Ausgabe 4/12 Download - RegJo

regjo.de

Ausgabe 4/12 Download - RegJo

Das Magazin für die Region Hannover Ausgabe Nr. 14 IV /2012 5,00 €

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Hannover fairnetzt sich


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Donnerstag, 14.02.2013

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Eine faire Sache

Weltweite Fair-Trade-Netzwerke, aber auch Einzelhandel

und IT-Sicherheit beschäftigen uns in dieser Ausgabe.

Auf der Bühne des Alltags scheinen die Begriffe Fairness und

Sicherheit seit geraumer Zeit auf die Statistenrolle gebucht zu sein.

Immer noch irgendwo im Blickfeld, aber weiter hinten. Vorne im

Rampenlicht stehen doch wohl eher Mitspieler wie Gewinn und

Optimierung, vielleicht auch Globalisierung und Krise. Ende 2012

– nach einem Jahr, das an vielen Nerven gezerrt, aber auch viele

völlig neue Impulse gesetzt hat – wird die Frage nach den beiden

Statisten Fairness und Sicherheit doch nochmal laut. Sie werden

wieder gehört, die Menschen fragen nach ihnen, vermissen sie.

Silvia Hesse hat im Agenda 21-Büro der Stadt Hannover 2012

ein großes Ausrufezeichen hinter diese beiden Begriffe gesetzt.

Sie ist persönlich ins afrikanische Malawi gereist, um das Projekt

„Aware & Fair“ in eigener Regie nach vorne zu bringen. Sie hat uns

von den Menschen und Chancen, die sie in diesem Projekt sieht

berichtet und macht Mut, selber aktiv zu werden.

Fairness und Sicherheit sind auch die Klammer für die anderen

Beiträge dieser letzten Ausgabe des Jahres 2012, die sich mit

IT-Sicherheit sowie Hannover als vielversprechendem Standort für

den Einzelhandel und für ein europa-, wenn nicht weltweit einzigartiges

Testzentrum für Windenergieanlagen beschäftigt.

Zum ersten Mal bringt das RegJo Hannover mit dieser Ausgabe

ein Celle Spezial heraus. Die nördliche Region Niedersachsens

sucht die Anbindung an die Landeshauptstadt und kann mit

zahlreichen Superlativen aufwarten. Wir wünschen Ihnen mit diesen

und vielen weiteren Themen wieder informative Unterhaltung

und eine spannende Lektüre des aktuellen RegJo Hannover.

Stefanie Stüting

Chefredaktion

Cover © Insa Cathérine Hagemann

REgJo HANNoVER editoRial 3

QR-Code RegJo

Der QR-Code („quick response“) kann von allen Smartphones

gelesen werden und verlinkt Sie direkt mit der Internet seite

des RegJo Magazins und des Polygo Verlages. Apps für den

QR-Code sind in den bekannten App Stores erhältlich. Der

QR-Code (QR steht für englisch: quick response = schnelle

Antwort) ist ein zweidimensionaler Code (2-D-Code), der

von der japanischen Firma Denso Wave im Jahr 1994 entwickelt

wurde. Ursprünglich wurde der QR-Code zur Markierung

von Baugruppen und Komponenten für die Logistik

in der Automobilproduktion eingesetzt.

RegJo Hannover bei Facebook:

www.facebook.com/RegJoHannover


4 inhalt REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER inhalt 5

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14 Einkaufsstadt Hannover

Die Region Hannover gehört zu den fünf stärksten Handelsstandorten

in Deutschland. In den vergangenen zehn Jahren ist vor allem

die Innenstadt Hannovers auf Wachstumskurs gegangen.

Wirtschaft

125 Jahre gut vernetzt: Der Industrie-Club

Hannover, eines der wichtigsten Netzwerke

der Region, feierte dieses Jahr 125-jähriges

Jubiläum.

Einkaufsstadt Hannover: Die Erfolgsformel

für den Einzelhandelsstandort Hannover

liegt in einem breiten Einzelhandelsangebot

und verhältnismäßig großen Verkaufsflächen.

Eine Bestandsaufnahme.

Einzigartig in Europa: Mit dem neuen

Testzentrum für Tragstrukturen von Windenergieanlagen

nimmt die Region Hannover

auf diesem Forschungsgebiet eine Führungsrolle

ein.

IT-Sicherheit in Unternehmen: Mit der

steigenden Digitalisierung von Geschäftsprozessen,

Vernetzung und Globalisierung

der Wirtschaft nimmt auch das Risiko von

Angriffen aus dem Internet zu.

ConventionCamp: Neuer Besucherrekord und

WikiLeaks-Aktivist Julian Assange erstmals

live vor deutschem Publikum.

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Politik & Soziales

6 Köpfe – Sechs Meinungen: Der Countdown

läuft. Am 20. Januar 2013 wird in Niedersachsen

ein neuer Landtag gewählt.

„Hilfe mit Biss“: Seit Mitte April engagiert

sich das Zahnmobil Hannover für Bedürftige.

Business for Kids: Der Soziale Leuchtturm

präsentiert Vereine und Institutionen aus der

Region, die sich mit ehrenamtlichem Engagement

für Kinder und Jugendliche engagieren.

Engagement: Verleger Manfred Ilsemann hat

mit prominenten Helfern eine Weihnachtsfeier

für Bedürftige auf die Beine gestellt.

Hannover fairnetzt sich: Das Agenda 21-Büro

der Stadt Hannover hat sich jetzt in die entwicklungspolitischen

Ambitionen der UN

eingeschaltet.

Blindenmuseum Hannover: Was es heißt

ein Leben in Dunkelheit zu führen, zeigt

das Blindenmuseum in Hannover.

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54 IT-Sicherheit

Wie sind die Unternehmen in der Region in

puncto IT-Sicherheit aufgestellt? Was sind die

größten gefahren und was die Lösungen?

Technik & Wissenschaft

WelfenAkademie: Auch im aktuellen Hochschulranking

im ZEIT Studienführer 2012/13

erhält die WelfenAkademie Braunschweig

in ihrem dualen Studiengang Betriebswirtschaftslehre

herausragende Bewertungen.

Hannover IT: Das Branchennetzwerk bündelt

die IT-Kompetenz der Region Hannover unter

einem Dach.

BMU: IT-Sicherheit und IT-Komplexität zählen

zu den großen Herausforderungen für den

Mittelstand. BMU berät.

Bewerten, sammeln und punkten: Coupons,

Treuepunkte und Tipps auf dem Smartphone

– möglich mit einer App der Qnips GmbH.

Haus 12: Die Marke Haus 12, ein Verbund

von mehreren Partnern, bietet professionelle

IT-Lösungen aus einer Hand.

Der Faktor Mensch: Die wahren IT-Gefahren

stecken dort, wo man sie am wenigsten

erwartet. RegJo hat mit den Experten vom

IT-Systemhaus Bechtle gesprochen.

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33 Celle Spezial

Celle ist Standort internationaler Unternehmen,

verfügt aber auch über das

größte Fachwerk-Ensemble Europas.

Land & Umwelt

Die Fachwerkperle: Immer wieder unterschätzt

und doch ein nennenswerter Player

in Norddeutschland. Zwischen Lüneburg,

Hannover und Hamburg ist Celle eine echte

Fachwerkperle und zugleich Standort von

namhaften Global Playern.

Kein Erdöl ohne Celle: Oberbürgermeister

Dirk-Ulrich Mende meint, seine Stadt werde

ständig unter Wert verkauft. Im RegJo-Interview

erklärt er, warum sich das ändern muss.

Nachhaltiges Celle: Das Projekt „Nachhaltiges

Celle“ ist eine Kooperation zwischen

Stadt, Wirtschaft, Tourismus, öffentlichen

Einrichtungen und Energieversorgern.

DELTA plus: Das Celler Unternehmen DELTA

plus wurde 2011 mit dem Deutschen Rechenzentrumspreis

ausgezeichnet.

Auf Entdeckungsreise: Die Stadtführungen

der Tourismus und Stadtmarketing Celle

GmbH erwecken die 700-jährige Geschichte

der Residenzstadt zum Leben.

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70 Hannover fairnetzt sich

Zusammen mit vielen Partnerstädten macht sich die Region

Hannover für fairen Handel und die Ziele der UN stark. Zwei

Jahre lang soll das Projekt „aware & fair“ zunächst laufen.

Kultur

Ausgezeichnete Kultur: enercity, die Stadtwerke

Hannover AG, gehört zu den Preisträgern

des KulturKontakte-Preis 2012.

Der Firmenretter: In der neuen Infotainment-Serie

„Der Firmenretter“ macht der

Unternehmensberater Raimund Milz aus

Hannover drei Firmen fit für die Zukunft

Voca People: Zwischen Dezember 2012 und

März 2013 geht die international gefeierte

Show auf Deutschland-Tour.

Wie das Licht elektrisch wurde: „Licht an!“

heißt die aktuelle Sonderschau des Museums

für Energiegeschichte in Hannover.

Korkmode: „Incornito“ in der Hannoveraner

Flüggestraße ist Deutschlands erster und

einziger Korkmoden-Shop.

Jazz Club Hannover: Michael Gehrke, langjähriger

Vorsitzender des Jazz Club Hannover,

wurde 1987 für seine Verdienste um den

Jazz von der Stadt New Orleans die Ehrenbürgerschaft

verliehen.

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Freizeit & Sport

Licht.Schatten.Farbe.: Die Sonderausstellung

im Wolfsburger Science Center phæno lädt

zum Erkunden und Erleben faszinierender

Lichtphänomene ein.

Über den Dächern Hannovers: Im Dezember

eröffneten Deniz und Bedran Özgör im fünften

Stock des früheren Brinkmann-Hauses in

der Georgstraße die erste Skybar Hannovers.

Alles Käse? Ganz genau!: Ein Paradies für

Käseliebhaber: Das European Cheese Center

in Hannover ist das einzige Käsezentrum

seiner Art in Europa.

Kalender: Die kulturellen und sportlichen

Höhepunkte sowie die wichtigsten Messe-

termine des nächsten Vierteljahres in der

Region Hanover.

Broyhan-Bier: Das von dem in Stöcken bei

Hannover geborenen Cord Broyhan im Jahr

1526 erfundene Broyhan-Bier wurde schnell

zum hannoverschen Exportschlager.

Bilder: Marco Bühl (1+3), Andrea Danti – Fotolia.com,

Insa Cathérine Hagemann


6 MeinUng REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER MeinUng 7

6 Köpfe – Sechs Meinungen

Der Countdown läuft: Am 20. Januar 2013 wird in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt. Welcher Partei geben Sie Ihre

Stimme? Die Spitzenkandidaten von CDU, SPD, FDP, gRÜNE, DIE LINKE. und PIRATEN stellen ihr Wahlprogramm vor.

david Mcallister, Spitzenkandidat der Christlich Demokratischen Union in

Niedersachsen: „Die CDU regiert Niedersachsen seit 2003 sehr erfolgreich.

Wir geben den Menschen auch weiterhin Perspektive. Dafür stoppen wir die

Neuverschuldung. Bei Arbeit und Wirtschaft setzen wir auf gute Rahmenbedingungen

für Industrie, Handel, Handwerk und Mittelstand. Besonders

wichtig sind eine schlanke und leistungsfähige Verwaltung, gezielte Maßnahmen

für mehr Fachkräfte sowie der Ausbau der Infrastruktur und der

Breitbandanschlüsse. In der Bildung steht die Qualität im Mittelpunkt: frühkindliche

Betreuung, kleinere Klassen und mehr Ganztagsschulen. Unsere

Hochschulen öffnen wir weiter für Quereinsteiger. So bleibt Niedersachsen

langfristig auf Erfolgskurs.“

Stephan Weil, niedersächsischer Spitzenkandidat der Sozialdemokratischen

Partei Deutschlands (SPD): „Unsere Politik für den Wechsel fängt bereits bei

der Bildung an. Alle Kinder müssen ihre Talente entfalten, nur so wird Niedersachsen

noch stärker. Deshalb brauchen wir mehr Kitas und Ganztagsschulen,

die Diskriminierung von Gesamtschulen werden wir beenden und

die Studiengebühren abschaffen. Wirtschaft und Arbeit: Wir setzen uns für

den Mindestlohn in Niedersachsen ein und für gleichen Lohn für gleiche

Arbeit. Die Energiewende muss endlich angepackt werden – für stabile Preise

und Versorgungssicherheit. Starke Kommunen und Regionen sind unser Ziel,

denn wir wollen gleichwertige Lebensbedingungen im ganzen Land. Anpacken.

Besser machen.“

dr. Stefan Birkner, FDP-Spitzenkandidat in Niedersachsen: „Schluss mit Schulden!

Auf Initiative der FDP hat die Landesregierung beschlossen, die Steuermehreinnahmen

in den Schuldenabbau zu investieren. Die FDP als Erfinder

der Schuldenbremse sagt: Die EU-Staatsschuldenkrise hat deutlich werden

lassen, dass es mit den Schulden so nicht weitergeht. Finger weg vom Gymnasium!

Wir wollen, dass alle Kinder die bestmöglichen Chancen haben. Wir

wollen keine ideologische Bildungspolitik, wir wollen Vielfalt. Bezahlbare

Strompreise! Wir wollen, dass die Energiewende durch mehr Marktwirtschaft

erfolgreich wird. Rentner und Familien dürfen nicht die Hauptzahler

der Energiewende werden. Mittelstand stärken! Wir setzen den richtigen

Rahmen für mehr Wachstum und mehr Arbeit. “

anja Piel, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen:

„Wir wollen für Niedersachsen einen anderen Politikstil mit mehr direkter

Demokratie und Beteiligung. Ziel ist eine inklusive Gesellschaft mit mehr

Teilhabe und Toleranz, in der sich die Menschen unabhängig von Herkunft

und Alter wohlfühlen. Dafür braucht es ein gerechteres Bildungssystem, Barrierefreiheit

im öffentlichen Raum und eine humane Einwanderungs- und

Flüchtlingspolitik statt unmenschlicher Abschiebepraxis. Wir kämpfen für

eine ehrgeizige Energiewende, für den frühen Ausstieg aus der Risikotechnologie

Atom, für die Förderung des ökologischen Landbaus anstelle quälerischer

Massentierhaltung und für den Ausbau einer umweltverträglichen

Mobilität.“

Ursula Weisser-Roelle, Spitzenkandidatin der LINKEN in Niedersachsen:

„Immer mehr Menschen im Bundesland Niedersachsen blicken sorgenvoll

in die Zukunft. DIE LINKE. rückt daher das Thema Gerechtigkeit in den Mittelpunkt.

Wir wollen die Löhne und Renten retten und die Krankenhäuser

zukünftig finanziell besser ausstatten. Ein existenzsichernder gesetzlicher

Mindestlohn von 10 Euro je Stunde und die Anhebung des Rentenniveaus

wieder auf 53 Prozent sind unabdingbare Ziele der LINKEN. Hinzu kommt:

Eine gute Bildung darf nicht von dem Geldbeutel der Eltern abhängig sein.

Daher müssen alle Bildungsgebühren sofort wegfallen! Wir sind die einzige

Partei, die das im Nordosten von Niedersachsen gelegene Gorleben als Standort

für ein atomares Endlager ablehnt.“

Meinhart Ramaswamy, Spitzenkandidat der Piratenpartei in Niedersachsen:

„Die Menschen vertrauen der Politik einfach nicht mehr. Das rief uns, die

Piratenpartei, auf den Plan: Mehr Bürgerbeteiligung, mehr direkte Demokratie

ist unsere Antwort. Wir sorgen dafür, dass auch zwischen den Wahlen

unsere Bürger ihr Votum in politischen Fragen abgeben können. Zudem

treten wir geschlossen für eine Politik ein, die vor allem geprägt ist durch

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, mehr Mitwirkung, maximale Transparenz

der politischen Prozesse, freien Zugang zu Bildung und Informationen

sowie verbraucherorientierte, ressourcenschonende Energie- und Wirtschaftspolitik.

Wir PIRATEN sind Bürger, die Politik in ihre eigene Hand

genommen haben. Klarmachen zum Ändern!“

Bilder: David McAllister, SPD-Landesverband Niedersachsen, FDP Niedersachsen, Bündnis 90/Die grünen, DIE LINKE. Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Tobias M. Eckrich


8 MagaZin REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER MagaZin 9

Felicitas thol erhielt

mit Michael Heuser für

ihre gemeinsame Arbeit

zum Myelodysplastischen

Syndrom den

Rudolf-Schoen-Preis. Der mit 20.000

Euro dotierte Preis für junge Ärzte und

Nachwuchswissenschaftler der Medizinischen

Hochschule Hannover wird

von der TUI Stiftung vergeben.

Wilfried Zapke ist

Vorstand des Instituts

für Energie und Klimaschutz

an der Hochschule

Hannover. Der

von ihm 2009 gegründete Masterstudiengang

„Nachhaltiges Energiedesign

für gebäude“ wurde von enercity, der

Stadtwerke Hannover Ag, mit dem

Triple-E-Award 2012 ausgezeichnet.

alexandra Conunovadumortier

gewann den

1. Preis beim 8. Internationalen

Joseph Joachim

Violinwettbewerb

2013 in Hannover. Die Auszeichnung

wurde von der Stiftung Niedersachsen

an insgesamt zwölf Nachwuchskünstler

verliehen, um deren internationale

Karriere zu fördern.

Reinhold Förster

erhielt den begehrtesten

Wissenschaftspreis der

EU – den „ERC Advanced

grant“. Der Leiter

des Instituts für Immunologie an der

Medizinischen Hochschule Hannover

hatte die Auszeichnung für seine Forschungsarbeit

über die Wanderung von

Immunzellen bekommen.

diane Baatani und

ihrem Kollege Thomas

Mitzlaff wurde vom

Landesverband Niedersachsen

des Deutschen

Journalistenverbandes der 1. Preis für

Courage im Journalismus verliehen.

Beide hatten trotz Einschüchterungsversuchen

über die Douglas-Bande in

Uelzen berichtet.

W I S S E N S C H A F T

Licht.Schatten.Farbe.

Auf den Spuren des Lichts: Die Sonderausstellung im Wolfsburger Science Center

phæno lädt zum Erkunden und Erleben faszinierender Lichtphänomene ein.

Auf Seilen tanzende Lichterscheinungen,

leuchtende Quallen und wandernde

Leuchtkugeln in Leuchtstoffröhren: Die

Sonderausstellung „Licht.Schatten.Farbe.“

im Science Center phæno in Wolfsburg gibt

außergewöhnliche Einblicke in die faszinierende

Welt der Lichtphänomene. Bis

zum 7. April 2013 laden vielfältige Mitmachstationen

und Lichtkunstwerke von

namhaften Künstlern aus der ganzen Welt

in einer einmaligen Zusammenstellung

zum Erkunden, Staunen und Erleben ein.

Die Bandbreite der Exponate reicht von

physikalisch anspruchsvoll bis hin zu spielerisch

und verblüffend.

Zu den Highlights der Lichtausstellung

zählen die Kunstwerke des Briten Paul

Friedlander. Berührt der Besucher die Bildschirmansichten,

entstehen in den Lichtskulpturen

„The Orgin of String Theory“

und „Persistance of Vision“ neue Lichtimpressionen.

Friedlander erinnert daran, dass

Licht im Englischen (light) auch „leicht“

heißt. Beide Kunstwerke, die sich in wechselnden

Farben und Rhythmen bewegen,

bestätigen dies eindrucksvoll. Die kineti-

sche Skulptur „The Particle“ des Spaniers

Alex Posada experimentiert mit Farbe,

Klang und Bewegung. Die kontinuierliche

Drehung erzeugt visuelle Effekte, die die

räumliche Struktur des Objekts definieren.

Das Kunstwerk erzeugt eine ständig wechselnde

Atmosphäre und Wahrnehmung.

Schwingung, Klang und Farbe folgen keinem

Muster, sondern entstehen chaotisch.

Glasbläserkunst auf höchstem Niveau

findet der Besucher in den Plasmaquallen

(auf dem Bild) von Bernd Weinmayer.

In einem Aquarium aus Luft lässt der

Münchner Künstler Quallen schwimmen,

in denen magisch glimmende Edelgase

leuchten. Beim „Touch Plane“ der Bostoner

Künstler Alejandro und Moira Sina werden

einzelne Neonröhren zu einem Kunstwerk

verbunden, das bei Berührung vor dem

Auge des Betrachters ein Musikstück aus

Licht erzeugt. Weitere weltweit bekannte

Künstler, die an der Sonderausstellung im

phæno mitwirken, sind Wayne Stratman,

Bill Parker, Golan Levin und Zachary Lieberman,

Cork Marcheschi, Werner Bauer,

Scott Snibbe und Bernd Schulz. HK

Weitere Informationen zur Sonderausstellung „Licht.Schatten.Farbe.“ sowie die Öffnungszeiten

und Eintrittspreise finden Sie im Internet unter www.phaeno.de

Bilder: TUI Ag, Jonas gonell / enercity, Marek Kruszewski, MHH / Kaiser, DJV Landesverband Niedersachsen, phæno / Matthias Leitzke

K U LT U R

Ausgezeichnete Kultur

Ende November wurde der niedersächsische KulturKontakte-Preis 2012 für unternehmerische

Kulturförderung an vier Unternehmen aus Niedersachsen verliehen.

enercity, die Stadtwerke Hannover AG,

wurde in der Kategorie „Sparkassen sowie

öffentlich-rechtliche Unternehmen und

Stiftungen“ mit dem niedersächsischen

KulturKontakte-Preis 2012 ausgezeichnet.

Das Unternehmen wurde damit für sein

Engagement im Bereich der Jugendförderung

geehrt. enercity ist Gründungspartner

und Hauptsponsor der Jugendsparte

am Schauspiel Hannover – ein Theater für

und mit Jugendlichen. Marlene Bloch, Leiterin

Unternehmenskommunikation und

Energiepolitik bei enercity: „Der Erfolg des

Jungen Schauspiels bestätigt unser Engagement

für eine kulturelle Vielfalt in Hannover

und die Förderung von jungen Menschen

aus der Region. Daher freuen wir

uns sehr über die Auszeichnung mit dem

KulturKontakte-Preis.“

Der KulturKontakte-Preis wurde Ende

November im Museum und Park Kalkriese,

Varusschlacht im Osnabrücker Land von

Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg

Bode verliehen. In seiner Rede betonte Jörg

Bode: „In Zeiten konjunktureller Schwäche

und defizitärer öffentlicher Haushalte müs-

sen sich die staatlichen Institutionen zunehmend

auf ihre Kernaufgaben konzentriere.

Andererseits ist Kultur zunehmend eine

wichtige Größe bei Standort- und Arbeitsplatzentscheidungen.

Eine lebendige Kunst-

und Kulturszene wirkt daher gerade in

Zeiten des Fachkräftemangels als Standortfaktor

zur Steigerung der Lebensqualität im

ländlichen Raum.“

Mit dem Hauptpreis in der Kategorie

„Großes Unternehmen“ wurde die Heinrich-W.-Risken-Stiftung

aus Bad Rothenfelde

ausgezeichnet, den Hauptpreis in der

Kategorie „Kleines Unternehmen“ erhielt

die Möbeltischlerei Haunhorst in Georgsmarienhütte

und mit dem Sonderpreis

wurde die Osnabrücker Werkstätten gGmbH

aus Osnabrück geehrt.

Der KulturKontakte-Preis wird seit

2004 an Unternehmen vergeben, die mit

nachahmenswerten Ideen, Kunst und Kultur

in Niedersachsen fördern. Maßgebliche

Kriterien für den Preis sind Innovation,

Kontinuität in der Kulturförderung, Verankerung

in der Unternehmenskultur und

Einbindung der Mitarbeiter. VS

Die Bewerbungsfrist für den niedersächsischen KulturKontakte-Preis 2013 beginnt im späten

Frühjahr 2013. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.kulturkontakte.com

Bilder: VARUSSCHLACHT im osnabrücker Land gmbH / Foto: Hermann Pentermann, Business Navigatoren

I N F o TA I N M E N T

Der Firmenretter

Neue Infotainment-Serie auf ZDFinfo mit

dem Hannoveraner Raimund Milz.

Unternehmensberatung zum Anfassen. Zwischen

den Jahren startet ZDFinfo eine neue

Infotainment-Serie: Ab dem 28. Dezember

macht „Der Firmenretter“ in drei Folgen

drei Unternehmen fit für die Zukunft. Der

Protagonist ist der Hannoveraner Raimund

Milz, Unternehmensberater bei den Business

Navigatoren und gestandener Manager.

Raimund Milz: „Alle Fälle sind echt,

die Unternehmen haben reale Probleme,

von der drohenden Insolvenz über notwendige

Umstrukturierungen, Führungs-

oder Generationenkonflikte bis hin zu

Herausforderungen in Marketing und Vertrieb.

Der Firmenretter stellt den Status

quo fest, identifiziert den Handlungsbedarf

und entwickelt Lösungsvorschläge. Dann

legt er gemeinsam mit dem Unternehmer

und seinen Mitarbeitern einen Aktionsplan

fest und begleitet die Umsetzung. Dies

entspricht auch ganz konsequent unserem

Beratungsansatz „navigation at work“ der

Business Navigatoren. Die mediale Darstellung

von Unternehmensberatung ist deshalb

wichtig, weil es gerade den KMU

Schwellenängste vor externer Beratung

nimmt und ganz praktische Lösungen für

typische und immer wiederkehrende Krisensituationen

anbietet.“ KL


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S o Z I A L E S

„Hilfe mit Biss“

Seit Mitte April engagiert sich das Zahnmobil

Hannover für Bedürftige.

Wohnungslose, Menschen ohne Papiere

sowie Kinder und Jugendliche in sozialen

Brennpunkten werden oft gar nicht oder

nur schwer vom Gesundheitssystem erfasst.

Genau jenen zu helfen, die nicht den Weg

in eine Zahnarztpraxis finden, ist Ziel des

von Dr. Ingeburg und Werner Mannherz

ins Leben gerufenen Zahnmobils „Hilfe mit

Biss“. Seit April bietet die mobile Zahnarztpraxis

in Hannover zweimal wöchentlich an

verschiedenen Orten, wie dem Kontakladen

Mecki am Raschplatz und der Obdachlosenunterkunft

in der Schulenburger Landstraße,

zahnmedizinische Behandlungen

an. Träger des Projekts, an dem mehr als

20 Zahnärzte aktiv und ehrenamtlich beteiligt

sind, ist das Diakonische Werk Stadtverband

Hannover.

Dr. Ingeburg und Werner Mannherz,

Initiatoren des Zahnmobils: „Das Leitbild

für das Zahnmobil ist Handeln im Sinne

der Menschlichkeit. Nicht die Ellenbogen

sind unser wichtigster Körperteil, sondern

Herz und Verstand! Ehrenamtliche erleben

Freude aus dem gemeinschaftlichen Engagement

für andere.“ CB

Weitere Informationen finden Sie im Internet

unter www.zahnmobil-hannover.de

Bilder: ahrensmeier / powser, Stage Entertainment

K U LT U R

Voca People: Simply Great

“Simply great! A Knockout!” schrieb bereits die New York Times über Voca People.

Jetzt landen die musikalischen Aliens mit ihrem neuen Programm in Deutschland.

Voca People, das sind acht Weltklasse-

Musiker, die professionellen A-capella-

Gesang mit legendärer Beatbox-Kunst präsentieren.

Zwischen Dezember 2012 und

März 2013 geht die international gefeierte

Show auf Deutschland-Tour durch mehr

als 24 Städte. Michael Duwe, Geschäftsführer

Stage Entertainment Touring Productions

Germany, hat große Pläne: „Wir

sind sehr stolz, dass Voca People als international

gefeierte Show gemeinsam mit

uns, Stage Entertainment Touring Productions,

auf große Deutschland-Tournee

geht. Lior Kalfo hat die Erfolgsshow produziert

– und erntet internationale Anerkennung:

„Über 20 Millionen Klicks auf

youtube.com, mehr als 500.000 Zuschauer

weltweit, über 110.000 Facebook-Fans und

unsere Nominierung für die begehrte Off-

Broadway-Auszeichnung, den ‚Lucille

Lortel Award‘, sprechen für sich. Die Voca

People haben bereits die USA, Kanada,

Frankreich, Spanien und viele andere

Länder begeistert. Nun freuen wir uns,

dass wir die Chance bekommen, vor deutschem

Publikum zu performen.“ Die musi-

kalischen Superstars aus dem All machen

auf unterhaltsame Art jede Musik hörbar,

und das ganz ohne Instrumente. Ob

Michael Jacksons „Beat It“ oder Beethovens

„5. Sinfonie“ – die A-cappella- und

Beatbox-Künstler performen allein mit

ihren Stimmen und binden die Zuschauer

charmant und mit einem Augenzwinkern

in ihre Vorstellung ein. Kurzum: Bei dieser

Show kommt das Publikum aus dem Staunen

nicht heraus – ein grenzenloser Spaß

aus Musik, Beatbox und Comedy!

Michael Duwe: „Wir präsentieren

dem deutschen Publikum eine herausragende

Show, die Jung und Alt begeistern

wird. Die gelungene Mischung aus

Musik und Comedy ist einfach einzigartig

und komplettiert perfekt unser derzeitiges

Angebot im Bereich des Live-Entertainments.“

Beim Showcase in Hamburg haben

die Musiker bereits einen ersten Einblick

in ihr brandneues Programm gegeben. In

Hannover werden die acht Musiker von

Voca People am 5. März um 20 Uhr und

am 6. März um 19 Uhr im Theater am Aegi

zu sehen sein. HK

Weitere Informationen, Stationen der Tournee sowie die Eintrittspreise finden Sie im Internet

unter www.voca-people.de

g A S T R o N o M I E

Über den Dächern von Hannover

Zwei Brüder im Höhenrausch: Im Dezember eröffneten Deniz und Bedran Özgör im fünften

Stock des früheren Brinkmann-Hauses die erste Skybar Hannovers.

Die fünf Sinne des Menschen sind Riechen,

Schmecken, Sehen, Fühlen und Hören.

Seit Anfang Dezember 2012 ist die niedersächsische

Landeshauptstadt Hannover um

einen Sinn reicher: Genießen! „6 Sinne“

heißt die erste Skybar Hannovers im sechs-

ten Stockwerk des früheren Brinkmann-

Hauses. Dort können die Besucher jetzt

nach Vorstellung der Özgör-Brüder den

sechsten Sinn in Form des „höchsten

Genusses“ erleben. Von hier oben ist der

180-Grad-Panoramablick auf die City einfach

atemberaubend: Neben dem Anzeiger-Hochhaus

am Steintor, der Kreuzkirche,

Marktkirche und der Waterloosäule

zeichnen sich in der Ferne die „drei warmen

Brüder“ des Lindener Kraftwerks ab.

Fünf Jahre hatten die Brüder Deniz

und Bedran Özgör nach passenden Räumen

für ihr „6-Sinne-Konzept“ gesucht

und sich von anderen Skybars in Millionenmetropolen

wie Singapur und Dubai

inspirieren lassen. In der Georgstraße wurden

sie schließlich fündig. Auf 500 Quadratmetern

vermitteln hier nun harmonisch

aufeinander abgestimmte Farben von

Bilder: Marco König / Trend DESIgN, Stefan Neuenhausen, graziano Zampolin

Mobiliar und Wänden in Kombination mit

den modernen Möbeln des französischen

Stardesigners Philippe Starck hoch über

dem Dächern von Hannover ein ungeahntes

Gefühl von Freiheit. Durch eine offene

Showküche können sich die Besucher von

der frischen Zubereitung der mediterranen

Speisen selbst überzeugen, während

ihnen an der 14 Meter langen Theke eine

ganze Bandbreite von verschiedenen Cocktails

zur Auswahl steht. Unter ihnen: der

„Hugo Kinno“, benannt nach dem 22-jährigen

Cousin der Brüder, der den Einfall

für den Namen der Skybar hatte. Bald

schon wird auch Livemusik das Publikum

in 26 Metern Höhe zum Schwingen bringen.

Gewerkelt wird derzeit noch an der

großen Terrasse, die im Frühling auch den

Besuchern zugänglich sein soll.

Seit zehn Jahren sind die Brüder

Deniz, Bedran und Ferit Özgör in der

Gastronomie tätig. Neben dem Lifestyle

Bar & Restaurant „Hugo‘s“ im Ernst-

August-Carrée am Hauptbahnhof betreiben

sie auch das „El Solin-Restaurant“ in

der Oster- und Schillerstraße. JR

Weitere Informationen über Hannovers erste Skybar „6 Sinne“ finden Sie im Internet unter

www.6sinne-hannover.de

Sozialer leuchtturm

„Die Unsichtbaren

sichtbar machen!“

lautet das Credo des

gemeinnützigen Vereins

Business for Kids

e.V. (BfK), der sich für

Kinder und Jugendliche

in der Region

Hannover stark macht. Im November

hat der Verein den „Sozialen Leuchtturm

Hannover“, gestaltet vom hannoverschen

Künstler Della, auf den Weg

gebracht. Der 2,50 Meter hohe Leuchtturm

soll auf die vielen ehrenamtlichen

Helfer, Vereine und Institutionen aus der

Region Hannover aufmerksam machen,

die sich eher im Hintergrund für das

Wohl der Kinder und Jugendlichen einsetzen.

Seit November steht der Soziale

Designer-Leuchtturm im Fairkaufhaus

in der Limburger Straße 1 in Hannover

und wird in wenigen Monaten eine Tour

durch teilnehmende Unternehmen antreten,

um Spenden zugunsten bedürftiger

Kinderhilfsorganisationen und -projekte

zu sammeln. Die Aktion läuft bis zum

15. Juni 2013. Weitere Informationen

über den Sozialen Leuchtturm und den

gemeinnützigen Verein Business for Kids

e.V. finden Sie im Internet unter

www.business-for-kids.de

oh du

fröhliche ...

gerade zur

Weihnachtszeit

wächst das

gefühl der obdachlosen am Rande der

gesellschaft zu leben. Inspiriert vom

Musiker Frank Zander, der jährlich in

Berlin eine Weihnachtsfeier auf die

Beine stellt, zauberte jetzt auch der

Verleger Manfred Ilsemann mit vielen

prominenten Helfern über 400 Bedürftigen

in Hannover ein breites Lächeln ins

gesicht. Mit jeder Menge Unterhaltung

durch namhafte Künstler aus der hannoverschen

Musikszene und einem von

Rewe gesponserten Drei-gänge-Menü

blieb am 16. Dezember 2012 im HCC

Hannover Congress Centrum kein Auge

trocken. Ilsemann: „Die Veranstaltung ist

super gelaufen. Die vielen glücklichen

gesichter und strahlenden Kinderaugen

haben für alles entschädigt. Das Event

endete mit einem großen Finale aller

Musiker. Nächstes Jahr: Auf ein Neues!“


12 WiRtSChaFt REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 13

Der geheime Kommerzienrath Wilhelm Berding, Leiter der Mechanischen Weberei Linden, gehört zu den gründungsvätern und ist der

erste Vorsitzende des Fabrikanten-Vereins Hannover-Linden.

Der Industrie-Club Hannover ist wirtschaftliches und gesellschaftliches Forum für die Unternehmen aus der Region und begrüßt regelmäßig

hochrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Zu den gästen der Jubiläumsfeier im Landesmuseum Hannover zählten unter

anderem Ministerpräsident David McAllister (zweites Bild von links) und oberbürgermeister Stephan Weil (rechtes Bild).

125 Jahre gut vernetzt

Im Jahr 1887 als „Fabrikanten-Verein Hannover-Linden“ gegründet, vertritt der Industrie-Club Hannover heute die

wirtschaftlichen Interessen von rund 220 Unternehmen der Region und ist eines der wichtigsten Netzwerke Hannovers.

Text: Christin Borja, Katrin Langemann Fotografie: Industrie-Club Hannover

Seit 125 Jahren prägt der Industrie-Club Hannover die Wirtschaftslandschaft

in der Region. Heute ist er mit rund 220 Mitgliedern eine

Institution und Plattform für sowohl wirtschaftliche als auch gesellschaftliche

Themen. Die Mitgliederliste liest sich wie das Who is

Who der lokalen Wirtschaft: Bahlsen und Continental engagieren

sich im traditionsreichen Business Club, ebenso Sennheiser, TUI

und VGH – um nur einige Namen zu nennen. Der Industrie-Club

Hannover gehört zu den ältesten Wirtschaftsclubs in Deutschland

und ist eng mit der Geschichte der Leinestadt verbunden. Gegründet

wurde der Verein im Jahr 1887 von hannoverschen Unternehmern

wie Wilhelm Berding, den Brüdern Körting und Christian Jänecke

als „Fabrikanten-Verein Hannover-Linden“. Dr. Wolf-Rüdiger Reinicke,

Geschäftsführer des Industrie-Club Hannover e.V.: „Damals

wollte man das allgemeine Interesse der lokalen Industrie wahren,

aber auch das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgebern und

Arbeitern stärken und gemeinsame Interessen und soziale Einrichtungen,

wie zum Beispiel Betriebskindergärten, fördern. Networking

und Corporate Social Responsibility nennt man das heute.“

Im Laufe der Zeit hat sich einiges verändert – Fokussierung

der Vereinsschwerpunkte auf die gegenseitige Unterstützung der

lokalen Unternehmer, mehrere Änderungen des Vereinsnamens,

Ausweitung der Vereinsaktivitäten auf ganz Niedersachsen, Öffnung

auch für Mitglieder aus anderen Wirtschaftsbereichen, der

Wissenschaft und der Kunst sowie Erweiterung des Tätigkeitsbereichs

– doch seinen Grundwerten ist der Club stets treu geblieben.

Dr. Wolf-Rüdiger Reinicke: „Der Industrie-Club bildet vor allem ein

Forum für den freien und offenen Austausch von Meinungen und

Erfahrungen für Vorstände und Führungskräfte der Wirtschaft in

dieser Region, aber auch den Dialog mit Entscheidern aus Politik

und Verwaltung, Kultur und Wissenschaft. Dazu dient ein breites

Spektrum an Monatsveranstaltungen mit Vorträgen, Workshops,

Exkursionen und vielem mehr. Wir engagieren uns mit verschiedenen

Initiativen für die Förderung des Wirtschaftsstandorts, der

Mitarbeiter und der gesellschaftlichen Interessen.“

Neben „Tradition“ waren immer auch die Schlagworte

„Moderne“ und „Weiterentwicklung“ die treibenden Kräfte für den

Verein. Dr. Wolf-Rüdiger Reinicke: „Gerade in Zeiten des raschen

Wandels ist es wichtig, an Traditionen anzuknüpfen. Dabei darf

man nicht immer mit der Zeit gehen, muss aber stets auf der Höhe

der Zeit sein. Auch der Industrie-Club wird sich Neuem öffnen,

sei es bei Mitgliedschaften oder Veranstaltungsformaten, und wird

Neuerungen einführen. Sicher ist aber, dass elektronische Kommunikation

und Social Media das persönliche Treffen nicht ersetzen

können. Der Erfolg eines Unternehmens, einer Institution und

Region hängt auch davon ab, wie gut alle maßgeblichen Kräfte

untereinander vernetzt sind. In dieser Funktion wird der Industrie-

Club Hannover seinen herausragenden Wert behalten. Es wird auch

künftig etwas Besonderes bedeuten, hier Mitglied zu sein und an

seinen Veranstaltungen teilzunehmen.“

Weitere Informationen über den Industrie-Club Hannover e.V.

finden Sie im Internet unter www.industrieclub-hannover.de


14 WiRtSChaFt REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 15

Einkaufsstadt Hannover

Die Region Hannover gehört zu den fünf stärksten Handelsstandorten in Deutschland. In den vergangenen zehn Jahren

ist vor allem die Innenstadt Hannovers in puncto Einzelhandel auf Wachstumskurs gegangen. Eine Bestandsaufnahme.


16 WiRtSChaFt REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 17

Die Ernst August galerie wurde im oktober 2008 eröffnet und gehört seitdem zu den wichtigsten Shoppinginstitutionen in Hannovers City.

„Die Stärken unSereS einzelhanDelS SinD

Die Vielfalt unD Die traDitionen, aber auch

kreatiVität unD flexibilität, auf trenDS unD

Strömungen zu reagieren.“

Martin Prenzler, geschäftsführer der

City-gemeinschaft Hannover e.V.


18 WiRtSChaFt REgJo HANNoVER

Seit 1988 ist die kleine, edle Kröpcke

Passage zwischen den Rathenau-Arkaden

und der Luisenstraße als Adresse für

Luxus und Lifestyle bekannt.

Text: Chistin Borja, Stefanie Stüting Fotografie: Marco Bühl

Einige Superlative müssen es schon sein, wenn man

über das Herzstück der niedersächsischen Landeshauptstadt

und sein kommerzielles Potenzial philosophiert.

„Hannovers City verfügt über die größte zusammenhängende

Fußgängerzone Deutschlands und gehört zu

den zehn meistbesuchten Flaniermeilen der Republik.

Wir haben eine ausgewogene Balance zwischen großen

Namen, bekannten Ketten und Familienunternehmen

– beste Voraussetzungen also für einen breitgefächerten

Branchenmix“, erklärt Martin Prenzler, Geschäftsführer

der City-Gemeinschaft Hannover e.V. In einem

bundesweiten Ranking der Einzelhandelsumsätze 2012

von der Gesellschaft für Konsumforschung belegt die

Region Hannover mit 6,5 Mrd. Euro Platz fünf der

umsatzstärksten Landkreise und Städte. Dahinter liegen

unter anderem Düsseldorf, Frankfurt am Main und

Essen. Damit schließt sich die niedersächsische Landeshauptstadt

begehrten deutschen Einkaufsmetropolen

an. Aber welche Faktoren haben eigentlich zu einer

so positiven Einzelhandelsentwicklung beigetragen?

Seit 2000 wurden die Passerelle umgebaut, der

Platz der Weltausstellung mit Teilen der Oster- und der

Karmarschstraße, der Bereich um die Oper, der Bereich

Raschplatz hinter dem Bahnhof und die Lange Laube.

Dennis Dix, Pressesprecher der Landeshauptstadt Hannover

fasst den heutigen Stand der Dinge zusammen:

„Ein Schwerpunkt im Zusammenspiel von öffentlichen

und privaten Investitionen findet zurzeit im Bereich

rund um das Center am Kröpcke statt. Dies wird gerade

mit einem Volumen von rund 200 Mio. Euro umgebaut

und deutlich aufgewertet. Im direkten Umfeld investiert

die Landeshauptstadt bis 2014 etwa 4,3 Mio. Euro

in die Neugestaltung der öffentlichen Flächen.“ Die

Hälfte der Maßnahmen ist bereits fertiggestellt, der Rest

Ein hannoversches Urgestein: 1935 gründete

Theo Wormland in Hannover das gleichnamige

Unternehmen für Männermode. Mittlerweile umfasst

die Unternehmensgruppe die beiden Storekonzepte

WoRMLAND und THEo. Mit 16 Filialen in elf

Metropolen gehört die Theo Wormland gmbH & Co.

Kg heute zu den führenden deutschen Men’s

Fashion Spezialisten. Die Unternehmenszentrale

hat ihren Sitz nach wie vor in Hannover.

kann erst nach Abschluss des Hochbaus erfolgen. Schon

im Vorfeld hatten Abdichtungsarbeiten zur darunterliegenden

Einkaufsebene Niki-de-Saint-Phalle-Promenade

bereits eine zusätzliche Million Euro gekostet.

Diese Einkaufslage wird noch deutlich an Attraktivität

gewinnen, schätzt Dennis Dix. Größere Strahlkraft hat

seit 2008 auch der nördliche Teil der Innenstadt durch

die Umbaumaßnahmen im Bereich des Rosenquartiers

zwischen Kurt-Schumacher-Straße und Schillerstraße

gewonnen. Auch der Neubau der Ernst August Galerie

auf den ehemaligen Post- und Bahnflächen hat dazu

beigetragen. Am Rande der Innenstadt wird zurzeit der

Bereich Klagesmarkt und Goseriede für rund 6 Mio

Euro umgebaut.

Die Erfolgsformel liegt in einem breiten Einzelhandelsangebot

und verhältnismäßig großen Verkaufsflächen.

Diese Kombination bildet die Basis für

eine positive Entwicklung – Stichwort „Wachstum“.

Über 800.000 Quadratmeter Verkaufsfläche im Stadtgebiet

davon 250.000 in der Innenstadt hat das Netzwerk

„Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover“ ermittelt

(EWR Konsensprojekt 2012). Zusätzlich ist viel

passiert in der City von Hannover. Sanierungs- und

Modernisierungsprozesse haben lukrative Einkaufslagen

geschaffen. Neues Leben und ein attraktives Facelift

hat man auch dem Einkaufsbahnhof verpasst. Ute

Rausch, Vermarktungsmanagerin Hannover Hauptbahnhof:

„Seit der Sanierung des Hauptbahnhofs zur

Expo 2000 ist das Einkaufen am Bahnhof Hannover

immer mehr in den Fokus gerückt und das mit Erfolg –

täglich frequentieren rund 250.000 Reisende und Besucher

den Bahnhof. Unser Einkaufsangebot richtet sich

sowohl an den gestressten Geschäftsreisenden als auch

an Familien beim Wochenendbummel.“ Vielfältige und

REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 19


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moderner

6,5 Mrd.€

Umsatz in der Region Hannover 2012

800.000 m

Verkaufsfläche im Stadtgebiet Hannover

attraktive Einkaufsmöglichkeiten, lange Öffnungszeiten

und Events wie der monatliche SchlemmerJAZZ: Damit

ist die Bahnhofstraße mit dem Einkaufsbahnhof eine der

zentralen Shoppingadressen in Hannover.

Gleich um die Ecke empfangen große Häuser wie

die Galeria Kaufhof ihre Kunden, eine Ebene tiefer auf

der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade finden sich kleinflächige

Shops und Gastronomien. 2011 zählte das Immobilienunternehmen

Engel & Völkers Passanten in deutschen

Einkaufsstraßen – mit einem deutlichen Ergebnis

für Hannover: Die Bahnhofstraße gehört zusammen mit

der Georgstraße zu den Top 10 der passantenreichsten Einkaufsstraßen

Deutschlands. Ob die Eröffnung des neuen

Apple Stores in der Bahnhofstraße in den kommenden

Jahren noch mehr kauflus tiges Volk anzieht und diese

Position weiter ausbaut, bleibt abzuwarten.

Die begehrtesten Einzelhandelslagen der Stadt zweigen

vom Kröpcke Platz ab: Große Packhofstraße, Georg-

und Karmarschstraße heißen die 1A-Adressen. Der Run

auf die beste Location ist längst eröffnet und bringt als

unabdingbare Nebenwirkung saftige Mietsteigerungen

mit sich. Der Zehn-Jahres-Vergleich im Immobilienbericht

2012 der Region Hannover spricht von einer Erhöhung der

Ladenmieten von 25 Prozent. Aktuell werden in den vier

Top-Einkaufsstraßen Quadratmeterpreise bis zu 165 und

190 Euro aufgerufen. Arne Decker, Referent für Stadt &

Handel beim Handelsverband Hannover: „Die 1A-Lagen

in der Innenstadt haben sich in den vergangenen Jahren

exzellent entwickelt und finden bei Handelsunternehmen

weltweit großes Interesse. Ein Ende dieses Trends ist nicht

bunter

Das Zusammenspiel verschiedener Faktoren trägt zur positiven Einzelhandelsbilanz

der Region und Stadt Hannover sowie zur Vergleichbarkeit mit den großen Shoppingstädten bei.

2

REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 21

attraktiver

250.000

Reisende und Besucher im Einkaufsbahnhof

in Sicht, allerdings mangelt es trotz hoher Nachfrage auch

in Hannover an verfügbaren Flächen für große neue Läden,

sodass diese wohl eher über Revitalisierung, Umnutzung

und Umbau realisiert werden.“

der Faktor Wettbewerb beflügelt Ketten, traditionsunternehmen

und Start-ups gleichermaßen.

Mit einer Umbauphase von etwa zehn Wochen hat sich der

Wormland Flagshipstore in der Großen Packhofstraße 2011

ein neues Gesicht gegeben. Seit der Gründung des ersten

Stores 1935 ist Wormland seinem Zentralsitz in Hannover

treu geblieben. Konkurrenz aus dem Internet, immer auf

die neuesten Trends reagieren zu müssen – die Herausforderungen

in der Fashionbranche sind groß. Wie wichtig es

deshalb ist, seine Position zu stärken, erklärt Dirk Koeberle,

Marketingleiter bei Wormland: „Kunden möchten ein Einkaufserlebnis

und eine positive Emotionalität mit nach

Hause nehmen. Eine haptische Auswahl von Fashion kann

nur in einem Store und nicht im Internet erlebt werden.

Bei uns steht deshalb die individuelle Beratung der Kunden

im Vordergrund. Service wird bei uns großgeschrieben

und in erster Linie durch unsere Fashion-Kompetenz

geleistet. Die Erlebbarkeit unserer Stores unterstützen wir

durch Coffee-Lounges, iPad-Stations und vieles mehr.“

Der Faktor Wettbewerb beflügelt natürlich auch die

Entwicklung hannoverscher Traditionsunternehmen. Martin

Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft Hannover

e.V.: „Die Stärken unseres Einzelhandels sind die

Vielfalt und die Traditionen, aber auch Kreativität und Fle-


Nicht nur in den zentralen Innenstadtlagen,

sondern auch im

Umland wie zum Beispiel in Langenhagen,

setzen sich Center-

Konzepte durch und sorgen für

eine herausragende Strahlkraft

der Region Hannover. Auf dem

Bild: die Ernst August galerie.

xibilität, auf Trends und Strömungen zu reagieren. Wir

haben in Hannovers City Familienunternehmen mit langer

Firmengeschichte, die heute jedoch flexibel und ideenreich

sein müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Junge

Unternehmen kommen hinzu, die ein Gespür für die aktuellen

Trends haben und mit kreativen Ideen neue Märkte

und neue Käufer erschließen.“ Die Eröffnung der irischen

Modekette Primark im ehemaligen SinnLeffers Haus in der

Osterstraße zum Beispiel hat für Belebung in einer eher

ruhigen Ecke der City gesorgt. Primark hat die aufwendige

Sanierung auf eigene Kosten realisiert und zieht jetzt

auch auswärtige Kundschaft in die niedersächsische Landeshauptstadt.

Trotz der Konkurrenz zu anderen günstigen

Modeanbietern in der City stimuliert der rund 9.000

Quadratmeter große Moderiese sogar die Geschäftstüchtigkeit

seiner Nachbarn. Der Coffeeshop Bean’s since Coffee

hat das Potenzial erkannt, das die Menschentrauben

mit sich bringen, die täglich bei Primark auf das ultimative

Schnäppchen hoffen und einen Shop direkt neben Primark

eröffnet. Das Beispiel zeigt, wie durch Wechselbeziehungen

in einer Einzelhandelsgemeinschaft Erfolgspotenziale

gehoben werden können. Martin Prenzler sagt zu den

Herausforderungen des innerstädtischen Einzelhandels:

„Es gibt Preiskämpfe, die Konkurrenz durch Internethandel,

steigende Kosten, gutes Personal ist Gold wert und die

Käufer können ihren Euro ja auch nur einmal ausgeben.

Da heißt es einfach gut sein, gute Ideen haben, langfristig

strategisch denken und darauf achten, dass die eigenen

Interessen auch gewahrt werden. Wer sich da mit anderen

zusammentut, um gemeinsame Ziele zu erreichen,

wie wir in der City-Gemeinschaft, der hat ganz klar einen

Wettbewerbsvorteil.“

Attraktive Einzelhandelslagen für Händler und Konsumenten,

eine wettbewerbsstarke Community – so weit,

so gut. Der Einzelhandel in der City von Hannover wird

aber noch durch eine weitere Komponente geprägt: die

Einkaufscenter und -passagen. Direkt neben dem Hannover

Hauptbahnhof hat sich die Ernst August Galerie innerhalb

von vier Jahren zu einem festen Bestandteil im hannoverschen

Einzelhandel entwickelt. Tagtäglich strömen

über 30.000 Besucher in die Galerie. Was sie so besonders

attraktiv macht, weiß die Centermanagerin Catharina

Schubert: „Unser Ziel ist es, die Galerie aktuell zu halten,

indem wir neue Marken in die Innenstadt von Hanno-

REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 23


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ver bringen, die es hier vorher nicht gab. Hollister ist ein

Beispiel dafür.“ Auf eine exklusive Atmosphäre wird in

der Kröpcke Passage Wert gelegt. Die Durchgangspassage

an der Ecke Rathenau- und Luisenstraße ergänzt mit 18

Luxusgeschäften die Einkaufslandschaft in der City. In

der Theaterstraße 14 ist die Jugendstil-Architektur der

Galerie Luise längst zum Sinnbild für ein Stück hannoverscher

Kaufmannsgeschichte geworden. Den Ursprung

der Passage bildete ein Jugendstil geprägtes Kaufmannsgebäude.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden hier

Haushaltswaren und Büroartikel verkauft. Die hannoversche

Museumsgesellschaft war ebenfalls hier angesiedelt.

Heute gehört die Galerie zu den wichtigsten und schönsten

Einkaufspassagen der Stadt.

Positive einzelhandelsbilanz: einkaufen in der Region

hannover ist moderner, attraktiver und bunter geworden.

Arne Decker, Referent für Stadt & Handel beim Handelsverband

Hannover, sieht die Attraktivität des Standortes

jedoch nicht nur auf den Innenstadtbereich beschränkt:

„In der gesamten Stadt finden sich zahlreiche Geschäftslagen,

die mit individuellen Angeboten und spannenden

Ladenkonzepten aufwarten. Aber auch in den Umlandkommunen

gibt es attraktive Einzelhandelsstandorte mit

großer Strahlkraft, die sich zunehmend stärker am Markt

positionieren. So wurden beispielsweise in Langenhagen

mit der Erweiterung des City Centers (CCL) rund 17.000

Quadratmeter neue Verkaufsfläche realisiert.“ Neue Verkaufsflächen

schaffen Raum für neue Konzepte und Branchen,

erklärt Alexander Balzer, Centermanager des CCL:

„Langenhagen erobert sich mit dem City Center verloren

REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 25

Attraktive Einzelhandelslagen

für

Händler und Konsumenten,

eine

wettbewerbsstarke

Community – das

Einzelhandelsbild

in der Hannover

City wird durch

eine weitere Komponente

geprägt:

Einkaufscenter

und -passagen.

gegangene Kaufkraft, die in die Innenstadt von Hannover

oder in andere Handelsagglomerationen abgeflossen

ist, zurück.“ Catharina Schubert, Centermanagerin der

Ernst August Galerie: „Ich beobachte mit großer Faszination

die Entwicklung des Einzelhandels in Hannover in

den vergangenen Jahren. Der Investitionsboom ist mehr

als erfreulich und trägt dazu bei, dass die Anziehungskraft

von Hannover auch überregional immer stärker wird.“ Im

Vergleich zu benachbarten Landkreisen in Niedersachsen

besitzt die gesamte Region Hannover eine herausragende

Anziehungskraft. Die Kaufkraftzuflüsse aus dem Umland

übersteigen den Abgang an Kaufkraft aus der Region. Das

belegt die Zentralitätskennziffer der Region von 103,3 Prozent

laut dem EWR Konsensprojekt 2012. Einkaufen ist

in der Region Hannover moderner, attraktiver und bunter

geworden. Besonders das Zusammenspiel einzelner Faktoren

hat zur positiven Einzelhandelsbilanz und zur Vergleichbarkeit

mit den großen Shoppingstädten beigetragen.

Dennis Dix: „Das Potenzial des Einzelhandels in der

Innenstadt von Hannover ist nach wie vor gekennzeichnet

durch eine sehr hohe Zentralitätskennziffer von 118,3,

die wiederum auf einen großen Einzugsbereich sowie eine

große Anziehungskraft hindeutet.“ Doch ausruhen auf den

bislang erreichten Lorbeeren will man sich in der Landeshauptstadt

nicht: Geplant sind der Umbau und die Aufwertung

der südlichen Karmarschstraße in Zusammenhang

mit dem Bau von behindertengerechten Zugängen

und Aufzügen für die Stadtbahn. Außerdem soll die Umgestaltung

der Schmiedestraße für eine bessere Verzahnung

von Altstadt und Innenstadt sorgen. Dix: „Solche öffentlichen

Maßnahmen können durchaus Impulsgeber für

Inves titionen von privater Hand sein.“


26 WiRtSChaFt REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 27

Einzigartig in Europa

Mit dem neuen Testzentrum für Tragstrukturen von Windenergieanlagen nimmt die Region Hannover

auf diesem Forschungsgebiet eine Führungsrolle ein.


28 WiRtSChaFt REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 29

Bild rechts: Zwei großversuchseinrichtungen

sind in das Testzentrum Tragstrukturen integriert:

Die grundbauversuchsgrube (links) und das

Spannfeld (rechts) mit dem Testfeld für hybride

Verbundstrukturen sowie den Widerlagerwänden.

Bild oben: die grundbauversuchsgrube mit

Wasser gefüllt. grafiken: Fraunhofer IWES

„alle StromkunDen

bunDeSweit profitieren

Von DieSer forSchung

in hannoVer.“ Prof. Dr.-Ing. habil. Raimund Rolfes

Text: Stefanie Stüting Fotografie: Wolfhard Scheer/Fraunhofer IWES

Für 25 Millionen Euro entsteht an der Leibniz Universität Hannover

das neue Testzentrum für Tragstrukturen, in dem ab Juni 2014

Offshore-Windenergieanlagen erprobt werden sollen. Die europaweit

einmalige Forschungseinrichtung wird vom Fraunhofer-Institut

für Windenergie- und Energiesystemtechnik (IWES) betrieben,

mit dem die Leibniz Universität einen Kooperationsvertrag

geschlossen hat. Das Bundesminis terium für Umwelt, Naturschutz

und Reaktorsicherheit trägt den größten Teil der Baukosten, aber

auch Land, Europäische Union und Leibniz Universität beteiligen

sich an der Finanzierung. Die Ziele des Forschungsprojekts: die

Lebensdauer von Windenergieanlagen verlängern, Produktionskos-

ten senken und die Tragstrukturen der Anlagen sicherer machen.

die optimierung von designs und Bauverfahrenstechniken

steht im Vordergrund der Forschung.

Prof. Dr.-Ing. habil. Raimund Rolfes ist zusammen mit seinem

Kollegen Prof. Dr.-Ing. Peter Schaumann Standortleiter des neuen

Testzentrums und erklärt, welchen Aufgaben die Forscher sich

hier stellen. „Alles unterhalb der Gondel – also der Windturbine

– ist die Tragstruktur einer Windkraftanlage. Diese ist offshore,

also draußen im Meer, natürlich viel aufwendiger und komplexer

als onshore. Etwa ein Drittel der Kosten für Windanlagen auf

dem Meer gehen allein für die Tragstrukturen drauf.“ Da liegt es

auf der Hand, dass an diesem Drittel nochmal geschraubt werden

soll. Das fordert auch die Industrie. Leicht gesagt, wenn man sich

klarmacht, wie schwierig bis unmöglich entsprechende Forschungen

bislang waren. „Tragstrukturen werden von Bauingenieuren

gebaut, wie zum Beispiel auch Brücken. Eine Brücke baut man,

es gibt keine Probebauten oder Prototypen. Aber es ist eben auch

nur eine einzelne Brücke. Wenn die Kosten höher ausfallen, ist

das ein einmaliger Vorgang. Für die Windparks produzieren wir

jedoch in Serie, da werden gleich 1.000er Auflagen hergestellt.

Mögliche Einsparpotenziale rechnen sich also überproportional

schnell hoch.“

In dem neuen Testzentrum werden die Tragstrukturen unter

möglichst lebensechten Bedingungen, wie sie auf hoher See gegeben

sind, getestet. Prof. Rolfes: „Das Besondere ist, dass wir erstmals

großskalige Versuche unter dreidimensionaler Belastung

durchführen können.“

9 mal 14 Meter breit und 10 Meter tief ist die sogenannte

Grundbauversuchsgrube, die mit Nord- oder Ostseesand gefüllt

wird und so den Meeresboden nachbildet. In diese Grube wird

eine Tragstruktur im verkleinerten Maßstab gerammt. „So bilden

wir die echten Bedingungen draußen auf dem Meer nach. Oben

drauf setzen wir ein Belastungskreuz, über das wir nun den stäh-


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lernen Fuß drücken, ziehen und biegen können. Wir wiederholen

dabei viele Lastwechsel.“ Wie verhält sich das

Bauwerk auf dem sandigen Meeresuntergrund, wie gut ist

es fixiert, wird sich die Anlage neigen oder zeigt der Boden

im Laufe der Zeit Ermüdungserscheinungen?

Alles Fragen, die die Forscher nun erstmals an sehr

großen Versuchskörpern testen und klären können.

„Unsere Versuchsgrube ist in Europa einzigartig und auch

weltweit ist mir keine vergleichbare Anlage bekannt.“

Auch die Frage, wie viel Lärm das In-den-Boden-Rammen

der Tragstruktur verursacht, werden die Forscher untersuchen.

„Das ist ein wichtiger Aspekt beim Thema Meerestierschutz“,

so Prof. Rolfes. Getestet wird im Zeitraffer,

also mit einer höheren Frequenz als in der Wirklichkeit.

„Wir wollen herausfinden, wie sich Materialien und Konstruktionen

verhalten, kostengünstigere Lösungen finden

und auf ihr Verhalten auf hoher See testen.“

Der zweite Schauplatz des neuen Zentrums ist das

18,5 mal 9,5 Meter große Spannfeld. Das ist zunächst

nichts besonderes, sogenannte Spannfelder findet man

überall. Die Besonderheit in Hannover sind die großen

Betonwände gleich daneben. „Durch diese Betonwände

können wir vertikale und horizontale Kräfte einwirken

lassen und sind so in der Lage, die sogenannten kritischen

Fügeverbindungen auf ihre Haltbarkeit zu testen.“ Grouted

Joints nennen die Wissenschaftler diese kritischen Verbin-

REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 31

In Bremerhaven stehen etliche Tragstrukturen

für offshore-Windenergieanlagen

bereit, um zu ihrem Einsatzgebiet in der

Nordsee gebracht zu werden.

dungen, bei denen zwei Stahlrohre durch Vergussmörtel

zusammengehalten werden. Jetzt können sie dreidimensional

auf ihre Lebensdauer geprüft werden.

Das dritte Standbein des neuen Testzentrums sind

Speziallabore, in denen spezifische Probleme untersucht

werden sollen. Schadensfrüherkennung, Klimakammer,

Bodenmechanik und Betonlabor sind die großen Stichworte,

zu denen hier gearbeitet werden soll. „Hannover

wird damit europaweit, wenn nicht weltweit, führend in

der Forschung von Tragstrukturen“, so Prof. Rolfes.

Die Bedeutung für das Land Niedersachsen und die

gesamte Energiewende seien ganz enorm, alle Stromkunden

profitieren von dieser Forschung. Und wie geht es weiter

mit dem Traum vom sauberen Strom? „Die Politik hat

verstanden, dass die Energiewende kommen muss und der

politische Wille ist stark. Man scheint allerdings noch auf

der Suche nach dem richtigen Weg zu sein. Es dauert länger

als gedacht – aber die Wende wird sicher kommen.“

Ministerpräsident David McAllister: „Wir bauen die

niedersächsischen Stärken in der Energieforschung gezielt

aus. Das neue Testzentrum wird einen entscheidenden Beitrag

zur besseren Nutzung der Windenergie leisten. Es wird

mit dazu beitragen, dass die Energiewende gelingt.“

Weitere Informationen zum Testzentrum, den Akteuren und

Aufgaben im Internet unter www.tth.uni-hannover.de


32 PoRtRait REgJo HANNoVER Das Magazin für die Region Hannover Spezial Celle

Ihr persönliches Exemplar zum Mitnehmen

Museum für Energiegeschichte(n) in Hannover mit der Sonderausstellung „Licht an!“: Zeitzeugen berichten Ende des 19. Jahrhunderts:

„Die Lampen auf dem Bahnhofsvorplatz leuchteten so hell, dass die Vögel nachts anfingen zu singen.“

Wie das Licht elektrisch wurde

Vom antiken Öllämpchen bis zur modernen Straßenlaterne mit LED, vom Steinschlossfeuerzeug bis zum Lichtschalter

aus Porzellan: Das Museum für Energiegeschichte(n) zeigt in seiner Sonderausstellung, wie das Licht elektrisch wurde.

Text: Stefanie Stüting Fotografie: Museum für Energiegeschichte

Bis es endlich hell wurde in den Wohnzimmern und auf den Straßen

der Menschheit, hat sie tausende von Jahren an der Idee getüftelt,

mit künstlicher Beleuchtung endlich selbst den Finger auf dem

Lichtschalter zu haben und Licht ins Dunkel zu bringen, wann

immer es gefällt. Ein Menschheitstraum. „Licht an!“ heißt die

aktuelle Sonderschau des Museums für Energiegeschichte in Hannover,

die die abenteuerliche Suche nach dem Geheimnis künstlicher

Beleuchtung insbesondere während der vergangenen 300

Jahre skizziert. Mehr als 100 Originalexponate aus den Beständen

des Museums sowie Leihgaben aus dem Historischen Museum

Hannover und dem Bomann Museum in Celle erzählen die wechselvolle

Geschichte des elektrischen Lichts und seiner Erfinder.

Forscher vermuten heute, dass es vielleicht das ins Lagerfeuer

spritzende Fett eines Fleischstückes war, das erstmals zur Idee der

Öllampe führte. Eine tönerne, byzantinische Öllampe aus dem

6. bis 8. Jahrhundert – das älteste Stück der Ausstellung – markiert

den Ausgangspunkt der Geschichte des Lichts. Über die Jahrhunderte

hinweg veränderten sich nicht nur die Formen, sondern

auch die Brennstoffe der Lampen. Vom Tierfett zum Olivenöl, vom

Rüböl zum Petroleum leuchtete, brannte, stank und qualmte es

mal mehr, mal weniger gut. Eine entscheidende Verbesserung der

Öllampentechnik gelang dem Schweizer Physiker und Chemiker

Francois Argand Ende des 18. Jahrhunderts. Er hatte erkannt, dass

man für einen optimalen Verbrennungsprozess Sauerstoff benötigt

und erfand den nach ihm benannten Brennertypus. Ausgestattet

mit Runddocht, Frischluftzufuhr, seitlichem Tank und Glaszylinder

verbreitete die Argand-Lampe fortan nahezu flackerfreie

Helligkeit. Rund 100 Jahre später sorgte der österreichische Chemiker

Carl Auer von Welsbach mit einem kleinen, weißen Baum-

wollstrumpf für Furore und revolutionierte das damalige Gaslicht.

Getränkt mit einem Metallgemisch aus den Seltenen Erden, glühten

diese Strümpfe einige Jahre so hell, dass sie selbst die Konkurrenz

der ersten elektrischen Lampen nicht zu fürchten brauchten.

Noch mehr Licht – und da kniffen schon viele Zeitgenossen die

Augen zusammen – brachten die elektrischen Bogenlampen, die

1889 auf meterhohe Masten montiert in Hannover den Bahnhofsvorplatz

beleuchteten. Riesig wirkten die Lampen gegenüber den

alten Gaslaternen. Zeitzeugen sollen berichtet haben, dass sogar

Vögel zu nächtlicher Stunde zu singen angefangen hätten, weil sie

von der gleißenden Helligkeit irritiert waren.

Weil man Licht nicht nur an, sondern in der Regel auch wieder

ausknipsen möchte, unternimmt die Ausstellung auch beim elektrischen

Zubehör eine Zeitreise und zeigt nostalgische Lichtschalter,

Fassungen, Leitungen, Sicherungen, Isolatoren und Messgeräte

aus den Anfängen der Elektrifizierung.

Es stehen viele Namen auf der Tafel mit den Erfindern und

Forschern, die an der Glühlampe gearbeitet haben. Dass es letztlich

Thomas Alva Edison war, der seine Lampe zum Welterfolg machte,

hatte einen einzigen Grund: Edison war nicht nur Erfinder, sondern

auch Geschäftsmann mit viel Sinn für das Praktische. Und

so war er derjenige, der als erster neben der glühenden Kohlefadenlampe

auch ein komplettes Beleuchtungssystem bereitstellen

konnte: von der elektrischen Kraftstation bis zum Lichtschalter aus

Porzellan. Noch heute gehen die Größenangaben der Schraubsockel

„E14“ und „E27“ auf den genialen Erfinder zurück. Denn das

E steht für Edison.

Weitere Infos im Internet unter www.energiegeschichte.de

Celle


Celler Superlative

REgJo HANNoVER Celle III

Standort internationaler Unternehmen, aber auch das

größte Fachwerk-Ensemble Europas sind in Celle zu Hause.

Celle und seine Menschen, allen voran Oberbürgermeister Dirk-

Ulrich Mende, haben eigentlich keine Lust mehr, immer nur als

das „Tor zur Südheide“ bezeichnet zu werden. Vor allem, weil dazu

auch gar kein Grund besteht. Vielmehr empfindet sich die Stadt

als nördliche Ergänzung der Region Hannover und kämpft dementsprechend

auch entschlossen für eine noch bessere Verkehrsanbindung

an die niedersächsische Landeshauptstadt.

In dieser Ausgabe des RegJo Hannover haben wir uns deshalb

entschlossen, einen genaueren Blick auf die Stadt Celle zu werfen,

wo sich neben historischer Architektur und europaweit einmaligen

Kulturstandorten auch namhafte Wirtschaftsunternehmen

mit internationaler Strahlkraft entdecken lassen. Ihre Kompetenzschwerpunkte

liegen in der Erdöl- und Erdgas-Zulieferindustrie

und im Bereich der erneuerbaren Energien, der Geothermie.

Über 40 Unternehmen dieser Sparten mit zusammen etwa 8.000

Arbeitsplätzen bilden in Celle das „deutsche Houston“. Rund 17.000

Menschen kommen jeden Tag zum Arbeiten, Einkaufen oder zur

Teilnahme am kulturellen Leben nach Celle. Der Blick nach Hannover

hat für die Celler aber auch historische Hintergründe: Seit

vielen Jahrhunderten ist man nämlich auch politisch mit Hannover

verbunden. So heiratete Sophie Dorothea, die Tochter des letzten

Celler Herzogs, Georg Ludwig von Hannover, den späteren Kurfürsten

und König Georg I. von Großbritannien.

Mit dem ersten Celle Spezial in seiner Geschichte macht das

RegJo den Blick frei auf eine spannende und lebendige Stadt, die

es unbedingt wert ist, näher erkundet zu werden. Wir laden Sie

ein, auf einen informativen und eindrucksvollen Rundgang …

Stefanie Stüting

Chefredaktion

impressum. herausgeber PoLYgo Verlag gmbH, Hainhölzer Straße 5, 30159 Hannover,

Telefon: 0511 16 99 69-0 , Fax: 0511 16 99 69-21 Chefredaktion Stefanie Stüting Redaktion

Katrin Langemann, Juliette Rahn Fotografie Marco Bühl, DELTA plus Datensysteme, Eisermann‘s

grill und gastronomiebetriebe, Miredi – Fotolia.com, Nds. Landgestüt Celle, orchideenzentrum

Wichmann gmbH, SEMA Ag, Stadt Celle, Tourismus & Stadtmarketing Celle, SVo Holding

gmbH, Veolia Water – VWS Deutschland gmbH Marketingleitung John D. Swenson (swenson@

regjo.de) objektleitung Michael Mohné (mohne@polygo.de) geschäftsführung Thomas Wirth

(wirth@polygo.de) layout Ines Erdmann, Eva-Katarina griesheimer

Cover: Marco Bühl


IV Celle REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER Celle V

Die Fachwerkperle

Immer wieder unterschätzt und doch ein nennenswerter Player in Norddeutschland. Zwischen Lüneburg,

Hannover und Hamburg ist Celle eine echte Fachwerkperle und zugleich Standort von namhaften global Playern.

Bild: Marco Bühl


VI Celle REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER Celle VII

„nach meinem Dafürhalten

iSt celle eine StaDt, Die

innerhalb nieDerSachSenS

immer Darunter leiDet,

DaSS Sie unter wert

Verkauft wirD.“

Dirk-Ulrich Mende, oberbürgermeister Celle

Bild: Marco Bühl


Bilder (6): Marco Bühl

VIII Celle REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER Celle IX

Celle gilt als südliches Tor zur Lüneburger Heide und ist eine Stadt mit einer pittoresken

Altstadt mit über 400 Fachwerkhäusern und einem Schloss im Stil der Renaissance und

des Barocks. Die Fachwerk-Altstadt ist die Hauptattraktion der Stadt Celle. Im Zweiten

Weltkrieg unbeschadet geblieben, sind dort zahlreiche Fachwerkhäuser aus den letzten

Jahrhunderten zu finden, die − vor allem an der Zöllnerstraße und der Neuen Straße − teils

aufwendig originalgetreu restauriert wurden. Hierzu zählen auch die Celler Synagoge und

das wohl bekannteste Fachwerkhaus, das Hoppener Haus.


Bild: Tourismus & Stadtmarketing Celle

X Celle REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER Celle XI

Kein Erdöl ohne Celle

Wer kennt Celle als Stadt der Energie und internationalen Spitzentechnologie? oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende

meint, seine Stadt werde ständig unter Wert verkauft. Im RegJo-Interview erklärt er, warum sich das ändern muss.

Interview: Stefanie Stüting

Wie ist Celle wirtschaftlich aufgestellt? Wo sehen Sie

die Stärken und Schwächen?

Nach meinem Dafürhalten ist Celle eine Stadt, die

innerhalb Niedersachsens immer darunter leidet, dass

sie unter Wert verkauft wird. Man kennt uns gemeinhin

als Residenz-, Fachwerk- und Pferdestadt, kennt

das hier beheimatete Landgestüt und vielleicht sogar

das Bieneninstitut.

Doch wer kennt uns als Stadt mit Energie? Es

scheint noch immer nahezu unbekannt, dass Celle

Standort von Spitzentechnologie ist. Ohne uns, ohne

die hier beheimateten internationalen Unternehmen,

würde weltweit kein Erdöl, kein Erdgas gefördert

werden können. Unser Kompetenzschwerpunkt

liegt in der Erdöl- und Erdgas-Zulieferindustrie und im

Bereich der erneuerbaren Energien, der Geothermie.

Über 40 Unternehmen dieser Sparten mit zusammen

etwa 8.000 Arbeitsplätzen bilden in Celle das „deutsche

Houston“. Mit dem Verein GeoEnergy Celle, ein Zusammenschluss

von Wirtschaft, Wissenschaft und Kommune,

wollen wir die Geothermie als nachhaltige und

grundlastfähige Energieform entwickeln.

Künftig müssen wir noch stärker als bisher daran arbeiten,

dass wir diese Aspekte stärker verbreiten. Nicht

zuletzt leben wir als Stadt von diesen Unternehmen.

Sie sind wichtige Gewerbesteuerzahler, bieten gute und

sichere Arbeitsplätze und beherrschen Zukunftstechnologien,

ohne die wir angesichts der Energiewende nicht

bestehen können.

Welches sind aktuell die großen Themen, an denen Sie

in Celle arbeiten?

Eines der großen Themen ist, wie bereits in der vorherigen

Frage angesprochen, den Wirtschaftsstandort

Celle weiter in den Fokus zu stellen. Das auch vor dem

Hintergrund unserer Beziehungen zur Landeshauptstadt

Hannover. Hier stellt sich die Frage, wie sich Celle

im erweiterten Wirtschaftsraum Hannover und innerhalb

der Metropolregion Hannover-Braunschweig-

Göttingen-Wolfsburg erfolgreich positioniert. Von

besonderer Bedeutung ist dabei für mich die Verkehrsanbindung.

Wir müssen einfach stärker per ÖPNV an

Hannover angebunden werden. Das ist gerade vor dem

Hintergrund des demografischen Wandels unabdingbar.

Womit wir auch schon bei einem weiteren großen

Thema wären. Den Prognosen folgend, wird unsere

Bevölkerung nicht nur immer weniger, sondern auch

immer älter. Aber ich weiß, dass verbesserte Verkehrsinfrastrukturen

geeignet sind, den Trend aufzuhalten.

Mein Ziel ist es, im Verbund mit Hannover gemeinsam

zu wachsen.

Darüber hinaus bewegt uns in Celle natürlich ganz

besonders die Sanierung und Modernisierung der historischen

Innenstadt, bei der es gilt, Wohnen, Leben und

Arbeiten unter einen Hut zu bringen. Nicht zu vergessen

unsere Allerinsel, ein stadtnahes Areal mit hohem

Entwicklungspotenzial für Wohnen und Freizeit. Aufgaben,

die Rat und Verwaltung gemeinsam mit den

Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt zügig bewältigen

müssen.

Wie verbunden fühlt man sich in Celle mit der Region

Hannover?

Schon mein Amtsvorgänger, Dr. h.c. Martin Biermann,

hat sich dafür engagiert, dass Celle innerhalb der Metropolregion

eine starke Rolle spielt. Ich bin derzeit Vorsitzender

des Vereins Kommunen in der Metropolregion.

Als Stadt sind wir zunehmend daran interessiert, nicht

nur als „Tor zur Südheide“ wahrgenommen zu werden,

sondern sozusagen als nördliche Ergänzung der Region

Hannover. So empfehlen wir uns im Rahmen unseres

Stadtmarketings – nicht ohne Augenzwinkern – gerne

als „feine Schwester“ unserer Landeshauptstadt. Als

Leitmotiv, als Symbol dafür steht unser Welfenschloss,

das bei uns mehr ist als eine bloße Fassade.

Das Schloss ist Herberge für eine weitere Einrichtung,

die uns mit der Region Hannover verbindet. Ich

spreche von der Deutschen Management Akademie

Niedersachsen (DMAN). Seit über 20 Jahren widmet

sie sich den Führungskräften aus Osteuropa und bildet

sie in Sachen „Marktwirtschaft“ fort. Celle ist Drehscheibe

Niedersachsens im Ost-West-Handel und der

Weiterbildung. Weiteres Standbein: das Ost-Eu ropa-

Centrum-Niedersachsen (OECN). Mit ihm stellt die

Stadt Celle Repräsentanten aus den Mittel- und Ost-

Europa-Staaten eine hervorragende Basis zur Verbesserung

der wirtschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen

und kulturellen Kooperation und Akquisition

zur Verfügung. Und um auch mit unserem Schloss zu

enden: Wir sind seit vielen Jahrhunderten auch in der

Politik mit Hannover verbunden. So heiratete Sophie

Dorothea, die Tochter des letzten Celler Herzogs, Georg

Ludwig von Hannover, den späteren Kurfürsten und

König Georg I. von Großbritannien. Ihm folgte Georg

II., dessen Tochter Friedrich Wilhelm I. heiratete und

Mutter Friedrich des Großen wurde.

Wie hat sich die Stadt mit Blick auf ihre Einwohner in

den vergangenen Jahren entwickelt?

In den vergangenen Jahren hat Celle kontinuierlich an

Einwohnern verloren und die Prognosen zeigen nach

wie vor nach unten. Aktuell leben 69.713 Menschen in

der Residenzstadt. Der Bevölkerungsschwund ist nicht

allein dem Abzug der britischen Streitkräfte, der 1990

begann und in diesem Sommer endgültig abgeschlossen

wurde, geschuldet. Vielmehr liegt die Ursache auch

in den nicht vorhandenen Hochschuleinrichtungen in

unserer Stadt. Damit haben wir nur wenige Möglichkeiten,

junge Menschen nach ihrem Schulabschluss an

uns zu binden.

Dass wir eine attraktive Stadt sind, zeigt die hohe

Zahl von 17.000 Einpendlern, die zum Arbeiten, Einkaufen

oder zur Teilnahme am kulturellen Leben nach

Celle streben. Nur leider wohnen diese Menschen nicht

bei uns. Nun können wir nicht einfach unzählige Neubaugebiete

aus dem Boden stampfen. Dabei stoßen wir

schnell an unsere natürlichen Grenzen. Celle ist, wie

schon der historische Name „Kellu“ sagt, eine Stadt am

Fluss. Leider auch mit den damit verbundenen Nachteilen.

Viele Stadtteile liegen im Überschwemmungsgebiet.

Zwar sind wir eine Stadt mit überdurchschnittlich

vielen Grünflächen. Diese lassen aber nur begrenzt


www.nachhaltiges-celle.de

In einer Zeit immer knapper werdender

Ressourcen stellt sich die Stadt Celle mit

Celler Unternehmen den Herausforde-

rungen der Gegenwart und der Zukunft.

Celler Unternehmen stehen nicht nur für erfolgreiche

wirtschaftliche Tätigkeiten. Heute und in Zukunft ist auch die

Berücksichtigung von Umweltbelangen und Tätigkeiten in

gesellschaftlicher Verantwortung unverzichtbarer Bestandteil

unternehmerischen Handelns.

Celler Unternehmen, die dies in besonderer Weise erfüllen

werden als „Partnerbetrieb Nachhaltiges Celle“ ausgezeichnet.

Celle steht für Nachhaltigkeit.

Die Teilnehmer:

Vorhandene Chancen ergreifen und über

die Stadtgrenzen hinaus Magnetwirkung

entwi ckeln: oberbürgermeister Dirk-Ulrich

Mende hat sich für die nächsten fünf

Jahre viel vorgenommen.

Raum für Bauplätze. Auf der eingangs erwähnten Allerinsel

und mit den nach Abzug der Briten leer stehenden Häusern

wollen wir neue Impulse schaffen, um verdichtetes

Wohnen im städtischen Bereich zu fördern.

Worin sehen Sie die Herausforderungen für die Stadt und

Ihre Politik in den kommenden Jahren?

Seit dem Abzug der britischen Streitkräfte im vergangenen

August haben wir mit dem Kasernengelände „Hohe

Wende“ direkt vor den Toren der Innenstadt ein rund 27

Hektar großes Areal brach liegen. Nun stehen wir zum

vierten Mal vor der Situation, ein ehemaliges Militärgelände

einer Konversion zuzuführen. Drei Mal ist es uns

in der Vergangenheit bereits gelungen. Davon zeugen das

Neue Rathaus, eines der größten Jugend- und Veranstaltungszentren

Norddeutschlands, die CD-Kaserne sowie die

im Entstehen befindliche Übungsgelände der Niedersächsischen

Akademie für Brand- und Katastrophenschutz im

Ortsteil Scheuen. Jetzt gilt es in den kommenden Jahren,

erneut einen solchen Kraftakt zu bewerkstelligen. Es ist

mein größter Wunsch, dort Ausbildungsmöglichkeiten im

Hochschulbereich anzusiedeln. Ob uns das gelingen wird,

ist allerdings noch offen. Gerne sähe ich auch, wenn 2017

– zum Ende meiner aktuellen Wahlperiode – auf der Allerinsel

erste Projekte verwirklicht würden.

Ein letzter Punkt, wenngleich er auch nicht ebenso

spektakulär ist wie seine Vorgänger: Es ist für unsere Stadtgesellschaft

wichtig, dass die seit rund rund Jahren unternommenen

Integrationsbemühungen auch gelingen. Ziel

ist es, dass sich Menschen unterschiedlicher Nationen und

Religionen als eine Gemeinschaft begreifen. Dabei werden

der eigens eingerichtete Integrationsausschuss sowie das

Referat für Integration eine wichtige Rolle spielen.

Warum können Sie Celle als Wohnort und Lebensmittelpunkt

empfehlen?

Die Stadt Celle verfügt für ihre Größe über ein ausgezeichnetes

kulturelles Angebot. Seien es die Celler Museen

mit ihrem Spektrum von Heimatkunde bis zur modernen

Kunst, das Schlosstheater oder die Programme in den

Tagungs- und Veranstaltungszentren Congress Union und

CD-Kaserne. Darüber hinaus sind wir stolz auf unsere breit

gefächerten Möglichkeiten im Freizeitsport. In über 80 Vereinen

kann zwischen rund 50 verschiedenen Sportarten

gewählt werden. Egal, ob am Boden, zu Wasser oder in

der Luft, Celler Sportler sind in jedem Element zu Hause.

Begonnen beim Segel- und Motorfliegen über Golfen, Rad-

Bild: Stadt Celle

fahren und Reiten bis zum Rudern und sogar dem Trendsport

Parcour. Dann ist da natürlich noch unsere Vielzahl

an Parks und Gärten, kurz: Naherholungsmöglichkeiten im

Grünen, die uns unter anderen Städten hervorheben. Und

dann wäre da noch Celle als Einkaufsstadt mit dem ganz

besonderen Ambiente der historischen Innenstadtgassen.

Was hat Celle Touristen zu bieten?

Als Oberbürgermeister einer Stadt, in der alljährlich zwei

Millionen Tagestouristen zu Gast sind, könnte ich an dieser

Stelle natürlich endlos aufzählen. Malerisches Fachwerk,

kreative Kunst und Kultur, ein Übernachtungsangebot,

das vom 5-Sterne-Haus bis zur Jugendherberge für

jeden Geldbeutel das Passende bietet und mit der Tourismus

und Stadtmarketing Celle GmbH eine schlagkräftige

Einheit, die es versteht, unseren Besuchern die Stadt mit

ansprechenden Angebotspaketen schmackhaft zu machen.

Unsere vielfältigen Veranstaltungen wie Streetparade,

Weinmarkt, Fête Francaise, Hengstparade oder der Weihnachtsmarkt

haben Magnetwirkung bis weit über unsere

Stadtgrenzen hinaus.

Was wünschen Sie Ihrer Stadt für die Zukunft?

Ich wünsche der Stadt, dass die handelnden Akteure – Politik,

Verwaltung gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern

– die vielfältig vorhandenen Chancen ergreifen. Ich

weiß, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit ist, sich

in Konkurrenz mit anderen Städten zu positionieren. Ich

hoffe sehr, dass es uns in Celle gelingt, unsere Alleinstellungsmerkmale

weiterhin so einzusetzen, dass die Stadt

sowohl für ihre Bewohnerinnen und Bewohner als auch

für Gäste attraktiv, lebens- und liebenswert bleibt!


Bild: Miredi – Fotolia.com

Projekt: Nachhaltiges Celle

REgJo HANNoVER Celle XV

Nachhaltiges Wirtschaften ist eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts: Das Projekt „Nachhaltiges

Celle“ ist eine Kooperation zwischen Stadt, Wirtschaft, Tourismus, öffentlichen Einrichtungen und Energieversorgern.

Text: Hannah Kroft

Das Thema Nachhaltigkeit wird auch in Celle gewissenhaft verfolgt

und findet vielversprechenden Niederschlag in der regionalen

Wirtschaft. Gemeinsam arbeiten die Projektteilnehmer von „Nachhaltiges

Celle“ daran, die unterschiedlichen Nachhaltigkeitskriterien

wie Ökologie, Ökonomie und Soziales in ihren Unternehmen

zu verankern. Workshops, Analysen und Maßnahmenplanungen,

aber auch ganz individuelle Schritte stehen dafür auf der Agenda.

Vor allem die Schonung von Ressourcen, Kosteneinsparungen und

die Zufriedenheit der Mitarbeiter stehen für die Unternehmen als

Ziele des Projektes im Mittelpunkt. Die Teilnahme ist freiwillig

und fordert eine gute Portion Eigeninitiative, schließlich soll das

Prinzip der Nachhaltigkeit praxisnah in den Betrieben implementiert

werden. Der Blick auf die Nachhaltigkeit heißt für die Teilnehmer

vor allem, sich neben dem eigenen Kerngeschäft auch den

gesellschaftlichen Anforderungen zu stellen. „Hier ist eine Balance

erforderlich, die für Unternehmer überhaupt nicht selbstverständlich

ist. Vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen sehen

sich immer stärker mit diesen Herausforderungen konfrontiert. Das

Projekt fördert die Aspekte der Nachhaltigkeit in den Betrieben auf

der einen Seite, auf der anderen Seite soll die Initiative aber auch

für Besucher und Einwohner Celles zum Signal mit einer deutlichen

Strahlkraft werden“, sagt Thomas Faber, Wirtschaftsförderer

bei der Stadt Celle.

Doch wo findet sich das „Dreieck Nachhaltigkeit“ mit seinen

Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales in den Unternehmen

ganz konkret wieder? Im betrieblichen Alltag werden die Vorstellungen

vom nachhaltigen Wirtschaften zum Beispiel bei der Nutzung

von Energie und Wasser, beim Umgang mit Abfall, bei der

Mobilität und beim Einkauf sichtbar. Aber auch der Kunde und

die Mitarbeiter treten in diesem Zusammenhang in den Fokus.

All diese Bereiche bekommen eine besondere Bedeutung, wenn es

darum geht, ein Unternehmen nach Gesichtspunkten der Nach-

haltigkeit auszurichten. Thomas Faber: „In Zusammenarbeit mit

dem Beratungsunternehmen InnovaKom aus Paderborn haben

verschiedene Workshops stattgefunden, in denen wir gemeinsam

wichtige Nachhaltigkeitskriterien definiert und deren Verankerung

in der Unternehmensorganisation besprochen haben. Dabei standen

unter anderem Kriterien für eine nachhaltige Beschaffung,

Lieferanten- und Kundenbeziehungen, Umwelt- und Energieeffizienz,

Mitarbeiterbeteiligung und Motivation, Vereinbarkeit von

Familie und Beruf im Vordergrund.“

Mit der darauffolgenden Bestandsaufnahme und Beratung

durch die InnovaKom GmbH vor Ort in den jeweiligen Unternehmen

wurde die individuelle Umsetzung in den Betrieben intensiv

begleitet. Wichtige Prozessschritte konnten so unter Nachhaltigkeitsaspekten

analysiert und Maßnahmen zur Umsetzung angeregt

werden. „Gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen ist mittlerweile

ein Celler Standard entwickelt worden, mit dem die Überprüfung

der Unternehmen anhand von Checklis ten vorgenommen

werden kann.“

Die Betriebe werden zertifiziert als „Partnerbetrieb Nachhaltiges

Celle“, insgesamt 35 Anforderungen inklusive drei K.-o.-Kriterien

müssen hierfür bewertet und erfüllt werden. Bisher haben 22

Betriebe am Projekt „Nachhaltiges Celle“ teilgenommen und wurden

zertifiziert. Ganze Bündel an innerbetrieblichen Maßnahmen

haben die Unternehmen dafür bereits angeschoben. Thomas Faber:

„Nicht alle sind spektakulär, in der Summe werden aber beeindruckende

Einsparungen erzielt. Für die nähere Zukunft des Projektes

werden vor allem zwei wesentliche Bausteine notwendig sein:

die intensive Bekanntmachung der Marke ‚Nachhaltiges Celle‘ bei

den Bürgern der Stadt sowie Hilfestellung für die beteiligten Unternehmen

bei der Verwendung dieser Marke.“

Weitere Informationen im Internet unter www.nachhaltiges-celle.de


Bild: orchideenzentrum Wichmann gmbH

4

Bild: Veolia Water – VWS Deutschland gmbH

XVI Celle REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER Celle XVII

1 2

1 orchideenzentrum Wichmann gmbH 2 Eisermann´s grill & gastronomiebetriebe 3 SEMA Ag – Service

Manufaktur für den Schienenverkehr 4 Veolia Water – VWS Deutschland gmbH 5 SVo Holding gmbH

6 Niedersächsisches Landgestüt Celle

5

Bild: SVo Holding gmbH

Bild: Eisermann‘s grill und gastronomiebetriebe

Bild: SEMA Ag

3

naChhaltigeS Celle – Beteiligte UnteRnehMen

SEMA Ag – Service Manufaktur für den Schienenverkehr • DELTA plus Datensysteme gmbH

Schwindt Hydraulik gmbH • Halliburton Company germany gmbH • Veolia Water – VWS Deutschland gmbH

NAC gmbH • Eisermann´s grill & gastronomiebetriebe • Fleischerei Bernd Zimmermann gmbH

Brauerei Betz • Hotel Fürstenhof • Wallbaum-Hotel-Marketing & Service e.K. • Hotel Celler Hof

Hotel Caroline-Mathilde • Ringhotel Celler Tor • Tryp Hotel Celle • Congress Union Celle • Celler Badeland

orchideenzentrum Wichmann gmbH • Niedersächsisches Landgestüt Celle • Niedersächsisches Landesamt

für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – Institut für Bienenkunde • Lobetalarbeit e.V. Celle

SVo Holding gmbH • Stadt Celle – grün- und Straßenbetrieb

6

Bild: Nds. Landgestüt Celle


XVIII Celle REgJo HANNoVER

P o R T R A I T

Ausgezeichnet

Deutscher Rechenzentrumspreis 2011 für

das Celler Unternehmen DELTA plus.

DELTA plus ist ein Dienstleistungszentrum

für Informationstechnologie mit Sitz

in Celle. Zu den Kernkompetenzen gehören

Serverinstallationen, -wartung und

Monitoring, die Gestaltung von energieoptimierten

Rechenzentren und Serverräumen

unter Einsatz der prämierten und von

DELTA plus entwickelten Lösung GeoCool®

sowie die Rundum-Betreuung von IT- und

Medientechnik-Strukturen. Geschäftsführer

Jörg Krueger: „Von der Projektierung

und Beratung zur IT-Architektur über die

Einrichtung von ergonomischen und energie-effizienten

Rechner-Arbeitsplätzen bis

hin zu hochverfügbaren und skalierbaren

Serverstrukturen sind wir der strategische

Partner von Unternehmen.“ Ein weiterer

Bereich bietet Lösungen für Konferenz- und

Veranstaltungstechnik für Kongresszentren,

Hotellerie und Gastronomie. Großen Wert

wird auf Zertifizierungen und ständige Weiterbildung

gelegt. So ist DELTA plus nach

ISO 9001 zertifiziert. Krueger: „Dass ein IT-

Dienstleister seine internen Abläufe optimiert

und regelmäßig prüfen lässt, ist eher

ungewöhnlich in der Branche.“ HK

Weitere Informationen finden Sie im Internet

unter www.delta-plus-datensysteme.de

K U LT U R

Bilder: DELTA plus Datensysteme, Tourismus und Stadtmarketing Celle gmbH

Auf Entdeckungsreise in Celle

Ein Team aus erfahrenen Stadtführern der Tourismus und Stadtmarketing Celle gmbH

taucht mit seinen gästen ab in die 700-jährige geschichte der Residenzstadt Celle.

Celle ist einfach Ex(Celle)nt. Zwischen den

aufwendig restaurierten Fachwerkhäusern

der Celler Innenstadt gibt es einiges an

historischen Schätzen zu entdecken, deren

Wurzeln teilweise bis ins 13. Jahrhundert

zurückreichen. Ihre spannende Geschichte

erzählt ein Team aus erfahrenen Stadtführern

der Tourismus und Stadtmarketing

Celle GmbH. Über die klassischen Stadt-

und Schlossführungen hinaus laden die

Experten zu Rundgängen mit besonderen

Themenschwerpunkten ein. Ob die Erkundung

des Stadtkirchturms aus der Vogelperspektive,

die Rolle der Frauen bei der

Stadtentwicklung oder auf der Suche nach

alten Balkeninschriften und deren Bedeutung

– hier offenbart sich die alte Residenzstadt

aus verschiedenen Blickwinkeln.

Auch bedeutende Töchter und Söhne

der 700-jährigen Fachwerkstadt kommen

nicht zu kurz. Die Rundgänge führen an

Plätze, an denen bekannte Persönlichkeiten

wie der Heidedichter Hermann Löns

und der Begründer der Agrarwissenschaft

Albrecht Daniel Thaer lebten und wirkten.

Ein besonderes Erlebnis: der unterhaltsame

Stadtrundgang im passenden Kostüm mit

den Celler Nachtwächtern. „Hört ihr Leut’

und lasst euch sagen...!“ so begann jahrhundertelang

ihr Stundenruf. Ausgerüstet

mit Laterne, Horn und Hellebarde berichten

die Hüter des Rechts und der Ordnung

heute wieder Kurioses und Interessantes

über das Quartier der Celler Altstadt.

Wer an den Hof des Herzogs im 17.

Jahrhundert zurückkehren will, kommt

bei der Führung von November bis April

2013 unter dem Namen „Zwischen Mittag

& Kaffee“ voll auf seine Kosten. Amüsantes

und Pikantes, barocke Tafelfreuden und

Plaudereien über die neuesten Gerüchte

am Celler Hof werden unterhaltsam und

spannend inszeniert. Von Mai bis Oktober

2013 wird die Veranstaltungsreihe unter

dem Titel „Tour 5 Uhr“ als Stadtführung

fortgesetzt. Der Badeknecht Hinnerk veranschaulicht

dabei, wie man früher mit

dem Thema Hygiene umgegangen ist und

die Hexen Petronella und Begina entführen

die Gäste mit ihrem Rundgang „geholfen –

geheilt, verkannt – verbrannt“ ins mittelalterliche

Celle. JR

Alle Themen und Termine zu den Stadt- und Schlossführungen der Tourismus und Stadtmarketing

Celle gmbH finden Sie im Internet unter www.celle-fuehrungen.de

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John D. Swenson

Marketingleitung

0551 / 50 75 1-16

swenson@polygo.de

Maurice Henin

Corporate Publishing

040 / 300 67 29 -11

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REgJo HANNoVER PoRtRait 53

Spitzenplatz für WelfenAkademie

Auch im aktuellen Hochschulranking im ZEIT Studienführer 2012/13 erhält die WelfenAkademie

Braunschweig in ihrem dualen Studiengang Betriebswirtschaftslehre herausragende Bewertungen.

Text und Fotografie: Welfenakademie Braunschweig

In der Spitzengruppe liegt der Studiengang in den Kategorien

Studiensituation insgesamt, Studierbarkeit und

Betreuung durch Lehrende. Die WelfenAkademie gehört

damit in Deutschland erneut zu den besten Adressen für

duale BWL-Studiengänge. Unter den Berufsakademien

liegt sie in diesem Bereich sogar auf dem ersten Platz.

Bessere Bewertungen im Bereich Duale Studiengänge

Betriebswirtschaftslehre erhielten deutschlandweit lediglich

drei Hochschulen.

Die WelfenAkademie ist eine Einrichtung in privater

Trägerschaft und bildet seit 1993 in ihrem BWL-Studiengang

Nachwuchsfach- und -führungskräfte für die

Branchen Bank und Versicherung, aber auch Handel,

Industrie, Mode, Direktmarketing und Personaldienst leistungs

management aus. Die besondere Stärke des Studienmodells

ist die enge Verzahnung von Theorie und Praxis.

Seit 2004 vergibt die WelfenAkademie im BWL-Studiengang

den akkreditierten und international anerkannten

Abschluss „Bachelor of Arts“. Der Studiengang wurde

2009 mit sehr gutem Ergebnis bis 2017 reakkreditiert. Den

Rahmen für das Studium bildet der moderne WelfenAkademie-Campus

in Baunschweig mit einer Fläche von 3.500

qm. Im ihrem von den Kooperationsunternehmen finan-

Im privaten Studienmodell

der Welfen-

Akademie wurden

bereits mehr als

1.000 Nachwuchskräfte

ausgebildet.

zierten Studienmodell arbeitet die WelfenAkademie mit

namhaften großen Unternehmen zusammen, darunter

unter anderem die Braunschweigische Landessparkasse,

Volkswagen Financial Services AG, NEW YORKER, ALDI

Nord, Autovision, MDM oder Jägermeister. Aber auch

viele kleine und mittlere Unternehmen – wie die Kosatec

Computer GmbH, Eintracht Braunschweig, Wentronic und

viele andere – qualifizieren ihre Nachwuchskräfte über

das Studium der WelfenAkademie. Bisher wurden an der

WelfenAkademie rund 1.000 Nachwuchskräfte im dualen

Studium ausgebildet. Die große Mehrzahl der Studierenden

arbeitet nach wie vor in Kooperationsunternehmen

der WelfenAkademie.

„Auf unser Ergebnis im Hochschulranking sind

wir sehr stolz!“, sagt Geschäftsführer Dr. Jens Bölscher.

„Ebenso stolz sind wir aber darauf, dass inzwischen so

viele Unternehmen erkannt haben, dass es sich lohnt, in

unserem privaten Studienmodell junge Menschen zu entwickeln,

um sich so den Fach- und Führungskräftenachwuchs

für morgen zu sichern.“

Weitere Informationen über die WelfenAkademie und ihr Studienangebot

unter www.welfenakademie.de


Bild: Andrea Danti – Fotolia.com

54 WiRtSChaFt REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 55

IT-Sicherheit in Unternehmen

Mit steigender Digitalisierung der geschäftsprozesse, Vernetzung und globalisierung der Wirtschaft nimmt das Risiko von

Angriffen aus dem Web zu. Vor allem der unaufhaltsame Trend zur Mobilität stellt die Firmen vor neue Herausforderungen.


56 WiRtSChaFt REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 57

Zwar sind sich die meisten Unternehmen der hohen Relevanz des Themas „IT-Sicherheit“ bewusst, doch es besteht großer Nachholbedarf in

der Umsetzung. Zu den größten Baustellen gehören E-Mail-Schutz und Verschlüsselungstechniken.

Bild: Schlierner – Fotolia.com


Bild: Nmedia – Fotolia.com

obwohl die meisten Unternehmen bereits Erfahrungen mit dem

Ausfall von IT-Systemen, Virenangriffen, Spam & Co gemacht

haben, wird das Thema „IT-Sicherheit“ gerne auf die lange

Bank geschoben. Als größte Hemmnisse bei der Verbesserung

der IT-Sicherheit nennen die Unternehmen in der

aktuellen „WIK-Consult Studie IT-Sicherheitsniveau in

KMU 2011/2012“ als entscheidende Faktoren Kostenaufwand

(78 Prozent), Zeitaufwand (78 Prozent), fehlendes

Personal (64 Prozent) und fehlende Qualifikation

der Mitarbeiter (63 Prozent).

Virenschutz

Firewall

Passwörter (Authentisierung)

Backups von Daten

Spamfilter

Patches und Updates für Software

Backups für Software

Benutzer-Rechteverwaltung

Archivierung aller relevanten Daten

Sichere gemeinsame Dateiablage

Protokollierung von Zugriffen

VPN

Verschlüsselung von Dateien

Blocken von Funktionalitäten wie USB, Web 2.1

Festplattenverschlüsselung für z.B. Notebooks

Verschlüsselung von E-Mails

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Angaben in Prozent

ist umgesetzt erforderlich, aber nicht umgesetzt wird für nicht erforderlich gehalten

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Text: Katrin Langemann grafiken: Eva-Katarina griesheimer

Quelle: Studie „IT-Sicherheitslage im Mittelstand“/Deutschland sicher im Netz (DsiN)

54%

34%

29%

17%

16%

11%

10%

5%

5%

2%

REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 59

die größten it-Schwachstellen in Unternehmen

E-Mail-Schutz

Organisation/Compliance

Benutzer-/Rechteverwaltung

Absicherung Notebooks

Absicherung Smartphones/Netbooks

Datenentsorgung

Betriebsfähigkeit EDV-System

Datensicherung

Einspielen von Sicherheitsupdates

Internet-Schutz

99,7 Prozent aller KMU in Deutschland nutzen IT für Geschäftsprozesse. 1 An erster Stelle stehen

dabei E-Mails (98 Prozent), Online Banking (80 Prozent), kaufmännische Software für Rechnungswesen

(75 Prozent), elektronische Übersendung von Steuer- und Beitragsdaten (60 Prozent)

sowie der elektronische Austausch von Daten mit Kunden und Lieferanten (60 Prozent).

it-Verfügbarkeit ist wie liquidität, es ist der Sauerstoff des Unternehmens. immer mehr

rückt daher auch das thema it-Sicherheit in das Bewusstsein der Firmen.

Mit der steigenden Digitalisierung der Geschäftsprozesse rückt auch das Thema „IT-Sicherheit“

immer mehr in den Vordergrund und in die Köpfe der Verantwortlichen. 69 Prozent der befragten

Unternehmen schätzen die Bedeutung von IT-Sicherheit in Unternehmen als hoch oder sehr hoch

ein. Diesen Trend kann auch Frank Steinlein, Geschäftsführer Hannover IT e.V. und Geschäftsführer

Projektzentrum Hannover IT GmbH bestätigen: „Schon bei unserer Online-Umfrage 2011

wurde das Thema von circa 30 Prozent der Teilnehmer als eins der Top 3 Themen in den jeweiligen

Unternehmen gleich hinter Cloud-Computing genannt. Circa 60 Prozent der Teilnehmer

schätzten IT-Security damals so ein, dass das Thema 2012 bis 2014 noch wichtiger werde. Diesen

Trend kann ich rückblickend voll bestätigen.“

Vor allem der Trend zur Mobilität wirft völlig neue Fragen auf und stellt die Unternehmen

vor neue Herausforderungen. Frank Steinlein: „Bewegten 2011 noch mehrheitlich die konventionellen

Themen Datenschutz, Datensicherheit und sichere IT-Infrastruktur die Branche, sind

die aktuellen Treiber für das Thema IT-Security die neuen IT-Anwendungen.“ Dazu gehören

1 Quelle: Studie „IT-Sicherheitsniveau in kleinen und mittleren Unternehmen“, die das Bundesministerium

für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen seiner Initiative „IT-Sicherheit in

der Wirtschaft“ beauftragt hat = WIK-Consult Studie IT-Sicherheitsniveau in KMU 2011/12


Bild: jd-photodesign – Fotolia.com

WeiteRFühRende inFoRMationen ZUM

theMa „it-SiCheRheit in UnteRnehMen“

hannover it

www.hannoverit.de

task Force „it-Sicherheit in der Wirtschaft“

vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(BMWi)

www.it-sicherheit-in-der-wirtschaft.de

Bundesamt für Sicherheit in der

informationstechnik

www.bsi.de

deutschland sicher im netz (dsin)

www.sicher-im-netz.de

BitKoM – Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation und neue Medien e.V.

www.bitkom.org

niedersächsische Verfassungsschutzbehörde,

Bereich Wirtschafts- & geheimschutz,

Ansprechpartner bei Datenspionage und

-ausspähung

www.verfassungsschutz.niedersachsen.de

ihK hannover

www.hannover.ihk.de

Social Media, Cloud-Computing oder der Einsatz mobiler Endgeräte,

die zunehmend von Mitarbeitern in Geschäftsprozessen eingesetzt

werden. Smartphones werden zunehmend für Kontakte,

Termine und Aufgaben oder Tablet-PCs im mobilen Einsatz bei Service

und Vertrieb genutzt. Diesen Trend nennt man „BYOD = Bring

Your Own Device“. Das stellt IT-Verantwortliche weltweit vor völlig

neue Aufgaben: Was machen private Apps mit geschäftlichen Daten

auf demselben Endgerät? Wohin werden Daten in der Cloud übertragen?

Auf welchen Servern außerhalb des Unternehmens werden

sie gespeichert? Sind die Übertragungswege sicher? Wer kann

diese Daten mitlesen? Wer kann auf die in der Cloud gespeicherten

Daten zugreifen?

Hatten die Unternehmen die konventionellen Themen leidlich

im Griff, so gibt es derzeit noch keine standardisierten Lösungen

für zum Beispiel mobile Endgeräte. Hier sind die Sicherheitsmechanismen

sehr stark abhängig von Herstellern spezifischer Betriebssysteme

wie iOS, BlackBerry, Android, WindowsPhone oder Symbian

und deren Implementierung in den Endgeräten.

it-Sicherheit muss integraler Bestandteil der Unternehmenskultur

werden und darf keine einmalige aktion bleiben.

Wie komplex das Thema ist, verdeutlicht Prof. Dr. Josef von Helden

von der Hochschule Hannover, Informatiker, Experte für IT-Sicherheit

sowie wissenschaftlicher Leiter der Deutschen Meisterschaft IT-

Security 2011 in Hannover: „Klassischerweise unterscheidet man

die folgenden drei Grundwerte der IT-Sicherheit: Vertraulichkeit,

Verfügbarkeit und Integrität. Meist zählt man heute als vierten

Grundwert auch noch die Authentizität dazu. IT-Sicherheitsmaßnahmen

zielen demnach darauf ab, diese Grundwerte zu schützen.

Sie können sowohl technischer als auch organisatorischer Natur

Virenschutz

Firewall

Passwörter (Authentisierung)

Backups von Daten

Spamfilter

Patches und Updates für Software

Backups für Software

Benutzer-Rechteverwaltung

Archivierung aller relevanten Daten

Sichere gemeinsame Dateiablage

Protokollierung von Zugriffen

sein. Die Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen erfordert den

Einsatz verschiedenster Hardware- und Softwarekomponenten,

aber auch von organisatorischen Dingen wie Richtlinien oder Schulungen.

Insgesamt ist die Feststellung des Schutzbedarfs sowie die

angemessene Konzipierung und Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen

eine komplexe Aufgabe.“ Rund 79 Prozent 2 der Unternehmen

haben bereits Erfahrungen mit dem Ausfall von IT-Systemen

gemacht, 51 Prozent mussten mit Problemen infolge von Virenangriffen

kämpfen, 47 Prozent hatten Probleme mit Spam und in 41

Prozent der befragten Unternehmen wurden bereits einmal Daten

versehentlich verändert beziehungsweise sind verlorengegangen.

Trotzdem investieren KMU durchschnittlich lediglich 14,1 Prozent

ihres IT-Budgets für IT-Sicherheit. Zwar herrscht in den meisten

Unternehmen ein hohes Bewusstsein für die Relevanz des Themas,

doch es besteht großer Nachholbedarf in der Umsetzung.

Frank Steinlein: „IT-Security wird von den Unternehmen

häufig als einmalige Aktion verstanden und gerät danach wieder

in Vergessenheit. Zum Beispiel wird beim Einsatz neuer Hardware

an eine neue Firewall gedacht oder beim Einsatz neuer Endgeräte

beziehungsweise Server wird ein aktuelles Anti-Malware-

Programm installiert. Aber nur selten werden diese Installationen

regelmäßig auf ihre Wirksamkeit gegenüber aktuellen Bedrohungslagen

überprüft, was bei der ständig zunehmenden Bedeutung

des Internets für Geschäftsprozesse dringend angeraten wäre. IT-

Sicherheit darf keine singuläre Aktion bleiben, sondern muss als

ständiger, unternehmenskritischer Prozess verstanden werden.“

Als größte Schwachstellen macht die aktuelle Studie „IT-

Sicherheitslage im Mittelstand 2012“ 3 die Bereiche E-Mail-Schutz,

Organisation/Compliance, Benutzer-/Rechteverwaltung sowie die

Absicherung von Notebooks und Smartphones/Netbooks aus. Dabei

können Sicherheitslücken schnell zur großen Gefahr werden. Sabine

VPN

Verschlüsselung von Dateien

Blocken von Funktionalitäten wie USB, Web 2.1

Festplattenverschlüsselung für z.B. Notebooks

Verschlüsselung von E-Mails

2 Quelle: WIK-Consult Studie IT-Sicherheitsniveau in KMU 2011/12 3 erstellt von „Deutschland sicher im Netz (DsiN)“

technische Maßnahmen im Bereich it-Sicherheit

18

20

31

39

10

45

11

54

49

ist umgesetzt erforderlich, aber nicht umgesetzt wird für nicht erforderlich gehalten

Quelle: WIK-Consult Studie IT-Sicherheitsniveau in KMU 2011/12

66

76

76

92

7

93

94

94

99

98

7

4 64

5

4

71

67

43

46

53

2

4

11 21

41

REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 61

Angaben in Prozent

Hillmer von der IHK Hannover, Ansprechpartnerin für Sicherheit

im Unternehmen: „Vielfach wird die Gefahr von Cybercrime noch

unterschätzt: Wirtschaftskriminelle müssen weder Prototypen, chemische

Stoffe oder Aktenordner aufwendig entwenden, denn heute

ist jeglicher Unternehmensprozess, eine Neuentwicklung, ein Produktionsprozess,

ein technisches oder chemisches Verfahren, ein

Vertriebskonzept, Zulieferkonditionen, Kalkulationen oder die Steuerabrechnung

abgelegt und gespeichert in Dateien. Fast alles, was

die Wettbewerbsposition, die Konkurrenzvorteile oder patentwerte

Innovation ausmachen, passt auf einen USB-Stick oder eine CD-

Rom – so klein, das sie am Körper, in Aktenmäppchen, Handtasche

oder in eine Zeitung eingehüllt einfach mitgenommen werden

können. Nicht zu vergessen die Angriffe und Schädigungen, die

direkt über das Internet kommen. Jeglicher Verlust beziehungsweise

Datendiebstahl kann zu unabsehbaren Folgen führen.“

Während es in größeren Unternehmen in den meisten Fällen

spezielle IT-Sicherheitsverantwortliche gibt, ist das Thema „IT-

Sicherheit“ insbesondere in kleineren Firmen oft sehr unterrepräsentiert

und steht in der Prioritätenliste eher an hinterer Stelle.

Volker Regenstein, Consultant für Management und IT-Strategie

sowie Partner von Haus 12, einem Verbund von 13 auf IT spezialisierten

Unternehmen: „IT-Verfügbarkeit ist wie Liquidität, es ist der

Sauerstoff des Unternehmens. Vielen Unternehmen ist klar, dass

dieses Thema wichtig ist, es fehlt jedoch oft an Know-how oder es

gibt personelle Engpässe, um sich ausreichend mit IT-Risiken von

außen und innen zu befassen. Zu den größten Fehlern gehört das

Fehlen eines IT-Sicherheitskonzeptes, das die individuellen Kernprozesse

des Unternehmens absichert, sowie die mangelnde Bereitschaft,

IT-Sicherheit zu einem integralen Bestandteil der Unternehmenskultur

zu machen. Illegale Zugriffe sind ein enormes Geschäft

geworden, Daten sind bares Geld. Datenverlust, Umsatzeinbußen

20

17

1

1

1

5 1

2 4

2

7

5

54

34%

29%

17%

16%

11%

10%

5%

5%

2%


Komplexität

IT-Verfügbarkeit

IT-Sicherheit

Brühlstraße 4 | 30169 Hannover

Hannover.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de

Tel.: 01801 - 66 44 66*

Fax. 0 511 / 919 - 16 60

www.arbeitsagentur.de

*Festnetzpreis 3,9ct / min, Mobilfunkpreise höchstens 42ct / min

tiPPS it-SiCheRheit

IT-Sicherheit ist eine sehr komplexe Angelegenheit

und von zahlreichen Faktoren wie größe

des Unternehmens, vorhandener IT-Infrastruktur,

Sicherheitsziel, dem eigenen Sicherheitsempfinden

aber auch rechtlichen Aspekten

abhängig. Doch bereits einfache Maßnahmen

senken das IT-Sicherheitsrisiko enorm

und bieten zumindest einen Basisschutz.

grundlegende Tipps von Experte Jürgen

Schmidt, Ressortleiter Security bei c’t:

Bild: Vladislav Kochelaevs – Fotolia.com

Unerlässlich auf jedem Arbeitsplatzrechner

ist eine Antivirensoftware, die immer

auf dem aktuellsten Stand sein sollte.

Dabei ist auch zu beachten, dass

die Verwaltbarkeit gewährleistet sein

muss, sprich Verwaltung per Fernsteuerung

und Alerts. Für Mac-

Rechner ist keine Antivirensoftware

notwendig.

Auch auf dem Mailserver sollte

Antivirenschutzsoftware eingesetzt

werden. Diese sollte

sich allerdings von der auf den

Arbeitsplatzrechnern unterscheiden,

denn keine Antivirensoftware

ist unfehlbar.

Spamfilter geben zusätzlichen

Schutz.

und Reputationsschäden sind die teuersten Folgen einer

ungenügenden IT-Sicherheit im Unternehmen, weshalb das

Thema in der Chefetage angesiedelt sein sollte.“

die Sensibilisierung der Mitarbeiter ist äußerst wichtig.

der Faktor Mensch wird allzu oft unterschätzt.

Sabine Hillmer macht deutlich: „Die IuK-Kriminalität, zu

der unter anderem Computerbetrug, Computersabotage

und das Ausspähen beziehungsweise Abfangen von Daten

gehören, weist in den letzten Jahren laut der Niedersächsischen

Kriminalitätsstatistik kontinuierlich steigende Fallzahlen

auf: bis 2010 auf 5.694 Fälle, 2011 mit 5.538 Fällen

stagnierend, 2012 wird aufgrund der Zunahme des

mobilen Geschäftsverkehrs mit deutlich steigenden Zahlen

gerechnet. Darüber hinaus gehen die Verfolgungsbehörden

von einer hohen Dunkelziffer aus. Vor allem organisierte

oder bandenmäßige Tätergruppen gefährden dabei

kritische Infrastrukturen, staatliche Institutionen, Wirtschaft

und Bürger. Um allerdings Cybercrime zu begehen,

muss jemand heute nicht mehr beste IT-Kenntnisse haben.

Selbst technische Laien, die Software und auch Ausstattung

in entsprechenden Foren der „Underground Economy“

erwerben können, sind in der Lage, Cybercrime wie zum

Beispiel digitale Erpressung zu begehen. Zudem werden die

Gefahren über Botnetze zunehmen, die auch den Mobil-

Bereich erfassen.“

Dabei stellen bereits einfache Aktionen wie das regelmäßige

Aktualisieren der Antivirensoftware sowie aller

anderen Software, eine funktionierende Firewall, der

Einsatz von Spamfiltern, die Verwendung verschlüsselter

E-Mails, der Schutz mobiler Daten und Geräte vor Verlust

und unberechtigtem Zugriff sowie regelmäßige Backups

REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 63

Eine gut konfigurierte Firewall schützt Ihr Netzwerk

gegenüber dem Internet.

Unbedingt notwendig sind regelmäßige Backups,

die außerhalb der Räumlichkeiten des Unternehmens

gelagert werden sollten. Dadurch verfügen

Sie auch im Fall, dass das gebäude abbrennt,

noch über eine Sicherheitskopie. Nehmen Sie

zum Beispiel jeden Abend eine USB-Festplatte

mit nach Hause beziehungsweise lagern Sie diese

in einem feuerfesten Tresor oder verschlüsselt

im Internet. Jedes Backup ist besser als kein

Backup.

Java ist eines der größten Sicherheitsrisiken und

eines der größten Einfallstore für Schadsoftware.

Daher sollten Sie wenn möglich auf Java verzichten.

geht das nicht, ist es empfehlenswert, immer

die aktuellste Java-Software zu verwenden.

Regelmäßige Updates der Programme sind ein

Muss. Dabei kann Ihnen eine Software wie Secunia

CSI helfen, die automatisch alle in der Firma

eingesetzte Software (Browser, Acrobat, office

etc.) auf dem neuesten Stand hält.

Das Magazin c’t wird vom Hannoveraner Heise

Zeitschriften Verlag herausgegeben und gehört zu

den größten und wichtigsten Computerzeitschriften

in Europa. www.heise.de

grundlegende Sicherheitsmaßnahmen dar. Die Technik ist

der eine Teil, dabei darf der Faktor „Mensch“ allerdings

nicht vergessen werden. Falk Garbsch vom Chaos Computer

Club Hannover e.V.: „Es muss viel mehr an der Sensibilisierung

gearbeitet werden. IT-Systeme werden in unserer Zeit

gerne als unfehlbar hingestellt. Tatsächlich jedoch steigt

die Komplexität der Systeme, mit denen wir uns umgeben.

Systeme werden immer weiter vernetzt und müssen

erweiterbar sein. Die Literatur bezeichnet das als „Trinity of

Trouble“ („Dreifaltigkeit der Schwierigkeiten“). Viel wichtiger

ist es zu verstehen, wie existenziell dabei die Beschäftigung

mit IT-Sicherheit ist. Auch in Sicherheitsschulungen

von Mitarbeitern wird oft wenig investiert. Dabei werden

zwei wichtige Faktoren ignoriert: 1. Häufig sind es die eigenen

Mitarbeiter, die Daten stehlen oder manipulieren 2. Für

einen Angreifer ist es oft einfacher, Mitarbeiter zu überlisten

(„Social Engineering“) als sich mit den tatsächlichen IT-

Systemen zu beschäftigen. Häufig sind es jedoch auch falsch

konfigurierte Sicherheitslösungen, die sich einem Angreifer

als offenes Scheunentor präsentieren.“

Aufgrund der hohen Abhängigkeit der Wirtschaft von

funktionierender Informationstechnik, sicheren Daten und

Kommunikation sowie der steigenden Globalisierung und

Vernetzung steigt das Bedrohungspotenzial aus dem Internet.

Volker Regenstein: „Die Geschäftsprozesse werden

durch das Internet, mobile Endgeräte und unzufriedene

oder fahrlässige Mitarbeiter heute stärker gefährdet als früher.

Ich glaube, dass das Wettrennen zwischen potenziellen

Angreifern und geeigneten Abwehrmaßnahmen in

Unternehmen immer mehr an Dynamik gewinnen wird.

Fest steht, das Unternehmen mit einem geringen IT-Sicherheitsstandard

einem deutlich höheren Gefährdungspotential

ausgesetzt sind.“


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Netzwerk für erneuerbare Energien.

Durch den kontinuierlichen Ausbau unserer Netze schaffen wir auch für die Zukunft die erforderlichen

Voraussetzungen für die Aufnahme erneuerbarer Energien. Damit fördern wir eine umweltfreundliche,

nachhaltige Energieversorgung.

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REgJo HANNoVER WiRtSChaFt 65

WikiLeaks-Aktivist Julian Assange war aus London zugeschaltet und sprach erstmals live vor deutschem Publikum.

Zukunft und Offenheit des Web

Neuer Besucherrekord und WikiLeaks-Aktivist Julian Assange erstmals live vor deutschem Publikum: Das fünfte

ConventionCamp in Hannover war ein voller Erfolg.

Text: Katrin Langemann Fotografie: Peter Hiltmann

Bereits zum fünften Mal trafen sich Ende November

auf dem Messegelände Hannover Businessvertreter,

Blogger, Wissenschaftler, Internet-Aktivisten, Medienvertreter

und Studierende beim ConventionCamp,

einem einzigartigen Crossover aus Fachkongress und

Un-Konferenz zur digitalen Zukunft. In über 50 Vorträgen,

Panels und Workshops diskutierten die Teil-

nehmer angeregt Fragen zu Zukunft und Offenheit des

Web. Dabei standen die Top-Themen Beta Culture, Smart

Life, Meta Change, das Fernsehen der Zukunft sowie das

Themenfeld Social/Local/Mobile (SoLoMo) und Open

Innovation im Fokus.

Veranstalter Ingo Stoll von neuwaerts erklärt das

Besondere am ConventionCamp: „Letztes Jahr hatte ein

Besucher getwittert, er sei ‚überraschend in einer Mitmach-Session

gelandet‘. Dabei ist Mitmachen bei uns

essenziell. Es geht ums Einmischen und Mitgestalten. Das

ConventionCamp leistet damit einen konstruktiven Beitrag.

Denn Internet und Gesellschaft sind ein offenes Feld

zum gemeinsamen Gestalten. Für alle.“ Highlight der Hannoveraner

Internet(Un)Konferenz: Erstmals sprach Wiki-

Leaks-Aktivist Julian Assange live vor deutschem Publikum.

Assange war via Video aus London zugeschaltet und

eröffnete die Jubiläumsausgabe des ConventionCamp.

Sein Vortrag beschäftigte sich vor allem mit der potenziell

staatlichen Überwachung privater Online-Kommunikation.

Julian Assange rief zum gewaltlosen Widerstand auf:

Bürger sollen ihre Nachrichten verschlüsseln und sich so

gegen diese Überwachungsstaaterei wehren.

Anja Floetenmeyer, Sprecherin des ConventionCamp:

„Mit unserem Wagnis, den WikiLeaks-Aktivisten Julian

Assange als Eröffnungssprecher einzuladen, sind wir

ConventionCamp-Macher ein hohes Risiko eingegangen.

Klappt die Skype-Verbindung? Dürfen wir die Keynote

streamen? Können wir uns die erforderliche Bandbreite leis-

ten? Ein echtes Abenteuer, das zum Coup für das ConventionCamp

wurde – das Interesse war riesig und mit 1.600

Teilnehmern gab es sogar einen neuen Besucherrekord.“

Weitere Informationen über das ConventionCamp und

das einmalige Konzept der interaktiven Fachkonferenz

erhalten Sie im Internet unter www.conventioncamp.de


66 MagaZin REgJo HANNoVER

N E T Z W E R K

Hannover IT

Das regionale Branchennetzwerk bündelt

IT-Kompetenz unter einem Dach.

Hannover IT ist erster Ansprechpartner

für alle Fragen rund um das Thema IT.

Das regionale Netzwerk fördert die Wissenschaft

und Bildung um die Informations-

und Kommunikations-Branche sowie

die Leistungsfähigkeit der Region Hannover

durch Initiierung von Projekten im IT-

Umfeld, Kooperationen von Wirtschaft mit

Wissenschaft und Entwicklung von Innovationen.

Aktuell umfasst Hannover IT 1.200

Unternehmen mit 23.000 Beschäftigten,

wissenschaftliches Know-how aus 25 Instituten

und Forschungseinrichtungen sowie

den IT- und Multimedia-Campus „Expo

Park Hannover“.

Frank Steinlein, Geschäftsführer Hannover

IT e.V. und Geschäftsführer Projektzentrum

Hannover IT GmbH (siehe Bild):

„Der wachsenden Bedrohung und Wichtigkeit

von IT-Sicherheit hat Hannover IT mit

Einrichtung eines IT-Security Kompetenzteams

Rechnung getragen, bei dem jederzeit

auch online Unterstützung und Hilfe

angefordert werden kann: hannoverit.de/

mitglieder/Kompetenzteams/IT-Security/

Kompetenzteam_it-security.php“. HK

Machen Sie den IT-Security online

Check: www.hannoverit.de/itcheck.php

I T- S I C H E R H E I T

Jeder Sicherheitsvorfall zählt

IT-Sicherheit und IT-Komplexität zählen zu den großen Herausforderungen für den Mittelstand.

Die BMU Beratungsgesellschaft Mittelständischer Unternehmen mbH berät.

Da heute jeder Sicherheitsvorfall wirtschaftlichen

Schaden nach sich ziehen

kann, ist hier ein erfahrener Partner wichtig.

Die BMU Beratungsgesellschaft Mittelständischer

Unternehmen mbH in Northeim

berät seit 33 Jahren ihre Mandanten

mit einer ganzheitlichen Betrachtung in

allen Fragen der Informationstechnologie.

Ob es um die sichere Anbindung

von mobilen Endgeräten, Einhaltung von

Sicherheitsrichtlinien, Umsetzung eines

IT-Service-Managements nach ITIL V3 (IT

Infrastructure Library) oder um die Anforderungen

an rechtskonformes Verhalten

(Compliance) geht – BMU steht ihren Mandanten

mit langjährigen Erfahrungen zur

Seite. Sicherheitsaudits und -konzeptionen,

Sensibilisierung von Mitarbeitern und

Dienstleistern, aber auch die technische

Umsetzung dafür notwendiger Sicherheitstechniken

sind einige der Kompetenzen des

1980 gegründeten Unternehmens. Und

das alles unter Berücksichtigung der Vorgehensweise

nach IT-Grundschutz des BSI

(Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik).

Aus diesem Grunde beteiligt

sich BMU seit einigen Jahren an der Initiative

„Deutschland sicher im Netz e.V.“. Als

IBM Premier Businesspartner, dem höchs-

ten IBM-Partnerlevel, hat BMU Zugriff

auf die Informationen des „IBM X-Force“-

Sicherheits-Forschungs-Teams mit zehn

weltweiten Sicherheitszentren. Sicherheitssoftware

namhafter Hersteller für Viren-

und Spamschutz runden das Produktportfolio

ab und bieten umfassenden Schutz.

Die Sicherheitsziele „Vertraulichkeit, Integrität,

Authentizität“ stehen immer im

Fokus. BMU berät jedoch nicht nur zu den

klassischen IT-Security-Themen, sondern

auch zu den durch zunehmende Globalisierung

entstandenen neuen Bereichen

– Stichwort: Cloud-Diens te. Seit 2012 ist

BMU Mitglied der IBM City-Cloud Initiative

– diese garantiert die Datenspeicherung

in der Cloud nach deutschem Recht.

Die IBM City-Cloud ist flexibel skalierbar,

mit Beratung und Vor-Ort-Betreuung

durch BMU. Insbesondere bei der Integration

der internen Prozesse und Infrastrukturen

in die Cloud sind die Regeln der IT-

Sicherheit zu beachten. HK

Weitere Infos über das Produktportfolio und die Dienstleistungen der Beratungsgesellschaft

Mittelständischer Unternehmen mbH unter www.bmu-beratung.com

I N N o VAT I o N

Bilder: Hannover IT, BMU mbH Bilder: Qnips gmbH, Haus 12

Bewerten, sammeln und punkten

Coupons, Treuepunkte und Tipps auf dem Smartphone: Mit ihrem innovativen Konzept

begeistert die Qnips gmbH die Hannoveraner. 2013 dann auch ganz Deutschland.

Mit dem Handy Coupons einlösen, Treuepunkte

sammeln und Produkte oder Services

bewerten: Die Qnips GmbH aus

Hannover bietet eine kostenlose App für

iPhone- und Android-Smartphones, die all

das zusammenbringt.

Qnips funktioniert ganz einfach: Auf

dem Kassenbon der teilnehmenden Gastronomie

befindet sich ein QR-Code. Dieser

wird mit der kostenlosen Qnips-App

„geqnipst“ und dann können die Produkte

und Services einzeln bewertet und kommentiert

werden. Christian Brützel, der

Qnips zusammen mit André Baumann

gegründet hat: „Mit Qnips bekommt der

Gastronom eine Auswertung auf Produktebene.

Qualität und Service sind somit

punktgenau messbar und das Feedback

des Gastes geht direkt an den Geschäftsführer.

Im Gegensatz zu Online-Bewertungsplattformen

wie zum Beispiel Qype

wird mit Qnips jeder Gast direkt ohne den

Umweg Internet angesprochen. So etwas

gab es bisher noch nicht.“ Seit August wird

die Bewertungs- und Feedbackfunktion

von Qnips in zahlreichen Hannoveraner

Locations – unter anderem bei Pizza Hut,

in den Restaurants Castello, BIANCO und

Rick’s sowie in ausgewählten Restaurants

und Bistros der Deutschen Messe – getestet.

2013 wird Qnips deutschlandweit verfügbar

sein. Dann können die Qnips-Nutzer

mit Coupons auch von exklusiven Angeboten

der Qnips-Partner profitieren sowie

Treuepunkte sammeln. Geplant sind weiterhin

die Möglichkeit, die Qnips-Bewertungen

auf den Websites der Gastronomen

einzubinden, sowie die Integration in Social

Media. Christian Brützel: „Solch eine einfache

Lösung, endlich wieder Platz im Portemonnaie

zu haben und trotzdem Treuepunkte

und Coupons zu nutzen, drängt sich

bei der heutigen Smartphone-Verbreitung

ja quasi auf. Die meisten Menschen haben

ihr Handy doch eh immer griffbereit dabei.“

Die Qnips GmbH ist im Oktober 2011

als eine Ausgründung der Leibniz Universität

Hannover entstanden und wurde seitdem

bereits mit zahlreichen Auszeichnungen

und Förderungen prämiert. Das junge

Start-up erhielt unter anderem vom Handelsblatt

den Weconomy-Award 2011. KL

Weitere Informationen über die Qnips gmbH und die Funktionsweise der kostenlosen

App finden Sie im Internet unter www.qnips.com

P o R T R A I T

Haus 12

REgJo HANNoVER MagaZin 67

Haus 12 ist eine Marke mit einem professionellen

Spektrum von IT-Leistungen.

Durch den Verbund von 13 Partnern

garantiert Haus 12 mit Sitz in Hannover

IT-Lösungen aus einer Hand. Haus 12

bietet das umfassende Angebot eines großen

Unternehmens und zugleich die Vorteile

mittelständischer Firmen: Kundennähe

und persönliche Betreuung, Sorgfalt

und Zuverlässigkeit, aber auch Flexibilität

und Innovation. Haus-12-Ansprechpartnerin

Ute Krukenkamp, ComNet Gesellschaft

für Kommunikation und Netzwerke mbH:

„Indem wir Wissen vernetzen, ableiten,

zusammenbringen, formen wir Kompetenz.

Komplexe Anforderungen der IT werden

für den Kunden im Haus 12 gemeinschaftlich

gelöst. Haus 12 ist darin ‚mehr als die

Summe‘ – unser Grundsatz und Versprechen

in der Partnerschaft. Am 25. April

2013 öffnen wir wie jedes Jahr unsere

Türen: Im Rahmen der ‚INhaus 2013‘ laden

wir ein, die Partnerschaft von innen kennenzulernen.

Es erwarten Sie eine komplexe

Demo-IT-Umgebung, Vorträge und

Workshops, ‚Meet the Experts‘-Sprechstunden

sowie gutes Essen und Gespräche. Wir

freuen uns auf Sie.“ VS

Weitere Informationen über Haus 12 im

Internet unter www.haus12.eu


68 inteRVieW REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER inteRVieW 69

Der Faktor Mensch

Viren waren gestern. Die wahren gefahren in unserem IT-Alltag stecken dort, wo man sie am wenigsten erwartet.

RegJo hat mit den Experten vom Hannoveraner IT-Systemhaus Bechtle gesprochen.

Interview: Tim Mittelstaedt Fotografie: Bechtle

Risikofaktor ist neben veralteter Technik und Umwelteinflüssen

vor allem der Faktor Mensch. Das eigene Smartphone im

Firmennetzwerk, öffentlich zugängliche Rechner am Schreibtisch

oder sogar, man höre und staune, ein zu schweres Passwort.

IT in unserem Alltag ist nicht mehr wegzudenken – Fluch und

Segen zugleich. RegJo sprach mit Ulrich Kömmler, Geschäftsführer

im Bechtle IT-Systemhaus Hannover, und seinen Experten

Dr. Michael Sandhoff und Golo Königshoff. Das Bechtle IT-

Systemhaus ist nicht nur TÜV-zertifiziert, sondern auch gleichzeitig

IT-Ausstatter des TÜV Nord.

Es wird immer schwerer, auf dem neuesten Stand der Technik

zu bleiben. Dabei ist Aktualität in Ausstattung und Know-how

ein starker Wettbewerbsvorteil, ganz nach der alten Weisheit

„Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen“. Bechtle

wird diesen Frühling 30 Jahre alt und lebt seit dem ersten Tag IT.

Was kann Bechtle für mein Unternehmen tun?

Kömmler: Unser Systemhaus in Hannover unterstützt mit seinen

70 Mitarbeitern insbesondere mittelständische Unternehmen

in ihren IT-Fragen. Von der Infrastruktur vor Ort über ganze Server-

und Clouddienste bis hin zu den eigentlichen Anwendungen.

Wir kennen den regionalen Markt und seine Bedürfnisse und können

außerdem auf das umfassende Know-how unserer Konzern-

zentrale zugreifen. Gleichzeitig muss der Kunde nicht die Befürchtung

haben, nur eine Nummer bei einem großen Systemhaus zu

sein – wir beraten ganz persönlich vor Ort.

Wo beginnt Ihre Beratung? Als kleines Unternehmen weiß ich ja

meist gar nicht, was ich überhaupt benötige ...

Kömmler: Das kann sogar ein IT erfahrener Unternehmer heutzutage

kaum noch wissen. Die Standards ändern sich fast täglich

und es gibt ein Überangebot an Anbietern. Wir haben mit unse-

Bild: Fotolia.com

Bild links: Dr. Michael Sandhoff und golo Königshoff sind zwei von insgesamt 70 Mitarbeitern, die im Hannoveraner IT-Systemhaus Bechtle

Unternehmen in puncto IT beraten. Bild rechts: Ulrich Kömmler, geschäftsführer Bechtle IT-Systemhaus Hannover.

rer 30-jährigen Erfahrung, der großen Bechtle Gruppe im Hintergrund

und insbesondere durch die vielen Herstellerkontakte

immer das Ohr am Markt und können für den Kunden schon mal

vorselektieren.

gerade Unternehmen müssen auf die Sicherheit ihrer IT achten.

Dabei geht es insbesondere um den Datenschutz und Produktpiraterie.

Welchen gefahren ist ein Unternehmen heute ausgesetzt?

Königshoff: Dafür muss man erstmal definieren, was die Gefahren

überhaupt sind. Der klassische Virus ist heutzutage nur noch

Nebensache. Die wichtigen Themen sind der Schutz vor Malware,

der Datenschutz und das Risikomanagement. Das geht ganz simpel

schon bei der physischen Sicherheit los ...

Also ob ich zur Datensicherung eine externe Festplatte habe oder

nach einen Stromausfall der Rechner nicht gleich all seine Daten

verliert?

Königshoff: Lokal ist das durchaus wichtig. Aber wir meinen

damit auch den Aufbau eines Rechenzentrums. Da spielen auch

der Schutz vor Wasserschäden, Erdbebensicherheit und Notstromaggregate

eine Rolle. Das zweite Rechenzentrum für die Backups

sollte weit genug von dem ersten Zentrum entfernt sein.

Muss ich jetzt Angst vor Erdbeben haben? Von solchen Katastrophen

bleiben wir in Deutschland doch eigentlich verschont ...

Königshoff: Das ist richtig. Die größeren Gefahren für meine

Daten lauern ja im Unternehmen selbst. Nehmen Sie zum Beispiel

den Empfang eines Unternehmens. Wenn die Empfangsdame

beim kurzen Verlassen ihres Platzes nicht immer ihren Computer

sperrt, kann ein Besucher kurzerhand einen USB-Stick am Rechner

anschließen und, sofern er geschickt ist, sensible Daten aus

dem Firmennetzwerk ziehen.

Kömmler: Oder denken sie an die Restriktion mancher Unternehmen,

dass die Mitarbeiter regelmäßig ihre Passwörter ändern

müssen, die möglichst kompliziert sein sollen. Das Resultat daraus

ist, dass sich niemand mehr sein Passwort merken kann und

diese nun oft auf Post-its am Monitor des Rechners kleben. Diese

Sorglosigkeit ermöglicht leichtes Spiel für Datenräuber.

Also sind die physische Sicherheit meines Rechners und Security-

Software nicht das Allheilmittel, um mich im Netz sicher zu fühlen?

Dr. Sandhoff: Es sind wichtige Säulen. Wo wir als Bechtle

immer noch großen Nachholbedarf sehen, ist das Schaffen eines

Bewusstseins bei Mitarbeitern und Managern. Die kleinen Gefahren

lauern überall. Allein schon, wenn ein Mitarbeiter mit seinem

Smartphone im Firmen-WLAN ist oder Dienste wie Dropbox

oder Gmail genutzt werden, bei denen meine sensiblen Daten

erst mal über den Teich geschickt werden. Diese habe ich nicht

mehr unter Kontrolle und weiß nicht, welcher Dritte was mit

meinen Daten macht.

Kömmler: Wir bauen ausschließlich Lösungen, die allen aktuellen

und zukünftigen Sicherheitsstandards entsprechen und haben

unsere Server ausschließlich innerhalb Deutschlands, um dem

Bundesdatenschutzgesetz in vollem Umfang zu entsprechen.

Wie sieht denn konkret die Zusammenarbeit aus, wenn ich meine

IT-Bedürfnisse in Ihre Hände lege?

Dr. Sandhoff: Wir projektieren mit dem Kunden gemeinsam

das IT-Projekt und die Sicherheitsmaßnahmen. Das hat Workshopcharakter

und bindet alle Mitarbeiter gleichermaßen mit ein.

Wir nehmen den Kunden an die Hand und begleiten ihn langfristig

und nachhaltig durch das „Dickicht“ IT Security. Wir dürfen

nicht vergessen, dass Sicherheitsmaßnahmen in der IT immer

reaktiv sind. Man kann die Waffe nicht schmieden, bevor die

Bedrohung da ist.

… und mit immer wieder neuen Bedrohungen ändert sich auch

mein Bedarf an Hard- und Software. Wie schnell können Sie denn

reagieren, wenn ich von heute auf morgen neue oder ganz andere

Technik benötige?

Kömmler: Dann finden wir immer die schnellste und pragmatischste

Lösung für den Kunden. Das Bechtle IT-Systemhaus ist

da immer sehr unbürokratisch. Genau so wichtig finden wir aber

nach wie vor die Awareness aller Mitarbeiter eines Unternehmens

hinsichtlich möglicher Sicherheitslücken. Wenn alle mitdenken,

ist eine der größten Gefahrenquellen in der IT-Sicherheit schon

mal minimiert.


Bild: Insa Cathérine Hagemann

70 PRoJeKt REgJo HANNoVER

Hannover fairnetzt sich

REgJo HANNoVER PRoJeKt 71

„Bewusst und fair handeln“: Diesen grundsatz hat die UN in ihren Millenniumsentwicklungszielen (MDg) formuliert.

Das Agenda 21-Büro der Stadt Hannover hat sich längst in die entwicklungspolitischen Ambitionen eingeschaltet.


Bild: Insa Cathérine Hagemann

72 PRoJeKt REgJo HANNoVER

Den Regenwäldern am Amazonas kommt im Klimaschutz

eine global bedeutende Rolle zu, weil diese

große Mengen an klimaschädlichem Co2 aufnehmen

und speichern. Mit dem Beitritt zum Klima-Bündnis

und der Unterzeichnung seines Manifests haben sich

die Städte dazu verpflichtet, ihre Co2-Emissionen

alle fünf Jahre um 10 Prozent zu reduzieren und die

indigene Bevölkerung in ihren Bemühungen um den

Erhalt der Regenwälder und einer nachhaltigen Waldwirtschaft

zu unterstützen.

REgJo HANNoVER PRoJeKt 73

Text: Stefanie Stüting

Sie sind oft die Ärmsten der Armen – viele Kleinbauern in Entwicklungsländern

gehören zu den großen Verlierern der Globalisierung.

Seit die UN im Jahr 2000 ihre Millenniumsentwicklungsziele

(MDGs) verabschiedet hat, fordern diese weltweit einen

nachhaltigen Lebensstil und verantwortungsvolles Konsumverhalten.

Ein weitreichendes und komplexes Thema, das längst noch

nicht in den Köpfen der Menschen angekommen ist. Auch der

Deutsche Städtetag hatte seine Mitglieder seinerzeit aufgefordert,

hier aktiv zu werden und einen Beitrag zu den ehrgeizigen Zielen

der Vereinten Nationen zu leisten. Der Rat der Landeshauptstadt

Hannover ist dem gefolgt und mit dem Einkauf fair gehandelter

Produkte einen ersten Schritt gegangen: Bei allen Sitzungen im

Rathaus wird heute fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt,

auch in der Kantine findet man ein vielfältiges Angebot an fair

gehandelten Produkten. Silvia Hesse, Leiterin im Agenda 21-Büro

der Stadt Hannover: „Auch immer mehr Einzelhändler, Gastronomen

und Konsumenten machen mit. Umfragen bestätigen allerdings,

dass es noch ein langer Weg sein wird, bis fair gehandelte

Produkte ganz selbstverständlich gekauft werden.“

Das Thema ist nicht neu, schon seit vielen Jahren arbeiten

Silvia Hesse und ihre Kollegin Marion Köther gemeinsam mit vielen

engagierten Organisationen zusammen. Um noch mehr Menschen

zu erreichen und mehr zu lernen, kam Silvia Hesse auf

die Idee, diese Aufgabe gemeinsam mit Hannovers Partnerstädten

anzugehen. „Schnell bekam ich die Zusage von einer Kollegin

aus Poznan, mit der wir schon seit Jahren zu Umwelt- und Klimaschutzfragen

einen intensiven Austausch haben. Eine schnelle

Zusage erhielten wir auch aus Blantyre, unserer Partnerstadt im

afrikanischen Malawi. Den Kontakt vermittelte uns der Freundeskreis

Malawi und Städtepartnerschaft Hannover-Blantyre e.V:. Als

noch die beiden osteuropäischen Städte Litomerice (Tschechische

Republik) und Miskolc (Ungarn), die sich seit Jahren mit Hannover

im internationalen Städtenetzwerk ICLEI für eine nachhaltige

Entwicklung engagieren, und die beiden nationalen Fair-Trade-

Organisationen aus Polen und Deutschland Interesse zeigten,

konnten wir sogar einen EU-Antrag auf Fördergelder stellen“.

Durch diese finanzielle Förderung sind viele weiterführende

Aktivitäten wie Besuche vor Ort, Bildungs- und Theaterprojekte

möglich geworden, mit denen in den beteiligten Kommunen

die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit zum Thema erfolgreich

gestärkt werden kann. Unter dem Motto „Aware & Fair“ (wertschätzend

und gerecht) wurde so eine lokale Antwort auf die Millenniumsentwicklungsziele

gefunden, die von der Europäischen

Kommission gefördert wird. Das Ziel ist es, einerseits über die

MDGs zu informieren, den fairen Handel zu unterstützen und Pro-


Bilder (3): Kiên Hoàng Lê

Bild: Insa Cathérine Hagemann

Bild: Insa Cathérine Hagemann

Unter dem Motto „Malawi küsst Kolumbien“ kommt in Hannover Schokolade aus Kolumbien ins Spiel. Auch dieses Engagement

basiert auf einer jahrelangen Partnerschaft. Bilder: Macadamia-Farmerin in Malawi; Kakaobohnen und Regenwald in Kolumbien.

REgJo HANNoVER PRoJeKt 75

„DaS StaDtSchokolaDen-projekt auS Dem

regenwalD amazonienS in kolumbien iSt eine

wichtige maSSnahme, unSeren beitrag zu leiSten.“

dukte, z.B. aus Malawi, bekannter zu machen, aber auch zu zeigen,

wer hinter den Produkten steht. „Anhand einiger Beispiele

wollen wir aufzeigen, was der Kauf von fair gehandelten Produkten

für die Menschen vor Ort ganz konkret bewirken kann.“ Zwei

Mal war Projektleiterin Hesse seither in Malawi, um mit den Menschen

zu sprechen und gemeinsame Aktivitäten und Kooperationen

aufzubauen. Zunächst wurde sie auch vom Fotografen Kiên

Hoàng Lê begleitet. Gemeinsam besuchten sie Kleinbauern, die

Macadamianüsse und Reis anbauen, Tee- und Zuckerplantagen

sowie Schulen, Gesundheitszentren und das Blantyre Artsfestival,

einen weiteren Kooperationspartner. Macadamianüsse, Kaffee

und andere Produkte türmen sich seither auf dem Schreibtisch

von Silvia Hese im Rathaus von Hannover – das Projekt „Aware &

Fair“ hat in der Landeshauptstadt Fahrt aufgenommen. Zwei Jahre

lang sollte das Projekt zunächst laufen und in den beteiligten Städten

einen beispielhaften Markt für fair gehandelte Produkte aus

Malawi schaffen. Im Februar 2013 werden in der internationalen

Abschlusskonferenz die Ergebnisse vorgestellt. Dokumentationen,

Berichte und Fotos sollen den Produkten, Produzenten und Produktionsweisen

ein Gesicht geben, Transparenz herstellen und

für den fairen Handel werben.

Silvia Hesse: „Diese Kooperationen sollen in Zukunft weiter

ausgebaut werden und der Bildung und Motivation dienen. Im

Rahmen des Projektes konnten auch die Beziehungen innerhalb

der Partnerstädte intensiviert werden. Direkt in Hannover haben

wir weitere Partner wie das Staatstheater, Schulen, den Pavillon,

die Projektwerkstatt Umwelt und Entwicklung e.V., aber auch

Unterstützer aus dem Bildungsbereich, Handel, Gastronomie, Kirchen

etc. gewonnen, die sich mit uns den Zukunftsfragen stellen.“

Deshalb wird in der Landeshauptstadt das Projekt in Kooperation

des Agenda 21-Büros (inhaltliche Federführung) mit dem

Sachgebiet Städtepartnerschaften im Kulturbüro (vertragliche

und finanzielle Federführung) abgewickelt. Der Einstieg und

das Engagement der osteuropäischen Länder in diese Fair-Trade-

Town-Kampagne hat dazu beigetragen, dass auch die nationalen

Fair-Trade-Associations als wichtige Partner mit ins Boot

geholt werden konnten. Über den fairen Handel hinaus wollen

sich die Akteure in Zukunft auch anderen globalen Herausforderungen,

wie der wachsenden Armut, Krankheiten wie AIDS/HIV

Silvia Hesse, Agenda 21-Büro, Hannover

und Malaria, dem weltweiten Klimawandel, dem Verbrauch von

natürlichen Ressourcen, dem Analphabetismus sowie der Gleichstellung

und dem in Zukunft bevorstehenden globalen Ölfördermaximum

widmen.

Unter dem Motto „Malawi küsst Kolumbien“ kommt im Rahmen

eines weiteren Projektes aus dem Agenda 21-Büro in Hannover

demnächst auch Schokolade aus Kolumbien mit Nüssen aus

Malawi auf den Tisch. Auch dieses Engagement basiert auf einer

jahrelangen Partnerschaft. Als Mitglied im „Klimabündnis europäischer

Städte mit den indigenen Völkern der Regenwälder zum

Schutz der Erdatmosphäre“ hat sich Hannover verpflichtet, die

indigenen Völker beim Schutz der Regenwälder durch nachhaltigen

Anbau und Bewirtschaftung zu unterstützen. Silvia Hesse

erklärt: „Das ‚Stadtschokoladen-Projekt’ (nachhaltig angebauter

Kakao) aus dem Regenwald Amazoniens in Kolumbien ist eine

beispielhafte Maßnahme, unseren Beitrag dazu zu leisten.“

Mit Klaus Hecht, der früher für den deutschen Entwicklungsdienst

in Kolumbien gearbeitet hat, und mit Unterstützung

von Entwicklungsinitiativen und der Servicestelle Kommunen

in der Einen Welt konnten weitere Klimabündniskommunen in

eine faire Handelspartnerschaft eingebunden werden. Das freut

besonders Abadio Green, einen indigenen Sprecher aus Kolumbien,

der vor 20 Jahren im Rahmen des Klimabündnisses zum

ersten Mal nach Hannover gekommen war. Seither hält Silvia

Hesse mit ihm einen regen Kontakt. „Ich habe seitdem viel von

den indigenen Vertretern und von Abadio gelernt und weiß, wie

wichtig der Regenwald, der faire Handel und die Einhaltung der

Menschenrechte für die indigene Bevölkerung sind.“ Abadio

Green unterstützt das „Stadtschokoladen-Projekt“ intensiv – und

lobt den Geschmack der Schokolade. „Unser Ziel ist es, dass diese

Schokolade auch für den fairen Handel und BIO zertifiziert wird.“

In Kolumbien steht den Hannoveranern als Partner für die Projektentwicklung

neben der indigenen Kakaobauern-Organisation

vor Ort auch die international renommierte Regenwaldstiftung

Amazon Conservation Team (ACT) zur Seite. ACT berät die

Kleinbauern im Ressourcenschutz, im biologischen Anbau und im

fairen Handel.

Informationen unter www.awarefair.org oder www.agenda21.de


Das European Cheese Center

macht Käse zum Erlebnis. Bilder

unten: Käsebuffet und Alpenhaus

im European Cheese Center.

Alles Käse? Ganz genau!

REgJo HANNoVER PRotRait 77

Ein Paradies für Käsegenießer: Das europaweit einmalige European Cheese Center in Hannover bietet in der

Käseerlebniswelt eine riesige Auswahl an Käsespezialitäten und ist Deutschlands Käseschulungszentrum Nummer Eins.

Text: Katrin Langemann Fotografie: Frank Wilde / European Cheese Center

Weltweit gibt es geschätzt circa 4.000 Käsesorten. Einen Teil

davon präsentiert das European Cheese Center (ECC) in seiner

Käseerlebniswelt. Katrin Heuer vom ECC in Hannover: „Das European

Cheese Center ist europaweit einmalig. Mit kleinen begehbaren

Häuschen, die die einzelnen Regionen Europas darstellen

und einem Marktplatz, auf dem man großartige Käseveranstaltungen

erleben kann, ist das Ausstellungsdorf einzigartig gestaltet

und bietet ein ganz besonderes Ambiente.“ Bei Führungen

durch die Ausstellung erfahren die Besucher Wissenswertes über

die Käseherstellung, regionale Besonderheiten und interessante

Käse details. Neben theoretischer Wissensvermittlung kommen

im European Cheese Center aber auch die praktischen Erfahrungen

nicht zu kurz. Regelmäßig finden Abendveranstaltungen statt,

bei denen nach Herzenslust probiert und geschlemmt werden darf.

Die beliebten Käse-Schlemmerbuffets etwa bieten die Gelegenheit,

an einem Abend bis zu 30 Käsesorten zu probieren – ein

wahrer Gaumenschmaus für Käseliebhaber. Von einem Moderator

betreute, thematische Degustationen heißen zum Beispiel

„Europäische Käsekunst“ oder „Vive la France“. Ab 2013 kommt

mit dem „Käse ABC für Zuhause“ ein weiteres Eventhighlight

hinzu, das über Fragen aufklärt wie: Wo bekommt man als Endverbraucher

Tipps? Wie gestaltet man eine attraktive Käseplatte?

Wie lagert, schneidet und verpackt man den Käse am besten? Welche

Kombinationen harmonieren am besten mit dem Käse, zum

Beispiel welches Brot, welche Saucen, welches Obst und Gemüse

passt am besten und was trinkt man dazu?

Doch das ECC ist nicht nur eine einzigartige Erlebniswelt

für Käseliebhaber, sondern auch Deutschlands Käseschulungszentrum

Nummer Eins. Jedes Jahr lassen sich zwei mal 20 Teilnehmer

aus ganz Deutschland in einem zweiwöchigen Ganztageskurs

im Februar und August zum Käsesommelier ausbilden. Auf dem

Stundenplan stehen unter anderem die Geschichte des Käses, ver-

„einmalig: DaS european cheeSe

center in hannoVer iSt DaS einzige

käSezentrum europaS Seiner art.“

Katrin Heuer, European Cheese Center

schiedene Herstellungsverfahren, regionale Käsekunde, Besonderheiten

zu den Tierrassen und deren Milch sowie zu Futterzusammensetzung

und zur Beschaffenheit der Milchsorten, was sich auf

den Charakter der Käsesorten auswirkt. Europaweit gibt es circa

440 Käsesommelière / Käsesommeliere mit Schwerpunkt Österreich,

aber auch Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich. Eingesetzt

werden die ausgebildeten Käsefachkundigen zum Großteil

hinter gutbestückten Käsetheken des Einzel- und Lebensmittelhandels

sowie in der Gastronomie.

Käse ist das älteste Verfahren zur Haltbarmachung von Milch

und deren Erzeugnissen und gehört heute zu den beliebtesten

Lebensmitteln. Katrin Heuer: „Im Moment sind aromatische Käsesorten

besonders angesagt, zum Beispiel Brie de Meaux mit Trüffelcremefüllung,

Blauschimmelkäse im Trestermantel, grüner und

roter Gouda mit Basilikum oder getrockneten Tomaten sowie mit

Rotwein gewaschene Schnittkäsesorten aus den Alpen. Ein weiterer

Trend: hochwertige traditionelle Käsesorten mit geschützter

Ursprungsbezeichnung. Zu den beliebtesten Sorten gehören zum

einen Käse mit hoher Cremigkeit, teilweise im Doppelrahmstufenbereich

wie der Pierre Robert und zum anderen traditionelle

Käsesorten, die es schon seit vielen Jahrhunderten gibt, wie der

Comté oder Epoisses mit Marc de Bourgogne.“

Es heißt „Käse schließt den Magen“ – wie viel ist dran an

dieser Redensart? Die Expertin weiß Bescheid: „Leider macht

Käse aufgrund seines hohen Eiweißgehalts viel zu schnell satt –

und natürlich hat er auch ein „bisschen“ Fett. Aber das ist halb

so wild, da es in der Trockenmasse steckt. Man sollte allerdings

parallel dazu nicht so viel frisches Baguette essen, da das zusätzlich

satt macht.“

Weitere Informationen über das European Cheese Center und die aktuellen

Veranstaltungen finden Sie im Internet unter www.cheesecenter.de


78 KalendeR REgJo HANNoVER REgJo HANNoVER KalendeR 79

Schwanensee

Am 18. Januar 2013 verwöhnt das Bolschoi Staatsballett

Belarus die Freunde traditioneller Ballettkunst im Theater am

Aegi in Hannover.

Klassik, Ballett Theater, Kabarett, Musical

10. Januar 2013

Così fan tutte – oper von Wolfgang Amadeus

Mozart in italienischer Sprache

19.30 Uhr, opernhaus Hannover

18. Januar 2013

Schwanensee – Peter I. Tschaikowskys

Klassiker präsentiert das Bolschoi Staats-

ballett Belarus

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

20. Januar 2013

4. Kammerkonzert „trios für Klarinette,

Viola und Klavier“ – Werke von Mozart,

Bruch, Schumann und Kurtág

11.00 Uhr, Veranstaltungssaal der VgH / Haus D

29. Januar 2013

Sissi – Ballett von Jörg Mannes mit Musik von

gustav Mahler, Arthur Honegger und Johann

Strauss

19.30 Uhr, opernhaus Hannover

16. Februar 2013

Wagenführers Wunderbare Welt der

operette – Fortsetzung der Reise von Roland

Wagenführer in die Welt der operette

15.00 Uhr, Marschner-Saal

19. Januar 2013

don Pasquale – komische oper „buffa“ mit

Witz und List von gaetano Donizetti

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

23. Januar 2013

Reinhold Messner – Fotos und Filmsequenzen

aus den Dolomiten, vom Himalaya, Nordpol

und aus grönland zeigen die Expeditionen des

furchtlosen Bergsteigers

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

02. Februar 2013

das Phantom der oper – musikalische

Neubearbeitung des international anerkannten

Produzententeams Köthe / Heck

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

08. Februar 2013

der teufel mit den drei goldenen haaren

– musikalisches Theater von Stefan Johannes

Hanke

11.00 Uhr, Ballhof Eins

22. Februar 2013

Minna von Barnhelm – Lustspiel von

gotthold Ephraim Lessing

19.30 Uhr, Schauspielhaus Hannover

Das Phantom der Oper

Die Kritiker sind sich einig: Das Phantom der

oper ist eines der besten Musicals – zu sehen

am 02. Februar 2013 im Theater am Aegi.

02. März 2013

die Jungfrau von orleans – romantische

Tragödie von Friedrich Schiller unter der

Regie Claudia Bauer

19.30 Uhr, Ballhof Eins

02. März 2013

die Spaßmacher – clowneske und wahrhaft

komödiantische Momente

14.30 Uhr, goP Varieté Hannover

04. März 2013

Montagsbar – Intim-Talk-Schau zum Thema

Angst mit Camill Jammal, Julia Schmalbrock

und Henning Hartmann

21.00 Uhr, Cumberlandsche galerie

05. März 2013

Voca People – von Mozart über ABBA,

Michael Jackson bis hin zu Madonna und

george Michael – unterhaltsame Reise

durch die internationale Musikgeschichte

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

10. März 2013

all you need is love! – Rückkehr der

Pilzköpfe mit dem „Beatles-Musical“

19.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

Weiße Federn, schwarzes Fell

Die Ausstellung im Sprengel Museum in Hannover zeigt

noch bis 10. Februar 2013 die tiefere Verbindung zwischen

Mensch und Tier.

Ausstellungen

bis 31. Januar 2013

Vgh-Fotopreis: Welcome to Williston –

große Fotoreportage des VgH Fotopreisgewinners

2012 Kris Finn

VgH galerie Hannover

bis 03. Februar 2013

los Carpiteros: Silence your eyes – Einzelausstellung

mit großen Zeichnungen und

Skulpturen des kubanischen Künstlerduos

Kunstverein Hannover

bis 03. Februar 2013

Kris Martin: every day of the Weak – spektakuläre

Installationen des belgischen Künstlers

Kris Martin

kestnergesellschaft Hannover

bis 10. Februar 2013

Weiße Federn, schwarzes Fell – Tiere in

beeindruckenden Darstellungen des 20.

Jahrhunderts

Sprengel Museum Hannover

bis 01. April 2013

Bill Copley – Präsentation des künstlerischen

Werks von William N. Copley

Stiftung Ahlers Pro Arte / Kestner Pro Arte

Fotografie: Hannover Concerts (3), Sprengel Museum Hannover

Jazz, Rock, Pop, Schlager

12. Januar 2013

david & götz – die Showpianisten – Klavierduo

an zwei Flügeln begeistert mit klassischen

Klavier-Höhepunkten und angenehmer

Unterhaltungsmusik

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

13. Januar 2013

Ulrich tukur & die Rhythmus Boys – mit

Schwung und Rhythmus ins neue Jahr

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

24. Februar 2013

Klaus hoffmann – Lieder aus vier Jahrzehnten

und das neue Album „Berliner Sonntag“

18.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

27. Januar 2013

Clannad – Musik über die Verbindung des

Traditionellen mit dem Modernem und der

Vergangenheit mit der Zukunft

18.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

31. Januar 2013

Bülent Ceylan – „Wilde Kreatürken“ ist

schonzeitlos vogelwild, scheu oder durchaus

auch mal wildromantisch

20.00 Uhr, TUI Arena Hannover

Klaus Hoffmann

Der grandseigneur des deutschen Chansons

stellt am 24. Februar 2013 im Theater am Aegi

sein neues Album „Berliner Sonntag“ vor.

01. Februar 2013

Freddy Mercury – Memorial Show – Auftritt

der „Queen Revival Band“ anlässlich des

21. Todestages der Musiklegende

20.00 Uhr, Capitol Hannover

15. Februar 2013

glasBlasSing Quintett – Querschnitte durch

ihre bisherigen Programme und Ausblick auf

neue Klänge des glasBlasSing Quintetts

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

19. Februar 2013

the overtones – tour 2013 – Doo-Wop-

Musik aus London gemischt mit moderner

Popmusik und R&B

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

22. Februar 2013

Völkerball – hart und laut trifft die Rammstein

Coverband mitten ins gesicht der Lüge!

20.00 Uhr, Capitol Hannover

20. März 2013

Roland Kaiser – anlässlich seines 60. Lebensjahres

gibt der Schlagerstar sein aktuelles

Album „Affären“ zum Besten

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover


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Hannover Scorpions

Heimspiel für die Hannover Scorpions: Am 17. Februar 2013

spielt die Eishockeymannschaft aus Hannover in der TUI

Arena in Hannover gegen die Iserlohn Roosters.

Sport

05. Januar 2013

tUi Feuerwerk der turnkunst – next

generation – Sportarten wie „Slackline“,

„Double Dutch“, „Tricking“ und Darbietungen

mit dem „Cyr-Ring“ begeistern das Publikum

14.00 Uhr, TUI Arena Hannover

12. Januar 2013

UBC tigers vs. BSW Sixers – erstes

Heimspiel der USB Tigers aus der Zweiten

Basketball Bundesliga

19.00 Uhr im UBC Dome

12. Januar 2013

german eagles – Heimkampf des deutschen

Nationalteams gegen die Boxer der „Astana

Arlans Kazakhstan“

20.00 Uhr, Hannover Congress Centrum

15. Februar 2013

Ball des Sports – galanacht mit Spitzensport,

Tanz und Unterhaltung

20.00 Uhr, Hannover Congress Centrum

17. Februar 2013

hannover Scorpions vs. iserlohn Roosters

– 45. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga

14.30 Uhr, TUI Arena Hannover

Fotografie: oliver Vosshage, Hannover Concerts

Messetermine

12. bis 15. Januar 2013

Contractworld – Treffpunkt und Marktplatz

für Architekten und Innenarchitekten

Messegelände in Hannover

16. bis 17. Januar 2013

interaspa hannover – Spargelmesse und

Fachmesse für Spargel, gemüse & Beerenobst

Messegelände in Hannover

25. bis 27. Januar 2013

heimtiermesse hannover – Zoofachhändler,

Züchter, Dienstleister, Verbände und Vereine

präsentieren ihre Produkte und Informationsangebote

rund ums Heimtier

Messegelände in Hannover

01. bis 03. Februar 2013

ReiseZeit – rund 260 Aussteller machen auf

ihre Produkte und Dienstleistungen rund um

den Urlaub aufmerksam

Messegelände in Hannover

05. bis 09. März 2013

CeBit – mehr als 4.000 Aussteller

bieten Lösungen aus der Informations-

und Kommunikationstechnik

Messegelände in Hannover

Horst Lichter

Nach zwei Live-Programmen geht der lustige

TV-Koch wieder auf Tour und ist am 08. März

2013 in der AWD-Hall Hannover zu sehen.

Sonstiges

REgJo HANNoVER KalendeR 81

14. Januar 2013

der Chinesische nationalcircus –

Balance des Lebens durch die gelebte

Einheit von Körper, geist und Seele

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

20. Januar 2013

tut Clownensemble 50plus: alles

Unikate – clowneske Lebensmomente

und Alltagsszenen

16.00 Uhr, die hinterbühne Hannover

03. Februar 2013

40 Jahre Sesamstraße – Uraufführung für

die ganze Familie anlässlich des

40. Jubiläums der Sesamstraße

14.30 Uhr, Theater am Aegi Hannover

26. Februar 2013

hans Klok – Illusionens-Show „The Houdini

Experience“ des schnellsten Magiers der Welt

20.00 Uhr, Theater am Aegi Hannover

08. März 2013

horst lichter – bunter Mix aus interessanten

geschichten und „Lichter-typischen“

Kocheinlagen

20.00 Uhr, AWD-Hall Hannover


82 land & UMWelt REgJo HANNoVER

Wussten Sie, dass ...

Wissenswertes aus der Region: von einem Blindenmuseum, Deutschlands erstem

Korkmoden-Shop, dem „Mr. Jazz“ und einem hannoverschen Exportschlager.

Bilder: Landesbildungszentrum für Blinde, Incorknito, Justin Watt / wikipedia, AxelHH / wikipedia

... es in der Landeshauptstadt Hannover

ein Blindenmuseum gibt?

Was es heißt, ein Leben in Dunkelheit zu

führen, zeigt das Blindenmuseum in Hannover.

Über 6.000 Exponate geben dem

Besucher vor allem einen Eindruck davon,

wie Blinden vor über 100 Jahren das Schreiben

beigebracht wurde. 1995 wurde das

geschichtsträchtige Gebäude, das 1845 als

Blindenschule genutzt wurde, als Museum

neu gestaltet. Ein Museum dieser Art gibt

es in Deutschland sonst nur in Berlin.

... in Hannover der erste Korkmoden-

Shop Deutschlands eröffnet hat?

In Deutschlands einzigem Korkmoden-

Shop „Incorknito“ in der Flüggestraße

in Hannover kommen die Liebhaber des

edlen Rohstoffes der Korkeiche voll auf

ihre Kosten. Mit der Kork-Kollektion aus

Taschen, Accessoires, Schuhen, Möbeln

und Regenschirmen zeigt die Inhaberin

Carmo da Silva, dass man mit Kork noch

weitaus mehr machen kann, als nur Weinflaschen

zu verschließen.

... ein ehemaliger Vorsitzender des Jazz

Club Hannover Ehrenbürger von New

Orleans ist?

„Machbares machen, Unmögliches ermöglichen!“

lautete das Credo des früheren Vorsitzenden

des Jazz Club Hannover, Michael

Gehrke. Er machte den Club zu einer anerkannten

Spielstätte, in der bereits Musiker

wie Lionel Hampton und Count Basie die

Bühne betraten. 1987 verlieh die Stadt New

Orleans, die als Wiege des Jazz gilt, Gehrke

die Ehrenbürgerschaft.

... dass das Broyhan-Bier zum hannoverschen

Exportschlager wurde?

Der in Stöcken bei Hannover geborene Bierbrauer

Cord Broyhan wandelte im Jahre

1526 das dunkle Bier „Hamburger Art“

ab und braute daraus ein neues hellbraunes

Bier, das schon bald zum hannoverschen

Exportschlager wurde. Überdauert

hat bis heute nur das nach ihm benannte

Broyhanhaus, das sich einmal in Cord

Broyhans Besitz befand. Im unteren Stockwerk

ist eine Gaststätte untergebracht.

impressum

4. Jahrgang, 14. Ausgabe

herausgeber

Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

Verlag

Polygo Verlag gmbH

Hainhölzer Straße 5

30159 Hannover

Tel.: 0511 16 99 69-0

Fax: 0511 16 99 69-21

geschäftsführer: Thomas Wirth

internet und e-Mail

www.hannover.regjo.de, hallo@regjo.de

Chefredaktion

Stefanie Stüting (stueting@polygo.de)

Redaktion

Katrin Langemann, Juliette Rahn, Sven grünewald,

Annegret Adam, Torben Andersen

Fotografie

Marco Bühl, Insa Cathérine Hagemann, ahrensmeier

/ powser, David McAllister, AxelHH/wikipedia, BMU

mbH, Bündnis 90/Die grünen, Business Navigatoren,

Andrea Danti – Fotolia.com, DELTA plus Datensysteme,

DIE LINKE. Fraktion im Niedersächsischen Landtag,

DJV Landesverband Niedersachsen, Tobias M. Eckrich,

Eisermann‘s grill und gastronomiebetriebe, FDP Niedersachsen,

Jonas gonell / enercity, Hannover Concerts,

Hannover IT, Haus 12, Peter Hiltmann, Incorknito,

Industrie-Club Hannover, jd-photodesign – Fotolia.com,

Kiên Hoàng Lê, Vladislav Kochelaevs – Fotolia.com,

Marco König / Trend DESIgN, Marek Kruszewski, Landesbildungszentrum

für Blinde, MHH/Kaiser, Miredi – Fotolia.

com, Museum für Energiegeschichte, Nds. Landgestüt

Celle, Stefan Neuenhausen, Nmedia – Fotolia.com,

orchideenzentrum Wichmann gmbH, phæno/Matthias

Leitzke, Qnips gmbH. Wolfhard Scheer/Fraunhofer IWES,

Schlierner – Fotolia.com, SEMA Ag, SPD-Landesverband

Niedersachsen, Sprengel Museum Hannover, Stadt Celle,

Stage Entertainment, SVo Holding gmbH, Tourismus

& Stadtmarketing Celle, TUI Ag, VARUSSCHLACHT im

osnabrücker Land gmbH/Foto: Hermann Pentermann,

Veolia Water – VWS Deutschland gmbH, oliver Vosshage,

Justin Watt/wikipedia, Welfenakademie Braunschweig,

Frank Wilde / European Cheese Center, graziano Zampolin

art direktion, layout & illustration

Ines Erdmann, Eva-Katarina griesheimer, Viktoria

Siegfried

Marketingleitung

John D. Swenson (swenson@regjo.de)

objektleitung RegJo hannover

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