Wiese (pdf)

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Wiese (pdf)

W I E S E


Natur erleben

• Lebensnetz

• Das Farbenspiel

• Meine Wiese ist weg

• Vögel auf der Futtersuche

• Greifkiste

• Ich spür’ da was

• Der Duftspur folgend

• Kunstvolle Flugformationen

• Pflanzen mit den Händen sehen

Natur wahrnehmen

• Ich sehe was, was du nicht siehst –

einmal anders

• Beobachtungstipps für Schmetterlinge

• Die Verwandlung

• Wer landet wo?

Wiesenapotheke

• Die Blüte – ein natürliches Kunstwerk

Natur wahrnehmen (Fortsetzung)

• Anlage eines Herbariums

• Früchte und Samen

• Pflanzenraten

Natur begreifen

• Pflanzenbilder

• Fühlbild Blüten

• Origami – der Schmetterling

• Blütenmodell

• Pflanzenpresse

• Lesezeichen

Natur bewahren

• Schmetterlingsschutz

• Blumenwiese

WIESE

Unterrichtseinheit

• Wer bin ich? – Pflanzen kennen lernen I + II


Ich sehe was, was du nicht siehst –

einmal anders

Jeder darf sich ein schönes Wegstück von ungefähr fünf bis zehn

Metern mit Naturmaterialien markieren. Mit einer Lupe werden

dann Lebewesen und Pflanzen auf dem Boden aufgespürt. Somit

wird die Welt einmal aus der Perspektive einer Raupe oder einer

Ameise beobachtet.

Die anderen Mitspieler suchen – eben wie in dem bekannten Spiel

– entsprechend nach den Tieren oder Pflanzen der Fragenden.

WIESE

Natur wahrnehmen

Material:

Naturmaterialien

100 Grüne Klassenzimmer © REGIONALE 2004

Beobachtungstipps für Schmetterlinge

1. Falterkalender: Ab März oder April wird jeden Tag notiert, wie viele

Schmetterlinge man auf einer Wiese sehen kann. Die Art wird bestimmt

und das Wetter festgehalten. Erstrecken sich die Beobachtungen

über mehrere Jahre, können interessante Aufschlüsse über

die Entwicklung des Schmetterlingsbiotops gewonnen werden.

2. Sommerflieder: Ein Schmetterlingsstrauch lockt, wenn er ab Juli

blüht, oft ein halbes Dutzend Falter an.

3. Köderfalle: Eine Mischung aus Honig oder Sirup und Malzbier,

gekocht und mit einem Schuss Rum oder Apfelsaft verfeinert, wird

z.B. auf einen Holzpfahl aufgetragen. In der Nacht lassen sich viele

interessante Falterarten beobachten, die an dem Gemisch saugen.

4. Nachtfalter-Kino: Ein weißes Laken wird an einer Hauswand befestigt

und mit einer Lichtquelle angestrahlt. Die Falter können nun

wie auf einer Leinwand betrachtet werden.

WIESE

Natur wahrnehmen

Material:

Sommerflieder,

Honig oder Sirup,

Malzbier,

Rum oder Apfelsaft,

Holzpfahl,

weißes Laken,

Lampe

100 Grüne Klassenzimmer © REGIONALE 2004

Die Verwandlung

Das Schlüpfen der Falter kann beobachtet werden, indem man ein

Glas entsprechend der Zeichnung vorbereitet.

Einige frische Brennnesselstängel werden so durch das Bodengitter

gesteckt, dass sie ins Wasser reichen. Diese Pflanzen sollten

regelmäßig erneuert werden. Eine Staude mit drei bis vier Raupen

wird in das Glas gestellt, wobei es auf keinen Fall der prallen Sonne

ausgesetzt sein darf. Nun lässt sich beobachten, wie die Raupen

fressen, sich häuten und verpuppen.

Mit etwas Glück kann das Schlüpfen des Falters

erlebt werden. Ist der Schmetterling flugbereit, sollte

er natürlich in die Freiheit entlassen werden.

Dieser Versuch darf nur mit Schmetterlingen, die

nicht unter Naturschutz stehen, durchgeführt werden.

WIESE

Natur wahrnehmen

Material:

Einmachglas,

Gaze,

Drahtgitter

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Wer landet wo?

Ausgewählt werden zunächst eine naturnahe Blumenwiese und

ein kurz geschorener Rasen. Nun legt man auf beide Flächen ein

weißes Baumwolltuch. Nach einer Weile lässt sich beobachten,

wie viele Tiere gehüpft, geflogen oder gekrochen kommen. Mit

Lupe und Bestimmungstafeln können diese genauer betrachtet

und bestimmt werden.

Dieser Versuch eignet sich wunderbar, um die Insektenvielfalt, die

sich auf den unterschiedlichen Flächen einfindet, miteinander zu

vergleichen.

WIESE

Natur wahrnehmen

Material:

2 weiße Tücher,

Bestimmungstafeln,

Lupen

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Wiesenapotheke

1. Die unscheinbaren Blättchen der Gänseblümchen haben eine wundersame

Heilkraft. Sie wirken bei kleinen Verletzungen, Insektenstichen,

bei Kontakt mit Brennnesseln abschwellend und Schmerz

lindernd. Die Blätter zerdrückt man etwas, bis der heilende Pflanzensaft

austritt. Danach legt man sie auf die Wunde.

2. Die Breitwegerichblätter wirken desinfizierend, entzündungshemmend,

sie töten schädliche Keime ab und beschleunigen die

Wundheilung. Besonders helfen sie bei größeren Schürfwunden,

Insektenstichen, müden und wund gelaufenen Füßen und bei dem

Kontakt mit Brennnesseln. Wenn die Füße während einer Wanderung

heiß und müde sind, helfen ein bis zwei große Breitwegerichblätter,

die auf die nackten Fußsohlen innerhalb der Schuhe gelegt

werden. Es ist erstaunlich, wie erfrischt man weiterlaufen kann.

WIESE

Natur wahrnehmen

Material:

Gänseblümchen,

Breitwegerich

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Die Blüte – ein natürliches Kunstwerk

Eine Blüte besteht aus mehreren

Einzelteilen. Obwohl es viele verschiedene

Blütenformen gibt, ist

der Aufbau bei fast allen der gleiche.

Eine Blüte besteht aus

Kelchblättern (meist grün), aus

Blütenblättern (meist farbig), aus

dem Stempel mit dem Fruchtknoten

und aus den Staubblättern.

Jeder Teilnehmer sammelt einige Blüten und versucht,

alle wichtigen Blütenteile an ihr wieder zu

finden. Mit Hilfe einer Pinzette wird die Blüte in

ihre Einzelteile zerlegt.

WIESE

Natur wahrnehmen

Material:

Pinzette,

Sammelbehälter

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Narbe

Griffel

Fruchtknoten

Blütenblatt

Staubblatt

Kelchblatt

Blütenboden

Staubbeutel

Staubfaden

Anlage eines Herbariums

Mit einem Herbarium lassen sich Pflanzen oder Pflanzenteile wie

z.B. Blätter aufbewahren. Diese wurden zuvor gesammelt, dann

gepresst und getrocknet. Die Pflanzen können nach dem Trocknen

auf ein Blatt Papier geklebt werden. Um die Übersicht zu behalten,

sollte der Fundort, das Datum und der Name der Pflanze dazu

geschrieben werden.

Am besten werden die Pflanzenteile in einem Ordner abgeheftet

und nach Familien, der Farbe oder der Anzahl der Blütenblätter

geordnet.

WIESE

Natur wahrnehmen

Material:

Lose Blätter,

Ordner,

Stifte,

Klebestifte,

Pflanzen,

Pflanzenpresse

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Früchte und Samen

Pflanzen besitzen verschiedene Strategien, um sich zu vermehren.

Es gibt die vielfältigsten Formen an Früchten und Samen.

Flugfrüchte: Die Samen werden vom Wind weggetragen,

z.B. Löwenzahn.

Vergessfrüchte: Diese Früchte werden von Tieren verbreitet. Sie sammeln

sie als Nahrung und vergessen sie dann in einem Versteck, z.B. Eiche.

Fallfrüchte: Diese Früchte haben einen auffälligen Geruch oder eine

kräftige Farbe. Sie werden von Tieren gegessen, die dann den Samen

wieder ausscheiden, z.B. Holunder.

Klettfrüchte: Diese Früchte haben Stacheln oder kleine Haken, die im

Fell von Tieren hängen bleiben und so verbreitet werden, z.B. Wilde Möhre.

Schleuderfrüchte: Durch Berührung springt die Frucht auf und die

Samen werden weggeschleudert, z.B. Springkraut.

Zu den einzelnen Gruppen können nun Pflanzen gesammelt werden.

WIESE

Natur wahrnehmen

Material:

Sammelbehälter,

Pinzette

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Pflanzenbilder

Zur genauen Beobachtung einer Pflanze bietet es sich an, die

Pflanze zu zeichnen.

Dafür sucht sich jede Person eine Pflanze aus, die sie direkt

an ihrem „Wohnort“ ca. 15 bis 20 Minutenå zeichnet. Dabei sollen

alle Strukturen der Pflanze, wie Stängel, Blätter und Blüte, so

genau wie möglich erfasst werden.

Sind alle Teilnehmer fertig, werden die Zeichnungen untereinander

getauscht und die anderen versuchen anhand der Zeichnung, die

Pflanze zu finden.

In einer Abschlussrunde werden die Merkmale von Pflanzen

erklärt, anhand derer sie erkennbar sind.

WIESE

Natur begreifen

Material:

Papier,

Schreibunterlagen,

Buntstifte

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Pflanzenraten

Wie wichtig es ist, bei der Bestimmung von Pflanzen auf bestimmte

Merkmale zu achten, wird bei diesem Spiel sehr deutlich.

Im Vorfeld hat der Leiter/die Leiterin ca. zehn verschiedene Pflanzen

einer Wiese gesammelt und sie auf dem Laken ausgebreitet. Vor

Spielbeginn werden nun die Pflanzen mit Namen und ihren jeweils

charakteristischen Merkmalen wie Stängel-, Blatt- und Blütenform,

Behaarung usw. vorgestellt.

Bei Spielbeginn sucht sich ein Teilnehmer eine Pflanze auf dem

Laken aus, die die anderen Teilnehmer nun durch Fragen erraten

sollen. Dabei dürfen nur Fragen gestellt werden, die mit „Ja“ oder

„Nein“ beantwortet werden können. Um die Aufgabe zu erschweren,

sollte nicht nach der Blütenfarbe gefragt werden.

Der Teilnehmer, der die Pflanze errät, darf sich eine neue Pflanze

aussuchen. Viel Spaß dabei!

WIESE

Natur wahrnehmen

Material:

10 verschiedene

Pflanzen,

1 weißes Laken

100 Grüne Klassenzimmer © REGIONALE 2004

Schmetterlingsschutz

1. Faltertränke:

Starke Hitze und Trockenheit können den Tagfaltern gefährlich

werden. Sie müssen dann viel trinken und der Nektar allein

reicht nicht mehr aus. Flache Wasserschalen an halbschattigen

Orten, in denen ein Blütenbüschel liegt, können an heißen

Sommertagen den Faltern das Überleben sichern. Schöner und

dauerhafter ist eine Pfütze oder ein kleiner Teich. Auch den

Vögeln oder anderen Insekten ist damit geholfen.

2. Brennnesselbeet:

Brennnesseln sind wichtige Raupenfutterpflanzen für Schmetterlinge.

Außerdem kann man aus den Blättern einen Tee bereiten,

der eine Blut reinigende Wirkung hat. Brennnesseln wachsen an

schattigen, feuchten und nährstoffreichen Orten. Am besten ist

eine schattige Mauer oder eine Stelle unter Sträuchern.

WIESE

Natur bewahren

Material:

Flache Wasserschalen,

Brennnesseln

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Blumenwiese

Eine Wiese sollte mindestens 2 x 2 Meter groß sein und an einem

sonnigen Standort angepflanzt werden. Falls bereits Rasen wächst,

entfernen die Teilnehmer einzelne Grassoden und harken und lockern

den Boden. Dann werden die Wildblumensamen ab Mitte April bis

Juni eingesät.

Die erste Zeit sollte die Fläche feucht gehalten werden. Gegen Samen

fressende Vögel kann ein Netz oder ein Vlies gespannt werden, bis

die Saat keimt. Nur zweimal im Jahr (Ende Juni und Mitte Oktober)

wird die Wiese gemäht. Dadurch werden der Fläche Nährstoffe entzogen.

Eine Wiese ist umso artenreicher, je ärmer der Standort ist.

Also die Rasenfläche auf keinen Fall düngen!

WIESE

Natur bewahren

Material:

Samen für Blumenwiese,

Harke,

Netz,

Sichel

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Lebensnetz

Dieses Spiel zeigt die vielfachen Wechselbeziehungen zwischen allen

Lebewesen.

Eine Person stellt die Sonne dar. Sie hat ein Wollknäuel in der Hand

und mit den Worten „Alle brauchen meine Energie, so auch das Gras

einer Wiese“ wirft sie einer Person ihrer Wahl das Wollknäuel zu. Das

„Gras“ wickelt sich ein Ende der Schnur um das Handgelenk und

überlegt, für welches Lebewesen es wichtig ist und wirft das Knäuel

weiter. Die Wolle wird so lange weitergereicht, bis jede Person in das

Spiel einbezogen ist. Dabei kann ein Teilnehmer auch mehrmals

angebunden werden. Am Ende wird demonstriert, was geschieht,

wenn eine Art oder ein Element ausfällt. Dafür lässt eine Person ihre

Schnur los.

WIESE

Natur erleben

Material:

1 Wollknäuel

100 Grüne Klassenzimmer © REGIONALE 2004

Das Farbenspiel

Jeder Mitspieler erhält eine Farbpalette und eine Schale zum

Sammeln. Dann gehen alle Beteiligten auf Farbensuche.

Wie viele verschiedene Farben lassen sich auf der Wiese entdecken?

Wie vielfältig ist dieser Lebensraum?

Einzelne Pflanzen, Grashalme, kleinere Objekte wie Blätter werden

in der Schale zusammen getragen. Wichtig ist, dass von seltenen

Pflanzen keine Exemplare gepflückt werden. Alternativ können vorsichtig

einzelne Blütenblätter entnommen werden.

Anschließend trägt die Gruppe alles zusammen.

WIESE

Natur erleben

Material:

Sammelschale,

vorbereitete Farbpalette

aus Karton,

Klebstoff

100 Grüne Klassenzimmer © REGIONALE 2004

Meine Wiese ist weg

Auf einem Spielfeld (ca. 30 Meter lang) wird an beiden Enden (Nistgebiet

und Überwinterungsgebiet) pro Teilnehmer ein Stöckchen ausgelegt.

Die Teilnehmer stellen nun Zugvögel, z.B. Störche dar, die zwischen

dem Nistgebiet und dem Überwinterungsgebiet hin- und herziehen.

Ist ihr Lebensraum intakt, finden alle genug Nahrung und Platz (genug

Stöckchen für alle).

Verschlechtern sich die Lebensbedingungen, so z.B. durch Trockenlegung

von Feuchtgebieten, finden nicht mehr alle genug zu essen

(einzelne Stöckchen werden aus dem Spiel genommen) und einzelne

Tiere sterben (Teilnehmer scheiden aus).

Durch Naturschutzmaßnahmen, so z.B. durch das Ausweisen eines

Feuchtgebietes zum Naturschutzgebiet können sich die Lebensbedingungen

auch wieder verbessern (einzelne Stöckchen und Teilnehmer

können wieder am Spiel teilnehmen).

WIESE

Natur erleben

Material:

Je Teilnehmer

1 Stöckchen

100 Grüne Klassenzimmer © REGIONALE 2004

Vögel auf Futtersuche

Jeweils zwei Personen spielen ein Vogelpaar, das möglichst viele

Würmer (Zahnstocher) finden und im Nest beschützen muss.

Raubvögel (Lehrkraft und/oder ein Teilnehmer) versuchen aus ungeschützten

Nestern die „Würmer“ zu klauen.

Die Würmer werden in einem Umfeld von zwei qm auf dem Boden verstreut.

Nachdem sich jedes Vogelpaar ein Nest aus Blättern und Heu

gebaut hat, heißt es „Fertig Los!“. Einer der Partner sitzt im Nest (auf

den „Würmern“), der andere fliegt aus, holt sich einen (wirklich nur

einen) Wurm und bringt diesen zum Nest zurück. Dann wird gewechselt.

Währenddessen fliegen die Raubvögel von Nest zu Nest und versuchen,

frei liegende Würmer zu ergattern. Das Prinzip Tarnung von Beutetieren

kann verdeutlicht werden, wenn das Spiel mehrmals mit unterschiedlich

gefärbten Zahnstochern gespielt wird.

WIESE

Natur erleben

Material:

Zahnstocher

100 Grüne Klassenzimmer © REGIONALE 2004


Greifkiste

Die Teilnehmer schließen sich zu Zweier- bzw. Dreierteams

zusammen, ziehen mit dem Eierkarton los und sammeln aus der

Umgebung verschiedene Naturmaterialien unter dem Stichwort

„Gegensatzpaare“: Eine Gruppe sucht beispielsweise nasse und

trockene Objekte, eine andere spitze und runde, und eine weitere

weiche und harte Gegenstände. Nach Beendigung der Sammelaktion

(je nach Gelände 20 bis 30 Minuten) werden die Eierkartons ausgetauscht

und die jeweils andere Gruppe muss raten, was denn nun

so nass und trocken, spitz und rund oder weich und hart etc. ist.

Ganz wichtig dabei ist, dass der Deckel des Eierkartons nur ein

wenig angehoben und mit den Fingerspitzen getastet wird.

WIESE

Natur erleben

Material:

1 leerer Eierkarton

pro Team

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Ich spür’ da was

Im Vorfeld sollte in der Gruppe über Raupen und deren Gefährdung

gesprochen werden. Acht bis zehn Teilnehmer stellen sich hintereinander

auf, wobei die rechte Hand auf der Schulter des vorderen

Teilnehmers liegt. Alle Teilnehmer verbinden ihre Augen, nur der

Vorderste, der „Kopf der Raupe“, lässt die Augen geöffnet. Die Teilnehmer

lassen den linken Arm zuerst hängen. Langsam setzt sich

die Raupe in Bewegung. Sobald ein Teilnehmer den Strahl der Sonne

spürt, hebt er den linken Arm und lässt ihn wieder fallen, sobald er

wieder im Schatten ist. Nach einiger Zeit wird der „Kopf der Raupe“

ausgewechselt, damit jeder Teilnehmer einmal die Führungsrolle

übernehmen kann. Der Vorderste muss beachten, dass er bei der

Führung eine Verantwortung für die anderen übernimmt und sollte

daher gut aufpassen. Voraussetzung für das Spiel ist, dass die

Sonne scheint und dass es tatsächlich auf einem Gelände gespielt

wird, wo der Wechsel zwischen Schatten und Sonne spürbar ist.

WIESE

Natur erleben

Material:

Augenbinden

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Der Duftspur folgend

Ameisen sind richtige Geruchstiere. Sie markieren den Weg zu

ihrem Nest mit Duftspuren.

Dieses lässt sich wunderbar mit einem Spiel nachahmen, indem

die Teilnehmer einer Gruppe sich einzig und allein von einer ausgelegten

Geruchsspur leiten lassen. Es werden also intensiv duftende

Pflanzen oder Gewürze zu einem schlangenförmigen Weg

gelegt, ohne dass die Mitspieler den Verlauf sehen können.

Anschließend folgen die Spieler kriechend und mit verbundenen

Augen dieser Linie bis ans Ziel.

Das Spiel lässt sich auch gut in einem geschlossenen Raum spielen.

Wichtig ist, dass die Teilnehmer den Weg nicht mit den Händen

ertasten, sondern sich wirklich mit dem Geruchssinn orientieren.

WIESE

Natur erleben

Material:

Augenbinden,

intensiv riechende

Pflanzen

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Kunstvolle Flugformationen

Bei diesem Spiel geht es darum, den Formationsflug der Stare

nachzuahmen und ein Gespür für die Besonderheiten solcher

Vogelschwärme zu entwickeln.

Zunächst stellen sich alle Teilnehmer in einer losen Gruppe auf.

Ein Mitspieler stellt sich vor die Gruppe und macht eine Bewegung

vor. Die anderen versuchen, diese Bewegung möglichst genau,

schnell und synchron nachzumachen.

Dadurch lässt sich über Probleme, die durch das Ziehen der Vögel

im großen Schwarm auftreten, sprechen. Diese bestehen z.B.

darin, dass sich jeder „Vogel“ der Bewegung des „Vordervogels“

anpassen und sich genau darauf einstellen muss.

WIESE

Natur erleben

Material:

Keins

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Pflanzen mit den Händen sehen

Eine Wiese kann auch „nicht sehend“ erforscht und kennen gelernt

werden.

Dazu werden Zweiergruppen gebildet und jeweils ein „sehender“

Teilnehmer verbindet seinem Partner die Augen. Der „Nichtsehende“

wird nun von seinem Partner auf einen beliebigen Platz auf der

Wiese geführt, den es zu erforschen gilt. Dieser Ort soll so intensiv

mit Händen, Ohren und Nase wahrgenommen werden, dass er später

– wieder sehend – wieder erkannt werden kann. Nach ca. 5 Minuten

wird der „Nichtsehende“ zum Ausgangspunkt zurückgeführt und es

wird gewechselt.

Nachdem so beide Teilnehmer ihren Ort auf der Wiese erforscht haben,

kommen alle in der Gruppe zusammen und berichten von ihren Erfahrungen.

WIESE

Natur erleben

Material:

Augenbinden

100 Grüne Klassenzimmer © REGIONALE 2004

Fühlbild Blüten

Als Ausgangsmaterial dienen verschiedene Pflanzen mit zusammengesetzten

Blüten. Jeder Mitspieler sucht sich eine Pflanze aus und

zeichnet sie auf einen Pappkarton. Dann wird entlang der Linien ein

Faden aufgeklebt. Als Blüten werden kleine Perlen verwendet. Zum

Schluss wird das Bild mit dem entsprechenden Namen des Blütenstandes

(Dolde, Rispe, Ähre usw.) beschriftet. Fertig ist das Fühlbild.

Nun wird der Reihe nach gefühlt und geraten.

Ähre Traube Dolde

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Natur begreifen

Material:

Pro Person

1 Pappkarton,

Faden,

Klebstoff,

Schere,

Perlen

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Origami – der Schmetterling

Origami, die alte Kunst des Papierfaltens, bietet uns die Möglichkeit,

die wunderbarsten Dinge zu falten. Auch Tiere, wie ein Frosch oder

ein Schmetterling, lassen sich gut herstellen.

Jeder Teilnehmer soll selbst einmal ausprobieren, was er aus einem

quadratischen Blatt Papier falten kann. Eine Faltanleitung für einen

Schmetterling befindet sich in der Heftreihe „Natürlich lernen“ Schmetterlinge

vom LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.).

WIESE

Natur begreifen

Material:

Quadratisches Faltblatt,

Farbseite hinten

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Blütenmodell

Um aus verschiedenen Materialien ein Blütenmodell anzufertigen,

wird in folgenden Schritten vorgegangen:

Aus dem grünen Knetgummi wird eine Scheibe geknetet.

Das ist der Blütenboden.

In die Mitte wird nun ein kleiner Turm aus gelber Knete gesetzt.

Dies stellt den Stempel der Blüte dar.

Um den Stempel herum werden kleine Zahnstocher gesteckt.

So lassen sich die Staubbeutel symbolisieren.

Die Blütenblätter werden aus Tonpapier

geschnitten. Um die Blüte zu vollenden,

werden die Blätter um die Staubbeutel

herum in den Blütenboden gesteckt.

Fertig ist das Blütenmodell.

WIESE

Natur begreifen

Material:

Grüne und gelbe Knete,

Tonkarton,

Schere,

Zahnstocher

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Pflanzenpresse

Für den Bau einer Pflanzenpresse werden 2 Sperrholzplatten aufeinander

gelegt und mit der Schraubzwinge zusammengepresst, so dass

sie beim Bohren nicht verrutschen. An den 4 Eckpunkten werden

zunächst die Löcher eingezeichnet und dann wird vorsichtig durch

beide Platten gebohrt. Die Pflanzenpresse wird durch die 4 Flügelschrauben

zusammengehalten. Zwischen den beiden Platten wird im

Wechsel Löschpapier und Pappe (auf 2 Lagen Löschpapier folgt 1

Lage Pappe) gelegt. Zwischen den Löschpapierlagen können die

Pflanzen gelegt werden.

WIESE

Natur begreifen

Material:

2 Sperrholzplatten

in 18 x 18 cm,

4 Flügelschrauben,

Bohrmaschine,

Schraubzwinge,

Löschpapier,

dünne Pappe,

Deckfarbe,

Pinsel

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Lesezeichen

Mit gepressten und getrockneten Pflanzen lassen sich wunderschöne

Lesezeichen herstellen.

Am besten verwendet man einen schmalen,

länglichen Karton in einer dunklen Farbe, von

der sich die Blüten gut abheben.

Der Karton wird für ein Lesezeichen zurechtgeschnitten.

Die Blüte wird vorsichtig auf das

Lesezeichen gelegt und mit etwas Klebstoff

fixiert. Um die Pflanze zu schützen, wird das

Lesezeichen mit einer durchsichtigen, selbstklebenden

Folie überzogen. Ein Loch stanzen,

eine Kordel oder Bast durchziehen, verknoten

– fertig ist das Lesezeichen.

WIESE

Natur begreifen

Material:

Karton,

Blüten,

Schere,

Klebstoff,

selbstklebende Folie

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Wer bin ich? – Pflanzen kennen lernen (Teil 1/2)

(verändert nach „90 Minuten direkt vor der Tür“, NUA 2002)

1. Einführung in das Thema 10 Min.

2. Mit den Händen sehen 20 Min. (Natur erleben)

3. Pflanzenbilder 30 Min. (Natur begreifen)

4. Pflanzenraten 20 Min. (Natur wahrnehmen)

5. Abschluss 10 Min.

Auf einer Wiese leben ca. 30 bis 40 verschiedene Pflanzenarten.

Je nachdem, wo sich die Wiese befindet und wie sie gepflegt wird,

können sich nicht nur verschiedene Grasarten, sondern auch zahlreiche

Kräuter und Wiesenblumen auf ihr ansiedeln.

WIESE

Unterrichts-Einheit

Ort:

Wiese

Alter:

10 – 14 Jahre

100 Grüne Klassenzimmer © REGIONALE 2004

Wer bin ich? – Pflanzen kennen lernen (Teil 2/2)

Zur Einführung soll der Forschergeist der Schüler und Schülerinnen

geweckt werden: Was ist auf der Wiese zu sehen? Welche „Stockwerke“

können sie erkennen und durch welche Pflanzen werden sie

gebildet? Welche Pflanzenarten werden erkannt? Durch das Spiel

„Mit den Händen sehen“ schaffen sich die Teilnehmer ihren eigenen

Zugang zum Standort. Mittels der selbst gemalten Pflanzenbilder

wird das genaue Beobachten geschult und der Aufbau einer Pflanze

am Objekt einstudiert. Durch anschließendes „Pflanzenraten“ wird

der zuvor gewonnene Eindruck vertieft und erweitert.

Im Abschlussgespräch werden die einzelnen Untersuchungsergebnisse

zusammengetragen und die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale

für Pflanzen nochmals zusammengefasst.

WIESE

Unterrichts-Einheit

Ort:

Wiese

Alter:

10 – 14 Jahre

100 Grüne Klassenzimmer © REGIONALE 2004


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