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Es ist der Albtraum von uns allen:

Nachhause zu kommen und zu merken,

dass jemand in den persönlichen Sachen

gewühlt hat – und fündig geworden ist.

12.259 Mal wurde vergangenes Jahr in

Wohnungen eingebrochen, 7.459 Mal in

Einfamilienhäusern. Zusammen ist das

ein Plus von 70 Prozent gegenüber 2008.

„Wir müssen ständig auf neue Erschei-

nungsformen der Kriminalität reagieren“,

sagt Gerhard Lang, Leiter der Strategieabteilung

des Bundeskriminalamtes (BK).

Bei den Raubüberfällen in Geldinstitute

und Postämter haben die Sicherheitsmaßnahmen

von Polizei und Bankenwirtschaft

gegriffen. Dort verzeichnet man

einen Rückgang um 16 Prozent im selben

Zeitraum. Nun hat man die organisierten

Banden im Visier.

Kein österreichisches Problem?

Kriminalität ist ein Problem, mit dem

verstärkt der Osten Österreichs zu kämpfen

hat. „Hier liegen viele Ein- und Ausfahrtsstraßen,

man ist schnell da aber auch wieder

weg, und organisierte Banden kommen

im Ballungszentrum leichter unter“, sagt

Kriminalstratege Lang. Tatsächlich lässt

sich in Österreich seit 2007 ein Phänomen

erkennen, das unter dem Begriff „organisierte

Kriminalität“ Schlagzeilen macht.

Die kriminellen Organisationen zeichnen

sich vor allem durch arbeitsteiliges Verhalten

aus, sprich der einzelne Täter ist

nur ein kleiner Teil des Ganzen. Während

früher vor allem die Drogenkriminalität

so ablief, fallen heute viele Delikte darunter

– von Vermögensdelikten bis hin zur

Cyber- und Wirtschaftskriminalität. Das

Bundeskriminalamt hat im Sommer des

Vorjahres mit der Soko Ost auf das Banden-Phänomen

reagiert: „Wir haben die

Tatortarbeit intensiviert, zusätzliche Spezialisten

engagiert und den Kontrolldruck

erhöht. Im Herbst haben wir dann die verdeckte

kriminalpolizeiliche Arbeit ausgebaut“,

schildert Franz Lang, Direktor des

Bundeskriminalamtes. Weil diese Strategien

bereits jetzt gute Ergebnisse bringen,

werden sie 2010 fortgeführt. Außerdem

sehe man sich im BK sehr genau an, wann

welche Tat begangen wurde und warum

es genau dieser Tatort war. „Die Informationen

führen wir strategisch zusammen

und lassen sie in unsere Analysen einfließen“,

verrät der BK-Chef.

Warum aber ist das Problem mit der

Kriminalität wieder brandaktuell geworden?

„Da spielen wirtschafts- und geopolitische

Faktoren eine Rolle, aber natürlich

auch staatsvertragliche und EU-weite

Gesetzesänderungen, etwa die Aufhebung

der Visumspflicht für Bürger bestimmter

Bundeskriminalamt

Schwerpunkt

Öffentliche Sicherheit

„Bei Raubüberfällen

auf Banken haben

die Polizeimaßnahmen

gegriffen.“

Gerhard Lang, BK-Strategieabteilung

Jänner/Februar 10 11

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