ein im Februar 2005 abzuliefernder

Serie

Produkten-/Chemikalientanker der

Handysize-Klasse

* Die Rendite nach Steuern geht von der Annahme aus, dass der Investor dem Höchststeuersatz und der Kirchensteuer unterliegt.

7,2% 9,3% 2,33

6,4% 5,8% 2,39

9,0% TKL.Fonds berechnet bei

derart breit diversifizierten

Beteiligungen keine

erwarteten Renditen

2,46

10,3% 8,8% 2,48

4,0% 7,9% 2,59


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BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung mit Unterstützung der

„Auswirkungen des

Anlegerschutzverbesserungsgesetzes

für geschlossene Fonds

Derzeit wird an der Rechtsverordnung zum Anlegerschutz-

verbesserungsgesetz gearbeitet. Am 17. November findet dazu in

Berlin eine Veranstaltung der BERLINER IMMOBILIENRUNDE statt.

Referenten:

Dr. Hannelore Lausch (BaFin)

Robert Elsen (BaFin)

Prof. Rolf W. Thiel (Votum)

Hilmar Girra (Finanzverwaltung Berlin)

Im Unterschied zu anderen Veranstaltungen wird bei dieser Veran-

staltung ausschließlich die Auswirkung des Gesetzes für geschlos-

sene Fonds thematisiert (Durchführung der Prüfung), nicht jedoch

andere Regelungen des Gesetzes, die z. B. für den Aktienbereich re-

levant sind.

Das genaue Tagungsprogramm wird erst nach Vorliegen der

Rechtsverordnung erstellt. Sie bekommen dann das detaillierte Pro-

gramm zeitnah vor der Veranstaltung zugestellt. Wir bitten jedoch –

wegen beschränkter Raumkapazitäten – um rasche Anmeldung.

Anmeldungsunterlagen können unter dem Stichwort „Fondszeitung“

angefordert werden bei:

info@sonjahagemann.de oder: Fax: 030 – 39 49 49 22.


Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

Nachrichten aus der Immobilienbranche

Deutsche Büroimmobilienmärkte

auf Konsolidierungskurs

Kleiner Hoffnungsschimmer aber keine

Entwarnung. Die durchschnittliche Leerstandsquote,

der acht größten Büromärkte

in Deutschland wird sich nach Einschätzung

von der Immobilienberatungsgesellschaft

HVB Expertise bis zum Jahresende

auf etwa elf Prozent erhöhen. Damit würde

der Anstieg etwas geringer ausfallen als in

den Vorjahren. Die Experten von HVB

führen dies einerseits auf eine insgesamt

rückläufige Neubautätigkeit zurück. Andererseits

sei zu erwarten, dass die konjunkturbedingt

schwache Flächennachfrage mit

der Belebung der Wirtschaft zeitverzögert

wieder zunehmen wird. Vor diesem Hintergrund

sollten sich die Büroimmobilienmärkte

im kommenden Jahr leicht erholen.

Auch bei den Mieten dürfte sich der Rückgang

weiter abschw ächen.

Schleppende Wirtschaftsentwicklung

und schwache Nachfrage

hatten die Vermietungsleistung

zwischen 2000 und 2002

stark nach unten gezogen. Die

Seitwärtsbewegung des vergangenen

Jahres setzt sich 2004 fort.

Vor allem die Bürostandorte

München, Frankfurt und Hamburg

werden – gemessen an der

absoluten Quadratmeterzahl der

Vermietungsleistung – weiterhin

deutlich hinter den Werten des

Jahres 2000 zurückbleiben, so

HVB Expertise. Die Neubautätigkeit

hat sich reduziert. Das musste sie.

Schließlich legten die Angebote in den vergangenen

Jahren deutlich zu – und das bei

schwächerer Nachfrage. Der Mietrückgang

ist noch nicht gestoppt. Sofern die

gesamtwirtschaftliche Entwicklung die Erwartungen

erfüllt, seien keine weiteren

starken Rückgänge mehr zu erwarten. Im

Segment Einzelhandel setzt sich die Talfahrt

bei den Mieten weiter fort. Von einem

dramatischen Rückgang spricht HVB Expertise

bei der durchschnittlichen Flächenproduktivität

– Verhältnis Umsatz zu Verkaufsfläche

– im Einzelhandel von 3.880

Euro pro Quadratmeter im Jahr 1995 auf

nur noch 3.310 Euro pro Quadratmeter im

vergangenen Jahr. In den untersuchten

Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt,

Hamburg, Köln, Leipzig, München und

Stuttgart ist zu beobachten, dass der Flächenzuwachs

in den attraktiven Standorten

im Zentrum zu Lasten der 1b-Lagen beziehungsweise

Nebenlagen geht.

Erbbauzins:

Gewagte VGF-Argumentation

Auch unter dem neuen Namen Verband

Geschlossene Fonds (VGF) beschäftigt

den erweiterten Branchenverband zunächst

ein Immobilienthema: mögliche Rückwirkung

des Erbbauzinses. Während Initiator

Hahn von seinem Erbbauzinsmodell abgewichen

ist, versucht der VGF Glauben zu

machen, die vorgesehene Rückwirkung

zum 1. Januar 2004 sei verfassungswidrig.

VGI-Vorstandsvorsitzen-der Thomas Engels

beruft sich auf das viel zitierte Urteil

des Bundesfinanzhofs vom 23. September

2003 zur sofortigen Abzugsfähigkeit vorausbezahlter

Erbbauzinsen. Der Steuerbürger

habe bis jetzt auf die vom Bundesf inanzhof

eindeutig definierte Rechtslage

vertrauen können und entsprechende wirtschaftliche

Dispositionen getroffen. Aus

dem Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit ergebe

sich der Verfassungsrechtssatz, dass

belastende Steuergesetze grundsätzlich ihre

Wirksamkeit nicht auf abgeschlossene

Tatbestände erstrecken dürften. Schlussfolgerung

von VGF-Geschäftsführer Carsten

Lucht: Die Gesetzesänderung muss für die

Zukunft gelten und darf frühestens ab 1.

Januar 2005 in Kraft treten. Eine mindestens

gewagte These. Ganz unvorbereitet

trifft die Anleger die drohende steuerliche

Aberkennung des Erbbauzins-Modells

Seite 15

nicht. In den Prospekten finden sich bereits

entsprechende Warnhinweise. Zumindest

die Unternehmensgruppe hat von ihrer

Fondskonstruktion bereits Abstand genommen.

Verbleiben nur noch zwei Erbbauzins-Fonds.

Andere Emissionshäuser waren

gar nicht erst auf den Zug

aufgesprungen. Natürlich muss der Verband

versuchen, im Sinne der Emissionshäuser

gegenüber der Finanzverwaltung

aufzutreten. Doch die Argumente scheinen

rar gesät. Die These, dass die Gesetzesänderung

nur für die Zukunft gelten kann,

lässt sich bei näherer Betrachtung jedenfalls

nicht halten.

Schrottimmobilien: Banken im Vorteil

Rückschlag für Anleger, Banken atmen

auf. Der Generalanwalt des Europäischen

Gerichtshofs (EuGH) hat sich dafür ausgesprochen,

einen Vorlagebeschluss

des Landgerichts Bochum

vom 29. Juli 2003

abzuweisen. Damit können sich

Käufer nicht auf die europäische

Richtlinie über Haustürgeschäfte

berufen, um einen

Immobilienkauf zu widerrufen.

Da die Vorlage des Landgerichts

zudem formelle Mängel

aufweist, könnte eine Sachentscheidung

des EuGH ausbleiben.

Da bis Ende 2004 in einigen

Fällen die Verjährung droht,

müssen einige Anleger ihre

Ansprüche gegen Banken noch

in diesem Jahr gerichtlich durchsetzen.

Sein abschließendes Urteil wird der EuGH

voraussichtlich erst im kommenden Jahr

fällen. Offen bleibt, ob er überhaupt zu den

Rechtsfragen aus dem Vorlagebeschluss

Stellung beziehen wird. In einem anderen

Fall entschied der EuGH vor drei Jahren,

dass die Verbraucher an der Haustür oder

in der Wohnung abgeschlossene Kreditverträge

in der Regel widerrufen können. Umstritten

ist nun, was dann mit der Immobilie

passiert. Nach einem Urteil des Elften

Senats des Bundesgerichtshofs vom April

2002 müssten die Betroffenen bei einer

Kündigung den Kredit auf einen Schlag

zurückzahlen, blieben aber auf den Immobilien

sitzen.


Seite 16

Kurz und bündig

Four Seasons Hotel Berlin: Ausschüttungen

ab 2009

Rezidor SAS hat die Geschäftstätigkeit des

Four Seasons Hotels in Berlin übernommen.

Das Hotel aus einem geschlossenen

Immobilienfonds von HGA Capital wird

nun unter der Marke Regent im Fünf-

Sterne-Segment geführt. 2,5 Millionen Euro

will Rezidor in das Hotel investieren.

Der Pachtvertrag mit dem neuen Betreiber

läuft über 20 Jahre. Bis die Anleger allerdings

wieder Ausschüttungen sehen, werden

noch fünf Jahre vergehen. Four Seasons

hatte die Mieten nicht mehr gezahlt.

Darauf hin beschlossen die Gesellschafter,

den Betreiber zu wechseln.

Ibag: Harte Einschnitte durch

Sanierung

Die Berliner Ibag-Gruppe hat sich vom

Großteil ihrer fondsgebundenen Immobilien,

vor allem aber auch von den meisten

Mitarbeitern getrennt. Die Zahl der

Beschäftigten reduzierte das Unternehmen

innerhalb der vergangenen drei Jahre um

70 Prozent. Im selben Zeitraum verringerte

Ibag den Bestandswert fondsgebundener

Objekte um rund drei Milliarden auf eine

halbe Milliarde Euro. Der Wohnungsbestand

fiel seit Sanierungsbeginn im August

2001 um 80 Prozent. Die verbliebenen

Wohnobjekte sind auf den Großraum Berlin

konzentriert. Auch Auslandsobjekte

wurden veräußert. Nach 750 Millionen Euro

im vergangenen Jahr, kamen in diesem

Jahr bislang 400.000 Euro durch Verkäufe

in die zuvor arg belasteten Kassen.

Real I.S. setzt auf Kooperationen

Mit DB Real Estate legt Real I.S. den ersten

gemeinsamen Immobilienfonds auf

(siehe Neu am Markt). Und auch für den

ersten Ungarnfonds hat sich die Tochter

der Bayerischen Landesbank einen Partner

gesucht. Gemeinsam mit der Hamburger

ECE wollen die Münchener das Shopping-

Centers „Árkád Györ“ realisieren. Die

130.000-Einwohner-Stadt Györ liegt zwischen

Budapest und Wien. 125 Fachgeschäfte

sollen auf 36.000 qm Verkaufsfläche

Platz finden. Die Eröffnung des

Einkaufszentrums ist für 2006 geplant.

ECE ist für die Planung und Vermietung

zuständig und soll das Management für die

„Árkád Györ“ übernehmen. Für kommendes

Jahr hat Real I.S. einen geschlossenen

Fonds angekündigt, um das Projekt zu f inanzieren.

Verkäufe auf US-Immobilienmarkt

Jamestown hat nach Auflösung des Fonds

18 auch den 13er liquidiert. Der Kapitalrückfluss

lag nach Angaben des Initiators

bei 271 Prozent. Dies entspreche einer

durchschnittlichen Vorsteuerrendite von

knapp 19 Prozent pro Jahr. Investitionsobjekte

waren ein Shoppingcenter in Greenville

(South Carolina), ein Fachmarktzentrum

in Huntsville (Alabama) und ein

drittes Einzelhandelsobjekt auf der Fifth

Avenue in New York. Bezogen auf die Einkaufspreise

erzielten die ersten beiden Objekte

in den rund neun Jahren bis zum Verkauf

eine Wertsteigerung von jeweils rund

30 Prozent, das New Yorker Objekt kam

auf knapp 150 Prozent. Die IC Immobilien

Gruppe hat gleich zwei geschlossene US-

Immobilienfonds aufgelöst. Der IC Fonds

USA 02 aus dem Jahr 1984 investierte in

das Gewerbepark-Objekt Airport Business

Center in Tucson (Arizona). Nach Auflösung

des Fonds ergibt sich laut IC vor

Steuern ein Kapitalrückfluss von 281 Prozent

des Investitionskapitals. Der IC Fonds

USA 03 wurde 1985 aufgelegt und investierte

in eine Federal-Express-Station nördlich

von San Francisco. Hier sei ein Kapitalrückfluss

von 512 Prozent vor Steuern

und eine Vorsteuerrendite von 22,8 Prozent

erzielt worden.

MT Margara geht in die zweite Runde

Hansa Hamburg hat die zweite Tranche

seines Doppelhüllentankers MT Margara

eröffnet. Für 33,25 Millionen Euro hatte

der Initiator den 71.345 tdw Frachter im

vergangenen Jahr erworben. Verchartert ist

der Tanker der Panamax-Klasse noch bis

Ende 2008 an die Doria Shipping Company

zu einer Rate von 16.250 US-Dollar pro

Tag. Zur Mindestbeteiligung von 25.000

Euro kommt das Agio von fünf Prozent.

Eine dritte Tranche ist für 2005 vorgesehen.

Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

Nordcapital steigt in die

Super-Postpanamax-Klasse ein

Die chinesische Staatsrederei Cosco Container

Lines hat mit der Cosco Shenzen

das zweite von fünf Containerschiffen der

Super-Postpanamax-Klasse aufgenommen.

Das 7.500 Standardcontainer fassende

Schiff fährt für zehn Jahre in Charter

für Cosco. Drei baugleiche Schwesterschiffe

sollen noch in diesem Jahr folgen.

Für die Nordcapital Gruppe und die Reederei

E.R. Schiffahrt ist die Cosco Shenzhen

zusammen mit ihren Schwesterschiffen

der Auftakt in die Super-Postpanamax-

Klasse. Bis 2006 sollen elf weitere Containerschiffe

dieser Größe in die E.R.-

Schiffahrts-Flotte aufgenommen werden.

Insgesamt sind derzeit weitere 29 Neubestellungen

bei den drei Werften der südkoreanischen

Hyundai-Gruppe in Auftrag gegeben.

DMK startet Fondsvertrieb

Mit der Deutschen Medienkapital AG

(DMK) betritt ein neuer Player den Medienfondsmarkt.

Einen Teil des Exklusivvertriebs

übernimmt die EK Kapitalanlagen-

Vermittlungs GmbH von Eberhard Kayser.

Wir hatten in der Fondszeitung vom

23.9.2004 geschrieben, Eberhard Kayser

sei „Mitbegründer der neu ins Leben gerufenen

DMK“. Kayser legt Wert auf die

Feststellung, weder Gesellschafter noch

Mitbegründer der Deutschen Medienkapital

AG zu sein. Er habe sich an dem Vertrieb

beteiligt, sagt Eberhard Kayser, da

Cinerenta selbst keinen Fonds auflegen

wird. DMK-Vorstand ist Bernt von zur

Mühlen. Er arbeitete zuvor in der Geschäftsleitung

bei RTL-Radio und für

CLT/Ufa. Zum DMK-Aufsichtsrat zählen

RTL-Fernsehen-Gründer Prof. Helmut

Thoma und der ehemalige Axel-Springer-

Vorstand Prof. Manfred Niewiarra.

Umweltkontor:

Neues Vorstandsmitglied und

vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt

Umweltkontor Renewable Energy hat mit

Wirkung zum 1. September 2004 Dr. Erik

Silcher als neues Vorstandsmitglied berufen.

Der Rechtsanwalt und Fachanwalt für


Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

>>

Verwaltungs- und Insolvenzrecht berät

Umweltkontor bereits seit Anfang dieses

Jahres. Mit dem Antrag auf Einleitung des

Insolvenzverfahrens hatte das Emissionshaus

dem Gericht einen Insolvenzplan vorgelegt.

Umweltkontor hat Eigenverwaltung

beantragt. Sollte diesem Antrag statt gegeben

werden, soll Erik Silcher im Vorstand

alle Aufgaben übernehmen, die im Zusammenhang

mit dem Insolvenzverfahren anstehen.

Das operative Geschäft des Unternehmens

führt derzeit noch Heinrich

Lohmann. Als Grund für die Zahlungsunfähigkeit

nennt der Initiator gebundene

Mittel in beträchtlicher Höhe. Dabei handle

es sich größtenteils um Investitionen in

Kraftwerke und Windparks, an deren Betreibergesellschaften

Umweltkontor in der

Regel beteiligt sei. Unter dessen hat das

Amtsgericht Mönchengladbach Rechtsanwalt

Volker Quinkert zum vorläufigen Insolvenzverwalter

bestimmt. Solange Umweltkontor

mit Banken und möglichen

Geldgebern über eine Fortführung des Unternehmens

verhandelt, steht der Geschäftsbetrieb

unter Aufsicht des vorläufigen

Insolvenzverwalters. Dies gilt laut

Initiator insbesondere für laufende Windparkprojekte.

USA fördern Windenergie

Die amerikanische Steuergutschrift für die

Energieherstellung durch Windanlagen

wird bis Ende 2005 verlängert. Dies verlautete

die US-Windenergieverbindung

AWEA. Die Steuergutschrift sieht eine

Vergütung von Strom aus Windkraft von

1,5 Cent pro Kilowattstunde vor. Der Kongress

und der Senat haben bereits der Vereinbarung

zugestimmt. Nun liegt es an

Präsident Bush, die Gutschrift in ein Gesetz

einzubringen. Die AWEA rechnet damit,

dass zukünftig rund drei Milliarden

US-Dollar in die Windindustrie investiert

werden.

Emissionshandel: Bundesrepublik

ruft Europäisches Gericht an

Die Bundesregierung hat beim Europäischen

Gericht in Luxemburg Klage gegen

die EU-Kommission eingereicht. Dabei

geht es um eine Klausel im deutschen Zuteilungsgesetz

zur Verhinderung von Miss-

brauch. Die EU-Kommission hatte diese

Klausel beanstandet und der Bundesregierung

untersagt, überschüssige Zertif ikate

einzuziehen, wenn sich etwa die ursprünglichen

Angaben eines Anlagenbetreibers

als unzutreffend erweisen. Mit der Klage

will die Bundesregierung ihre Rechtsposition

wahren, betont aber zugleich ihr Interesse

an einer Lösung des Konflikts auf

dem Verhandlungsweg. Die Bundesregierung

will im Falle von Überallokation und

Missbrauch überschüssige Zertif ikate einziehen

können.

Fünf-MW-Anlage vor Inbetriebnahme

Das Wetter hat mitgespielt. Repower hat

den Aufbau seiner Offshore-Windanlage

für Tests an Land abgeschlossen. Der in

Brunsbüttel errichtete Prototyp soll für

rund 4.500 Drei-Personen-Haushalte

Strom erzeugen. Der Netzanschluss ist

noch für dieses Jahr geplant.

Plambeck tiefrot

Der Halbjahresbericht 2004 von Plambeck

verheißt nichts Gutes. So sank das Konzernergebnis

auf minus 141,5 Millionen

Euro. 2003 erreichte das Unternehmen im

Vergleichszeitraum drei Millionen Euro

plus. Auch die Umsatzerlöse von 12,5 Millionen

Euro kamen an das Vorjahresergebnis

von 29,7 Millionen Euro nicht heran.

Um Kosten zu reduzieren, will das Unternehmen

die Plambeck Neue Energien Solar

Technik GmbH veräußern.

Kombination aus britischen und

amerikanischen Policen

Mischfonds für den Lebensversicherungs-

Zweitmarkt sind im Kommen. Während

Life Bond eine Kombination aus amerikanischen

Todesfallpolicen und deutschen

Kapitallebensversicherungen plant, vereint

Credit Suisse britische und amerikanische

Policen in einem Fonds: Mit der dritten

Tranche des Life-Tip-Fonds lassen sich

den bislang ausschließlich vertretenen Kapitallebensversicherungen

aus Großbritannien

auch US-Policen beimischen. Die

Nachsteuerrendite, laut Credit Swiss als

effektive Verzinsung der tatsächlichen Investition

berechnet, soll sich zwischen acht

Seite 17

und 8,7 Prozent pro Jahr bewegen. Und so

funktioniert es: Die Anleger entscheiden,

ob sie über den Life Tip III in einen Fonds

gehandelter britischer Lebensversicherungspolicen

oder einen Fonds gehandelter

US-amerikanischer Risikolebensversicherungspolicen

oder aber in beide investieren.

Nachdenklich stimmt die Anmerkung

von Credit Swiss zum US-Policenfonds:

„Es werden hauptsächlich Policen mit medizinischen

Gutachten erworben.“ Dabei

hat sich bei vielen Anbietern bereits durchgesetzt,

dass mindestens zwei Gutachten

pro Police vorliegen sollen.

Neu am Markt

Der Anleger soll sein Geld aus der Lizenzierung

von Filmrechten und der

Wertentw icklung eines D ach-

Hegdefonds bekommen. Es ist vorgesehen,

dass die Gesamtherstellungskosten

der gewählten Filmprojekte zwischen

90,9 und 133,8 Prozent des Kommanditkapitals

betragen. Innerhalb dieser

Grenzen kann die Finanzierung im erforderlichen

Umfang durch Aufnahme

eines Darlehens des Lizenznehmers geschlossen

werden. Das Konzept sieht

vor, dass der Lizenznehmer New Line

Production bei Ablauf der Lizenzverträge

Schlusszahlungen in Höhe von etwa

110 Prozent der Herstellungskosten der

jeweiligen Filme zahlt.

Fondsart

Medienfonds

Initiator

Alcas

Fondsname

Alcas 160 Protection Plus

Fondsvolumen

50 Millionen Euro

Laufzeit

11 Jahre

Mindestbeteiligung

20.000 Euro + 3% Agio

Ausschüttung

142,6%


Seite 18

Neu am Markt

Dr. Peters – DS-Fonds 108 VLCC Ashna

Der Doppelhüllen-Öltanker verfügt über

eine Tragfähigkeit von 301.438 tdw. Die

reine US-Dollar-Finanzierung soll mit 47,8

Millionen Dollar Fremdkapital ausgestattet

werden. Kaufpreis des VLCC-Tankers: 80

Millionen US-Dollar. Die kalkulierten

Zinssätze steigen von anfänglich 4,25 auf

sieben Prozent an. Es besteht eine Festcharter

über sieben Jahre mit zwei Verlängerungsoptionen

(drei plus zwei Jahre).

Ein Tochterunternehmen von Essar Shipping

Limited zahlt in diesem Jahr Charterraten

von 6.622 US-Dollar pro Tag. Ab

kommendem Jahr liegt die Charterrate

zwischen 32.164 und 33.381 US-Dollar.

Die State Bank of India hat für Zahlung

der Charterraten eine Garantie bis 2009

über drei Millionen US-Dollar pro Jahr

übernommen. Zwei Varianten der Beteiligung

stehen zur Verf ügung: Bei

„Dynamik“ sind die Anleger steuerlich

Mitunternehmer des Gewerbebetriebs – also

die klassische Form. Bei „Garant“ beteiligt

sich der Anleger nur mit zehn Prozent

der Zeichnungssumme an der

Fondsgesellschaft. 90 Prozent der Einlage

gehen als Gesellschafterdarlehen ein. Dafür

soll der Garant-Anleger Zinsen mit bevorzugter

Auszahlung bekommen.

Fondsart

Schiffsfonds (Tanker)

Initiator

Dr. Peters

Fondsname

DS-Fonds 108 VLCC Ashna

Fondsvolumen

75,5 Millionen Euro

Laufzeit

13 Jahre

Mindestbeteiligung

20.000 Euro + 5% Agio

Ausschüttung

138% (Dyn.) bzw. 181% (Gar.)

DB Real Estate & Real IS – City Invest

Zusammen sind wir stark, haben sich die

Töchter der Deutschen Bank und der

Bayerischen Landesbank gedacht: DB Real

Estate und Real IS wollen geschlossene

Immobilienfonds künftig auch gemeinsam

auflegen. Erster Kooperationsfonds ist der

City Invest. Die 180 Millionen Euro, davon

80 Millionen Euro Eigenkapital, sind für

drei Objekte in Berlin, Düsseldorf und Essen

vorgesehen. Zu den 50 Mietern des 57

Millionen Euro teuren Einkaufs- und Bürozentrum

in Berlin-Schöneweide zählen

C&A und Mediamarkt. 92,6 Prozent sind

derzeit vermietet. Alleinmieter des 53 Millionen

Euro teuren Büro- und Verwaltungsgebäudes

in Düsseldorf ist IBM Deutschland.

Im Essener Büro- und Verwaltungsgebäude

hat sich die Steag AG einquartiert.

Das Objekt kostete 41 Millionen Euro.

Fondsart

Immobilienfonds (Inland)

Initiator

DB Real Estate & Real I.S.

Fondsname

City Invest

Fondsvolumen

180 Millionen Euro

Laufzeit

15 Jahre

Mindestbeteiligung

5.000 Euro + 5% Agio

Ausschüttung

6% p.a. ansteigend auf 6,5% p.a.

Kuba Investment – Kuba Fonds I

Der Fonds soll eine 50-prozentige Beteiligung

an dem Joint Venture Kuba Resort

S.A. erwerben und an die kubanische Hotelbetreibergesellschaft

Gran Caribe S.A.

Fondsart

Immobilienfonds (Ausland)

Initiator

Kuba Investment

Fondsname

Kuba Fonds I

Fondsvolumen

110 Millionen Euro

Laufzeit

13 Jahre

Mindestbeteiligung

15.000 Euro + 5% Agio

Ausschüttung

11% p.a.

Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

ein Darlehen von rund vier Millionen US-

Dollar geben. Das Darlehen ist dafür vorgesehen,

die bereits bestehende Hotelanlage

im Drei-Sterne-Segment „Cabanas del

Sol“ zu renovieren und zu modernisieren.

Das Joint Venture wird in mehrere Hotelprojekte

investieren.

ZBI Zentral Boden Immobilien –

Professional II

Es ist geplant, Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilienbestände

zu erwerben

und nach fünf bis elf Jahren zu veräußern.

Der Investor kann zwischen zwei Beteiligungsformen

wählen. Typ A ist am anfänglich

negativen Jahresergebnis beteiligt. Typ

B verzichtet auf das anfänglich negative

Jahresergebnis und soll ab 2006 zehn statt

acht Prozent Ausschüttungen erhalten.

Fondsart

Immobilienfonds

Initiator

ZBI

Fondsname

Professional II

Fondsvolumen

35 Millionen Euro

Laufzeit

bis zu 11 Jahren

Mindestbeteiligung

25.000 Euro + 5% Agio

Ausschüttung

8% p.a.

BVT – Residential USA 1

Die Investoren beteiligen sich als Limited

Partner, vergleichbar einem Kommanditisten,

an der Beteiligungsgesellschaft, einer

Limited Partnership nach dem Recht des

US-Staates Georgia. Die wiederum beteiligt

sich ihrerseits mit 70 Prozent an dem

Joint Venture mit dem Developmentpartner

Fairfield. Der Plan: Das Joint Venture

entwickelt, vermietet, verwaltet und veräußert

das Projekt „The Reserve at Peabody“

im Großraum Bosten. Die Ausschüttung

soll einmalig nach Abwicklung des Projektverkaufs

erfolgen. Die Realisierung ist

für April 2008 geplant.


Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

>>

Fondsart

Immobilienfonds (Ausland)

Initiator

BVT

Fondsname

Residential USA

Fondsvolumen

82,9 Millionen Euro

Laufzeit

4 Jahre

Mindestbeteiligung

50.000 Euro + 3% Agio

HGA Capital – Mitteleuropa III

Der rein aus Eigenkapital finanzierte

Fonds investiert in Polen. Objekt ist ein

ECE-Einkaufszentrum in Krakau. Den

Vermietungsstand beziffert HGA auf 44,6

Prozent. Für weitere 21,1 Prozent seien

die Verhandlungen aber bereits zum Abschluss

gekommen.

Fondsart

Immobilienfonds (Ausland)

Initiator

HGA Capital

Fondsname

Mitteleuropa III

Fondsvolumen

66,8 Millionen Euro

Laufzeit

17 Jahre

Mindestbeteiligung

10.000 Euro + 5% Agio

Ausschüttung

7,75% p.a. ansteigend auf 11% p.a.

Ideenkapital – Vita GB Renditefonds 1

Die Norddeutsche Vermögen kommt für

den angekündigten Fonds mit britischen

Policen nicht in Gang. Dafür hat sich Ideenkapital

als vierter Initiator nach Rothmann

& Cie., König & Cie. und Lloyd

Fonds in Startposition begeben. Den britischen

Market Maker – das Pendant zu den

amerikanischen Settlement Gesellschaften

– hat der Initiator in die Geschäftsführung

der Fondsgesellschaft integriert. Die

Ausschüttungen sollen ab 2006 wahlweise

in Euro oder Britischen Pfund erfolgen.

Fondsart

Lebensversicherungsfonds (GB)

Initiator

Ideenkapital

Fondsname

Vita GB Renditefonds 1

Fondsvolumen

25 Millionen Euro

Laufzeit

14 Jahre

Mindestbeteiligung

10.000 Euro + 5% Agio

Ausschüttung

214%

Blue Capital – Equity III

Der Fonds soll in europäische Industrieund

Dienstleistungsunternehmen investieren.

Wie schon bei den Vorgängerfonds,

wird Blue Capital mit der Buy-out.Firma

BC Partners zusammenarbeiten. Vier

Tranchen sind vorgesehen. Nicht investiertes

Kapital verzinst Blue Capital mit

jährlich vier Prozent. Der 1999 gestartete

„VB Private Equity Fund I“ hat laut Blue

Capital bislang 118 Prozent des Anlegerkapitals

zurückgezahlt. „Blue Capital

Equity I“ befindet sich noch in der Investitionsphase

und kommt bislang auf 28

Prozent Ausschüttungen.

Fondsart

Private Equity

Initiator

Blue Capital

Fondsname

Equity III

Fondsvolumen

mindestens 75 Millionen Euro

Laufzeit

12 Jahre

Mindestbeteiligung

50.000 Euro + 5% Agio

MPC – Global Equity Step by Step III

Der Ansparzeitraum erstreckt sich über

zehn Jahre. Pro Monat sind vom Anleger

mindestens 100 Euro einzuzahlen. Halbjährlich

soll in Private-Equity-Fonds aus

Impressum

ISSN 1619-9936

Die Fondszeitung erscheint im

Welther Verlag GmbH

Pappelallee 9

D-10437 Berlin.

Tel.: (030) 40 00 68-0

Fax: (030) 40 00 68-29

Seite 19

Redaktion:

Dr. Tilman Welther (verantwortlich), Wolfhart

Fabarius, Kathrin Hantsch, Diana Hupfeld

Layout: mmdo Berlin

Abonnenten-Service:

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damit strafbar. Weder die Redaktion noch der Verlag

haften für unverlangt eingesandte Manuskripte.

Trotz sorgfältigster Recherche kann keine Gewähr

für die Richtigkeit gemachter Angaben übernommen

werden.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht

zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder.

Besprechungen von Kapitalanlagen können eine

qualifizierte Anlageberatung nicht ersetzen.

dem eigenen Haus investiert werden, über

die in insgesamt rund 1.000 Unternehmen

Kapital fließen soll. Vorgesehen ist, das

Eigenkapital für den dritten MPC-

Ansparfonds innerhalb der kommenden

zwölf Monate einzusammeln.

Fondsart

Private Equity

Initiator

MPC

Fondsname

Global Equity Sep by Step III

Fondsvolumen

24 Millionen Euro

Laufzeit

20 Jahre

Mindestbeteiligung

12.000 Euro + 5% Agio


Seite 20

Bücherschau

Während sich auf der Expo Real in München tummelt, was

in der Immobilienwirtschaft Rang und Namen hat, stellen

Berater, Vermittler und Anleger sich die Frage aller Fragen:

Wie sicher ist die Immobilie? Und: Wie am besten finanzieren?

Wir stellen zwei neue Bücher vor, die bei der Beantwortung

helfen könnten und ein drittes, das dies nicht tut.

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Welt steuert auf eine neue

Wirtschaftskrise zu. Diesmal der Auslöser: die Immobilie. Ausgerechnet.

Als Warnung vor den weltweit überhitzten Märkten

ruft uns der Wirtschaftsjournalist Richard Haimann (u.a. Financial

Times, Die Welt, Ärztezeitung) deshalb Achtung Immobilien!

zu. Seine These: Das New Economy-Desaster und abgebrühte

Fondsmanager haben jene, die vor vier Jahren noch nicht

alles verloren haben, in offene und geschlossene Immobilienfonds

getrieben. Die, angeschwollen auf mehr als 150 Milliarden

Euro, bauen und kaufen munter weiter, während in Amerika und

Europa Leerstandsraten steigen, Mieten sinken und Fondsrenditen

ebenfalls in den Keller gehen. Ein fataler Fehler, der vielen

ihre Ersparnisse und die Altersvorsorge kosten wird.

A ngesichts dieses

Szenarios bleibt nach

200 Seiten voller knackiger

Thesen nur eines:

„die Reißleine

ziehen“, so Haimann.

Seine 23 Punkte umfassende

Checkliste ist

allerdings so banal,

dass sie nicht nur die

vor igen K atas tr ophenszenarienkonterkariert,

sondern auch

am Anspr uch, Bauherren,Grundeigentümer

und Anleger vor

der Blase am Immobilienmarkt

mit diesem

Buch wirksam

schützen zu können,

scheitert.

Nicht so fatalistisch, sondern beruhigend akademisch widmen

sich zwei neue Bücher aus der Reihe „Schriften zur

Immobilienökonomie“ des Rudolf Müller Verlages dem Thema

Immobilienfinanzierung. Nico Rottke erschließt Investitionen

mit Real Estate Private Equity. Denn: das Fremdkapital wird

knapp. Ursache ist auch hier die anhaltende Schwäche des deutschen

Immobilienmarktes, hinzu kommen die gestiegene Bereitschaft

zur Trennung von Problembeständen und -krediten seitens

der Banken sowie die grundlegende Veränderung der Finanzierungslandschaft

in Deutschland (Basel II). All das macht

Deutschland zum Zielstandort Nr. 1 in Europa für REPE – Real

Donnerstag, 7. Oktober 2004

Ausgabe 20-2004

Estate Private Equity. Für den erfolgreichen Einsatz von Beteiligungskapital

für die Immobilienf inanzierung setzt Nico Rottke

Private Equity zunächst in den immobilienökonomischen Kontext.

Er entwirft ein Erfolgsbeteiligungsmodell, das Investoren

wie Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds und vermögenden

Privatiers vielfache Anreize bietet und Immobilienunternehmen

als Investitionsziele einbezieht. Durch Nutzung dieser innovativen

Finanzierungsform wird die Lücke zwischen Fremd- und

Eigenkapital geschlossen.

REPE spielt auch bei der Finanzierung gewerblicher Immobilien-Projektentwicklungen

unter Basel II eine Rolle. In seiner

Dissertation stellt Christoph Pitschke an einem Fallbeispiel die

Finanzierung der Projektentwicklung einer Büroimmobilie in der

bislang üblichen Form und unter den veränderten Bedingungen

von Basel II gegenüber. Das Ergebnis ist nicht nur die Herausarbeitung

der für die Finanzierung

von Gewerbeimmobilienrelevanten

Punkte der Neuen

Baseler Eigenkapitalvereinbarung,

sondern

auch die Ableitung von

Handlungsoptionen für

Projektentwickler und

die Diskussion innovativerFinanzierungsalternativen

wie Mezzanine

und eben REPE.

Abgerundet wird die

Arbeit durch eine empirische

Untersuchung,

die die Einstellung der

Banken zu Basel II, und

Konsequenzen der erst

2007 in Kraft tretenden

Vereinbarung erfassbar

macht.

Richard Haimann: Achtung Immobilien! Redline Wirtschaft,

Frankfurt 2004. 220 Seiten, 24,90 Euro.

Nico Rottker: Investitionenen in Real Estate Private Equity. Hrsg.

von Karl-Werner Schulte und Stephan Bone-Winkel. Rudolf Müller

Verlag, Köln 2004. 400 Seiten, 57 Euro.

Christoph Pitschke: Die Finanzierung gewerblicher Immobilien-

Projektentwicklungen unter Basel II. Hrsg. von Karl-Werner

Schulte und Stephan Bone-Winkel. Rudolf Müller Verlag, Köln

2004. 354 Seiten, 57 Euro.

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